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BRIEFE IN VERSEN AUS DEM JAHR 2018

von Torsten Schwanke

Malek,

meine neue Schreibmaschine hab ich jetzt eingeweiht. Das erste was ich
schrieb, war ein Liebesbrief an Papst Franziskus um Mitternacht. Mein
erstes Gedicht ist ein 3000 Jahre altes chinesisches Gedicht.

Es schwebt herum, dieses Boot aus Zypressenholz,


Jetzt hier, jetzt da, wie von der Gegenwart getragen.
Weder Ruhe noch Schlaf kommt in meine unruhige Stimmung;
Ich leide, als wenn die schmerzhafte Wunde zerrissen hat
Den schrumpfenden Körper. So blieb ich verlassen,
Und ziellos träumend, meine Gedanken der Trauer voll.
Ich könnte mit Wein meinen Geist pflegen;
Ich könnte hinausgehen und zu schlendern versuchen, zu kühlen
Das Fieber meines Herzens; aber Trauer hält mürrische Herrschaft.

Mein Verstand ähnelt nicht einem Spiegel,


Alle Eindrücke, die es empfängt, zu reflektieren.
Das Gute liebe ich, das Schlechte seh ich an mit Hass;
Ich schätze nur den, dem mein Herz glaubt.
Genossinnen habe ich, aber mein Geist trauert,
Denn von ihrer Ehre kann ich nicht abhängen.
Ich spreche, aber meine Beschwerde hat keinen Einfluss
Auf ihre Herzen; Bei mir vermischen sich keine Gefühle;
Mit mir in Wut sind sie und heftige Verachtung behaupten sie.

Mein Geist ist fest und kann nicht wie ein Stein
Gleichgültig umgedreht werden;
Und was ich dazu denke, und das allein,
Ich äußere, gleich innerlich, wie äußerlich;
Es ist auch nicht möglich, dass die Matte gerollt wird.
Mit Würde, in Gegenwart von allen,
Mein Verhalten ist bemerkenswert,
Meine Güte, wer will sie ausspionieren?
Meine Feinde fordere ich kühn heraus, groß und klein,
Wenn es irgendetwas in mir gibt, können sie rufen.

Wie voll Ärger ist mein ängstliches Herz!


Mit Hass die krasse Herde von Kreaturen bedeutend
Unaufhörlich verfolgt mich. Von ihren Angriffen der Klugen
Hält meinen Verstand in Not. Ihre giftige Milz
Entlüftet sich; und mit beleidigenden Mienen
Sie ärgern meine Seele; und niemand auf meiner Seite
Ein Wort wird für mich sprechen. Stille, allein, ungesehen,
Ich denke an meinen traurigen Fall; dann weit öffnen sich
Meine Augen, wie aus dem Schlaf,
Ich schlage meine Brust, versucht, versucht.

Die Scheibe, oh Sonne, sollte immer vollständig sein,


Während deine, o wechselnder Mond, weicht und schwindet.
Aber jetzt ist unsere Sonne geschwächt, schwach und verwelkt,
Und Monde sind immer voll. Mein Herz mit Schmerzen
Ist fest gebunden und an der Kette der Trauer festgehalten,
In Bezug auf den Körper spaltet sich ein ungewaschenes Kleid.
Stille. Ich denke an meinen traurigen Fall; vergeblich
Ich versuche, meine Not zu erleichtern.
Hätte ich Flügel zu fliegen, wo die Übel nicht mehr drücken!

Mama,

ich schreibe von meinem neuen Laptop, den ich von Malek zum Geburtstag bekommen habe. Hier
siehst du auch meine neue Email-Adresse, die alte geht aber auch noch. An meinem Geburtstag
kommen Evi und Karines Mutter zu mir. Zwei Tage später kommt abends mein Bibelkreis, sie
bringen Essen und Trinken mit. Ich übersetze dreitausend Jahre alte chinesische Gedichte, dieses
könnte dir gefallen. Schreib mir mal, ob ich die richtige Adresse meiner Mutter auswendig wusste.

In diesen Jujuben-Baum der Wind,


Aus dem Süden, bläst weich und freundlich,
Bis zu jedem Zweig, an innerster Stelle,
Er quillt mit Leben und glänzt mit Anmut.
O wie groß die Mühe und Sorgfalt
War der Mutter, die viel zu ertragen hatte!

In dem Jujuben-Baum der Wind,


Aus dem Süden, bläst weich und freundlich,
Bis seine Äste alle gesehen werden
Hell und reich an lebendigem Grün.
Weise unsere Mutter ist und gut;
Güte, die wir nie gezeigt haben.

Du kühler und kristallener Frühling,


Wie dein Wasser Trost bringt,
Durchfließend die Stadt in der Nähe,
Alle, die in Chun wohnen, jubeln!
Unsere Mutter hat Schmerzen und sucht,
Als ob wir ihr Hilfe verweigern würden.

In ihrem gelben Gefieder hell,


Schönen Glanzes diese Vögel zu sehen,
Und ihre Töne fallen in das Ohr,
Reich und oh so süß zu hören.
Sieben Söhne wir, ohne die Kunst,
Das Herz unserer Mutter zu komponieren!
*

Liebe Evi,

dieses Gedicht ist 3000 Jahre alt und doch aktuell.

Den neuen Turm, frisch und hell, zeigen sie,


Wo sein riesiges Volumen der Ho rollt,
Für die Braut einen Palast selten.
Zum Wei kam sie, einen Freund zu finden;
Sie suchte einen Ehemann jung und freundlich,
Aber fand diesen missgebildeten Bären.

Es steht der neue Turm groß und hoch,


Wo mit stillem Strom der Ho fließt,
Für die Braut einen Palast selten.
Zum Wei kam sie, einen Freund zu finden;
Sie suchte einen Ehemann jung und freundlich,
Aber fand diesen missgebildeten Bären.

Wie wenn das Netz für Fische sie auslegt,


Und siehe da! eine Gans verstrickt bekommt sie,
Sie stampft mit plötzlichem Zorn auf;
So könnte sie abstempeln ihn, der kam, um sie zu heiraten,
Den freundlichen Sohn, und an seiner Stelle
Habe sie eben den Buckligen.

ZUM GEBURTSTAG

Der Hinz! Das ist der Größte aller Sünder!


Doch will die Gnade Gottes ihn beglücken!
Der Vater in dem Kreise seiner Kinder
Im Alter hofft auf himmlisches Entzücken!
Er hofft auf Jesus Christ, den Überwinder,
Er trägt das Kreuz getreu auf seinem Rücken...
Ihn grüßen alle seine Wiedertäufer
Und Prosit rufen alle Wodka-Säufer!

Ich eigentlich mag keine lauten Wagen,


Doch wenn Susanne ich im Wagen seh,
Mit einer Zärtlichkeit, nicht auszusagen,
Sie lenkt ihr weißes Automobile.

Nicht wie Testosteron-Primaten jagen


Mit Aggressivität, das schafft mir Weh,
Nein, sanft, wie in den Weihnachtstagen
Die Wolken fahren voll von Flocken Schnee.

So fahren Cherubim auf ihren Rädern,


Jehova so auf seinem Wagenthron,
So fuhren Damen in der Pferdekutsche.

So fuhr einst bei den Persern und den Medern


Die göttliche Susanna mit dem Sohn,
Zu dieser Göttin ich auf Knieen rutsche.

DER MESSIAS

VON ALEXANDER POPE

Ihr Nymphen von Solyma! Beginnt das Lied:


Zu dem Thema gehören sublimere Zungen.
Die moosigen Fontänen und die Waldtöne,
Die Träume vom Pindus und den aonianischen Mädchen,
Freuen mich nicht mehr - O du, meine Stimme inspiriere,
Der berührte Jesajas heilige Lippen mit Feuer!
In die Zukunft gerissen, begann der Barde:
Eine Jungfrau soll empfangen, eine Jungfrau einen Sohn!
Von Jesses Wurzel, siehe, ein Zweig entsteht,
Dessen heilige Blume mit Duft erfüllt den Himmel;
Der ätherische Geist seiner Blätter wird sich bewegen,
Und auf seine Spitze senkt sich die mystische Taube.
Ihr Himmel! Von oben den taufrischen Nektar ergießt,
Und in sanfter Stille vergießt die freundliche Dusche!
Den Kranken und Schwachen die heilende Pflanze soll helfen,
Vor Stürmen ein Schutz und vor der Hitze ein Schatten.
Alle Verbrechen sollen aufhören, und aller Betrug wird scheitern.
Wiederkehrende Justita hebt ihre Waage hoch;
Eirene kommt über die Welt, die ihren olivgrüner Zauberstab ausstreckt,
Und die weiß gekleidete Innocentia vom Himmel steigt herab.
Schneller fliegen die Jahre, und es steigt der erwartete Morgen!
O spring ins Licht, Glück verheißendes Baby! Werde geboren!
Siehe, Mutter Natur eilt, ihre frühsten Kränze zu bringen,
Mit all dem Weihrauch des atmenden Frühlings:
Siehe den erhabenen Libanon, mit seinem Kopf voran,
Siehe nickende Wälder auf den Bergen tanzen:
Siehe würzige Wolken von Scharon,
Und des Karmels blühende Spitze parfümiert den Himmel!
Horch! Eine frohe Stimme in der einsamen Wüste jubelt:
Bereite den Weg vor! Ein Gott, ein Gott erscheint!
Ein Gott, ein Gott! Die Gesangsberge antworten;
Die Felsen verkünden die herannahende Gottheit.
Siehe, die Mutter Erde empfängt ihn vom sich neigenden Vater Himmel!
Sinkt nieder, ihr Berge, und ihr Täler, steigt auf;
Mit den Köpfen verneigt euch, ihr Zedern, zur Huldigung;
Seid glatt, ihr Felsen; eure schnellen Fluten geben nach;
Der Erretter kommt, von uralten Barden vorausgesagt!
Hört ihn, ihr Tauben, und alle Blinden, seht ihn!
Er wird aus dichten Schleiern den Sehstrahl reinigen,
Und auf den blinden Augapfel gießt er den Tag:
Er tut es, die verstopften Pfade des Klanges werden klar,
Und bieten neuen Musikcharme den sich entfaltenden Ohren:
Der Stumme soll singen, der Lahme auf seine Krücke verzichten,
Und er springt wie der springende Hirsch.
Kein Seufzen, kein Murren die weite Welt wird hören,
Von jedem Gesicht wischt er jede Träne ab.
In adamantische Ketten wird er den Tod binden,
Und der grimmige Tyrann der Hölle spürt die ewige Niederlage.
Wie der gute Hirte pflegt seine flauschige Fürsorge,
Sucht frische Weide und reine Luft,
Sucht das Verlorene, der mit dem Zauberstab die Schafe dirigiert,
Tagsüber sieht er sie und schützt sie bei Nacht;
Die zarten Lämmer erhebt er auf seine Arme,
Nährt sie mit seiner Hand und an seinem Busen wärmt er sie;
So will die Menschheit sein Wächter pflegen,
Der verheißene Vater des zukünftigen Zeitalters.
Nicht mehr soll Nation gegen Nation sich erheben,
Noch sollen feurige Krieger treffen auf hasserfüllte Augen,
Auch Felder mit glänzendem Stahl sollen nicht bedeckt sein,
Die ehernen Posaunen sollen blasen nicht mehr;
Aber unnütze Lanzen in Sensen sollen sich verwandeln,
Und das breite Schwert soll zu einem Pflugschar werden.
Dann werden sich Paläste erheben; der freudige Sohn
Wird beenden, was sein kurzlebiger Vater begonnen hat;
Ihre Reben werden ein Schatten für ihre Rasse sein,
Und dieselbe Hand, die gesät hat, wird das Feld ernten:
Der Schütze in kahlen Wüsten voll Überraschung
Sieht Lilien im Frühling und plötzliches Grün steigen;
Und beginnt inmitten der durstigen Wildnis zu hören,
Wie neue Wassermassen murmeln in seinem Ohr.
Auf gespaltenen Felsen, den einstigen Wohnstätten des Drachen,
Das grüne Rohr zittert und der Rohrkolben nickt.
Ab fallen die sandigen Täler, einst mit Dornen verwirrt,
Die Tanne und die formschöne Zypresse schmücken sie;
Statt kahlen Sträuchern gelingt es den fließenden Palmen,
Und ordentliche Myrten kommen statt geräuschvollen Unkrauts.
Die Lämmer mit Wölfen sollen die grünen Matten weiden,
Und Jungen in Blumenketten fesseln die Tiger;
Der Stier und der Löwe an Einer Krippe sollen sich treffen,
Und harmlose Schlangen lecken die Pilgerfüße;
Der lächelnde Säugling in seine Hand soll nehmen
Den grimmigen Basilisk und die gesprenkelte Schlange,
Und mit ihrer wilden Zunge soll er unschuldig spielen.
Erhebe dich, gekrönt mit Licht, kaiserliche Salem, erhebe dich!
Erhebe dein Kopftuch und erhebe dein Augen!
Eine langlebige ‚Rasse deine geräumigen Höfe ziert;
Siehe künftige Söhne und Töchter, noch ungeborene,
In dicht beieinander liegenden Reihen entstehen auf jeder Seite
Mit anspruchsvollem Leben, ungeduldig auf den Himmel wartend!
Siehe die Eiche an deinen Toren,
Gehe in deinem Licht und beuge dich in deinem heiligen Tempel!
Siehe deine Altäre, die von Königen bedrängt werden
Und mit Produkten von Saba geschmückt;
Für dich wehen Idumäas würzige Wälder,
Und goldene Körner in Ophirs Bergen leuchten.
Siehe den Himmel seine funkelnden Portale zeigen,
Und überschütten dich in einer Flut von lichten Tagen!
Nie mehr die aufgehende Sonne soll den Morgen vergolden,
Auch Diana füllt ihr silbernes Horn nicht mehr;
Aber verloren, aufgelöst in deinen höheren Strahlen,
Eine Flut von Glorie, eine ungetrübte Flamme
Überfließt deine Höfe: Das Licht selbst soll leuchten
Offenbar, und Gottes ewiger Tag sei dein!
Die Meere sollen verschwinden, der Himmel verraucht,
Felsen zerfallen zu Staub, und Berge schmelzen dahin;
Aber fixiert bleibt sein Wort, bleibt seine rettende Macht;
Dein Reich bleibt für immer, dein Messias herrscht!

AN DIE KELLNERIN MIT DEM ROTEN KOPFTUCH

Der Dame Haare schwarz wie Lack und glatt wie Seide,
Die Stirn von Elfenbein, die Brauen Mottenfühler,
Das Auge Meteor, das Licht der Augenweide,
So warm wie Phönix-Glut, der Mondenschein ist kühler,

Die Lippen lächeln süß, der Mund wie Litchifrüchte,


Der Zähne Perlenschnur wie weiße Dattelkerne,
Die weibliche Figur – von einer Fee Gerüchte,
Wie Entendaunen sanft die Hand, die strahlt wie Sterne.

Wie Lotossprossen schlank und klein die süßen Füße,


Wie eine Wolke die Prinzessin kommt im Schweben,
Bananen reicht sie dar und Schokoladensüße,
Dem Dichter das Gefühl mit Lächeln zu erheben.

Der Kaiser Chinas ich, und sie das Reich der Mitte,
Das von der Mongolei reicht bis ins hohe Tibet.
Im Himmel speiste ich mit Engeln voller Sitte,
Weil meine Majestät des Himmels China liebet.

Shi Tuo-Tang

Früher noch in Seide und Brokat gekleidet,


Nun wie eine verblühte Blume
In die Mitte des Weges geworfen...

Diese Blumen treiben verstreut herum,


Wo könnten sie versagen?

Treibend schwebt es hier oder dort,


Es ist immer ein Schicksal treibend.

Viele Gnadengaben werden dir ausgeteilt,


Das Hymen von früher wird wieder hergestellt,
Das zukünftige Glück wird in Fülle sein.

Der junge Liebhaber und die junge Liebhaberin,


In der Nacht der Liebe auf den ersten Blick,
Sie wundern sich mit einem Seufzer:

Und wer bist du?


Warum hast du mich getroffen?
Muss eine vorherbestimmte Verbindung
Uns für das Leben vereinen?

Das junge Herz, das schmachtete:


Der Tuong-Fluss erstreckte sich
In seiner ganzen Unermesslichkeit.
Einer wartete stromabwärts,
Die andere stromaufwärts seufzte.

Von der Spitze seiner tausend Täler,


Die von seinem Schatten die großmütigen Kiefern bedeckt.
Gegen den Schnee und den Frost
Schütze die gebrechliche Liane!

KLAGELIED IM HERBST

Die göttliche Susanna weinte:


Ah weh, der Gottessohn ist tot!
Die göttliche Susanna meinte,
Verwelkt die Rose weiß und rot!
Nur Nebel sind und Finsternisse,
Dahin der junge Gott des Lichts!
Wie ich den Heiland nun vermisse,
Der niederfuhr ins Reich des Nichts!

Der Himmel weint nur kalte Tränen,


Verschlossen ist der Erde Brust.
Susanna seufzt mit heißem Stöhnen:
Wo ist des Ostergottes Lust?

Gespenster wallen durch die Nächte


Und offen steht die Unterwelt,
Der Gott hinabfuhr in die Schächte,
Wo er den Toten sich gesellt.

Auf Erden herrschen die Dämonen


Und Satan ist auf Erden Gott,
Doch Jesus muss im Jenseits wohnen,
Man hat für ihn nur Hohn und Spott.

Die weinende Susannengöttin


Steigt weinend in des Hades Reich,
Zu ihrem Gatten will die Gattin,
Zu Jesus in den Tod sogleich.

Da steigt die Göttin in die Hölle


Und legt die sieben Schleier ab,
Nackt legt Susanna auf der Stelle
Ins Bett sich dort in Gottes Grab.

Und Jesus und Susanna innig


Vereint sind in der Liebe Qual.
Susanna, mütterlich und minnig,
Erweckt zur Nacht des Gottes Strahl.

Da wachte Jesus auf vom Schlummer,


Den er geschlummert in dem Tod.
Vorbei ist nun der Gram, der Kummer,
Susannas Rosen blühen rot.

Der Gott mit seiner Göttin strahlend


Kehrt in die Oberwelt zurück,
Die Welt mit Blumenschmuck bemalend,
Zu zeugen neu des Frühlings Glück.

Die göttliche Susanna feiert


Der Auferstehung Osterfest,
Von nichts als ihrem Haar verschleiert
Sie Jesus an den Busen presst.

Und Jesus herrscht als Gott am Himmel,


Susanna tritt zu Jesus hin,
Im Himmel reitet sie den Schimmel
Und hilft als Himmelskönigin!

Nun auf der Welt ist froher Trubel,


Frohlocken, Jauchzen, Lenz der Lust!
Susanna tanzt mit Gott voll Jubel,
Und Lust erfüllt Susannas Brust.

Hohe künstliche Intelligenz der Roboterfreunde -


Aber der Hündin Aug hat doch mehr Seele als sie.

DIE SCHÖNE MAGELONA

I.

Im Namen Unsres Lieben Jesus Christus


Beginnt das Epos von dem Ritter Petrus,
Dem Sohn des Grafen der Provence von Frankreich,
Und von der wunderschönen Magelona,
Die war des Königs von Neapel Tochter.
Das Epos ist gesungen mit der Zunge,
Die man französisch nennt, im Jahr des Herrn
Zweitausendachtzehn Anno Domini.

II

Da war es nach der Himmelfahrt des Herrn,


Als Frankreich mit den andern Gegenden,
Provence und Languedoc und Aquitanien,
Zum Glauben kam an den Erlöser Jesus,
Da war ein Graf, der trug den Namen Johann,
Der hatte eine Frau, die eine Tochter
Von Graf Alvaro von Dalbara war.
Die beiden hatten einen Sohn allein,
Den nannten Petrus sie beim Bad der Taufe,
Der übertraf die andern Buben alle
In Waffenspiel und Ritterspiel und allem,
Der mehr ein Gott war als ein Menschenkind.
Und alle waren lieb und nett zu ihm,
Nicht nur der Adel, auch das schlichte Volk.
Die Untertanen dankten Gott dem Herrn
Für einen solchen guten Landesvater.
Sein Vater auch und seine Mutter hatten
Doch keine andre Freude als den Sohn.
Er war so voller Mut und Freundlichkeit,
Der Körper schön, sein Geist voll Gottesweisheit.
III

Die Herren und die Adligen des Landes


Begannen eines Tages ein Turnier,
Da Petrus siegte und den Preis gewann,
Ob sonst auch gute Ritter waren da.
Graf Johann ehrte alle Christenritter
Um seines Heldensohnes Petrus wegen.
Die Ritter sprachen vieles mit einander,
Frau Fama blies von Ritter Petri Ruhm.
Das Blasen der Posaune der Frau Fama
Vernahm die wunderschöne Magelona,
Die war des Königs von Neapel Tochter,
Ihr keine gleich an Schönheit und an Reinheit.
So viele Ritter übten sich mit Waffen,
Um Magelonas Gnade zu verdienen.

IV

Und eines Tages kam ein Mann zu Petrus


Und sprach zu ihm: Du solltest wandern und
Die Welt besuchen und in Ritterspielen
Dich üben, dass die Menschheit dich erkenne.
Und wenn du meinem guten Ratschlag folgst,
Dann überkommt dich eine schöne Buhlin.
Und Petrus hörte dies und hatte schon
Vernommen von der schönen Magelona,
Er nahm sich vor in seinem reinen Herzen,
Vom Vater und der Mutter zu erbitten
Den Urlaub, um die Schöpfung zu durchwandern.

Nicht lang danach, der Hof war schon gegangen,


Bedachte Petrus sich, wie es beginnen,
Dass Urlaub er bekäme von dem Vater.
Und so begab es eines Tages sich,
Dass Vater Johann mit der guten Mutter
Zusammen saß, da bat er sie um Rlaub:
Mein Vater Johann, meine liebe Mutter,
Ich bitte euch, hört ruhig euren Sohn.
Ihr habt mich gut erzogen, mich geehrt,
Ich habe viel von eurem Brot verzehrt,,
Doch habe ich noch keinen Ruhm erworben,
Wie andre Ritter Ehre sich verdient.
So bitt ich euch, gewährt mir einen Urlaub,
Dass ich den Lauf der Welt erforschen kann,
Ich will euch Ehre machen und euch nützen.
Mein lieber Vater Johann, treue Mama,
Ich bitte euch, gewährt mir eure Huld.
VI

Als Vater Johann und die liebe Mama


Vernahmen so den Willen ihres Sohnes,
Da wurden beide traurig und betrübt.
Graf Johann sagte: Petrus, lieber Sohn,
Wir haben keinen andern Sohn als dich
Und keinen andern Erben unsres Gutes.
Wenn deine Wanderschaft dir nun misslingt,
Was Providentia verhindern möge,
Ist Grafschaft und ist Herrschaft ganz verloren.
Da sprach zu Petrus seine treue Mama:
Mein Sohn, mein Sohn, es ist nicht nötig, diese
Verkehrte Welt der Narren zu erforschen.
Wer liebt die Welt, der sucht den eitlen Mammon,
Die suchen bei den Reichen Macht und Ehren.
Du aber hast, dem lieben Gott sei Dank,
Genügend Ruhm als Ritter schon erworben,
Auch bist du reich an Schönheit und an Weisheit
Und wirst die guten Eltern einst beerben.
Frau Fama bläst von deinem Heldenmut,
Auch eine schöne Landschaft ist dein eigen,
Die Gott geschaffen hat zu seinem Ruhm.
Was denn begehrst du, Weltruhm zu erlangen?
Was ist der Grund, dass du uns willst verlassen?
Dein Vater Johann ist schon alt, gebrechlich,
Auch ich, mein Liebchen, werde immer älter.
Wir haben keinen Trost als dich allein!
Und wenn es keine andren Gründe gäbe,
Dich von der Wanderschaft zurückzuhalten,
So sei dies eine doch dir Grund genug,
Dass du allein bist meines Alters Trost.
Und darum bitt ich dich als deine Mutter,
Vom Wandern in die Welt hinaus zu schweigen.

VII

Als Petrus seine Eltern also hörte,


Da überfiel ihn heiliges Erschrecken
Und dann die Traurigkeit und Gram und Schwermut.
Er schlug die Augen nieder und sprach leise:
Ach Mama, ich will dir gehorsam sein,
Doch wenn des Vaters und der Mutter Wille
Es ist, dann will ich euch noch einmal bitten
Um gnädige Erlaubnis meines Urlaubs.
So tut ihr mir ein großes Wohlgefallen.
Ein Jüngling kann nichts Besseres doch tun,
Zur göttlichen Natur hinaus zu wandern.
Und darum bitt ich dich, getreue Mama,
Und darum bitt ich dich, o Vater Johann,
Tragt über meine Pläne keine Trauer,
Vielmehr erfülle euch Zufriedenheit.
VIII

Graf Johann sah den Willen seines Sohnes,


Er wusste nicht, was er zu sagen hätte.
Ist nun des Sohnes Bitte abzuschlagen?
Ist nun des Sohns Begehren zu erfüllen?
Doch Petrus wartete auf seine Antwort.
Und als er hörte, wie der Vater schwieg,
Da hob er wieder seine Rede an:
O guter Johann, meine Bitte ist,
Gewähre mir in deiner Gnade Urlaub.

IX

Drauf sprach der Vater Johann diese Worte:


Ach Petrus, da du nun den Willen hast,
Hinaus zu wandern in die Gott-Natur,
So geben ich und deine liebe Mutter
Die gnädige Erlaubnis dir zum Urlaub.
Doch tu du Gutes nur und tu nichts Böses,
Nicht rebelliere gegen Gottes Ordnung,
Und tu nichts, was dem Adel Schande macht,
Du liebe Gott, den Ewigen der Scharen,
Und diene Gott und seiner lieben Mutter,
Und hüte dich vor närrischer Gesellschaft
Und komm recht bald zurück zu deiner Mutter.
Nimm Pferd und Rüstung, nimm von meinem Gold,
So viel, als du in dieser Welt benötigst.
Da Petrus so den Vater Johann hörte,
Gab er dem Vater Johann seine Hand,
Umarmte dann und küsste seine Mutter
In Pietät und Sohnes Dankbarkeit.

