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DIE FRAU

VON TORSTEN SCHWANKE

ABC DER WEIBLICHEN LEIBES

AUGEN

Deiner Augen schöne Meeresbläue,


Deiner Augen schöne Himmelsbläue
Leuchten von dem Licht der Schönen Liebe,
Voll der Liebesgottheit reinem Lichtglanz.

Wende deine Augen zu dem Manne


Voll Barmherzigkeit und Allerbarmen,
Blicke voller Freundlichkeit und Gnade,
Schieße aus den Augen Liebespfeile.

Wenn ein Sünder dich beleidigt, Liebe,


Dann beleidigt er das Auge Gottes.
Denn du bist der Stern in Gottes Auge,
Tochter du im klaren Auge Gottes.

Deine Augen sind der Seele Spiegel,


Deine Seele ist der Gottheit Spiegel.

ARME

Deine Arme mögen mich umarmen,


Dass ich ruh in deiner Arme Beuge,
Press mich mit den Armen an den Busen,
Lass mich ruhn an deiner Brust im Busen.

Deine Arme tragen deinen Säugling,


Gibst dem Kind Geborgenheit und Wärme.
Mit der Stärke deines rechten Armes
Führst du deine Kinder in das Leben.

Lass mich streicheln deine nackten Arme,


Streicheln mich die Haut der schlanken Arme,
Die gebräunt sind von des Südens Sonne,
Du umfange mich mit deinen Armen,

Meine Schutzfrau, die du mich behütest,


Stärke du des rechten Armes Gottes.

ADERN

Frau, in deinen Adern fließt das Leben,


Die Kanäle sind des Lebens Gottes.
Schau das Äderchen in deiner Schläfe,
Schau die Adern am Gelenk der Hände,

Jeder Pulsschlag sagt, dass Gott dich liebet!


Deine Lust lässt meine Ader schlagen,
Da wir liegen, Ader an der Ader,
Da wir ruhen, Vene an der Vene.

Wenn das Blut aus deinen Adern tröpfelt,


Sammle ich dein Blut in meinen Becher.
Schau, und denke an die Adern Jesu,
Darin floss des Retters Blut, des Heilands.

Einen Tropfen nur vom Blute Jesu


Mische mit dem Blut in deinen Adern!

ATEM

O Geliebte, wenn dein Atem rasselt,


Weil dich Asthma plagt, die Atemkrankheit,
Hör ich auf zu rauchen Tabak,
Dass nicht Nikotin verklebt die Lungen.

O wie schön ist doch der Schwung des Hustens


Und der Bronchien gelben Schleim zu spucken!
Bellman, was, was kümmert uns die Lunge?
Soll sie länger leben als wir selber?

Aber du vermischtest deinen Atem,


Mit dem Geist des Atems meditierend,
Mit der Seele der Natur, dem Atem
Gottes, den du ein und aus geatmet.

Ist der Wind nicht auf den Pyrenäen


Voll von deinem Atem, o Geliebte?

BRÜSTE

Weißer Marmor sind der Venus Brüste,


Die ich bete an in deiner Kammer,
Denn ich glaube an die Liebesgöttin,
Die mich selig macht mit ihren Brüsten.

Sankt Maria legt mich an die Brüste


Und ich trink die süße Milch des Trostes,
Trink die Muttermilch der Gottesliebe,
Strink den starken Wein der Gottesweisheit.

Deine Brüste waren meine Wonne


In der Jugend in dem Licht der Sonne,
Deine Brüste stillten deine Kinder,
An den Brüsten tranken sie die Liebe.

Saugt dein kleines Baby an den Brüsten,


Leg ich mich dazu, um Lust zu trinken.

BECKEN

Dein Becken, Liebe, ist ein breiter Becher,


Dem nie der Mischwein der Vereinung mangelt.
Ich preis die Fruchtbarkeit des breiten Beckens
Und glaube an die Willendorfer Venus.

Ich will mich betten, ach, in deinem Becken


Und neugeboren werden aus der Mutter.
Beschütze mich mit deines Beckens Knochen,
Du Wasserbad der neugebornen Kinder.

Ich seh die weißen Knochen deines Beckens,


Ich bin Gebein von deinem Mark und Beine,
Wenn du die Kinder birgst in deinem Becken,
Verbirg mich auch vor dieser Welt der Bosheit!

Dein Becken feiern jubelnd deine Kinder,


Dein Becken preisen sie als Große Mutter!

BEINE

Wie die Tauben ihre Flügel spreizen,


Wenn sie in dem Tannenwipfel krachen
Und sich paaren in dem Sport der Liebe,
Wenn sie mit gespreizten Flügeln schlagen,

Oder wie die schöne Antilope,


Die gesehen ich in Hamburgs Wildpark,
Wirft die schlanken Beine vor im Rennen,
Grazien die Antilopen-Beine,

Also sind die Beine der Geliebten,


Wenn sie mich im Liebesakt umklammert.
Schön dein Gang, so wandelt Göttin Juno,
Die da kommt in goldenen Sandalen.

Deine Beine Marmortempelsäulen,


Schön geschnitzt in Tochter Zions Kirche!

BLUT

Als du in dem Krankenhaus gelegen,


Nahm man Blut dir ab mit einer Spritze,
Sog das Mark dir aus der Wirbelsäule,
Da ich sah das Blut der Vielgeliebten,

Haltend deine Hand in deinen Schmerzen,


Im Geheimen Rosenkränze betend,
Sah ich in dem Blute die Geliebte,
Sah in der Geliebten Jesus Christus,

Sah im Frauenblut das Blut des Heilands,


Blut, das uns erlöst von unserm Tode,
Und im Geiste ich dein Blut vermischte
Mit dem Blut des göttlichen Erlösers.

Jesu Blut in deinem Frauenblute


Ist ein Quell, im Garten Eden sprudelnd.

COR, DAS HERZ

O in deinem butterweichen Herzen


Liegt dein ganzes Seelenheil beschlossen.
In der Kardiologie gemessen
Ward das Cor der Mater Caritatis.

O dein Herz ist voll der Schwesterliebe


Zum Verwandten deiner schönen Seele,
O dein Herz ist voll der Mutterliebe
Zu den Idioten und den Kindern!

Makelloses Herz der Mutter Gottes,


Dieses Mutterherz will ich dir weihen,
Voll der Herzlichkeit der treuen Freundschaft,
Voll des heißen Eros der Geliebten!

Herz der Frau und Herz der Gottesmutter,


Segnet, Herzen, mich vom dritten Himmel!

DARM
Wenn der Magen und der Darm erkrankten,
Spuckten deine Kinder in dem Bettchen,
Hast den Magen und den Darm bemuttert
Mit Gesundheitstee und trocknem Zwieback.

Was wir essen, ist egal dem Heiland,


Ob wir Braten essen oder Früchte,
Alles dies wird ja vom Darm verwandelt
Und es fällt als Scheiße auf die Erde.

Werther, du in deinem Liebeskummer,


Hättest du so gut wie ich geschissen,
Hättest du dich nimmer selbst ermordet!
Darum schuf der Herr des Darmes Flora,

Dass du dich entleerst vom Liebeskummer


Und dich wendest zur gesunden Liebe.

EIERSTOCK

Aristoteles in seiner Torheit


Meinte, dass das ganze Kind beschlossen
Sei im zeugerischen Mannessamen
Und die Frau sei nur Gefäß, Empfängnis.

In der Steinzeit sahen alle Frauen:


Einzig von der Schwangerschaft der Mutter
Kommt das Kind, sie kannten keinen Vater,
Keinen väterlichen Mannessamen.

Salomo der Weise sagte einmal,


Dass aus Samen und aus Blut geronnen
Und aus Lust des Beischlafs sei sein Körper
Und sein erster Laut war lautes Weinen.

Deine Eier in dem Eierstocke,


O Geliebte, wurden Gottes Kinder.

FÜSSE

Wenn du im Bett gelegen, o Geliebte,


Dann waren immer frostig deine Füße.
Der ganze Körper war von großer Hitze,
Doch deine kleinen Füße blaugefroren.

Ich denk an die chinesische Prinzessin


Und an des Kaisers Lieblingskonkubine,
Die hatte Füße ähnlich Lotossprossen
In ihren rosafarbnen Plüschpantoffeln.
Nun lass mich deinen rechten Fuß massieren,
Nun lass mich deinen linken Fuß massieren,
Ob auch die Energie in Knotenpunkten
Dir überm Scheitel öffnet eine Blüte.

Was tatest du mit deinen schönen Füßen?


Du gingest von Paris nach Berolina.

FINGER

Du legst den Zeigefinger an die Lippen


Und mahnst mich zu der Mystik stillem Schweigen.
Wie zierlich deine Finger, deine Nägel
Perlmuttern, ohne Eitelkeit der Schminke.

Liebkose mich mit deinen feinen Fingern


Und fühl sensibel, wie ich Liebe brauche.
Nur eine kleine zärtliche Berührung,
Ein Fingerspiel als wie auf dem Piano,

Und meine Seele lodert auf in Flammen!


O Finger Gottes, treibe die Dämonen
Aus Hexen aus, die Luzifer verehren
Und Lilith und Legionen Poltergeister!

Ich küsse nun die Spitzen deiner Finger,


Mir scheint, ich küsse so den Finger Gottes.

FRUCHTWASSER

In dem Wasserbade deines Schoßes


Schwimmt der Erste, Eingeborne.
Selig als ein Embryo und Fötus
Schwimmt er in dem Meere deiner Liebe.

Dieses Wasser deiner Frucht des Leibes


Und das süße Brot des Mutterkuchens
Sind die allerersten Sakramente,
Die uns nähren mit der Liebe Gottes.

In dem Wasserbad des Geistes Gottes


Sind wir neugeborne Gotteskinder,
Und so leben wir im Schoße Gottes,
Weben und bewegen uns im Schoße.

Große Mutter aller deiner Kinder,


Die du bist das Meer der Schönen Liebe!

GENITALIEN
O die Genitalien des Weibes,
O die hochzeitlichen Sakramente,
Gottes Gabe ist des Weibes Sexus
Zur Vereinigung im Bett der Ehe!

Wenn die Genitalien des Mannes


Und die Genitalien des Weibes
Vater Himmel sind und Mutter Erden
In dem hieros gamos ihrer Ehe,

Wird das Weib zum Einfallstor des Gottes,


Der der Schöpfer ist der Leibesfrüchte.
Wenn die Genitalien des Weibes
Süße Lust bereiten in dem Beischlaf,

Ists ein Bild der großen Lust des Schöpfers,


Die er fühlt beim Zeugen eines Kindes.

GEBÄRMUTTER

In der Mutter des Gebärens lebt schon


Dieser junge Mensch mit seiner Seele,
Ist von Anfang an Person, ein Abbild
Gottes und ein Ausfluss seines Geistes.

Mutter sei und weise Pädagogin


Und erzieh dein Kind im Mutterschoße.
Willst du einen Himmelssohn gebären,
So betrachte keine roten Fahnen.

Teile deine Freude an dem Kinde


Deinem Kinde mit, dem Fötus,
Sprich dein Ja zur Heiligkeit des Lebens,
Schenke deiner Leibesfrucht die Liebe.

Denn was ist der Uterus der Gottheit


Anderes als herzliches Erbarmen?

GEHIRN

Was denn denkst du dir in dem Gehirne?


Welcher Weise bildest du Gedanken?
Dame, sprechend bildest du Gedanken,
Du verfertigst sie beim lauten Reden.

Ist der Sprache Zentrum doch beim Weiber


Ausgeformter als beim stillen Manne.
Darum schmäh ich nicht des Weibes Plaudern,
Denn so wird sie klar sich ihres Denkens.
Dein Gehirn geht nicht auf Theoreme,
Wie der Mann denkt tote Abstraktionen,
Nein, dein Denken geht auf Menschenkinder,
Geht auf die Natur und auf das Leben.

Liebe Frau, du bist nicht schwach im Denken,


Aber anders denkst du als der Denker.

GAUMEN

An dem Gaumen blühen feine Knospen,


Diese schmecken guten Trank und Speise.
Nun, Geliebte, wenn du aber Nüsse
Schmeckst mit deinem Gaumen, kommt die Krankheit.

Lieber den Kakao der Indianer,


Lieber der Aztheken Xocoatl
Schmeckst du mit dem höchst sensiblen Gaumen,
Dir ist wie Schokolade süß die Liebe.

Doch am Ende deines Erdenlebens


Lagst du hungernd auf dem Sterbebette
Und dein Gaumen nur verlangte Manna,
Und es kam das weiße Brot der Engel

Und verklärte deines Gaumens Knospen


Und verklärte deine süße Seele!

HAAR

Wie die Haare fallen auf die Brüste,


Lang und lockig und wie schwarze Seide,
Aber um das Wallen dieser Haarflut
Seh ich leuchten deine Aureole.

Ob die Haare schwarz sind in der Jugend


Oder scharlachrot gefärbt von Henna
Oder silberweiß von Altersweisheit,
Immer in den Spitzen thront der Eros.

Lass die Haare fallen auf den Säugling


Und den Mann mit Zärtlichkeit verwirre,
Löckchen, Strähnen, wie die Mutter Gottes
Flutet Zärtlichkeit in deiner Haarflut.

Gott gab dir zum Schleier deine Haare,


Die gewidmet ist zu Gottes Gattin.
HÄNDE

Deine kleinen Hände will ich halten,


Hand in Hand wir gehn wie Eheleute.
All mein Leid leg ich in deine Hände,
Hände der erbarmungsreichen Mutter.

Mit der Hand liebkose deinen Säugling,


Mit der Hand weißt zärtlich du zu streicheln.
Mit der Hand du reiche Trank und Speise,
Wohlzutun, das wissen deine Hände.

Weißt du noch, Geliebte, am Karfreitag,


Wie du mich geliebkost mit den Händen?
Da ich sprach: Allmächtiger im Himmel!
Immer denk ich noch an deine Hände.

Reiche mir vom Himmel deine Hände,


Dass wir Hand in Hand gen Himmel wallen.

HÜFTEN

Sing ein keusches Lied von deinen Hüften,


Venus hat als Schöpferin gebildet
Als ihr Meisterwerk die Marmorhüften,
Als sie modelliert ihr Bild und Gleichnis.

Weißt du noch, wie wir getanzt im Saale,


Südamerikanisch tanzten wir den Tango,
Da sich unsre Hüften flohn und trafen
Zur Musik vom hohen Firmamente.

Keusches Werkzeug ehelicher Lüste,


Hüfte schmiegt an Hüfte sich im Bette,
Da ich die Hexameter gefingert
Auf dem Rund von der Geliebten Hüfte.

Keine Schönere auf Erden fand ich


Als der neuen Aphrodite Hüfte.

INNEREIEN

In den Innereien einer Mutter


Ist der Sitz des herzlichen Erbarmens.
Denke deines erstgebornen Lieblings,
Und es drehn sich um die Innereien

Vor Barmherzigkeit der Magna Mater,


Seiner muss die Mutter sich erbarmen,
Und es brennt in ihren Innereien
Liebe heiß zu ihrer Frucht des Leibes.

