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FFG Fokus | Oktober 2008

FFG FOKUS

Brancheninitiative
bauwirtschaft
die wichtigsten Förder-
programme im Überblick
Mit allen Details, Fallbeispielen und Institutsbeschreibungen
Foto: photos.com

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 


impressum

impressum
2. überarbeitete Auflage, Februar 2009

Medieninhaber, Herausgeber, Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH,


Wiedner Hauptstraße 120–124, 1051 Wien, Tel.: +43 (0)1 546 64-0,

Produktion, Redaktion: Alexander Kosz, Peter Schörghofer, Karin Ruzak, Elisabeth


Gruber, Gisela Gary

Grafik: Andreas Juva

Geschäftsführer: Thomas Zembacher

Auflage: 15.000 Exemplare

Fotos: FFG, Wirtschaftsverlag; Projekt- und Porträtfotos beigestellt


Titelfoto: www.photos.com

Druck: Friedrich VDV-GmbH, 4020 Linz

Auskunft, Vermittlung Diese Publikation wurde von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft und
und Erstberatung der Wirtschaftskammer Österreich, Geschäftsstelle Bau, finanziert.
über die Hotline Alle Angaben in dieser Broschüre erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr.
BRA.IN Bauwirtschaft Eine Haftung ist ausgeschlossen.
+43 (0)5 7755-7700 Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und der Verbreitung sowie
der Übersetzung sind vorbehalten.
brain.bau@ffg.at

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Inhalt

Editorial Förderprogramme INSTITUTE


4 Vorwort der FFG Geschäfts­ 12 Basisprogramme: 40 ACR: Austrian Cooperative
führung Das Fundament für Forschung Research
und Entwicklung
5 Vorwort Bundesinnungsmeister 41 Österreichische Forschungs­
Hans-Werner Frömmel 14 Innovationsscheck: Die institute, Versuchs- und Prü-
Eintrittskarte in die Welt der fungsanstalten mit
6 BRA.IN: Die Brancheninitiative Innovation Zuordnungen zu folgenden
Bauwirtschaft Bereichen:
15 Headquarter: „Hot Spots“
8 BRA.IN: Die Erfolge der für Innovationen und kreative
Hochbau
Brancheninitiative ­Köpfe Tiefbau
Baustoffe
10 Initiativenkomitee der BRA.IN 16 Start-up-Förderung: Starter- Bauprodukte
Bauwirtschaft Paket für junge Unternehmen Verarbeitungs- und
Verlegetechniken
18 Feasibility Studies: Neue Ideen Technische Dienstleistungen
auf dem Prüfstand Recycling, Ökologie und
Life-Cycle-Analysen
Mess- und Prüftechnik
20 Young Experts: Frische Ideen Bauphysik
für neue Produkte Erhaltung und Instandsetzung
von Bauwerken
22 BRIDGE: Von der Idee
zum Produkt

24 COIN: Wie Wissen


umgesetzt wird

26 Haus der Zukunft plus:


Schlüsseltechnologien für
Gebäude der Zukunft

27 KIRAS: Das österreichische


Förderungsprogramm für
­Sicherheitsforschung

28 COMET: Zusammenarbeit
­ermöglicht Spitzenleistungen

30 BP-kooperative Forschung:
Gemeinsam Probleme lösen

32 7. EU-Rahmenprogramm:
In die Champions-League der
Forschung

35 EUREKA, Eurostars: Marktnahe


Hightech-Forschung im Fokus

36 EEN: Technologietransfer spart


Zeit und Geld

38 CORNET: Kollektive Forschung


für KMU

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Vorwort

Die FFG – Partner der


innovativen Bauwirtschaft
Die Bauwirtschaft, zusammen mit Unternehmen und Institute hat sich
den vor- und nachgelagerten Berei- mehr als verdoppelt. Ebenso erfreu-
chen wie Bauprodukte und Bau- lich ist die Zunahme der Kooperati-
hilfsgewerbe, sind einer der größten onsprojekte von Wissenschaft und
Wirtschaftszweige Österreichs. Unser Wirtschaft.
Land kann im Bereich der Bauwirt-
schaft auf eine lange, erfolgreiche Der vorliegende Katalog BRA.IN
Geschichte zurückblicken: Innovati- Bau ist ein wichtiges Element der
onen im Bereich des Tunnelbaus, in Brancheninitiative Bauwirtschaft. Er
der Architektur, bei Straßen- und In- bietet einen zentralen Zugangsweg
frastrukturprojekten oder im Holzbau zu den einzelnen Programmen und
haben eine langjährige Tradition. Unterstützungsmaßnahmen, zeigt
Auch heute sind heimische Unter- anhand einzelner Erfolgsbeispiele,
nehmen mit ihren Produkten und wie innovative Ideen entwickelt
Henrietta Egerth Dienstleistungen im In- und Ausland und in marktfähige Produkte und
Geschäftsführerin der FFG höchst erfolgreich. Dienstleistungen umgesetzt werden
können und bietet ein Verzeichnis
Diese wirtschaftliche Bedeutung wichtiger, im Bereich Bau tätiger
spiegelt sich aber bisher zu wenig Forschungsinstitute, die für Unter-
in Innovationsaktivitäten wider. Die nehmen als Partner zur Verfügung
österreichische Forschungsförde- stehen. Nachdem die erste Auflage
rungsgesellschaft FFG hat deshalb des Katalogs auf sehr gute Re-
im Jahr 2006 gemeinsam mit wich- sonanz gestoßen ist, wurde eine
tigen Key-Playern aus Wirtschaft, Neuauflage notwendig, die hier in
Wissenschaft und Verwaltung die einer gänzlich überarbeiteten Form
Brancheninitiative (BRA.IN) Bau- vorliegt. Besonderer Dank gilt dabei
wirtschaft ins Leben gerufen. Ziel unseren Partnern, der Wirtschafts-
dieser Initiative ist es, die von der kammer Österreich, Geschäftsstelle
FFG angebotenen Unterstützungs- Bau, die die Herstellung großzügig
maßnahmen zu bündeln und neue unterstützt hat, und dem Österrei-
Impulse für Innovation zu setzen, chischen Wirtschaftsverlag, der die
um dadurch die Wettbewerbsfähig- Umsetzung und Produktion besorgt
Klaus Pseiner keit der Bauwirtschaft zu steigern. hat.
Geschäftsführer der FFG
Die bisherigen Erfolg der Bran- Wir hoffen, dass auch dieser Katalog
cheninitiative bestätigen diesen auf ebenso große Nachfrage und Re-
Weg: Sowohl die Zahl geförderten sonanz wie die erste Ausgabe stößt
Projekte konnte von 2005 bis 2007 und dadurch die Innovationsakti-
mehr als verdreifacht werden, aber vitäten im Bereich Bau nachhaltig
auch die Zahl der forschungsaktiven steigern hilft.

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Vorwort

Vielfältige
Förderungs­möglichkeiten
Als im Herbst 2006 von der For- hungen ­motivieren. Zusätzlich zur
schungsförderungsgesellschaft die Neuauf­lage dieses Forschungskata-
Brancheninitiative „BRA.IN Bauwirt- loges sind auch eine Reihe weiterer
schaft“ ins Leben gerufen wurde, Aktivitäten wie die kontinuierliche
war unsere Ausgangssituation eine Bewerbung der Initiative und eine
Forschungsquote in der Bauwirtschaft Fortführung des erfolgreichen
von 0,2 Prozent im Vergleich zur ­Innovationsschecks notwendig.
Quote der Gesamtwirtschaft mit 2,3 Die Forschungsthemen sollten uns
Prozent. Als erste Maßnahmen der nicht ausgehen. Allein in den Berei-
Brancheninitiative wurden beispeils- chen energiesparendes und nach-
weise die erste Auflage des Baufor- haltiges Bauen und Sanieren gibt es
schungskataloges herausgegeben, enorme Entwicklungen und hochge-
Informationsveranstaltungen auf steckte Ziele, die für ihre technisch
Bundes- und Landesebene abgehal- sinnvolle und wirtschaftliche Umset-
ten sowie Forschungsprogramme für zung auch praxisorienterte Baufor- KommR Baumeister
die Bauwirtschaft zugänglich ge- schung benötigen. Ing. Hans-Werner FRÖMMEL
macht. In unserem Bereich der Bun- In der vorliegenden Neuauflage Bundesinnungsmeister
desinnung Bau haben wir eine Reihe des Forschungskataloges sind die
von geförderten Forschungsprojekten aktuellen Fördermöglichkeiten für
initiiert und abgewickelt und die Bauforschung und mögliche For-
aufschlussreichen Ergebnisse für schungsdienstleister für alle, die an
unsere Mitgliedsbetriebe zugänglich der Bauforschung interessiert sind,
gemacht (z. B. Bauschadensberichte). zusammengefasst. Mit Innovationen
Laut dem Österreichischen For- durch Forschung können Wissensvor-
schungs- und Technologiebericht sprünge und in weiterer Folge Wett-
2008 der Bundesregierung ist bewerbsvorteile erarbeitet werden.
die Anzahl der geförderten Bau­ Diese Chancen können und müssen
forschungsprojekte im Vergleich von der Bauwirtschaft im Hinblick auf
zum Jahr 2006 um 51 Prozent gestie- die Aufrechterhaltung und Weiterent-
gen, der Anteil der Bauforschung an wicklung ihrer Wettbewerbsfähigkeit
der gesamten Forschungsförderung trotz des intensiven Alltagsgeschäftes
hat sich von 3,2 Prozent auf 5,0 genützt werden. Die vorliegende
Prozent erhöht. Diese Zwischen­ Neuauflage des Forschungskataloges
bilanz ist erfreulich und soll uns zu möge ein weiterer Baustein dazu
einem Fortsetzen unserer Bemü- sein!

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Bra.IN Bau

Die FFG Brancheninitiative


bauwirtschaft
D
ie Bauwirtschaft ist einer der Sie besteht aus über 25.000 Unter-
größten Wirtschaftszweige nehmen mit cirka einer Viertelmillion
Österreichs. Die Bauausführende Beschäftigten und mehr als 30 Mrd. Euro
Wirtschaft (Bauindustrie, Baugewerbe, Umsatz.
Bauhilfsgewerbe) erreicht zusammen mit Der wirtschaftlich hohen Bedeutung
den vor- und nachgelagerten Branchen steht bei näherer Betrachtung eine
der Bauprodukte-Industrie, den Planern besonders niedrige Forschungsquote
und Bauträgern sowie der baubezogenen gegenüber. Investiert die österreichische
Dienstleistungen gut ein Zehntel der ge- Wirtschaft insgesamt cirka 2,3% ihres
samten Wirtschaftsleistung Österreichs. Produktionswerts in Forschung und
Entwicklung, sind dies bei der Bauaus-
führenden Wirtschaft nach den Zahlen
der Statistik Austria nur 0,03%. Zusam-
die fORSCHUNGSFÖRDERUNGSGESELLSCHAFT ffg men mit den vor- und nachgelagerten
Branchen wird eine F&E Quote von cirka
Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft ist die nationale Förderungs- 0,2% erreicht (so die Studie von Amann
institution für die unternehmensnahe Forschung Und Entwicklung in Österreich. Als und Ramaseder „Forschungsbedarf in
„One-Stop-Shop“ mit einem ausdifferenzierten und zielgerichteten Programmportfo- der Bauwirtschaft – eine Potenzialana-
lio öffnet sie den heimischen Unternehmen und Forschungsinstituten den Zugang zu lyse“, November 2005). Unter den etwa
unbürokratischer und rascher Förderung von Forschungsvorhaben. 250.000 Beschäftigten sind - statistisch
Die FFG unterstützt Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit einem umfassenden gesehen - nur 166 Forscher(innen)
Angebot: Von den Förderungsprogrammen der öffentlichen Hand, deren Programm- zu finden. Die Bauwirtschaft ist al-
management die FFG wahrnimmt, bis zu Beratungsleistungen in allen Phasen der so eine Branche mit nur geringen
Technologieentwicklung und Innovation, von der Unterstützung zur Einbindung in Forschungsausgaben.
europäische Forschungsprogramme und Netzwerke bis zur Wahrnehmung öster- Die Österreichische Forschungsför-
reichischer Interessen auf europäischer und internationaler Ebene. Im Rahmen der derungsgesellschaft FFG hat bereits in
Brancheninitiative Bauwirtschaft bündelt die FFG die für die Branche relevanten ihrem ersten Mehrjahresprogramm das
Förderungen und Dienstleistungen. Ziel formuliert, die Aktivitäten im Bereich
Forschung und Entwicklung auch in jenen
Welche Projekte fördert die FFG? Branchen nachhaltig anzuheben, die
Projekte von der industriellen Forschung über die experimentelle Entwicklung, In- bisher als forschungsschwach gelten. Auf
novationsprojekte bis hin zum Ergebnistransfer und Ausbildungsaktivitäten werden Basis einer vom Bundesministerium für
unterstützt. Die finanzielle Förderung umfasst Zuschüsse und Kreditkostenzuschüsse Verkehr, Innovation und Technologie und
sowie Darlehen und Haftungen. der Geschäftsstelle Bau der Wirtschafts-
kammer Österreich in Auftrag gegebenen

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Studie, die den Forschungsbedarf in der


Bauwirtschaft und vorhandene Poten-
ziale erhoben hat, wurde deshalb im
Frühjahr 2006 beschlossen gemeinsam
mit der Bauwirtschaft diese Forschungs-
offensive zu starten. Aufbauend auf den
Erfahrungen vergangener erfolgreicher
Branchenforschungsaktionen im Bereich
Holz und Lebensmittel wurde unter Ein-
beziehung von Vertretern aus Wirtschaft
und Wissenschaft die FFG Brancheninitia-
tive (BRA.IN) Bauwirtschaft entwickelt.
Die Aufgaben der FFG in der Bran-
cheninitiative liegen in der Forschungs-
partnervermittlung, Förderberatung und
der Förderung von qualitativ hochwer-
tigen Forschungs-, Entwicklungs- und
Transferprojekten. Um den Antragstellern
den Zugang zu den FFG Unterstützungs-
maßnahmen zu erleichtern, wurde
bei der FFG die Hotline Bauwirtschaft
eingerichtet.
Die über das Initiativenkomitee
integrierten Interessenvertretungen,
die selbst in einer starken Interaktion
mit der Branche stehen, sollen Unter-
nehmen motivieren, in Forschung- und
Entwicklung einzusteigen oder ihre F&E
Aufwendungen signifikant zu steigern.
Wegen der nur geringen F&E Ressourcen
in den Unternehmen ist die Kooperation
mit Forschungseinrichtungen besonders
wichtig.
Programmlinien wie der Innovations-
scheck, Young Experts, BRIDGE, COMET ,
COIN und die Kooperative Forschung im
Basisprogramm, die speziell auf diese
Zusammenarbeit fokussieren, können
hier unterstützen. Der Innovationsscheck
kann von KMU zur Vorbereitung von F&E
Projekten genutzt werden und ist sehr
einfach zu beantragen. Die Laufzeit der
Initiative ist vorerst bis September 2009
geplant.
Gegenüber vergangenen Branchen-
forschungsaktionen kann die FFG der
Bauwirtschaft heute ein wesentlich besteht keine thematische Einschrän-
breiteres Angebot von 16 Unterstützungs- kung. Die Initiative umfasst den ge- Die Ziele der BRA.IN
maßnahmen zur Verfügung stellen. samten Hochbau und Tiefbau sowie Bauwirtschaft
Diese umfassen die Forschungspart- die Herstellung und das Recycling von
nervermittlung, Innovationsvorbereitung, Baustoffen und Bauprodukten. Auch für • Nachhaltiges Anheben der F&E Quo-
die wirtschaftsbezogene Grundlagenfor- den Bau relevante Dienstleistungen (EDV te der Bauwirtschaft
schung, Forschung und Entwicklung, und , Planung, Statik etc.) und Baumaschinen • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Innovationsprojekte. In Kooperation mit sind inkludiert. Auch Branchenforschungs- der Österreichischen Bauwirtschaft
den bereits erwähnten BRA.IN Partnern projekte zu Bau relevanten Themen sind • Mehr Forschungs- und Entwicklungs-
soll es auf breiter Basis gelingen, neue angesprochen, deren Projektergebnisse projekte in der Branche
Unternehmen zu Forschung und Entwick- der Bauwirtschaft zur Verfügung stehen. • Heranführen neuer Unternehmen,
lung zu bewegen und bereits forschende Bezüglich der Betriebsgröße sind Neu- vor allem Klein- und Mittelbetriebe
Unternehmen zu unterstützen ihre gründungen, Klein- und Mittelbetriebe so- und Start-ups, zu Forschung und
F&EAktivitäten signifikant zu steigern. Ei- wie Großunternehmen aus den Bereichen Entwicklung
ne besondere Herausforderung dabei ist Bau, Baunebengewerbe, Bauprodukte, • Verbesserung der Kooperation von
die kleinteilige Struktur mit zahlreichen Bau-Zulieferindustrie, Baumaschinen- Wissenschaft und Wirtschaft
Klein- und Kleinstbetrieben, die mangels hersteller, technische Dienstleister (EDV,
• Transfer von Know-how aus F&E Pro-
eigener Ressourcen und Finanzierungs- Statik, Planung etc.) angesprochen. Bei
jekten zu Klein- und Mittelbetrieben
möglichkeiten Forschung und Entwick- Branchenforschungsprojekten sind primär
• Bessere Nutzung der FFG Förder­
lung bisher kaum betreiben. Interessenvertretungen, Verbände, Cluster
Hinsichtlich der Forschungsthemen etc. adressiert. instrumente durch die Branche

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Bra.IN Bau

Die Erfolge der branchen­


initiative BAUWIRTSCHAFT
D
ie Brancheninitiative Bau wird von 94 Bau-relevante Projekte, so stieg die
der Wirtschaft sehr gut angenom- Zahl der eingereichten Projekte auf 177
men. Die bisherigen Zahlen zei- im Jahr 2008. Die Zahl der bewilligten
gen, dass ihre Ziele in großem Ausmaß Projekte stieg von 51 auf 139 im letzten
verwirklicht werden konnte: Sowohl die Jahr (gerechnet ohne Innovationsscheck).
Zahl der Bau-relevanten Forschungspro- Insgesamt wurden im letzten Jahr über 25
jekte konnte deutlich gesteigert werden, Millionen Euro Gesamtförderung für diese
die Zahl der involvierten Unternehmen Projekte aufgewendet, das entspricht
und Institute hat sich deutlich erhöht einem Barwert von über 21 Millionen
und gerade auch im wichtigen Segment Euro. Damit hat sich seit 2005 die Gesamt­
facts der Klein- und Mittelbetriebe konnten
eine steigende Zahl von Innovationen un-
förderung der Bau-relevanten Projekten
mehr als verdreifacht, die Barwerte haben
terstützt werden. Rund vier Fünftel aller sich mehr als vervierfacht. Die Anzahl der
Unternehmensantragsteller sind in der einzelnen Projektbeteiligungen ist von
Größenklasse bis 250 MitarbeiterInnen. 2005 auf 2008 von 97 auf 348 und damit
Wesentlich ist auch, dass die Zahl der um den Faktor 3,5 gestiegen.
Kooperationen zwischen Unternehmen Gut angenommen werden seitens
und Instituten deutlich erhöht werden der Bauwirtschaft auch neue Förderpro-
konnte. Stark angestiegen ist auch die gramme und Instrumente. Seit 2005 hat
Anzahl der Neuantragsteller, also jener die FFG ihr Portfolio überarbeitet und
Unternehmen, die zum ersten Mal ein ausgeweitet. So wurde Ende 2007 mit
Projekt zur Förderung bei der FFG einge- dem Innovationsscheck ein Instrument
reicht haben. speziell für kleine und mittlere Unterneh-
Ein Vergleich der Daten aus den letzten men (KMU ) ins Leben gerufen, die bisher
vier Jahren (die Initiative wurde im Jahr noch nicht innovativ tätig waren. Mit die-
Verteilung der Unternehmens­größen 2006 gestartet) zeigt sowohl bei den sem Scheck können bestimmte Arbeiten
(Unternehmensantragsteller im eingereichten Projekten als auch bei von externen Forschungsdienstleistern
Bereich Basisprogramme nach den geförderten Projekten eine mehr als bezahlt werden. Noch 2007 wurden be-
Mitarbeiterzahl) deutliche Steigerung. Waren es 2005 noch reits 17 Innovationsschecks im Bau-rele-

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facts

Anzahl der bewilligten Projekte (ab 2007: zuzüglich Innovationsscheck)

vanten Bereich ausgestellt, im Jahr 2008


bereits 35. Auch im Baubereich konnte
damit die Basis an innovativen Unterneh-
men deutlich verbreitert werden.
Auch in anderen Förderprogrammen
sind Bau-relevante Themen deutlich Entwicklung der Förderbarwerte (links) und Gesamtförderungen (rechts)
stärker vertreten als in früheren Jahren.
So hat es im letzten Jahr – bedingt durch
den Zeitplan der jeweiligen Programm-
ausschreibungen – eine starken Schwer-
punkt im Bereich Kompetenzzentren
und kooperative Forschungsprojekte
gegeben. Das zeigt sich insbesondere
darin, dass wesentlich mehr Projekte
von Arbeitsgemeinschaften eingereicht
wurden. Die Zahl der Kooperationen von
Unternehmen mit Forschungsinstituten
ist von 51 auf 139 gestiegen (gerechnet
ohne Innovationsscheck).
Hinsichtlich der Bundesländer-Vertei-
lung zeigt sich, dass mit rund 30 Prozent
der Beteiligungen Wien an erster Stelle
liegt, dahinter folgen die Steiermark
(rund 18 Prozent) und Oberösterreich
(rund 15 Prozent). Die Steiermark konnte
allerdings 2008 mit 24 Prozent der Bar-
werte einen überdurchschnittlichen An- Anzahl der teilnehmenden Organisationen (links) und Beteiligungen (rechts)
teil an den Gesamtförderungen verzeich-
nen (bedingt durch größere Projekte).

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Initiativenkomitee der
BRA.IN Bauwirtschaft
U
m die Brancheninitiative auf die Bedürfnisse der Unternehmen und Forscher und
Forscherinnen auszurichten und in der Branche bestmöglich zu verankern, wurde
als Steuerungs-, Beratungs- und Monitoringgremium ein Initiativenkomitee einge-
richtet. Dieses repräsentiert die Zielgruppen und setzt sich aus Partnern von Wirtschaft,
Wissenschaft, Ministerien und Medien zusammen. Das vorliegende Design der Initiative
wurde mit dem Initiativenkomitee abgestimmt. Die Mitglieder des Komitees unterstützen
die FFG bei der Entwicklung und Umsetzung von Aktivitäten, der Informationsverbreitung
sowie beim Heranführen von Firmen zu Forschung und Entwicklung. Die FFG dankt an
dieser Stelle den unten angeführten Organisationen für ihre Unterstützung!

Die FFG Brancheninitiative Bauwesen trägt wesentlich zur Stärkung


der Innovationstätigkeit im Bauwesen bei. Gerade in Zeiten, in
denen Nachhaltigkeit und Energie­effizienz immer bedeutender
werden, ist sie besonders wichtig. In konjunkturell schwierigen
Phasen helfen Forschungsförderungen mit den Betrieben Innovati-
onen zu entwickeln, die sie sonst aus eigener Kraft nicht umsetzen
könnten. Die Brancheninitiative trägt überdies zu einer verstärkten
Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Unternehmen
bei und setzt vor allem in KMU wichtige Innovationsanreize. In der
Bauwirtschaft bringen gerade Förderungsinitiativen wegen der
Margarete Czerny starken Wirtschaftsverflechtung mit anderen Branchen hohe Mul-
WIFO,
tiplikatoreffekte. Die Brancheninitiative leistet somit auch einen
Österreichisches
positiven Beitrag für die nachhaltige Entwicklung des Wirtschafts-
Institut für
Wirtschaftsforschung standorts Österreich.

Mitglieder des Initiativenkomitees


Institution Ort
Austrian Construction Technology Platform (ACTP) 1103 Wien
Bundesinnung der Metall,- Elektro-, Sanitärgruppe 1040 Wien
Bundesministerium für Verkehr,
1011 Wien
Innovation und Technologie (BMVIT)
Bautechnisches Institut Linz (BTI) 4048 Puchenau/Linz
Bundesinnungsgruppe Baunebengewerbe 1040 Wien
Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten 1040 Wien
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWF) 1011 Wien Theodor Zillner
Bautechnische Versuchs- und Forschungsanstalt Salzburg (BVFS) 5020 Salzburg Bundesministerium für Verkehr,
Donau-Universität Krems 3500 Krems Innovation und Technologie
(BMVIT)
Fachverband der Holzindustrie 1037 Wien
Fachverband der Stein- und keramischen Industrie 1045 Wien
Fachverband Maschinen & Metallwaren 1045 Wien Wie die vom Bundesministerium für Ver-
Fachhochschule Technikum Kärnten 9800 Spittal/Drau
kehr, Innovation und Technologie initiierten
Programme „Haus der Zukunft“ und „Haus
Fachhochschule Campus Wien 1100 Wien
der Zukunft Plus“ deutlich zeigen, kann
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck 6020 Innsbruck
Forschung und Entwicklung auch im Bereich
Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik (ofi) 1110 Wien der Bauwirtschaft zu neuen Produkten
österreichische bau.zeitung 1051 Wien und innovativen Konzepten führen, die
Österreichischer Baustoff Recycling Verband 1040 Wien helfen, bestehende Märkte abzusichern
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung WIFO 1030 Wien und neue zu erschließen. Gleichzeitig
Technische Universität Graz 8010 Graz werden neue, interessante Fragestellungen
Technische Universität Wien 1040 Wien sichtbar, die oft nur in Kooperation von
Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie Firmen mit Forschungseinrichtungen gelöst
1030 Wien werden können. Die FFG Brancheninitiative
Forschungsinstitut (VÖZFI)
Wirtschaftskammer Österreich - Geschäftsstelle Bau 1040 Wien Bauwirtschaft soll Betrieben auf breiter
Basis helfen, ihre Innovationspotenziale
auszuschöpfen.

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Bra.IN Bau

Die Brancheninitiative Bauwirtschaft wur- Österreichs Forschungs- und Entwick-


de von der FFG 2006 ins Leben gerufen. lungsquote hinkt international hinter-
Diese Initiative hat sich als ein erfolg- her. Allen voran die Bauwirtschaft. Die
reiches und für den universitären Bereich Bauwirtschaft ist in ihrer täglichen Arbeit
äußerst leistungsfähiges Instrument der extrem innovativ – spontane Lösungen
Forschungsförderung erwiesen. Auf der werden häufig erst im Nachhinein als
Basis enger und intensiver Kooperationen Innovation erkannt. Gerade die Bau-
von wissenschaftlichen Forschungs- branche hat wenig Zeit für Forschung,
einrichtungen und bauausführenden investiert kaum in die Weiterentwicklung
Josef Unternehmen ermöglichen die von der FFG Gisela Gary von Produkten. Auf der anderen Seite
Eberhardsteiner angebotenen Förderprogramme sowohl Chefredakteurin leben wir heute in der Wissensgesell-
Technische nachhaltige industrielle Produkt- und bau.zeitung schaft – Wissen ist inzwischen das vierte
Universität Wien – Verfahrensentwicklungen als auch eine Produktionsstandbein –, Investitionen
Fakultät für innovative Werkstoffforschung im Bauwe- in Innovationen beeinflussen Entwick-
Bauingenieurwesen sen. Trotz nachvollziehbarer Fokussierung lungen enorm und forcieren den Erfolg.
auf angewandte Forschung, findet auch Mit dem vorliegenden Katalog liegt eine
die Grundlagenforschung im Rahmen von umfassende Übersicht über die Pro-
BRA.IN Bauwirtschaft angemessene Be- gramme der BRA.IN-Bauwirtschaft vor
rücksichtigung. Dieses zukunftsweisende wie auch ein Überblick über alle baufor-
Forschungsförderungskonzept bildet schungsrelevanten Institute Österreichs
einen wesentlichen Grundstein für die – ein Werkzeug, das hoffentlich noch viel
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der stärker zur Hand genommen wird und
österreichischen Bauindustrie. sich somit als wichtigster Impulsgeber für
viele Innovationen entwickelt.