Die Mutter führte ihn in einen Winkel,


Gab ihm drei Ringe, kostbar anzusehen,
Die eines großen Geldes wert geschätzt.
Als Petrus diese Ringe nun empfangen,
Der Mutter dankte er in stiller Demut.
Er machte sich bereit nun für die Reise
Und nahm auch Knechte sich und Mägde mit.
So nahm er also Urlaub von den Eltern.
Die Mutter sagte: Hüte dich, mein Sohn,
Vor Narren und vor Bösewichtern, fliehe
Die närrische Gesellschaft und geselle
Dich lieber zu den Stillen in dem Lande
Und denk an deiner Mutter Frömmigkeit.

XI
So zog nun Petrus fort etc.

Lieber Heinz!

"Im Atemholen sind zweierlei Gnaden,


Die Luft einatmen, sich ihrer entladen.
Du danke Gott, wenn er dich presst,
Und danke ihm, wenn er dich wieder entlässt."
Goethe

Diese Elegie wurde von Shukowsky ins Russische übersetzt, und jenes
Gedicht gilt als der Anfang der russischen Poesie.

Elegie, auf einem ländlichen Kirchhof geschrieben

von Thomas Gray

Die Ausgangssperre läutet das Ende des Abschiedstages,


Die niedere Herde weht langsam über die Weide,
Der Pflüger heimwärts trotzt seinen müden Weg
Und überlässt die Welt der Dunkelheit und mir.

Jetzt verblasst die glitzernde Landschaft vor dem Anblick


Und all die Luft, die eine feierliche Stille hält,
Rette, wo der Käfer seinen dröhnenden Flug rollt
Und schläfriges Klirren faltet die ferne Herde;

Rette das von da oben mit Efeu ummantelt.


Die heulende Eule bekämpft den Mond,
Von solchen, wie wandernd nahe ihrer geheimen Verbeugung,
Bewahrt sie ihre alte einsame Herrschaft.

Unter diesen zerklüfteten Ulmen, dem Schatten dieses Eibenbaums,


Wo er den Rasen in manchem Formhaufen häuft,
Jeder in seiner engen Zelle für immer nieder gelegt,
Die unhöflichen Vorfahren des Weilers schlafen.

Der luftige Ruf des Weihrauchs am Morgen,


Die Schwalbe knallte aus dem Strohstall,
Das schrille Klirren des Hahnes oder das widerhallende Horn,
Nichts mehr wird sie aus ihrem niedrigen Bett erwecken.

Für sie wird nicht mehr der lodernde Herd brennen


Oder die beschäftigt Hausfrau üben ihre Abendpflege:
Keine Kinder rennen, um die Rückkehr ihres Vaters zu belispeln,
Oder zu klettern auf seine Knie, den beneidenswerten Kuss ihm mitzuteilen.
Oft hat die Ernte ihrer Sichel Ausbeute gebracht,
Ihre Furche von dem hartnäckigen Pflug ist zerbrochen;
Wie jauchzend haben sie ihre Schar weit weg gebracht!
Wie verbeugte sich der Wald unter ihrem kräftigen Stoß!

Lass nicht Ambition ihre nützliche Arbeit verspotten,


Ihre häuslichen Freuden und ihr unbekanntes Schicksal;
Noch soll Grandeur hören mit einem verächtlichen Lächeln
Die kurzen und einfachen Annalen der Armen.

Die Prahlerei der Heraldik, der Pomp der Macht,


Und all diese Schönheit, all das, was der Reichtum gab,
Erwartet gleichermaßen die unvermeidliche Stunde.
Die Wege des Ruhms führen auch nur zum Grab.

Nicht ihr, ihr Stolzesten diesen Schuldigen,


Wenn sich über ihr Grab keine Trophäen erheben,
Wo durch den lang gezogenen Gang und das Gittergewölbe
Die läutende Hymne schwillt die Noten des Lobes an.

Kann die trauernde Urne oder animierte Büste


Zurück zu ihrer Villa rufen euren flüchtigen Atemzug?
Kann der Ehren Stimme den stillen Staub provozieren
Oder Schmeichelei beruhigen das dumpfe kalte Ohr des Todes?

Vielleicht ist in diesem vernachlässigten Ort nieder gelegt


Irgendein Herz, einst schwanger mit himmlischem Feuer;
Hände, die den Stab des Reiches geschwungen haben könnten
Oder weckten die lebendige Leier.

Aber wissend in ihren Augen ihre große Position,


Reich in der Zeit, ist alles abgerollt;
Kühler Hochmut hat seine Wut unterdrückt
Und fror den genialen Strom der Seele ein.

Viele Edelsteine des reinsten Strahls, heiter,


Die dunklen, unergründlichen Höhlen des Ozeans tragen:
Manche Blume wird geboren, um ungesehen zu erröten,
Und zu verschwenden ihre Süße in der Wüstenluft.

Irgendein Dorf-Narr, der mit unerschrockener Brust


Dem kleinen Tyrann seiner Felder widerstand;
Ein stummer unberühmter Milton hier ruht,
Ein paar Cromwals, schuldlos wegen des Blutes ihres Landes.

Der Applaus der Senatoren auf Befehl,


Die Drohungen von Schmerz und Verderben zu verachten,
Um sich über ein lächelndes Land zu streuen
Und zu lesen ihre Geschichte in den Augen einer Nation,

Ihr Los verboten: noch beschrieben allein


Ihre wachsenden Tugenden, aber ihre Verbrechen schlossen sich an;
Verboten, durch Abschlachten zu einem Thron zu waten
Und zu schließen die Tore der Barmherzigkeit für die Menschheit,

Die kämpfenden Schmerzen der bewussten Wahrheit zu verbergen,


Um das Erröten der aufrichtigen Scham zu löschen,
Oder den Schrein von Luxus and Stolz zu häufen,
Mit Weihrauch an der Flamme der Musen entzündet.

Weit entfernt von dem unehrenhaften Streit der tobenden Menge,


Ihre nüchternen Wünsche lernten nie, sich zu verirren;
Entlang des kühlen Jammertals des Lebens
Sie behielten den geräuschlosen Tenor ihres Weges.

Doch diese Knochen aus Beleidigung zu schützen,


Ein schwaches Denkmal steht noch immer nahe,
Mit ungehobelten Versen und formloser Skulptur bedeckt,
Betet es den vorübergehenden Tribut eines Seufzens.

Ihr Name, ihre Jahre, geschrieben von der ungebildeten Muse,


Der Ort des Ruhmes und der Elegie:
Und so mancher heilige Text um sie herum gestreut,
Das lehrt den rustikalen Moralisten zu sterben.

Denn wer dem dummen Vergessen eine Beute,


Dieses erfreuliche ängstliche Gefühl, dass du zurücktrittst,
Verließ die warmen Gegenden des fröhlichen Tages,
Hast du keine Sehnsucht, keinen verlangenden Blick hinter dir?

Auf einer zärtlichen Brust verlässt sich die Abschiedseele,


Einige fromme Tropfen erfordert das schließende Auge;
Aus der Gruft weint die Stimme der Natur,
Selbst in unserer Asche leben ihre gewohnten Feuer.

Für dich, der achtete auf den enthobenen Toten,


Du wirst in diesen Zeilen erzählen ihre kunstlose Geschichte;
Wenn der Zufall, durch einsame Kontemplation geführt,
Ein verwandter Geist wird dein Schicksal befragen,

Glücklich irgendein lockiger Knabe kann sagen:


Oft haben wir ihn im Morgengrauen gesehen
Mit hastigen Schritten bürstend, taute er weg,
Um die Sonne auf dem Hochlandrasen zu treffen.

Dort am Fuß drüben nickender Buche,


Die krönt ihre alten fantastischen Wurzeln so hoch,
Seine lustlose Länge am Mittag wollte er strecken
Und gucken auf den Bach, der vorüber bläst.

Hart von ihm das Holz, jetzt lächelnd wie in Verachtung,


Seine eigenwilligen Fantasien verrenkend, wollte er sich bewegen,
Jetzt hängend, jammervoll, wie ein Verlorener
Oder verrückt gemacht oder in hoffnungsloser Liebe gekreuzigt.
Eines Morgens vermisse ich ihn auf dem Zollhügel,
Entlang der Heide und in der Nähe seines Lieblingsbaums;
Ein anderer kam; noch nicht neben der Kehle,
Weder auf dem Rasen noch am Wald war er;

Der nächste mit Trauergesängen in trauriger Reihe


Langsam durch den Kirchweg, den wir ihn ertragen sahen.
Nähere dich und lies (lese dies) den Laien,
Auf dem Stein unter dem alten Dornbusch.

Das Epitaph

Hier ruht sein Kopf auf dem Schoß der Erde,


Ein Jugendlicher, dem Glück und dem Ruhm unbekannt.
Schöne Scientia runzelte nicht über seine bescheidene Geburt,
Und Melancholie kennzeichnete ihn für sich.

Groß war sein Kopf und seine Seele aufrichtig,


Der Himmel hat eine Belohnung weitgehend gesendet:
Er gab Misere in allem, was er hatte, Tränen,
Er gewann vom Himmel (alles was er wünschte) einen Freund.

Nicht weiter suche seine Verdienste zu offenbaren,


Oder ziehe seine Schwächen aus ihrer schrecklichen Bleibe,
(Da sind sie gleich in zitternder Hoffnung ruhend)
Dem Busen seines Vaters und seines Gottes.

"Hier meines Sohnes erste Frau:


Die makellose Schönheit schau!"

Ja, ja, ich sah sie schon im Traum,


Die Frau, so rein wie Blütenschaum.

WEIHNACHTSLIED FÜR EINE FRIESIN

Von Ochs und Esel und vom Stall,


Das hören gern die Bauern.
Der Sänger singt mit Jubelschall,
Der Kranke lässt vom Trauern.

O Kindlein klein, mit Zier geziert,


Wie sauber deine Windel!
Die Jungfrau hast du nicht blamiert,
Du makelloses Kindel!

Madonna putzte dir den Po


Und wischte dir die Schnute,
So singen wir in jubilo
Und lieben unsre Gute.

Was liegt im Stroh der Eselskot


Und was des Ochsen Pisse?
Das ist die Welt von Nacht und Tod!
Wer tritt da in die Risse?

Die Bauern kommen zu dem Stall


Und glotzen zu dem Kinde,
Wenn draußen von dem großen All
Es brausen kalte Winde.

Die Meerflut auch mit Schall frohlockt,


Es jauchzen alle Inseln,
Die Mädchen auch mit Zopf gelockt,
Die lieben Hunde winseln.

Nur immer zu dem Kinde schaut


Und nicht vergesst die Mutter,
Die Amsel pfeift, die Katz miaut,
Die Kühe geben Butter.

Das ist der Friesen frohes Fest,


Der Friesen fromme Weihnacht.
Die Heimat der Poet verlässt
Und feiert Frankreichs Mainacht.

Der Pastor auf der Kanzel lallt,


Die alten Weiber flennen.
In Einfalt auf die Kniee fallt,
Um später gut zu pennen.

Dann reißt euch die Geschenke auf


Und stopft euch voll die Bäuche,
O Pastor, deinen Rotwein sauf
Und leer die alten Schläuche.

Nun brülle, Nordsee, in der Nacht,


Frohlocke, liebes Eiland,
Gott hat auf deinen Mist gebracht,
In deinen Schlamm den Heiland.

Wir stapfen durch des Kotes Strom,


Um Sankt Marie zu minnen,
Dieweil die Männerwelt von Rom
Holt sich Sabinerinnen.

WEIHNACHTSLIED FÜR MAMA


Vom höchsten Himmel komme ich zu erzählen
Die glühendsten Nachrichten die es je gab
Diese Nachrichten treu zu dir die ich mitbringe
Und gerne von ihnen will ich sagen und singen

Dir wird heute ein Kind gegeben


Geboren von einer auserwählten milden Jungfrau
Das gesegnete Kind so süß und lieb
Wird dir Freude und Frieden geben

Es ist Christus unser Herr und Gott


Deine Hilfe er wird in jeder Not bei dir bleiben
Er selbst dein Erretter wird sein
Von Schulden und Tod dich frei zu machen

Alle Seligkeit zu dir trägt er


Der Gott den die die Liebe des Vaters bereitet
Das himmlische Königreich mögest du gewinnen
Und jetzt und immer mit ihm leben

Jetzt höre das Zeichen und bemerke


Die Windeln und Krippe so blitzblank
Da sollst du das Kindlein finden
Das die ganze Welt aufrechterhält

Dann lass uns unsere Freude zeigen


Und mit den freudigen Hirten gehen
Um zu sehen was Gott für uns getan hat
Der sandte uns seinen lieben Sohn

Erwecke meine Seele mein Herz und siehe


Wer liegt in dieser kalten Krippe
Wer ist dieser schöne Junge?
Es ist Jesus Christus unsere einzige Freude

Nun willkommen immer gesegneter Gast


Komm zu den Seelen mit unterdrückter Schuld
In Gnade komme zu unserer Not
Wie können wir deiner Sanftmut danken?

Ach Herr der alle Dinge geschaffen


Wie geht's dir in diesem armen Stall
Da Heu und Stroh dein Bett machen
Womit der Ochse und der Esel gefüttert werden?

Nein und wäre die Welt zehnmal so breit


Mit Gold und Edelsteinen auf jeder Seite
Wär sie doch zu klein
Eine zu enge Wiege für dich o Herr

Dein Samt und deine Seide


Sind Stroh und grobes Heu
Welches du o König mit Licht badest
Wie im Himmel inthronisiert

Und all dieses Weh ist zu dir gekommen


Dass du mir die Wahrheit zeigen könntest
Denn die ganze Macht und der Reichtum der Erde
Ist dir gemein und nichts wert

Ach Jesus Schatz meines Herzens


Mach ein sauberes weiches Wiegen-Nest
Und ruhe in meinem Herzen
Dass ich mich niemals von dir trenne

So werde ich mich immer mehr freuen


Und singen mit Herz und Stimme
Ein Wiegenlied das du gerne hören wirst
Das Lied des Geistes vom süßesten Ton

Gott sei auf Erden alle Ehre


Der gab seinen einzigen Sohn für mich
Für den die Engel singen im Sopran
Und singen mir ein frohes neues Jahr

WEIHNACHTSLIED FÜR SUSANNE

O Himmel o Engel kommt


Eia eia Susanna Susanna Susanna
Komm Musik Lied Flöte und Trommel
Halleluja Halleluja
Von Jesus singt und Maria

Lasst jedes Instrument mitmachen


Eia eia Susanna Susanna Susanna
Bringt Laute und Harfe und Violine
Halleluja Halleluja
Von Jesus singt und Maria

Sendet eure Stimmen noch lauter


Eia eia Susanna Susanna Susanna
Mit Orgel und mit Fagott
Halleluja Halleluja
Von Jesus singt und Maria

Wie himmlisch muss die Musik sein


Eia eia Susanna Susanna Susanna
Weil ein himmlisches Kind da ist
Halleluja Halleluja
Von Jesus singt und Maria

Den Menschen auf Erden möge Friede werden


Eia eia Susanna Susanna Susanna
Und singt Lobpreis dem ewigen Gott
Halleluja Halleluja
Von Jesus singt und Maria

Mein lieber Heinz,

wenn ich auch nur Germanistikstudent bin und kein Automechaniker, wende ich mich dennoch an
dich mit diesem russischen Gedicht.

Leben? Eine Zufallsgabe


Ohne Nutzen, ohne Grund.
Wenn ich auch zu sterben habe
Durch geheimen Spruch, na und?
Welche feindlichen Gewalten
Riefen aus dem Nichts mich her,
Mich, von Leidenschaft gespalten,
Voller Zweifel und Begehr? ...
Sehe vor mir keine Ziele,
Hohl das Herz, der Geist liegt brach.
Nichts als Schwermut, Trauerspiele.
Leben? Monoton und flach.

Puschkin

Liebe Mama,

eben höre ich ein Gedicht von Alexander Puschkin, dem Goethe Russlands, das schenk ich dir zum
dritten Advent.

Die Vernunft und die Liebe

Alexander Puschkin

Der junge Johann wollte Doris fangen


Und rief: "Was eilst du, holdes Kind, so sehr?
Sprich nur: ich liebe dich! und nimmermehr
Verfolg ich dich; o bleibe, laß dein Bangen!"
Laut warnte die Vernunft: "Kein Wörtchen sprich!"
Doch Amor riet: "Sag ihm: ich liebe dich!"

Und Doris sprach: "ich liebe dich!" Und glühend


Schlug beider Herz im ersten Liebesglück.
Zu Füßen sank ihr Johann, und der Blick
Der Hirtin irrte, leidenschaftersprühend.
Laut warnte die Vernunft: "O, flieh geschwind!"
Doch Amor sprach, der Schalk: "Bleib, süßes Kind!"
Und Doris blieb, und, zitternd vor Verlangen,
Nahm ihre Hand der Hirt: "Ich liebe dich!
Sieh, wie die Taube mit dem Täuberich
Sich mit den Flügeln im Gezweig umfangen!"
Laut warnte die Vernunft: "O, flieh geschwind!"
Doch Amor sprach: "Von ihnen lerne, Kind!"

Und Doris stand mit heißen, schamverwirrten,


Umflorten Augen da, beseligt bang,
Die Lippen flammten ihr – und plötzlich sank
Sie in die Arme des verliebten Hirten.
"Sei glücklich!" sprach Schalk Amor bei dem Sieg.
Und die Vernunft? Ei, die Vernunft – sie schwieg!

AN SUSANNE

Susanne ist im Traum zu mir gekommen


Als meine Schutzfrau vor den Fluch-Dämonen.
So danke ich von Herzen meiner Frommen,
Ich weiß, ich darf in ihrem Herzen wohnen.

Da mich die Satansengel nicht verschonen,


Da segnen mich die holden frommen Frauen.
Ich darf sogar im Traum in den Äonen
Die makellose Schönheit Gottes schauen.

Die Tochter Gottes schützt mich vor dem Grauen,


Die Mutter Gottes segnet mich mit Wonne,
Und Gottes Braut mich führt auf grüne Auen,
Die Trinität mich segnet mit der Sonne.

Und Jesus sagt mir, dass ich mich ermanne!


So singe ich Sonette an Susanne.

AN SUSANNE

Du saßest still in lauter Schwätzer Truppe,


Nachts störte dich des Ehemanns Geschnarche,
Du warest müde, meine schöne Puppe,
Du Gallionsfigur der Kirchen-Arche.

Da kam noch ich, der nicht von Linsensuppe,


Der von dem klaren Wodka war besoffen,
Ich machte in dem Narrenschwatz der Gruppe
Ein schlechtes Witzlein, welches dich getroffen.

Da schautest du empört, die Augen offen,


Mir deinen göttergleichen Zorn zu zeigen.
O Schwester, darf ich auf Vergebung hoffen?
Und stör ich noch einmal dein stilles Schweigen,

Beim Glase Wodka mit Likör der Feigen,


Erlaub ich dir, o Frau, mich ohrzufeigen!

Liebe Mama,

zur Vorfreude auf deine Reise im Februar (wohin geht es?) hier ein Gedicht, dass du sicher kennst.

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,


Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld

Die Trägen die zu Hause liegen,


Erquicket nicht das Morgenrot,
Sie wissen nur von Kinderwiegen,
Von Sorgen, Last und Not um Brot.

Die Bächlein von den Bergen springen,


Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was soll ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl und frischer Brust?

Den lieben Gott laß ich nun walten,


Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
Und Erd und Himmel will erhalten,
Hat auch mein Sach aufs best bestellt.

Joseph Freiherr von Eichendorff

Geh durch die Tür ins Neue Jahr,


Es ist die junge Gnade,
Die immerschön und wunderbar
Und makellos wie Jade.
Was deine Seele auch bedrängt,
Hier ziehe aus die Schuhe,
Denn heilig ist, was sie empfängt,
Und darum bei ihr ruhe.

Malek,

in dunkler Nacht der Seele verwandle ich mich in den heiligen Josef und lege mich mit meiner
geliebten Maria und ihrem Baby ins Stroh. Dir wünsche ich die Selbstoffenbarung der Absoluten
Wahrheit im Neuen Jahr.
*

Da du nun in Leipzig wallest,


Höre ich den alten Bach.
Wisse, wie du mir gefallest,
Die du leider fern bist, ach.

Bist in Leipzig, nicht in Danzig,


Schreib mir eine Karte doch,
Tilsit, Straße Nummer zwanzig,
Wo ich hock im finstern Loch.

ZU OMAS TODESTAG

Großmutter heimgegangen
Und die Geliebte tot!
Was bleibt mir anzufangen?
Ich bin in tiefer Not!
Ich bin in dunkler Nacht,
Doch Mama lebt und lacht!

Umschweben mich die Geister


Um Mitternacht vom Mond,
Ich sing mein Lied dem Meister,
Wo nun mein Liebchen wohnt.
Ich bin in dunkler Nacht,
Doch Mama lebt und lacht.

Ich sehn mich nach den Schatten


Im tiefen Totenreich,
Wie Gattin mit dem Gatten
Sind dort an Liebe reich.
Ich bin in dunkler Nacht,
Doch Mama lebt und lacht.

Vom Mond die Toten grüßen


Die Mama, die mir blieb,
Es haben meine Süßen
Die treue Mutter lieb.
Ich bin in dunkler Nacht,
Doch Mama lebt und lacht!

Es kommt der Tod verderblich


Dem Odem im Schamott,
Doch Mama sei unsterblich,
Das füge doch mein Gott!
Ich bin in dunkler Nacht,
Doch Mama lebt und lacht.

Das Lied nun geht zu Ende,


Weil ich zu traurig bin.
Nimm Gott denn meine Hände,
Führ mich zum Liebchen hin.
Ich bin in heller Nacht,
Die Seele weint und wacht.

AN JOHANN

Mein guter Johann, über unserm Haupt


Das Schwert hängt, das des Lebens uns beraubt.
Wer weiß, wann unsre letzte Stunde kommt?
Wer weiß, was in der letzten Stunde frommt?
Doch gehen wir ja nicht ins leere Nichts,
Es warten in der Welt des klaren Lichts
Die Seelen, die auf Erden uns geliebt!
Sag, Johann, ob es etwas Schönres gibt,
Als endlich wieder zu umarmen sie,
Die uns geliebt mit Gottes Sympathie,
Die warten droben auf dem Morgenstern,
Denn die Geliebten sind bei Gott dem Herrn!

Liebe Evi,

es juckt mich, Hexensprüche zu dichten:

DAS KARTENSPIEL DES TEUFELS

DIE GROSSE ARKANA

DER NARR

Ein Narr ist voll von Lebenslust,


Liegt der Natur an voller Brust,
Ist jung, naiv, ein reiner Tor,
Da kommt in Zukunft Neues vor.

DER MAGIER

Der Magier folgt immer seinem Stern,


So findet er des Himmels Herrn,
Er liest in Wolken, lauscht dem Wind,
Schaut in der Nacht den Gott als Kind.

DIE HOHEPRIESTERIN

Die Hohepriesterin, die Frau,


Lebt ganz allein der Gottesschau,
Der Ewige ihr Bräutigam,
Auf dem Altar das Opferlamm.

DIE HERRSCHERIN

Von Gottes Gnaden Herrscherin,


Sie gibt sich ganz dem Volke hin,
Das sie mit seinem Gott versöhnt,
Der sie zur Herrscherin gekrönt.

DER HERRSCHER

Der Herrscher ist des Gottes Knecht,


Er dient der Wahrheit und dem Recht,
Er ist des Allerhöchsten Sohn,
Der ehrt die Arbeit auf dem Thron.

DER HIEROPHANT

Der Hierophant ist eingeweiht,


Frau Weisheit herrscht in Ewigkeit,
Ihr dient er, meistens mystisch-stumm,
Im weiblichen Mysterium.

DIE LIEBENDEN

Die Liebenden sind eins, nicht zwei,


Erst treue Bindung macht sie frei,
Und Brust an Brust und Mund an Mund
Sind Spiegel sie für Gottes Bund.

DER WAGEN

Der Wagen trägt den Gottesthron,


In Saphirblau den Menschensohn,
Die Engel drehen Rad um Rad,
Auf Erden herrscht der Gottesstaat.

DIE KRAFT

Die Ausfluss ist von Gottes Kraft,


Ist Gottes Licht und Leidenschaft,
Dynamisch sie die Allmacht preist,
Die Energie stammt von dem Geist.
DER EREMIT

Der Eremit, mit Gott allein,


Wird einsam niemals einsam sein,
Er ist nur Odem im Schamott,
Er wird vereinigt mit dem Gott.

DAS SCHICKSAL

Das Schicksal fordert stets ein Ja,


Denn Gottes Providentia
Ist weiser als die Menschen sind
Und liebt auch mehr das Menschenkind.

DIE GERECHTIGKEIT

Der Totenrichter ist gerecht,


Die Wahrheit ist sein Thron, das Recht,
Dass uns der Satan nicht verklag,
Steht Jesus da am Jüngsten Tag.

DER GEHÄNGTE

Wie Judas übte den Verrat,


Da ist dem Galgen er genaht,
Du sei nur immer Jesus treu,
Dass er sich deiner Treue freu!

DER TOD

Der Tod ist einer Schwester gleich,


Die führt uns in das Himmelreich.
Die Toten leben, sind nicht tot,
Sie brechen dir das Engelsbrot.

DIE MÄSSIGKEIT

Die Tugend lehrt das rechte Maß,


Denn alles Fleisch ist nichts als Gras,
Auf das nicht aufgegeilt das Fleisch,
Drum sei die Seele rein und keusch.

DER TEUFEL

Der Teufel ist der Bösewicht


Und lügt den Engel voller Licht,
Der Mörder er von Anbeginn,
Der Herr allein ist Gott Ich-Bin!

DER TURM

Im Turm allein von Elfenbein


Wird stets die Kunst des Künstlers sein,
Der Dichter einsam in dem Wahn
Vollführt allein der Muse Plan.

DER STERN

Da Jesus ist der Morgenstern,


Maria ist der Meeresstern,
Bist in der Nacht du einsam nicht,
Es strahlt dir Gottes finstres Licht.