Seele ist im Blut, im Blut ist Leben,


Die Unsterblichkeit in Innereien.
Und so hoff ich mit der Tugend Hoffnung
Auf der Innereien Auferstehung.

Leben, o Geliebte, du bist Leben,


Du bist wahrhaft Leib-und-Seele-Einheit.

IRIS

In dem blauen Auge blüht die Iris,


Die das Fenster ist zu deiner Seele,
In der Iris glänzt das Seelenfünklein,
In dem Seelenfünklein lebt die Gottheit.

Angesicht zu Angesicht wir lieben


Innig uns, du meine Augenweide.
Deine Iris ist die Götterbotin,
Kommend auf des Regenbogens Brücke.

Deine Iris ist die Gartenblume,


Das Symbol der heimlichen Geliebten,
Die du Salomonis Konkubine
In dem Harem bist im Garten Eden.

Deine Iris schaut die schöne Gottheit,


Ewig schaut die Iris deiner Seele.

JOCHBEIN

Nun das Jochbein muss und will ich preisen,


Das die Form gibt deinem Angesichte.
Also bilden sich die Augenhöhlen,
So die schön gewölbten Wangenkochen.

Nicht nur Haut und Fleisch und Sehnen, Muskeln,


Nervensträne und die Aderbahnen
Bilden dein Gesicht, nein auch die Knochen,
Und vorzüglich preise ich dein Jochbein.

Schönes Jochbein, das mich unterjochte!


Schönes Jochbein, Bein von meinem Beine,
Fleisch von meinem Fleisch, die wahre Eva,
Denn nicht Eva war die harte Lilith.

Nun in meinem stillen Witwerhause


Denk ich an das Jochbein meiner Toten.
KOPF

Denke ich an deinen Kopf, mein Liebchen,


Der da lächelt in der Haare Schleier,
Daraus leuchten mir die Augensterne
Und liebkosen mich die Purpurlippen,

Bin ich nicht wie andre freche Dichter,


Die nicht suchen hohe Frauenstirnen,
Die nur suchen breite Frauenhüften,
Denn sie lieben Frauen animalisch.

Aber du in deinem Köpfchen sammelst


Alles, was geweissagt Russlands Muse,
Und mit den Gedanken deines Kopfes
Bist du immer bei den Emigranten.

Aber was vor allem spukt im Köpfchen


Ist die Seele der Natur als Gottheit.

KLITORIS

O im schwarzen Strauch die Purpurmuschel,


Die der Dichter liebte im Bordelle,
Da er war mit seiner Frau zuhause,
In den schönsten Stunden seines Lebens.

Als die Frau geschieden von der Erde,


Sah der Dichter-Witwer an dem Himmel
Leuchten schön die Klitoris der Vulva
Als das Zentrum seines Universums.

Wenn die Frau Fellatio geübt hat,


Übte gleich der Mann den Cunnilungus.
Was denn ohne erogene Zonen
Ist die Liebe zwischen Mann und Dame?

Die verklärte Klitoris im Lichte


Ist die Klitoris der Liebesgöttin.

KNIE

Alte Katholikinnen auf Kniien


Rutschen vor das Bild der Muttergottes,
Und sie reiben blutig ihre Kniee
Für die hohe Königin des Friedens.

Ich auch beug im Herzen meine Kniee


Vor dem femininen Antlitz Gottes,
Aber Frau, wo beugst du deine Kniee?
Vor der Gottnatur, vorm Odem Gottes.

Liebchen, lass uns in dem Himmel knieen


Vor der großen Gottheit unsrer Liebe,
Das war Mater Caritas Divina,
Der wir lebend oder sterbend dienen.

Knieen wir so Knie an Knie im Himmel,


Eint uns Mater Caritas Divina.

KEHLE

Ists die Kehle oder ists die Seele,


Die erfüllt ist von dem Odem Gottes?
Während ich der Kehle Tabak gebe,
Gibst du ihr den stillen Wind der Wälder.

Im Advent der letzten Weihnacht, Liebchen,


Kam aus deiner Kehle eine Hymne,
Komm, o Heiland, komm zu deiner Kirche,
Darum freue dich, o Tochter Zion!

Nun erlöst ist deine Kehle, Seele,


Von dem Asthma, das dich oft geplagt hat.
Die verklärte Kehle ist im Odem,
Ist ein Odem nun im Odem Gottes.

Wenn ich Witwer aber spür den Windhauch,


Denk ich, das war einst der Liebsten Atem.

LYMPHDRÜSEN

Liebchen, an den Drüsen deiner Lymphe


Wucherten des Krebses Metastasen.
So der Tod gestiegen ist durchs Fenster,
Und dein schöner Frauenleib verwelkte.

O du böse Korruption des Todes!


Kannst du so dich schleichen in die Lymphe,
In die Lymphe meiner lieben Nymphe,
Die nun ist die nackte Nymphe Gottes?

Drüsen, wuchert keine Metastasen,


Auch ihr Drüsen nicht der schönen Brüste,
Drüsen sind zum Leben nur erschaffen,
Tod gekommen ist vom Neid des Teufels.

Himmlische Gesundheit! Musen-Drüsen


Haben nun den Teufel überwunden!
LIBIDO

Thanatos, du Trieb zum Totenreiche,


Du bist meines Lebens dunkler König,
Thanatos mit deinem Horn voll Mohnsaft,
Der du mich versenkst in Träumeschlummer.

Meine Libido ist eingeschlafen,


Seit mir die Geliebte ist entschlafen.
Sie, die war mir meine Schwester Leben,
Ist geworden meine Schwester Todin.

Sie war meine Libido, die Pure,


Sie war meine pure Lust am Leben,
Sie war meine Liebeslust, die Pure,
Da wir eins in unserm Liebesleben.

Leben! Liebe! Lust! O Paradiese,


Die mir meine Lieblingin verheißen!

LEBER

Deine reine Leber will ich preisen,


Welche alle Gifte stets besiegt hat.
O du Fegefeuer in der Leber,
Du purgierst den Körper meiner Dame.

Hast du etwa Alkohol getrunken?


Ohne Alkohol auch warst du glücklich.
König Alkohol hat nicht besudelt,
Liebchen, deine makellose Leber.

Meine Leber aber ist ein Riese,


Meine Leber ist vom Suff geschwollen.
Meine Ärztin zeigte mir die Leber,
Angeschwollen von den Kummertränken.

O Geliebte, gib mir deine Leber,


Gib mir deiner Leber Fegefeuer!

LIPPEN

Lippen, gebt mir feurig eure Küsse,


Scharlachband, rosinenfarbne Schnüre,
Rose, zeigend mir die weißen Perlen,
Weißen Perlenschnüre deiner Zähne.

Süße Oberlippe, Unterlippe,


Jegliches Gefühl genau verzeichnend,
Offenbarerin der lieben Seele,
Du Genießerin der Gaben Gottes!

O Erinnerungen an die Wollust


Deiner weichen Lippen, deiner Zunge,
Wie du saugtest mir das Mark des Lebens
Aus dem schlotternden Gebein des Toten!

Schwester, gib mir deine Schwesterküsse,


Küss mich dreimal am Altar der Liebe!

LUNGE

O ihr beiden Lungenflügel Gottes,


Sein der Westen, sein ist auch der Osten,
Frankreich atmet, Polen atmet Gottheit,
Mexiko und China atmen Gottheit.

O Geliebte, deine Lungenflügel


Tragen mich als Flügel in den Himmel.
Einzuatmen, auszuatmen Liebe,
Sauerstoff zu saugen aus dem Äther.

Geh im Walde, öffne deine Lungen,


Deinen Atem mit dem Atem Gottes
Mische, breite deine Lungenflügel,
Flieg gen Himmel mit des Windes Flügeln.

Nun der Odem deiner Lungenflügel


Ist der Wind, der trägt mich in den Himmel.

MUND

Mund, du Perlenschnur und rote Rose,


Mund, Rosinenschnur mit weißen Perlen,
Mund, du Purpurmantel meines Heilands,
Mund, du Scharlachrose ohne Dornen,

Mund, du Mutterschoß der Muttergottheit,


Mund, du Zentrum meines Universums,
Mund, zentrales Feuer in dem Weltall,
Mund, du Rosengarten, Gottes Lustort,

Mund, du Ehefrau der Schlangenzunge,


Mund, du feuchte Grotte der Erscheinung,
Mund, du Küsserin der Bruderküsse,
Mund, du makellose Rose Gottes,

Mund, geliebte Grabeshöhle Hiobs,


Mund, du Paradies des dritten Himmels!

MUSKELN

Muskeln, Liebchen, braucht man für die Arbeit,


Braucht man, um zum Arbeitsplatz zu gehen,
Muskeln braucht man, um den Stift zu halten,
Um zu schreiben für die Emigranten.

Muskeln, Liebchen, braucht man für die Liebe,


Denn dem Sport gleich sind die Liebesspiele,
Muskeln braucht man für das Kamasutra,
Für die Stellungen beim Akt der Liebe.

Muskeln braucht man, Liebchen, für die Kinder,


Um die Kinder auf dem Arm zu tragen,
Um mit Kindern durch die Welt zu rennen,
Sie zu fahren in den Kindergarten.

Meine muskulöse Liebesgöttin,


Die du stark warst im aktiven Leben!

MUTTERKUCHEN

Leibesfrüchte essen Mutterkuchen,


Essen Bienenstich und Sahnetorte.
Zwillinge im Mutterkuchen liegen,
Wo sie lecker essen um die Wette.

Macht den gottgeschaffnen Mutterkuchen


Nicht zum Kriegsschauplatz des Kindermordes.
Leibesfrüchte aus dem Schoß zu kratzen,
Ist der allerschlimmste Terrorismus.

Mutter, wenn die Leibesfrüchte schlemmen


Beim Agape-Mahl den Mutterkuchen,
Auch den Kelch Fruchtwasser zu erheben,
Sing den Leibesfrüchten Liebeslieder!

Jesus in Mariens Mutterkuchen


Sang die Liebeslieder Salomonis.

MILZ

Milz, du bist der Wohnort meiner Schwermut,


Milz, du Quelle aller Frauentränen,
Sag es, Milz, warum so melancholisch
Strömt das schwarze Blut in meinen Adern?
Milz, du zeugest lauter schwache Männer,
Also sagte Hildegard von Bingen,
Schwache Männer, das sind Künstler, Dichter,
Schwache Männer, das sind Philosophen.

Milz, du zeugest lauter schwache Frauen,


Nicht die Königin, die starke Hausfrau,
Nein, du zeugst die Venus-gleichen Frauen,
Die bestimmt, im Frauenhaus zu dienen.

Milz, im Zeichen deines Sternbilds liebten


Sich die Venusgleiche und der Dichter.

MENSTRUATION

Frauen, wenn der Brunnen eures Blutes


Aufgetan, euch gehts nach Frauenweise,
Seid ihr unrein für den Kult des Mose,
Darf der Jude mit der Frau nicht schlafen.

Einst Hypatia, die Philosophin


Alexandrias, verliebtem Jüngling
Wies den Lappen mit dem Monatsblute,
Um den Schoß dem Jüngling zu verleiden.

Unsre Liebe Frau Maria, Jungfrau


Auch nach der Geburt des Gottessohnes,
Mit intaktem Hymen, doch das Hymen
War nicht ganz verschlossen, so im Mondschein

Tropfte auch Mariens Blut zur Erde,


Blut, das Jesu Christi Blut gebildet.

MAGEN

Wenn der Magen durch die falsche Speise


Und den falschen Trank wird schlecht belastet,
Dann steigt schmerzlich auf die Magensäure,
Lässt den Menschen in der Nacht nicht schlafen.

Wenn du zuviel Rotwein hast getrunken


Und zuviel vom sauren Coca-Safte,
Wenn du abends fettes Fleisch gegessen
Und um Mitternacht noch fetten Käse,

Rebelliert dein Magen in dem Schlummer


Und die Säure ätzt die Speiseröhre.
Kannst du also in der Nacht nicht schlafen,
Lies du im Propheten Jeremia.
Freundin, von alkalisch und von basisch
In der Nahrung hast du oft gesprochen.

NIEREN

Freundin, als du auf die Welt gekommen,


Stand das Sternbild Waage an dem Himmel,
Welchem die Schafgarbe zugeordnet
Und im Leib die Nieren der Gefühle.

In der Bibel ist das Herz des Menschen


Der geheime Wohnort der Gedanken,
In der Bibel sind des Menschen Nieren
Der geheime Wohnort der Gefühle.

Gott der Herr prüft Herzen und prüft Nieren,


Schatz, Gott hat dir Herz geprüft und Nieren,
Und er fand an Herz und Nieren würdig,
An Gedanken und Gefühlen würdig

Dich der Rettung in das Reich der Himmel,


Das dir liebendes Gefühl verdient hat.

NERVEN

Meine Nerven weihe ich der Liebe,


Kranke Nerven einer kranken Liebe.
Höchster Mangel aller Glückshormone,
Nichts als depressive Botenstoffe!

Nun ich weihe meine Liebesparanoia


Nicht den Lebenden, allein den Toten.
Wenn das Ich sich auflöst in das Ganze,
Himmel sind und Hölle sind im Innern.

Nun ich weihe die Chemie der Liebe


Und die ganze chemische Verschmelzung
Und der kranken Nerven Harfensaiten
Meiner treuen Freundin in dem Hades.

Deine Nerven sind gesund nun, Liebchen,


Du lebst nun im Südland auf der Sonne.

NASE

Welcher Dichter kann die Nase preisen?


Nie hab ich ein rechtes Lob gefunden.
Wer besingt die makellose Nase
In dem Angesicht von Gottes Mädchen?
Salomo, ich muss dich korrigieren,
Da die Nase Sulamiths kein Turm ist,
Ist kein Turm, der nach Damaskus ausschaut,
Gottes Geist, das Bild ist nicht gelungen.

Als ich die Groteske einst studierte


Und vom Karneval groteske Masken,
War die Nase da des Mannes Phallus
Und der Mund war da des Weibes Vulva.

Auf zur Hochzeit nun von Mund und Nase


In dem makellosen Antlitz Gottes!

NABEL

In der Jugend hatte ich ein Liebchen,


Deren nackten Nabel ich bewundert,
Und ich füllte ihn mit Brausepulver,
Trank den Schaum der Brause aus dem Nabel.

Salomo besingt im Hohenliede


Schön den Nabel Sulamiths als Becher,
Dem der Mischwein der Vereinigungen
Nie gefehlt, denn sie war immer willig.

Als die Elohim geschaffen Eva


Nackt, vollkommen, aus der Rippe Adams,
Hatte Eva etwa einen Nabel?
Nie gesehen hab ich Evas Nabel.

O Madonna, Lobpreis deinem Nabel,


An der Nabelschnur hing Jesus Christus!

OHREN

Wer da Ohren hat, der möge hören!


Einen Mund nur hat der Mensch im Antlitz,
Aber doppelt ist das Paar der Ohren,
Also höre mehr als dass du redest.