Sowohl in der Kombination Holz mit Holz Die Fachhochschulen in Österreich sind
als auch von Holz mit anderen Materialien eine Erfolgsgeschichte des tertiären
(Glas, Beton, Metall, etc.) bestehen große Bildungswesens in den vergangenen 15
Innovationspotenziale. Neben dem Neu- Jahren. Sie ermöglichen eine praxisori-
bau können speziell im Bereich Sanierung entierte Ausbildung auf akademischem
und neue Produkte wichtige und zukunfts- Niveau, ihre Absolventen und Absolven-
trächtige Einsatzbereiche für den Baustoff tinnen haben sich bereits in Technik und
Holz erschlossen werden. Wirtschaft bestens bewährt. Studiengän-
Dafür ist eine offene Kooperation von ge zur Ausbildung im Bauingenieurwesen
am Bau beteiligten Gewerken von großer sind an den Fachhochschulen in Wien,
Dieter Lechner Bedeutung, die mithilfe der sehr breit an- Erwin Baumgartner Graz und Spittal/Drau eingerichtet. An
Fachverband gelegten Brancheninitiative Bauwirtschaft FH Kärnten, den Fachhochschulen wird aber auch
der Holzindustrie bewerkstelligt werden können. Studienbereich geforscht, die Labore sind dafür bes-
Bauingenieurwesen
Der Fachverband der Holzindustrie tens ausgestattet. Die Initiative BRA.IN
und Architektur,
begrüßt deshalb die FFG Brancheninitiati- der Bauwirtschaft liefert eine sehr gute
Spittal/Drau
ve Bauwirtschaft und unterstützt diese im Möglichkeit, das Leistungsangebot der
Rahmen seiner Möglichkeiten bestens. im Bauwesen tätigen Transferzentren
für die Bauforschung zu nutzen. Das
Angebot richtet sich vor allem an KMU.
Im Rahmen der geschaffenen Förderungs-
möglichkeiten der Brancheninitiative
können diese ihre Produkte und Verfah-
ren verbessern.
Damit tragen auch die Fachhochschulen
ihren Beitrag zur Erhöhung der For-
schungsquote in der Bauwirtschaft bei.

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 11


basisprogramm

Das fundament für forschung


und entwicklung
I
nnovative Ideen und Forschungsinitia- definierten Kriterien. So muss das
tiven aufzugreifen und in erfolgreiche angestrebte Projektziel ein wesentliches
Produkte und Verfahren überzuführen: Neuheitselement aufweisen, es darf
Daten & Fakten
Das ist das Ziel der Basisprogramme in also nicht bloß vorhandene Produkte basisförderung
der FFG. Sie unterstützten Unternehmen, oder Verfahren nachahmen oder unwe- Zielgruppe: Unternehmen, Einzel-
Forschungsinstitute, EinzelforscherInnen sentlich (z. B. durch reine „Kosmetik“) ­forscherInnen, Forschungsinstitute
und ErfinderInnen rasch und unbürokra- verbessern. Das beantragte Projekt
tisch. Die Einreichung folgt dem Bottom- muss jedenfalls innovativ und technisch Konsortium: keine Partner ­erforderlich,
up-Prinzip, das bedeutet, es gibt keine riskant sein.
Arbeitsgemeinschaften möglich;
Einschränkungen auf bestimmte Techno- Bei dem Vorhaben darf es sich nicht
­Forschungsinstitute bevorzugt im
logierichtungen oder Forschungsfelder. bloß um eine „Idee“ handeln, sondern
­Subauftrag von Unternehmen
Firmen aller Wirtschaftszweige und Bran- es muss ein festgelegtes Ziel und einen
chen sind eingeladen, Förderungsanträge detaillierten Arbeitsplan aufweisen. Das
zu stellen. Die Einreichung ist jederzeit Projekt muss in einem Antrag genau Einreichung: laufende Einreichmöglich-
möglich, im Regelfall fällt eine Entschei- dargestellt werden, förderbar sind nur keit ohne Einreichtermine (regelmäßige
dung über die Förderung innerhalb von ausgearbeitete Projekte. Entscheidungssitzungen)
zwei Monaten. Durch die Förderung soll der Bewer-
Die Basisförderung beträgt in der Regel ber in die Lage versetzt werden, seine Projekttyp: Forschung und Entwicklung
50 Prozent der förderbaren Projektkos- Forschungsaktivität zu erweitern oder zu
ten, zur Anwendung kommt ein Mix aus beschleunigen. Die wirtschaftlichen und Max. Förderungshöhe: bis zu 50 % in
verschiedenen Instrumenten: Zuschüsse, technischen Vorteile müssen durch un- einem Mix aus Zuschuss und Darlehen
zinsbegünstigte Darlehen, Kreditkos- gefähre Kosten-Nutzen-Abschätzungen
tenzuschüsse und Haftungen. Über 80 bezifferbar sein und die Projektgröße Ansprechperson: Peter Schörghofer
Prozent aller Anträge in diesem Programm muss in einer vertretbaren Relation Telefon: +43 (0)5 7755-1310
kommen von Unternehmen mit bis zu 250 zur Leistungsfähigkeit des Einreichers E-Mail: peter.schoerghofer@ffg.at
MitarbeiterInnen. stehen. Auch volkswirtschaftlich und
Die Entscheidung über eine För- ­gesellschaftlich relevante Kriterien wer- Internet: www.ffg.at/basisfoerderung
derung fällt anhand einer Reihe von den bewertet.

12 www.ffg.at
best practice

Neuartige Verbindungen ermöglichen Innovatives Design

D ie Vorteile der Werkstoffe Beton und Glasfaser zu verbin-


den, das gelang dem österreichischen Unternehmen Rie-
der mit dem neuen Produkt „fibreC“. Hochbelastbare, wider-
entwickeltes Herstellungsverfahren möglich. Dabei werden in
die bereits eingefärbte Betonmischung Schichten von Glas-
fasern in einer speziellen Struktur eingebracht. Dann werden
standsfähige und brandbeständige Betonplatten, die für die sie beschichtet und härten anschließend 28 Tage aus.
Verkleidung von Boden, Wand und Decke, sowohl im Innen- Die Rieder Gruppe mit Stammsitz in Maishofen (Salzburg)
wie auch im Außenbereich geeignet sind. Darüber hinaus stellt seit 50 Jahren Betonteile her. Ende 2004 begann die
können auch räumlich geformte Bauteile hergestellt werden, Produktion des neuen Produkts „fibreC“. Seither wurden ei-
sodass etwa ein fließender Übergang vom Außen- zum Innen- ne Reihe von prestigeträchtigen Bauten mit fibreC-Elementen
bereich gestaltet werden kann. errichtet, wie das Festspielhaus Bregenz, das Frank-Stro-
Durch die Verwendung von Glasfasern an Stelle von Stahl nach-Institut in Graz oder der 275 Meter lange „Zaragoza
zu Bewehrung können die Platten äußerst dünnwandig (8 bis Bridge Pavilion“ der britischen Stararchitektin Zaha Hadid,
13 Millimeter stark) und mit einem geringen Raumgewicht dem Wahrzeichen der Expo 2008. Derzeit in Bau ist das FNB
hergestellt werden. Die Platten haben eine Standardlänge Soccer City Stadium in Johannesburg, die derzeit größte und
von 2,5 und 3,6 Metern (Sonderlängen sind möglich) und spektakulärste Stadionbaustelle der Welt. Bis zu ihrer Fer-
erlauben dadurch Fassaden mit relativ geringem Fugenanteil. tigstellung 2009 werden rund 30.000 m2 Paneele aus fibreC
Sie sind in zehn Standardfarben und drei Oberflächen erhält- Glasfaserbeton verbaut sein.
lich (bei großem Volumen sind auch individuelle Farben mög- Die fibreC-Platten wurden mehrfach mit Preisen ausge-
lich). Die Platten sind vandalensicher, steinwurfresistent und zeichnet, sowohl seitens der Bauwirtschaft und Architektur,
weitgehend schmutzresistent. Eine Anti-Graffitti-Beschich- als auch für ihre Umweltfreundlichkeit (nachhaltiger Produk-
tung kann nachräglich aufgetragen werden. Darüber hinaus tionsprozess, überwiegend mineralischen Rohstoffe).
sind sie bis zu 350 Grad temperaturbeständig und lebens-
mittelecht. Die Befestigung kann sichtbar oder unsichtbar er- Rieder Smart Elements GmbH
folgen, Fassaden für Hochhäuser bis zu 100 m sind problem- 5751 Maishofen, Mühlenweg 22
los möglich, bei entsprechenden statischen Voraussetzungen Tel. (06542) 690 - 844
bis zu 300 m. Die Produktion wurde durch ein neues, selbst www.rieder.cc

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 13


innovationsscheCk

Daten & Fakten


Innovationsscheck
Auftraggeber: Bundesministerium für
Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWF),
Bundesministerium für Verkehr, Innova-
tion und Technologie (BMVIT)

Zielgruppe: kleine und Mittlere Unter-


nehmen mit Sitz in Österreich

Einreichung: laufende
Einreichmöglichkeit

Projekttyp: Studien (­Ideenstudien,


Machbarkeitsstudien, Technologie­­­-
transfer)

Max. Förderungshöhe: bis zu 100%,


maximal jedoch € 5.000,–
nach der De-minimis-Regelung

Tel.: +43 (0) 5 7755-5000


E-Mail: innovationsscheck@ffg.at
Internet: www.ffg.at/innovationsscheck

die eintrittskarte in die welt


der innovation
D
er Innovationsscheck ist ein neues Der Innovationsscheck wird bei der FFG Gefördert werden:
Förderungsprogramm für kleine beantragt und nach einer kurzen und
und mittlere Unternehmen (KMU) unbürokratischen Prüfung der formalen l Studien zur Umsetzung innovativer
in Österreich. Ziel des Programmes ist Voraussetzungen zugesandt. Die Unter- Ideen
es, den KMU den Einstieg in eine kon­ nehmen können damit die für sie pas- l Vorbereitungsarbeiten für ein
tinuierliche Forschungs- und Innovations- sende Forschungseinrichtung auswählen, Forschungs-, Entwicklungs- und
tätigkeit zu ermöglichen. Der Innova- oder sich den bestgeeigneten Partner Innovationsvorhaben
tionsscheck soll auch dazu beitragen, vermitteln lassen. l Unterstützung bei der
den Klein- und Mittelunternehmen die Diese Partner erarbeiten in Abstim- Prototypenentwicklung
Hemmschwelle für Kooperationen mit mung mit den Unternehmen Studien zur l Analysen des
Forschungseinrichtungen zu nehmen. Umsetzung innovativer Ideen, Mach-
Technologietransferpotenzials
Der Innovationsscheck ist besonders barkeitsanalysen und vieles mehr. Der
l Analysen zum Innovationspoten-
für KMU ohne eigene Forschungsab- Scheck kann von einem Unternehmen
teilung geeignet. Mit ihm können KMU einmal pro Jahr bezogen werden. zial des Unternehmens (Prozesse,
aus dem großen Wissenspool österrei- Der Innovationsscheck kann von allen ­Produkte, Technologien)
chischer Forscher und Forscherinnen kleinen und mittleren Unternehmen nach l Konzepte für technisches Innovations-
genau jenes Know-how abrufen, das für EU-Definition in Anspruch genommen management (vor allem im Zusammen-
das Unternehmen maßgeschneidert ist. werden. Ausgeschlossen sind Unterneh- hang mit Analysen zum Innovations-
Mit dem Innovationsscheck können men innerhalb der Bundesverwaltung potenzial des Unternehmens)
sich die Unternehmen an Forschungsein- und solche, die auf Landwirtschafts- und
richtungen (außeruniversitäre For- Fischereiprodukte spezialisiert sind. Als
schungseinrichtungen, Fachhochschulen Forschungspartner kommen universitäre
und Universitäten) wenden und je nach und außeruniversitäre Institute infrage,
Bedarf deren Leistungen in der Höhe von nicht allerdings privatwirtschaftliche
bis zu 5.000 Euro bezahlen. Institute wie Labors von Großunterneh-
Der Ablauf wurde für teilnehmende men, Forschungsunternehmen oder
KMU so einfach wie möglich gestaltet. Consultants.

14 www.ffg.at
Headquarter

„hot spots“ für Innovation und


kreative köpfe

E
in wesentliches Ziel der heimischen Innovationspolitik ist
es, Österreich als Standort für den Sitz international täti- Daten & Fakten
ger Unternehmen attraktiver zu machen. Das Programm headquarter
„Forschungs-Headquarter NEU“ unterstützt diese Politik. Zielgruppe: international agierende Unternehmen, die in
Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Österreich wirtschaftlich tätig sind
Unternehmen, wenn in Zusammenhang damit Forschungs-
und Entwicklungsbereiche mit eigenständiger Verantwortung
Einreichung: laufende Einreichung. Förderungsentscheidung in
in Österreich neu aufgebau oder nachhaltig und substanziell
der Regel zwei- bzw. dreimal im Jahr im Rahmen der Beiratssit-
erweitert werden.
Zielgruppen des Programms „Headquarter“ sind inter­ zungen der Basisprogramme
national agierende Unternehmen, die in Österreich wirtschaft-
lich tätig sind (Klein-, Mittel- und Großunternehmen), und Projekttyp: Forschung und Entwicklung
1. ihre Forschungs- und Entwicklungszentralen in Öster-
reich ansiedeln oder wesentlich erweitern (und dafür ein Konsortium: Es ist kein Konsortium erforderlich.
Forschungsprogramm definiert haben, in dessen Rahmen
konkrete Forschungsprojekte durchgeführt werden sollen; die Max. Förderungshöhe: Die FFG Förderung erfolgt in Form von
Förderung bezieht sich allein auf diese Forschungsprojekte), Zuschüssen gemäß den FFG Richtlinien bis max. 50 Prozent der
2. die sich neuen Forschungsthemen zuwenden und in Gesamtkosten (Förderungspraxis: max. 35 Prozent). Wenn das
diesem Zusammenhang ihre Forschungskompetenz und ihr im EU-Beihilfenrahmen geförderte Mindestmaß für Kooperati-
Forschungsvolumen in einem wesentlichen Innovations- und onen nicht erreicht wird, beträgt die Förderungsquote für Groß-
Technologiesprung ausweiten, und unternehmen 25 Prozent der anerkennbaren Gesamtkosten.
3. die ihre bestehenden Forschungs- und Entwicklungs­
aktivitäten in einem zukunftsträchtigen Themenfeld erheblich Ansprechperson: Peter Baumhauer
und nachhaltig verstärken und in diesem Zusammenhang ihre Tel.: +43 (0)5 7755-1301
Forschungskompetenz und ihr Forschungsvolumen in einem
E-Mail: peter.baumhauer@ffg.at
wesentlichen Innovations- und Technologiesprung ausweiten.
Für eine Förderung müssen Projekte die Kriterien der Ba-
Internet: www.ffg.at/headquarter
sisprogramme erfüllen (siehe Seite 12). Außerdem müssen sie
zu einem signifikanten Aufbau von Mitarbeitern im Bereich For-
schung und Entwicklung und zu einem wesentlichen Ausbau
der Forschungsinfrastruktur im Unternehmen führen. Darüber
hinaus müssen sie überdurchschnittlich gut an die nationale
Forschung über entsprechende Kooperationen mit wissen-
schaftlichen Instituten und Unternehmen angebunden sein.
Alle diese Maßnahmen sollen nachhaltig sein und insgesamt
soll sich der Aufwand für Forschung und Entwicklung positiv
entwickeln.

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 15


START UP-Förderung

starter-paket für
junge unternehmen
Z
iel der Start-up-Förderung ist es, Forschungs- und
Entwicklungsprojekte von neu gegründeten technologie­
orientierten Unternehmen zu unterstützen. Damit soll
auch ein Anschub für technologieorientierten Unternehmens- Daten & Fakten
gründungen im Hochtechnologiebereich erreicht werden. START-UP-Förderung
Im Rahmen der Start-up-Förderung wird Projekten eine
Zielgruppe: neu gegründete, kleinere und mittlere Unter-
bessere Art der Finanzierung ermöglicht, indem sowohl der
nehmen (KMU) – Gründung maximal 6 Jahre zurückliegend;
Förderanteil an den Projektkosten höher als bei üblichen
Basisförderungen ist, aber auch der Barwert der Förderung Jahresumsatz unter 50 Mio. Euro, Bilanzsumme unter 43 Mio.
höher sein kann. Außerdem werden Start-up-Unternehmen Euro, unter 250 Mitarbeiter­Innen; Beteiligung durch ein Groß-
dadurch unterstützt, dass vergebene Darlehen erst fünf Jahre unternehmen max. 25 %
nach Projektende zu tilgen sind. Vor dem Hintergrund einer
insgesamt schwieriger gewordenen Finanzierungssituation Einreichung: laufende Einreichung mit regelmäßiger
bietet die FFG innovativen Neugründern dadurch eine beson- Förderungsentscheidung
dere Unterstützung bei technisch riskanten und wirtschaftlich
interessanten Projekten. Projekttyp: Forschung und Entwicklung; Einzelprojekte
Im Rahmen der Start-up-Förderung können maximal 70 Pro-
zent der Projektkosten (Sach- und Personalkosten) gefördert Konsortium: Es sind keine Partner erforderlich.
werden. Durch Kooperation mit Bundesländern kann der Bar-
wert von rund 30 Prozent einschließlich der Landesförderung Max. Förderungshöhe: bis zu 70 % in einem Mix aus Zuschuss
auf bis zu 60 Prozent aufgestockt werden. und Darlehen
Die Förderungsstrategie der Start-up-Förderung beruht
grundsätzlich auf dem Bottom-up-Prinzip und den Kriterien Ansprechperson: Stefan Kreppel
des Basisprogramms. Das bedeutet, dass es keinerlei Ein-
Tel.: +43 (0)5 7755-1212
schränkungen oder Bevorzugungen bestimmter Technologie-
E-Mail: stefan.kreppel@ffg.at
richtungen oder Forschungsfelder gibt. Firmen aller Wirt-
schaftszweige und Branchen können Förderungsanträge für
Forschungs- und Entwicklungsprojekte einzubringen. Internet: www.ffg.at/start-up

16 www.ffg.at
BEST PRACTICE

Ein „Verhüterli“ gegen Hochwasser

M ehrere Todesopfer und weit über vier Milliarden Euro


Schaden haben die Hochwasserereignisse der letzten
Jahre verursacht. Österreich ist ein wasserreiches Land: Rund
100.000 km an Fließgewässern verzeichnet die Statistik. Etwa
ein Viertel davon kann bei Hochwasser zur Gefahr für Men-
schen und Gebäude werden, nach Schätzungen betrifft das bis
zu 240.000 Gebäude in Österreich. Welche Schäden Hochwas-
ser anrichten kann, wurde im August 2002 deutlich: Extreme
Regenfälle führten zu Überschwemmungen in weiten Teilen
Österreichs, besonders betroffen waren Kamp, Steyr, Aist und kann das ganze System von einer Person in ein bis zwei Stun-
die Donau. Neun Todesopfer und über drei Milliarden Euro an den (bei durchschnittlich großen Einfamilienhäusern) montiert
Schäden waren die Folge. werden. Die Folien werden maßgeschneidert in Österreich
Das Hochwasser vom August 2002 gab den Anstoß für produziert und sind auf Umweltverträglichkeit kontrolliert.
die Entwicklung des mobilen Hochwasserschutzsystems In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität und
„AQUAFIT“, das nach umfangreichen Tests seit dem Frühjahr der Universität für Bodenkultur Wien sowie verschiedenen
2008 am Markt erhältlich ist. Dieses Abdichtungssystem aus renommierten Hochwasserexperten wurde ein maßgeschnei-
passgenauen Kunststoffbahnen schützt Gebäude gegen das dertes Hochwasserschutzkonzept entwickelt, um so auf die
Eindringen von Wasser und Schlammmassen und kann im unterschiedlichen Anforderungen, die ein Hochwasserereignis
Bedarfsfall innerhalb kurzer Zeit selbst montiert werden. mit sich bringen kann, vorbereitet zu sein.. In diesem individu-
Die technische Grundlage des Hochwasserschutzsystems ellem Konzept wird versucht die Schwachstellen eines Hauses
bilden unterschiedlich starke, je nach Anforderung, gewebe- zu analysieren und dann entsprechend zu schützen, das
verstärkte Kunststoffbahnen aus PVC , mit denen das Gebäude können zusätzliche Vorrichtungen etwa für Mauerdurchbrüche
vollständig umhüllt wird. Die Bahnen werden in kunststoffum- (Türen, Fenster), Empfehlungen für weitere bauliche Maßnah-
mantelten Stahlseile eingehängt, die an der Außenmauer men oder auch das kontrollierte Fluten der Kelleräume sein.
befestigt werden. Am unteren Sockelrand bzw. dem Fundament Das System einschließlich individuellem Hochwasserschutz-
des Hauses werden die Kunststoffbahnen mit einem speziellen Konzept, maßgeschneiderten Kunststoffbahnen und aller
Dichtungsprofil wasserdicht in eine umlaufende Edelstahlleiste benötigten Teile ist ab etwa € 8.000,-- erhältlich (je nach Größe
geklemmt. Reißverschlüsse verbinden die einzelnen Kunst- des Hauses). Das ist ein Bruchteil des finanziellen Schadens,
stoffbahnen, die abschließend mit Dichtzangen wasserdicht den ein Hochwasser anrichten kann, abgesehen von allen
verschlossen werden. anderen Folgen.
Die Folien selbst sind wasserdicht und reißfest, können
nach Gebrauch abgewaschen, zusammengerollt und mit den AQUAFIT Hochwasserschutz GmbH
anderen Teilen platzsparend gelagert werden. Die untere 1030 Wien, Thomas-Klestil-Platz 3
Sockelleiste und die Befestigungsösen für die Seile werden Tel.: +43 (0)1 716 90 – 0
fix an der Hausmauer montiert. Wenn ein Hochwasser droht, www.aquafit.eu

Wie Bluetooth das Handy zum Schlüssel macht

S orex wirelessKey heißt eine neu entwickelte Technologie,


die jedes bluetoothfähige Handy zum elektronischen
Schlüssel macht. Im privaten Bereich kann das Produkt für
Sorex Wireless entwickelte
Bluetooth-Modul montiert
und mit einem elektro-
die Öffnung der Eingangstür ebenso genutzt werden wie für mechanischen Schloss
die Steuerung des Garagentores. Mit dem Aufsperren können verbunden. Das Mobiltele-
weitere Funktionen kombiniert werden, wie beispielsweise die fon wird mit einem einmalig
Deaktivierung der Alarmanlage oder das Einschalten des Lichts. einzugebenden Freischalt-
Die erweiterte wirelessKey-Professional-Version für code am Modul angemeldet.
Unternehmen funktioniert grundsätzlich genauso wie die Ab diesem Zeitpunkt genügt
Basisversion, bietet aber eine Kapazität von 2.500 Nutzern es, sich mit eingestecktem
pro Modul. Darüber hinaus erfolgt die Steuerung nicht direkt Handy der Tür zu nähern,
am Modul, sondern zentral über das PC-Netzwerk (LAN). Das um das Schloss zu öffnen.
System kann auch ins Active Directory (zentrale Datenbank) Bei Verlust oder Diebstahl
des Unternehmens integriert werden. Für Unternehmen bietet des Handys wird einfach
das unter anderem den Vorteil, dass Authentifizierungen von dessen Berechtigung per
Mitarbeiter-Handys jederzeit hinzugefügt oder gelöscht wer- Tastendruck aus dem Modul
den können. Zahlreiche Unternehmen nutzen die Technologie gelöscht.
von Sorex Wireless für die Zutrittskontrolle und Zeiterfassung.
Am Handy selbst brauchen keinerlei Veränderungen vor- SOREX Wireless Solutions
genommen zu werden. Nahezu jedes bluetoothfähige GmbH
Mobiltelefon der Welt – ob älter oder fabrikneu – kann als 2700 Wr. Neustadt, Herzog Leopold Straße 5
elektronischer Schlüssel verwendet werden. Die Funktions- Tel. (02622) 32013 - 0
weise: An der Innenseite der betreffenden Tür wird das von www.sorex-austria.com

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 17


YOUNG EXPERTS
FEASIBILITY
FEASIBILITY

Neue Ideen auf dem Prüfstand


B
ei Österreichs kleinen und reiz, diese Ideen auch zu verwirklichen
Daten & Fakten mittleren Unternehmen besteht l KMU erschließen sich ein professio-
FEASIBILITY ein reiches Ideenpotenzial für nelles Beratungspotenzial
Zielgruppe: kleine und mittlere neue Produkte und Innovationen. Diese l Fehlentwicklungen werden verhindert
Unternehmen (KMU), Unternehmen in
werden aber oft nicht realisiert, weil l Kooperationen mit wichtigen und pas-
Unsicherheit über die Möglichkeiten zur senden Partnern können stattfinden
Gründung
Problemlösung und über die Machbarkeit l die Basis innovativer Firmen wird
besteht. erweitert
Einreichung: laufende Einreichmöglich-
Die FFG unterstützt daher soge- l auch international orientierte Projekte
keit ohne Einreichtermine nannte Feasibility-Studien von KMU. können dabei ihren Start nehmen
Mit diesen Machbarkeitsstudien, die Die mögliche Förderung betrifft aus-
Projekttyp: Forschung und Entwicklung von Forschungsinstituten und anderen schließlich die Kosten externer Mach-
qualifizierten Instituten erstellt wer- barkeitsstudien, die von KMU in Auftrag
Max. Förderungshöhe: Kosten der den können, sollen erstens technische gegeben werden. Die maximale Förderungs­
externen Studie bis zu 75 %, maximal Lösungsmöglichkeiten für innovative höhe beträgt € 12.000,–, förderbar sind
jedoch mit € 12.000,– Ideen aufgezeigt werden und zweitens bis zu 75 Prozent der Kosten bei der
Studien zur technischen Machbarkeit der Vorbereitung auf industrielle Forschung
Ansprechperson: Alexander Reiterer Ideen (proof of concept) erstellt werden. und bis zu 50 Prozent bei der Vorbereitung
Tel.: +43 (0)5 7755-1307 Damit kann idealerweise ein Grundstein auf experimentelle Entwicklung.
E-Mail: alexander.reiterer@ffg.at zu konkreten F&E-Projekten, aber auch zu Für die Antragstellung sind keine
künftigen Kooperationen gelegt werden. Partner erforderlich. Als Ersteller der
Internet: Unrealistische Ideen können frühzeitig Machbarkeitsstudien kommen beispiels-
www.ffg.at/feasibility erkannt werden, Wissen von externen weise Universitätsinstitute, Forschungs-
Technologien wird nutzbar gemacht. institute wie Austrian Research Centers
Die Vorteile liegen auf der Hand: (Seibersdorf) oder Joanneum Research,
l Ideen werden objektiv geprüft Fachhochschulen und kooperative For-
l technische Lösungsansätze werden schungsinstitute aus dem Verband ACR
aufgezeigt (Austrian Cooperative Research) sowie
l bei positivem Ergebnis besteht ein An- qualifizierte Sachverständige infrage.