DER MOND

Die Luna schimmert in der Nacht,


Da bist du einsam aufgewacht,
Die Säufer-Sonne rein und klar
Macht Gottes Offenbarung wahr.

DIE SONNE

Die Sonne ist Marias Kleid,


Das Licht ihr Kleid in Ewigkeit,
Sei du nur Adler, Adlerschwanz,
Und tanze mystisch Engelstanz!

DAS GERICHT

Das Weltgericht aus Staubes Dust


Schafft groß der Auferstehung Lust,
Wenn dir der Weltenrichter naht,
Sei Gottes Sohn dein Advokat.

DIE WELT

Frau Welt ist eine Hure, faul,


Das Blut der Märtyrer am Maul,
Gott kränkt sie mit dem Ehebruch,
So findet sie den Urteilsspruch.
DIE KLEINE ARKANA

DIE SCHWERTER

Das ist das Element der Luft,


Das alle in die Höhe ruft,
Das ruft dich in den Himmel auch,
Denn du bist Hauch von Gottes Hauch.

DIE KELCHE

Das Wasser ist wie eine Frau,


Die Augen stets voll Tränentau,
Doch fließt sie immer wie ein Traum,
Taucht nackt und schön aus Meeresschaum.

DIE SCHEIBEN

Die Erde ist gemeiner Stoff,


Dem bald ich zu entfliehen hoff,
Befreiung ist für mich der Tod,
Die Erde ist nur Dreck und Kot.

DIE STÄBE

Das Feuer macht uns rein wie Gold,


Das Fegefeuer sei uns hold,
Das uns purgiert, bis wir ganz rein
Verklärt gehn in den Himmel ein.

DAS AS

Da hast du einmal eine Chance,


Dass du erwachst aus deiner Trance,
Da kommt mit neuem Leben was,
Fällt dir im Kartenspiel das As.

DIE KÖNIGIN

Du meine Herzenskönigin,
Ach Sterben ist mir mein Gewinn,
Seit du mir hast das Herz durchbohrt,
Denn Herrscherinnen üben Mord.

DER KÖNIG
Der König in der Krone Tand,
Er herrscht in diesem Narrenland,
Bald ist die Krone abgelegt,
Wenn Feuer durch sein Herz ihm fegt.

BUBE

Du Kind, du bist der rechte Bub,


Von dir sei fern der Beelzebub,
Des Ritters Page warst du lang,
Nun Knappe, macht dir gar nichts bang.

RITTER

Der Ritter dient der Dame stolz,


Er hängt für sie am Kreuzesholz,
Ihr singt er seinen Minnesang,
Der durch der Dame Huld gelang.

Für die drei Medien: Madame Evelyn, Fräulich Patrizia und Schwester Claudia, vom Hexenmeister
Thorhammerstein.

Die Strecke von der Wiege bis zur Bahre


Zählt, wenn es hoch kommt, 120 Jahre.
Es lebe hoch die Frau der Nachbarschaft
Und lebe lang im Licht von Gottes Kraft!

Mallorca, lass mich sehn die Mandelbäume,


Mallorca, lass mich sehn die Mandelblüten!
Ich will noch einmal schöne Liebesträume
Im Land der Strahlen träumen, welche glühten.

Hier, wo die Funken von der Sonne sprühten,


Hier tauchte Schönheit aus den Meeresschäumen,
Wo Nachtigallen sich um Lieder mühten,
Frau Luna schimmerte in Sternenräumen.

O Spanien, du Landschaft meiner Seele,


Wo Mann und Frau vereint das Glück genossen,
Noch einmal komm ich, liebend dich zu grüßen.

Wie sehr der Mann mir auch auf Erden fehle,


Getrocknet sind die Tränen, die mir flossen,
Mein Engel weiß den Tag mir zu versüßen.
*

Marco,

du willst lieber zehn Euro bezahlen, als ein lyrisches Gedicht zu lesen.
Gib mir also zehn Euro, oder lies dies lyrische Gedicht aus meinem Epos
Eulenspiegel:

Eulenspiegel war also im Dorfe Küster geworden,


Durfte nun laut singen in dulce jubilo, also
Ist es recht für einen heiligen Messdiener Gottes.
Da nun der närrische Pfaffe Bernhard hatte zum Küster
Seinen Eulenspiegel, er nahm ihn zum Messknaben gleichfalls.
Nun stand der lustige Pfaffe Bernhard an Christi Altartisch,
War gekleidet in schöne Gewänder, eitel wie Weiber
Kokettierte er mit seinen hübschen Gewändern,
Und er wollte die Messe singen lateinischer Sprache.
Eulenspiegel stand hinter ihm als Messknabe Gottes,
Ordnend dem Pfaffen sein Messgewand, heute wars rosa vor Gaudi.
Da ließ der Pfaffe einen Furz seinem After entfahren,
Dass es laut schallte durch die ganze heilige Kirche.
Da sprach Eulenspiegel: „Meister, was soll das bedeuten?
Opferst du statt des heiligen Weihrauchs an Christi Altare
Lieber das Gas deines Furzes? Ist das ein heiliges Opfer?“
Da sprach der lustige Pfaffe Bernhard, immer betrunken:
„Was geht das dich an? Das ist meine eigene Kirche,
Und ich habe die Macht, in die Mitte der Kirche zu scheißen.“
Eulenspiegel sagte: „ Tust du das, Ehrwürden, will ich
Dir dafür geben ein Fass vom besten germanischen Biere.“
Topp, die Wette galt. Da sagte der närrische Pfaffe:
„Meinst du, dass ich mich solche mutige Taten nicht traue?“
Und er tat einen Schritt und schiss eine riesigen Haufen
Brauner dampfender Scheiße in die Mitte der Kirche.
„Siehe, mein törichter Messknabe, ich hab die Wette gewonnen,
Gib mir nun das versprochene Fass germanischen Bieres.“
Aber da sagte Eulenspiegel: „Das sei mir ferne,
Meister, erst wollen wir messen, ob es auch wirklich die Mitte
Ist der heiligen Kirche, wo du hin hast geschissen.“
Eulenspiegel maß es also von Mauer zu Mauer,
Maß es von Sankt Franziskus bis zur Jungfrau Maria,
Und es war nicht exakt die Mitte der heiligen Kirche.
Also Eulenspiegel gewann ein germanisches Bierfass.
Das vernahm die Hausfrau des lustigen Ehrwürden, Dagmar,
Und sie empörte sich, wie alte Weiber es oft tun,
Sprach: „Mein Herr, du willst von dem närrischen Knecht ja nicht lassen,
Aber er bringt die heilige Kirche Gottes in Schande!“

Liebe Evi, hier aus meinem Buch meiner gesammelten Epigramme einige Kostproben.
AN DEN GARTENGOTT

O Freundin, möchtest du hier diese Verse lesen,


Bequeme dich und tu von dir dein keusches Wesen.
Nicht Vesta sing ich hier, Diana nicht mein Sang,
Minerva nicht mein Lied, die Joves Haupt entsprang,
Dies Lied als Tempel ist des Gartengottes Bleibe.
Schau an den Gartengott, sein Glied am Unterleibe,
Den Mantel drüber wirf, wenn du verstecken willst
Das Glied, sonst schau es an, bis du vor Liebe schwillst!

CORONA

Der Morgen! Zeit ists jetzt, Corona, aufzustehen,


Ich höre schon den Hahn nach seinen Hennen krähen.
Hinab ins Totenreich, verräterischer Hahn,
Schreist du das Morgenrot so lauthals krähend an
Und jagst mich zu der Schar der Knaben, die da schwatzen
Und streiten lärmend sich und schimpfen wie die Spatzen!
Tithonus, du bist alt, doch warum aus dem Bett
Jagst du Aurora früh, die Jungfrau niedlich-nett?

CORINNA

Corinna ist mir treu, die Städte ruiniert,


Das Portemonnaie entleert, dass sie mit Schmuck sich ziert,
Im Morgentraum lag sie bei mir, im Morgengrauen,
Ganz splitterfasernackt, die Lüsternste der Frauen,
Zu heiligem Genuss, ganz wie es mir gefällt,
Auch musst ich zahlen nicht für ihre Lust mit Geld.
Nicht flehen musst ich mehr um Gnadengunst der Süßen
Und vor der Grausamkeit nicht Tränen mehr vergießen!
Umsonst hab ich die Lust im Morgentraum gehabt,
Corinna hat mich da erquicket und gelabt.

20

Weg, transparentes Kleid! Nicht Ephyra nicht verdecke!


Schwenk deinen prallen Arsch! Ja, bück dich in der Ecke!
Das transparente Kleid, nur hingehauchter Hauch,
Lässt sehen mich den Slip und deinen weißen Bauch!
Hast du an Transparenz viel Freude, lichtem Glanze,
Zieh transparent ich an das Gummi meinem Schwanze!

EVI

Lass uns baden, Evi, mit Kränzen auf unseren Köpfen,


Trinken wir reinen Wein, heben den heiligen Kelch!
Kurz ist die Jugendzeit der Wollust! Das weisere Alter
Uns dann alles versagt, ach, und zuletzt kommt der Tod!

DIE SCHÖNE HELENE

Ich bin jung und schön und reizend,


Eine blühende Natur,
Ich bin Braut, der Götter Garten,
Ich bin reiner Sonnenstrahl.
Meine Schönheit ist von oben
Eingegossen von den Göttern.
Meine Jugend ist die Jugend
Immerjugendlichen Hellas.
Ich bin die Begeisterung
Der verliebten Musenpriester.
Denn ich bin die zehnte Muse
Und ich bin die vierte Grazie
Und die zweite Aphrodite.
Ich, der Morgentraum der Männer,
Bin lebendige Verheißung
Elysäischer Gefilde.
Mein gebenedeiter Leib
Ist von allerfeinstem Stoff.
Meine Seele ist geflossen
Aus dem Gott der Götter Zeus.
Zeus gekommen ist als Schwan,
Junger liebestrunkner Schwan,
Selig Zeus erhob sein Haupt,
Seinen langen Schwanenhals,
Brünstig schlug er seine Schwingen,
Siegreich sang sein Schwanenlied
Von der Gunst des Kleinen Todes,
Nämlich der Vereinigung
Gottes mit der Braut und Nymphe,
Und begattete als Schwan
Leda, Gottes junge Nymphe,
Und erzeugte in dem Schoß
Der gebenedeiten Braut
Polydeukes, jenen Zwilling,
Der geboren Gottes Sohn,
Und die schöne Helena,
Meine gottgeschaffne Schönheit.
Ich bin Gottes eigne Tochter
Und ein Ausfluss seiner Kraft
Und ein Spiegel seiner Schönheit
Und ein Licht von seinem Licht.
Ich bin Helena, die Traumfrau
Aller männlichen Hellenen.
Wer die Schönheit liebt auf Erden,
Der ist in dem Geist Hellene.
Denn die Asiaten bringen
Ihres Gottes Majestät,
Aber die Hellenen bringen
Ihres Gottes Herrlichkeit,
Denn die Schönheit herrscht im Himmel
Als das allerhöchste Gut.
Diese Schönheit in dem Himmel
Ist Urania, die Göttin.
Die Geheimnisse des Eros
Streben alle zu der Schönheit,
Zu des Himmels Schönheitsgöttin.
Eros, der gewaltige,
Ist ein Dämon auf der Erde,
Eros ist allein der Mittler
Zwischen Gottes Herrlichkeit
Und den Sterblichen auf Erden.
Eros zieht uns all hinan!

MARIA

Cor tuum, femina et mater dolorosa,


Immaculata, est fontana amorosa.

TOM

Der Knabe hat im Bett bei mir gesucht den Trost,


Und hat mit zarter Glut mir meinen Bart liebkost.

STEFANIE

O Jugendgöttin du in damenhaftem Glanz,


Der Herr verleihe dir der Schönheit Siegeskranz!

TOM

Mein Page ist im zwölften Jahr


Und liebt mich, Gott, wie wunderbar,
Ich lieb ihn mehr auch als die Fraun,
Will immer nur den Pagen schaun.
WAS IST GLÜCK

Quentin:
Glück gibt es nicht, das ist berechenbar.

Tom:
Das Glück ist einfach und schlechthin das Glück.

Evi:
Das Glück ist hoher Schwung von Energie.

Josef:
Glück ist ein Kuss der göttlichen Fortuna.

HIER RUHET TORSTEN SCHWANKE / IMMER LEDIG /


DER HERR SEI SEINER ARMEN SEELE GNÄDIG!

DER CHINESE UNTER DEN DEUTSCHEN

Da sitzen sie am Tisch, mit kaltem Geist, die Männer,


Die Denkmaschinen, die belesnen Alleskenner,
Und Weibertorheit auch, wohin ich hör und seh,
Und wie ist abgeschmackt der Schokoladentee!
Nur einsam in der Nacht ich seh des Mondes Güte,
Die Jadejungfrau drauf, die reine Lotosblüte.

SUSANNE

Nachts ich schrie: Mein Gott, mein Gott, du hast mich verlassen!
Tags Susanne schrieb mir einen herzlichen Brief:
Darum ist sie ja Krankenschwester und Mutter von Kindern,
Dass sie sich liebend erbarmt dessen, der jammernd und krank.
Sie hat mich nicht enttäuscht. Ich schrieb die Ikone der Keuschheit,
Der sie gestanden Modell, als mich ihr Segen erreicht.
Darum Gott und Jesus, Maria und Sancta Susanna
Mögen segnen die Frau, die sich so zärtlich erbarmt!

Mein Herz ist kalt,


Mein Geist ist alt.

Die Geliebte sagte: Was willst du, mein innig Geliebter?


Hier ist die Vulva und hier ist die glückselige Lust!
Taube, wohin so eilig? - "Ich muss zu meiner Geliebten!"

Es sitzt der Toten Schar auf allen meinen Sesseln,


Sie brechen mir das Herz in finstrer Mitternacht.
Komm, Venus Dineke, mit Locken mich zu fesseln,
Das ist allein mein Trost, wenn mir dein Antlitz lacht.

Ich schau nur hin zum Tod, des Himmels Horizont,


Doch Hochzeit macht im Mai die Jungfrau Güldenblond.

Liebe Evi,

heute habe ich alle meine Haikus zu einem Buch der Haikus zusammen
gestellt (170 Seiten). Wie findest du dieses Haiku:

Nur Freunde?
Warum schaut er dann meine Slips an,
Die an der Wäscheleine hängen?

Marco,

fast hab ich wegen Kleopatra schlaflose Nächte...

Neunundzwanzig Jahre alt war Kleopatra, als der


Herrscher Antonius diese Königin zu sich zitierte.
Dieser hatte versammelt die Flotte in Ephesos, welches
In Kleinasien lag, ließ sich als Dionysos feiern,
Gott der Lebensfreude, der freien Liebe, des Rausches.
Aber Kleopatra folgte seinem Wunsch nicht in Demut,
Sondern mit dem Stolz einer Herrscherin über Ägypten.
Wenn er sie sehen wolle, so ließ sie den Heerführer wissen,
Müsse er sie auf ihrem eigenen Schiffe besuchen.
Sie empfing ihn in Tarsus, hingegossen als Göttin
Isis. Diese Szene lässt nicht ruhn die Poeten.
Eines war allen Erscheinungen diese himmlischen Göttin
Isis gemeinsam, nämlich der Himmelskönigin Nacktheit.
Auf dem Schiffe umstanden junge Knaben-Eroten
Ihre Herrin der Liebe. Sie war die Göttin der Liebe,
Daher war für sie sinnliche Liebe der Sinn ihres Lebens,
Sex gehörte zur Religion der göttlichen Kypris,
Sex und Religion zur Politik ihres Amtes.
Diese Bündnispolitikerin Kleopatra, siehe,
Sie trug nichts als ihre ägyptische goldene Krone
Und ein Perlencollier, vielleicht einen Slip auch mit Perlen.
Welch ein Wunder, dass Marcus Antonius schwach ward vor Wollust!

Ach, ich versank in einem schwarzen Moor,


Da kam die goldne Göttin schon hervor,
Ich küsste ihren Fuß, der ohne Strumpf,
Da zog sie lächelnd mich aus schwarzem Sumpf.

Die Venus, die ich angebetet habe,


Die ist nun alt, gebrechlich, nah am Grabe.

Das Leben hat mir ein neues Mädchen zur Anbetung geschenkt. In meinem Herzen ist ein Frühling.
Der lebensmüde Alte spielt junger Tor. Was machst du? Schreib mir doch mal. Was liest du? Ich
lese viel Bettine von Arnim. Wie geht es dir? Ich kann dich nicht vergessen.

AMOR

Du kleiner Amor, warst mein liebster Abgott,


Der liebend schoss den Pfeil mir in die Seele,
Du goldgelockter Knabe, nackten Popos,
In deinen blauen Augen sah ich Jesus.

Dann aber kamest du als Jüngling Eros


Mit wüstenheißen flammenden Passionen
Und bohrtest mir ins Herz das Schwert, das scharfe,
Ich sah in dir den Gott, der brennt im Dornbusch.

Nun grau mein Bart, nun zähl ich fünfzig Jahre,


Zu alt zum Kinderspiel des frohen Amor.
Und dennoch forderst du dein Recht, o Herrscher,
Und du zitierst mich an den Hof der Minne.

Du eben bist der Älteste der Götter,


Nie kann ich deinem Königreich entkommen.

O Sandra! Wie ich dich verehrt!


Zahn Jahre lang umsonst begehrt!
Dann aber wurde ich zum Manne,
Lieb nun die heilige Susanne.

Marco,
von solchen Strophen

Die naht mit urloube ü riten zuo der vluot.


dö truoc man zuo der erde win, der was vil guot,
gelegen in den kecken , und dar zuo vil der fpife.
ir fchif wurden ringe. Fruote von Tenemarke der was vil wife.

hab ich Hunderte, wenn nicht Tausende, die ich noch übersetzen und hochdeutsch nachdichten
muss. Wie gefällt dir das?

Mama!

Wenn auch die Mandelblüte nicht auf Mallorca geblüht hat,


Bald die japanische Kirsch / blüht in Ostfriesland dir auf!

Lieber Dave Brubeck!

"Sprich, Freund, von Johanneischen Gesichten,


Doch plag mich nicht mit lyrischen Gedichten!"

Dein
Eric Clapton

EVIS TRAUM

Da ging ich eine Straße, und daneben


Den schmalen Pfad, da war mein Gehen Schweben,
Ich war so leicht wie heitre Frühlingsdüfte,
Ich machte Purzelbäume durch die Lufte,
Da flog ich durch des Äthers Elemente
Hinan mit Flügeln in die Firmamente,
Da sah ich GOTT, den Alten, voll Erbarmen,
Der liebend mich umarmte mit den Armen.

1. März 2018

Spieglein, Spieglein an der Wand,


Wer die Schönste ist im Land?

Königin, das ist Schneewittchen,


Dieses liederliche Flittchen.
*

Liebe Mama,

Maria ist die Heilige Mutter,


Doris ist die Eilige Mutter.

Hallo Marco,

ich schreibe gerade eine Parodie auf Alexander Puschkins Versroman. Diese Strophe dürftest dir
gefallen:

Am Abend fuhr er mit dem Busse


Zur nahen Herzogsresidenz.
Da harrte mit dem Musenkusse
Die Gattin, lieblich wie der Lenz.
Und Eichelberg, sein Freund und Bruder,
Er sprach vom nackten blonden Luder.
Dann gab es Kassler, gelben Mais
Und Käsesauce, Chinas Reis.
Dann gab es alten starken Rotwein,
Den südfranzösischen Bordeaux.
Man witzelte und sprach: So so,
Du möchtest also lieber tot sein?
Die Kirschpraline mit Likör
Dem trunken Gastfreund mundet sehr.

CHRISTLICHE BRUDERLIEBE

Der Kirche Fischerboot ist ja kein Einbaum,


Komm unter unsern Feigenstock und Weinbaum!

DER AHNENFORSCHER

Ich forsche gern nach meinen Ahnen,


Dem Hirtenvolk, dem frommen, puren,
Ich wandle auf der Polen Bahnen
Und pilgere ins Land Masuren,
Ich lese alte Kirchenbücher
Und untersuche meine Gene,
Ob drin gewoben wie in Tücher
Die Ahnen ihre fromme Träne.
Da sagen nun zu mir die Frommen:
Du musst den Erdentand verachten!
Denn willst du in den Himmel kommen,
Sollst du nicht das Vergangne achten,
Sei ganz von dieser Welt entledigt,
Du sollst dir nicht dies Spiel erlauben,
Nein, schreibe lieber eine Predigt
Von Wahrheit, von Vernunft und Glauben.
Ach lieber Vater in dem Himmel,
Du Vater aller meiner Väter,
Es gibt in diesem Weltgewimmel
Zu viele schlimme Übeltäter,
Da treiben Krieg die Terroristen
Und man verdient am Waffenhandel,
Der Kindermord der Satanisten
Ist schlimm in diesem Erdenwandel.
So schlimmen Mord will ich nicht üben,
So schlimmen Krieg will ich nicht planen.
Ich will ja nur von Herzen lieben
Die Knechte Gottes, meine Ahnen.
Was ist denn schlimm daran hienieden,
Siehst du mich nach Masuren wallen?
Ein Kinderspiel ists voller Frieden,
Es möge dir, mein Gott, gefallen.

Wollte Magdalena schauen


Mit der Schönsten aller Frauen,
Mit der heiligen Susanne,
Die gefällt dem alten Manne.
Doch umsonst war all mein Dichten,
Wieder musste ich verzichten.

AN GUDRUN

O wie schön ist es auf den Kanaren,


Da wo ich und meine Schwester waren,
Wo ich mit der Neugier meiner Seele
Schaute in des Eingebornen Höhle,
Wo ich an erloschenen Vulkanen
Ging allein auf steilen Felsenbahnen,
Über mir in ungemessner Ferne
Stand das Kreuz des Südens, glänzten Sterne,
Wo an des Antlantik Meeresstrande
Still ich lag im schwarzen Lavasande,
Wo aus dem Atlantik tauchte Venus,
Dass ich lobsang Jesus Nazarenus,
Wo ich nach Atlantis träumend schaute,
Wo ich dem Bericht von Platon traute,
Selig lag ich unter dem Hibiskus,
Aber Schmerzen hatte im Miniskus
Meine Schwester, die sie trug bescheiden.
Auch im Garten Eden muss man leiden.
*

Liebe Evi,

hier ein Auszug aus meinem Versroman:

XXIV

Der Schwester Name, der war Eva,


Wie Milton ihn im Lied gebraucht.
Gepriesen sei auch Petrus-Kefa,
Der manche Weisheit schon gehaucht.
Soll aber ich von Eva reden,
Muss reden ich vom Garten Eden.
Man sagt, in meiner Namenswahl,
Da sei ich kein Original,
Nur immer Anna, Eva, Peter
Und Josef. Kennst du nicht die Schrift,
Wo man so viele Namen trifft?
Geschlechtsregister liebt nicht jeder,
Wir lesen in der Bibel zwar,
Doch manches wurde uns nicht klar.

XXV

So war der Schwester Name Eva,


Nicht schön wie Schwester Anna zwar,
Doch Weisheit lehrte Petrus-Kefa,
Dass Schönheit mehr im Innern war.
Ihr fehlten diese großen Brüste,
Geschaffen zu dem Spiel der Lüste.
Ich dennoch gerne Eva seh,
Sie war sanftmütig wie ein Reh,
War immer still und melancholisch.
Als Kind war immer sie allein
Nur mit den Blumen in dem Hain.
O Quell der Musen alkoholisch,
Gib ein ein Lied von dieser Maid,
Vertraute stiller Einsamkeit.

XXVI

Befreundet war sie nur mit Träumen,


Ein Engel, kaum noch inkarniert,
Ihr Geist sich oft in Sternenräumen
In stiller Mondscheinwelt verliert.
Sie sah allein Komet und Schnuppe.
Sie nähte nicht, und keine Puppe
War Spielzeug ihr, auf dass sie dort
Schon lernt das ernste Mutterwort.
Ich kenne Mädchen, die mit Puppen
Tun das, was Mutter ihnen tut.
Sie wollen Mütter werden, gut,
Den Mädchen sind die Knaben schnuppe,
Sie selbst sind Püppchen, Gott geweiht,
Prinzessinnen im rosa Kleid.

XXVII

Und Eva wollte auch nichts wissen


Vom neusten Klatsch von Stadt und Land,
Sie folgte einzig dem Gewissen,
Mehr dem Genie als dem Verstand.
Sie mochte Märchen von den Elfen,
Den kleinen Göttinnen, die helfen,
Sie fürchtete den Schwarzen Mann,
Den sah sie nur mit Schrecken an.
Wenn Freundinnen zu Anna kamen
Und schwärmten durch den Garten laut,
Hat Eva in die Luft geschaut,
Sie mochte nicht die kleinen Damen,
Geschnitzt aus einem andern Holz,
So jung und so kokett und stolz.

XXVIII

Sie mochte gern die die Morgenröte


Und liebte sehr den Morgenstern.
Sie mochte gern der Vögel Flöte,
Sie hatte die Natur sehr gern.
Sie mochte es, im Morgengrauen
Hyperion von Osten schauen,
Ihr wars, als ob die Sonne spricht,
Ihr war Musik das Sonnenlicht.
Im Winter aber, in dem Dunkeln,
Sie zündete die Kerzen an
Und schaute in die Flammen dann
Und sah dann tanzen in dem Funkeln
Im Purpurkleidern schöne Feen,
Die konnte einzig Eva sehn.

XXIX

Sie las romantische Romane


Und wollte so geliebt auch sein,
Wie Goethe schrieb, der Dichter Ahne,
Von Liebesglück und Liebespein,
Wie Werther sprach von seinem Gotte
In der Natur und seiner Lotte.
Ihr Vater Helmut las kein Buch,
Er kannte nicht der Bücher Fluch,
Die jungen Geister zu verwirren,
Es war dem Vater ganz egal,
Was Eva aus dem Büchersaal
Gelesen, was für Geister schwirrten
Um sie. Der Mutter Augen sahn
Nur Boris Pasternaks Roman.