O die Muschelohren der Geliebten,


Weiß wie Schaum der Lauscherin die Ohren,
Ganz Empfängnis, feminin Empfängnis
Für das Gotteswort des Theologen.

Womit hat denn Unsre Frau empfangen


Gottes Weisheit bei dem Gruß des Engels?
Gott empfing sie nicht mit ihrem Schoße,
Nein, sie hat in ihrem Ohr empfangen.
O Madonna, diese keuschen Ohren
Möcht ich schmücken dir mit Ohrgehängen.

POPO

O der Popo einer Liebesgöttin,


Allerschönstes Hinterteil der Phryne!
Wenn man die Hetären modellierte,
Modellierte man der Göttin Popo.

Für Callipigos den Tempel bau ich,


Aphrodite mit dem schönen Hintern!
Apfelpopo, runde Apfelbacken,
Schnee und Rosen, zittert dir der Popo!

Ob als Venus in blue jeans gegangen


Du vor mir und wipptest mit dem Popo,
Ob du bücktest dich im Minirocke,
Da ich trunken deinen Po bewundert,

Ob du vor mir standest im Bikini


Oder splitternackt, dein Po war göttlich!

PLAZENTA

Wenn die Zwillinge an der Plazenta


Ruhen wie im Mutterschoße Gottes,
Ist der eine in dem Vordergrunde,
Ist der andre in dem Hintergrunde.

Der im Vordergrunde wird gesehen,


Und er wird der Liebling sein der Menschen.
Der im Hintergrunde wird verschwinden,
Er wird nicht erkannt sein von den Menschen.

Wenn die Leibesfrucht geboren, Kindlein,


Wird es nehmen seine Schmusedecke,
Wird es nehmen seinen Schmusehasen
Als Erinnerung an die Plazenta,

Wird ihr einen Wundernamen geben


Ähnlich einer Mexikaner-Göttin.

PUPILLE

Schließ mich in den Stern ein der Pupille,


Denn dein Augenstern scheint mir am Himmel.
Augen, Liebchen, Augen sind kein Zufall,
Und ein Meisterwerk ist die Pupille.

Nun bist du bei Gott die Seraphine,


Ganz bedeckt dein Kleid mit tausend Augen.
Gottes sieben Augen auf die Erde
Schauen, ob ein Mensch die Gottheit suche.

Wer den Dichter tastet an, der tastet


An der Musentochter Stern-Pupille.
Ich, mein Schatz, der Mann in deinen Augen,
Mensch in den barmherzigen Pupillen.

Durch die Pforte der Pupille will ich


In den Gotteshimmel deiner Seele.

RÜCKEN

Mose sprach zu Elohim, dem Ewgen,


Ewger, ich will deine Schönheit sehen!
Sprach der Ewige: Du wirst mich sehen,
Doch du wirst nur sehen meinen Rücken.

Mose stand in einer Felsenspalte


Und der Ewge ging an ihm vorüber.
Mose sah den schönen Rücken Gottes.
Gott sprach: Ich bin gnädig und barmherzig.

Ich sah meiner Vielgeliebten Rücken,


Sie lag halb entkleidet auf dem Bette,
Dass ich ihre Muskeln ihr massiere,
Ich liebkoste der Geliebten Rücken.

Ja, die Herrlichkeit des Herrn gesehen


Hab ich, meiner Herrin bloßen Rücken.

SEELE

Groß und endlos ist das Universum


Mit zehntausend Metagalaxien,
Mit den schwarzen Löchern und den Quanten,
Energie und unsichtbarem Stoffe.

Ohne die Materie die Geliebte


Ist nun reine Energie und Lichtstoff,
Ich mit der platonischen Verliebtheit
Seh die Seele schweben in dem Kosmos.

Was sind alle siebzig Universum


Im Vergleich mit junger Psyche Schönheit?
Herrlicher erscheint mir als das Weltall
Diese Grazie der jungen Psyche.

O du Königin des Universums,


Du bist größer als der Schmuck des Kosmos.

SCHENKEL

Ja, ich sah Visionen, sah das Mädchen,


Dessen reine süße kam vom Himmel.
Lang und golden die geflochtnen Zöpfe
Und das Kleid wie Schnee und rote Rosen.

Wie sie sich im Paradies gebettet,


In dem grünen Ölbaumgarten Christi,
An dem Meer gebettet in dem Sande,
Hingegeben ganz der schönen Liebe!

Wie sie spreizte ihre schönen Schenkel,


Marmorsäulen voller Engelsflügel,
Wie sie zwischen den gespreizten Schenkel
Tat die Goldne Pforte auf des Tempels!

Gott gefallen nicht des Mannes Schenkel,


Aber sehr des Mädchens Engelsflügel!

STIRN

Deine Stirne ist wie Kieselsteine


Unverletzlich und wie Diamanten.
Wie von Elfenbein, wie Moses Tafel,
Ist die Stirn ein Tempel der Erkenntnis.

Weißes Bein der lichten Totenknochen


Und das Heiligtum des Totenschädels,
Strahlt der Stirne Diamanten-Sutra
Voll von seligen Gedanken Gottes.

Liebe Frau, an deiner weißen Stirne


Steht geschrieben mir der Name Gottes
Und des weißen Lammes neuer Name
Und der Tochter Zion neuer Name.

Nun erlaube mir, o Frau des Himmels,


Deine Stirne segnend dir zu küssen.

SYNAPSEN

Liebchen, wie sind schrecklich die Synapsen!


Assassinen rauchen Haschischpfeifen
Und sie sehen Huris in dem Himmel
Und dann gehen sie, sich selbst zu morden!

Liebchen, wie sind schrecklich die Synapsen,


Wenn sie jeden süßen Glücks ermangeln,
Wenn sie bringen nichts als Nacht und Grauen,
Das Martyrium der Seelenfolter!

Liebchen, wie beglückt sind die Synapsen


Von den Freudenstoffen der Bananen,
Von der Schokolade Glückshormonen,
Sieh, wie zärtlich die Synapsen lächeln,

Wenn sie Glück ergießen durch die Bahnen


Und die frohe Seele tanzt im Himmel!

SCHAMHAAR

Warum trägt die Frau die Scham verschleiert?


Liebchen, warum lockt sich dir das Schamhaar?
Eva schämte sich nicht ihrer Nacktheit,
Als sie nackt vor Adam stand im Garten.

Aber seit der Mann ist voll Begierde,


Sexidol und Lustobjekt betrachtend,
Da verschleiert sich die Frau aus Keuschheit,
Sie verschleiert sich mit ihrem Schamhaar.

O Jerusalem, du bist gewachsen,


Deine Mädchenbrust ist fest geworden
Und gewachsen ist dir schon dein Schamhaar,
Schau, da kam dein Herr zur Zeit der Liebe!

Aber in der Ehe darfst du nackt sein,


Darfst du vor mir stehen ohne Schamhaar.

TUMOR

Ach du böser Tumor, Feind der Liebe,


Wie du unter ihren Achseln wuchsest,
Da ich mich so gern gebettet hatte,
Wenn sie mich in ihren Arm genommen.

Ach du böser Tumor, Feind der Liebe,


Wie du wuchertest in ihren Brüsten!
Ach, wie wenn sie von dem Kinderarzt kam,
Hüpften ihre Brüste mir entgegen!

Also sagte Salomo im Liede:


Deine Brüste sind Gazellenkitze,
Zwillingskitze der Gazelle, hüpfend!
Aber was uns Salomo verschwiegen,

Dass der Tumor auffraß diese schönsten


Zwillingskitze der Gazelle, hüpfend!

TAILLE

Lass mich meinen Arm um deine Taille


Legen, Liebste, und dich an mich ziehen!
Aphrodites Gürtel um die Taille
Ist es, was mich sehr an dir bezaubert!

O wie lilienschlank ist deine Taille


Und wie wohlgerundet deine Hüften!
O dein Leib ist ähnlich der Gitarre,
Die der Sänger hält in seinen Armen!

Ideale Taille aller Taillen,


Wie ich dich im Ebenbild gesehen,
Wie verlockt mich diese Lilientaille
In des Frauenschoßes Rosengarten!

Das Kamel geht nicht durchs Öhr der Nadel,


Aber deine Taille gleicht dem Halbmond!

UNTERLEIB

Theologen denken an den Gott nur,


Philosophen denken an den Geist nur.
Manichäer oder Theosophen
Suchen nur der Seele Engelsaura.

Doch der Liebesdichter der Geliebten


Preist den Unterleib der Minnedame,
Die Gitarre eines Minnesängers
Sind die Hüften und des Beckens Becher!

Unterleib zu Unterleib begegnet


Sich in Liebe, wenn sich Seelen küssen.
Oberleib und Unterleib vereinigt,
Erst die Einheit ist der Christus totus!

Leib-und-Seele-Einheit ist mein Liebchen,


Und ihr Unterleib wird auferstehen!

UTERUS

Nimm mich auf in deine Uterusse,


Große Muttergottheit in dem Himmel,
Die du bist voll Gnade und Erbarmen,
Gottheit, die du bist die schöne Liebe.

Ist der Uterus denn heut ein Mordort?


Will die Mutter aus dem Schoß mich kratzen?
Will der Vater aus dem Schoß mich saugen?
Fehlgeburt und Missgeburt mein Leben!

Warum ward der Uterus der Mutter


Mir denn nicht zu meiner Grabesstätte,
Der ich nichts zu sehn bekomm auf Erden
Als die Unerträglichkeit des Jammers!

Mutter ist mir Gott! Im Uterusse


Der Barmherzigkeit bin ich geborgen.

VULVA

Phallus-Gott und Vulva-Göttin feiern


Mystische Vereinigung im Himmel.
Phallus-Gott ist reiner Geist, ist Shiva,
Vulva-Göttin ist Natur, Parvati.

Um die Göttin Vulva zu verehren


Bauen wir der Göttin eine Kirche
In der Form der Vulva eines Weibes,
Wir errichten dort die Phallus-Säule.

Liebchen, in des Wahnsinns Irrenhause


Modellierte ich dir den Priapus,
Vogelscheuche, wilder Gott mit Phallus,
Denn es zog mich sehr zu deiner Vulva.

Phallus sind und Vulva Sakramente,


Sie vermitteln Gnade in der Ehe.

VENUSHÜGEL

In dem Venushügel der Geliebten


Lebte trunken einst ein Liebesdichter.
Venus hatte ihm zwei Konkubinen
Zugeführt als Mägde schöner Liebe.

Aber fromm geworden riss der Dichter


Los sich von des Venushügels Grotte
Und er pilgerte zum Papst in Roma,
Beichtete und bat um die Vergebung.

Doch der Papst sprach zu dem Liebesdichter:


Venus ist ein böser Heiden-Dämon,
Doch da leider hilft kein Exorzismus,
Sohn, du musst zurück zum Venushügel.

Und im Arm der beiden Göttermägde


Sang der Dichter in dem Venushügel.

VENEN

Ich bin so in Liebeslust versunken,


So als hätte ich des Liebchens Venen
Aufgeschnitten an dem Puls der Linken
Und von ihrem blauen Blut getrunken.

O Geliebte, dir in deinen Venen


Strömt das Venom der verehrten Venus,
Aber mir in meinen offnen Venen
Strömt der rote Wein des Bacchus.

Lass uns unsre Venen öffnen, Liebste,


Lass uns unser Lebensblut vermischen.
Wenn ich dich nicht länger sehe, Schönheit,
Wenn du fortgegangen in den Himmel,

Wird die Venus deiner höchsten Schönen


Tauchen nackt aus Meeren meines Blutes.

WIRBELSÄULE

Ich bin eine Wirbelsäulenflöte,


Bin ein goldenes Gewölk in Hosen.
Meine Wirbelsäulenflöte blase
Mir die Flötenspielerin der Jugend!

Aber deine Wirbelsäule, Liebchen,


Sah ich in dem Pius-Hospitale,
Da sie Rückenmark entnommen haben,
Um die Metastasen dir zu heilen.

Leg die Wirbelsäule auf das Lager,


Bette dich auf meine Wirbelsäule,
Sauge mir das Mark aus meinen Knochen,
Dass vor Lust das Rückenmark mir schwindet.

Nun in Gottes Tempel eine Säule


Bist du mit der goldnen Wirbelsäule.

WEISHEITSZAHN
Preisen will ich deine Weisheitszähne!
Sapientia, das heißt ja Schmecken.
Sapientia, das ist das Sabbern
Eines Kindes auf dem Schoß der Mutter.

Deiner Weisheitszähne reine Perlen


Reihn sich auf die Perlenschnur der Zähne,
Du Gebenedeite von den Weibern,
Liebling, meine kleine Gottesmutter!

Was dir deine Weisheitszähne sagten,


Als die Psyche schied von ihrem Soma:
Komm, o Gottesmutter von Wladimir,
Bringe mir zum Mahl das Brot der Engel!

Auf dem Sterbebett die Weisheitszähne


Kauten noch das Fleisch der Weisheit Gottes!

WIMPERN

Hiob sah der Morgenröte Wimpern,


Göttin Ushas kam mit langen Wimpern,
Und sie klimperte mit ihren Wimpern,
Traf den Mann mit ihren Wimpernpfeilen!

Schönes Liebchen, in dem Schneegestöber,


Wir bewarfen froh uns mit dem Schneeball
Und vom weißen Schnee das weiße Puder
Glitzerte auf deinen schwarzen Wimpern.

Also sprach der engelgleiche Thomas:


Wieviel Cherubin und Seraphinen
Können sitzen auf der Nadelspitze?
Gib mir bitte Antwort, Weisheit Gottes,

Wie viel Charitinnen können sitzen


Auf der Wimper Spitze der Geliebten?

YONI

Meine Yoni, meine Liebesgöttin,


Deines Tempels Schwelle will ich küssen!
Das Juwel ist in der Lotosblüte,
Also ist der Lingam in der Yoni.

Also offenbarte sich die Gottheit:


Aufgetan hat sich der große Lingam,
Aus dem Lingam strahlend trat der Gottherr,
Liebchen, bete an den Gott im Lingam!
Aber an der androgynen Gottheit
Ist vereint die Yoni mit dem Lingam,
Gott ist Vater, aber Gott ist Mutter,
Gottes ist der Lingam und die Yoni.

Lingam ich und Yoni du, vereinigt


Machen Yab und Yum wir in der Lila!

ZÄHNE

Deine Zähne sind in Milch gebadet,


Deine Zähne sind getaucht in Honig.
Komm, Geliebte mit den weißen Zähnen,
Gib du mir die Biss-Spur deiner Liebe!

Deines Kindes Milchzahn ist gewachsen,


Der gebissen dir in deine Brüste!
Deines Kindes Milchzahn, ausgefallen,
Rief mit Gaben her die Zahnfee Gottes.

An dem Wege liegt die tote Hündin.


Ach Verwesung! schreit vor Weltschmerz Petrus.
Aber Jesus lächelt: Sieh die Zähne,
Schön wie Perlenschnüre der Madonna!

Mir am Rosenkranze statt der Perlen


Hängen nun die Zähne meines Lieblings.