18 www.ffg.at
BEST PRACTICE

Schadensanierung ohne Gesundheitsbelastung

W asserschäden an Gebäuden durch Überschwemmungen,


Grundwasser oder Rohrbrüchen werden entweder durch
Erneuerung der betreffenden Bausubstanz (Erneuerung des
Verputzes, Neuverlegung des Estrichs, etc.) oder - wenn mög-
lich - durch Trocknung durchgeführt. Bisher verwendete Trock-
nungsverfahren haben allerdings den Nachteil, dass Bakterien,
Fasern von Baustoff und Schadstoffe durch Schimmelbefall
während der Trocknung und danach in die Raumluft gelangen
können. Diese Schadstoffe können zu schweren Gesundheits-
schäden führen.
Auf Basis einer FFG-geförderten Feasibility Studie konnte
das steirische Unternehmen eisbär Dry Tec gemeinsam mit
der Technischen Universität Graz ein neuartiges Verfahren zur
Vermeidung der Freisetzung von Schadstoffen, insbesondere bei umgehender Einleitung und Durchführung der notwendigen
von Schimmelpilzen und deren Stoffwechselprodukten aus Notmaßnahmen, wie sofortige technische Bauteiltrocknung, zu
Fußbodenkonstruktionen im Zuge und nach einer technischen Schimmelbefall kommen.
Trocknung von Wasserschäden entwickeln. Es verbindet die Neben den hygienischen Problemen ist mittlerweile mit
technische Trocknung im „geschlossenen Verfahren“ (kombi- zahlreichen Studien gesichert, dass Schimmelpilze zu gesund-
niertes Verfahren mit einer Luftführung im Verhältnis von ca. heitlichen Schäden führen können, wie toxische, infektiöse
1/3 Überdruck zu ca. 2/3 Unterdruck) mit der zusätzlichen und allergische Krankheiten. Besonders gefährdet sind Atopi-
dauerhaften Abdichtung der Estrich-Randfugen. Durch diese ker (Personen mit Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen
dauerhafte Abdichtung der Randfugen kommt es auch nach der wie Allergien, Asthma, Heuschnupfen) sowie Kleinkinder und
Trocknung zu keiner Freisetzung von in der Fußbodenkonstruk- Personen mit Atemwegserkrankungen.
tion befindlichen Schadstoffen. Die entwickelte Fugenabdich- Neben Schimmelpilzen, deren Sporen, Stoffwechsel- und
tung ist schallweich und erfüllt die aktuellen bautechnischen Abbauprodukten, sowie Bakterien und Actinomyceten, welche
Anforderungen zur Schalldämmung. Daher kann und soll diese häufig assoziiert mit Schimmelpilzen auftreten, stellen in Fuß-
auch nach der Trocknung in der Fuge verbleiben. Handelsübliche bodenkonstruktionen nicht selten Stäube, beispielsweise von
Sesselleisten können selbstverständlich (weiter) verwendet wer- künstlichen Mineralfasern, eine potenzielle Gefahr sowohl für
den. In Kombination mit einem gasdichten und mehrschaligen die mit der Schadensbehebung befassten Personen als auch
Trocknungsluft-Schlauchsystem mit innenliegender Schall- und für die Bewohner dar; ebenso wie polyzyklische Kohlenwasser-
Wärmedämmung und hochwertigen Verbindungsstücken mit stoffe oder MVOC (Microbial Volatile Organic Compounds), die
speziellen Dichtungen wird eine Schadstofffreisetzung aus Hohl- sowohl von Schimmelpilzen als auch durch den Befeuchtungs-
räumen z. B. aus Fußbodenkonstruktionen vermieden. vorgang etwa aus Kunst- oder Dämmstoffen freigesetzt werden
Insbesondere in hygienisch anspruchsvollen Bereichen wie können.
Krankenanstalten, Arztpraxen, Senioren- und Pflegeheimen, le-
bensmittelverarbeiteten Betrieben, aber auch in Wohnobjekten eisbär TU Graz
stellen die mit Wasserschäden einhergehenden möglichen Dry-Tec Entfeuchtung Institut für Hochbau und
Schadstofffreisetzungen aus Hohlräumen bislang ein ekla- und Klima GmbH Bauphysik
tantes Problem dar. Meistens war aus Gründen der Hygiene 8010 Graz, Kastellfeldgasse 39 8010 Graz, Inffeldgasse 24
der Abbruch und die Erneuerung der betroffenen Substanz Tel. (0316) 291309 Tel. (0316) 873-6241
erforderlich. Gerade in Fußbodenkonstruktionen kann es auch www.eisbaer.com www.ihb.tugraz.at

Auf die richtige Mischung kommt es an


S eit über 200 Jahren produziert das Ziegelwerk Pichler in
Wels verschiedene Arten von Ziegeln. Um die Wärme-
leitfähigkeit zu verringern und dadurch eine bessere Wär-
der Ziegelkeramik nimmt zunächst
mit abnehmender Korngröße ab, um
ein Minimum zu erreichen. Sind die
medämmung zu ermöglichen, wurden vom Bautechnischen Teilchen jedoch extrem fein, überwiegt
Institut Untersuchungen über die Zusammensetzung der die aufgrund der Oberfläche stark
Tonmischung und insbesondere der Korngrößen und ihre erhöhte Reaktivität.
Auswirkungen auf die Eigenschaften der Ziegel durchgeführt. Ein weiteres Ergebnis des Projekts:
Das Ergebnis: Die Wärmedämmung kann durch eine optimale Durch kalziumhaltige Spezialzusätze
Zusammensetzung des Tones um bis zu 18,5 Prozent verbes- wie Kalkhydrat oder Zement konnten
sert werden. selbst bei sehr geringster Dosierung
Zur Verbesserung der Wärmedämmung werden übli- die Eigenschaften der Ziegelmassen
cherweise so genannte Porosierungsmittel zugesetzt. Ihr sehr stark verändert werden.
Anteil ist aber durch die Verarbeitung begrenzt, weil sie im Durch die Feasibility-Studie gelang es, große Verbesse-
Ofen ausbrennen und dabei enorme Energiemengen frei- rungen bei der Wärmedämmung mit relativ einfachen Mitteln
setzen. Im Projekt wurde daher untersucht, wie nur durch kostengünstig zu erreichen.
verschiedene Korngrößen und Porenstrukturen im Tonziegel
die Wärmedämmung verbessert werden kann. Dabei zeigte Ziegelwerk Pichler Wels
sich, dass das Optimum der Wärmeleitfähigkeit bei einer 4600 Wels, Eferdinger Str. 175,
bestimmten Korngröße erreicht wird. Die Wärmeleitfähigkeit Tel. (07242) 46320; www.klimabloc.at

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 19


YOUNGEXPERTS
YOUNG EXPERTS

Frische
ideen für
neue produkte
D
ie Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Daten & Fakten in Unternehmen und die Zusammenarbeit zwischen
young experts Forschung und Wirtschaft sind wichtige Eckpunk-
Zielgruppe: kleine und mittlere Unternehmen; größere Firmen te der modernen Innovationsförderung. Das vorhandene
(bis 1000 Mitarbeiter), die über keine Forschungsabteilung ­Humanpotenzial zu nützen und weiter auszubauen und durch
verfügen
Wissenschaftskooperationen neues Know-how zu generieren,
eröffnet vor allem für kleine und mittlere Unternehmen neue
Marktchancen.
Einreichung: laufende Einreichmöglichkeit ohne Einreich­
Die FFG hat daher das neue Programm „Young Experts“
termine. Die Förderung ist vom Unternehmen im Rahmen einer
ins Leben gerufen. Das Ziel des Programmes ist, junge For-
Basisprogrammförderung zu beantragen. scherInnen beim Start einer Karriere in der industriellen und
wirtschaftsbezogenen Forschung zu unterstützen. Andererseits
Projekttyp: Forschung und Entwicklung werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Unter-
nehmen, die bislang noch keine Forschungsprojekte durch-
Max. Förderungshöhe: 50 % Zuschuss für Bachelors, Masters, geführt haben, dadurch motiviert, mit jungen ForscherInnen
Diplomand­Innen und DissertantInnen, 60 % für Junior Resear- zu kooperieren. Die „Young Experts“ sollen ihr wissenschaft-
chers, 80 % für Postdocs; Unternehmenskosten bis 50 % in liches Know-how in das Unternehmen einbringen, um dadurch
einem Mix aus Zuschuss und Darlehen innerbetriebliche Innovationen zu fördern und die Kernkompe-
tenzen nachhaltig zu stärken.
Ansprechperson: Claudia Hofmann Das Programm „Young Experts“ ist der Zusammenschluss
Tel.: +43 (0)5 7755-1208 der Aktionslinie Nachwuchsförderung der FFG und der Im-
E-Mail: claudia.hofmann@ffg.at pulsprojekte des FWF und wird vom Bundesministerium für
Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) unterstützt. Ziel-
Internet: www.ffg.at/youngexperts gruppe sind kleine und mittlere Unternehmen sowie größere
Firmen mit bis zu tausend MitarbeiterInnen, die über keine
Forschungsabteilung verfügen.
Auf der Seite der ForscherInnen richtet sich das Programm an:
l Bachelors, Masters, DiplomandInnen und DissertantInnen,
aber auch an
l Post-Doktoranden, sog. Postdocs (AkademikerInnen mit wis-
senschaftlicher Forschungstätigkeit, Studienabschluss liegt
nicht länger als zehn Jahre zurück, wobei nachgewiesene
Karenzzeiten die zehnjährige Laufzeit unterbrechen) und
l Junior Researcher (AkademikerInnen mit max. fünfjähriger
wissenschaftlicher Forschungstätigkeit)

20 www.ffg.at
BEST PRACTICE

Das schwimmende Passivhaus aus Holz

E in visionäres Konzept für Einfamilienhäuser hat das Kärnt-


ner Unternehmen Weissenseer Holz-System-Bau GmbH ent-
wickelt. Mit einem schwimmenden Haus in Holzbauweise soll
Stahl gebaut sind, kommt hier ein Schwimmkörper ausschließ-
lich aus Holz zum Einsatz. Mit wasserdichter Beschichtung
und Dämmung kann er als Keller oder hochwertiger Wohnraum
einerseits neuer Lebensraum erschlossen, andererseits das genutzt werden.
Potenzial der Passivhaus-Bauweise optimal genutzt werden. Das schwimmende Passivhaus aus Holz könnte nicht nur
Anfang Oktober 2008 wurde unter dem Namen „autarc homes“ auf Wasserstrassen eingesetzt werden, sondern die Technolo-
das weltweit erste schwimmende Passivhaus vom Kärntner gie eignet sich auch für Häuser in Überschwemmungsgebieten
Unternehmen Holz-System-Bau GmbH vorgestellt. (Amphibienhäuser) oder in Gegenden mit hohem Grundwas-
Die Idee hinter „autarc homes“ ist, einen nachhaltigen, serstand. In Fertigteilbauweise produziert, sollen sich auch die
energieeffizienten, umweltschonenden und gleichzeitig Kosten in Grenzen halten.
leistbaren Wohnraum zu schaffen. Da das Passivhauskonzept Das gesamte Haus wiegt inklusive Ballast 156 Tonnen und
vor allem auf die Energie der Sonne setzt, wird die Energie- hat eine Eintauchtiefe von 2,4 Metern. An der Entwicklung
gewinnung über die Fenster durch eine Sonnennachführung waren neben der Weissenseer Holz-System-Bau GmbH, die
optimiert, das Haus dreht sich automatisch zur Sonne (bzw. im Fachhochschule Kärnten, Holzbauwerke Roth WIGO, Knauf
Sommer von der Sonne weg). Ein schwimmendes Passivhaus Insulation und Isocell beteiligt.
bietet den wesentlichen Vorteil, dass zur Drehung des Hauses Im Rahmen einer geförderten Diplomarbeit an der Fachhoch-
im Wasser nur sehr wenig Energie benötigt wird. schule Kärnten wurden für einen Schwimmkeller in Holzbau-
Das Ziel von „autarc homes“ ist es, das die Häuser un- weise verschiedene Bauteilaufbauten entworfen. Weissenseer
abhängig von zentralistischen Systemen betrieben werden hat dann den Diplomanden im Unternehmen angestellt und
können. So sollen die Energiegewinnung und –speicherung, einen Prototyp des schwimmenden Hauses errichtet.
Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung soweit mög-
lich und wirtschaftlich sinnvoll im Gebäude selbst stattfinden. Weissenseer Holz-System-Bau GmbH
Während bisherige Schwimmhäuser (wie es sie beispiels- 9762 Weissensee, Oberdorf 80
weise schon in den Niederlanden gibt) meist aus Beton oder Tel. (04713) 2494; www.weissenseer.at

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 21


COIN EXPERTS
YOUNG
FEASIBILITY
BRIDGE

Daten & Fakten


bridge
Zielgruppe: Forschungsinstitute,
Unternehmen, EinzelforscherInnen

Einreichung: nach
Ausschreibungsprinzip

Projekttyp: Grundlagenforschung,
­Forschung und Entwicklung

Max. Förderungshöhe: je nach Projekt-


format, 40 % bis 75 %

Förderungszeitraum: max. 3 Jahre

Konsortium: Das Konsortium muss


aus mindestens zwei Partnern (jeweils
mindestens ein Partner Wissenschaft
und Wirtschaft) bestehen.

Ansprechperson: Brigitte Robien


Tel.: +43 (0)5 7755-1308
E-Mail: brigitte.robien@ffg.at

Internet: www.ffg.at/bridge

von der idee zum produkt


E
ine wettbewerbsfähige Wirtschaft zeichnet sich auch
durch die rasche Umsetzung von wissenschaftlichen
Erkenntnissen in marktfähige Produkte und Dienstleis­ so fördert bridge:
tungen aus. In enger Abstimmung mit dem Wissenschaftsfonds
FWF führt die FFG deshalb das „Brückenschlagprogramm“ Innerhalb des Programms BRIDGE werden zwei Förderungs-
durch. Dieses Programm fördert Projekte, die zwar noch zum schienen (Brücke 1 und Brücke 2) angeboten, die sich durch
überwiegenden Teil in der Grundlagenforschung angesie- den Grundlagenforschungsanteil und durch die Förderungs-
delt sind, aber bereits ein deutliches Verwertungspotenzial intensität unterscheiden:
erkennen lassen, sodass eine oder mehrere Firmen bereit sind,
das Projekt mitzufinanzieren und daran mitzuarbeiten. Das
Programm wendet sich an WissenschafterInnen sowie an Un- Brücke 1: Brücke 2:
ternehmen aller Fachdisziplinen und Branchen in Österreich. Der Schwerpunkt der Kosten Ein wesentlicher Teil der
In früheren Jahren wurde häufig die sogenannte „Förde- (mindestens 80 %) liegt hier Projektarbeiten liegt nach
rungslücke“ zwischen Programmen der angwendungsorien- beim Forschungsinstitut wie vor beim wissen­
tierten und solchen der Grundlagenforschung bemängelt. bzw. bei den ForscherInnen. schaftlichen Partner
Dabei geht es um Projekte, die für den Wissenschaftsfonds Die Unternehmen als (mindestens 30 %). Die
FWF „zu anwendungsorientiert“ sind, aber für eine Förderung mögliche Umsetzer der Unternehmen sind jedoch
durch die anderen Programme der FFG noch nicht „reif genug“ Ergebnisse beteiligen sich durch eigene Sach- und Ar-
(anwendungsnah) sind. Zur Schließung dieser „Förderungs- finanziell und durch Be- beitsleistungen in höherem
lücke“ werden daher unter dem gemeinsamen Dach BRIDGE reitstellung von Sach- und Ausmaß in das Projekt ein-
zwei Förderprogramme in abgestimmter Vorgangsweise Arbeitsleistungen (maximal gebunden. Die Förderungs-
durchgeführt: das „Translational Research Programme“ des 20 %) am Vorhaben. höhe ist abhängig von der
Wissenschaftsfonds (FWF) und das Brückenschlagprogramm Maximale Förderungshöhe: Unternehmensgröße und
der FFG. Auch die Evaluierung der Projekte wird von FWF und 60, 70, oder 75 % (je nach liegt zwischen 40, 50 oder
FFG gemeinsam durchgeführt. Das Ziel ist, die Potenziale der Unternehmensgröße) der 60 % (je nach Unterneh-
Grundlagenforschung und angewandten Forschung gemeinsam förderbaren Projektkosten. mensgröße) der förderbaren
weiterzuentwickeln. Projektkosten.

22 www.ffg.at
BEST PRACTICE

Die richtige Mischung entscheidet

I n der modernen Betontechnologie gibt es eine Tendenz


zu Hochleistungsbetonen, also Betone mit sehr hohen
Qualitätsanforderungen. Dafür sind verschiedene Faktoren
nicht im optimalen Bereich. Durch geänderte Mahltechniken
kann die gewünschte Kornzusammensetzung über folgende
drei Faktoren erreicht werden: Getrennte Vermahlung spe-
ausschlaggebend: Die Kornzusammensetzug von Zementen, ziellen Feinststoffe (Mikrofüller), hohe Gehalte an Zusatz-
Zumahlstoffe, Zusatzstoffe, Bindemittel und Wassergehalt stoffanteilen (Mahlung, Homogenisierung) und spezielle

beeinflussen – neben anderen Parametern – die Frisch- und Zumahlstoffe. Über diverse Untersuchungen, wie veränderte
Festbetoneigenschaften eines daraus hergestellten Betons. Im Kornzusammensetzungen, Konsistenzentwicklung wurden
Rahmen eines von der FFG im Bridge-Programm geförderten über mathematische Modellierungen neue Ansatzpunkte für
Projekts an der Universität Innsbruck wurde untersucht, wie die gezielte Optimierung gefunden, die schon jetzt teilweise
durch Zugabe von feinteiligen Füllstoffen die Eigenschaften in der Praxis eingesetzt werden können. Aus den gewonnen
und Kosten der Herstellung von Betonen verbessert werden Erkenntnissen wurde dann großtechnisch ein Bindemittel für
können. die Herstellung eines Spezialbetons hergestellt und an einem
Durch eine Optimierung der Mikrostruktur sollen Frisch- und Versuchsobjekt im Zuge der Inntal-Trasse der BEG errichtet, bei
Festbetoneigenschaften verbessert werden. Konkret sollen die der auch in der Praxis die gewünschten neuen Anforderungen
Druckfestigkeit bzw. Biegezugfestigkeit sowie die Dauerhaftig- in den wesentlichsten Punkten nachgewiesen werden konnten.
keit erhöht werden, der Wasseranspruch soll gesenkt werden, Neben den technologischen Verbesserungen ergibt sich
die Hydratationswärme und der Schwund sollen reduziert durch die Verwendung von Zumahlstoffen auch die Mög-
werden. lichkeit, den gesamten CO2 Ausstoß deutlich zur reduzieren.
Die Herstellung hochfester Betone ist zurzeit nur über die Grundsätzlich zeichnet sich der wirtschaftliche Vorteil in einer
Reduktion von Wasser und unter Verwendung eines sehr hohen deutlichen Zement Absenkung und einer Reduzierung der für
Verflüssigeranteils erreichbar. Das hat aber auch ungünstige eine Verflüssigung notwendigen Betonzusatzmittel ab. Neben
Eigenschaften, insbesondere bei der Verarbeitung. Vorunter- der Reduktion der Gesamtproduktionskosten ergibt sich eine
suchungen hatten ergeben, dass ein veränderter Kornaufbau Verbesserung der Wertschöpfung durch Erhöhung der Dauer-
bei Zusatz- bzw. Zumahlstoffen bei gleicher Konsistenz eine haftigkeit der Betonprodukte, eine Anhebung der Instandset-
Wassereinsparung bei der Betonherstellung ermöglicht. Die zungsintervalle. Durch die wirtschaftlichen Vorteile aus den
hier erzielten Ergebnisse zeigen, dass die Benetzbarkeit sehr gewonnen Erkenntnissen sollen die Marktchancen deutlich
stark von den Feinstanteilen (0,1 – 40µm) des Zementes bzw. erhöht werden.
des Bindemittelgemisches abhängt und durch gezielte Zusam-
mensetzung beeinflusst werden kann. Anwendungszentrum Bautechnologie OG
Bislang ist die Kornzusammensetzung durch den Mahl- Bauen im Alpinen Raum
vorgang (Dauer, Typ der Mühle) der Ausgangsprodukte des Oberexerstraße 12, 6080 Igls
Zementes vorgegeben. Sie liegen, wie gezeigt werden konnte, Tel. (0512) – 378166

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 23


COIN EXPERTS
YOUNG
FEASIBILITY
COIN

D
as Programm COIN (Cooperation & Innovation) hat zum
Ziel, die Innovationsleistung Österreichs durch bessere
und breitere Umsetzung von Wissen in Innovation zu
verbessern. COIN zielt darauf ab, die Forschungs- und Techno-
logieentwicklungstätigkeit von Unternehmen, vor allem von
KMU, zu stimulieren und zu erhöhen. Ein wesentlicher Aspekt
von COIN ist dabei die Förderung der verstärkten Kooperation
von Unternehmen mit universitären und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen und damit einer effizienteren
Umsetzung von Wissen in innovative Produkte, Verfahren und
Dienstleistungen.
Mit der Förderung von F&E- und Innovationsprojekten im
Rahmen von COIN sollen neue Formen der Zusammenarbeit
etabliert, neues Wissen generiert und rasch in marktfähige
Innovationen umgesetzt werden.
Diese Ziele werden in zwei Programmlinien umgesetzt:
l Die Programmlinie Aufbau fördert die materielle und
immaterielle Infrastruktur von Forschungs-, Inno­
vations- und Transfereinrichtungen des österreichischen
Innovationssystems.
l Die Programmlinie Kooperation & Netzwerke fördert Ko-
operationen und Netzwerke von Unternehmen, vor allem
KMU. Diese Programmlinie wird auch Ausschreibungen für
transnationale Kooperationen beinhalten.

wie wissen umgesetzt wird


Daten & Fakten COIN-PROGRAMMLINIE
COIN (COoperation & innovation)
KOOPERATION & NETZWERKE
Auftraggeber: COIN ist eine gemeinsame Initiative des Bun-

M
desministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) it dieser thematisch offenen Programmline werden
und des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Kooperations- und Netzwerkprojekte gefördert, mit denen
Technologie (bmvit) sowohl die Innovationsfähigkeit bzw. das Innovationsniveau
als auch die Kooperationsbereitschaft der jeweils beteiligten
Zielgruppen: Unternehmen (v. a. KMU), Einrichtungen des Unternehmen (vorrangig KMU) angehoben wird. Unterstützt
Technologietransfers (z. B. Impulszentren), Fachhochschulen werden anwendungsorientierte Kooperationsprojekte von min-
und F&E-Einrichtungen destens drei Unternehmenspartnern mit der Option der Einbe-
ziehung weiterer strategisch wichtiger Konsortialpartner wie
Konsortium: mindestens drei Unternehmen (davon min. zwei Technologietransferorganisationen (z. B. Impulszentren) oder
KMU), optional weitere Konsortialpartner aus den Bereichen Forschungseinrichtungen. Die Innovationen bzw. die F&E sollen
Unternehmen, Intermediäre bzw. Technologietransfereinrich- dabei auf neue oder auf weiterentwickelte Produkte, Verfahren
tungen, Fachhochschulen, F&E-Einrichtungen. Grenzüberschrei- oder Dienstleistungen ausgerichtet werden. Antragsberechtigt
tende Netzwerke sind förderfähig, sofern der Schwerpunkt des
sind Unternehmen, Einrichtungen des Technologietransfers
(z. B. Intermediäre wie Impulszentren) und F&E-Einrichtungen,
Netzwerkes in Österreich liegt.
jeweils mit Standort in Österreich. Mit dieser Programmlinie
sollen Strukturen geschaffen werden, die auch längerfristig
Einreichung: offenes Ausschreibungsprinzip mit halbjährlichen
innovations- und kooperationsfördernd wirken.
Stichtagen („cut off dates“) COIN-Ausschreibungen Kooperation & Netzwerke werden
auch für transnationale Kooperationsvorhaben, insbesondere
Max. Förderungshöhe: bezogen auf Projektgesamtvolumen mit Ost- und Südosteuropa ausgeschrieben. Weiters werden in
max. 60 % bzw. max. € 500.000,– Anlehnung an diese Programmlinie und auf Basis des Ge-
samtprogramms COIN auch im Rahmen des ERANET „EraSME“
Ansprechperson: Martin Reishofer innovationsorientierte transnationale Kooperationen zwischen
Tel.: +43 (0)5 7755-2402 Unternehmen und F&E-Einrichtungen auf europäischer Ebene
E-Mail: martin.reishofer@ffg.at ermöglicht, um den innovativen Output der jeweils beteiligten
Unternehmen zu erhöhen.
Internet: www.ffg.at/coinNet

24 www.ffg.at
BEST PRACTICE

Das Info-Fundament für den Holzbau

D er Prozess der Planung, Ausschreibung und Abrechnung im


mehrgeschossigen Holzwohnbau und konstruktiven Holz-
bau ist wegen fehlender oder unterschiedlicher technischer
und wirtschaftlicher Planungsgrundlagen unbefriedigend gere-
gelt. Die daraus resultierende Variantenvielfalt führt zu großen
technischen und kalkulatorischen Bandbreiten in der Planung,
Ausschreibung und Abrechnung. Dadurch ist der Holzwohnbau
anderen Material- und Bauformen wirtschaftlich oft unterlegen.
Im Rahmen des Projekts „SYS-HOLZ“ haben sich daher
wichtige Organisationen der österreichischen Holzbauwirt-
schaft zusammengeschlossen, um ein einheitliches, effizientes
Informationssystem zum mehrgeschossigen Holzwohnbau zu
entwickeln. Es soll die Erstellung von standardisierten Leis-
tungsverzeichnissen und systematische Kalkulationsparameter
ermöglichen, und damit den Prozess der Planung, Ausschrei-
bung und Abrechnung konstruktiv komplexer Holzbauprojekte
vereinfachen und standardisieren. Das Projekt wurde im Mai
2007 begonnen und soll Ende April 2010 abgeschlossen
werden.
Das neue Informationssystem wird der Architektur, der
Planung, den Wohnbauträgern und der holzbe- und verar-
beitenden Wirtschaft Österreichs nachvollziehbar einfachere
Prozesse in der Planungsphase (Konzept, Grobkalkulation,
Planung, Ausschreibung, Anbotserstellung, Vor- und Nachkal-
kulation) ermöglichen. Als Relaisstelle für die Qualifizierung
und den Technologietransfer fungieren dabei die jeweiligen
Holzcluster als Konsortialpartner der Regionen.

ARGE SYS-Holz
8740 Zeltweg, Holzinnovationszentrum 1a,
Tel. (0316) 587850 - 0
www.holzcluster-steiermark.at

Verbesserung der Gebäudequalität über den Lebenszyklus


D ie Beurteilung von Planungsalternativen und die Ent-
scheidung darüber wird von Bauherren bisher primär
aufgrund von Investitionskosten und Ausstattungsmerkmalen
lung für eine lebenszyklusorientierte
Qualitätsoptimierung zur Verfügung
gestellt. Damit soll der Paradigmen-
getroffen. Eine mitunter kurzsichtige Vorgangsweise: Denn wechsel zu einer integrativen Beurtei-
die Summe aus Energie-, Reinigungs- und Wartungskosten lung mit den gesamten Lebenszyklus-
während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes beträgt kosten, ökologischen Auswirkungen
ein Mehrfaches der Investitionskosten. Auch die Nutzerzu- und, Nutzerzufriedenheit unterstützt
friedenheit hängt nicht nur von der technischen Ausstattung, werden.
sondern von einer Reihe von Qualitätsmerkmalen ab. Ausgehend von bereits bestehen-
Fünf österreichische Fachhochschulen – die FHS Kufstein den Methoden, veröffentlichten Studien,
Tirol, die FH Technikum Kärnten, die FH Joanneum, die FH Datenbankauswertungen und detaillierten Gebäudeanalysen
Oberösterreich und die FH Burgenland haben daher das werden Methoden der Vernetzung, bauteil- und technikspe-
„FH_netzwerk_BAU“ gegründet. In diesem fünfjährigen zifischer Daten für Lebenszykluskosten und ökologische
Projekt soll ein Partner für die österreichische Bauwirtschaft Auswirkungen ermittelt und datenbankgestützt zusammenge-
mit der gebündelten Kompetenz aus allen Bereichen der führt. Da viele spezifische Daten eine viel zu hohe Auflösung
lebenszyklusorientierten Gebäudeplanung entstehen. Diese für wichtige anfängliche Entscheidungsprozesse bei einem
Kompetenz wird durch die enge Vernetzung der Fachhoch- Bauvorhaben darstellen, werden sie für die verschiedenen
schulen erreicht, die in ihren jeweiligen, auf einander abge- Stufen des Planungsprozesses aufbereitet. Dabei werden
stimmten Schwerpunkten Expertenwissen in gleich großem auch die Auswirkungen der Entscheidungen auf die zu erwar-
Umfang aufbauen. Dieser Aufbau an Forschungskompetenz tende Nutzerzufriedenheit und die Qualitätssicherung von
deckt sich mit der Gesamtentwicklung der jeweiligen FHs, Energieeffizienz, Bauökologie und -biologie berücksichtigt.
da das erarbeitete Wissen die Einführung von insgesamt 9
Masterstudiengängen unterstützt. ARGE LQG
Den österreichischen Planern und Entscheidern für die Er- FHS-Kufstein Tirol Bildungs GmbH
richtung von Gebäuden wird durch das FH_netzwerk_Bau und 6330 Kufstein, Andreas Hofer Straße 7
durch die entwickelten Methoden eine frühzeitige Hilfestel- Tel. (05372) 71819 - 125

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 25


Haus der Zukunft Plus

Schlüsseltechnologien für
Gebäude der Zukunft
Neue Energien 2020
NEUE ENERGIEN 2020 ist das Forschungs- und
Technologieprogramm des Klima- und Energiefonds.
Das Programm orientiert sich an drei grundlegenden
Ausrichtungen:
• Effizienter Energieeinsatz
• Erneuerbare Energien
• Intelligente Energiesysteme
Nähere Informationen:
http://www.ffg.at/content.php?cid=821

Z
entrales Ziel des Programms ist die Entwicklung und
Markteinführung bzw. Marktdurchdringung wirt-
schaftlich umsetzbarer, innovativer technischer und
organisatorischer Lösungen im Sinne eines CO2-neutralen
Gebäudesektors.