XXX

Die Mutter Evas hieß Elfriede,


Die Lara liebte, Tonja auch,
Die wünschte oftmals Russland Friede,
Die liebte Doktor Juris Hauch.
Doch selber war sie keine Lara,
Sie war Noomi oder Mara.
In ihrer Jugend liebte sie
Den ersten Gatten, der war wie
Der Doktor Juri, Herr Schiwago.
Sie lebte in dem Dörfchen Bach
Bei Leipzig, bis ihr Gatte, ach
Verstorben ist. Sie kochte Sago
Und machte Götterspeise draus
Zum Totenfest im Gotteshaus.

XXXI

Dann hat den Helmut sie genommen,


Der immer sich gesund ernährt.
Sie haben nicht im Geld geschwommen,
Das Portemonnaie war oft geleert.
Elfriede dachte oft im Schatten
Noch an den ersten, toten Gatten,
Doch wandte sich der Erde zu
Und fand im Hause Seelenruh.
So kann sich eine Frau gewöhnen
An ihres Mannes kalten Blick,
Statt dass sie hat der Liebe Glück
Und Lebensfreuden mit dem Schönen,
Hat sie der Ehe Alltag dann,
Gewohnheit wird der Ehemann.

XXXII

Im Haus regierte still Elfriede,


Der Mann zum Kampf ging aus dem Haus.
Im Hause aber war der Friede.
Sie schimpfte oft die Kinder aus,
Doch gab sie niemals Backenstreiche.
Sie war die Sanfte, war die Weiche,
Voll Sanftmut und Bescheidenheit,
Voll Demut war sie stets bereit.
Sie sammelte im Walde Beeren
Und kochte Marmelade ein,
Und Samstags bei dem Vesper-Schein
Die Töchter wurden trotz Beschweren
Gebadet in dem heißen Bad,
Was nie der Vater Helmut tat.

XXXIII

In ihrer Jugend schrieb sie Verse


In ihrer Freundin Album ein,
Zwar Hafiz nicht, der fromme Perse,
Vermochte ihr Poet zu sein,
Von Schiller kannte sie die Glocke
(Sie mochte mehr die Schillerlocke)
Und manches alte Sprichwort auch:
Studiert nicht gern ein satter Bauch,
Die Lügen haben kurze Beine,
Der Schlaf ist gut vor Mitternacht,
Am besten lacht, wer schließlich lacht,
Wer einmal lügt, dem glaubt dann keine.
Französisch, Englisch sprach sie nicht,
Kaum redet Deutsch, wer sächsisch spricht.

XXXIV

Den Gatten lernte sie zu lieben


Und ließ ihm auch sein Steckenpferd,
Er las sehr gern von Pflanzentrieben,
Heilkräuter waren ihm beschert.
Am Sonntag kamen manchmal Gäste,
Es waren friedlich stille Feste,
Da man spazierte durch den Matsch
Und ausgetauscht den neusten Klatsch.
Dann trat auch an die Tafel Anna
Und schenkte ein den Kräutertee,
Mit Sahne, sie, des Hauses Fee,
Und reichte selbstgebacknes Manna,
Die Gäste fuhren abends fort,
Schlaft gut, war stets das Abschiedswort.

XXXV
Im Hause herrschte stiller Friede,
Saß man zusammen beim Spinat,
Den kochte lecker die Elfriede.
Und was betrifft den Gottesstaat,
Man ging zur Kirche in der Weihnacht
Und hoffte da schon auf die Mainacht.
Karfreitag ward geweint, wenn ach
Den Tod des Herrn besang Herr Bach,
Dann zu der schönen Osterfeier
Gabs keine Schokolade zwar,
Und da auch nicht Bescherung war,
Doch gab es bunte Ostereier,
Wie sie das Häslein in der Nacht
Ins grüne Osternest gebracht.

XXXVI

Und wie der Lauf nun dieser Welt ist,


Der treue Ehegatte starb,
Und wenn er auch kein Glaubensheld ist,
Wenns ihm am Christentum gebrach,
Wir wünschen herzliches Erbarmen
Und Seelenruh in Christi Armen.
Er starb an einem Lungenkrebs,
Dacht bis zum Schluss: Ich überlebs.
Jetzt liegt er unterm Friedhofs-Rasen.
Da steht nun auf des Grabes Stein:
Hier ging zu Gottes Ruhe ein
Herr Helmut Becher, (wie wir lasen),
Der Gottes Schöpfung sehr geliebt,
Bei seinen Kindern sehr beliebt.

GRABSPRÜCHE

Wenn Evi gefragt würde, würde sie ihr Négligé entbehren:


„Ich trage jetzt weniger als Nichts.“

Leser, ich soll dich wissen lassen,


Schwankes Körper liegt nur darunter;
Denn könnte das Grab seine Seele umfassen,
Die Erde wäre reicher als der Himmel.

Hier liegt Schwanke, eine völlige Nichtigkeit,


Nicht einmal ein Nobelpreisträger.
Epitaph für meine Frau Karine

Hier liegt meine Frau: Hier lasst sie liegen!


Jetzt hat sie Ruhe, und ich auch.

Sie liebte es, Liebe zu machen


An jedem romantischen Ort.
Jetzt liegt Karine hier.
Es ist nicht zum ersten Mal.

Hier liegt meine Frau Karine. Ewiger Friede


Sei uns beiden in ihrem Tod verbunden.

POSTHUM IN ELLENS POESIEALBUM GESCHRIEBEN

Sie war der Gottesmutter guter Engel


Und half mir auf bei jedem meiner Mängel.
Dann nahm sie Abschied, das war wie ein Sterben,
Da ging ihr Leib, den Bruder Tod zu erben.
Sie glaubte an das Schicksal und die Liebe
Und dass sie in dem Reich des Lichtes bliebe.
Die sie zurückgelassen hat im Leben,
Die möchte sie als guter Geist umschweben.

WIE LIEBLICH IST DER MAIEN

Wie lieblich ist der Maien!


Wie ist der Schöpfer gut!
Nun sich die Seelen freuen
Am frischen jungen Blut!
Die Kühe sieht man grasen
Auf Weiden grün und satt,
Die Vögel Flöten blasen
Im Dorf und in der Stadt.

O Herr, dir will ich singen,


Weil du so gut und schön,
Dir meine Lieder bringen
Mit tollem Lustgestöhn!
Du bist ja nichts als Güte
Und bist der Liebe voll!
Ich rase schon, ich wüte,
Ich bin vor Weisheit toll!

Herr, lass die Sonne lachen


In meine Finsternis,
Die Flamme zu entfachen,
Dass ich nicht Lust vermiss!
Gib Heiterkeit im Geiste
Unjd mach die Seele süß,
Dass ich dich selig preiste
Wie einst im Paradies!

Des Sängers Arbeit segne


Zu der Madonna Ruhm
Und rote Rosen regne,
Natur, das Heiligtum,
Lobsingt mit Mond und Sonne,
Dem Himmel heiter blau.
Ich singe der Madonne,
Sing Unsrer Lieben Frau!

WIE SCHÖN BLÜHT MIR DER MAIEN

Wie schön blüht mir der Maien,


Dahin die Winternacht!
Ich will die Jungfrau freien,
Die so voll Anmut lacht,
Die Grazie voll Charme!
Wenn ich nur zu ihr bete,
Da wird das Herz mir warm.

Lieg ich des Nachts zu träumen,


Da kommt sie oft zu mir,
Sie taucht aus Meeresschäumen
In allerfeinster Zier.
Und werde ich dann wach,
Dann ist der Traum verschwunden,
Ich seufze: Ach Herr, ach!

Im Himmel wär ich gerne,


Da wär ich froh wie toll,
Dort auf dem Morgensterne
Der Liebesfreuden voll!
Wie kirschrot ist ihr Mund,
Will sie mich damit küssen,
Dann wird mein Herz gesund.

Ich finde in dem Garten


Drei Blätter an dem Klee.
Hier will ich auf sie warten,
Im Schaum von Blütenschnee.
Drei Blätter und ein Stiel,
Das ist der Gottheit Zeichen,
Die wartet an dem Ziel.

Es blüht Vergißmeinnimmer
Vomr Fenster ihr so nett,
Sie liegt im weißen Schimmer
Im rosa Himmelsbett,
Es glüht das Morgenrot
So schön wie meine Jungfrau,
Die stärker als der Tod!

Der Jungfrau darf ich klagen


Mein Leiden jeden Tag,
Sie weiß mir Trost zu sagen,
Weil sie mich leiden mag.
Adieu, Geliebte mein,
Dir sei dies Lied gesungen,
Will ewig bei dir sein!

To Heaven

by Ben Jonson

Good and great God, can I not think of thee


But it must straight my melancholy be?
Is it interpreted in me disease
That, laden with my sins, I seek for ease?
Oh be thou witness, that the reins dost know
And hearts of all, if I be sad for show,
And judge me after; if I dare pretend
To ought but grace or aim at other end.
As thou art all, so be thou all to me,
First, midst, and last, converted one, and three;
My faith, my hope, my love; and in this state
My judge, my witness, and my advocate.
Where have I been this while exil'd from thee?
And whither rap'd, now thou but stoop'st to me?
Dwell, dwell here still. O, being everywhere,
How can I doubt to find thee ever here?
I know my state, both full of shame and scorn,
Conceiv'd in sin, and unto labour borne,
Standing with fear, and must with horror fall,
And destin'd unto judgment, after all.
I feel my griefs too, and there scarce is ground
Upon my flesh t' inflict another wound.
Yet dare I not complain, or wish for death
With holy Paul, lest it be thought the breath
Of discontent; or that these prayers be
For weariness of life, not love of thee.

REGINA COELI

Und lieg ich hier in Sühne-Schmerzen,


Im Himmel Jungfraun tanzen, scherzen:
O freue dich, Regina coeli!

Ich bin der Schmerzenmann von Jahwe,


Die Engel singen jubelnd Ave,
O freue dich, Regina coeli!

Ich brenne hier in nackten Leiden,


Im Himmel Schleier wehen seiden:
O freue dich, Regina coeli!

Auf Erden schon im Fegefeuer,


Maria, singt dir dein Getreuer:
O freue dich, Regina coeli!

Und lebt die Freundin betend einsam,


Im Himmel jauchzen wir gemeinsam:
O freue dich, Regina coeli!

MEINER LIEBEN MAMA ZUM MUTTERTAG GESUNGEN

Ich bin geschaffen von dem Heiland,


Geboren auf der Friesen Eiland,
Da Mutter Paula mich geboren
In ihrer Villa auserkoren.
Großmutter Margarethe lächelt
Und mit den rauen Händen fächelt
Mir Segen übers junge Köpfchen
Mit meinen langen blonden Zöpfchen.
Dem Vater stand die Flasche offen,
Es war der Haustyrann besoffen.
Ich war sehr gern bei Onkel Meier,
Der Brötchen buk zur Sonntagsfeier,
Da Ursula, auf die ich zielte,
Cousine Ursel mit mir spielte.
Und Freundin Edith war die Dritte,
Ich zwischen beiden in der Mitte,
Wir spielten mit dem Ball im Freien,
Mit Puppen spielten wir zu Dreien.
Dann kam ich in des Volkes Schule.
Es war ein König einst in Thule
Und festgemauert in der Erden
Die Glocke: Es soll Friede werden!
Zweistimmig sangen wir Gesänge
Und liebten auch Gitarrenklänge
Und sangen von der alten Flunder
Und von dem jungen Heringswunder,
Ich hätte gern Pianoforte
Gespielt, doch nach des Vaters Worte
War leider das Klavier verboten.
Ich sang zu Gott nach hohen Noten
Und Gott sprach auch mit mir durch Chöre,
Dass ich des Himmels Schönheit höre.
Ich floh vor meines Vaters Orden,
So kam ich in das hohe Norden,
Dort mit der Freundin Wilhelmine
Ich oftmals ging mit heitrer Miene,
Am Markt die Jungen anzuschauen,
Ob wem die Hand sei anzutrauen,
Doch wie sich so die Jungfraun zieren,
Wir gingen Hand in Hand spazieren,
Doch nichts von Küssen und dem andern.
Und da begann ich weit zu wandern,
Ich sah die Rosen und die Lilien
Im schönen südlichen Sizilien,
Von dort ich nach Hannover kehrte,
Wo mich der Eberhard verehrte,
Der nach der Hochzeit Stefan zeugte,
In dem er selbst sich neu erzeugte,
Und dann gebar ich meinen Torsten,
Wie Adler in dem Neste horsten,
Wie es der Schöpfer eingerichtet,
Der hat mir dieses Lied gedichtet.

AN EVI ZUM MUTTERTAG

O schwesterliche Freundin voll Erbarmen,


Vergiss mich nicht, den Kranken und den Armen,
Der zwar verzichtet hat auf alle Frauen
Und muss doch immer liebe Schwestern schauen.
Ich bin nicht treu, ich bin ein Rohr im Schilfe,
Doch dankbar ich genieße deine Hilfe,
Denn wenn ich muss der Qualen Asche futtern,
Dann will ich: Evi komm, mich zu bemuttern!
Das tust du auch mit deinem sanften Herzen,
Du linderst mütterlich die Seelenschmerzen.

Liebe Susanne,

danke dass du neben mir spaziert bist. Zum Muttertag schenke ich dir
diesen Vers von Goethe:
Mariens Huld und Anmut wollt ich schauen
Und so kam ich zu euch, ihr holden Frauen.

MARIAS MUTTERTAG

Sankt Josef mit dem Kind,


Wie sie gekommen sind -
Marias Muttertag!

Sie aßen Süßigkeit


In schönster Maienzeit -
Marias Muttertag!

Das Kindlein war sehr klug,


Wie es die Mutter frug,
Marias Muttertag!

Sankt Josef war fast blind,


Scharfäugig war das Kind,
Marias Muttertag!

Marias Sonne scheint,


Sie sagt es ihrem Freund,
Marias Muttertag!

QUELL DER SCHÖNHEIT

Der Quell der Schönheit ist das Licht der Gottheit,


Urschönheit voller Herrlichkeit verströmt sich,
Der Glanz der Gottheit schimmert an dem Mädchen,
Der goldnen Wolke gleich des Mädchens Aura.

Der Schein der Heiligkeit ums blonde Köpfchen,


Wie Schleier fließen ihre goldnen Locken,
Wie Gnadenströme fallen ihre Zöpfe,
Der Stern der Jungfrau bildet ihre Krone.

Gekleidet ist sie in das Licht der Sonne,


Wie heilig trägt sie reines weißes Linnen,
Wie ist gebadet sie in Schaum des Meeres,
Der weiße Leib in transparenter Seide.

Der weißen bloßen Füße Lotossprossen


Erscheinen strahlend auf der weißen Wolke.

*
DER POET

Poet, du bist ein Priester und Prophet,


Du schreibe, was die Muse dir diktiert,
Du prophezei in Gottes Geist, Poet,
Und frag nicht, was die Menge kommentiert.

Du Musen-Priester, sing dein Ideal,


Leg deine Lieder nieder ins Archiv.
Die Schönheit sing aus dem Ideensaal,
Die immer jugendschön und attraktiv.

Die Torheit, die nur ihre Zeitung kennt,


Vergiss von Herzen ganz und gar, Petrarch.
Wenn deine Liebe bis zum Himmel brennt,
Dann bleibe einsam, seliger Monarch.

Wenn du dich an dem Kuss der Muse labst,


Dann sei dein eigner Zar und eigner Papst!

ARZT-SEGEN

Es möge auch der Arzt in seiner Weisheit taugen,


Wenn er dir heilen will das rechte deiner Augen!

Liebe Gudrun,

ein SCHÖNES Pfingsten und einen erholsamen Urlaub wünsche ich dir.

Litanei zu Heiligen Geistkraft

Sei gepriesen Gottes Geist, unser Licht und Leben


Du ewige Liebe Gottes
Du ewige Liebe Gottes
Du Quelle allen Lebens
Du Geist der Wahrheit und der Heiligkeit
Komm herab, du heilige Geistkraft!

Sei gepriesen Gottes Geist, unser Licht und Leben


Du ewige Liebe Gottes
Du Offenbarerin der Geheimnisse Gottes
Du innere Erleuchtung des Verstandes
Du Führerin zur ewigen Freude
Komm herab, du heilige Geistkraft!

Sei gepriesen Gottes Geist, unser Licht und Leben


Du ewige Liebe Gottes
Du Spenderin aller Gnaden
Du Trösterin der Verlassenen
Du Mutter der Armen
Komm herab, du heilige Geistkraft!

Sei gepriesen Gottes Geist, unser Licht und Leben


Du ewige Liebe Gottes
Du Stärke des heiligen Volkes
Du Kraft zum Zeugnis der Wahrheit
Du Feuerbrand der Liebe
Komm herab, du heilige Geistkraft!
Sei gepriesen Gottes Geist, unser Licht und Leben
Du wahre Lehrerin unserer Erkenntnis
Du Licht im Dunkel der Sünde
Du Vollbringerin alles Guten
Du ewige Liebe Gottes
Komm herab, du heilige Geistkraft!

Sei gepriesen Gottes Geist, unser Licht und Leben


Du Ehre des Höchsten in unseren Seelen
Du geheimnisvolles Herz der Kirche Christi
Du Weg zum Herzen unserer Brüder und Schwestern
Du Geistkraft der Frucht des Herren
Du Freiheit der Kirche Gottes
Du Vollenderin der neuen Schöpfung
Du ewige Liebe Gottes
Komm herab, du heilige Geistkraft!

HAIKU

Es sagt mir Dulder zu


Die Atheneia Tübingens
Ihr Fasten und Gebet.

ODE AT LAETITIAM DIVINAM

Laetitia pulchra divina scintilla


Filia mittimur Elysium
Intramus hausto igne
Caelesta sanctuarium tuum

DIE HEILIGE RITA

Rita wollte Jungfrau sein,


Treten in ein Kloster ein,
Doch die Schwester wollten mehr,
Dass sie wird als Mutter schwer
Und als Frau das Hauskreuz trägt.
Ward ein Mann ihr beigelegt,
Der war grausam und brutal,
Sünder hier im Jammertal,
Bis er ward vom Blute rot
Und vom Freund geschlagen tot.
Seine Söhne wollten da
Rächen ihren Vater, ja,
Rita sagte zu dem Herrn:
Meine Söhne du bewahr
Vor der Sünde immerdar,
Sich zu helfen eigner Hand,
Hol sie lieber in das Land
Deines Himmelsreichs zum Fest.
Und sie starben durch die Pest.
Rita trat ins Kloster ein,
Sah den Herrn am Kreuz voll Pein,
Voller Schmerzen Gottes Sohn,
König mit der Dornenkron,
Rita aber auserkorn
Da bekam den scharfen Dorn
Scharf getrieben in die Stirn,
Wie da litt die fromme Dirn,
Schmerzen litt sie bis zum Tod,
Da zuende ihre Not,
Da bei Gott verklärt das Weib,
Unverweslich ist ihr Leib.
Als Patronin steht sie bei
Und man feiert das im Mai
Allen in der Einsamkeit,
Beistand voll Barmherzigkeit,
Die mir Trost gespendet heut,
Was im Leiden mich erfreut.

Halleluja Amen

Liebe Athene,

heute schrieb ich an meinem Nibelungenlied. Auch hörte ich Hermann Hesse Demian. Hier eine
Probe aus dem vierten Gesang. Gleich werde ich abgeholt, mit meinen ABC-Schützen über den
Thron Gottes zu sprechen.

Um Urlaub Siegfried bat, der Herr von Niederland.


Als König Günther ward Herrn Siegfrieds Wunsch bekannt,
Bat er ihn liebevoll, ihm weiter beizustehen.
Wärs um die Schwester nicht, so wär es nie geschehen.

Dazu war er zu stolz, dass man ihm zahle Sold,


So sehr er den verdient. Der König war ihm hold
Und seiner Freunde Schar, die das mit angesehen,
Was da von seiner Hand im Kriege war geschehen.

Er wollte bleiben für die wunderschöne Maid,


Vielleicht dass er sie schau. Und das nach einer Zeit
Geschah nach seinem Wunsch, dass er sie kennen lernte.
Dann in sein Vaterland er heiter sich entfernte.

Der Wirt begehrte nun, was Rittern gut gefällt,


Da spielte Ritterspiel gutwillig mancher Held.
Auch Throne standen da bei Worms am Uferstrande
Für die, die kämen bald in der Burgunder Lande.

Nun in der schönen Zeit, bis mancher Ritter kam,


Die schöne Kriemhild von der frohen Mär vernahm,
Dass ein Gelage soll gefeiert sein zum Preise,
Da dachten schöne Fraun daran mit großem Fleiße.

Gewand und Bänder bunt, das liebten Frauen sehr.


Frau Ute, die war reich, vernahm die schöne Mär
Von Rittern voller Stolz, die sollten baldigst kommen.
Da wurden aus dem Schrank die Kleider schön genommen.

Den Kindern machte sie zur Zierde Rock und Kleid,


Womit sich schmückte schön die Frau, die junge Maid.
Und vielen Rittern stolz aus heimatlichen Ländern
Und Fremden auch sie schuf die Zierde von Gewändern.

MARCOS LIED AN SEINE FRAU SUSANNE IM 17. JAHR DER EHE

O meine liebe Frau,


Wir sitzen im Café,
Ich deine Schönheit schau,
Ich deine Anmut seh!
Hier kommt des Psalms Refrain:
Oh dein Schneewittchen-Teint!

Die Kirche ist vereint


Und singt vor Gottes Sohn,
Du, wie die Sonne scheint,
Du sitzt auf Christi Thron!
Hier kommt des Psalms Refrain:
Oh dein Schneewittchen-Teint!

Wie Eis so weiß die Haut,


Wie Rosen rot das Blut,
Du einzig meine Braut,
Die nichts als Liebes tut!
Hier kommt des Psalms Refrain:
Oh dein Schneewittchen-Teint!
Wie deines Lächelns Glanz
Die Seele mir beglückt!
Bis zu der Engel Tanz
Mein Geist wird mir entrückt!
Hier kommt des Psalms Refrain:
Oh dein Schneewittchen-Teint

ZUM GEBURTSTAG

Halleluja, es ist Heilige Weihnacht,


Ave, mitten in Marias Mainacht!
Kommt, Homer und Pindar, glaubt,
Athene ist gezeugt aus Gottvaters Haupt!

Ich schreibe an einem lyrischen Epos '(in reimlosen Sonetten), das soll
die Frau oder die ewige Frau oder das Ewigweibliche heißen. Inhalt: der
weibliche Körper, die Minne, die Frauen meines Lebens, Königinnen,
weibliche Heilige, Göttinnen, ABC der Namen Mariens. Hier aus meinem ABC der Minne eine
heute geschriebene Kostprobe:

ÜBERFRAU

Der Gott ist tot, wir haben ihn ermordet,


Wir Sünder haben unsern Gott getötet!
Nun sind auf Erden nur die Letzten Menschen,
Philister, die sind nichts als hohle Därme!

Der Seher aber sucht den Übermenschen,


Er sucht ihn auf dem Gipfel seines Herzen
In kühler reiner Einsamkeit des Geistes,
Doch nimmer fand er diesen Mann und Helden.

Ich aber sah, und siehe, was ich schaute,


Das war die Überfrau in höchster Schönheit,
Ja, Stein und Blume, Tier und Mensch, sie streben
Zur Überfrau, die ist der Schöpfung Krone!

Und mit der Überfrau in ihrem Herzen


Kam Gott zurück, der auferstanden!

Dieser Vers von Hölderlin könnte mein eigner sein:

Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,


Denn mein Herz gehört den Toten an.

*
AN DIE MUSIK

Mit Muttermilch ich trank die Harmonieen


Von himmlisch reinen, wundervollen Tönen,
Die wie die Engel durch den Äther ziehen,
Das war das Evangelium des Schönen,
Das mich wie Muttermilch so trostreich stillte
Und mit dem Klang der Himmelswelt erfülle.

Seit meiner Jugend trag ich schwersten Kummer,


Mein Herz ward mir gekreuzigt durch die Qualen,
Mich floh der Tröster oft, der süße Schlummer,
Die Teufel mir den Seelenfrieden stahlen,
Da kam zu mir des Himmels schönste Ode,
Und singend wallte ich zu meinem Tode.

Nun einsam in dem Witwerhaus erfassen


Mich aus der Höhe hohe Engelsstimmen,
Dieweil im Jammertal ich gottverlassen,
Ich darf in der Musik des Himmels schwimmen,
Ich habe Gottes Harfenspiel gefunden
Als Balsamstaude für die Seelenwunden.

Ich hab getröstet alle Kranken, Kleinen,


Als Tröster stand ich an dem Sterbebette.
Nun aber ich muss gottverlassen weinen,
Ich sterbe fast an meiner Schädelstätte,
Nimm dir ein Vorbild doch an mir und tröste,
Musik, die schon so manchen Schmerz erlöste!

Μεγαλύνει ἡ ψυχή μου


τὸν Κύριον
καὶ ἠγαλλίασε τὸ πνεῦμά μου
ἐπὶ τῷ Θεῷ τῷ σωτῆρί μου,
ὅτι ἐπέβλεψεν ἐπὶ τὴν
ταπείνωσιν τῆς δούλης αὐτοῦ.

ἰδοὺ γὰρ ἀπὸ τοῦ νῦν


μακαριοῦσί με
πᾶσαι αἱ γενεαί.

ὅτι ἐποίησέ μοι μεγαλεῖα


ὁ δυνατός καὶ ἅγιον τὸ ὄνομα αὐτοῦ,
καὶ τὸ ἔλεος αὐτοῦ εἰς γενεὰς γενεῶν τοῖς
φοβουμένοις αὐτόν.

Ἐποίησε κράτος
ἐν βραχίονι αὐτοῦ,
διεσκόρπισεν ὑπερηφάνους διανοίᾳ καρδίας αὐτῶν·
καθεῖλε δυνάστας
ἀπὸ θρόνων
καὶ ὕψωσε ταπεινούς,

πεινῶντας ἐνέπλησεν ἀγαθῶν


καὶ πλουτοῦντας ἐξαπέστειλε κενούς.

ἀντελάβετο Ἰσραὴλ παιδὸς αὐτοῦ,


μνησθῆναι ἐλέους,
καθὼς ἐλάλησε πρὸς τοὺς πατέρας ἡμῶν,
τῷ Ἀβραὰμ
καὶ τῷ σπέρματι αὐτοῦ
εἰς τὸν αἰῶνα.