ZEHEN

Auf dem Höhepunkt der Pyrenäen


Einsam droben auf dem Mittagsgipfel
In der Einsamkeit der Hirtenhütte
Waren blaugefroren deine Zehen.

In dem Schlafgemach in meinem Zimmer


Hinterm Türchen mit dem Bild der Venus,
Auf dem doppelt-breiten Liebeslager
Waren blaugefroren deine Zehen.

Lass mich wärmen deine Zehen, Liebchen,


Strümpfe stricken dir von Lammes Wolle.
Komm nur nackt ins Bett, doch an den Zehen
Darfst du meine Lammwollstrümpfe tragen.

Dann will ich auf deinen Zehen zählen


All die Metren meiner Liebeslieder.

ZUNGE
O die Zunge wusste zu liebkosen!
Feuerflammen deine Zungenküsse,
Liebchen, ach, wenn unsre Feuerzungen
Sich verknoteten zum Schicksalsknoten.

Deine Zunge, liebende Französin,


Leckte ab den Honigseim vom Löffel.
Deine Zunge, Waldbrand in dem Südland,
Spendete des Paradieses Wonnen!

Gott gab dir Beredsamkeit zur Gabe


Und du konntest der Franzosen Zunge
Und der Polen und der Russen Zunge
Und der deutschen Dichter Zungenküsse!

Zungenküsse oben und auch unten,


Schön die Zungenrede deiner Liebe!

MEINER LIEBEN FRAUEN ABC

ANNA

Ich Don Juan der unerfüllten Liebe


Trat ein in Oldenburg in eine Wohnung,
Da stand die Statue der Aphrodite,
Da las ich in den Briefen in dem Zimmer,

Die Eigentümerin des Zimmers habe


Den Namen Donna Anna sich gegeben,
Als in Berlin sie spielte am Theater,
Sei in Paris geboren aus der Seine!

Sie war mir Priesterin der Aphrodite,


Als sie erschien im Glanz der Aphrodite,
Umleuchtet von der Herrlichkeit der Göttin,
Ich schrieb ihr eine Ode an die Göttin:

Dank, Göttin, für die Priesterin der Liebe,


Die Eingeweihte in die Kunst der Liebe!

ANNABELLA

Ich ging auf das Gymnasium in Norden


Und schaute auf dem Gang das schöne Mädchen,
Sehr schlank gebaut, mit kurzen schwarzen Haaren,
Ich sprach sie an, ich wollte sie besuchen.

Da traf ich sie in ihrem Haus in Norddeich,


Wir tranken Tee gemeinsam auf dem Sofa,
Da sprach sie, dass sie Annabella heiße,
Ich aber solle sie nur Bella nennen.

Als ich Geburtstag feierte, da wollte


Ich, dass sie zu mir auf die Feier komme.
Ja, ich verzehrte mich vor heißer Sehnsucht,
Doch kam sie nicht, ich traf sie nie mehr wieder.

Ich sprach zu viel vom bösen Kommunismus,


Doch Annabella glaubte an den Christus.

ANNEGRET

Schriftsetzer war ich, wilder junger Lehrling,


Sehr oft zu spät gekommen zu der Arbeit,
Weil ich die Nacht zuvor zuviel gesoffen,
Und Annegret war eine Photographin.

Da trafen wir uns in der Dunkelkammer,


Ich zeigte Photos ihr von meinem Körper,
Von meinem besten Stück an meinem Körper,
Sie lachte nur und war mir gar nicht böse.

Das Lukas-Evangelium von Christus


Hab umgeschrieben ich, da ward aus Christus
Die blonde Annegret, der Welten Heiland
Geworden war zu einem schönen Mädchen.

Ich malte Bilder auch zum Faust von Goethe,


Ich malte Annegret als Jungfrau Gretchen.

ANGELA

Zur Schule ging ich, da ich gerne vorlas,


Den ersten Preis gewann im Lese-Wettstreit,
Doch nach der Schule fuhr ich mit dem Fahrrad
Ins Armenviertel zu der schönen Freundin.

Die sehr verschämt den Flaschenhals geküsst hat,


War schön mit ihren kurzen blonden Locken.
Ich sah sie im Bikini in dem Schwimmbad,
So weiß die Haut und schlank der Mädchenkörper.

Wir trafen uns im Herbste auf dem Jahrmarkt,


Da kam sie an wie eine Bürgerdame,
Handtäschchen in der Hand, mit Putz und Schminke,
Da hab ich mich von ihr getrennt, zuwider

War mir der Spießer Bürgertum schon immer,


Ein Bohemien war ich schon in der Jugend.

ANGELA

Ich diente in dem Altersheim den Alten,


Verrückt war ich, sah überall nur Ratten.
Ich schob die alten Frauen in dem Rollstuhl
Und betete im Stillen Paternoster.

Da sah ich sie zum ersten Mal, im Raume


Der Angestellten zog sie aus den Kittel,
Sie zog den Kittel aus, sie hob die Arme,
Sie prahlte mit den jungen großen Brüsten!

Ich sagte zu der alten Dame: Nehmen


Will ich mir Angela zur Ehegattin!
Da sprach die alte Dame voller Weisheit:
Und alles das nur wegen diesem Busen!

Ich schrieb ihr die Commedia dell’Arte


Von Colombine mit dem großen Busen!

ALINA

Ich sagte zu Alinas frommem Vater:


Wen sehr die Götter lieben, diesen lassen
Sie sterben in der Jugend! Doch Alina
Belehrte mich: Es gibt nur Einen Herrgott!

Sie spielte auf der Geige Weihnachtslieder,


Das war ein ziemlich frommer Katzenjammer,
Doch sang sie Gloria in excelsis Deo
Sehr schön mit ihrer hohen Mädchenstimme.

Sie las sehr lange Phantasie-Romane


Vom Hippogryphen und vom Phönix, aber
Sie wusste nicht zu schreiben, schrieb nur Unsinn,
Der Vater war deswegen voller Sorge:

Soll sie in der Gesellschaft sein die Letzte?


Soll sie zugrunde gehen in der Armut?

ANDREA

Die Oldenburger Innenstadt voll Schönheit


Der jungen Mädchen-Herrlichkeiten sah ich
Und Eine, überragend alle Schönen,
Die südamerikanische Andrea.

Sie war zu Gast bei meinem großen Bruder,


Ich sprach mit ihr, sie lehnte an der Mauer,
So schlanke Anmut und so schwarz gekleidet,
So schwarze Haare und so schwarze Augen.

Sie reiste durch Europa, sah Paris an,


Sie sah die schwarzen Gondeln in Venedig,
Dann war in Oldenburg sie zu der Weihnacht,
Ich schrieb Gedichte Li Tai-Bo’s und Hafiz’

Für ihre Schönheit um, denn der Madonna


Von Südamerika war sie so ähnlich.

BIRGIT

Mysterium der Neugeburt, es wurde


Geoffenbart uns auf der Schädelstätte –
So las ich, dachte da in meiner Torheit:
Im andern Leben war ich ein Chinese!

Da lebte ich in einer Ferienwohnung


Am Schwanenpfade bei dem Schwanenteiche
Und lebte in der Phantasie in China
Und nannte Birgit nur noch Bi, die Anmut.

Sie hatte rötlichblonde Rosenlocken


Und einen weißen schlanken Leib voll Anmut,
Auch sah ich einmal liegen sie im Bette,
Das nackte Ärmchen schaute aus dem Bette.

Bevor ich ging, mich selber zu ermorden,


Ich schenkte einen Fächer ihr aus China.

BIRGIT

Im Osten Deutschlands, in dem Sozialismus,


Die Arbeiter und Bauern protestierten:
Wir sind das Volk, wir sind ein Volk von Deutschen!
Und Birgit ist geflohen über Ungarn

Und so kam Birgit in den Westen Deutschlands,


So kam sie zu dem freien Volk der Friesen,
Da traf sie mich in dem Café, sie sagte:
Du bist ein Dichter, das kann ich erkennen.

Zusammen wohnten wir in einer Wohnung


Und tranken roten Wein und aßen Nudeln
Und einmal wollte ich sie trunken küssen,
Die Nymphe, wie gemalt von Otto Mueller.

Sie aber liebte einen Nietzsche-Jünger,


Der hielt sich selbst für einen Übermenschen.

BRITTA

Der Stern des Kommunismus war am Sinken,


Doch die Kultur, die revolutionäre,
Wollt ich studieren, aber Britta wollte
Studieren revolutionären Sexus.

Ich habe damals Peter Weiss gelesen,


Den Abschied von den Eltern las ich damals
In Brittas Wohnung. Sie, die Feministin,
Genauso schön war sie wie ihre Freundin.

Ich kam von einem Ausflug nach Worpswede,


Wo Heinrich Vogelers Bilder ich gesehen,
Ich kam in Brittas Zimmer, sah verschleiert
Die schöne Britta von den bunten Schleiern.

Da hörte ich von Indianervölkern,


Die ihren Gott als eine Frau verehrten.

BÄRBEL

Ich war ein Proletarier im Urlaub


Mit der Gewerkschaftsjugend. Da war Bärbel,
Ich wollte nachts sie in dem Bett besuchen,
Auch schwamm ich nackt mit ihr in einem Schwimmbad.

Viel Zeit verfloss, da sah ich Bärbel wieder


Als Pädagogin in dem Kindergarten,
Da sie erzogen meines Herzens Liebling,
Sie war noch immer schön, ein Weib der Wonne!

Sie hatte einen Sprössling namens Juri,


Ich sah sie später in dem Kindergarten,
Wo ich sie sah im Sommer leicht bekleidet.
Es ist die Ansicht Platons, dass Ideen

Erkennbar sind im Abbild, in dem Schatten,


In Bärbel sah ich die Idee der Wonne!

CLAUDIA

Karine, Claudia und mein Persönchen,


Wir waren, wie es Claudia gesagt hat
Ein Ei mit drei Personen in dem Innern,
So innig war die Liebe von uns dreien.

Die Mutter Claudias war Katholikin,


Getauft, gefirmt war Claudia katholisch,
Sie hat mich stets erinnert an Maria,
Nur durch ihr Dasein, gänzlich ohne Worte.

Sie hat studiert Theaterpädagogik


In Köln, da mit Karine ich besuchte
Zu Ostern Claudia, da Shakespeares Werke
Gelesen habe ich in ihrer Wohnung.

Als Kindergärtnerin im Kindergarten


Hat sie gelebt Marias Mutterliebe.

CHRISTINA

Ich lernte ihre schöne Mutter kennen,


Die ganz alleine mit Christina lebte,
Sechs Jahre alt Christina, wenn sie weinte,
So rief sie betend nach dem toten Vater.

Ich las ihr die Geschichten aus der Bibel


Am Abend vor, wenn sie zu Bett gegangen,
Die schöne Fabel von der Arche Noah
Und wie der Herr gerettet alle Tiere.

Der Mond war aufgegangen und Christina


Sprach: Gott hat nun den Mondschein angeschaltet.
Sie sagte über mich zu einer Freundin:
Der Mann bei Mama ist mein neuer Papa.

Da ich dies schreibe, ist sie neunzehn Jahre


Und wird mich wohl schon lang vergessen haben.

CHRISTINE

Die Mutter hätte beinah abgetrieben,


Großmutter nahm zu sich die Enkeltochter.
Großmutter war Lektorin in der Kirche,
Las aus der Bibel vor am Tag des Herren.

Christine war die Freundin meines Freundes,


Neun Jahre alt das kleine Liebespärchen.
Und wenn Christine fallen ließ die Würfel,
So bat sie Gott, dass sie das Spiel gewinne.

Der Knabe richtete die Spielpistole


Auf seine eigne Schläfe und Christine
Rief in dem Spiele: Heiliger des Himmels!
Selbstmörder wird der liebe Gott bestrafen!

Ich schenkte ihr die Narnia-Romane,


Dass sie studiere so die Weisheit Gottes.

DÖRTE

Zehn Jahre war ich alt, als ich sie liebte,


Sie hatte blonde Locken, Sommersprossen,
Die Jüngste war sie ihrer beiden Schwestern,
Ihr Vater war ein Architekt und Bauherr.

Die Schwester nahm mich mit zur Bibelstunde,


Da ich von Josef und den Brüdern hörte.
Mit Dörte aber spielt ich mit den Puppen,
Ich richtete mich ganz nach ihrer Neigung.

Mit ihrem Vater fuhren wir zum Segeln,


Im Segelboote auf dem Großen Meere.
Und weil der Vater Architekt und Bauherr,
Ich übte mich, ich wollte werden Maurer.

Und Dörte, die Jurisprudenz studierte,


Hat auch gefunden Bräutigam und Kinder.

DORIS

Was soll man sagen von der eignen Mutter?


Jetzt zählt sie ja schon fünfundsiebzig Jahre
Und hat auch überlebt den Ehegatten,
Den sie zutiefst geliebt als ihren Abgott.

Wenn Krankheit sie befallen, Krebs die Brüste,


So bat sie mich, zum lieben Gott zu beten.
Und als der Tod ihr den Geliebten raubte,
Da ging sie zum Gebet in Luthers Kirche.

Das Weihnachtsoratorium gesungen


Hat sie im Chor mit reiner Engelsstimme
Und später sang sie auch noch Wagner-Opern,
Beim Tode ihres Vielgeliebten aber

Ertönte leise: Ave verum corpum –


Ich bete jeden Tag für meine Mutter.

DORIS
In dem Gymnasium zu Norden lernte
Ich Doris mit den langen blonden Haaren
Und klaren Augen kennen und bewundern,
Ich war einmal in ihrem Elternhause.

Als später ich in Oldenburg gewohnt hab,


Traf ich sie auf dem Campus der Studenten
Und zeigte Bilder ihr vom Paradiese
Der Südsee, wie Gauguin so schön gemalt hat.

Sie sprach: Das Paradies ist nicht auf Erden


Und in der Südsee sind gezündet worden
Die atomaren Bomben der Franzosen.
Wie schön sie war, als sie die Wahrheit sagte,

Das Paradies ist nicht auf Erden, Doris,


Ich wünsche dich im Paradies zu sehen!

DORIS

Die Mutter war die Freundin meiner Mutter,


Der Vater war ein Freund von meinem Vater,
Die große Schwester Freundin meines Bruders,
Die schöne Doris meine schöne Freundin.

Sie war die Meisterin im Ping-Pong-Spielen,


Das war die Sportart, die allein ich liebte,
Dagegen war mir ganz verhasst der Fußball,
Ich spielte mit der schönen Doris Ping-Pong.

Als ich schon war in meiner Mannesreife,


Traf ich sie eines Abends im Caféhaus.
Da schrieb ich ihr auf einen Wirtshauszettel
Ein Lob auf ihre feminine Schönheit.

Sie war so schlank, mit langen braunen Locken,


Ein lichtes Lachen in den klaren Augen.

DOROTHEA

Ich lernte sie im Schwarzwald bei den Pfingstlern


Im Therapiehaus kennen, kleine Blonde,
Romanzensüchtig, überaus romantisch,
Die neben ihrem Gatten manchen liebte.