Daten & Fakten Folgende Anliegen werden im Programm vorrangig verfolgt:


Haus der Zukunft plus l Schaffung der technologischen Basis für das Gebäude der
Zukunft, insbesondere das Plus-Energie-Haus. Das Pro-
Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und
gramm setzt einen weiteren Schwerpunkt bei Büro- und
Technologie (BMVIT) Betriebsgebäuden sowie auf Gebäudemodernisierung;
l Überleitung innovativer Technologien und Produkte zur
Zielgruppen: EinzelforscherInnen, Forschungseinrichtungen, Serien- bzw. industriellen Fertigung;
Unternehmen, Gemeinden l Initiierung von Demonstrationsprojekten (Gebäuden,
Siedlungen, Netzen etc.), um die Sichtbarkeit von neuen
Einreichung: nach Ausschreibungsprinzip Technologien und Konzepten zu gewährleisten;
l Unterstützung der internationalen Vernetzung der österrei-
Projekttypen: Sondierung, Grundlagenforschung, industrielle chischen KompetenzträgerInnen, Verstärkung des internatio-
Forschung, experimentelle Entwicklung, Demonstration, Disser- nalen Know-how-Transfers sowie Aufbau von Humanressour-
tations- und Postdoc-Stipendien, Vernetzung und Transfer cen und Integration vorhandenen Wissens in entsprechende
Ausbildungsangebote.
Max. Förderungshöhe: je nach Projektformat 25 % bis 100 %
Förderhöhe, jeweils in Prozent der förderbaren Projektkosten:
Ansprechperson: Robert Freund l Stimulierung („Sondierung“, „technische Durchführbarkeits-
Tel.: +43 (0)5 7755-5042 studie“): 40 % bis 80 %
l Forschungs- und Entwicklungsprojekte: 25 % bis 100 %
E-Mail: robert.freund@ffg.at
l Humanressourcenentwicklung (Dissertations- und Postdoc-
Stipendien): 50 % bis 80 %
Internet: www.ffg.at/hausderzukunft
l Vernetzung und Transfer: 100 %

26 www.ffg.at
KIRAS

Das österreichische
Förderungsprogramm
für Sicherheitsforschung

K
IRAS unterstützt nationale Forschungsvorhaben, deren
Ergebnisse dazu beitragen, die Sicherheit für alle
Mitglieder der Gesellschaft zu erhöhen. Für die Start-
phase des Programms ist eine thematische Fokussierung der
(Förderungs-)Aktivitäten auf den Schutz kritischer Infrastruk-
turen vorgesehen. Das österreichische Sicherheitsforschungs-
programm soll einen entscheidenden Beitrag zu den folgenden
fünf strategischen Zielen für Gesellschaft, Wirtschaft und
Wissenschaft leisten:
l Erhöhung der Sicherheit und des Sicherheitsbewusst-
seins der BürgerInnen
l Generierung sicherheitspolitisch erforderlichen Wissens
l Erzielung von Wissens-, Verfahrens- und
Technologiesprüngen
l Wachstum der heimischen Sicherheitswirtschaft
l Auf- und Ausbau von Exzellenz im Bereich
Sicherheitsforschung Daten & Fakten
KIRAS
Programmlinie 1 „Vernetzung und Sondierung“: Auftraggeber: Bundesministerium für Innovation, Verkehr und
Je nach Maßnahme werden 25 % bis 65 % der förderbaren Technologie (BMVIT)
Projektkosten gefördert.
Programmlinie 2 „Kooperative F&E-Projekte“:
Zielgruppe: WissenschaftlerInnen, universitäre und außeruni-
Förderung bei angewandter F&E max. 25 %, bei industrieller
versitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Bedarfsträger
Grundlagenforschung max. 50 % der förderbaren Projektkosten
Programmlinie 3 „Komponentenentwicklung und
Demonstrationsvorhaben“: Einreichung: nach Ausschreibungsprinzip
Förderung bei angewandter F&E max. 25 %, bei industrieller
Grundlagenforschung max. 50 % der förderbaren Projektkosten Projekttyp: Grundlagenforschung, Forschung und Entwicklung,
Programmlinie 4 „Begleitmaßnahmen“: Innovation, Technologietransfer
max. Förderung bis zu 100 % der förderbaren Projektkosten
Konsortium: siehe Programmlinien
Konsortium:
Programmlinie 1: mindestens 1 Bedarfsträger + mindestens Max. Förderungshöhe: je nach Projektformat 25 % bis zu 100 %
1 Forschungseinrichtung
Programmlinie 2+3: mindestens 1 Bedarfsträger aus dem Ansprechperson: Johannes Scheer
öffentlichen oder privaten Bereich + mindestens 1 Partner Tel.: +43 (0)5 7755-5070
aus der Wissenschaft (universitäre oder außeruniversitäre E-Mail: johannes.scheer@ffg.at
Forschungseinrichtung) + 1 Partner aus der Wirtschaft + 1
GSK-Partner Internet: www.ffg.at/kiras
Programmlinie 4: kein Konsortium erforderlich

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 27


COMET

KOmpetenzzentren:
Zusammenarbeit ermöglicht
spitzenleistungen
D
as Programm COMET fördert den Aufbau von Kom-
petenzzentren, in denen Partner aus Wirtschaft und
Wissenschaft eng zusammenarbeiten. Die Ziele des
Programms sind die Entwicklung und Förderung internatio-
nal wettbewerbsfähiger Spitzenforschung, die Bündelung
von wissenschaftlich-technologischen Kompetenzen und
die gemeinsame Definition von Themen durch Industrie und
Forschungseinrichtungen.
COMET – „Competence Centers for Excellent Technologies“
– ist das Nachfolgeprogramm zu den Kompetenzzentren-
Programmen Kplus und K-ind/K-net. Diese 1998 gestarteten
Kompetenzzentren-Programme gehören zu den erfolgreichsten
Initiativen der Technologiepolitik in Österreich. International
werden die Programme mittlerweile als Best-practice-Modell
gehandelt. Das neue Programm COMET wurde im Sommer
2006 gestartet, nach einem intensiven Wettbewerbsverfah-
ren mit höchsten Qualitätsanforderungen bekamen Ende
­September 2007 die ersten COMET-Zentren und -Projekte
eine Finanzierungszusage.

Daten & Fakten:


COMET
Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und
Technologie (BMVIT) und Bundesministerium für Wirtschaft,
Familie und Jugend (BMWFJ)

Zielgruppe: Unternehmen, Forschungseinrichtungen

Einreichung: nach Ausschreibungsprinzip; K-Projekte: einstufiges


Verfahren, K1- und K2-Zentren: zweistufiges Verfahren (1. Stufe:
Kurzanträge; Jury-Evaluierung dieser Kurzanträge; Einladung ausge-
wählter Antragsteller zum Vollantrag [2. Stufe])

Projekttyp: Kompetenzzentren (K1/K2) und Kompetenzpro-


jekte: industrielle Forschung zur Kooperation von Wissenschaft
COMET umfasst drei Aktionslinien: „K1-Zentren“, „K2-Zen- und Wirtschaft
tren“ und „K-Projekte“. Sie unterscheiden sich primär durch
die Ansprüche an die geförderten Einrichtungen hinsichtlich Konsortium: wissenschaftliche und wirtschaftliche Partner
Internationalität, Projektvolumen und Laufzeit. Thematisch (siehe Ausschreibungskriterien)
sind alle drei Programmlinien offen, jedes Zentrum und jedes
Forschungsprojekt muss aber ein definiertes Thema haben. Max. Förderungshöhe: bis zu max. 60 % (abhängig von
COMET soll jene Forschungsaktivitäten besonders unterstütz- Programmlinie)
ten, die auf höchstem Niveau operieren und auch im interna-
tionalen Umfeld eine markante Positionierung versprechen. Ansprechperson: Otto Starzer
Die Kompetenzen der in den Zentren tätigen Akteure sollen im Tel.: +43 (0)5 7755-2101
neuen Programm stärker gebündelt werden, und nicht zuletzt
E-Mail: otto.starzer@ffg.at
soll das Programm durch attraktive Angebote für Forscherinnen
und Forscher auch wesentlich zur Entwicklung der Humanres-
Internet: www.ffg.at/comet
sourcen in Österreich beitragen.

28 www.ffg.at
BEST PRACTICE

Strenge Prüfung für Leimholzträger

E ine neue Dimension in der Qualitätssicherung von Trä-


gern für den Holzbau konnte in den letzten fünf Jahren
am Komptenzzentrum holz.bau forschungsgmbh entwickelt
werden. Im Gegensatz zu der bisherigen stichprobenhaften
Qualitätsüberwachung durchläuft dabei ausnahmslos jeder
einzelne Träger die lückenlos durchgeführte Qualitätssicherung
in Form einer patentierten Zugprüfung. Dadurch können festig-
keitsmindernde Schwachstellen und Vorschädigungen im Holz
sowie Fehlproduktionen der Keilzinkenverbindung, die bisher
nur schwer oder wirtschaftlich überhaupt nicht detektierbar
waren, noch zuverlässiger ausgeschieden werden. Für diese
Entwicklung der „Geprüften Leimholz Träger“ (GLT®) wurde das
Kompetenzzentrum holz.bau forschungs gmbh im Jahr 2008
mit dem Innovationspreis für die Forst- und Holzwirtschaft des
Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt-
und Wasserwirtschaft ausgezeichnet.
Durch die GLT® wird das Bauen mit Holz noch sicherer,
leistungsfähiger und wirtschaftlicher, da nur Holzträger mit
definierten und garantierten Mindestfestigkeiten die Produkti-
onsstätten verlassen und den Kunden erreichen.
Seit dem Jahr 2003 wurden über drei Millionen Euro in die
Entwicklung von GLT® investiert. Im Zuge des Forschungspro-
jekts wurden über 1,5 Millionen Zugprüfungen durchgeführt,
um das Produkt zur Marktreife zu bringen. Mit den Firmen
Holzindustrie Leitinger GmbH (Preding, ST) und Hasslacher
Drauland Holzindustrie GmbH (Sachsenburg, K) fand die holz.
bau forschungs gmbh als Zulassungsinhaber zwei Projektpart-
ner, die im Rahmen der mehrjährigen Forschungsaktivitäten und internationale Normungsgremien, in die die Mitarbeiter
die Umsetzung von GLT® vor Ort in den Betrieben forcierten. der holz.bau forschungs gmbh und der TU Graz in den letzten
Die holz.bau forschungs gmbh als außeruniversitäre Jahren bereits eingebunden werden konnten. Auch die Neu-
Forschungsgesellschaft versteht sich als Bindeglied zwischen und die Weiterentwicklung von Holzprodukten in leistungsfä-
einer grundlagenorientierten universitären Forschung und einer higere, wirtschaftlichere Bauprodukte ist ein Ziel, wobei auch
umsetzungsorientierten Holzwirtschaft. Bereits in den Jahren die Qualität in Produktion und Anwendung der Produkte eine
2003 bis 2007 wurde das Kompetenzzentrum holz.bau im Rah- wesentliche Rolle spielt. Anhand der definierten strategischen
men des K-ind-Programmes gefördert. 2007 wurde aus dem Projekte und Schlüsselprojekte wird die Kooperationskultur
COMET-Programm eine Anschlussfinanzierung als K-Projekt für zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter gestärkt.
weitere fünf Jahre bewilligt.
Eine wesentliche Zielsetzung des K-Projekts holz.bau ist es, Kompetenzzentrum holz.bau forschungs gmbh
die Nutzung des Baustoffes Holz im Baubereich weiter auszu- 8010 Graz, Inffeldgasse 24
bauen. Dazu gehören neben den Forschungstätigkeiten ins- Tel. (0316) 873 - 4603
besondere auch Transferleistungen und Beiträge für nationale www.holzbauforschung.at

Fassade mit Mehrwert

D as Kompetenzzentrum „multifunctional plug & play faca-


de“ (mppf) ist ein K-projekt im Rahmen des FFG COMET
Programmes mit drei wissenschaftlichen und elf Unterneh-
tungstechnik, Energieerzeugung durch Solarthermie und
Photovoltaik sowie Steuer- und Regelungstechnik bzw.
Automatisierungstechnik).
menspartnern und Unterstützung der Länder Kärnten, Nie- Ziele sind einerseits die Integration von bereits etablier-
derösterreich und Steiermark sowie auf Bundesebene durch ten Systemen und die Entwicklung noch fehlender Techno-
BMVIT und BMWFJ. Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung logien um eine intelligente und multifunktionelle Fassade
einer Technologieplattform für eine intelligente, multifunktio- zu schaffen. Darüber hinaus sollen Konzepte und Methoden
nelle Fassade in Modulbauweise mit einem möglichst hohen zur Steigerung des Vorfertigungsgrades in der Produktion für
Vorfertigungsgrad für den Neubau von größeren Gebäuden Neubauten und Sanierung von Altbauten und Großfassaden-
sowie die Renovierung von bestehenden Objekten. systemen entwickelt werden.
Das Kompetenzzentrum steht für die Vereinigung aller
für die Fassade relevanten Technologien, Produkte und ARGE MPPF
Anwendungen (d.h. neben modernsten Profil-, Glas-, 8152 Stallhofen, Innovationspark 1
Plattensystemen auch die Integration von Beschattung, Tel. (03142) 237 11-0
natürlicher Lichtlenkung, Heizungs-, Klima- und Lüf- www.mppf.at

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 29


BP-KOOPERATIV

gemeinsam probleme lösen

Daten & Fakten: basisprogramme

D
– kooperative forschung ie Basisprogramme bieten neben der Förderung von
Einzelprojekten der Wirtschaft auch Unterstützungsmög-
Zielgruppe: Unternehmen, kooperative Forschungseinreich-
lichkeiten für kooperative Forschungsprojekte, deren Er-
tungen und Forschungseinrichtungen mit Intermediärsfunktion,
gebnisse der Branche zur Verfügung stehen. In der Regel han-
Interessensvertretungen delt es sich dabei um vorwettbewerbliche Forschungsprojekte
welche keine unmittelbar wirtschaftlich verwertbaren Produkt-,
Einreichung: laufende Einreichmöglichkeit ohne Verfahrens- oder Dienstleistungsentwicklungen beinhalten. Die
Einreichtermine Branchenforschungsprojekte können einerseits die Grundlage
für zukünftige Normen und Richtlinien bilden oder andererseits
Konsortium: Projektkonsortien müssen aus mindestens einem technische Branchenprobleme lösen.
Forschungsinstitut sowie einer Interessensvertretung oder Branchenforschungsprojekte werden meist von Forschungs-
mindestens drei Unternehmen bestehen, wobei die Unter­ instituten oder Interessenvertretungen beantragt und müssen
nehmen gemeinsam mindestens 20 % der Projektkosten in entweder durch mehrere Firmen oder durch Finanzierungsbei-
Form eines Barbeitrages leisten. träge von Verbänden oder anderen Interessenvertretungen
kofinanziert werden. Eine direkte Einreichmöglichkeit von koo-
Projekttyp: Forschung und Entwicklung, Transfer perativen Forschungsprojekten im Basisprogramm besteht laut
dem derzeit geltenden Leitfaden nicht für Forschungsinstitute
Max. Förderungshöhe: bis zu 60 % mit einem Zuschuss innerhalb der Bundesverwaltung. Kooperative Forschungspro-
jekte bei denen die Arbeiten von Universitäten und Fachhoch-
schulen durchgeführt werden, müssen von einer Interessen-
Ansprechperson: Martin Wilfing
vertretung eingereicht werden und die Forschungsinstitute
Tel.: +43 (0)5 7755-1211
arbeiten im Subauftrag der Interessenvertretung.
E-Mail: martin.wilfing@ffg.at
Aufgrund der hohen Förderung besteht bei kooperativen
Forschungsprojekten die Verpflichtung zur Veröffentlichung der
Internet: www.ffg.at/BP Forschungsergebnisse in der Branche.

30 www.ffg.at
BEST PRACTICE

Sanierung historisch wertvoller Bauwerke

B ei der Sanierung von Altbauten, insbesondere von


historisch wertvollen Bauwerken, werden im Zuge der
Adaptierungsarbeiten auch höhere Ansprüche an die Nutzung
Dazu wurden zahlreiche bauphysikalische, mechanische
und mikroskopische Untersuchungen durchgeführt. Der Erfolg
der Sanierung mit modifizierten Kalkputzen ist maßgeblich
des Objektes bzw. einzelner Objektsteile gestellt. Aus diesem von der Porenstruktur und –verteilung, der handwerklichen
Grund ist es besonders bei denkmalgeschützten Objekten Verarbeitungstechnik und der Aufbringungsmethode (händisch
erforderlich, Kalkputzsysteme auf feuchtes und mit Schadsal- oder maschinell) abhängig. Die im Rahmen des Forschungs-
zen belastetes Mauerwerk aufzubringen bzw. bereichsweise an projektes entwickelten Kalkputzsysteme mit Mikroporenzusatz
den Altputzbestand anzugleichen. Da Kalkputzsysteme kapillar sind für feuchtes und mit Schadsalzen belastetes Mauerwerk
leitend sind, kommt es dabei häufig zu Salzausblühungen an grundsätzlich geeignet.
der Putzoberfläche. Auf Basis dieser Untersuchungsergebnisse hat das ofi
Im Rahmen dieses kooperativen Forschungsprojektes eine Richtlinie für die Kalkputzverarbeitung mit dem Titel
wurden diese Kalkputze modifiziert und anhand konkreter „Kalkputzsysteme für feuchtes und mit Schadsalzen belas-
Objekte geprüft. Für das Projekt wurden unter anderem in Wien tetes Mauerwerk“ für den Anwender erarbeitet. Sie stellen
die Dr. Karl Lueger Kirche und die Krypta des Stephansdoms, in jedoch nur eine temporäre flankierende Sanierungsmaß-
Eisenstadt das Schloss Esterhazy und in Niederösterreich das nahme dar und ersetzen nicht objektspezifisch erforderliche
Schloss Hof ausgewählt. Trockenlegungsmaßnahmen.
Fragestellungen des Projektes waren u.a. die Entwicklung
von verschiedenen Kalkputzrezepturen, die Erprobung der ofi – Österreichisches Forschungsinstitut
Dauerhaftigkeit der verschiedenen Kalkputzsysteme, der für Chemie und Technik
Einfluss von unterschiedlichen Farbanstrichen und Putzauf- 1030 Wien, Franz Grill Straße 5, Arsenal, Objekt 213
bringungsarten sowie die Beurteilung des Einflusses der Tel. +43 (0)1 798 16 01 - 0
Untergrundvorbehandlung. www.ofi.at

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 31


INHALT
7. RAHMENPROGRAMM

7. EU-forschungsrahmenprogramm (rp7):
in die champions-league
der forschung
D
as 7. EU-Rahmenprogramm für Das 1. Programm „Kooperation“ forschergetriebenen Ansatz – dabei
Forschung, technologische Ent- fördert die Umsetzung grenzüberschrei- können individuelle Projekte aus sämt-
wicklung und Demonstration (RP7) tender Forschungs- und Entwicklungs- lichen Forschungsbereichen und zu allen
der Europäischen Union ist das größte projekte in zehn thematisch verschie- Forschungsthemen eingereicht werden.
internationale Forschungsförderungs- denen Forschungsbereichen. Mit rund Dieses Programm ist für die Laufzeit des
programm mit einer Laufzeit von 2007 60 Prozent des Gesamtbudgets bildet RP7 mit einem Budget von 7,51 Mrd.
bis 2013 und einem Gesamtbudget von dieses Programm das Herzstück des RP7. Euro ausgestattet. Die Evaluierung erfolgt
mehr als 50 Mrd. Euro. Dieses Budget Das Spektrum geförderter Aktivitäten ausschließlich nach den Kriterien der wis-
steht für folgende Ziele zur Verfügung: für reicht dabei von gemeinschaftlichen senschaftlichen Exzellenz der Projektidee
die Förderung von transnationalen For- Forschungsprojekten (Collaborative und der ProjektantragstellerIn. Durch-
schungsprojekten, grundlagenorientierter Research Projects) und dem Aufbau von geführt wird dieses Pionierforschungs-
Spitzenforschung, für die Verbesserung Netzwerken bis hin zur Errichtung Euro- programm durch den eigens etablierten
der Humanressourcen und der Mobilität päischer Technologieplattformen und der Europäischen Forschungsrat (European
im europäischen Forschungsraum sowie Koordination nationaler Forschungspro- Research Council, ERC).
für den Aufbau und die Erhaltung von For- gramme. Ebenfalls eingeschlossen ist Das 3. Programm „Menschen/People“
schungsinfrastrukturen. Einen besonde- die internationale Zusammenarbeit mit unterstützt die Karriereentwicklung von
ren Schwerpunkt bildet die Unterstützung Nicht-EU-Ländern. ForscherInnen. Ziel ist die Sicherstel-
von kleinen und mittleren Unternehmen Im 2. Programm „Ideen/Ideas“ lung motivierter und hoch qualifizierter
(KMU). Die Förderungslinien des RP7 sind werden erstmals Spitzenforschungs- WissenschafterInnen im europäischen
in vier großen spezifischen Programmen projekte einzelner ForscherInnen oder Forschungsraum. Hierbei steht die
zusammengefasst. In jedem dieser Pro- Forschungs-Teams aus dem Bereich der Förderung der transnationalen Mobilität
gramme ist die Einreichung von baurele- grundlagenorientierten Spitzenforschung von ForscherInnen im Vordergrund. Der
vanten Projekten möglich. finanziert. Das Programm verfolgt einen generelle Bottom-up-Ansatz des Pro-

32 www.ffg.at
7. RAHMENPROGRAMM

gramms erlaubt die uneingeschränkte


Wahl der Forschungsthemen. Neben den Die zehn Themenbereiche des Programmes
Marie-Curie-Individualstipendien bietet „Kooperation“:
das Programm „Menschen“ auch Förde-
rungsmöglichkeiten für Ausbildungs- und
Trainingsaktivitäten oder verbesserte l Gesundheit (€ 6.100 Mio.)
Forschungszusammenarbeit zwischen l Lebensmittel, Landwirtschaft und Biotechnologie (€ 1.935 Mio.)
industriellem und akademischem Sektor. l Informations- und Kommunikationstechnologien (€ 9.050 Mio.)
Im 4. Programm „Kapazitäten“ werden l Nanowissenschaften und -technologien, Materialien und Produktion (€ 3.475 Mio.)
strukturelle Maßnahmen und Initiativen l Energie (€ 2.350 Mio.)
gefördert wie etwa der Aufbau neuer und l Umwelt (inkl. Klimawandel) (€ 1.890 Mio.)
die verbesserte Nutzung bestehender l Verkehr (inkl. Luftfahrt) (€ 4.160 Mio.)
Forschungsinfrastrukturen. l Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften (€ 623 Mio.)
Ein besonderes Augenmerk wird l Weltraum (€ 1.430 Mio.)
auch auf die Förderung von kleinen und l Sicherheit (€ 1.400 Mio.)
mittleren Unternehmen (KMU) gelegt.
Das Förderungsprogramm „Forschung
zugunsten von KMU“ beispielsweise soll
innovative KMU bei der Lösung techno-
logischer Probleme unterstützen, indem
Teile der Forschung an Forschungs- und
Entwicklungsdienstleister (Universitäten,
Fachhochschulen etc.) ausgelagert
werden. Die Projekte müssen ein klares
Nutzungs- und Verwertungspotenzial für
die betreffenden KMU aufweisen.
Neu sind im RP7 u. a. die sogenann-
ten Europäischen Technologieplattformen Anbahnungsfinanzierung für EU-Projekte
(ETP) und Joint Technology Initiatives
(JTI), die dazu beitragen sollen, wichtige
europäische Fragestellungen in For-
schung und Entwicklung unter Einbezie-
E ine intensive Beteiligung der
österreichischen Wirtschaft und
Wissenschaft an den EU-Rahmenpro-
gende Organisationstypen: Unterneh-
men oder Berater von Unternehmen,
Kompetenzzentren sowie außeru-
hung von Fachleuten aus verschiedenen grammen für Forschung, technolo- niversitäre wirtschaftsorientierte
Bereichen zu bearbeiten. gische Entwicklung und Demonstration Forschungseinrichtungen.
ist ein prioritäres Ziel der österrei-
chischen Forschungs-, Technologie- RP7-Anbahnungsfinanzierung (AF)
und Innovationspolitik. Um diese Ziele Wissenschaft
Daten & Fakten zu erreichen bietet die Anbahnungs- Die AF WISSENSCHAFT ist offen für
7. EU-Rahmenprogramm finanzierung der österreichischen folgende Organisationstypen: Univer-
Zielgruppe: Unternehmen und Wirtschaft und Wissenschaft finanzielle sitäten, Fachhochschulen, außeruni-
Forschungseinrichtungen Unterstützung bei der Erstellung eines versitäre Forschungseinrichtungen der
RP7 Antrages (Zusammenstellung wissenschaftlichen Forschung, sonstige
Einreichung: nach Ausschreibungsprinzip des Konsortiums, Vorbereitung und wissenschaftsorientierte Organisati-
Schreiben des RP7 Antrags). Ziele der onen, EinzelforscherInnen.
Projekttyp: Grundlagenforschung,
RP7 Anbahnungsfinanzierung sind die
Stärkung österreichischer Antragstel- Die Anträge, sowohl AF Wirtschaft als
Forschung und Entwicklung, Auftrags­
ler/innen im auch AF Wissenschaft betreffend, müs-
forschung für KMU
7. Rahmenprogramm durch Erleichte- sen spätestens 3 Wochen vor der Ein-
rung der Finanzierung der mit der An- reichfrist für die geplante Einreichung
Max. Förderungshöhe: je nach Projekt- bahnung solcher Projekte verbundenen des RP7 Projektes bei der Europäischen
größe, -typ und Organisation verschieden Kosten, die Verbesserung der Chan- Kommission in der FFG eingelangt sein.
cen österreichischer Wirtschaft und Eine Beratung im Vorfeld des AF An-
Konsortium: international; Größe Wissenschaft für erfolgreiche Antrag- trages ist zwar nicht zwingend erforder-
variiert je nach Projektart; in der Regel stellung sowie eine engere Koppelung lich, wird jedoch wärmstens empfoh-
mindestens 3 Partner aus 3 verschie- zwischen Anbahnungsfinanzierung und len. Bei positiver Begutachtung des
denen Ländern (aber Ausnahmen z. B. Beratungsleistungen der FFG. Antrages erfolgt die Auszahlung der 1.
bei Ideas und People) Prinzipiell gibt es 2 Förderschienen Förderrate (max. 50% der anerkannten
der Anbahnungsfinanzierung, deren Gesamtförderung). Nach Abgabe des
Informationen: im Bereich europäische Wahl vom Organisationstyp des Antrag- RP7 Projektes (Ende des AF Projektes)
und internationale Programme der FFG stellers abhängt: muss die Endabrechnung inkl. End-
bericht an die FFG geschickt werden.
Ansprechpersonen: rp7.ffg.at/kontakt Die RP7-Anbahnungsfinanzierung (AF) Nach der positiven Evaluierung und der
Wirtschaft Entlastung erfolgt die Auszahlung des
Die AF WIRTSCHAFT ist offen für fol- restlichen Förderbeitrags.
Internet: www.ffg.at/rp7

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 33


YOUNG
FEASIBILITY
COIN
EUREKA
best practice
EXPERTS

Verkehr unter der Erde Ein Tunnel vom Fliessband

D ie Erschließung des unterirdischen Raums bietet viele


Möglichkeiten, die die Lebensqualität der Europäer
weiter erhöhen sollen. Mit dem EU-Projekt „TUNCONSTRUCT“
(Technology Innovation in Underground Construction)
startete im September 2005 das derzeit weltweit größte
Projekt zum Thema Tunnel- und Tiefbau. Die Projektleitung
liegt beim Institut für Baustatik der TU Graz, beteiligt sind
41 europäische Partnereinrichtungen aus Wissenschaft und
Wirtschaft, das Gesamtvolumen beträgt 26 Millionen Euro.
Die Vision von einer Stadt ohne Autos, in der Feinstaub und
störender Verkehrslärm unter die Erde verbannt sind, rückt
damit ein Stück näher.
Ziel des Projekts ist es, durch Einsatz innovativer Tech-
nologie die Kosten und die Bauzeit für den Tunnel- und Ka-
vernenbau wesentlich zu vermindern und die Sicherheit und
Nachhaltigkeit zu erhöhen. Ein besonderer Schwerpunkt von
„TUNCONSTRUCT“ liegt auf der Errichtung von sicheren und
kostengünstigen Tunnel-Lösungen für den Verkehr auf Straße
und Schiene. Für einen flächendeckenden Ausbau eines
zweiröhrigen europäischen Tunnelsystems in Europa müssen
in den nächsten fünfzehn Jahren etwa 2100 Kilometer Tunnel
gebaut werden. Die Kosten für den Ausbau betragen rund

T
300 Milliarden Euro, so Projekt-Koordinator Univ.-Prof. Dr. unnel und Einhausungen werden derzeit nahezu
Gernot Beer. Um die geplanten Vorhaben rasch durchführen ausschließlich in konventioneller Bauweise errichtet:
zu können, müssen Kosten und Bauzeit reduziert werden. Durch Ortbeton, also Beton, der vor Ort auf der Baustelle
Dazu ist es notwendig, alle Prozesse im Untertagebau zu op- verarbeitet wird und dort in der Schalung abbindet. Der Nach-
timieren. Auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten, die teil dieses Verfahrens: Die Schalung muss errichtet und nach
oft über die Lebenszeit eines Tunnels ähnlich hoch sein kön- Aushärtung wieder abgebaut werden und die Aushärtung des
nen wie die Baukosten, werden unter die Lupe genommen. Betons kostet Zeit.
Durch eingebettete Sensoren oder den Einsatz von Robotern Im Rahmen des EUREKA-Projektes „TUNMODUL“ (und un-
soll hier eine wesentliche Kosten- und Zeitersparnis möglich terstützt durch die Basisprogramme der FFG) hat das Kärntner
sein. Eine Aufgabe der Grazer Forscher ist die Entwicklung Unternehmen S&W Umwelttechnik ein System entwickelt, um
effizienter Simulationsmodelle für den Tunnelbau. Tunnel und Einhausungen aus Fertigteilen bauen zu können.
Entscheidende Einsparungen im Tunnelbau wollen die Dabei werden die Tunnel aus selbsttragenden Fertigteilen aus
Forscher durch einen effizienten Datenaustausch auf der jeweils etwa acht bis zehn Meter Länge gebildet.
Baustelle und neu konzipierte Baumaschinen erreichen. Der Das neue System eignet sich vor allem für kürzere Tunnel
Bauablauf selbst soll größtenteils automatisiert ablaufen, bis zu 400 Meter, sowohl in offener Bauweise als auch im
so dass sich Arbeiter nicht mehr im unmittelbaren Gefahren- bergmännischen Vortrieb, etwa im Straßen- und Bahnbau, für
bereich befinden müssen. Im Rahmen des Großprojekts soll Einhausungen und Unterflurtrassen, Lärmschutz, Grünbrü-
auch die erste europaweite Tunnelbau-Datenbank erstellt cken, Steinschlagverbauung und Lawinenschutz, aber auch
werden, die umfassende Informationen über alle Projekt- für Druckleitungen. Die Bauten können sowohl vollständig
phasen bringen wird. Auf Knopfdruck sollen künftig alle überschüttet, teilüberschüttet oder freistehend sein.
relevanten Daten der europäischen Tunnels von der Planung Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde sowohl der
bis zum Bau verfügbar sein. Ausgerüstet mit umfangreichem Herstellungsprozess, als auch das Gesamtsystem entwickelt.
Datenmaterial und verbunden mit neuesten Visualisierungs- Durch die Bauweise in einzelnen Fertigteilen ist es besonders
methoden wie etwa der „Virtuellen Realität“ soll der Tun- wichtig, die Abdichtung zwischen den Teilen zu gewährleisten.
nelbauingenieur künftig mit Hilfe eines tragbaren Computers Weitere Herausforderungen waren die Anforderungen an die
und eines Datenhelms jederzeit und überall einen umfas- Schallabsorption, die Qualität der Oberfläche und die Wider-
senden und raschen Überblick über alle benötigten Daten standsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse und im Brandfall. Darü-
bekommen. ber hinaus konnte der Tunnelquerschnitt optimiert werden und
auch Versorgungseinrichtungen, Sicherheitseinrichtungen und
Technische Universität Graz, Institut für Baustatik Tunnelportale können nun integriert werden.
8010 Graz, Lessingstraße 25/II Das Ziel des Projekts, ein neues Fertigteil-System für kurze,
Tel. (0316) 873 - 6180 komplexe Trassenführungen bei Tunnels und Einhausungen,
www.tunconstruct.org konnte erfolgreich realisiert werden. Das System ist unter ver-
schiedenen Umgebungsbedingungen anwendbar und erlaubt
deutlich geringere Bauzeiten als die bisherigen Verfahren.