Ich schreibe weiter an meinem Epos DIE FRAU. Nach dem ABC der Minne (von Abbild bis
Zärtlichkeit) schreib ich jetzt am ABC der weiblichen Heiligen. Hier eine rechte Heilige für dich:

KATHARINA VON ALEXANDRIEN

Die Heiden sagten: Du beweise Christus!


Und Katharina nahm Homer und Platon,
Nahm Pindar und Ovid und Diotima
Von Mantua und Sokrates und Plotin.

Da sprach sie von dem Sohn des Zeus, geboren


Von einer Menschenfrau, von einer Jungfrau,
Der heilte, der gestorben ist als Opfer,
Der aufgefahren ist zu seinem Vater.

Sie sprach von dem Gericht des Radamanthys


Und Minos, von Verdammnis in dem Hades,
Odysseus und Äneas in der Hölle,
Und vom Elysium für die Gerechten.

Ihr Stolzen möget mich verspotten, aber


Ich bleibe treu der Göttlichen Sophia!

Hallo Marco,

das letzte Gedicht aus meinem Gedichtzyklus ABC der weiblichen Heiligen bezieht sich auf den
Himmel, um dir Appetit zu machen:

URSULA UND IHRE ELFTAUSEND JUNGFRAUEN


O Gott, wie schön das Paradies des Himmels,
Das heilige Jerusalem des Himmels,
Der Garten Eden und die Stadt der Toten,
Die Nekropolis und die Megapolis,
Da wimmelt es von wunderschönen Mädchen,
Ob lange blonde oder braune Haare,
Ob lange rote oder schwarze Haare,
Sind alle nichts als lauter reine Gnaden,

Sind sechzehn Jahre jung, sind zweiundzwanzig,


Sind weiße Lilien und sind rote Rosen,
Sind alle voll der schönen Liebe Gottes,
Die Herzen sind voll Demut und voll Sanftmut.

Ich will sie küssen alle Ewigkeiten!


O Paradies der Männer Glaubenshelden!

Heute Nacht hab ich geträumt, dass meine selige Karine meine Gedichte liest. Dann las ich Teresa
von Avila, sie schrieb von Betrix de la Madre de Dios, das ist Karine, meine Beatrice. Kurz vor dem
Heimgang meiner heiligen Oma, besuchte ich sie mit Karine und meine Oma nannte sie hellsichtig
Corinna. Karine las im Studium die Metamorphosen und war begeistert von Phaeton. Darum ist
Ovid ihr Dichter. Ich will viel von Ovid übersetzen, die Heilmittel gegen die Liebe, einiges aus den
Metamorphosen, die Liebeselegien, jetzt hab ich angefangen, die Tristia, die Klagelieder aus dem
Exil zu übersetzen, daraus hier eine Kostprobe:

Wenn die traurigste Erinnerung mir in den Sinn kommt


Von dieser Nacht, meiner letzten Stunde in der Stadt,
Wenn ich mich an diese Nacht erinnere, da ich so oft gegangen bin,
So lieb zu mir, selbst jetzt fallen Tränen aus meinen Augen.
Der Tag war schon da, den Caesar befahl
Für meine Abreise über die äußersten Küsten Italiens hinaus.
Es gab weder Zeit noch Lust, sich darauf vorzubereiten.
Was passierte, mein Herz war taub mit großer Verspätung.
Ich habe nicht an Sklaven oder Gefährten gedacht,
An Kleidung oder die anderen Bedürfnisse eines Exils.
Ich war so benommen wie ein Mann, der von Joves Blitz getroffen wurde,
Der lebt, dessen Leben dem Mann selbst unbekannt ist.
Aber als der Kummer selbst meinen getrübten Verstand reinigte
Und endlich begannen sich meine Sinne zu beleben,
Ich sprach am Ende mit meinen traurigen Freunden ,
Dem einen oder den zweien, von so vielen, die geblieben sind.
Als ich weinte, weinte meine liebevolle Frau bitterer in meinen Armen,
Tränen fielen endlos über ihre schuldlosen Wangen.
Meine Tochter war weit weg an der libyschen Küste
Und konnte nicht über mein Schicksal informiert werden.
Wo immer ich zufällig war, klang Trauer und Kummer,
Und innen war der Anschein einer lauten Beerdigung.
Frauen und Männer, auch Kinder, weinten bei meinem Fall,
Und jede Ecke des Hauses hatte seine Tränen.
Wenn man ein großes Beispiel für ein kleineres verwenden könnte,
Das war das Gesicht von Troja, als sie genommen wurde.
Jetzt wurden die Schreie von Menschen und Hunden still:
Luna in der Höhe lenkte ihre Mitternachtspferde.
Betrachte sie und bei ihrem Licht das Kapitol
In der Nähe von meinem Haus, obwohl das für mich keinen Sinn hatte,
Ich betete: Ihr Mächte, die diese Orte in der Nähe besitzen,
Ihr Tempel, die meine Augen nie wieder sehen werden,
Götter, die diese große Stadt des Quirinus besitzen,
Ich gebe auf, empfangt meine Begrüßung für alle Zeit.
Und obwohl ich den Schild zu spät nehme, verwundet,
Befreit diese Verbannung von der Last des Hasses
Und erklärt diesem Gottmenschen,
Welcher Irrtum mich in die Irre geführt hat,
Damit er meine Schuld nicht für ein Verbrechen hält,
So weiß auch der Autor meines Schmerzes, was ihr wisst.
Wenn der Gott zufrieden ist, kann ich nicht unglücklich sein.
Ich sprach mit den Göttern im Gebet so,
Meine Frau mehr, Schluchzen erstickt ihre halb gehörten Schreie.
Sie warf sich Haare raufend vor die Laren,
Berührte den kalten Herd mit zitternden Lippen,
Richtete Worte an die Penaten, vor ihr,
Nicht dazu bestimmt, dem Ehemann zu helfen, um den sie trauerte.

Malek,

eben übersetzte ich ein Klagelied des römischen Dichters Ovid, der von Augustus, den er einen Gott
nennt, ins Exil an die Moldau verbannt worden ist, er wendet sich noch einmal an seinen treusten
Freund.

O du, der immer der erste unter meinen Freunden genannt wird,
Du über alle, die es richtig fanden, mein Schicksal zu deinem zu machen,
Der war der erste, Carissime! der Liebste, ich erinnere mich,
Ich trauend, du mich mit Worten stützend, als der Bolzen einschlug,
Der gab mir den ruhigen Rat, weiter zu leben,
Als mein erbärmliches Herz mit dem Verlangen nach dem Tod erfüllt war.
Wahrlich, du weißt, wen ich meine, durch diese Zeichen deines Namens,
Noch ist dir nicht bekannt, Freund, der Dienst, den du geleistet hast.
Diese Dinge werden immer in meinem Mark stecken,
Und ich werde ein ewiger Schuldner für das Leben sein, das mir gehört,
Und mein Geist wird in der leeren Luft dahin schmelzen,
Lass meine Asche auf dem kühlenden Scheiterhaufen,
Bevor die Erinnerung an deinen Verdienst meinen Verstand verlässt
Und Loyalität verblasst durch die langen Jahre.
Möge es den Göttern gefallen, dir Glück schenken,
Niemals in Not zu sein, ein Schicksal, mit meinem nicht zu vergleichen.
Trotzdem, wenn dieses Schiff von einer günstigen Brise getragen würde,
Vielleicht würde deine Treue unbestätigt bleiben.
Pirithous hätte des Theseus Freundschaft nicht gespürt
So tief, wenn er nicht in die höllischen Wasser gegangen wäre.
Der Phocische Pylades war eine Instanz der wahren Liebe,
Das lag an den Furien des traurigen Orestes.
Wenn Euryalus nicht unter die Rutulianischen Heere gefallen wäre,
Der Hyrtacianische Nisus hätte keinen Ruhm gefunden.
So wie rotes Gold in den Flammen bewertet wird,
Treue wird durch harte Zeiten geprüft.
Während Fortuna uns hilft, ein Lächeln auf ihrem ruhigen Gesicht,
Alle Dinge folgen unseren unverminderten Kräften:
Aber sie fliehen mit dem Donner, und niemand kennt ihn,
Der war vor einem Moment von Freundeskreisen umringt.
Und das, was ich einmal aus alten Beispielen kannte,
Ich weiß jetzt, dass es aus meinen eigenen Gründen wahr ist.
Du, kaum zwei oder drei von so vielen Freunden, sind mir geblieben:
Der Rest war Fortunas Mannschaft, nicht meine.
Also, o wenige, helft meinem verwundeten Zustand umso mehr,
Und du gewähre einen sicheren Strand für meine Trümmer.
Und sei nicht besorgt mit falschen Ängsten, zitternd,
Damit diese Treue den Gott nicht beleidigt!
Oft lobt Caesar Loyalität unter feindlichen Truppen:
Er liebt es selbst, billigt es an Gegnern.
Mein Fall ist besser, da ich kein bewaffneter Gegner war
Von ihm, aber verdiene dieses Exil durch Naivität.
Achte also auf meine Angelegenheiten, ich bitte dich,
Falls der Zorn des Gottes gemindert werden kann.

Liebe Mama,

eben höre ich von Franz Schubert die schöne Müllerin. Bei folgendem Lied musste ich an dich
denken, du kennst es sicher, ich denke, es müsste dir gefallen. Mir geht es wieder besser.

Das Wandern ist des Müllers Lust,


das Wandern.
Das muß ein schlechter Müller sein,
dem niemals fiel das Wandern ein,
das Wandern.Vom Wasser haben wir's gelernt,
vom Wasser:
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,
ist stets auf Wanderschaft bedacht,
das Wasser.Das sehn wir auch den Rädern ab,
den Rädern:
Die gar nicht gerne stille stehn,
die sich mein Tag nicht müde drehn,
die Räder.Die Steine selbst, so schwer sie sind,
die Steine,
sie tanzen mit den muntern Reih'n
und wollen gar noch schneller sein,
die Steine.O Wandern, Wandern meine Lust,
o Wandern!
Herr Meister und Frau Meisterin,
laßt mich in Frieden weiter ziehn
und wandern.

*
Eben übersetze ich diesen Vers von Ovid - wie wahr!

Ach, wie oft habe ich an die Tür meines eigenen Grabes geklopft
Und doch hat es sich mir nie geöffnet!

OVIDS EPITAPH

Liebe den ziemlichen Lieben, Ovid, den großen Poeten,


Den von seinem Genie böse verratenen Mann.
Traure nicht, Geliebte, wie du den Tod dir auch vorstellst.
Sage nur: Möge Ovid betten in Ruh sein Gebein.

Hier ein absolut wahrer Spruch von Goethe, dem du sicher zustimmen kannst:

Aus einer großen Gesellschaft heraus


Ging einst ein stiller Gelehrter zu Haus.
Man fragte: Wie seid Ihr zufrieden gewesen?
"Wären's Bücher", sagt' er, "ich würd' sie nicht lesen."

IMITATION PUSCHKINS

Wie stehts mit deinen Freunden, Lieber?


Sie lassen dich in deiner Not
Allein und sind dir da Betrüber,
Sie tun, als wärest du schon tot.
Vor Feinden kann ich gut mich schützen,
Wer kann mir von den Freunden nützen?
Die Frommen haben nichts als Spott,
Vor meinen Freunden schütz mich Gott!
Wer ist dein Freund? In der Gemeinde
Hab ich mit ihnen manche Pein,
Das wollen sogar Brüder sein!
Ja, Brüder sind die treusten Feinde,
Wie Hiob es zutiefst erfuhr.
Nun ja, sie sind halt Brüder nur.

Wie steht es denn mit deinem Bruder,


Der dir verwandt durchs gleiche Blut?
Der nahm zur Gattin sich ein Luder,
Und die versetzte ihn in Wut,
Die schlug die Milch, die ward zur Butter.
Nun denn, und deine liebe Mutter?
Du siehst sie einmal doch im Jahr,
Zur Weihnachtszeit, die liebst du zwar,
Sie lehrt dich nämlich rechte Demut,
Du bist ihr kleiner dummer Bub,
Da klatscht Applaus der Beelzebub,
Da liegst du jammernd voller Wehmut,
Dass Liebe nicht auf Erden ist.
Verzweifle nicht! Du bist ein Christ!

Da ist doch lieber dir die Freundin,


Für die du fast gestorben wärst,
'Zwar ist sie deiner Seele Feindin,
Die du wie eine Göttin ehrst,
Doch freust du dich an ihren Reizen.
Die Liebchen aber gerne geizen
Mit ihrer Liebe, reden dann
Zu dir von ihrem Ehemann,
Den lieben Kindern und den Hunden,
Und lassen dich zuletzt im Stich,
Da plagst du dich mit deinem Ich,
Das ist besetzt von Seelenwunden,
Das freut im Geist den Satanas,
Dein Weh, wie freut den Teufel das!

Nun aber, wen denn soll man lieben


In diesem Kot der Erdenwelt?
Wer ist dir immer treu geblieben,
Für wen bist du der größte Held?
Wer duldet deine Lieblingssünde?
Ist einer da, der dich verstünde,
Und ob dein Geist im Wahnsinn tobt?
Wer ists, der deine Lieder lobt?
Das bist du selbst, du ganz alleine,
Sei Mutter, Freund und Bruder dir,
Du lieb dich selbst auf Erden hier,
Trotz all der tausend Teufel Spott,
Du lieb dich selbst und liebe Gott!

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:


Die Luft einzuziehn, sich ihrer entladen;
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
So wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich preßt,
Und dank ihm, wenn er dich wieder entläßt.

Johann Wolfgang von Goethe

Liebe Gudrun,

nachts schlug ich mein Buch mit Gedichten von Else Lasker-Schüler auf und las das Gedicht: An
mein Kind. Das wäre doch etwas für die Dame, die ihr Kind verloren hat. Ich habe aber keinen
Drucker. Wenn du es in Ordnung findest, wäre es mir lieb, wenn du es ausdrucken könntest und
nächsten Montag mitbringen

ELSE LASKER SCHÜLER

AN MEIN KIND

Immer wieder wirst du mir


Im scheidenden Jahre sterben, mein Kind,

Wenn das Laub zerfließt


Und die Zweige schmal werden.

Mit den roten Rosen


Hast du den Tod bitter gekostet,

Nicht ein einziges welkendes Pochen


Blieb dir erspart.

Darum weine ich sehr, ewiglich . . . . .


In der Nacht meines Herzens.

Noch seufzen aus mir die Schlummerlieder,


Die dich in den Todesschlaf schluchzten,

Und meine Augen wenden sich nicht mehr


Der Welt zu;

Das Grün des Laubes tut ihnen weh.


- Aber der Ewige wohnt in mir.

Die Liebe zu dir ist das Bildnis,


Das man sich von Gott machen darf.

Ich sah auch die Engel im Weinen,


Im Wind und im Schneeregen.

Sie schwebten . . . . . . . .
In einer himmlischen Luft.

Wenn der Mond in Blüte steht


Gleicht er deinem Leben, mein Kind.

Und ich mag nicht hinsehen


Wie der lichtspendende Falter sorglos dahinschwebt.

Nie ahnte ich den Tod


- Spüren um dich, mein Kind -

Und ich liebe des Zimmers Wände,


Die ich bemale mit deinem Knabenantlitz.
Die Sterne, die in diesem Monat
So viele sprühend ins Leben fallen,
Tropfen schwer auf mein Herz.

Der du von dem Himmel bist,


Alle Freud und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest;
ACH ICH BIN DES TREIBENS MÜDE!
Was soll all die Qual und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!

Goethe

AN DINEKE

Ich hatte dich nicht vergessen,


Ich sang dir meine Lieder.
Da sah ich dich wieder:
Ich hätte dich am liebsten aufgefressen.

SONG

Der Regen fällt auf den Mann vom letzten Jahr,


Da ist eine Maultrommel auf dem Tisch,
Da ist ein Stift in seiner Hand
Und die Ecken des Fotos sind ruiniert, seit es gerollt ist
Weit hinter den Stielen von Brennesseln,
Die werfen immer noch Schatten auf den Wald,
Und das Oberlicht ist wie eine Haut für eine Trommel,
Die ich nie reparieren werde,
Und der ganze Regen fällt wie ein Amen
Auf die Arbeiten des Mannes des letzten Jahres
Ich traf eine Dame, sie spielte mit ihren Soldaten im Dunkeln.
Oh, einen nach dem anderen musste sie ihnen sagen,
Dass sie Jeanne d'Arc hieß.
Ich war in dieser Armee, ja, ich blieb eine Weile;
Ich möchte dir, Jeanne d'Arc, danken,
Dass du mich so gut behandelt hast,
Und obwohl ich eine Uniform trug,
Wurde ich nicht geboren, um zum Krieg zu führen;
All diese verwundeten Jungs, ihr liegt neben mir,
Gute Nacht, meine Freunde, gute Nacht!

Ich kam auf eine Hochzeit, die alte Familien erfunden hatten;
Bethlehem der Bräutigam,
Babylon die Braut,
Die große Babylon war nackt, oh, sie stand zitternd vor mir,
Und Bethlehem hat uns beide entflammt,
Wie Schüchterne bei irgendeiner Orgie,
Und als wir zusammen fielen, war unser Fleisch wie ein Schleier,
Den musste ich beiseite ziehen, um zu sehen:
Die Schlange nimmt ihren Schwanz in das Maul.
Manche Frauen warten auf Jesus, und einige Frauen warten auf Kain.
Also knie ich vorm Altar,
Und ich hebe meine Axt wieder,
Und ich fasse den, der mich zurück führt, wo alles begann,
Als Jesus der honeymoon war
Und Kain war nur der Mann.
Und wir lesen in lieblichen Bibeln,
Die in Blut und Haut gebunden sind,
Dass die Wüste sich sammelt,
Alle Kinder kommen wieder heim.

Der Regen fällt auf den Mann vom letzten Jahr,


Eine Stunde ist vergangen,
Und er hat seine Hand nicht bewegt,
Aber alles wird geschehen, wenn er nur das Wort spricht;
Die Liebhaber werden auferstehen
Und die Berge berühren den Boden,
Aber das Oberlicht ist wie Haut für eine Trommel,
Die ich nie reparieren werde,
Und der ganze Regen fällt wie ein Amen
Auf den Arbeiten des Mannes vom letzten Jahr.

Leonhard Cohen

FLOS CARMELI

Blume von Carmel,


Hohe Weinblüte schwer beladen;
Pracht des Himmels,
Gebärende Immer-Jungfrau.
Keine Frau ist dir gleich.

Mutter so zärtlich,
Die keinem bekannt war,
Carmels Kindern
Dein Wohlgefallen gib,
Stern des Meeres.

Starker Stamm von Jesse,


Der trug eine helle Blume,
Sei immer in unserer Nähe
Und bewahre uns jede Stunde,
Die wir dir dienen!

Reinste der Lilien,


Die blüht unter den Dornen,
Bringe dem wahren Herzen Hilfe,
Das in der Schwäche windet sich
Und vertraut auf dich.

Stärkste Rüstung,
Wir vertrauen auf deine Macht:
Unter deinem Mantel,
Hart gedrückt im Kampf,
Wir rufen dich an.

Unser Weg ist unsicher,


Von Feinden umgeben,
Unfehlbare Anwältin,
Du gibst denen Recht,
Die sich an dich wenden.

O sanfte Mutter,
Die auf dem Carmel regiert,
Teile mit deinen Dienern
Diese Freude, die du gewonnen hast
Und jetzt genießt!

Heil, Pforte des Himmels,


Mit Ruhm gekrönt,
Bring uns in Sicherheit da,
Wo dein Sohn gefunden wird,
Die wahre Wonne zu schauen!

Amen. Halleluja.

Eben hört ich ein Lied mit diesem Refrain:

Ich zieh auf den Mond,


Weil da niemand wohnt!

Malek,

wie es mir geht? Ach Schreiben - wozu? für wen? Danke für den Kirchenvater. Dies schrieb ich
heute:

XI

Im hohen Stil der Menschheitsjugend


Das Epos pries den Helden gut
Und schön und voller frommer Tugend
Und voller Kraft und hohem Mut.
Es sei Äneas, Sohn der Venus,
Es sei Ulyss, Athenas Genius,
Es sei der König Gilgamesch,
Dem nahte Ishtar frisch und fesch,
Der Held war immer der Gerechte,
Der stets das Böse hat bekämpft,
Ward zwar gemartet und gedämpft,
Zuletzt jedoch das Wahre-Echte
Gesiegt hat, da das Herz war Trumpf,
Das Gute feierte Triumph!

XII

Jetzt lieben wir des Bösen Blumen,


Wie Baudelaire sang Satanas,
Im Wahnsinn preisen wir das Numen
Und lallen ohne Unterlass
Im Suff vom Elixier des Teufels,
Vom Geist des Nein, vom Geist des Zweifels,
Die Kinder lesen Buch um Buch
Und lernen Hexenkunst und Fluch,
Man preist die böse Hexengöttin
Und ihren Buhlen Satanas
Und schließlich dichtet Günther Gras
Sein Prosa-Epos von der Rättin,
Wenn nach dem atomaren Krieg
Die Rättin feiert ihren Sieg!

XIII

Ach Freunde! Wer will Verse lesen,


Wenn singt im Wahnsinn der Poet?
Vielleicht beschließt der Wesen Wesen,
Ich soll nach göttlichem Dekret
Nicht reimen mehr auf Amorosa,
Nein, ruhig schaffen Alters-Prosa,
Den Kommentar zur Biblia,
Das Buch der Welthistoria,
Der Völker Mythen, Völker Märchen,
Der Philosophen ABC,
Vielleicht auch von der Kindheit Weh,
Vielleicht der Jugend Liebespärchen,
Dann sagt ihr mir: Poet! Du bist
Geworden trockner Prosaist!

XIV

Vielleicht auch den Roman der Liebe


Muss schreiben ich als alter Mann,
Wie da erwacht der Jugend Triebe,
Der Jüngling in der Venus Bann,
Das Lied vom sündigen Erkennen,
Das Lied von Buße und von Trennen,
Das Lied dann von der Mutterschaft
Und von dem Geist der Vaterkraft
Und dann das Lied der lieben Kinder
Und von der Ehe wildem Pakt,
Da singen wir: Ich nackt, du nackt!
Das fromme Lied der Überwinder
Ertönt dann Jahwe Zebaoth
Und ach, der Vielgeliebten Tod!...

Lieber Malek,

beim Tode meiner Großmutter sangen wir das Großer Gott, dich loben wir, auf ihren Wunsch, ihr
geistiges Testament für mich. Hier meine Übersetzung des Tedeum:

Te Deum

Wir preisen dich, o Gott, wir erkennen an, dass du der Herr bist.
Die ganze Erde betet dich an, den ewigen Vater.
Dir schreien alle Engel laut, die Himmel und alle Mächte darin.
Zu dir schreien Cherubim und Seraphim fortwährend.
Heilig, heilig, heilig, Herr Gott Zebaoth;
Himmel und Erde sind voll der Majestät deiner Herrlichkeit.
Die glorreiche Gesellschaft der Apostel preise dich.
Die gute Gemeinschaft der Propheten preise dich.
Das edle Heer von Märtyrern preise dich.
Die heilige Kirche in der ganzen Welt erkennt dich an;
Den Vater einer unendlichen Majestät.
Dein ehrenhaften, wahren und einzigen Sohn;
Auch den Heiligen Geist, den Tröster.
Du bist der König der Herrlichkeit, o Christus.
Du bist der ewige Sohn des Vaters.
Als du auf dich aufmachtest, den Menschen zu befreien,
Hast du den Schoß der Jungfrau nicht verschmäht.
Als du die Schärfe des Todes überwunden hast,
Hast du allen Gläubigen das Himmelreich geöffnet.
Du sitzest zur Rechten Gottes, in der Herrlichkeit des Vaters.
Wir glauben, dass du kommen wirst, um unser Richter zu sein
Darum bitten wir dich, hilf deinen Dienern,
Die du mit deinem kostbaren Blut erlöst hast.
Mache sie zu deinen Heiligen, in ewiger Herrlichkeit.
O Herr, rette dein Volk und segne dein Erbe.
Regiere sie und hebe sie für immer auf.
Tag für Tag verherrlichen wir dich;
Und wir beten deinen Namen an, in der Welt ohne Ende.
Möge Gott, o Herr, uns diesen Tag ohne Sünde bewahren.
O Herr, erbarme dich unser, erbarme dich unser.
O Herr, lass uns deine Barmherzigkeit erleichtern,
So wie wir unser Vertrauen in dich setzen.
O Herr, in dich habe ich vertraut, lass mich niemals verwirrt werden.
Bete für uns, heilige Mutter Gottes,
Damit wir den Verheißungen Christi würdig gemacht werden.

O Pater in uranischen Regionen,


Komm du in deiner Basileia, Kaiser!
Geschehe dein Verlangen, Einzig-Weiser,
Wie droben, so auch in den Erdenzonen.

Gib täglich uns das Manna der Äonen,


Den Corpus Christi täglich deinem Preiser,
Erlass die Schulden uns, hier sprech ich leiser,
Wie ich verzeih den Menschen wie Dämonen.

O Gott, du mögest jeden Geist erlösen


Von jedem Alptraum, der ein Werk des Bösen!
Dein ist die Kraft, die Schönheit und der Himmel!

O Mutter, hier in diesem Weltgewimmel


Und in des Gottes Mammon finstrer Sphäre
Ich dich als Große Mutter Gottes ehre!

A
Man sagt: Sie sind ein Misanthrop!
B
Die Menschen haß ich nicht, gottlob!
Doch Menschenhaß, er blies mich an,
Da hab ich gleich dazu getan.

A
Wie hat sich's denn so bald gegeben?

B
Als Einsiedler beschloß ich zu leben.

Goethe

Der Schwiegervater ist hinab gegangen


Ins widerliche Reich des Antichristen,
Da liegt er nicht im Bett an Gottes Brüsten,
Da beißen ihn Skorpione, Vipern, Schlangen.

Nun hat der Antichrist ihn eingefangen


Mit seiner teuflischen Ideen Listen,
Im Höllenabgrund, wo die Ratten nisten,
Da wird sein Höllenleben angefangen.