Wir sprachen oft und lang am Telephone,


Da sie erzählt romantische Romanzen
Und überaus verworrne Schicksalsdramen,
Sie schrieb auch einen Schundroman der Liebe.
Dann brach ich den Kontakt ab. Aber später
Sprach ich sie noch einmal am Telephone,
Bei der katholischen Erwachsnenbildung
Hat sie studiert moderne Philosophen.

O möge Christus ihr die Weisheit schenken,


Nur Einen Gott und Einen Mann zu lieben!

EVI

Bevor ich ward im Mutterschoß empfangen,


Hat meine Seele angeschaut im Himmel
Die ewige Urschönheit der Urgottheit
In einer nüchtern-trunkenen Ekstase!

Und als ich dann auf schwarzer Erde lebte,


Ich sah die schöne Evelin als Jüngling
Und meine Seele breitete die Flügel
Und glaubte, in Ekstase Gott zu schauen!

Die Seele meiner Seele, das war Evi,


Der Atem meines Lebens, das war Evi,
Sie war mir Gottes feminines Antlitz,
Im schönsten Leibe inkarnierte Gottheit!

Wenn Evi schon so schön, Geschöpf des Schöpfers,


Wie schön ist dann die schöpferische Gottheit!

ESKE

Am Hochfest unsrer lieben Unbefleckten


Empfängnis, ihrer unbefleckten Reinheit,
Zur Mittagsstunde in der Zeit der Gnade
Ich schaute vom Balkon zum Nachbarhause,

Da sich ergoss vom Himmel Gottes Sonne,


Und flüssige Erleuchtung voller Goldglanz
Ward ausgegossen auf die Nachbarstochter,
Die schöne Eske zählte vierzehn Jahre.

Von jener Stunde sah ich in Verklärung


Die weiße Eske mit den roten Locken,
Den Strahlenaugen und dem Scharlachmunde,
Den weißen Beinen in Kothurnen-Stiefeln.

Wenn ich sie irgendwem vergleichen sollte,


So nur der theosophischen Aurora.

FENNA
Als du das Licht der Welt erblicktest, Nichte,
Sah ich im Krankenhause Sankt Marien
Dich auf dem Arm der Mutter, doch zur Taufe
Konnt ich nicht kommen, eingesperrt vom Teufel.

Doch als ich floh vorm Teufel in der Weihnacht,


Da sah ich dich gewickelt in den Windeln
Auf deinem Wickeltisch im Haus des Bruders,
Ich, Christ geworden, sah in dir das Christkind!

Nun bist du neunzehn Jahre schon, Studentin


Und lehrst die deutsche Muttersprache Fremden
Und stellst schon deinen Freier vor den Eltern,
Den du gewonnen hast durch deine Schönheit.

Großmutters Bibel, die mir Mutter schenkte,


Soll ich sie dir zu deiner Hochzeit schenken?

GUNDA

Ich sah sie im Café der Psychisch-Kranken,


Sie war die liliengleich Madonnenhafte,
So schlank gebaut, so lang, so große Augen,
So voll und sinnlich schön der Mund, die Lippen!

Ein Evangelikaler, Lutheraner


War ich zu jener Zeit, der die Madonna
Auf allen Straßen suchte, die Madonna,
Und auch der Frauen Nähe sehr begehrte.

Wie schwer die Einsamkeit, allein zu leben,


Und wie chinesische Poeten sagen:
Wie schwer das leere Bett allein zu halten!
Doch bin ich nicht geschaffen zur Familie

Und sehne immer mich nach der, die fern ist,


Begehre einzig die, die unerreichbar.

GISELA

Ich habe sie als Königin gepriesen,


Als Heilige, als Königin von Ungarn,
Als Christin, Königin von Gottes Gnaden,
Ich habe ihr den Stephansdom errichtet,

Ich habe ihr erotische Gedichte


Geschenkt und Casanovas Memoiren,
Weil sie mich in die Arme stets genommen,
Wenn ich besuchte meinen großen Bruder.
Dann ward ich krank vor grenzenloser Trauer,
Die Wohnung wurde mir zu einem Müllplatz,
Da schickte sie mich in die Wüste, sagte:
Es ist mir ganz egal, was du empfindest!

Sie geht wohl in die reformierte Kirche,


Doch liebt sie nur Gesundheit, Geld und Luxus.

HEDDA

Ein hohes friesisches Gewächs von Herrin,


Die meine erste Muse war gewesen,
Ich schrieb ihr in modernen freien Versen
Vom Blues der Liebe, wie ich sie begehrte.

Wir tranken Tee und spielten die Gitarre


Und herzten und liebkosten uns und waren
In manchem eins – nicht in der Russlandfrage,
Ob Lenin oder Nikolaus war besser.

Genossen hab ich sie wie süßen Schaumwein,


Die Brüste unterm transparenten Hemde.
Wir Tauben haben unterm Dach geturtelt
Und waren doch noch lang nicht reif zur Liebe.

Ich habe sie verlassen, um politisch


Die Freiheit und Gerechtigkeit zu lieben.

HEIKE

Sie war so ungeheuer schlank, die Blonde,


Die schulterlang getragen goldne Locken,
Sie war so schön, so gänzlich unerreichbar,
Ein Traum, der nicht auf Erden sich verwirklicht.

Wir sprachen von der Kunst des Liebesaktes,


Sie sagte: Wenn die Frau empfindet Wollust,
Wird sie von selber feucht in ihrer Scheide,
Da braucht sie keine Salbe zur Befeuchtung.

Ich sah sie einmal nackend in der Dusche,


Da sie in Bremen die Kultur studierte.
Ich war Prolet und schrieb dazu Gedichte
Und trug die nackte Heike in Gedanken

Und schrieb in einem Wort von meiner Liebe:


Wie ich die schöne Heike liebe? Heftig!
HEIDI

Ich habe sie besucht in ihrem Hause,


Im schönen Bauernhofe vor dem Deiche,
Wir gingen mit dem großen Hund spazieren
Und sahen an die Nordsee hinterm Deiche.

Ich sang ein Lied ihr vor vom Fels, dem Vater,
Dem großen Wanderer auf Pilgerreise
Und von der stolzen Frauen Spott und Schmähen,
Sie aber sprach: Ich achte deine Seele!

Ich bin nicht von den Stolzen, die dich schmähen,


Nicht von den Frauen, die den Luxus lieben.
Ich achte deine musischen Gedanken
Und lieb die Lieder, die du mir gesungen.

Ich sagte: Wie Musik ist meine Liebe,


Und du bist die Natur, die ich verehre.

HELGA

Da stand ich in der Druckerei als Drucker


Und plötzlich kamen zu mir die Visionen:
O rettet euch, sonst kommt der Dritte Weltkrieg!
Am Himmel schwebt ein Mund, ein rosenroter!

Genossin meiner Proletarierleiden


War Helga. Einmal kam sie mich besuchen,
Ich hatte grade Berthold Brecht gelesen
Und wollte auch ein Weib wie Baal besitzen.

Sie merkte wohl, ich würde sie verlassen,


Sobald ich ihren Leib genossen hätte.
Sie ward die Freundin des Abteilungsleiters,
Er war der Herr, sie war die Magd des Herren.

Die proletarische Passion der Liebe


Blieb unerwidert bei der Bauerntochter.

INKA

Ich war mit ihr bei einem Bibel-Kursus,


Da die Geheime Offenbarung Stoff war,
War von der Siebten Königin die Rede,
Die Siebte Königin war Jungfrau Inka.

Ich sah den roten Schein des Weins im Kelchglas


Und sah im roten Feuer eine Taube,
Das war die Liebe! Und ich nannte Inka
In ihrer Zartheit eine Pusteblume.

Dann ist sie nach Hannover fortgegangen


Und spurlos aus der Erdenwelt verschwunden.
Sie schrieb mir vorher noch zu meinen Leiden,
Mich liebe Jesus, Christus sei ganz Liebe!

Gewiss ist sie ein Engel nun im Himmel,


Ich bete für den femininen Henoch.

INGE

Sie hat studiert die Psychologen-Weisheit


Und sprach mir immer von den Temperamenten.
Madonna Melencolia war immer
Schon meine Herrin, meine dunkle Herrin.

Madonna Melencolia ist weise


Und eine große Muse für den Dichter.
Dazu gesellt sich gern ein breites Phlegma,
Das gern gutmütig ist und bleibt gelassen.

Die Kluge hat sich keinen Mann erobert,


Herr Zebaoth ist Gatte ihrer Seele.
So hab ich keine Dame mir erobert,
Frau Weisheit ist mir meine Seelengattin.

Sprach Inge von dem wahren Gottesbilde,


So von dem Heiligen Vater, der uns liebet!

IRINA

Zum ersten Mal sah ich sie in dem Garten,


Der war Madonnas Paradiesesgärtlein,
Sie lehrte eine Freundin Russisch sprechen,
Denn sie war in Sibirien geboren.

Sie sagte: Liebe zwischen Herr und Dame


Erlaubt ist nur im Heiligtum der Ehe.
Sie las sehr gern französische Romane,
Balzac, Flaubert und Marcel Proust und Zola.

Sie brachte mich zum Gottesdienst der Pfingstler,


Zu Pfingsten kam der Geist in Feuerzungen.
Von ihren rötlich-blonden Haaren sang ich:
Das sind des Heiligen Geistes Feuerzungen!

Jungfräuliche Jerusalem besungen


Hab ich in der sibirischen Irina.
INSA

Sie meine Lehrerin in deutscher Sprache,


Sie fragte: Warum soll man Schiller lesen?
Wir lasen auch vom Tode in Venedig,
Sie sprach: Die Tropenfeuchte ist erotisch!

Ein Urteil über Thomas Mann zu schreiben,


War unser Auftrag, ob er apollinisch,
Ob dionysisch sei sein Werk als Dichter?
Wir sollten darum Friedrich Nietzsche lesen.

Ich war ertrunken in betrunkner Trauer,


Die Lieblingslehrerin gab diesen Ratschlag:
Schreib alles, was du fühlst, auf Wirtshauszettel,
Schreib auf dein Denken und Empfinden, alles!

Ich seh sie heute noch in meinen Träumen


Und bitte, meine Dichtung zu zensieren.

JULIE

Madonna war sie mir, die Makellose,


Die jugendliche Jungfrau voll der Schönheit,
So braun und lang ihr Haar, der Hals der Schwanin,
So rot der Mund, so groß die Mandelaugen.

Die Bella Julia hab ich gesehen,


Die liebte einst der sechste Alexander,
Die Juliette hab ich auch gesehen,
Die Romeo geliebt hat in Verona.

Und Kwan Yin aus der reinen Lotos-Sutra


War schön wie sie, denn Schönheit ist mir heilig.
Sankt Julia vom christlichen Karthago
War schön wie sie, die Christus sich vereinigt!

Sie war ein Ideal, sie war Madonna,


So makellos mit ihren sechzehn Jahren.

JANNA

Als sie ein kleines Baby noch gewesen,


Da sang ich über ihr mein Zungenreden
Und Zawlazaw und Kawlakaw gebetet
Hab ich an ihrem kleinen Kinderbette.

Als sie neun Jahre zählte, hab gesehen


In ihr die junge Beatrice von Dante
Verklärend ich und nannte sie Madonna,
Da stand sie in Florenz vor dem Museum.

Sie zählte vierzehn Jahre, als ich sagte:


Du, Janna, zählst jetzt wohl schon siebzehn Jahre?
Da hab ich meine Seele ausgeschüttet
Vor ihrer Seele und ich hab gestanden,

Dass ich das schwarze Schaf bin der Familie.


Gott segne dich, du junge schöne Nichte.

JUDITH

In einer evangelikalen Sekte


Von christlichen Studenten sah ich Judith
Und half in Oldenburg ihr bei dem Umzug
Und trank auch Tee mit ihr und ihrem Freunde.

Und in der Bibelstunde hab gepredigt


Ich von der Weisheit: Ach ich wär gern weise!
Doch Judith sprach nur von der Torheit Gottes,
Die Weisheit dieser Welt ist dumm vor Jesus.

Ich habe sie als Judith dann besungen,


So wie sie steht im Alten Testamente.
Sie aber war pikiert und sagte strenge:
Was willst du denn von mir, dass du mir singest?

Sie war in einer Sekte, da die Frauen


Zu schweigen hatten bei der Bibelstunde.

KARINE

Ich machte einst ihr einen Heiratsantrag,


Da war es auf der schönen Insel Rügen,
Ich machte einen zweiten Heiratsantrag,
Das war auf Sylt, der wunderschönen Insel.

Sie schenkte mir ja ihre lieben Knaben,


Dass ich den Knaben Herzensvater wäre.
Sie liebte sehr die heilige Familie,
Die Kinder sogen gern an ihren Brüsten.

Als sie gestorben, kam zu mir der Wahnsinn,


O Wahnsinn, du Getreuester der Freunde!
Karine wartet nun auf mich im Himmel!
Wer weiß, im Himmel feiern wir die Hochzeit?

Ich habe keiner andern Frau auf Erden


Die Ehe angetragen als Karine.
KARIN

Ein Alkoholiker war Karins Vater,


Im selben Sportverein mit meinem Vater,
Er durfte keinen Alkohol mehr trinken,
Auch nicht in der Pralinen-Schokolade.

Wie schön die schwarzen Locken Karins waren,


Zusammen spielten wir die Indianer-
Geschichten, da ich war der Freund des Häuptlings
Und Karin war die schöne Häuptlingstochter.

Der Cowboy als der Freund der Indianer


Verliebt war in die schöne Häuptlingstochter.
Die Häuptlingstochter der Apatschen küsste
Den Cowboy auf dem Abenteuer-Spielplatz.

Ich küsste die Indianerin, sie küsste


Mich auf den Mund. Da lächelte der Häuptling.

KARIN

Es war zur Schulzeit, da ich in der Pause


Den Mantel Karins in den Abfalleimer
Geworfen habe. Was sich liebt, das neckt sich.
Ihr Vater deshalb sprach mit meiner Mutter.

Als ich schon aufs Gymnasium gegangen,


Da ging ich in den Tanzkurs. Da war Karin.
Und bei der Damenwahl, da wählte Karin
Mich zu dem Partner bei dem Walzertanze.

Ich hörte später, dass sie sich vermählte


Und schwanger ward und sie geboren hatte
Ein kleines Kind, das körperlich behindert,
Da hatte ich Respekt vor der Courage.

Ihr Vater war ein Juwelier. Im Laden


Des Goldschmieds gab es schöne Eheringe.

KATI

Schriftsetzer war ich nach dem Broterwerbe,


Schriftsteller nach der himmlischen Berufung.
Ich las Antigone in deutscher Sprache
Von Hölderlin und wollte selber schreiben

Antigone in freien Versen. Kati


War mir Antigone. Ich habe Kati
Verherrlicht als Antigone im Drama
In freien Versen, im modernen Stile.