SW Umwelttechnik Österreich GmbH


9021 Klagenfurt, Bahnstraße 87-93
Tel. (0463) 32 109 - 0
www.sw-umwelttechnik.at

34 www.ffg.at
EUREKA

Daten & Fakten


EUREKA
Zielgruppe: Unternehmen,
Forschungseinrichtungen

Einreichung: laufende Einreichmöglich-


keit ohne Einreichtermine

Projekttyp: marktorientierte Forschung


und Entwicklung

Max. Förderungshöhe: bis 50 % in


einem Mix aus Zuschuss und Darlehen

Ansprechperson: Philippe Loward


Tel.: +43 (0)5 7755-4901
E-Mail: philippe.loward@ffg.at

Internet: www.ffg.at/eureka

marktnahe hightech-
forschung im fokus
E
UREKA ist eine europaweite stattfindenden EUREKA-Konferenzen. In
Initiative zur Stärkung der Wett- Österreich erfolgt die Einreichung von
bewerbsfähigkeit, die marktnahe Projekten zumeist bei der FFG, Bereich
Eurostars
Forschung und Entwicklung forciert. Basisprogramme. Diese fördert bis zu 50 Eurostars ist ein gemeinsames Förde-
EUREKA-Mitglieder sind 37 europäische Prozent der Projektkosten, wobei rungsprogramm von EUREKA und der
Länder und die Europäische Union. EUREKA-Projekte eine um fünf Prozent Europäischen Kommission, das speziell
EUREKA unterstützt Unternehmen und höhere Barförderung erhalten. Dane- auf die Bedürfnisse von innovativen,
Forschungseinrichtungen bei der Suche ben bieten die Förderungsstellen der F&E-treibenden KMU eingeht. Kon­
nach geeigneten Förderungsprogram- Bundesländer die Möglichkeit, regionale tinuierliche Einreichung, harmonisierte
men für Projekte, die folgende Kriterien bzw. FFG-Anschlussförderungen zu Ausschreibungen und Abläufe in allen
für die Erlangung des EUREKA-Status beantragen. Weitere Förderungsmöglich- Mitgliedsländern sowie die zentrale
erfüllen müssen: Internationalität keiten bietet der FWF (Fonds zur Förde- Qualifikationsprüfung und Evaluierung
(mindestens zwei Partner aus EUREKA- rung wissenschaftlicher Forschung), der der Projekte durch internationale Expert­
Mitgliedsländern, davon mindestens ein bis zu 100 Prozent jener Projektkosten Innen ermöglichen eine schnelle Förde-
Unternehmen), hoher Innovationsgrad, fördert, die in der Grundlagenforschung rungsentscheidung innerhalb von rund
Marktorientierung, Wirtschaftlichkeit, anfallen. 14 Wochen nach dem sogenannten „Cut
Umweltfreundlichkeit, Realisierbarkeit Das österreichische EUREKA-Büro Off Date“ (Einreichfrist). Dies ermöglicht
und kein militärischer Zweck. unterstützt bei der Suche nach der schnelle Projektergebnisse, die rasch auf
Wichtigstes Merkmal eines EUREKA- optimalen Förderung und der Analyse den Markt gebracht werden können.
Projektes ist sein Bottom-up-Charakter; des Förderungsantrags vor der Einrei- Die Finanzierung aller Partner ist durch
das bedeutet, die Projektteilneh- chung, um die Chancen einer Förderung nationale Gelder gesichert. Erweitert wird
merInnen können jederzeit einreichen zu erhöhen. Darüber hinaus begleitet das Förderbudget durch die Co-Finanzie-
und es gibt keine Beschränkungen das EUREKA-Büro das Projekt während rung der Europäischen Kommission, die
hinsichtlich Projektinhalt, -umfang und der Durchführung bis zur Beendigung. für die gesamte Laufzeit des Eurostars­
-dauer. Die Zuerkennung des EUREKA- Nach erfolgreichem Projektabschluss programms bis 2013 bis zu 100 Mio.
Status für ein F&E-Projekt erfolgt auf bietet EUREKA europaweite Werbung und Euro zur Verfügung stellt.
Basis der Vorschläge nationaler Projekt- Vermarktung, etwa durch die Verbreitung
koordinatorInnen in den viermal jährlich von Success Stories, an. www.ffg.at/eurostars

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 35


ENTERPRISE EUROPE NETW.

technologietransfer spart
zeit und geld
E
uropaweit werden jährlich enorme Summen in For- F&E-Know-how gezielt an die Industrie zu vermitteln. Tech-
schungs- und Entwicklungsprojekte investiert, deren nologietransfer hilft mit, technologische Probleme schneller,
Ergebnisse bereits woanders in Europa von einer Uni- billiger und mit weniger Risiko zu lösen.
versität, einem Technologiezentrum oder einer innovativen Zu diesem Zweck hat die Europäische Kommission das
Firma gelöst worden sind. Ein vorrangiges Ziel des Enterprise Enterprise Europe Network ins Leben gerufen. Es vereinigt
Europe Network ist es daher, zum einen diese Doppelfor- seit Beginn 2008 die früheren „Euro Info Centres“ und die
schung zu verhindern, und zum anderen brachliegendes „Innovation Relay Centres“. Es ist Europas größtes Techno-
logietransfer-Netzwerk mit 600 Büros in 40 europäischen
Staaten.
Das Enterprise Europe Network bietet Unterstützung
Daten & Fakten: sowohl bei der Suche nach den besten technologischen
enterprise europe network Lösungen (Technologieimport) als auch bei der aktiven Ver-
breitung österreichischer Innovationen und F&E-Ergebnisse
Zielgruppe: Unternehmen, Forschungsinstitute, Universitäten (Technologie­export) im europäischen Ausland. So können
und Technologiezentren ­maßgeschneiderte Produktions-, Vertriebs- und Lizenzab-
kommen geschlossen sowie Kooperationspartner für For-
Vermittlung: laufend schungs- und Technologieprojekte gefunden werden.

Projekttyp: Vermittlung von Kooperationspartnern Das Enterprise Europe Network bietet folgende
Serviceleistungen:
Kosten: Die Vermittlungsleistungen des Enterprise Europe l Europaweite Vermarktung von österreichischen Innovationen
Network sind kostenlos! l Europaweite Suche nach den besten technologischen
Lösungen
Ansprechperson: Kurt Burtscher l Internet Datenbank mit 5000 technologischen Innovationen
Tel.: +43 (0)5 7755-4701 l Newsletter – wöchentlich die neuesten Innovationen aus
E-Mail: kurt.burtscher@ffg.at Europa
l Technologie- und Innovationsaudits
Internet: www.EnterpriseEuropeNetwork.at/marktplatz
l Informationen zu EU-Ausschreibungen (Calls) für marktnahe
F&E-Projekte (IKT, Energie, Innovation)

36 www.ffg.at
BEST PRACTICE

Tiroler Spezialanbieter von


passivhaustauglichen Fenstern und
Fassadensystemen expandiert nach Frankreich

F reisinger Fensterbau GmbH aus Ebbs in Tirol hat sich erfolg-


reich auf den Nischenmarkt Holzfenster im Passivhausstan-
dard fokussiert und die Notwendigkeit der Internationalisie-
Der beiderseitige
Nutzen für die Unterneh-
menspartner wird in dieser
rung des Nischengeschäftes früh erkannt. Mit der Gründung Kooperation gut sichtbar
von Optiwin.Net, dem „ Fensterbaupakt“ ging es richtig los. und verdeutlicht eine
Heute fertigen acht Lizenzpartner das passivhaustaugliche bedeutende Voraussetzung
Fensterbauprogramm in 10 Ländern Europas. für erfolgreichen Techno-
Der jüngste Zugang, basierend auf Freisinger Patenten, logietransfer. Für tech-
kommt aus Frankreich. Der neue Partner konnte durch die Mit- nologische Kooperation
arbeit des Enterprise Europe Networks in Lyon und Innsbruck braucht es Gemeinsamkeit
(BEP) gewonnen werden. Die beteiligten EEN Büros waren beim und Zusammenarbeit bei
Technologietransferprozess aktiv und von Beginn an involviert. allen Beteiligten. Dies gilt
Nachdem die relevanten technischen Voraussetzungen des auch für die langjährige Zu-
neuen Partners abgeschlossen sind, können nun ‚Tiroler’ Pas- sammenarbeit Freisingers
sivhausfenster in Frankreich gefertigt werden. mit dem Enterprise Europe
Der Erfolg ist technologisch interessant und wirtschaftlich Network (BEP). Es bedurfte
bedeutend: In Frankreich wurden Energie einsparenden, vieler Schritte zum großen
passivhaustauglichen Fenstern und Fassaden eingeführt und Abschluss.
der französische Partner konnte frühzeitig in einem Zukunfts-
markt mit dem etabliertem und erprobtem Produkt starten. Für Freisinger Fensterbau GmbH
Österreich bedeutet die Kooperation Lizenzeinnahmen und die 6341 Ebbs, Wildbichlerstraße 1
weitere Internationalisierung eines Tiroler Produktes und damit Tel. (05373) 460 46
die Sicherung von Arbeitsplätzen. www.freisinger.at

Mehr Sicherheit auf Europas Strassen


M it über 40.000 Verkehrstoten und 1,7 Millionen Ver-
letzten jährlich in Europa ist die Verkehrssicherheit ein
brennendes Thema. Neben der Verbesserung der Sicherheit
von Automobilen tragen auch bauliche Einrichtungen wie
Leitschienen dazu bei, dass die Anzahl der Verletzten und
Todesfälle in den letzten Jahren langsam aber stetig sinkt.
Aluminium Leitschienen waren in der Vergangenheit aller-
dings schon öfters Auslöser für schwere Unfälle auf Öster-
reichs Straßen. Da die ALU-Leitschienen mit zunehmendem
Alter immer spröder werden, brechen diese bei starkem Auf-
prall und können in die Fahrzeuge eindringen. Dieses bekann-
te Problem konnte die Niederösterreichische Firma Delta Bloc
GmbH in Wöllersdorf (NÖ) durch die neuartige Entwicklung
von Leitschienen aus Beton lösen.
Die aus Beton Fertigteilen bestehenden Leitschienen
geben beim Aufprall nach und absorbieren einen Teil der
Bewegungsenergie. Diese patentierte Absorptionskapazität die Zahl der Opfer bei Unfällen auf belgischen Autobahnen
wird durch ausgeklügelte Verbindungselemente zwischen den verringert werden.
einzelnen Schienen realisiert. Mathias Redlberger, Delta Bloc-Manager: „Anfangs waren
Die Firma MABA hatte großes Interesse ihre patentierte wir skeptisch, dass uns das EEN neue Interessenten bringen
Entwicklung auf dem europäischen Markt zu lizensieren. Zu könnte, da wir bereits eine größere Zahl an Kontakten mit
diesem Zweck wurde von MABA ein Technologieprofil erstellt ausländischen Firmen hatten. Auf der anderen Seite, zwei
und über das Enterprise Europe Network (FFG Partnerbüro) Stunden für das Erstellen eines Technologieprofils ist nicht
an eine Vielzahl von Unternehmen aus der Beton Erzeuger- wirklich viel Zeit, verglichen mit den mühsamen Eigenrecher-
branche in Europa weitergeleitet. chen. Als dann die FFG den Kontakt zu einem der größten
Ein führender belgischer Produzent von Betonfertigtei- Betonhersteller in Belgien hergestellt hatte, waren wir wirklich
len zeigte großes Interesse an dieser innovativen öster- positiv überrascht.“
reichischen Technologie. Gespräche und ein persönlicher
Firmenbesuch in Wöllersdorf führten dazu, dass die belgische Delta Bloc Europa
Firma für die MABA Technologie einen Lizenzvertrag ab- A-2700 Wiener Neustadt, Postfach 154
schloss. Mit der Lizenzproduktion dieser Betonfertigteile in Tel.: 05 7715-470
Belgien sollen die ALU Schienen ersetzt werden und dadurch www.deltabloc.com

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 37


CORNET

Kollektive forschung für KMU


C
ORNET ist eine Initiative im Rahmen des ERA-NET-Sche-
mas (European Research Area) und soll die sogenannte
kollektive Forschung innerhalb der EU vernetzen und
CORNET-Partner
durch gemeinsame Ausschreibungen abstimmen. Kollektive Austria
Forschung dient kleinen und mittleren Unternehmen einer FFG – Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft
gesamten Branche (Branchenlösungen) und wird über Fach- http://www.ffg.at
und Berufsverbände, Innungen oder Cluster organisiert. Die
Belgium-Flanders
Ergebnisse dieser Forschungsprojekte werden den Mitgliedern
IWT – Institute for the promotion of Innovation by Science
der Verbände zugänglich gemacht. Österreich ist in CORNET and Technology in Flanders
durch die FFG vertreten. http://www.iwt.be
Im Rahmen von CORNET werden gemeinsame Ausschrei-
bungen veröffentlicht, um länderübergreifende Projekte durch- Belgium-Wallonia
zuführen, wobei die Projektteilnehmer national unterstützt DGTRE – General Direction for Technology, Research and
Energy
werden (in Österreich durch die FFG). Die Mindestanforderung
http://recherche-technologie.wallonie.be/
für Projektkonsortien sind drei teilnehmende Organisationen
aus drei CORNET-Partnerländern. Cyprus
Die FFG ermöglicht bei CORNET-Anträgen eine Förderung RPF – Cyprus Research Promotion Foundation
des österreichischen Projektteils in der Höhe von maximal 60 http://www.research.org.cy
Prozent. Die restlichen 40 Prozent müssen vom Antragsteller Czech Republic
in bar oder zu maximal 20 Prozent in Form von Sachleistungen MPO – Czech Ministry of Industry and Trade
eingebracht werden. Für die anderen Förderagenturen gelten http://www.mpo.cz
die jeweiligen nationalen Richtlinien für kollektive Forschung. France
Die FFG bietet jedem interessierten Antragsteller Unterstüt- CETIM – Technical centre for mechanical engineers
zung beim Ausbau bzw. der Verstärkung der internationalen http://www.cetim.fr
Kooperation wie etwa die Suche nach und Vermittlung von Germany
Projektpartnern in anderen Ländern (Verbände aus anderen AiF – German Federation of Industrial Research Associa-
CORNET-Partnerländern). tions und BMWi – Bundesministerium für Wirtschaft und
Mögliche Antragsteller und Projektpartner sind ausschließ- Technologie
lich Verbände, Fachverbände, Innungen und Cluster. For- http://www.aif.de oder http://www.bmwi.bund.de
schungsinstitute werden für die Erarbeitung der Lösung von Greece
diesen Antragstellern als Subunternehmer beauftragt. EOMMEX – Hellenic Organization of Small and Medium
Sized Enterprises and Handicraft S.A.
http://www.eommex.gr
Hungary
NKTH – National Office for Reseach and Technology
http://www.eommex.gr
Daten & Fakten: Italy
CORNET IPI – Institute for Industrial Promotion
http://www.ipi.it oder http://www.sviluppoeconomico.gov.it
Zielgruppe: Fach- bzw. Berufsverbände
Polen
NCBIR – National Centre for Research and Development
Einreichung: nach Ausschreibungsprinzip http://www.ncbir.pl
Slovenia
Projekttyp: Forschung und Entwicklung
MHEST – Ministry of Higher Education, Science and Technology
http://www.mvzt.gov.si
Konsortium: Ein Konsortium von mindestens drei Verbänden
Spain
aus den CORNET-Partnerländern ist erforderlich. IMPIVA – Valencian Institute of the Small and Medium-
sized Industry und
max. Förderungshöhe: bis zu max. 60 % mit einem Zuschuss CICI – Industry, Commerce and Innovation Department
of the Generalitat Valenciana
Ansprechperson: Lisa Berg http://www.gva.es und http://www.impiva.es
Telefon: +43 (0)5 7755 - 1205 The Netherlands
E-Mail: lisa.berg@ffg.at SenterNovem und
MINEZ – Ministry of Economic Affairs
Internet: www.ffg.at und www.cornet-era.net http://www.senternovem.nl und
http://www.senternovem.nl
Turkey
TÜBITAK – The Scientific and Technological Research
­Council of Turkey
http://www.senternovem.nl

38 www.ffg.at
e NEWSLETTER

Der neue FFG


eNewsletter
D ie FFG ist mit mehr als 30 Förderprogrammen und einem
breiten Dienstleistungsangebot Ihr bewährter Partner für
Forschung und Entwicklung, Innovation und Technologiever-
wertung und erste Anlaufstelle für anwendungsorientierte und
wirtschaftsnahe Forschung in Österreich.
Mit dem neuen Service „eNewsletter der FFG“ liefern wir Ih-
nen regelmäßig Informationen zu Ihren ausgewählten Themen
in einer übersichtlichen Form. Sie bestimmen selbst, wie viele
und welche Informationen Sie von der FFG zugesandt bekom-
men wollen. Sie können Ihr Profil jederzeit ändern.

Nutzen Sie das kostenlose Service und registrieren Sie sich


jetzt: www.ffg.at/enewsletter/

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 39


ACR

ACR – AUSTRIAN COOPERATIVE


RESEARCH
A
ustrian Cooperative Research (ACR) zu würdigen, hat die ACR den Koope-
ist eine gemeinnützige Vereinigung rationspreis ins Leben gerufen. Ein
von 16 anwendungs- und KMU- Beispiel dazu ist das Projekt „Kleben
orientierten Forschungsinstituten der von Planziegeln“ der Betonwerk Walzer
österreichischen Wirtschaft. Die Institute GmbH gemeinsam mit dem Bautech-
unter dem Dach der ACR, die insgesamt nischen Institut Linz (BTI). Im Rahmen
mehr als 660 Mitarbeiter beschäftigen, dieses Kooperationsprojektes ist es
sind großteils Branchenspezialisten, die gelungen, herkömmlichen Mörtel durch
in engem Kontakt zu Verbänden und In- Poly­urethankleber zu ersetzen, das
nungen stehen. Als zentraler Know-how- bedeutet, dass eine geklebte Wand nun
und Technologievermittler leisten sie geklemmt und hochgehoben werden
einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung kann. Der wesentliche Vorteil liegt in
des Innovationsgehaltes insbesondere der neuartigen Fertigteilproduktion und
für kleine und mittlere Unternehmen der schnellen und trockenen Verarbeit-
(KMU). Dominanter Kompetenzbereich barkeit. Diese Klebetechnologie ist für
der ACR-Institute ist der Bausektor: den Ziegelbau die bedeutendste Inno-
11 von 16 ACR-Instituten bieten in der vation seit der Entwicklung wärmedäm-
Foto: Richard Tamzer

einen oder anderen Art ihre Leistungen mender Hochlochziegel: ein innovativer
der Bauwirtschaft an. Ansatz, der Auswirkungen auf die
Um den Wirtschaftszweig Bau auch in gesamte Branche hat.
Zukunft wettbewerbsfähig zu gestalten,
ist es notwendig Innovation, Forschung
und Entwicklung einzusetzen, um
Johann Jäger langfristig neue Märkte zu erschließen
ACR und Produktivität und Wertschöpfung zu
erhöhen. Entscheidende Effekte werden
mittels Branchenlösungen erzielt, deren
Ergebnisse zur Weiterentwicklung einer
gesamten Branche beitragen.
Branchenlösungen der ACR:
Das von der Forschungsförderungsge-
sellschaft (FFG) geförderte Forschungs-
projekt „Vermeidung und Behebung
der häufigsten Mängel und Schäden im
Hochbau“ des ofi-Institut für Bauscha-
densforschung (IBF) in Kooperation mit
der Bundesinnung Bau basiert auf den
Ergebnissen des 1. Österreichischen Bau- ACR – Austrian Cooperative
schadensberichtes und beschäftigte sich Research
im ersten Projektjahr mit den Abdich- Vereinigung der kooperativen For-
tungen erdberührter Bauteile im Hoch- schungseinrichtungen der österrei-
bau. Dabei wurden die Ursachen von chischen Wirtschaft
Mängel und Schäden an Abdichtungen Haus der Forschung
erdberührter Bauteile sowie die häu- Sensengasse 1, 1090 Wien
figsten Fehlerquellen anhand konkreter Tel.: +43 (0)1 219 85 73
Bauprojekte vor Ort durch die Auswer- Fax: +43 (0)1 219 85 73-13
tung von Sachverständigengutachten Johann Jäger
und durch die Analyse von Planungs- und office@acr.at, www.acr.at
Ausschreibungsunterlagen erhoben. Die
Forschungsergebnisse wurden sowohl in
der IBF-Richtlinie „Abdichtung erdbe-
rührter Bauteile im Hochbau“ und im 2.
Österreichischen Bauschadensbericht
veröffentlicht.
Kooperationsprojekte der ACR:
Um herausragende Innovationen vor
allem von Klein- und Mittelbetrieben

40 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Österreichische Forschungs­
institute, versuchs- und
prüfungsanstalten
mit Zuordnung zu
folgenden Bereichen
Hochbau Tiefbau

Baustoffe Bauprodukte

Verarbeitungs- und Verlegetechniken Technische Dienstleistungen

Recycling, Ökologie und Life-Cycle-Analysen Mess- und Prüftechnik

Bauphysik Erhaltung und Instandsetzung von Bauwerken

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 41


INSTITUTSVERZEICHNIS

Technische Zentrum für Bauphysik


und Bauakustik
universität
Wien
Ansprechperson: Thomas Bednar
Institut für Geotechnik Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13
Telefon: +43 (0)1 588 01-206 02
Fax: +43 (0)1 588 01-206 98
E-Mail: thomas.bednar@tuwien.ac.at
Internet: www.bph.tuwien.ac.at

Fachbereich Grundbau, Bodenmechanik und Felsmechanik Das Zentrum leistet Forschung zur Erfassung und Beschreibung
& Erdbaulabor bauphysikalisch relevanter Prozesse wie z. B. Feuchtigkeits-
transport, Salztransport, Wärmetransport, thermisch-hygrische
Ansprechperson: Stefan Blovsky Speicherprozesse, Strömung und Schallausbreitung. In Lehre
Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13 und Forschung werden dabei Beiträge zur Funktionstüchtigkeit,
Telefon: +43 (0)1 588 01-221 10 Behaglichkeit, Dauerhaftigkeit und Ökologie von Gebäuden
Mobiltelefon: +43 (0)664 302 52 02 geleistet. Dazu zählen dynamische Berechnungen des Wärme-
Fax: +43(0)1 588 01-221 98 und Feuchtigkeitstransportes in Bauteilen und Gebäuden,
E-Mail: blovsky@tuwien.ac.at Entwicklung und Untersuchung von Simulationsverfahren,
Internet: www.igb.tuwien.ac.at Entwicklung bauphysikalischer In-situ-Messtechniken, Bau-
zustandsanalyse und In-situ-Bestimmung von Baustoffeigen-
Die Forschungstätigkeiten des Institutes für Grundbau und schaften mit hoher lokaler Auflösung sowie die Untersuchung
Bodenmechanik der technischen Universität Wien umfassen von Baustoffen und Bauteilen, Entwicklung von Sanierungs-
sowohl theoretische Grundlagenforschung als auch anwen- techniken und -verfahren.
dungsorientierte Forschung im Bereich der Geotechnik (neue
oder optimierte Bauverfahren, Feldversuche und -messungen, Dienstleistungen des Zentrums
Probestrecken etc. im Rahmen einer „wissenschaftlichen • Bearbeitung von Projekten des bautechnischen Wärme-,
Begleitung“). Weiters ist eines der weltweit ältesten Erdbau- Feuchtigkeits- und Brandschutzes
laboratorien dem Institut angeschlossen, das umfangreiche • Erstellen von Gutachten und Expertisen zu Fragen des
bodenphysikalische Materialuntersuchungen, Eignungsprü- bautechnischen Feuchte- und Wärmeschutzes in der
fungen, Weiterentwicklungen etc. ermöglicht. Phase der Bau- bzw. Sanierungsplanung, aber auch der
Baudurchführung
Forschungsschwerpunkte • Erstellen von Gutachten und Expertisen zur bauphysika-
• Bodenmechanik lischen Qualität vorhandener Gebäude durch Messung am
• Felsmechanik Bauwerk, Laboruntersuchung sowie experimentellen und
• Erd- und Grundbau theoretischen Modellbetrachtungen
• Bodendynamik • Erarbeitung von Sanierungskonzepten und -strategien für
• Tunnelbau bzw. Untertagebau nässe- und salzgeschädigte Bauwerke
• generell Umweltgeotechnik • Beratung bauausführender Betriebe bei der Ausführung von
• Geokunststoffe Sanierungsarbeiten
• Hochwasserschutz • Durchführung physikalischer und chemischer Untersu-
• Hangsicherungen & Stützbauwerke chungen an Baustoffproben durch erfahrenes Laborpersonal
• Bodenstabilisierungen & Materialprüfungen mit moderner Analysetechnik
• Geothermie & Erdwärmenutzung
• Verdichtungsverfahren und -kontrollen Forschungsschwerpunkte
• Entwicklung von Bauweisen auf Niedrigenergie-, Passiv- und
Nullenergiehaus-Niveau
• Sanierung von Wohn- und Nutzbauten auf
Niedrigenergiehaus-Niveau
• Baustoffe und Bauweisen zur Sicherung eines gesunden und
behaglichen Raumklimas
• Risk-Assessment von Baukonstruktionen und Bauweisen zur
Sicherung der Nachhaltigkeit
• Verbesserung des Schallschutzes von Gebäuden

42 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Hochbau Institut für Hochbau


und Technologie und Technologie

Zentrum für Baustoffforschung, Werkstoffprüfung und Zentrum für Hochbaukonstruktionen und Bauwerks­
Brandschutz erhaltung E 206/4

Ansprechpersonen: E. Bölcskey, H. Bruckner, Ansprechperson: Andreas Kolbitsch


H. Kirchberger, J. Kirnbauer, Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13 / Stg. 6 / 2. Stk.
Chr. Lebeda, U. Schneider, E. Thelesklav Telefon: +43 (0)1 588 01-21510
Leitung: o.Univ.-Prof. Dr. techn. Dr. h.c.U. Schneider Fax: +43 (0)1 588 01-21599
Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13; 1030 Wien, E-Mail: a.kolbitsch@tuwien.ac.at
Adolf-Blamauer-Gasse 3 Internet: www.hochbau.tuwien.ac.at
Telefon: +43 (0)1 588 01-206 01
Fax: +43 (0)1 588 01-206 99 Das Zentrum verfügt über ein bauphysikalisches Labor und
E-Mail: annemarie.schober@tuwien.ac.at befasst sich in Lehre und Forschung maßgeblich mit folgenden
Internet: www.ibbb.tuwien.ac.at Gebieten:

Forschungseinrichtung der TU-Wien mit den Schwerpunkten Hochbaukonstruktionen


Grundlagenforschung im Bauwesen im Bereich Werkstoffkun- • Entwicklung und Bemessung von Konstruktionsteilen
de, Brandschutz, Bauphysik, Hochbau, Mechanik. • Bemessung von Mauerwerkskonstruktionen
• Sicherheitsüberlegungen im Bauwesen – außergewöhnliche
Forschungsschwerpunkte Einwirkungen
Angewandte Bauforschung insbesondere: • Erdbebensicherung von Hochbauten
• Betontechnologie • Glaskonstruktionen
• hochfeste Betone
• Verbundbaustoffe und Bauteile Altbaukonstruktionen
• Holz Untersuchung, Bewertung und Verstärkung
• Holzbeton und Polymerwerkstoffe
• nachwachsende Rohstoffe Forschungsschwerpunkte
• Nachhaltigkeit von Baustoffen Grundlagen
• Brandschutz • Mauerwerkskonstruktionen unter zyklischen
• Temperaturabhängige Baustoffgrößen Beanspruchungen
• Baustoffentwicklung • Sicherheitskonzepte im Zusammenhang mit außergewöhn-
lichen Beanspruchungen von Bestandskonstruktionen