Da drunten ist das große Reich der Väter,


Die stets mit Gottes Vaternamen stritten,
Dort quält der Tod des Antichrist Bekenner.

Nun weichet fern von mir, ihr Satans Männer!


Ich hab an eurem Hass genug gelitten!
Ich eil zur Gottesmutter in den Äther!

REISESEGEN

Ganz ohne Doktor Faust und Hexensabbath schwarz,


An Frau und Kindern Lust und Lust am deutschen Harz!

LIED

Was ich so traurig bin


Und innen öd und leere!
Ich bet zum Herrn Ich Bin,
Ich bet zum Herrn der Heere.
Maria, schöne Ros,
Trug Gott in ihrem Schoß.

Ach keine hat mich lieb,


Ich bin so ganz alleine
Mit meinem Todestrieb
Und meiner Seelenpeine.
Maria, schöne Ros,
Trug Gott in ihrem Schoß.

Mein Liebchen, die ist tot,


Schwebt in den Himmelslüsten.
Ich bin in großer Not,
Ich träum von ihren Brüsten.
Maria, schöne Ros,
Trug Gott in ihrem Schoß.

Mir ist so gar nicht wohl,


Wollt mit der Toten tauschen.
Komm, Tröster Alkohol,
Komm rasch, tu mich berauschen!
Maria, schöne Ros,
Trug Gott in ihrem Schoß.

Bin ich vom Schlaf erwacht,


Dann hab ich einen Kater.
Ach, das war eine Nacht!
Erbarm dich, Gott und Vater!
Maria, schöne Ros,
Trägt mich in ihrem Schoß.

DOKTOR FAUST

Hör, Christin, mit Verlangen


Was Neues, wie es braust,
Wie da die eitle Welt tut prangen
Mit ihrem Doktor Johann Faust.
Von Wittenberg geboren,
Studierte er mit Fleiß,
Was Luther hat geschworen
Zu Gottes Ruhm und Preis.
Und vierzigtausend Geister
Zitierte da der alte Meister
Aus ihrem tiefen Höllenpfuhl
Und Ashtaroth und Beelzebul,
Als ihm erschienen ist geschwind
Mephisto wie ein kalter Wind.
Der musste Geld in Mengen schaffen
Und besten Wein vom dicken Pfaffen,
Und jeden Tag gebratne Hähnchen,
Zum Nachtisch süß ein kleines Schwänchen
Und mit dem Kalb die Rindermutter
Und Fische viel in heißer Butter.
Er spielte Tennis nach den Regeln
Und tat mit seinen Freunden kegeln,
Ließ Mütter junger Mädchen trauern
Und hetzte auf die dummen Bauern.
Sein Leben war ein toller Maitag!
Und eines Tages am Karfreitag
Er eilte in das Dörflein Bethlehem
Und kam zur Stadt Jerusalem,
Da an dem Kreuze hing noch Christo.
'Und Doktor Faust sprach zu Mephisto:
Ich ehre sehr das Buch der Bücher
Und auch begehr das Tuch der Tüchter
Mit Jesu Antlitz auf dem Linnen.
Du Teufel, hilf mir das gewinnen,
Du sollst mit deinen Feuerstrahlen
Des Heilands Angesicht mir malen.
Da sprach Mephisto, sprach der Teufel:
Ich habe meine Glaubenszweifel,
So wie auch an dem Buch der Bücher
Und so auch an dem Tuch der Tücher,
Ich lass die Kunst doch lieber bleiben,
Kann nicht mit Seelenruhe schreiben:
Hier hängt der Juden großer Genius,
Der König Jesus Nazarenus! -
O Johann Faust, musst dich bekehren
Zu Gott und seinen Himmelslehren
Und beten immer zum Messias
Und beten zu dem Herz Marias!
Da aber sagte Doktor Faust:
Was so in meinen Schriften saust
Von der Natur und ihren Brüsten,
Ist doch das Credo nicht der Christen,
Ich lieb zu sehr das Weltgewimmel,
Und glaub nicht an der Toten Himmel. -
Vom Himmel aber kam ein Engel,
Schön wie ein Mädchen ohne Mängel,
Sankt Gabriel, Marias Sklave,
Der sang ein süßes Lied und Ave.
Und als das Ave lieblich saust,
Wollt sich bekehren Doktor Faust
Zu seinem Retter Jesu Christo.
Da aber nahte der Mephisto
Und führte Faust von Nazarenus
Hinweg zur splitternackten Venus.
O Venus, süßer Wollust Quelle!
Rief Faust und fuhr hinab zur Hölle.

ATHENE

Lichtaug Athene, o heilige Jungfrau, o göttliche Weisheit,


Du bist die Gottesgeburt mir aus des Vaters Gehirn.

ODE AD LACUS BENACUS

Marcus, an dem Lacus Benacus lebst du,


Den Catull geliebt und Virgil geliebt hat,
Wo du dich erfreust an der Amazone,
Donna Valea,

Wo du mit Madonna Susanna Wein trinkst,


Wo du unterm Licht von Italiens Himmels
Frei genießt die heilige Muße, die du
Wahrlich verdient hast,

Komm nur bald zurück mit den schönsten Frauen!


Ich sitz in Germanien, Bücher lesend,
Ich studiere Hiob mit meinem Leben...
Gott sei gepriesen!

Gewonnen hat im Spiel die Mannschaft der Franzosen.


Ich kränze den Pokal mit einem Kranz von Rosen.

AN MEINEN FREUND MARCO, GATTEN DER SUSANNE

Der die Sonne gern beschaut,


Schadet seinen guten Augen,
Also will es mir nicht taugen,
Deine Schönheit, hold und traut,
Anzuschauen, o Susanne,
Ehefrau dem Ehemanne.

O mein Bruder, wohl ist dir,


Darfst mit irdischen Genüssen
Deine Vielgeliebte küssen,
Aber tus nicht mehr vor mir!
Seh ich euch mit Mündchen nippen,
Will ichs auch mit meinen Lippen.

Georg

Wimpern, Wimpern
Beugen sich.
Mit der Schande Wimpern
Schatten aufgestellt - Sonnen in der Pfeile-Krone!
Wie klar und wie laut!
Und sein Mantel war rot
Und weiß war sein Hengst.

Schmerzlich ist der Reiter,


Stolz ist der Hengst.
Auf die tote Schlange
Der weiße Hengst
Sieht in halber Wendung.
Im Halb-Fenster weit
Ein Speer dahinter
In den roten Rachen -
Blasen der Nasenlöcher etwas wild -
Mit schrägen feurigen Augen.

Der Fahrer ist schmerzlich,


Das Pferd kommt.
Der verstorbenen Schlange
Verfluchten Blut -
Amber - mit leichten Gang
Vermeidet alles - das gelbe Blut fließt,
Erstarrt, mit einem erhöhten Huf - von den Höhen
Der Schwan wieder...

Mild ist der Reiter,


Wählerisch ist das Pferd.
Das Klappern der Schlange
Mit einem Speer durchbohrt -
Da du bescheiden und matt bist!
In den Winden - hoch - ist dein Herz,
Am Flussufer - dein Speer
Jetzt singt an den wächsernen Fingern,
An den rosa Lippen,
Unter dem Schutzmantel der Pfeile
Der Wimpern,
Singt, weint. -
O ängstliche Schwere
Der Taten, getan!
Und sein Mantel ist rot
Und weiß ist sein Hengst.

Der reizende Reiter.


Erwache, Hengst!
Der ausreitende Reiter
Hat einen Schmerz in der Brust!
Themen der Perlen mit Wimpern...
Das heilige Symbol - offen von dir,
Mit dem Sonnenuntergang - deinem Speer,
Von langen Fingern Spritzer.
Hat er gemäht mit einem Speer,
Der Strahl purpurn?
Oder die rote Wolke
Erhebt sich wie ein Mantel?
Das Weiße Haus.
Er wird sein
Eingelassen
Mit dem Pferd.

Der Reiter lehnt sich an,


Das Pferd steht auf den Hinterbeinen.
Die Palme des Speermanns schwächer.
Jetzt wird er den Sieg holen!
Rührt sich - bewegt sich - und nach dem Speer
In die Bernsteinpfütze - nachdem das Pferd
Rutschte weg.
Die Basis treffen
Pfeile...

Rot ist der Mantel, weiß ist das Pferd.

O Schwere des Erfolgs!


Leichtigkeit des Sieges!
Georg, weine,
Wie eine schöne Dame
Blass in der Tat,
Deine zwei
Plötzlich fremden
Hände.

Das Pferd ist zimperlich mit der Schlange,


Du bist zimperlich mit der Stimme
Des Sieges. Mit schwerem Öl
Das Blut strömt.
Der Drache schläft.
Voll für dein ganzes Leben
Du bist.

Die Sonne verfinstert sich,


Der Mantel angehoben.
Vereinigung, Kinder-Schüchternheit
Mit der Würde
Eines Pferdes.
Vom Sattel
In den Himmel -
Anspruchsvolle Trauer
Der Lippen.

Das Pferd ist zimperlich mit der Schlange,


Du bist zimperlich mit dem vorliegenden
Zaren - seiner Verlobung Feuer.
Der Kirche Weihrauch;
Strickt - hart -
In dem erbarmungslosen
Brüllen
Der Flöten.

Trompete! Trompete!
Es ist nicht lange zu hören.
Der Sieg - entfernt.
Die Eine entfernt – die Pipeline
Senkte sich - ging ruhig.
Und trübe - oben! -
Der Posten.

Beuge dich, beuge dich,


Gehorsames Gras!
Gerötete unter dem Schlag der Herrlichkeit -
Verblasst. - Auf, Trompeter! - Er schläft.
Bis zum Urteil der Trompete -
Es ist vollbracht.

Himmlische Glut
Und blaue Werste!
Ehre Georg,
Der siegreich!

Perlende Zweige
Um Mitternacht verkünden
Die saubere Jugend
Des wunderbaren Mannes:

Sein feuriger Mantel,


Gesang seinem Speer,
Ehre sei das Blut siedend
Sterbend.

O hohe Masten
Und jedes Dorf stolz!
Herrlichkeit der Blitze -
Kochender Georg!

In der Stärke und in der Sanftmut


Wie die Sonne würde er sein.
Ehre, Ehre,
Lust, o Lust!

Seine steile Höhe,


Sein Speer-Song,
Ehre seinem blitzschnellen
Hengst!

Wind des Löwen


Und die Massen der Kirche!
Herrlichkeit des
Magnificenten Georg!

Nachdem die Schlange getötet,


Über den Tod gewonnen zu haben,
Eintritt in das Haus seiner Frau
Auf einem Hengst!

Seine große Dynamik,


Sein Speer-Song,
Ehre seinem transformierten
Hengst!

Schmeichelhafte Weiden
Und stützendes Gras,
Der Freiheitsliebende
Und voller Klasse.

Jugend - Ruhm,
Jugend – zu beklagen...
Hier ist er, auf dem Gras
Das ist der Krieger des Himmels:

Sein rosa Mund,


Seine zwei Hälften gibt es -
Den Sieg konnte nicht ertragen
Der Sieg-Träger.

Die Federn aus den Wolken nicken...


Wie du deine Arroganz vermittelst,
Georg! Geschöpf der Kräfte des Himmels!

Wie versklavte Inbrunst eines Schülers zu vermitteln,


Und von nüchternen gesprengten Nüstern
Zum vollen Trab die gedämpfte Verwirrung.

Vor der Schönheit am meisten mit Freude erfüllt


Von den Erzengel-Höhen - wie zu vermitteln
Die Sättel und die Speere, die Tat vollbracht.

Und diese Pfeile der Wimpern - Jungfräulichkeit


Zornerfüllt - der Mantel aus Ebenholz -
Durchbohrend - wir sind aus Einem Knochen!

Nach dem Abschluss Zeuge von Gottes Sendschreiben,


Wie zu vermitteln, Georg, wie du ausweichend warst -
Dass du den Boden kaum berührt hattest -

Ein Bogen - und wie das Loch auf einmal,


Durchbohrend, krumm, mit Eis gefüllt:
Oh, nicht dankbar sein! Nur Aufträge, quadratisch.

Von des Erzengels Höhe des Sitzes,


Um evangelische Taten zu vollbringen.
Fluss-Verbrennungen, dunkel auf Meilen weit.
O Abstand! Entfernung! Entfernung!

In durchbohrende Geradheit der Wimpern des Auges


Mit einem Feuersturm zu den Vögeln zu fliegen.
Die Hufe! Die Flügel! Dicht gebunden!
O Höhe! Höhe! Höhe!

Die Augen wie Rachen zu öffnen! Wie ein Zahn


Über Wolken zu verschwinden!
Und nicht zu Verstand zu kommen - zu fallen und zu sterben:
O Lust! Verlangen! Verlangen!

6
Und ich brauche keine Mädchen.
Durch die Kälte des Willens,
Von der Spur von Blau,
Ich werde allein gehen.

Verwitwet und ein Waisenkind


Du warst, bis ich dich erobert
Durch die bereite Spur
Der rauschenden Quellwasser.

Ich werde Taten abwaschen


Von der Herrlichkeit, den Eiter.
In deiner Herrlichkeit werde ich
Geben ein Getränk dem Pferd.

Halt, Täubchen,
Die Sprossen von Hagel,
Das Mädchen mit der Schlange,
Der Held mit dem Mädchen.

Oh, von jedem Wind


Geschüttelter Lotus!
Georg, Schüchternheit,
Georg, Güte...

Die kindlichen - schweren - tödlichen Bedeutungen


Von riesigen Augen
Breit und feucht.

So tödliche Qual
Aus den Lumpen der Altersgenossen.
Und das übermäßige
Gewicht eines Spießes.

Nicht hier - mit einem stolzen


Lachen, von der Höhe herab:
Georg, der mildeste,
Georg, der ruhigste.

Bitterster - Kerze meiner Nachtwachen - Georg,


Mildester - mit den Augen eines Rehs - Georg!

(Der Hirsch, der vergeben ist


Und den das Zittern packt).
Der Tag tat
Für Georg schlagen die Uhr.

O mein Lotus!
Mein Schwan!
Schwan! Mein Hirsch!
Du bist meine Nachtwache in der Nacht
Und alle meine Träume!

Du mein Osterpsalm!
Du mein letzter Altar!
Du mehr als mein Sohn!
Und mehr als mein Zar!

Meine azurblauen Augen -


In der Höhe!
Dir, nachdem erneut angehoben,
Dir entging die Frau.

So höre!

Mit Dornen, nicht mit Lorbeer,


Wie ein König gekrönt,
In einem Sattel - mit Flügeln!

Die Form schmal.


Auf dem schwarzen Samt
Malteser Goldt.

Unzerbrechlicher Dorn,
Nadeln - ein Gelübde:
Der Freund und Gott!

Hohe Beuge
Eines Schwans, auf der Seite
Ein maltesisches Schwert.

Der Ritter des Malteser


Ordens - Georg,
Inmitten der Schwellen - bewusst.

Der Ritter des Malteser


Ordens - Georg,
Frauen nicht anzustarren.

Liebe Dineke,

aus alter Freundschaft dichte ich dir zwei Gedichte

VON DER HUNDE TREUE

1
Einmal war ein Mann, ein Frommer,
Der mit seinem Hunde lebte,
Diesen Hund hat er erzogen,
Dass er manches Kunststück konnte.

Dieser Hund war klug und weise


Und er ging sehr gern zum Metzger,
Leckre Würstchen abuholen,
Welche gerne briet sein Herrchen.

Dieser Mann war Lutheraner,


Und am heiligen Karfreitag
Schickte er den Hund zum Metzger,
Ihm ein Würstchen abzuholen.

Denn die Lutheraner fasten


Nicht wie fromme Katholiken
An dem heiligen Karfreitag,
Da der Katholik nur Fisch ist.

Als der Hund nun ging spazieren


Durch die Straßen zu dem Metzger,
Und als er zurückgekommen
Ist mit einer Packung Würsten,

Sah der Katholiken Priester


Diese Blasphemie des Hundes
Und die Ketzerei des Herrchens,
Ihn ergriff der Zorn des Lammes,

Er schnitt ab den Schwanz des Hundes,


Legt den Schwanz dann zu den Würstchen.
Und der Hund, mit Schmerzen winselnd,
Trug den Schwanz zu seinem Herrchen.

Bald, ach, ist der Hund gestorben,


Ward begraben auf dem Friedhof
An der Martin-Luther-Kirche,
Sprach der Pastor eine Predigt.

Und der Herr dem Hunde setzte


Auf sein Grab ein schönes Denkmal:
Hier in Jesus ruht mein Hündchen,
Vorbild aller treuen Hunde!

Einmal war ein reicher Bürger,


Welcher wollt ein Schweinchen kaufen.
Zwei dem Bürger angeboten,
Und er sollte eines wählen.
Eines dieser beiden Schweine
Hatte solch ein schönes Schwänzchen,
Billiger war doch das andre,
Denn es fehlte ihm das Schwänzchen.

Nun der Bürger überlegte,


Alle Bürger überlegten,
Welches Schwein war da da rechte,
Mit dem Schwänzchen oder ohne?

Nun da lebte auch ein Pfarrer,


War ein Freund der Philosophen,
Liebte die Natur, die Weisheit,
Der war eines Hundes Herrchen.

Diesen hat er gut erzogen,


Und dass treu der Hund dem Herrchen,
Briet der Mann des Hundes Ohren,
Ließ ihn seine Ohren fressen.

Dieser Hund war klug und weise


Und von einer großen Güte.
Und er war ein Freund des Schweines,
Welchem, ach, sein Schwänzchen fehlte.

Und der Hund, der Freund des Schweines,


Wollt nicht, dass das Schwein gefressen,
Jenes Schweinchen ohne Schwänzchen.
Soll man doch das andre fressen!

Und der Hund, der klug und weise,


Biss dem Schweinchen mit dem Schwänzchen
Seinen Schwanz ab mit den Zähnen,
Da ward es gekauft, gebraten.

Wehe, wehe, all das Unglück


Dieses Schweins mit seinem Schwänzchen
Machte gar den Dichter Schwanke,
Lutheraner einst, katholisch!

LIED AN DIE SCHWEDEN

O ihr vielgeliebten Schweden!


Ich, der Held der Märchen, Torsten,
Halt euch für den Garten Eden,
Wo die Adler Gottes horsten!

Heute am Brigitten-Tage
Ist mein Vater mir verschieden.
Mutter hält die Trauerklage,
Wünscht dem Gatten Gottes Frieden!

Heute in der Sommerhitze


Brennen eure grünen Wälder,
Wo auch ich im Feuer schwitze,
Brennen eure goldnen Felder!

Portugal, das Land der Brüder,


Sendet Wasser von dem Himmel,
Gnade kommt von oben nieder
Auf das irdische Gewimmel.

Schweden! Selig ist der Dichter,


Feurig küssten ihn die Musen,
Denn trotz strenger Sittenrichter
Sang er Ullas bloßen Busen.

Auf! Ich ehre eure Lieder,


Seid ihr Heiden oder Christen,
Sterben wir, betrunkne Brüder,
Sterben wir auf Ullas Brüsten!

REQUIEM FÜR EVAS ONNO

Eingeschlafen ist der Riese


In dem Kreise seiner Enkel,
War ein hochgewachsner Friese,
Steht nun in dem Chor der Engel.
Hier zieht aus nun eure Schuhe:
Heilig ist der Ort der Ruhe.

Der schon seinen Sohn verloren,


Nun mit seinem Sohn vereinigt,
Steht er vor den Himmelstoren,
Wird zur Seligkeit gereinigt.
Hier zieht aus nun eure Schuhe:
Heilig ist der Ort der Ruhe.

Einmal noch die hohe Stirne


Küsst die Lippe seiner Gattin,
Welche eine süße Dirne,
Seines Ehelebens Göttin.
Hier zieht aus nun eure Schuhe:
Heilig ist der Ort der Ruhe.

Die Geliebte um ihn trauert,


Schwörend, ewig ihn zu lieben,
Da ein Strom von Tränen schauert,
Ist der Christin Trost geblieben:
Hier zieht aus nun eure Schuhe:
Heilig ist der Ort der Ruhe.

Auf ein frohes Wiedersehen


Nach dem irdischen Gewimmel,
Auf ein frohes Auferstehen,
Engelsleben in dem Himmel!
Hier zieht aus nun eure Schuhe:
Ewig ist der Ort der Ruhe!

HYMNE AN SANKT ANNA

O Herrin, hoch in deinem Ruhm,


Uns deine Tochter segnet gern,
Die trug des Himmels Majestät
An ihren Mutterbrüsten schön!

In Eva wurden wir verflucht,


In deinem Kind gebenedeit,
In Christus öffnen sich uns weit
Die Pforten in das Paradies!

Oh dusche Gnade uns und Huld,


Du liebe Erbin großen Ruhms,
Auf uns und jeden, der dich ehrt,
Und, Anna, deinen Namen liebt.

Ihm, der der Retter ist der Welt,


Den Annas Tochter trug im Schoß,
Sei mit dem Vater und dem Geist
In allen Ewigkeiten Ruhm!

MEIN LIEBLING MILAN

Mein Liebling, welch ein schönes Wiedersehen!


Wie strahltest du mich an, den Kranken, Armen,
Und wie erlaubtest du, dich zu umarmen,
Wie wir vereint am offnen Grabe stehen,

Wie sich in mir die Eingeweide drehen


Vor überfließend herzlichen Erbarmen,
Wie Liebe brennt im Herzen, in dem warmen,
Wie du erzähltest von den Pyrenäen,

Wo mit Karine ich einst Gott gesehen...


Wie wir gemeinsam dann zum Tische gehen
Und wie du dich bedankt für die Geschenke,

Wie ich mit steter Wehmut an dich denke,


Du warest ja mein Jesulein gewesen...
Nun weihe ich dein Herz dem Höchsten Wesen!

ODE AN DAS WASSER

Eitler Wein, du wurdest genug gepriesen,


Alle Dichter haben gefeiert Bacchus,
Nannten Wein den Quell der Begeisterungen,
Das ist genug nun!

Keusche Schwester Wasser, dich will ich singen,


Wie Franziskus dich im Gesang der Sonne
Pries und lobte Gott für die keusche Schwester
Wasser erquickend!

Wenn die Sonne zürnt mit den frechen Sündern,


Zorn ergießt aus löchrigen Schalen, Engel,
Wie du neues Leben uns bringst und Freude,
Wenn wir dich trinken,

Wenn die Mädchen kühlen die nackten Füße,


Wie der Philosoph seinen Denkerschädel,
Wenn die schöne Dame badet im Comer
See in dem Sommer!

Jesus nennt lebendiges Wasser Gottes


Seinen Geist, der Geist macht lebendig, reinigt
Und erfrischt mit kklaren Begeisterungen
Seine Geliebten!

AN EVA

Du zweifelst, dass ich dich wie Anna liebe?


Wie Anna lieb ich, Eva, dich.
Dies saget dir mein Herz voll Liebe,
Mein ganzes Herz.

Mein ganzes Leben soll dir dieses sagen,


Das hier im Staub und jenes dort,
Wenn sie und du und ich zusammen
Glückselig sind.

Du liebest sie und weißt nicht, welche Freude


Mir dies in meine Seele strahlt,
Denn leicht ists deinem schönen Herzen,
Dass du sie liebst.

O käme sie, die wir gleich zärtlich lieben,


Von dort aus ihrer Wonn' herab,
Herab zu mir und meiner Eva,
Und sähe mich:

Sie würde dir - denn sie kennt mich viel besser,


Als du mich jetzt noch, Eva, kennst -
Ach, sagen würde dir des Himmels
Bewohnerin

Mit sanftem Laut und Schimmer in dem Blick:


"Gespielin einst in unsrer Welt,
Er liebet dich! Wie er mich liebte,
So liebt er dich!"

Und ich, ein Genius der Morgenröte,


Ergreife meine Lyra nun,
Zu singen zu den Saiten: Anna!
Und Eva dich!

SUSANNE

Wie sie den Rotweinkelch des Abendmahles hält!


Sie hat die schönsten Finger auf der ganzen Welt!

XXV

Nein, Eva gleicht nicht den Koketten,


Sie liebt sehr ernst und liebt sehr rein,
Nicht wie die Huren in den Betten
Bacchantisch mit den Wollust-Schrein.

Hier wird eine Frau geschildert, die noch unschuldig liebt, romantisch, hingebungsvoll, nicht
berechnend, ohne mit Sexappeal Macht erringen zu wollen.

Doch andre Frauen reden küglich:


Wir machen uns den Freier füglich,
Wir heizen seine Lüste an,
Dann geht ins Netz der geile Mann,
Dann weisen wir ihn ab mit Kälte
Und er wird unser Sklave so,
Stets traurig ist er, selten froh,
Im Himmelsbett im Himmelszelte
Wir liegen in dem Kleide rot,
Und er begehrt nur noch den Tod!...

Das ist die Macht der Frau, die den Erotiker um den Verstand bringt, ja, bis zu Selbstmordgedanken.
Sie lockt ihn an und stößt ihn ab und spielt mit ihm wie die Katze mit der Maus.
XXVI

Jetzt seh ich aber Schwierigkeiten,


Es geht um meines Rufes Ruhm,
Das sind des Dichters liebe Leiden,
Dient er im Musen-Heiligtum,
Als ob er schon im Himmel schliefe,
Denn Eva stets schrieb ihre Briefe
Auf englisch, wie es ist modern,
Der deutschen Dichtkunst Himmelsstern
Schien ihr geeignet nicht, zu reden
Von Liebe zum geliebten Mann,
Sie nahm die Sprache Shakespeares dann,
Ihr England war der Garten Eden.
Ich muss das übersetzen nun,
Die Arbeit des Translators tun.

Das ist eine Satire auf die Anglizismen der heutigen Jugendsprache. Man zitiert englische
Lovesongs, Englisch ist cool.

XXVII

Ich weiß, man will die Damen lehren,


Dass deutsche Dichtkunst sie verehrn.
Man will die Zahl der Musen mehren,
Vergeblich ist das bei den Herrn.

Das ist eine Satire auf den Dichter, der den Damen Sonette schreibt, sie aber lesen nur Krimis. Die
Herren Männer sind ohne Sinn für Poesie, lesen nur Bibelkommentare oder Sciencefiction.