Da saß ich einmal im Theater, hörte


Die Worte: Und ein Mann verklärt die Freundin
Zu einer Göttin.- Und ich hörte Lachen,
Ich hörte Katis Freundin lauthals lachen.

Da ward ich rot. Ich hab mich nicht gebessert.


Die, die ich liebe, ist mir eine Göttin.

KATI

Als meine Freundin starb an ihrem Brustkrebs,


War Kati bei den Trauernden und herzlich
Nahm sie mich mütterlich in ihre Arme
Und hat in meiner Trauer mich getröstet.

Sie war für mich die Mutter mit dem Herzen


Voll schöner Liebe für die kleinen Kinder
Der toten Freundin, die ich bei mir hatte,
Die ich der Mutter in dem Himmel weihte.

Es gibt ein Bild von Hagia Sophia,


Drei Töchter hat die Hagia Sophia,
Die heißen Caritas und Spes und Fides
Und Caritas ist sicherlich die Schönste.

Ich schrieb ihr Briefe, aber nicht verstanden


Hat sie den Wahnsinn des verrückten Dichters.

KERSTIN

Die Eheherrin meines Freundes, Christin


Von Mutterbrüsten an, die stets gebetet,
Die ward von dem gekreuzigten Messias
Erwählt, an seinen Leiden teilzuhaben.

Ich gab ihr Doktor Edith Stein zu lesen,


Die dunkle Nacht Johannes’ von dem Kreuze.
Doch nie begreifen wird es eine Seele,
Die mystisch dem Gekreuzigten vereint ist.

Doch das ist eine Gnade Jesu Christi,


Was immer sei dein Leiden, leiblich, seelisch,
In die Passion des Christus einzutauchen
Und so zu werden selbst ein zweiter Christus.

Sie nannte sich die Bittere, Maria,


Ich nenne sie den femininen Christus.

KERSTIN

Wir saßen im Gymnasium zu Norden


In unsrer Klasse, lernten das Lateinisch
Von Cäsars Krieg in Gallien und wir ehrten
Den Vercingetorix wie unsern Hermann.

Doch in der Pause auf dem Flur stand Kerstin,


Die alle Kissi nannten, und sie küsste
Den Freund, den sie sich angelacht. Der Lehrer
Sprach: Küssen ist erlaubt nur im Privaten.

Sie hatte eine solche weiße Bluse,


Dass weißer als der Schnee war ihre Bluse.
Und auf dem Haupte trug sie goldne Locken,
Und ihre Zähne waren weiße Perlen.

Sie wohnte noch auf Norderney, der Insel,


Wo Heine dichtete die Nordsee-Hymnen.

LILITH

Die Wanderin in geistigen Gefilden


Begehrte, nicht mehr nett zu sein und höflich,
Sie strebte nach der Stärke, nach der Urkraft,
Und darum nannte sie sich selber Lilith.

Der Astrologe hatte ihr verkündet,


Dass Lilith sei ein Schatten vor der Sonne.
Die Kabbalisten sprachen auch von Lilith,
Die hatte sich nicht Adam unterworfen.

Ich will nicht Eva sein, so sagte Lilith,


Ich will den Schatten meiner Seele lieben,
Denn wenn ich meinen Seelenschatten liebe,
Erwächst mir Kraft aus meiner dunklen Seele.

Ich aber sah in ihr die sanfte Eva,


Ich sah Maria im charmanten Weibe.

LENA

Ich traf sie bei dem Anarchisten-Zentrum


In Oldenburg, bei all den Haschisch-Rauchern,
Den Afrikanern mit den Djembe-Trommeln,
Da sah ich sie in ihrer jungen Schönheit.
Ich sagte: Lena? Oder Magdalena?
Ich liebte immer schon die Magdalena!
Sie war gewiss so schön wie du, o Schönheit,
Sie hatte solche großen warmen Augen.

Da sagte sie: Du sprichst von Magdalena?


Was soll ich denn mit deinem Christentume?
Denn angesichts der Leiden auf der Erde
Kann ich nicht glauben an der Allmacht Güte.

Ich sprach: Gott selber hat ja auch gelitten,


Er hat am Kreuz gelitten alle Leiden.

LEONIE

Ich sah sie einst auf einem Bauernhofe,


Neu-England hieß der Ort, das schöne Dörfchen,
Sie hatte lange goldenblonde Haare,
Sie war sehr groß und auch sehr schlank gewachsen.

Ich hatte bei mir meine Herzenskinder,


So gingen wir spazieren zu dem Teiche.
Sie ging voran mit ihrer goldnen Haarflut,
Sie ging voran in ihrem weißen Kleide.

So hab ich meine Engelin gesehen,


Schutzengel ist mir eine Himmelsschwester.
So Leonie, ein femininer Engel,
Schutzengel war sie für die kleinen Kinder.

Sie war sehr gütig, hat in ihrer Schule


Der Schüler, die sich stritten, Streit geschlichtet.

MARIE

Ich sah sie in dem alten Bauernhause,


Sie half der jungen Mutter in dem Haushalt.
Sehr schlank war sie und blond die kurzen Haare,
Ihr Antlitz ein Modell für einen Maler.

Dann ging sie nach Peru nach ihrer Schulzeit


Und sorgte sich ein Jahr um arme Kinder,
Mit Medizin versorgte sie die Kranken
Und gab den Hungernden gekochte Speise.

In Oldenburg begann sie zu studieren,


Von ihrem Jugendfreunde ward sie schwanger.
Ihr kleiner Bruder zählte erst fünf Jahre,
Der ist ein Onkel jetzt dem kleinen Baby.
Und ich vermählte sie mit Störtebeker,
Als er der Rattenfänger war von Hameln.

MARIE

Marie war eine schwarze Frau aus Hamburg,


War eine von der Sozialisten-Jugend.
Beim Festival der Jugend hat Theater
Gespielt sie, von dem Sophokles ein Drama.

Ich schrieb ein Lied von einem jungen Reiter,


Der kam auf einem weißen Pferd geritten
Und blies in die Posaune und dann rief er:
Marie! Die Erde bald versinkt im Feuer!

Ich sah sie auch auf einer Burg in Aurach


Im Frankenlande, da sie schön gesungen:
Die roten Frauenlippen musst du küssen,
Die Lippen sind zum Küssen ja geschaffen!

Und als ich gegen atomare Bomben


Erhoben mich, da rief ich laut Marie an!

MARION

Als ich den Alexander Blok gelesen,


Da war mir Marion die Schöne Dame.
Die Liebe von Maria Rainer Rilke
War Marion und war mir Diotima.

Ich träumte immer von der weißen Dame,


Sie war die Himmelskönigin Maria.
So nannte Marion ich die Madonna
Und nannte Unsre Fraue Marionna.

Ich sah sie noch im Teuteburger Walde,


Als sähe ich die Mater Gloriosa
Aus Goethes drittem Faust. Im weißen Kleide
Erschien mir Marion des nachts im Walde.

Sie sprach: Ich lieb dich nicht! – Da wollt ich sterben!


Doch Unsre Liebe Frau hat mich gerettet!

MARION

Die junge Marion war Katholikin,


Das wussten die Proleten aller Länder.
Sie hatte in der Druckerei geschaffen
Mit Fleiß die Arbeit, die ihr aufgetragen.

An ihrem Hals trug sie ein Silberkettchen,


Dran der Gekreuzigte an seinem Kreuze.
Der Mann von der Gewerkschaft hat gespottet:
Lass du den alten Latten-Jupp nur baumeln!

Da beugte Marion sich zum Papiere,


Ich schaute auf den Latten-Jupp am Kettchen.
Der Mann von der Gewerkschaft aber lachte:
Was schielst du so nach ihren vollen Brüsten!

Ich habe protestiert vor dem Proleten:


Ich habe nur geschaut auf Jesus Christus!

MAIKE

O dreizehn Jahre und o rote Haare!


O wild war Maike, wild wie eine Katze!
Die Mutter war gestorben und der Vater
War in Brasilien. Maike lebte einsam.

Mein Freund, mit dem zur Schule ich gegangen,


Hat sie gehabt zu seiner jungen Freundin.
Ich sprach: Er hat zuerst gelöst das Rätsel.
Sie sprach: Ich bin kein Rätsel, bin Geheimnis!

Die Männer liebten sie, die Haschisch-Raucher,


Ein psychisch-kranker Kommunist verliebt war
In Maike, lebte schon mit ihr zusammen,
Ich lag im Garten vor dem Fenster Maikes.

Noch einmal sah ich sie im Tanzlokale,


Wie Sterbende – wir nahmen heftig Abschied.

MARTINA

Die Venus Medici von Botticelli


Stand vor mir und ich fand sie sehr sympathisch,
Auch sah ich sie im Orient beim Bauchtanz
Und sang ein Lied von Göttin Morgenröte.

Dann schaute ich Maria Magdalena,


Die um die Wette ritt mit Mutter Eva.
Wie herrlich konnte Magdalena reiten,
Doch Mutter Eva ist vom Pferd gefallen.

Und Mutter Eva schüttelte die Flasche


Champagner und der Korken schoss im Bogen
Der Venus Medici an ihre Stirne
Und Venus tanzte Bauchtanz auf dem Tische!

Das war Martina, die bei ihrer Firmung


Bekam den Namen Judith von Bethulien.

MAITE

Sie war in Frankreichs Baskenland geboren,


Der Taufe Name war Marie-Therese,
Die Basken aber nannten sie nur Maité,
Geliebte heißt das in der Basken Zunge.

Großmutter war sie meiner Herzenkinder


Und hat mit mir die Kinderlein gehütet.
Sie war schon alt und war schon sehr gebrechlich,
Trotz ihrer dünnen Knochen gab sie alles.

Oft kochte sie französisch leckres Essen


Und stand dann immer fluchend in der Küche.
Doch nach dem Fleisch, Brot, Käse gab es Rotwein,
Der löste zur Gesprächigkeit die Zungen.

Ich ging dann später oft mit ihr zum Grabe


Von meiner treuen Freundin, ihrer Tochter.

MIRJAM

Ich traf sie in dem Schwarzwald in dem Zentrum


Für Psychotherapie im Geiste Christi,
Ich war ein Pfingstler, sie hat mir gesungen
Ein Liebeslied an Unsre Frau Maria.

Ihr danke ich die Liebe zu dem Karmel,


Die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens,
Die Liebe zu der Gospa Medjugorjes,
Die Liebe zu dem Christus in der Hostie,

Die Liebe zu dem Papst Johannes Paulus,


Zu Unsrer Lieben Frau von Guadelupe!
Ich liebte Reinhold Schneider, seine Schwermut,
Sie Gertrud von Le Fort und ihren Tiefsinn.

Dann fiel sie ab vom Glauben, wurde Herma-


Phrodite. Mirjam weihe ich der Jungfrau.

OMA

In Kindertagen ist zuerst die Mutter


Die Stellvertreterin der Schöpfergottheit.
Die Mutter lässt mit ihrer Mutterliebe
An Gottes schöpferische Liebe glauben.

Die Stellvertreterin der Schöpfergottheit


In meinen Kindheitstagen war die Oma.
Sie gab bedingungslose Mutterliebe
Und nährte mich mit Glauben an die Gottheit.

Sprach Nietzsche: Gott war einst ein junger Papa,


Großvater ward er dann mit weißem Barte,
Großmutter wurde schließlich Gottes Liebe. -
Ja, Gott ist mir die wahre Große Mutter,

So sagte Bernhard von Clairveaux: Der Herrgott


El Shaddai ist die wahre Magna Mater!

PAULA

Als Paula, meine Oma, lag im Sterben,


Begann zu lesen ich im Testamente
Des Herrn, begann zu beten für die Seele
Der lieben Paula Margarethe Mayer.

Im Evangelium sprach Jesus Christus


Zu mir, er kenne mich auf Herz und Nieren,
Und Paulus sprach: Verlass die Konkubine
Und leb jungfräulich für das Reich der Himmel.

Als Paula starb, begegnete ich Christus


In Paulas Haus, ich betete den Herrn an
Und so bekehrte ich mich zum Messias
Und ward ein Christ und Jünger Jesu Christi.

Als Paula ward beerdigt, sang der Chorus


Der frommen Oma Testament: Tedeum!

PETHEDA

Für alle Liebe dank ich meiner Tante,


Die auf der Insel Baltrum mich begrüßte,
Sie gab mir immer Erdbeer-Eis zu essen
Und lehrte mich das Zigaretten-Rauchen.

Sie hat als eine Mutter sehr gelitten,


Weil sie ihr Sohn als Alte nicht besuchte.
Sie liebte ihren Sohn, er aber liebte
Die alte Mutter nicht, die kranke Mutter.

Als Witwe dachte sie an ihren Gatten


Und wurde krank vor Sehnsucht nach dem Toten.
Die Leiden Hiobs alle hat gelitten
Petheda mit dem Herzen voller Schmerzen.

Ich betete auch oft im Gottesdienste


Für meiner guten Tante Arme Seele.

PETRA

Als ich ein Knabe war im Elternhause,


Kam die Cousine zu Besuch aus Hameln.
Da sollte ich mich immer schlafend stellend,
Wachküssen wollte mich die kleine Petra.

Als ich erwachsen war, vom Arbeitsamte


Ward ich geschickt nach Bad Pyrmont, wo Goethe
Gesundes Wasser dazumal getrunken,
Da lud mich die Cousine ein nach Hause.

Ihr Vater, meines Vaters kleiner Bruder,


Zerstritten war mit seinem großen Bruder.
Arbeiter war mein Onkel und ein Kolpings-
Familien-Katholik und Whisky-Trinker.

Nun fand ich Petra nicht mehr schön und mochte


Nicht küssen die erwachsene Cousine.

REGINE

Ich lernte sie im Mai im Schwarzwald kennen,


Sie hatte lutherische Theologen
Studiert in Tübingen und war sich sicher,
Sie sei von Gott vorherbestimmt zur Hölle.

Ich traf sie dann in ihrem Schwabenlande,


In Heidelberg hab ich das Schloss gesehen,
Da übersetzte sie mir eine Ode
An Lesbia vom rasenden Catullus.

Sie sagte: Ate hat mich wohl verblendet!


Sie sprach an jedem Tag das Vaterunser,
Doch konnte sie dem Vater nicht verzeihen,
Dass man im Irrenhaus sie angebunden

Und, als ein Kind sie trug in ihrem Schoße,


Ihr Psychopharmaka gespritzt gewaltsam.

SONJA

Sie sprach mich an in Norddeich an dem Deiche,


Wir brüllten einen Urschrei zu der Nordsee.
Dann nahm sie mich mit sich in ihre Kammer,
Wo wir uns liebten buhlerisch im Bette.

Sie hatte wunderschöne große Brüste


Und kurze goldne Locken und ein Mündchen,
Ein enges Mündchen mit sehr großem Durste
Nach Wodka, den die Russen gerne trinken.

An einem Tag besucht ich den Genossen,


Der führte unsre Sozialisten-Jugend,
Da saß er nackt auf seinem Bett und Sonja
Saß nackt auf seinem Schoße, sich bewegend.