Angewandte Forschung
• Untersuchung von speziellen Altbaukonstruktionen
• Entwicklung von Sanierungsmaßnahmen und Verstärkungs-
methoden für Mauerwerk, Holzdecken etc.
• Entwicklung von Bemessungsmethoden für nicht normativ
erfasste tragende Bauteile
• Entwicklung von neuartigen Tragstrukturen und Bauteilen

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 43


INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Geotechnik Institut für Interdisziplinäres


Bauprozessmanagement

Fachbereich Ingenieurgeologie
Ansprechperson: Hans Georg Jodl
Ansprechperson: Ewald Tentschert Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13/234-1
Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13 Telefon: +43 (0)1 588 01-234 01
Telefon: +43 (0)1 588 01-203 11 E-Mail: jodl@ibb.tuwien.ac.at
Fax: +43 (0)1 588 01-203 99 Internet: http://ibpm.tuwien.ac.at/
E-Mail: tentschert@tuwien.ac.at
christine.cerny@tuwien.ac.at Das Institut für Interdisziplinäres Bauprozessmanagement
Internet: www.ig.tuwien.ac.at besteht aus den Fachbereichen Baubetrieb und Bauverfahrens-
technik (Hans Georg Jodl), Bauwirtschaft und Baumanagement
Interdisziplinäres Institut, an dem Geologen und Bauingeni- (Andreas Kropik) sowie Industriebau und interdisziplinäre Bau-
eure gemeinsam die Wechselwirkungen zwischen Baugrund planung (Christoph Achammer). Das Institut mit insgesamt 17
und Bauwerk behandeln. Methoden sind: MitarbeiterInnen versteht sich als wissenschaftlicher Dienst-
leister für die Bauwirtschaft und bietet als generellen Schwer-
Ingenieurgeologische Kartografie, Gesteinsuntersuchungen im punkt die Beratung von Bauherren, Planern und Baufirmen
Labor und numerische Modellierungen. Durch Zusammenarbeit zu aktuellen und komplexen Fragestellungen in Planung und
mit Uni Wien (Inst. f. Geowissenschaften) und div. Instituten Umsetzung des Bauprozesses an. Der Fachbereich Industrie-
der TU (Geophysik, Baustofflehre, technische Physik, Inge- bau (Achammer) im Besonderen profiliert sich als Bindeglied
nieurhydrologie, konstr. Wasserbau, Bauwirtschaft) wird die in Forschung und Lehre zwischen der Fakultät für Bauingeni-
Interdisziplinarität in diversen Teilgebieten des Ingenieurwe- eurwesen und der Fakultät für Architektur und Raumplanung.
sens verankert.
Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte • Optimierung der Bauprozessabwicklung, Baustellen­
• Tunnelbau, (bes. mit Tunnelbohrmaschinen), Massenbewe- management, Leistungs- und Kostenprognose im Tunnel-
gungen, numerische Modellierung und Tiefbau, Lebenszyklusanalyse
• Denkmalpflege, Gesteinsverwitterung und -konservierung • Vergabe- und Vertragsmanagement, Kalkulation, Kostenent-
• Hydrogeologie in Fels wicklung und -steuerung
• Projektentwicklung, nachhaltige Planung, Industriebau

44 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Mechanik der Werk- INSTITUT FÜR VERKEHRS­


stoffe und Strukturen (IMWS) WISSENSCHAFTEN

Ansprechperson: Josef Eberhardsteiner Professur für Straßen- und Flugbetriebsflächenbau


Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13 E230/3
Telefon: +43 (0)1 588 01-202 01
Mobiltelefon: +43 (0)664 610 49 30 Ansprechperson: Ronald Blab
Fax: +43 (0)1 588 01-202 82, 202 99 Adresse: 1040 Wien, Gußhausstraße 28
E-Mail: ej@imws.tuwien.ac.at Telefon: +43 (0)1 588 01-233 01
Internet: www.imws.tuwien.ac.at Mobiltelefon: +43 (0)664 610 49 82
Fax: +43 (0)1 588 01-233 99
Die Forschungsaktivitäten des Institutes für Mechanik der E-Mail: rblab@istu.tuwien.ac.at
Werkstoffe und Strukturen umfassen die experimentelle Internet: www.istu.tuwien.ac.at
Charakterisierung und die konstitutive Modellierung von
Werkstoffen auf unterschiedlichen Längenskalen sowie den Wir sind eine innovative Forschungseinrichtung auf dem
Einsatz der entwickelten Materialmodelle in numerischen neuesten Stand der Technik, dessen Stärken im einzigartigen
Strukturanalysen. Das Institut bietet Lehre und Forschung auf Zusammenwirken von wissenschaftlicher Forschung und pra-
folgenden Gebieten an: Festigkeitslehre, Flächentragwerke und xisnaher Anwendung liegen.
Finite-Elemente-Verfahren; Erstellung von Software für Simula- In unseren Lehrveranstaltungen und Seminaren vermitteln wir
tionen des mechanischen Verhaltens von Baumaterialien und aktuelles Wissen über den Bau und die Erhaltung von Straßen
der mechanischen Beanspruchung von Baukonstruktionen. und Flugbetriebsflächen und bieten exzellenten nationalen
Durchführung von Versuchen zur Kalibrierung bzw. Verifizierung und internationalen Studierenden eine fundierte Ausbildung in
mathematischer Materialmodelle. einem attraktiven Umfeld.
Bei der Behandlung aller Teilgebiete legen wir besonderen
Forschungsschwerpunkte Wert auf die Berücksichtigung der Aspekte der Umweltver-
• Theorie: Festigkeitslehre, Flächentragwerke träglichkeit und Nachhaltigkeit sowie auf die Umsetzung der
• Numerische Methoden: Finite-Elemente-Methode, wissenschaftlichen Erkenntnisse in den praktischen Stand der
Randelementverfahren Technik.
• Werkstoffcharakterisierung: Stahl- und Spritzbeton, Böden, Wir verstehen uns als wissenschaftliches Kompetenzzentrum
Holz, Asphalt etc. auf dem Gebiet des Straßenbaus und stehen als zuverlässiger
• Werkstoffmodellierung auf makro- und mikrokontinuums­ Partner im Rahmen nationaler und internationaler Projekte zur
mechanischer Basis Verfügung.
Wir setzen auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter­Innen
– eine attraktive Arbeitsstelle mit herausfordernden und eigen-
verantwortlichen Tätigkeiten. Ein adäquates soziales Umfeld
betrachten wir als gelebte Werte und als Grundlage unserer
täglichen Arbeit.

Forschungsschwerpunkte
• Materialtechnologie
• Baustoffprüfung
• Numerische Modellierung – Struktursimulation
• Zustandserfassung und Life-Cycle-Cost-Analyse (LCCA)

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 45


INSTITUTSVERZEICHNIS

Universität für
Institut für Tragkonstruktionen
Bodenkultur
Wien
Abteilung Stahlbau
Ansprechperson: Josef Fink
Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13
Telefon: +43 (0)1 588 01-213 01
Fax: +43 (0)1 588 01-213 99
E-Mail: stahlbau@tuwien.ac.at
Internet: www.stahl.tuwien.ac.at
Institut für Alpine Naturgefahren
Abteilung Betonbau
Ansprechperson: Johann Kollegger
(IAN)
Adresse: 1040 Wien, Karlsplatz 13
Telefon: +43 (0)1 588 01-212 01
Fax: +43 (0)1 588 01-212 99
E-Mail: betonbau@tuwien.ac.at
Internet: www.betonbau.tuwien.ac.at Department Bautechnik und Naturgefahren
Ansprechperson: Johannes Hübl
Wir betreiben mit dem Institut angewandte Forschung und Adresse: 1190 Wien, Peter-Jordan-Straße 82
Produktentwicklung im Bereich des „Betonbaus“ und „Stahl- Telefon: +43 (0)1 476 54-43 50
und Verbundbaus“. Damit werden wir der Erwartungshaltung Fax: +43 (0)1 476 54-43 90
der Bauindustrie für praxisorientierte, innovative Forschung E-Mail: ian@boku.ac.at
gerecht. Bei Neuentwicklungen und begleitend zur ange- Internet: www.boku.ac.at/ian
wandten Forschung werden die theoretischen Erkenntnisse
durch experimentelle Untersuchungen im modern ausgerüste- Das Institut für Alpine Naturgefahren (IAN) engagiert sich in
ten Versuchslabor ergänzt. Lehre und Forschung und behandelt dabei gravitative Mas-
senverlagerungsprozesse wie Hochwasser, Mure, Rutschung,
Forschungsschwerpunkte Steinschlag und Lawine. Als Bildungsstätte verfügt das IAN
über zahlreiche PC-Arbeitsplätze mit aktuellster Software für
Stahlbau numerische Simulationen aller Art sowie über ein modernst
• Modellbildung für dynamische Einwirkungen bei Stahl- und ausgerüstetes Labor, das sowohl für die Grundlagenforschung
Verbundkonstruktionen als auch für praxisorientierte Projekte dient. Es bietet die Mög-
• Entwicklung von sehr schlanken Fahrbahnkonstruktionen lichkeit, hydraulische, bodenmechanische und rheologische
• Forschung und Entwicklung von speziellen Verbundmitteln Standarduntersuchungen sowie Modellversuche naturge-
(Betondübel) für statische und dynamische (Dauerschwing- fahrenrelevanter Prozesse im kleinen und großen Maßstab
festigkeit) Beanspruchungen durchzuführen. Weiters kann auf eine Klimakammer (bis
–20 °C) zugegriffen werden. 1:1-Versuche im Gelände,
Betonbau Monitoring vor Ort sowie terrestrisches Laserscanning zählen
• Dauerschwingfestigkeit von großen Bauteilen ebenfalls zum Tätigkeitsfeld des IAN.
• Entwicklung von Bauelementen unter Verwendung von
Kunststofffaser-Verbundwerkstoffen Forschungsschwerpunkte
• Herstellungsverfahren für Schalen aus Beton und Eis • Rheologie und Dynamik von Muren
• Integriertes Bauen für Deckenkonstruktionen im Hochbau • Lawinenprognose
• Lawinendynamik
• Schneedeckenaufbau
• Terrestrisches Laserscanning
• Bautypenentwicklung zum Schutz vor Naturgefahren
• Technischer Objektschutz
• Gefahrenzonenplanung
• Vulnerabilität (Objektschutz)
• Risikomanagement
• Monitoring- und Warnsysteme
• Ereignisdokumentation

46 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Department für Bautechnik und Technische


Naturgefahren Universität
graz
Institut für konstruktiven Ingenieurbau

Ansprechperson: Gerhard Molin, Martin Treberspurg Institut für Architektur­


Adresse: 1190 Wien, Peter-Jordan-Straße 82
Telefon: +43 (0)1 476 54-52 50
technologie
Fax: +43 (0)1 476 54-52 99
E-Mail: gerhard.molin@boku.ac.at,
martin.treberspurg@boku.ac.at
Internet: www.boku.ac.at
Ansprechperson: Gernot Kupfer, Roland Pabel
Bereits im Jahre 1883 wurden die bautechnischen Aspekte im Adresse: 8010 Graz, Rechbauerstraße 12
Zuge der „Nutzbarmachung des Landes“ (cultura) an der Uni- Telefon: +43 (0)316 873-6805, 6803
versität für Bodenkultur behandelt. Hat man früher versucht, Mobiltelefon: +43 (0)650 967 88 88
sich in der Natur zurechtzufinden, so beginnen wir heute, die Fax: +43 (0)316 873-6804
Natur zu verstehen und wollen mit der Natur für eine sichere E-Mail: kupfer@at.tugraz.at bzw. pabel@at.tugraz.at
und nachhaltige Zukunft sorgen. In Lehre und Forschung findet Internet: www.at.tugraz.at
dieses Streben immer wieder Ausdruck.
Das Institut für Architekturtechnologie ist eine Forschungs-
Grundlagenforschung einrichtung, die die Weiterentwicklung und den innovativen
In Bereich der Grundlagenforschung werden die Themenreihen Einsatz von Produkten (Baustoffe, Bauteile, Materialien etc.) in
der Sicherheit behandelt. Hier werden speziell die Fachgebiete der Architektur zum Ziel hat. Der Forschungsschwerpunkt liegt
„Probabilistische und stochastische Modellierungen“, „Tempe- in der Verknüpfung von Material, Konstruktion und Entwurf.
ratur, Brand-Untersuchungen: Hoch- und Tunnelbau“, „Model- Neue Materialien und deren Einsatzmöglichkeit bilden ebenso
lierung des Trag- und Verformungsverhaltens“ sowie „Life Cycle einen Schwerpunkt wie die Weiterentwicklung und der Einsatz
Analysis“ und „Monitoring“ vermittelt. von elementaren Baustoffen in der Architektur.

Angewandte Forschung Die Forschung gliedert sich in drei Bereiche:


In Kooperation mit bedeutenden Firmen aus der Wirtschaft, 1. Theoretische Erarbeitung (Grundlagenforschung) der
aber auch als Auftragnehmer von öffentlichen Dienststellen Aufgabenstellung
wird in den Bereichen „Befestigungstechnik, Betontechnolo- 2. Untersuchung von Material, Konstruktion und
gie – Hochleistungsbetone“, „Glaskonstruktionen (structural Einsatzmöglichkeit
glazing) und Befestigungstechnologie“, „Holzverbindungen“, 3. Anwendung bzw. konkreter, exemplarischer Einsatz in der
„Schadensbewertung von Ingenieurkonstruktionen“, „Bau- Architektur
werksüberwachung“, „Entwicklung natürlicher Baustoffe und
Baukomponenten“, Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“, Das Labor ist ausgerüstet mit aktuellsten Softwarepaketen
„Passivhaustechnologie“, „Nachhaltiges Bauen“, „Ressourcen­ (Architektur-, Visualisierungs-, Statik-, Bauphysikprogrammen
optimiertes Bauen“, „Strukturanalysen“, „Probabilistische …). Dem Labor stehen institutsinterne MitarbeiterInnen und
Berechnung existierender Ingenieurtragwerke“ und „Schutz- projektbezogen externes Personal zur Verfügung.
konstruktionen von Naturgefahren“ geforscht.
Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte • Grundlagenforschung Material, Konstruktion und Entwurf
• Befestigungstechnik • Kulturelle Aspekte von Materialien
• Betontechnologie – Hochleistungsbetone • Innovativer Materialeinsatz
• Glaskonstruktionen • Neue Materialien, Baustoffe und deren konstruktiver Einsatz
• Bauwerksüberwachung in der Architektur
• Tragwerksplanung • Neue Anwendungs- bzw. Einsatzgebiete für Baustoffe
• Baukomponenten – Hochbau • Bauteilforschung
• Nachhaltiges Bauen • Forschung im Bereich Material und Konstruktion im Holz-,
• Solares Bauen Beton-, Leicht- und Stahlbau
• Passivhaustechnologie • Einsatz und Weiterentwicklung von elementaren Baustoffen
bzw. deren Konstruktionsmethoden

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 47


INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Architektur und Medien Institut für Gebäude und Energie

Ansprechperson: Urs Leonhard Hirschberg Ansprechperson: Brian Cody


Adresse: 8010 Graz, Inffeldgasse 10/II Adresse: 8010 Graz, Rechbauerstraße 12/1
Telefon: +43 (0)316 873-4721 Telefon: +43 (0)316 873-4751
Mobiltelefon: +43 (0)664 432 56 68 Fax: +43 (0)316 873-4752
Fax: +43 (0)316 873-4723 E-Mail: doris.damm@tugraz.at
E-Mail: iam@tugraz.at, hirschberg@TUGraz.at Internet: www.ige.tugraz.at
Internet: http://iam.tugraz.at
Am Institut für Gebäude und Energie wird das Ziel in Lehre und
Das Institut für Architektur und Medien an der Architektur­ Forschung verfolgt, die Energieperformance von Gebäuden
fakultät der TU Graz wurde 2004 gegründet und deckt die durch Optimierung der Form und Konstruktion zu maximieren.
Themen der Darstellungs- und Simulationsmethoden und der Energieeffiziente Architektur wird als Triade aus minimalem
Architekturinformatik in Forschung und Lehre ab. Der For- Energieverbrauch, optimalem Raumklima und architekto-
schungsschwerpunkt „Augmented Architecture“ gliedert sich nischer Qualität begriffen. Die Forschung am Institut spannt
in drei Bereiche: ein breites Spektrum von Untersuchungen über die Energieeffi-
zienz von einzelnen Gebäudesystemen bis hin zu Forschungs-
1. Creative Collaboration. Neue Methoden der vernetzten vorhaben im städtebaulichen Maßstab. Computersimulati-
­Zusammenarbeit (z. B. Open-Source-Umgebungen in der Lehre) onen bilden zum einen den methodischen Schwerpunkt der
Forschung, werden aber auch als Lehrmittel verwendet, um
2. Digital Design and Production. Rendering, Animations- und die thermischen und energetischen Vorgänge in Gebäuden zu
Simulationssoftware, generative Programmierung, digitale illustrieren.
Entwurfsstrategien. Digitalwerkstatt für digitalen Modellbau.
Möglichkeiten der Mass-Customization in der Architektur. Forschungsschwerpunkte

3. Hybrid Environments. Medienlabor mit optischem Tracking- • Gebäudeform und Energie


System: Experimentelles Erforschen der medial erweiterten - Untersuchungen zur Beziehung zwischen Gebäudeform
Interaktion mit (virtuellen) Räumen. und Energie
- Beitrag Nutzungsneutralität zur Nachhaltigkeit
Forschungsschwerpunkte • Energieeffizientes Gebäudeverhalten
- Maximierung der Energieeffizient von Bürogebäuden
Augmented Architecture: - CO2 in Schulen
• Creative Collaboration - Sanierungskonzepte bestehender Gebäude
- Entwicklung von Systemen zur datenbankgestützten - Evaluierung von Klima- und Energiekonzepten im Bestand
­vernetzten Zusammenarbeit • Intelligente Fassaden
- Visualisierung vernetzter Prozesse - Adaptive Fassaden (anpassungsfähige Gebäudehüllen)
• Digital Design and Production - Doppelfassaden und ihr Einfluss auf die Energieeffizienz
- Digitale Entwurfsstrategien - Nutzungsneutralität und die Anforderungen an die
- Architekturvisualisierung Gebäudehülle
- Möglichkeiten der Mass-Customization in der Architektur • Energieeffiziente Lüftung
- Digitalwerkstatt (Lasercutter, 3-D-Printer, 3-D-Scanner, u. a.) - Hybride Lüftungskonzepte für Bürogebäude
für integrierte Prozesskette im digitalen Entwurfsprozess • Energie- und Stadtentwicklung
• Hybrid Environments - Der Beitrag von Hochhäusern zur Nachhaltigkeit
- Medial erweitertes Interagieren mit (virtuellen) Räumen europäischer Städte
- Medienlabor mit optischem 3-D-Tracking-System, Sensoren

48 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Holzbau Institut für Materialprüfung


und Holztechnologie und Baustofftechnologie mit
­angeschlossener TVFA für
­Festigkeits- und Materialprüfung
Ansprechperson: Gerhard Schickhofer
Adresse: 8010 Graz, Inffeldgasse 24
Telefon: +43 (0)316 873-4600
Fax: +43 (0)316 873-4619 Ansprechperson: Peter Maydl
E-Mail: gerhard.schickhofer@tugraz.at Adresse: 8010 Graz, Inffeldgasse 24
Internet: www.lignum-testcenter.at Telefon: +43 (0)316 873-7151
Fax: +43 (0)316 873-7650
Die Ausbildung der Studierenden ist die Hauptaufgabe des E-Mail: office@tvfa.tugraz.at
Institutes für Holzbau und Holztechnologie (Lignum Study). Internet: www.tvfa.tugraz.at
Den Studierenden wird mit einer grundlagen- und forschungs-
basierten aber auch praxisnahen Lehre fundiertes Fachwissen Institut und angeschlossene akkreditierte Prüf- und Überwa-
verbunden mit der Kompetenz einer disziplinübergreifenden chungsstelle befassen sich mit den physikalischen (primär:
Zusammenarbeit vermittelt. mechanisch-technologischen) sowie chemischen Eigen-
Das Institut bewegt sich im Bereich der Forschung (Lignum schaften der im Bauwesen verwendeten Bau- und Werkstoffe
Research) in seinen Kernkompetenzen, geleitet vom Bestreben mit dem Schwerpunkt mineralische Baustoffe und Stahl. Ne-
einer gezielten Nutzung von Schnittbereichen und somit neuer ben den klassischen Aufgabenstellungen der Materialprüfung
Grenzgebiete zwischen wissenschaftlichen Disziplinen. Das einschließlich der laufenden Überwachung der Herstellung von
Institut kooperiert mit internationalen Unternehmen, wodurch Bauprodukten werden thematisch verwandte Aufgabenstellun-
die Aktualität der angewandten Forschung sichergestellt wird, gen der Baustoffforschung bearbeitet. Das Institut ist bestrebt,
die wiederum in Interaktion zur Grundlagenforschung steht. im Rahmen des Bautechnikzentrums (BTZ) der TU Graz in
Der Bereich Lignum Engineering befasst sich mit Ingenieur- Kooperation mit den anderen Instituten (Bauphysik, Labor der
leistungen und Beratungstätigkeiten in vielen Bereichen des konstruktiven Institute, Holzbau) verstärkt interdisziplinäre
Holzbaues und der Holztechnologie. Forschung zu betreiben. Einen neuen Arbeitsschwerpunkt stellt
Für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft steht auch das der Themenbereich „Nachhaltiges Bauen“ dar, in dem Fragen
Lignum Test Center LTC als notifizierte und akkreditierte Prüf- der ökologischen Bewertung von Bauprodukten, Lebenszyklus­
und Überwachungsstelle zur Verfügung, um die F&E-Arbeiten analysen sowie Wirtschaftlichkeitsaspekte behandelt werden.
bis hin zu zugelassenen Bauprodukten zu begleiten. Die vom Institut angebotene Lehre umfasst neben Grundlagen
der Baustofflehre auch Vertiefungen in Betontechnologie,
Die Bearbeitung der Themen entlang der Strukturhierarchieket- nachhaltiges Bauen, Bauschadensanalyse sowie Baustoffe im
te Holz steht im Einklang mit den Forderungen der Gesellschaft Straßenbau. Die Lehre für Studierende der Bauingenieurwis-
hinsichtlich Nachhaltigkeit und der in Zukunft immer stärker senschaften wird künftig um postgraduale Ausbildungsange-
werdenden Forderung nach ressourceneffizienten ökolo- bote für die Baupraxis erweitert.
gischen Bauwerken infolge der globalen Energieproblematik
verbunden mit der CO2-Thematik. Forschungsschwerpunkte
• Nachhaltiges Bauen: Umweltdeklarationen und ökologische
Forschungsschwerpunkte Bewertung von Bauprodukten, Kreislauffähigkeit, Lebens-
dauer, Lebenszyklusanalysen,
Area 1 Holzbau – Bemessung und Konstruktion • Bauwerkssanierung: Werkstoffeigenschaften, Entschei-
• Holz-Massivbauweise mit Brettsperrholz (Platten- und Schei- dungsmodelle, Korrosionsschutz im Stahlbetonbau,
bentragwirkung; Mechanik, Langzeitverhalten, bauphysika- Bauwerksdiagnostik
lische Aspekte, Bemessungssoftware) • Mineralische Bindemittel: rheologische Eigenschaften von
• Einsatz von Laubhölzern im Baubereich (Kennwertermitt- Mörteln, Zementchemie
lungen, Verbindungstechnik)
• Verbindungstechnik im Holzbau (Schraubentechnologie,
Verstärkungsmaßnahmen)

Area 2 Holztechnologie – Material und Strukturen


• Brettschichtholzforschung
• Brettschichtholz, Vollholz, Geprüfte Leimholzträger GLT®:
Produktentwicklungen und -optimierungen
• Qualitätssicherung bei der Produktion stabförmiger
Holzprodukte
• Sortierung unterschiedlicher Holzarten (Nadel- und Laubhöl-
zer) bis hin zum gezielten Einsatz im Baubereich
• Materialmodellierung und Simulation
• Monitoring von Produktionsprozessen

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 49


INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Raumgestaltung INSTITUT FÜR HOCHBAU UND


BAUPHYSIK: LABOR FÜR BAUPHYSIK

Ansprechperson: Irmgard Frank


Adresse: 8010 Graz, Rechbauerstraße 12/2 Ansprechperson: Heinz J. Ferk
Telefon: +43 (0)316 873-6481 Adresse: 8010 Graz, Inffeldgasse 24
Fax: +43 (0)316 873-6980 Telefon: +43 (0)316 873-1301
E-Mail: i.frank@tugraz.at Fax: +43 (0)316 873-1320
Internet: www.raumgestaltung.tugraz.at E-Mail: bauphysik@tugraz.at
Internet: www.bauphysik.tugraz.at
Im Institut für Raumgestaltung werden konzeptionell entstan-
dene – „imaginierte“ – Architekturideen mittels physisch Das Institut für Hochbau und Bauphysik ist Fachbereich in der
erfassbarer Raumwahrnehmung umgesetzt. Neue Medien und Lehre als auch in der Forschung tätig.
Lichttechnik sind als Simulationsinstrumentarien für diese Das im Bautechnikzentrum BTZ der TU Graz eingerichtete Labor
experimentelle Annäherung an eine Raumproduktion gedacht. für Bauphysik als Lehr- und Forschungslabor aber auch als
Diese Forschungsexperimente finden sowohl im Raum- und notifizierte, akkreditierte Prüf- und Überwachungsstelle befasst
Lichtlabor als auch an externen Orten statt (im Alltagsraum, im sich mit bauphysikalisch-hochbaukonstruktiven Fragestel-
inszenierten, dramaturgischen Raum etc.). lungen. Es verfügt u. a. über Messeinrichtungen für Schall-
dämmung, -Längsleitung, -Schallabsorption, U-Wert (Hotbox),
Der Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Raumwirkung Luftdichtigkeit (Blower Door) und Luftdurchlässigkeit, Fassa-
von Licht. Das heißt, die psychologische und physiologische den- und Fensterprüfstand, Pendelschlag, Freiklimaprüfstand,
Wirkung von Licht auf den Menschen wird überprüft und die Behaglichkeitsmesstechnik, mobile Schall- und klimatische
Raumqualitäten durch den Einsatz von Licht als Gestaltungs- Messdatenerfassung. Auch spezifische Untersuchungen z. B.
mittel analysiert und definiert. unter solarer Einstrahlung, mit Laservibrometer, Thermogra-
phie, akustischer Kamera, Wärmeleitfähigkeit, Wasserdampf-
Forschungsschwerpunkte durchlässigkeit etc. sind nach Absprache in Kooperation mit
• Licht Forschungspartnern möglich. So werden mit spezifischen
• Form/Material/Detail Labors im BTZ auch Untersuchungen unter statischen und
• Experimentelles, konzeptionelles und forschendes Entwer- dynamischen Belastungen von Bauteilen sowie unter klima-
fen im Umgang mit innovativen Medien / Technologien bis tischer Belastung bearbeitet. Darüber hinaus werden spezi-
zu Raummodellen 1:1 bis 1:50 fische Forschungsprojekte, Simulations- und bauphysikalische
• Simulation von Tageslichtqualitäten und Schaffen von Berechnungen, Normungsarbeit, Beratungen, Seminare und
Analogien mit artifiziellen Lichtquellen Vorträge durchgeführt.
• Wirkung von Lichtfarbe innerhalb des Farbspektrums des
Tageslichtes Forschungsschwerpunkte
• Möglichkeiten dynamischer Lichttechnik • Schallschutz und Akustik
• Wirkung und Zusammenspiel von Licht und Material (Be- • Wärme- und feuchtetechnische Fragestellungen
zugsmöglichkeit zum architektonischen Umfeld) • Innovative Fenster-, Fassaden- und Metallbautechnik
• Raumwirkung von Licht hinsichtlich architektonischer Qua- • Lärmschutzwände
lität als auch hinsichtlich von Wahrnehmungsprozessen • Bauphysik im Massiv- und Leichtbau, Holzbau
• Interdisziplinär: Gebäude und Energie, Medientechnik, • Neue Bausysteme und Bauweisen aus hochbaukonstruktiver
Psychologie und bauphysikalischer Sicht
• Interaktionen mit Kunst- und Kulturschaffenden ­(Theater, • Nachhaltige Konstruktionslösungen im Hochbau
Bühne, öffentlicher Raum) • Bauschadenanalyse und Diagnostik
• Vergleichende Bauteilanalyse

50 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Montan- Lehrstuhl Subsurface Engineering


Universität (SE) am Department Mineral Resour-
ces and Petroleum Engineering
Leoben

Lehrstuhl für Gesteinshüttenkun- Ansprechperson: Robert Galler


de am Department Mineral Resour- Adresse: 8700 Leoben, Erzherzog-Johann-Straße 3
Telefon: +43 (0)3842 402-3401
ces and Petroleum Engineering Fax: +43 (0)3842 402-6602
E-Mail: subsurface@unileoben.ac.at
Internet: www.subsurface.at