Doch liebt ihr nicht bei jungen Mädchen


Aus einem ländlich stillen Städtchen
Den Plaudermund, das Kauderwelsch?
Dass man das Oxford-Englisch fälsch
Und spricht Amerikas Gebrabbel
Und coole Sprüche und Jargon?

Das ist eine ironische Huldigung der jungen Mädchen und ihrer mit collen Anglizismen
durchsetzten Jugendsprache, auch unter christlichen Jugendlichen.

Ich aber sitz auf dem Balkon


Und sehe zu der schlanken Pappel
Und seh der Mädchengöttin zu
Und sage lüstern: How are you?

Eine Vision eines Mädchens, das ich in der Sommermorgenröte sah, schön wie eine Göttin.

XXVIII

Nein, Leute, bleibt mir von dem Leibe


Mit der Studentin Wissenschaft,
Die Germanistik nimmt dem Weibe
Die Reize junger Leidenschaft,
Die Frauen aber mit Diplomen
Von Verben reden und von Nomen
Und der Grammatik in dem Bett,
Ach wären sie noch niedlich, nett,
Doch sind sie so erhaben trocken
Und ehren schlechte Dichter nur,
Nichts mehr vom Zauber der Natur,
Längst abgeschnitten ihre Locken,
Transsexuelle, einst bigott,
Man fühlt Natur nicht und nicht Gott!

Drei Karikaturen: Eine von mir Begehrte vor dreißig Jahren lag vor mir auf dem Bett und erzählte
mir von - Grammatik. Zweitens, die Germanistikdoktorin von Radio Maria, die gute Dichter
verlästert und schlechte lobt. Drittens eine Germanistikstudentin, die in ihrer Jugend Nonne werden
wollte, nun aber demonstriert für die Ansprüche der Transsexuellen.

XXIX

Jedoch der jungen Mädchen Plaudern,


Mit Anglizismen eingestreut,
Das lässt den Minnesänger schaudern,
Das Kawlakaw ists, das ihn freut,

Erinnerung an eine sehr junge sehr hübsche Pfingstlerin, der Dichter mochte ihr Plaudern, heiter,
naiv. Das Kawlakaw ist das Gebrabbel der Zungenrede.

Wenn Miss Amerika singt Lieder,


Bekleidet nur mit Slip und Mieder,
Wenn Mädchen sagen: Das ist cool,
Sich räkeln auf des Bettes Pfuhl,

Eine Satire auf die amerikanischen Popsängerinnen und ihr Softporno der Musikvideos.

Gar reden der Franzosen Zunge,


Oh je ne parle pas francais,
Wenn ich der Mädchen Zunge seh,
Dann fühl ich wieder mich als Junge,
Dann bin ich überselig so,
Wie Thimothina und Rimbaud.

Französisch ist die mystisch-erotische Sprache zwischen Karine und mir. Timothina ist eine Figur
von Rimbeaud, ein dummes hässliches Weib, die ein verliebter Klosterschüler mit der Madonna
verwechselt.

XXX.

Mein Konrad, Sohn der Tochter Babel,


Der alle fremden Sprachen kennt,
Dem Frankreich war der Erde Nabel,
Der für die Jakobiner brennt,
Der Oxford-Englisch gut geredet,
Amerikanisch nie gebetet,
Du übersetz mit Sprachgenie
Den Brief von Eva, rede wie
Einst Byron in dem Don Giovanni.
Wo aber bist du, Konrad, nun?
Wo darfst du von der Krankheit ruhn?
Bist du im Himmel nun bei Nanni?
Ach, oder in der Hölle Pfuhl,
Dass quält dich dort der Beelzebul?

Erinnerung an Karines Vater, kürzlich begraben, fremdsprachenbegabt, bekennender Antichrist.

XXXI.

Doch muss ich selber übersetzen,


Was Eva hin schrieb so charmant,
Was sie gebrabbelt ihrem Götzen,
Die niemals Klopstock hat gekannt,
Verliebte Mädchen-Reimereien,
Erfüllt von stummen Liebesschreien!
Doch meine Übersetzung, echt,
Die ist so schlecht wie Berthold Brecht.

Eine Satire auf mich als Übersetzer. Brecht ist mein poetischer Hauptfeind.

So spielen junge Schülerinnen


Auf ihrer Geige, wie ich sah
Und hörte auch, das Gloria
Als wahre Plage allen Sinnen!
Dem Herrn das Allerschönste nur,
Allschöner göttlicher Natur!

Eine Satire auf Marcos und Susannes Tochter, die Weihnachtslieder auf der Geige verhunzt.

NIETZSCHE

Ich! Ich verkünde das heilige Evangelium Bacchus,


Lebe abstinent, trinke nur Wasser statt Wein.

IM TRAUM GEDICHTET

Im Traum zu mir die lichten Engel kamen


Und heilten mit der Lilie einen Lahmen
Und kamen dann mit blühenden Zyklamen
Und grüßten voller Gnade unsre Damen
Und segneten in unsres Herren Namen
Und schwebten fort mirt einem Sang von Amen.
*

ZU MARAS EINSCHULUNG

O Hamburg, o du dunkle Kuhle!


Nun Mara auch muss in die Schule.
Sie hört vom Könige zu Thule,
Dem starb die vielgeliebte Buhle.

DAS KRUZIFIX

Frau Welt ist irr und schizophren.


Wir aber wollen täglich gehn
Auf PIlgerschaft zum Kruzifix.
Die Götter schwören bei dem Styx.

Liebe Christel,

eben hörte ich ein Lied, gesungen von Joan Baez, der singenden Madonna,
der Jeanne d'Arc mit der Gitarre, da musste ich an dich denken. Hier die
Übersetzung:

WEINE NICHT ÜBER MICH!

Wenn ich tot und begraben bin,


Weine nicht über mich!
Wenn ich tot und begraben bin,
Weine nicht über mich!
Wenn ich tot und begraben bin,
Weine nicht über mich,
Oh, ich will nicht, dass du über mich weinst!

Das Segel auf dem Ozean -


Weine nicht über mich -
In dem guten alten Schiff von Zion -
König Petrus ist der Kapitän -
Lichte Engel sind die Matrosen -
Ich armer verzweifelter Sünder!
Ich schaue Maria -
Sie schaut über den Jordan -
Ich sehe Magdalena -
Oh, Liebste, ich geh zu meinen Freunden -
Sag dem Herrn, ich komme!

Am Mittwoch den 15. 8. feiert die Kirche Christi die Aufnahme Mariens in
den Himmel. Der Leib der Frau, die Christus das Fleisch geschenkt hat,
konnte nicht verwesen, sondern ward von Christus in den Himmel
aufgenommen. Ich habe dir ein Gebet erfunden, dass ich dich bitte,
siebenmal am Festtag zu beten:

Chaire, Kecharitomene!
Chaire, Theotokos Maria!
Chaire, Kyrios Christos!
Halleluja. Amen.

Betrübt bis an den Tod, liege ich im Staube nieder.


Gott tröstet: Morgen Nacht siehst du Susanna wieder.

TROST

Lass sterben mich, oh Gott, dann sing ich Hosianna! -


Gott zeigte mir im Traum die himmlische Susanna.

Malek,

die allerheiligste Dreifaltigkeit der drei lutherischen Priesterinnen


hat es nicht für nötig befunden, Evi wie versprochen anzurufen. Evi
deutet das als Absage und war enttäuscht und etwas verbittert.

"Der Herr hatte sie fröhlich gemacht", sagt deine Tageslosung. Mit den
Losungen konnte ich noch nie etwas anfangen. Mein Kommentar zum heutigen Tag ist ein Gedicht
von Hölderlin:

Es kommen Stunden, wo das erschütterte


Gepresste Herz umsonst in der Hoffnung Land
Sich flüchtet, wo umsonst die erzenen
Waffen die Weisheit entgegenstemmt.

AN SUSANNE

Blondinen kommen an, Blondinen wieder gehen,


Jedoch die göttliche Susanne bleibt bestehen.

Dein Mann.

Vater unser
von Friedrich Gottlieb Klopstock
Um Erden wandeln Monde,
Erden um Sonnen;
Aller Sonnen Heere wandeln
Um eine große Sonne:
„Vater unser, der du bist im Himmel!"

Auf allen diesen Welten, leuchtenden und erleuchteten,


Wohnen Geister, an Kräften ungleich und an Leibern;
Aber alle denken Gott und freuen sich Gottes:
„Geheiliget werde dein Name!"

Er, der Hocherhabene,


Der allein ganz sich denken,
Seiner ganz sich freuen kann,
Machte den tiefen Entwurf
Zur Seligkeit aller seiner Weltbewohner:
„Zu uns komme dein Reich!"

Wohl ihnen, daß nicht sie, daß er


Ihr Jetziges und ihr Zukünftiges ordnete;
Wohl ihnen, wohl!
Und wohl auch uns!
„Dein Wille geschehe,
Wie im Himmel, also auch auf Erden!"

Er hebt mit dem Halme die Ähr' empor,


Reiset den goldnen Apfel, die Purpurtraube,
Weidet am Hügel das Lamm, das Reh im Walde;
Aber sein Donner rollet auch her,
Und die Schloße zerschmettert es
Am Halme, am Zweig, an dem Hügel und im Walde:
„Unser tägliches Brot gib uns heute!"

Ob wohl hoch über des Donners Bahn


Sünder auch und Sterbliche sind?
Dort auch der Freund zum Feinde wird?
Der Freund im Tode sich trennen muß? —
„Vergib uns unsere Schuld,
Wie wir vergeben unseren Schuldigern!"

Gesonderte Pfade gehen zum hohen Ziel,


Zu der Glückseligkeit:
Einige krümmen sich durch Einöden;
Doch selbst an diesen sproßt es von Freuden auf
Und labet den Durstenden;
„Führ uns nicht in Versuchung,
Sondern erlös' uns von dem Übel!"

Anbetung dir, der die große Sonne


Mit Sonnen und Erden und Monden umgab;
Der Geister erschuf,
Ihre Seligkeit ordnete,
Die Ähre hebt,
Der dem Tode ruft,
Zum Ziele durch Einöden führt und den Wanderer labt!
Anbetung dir!
„Denn dein ist das Reich und die Macht
Und die Ewigkeit. Amen."

Die Männer ohne Herz, den Frauen fehlt Verstand,


Wie bin ich so allein im deutschen Vaterland.

AVE LAETITIA CASTA!

AVE MATER CASTISSIMA!


AVE CAUSA NOSTRA LAETITIAE!
AVE LAETITA AMORIS!
AVE TOTA PULCHRA PFERFECTISSIMA!

Je vous adore! La grace de le Beau Dieu vous benigne!

Un poète allemande

MEINEM BRUDER STEFAN ZUM GEBURTSTAG

Der letzte Tag ists in dem Mond August,


Der erste Tag ists deiner Lebenslust,
Ob du wie alle weinend kamst zur Welt,
Das Licht der Welt dir dennoch wohlgefällt.

Wenns hoch kommt währt das Leben hundert Jahr,


Und wars mit Frau und Kindern wunderbar,
So wie ein Sandkorn an dem Meeresstrand
Unsagbar schön ists in dem Himmelsland!

AN DINEKE

Schöne Mutter, wie die Mädchen sind,


Darum auch ein wunderschönes Kind.

AN DIE KOLLEGIN
O blonde Göttin aller deutschen Länder!
Du schreitest auf den High-Heels durch das Amt!
Ich Alter bin von Liebesglut entflammt!
Wie bete ich dich an - - - mit meinem Ständer!

Marco

Sei ruhig Kirchen-Ältester,


Mein Freund, doch sei nicht Kältester,
Sei Treumirbleibender
Und fleißig Schreibender.

AN SUSANNE

Ich formte gerne eine Plastik,


Wie du dich übst in der Gymnastik,
Du Frau der Gynäkologie,
Idol der Gynäkokratie!

ich schenke dir ein wahres Gedicht von Goethe:

Ja, schelte nur fort und fort,


Es wird sich Besseres nicht ergeben,
Denn Trost ist ein absurdes Wort,
Wer nicht verzweifeln kann, braucht nicht zu leben.

Damit, Hiobs Tochter, alles Gute!

LUTHERS GEBET BEIM ZORNGEWITTER GOTTVATERS

Rette mich, o Sankta Anna,


Ich bin doch dein Doktor Luther,
Lass mich singen Hosianna
Zu der Großen Gottesmutter,

Dass mich segnet die Allschöne,


Mich und alle meine Söhne,
Ob Germane oder Slawe,
Jeder singe ewig Ave!

DAS LIED VON DER RÜSTUNG DER GOTTESMUTTER


O Herr Jesus, lehre mich ein Gebet,
Dass du noch keinen gelehrt hast,
Der du bist A und O
Und die göttliche Weisheit im Fleisch.

Jesus:
Mein Kind, ich lehre dich Dinge,
Die ich noch keinem Heiligen offenbart.
Bete das Lied
Von der Rüstung der Gottesmutter:

Die Gottesmutter schütze meine Vernunft,


Die Jungfrau schütze meinen Verstand,
Die Miterlöserin schütze mein Ich,
Die Mutter der Barmherzigkeit schütze mein Herz!

Die Frau aller Völker schütze mein Blut,


Die Trösterin der Betrübten schütze mein Fleisch,
Die Galaktrophousa schütze meine Brüste,
Die Theotokos schütze meine Genitalien!

Die Königin des Friedens schütze meine Augen,


Die Mutter des Wortes schütze meinen Mund,
Die Mittlerin aller Gnaden schütze meine Hände,
Die apokalyptische Frau schütze meine Füße!

Das Magnum Signum schütze mein Wissen,


Der Sitz der Weisheit schütze meinen Glauben,
Die Regina dell'Amore schütze meine Liebe,
Der Stern der Hoffnung schütze meine Hoffnung!

Die Mutter der Menschheit schütze meine Tochter,


Die Königin der Armen Seelen schütze meine Eltern,
Die Mutter des Brotes schütze meinen Trank und meine Speise,
Sophia creata schütze mein Bibelstudium!

Die Kaiserin von Aachen schütze meine gesellschaftliche Stellung,


Die Mutter der Weisheit schütze meine Nerven,
Die Himmelskönigin schütze meine unsterbliche Seele,
Der Lustort Gottes schütze mein Erscheinen vorm Jüngsten Gericht!

Wenn etwas an mir noch nicht geschützt ist,


O Maria in deiner göttlichen Mutterschaft,
So schütze alles an mir, in mir und um mich!

Wer dieses Lied zu Mariä Geburt singt,


Der wird immer in der Liebe Unserer Lieben Frau leben
Und durch die allmächtige Prinzessin
Das ewige Heil in der Ehe mit Gott erlangen.

*
WISSENSCHAFT

Einem ist sie die hohe himmlische Göttin, dem andern


Eine tüchtige Kuh, die ihn mit Butter versorgt.

Goethe

Marco,

in den Briefen von Hermann Hesse, dem neuheidnischen Modeschriftsteller, las ich einen wahren
Spruch:

Es ist kein Haus so schmal und klein,


Der Satan hängt seinen Schwanz hinein.

In medium vitae -
O taedium vitae!

In medium vitae -
O taedium vitae.

zu deutsch:

Mitten im Lebensfluss
Lebensüberdruss.

Liebe Mama!
Mein erster poetischer Gruß von meinem neuen Computer, von dir bezahlt, von Quentin
eingerichtet:

Das Täubchen kommt geflogen


Mit Liebesüberfluss:
Du musst es mir verzeihen,
Dass hier ich bleiben muss...

AN QUENTIN

Der Männer Freundschaft - was soll denken ich von diesen!


Doch du, mein lieber Sohn, hast dich als Freund erwiesen.

*
LENORE

Die Toten reiten schnell!...


Herzallerliebster mein, schlafe
Bis zum Jüngsten Tag!

Lieber Malek,
wenn du zwischen schlafenden und Kuchen essenden und Klavier spielenden Kindern einen
Moment hast, auf die teutonische Prophetin und Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen zu hören,
deren Fest heute die Kirche Christi feiert, so lese denn dies Gedicht von ihr in der Schönheit der
Einfalt:

Hildegard von Bingen

Die Liebe

Von der Tiefe bis hoch zu den Sternen


Überflutet die Liebe das All,
Sie ist liebend zugetan allem,
Da sie dem König, dem höchsten,
Den Friedenskuss gab.

PSALM

Siehe, wie lieblich ist es,


Wenn katholische und protestantische Brüder
In Freundschaft zusammen sind,
Das ist wie der Rauschtrank,
Der in Torstens Bart fließt,
Das ist wie der Rhein,
Der von den Alpen zur Nordsee fließt.
Denn in die gelebte Ökumene
Hat Jesus seinen Heiligen Geist befohlen
Und gibt den vereinten Christen
Ewiges Leben im Himmel.

Liebe Dineke,
neulich las ich folgendes Gedicht und dachte an dein junges Mutterglück:

Else Lasker-Schüler

Meinlingchen
Meinlingchen, sieh mich an –
Dann schmeicheln tausend Lächeln mein Gesicht,
Und tausend Sonnenwinde streicheln meine Seele,
Hast wie ein Wirbelträumlein
Unter ihren Fittichen gelegen.

Nie war so lenzensüß mein Blut,


Als dich mein Odem tränkte,
Die Quellen Edens müssen so geduftet haben;
Bis dich der rote Sturm
Aus süßem Dunkel
Von meinen Herzwegen pflückte
Und dich in meine Arme legte,
In ein Bad von Küssen.

Eben hör ich ein Lied, mystisch zu deuten:

Sophie, mein Henkersmädel


Komm, küsse mir den Schädel!
Zwar ist mein Mund
Ein schwarzer Schlund –
Doch du bist gut und edel!

Sophie, mein Henkersmädel


Komm, streichle mir den Schädel!
Zwar ist mein Haupt
Des Haars beraubt –
Doch du bist gut und edel!

Oh, Sophie, mein Henkermädel


Komm, schau mir in den Schädel!
Die Augen zwar
Sie fraß der Aar –
Doch du bist gut und edel!

Zwar ist mein Mund


Ein schwarzer Schlund –
Doch du, du bist gut und edel!
Oh, Sophie, komm!
Sophie!
Sophie!

Ich hab doch keine Lust mehr auf den Erdenjammer,


Ich lieber bleib allein als Beter in der Kammer,
Auf Jesu Wiederkunft im Preisgebet zu warten,
Sonst mit den Kindern auch ich spiel im Klostergarten,
Die Nonne Äpfel schenkt den Kindern meines Herzens,
Da ist noch Lebenslust des Spielens und des Scherzens,
Die Kieselsteine froh auf Teiches Fläche hüpfen,
Die Nonne und der Mönch in süße Büsche schlüpfen...

Von Heinrich Heine:

Laß die heilgen Parabolen,


Laß die frommen Hypothesen –
Suche die verdammten Fragen
Ohne Umschweif uns zu lösen.

Warum schleppt sich blutend, elend,


Unter Kreuzlast der Gerechte,
Während glücklich als ein Sieger
Trabt auf hohem Roß der Schlechte?

Woran liegt die Schuld? Ist etwa


Unser Herr nicht ganz allmächtig?
Oder treibt er selbst den Unfug?
Ach, das wäre niederträchtig.

Also fragen wir beständig,


Bis man uns mit einer Handvoll
Erde endlich stopft die Mäuler –
Aber ist das eine Antwort?

Gott der Schöpfer und Unsere Liebe Frau von Rom


Sei gepriesen für das Ypsilon-Chromosom!

Ihr kalten Kalvinisten,


Ihr plumpen Pietisten,
Ihr närrischen Baptisten,

Lasst ab von eurem Scherzen,


Denn ihr bereitet Schmerzen
Dem Herrn und seinem Herzen.

Wir aber sind Marias


Geliebte, des Messias,
Ja, Hagia Sophias!

Liebe Gudrun!

Frei nach Jesaja:


Nicht mehr nennt man dich Verlassene,
Sondern Jahwe nennt dich Liebe Frau!
Über die ganze Welt ist Finsternis gebreitet,
Aber über dir geht auf die Schönheit Jahwes!
Deine Söhne werden sich mit dir vermählen,
Dein Bräutigam ist Jahwe Zebaoth!

Veganer, Vegetarier,
Nichtraucher, Antialkoholiker,
Wie, euer Gott ist wohl der Bauch?
O Fleisch, o Schnaps, o Tabakrauch!

Sankt Michael, du Schutzgeist deutschem Volke,


Mit deinem Schwerte herrlich in der Wolke,
Treib aus den Satansgeist des Kommunismus
Und auch des Nationalen Sozialismus,
Gib Macht und Kraft den Christus-Demokraten
Und guten Menschen in den deutschen Staaten,
Ich weihe dir am Tag der deutschen Einheit
Mein Vaterland in Sankt Marias Reinheit!

IMITATION PUSCHKINS

Wie hab ich doch den Wein genossen,


Am allerliebsten den Bordaux,
Und mit den Freunden und Genossen
Wie Jonathan und Salomo
Mich jede Nacht im Rausch besoffen,
Da alle Flaschen standen offen,
Mit Tränen mischte sich der Wein,
Der Tröster meiner Liebespein,
Mannräuschlein war mir die Geliebte,
Zu Tode aber ich betrübt,
Bis sich der Wein im Becher trübt,
Trank auf die Göttin der Betrübte,
Da ich zerschmolz im Wein, was solls!
Kleoptra die Perle schmolz.

Der Wein bekommt nicht meinem Magen,


Ich muss sonst alle Nächte spein,
Ich will ein Lob dem Wodka sagen,
Der klarer als der dunkle Wein,
Das sind die heiligen Gewässer
Von Russland, frommer als die Fässer
Von Frankreich Weinberg, und mir scheint,
Der Wodka ähnelt meinem Freund,
Der nüchterner Verstand ist, Spötter,
Wie Sankt Diogenes im Fass,
So will ich trinken ohne Unterlass
Auf alle sieben Himmelsgötter
Und keusch auf Unsre Liebe Frau,
Bis ich zu Bette gehe blau!

CHORAL

Jerusalem, du hoch gebaute Stadt,


Wollt Gott, ich wär in dir!
Mein Herz so große Sehnsucht hat
Und ist nicht mehr in mir!
Weit durch die Welt des Schalles
Und dieses Lehmes Zelt
Schwing ich mich über alles
Und fliehe aus der Welt!

So seufzen die traurigen Christen, wenn sie die heutige Welt sehen in Armut und Krieg und
Hungersnot. Ob sie gleich nicht von der Welt sind, so sind sie doch noch in ihr. Und sie begehren
nur Eines:

O schöner Tag der allerletzten Stund,


Wann komme ich zu dir?
Da ich mit Lust und freudenreichem Mund
Die Seele hauch aus mir
In Gottes Heiland-Hände
Mit Willen und Verstand,
Dass ich gelang am Ende
Zum Himmels-Heimatland!

Ach, es wird unsrer Seele angst, unter denen zu wohnen, die den Frieden hassen! Aber die schönste
Stunde der Erlösung wird kommen, und dann werden wir schöner singen!

Die Seele wird in Einem Nu


Fliehn auf zum Firmament,
Wenn sie verlässt zur Sabbatruh
Der Erde Element,
Fährt in Elias Wagen
Und mit der Engel Heer,
Die sie auf Händen tragen,
Umgeben schön umher.

Mit was für einem heitern Gesicht und mit welchen tiefen Gedanken wird doch die heimgekehrte
Seele die himmlische Jerusalem anstaunen, wenn sie sich der Frau des Lammes naht! Dann wird sie
nicht schweigen, dann bricht sie in Jubel und Lobgesang aus, der Mund geht ihr über, und sie singt:

O Freudenhaus, sei tausendmal gegrüßt,


Tu auf der Liebe Tor!
Wie hast du mir mein Kreuz versüßt,
Du, die ich mir erkor!
Fort aus dem Leidensleben
Der eitlen Eitelkeit!
Mein Gott hat mir gegeben
Der Liebe Ewigkeit!

Die Seele im Paradies wird nicht mehr einsam sein, sondern es nahen ihr die Seligen:

Das Gottesvolk ist eine schöne Schar!


Kommt sie gezogen schon?
Was in der Welt von Auserwählten war,
Die ziehn zu Gottes Thron.
Der Vater aller Sterne
Bringt sie zum Freudensaal,
Die einsam sonst, so ferne,
In ihrem Tränental.

Propheten heilig, Patriarchen fromm,


Die Christen im Verein,
O Selige, zu meiner Seele komm,
Die litten Seelenpein,
Ich seh in Glorie schweben
In Garten Edens Tal,
Mit Herrlichkeit umgeben
Als wie der Sonne Strahl.

Und war der Seele Sterben ihr Gewinn,


Ist sie im Paradies,
Von höchsten Wonnen wird ergötzt der Sinn,
Die Lippen singen süß.
Das Ave Jungfrau reine
Sie singt in Herrlichkeit,
Das Ave meine Feine
In aller Ewigkeit.

Mit Jubelschall und Harfen, Zymbeln schön,


Mit Chören ohne Zahl,
Erschallt im Paradies das Lustgestöhn
In Freudenhauses Saal.
Mit liebevollsten Zungen,
Mit Stimmen wunderbar,
Wie im Beginn gesungen
Der Morgensterne Schar!

Wer in dieses Paradies begehrt und nur ein Liebeslied im Freudenreich singen will oder auch nur
die Schwelle hüten will des Palastes der heiligsten Jungfrau, der sage: Ja und Amen. Hilf aber,
liebster Jesus, dass Myriaden diese Wonnen erlangen und zumindest auf dem Sterbebett deines
heiligsten Leibes gedenken und durch die mystische Kommunion mit deinem verwundeten Herzen
als Ritter der Madonna durch Leben und Tod kommen zum geliebten Jahwe. Ave, o Maria, Amen.

*
Komm, Maria Magdalena,
Komm zur Weisheit, gratia plena,
Magdalena, o Maria,
Komm zur Mutter, zu Sophia!

Dachte ich, sie wäre Magdalene?


Nein, sie ist die goldene Helene,
Die besucht die göttliche Athene!
Ich, Homer, ich schaute diese Szene.

OH BLEIB MIT DEINER LIEBE

Oh bleib mit deiner Liebe


Stets bei uns, Menschensohn,
Auf dass uns nicht vertriebe
Des kalten Feindes Hohn.