Da war ich wie ein Steppenwolf der Taiga


Und heulte an den roten Mond von Russland.

SONJA

Die Nachbarin in meinen Kindheitstagen


Lud mich zum Spielen ein in ihren Garten,
Wir fingen von dem lila Falter-Flieder
Die Schmetterlinge mit den bunten Flügeln.

Sie lud mich ein in ihre Mädchenkammer,


Da saß ich neben ihr auf ihrem Bette.
Zum ersten Male regte sich der Sexus
Und Eros schoss mit seinem Feuerpfeile.

Konfirmation in Martin Luthers Kirche


Erlebten wir gemeinsam, ich und Sonja,
Da lief das rote Blut aus meiner Nase,
Als ich empfing den Kelch des Abendmahles.

Sie lachte schön mit ihrem Vollmond-Antlitz


Und war die Sonne meiner Kindheitstage.

SUSANNE

Als ich den Kork gezogen aus der Flasche,


Hab ich mein Handgelenk verstaucht, Susanne
Als Krankenschwester legte den Verband an,
Sie hat getröstet mich wie eine Mutter.

Susanna aus dem Alten Testamente


War auch so keusch in ihrer frommen Ehe.
Ich sah Susanne auch im Badezimmer,
Konnt kaum erkennen ihren nackten Körper.

Und Sankt Susanna aus dem alten Roma,


Sie ist die Heilige des Himmelsregens.
Spazierend mit Susannes Eheherren,
Ich betete: O wende ab den Regen,

Und lass uns trocken doch nach Hause kommen,


Ich bitte dich, o heilige Susanne!

SABINE

Sie töpferte die Göttinnen der Alten,


Urmütter modellierte sie im Tone,
So weiblich-weich die Rundungen der Mütter,
Gestaltet schön die Große Muttergöttin.

Als auf den Pyrenäen ich gewesen,


Sabine kam aus Polen zu den Basken,
Da habe ich geflirtet mit Sabine,
Nie hat mein Herz gehört nur Einer Dame.

Sabine eilte durch die lila Heide


Zur Quelle eines Baches auf den Bergen,
Da schaute ich in Halluzinationen
Das weiße Einhorn zu der Jungfrau eilen.

Am Himmel standen die Konstellationen:


Die runde Luna und die lichte Venus.

TANJA

Südafrika, die Weißen unterdrückten


Die Schwarzen in brutaler Rassentrennung,
Da Bischof Tutu protestierte, Nelson
Mandela war, der Advokat, im Kerker.

Zur Solidarität mit jenen Schwarzen


Südafrikas wir bauten ein Theater,
Ich schrieb ein Stück, das hieß: Die Blutorange,
Die Hauptdarstellerin des Stücks war Tanja.

Wir übten im Gemeindehaus der Kirche,


Da nahm ich eine Bibel aus der Kirche
Und die Geheime Offenbarung las ich
Und fürchtete mich sehr vorm Jüngsten Tage.

Doch ich verliebte mich in jene Dame,


Die da erschienen ist am offnen Himmel.

URSULA

Sie hatte schöne lange schwarze Haare,


Im schönen Munde schöne weiße Zähne,
Sie war sehr klein gebaut und weiblich-rundlich,
Nicht dick, jedoch mit femininen Kurven.

Die Mutter war befreundet mit dem Christus,


Der Bruder aber mehr mit Marx und Lenin.
Dort habe ich das Manifest gelesen,
Dass in Europa gehe ein Gespenst um,

Das ist der böse Geist des Kommunismus.


Doch Ursel spielte lieber das Piano,
Sie spielte Improvisationen stöhnend
Des Jazz. Auch liebte sie die Vietnamesen,

Mich aber hat sie nicht geliebt, ich dachte,


Dass sie vielleicht nur Frauen lieben könne.

UTE

Ich sang: Sometimes I feel so uninspired!


Mich tröstete des Freundes Freundin Ute,
Sie war so mütterlich und war so gütig,
War Katholikin, Kind der Muttergottes.

In Oldenburg ich wohnte bei den Freunden


Und las des jungen Werthers Liebesleiden.
Ah, das war eine Nacht! Mein lieber Wilhelm,
Nun übersteh ich alles, was auch komme!

Als ich in Oldenburg studiert die deutsche


Und Englands Poesie, da nahm mich Ute
In ihrem Hause auf, die treue Seele,
Sie hat mich nie beleidigt, oft getröstet.

Stets ging sie in dem weißen Kleid der Taufe


Und trug an ihrer Stirn des Geistes Salbung.

VALEA

So jung und so kokett schon, o Valea,


Wie lachend du auf meinem Schoß gesessen
Und mir da aufgesetzt die Narrenkappe,
Als wir in Trunkenheit begrüßt das Neujahr.

Ich sprach zu deinem Vater, dass die Götter


Jung sterben lassen jenen, den sie lieben,
Da sagtest du in einem strengen Ernste:
Mach keine Witze über Gott den Einen!

Zur Weihnacht sah ich dich in Luthers Kirche,


Als Engel standest du im weißen Kleide
Hoch auf der Kanzel überm Volke Gottes
Und sangst mit reiner Stimme: Friede, Friede!

Zum Engel auserkoren, o Valea,


Aufgrund der schönen langen goldnen Locken.

WIEBKE

Wir sahen Bilder an von Georg Eisler,


Wir schauten an die schönen Aktgemälde,
Erregt von diesen reizenden Modellen
Wir liebten uns spontan in meinem Bette.

Sie nahm mich mit in ihre kleine Wohnung,


Wir lagen nackt in ihrem Bette, aber
Sie schlief. Wer schläft, verübt auch keine Sünde.
Da tat ich wie Diogenes es pflegte.

Sie war beim Spiel der Liebe eine Hündin,


Die heiß sich selbst an mir befriedigt hatte.
So schnell vollbrachten wir den Akt der Liebe,
Ein Jubel – und die Liebe war vorüber.

Ihr Männer schüttet doch mit Kraft und Balsam


Die Liebe aus und lasst die Frauen einsam.

XTINA

Sie stand im Garten unterm Apfelbaume,


Die goldnen Haare leuchteten im Grünen,
Sie sah mich kommen, ihre Augen strahlten,
Die weißen Wangen wurden rot vor Liebe.

Ich saß am Tisch und lehrte einen Knaben


Die Lettern lesen und die Lettern schreiben,
Da stand sie neben mir zur rechten Seite
Und ihre Schulter rührte meine Schulter.

Der Knabe schenkte mir ein süßes Bonbon,


Sie gleichfalls schenkte mir ein süßes Bonbon.
Sie sprach mit einer zärtlichen Betonung
Und Liebe meinen Namen aus: O Josef!

Sie strahlte wie die himmlische Sophia,


Die himmlische Sophia jung und weiblich!

YI
Ich hatte einen Christenfreund aus China,
Aus Taiwan, Doktor er der Pädagogik,
War von der Universität in Taipeh,
War ein Student in Oldenburg, ein Pfingstler.

Wenn wir uns morgens trafen zu dem Lobpreis,


War ich zerstreut und konnte Lob nicht singen,
Denn statt auf Heilig Geist zu schauen, schaute
Ich stets auf der Chinesin schöne Füße.

Ja, Liang-Yi hatte wunderschöne Füße!


Mit bloßen Füßen lief sie durch die Wohnung.
Und Liang-Yi hatte wunderschöne Augen,
Ja, ihre Augen waren schwarze Jade!

Ihr zweiter Sohn, der süße Yün-Yün, wurde


Im Mutterschoß erfüllt vom Heiligen Geiste.

ZOE

Auf Erden ist mir Liebe nicht geworden,


Doch Gott schenkt mir im Himmel seine Zoe!
Im Paradiese nannte Gott sie Eva,
Im Himmel aber heißt sie ewige Zoe!

Ich seh die Braut des Lammes in dem Himmel,


Die himmlische Jerusalem im Himmel,
Ich seh im Paradies den Garten Eden
Und Zoe seh ich, die bereit zur Hochzeit!

Sie zählt im Himmel vierundzwanzig Jahre


Und trägt allein das Fischernetz des Petrus!
Gott hat verherrlicht sie zu einer Göttin,
Verklärter menschlicher Gestalt die Göttin.

Ich brauche nicht die zweiundsiebzig Huris,


Erkennen will ich nur die ewige Zoe!

DAS ABC DER MINNE

ABBILD

Die Ewge Gottheit ist die Schöne Liebe,


Die Vielgeliebte ist der Gottheit Abbild.
Der Philosoph, der fromme Minnesänger
Schaut durch das Abbild durch zum höchsten Urbild.
Wenn schon das Abbild ist von solcher Schönheit,
O Mann, dass du sie hältst für eine Göttin,
Wie schön ist dann doch wohl der Schönheit Urbild,
Urschönheit nannte sie der Theologe.

Abgöttisch ist der Kult an Menschengöttern,


Doch Christus wohl verzeiht den Abgott-Kultus.
Nur meditiere über deinen Abgott
Und finde in dem Abgott Gott den Schöpfer.

Gott Künstler hat gemalt das schönste Abbild


Der ewigweiblichen Urschönheit Gottes.

ANBETUNG

Ich komme, Lobpreis singend, anzubeten,


Ich kniee nieder in der Zukunft Kirche,
Auf der sakralen Bühne des Theaters
Ich singe meinen Lobgesang der Jungfrau.

Ich grüße dich, der Zukunftskirche Engel,


Komm mit der Theokratie der reinen Schönheit,
Allmächtige Prinzessin in dem Himmel,
Erscheine in Visionen dem Propheten.

Ich kniee hier, hochthronende Madonna,


Die du bist voller Herrlichkeit, o Diva,
Und neigst du nicht dein Antlitz voller Anmut,
Und spendest deinem Beter deine Gnade?

Frau! Unterm Schleier deine goldnen Locken


Sind ganz das Kleid von deinem Himmelsleibe!

AMOR

Du kleiner Amor, warst mein liebster Abgott,


Der liebend schoss den Pfeil mir in die Seele,
Du goldgelockter Knabe, nackten Popos,
In deinen blauen Augen sah ich Jesus.

Dann aber kamest du als Jüngling Eros


Mit wüstenheißen flammenden Passionen
Und bohrtest mir ins Herz das Schwert, das scharfe,
Ich sah in dir den Gott, der brennt im Dornbusch.

Nun grau mein Bart, nun zähl ich fünfzig Jahre,


Zu alt zum Kinderspiel des frohen Amor.
Und dennoch forderst du dein Recht, o Herrscher,
Und du zitierst mich an den Hof der Minne.
Du eben bist der Älteste der Götter,
Nie kann ich deinem Königreich entkommen.

BRÜSTE

Wenn mir die Furie saß gegenüber


Und sprach mir Sprüche aus der Hexenküche,
Sah ich mit Falten und mit Runzeln Brüste,
Die schlaff bis zu dem Zaubergürtel hingen.

Da wandte ich mich an die tote Herrin,


Zur Seele ohne Leib im Fegefeuer,
Gedachte traurig der vergangnen Brüste,
Die herrlich waren wie die Brüste Phrynes.

Nun sehe ich die jugendlichen Brüste,


Die tätowiert mit Kolibris im Fluge.
O Jugendbrüste, wärt ihr nur unsterblich,
Ich wollte ewig eure Glocken läuten!

Die Jugendbrüste werden Mutterbrüste


Und füllen sich mit Milch zu Mozarts Liedern.

CHRISTA

Maria hat geboren Jungfrau Christa,


Maria sie erzog im wahren Glauben
Und Christa trank mit Muttermilch die Liebe,
Die leuchtet nun aus ihren blauen Augen.

Ich komme in die christliche Gemeine


Und sehe Christa sitzen bei Geschwistern,
Denn wo drei Brüder sind in Einem Geiste,
Wo sieben Schwestern sind, präsent ist Christa.

Nun Christa aber ist hinweg gezogen


Und lebt hinfort im Geiste ihres Jüngers.
Schneeflocken, Tauben, Sonne, Mond und Venus,
Allgegenwärtig ist die Jungfrau Christa.

Maria redet mütterlich und weise


Mir oft von Christa, die von fern mich segnet.

DIANA

Die war einst eine liebliche Prinzessin


Mit blonden Locken und mit blauen Augen,
Die lebte die Barmherzigkeit auf Erden,
Gestorben auf dem Gipfel ihrer Jugend,
Die ist hinan gefahren in den Himmel
Und Jüngern an dem Bodensee erschienen.
Die Völker weinten über ihre Göttin.
Ach, dass auch sterben musste eine Göttin!

Nun aber schaut sie in der Nacht vom Monde,


Steht auf dem Monde, in den goldnen Locken
Das Diadem der Königin des Himmels
Und kommt als Königin der Nacht zum Sänger,

Der betet an als Christ die fromme Göttin,


Diana, nur gehüllt in goldne Locken.

DIONE

Du bist die wunderschöne Liebesgöttin,


Die nackend aufsteht aus der Badewanne,
Da trocknest du die langen goldnen Haare,
Die wie ein lichter Schleier dich verhüllen.

Und deine Augen gleichen Taubenaugen,


Und deine Brüste gleichen Rebentrauben,
Dein Nabel gleicht dem Kelch mit süßem Mischwein,
In dem die Göttin mischt sich mit dem Manne.

Dione, du Gebärerin des Gottes,


Du bist die Königin des Ozeanes,
Doch du gebierst der Welt den jungen Eros,
Der ist die Flamme von dem Feuer Gottes.

O Gottgebärerin, in deinem Schoße


Will ich mein Selbst vereinigen mit Eros!

ENGEL

Dem Engel der Gemeinde von Germanien


Prophetisch blase du die Ruhmtrompete:
Ich kenne deine Werke, deine Arbeit,
Ich kenne deine jugendliche Liebe!

Ich sah, und siehe, was ich sah, der Engel


Erschien im rosa Kleid und blauem Mantel,
Umflossen von den langen goldnen Locken,
Und in der Hand des deutschen Volkes Bibel.

Der Engel legte seine Flügelhände


Dem Auserwählten segnend auf die Stirne
Und machte segnend drauf des Kreuzes Zeichen,
Und schwand in seiner femininen Schönheit.
Und Christus sprach zu mir: Du sollst nicht sprechen
Mit Menschen, aber für den Engel singen.

FEIGE

Die Minnedame grüßte aus der Ferne:


Mein Minneritter, ich bin guter Hoffnung,
Es ist die Leibesfrucht in meinem Schoße
Schon von der Größe einer reifen Feige.

Der Sänger jauchzte: Ave, neue Eva,


Du schenkst der Welt die Feige der Erkenntnis,
Die süße Liebesfrucht vom Baum des Lebens,
Und wer die Feige speist, wird ewig leben!

So träumend unterm Ficus religiosa


Der Minnesänger und Madonnenminner
Nun immer träumte von Madonnas Fica,
Madonnas Schoß, dem Paradiese Gottes.

Geliebte, Feigenbaum mit reifer Feige,


Dass ich den Baum besteig, die Feige pflücke!