Der Lehrstuhl für Subsurface Engineering (SE) an der Montan-


universität Leoben beschäftigt sich in Lehre und Forschung
Ansprechperson: Harald Harmuth mit Fragestellungen der Geotechnik besonders im Bereich des
Adresse: 8700 Leoben, Montanuniversität untertägigen Hohlraumbaus.
Telefon: +43 (0)3842 402-3201
Fax: +43 (0)3842 402-3202 Forschungsschwerpunkte liegen bei der Ermittlung des Ge-
E-Mail: ghk@unileoben.ac.at birgsverhaltens und des Systemverhaltens Gebirge-Bauwerk
Internet: http://institut.unileoben.ac.at/coc einschließlich der erforderlichen Stütz- und Sicherungsmittel.
Das Technikum für Materialprüfung (TMT) sowie numerische
Der Lehrstuhl für Gesteinshüttenkunde ist in Forschung und Software bieten Hilfestellung für die Lösung einer Vielzahl an
Lehre auf dem Gebiet der mineralischen Baustoffe inklusive geotechnischen Problemstellungen.
der mineralischen Bindemittel und Feuerfestbaustoffe, der
Keramik (insbesondere Grobkeramik) und des Glases tätig. Forschungsschwerpunkte:
Dabei werden die Bereiche Aufbau, Eigenschaften, Anwendung • (Langzeit-)Materialverhalten von Geomaterialien insbeson-
und Herstellung dieser Materialien behandelt. Als universitäre dere Spritzbeton und Fels
Organisationseinheit übernimmt der Lehrstuhl für Gesteinshüt- • Systemverhalten Gebirge-Bauwerk (einschließlich Stütz- und
tenkunde vorwiegende keine Laboraufträge, sondern problem- Sondermaßnahmen, z. B. Ankerung und Injektionen)
orientierte innovative technisch-wissenschaftliche Aufgaben. • Parameteridentifikation für verschiedene Materialgesetze
• Felsmechaniklabor (einaxiale-, triaxiale Druckversuche,
Forschungsschwerpunkte ­direkte und indirekte (Brazilian Test) Zugversuche, Point-
• Materialspezifisch: Load-Test, u. v. m.)
- Mineralische Bindemittel und Baustoffe • Software (FLAC, FLAC3D, UDEC, 3DEC, PLAXIS)
- Feuerfestbaustoffe
• Methodenspezifisch:
- Schadensanalyse und Vermeidung von Baustoffschäden
- mikrostrukturelle Untersuchungen
- Bestimmung der mechanischen Eigenschaften und bruch-
mechanische Charakterisierung
- Finite-Elemente-Simulation des mechanischen und thermo-
mechanischen Verhaltens
- Thermochemische Berechnungen
- Prozesssimulation

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 51


INSTITUTSVERZEICHNIS

Universität Institut für Grundlagen der ­


Bau­ingenieurwissenschaften
Innsbruck

Arbeitsbereich für Festigkeitslehre, Baustatik und


Institut für Grundlagen der ­ Tragwerkslehre
Ansprechperson: Günter Hofstetter
Bau­ingenieurwissenschaften Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13
Telefon: +43 (0)512 507-6720
Fax: +43 (0)512 507-2908
E-Mail: Guenter.Hofstetter@uibk.ac.at
Internet: http://ibft.uibk.ac.at
Arbeitsbereich Mechanik
Ansprechperson: G. I. Schuëller Die vom Arbeitsbereich für Festigkeitslehre, Baustatik und Trag-
Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13 werkslehre behandelten wissenschaftlichen Themen umfassen
Telefon: +43 (0)512 507-6840 die Grundlagenforschung und angewandte Forschung auf den
Fax: +43 (0)512 507-2905 Gebieten der analytischen, numerischen und experimentellen
E-Mail: Mechanik@uibk.ac.at Methoden der Festigkeitslehre und Baustatik. Der Schwer-
Internet: www.uibk.ac.at/mechanik/index.html punkt liegt in der Entwicklung von Berechnungsverfahren zur
numerischen Simulation des nichtlinearen Verhaltens von Bau-
Der Arbeitsbereich Mechanik des Instituts für Grundlagen der werken und Strukturen und der Verifizierung der numerischen
Bauingenieurwissenschaften an der Leopold-Franzens-Univer- Rechenmodelle mithilfe experimenteller Methoden.
sität Innsbruck, Österreich, konzentriert sich seit 25 Jahren mit
seinen Forschungsaktivitäten auf die Bereiche Stochastische Forschungsschwerpunkte
Strukturanalyse und -mechanik, auf die Zuverlässigkeitsana- • Werkstofflich und geometrisch nichtlineare
lyse von Strukturen sowie auf die Sicherheitsanalysen von Finite-Elemente-Methoden
Tragwerken, einschließlich der erforderlichen Software-Ent- • Mehr-Phasen-Formulierungen für teilgesättigte Böden
wicklung. Diese Methoden ermöglichen eine rationale Behand- • Numerische Modellierung des nichtlinearen Materialverhal-
lung von Unsicherheiten, die in fast allen Berechnungs- und tens von Beton und Böden
Bemessungsprozessen auftreten. Somit ermöglichen diese • Experimentelle Verifizierung von Rechenmodellen
Methoden eine quantitative Abschätzung der Sicherheit und • In-situ-Messungen an Baukonstruktionen
Zuverlässigkeit, die durch herkömmliche deterministische
Methoden nicht durchführbar ist.

Forschungsschwerpunkte
• Zuverlässigkeitsberechnung von Tragwerken Arbeitsbereich für Angewandte Mechanik
• Stochastische Dynamik Ansprechperson: Christoph Adam
• Probabilistische Bruchmechanik und Ermüdungsberechnung Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13
• Entwicklung von Software für Zuverlässigkeitsanalyse Telefon: +43 (0)512 507-6586
Fax: +43 (0)512 507-2908
E-Mail: amech@uibk.ac.at
Internet: http://www.uibk.ac.at/amech/

Der Aufgabenbereich des Arbeitsbereichs für Angewandte


Mechanik umfasst die Forschung und Lehre auf den Gebieten
der Angewandten Mechanik und Baudynamik in Theorie, Expe-
riment und Anwendung. In der wissenschaftlichen Forschung
stehen die Entwicklung und praktische Umsetzung analytischer
und numerischer Berechnungsverfahren als auch experi-
mentelle Aufgaben der Strukturdynamik im Vordergrund. Die
angewandte Forschung erfolgt in Kooperation mit Partnern aus
der Wirtschaft und Industrie.

Forschungsschwerpunkte
• Modellierung linearer und nichtlinearer Strukturen unter
dynamischer Belastung
• Erdbebensicherheit von Tragwerken
• Schwingungstilgung und Schwingungsdämpfung
• Schwingungsmesstechnik und Messdatenauswertung im
Labor und in Baustellenumgebung
• Erschütterungsmessungen, Erschütterungsausbreitung in
Bauwerken und im Untergrund

52 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Grundlagen der Institut für Infrastruktur


Bauingenieurwissenschaften

Arbeitsbereich für Eisenbahnwesen und öffentlicher Verkehr


Ansprechperson: Erich Kopp
Arbeitsbereich für Vermessung und Geoinformation Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13
Ansprechperson: Günter Chesi Telefon: +43 (0)512 507-6700, Sekretariat: 6701
Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13 Fax: +43 (0)512 507-2909
Telefon: +43 (0)515 507-6751 E-Mail: johanna.burgstaller@uibk.ac.at
Fax: +43 (0)515 507-2910 Internet: http://eisenbahnwesen.uibk.ac.at
E-Mail: guenter.chesi@uibk.ac.at
Mess- und Auswertetechnik für die Beurteilung des Eisen-
Die insgesamt vier wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des bahnoberbaues (z. B. Spannungsmessungen, Wegmessungen,
Arbeitsbereiches befassen sich mit dem gesamten Gebiet Beschleunigungsmessungen, Verschleißmessungen).
der Geodäsie mit Ausnahme der Teilgebiete Erdmessung und
Topografie. Forschungsschwerpunkte
• Eisenbahnoberbau
Forschungsschwerpunkte - verschiedene Oberbaukonstruktionen, Schwellenbesoh-
• GPS (satellitengestützte Koordinatenbestimmung) lungen, Feste Fahrbahnen, Oberbauarten mit Asphaltpla-
• Fotogrammetrie und Laserscanning num, Schienenbefestigungen, Zwischenlagen
• Fernerkundung (Luftbildmessung) - Übergangskonstruktionen von Festen Fahrbahnen auf
• Geografische Informationssysteme Schotteroberbau
• Bauaufnahmen - Untersuchungen von Brücken mit durchgehend geschweiß-
• Archäologische Vermessungen ten Schienen ohne Ausziehvorrichtungen
• Höhere Geodäsie (Lotabweichungen aus astronomischen - Untersuchungen gummiummantelter Schwellen unter-
Messungen) schiedlicher Steifigkeiten auf Festen Fahrbahnen
• Versuche auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke der ÖBB
- Weichen mit verschiedenen Rollensystemen
- Bewegungen von Gleisen in Bögen mit sehr hoher Sei-
tenbeschleunigung in Richtung waagrecht-quer, Feste
Fahrbahnen in der Geraden, im Bogen, im Tunnel
• Schienenverschleiß
- Verschleiß von Außen- und Innenschienen in engen Bögen
von Gebirgsstrecken, Seitenverschleiß, Höhenverschleiß,
Verschleißfläche unterschiedlicher Schienengüten
- Oberflächenverschleiß, Schlupfwellenbildung an der bogen­
inneren Schiene in engen Bögen, Oberflächenrauigkeit
• Sonderprofilierungen von Schienen, asymmetrisches
Schienenschleifen im direkten Zusammenhang mit einer
Gleisdurcharbeitung

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 53


INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Infrastruktur Institut für Infrastruktur

Arbeitsbereich für Geotechnik und Tunnelbau (IGT) Arbeitsbereich für Straßenbau und Verkehrsplanung
Ansprechperson: Dimitrios Kolymbas Ansprechperson: Heinz Tiefenthaler
Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13 Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13a
Telefon: +43 (0)512 507-6671 Telefon: +43 (0)512 507-6901
Fax: +43 (0)512 507-2996 Fax: +43 (0)512 507-2906
E-Mail: geotechnik@uibk.ac.at E-Mail: strassenbau-C811@uibk.ac.at
Internet: geotechnik.uibk.ac.at Internet: www.uibk.ac.at/strassenbau

Der Arbeitsbereich für Geotechnik und Tunnelbau deckt in Die Hauptaufgaben des Arbeitsbereichs sind die Erforschung
seinen Vorlesungen folgende Wissensgebiete ab: Bodenme- und Entwicklung neuer Technologien für die nachhaltige
chanik, Felsmechanik, Grundbau, Tunnelbau, Schnee- und Gestaltung der Verkehrssysteme. Schwerpunkte sind der
Eismechanik, Lawinenkunde. Diesbezügliche Diplomarbeiten ­motorisierte Straßenverkehr und die Bevorzugung des
beinhalten Labor- und/oder numerische Untersuchungen. Im ­Umweltverbundes (Fußgänger, Radfahrer, öffentlicher Per-
geotechnischen Labor finden Standarduntersuchungen von sonennahverkehr) sowie Fragen des Umweltschutzes (Lärm,
Bodenproben statt, darüber hinaus werden Modellversuche Schadstoffe).
zur Validierung von numerischen Berechnungen durchgeführt.
Der Arbeitsbereich engagiert sich auch in der Berufsfortbil- Forschungsschwerpunkte
dung und veranstaltet den jährlichen Tiroler Geotechnik- und • Ruhender Verkehr: Stellplatzbedarf verschiedener baulicher
Tunnel­bautag sowie diverse Summerschools, einige davon mit Nutzungen, Parkleitsysteme
EU-Unterstützung. Der Arbeitsbereich ist stark in die internati- • Verkehrsbeeinflussungsanlagen: umweltgesteuerte
onale Forschung eingebunden, u. a. durch seine Mitgliedschaft Strategien
in der ALERT-Gruppe (www.alert.epfl.ch) sowie durch diverse • Verkehrsberuhigung: Beurteilungsverfahren für Geschwin-
bilaterale Kooperationen. digkeitsbeschränkungen im Ortsgebiet
• Lärm: Berechnungsmodelle, Messung
Forschungsschwerpunkte des Emissionsschallpegels
• Materialmodelle für Boden
• Verbesserte numerische Verfahren für Geotechnik
• Eis-, Schnee- und Lawinenmechanik
• Ortsbruststabilität
Institut für Konstruktion und
• Tunnelvortrieb im druckhaften Gebirge Materialwissenschaften
• Boden- und Felsbewehrung

Arbeitsbereich für Baubetrieb, Bauwirtschaft und


Baumanagement
Ansprechperson: Arnold Tautschnig
Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13a
Telefon: +43 (0)512 507-6521
Fax: +43 (0)512 507-2991
E-Mail: baubetrieb@uibk.ac.at
Internet: www.uibk.ac.at/i3b

Der Arbeitsbereich umfasst sieben wissenschaftliche (zwei


Professoren, fünf Assistenten) und zwei nichtwissenschaftliche
Stellen. Inhalt von Forschung und Lehre bilden die Fachgebiete
Baubetrieb, Bauwirtschaft und Baumanagement. Baubetrieb
und Bauwirtschaft behandeln die Sichtweise der ausführenden
Unternehmen, während sich der Fachbereich „Baumanage-
ment“ eher mit der Sichtweise des Auftraggebers befasst.

Forschungsschwerpunkte
• Entwicklung neuer Materialien im Tunnelbau
• Baubetriebliche Modellierung im Tunnelbau
• Weiterentwicklung im Bereich Risikomanagement (für Auf-
tragnehmer und Auftraggeber)
• Weiterentwicklung neuer Abwicklungsmodelle
(Maximalpreismethode)

54 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Grundlagen der Institut für Konstruktion und


Bauingenieurwissenschaften Materialwissenschaften:
Arbeitsbereich für Holzbau

Arbeitsbereich für Technische Mathematik

Ansprechperson: Michael Oberguggenberger Ansprechperson: Michael Flach


Adresse: A-6020 Innsbruck, Technikerstraße 13 Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13
Telefon: +43 (0)512 507 6824 Telefon: +43(o)512 507-36000
Fax: +43 (0)512 507 2941 Fax: +43 (0)512 507-36999
E-Mail: michael.oberguggenberger@uibk.ac.at E-Mail: michael.flach @uibk.ac.at, holzbau@uibk.ac.at
Internet: http://techmath.uibk.ac.at Internet: www.uibk.ac.at/holzbau

Der Arbeitsbereich vertritt Ingenieurmathematik, Angewandte Der Stiftungslehrstuhl Holzbau wurde im Mai 2002 am dama-
Analysis sowie Numerik und Bauinformatik in Forschung und ligen Institut für Stahlbau, Holzbau und Mischbautechnologie
Lehre. Lehrveranstaltungen zu speziellen Themen wie etwa eingerichtet und nach erfolgreicher Evaluierung 2007 von der
Finite Elemente, Risikoanalyse und Wahrscheinlichkeitstheorie Universität Innsbruck als selbständiger Arbeitsbereich am
werden angeboten. Neben der Beteiligung an den Forschungs- Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften langfristig
schwerpunkten „Computational Engineering“ und „Alpine übernommen. Heute verfügt der Arbeitsbereich Holzbau über
Infrastructure Engineering“ wird theoretische und angewandte ein Sekretariat und 5 wissenschaftlichen Mitarbeitern. Hinzu
mathematische Forschung betrieben und es werden Projekte kommen wissenschaftliche Mitarbeiter aus der Fortsetzung der
mit Baufirmen durchgeführt. Die Hauptforschungsgebiete am „kleinen Stiftung“ - die Einrichtung eines Servicepointes ist
Arbeitsbereich sind partielle Differentialgleichungen, sto- geplant. Neben dem akkreditierten Labor verfügt der Arbeits-
chastische und probabilistische Methoden in den Ingenieur- bereich über ein Modellbaulabor, das im Rahmen der praxiso-
wissenschaften und in der Risikoanalyse sowie Numerik von rientierten Ausbildung für Architekten und Bauingenieure stark
Differentialgleichungen. Partnern aus der Bauwirtschaft kann eingebunden ist.
Unterstützung in jeglicher Art der mathematischen Modellbil-
dung in den Ingenieurwissenschaften geboten werden, von Forschungsschwerpunkte
statistischen Analysen über Fuzzy-Methoden und numerischen
Berechnungen bis zu Ablauf-und Strukturanalysen mit Metho- Alpine Infrastructure Engineering
den des Operations Research. • Holz- und Holz-Beton-Brücken im alpinen Raum
• Holzbrücken für Baumwipfelwege und Erlebnispfade
Forschungsschwerpunkte • landwirtschaftliche Nutzbauten im alpinen Raum
• Lineare und nichtlineare partielle Differentialgleichungen
• Numerik von Differentialgleichungen, Biomechanik Innovative Baustoffe, Bauverfahren und Konstruktionen
• Stochastische und probabilistische Methoden in den • Holz-Beton-Verbunddecken aus vorgefertigten Elementen
Ingenieurwissenschaften • Holzleichtbeton Wand- und Deckensysteme
• Risikoanalyse und Projektmanagement • neue Produkte für massive Holzplattenprodukte und
Bauweisen

Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Gesundheit


• integriert geplante hocheffiziente Energie- und Gesell-
schaftssysteme für nachhaltige Lebensformen der Zukunft
• Österreichhaus für die Olympischen Spiele 2010 in Whistler/
Kanada in Passivhaus-Standard
• Schule ohne Stress – Raumklima in Schulbauten
• VOC-Untersuchungen für gesundes Bauen in
Holzkonstruktionen
• Qualitätssicherung im Holzhausbau
• Blower-Door-Messungen zur Überprüfung der Luftdichtheit
• thermographische Untersuchungen in Alt- und Neubau
• Verbesserung des Schallschutzes durch neue Wand- und
Deckensysteme
• VOC-Messungen zur Zertifizierung der Wohngesundheit
• Qualitätsüberwachung bei Tiroler Zimmereibetrieben

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 55


INSTITUTSVERZEICHNIS

Institut für Konstruktion und Donau-


Materialwissenschaften
Universität
Krems
Arbeitsbereich für Massivbau und Brückenbau
Ansprechperson: Jürgen Feix
Adresse: 6020 Innsbruck, Technikerstraße 13a
Department für Bauen und Umwelt
Telefon: +43 (0)512 507-6630
Fax: +43 (0)512 507-2903
E-Mail: juergen.feix@uibk.ac.at

Der Arbeitsbereich Massivbau und Brückenbau vertritt in Lehre Ansprechperson: Renate Hammer
und Forschung sämtliche Themen aus dem Bereich Betonbau. Adresse: 3500 Krems, Dr.-Karl-Dorrek-Str. 30
Behandelt werden Stahl- und Spannbeton-Konstruktionen im Telefon: +43 (0)2732 893-2651
Neubaubereich, aber auch das weite Feld der Instandsetzung, Fax: +43 (0)2732 893-4650
Sanierung und Verstärkung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt E-Mail: renate.hammer@donau-uni.ac.at
darüber hinaus in der Entwicklung hybrider, d. h. aus verschie- Internet: www.donau-uni.ac.at/dbu
denen Baustoffen zusammengesetzter Konstruktionen sowie
beim Einsatz von Hochleistungsbetonen. Für die Durchführung Das Department für Bauen und Umwelt lehrt, forscht und berät
von Versuchen steht ein eigenes Labor zur Verfügung. Für die für die Implementierung einer nachhaltigen Baukultur. Arbeits-
Fakultät Architektur werden die Themen Tragwerkslehre und schwerpunkte werden in drei Fachbereichen gesetzt: Immobi-
Entwurf von Betontragwerken erbracht. lienwirtschaft, Architektur und Ingenieurwissenschaften sowie
Facility Management und Sicherheit. Zum Leistungsportfolio
Forschungsschwerpunkte zählen berufsbegleitende, praxisorientierte Universitätslehr-
• Betonbau gänge für EntscheidungsträgerInnen bautechnischer und
• Spannbetonbau bauwirtschaftlicher Berufe und meist anwendungsorientierte
• Brückenbau Forschungs- und Consultingleistungen.
• Verbundkonstruktionen
• Faserbetontragwerke Forschungsschwerpunkte
• Hochleistungsbetone • Nachhaltige Immobilienentwicklung
• Verstärken • Energieeffiziente Architektur
• Instandsetzung • Thermische und energetische Gebäudeoptimierung,
Tageslichtoptimierung
• Facilitäre Planung
• Immobilienbezogene Sicherheitskonzepte
• Life Cycle Analysis

56 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Fachhoch- Fachhochschule
schule Kärnten
Salzburg GmbH
Studiengang BGH – Baugestaltung Studienbereich „Bauingenieur­
Holz wesen und Architektur“

Ansprechperson: Dustin Tusnovics Ansprechperson: Erwin Baumgartner


Adresse: 5431 Kuchl, Markt 136a Adresse: 9800 Spittal/Drau, Villacher Straße 1
Telefon: +43 (0)50 2211-2301 Telefon: +43 (0)5 90 500-1102
Mobiltelefon: +43 (0)676 847 79 55 52 Mobiltelefon: +43 (0)676 890 15-1111
Fax: +43 (0)50 2211-2099 Fax: +43 (0)5 90 500-1110
E-Mail: dustin.tusnovics@fh-salzburg.ac.at E-Mail: e.baumgartner@fh-kaernten.at
Internet: www.fh-salzburg.ac.at Internet: www.fh-kaernten.at

Der Studiengang „BGH – Baugestaltung Holz“ hat das eindeu- An der FH – Technikum Kärnten wird im Bereich der Studien-
tige Ziel, den Bedarf an strategischen Netzwerkspezialisten gänge für „Bauingenieurwesen und Architektur“ angewandte
rund um den komplexen Themenkreis „Baugestaltung – Holz“ Forschung zu aktuellen Fragen der Baustoffe, des Bauwesens
abzudecken. Das zukunfts- und praxisorientierte Studium wird und der Architektur betrieben. Die Forschungsschwerpunkte
in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen der Bauwirtschaft werden von den hauptberuflich tätigen Professoren geleitet,
und Industrie gestaltet und schafft somit die Voraussetzung denen eine Reihe von wissenschaftlichen Assistenten und
für einen kompetenten, professionellen und schwellenlosen Labortechniker zur Seite stehen.
Berufseinstieg. Der Studiengang BGH umfasst alle kreativen,
konstruktiven, wirtschaftlichen und kommunikativen Bereiche Die Studiengänge verfügen über ein gut ausgestattetes Bau-
des Baugeschehens mit dem Schwerpunkt auf Holz und seinen stoff- und Betonlabor sowie über ein bauchemisches Labor.
Einsatz. Die Komplexität der Aufgabe erfordert das Erkennen Weiters ist bauphysikalische Messtechnik und Ausstattung zur
von Zusammenhängen und die Koordination auf den verschie- zerstörungsfreien Bauwerksprüfung vorhanden. Als Software
denen Ebenen und fördert somit die Netzwerk-Kompetenz. wird bauphysikalische Simulations-Software eingesetzt sowie
Software zur Datenerfassung und Datenverarbeitung von
Forschungsschwerpunkte Zuständen, die durch geeignete Sensoren erfasst werden. Eine
• Computerunterstütztes Entwerfen, Produzieren (CAD/CAM) gute Forschungszusammenarbeit besteht bereits mit zahl-
• Holzbau reichen Unternehmen und Institutionen auf Basis nationaler
• Leichtbau und internationaler Förderprogramme.
• Bauphysik
• Bauforschung Forschungsschwerpunkte
• Betontechnologie mit UHPC
• Korrosionsschutz von Stahlbeton
• Bauwerksmonitoring
• Thermisch-hygrisches Verhalten von Baustoffen mit
Simulationsrechnung
• Tragwerksoptimierung
• Befestigungstechnik
• Architekturforschung

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 57


INSTITUTSVERZEICHNIS

FH Campus Wien Ausseruniversitäre


Einrichtungen

MASTER STUDIENGANG UND BACHELOR-


FACHHOCHSCHULSTUDIENGANG

Bautechnisches Institut Linz (BTI)


Ansprechperson: Doris Link, Claudia Krammer
Adresse: 1100 Wien, Daumegasse 1/2
Telefon: +43 (0)1 606 68 77-2120
Mobiltelefon: +43 (0)664 545 94 62
Fax: +43 (0)1 606 68 77-2129 Ansprechperson: Harald Mayr
E-Mail: bau@fh-campuswien.ac.at Adresse: 4048 Puchenau/Linz, Karl-Leitl-Straße 2
Internet: www.fh-campuswien.ac.at Telefon: +43 (0)732 22 15-15
Mobiltelefon: +43 (0)664 412 06 07
Der Master-Studiengang „Bautechnische Abwicklung Fax: +43 (0)732 22 16-90
­internationaler Großprojekte“ E-Mail: office@bti.at
in vier Semestern, berufsbegleitend, ermöglicht Ihnen eine Hö- Internet: www.bti.at
herqualifikation, mit der Sie sich für anspruchsvolle Tätigkeiten
in allen Bereichen Ihres Fachgebietes empfehlen; insbeson- Das Bautechnische Institut ist eine staatlich akkreditierte
ders sind dies Ingenieurbau, Entwicklung und Planung sowie Versuchs- und Forschungsanstalt für Baustoffe und Baukons-
Organisation und Abwicklung von Großbauvorhaben, Projektfi- truktionen. Die Tätigkeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen
nanzierung, Controlling und Rechtsgrundlagen. Festigkeit und Standsicherheit, Schallschutz sowie Wärme-
schutz (Energie).
Der Master-Studiengang „Nachhaltigkeit in der Bautechnik“ Das BTI prüft und überwacht die Verwendbarkeit von Baupro-
in vier Semestern, berufsbegleitend, ermöglicht Ihnen eine Hö- dukten und -stoffen zur Zertifizierung entsprechend der öster-
herqualifikation, mit der Sie sich für anspruchsvolle Tätigkeiten reichischen Baustoffliste ÖA und der Europäischen Normen
in allen Bereichen Ihres Fachgebietes empfehlen; insbeson- (CE). Das Institut berät in allen produktionsbezogenen Fragen
ders sind dies Revitalisierung, Stadterneuerung – alternative und unterstützt die Optimierung von Produktionsprozessen.
Bauverfahren zum nachhaltigen Bauen, Gebäudelehre und Es stellt Sachverständige zur Vermeidung von Bauschäden,
Bauökologie wie Konzeption und Errichtung von Hochbauten. zur Ermittlung des Bauzustandes oder zur Ursachenfindung
bei bereits aufgetretenen Mängeln zur Verfügung. Im Be-
Der Bachelor-Fachhochschulstudiengang reich Forschung und Entwicklung werden unterschiedlichste
„Bauingenieurwesen-Baumanagement“ Entwicklungen am Computer simuliert und in Laborversuchen
ermöglicht in sechs Semestern die Ausbildung – Vollzeit oder verifiziert.
berufsbegleitend – zum/zur hochqualifizierten Allround-Bau-
ingenieurIn. Die Hauptbetätigungsfelder lassen sich in zwei Forschungsschwerpunkte
Bereiche gliedern: in die konstruktive Planung und in die • Baustoffe:
Abwicklung von Bauaufgaben. Entsprechend bieten wir Vertie- - Faserbeton
fungen in den Bereichen „Nachhaltigkeit in der Bautechnik“ - Lehm
und „Bautechnische Abwicklung internationaler Großprojekte“. • Baukonstruktionen/Produkte:
- Fertighäuser
Forschungsschwerpunkte - Kamine
• Bauphysik; Baubiologie - Spannbeton
• Sanierungstechnik - Abwasserbau
• Nachhaltiges Bauen • Bauphysik:
• Bauwirtschaft – Bauprozessmanagement - Wärmespeicherung
• Projektmanagement - Schalldämmung
• Risikomanagement - Kondensation
• Bauvertragsrecht – Claimmanagement - Gebäudedichtheit
- Dauerhaftigkeit
• Umwelt:
- Baustoffökologie

BTI ist Mitglied der ACR – Austrian Cooperative Research.