Oh bleib mit deinen Reden


Stets bei uns, Logos du,
Dass hier und einst in Eden
Wir haben Seelenruh.

Oh bleib mit deinem Leuchten


Stets bei uns, Licht vom Licht,
Mag Weisheit uns befeuchten,
So wir verdursten nicht.

Oh bleib mit deinem Segen


Stets bei uns, Jesus wert,
Dass kommt ein Himmelsregen
Auf unsre Mutter Erd.

Oh bleib mit deinem Schilde


Stets bei uns, starker Held,
Uns tröste deine Milde
In dieser kalten Welt.

O bleib mir deiner Treue


Stets bei uns, Liebe schön,
In Liebe uns erneue,
Uns mit der Liebe krön.

Evi,

das letzte, was Karine zu mir sagte, am Abend vor ihrem Tod, war: Kannst du dich mit Evi um die
Kleinen kümmern?
ANNA VON FRANKREICH

Anna von Frankreich ists, die mir gefällt,


Sie meine Göttin und ich bin ihr Held,
Anna von Frankreich hat ewig ihr Herz
Mir zugewendet in Wollust und Schmerz,
Anna von Frankreich ist schön, wahr und gut,
Sie meine Psyche, mein Fleisch und mein Blut.

Kommt ein Gewitter und stürmisches Wehn,


Werden wir treuherzig-felsenfest stehn,
Krankheit und Kummer und psychische Pein
Wird unsrer Liebeslust Rosenkranz sein,
Anna von Frankreich, so schön und so gut,
Du meine Psyche, mein Fleisch und mein Blut.

So wie die Pinie in Südfrankreich steht,


Ob es auch hagelt, der Wettersturm weht,
So wird die Liebe zum mächtigsten Reiz,
Ob wir auch hängen am eigenen Kreuz,
Anna von Frankreich, so schön und so gut,
Du meine Psyche, mein Fleisch und mein Blut.

Werden wir einmal geschieden vom Tod,


Weine ich Tränen wie Blutstropfen rot,
Will ich dir folgen hinauf zu dem Herrn,
Du meine Schutzfrau, mein Engel, mein Stern,
Anna von Frankreich, du Sonne, du Mond,
Liebe, die nun in der Ewigkeit wohnt.

DER HEILAND TOD MIT SEINEM PFEIL

Der Heiland Tod mit seinem Pfeil


Kommt, auf das Herz zu zielen,
Der Liebespfeil ist uns zum Heil,
Zu höchsten Liebesspielen.
Der Tag vergeht,
Wie Qualm verweht,
Wer kann dem Tod entkommen?
Der Himmelsschatz
Hat seinen Platz
Und wartet freudig auf den Frommen.

Kein weiser Mensch auf Erden weiß,


Wann wir gen Himmel dürfen.
Dem Heiland Tod sei Lob und Preis,
Wir werden Nektar schlürfen.
Er kommt mit Macht
Am Tag, zur Nacht,
Er öffnet uns die Grenze,
Der Lorbeerkranz
Fällt ab beim Tanz,
Wir tanzen mit den Engeln Tänze.

Ist heute Nacht der letzte Tag,


Da ich noch hab zu leiden?
Ob ich das Wort in Weisheit frag?
Vom Weh will ich mich scheiden.
Denk an den Mann,
Wie der war dran,
Der wollt in hohen Jahren
Sich freun am Geld
Der eitlen Welt
Und musste in die Hölle fahren.

Der Dichter, der dies Lied gemacht,


Der lieblich hat gesungen,
Hat oft den Heiland Tod bedacht,
Gelobt mit Feuerzungen.
Nun ist er tot,
Gott Zebaoth,
Er schläft im Grab verborgen.
Du dummer Tor,
Der Gott verlor,
Du folgst ihm heute oder morgen.

Was willst du untersuchen,


Wohin deine Milde fließt?
Ins Wasser wirf deine Kuchen -
Wer weiß, wer sie genießt.

Goethe

O Helena, du Wunderschöne, komm,


Bring mit dir Amor und die Mutter Venus,
Und bringe mit dir auch den Zweifler Tom,
Auf dass er finde Jesus Nazarenus!

Wo sind hin die süßen Knaben?


Eros hat mich auch verlassen!
Ach, die schöne Aphrodite
Gönnt mir nicht einmal ein Mädchen!

Dein Anakreon
*

Da erschien die Gattin des Zeus mit Lilienarmen,


Sprach: Ich gebe dir Macht, wenn du die Schönste mich nennenst!
Dann erschien die nackte Göttin der heiligen Huren,
Sprach: Ich gewähre dir Sex, wenn du die Schönste mich nennest!
Siehe, da erschien die jungfräuliche Göttin der Weisheit,
Sprach: Ich gebe dir Helena, wenn du die Klügste mich nennest,
Elfjährig ist erst Helena, und die Klügste von allen
Im Gymnasium, die soll dich im Alter ergötzen!
Da gab Paris den Ruhm der jungfräulichen Göttin der Weisheit.

Germania holt in ihr Haus antike Möbel,


Bleibt meinem Hause fern, spricht sie, Sektierer-Pöbel.

Erstaunliche Anmut

(Evangelisches Kirchenlied, charismatisch erneuert)

O Göttin Charis aus der See,


Die mich, den armen Burschen, fand,
Verloren war ich, voller Weh,
Jetzt ist erleuchtet mein Verstand.

O Charis! Meine süße Schuld!


Es weicht die Angst vor dir, o Frau,
O Charis, süß ist deine Huld,
Du Göttin, der ich ganz vertrau.

Durch Todesnot und manche Not


Bin ich bereits gekommen schon,
O Retterin, o Morgenrot
Der Ewigkeit auf Muschelthron!

Verheißen hast du Wonne mir,


Dein Kuss schenkt mir die Hoffnung jung,
Du bist mein Heil, ich komm zu dir
In trunkener Begeisterung.

Und wenn versagen Blut und Fleisch,


Die Seele flüchtet aus dem Leib,
Zu dir, o Schönheitsgöttin keusch,
Zu dir, o Charis, Himmelsweib!

Äone um Äone dort


Ich singe dir aus voller Brust,
Ich bin dein Lied, ich bin dein Wort,
Genieße ewig deine Lust.
Dein Hölderlin

Die Unnennbare

Wo beginnen, wie soll ich sie vollenden,


Jungfrau, deine Hymne, die tausend Zungen
Singen, tausend Zungen in jeder Zone
Immerdar singen?

Jeder Berg der Erde, als du gen Himmel


Aufgefahren, neigte sich dir, da alle
Ströme rauschten Hymnen dir mit der Berge
Heiligen Hainen!

Hermons Haine oder Engeddi, Karmel,


Und von Gott gepflanzt, die uralte Zeder
Von dem Berge Libanon und die Palme
Und die Zypresse!

Deines lieben Landes Gewässer, Jordan,


Teilte sich, berührte dein nacktes Füßchen
Zärtlich, und in Heschbon mit deinem Schleier
Spielte der Zephyr!

Wie soll ich dich nennen, du Lebensquelle,


Heilkraut, kühler Schatten der Müden, Flamme
In dem Busch der mystischen Rose, Eos,
Morgenstern Venus?

Jene Taube, welche des Friedens Ölzweig


Über das Gewässer der Sintflut brachte?
Turteltaube, die du all meinem Jammer
Trostworte girrest?

Iris du der Gnade in dunkler Wolke?


Rose ohne Dornen und keusche Lilie?
Wenn die Blumen alle verblühen, blühst du
Ewigen Lebens!

Die Himmelfahrt

An dem Tage, da du der Erde, Jungfrau,


Dich entschwungen, über die Sterne alle
Stiegest, neigten dir sich mit Blumensternen
Alle die Himmel!

Süße Liebeslieder, als du gekommen,


Sind erschollen zärtlich dir von den Himmeln:
Wer ist Sie, die kommt aus den dunklen Hainen
Strahlend zur Höhe?

Höchste Himmelskönigin, Allerschönste,


Überfließend bist du an Charme und Liebreiz!
Um dich duftet lieblich der Äther, du stehst
Bei dem Geliebten.

Deine feminine Gestalt vergleich ich


Lunas stillem Schimmer und der Aurora
Morgenröte. O deine Blicke küssen
Weg alle Tränen!

Unter solchen Oden erhebst du hoch dich,


Große Mutter, ruhest im Arm des Sohnes,
Alles übersteigend, was Gott nicht selbst ist,
Tauchst in die Gottheit!

O du allerseligste Immer-Jungfrau,
Lass vom Liebes-Ozean, deinem Becher,
Wein vermischt mit Wasser, ein Tröpflein stillen
All meine Tränen!

DIE INTERNATIONALE KIRCHE

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,


Die noch der Feind zur Sünde zwingt!
Das Heil, wie Glut im Kraterherde,
Mit Kraft zum Aufbruch dringt!
Sagt euch los von dem Bedränger!
Heer der Sünder, wache auf!
Voll Schuld zu sein, tragt es nicht länger,
Zu Jesus strömt zuhauf!

Refrain

Völker! Hört die Posaune! Auf, zum Jüngsten Gericht!


Gott hört und sein Geraune, die Wahrheit ist das Licht!
Völker, hört die Posaune! Auf, zum Jüngsten Gericht!
Gott hört und sein Geraune, die Wahrheit bringt das Licht!

Es rettet uns das Höchste Wesen,


Ein Gott, ein König und ein Geist!
Uns von dem Tode zu erlösen,
Der Herr den Weg uns weist!
Wahres Wort: der Menschen Rechte!
Wahres Wort: der Menschen Pflicht!
Wir sind nicht mehr des Teufels Knechte,
Dulden Sünde länger nicht!

Refrain…

In Stadt und Land, ihr Gottes Leute,


Als Kirche lasst uns einig sein,
Die Zeit der Gnade, sie ist heute,
Das Reich wird Gottes sein!
Unser Fleisch sei nicht des Raben,
Nicht grimmen Geiers Fraß!
Denn ewig sind des Retters Gaben,
Ewig freut uns Karitas!

Refrain…

AN EVI

Und andere Leidensweisen, die jetzt weh aussehen,


Verglichen mit dem Verlust von dir wird es nicht so schlimm.

AN SUSANNE

O himmlisch zärtlich sanft die makellose Wange!

Marco,
du hast mich gebeten, den kretischen Diskus von Phaistos zu übersetzen.

Entziffert wurde: Das Wort „Ique“ steht für Mutter oder Göttin, „Iqukurja“ für schwangere Mutter
oder Göttin und „Iqepaje“ für die glanzvolle Mutter oder Göttin. Die Tonscheibe huldige damit der
minoischen Schlangengöttin. Der Text ist eine Hymne an die große Mutter.

Ich glaube, dass der Diskos von Phaistos die Heilige Schrift der Minoer war, so etwas wie ihre
Bibel. Die Sprache ist nachranging, denn das wichtigste ist die absolut zeitlose Stimmung dieses
Gebetes. Es enthält etwas über das Wesen der Menschen, das sich nicht ändert. Die Minoer
verwendeten dieses Gebet für ihre persönliche Botschaften an die Göttin. Es klingt jetzt vielleicht
seltsam, aber für mich hat der Text viele Gemeinsamkeiten mit dem Song „Because The Night“ von
meiner Lieblings-Dichterin. Der Song erinnert mich an die Stimmung in diesem minoischen Gebet.

WEIL DIE NACHT DEM ENGEL DER LUST GEHÖRT


Nimm mich jetzt, Baby, wie ich bin,
Zieh mich näher, versuche, mich zu verstehen.
Begierde ist Durst, ist das Feuer, das ich atme,
Liebe ist ein Abendmahl, da wir essen.
Komm jetzt! Versuche, zu verstehen,
So wie ich fühle, wenn ich in deinen Armen bin.
Nimm meine Hand heimlich!
Ich kann dich nicht verletzen,
Kann dich nicht verletzen, kann dir jetzt nicht weh tun,
Denn die Nacht gehört den Liebenden!
Weil die Nacht der Lust gehört!
Denn die Nacht gehört den Liebenden!
Weil die Nacht uns beiden gehört!
Habe ich Zweifel, wenn ich allein bin?
Liebe ist ein Engel, der als Lust verkleidet ist!
Hier in unserem Bette, bis der Morgen kommt...
Komm jetzt! Versuche, zu verstehen,
Wie ich mich unter deinem Kommando fühle.
Nimm meine Hand, während die Sonne untergeht,
Weil die Nacht dem Engel der Lust gehört!

WIEGENLIEDER FÜR NINA

Alle meine Schwäne


Schwimmen auf der See!
Häupter unter Wasser,
Schwänze in der Höh!

Schlaf, Kindchen, schlaf,


Dein Vater ist sehr brav,
Die Mutter ist aus Oldenburg,
Die glaubt an Gott, die feste Burg,
Schlaf, Kindchen, schlaf!

Summ, summ, summ,


Biene, summ herum,
In den Blumen, in den Hainen,
Honig zwischen deinen Beinen,
Summ, summ, summ,
Biene, summ herum!
4

Gerrit klein
Ging allein
In den dunklen Wald hinein,
Stab und Hut
Steht ihm gut,
Ist ihm wohlgemut!

Sag, wer mag der Gerrit sein,


Der da geht im Wald allein
Mit dem rabenschwarzen Mantel fein?

Der Mond ist aufgegangen,


Die Seraphs-Feuerschlangen
Schön singen Ich-bin-da!
Madonna hold sich neiget,
Demütig liebend schweiget
Der weiße Neger Wumbaba!

CHESSMO

Geh ich Zigaretten rauchen,


Wo die Eichen Liebe hauchen,
Kommt mit mir der schwarze Rüde,
Dank ich Gott, des Lebens müde.

AN NINA

Bewahre immer deiner Taufe Kleid -


Du wirst es tragen in der Ewigkeit!

DINA SINGT

Das ist Gottes Wille,


Dass ich Nina stille,
Ihre Lippen küssten
Milch von meinen Brüsten.

Menschen von Europa,


Oma oder Opa,
Lasst uns zwei gemeinsam
Ruhig bleiben einsam.

AN EVI

Ein zartes Küsschen auf die Wange -


Und krank war ich und elend lange.

ZU MEINER BEERDIGUNG ZU SINGEN

Mama, nimm diese Last von mir


Ich kann sie nicht mehr gebrauchen
Es wird dunkel, zu dunkel um zu sehen
Ich fühle, ich klopfe an die Himmelstür
Klopf klopf klopf an die Himmelstür
Klopf klopf klopf an die Himmelstür
Klopf klopf klopf an die Himmelstür
Klopf klopf klopf an die Himmelstür
Mama, leg die Waffen in die Erde
Ich will nicht mehr schießen
Diese große schwarze Wolke kommt herab
Ich fühle, ich klopfe an die Himmelstür

TAUFBILD

Wie Dina hält die lange Kerze


In ihren zarten Fingern und
Das sage ich im besten Scherze,
Wie kusslich ist ihr süßer Mund!

HANSWURST

Die Christen treffen sich zum Abendmahl


Bei ihrem Meister in dem Speisesaal,
Da liegt das Gulasch-Fleisch zur Gulasch-Suppe,
Da steht die Jungfrau auch, die süße Puppe,
Da kommt Hanswurst und frisst das Fleisch, das rohe!
Du Schalk, ich dir mit meinem Finger drohe,
Nie wird ein tugendhaftes Weib dich freien,
Wenn ich dich fressen seh, dann muss ich speien!

*
AN EVI

Als du gefiebert hast von schlimmer Grippe,


Da küsste deine Wange meine Lippe.
O Muse, o, wie bist du doch beseelend,
Und brachtest Fieber mir und Krankheitselend!

Und nicht nur mir, auch jenem Wissensmehrer,


Der Kinder lehrt das ABC, dem Lehrer,
Dem gabst ab von deinem Hexenschusse!
Doch mir allein, nur mir! vom Musenkusse!

AN CHRISTEL

Geh, Muse, und in Buxtehude melde,


Dass den Geburtstag feierte Thusnelde,
Die leider Witwe ist und glücklich Oma,
Und gib den Segen ihr vom Papst in Roma.

Noch sind nicht alle Blätter von den Bäumen. Erst wenn die Eiche nackt ist, gehen wir zu Karines
Granit.

DINA

Ich bin so schön und jung, erfrischend jung,


Grund zur poetischen Gesangsbegeisterung!
Ich bin kein Mensch, ich bin die makellose Jugend!
Was soll dem Dichter denn der alten Weiber Tugend!

AN EVI

Auf Knien bin ich nach Cloppenburg gekrochen,


Weil meine Schwester sich den Fuß gebrochen.

So tun die Heiligen, die sich nicht schonen,


Dafür wird Gottes Liebe sie belohnen.

RAT EINES ALTEN EHEMANNES AN EINEN FRISCHVERMÄHLTEN

Nun haben wir die Frauen,


Die schön sind anzuschauen.
Du hast die schöne Jugend
Und ich die alte Tugend.
Die Jugend ist wie Blitze
Am Tag zur Sommerhitze,
Die will, dass sie sich kühle,
Zu ihr im rosa Pfühle.

Jedoch die alten Keuschen


Zumeist den Mann enttäuschen,
Wie Noah in der Archen,
Sie tun im Bette schnarchen.

Sie fangen sich die Läuse


Und knacken ihr Gehäuse,
Beim Untergang der Sonne
Sie wollen nicht die Wonne.

Gefroren sind die Zehen,


So ists in alten Ehen,
Da in verschiednen Zimmern
Getrennte Leiber wimmern.

Nur zu, mein junger Knabe,


Dich an der Lust erlabe,
Das sind die besten Sachen,
Viel Kinderlein zu machen.

Nur stets geschmeidig schmusen


An dem noch glatten Busen,
Denn später bei der Alten
Der Beutel hängt in Falten.

Genieße deine Jugend,


Sei Torheit deine Tugend,
So tatens einst die Väter,
Der Weisheit folgst du später.

So lang noch scheint die Sonne,


Genieß dein Weib der Wonne,
Noch früh genug auf Erden
Wirst du ein Witwer werden.

Du wirst allnächtlich träumen,


Dein Weib aus Meeresschäumen
Schenkt dir den Mund, den roten,
Du einigst dich der Toten.

Genug nun der Gespenster,


Die klopfen an das Fenster,
Ich rate dir zu rühmen
Den Gott der Ehe: Hymen!

*
LIED DER STILLENDEN MARIA

Ich will mein Kind nur säugen


An meinem prallen Busen,
Wie schön die Brust, bezeugen
Von Zion alle Musen.

Ich will die Milch nur spenden,


Des Trostes Honigwabe,
Dem Kindlein Liebe senden,
Die ich vom Himmel habe.

Mein Kind und ich alleine,


Das schönste aller Kinder,
Gesang ist sein Geweine,
Ist draußen kalter Winter.

Ägyptens Gott ist Ammon,


Der Griechen Gott ist Venus,
Die Reichen flehn zum Mammon,
Ich lieb nur Nazarenus!

Die Alten, weltlich Weisen


Verstehen nicht die Liebe,
Wie ich mein Kind will speisen
Mit Wärme in der Trübe.

Hier nur in dieser Grotte


Von Bethlehem geborgen,
Mein Busen meinem Gotte,
Am Abend und am Morgen.

Seh meinen Gott ich schlafen


Hier zwischen meinen Brüsten,
Die Hirten mit den Schafen
Gehn zu den Meeresküsten.

Mein Josef mir bekannte,


Dass er erfüllt vom Neide,
Den Trost der Brust er kannte,
Des Gottes Augenweide,

Er wollte selber stillen


Mit Honigseim und Butter,
Doch das nach Gottes Willen
Vermag allein die Mutter.

Und nun ihr Elend-Armen,


Verwirrte, ihr Konfusen!
Ruht aus in meinen Armen,
Trinkt Trost an meinem Busen!
Die Dichter singen trunken,
Seit sie Madonna küssten,
Den Freudenfeuerfunken
Von Unsrer Frauen Brüsten!

DER HIMMLISCHEN MUTTER JA

Ich sage Ja zu Gott,


Ganz ohne Hohn und Spott.

Ich sage Ja zum Kind,


Wir zwei wie Eines sind.

Ja auch zum Bräutigam,


Der mir zu Hilfe kam.

Zu meiner Mutter Ja,


Die stets ist für mich da.

Ja auch zur Christenheit,


Die stets mich benedeit.

Wie Oma einst der Doris


Gewärmt den Rock, die Schuhe,
So Mater Creatoris
Bringt Torsten nun zur Ruhe.

Mein Freund, ich les nur noch das Buch der Bücher,
Mein eignes, mit dem Bild vom Tuch der Tücher,
Und öfter auch die schöne Buber-Bibel.
Ansonsten les ich in der Mutter Fibel,
Was Sankt Maria spricht für Prophetieen,
Davor die eitlen Dichterlinge fliehen.
Nur manchmal abends in der Abendröte
Les ich ein kleines Lied von Vater Goethe.
Du aber folge nach nicht deinem Schwane,
Du lies getrost poetische Romane.

Gott segne deine Augen,


Das Sonnenlicht zu saugen,
Auf dass du nicht erblindest
Und nicht den Weg mehr findest.

Die Mutter sprach am Abend:


Die Sonne war erlabend
Und die Musik der Chöre,
Die ich so gerne höre.

Und einmal musst du scheiden


Vom irdischen Gewimmel,
Um Aug und Ohr zu weiden
An Herrlichkeit im Himmel.

DIE EHE

Verliebt,
Verlobt,
Verheiratet.

Mitgegangen,
Mitgefangen,
Mitgehangen.

BACH

Der Meister ist vom Fach,


Der fromme Johann Bach.
Musik ist ein Gebet,
Wie es im Herzen steht.

Maria zeigte mir ein Wunderbild,


Da steht sie blondgelockt und lächelt mild,
An ihrem Herzen ruht das Kind voll Glanz
Und J-E-S-U-S steht auf seinem Rosenkranz.

DIE FRAU

O wie groß ist doch der Frauen Kraft!


O wie heilig ist die Mutterschaft!
Auf der Schwangern welch ein stiller Glanz!
Um den Hals wie schön der Rosenkranz!
Lebensspenderinnen sanft und süß!
Ein Versprechen auf das Paradies!
Einer Gottheit Glanz an ihrer Stirn!
Treu sie wie die Turteltauben girrn!
Geben erst dem Manne Lebenslust!
Stillen tausend Kinder an der Brust!
Benedeien ihre Leibesfrucht!
Schlagen Kindermörder in die Flucht!
O wie heilig ist die Mutterschaft!
O wie groß ist doch der Frauen Kraft!

JESUS AN EVI

Meine Tochter, kommst du in den Himmel


Nach dem rauhen irdischen Getümmel,
Findest schöner du als auf der Erden
Freie Herden dort von wilden Pferden,
Wie der Friedefürst auf seinem Schimmel
Tinker-Ponys reitest du im Himmel.
Magst du, Tochter, nur geduldig warten,
Führ ich dich in deinen Rosengarten,
Dort bereitest du mit Gottes Gnade
Aus dem Rosenwasser Marmelade,
Selber will ich gerne daran schnüffeln.
Züchten wirst du dort ein Meer von Trüffeln,
Zum Salat wird fügen deine Seele
Den Geschmack vom reinsten Trüffelöle.
Dann auch, dass dir höchste Freude reife,
Selber wirst bereiten du die Seife,
Deinen lichten Ätherleib dann baden
In Kamelmilch. Ich, dich einzuladen
In den Himmel, dort dich zu erlaben,
Gebe dir die schönsten Honigwaben,
Milch und Honig sind auf deinen Lippen,
Königin der frommen Bienensippen.
Also mir ein schönstes Loblied singe,
Mir zur Freude züchte Schmetterlinge.
Wenn die schönen Morgensterne dämmern,
Gehst du dort als Hirtin mit den Lämmern.
Dort wirst wohnen du, o Gottes Zofe,
Auf dem allerschönsten Bauernhofe,
Machst dir dort als Kuhmilch selber Butter,
Lädst zum Mahl ein deine liebste Mutter.
Keiner plagt dich dort, nicht Feind, nicht Feindin,
Plaudern wirst du dort mit deiner Freundin,
Dort wirst du im Reich der Überwinder
Als die liebste Mutter deiner Kinder
Schön spazieren in Natur, der schönen,
Mit den Hunden und mit deinen Söhnen,
Und besingen wird im Land der Lichter
Dich wie zu der Jugendzeit dein Dichter,
Liegst du lächelnd reizend auf der Wiese
Dort vor mir im Himmelsparadiese.

AN DINA
Alle Glöckner mit den Buckeln
Wollen wie die Babys nuckeln
Und an Unsrer Frauen Busen
Mit dem Santo Nino schmusen.

AN NINA

Nun hast du länger keine Schmerzen,


Gott heilte dir das Loch im Herzen.

NINA

Unendlich ist die Macht der süßen Mutterliebe,


Doch groß ist auch die Kraft der Kinderdiebe.

FREUD IM LEID

In dir ist Freud


In allem Leid,
O süßer Christ,
Wie Honig bist,
In dir wir haben
Des Himmels Gaben,
Du kannst uns retten
Aus Leibesketten,
Wer dir vertraut,
Hat klug gebaut,
Wird ewig leben,
Im Himmel schweben,
Bei Ich-bin-da,
Hallelujah!

Dank deiner Gnaden


Kein Feind kann schaden,
Nicht Nacht und Not,
Nicht Fluch und Tod,
Mit deinen Händen
Du kannst es wenden,
Drum ich dich ehre,
Dein Lob vermehre,
Mit süßem Schall
Als Nachtigall
Ich sing die Rose,
Die Makellose.
Wir jubilieren
Und triumphieren,
Wir lieben, loben
Jehova droben,
Den Ich-bin-da,
Hallelujah!

Liebe Susanne!

Für deine Schönheit sag ich Danke, Susanne,


Ob ich auch oft an Trauer kranke, Susanne,
Dann bist du mir die gute Schutzengel-Schwester,
Und wenn ich nachts zu Bette wanke, Susanne,
Dann tröstest du mich als die Lichtgestalt-Traumfrau,
Dann deine feinste Jadehaut, die blanke, Susanne,
Ist strahlend wie die lichte Herrlichkeit Gottes,
So bin für immer ich dein Dichter Schwanke, Susanne!