58 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Bautechnische Versuchs- und Forschungsinstitut der


Forschungsanstalt Salzburg (bvfs) ­Vereinigung der Österreichischen
Zementindustrie (VÖZFI)

Ansprechperson: Norbert Glantschnigg


Adresse: 5020 Salzburg, Alpenstraße 157 Ansprechperson: Johannes Steigenberger
Telefon: +43 (0)662 62 17 58-100 Adresse: 1030 Wien, Reisnerstraße 53
Mobiltelefon: +43 (0)664 506 90 71 Telefon: +43 (0)1 714 66 81-50
Fax: +43 (0)662 62 17 58-199 Mobiltelefon: +43 (0)664 184 12 12
E-Mail: glantschnigg@bvfs.at Fax: +43 (0)1 714 66 81-66
Internet: www.bvfs.at E-Mail: steigenberger@voezfi.at
Internet: www.zement.at
Die bvfs erforscht breit gefächert Einflüsse auf das Bauen. Das
beginnt mit Untergrunderkundung und Bodenuntersuchungen Das Forschungsinstitut der VÖZ befasst sich schwerpunktmä-
auf Belastbarkeit und Kontaminationen. Ein zentraler Bereich ßig mit anwendungsorientierter Forschung im Bereich Zement
ist die Prüfung von Baustoffen und Bauteilen unterschied- und Beton. Eine der größten Stärken ist die Entwicklung von
lichster Herkunft hinsichtlich ihrer statischen, dynamischen, technisch ausgereiften Lösungen für die Praxis. Die wichtigsten
wärme-, feuchtigkeits-, und schallschutztechnischen Eigen- Beispiele sind: Recycling alter Betonfahrbahnen, Entwicklung
schaften (Laborprüfungen) sowie der Kontrolle von Bauwerken lärmarmer Oberflächen für Betonstraßen, Hochleistungsbe-
bezüglich der Einhaltung der an sie gestellten Anforderungen ton für beständige und wartungsarme Bauwerke, Selbstver-
(In-situ-Prüfungen) und Beratungen mit lösungsorientierten dichtender Beton, erhöht brandbeständiger Beton etc. Das
Ansätzen, auch hinsichtlich Sanierungen. Diese umfassen Forschungsinstitut der VÖZ gilt als innovatives Kompetenz-
auch Untersuchungen des Wohnumfeldes in den Schwer- zentrum für Beton. Die Ergebnisse dieser Forschungs- und
punkten Lärmschutz und Luftgüte. Die bvfs bietet sowohl den Entwicklungsaktivitäten sind zum Nutzen öffentlicher und
am Baugeschehen unmittelbar Beteiligten (Bauherr, Planer, privater Auftraggeber, des Baugewerbes und der Bauindustrie
Bauausführender) als auch den Nutzern eine breite Palette von sowie der Zementindustrie. Sie dienen der kontinuierlichen
Leistungen an. Weiterentwicklung der Wissensbasis für die Anwendung des
Baustoffs Beton mit seinem wichtigsten Ausgangsstoff Zement.
Forschungsschwerpunkte Problemlösungskompetenz erfordert ständigen Praxisbezug.
• Weiterentwicklung und Prüfung von neu entwickelten Mate- Grundstein für erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungsakti-
rialien, die im Hochbau, Straßenbau, Tunnelbau, Eisenbahn- vitäten sind sowohl umfangreiche Routineprüfungen als auch
bau und Deponiebau Verwendung finden Beratungen, Überwachungen und praktische Baustellenein-
• Methodenentwicklung zur qualitativen Verbesserung der sätze. Das Forschungsinstitut der VÖZ verfügt über Akkreditie-
Untersuchungsergebnisse mittels Mikroskopie, Röntgendif- rungen, als Prüf- und Überwachungsstelle bzw. Notifizierung
fraktometrie, High-Speed-Videomessung nach Bauproduktenrichtlinie der EU und über international
• Untergrunderkundung mittels Drucksondierung und anerkannte und erfahrene Experten für den Bereich Zement
Pressiometer und Beton. Das Forschungsinstitut der VÖZ ist eine leistungsfä-
• Entwicklung von Kalibrierverfahren für neue Messgeräte im hige, international anerkannte Drehscheibe und ein Ansprech-
Bauwesen partner für alle Belange des Betonbaus.

bvfs ist Mitglied der ACR – Austrian Cooperative Research. Forschungsschwerpunkte


• Zement, Beton und deren Ausgangsstoffe
• Straßen-, Brücken- und Tunnelbau
• Fragen der Beständigkeit/Dauerhaftigkeit von
Beton/Betonbauwerken
• Recycling von Beton
• Hightech-Betone (Beratung, Entwicklung, Überführung in die
Praxis)

VÖZfi ist Mitglied der ACR – Austrian Cooperative Research.

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 59


INSTITUTSVERZEICHNIS

KOMPETENZZENTRUM holz.bau Holzforschung Austria (HFA)


forschungs gmbh

Ansprechperson: Manfred Brandstätter


Adresse: 1030 Wien, Franz-Grill-Straße 7
Ansprechperson: Gerhard Schickhofer Telefon: +43 (0)1 798 26 23-36
Adresse: 8010 Graz, Infeldgasse 24 Mobiltelefon: +43 (0)676 341 67 37
Telefon: +43 (0)316 873-4600 Fax: +43 (0)1 798 26 23-50
Fax: +43 (0)316 873-4619 E-Mail: m.brandstaetter@holzforschung.at
E-Mail: gerhard.schickhofer@tugraz.at Internet: www.holzforschung.at
Internet: www.holzbauforschung.at
Die HFA ist ein Komplettanbieter für Forschung und Entwick-
Die holz.bau forschungs gmbh will den Stellenwert des lung sowie Prüfung und Überwachung für die Holzwirtschaft
Werkstoffes Holz im Baubereich sichern und ausbauen. Ihre und angrenzende Sparten. Darüber hinaus werden Gutachten
Kernkompetenzen liegen in der Verbindung und Bearbeitung erstellt und umfassende Fachinformationen angeboten. Die
von Forschungsfragen der Holz- und Bauwerkstechnologie. Als Themen reichen vom Rundholz an der Waldstraße über den
Bindeglied zwischen einer grundlagenorientierten universi- Holzhausbau, Fertigprodukte (wie z. B. Fenster und Türen,
tären Forschung und einer impulsgebenden, umsetzungsorien- Möbel) bis hin zu Zellstoff und Umweltfragen (Biobrennstoffe,
tierten Holzwirtschaft erbringt die holz.bau forschungs gmbh Entsorgung, Abwasser, Ökotoxikologie). Weitere Bereiche sind
kurzfristige und ergebnisorientierte Forschungsdienstleistun- Holzwerkstoffe und Verbindungsmittel, Fragen des Holz-
gen. Gleichzeitig befasst sie sich mit mittel- bis langfristigen schutzes und Oberflächenthemen sowie Leimbauteile, Sor-
Forschungsfragen zu den Schwerpunkten „Holzbau - Bemes- tierung und Festigkeit. Die Holzforschung Austria verfügt über
sung und Konstruktion“ und „Holztechnologie – Material und eine moderne Ausstattung in Form von mehr als 300 Geräten
Strukturen“. und Anlagen für Forschung und Prüfungen und sichert die Qua-
Die holz.bau forschungs gmbh sieht ihre Aufgabe in der lität ihrer Leistungen durch ein Qualitätsmanagementsystem.
Aufbereitung und einem gezielten Transfer von Wissen, um ein
größtmögliches Umsetzungspotenzial von know how erreichen Forschungsschwerpunkte
zu können. • Holzbau
Teilnehmer am COMET-Programm (Comepetence Centers for • Bauphysik
Excellent Technologies) des Bundes. • Holzwerkstoffe

Forschungsschwerpunkte HFA ist Mitglied der ACR – Austrian Cooperative Research.

Area 1 Holzbau – Bemessung und Konstruktion


• Holz-Massivbauweise mit Brettsperrholz (Platten- und Schei-
bentragwirkung; Mechanik, Langzeitverhalten, bauphysika-
lische Aspekte, Bemessungssoftware)
• Einsatz von Laubhölzern im Baubereich (Kennwertermitt-
lungen, Verbindungstechnik)
• Verbindungstechnik im Holzbau (Schraubentechnologie,
Verstärkungsmaßnahmen)

Area 2 Holztechnologie – Material und Strukturen


• Brettschichtholzforschung
• Brettschichtholz, Vollholz, Geprüfte Leimholzträger GLT®:
Produktentwicklungen und -optimierungen
• Qualitätssicherung bei der Produktion stabförmiger
Holzprodukte
• Sortierung unterschiedlicher Holzarten (Nadel- und Laubhöl-
zer) bis hin zum gezielten Einsatz im Baubereich
• Materialmodellierung und Simulation
• Monitoring von Produktionsprozessen

60 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

IBS – Institut für Brandschutz- JOANNEUM RESEARCH Forschungs­


technik und Sicherheitsforschung gesellschaft mbH
Gesellschaft m.b.H.

Ansprechperson: Roswitha Katter


Ansprechperson: Thomas Trauner Adresse: 8010 Graz, Steyrergasse 17
Adresse: 4017 Linz, Petzoldstraße 45 Telefon: +43 (0)316 876-1331
Telefon: +43 (0)732 7617-817 Fax: + 43 (0)316 876-913 31
Mobiltelefon: +43 (0)664 122 38 55 E-Mail: roswitha.katter@joanneum.at
Fax: +43 (0)732 7617-29 Internet: www.joanneum.at
E-Mail: th.trauner@ibs-austria.at
Internet: www.ibs-austria.at Mit 14 Forschungseinheiten ist JOANNEUM RESEARCH eine der
größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen Öster-
Als staatlich akkreditierte Prüfstelle bietet das IBS – Institut für reichs. Neben angewandter Forschung und Entwicklung für hei-
Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung einerseits die mische Klein- und Mittelbetriebe bietet JOANNEUM RESEARCH
Prüfungen von Materialien auf deren Verhalten bei Feuerein- bedarfsorientiertes technisch-wirtschaftliches Consulting und
wirkung sowie andererseits Untersuchungen, Erprobungen Know-how in der interdisziplinären Bearbeitung komplexer
und Materialprüfungen an Geräten und Einrichtungen des Forschungsaufträge auf nationaler und internationaler Ebene.
vorbeugenden Brandschutzes. Darüber hinaus ist das IBS eine JOANNEUM RESEARCH orientiert ihre Arbeit am Bedarf der
staatlich akkreditierte Überwachungsstelle im Bereich des Wirtschaft. JOANNEUM RESEARCH entwickelt und verbessert
Brandschutzes und nimmt als solche Güteüberwachungen Produkte und Verfahren in den Bereichen Geowissenschaften
im Zuge der jeweils geforderten Önormen vor. Des Weiteren und Umwelt, Biotechnologie und Umwelttechnik, Elektronik
werden wiederkehrende Überprüfungen an Bauteilen, Baustof- und Informationsverarbeitung, Werkstoffe und Verarbeitung
fen, Brandmelde- und Löschanlagen sowie Überprüfungen von sowie Wirtschaft und Technologie.
Brandschutzeinrichtungen vorgenommen.
Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte • Erneuerbare Energieträger, Energieplanung und
• Hochtemperaturbeständigkeit von Beton (Tunnelbeton, Energiewirtschaft
Faserbeton) • Effizienz und Sicherheit im Verkehr
• Brandrisikoeinschätzung von Gebäuden • Qualitätskontrolle in der Produktion – von Holz bis Stahl
• Optimierung des Brandschutzes bei Stahltragkonstruktionen • Mobile Mapping – Stadtmodelle in 3-D
• Brandschutz bei Fassaden • Fernerkundung, Geländevermessung – terrestrisch und
• Brandschutz im Hoch- und Tiefbau gesamt extraterrestrisch
• Umweltmonitoring und Naturgefahren, Geometrische Bild-
IBS ist Mitglied der ACR – Austrian Cooperative Research. verarbeitung von Fernerkundungsdaten
• Multimediale Geo-Visualisierung und Mobile Computing
• Werkstoffe
• Laserstrahldiagnostik

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 61


INSTITUTSVERZEICHNIS

Österreichisches Forschungs­ Österreichisches Forschungs- und


institut für Chemie und Technik (ofi) Prüfzentrum Arsenal Ges.m.b.H.
(arsenal research)

Ansprechperson: Michael Balak


Adresse: 1030 Wien, Arsenal Objekt 213 Ansprechperson: Edith Haslinger
Telefon: +43 (0)1 798 16 01-600 Adresse: 1210 Wien, Giefinggasse 2
Mobiltelefon: +43 (0)664 336 33 89 Telefon: +43 (0)50 550-6314
Fax: +43 (0)1 798 16 01-530 Fax: +43 (0)50 550-6613
E-Mail: michael.balak@ofi.at E-Mail: edith.haslinger@arsenal.ac.at
Internet: www.ofi.at Internet: www.arsenal.ac.at

Das ofi ist ein Dienstleistungsunternehmen für die angewandte arsenal research ist Ihr kompetenter Ansprechpartner für
Forschung der europäischen Wirtschaft, das eng mit Unter- Forschungsfragen in den Bereichen Mobilität und Energie.
nehmen und Universitäten zusammenarbeitet. Es sollen neue Unser Portfolio reicht von modernsten Methoden der ange-
oder verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen wandten Forschung und Entwicklung wie Computersimulation
entstehen. Der enge Austausch von Anwendung und F&E führt und künstliche Intelligenz bis hin zu hochwertiger Mess- und
zu optimalen Problemlösungen. Das ofi adressiert Branchen- Prüftechnik.
angebote für die Bereiche Bauwesen, Biomasse-Brennstoffe, Die Steigerung der Innovationsfähigkeit der Partner von arse-
Kunststoffe und Elastomere, Medizin und Pharma, Lacke und nal research ist unsere wichtigste Aufgabe. Forschungs- und
Beschichtungen, Klebe- und Oberflächentechnik, Sporttech- Entwicklungsleistungen für Großunternehmen, Infrastrukturbe-
nologie und Verpackung. Die interdisziplinäre Expertengruppe treiber, Dienstleistungsbetriebe und Hightech-KMU sowie die
hat sich dabei auf die Durchführung von Forschungsprojekten lokale Verfügbarkeit hochwertiger Infrastruktur kennzeichnen
von der Idee über die Förderung bis zum marktreifen Produkt unsere Tätigkeiten. arsenal research ist ein starker Technolo-
spezialisiert. giepartner von Unternehmen und macht damit den Wissens-
und Technologietransfer branchen- und strukturübergreifend
Forschungsschwerpunkte nutzbar, weil die dazu erforderliche Expertise aus unterschied-
• Bauschadensforschung – Vermeidung von Bauschäden lichsten Wissensdisziplinen und Schwerpunktthemen im Haus
• Bauwerkssanierung vollständig vorhanden ist.
• Bauprodukte
• Bauchemie Forschungsschwerpunkte
• Bauphysik • Intelligente Verkehrsinfrastruktur (kostengünstige Erhaltung
• Beschichtungen und Errichtung von Verkehrsinfrastruktur, Sicherheit und
• Abdichtungssysteme Umweltverträglichkeit von Verkehrsinfrastruktur, effiziente
• Putzsysteme Nutzung der Infrastrukturkapazität)
• Fahrzeug- und Antriebssysteme der Zukunft (elektrische
ofi ist Mitglied der ACR – Austrian Cooperative Research. Antriebe und Systeme, Simulation, Library- und Methoden-
entwicklung, Designtools, Seilbahntechnik)
• Energieerzeugung und -verteilung (Systeme und Komponen-
ten der Energietechnik, dezentrale Energiesysteme, Fotovol-
taik und Solarthermie)
• Energie in Gebäuden (erneuerbare und energieeffiziente
Technologien, Reduktion des Energiebedarfs in Gebäu-
den, nachhaltige Energieversorgung, Optimieren des
Gebäudebetriebs)

62 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

ÖTI – Institut für Ökologie, Technik Versuchs- und Forschungsanstalt


und Innovation der Hafner Österreichs (VFH)

Ansprechperson: Hannes Vittek, Andrea Häussermann Ansprechperson: Thomas Schiffert


Adresse: 1050 Wien, Spengergasse 20 Adresse: 1220 Wien, Dassanowskyweg 8
Telefon: +43 (0)1 544 25 43 Telefon: +43 (0)1 256 58 85-12
Fax: +43 (0)1 544 25 43-10 Mobiltelefon: +43 (0)676 431 24 20
E-Mail: vittek@oeti.at, office@oeti.at Fax: +43 (0)1 256 58 85-20
Internet: www.oeti.at E-Mail: tschiff@kachelofenverband.at
Internet: www.kachelofenverband.at
Das ÖTI ist als Prüfstelle nach EN ISO 17025 durch das BMWA
sowie als Prüf- und Überwachungsstelle durch das Öster- Die VFH deckt alle Aspekte im Bereich der ortsfest errichteten
reichische Institut für Bautechnik akkreditiert und ist für EN Speicheröfen wie zum Beispiel Kachelöfen ab. Ihre Dienstleis-
14041 und 13501-1 notifiziert. tungen lassen sich in zwei Bereiche unterteilen: Forschung und
Der Schwerpunkt des ÖTI liegt auf der raschen und zielorien- Entwicklung und technische Dienstleistungen. In den von der
tierten Durchführung von Prüfungen und Forschungsaufgaben. VFH selbst durchgeführten Forschungsprojekten werden Frage-
Das Standardprüfangebot umfasst mehrere hundert Verfahren. stellungen behandelt, die für die gesamte Branche von Wich-
Darüber hinaus erstellt das ÖTI Gutachten für Konsumenten, tigkeit sind (z. B. Verbrennungsqualität, Raumklima, Gesund-
Produzenten, Architekten, Bedarfsträger, Behörden, Versiche- heit). Darüber hinaus besteht für Mitglieder des Verbandes die
rungen sowie Gerichte und erarbeitet Anforderungsdokumente Möglichkeit, die Ressourcen der VFH für eigene Forschungen zu
für ausschreibende Stellen. Das ÖTI ist Gründungsmitglied nutzen. Zum Bereich der technischen Dienstleistungen gehört
von internationalen Prüf- und Zertifizierungsgemeinschaften die Entwicklung und der europaweite Vertrieb technischer
insbesondere Öko-Tex sowie Mitglied der „Internationalen Prüf- Planungssoftware, Prüftätigkeit im Rahmen und außerhalb der
gemeinschaft für angewandten UV-Schutz“. Akkreditierung (die VFH ist eine akkreditierte und notifizierte
Prüfanstalt für Öfen und Herde), Schulungen, Vortrags- und
Forschungsschwerpunkte Beratungstätigkeit.
• Fußbodenbeläge
• Wand- und Deckenbeläge Forschungsschwerpunkte
• Wärmetechnische Prüfungen • Auslegungsrichtlinien für individuelle Raumheizgeräte (z. B.
• Dampfdiffusion Kachelofen)
• Trittschall- und Schallabsorption • Gasförmige Emissionen und Energieeffizienz von Raumheiz-
• Estrichprüfung geräten für feste Brennstoffe
• Klebstoffprüfung • Raumklimamessungen und Gesundheitsaspekte bei
• Schadstoffemission Raumheizgeräten
• Staubemission • Ökologische Aspekte von Raumheizgeräten
• Brandverhalten
• Gehsicherheit VFH ist Mitglied der ACR – Austrian Cooperative Research.
• Reinigung und Instandhaltung
• Verlegung von Bodenbelägen
• Schadensanalysen und Gutachten
• Nutzwertanalysen von Bodenbelägen
• Gebrauchstechnische Prüfungen an Bodenbelägen

ÖTI ist Mitglied der ACR – Austrian Cooperative Research.

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 63


INSTITUTSVERZEICHNIS

Weitere Versuchs- und HTL 1 Bau und Design Linz

Prüfeinrichtungen
Abteilung Hochbau
Ansprechperson: Stefan Lueginger
Adresse: 4020 Linz, Goethestraße 17
Telefon: +43 (0)732 662 60 2-18
Fax: +43 (0)732 662 60 2-11
E-Mail: stefan.lueginger@eduhi.at
Camillo Sitte Lehranstalt, Internet: www.htl1.at

HTBLuVA Wien 3 Abteilung Tiefbau und Bauwirtschaft


Ansprechperson: Helmut Klein
Adresse: 4020 Linz, Goethestraße 17
Telefon: +43 (0)732 662 60 2-19
Fax: +43 (0)732 662 60 2-11
E-Mail: h.klein@htl1.at
Ansprechperson: Jakob Khayat Internet: www.htl1.at
Adresse: 1030 Wien, Leberstraße 4c
Telefon: +43 (0)1 799 26 31 Diplomarbeiten, Ingenieurprojekte, Unterrichtsprojekte mit
Fax: +43 (0)1 799 26 31-160 externen Partnern, (öffentliche Hand, Wirtschaft, Organisati-
E-Mail: direktion@htl3.at onen, gemeinnützige Vereine). Untersuchungen im Baulabor
Internet: www.htl3.at (Bauteileversuche, Festigkeitsversuche, Schallmessungen,
bodenmechanische Untersuchungen), Berechnungen und
Höhere Technische Lehr- und Versuchsanstalt für Bautechnik. Auswertungen
Ausbildungsschwerpunkte: Hochbau, Tiefbau, Bauwirtschaft,
Bau- und Informationstechnologie Forschungsschwerpunkte

Verschiedene Schulformen (fünfjährige HTL, vierjährige Fach- Abteilung Hochbau


schule, zwei- u. dreijährige Kollegs und dreijährige Bauhand- • Bauphysik; Baubiologie
werkerschule) in Tages- und Abendform • Hochbaukonstruktionen
• Massivbau
Forschungsschwerpunkte • Holzbau (im Aufbau)
• Baustoffe und Bauphysik • Sanierung; Umbau; Nachnutzung
• Grundbau und Bodenmechanik • Gebäudelehre (Raum- und Funktionsbezüge innerhalb eines
Gebäudes)

Abteilung Tiefbau und Bauwirtschaft


• Tiefbaukonstruktionen
• Tragfähigkeit
• Baustoffprüfung
• Verkehrsplanung
• Schallmessung (Lärm) in Verbindung mit Baustoffen
• Spezialtiefbauverfahren
(u. a. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen)

64 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

HTL Mödling Höhere Technische Bundeslehr­


anstalt Salzburg

Ansprechperson: Harald Hrdlicka


Adresse: 2340 Mödling, Technikerstraße 1–5
Telefon: +43 (0)2236 408-900 Ansprechperson: Johann Kosol
Fax: +43 (0)2236 408-904 Adresse: 5022 Salzburg, Itzlinger Hauptstraße 30
E-Mail: bautechnik@htl.moedling.at Telefon: +43 (0)662 453 610-0
Internet: www.htl.moedling.at Fax: +43 (0)662 453 610-9
E-Mail: johann.kosol@htl-salzburg.ac.at
Eine HTL-Bautechnikausbildung vermittelt neben einer soliden Internet: www.htl-salzburg.ac.at
Allgemeinbildung umfassende praktische und fundierte fach­
theoretische Kenntnisse in den Bereichen Entwurf, Gestaltung, Berufsbildende höhere Schule für Bautechnik mit Reife- und
Planung, Berechnung, Konstruktion, Ausführung, Baubetrieb Diplomprüfung als Abschluss. Forschungstätigkeit kann im
und Baumanagement aus dem gesamten Baubereich und Rahmen von der Diplomarbeiten in den Bereichen Hochbau,
ermöglicht einen sofortigen und qualifizierten Berufseinstieg Tiefbau, Baustoffe, Bauabwicklung erfolgen.
in alle Bereiche der Bauwirtschaft.
Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte • Hochbauplanung
• Baustoffe • Tiefbauplanung
- Baustofflaboratorium • Arbeitssicherheit
- Bauteilprüfung
• Brückenbau
- Holzbrückenbau
• Solararchitektur, Niedrigenergiehaus, Passivhaus

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 65


INSTITUTSVERZEICHNIS

Staatliche Versuchsanstalt – TGM

Fachbereich: Akustik und Bauphysik


Ansprechperson: Mathias Stani
Adresse: 1200 Wien, Wexstraße 19–23
Telefon: +43 (0)1 331 26-400
Mobiltelefon: +43 (0)699 1 858 25 22
Fax: +43 (0)1 331 26-412
E-Mail: mathias.stani@tgm.ac.at
Internet: www.tgm.ac.at

Der Fachbereich Akustik und Bauphysik besteht seit 1925 am


TGM. Seit der Gründung sieht der Fachbereich seine Aufgabe
darin, den stetig steigenden Anforderungen an den Schall-
und Wärmeschutz gemeinsam mit dem Kunden mit entspre-
chenden Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen zu
begegnen bzw. Standards gemeinsam mitzugestalten. Um der
heutigen Dynamik von Projektabwicklungen gerecht werden zu
können, wird der Kunde von der frühen Planungsphase bis zur
Übergabe bei der Lösung von schall- und wärmeschutztech-
nischen Problemstellungen begleitet.
Der zweite Hauptaufgabenschwerpunkt des vom BMWA und
OIB akkreditierten Fachbereiches ist die Prüfung von Baupro-
dukten hinsichtlich ihrer bauphysikalischen Eigenschaften.

Forschungsschwerpunkte und Prüftätigkeit in den Bereichen:


• Bau- und Raumakustik • Wärmeschutz
- Entwicklung von schallschutztechnisch innovativen Bautei- - Entwicklung von wärmeschutztechnisch optimierten Bautei-
len, Verfahren und Bauweisen len, Verfahren und Bauweisen
- Prognose des zu erwartenden Schallschutzes von Gebäuden - Schimmelpilzproblematik
in der Planungsphase - Luftdurchlässigkeit von Bauteilen, Leckratenbestimmung
- Prüfung des Schallschutzes vor Ort und in den Prüfständen von Fertigbauteilen und Bauteilanschlüssen
gemäß ÖNORM EN ISO 140. - Messung der Wärmeleitfähigkeit von Stoffen
- Messung von raumakustischen Gegebenheiten vor Ort - Messung und Berechnung des Wärmeschutzes von
- Raumakustische Simulation zur Überprüfung und Optimie- Bauteilen
rung der raumakustischen Gegebenheiten von geplanten - Ausstellung des Energieausweises von Gebäuden
und bestehenden Räumen wie Produktionshallen, Vortrags-
sälen, Klassenzimmern, Büros, Konzertsälen etc. • Derzeitige Forschungsschwerpunkte
- Prüfung bzw. Ermittlung der raumakustischen Eigenschaften - Schallschutz im Gebäude sowie von Bauteilen im tiefen
von Elementen im Hallraum gemäß ÖNORM EN ISO 354 Frequenzbereich
• Lärmschutz - Lärmwirkungsforschung
- Messung von straßen-, schienen und flugverkehrsbe- - Bau- und raumakustisch optimierte Bürolandschaften
dingten Schallimmissionen und Erschütterungen vor Ort
- Schallausbreitungsprognosen
- Untersuchung von Ursachen von Lärmentwicklungen und
Ausbreitungsmechanismen
- Ableitung von Optimierungsmaßnahmen
- Normgemäße Messung der Schallemission (Schallleistung)
von Geräten und Maschinen
- Lärmwirkungsforschung

66 www.ffg.at
INSTITUTSVERZEICHNIS

Staatliche Versuchsanstalt – TGM Staatliche Versuchsanstalt – TGM

Ansprechperson: Werner Slovacek Ansprechperson: Martin Loicht


Adresse: 1200 Wien, Wexstraße 19–23 Adresse: 1200 Wien, Wexstraße 19–23
Telefon: +43 (0)1 331 26 – 486 Telefon: +43 (0)1 331 26-621
Mobiltelefon: +43 (0) 664 801 26 486 Mobiltelefon: +43 (0)664 919 16 66
Fax: +43 (0)1 331 26-680 Fax: +43 (0)1 331 26-610
E-Mail: werner.slovacek@tgm.ac.at E-Mail: vamw@tgm.ac.at
Internet: www.tgm.ac.at Internet: www.tgm.ac.at

Akkreditierte Prüf- und Überwachungsstelle für Baumaterialien Versuchs- und prüftechnischer Fachbereich für Maschinen-
und Bauprodukte mit entsprechenden Prüfeinrichtungen. Gut- wesen am TGM. Akkreditierte Prüf- und Überwachungsstelle
achten für Schadensfälle und Bauwerksdiagnose zur Trockenle- für maschinenbauliche Belange wie z. B. zerstörungsfreie
gung von feuchtem Mauerwerk Werkstoff- und Bauteilprüfung, mechanisch technologische
Ausgestattete Labors für angewandte Forschung und Entwick- Untersuchungen, Schweiß- und Verbindungstechnik, Behand-
lung am Bausektor für silikatische und anorganische Werkstof- lung konstruktiver Problemstellungen, Durchführung von Ent-
fe wie z. B. Kaminbaustoffe, feuerfeste Keramiken, Mauer- wicklungsarbeiten sowie Betreuung von Diplom-, Schul- und
steine, Natur- und Kunststein, Bewehrungsstahl, Beton- und Studienprojekten
Betonfertigteile
Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte • Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung und Bauteilprüfung
• Beratung und Betreuung bei der Entwicklung von Materialien • Zerstörende Werkstoffprüfung und Bauteilprüfung
und Produkten, sowie Prüfverfahren • Metallografie und Anhaltsanalyse vor Ort
• Verfahrenstechnische Leistungen im Pilotmaßstab im • Projektbegleitende Beratung
hauseigenen Technikum beginnend bei Aufbereitung und • Durchführung von Auftragsentwicklung (R&D)
Homogenisierung über Zerkleinerung und Klassierung bis zu • Werksüberwachung (Produktionsüberwachung und
Formgebung, Trocknung und Brand Produktkontrolle)
• Flammfeste und brandhemmende Ausstattung von orga- • Schadensanalysen
nischen Materialien wie Pappe, Holz, Kunststoffen und Leder • Entwicklung von Sonderprüfverfahren
• Silikattechnologie zur Verbesserung der Wasseraufnahme
und Nährstoffspeicherfähigkeit zwecks Begrünung und
Erosionsschutz

ffg Bra.IN Bauwirtschaft 67


Forschung wirkt.

Die FFG ist Ihr Partner für Forschung und Entwicklung. Wir
helfen Ihnen, Ihr innovatives Potenzial optimal zu erschließen und
durch neues Wissen neue Chancen am Markt wahrzunehmen. Österreichische
68 Besuchen
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Sie Ihre Zukunft unter www.ffg.at Forschungsförderungsgesellschaft