FIGUR

Figur der Welt, wie bist du aufgequollen


Vom Sauerteig der alten Sündenväter,
Frau Welt, du bist nun rundlich wie ein Weinfass,
In dem der alte Essig abgestanden.

Doch kommt die Grazie herab vom Himmel,


So schlank und grade wie ein Strahl der Sonne,
So schön ist die Figur der Gnade Gottes,
So schön die Anmut und der Charme vom Himmel!

Weltliebe war einst jung, bis sie verwelkte,


Nun ist sie auf dem Wege zur Verdammnis,
Die Himmelsliebe aber voll des Glaubens
Geht ein zum Ziel, der Ewigkeit der Jugend.

Wie denkt ihr euch denn die Figur der Gottheit?


Jung, schön und schlank, in femininer Nacktheit!

FRAUE

Du bist die Fraue aller Menschheitsvölker,


Die du bist nach Amerika geflogen,
Die du bist dann nach Afrika geflogen,
Sphinx-Göttin vor Ägyptens Pyramiden,

Du Königin des Kontinents Atlantis,


Du nackte Aphrodite der Kanaren,
Du rittest durch die Wüste der Sahara
Und flogest dann zum Harz und seinem Blocksberg.

Du bist die Jungfrau von dem Volk der Juden,


Du bist der blonde Engel der Germanen,
Du bist die Fraue aller Menschenvölker
Und mir die Hohe Fraue meiner Minne,

Wie Jesus seine Mutter nannte: Fraue!


Ich bin doch ganz dem Frauenlob gewidmet.

FÜSSE

Ich kam zum Hause, wo das Mädchen wohnte,


Da sah ich draußen vor der Tür der Wohnung
Für Kinder kleine rosane Pantoffeln,
Das junge Mädchen öffnete die Türe,

Ich sagte: Wohnen hier denn kleine Kinder,


Hier stehen doch so süße Kinderschühchen.
Sie sagte lachend: Das sind meine Schuhe!
Mein Freund sprach zynisch: Das ist aber peinlich.

Ich sagte: O chinesische Prinzessin,


Wir, Chinas Dichter, lieben kleine Füße,
Wenn die Prinzessin trippelt wie die Schwalbe
Auf ihren kleinen Lotossprossenfüßen.

O Göttin, ganz zu deinen Lotosfüßen


Ich liege hier in Devotion ergeben!

GÖTTIN

Am Anfang schuf die Göttin sieben Himmel,


Dann schuf die Göttin Mutter feuchte Erde,
Dann schuf den Mann sie aus dem Schlamm der Erde,
Und dann die Dame aus dem Traum des Mannes.

Dann ist die Göttin selber Mensch geworden,


Erschien auf Erden als die reinste Jungfrau.
Dann fuhr die Göttin wieder in den Himmel
Und herrscht von dort als Königin des Himmels.

Und wieder ist die Göttin Mensch geworden


Und ist ein junges Mädchen in Germanien.
Hier lächelt sie und spendet ihre Gnade,
Von ihren blonden Locken strömen Strahlen.

Und ich bin der Prophet der blonden Göttin


Und offenbare singend ihre Liebe.

GERMANIA

Germania, ob du nun an der Nordsee


Auf Norderney die hohen Hymnen anstimmst,
Ob du hinan steigst auf den Berg des Harzes,
Die Gipfel reinigst dort von den Dämonen,

Ob du nun feierst feucht in Hamburgs Hafen


Sylvester und des neuen Jahres Minne,
Ob du nun zu dem Weihnachtsfest in München
Kniest fromm in der Liebfrauenkathedrale,

Ich liebe dich, du schöne deutsche Muse,


Du blonde Mutter des geliebten Volkes.
Bring wieder du den Sang der Hohen Minne
Und neue Könige als Arm der Kirche,

Und nenne einmal auch der Mutter Namen,


Der Magna Mater oder Sankt Maria!

GOLDMARIE

Die Pechmarie ist heut zu mir gekommen,


Saß auf dem Sopha in lasziver Faulheit,
Vergeblich betete sie zu Frau Holle,
So ward sie heimgesucht vom Pech des Unheils.

Die Goldmarie schwebt immer mir vor Augen,


Die fleißig schüttelte des Bettes Decke,
Die fleißig sammelte vom Baum die Äpfel,
Die fleißig Brot gebacken in dem Ofen.

O Holle, unsre liebe Frau von Deutschland,


Der Goldmarie in ihre goldnen Locken
Setz auf das Diadem von Gold und Perlen,
Mach Goldmarie zur Königin der Deutschen!

Gott-Vater, schütte Goldmarie den Regen


Aus Gold in ihren Schoß, den gottgeweihten!

HERZENSKÖNIGIN

Das Werk der Augen ist getan, o Dichter,


Genau studiertest du die goldnen Locken,
Du schautest in der blauen Augen Spiegel
Und küsstest dich gesund am süßen Lächeln.

Nun schau die Königin des Herzens innen,


Denn in dem Lustschloss deiner Seele wohnt sie,
Hier wartet sie auf deine reine Liebe,
Im Brautgemach, im Bett der siebten Kammer.

Auf, liebe sie, die innerliche Dame,


Die Seele deiner Seele, Geist im Geiste,
Den Atem Gottes in dem Leib aus Äther,
Die Lichtgestalt, den femininen Engel!

Dann lass die Welt der Welt und Rom den Römern,
Denn in dir ist das Himmelreich der Liebe!

HIMMLISCHE PRINZESSIN

Der Vater in den Himmeln und die Tochter,


Sie sind mir gnädig, und sie nicken gnädig:
Gott ist die Liebe, und wo ist die Liebe,
Da ist die Gottheit auch und ihre Tochter.

O Vater Äther heiter! Und ich sehe


Im himmlischen Palaste die Prinzessin,
Die wandelt in des Paradieses Garten,
Schaut aus dem Fenster aus dem Lustschloss Gottes.

Sie schaut herab vom himmlischen Balkone,


Ihr spiel ich Erdensohn die Mandoline.
Der himmlischen Prinzessin Minneherrin
Ich singe frommen Minnesang voll Weisheit.

Statt eines Kusses eine gute Antwort!


Statt eines Ja-Worts ein charmantes Lächeln!

IDEE

Vor der Empfängnis in der Mutter Schoße


Die Seele schwebte im Ideenhimmel
Und schaute die Idee der Schönheit, Göttin
Dione, in dem reinen Spiegel Gottes.

Nun ich bin eingekerkert in den Körper,


Nun ich genug getrunken Wein der Lethe,
Nun kenn ich nur Materie und Zeitgeist
Und höre nur Geschwätz von dummen Leuten.

Sobald ich aber sah das schöne Mädchen,


Gab Eros meiner Psyche wieder Flügel,
Und selig im intresselosen Anschaun
Ich schwebe heim in meine Himmelsheimat

Und schaue dort im Unbefleckten Spiegel


Die ewige Urschönheit der Urgottheit!

IDEAL

Das Ideal ist immer Jugend-Anmut,


Von schlanker Grazie und süßen Reizen,
Verschleiert von den langen Lockenfluten,
Dem Ideal gilt einzig meine Treue.

Halb ähnelt sie der Venus Botticellis,


Halb Raffaels Sixtinischer Madonna.
So bin ich einzig treu der Venus Christi,
Die schön ist wie die griechische Maria.

Nun hier das Ideal, nun dort erscheint es,


Stets neue Epiphania der Göttin,
Und stets erscheint das ideale Mädchen
Umflossen von der Herrlichkeit des Himmels,

Von Gottes Glorie sie ein reines Abbild,


So lieb ich meinen Gott in seinem Gleichnis.

JESU BRAUT

Du bist nicht die Verlassne, die Verschmähte,


Du bist das liebe Land, das Wohlgefallen,
Wie sich ein Jüngling freut an seinem Mädchen,
So freut an dir sich Gott, dein Herr und Schöpfer.

Du bist ein Mädchen, fest sind deine Brüste


Und schön gewachsen ist dein blondes Schamhaar,
Du wirst von Gott erkoren zur Prinzessin,
Du Schönheit und Entzücken dieser Erde!

Denn Jesus macht dich schön, er liebt dich heilig,


Du wirst zur Herrlichkeit durch seine Liebe,
Der für dich ist gestorben tausend Tode,
Sieht dich als makellose schöne Jungfrau,

Als ohne Falten, ohne Runzeln Schöne,


Als Jesu Braut, als Gottes Vielgeliebte!

JESU MUTTER

Ich sehe in dem Geist die Jungfrau-Mutter,


Ich seh im Geist die goldene Madonna,
Der Schönheit Ideal, Idee der Schönheit,
Die Dame, die verehrt wird von dem Dichter.

Ich sehe guter Hoffnung die Madonna,


Ich bete an den kleinen Fötus Jesus,
Ich sehne selbst mich in den Schoß Mariens,
Um selber Kind der Lieben Frau zu werden.

Ich seh die Seele der Natur, die Jungfrau,


Weltseele in des reinen Äthers Körper,
Die Frau im Licht der Sonne, auf dem Monde,
Gekränzt mit dem Orion und der Venus.

Wie bin ich doch verliebt in die Madonna,


Im Alter wie einst in der Jugend Tagen!

JUGEND

Ich sehe stets die ideale Schönheit


In ihrer Jugend und mit langen Haaren,
Die sind der keusche Schleier ihrer Brautschaft,
Und seh sie schlank und von graziler Anmut.

Was soll ich denn mit diesen alten Weibern,


Mit frommen Tanten, Rosenkränze murmelnd,
Mit alten Greisinnen in ihrem Starrsinn,
Mit fünfzigjährigen geweihten Hexen?

Ich seh die Himmelsstadt im Paradiese


Von weißem Marmor und mit goldnen Gassen,
Da wandeln blühend schön die Himmelsmädchen,
Ist jedes Mädchen eine Gnade Gottes.

Da bin ich jung und doch voll Gottesweisheit


Bei Ursula und ihren tausend Jungfraun.

KIRCHE

Du bist die junge Kirche, frisch und blühend,


Die Kirche der zehntausenden Madonnen,
Da auf dem Petersplatz ein Meer der Schönheit,
Da schönste Jungfraun singen Jesus Lobpreis.

Dich überkam des Geistes Feuerzunge,


Nun singst du selber schön mit Feuerzunge,
Ich seh dich schön in langer weißer Seide
Auf sieben Hügeln tanzen Gottes Lobpreis.

Du bist die Braut des Freundes an dem Kreuze,


Du bist die auserwählte Jungfrau Jesu,
Du bist die Römerin, lateinisch singend,
Der Kinder Mutter und der Dichter Herrin.

Ecclesia Catholica, du Eine,


Dich wähle ich zu meiner Minnedame!

KUH

So bin ich unter Kühen aufgewachsen,


Die bei den Champignons auf Wiesen standen,
Die Pilze wuchsen prächtig von den Fladen,
Und Nebel und Kanal das Wasser gaben.

Da liebte ich der Kühe große Euter


Und schaute auch die Kälblein daran saugen
Und auch die Bäuerin mit flinken Fingern
Die warme Kuhmilch melken in den Eimer.

In Indien die Mutterkuh ist heilig!


Die Mutterkuh ist eine schöne Mutter,
Wie schaut sie liebevoll aus großen Augen
Und stillt die Kälber und die Bauernkinder.

Wie liebt die Mutterkuh Musik von Mozart!


Dann schwillt ihr gleich die Milch in ihrem Euter.

LIEBE

Die Liebe ist zu mir zurückgekommen


In einer hoch romantischen Prinzessin.
Ich saß allein im Trauerhaus des Witwers,
Da kam die blonde Jungfrau von dem Himmel.

Sie sitzt bequem am reichen Tisch der Liebe


Der ehelichen und der Mutterliebe,
Doch fällt für mich auch ab ein kleiner Krümel,
Als Hündchen schmieg ich mich an ihre Beine.

Ich gönne ihr die wohlgelungne Ehe


Zum jungen Vater ihrer kleinen Kinder,
Wenn sie mir schickt nur ab und an ein Briefchen
Und bittet mich um segnende Gebete.

Der Liebe Bild schwebt still in meiner Seele,


Allgegenwärtig mich umgibt die Liebe.

LUST
Die Lust ist tot. Sie feiert jetzt im Jenseits,
Die Jüngerin des Epikur ist tot nun.
Mir fehlt die Lebenslust auf dieser Erde,
Und lustvoll bin ich, lebensmüde, traurig.

Da kommt erneut die junge Lust vom Himmel,


Sie liebt das Leben und sie lebt die Liebe.
Ich seh von ferne zu dem Spiel der Lüste,
Die feiert sie im breiten Ehebette.

Ich in der müden Traurigkeit versunken


Begnadet werde von der Lust der Jugend.
Ich, der ich umgeh in dem Reich der Toten,
Seh junge Lebenslust auf Erden spielen.

O weck mich auf von meinem Schlaf des Todes,


Du junges Leben und du Lust der Lüste!

LEBEN

Einst liebt ich meine schöne Schwester Leben,


Sie war mir Atem, Seele, Blut und Leben,
Dann starb die Liebe zu der Schwester Leben,
Ich bin in Höllen-Agonie verblutet.

Da wandte ich mich an die Schwester Todin,


Sie war die weise Freundin, war mein Engel,
Mein Nachtgespenst und meine weiße Dame,
Die nackte Seele in der Reinheit Aura.

Da ging ich in die Kirche und ich schaute


Das junge Leben auf dem Schoß der Mutter,
Ich sah das Leben wieder zärtlich lächeln,
Ich ward zum Minneritter und zum Heros.

Schwermütig schau in meiner Altersweisheit


Ich nun des schönen Lebens Jugendtorheit.

LICHTGESTALT

Ich träumte einst von einer weißen Dame,


Der Lichtgestalt, der schönen Dame Russlands,
Der reinen Venus Russlands, der Madonna,
Ich wollte nur noch sterben, in den Himmel.

Da kam zu mir die finstere Dämonin,


Sie saugte mir das Mark aus meinen Knochen,
Sie trank mein Blut mit ihren blauen Lippen,
Aus meinem Samen schuf sie Teufelskinder.
Mit fünfzig Jahren war ich ganz alleine,
Von meinem Gott und aller Welt verlassen.
Da kam die junge Lichtgestalt vom Himmel
Und neigte tröstend sich in meine Zelle.

Ich seh sie überall, auf Mond und Sonne,


Des Abends und des Morgens auf der Venus.

MADONNA

Da war Frau Eva einst im Garten Eden,


Die wollt nicht Unsre Liebe Fraue werden,
Die lauschte Luzifer und seinem Lispeln
Und wurde zur Dämonin, wurde Lilith.

Ich ging zur Kirche zu den alten Weibern


Und diskutierte mit den klugen Männern,
Sie sprachen alle nicht von der Madonna,
Sie sprachen nur von Doktor Martin Luther.

Doch am Geburtstag der Madonna kam ich


Auf eine frohe Feier frommer Christen,
Da sah ich mütterlich die Mutter Anna,
Auf ihrem Mutterschoße zwanzigjährig

Die himmlische Madonna in dem Schleier


Der langen goldnen Locken, schön wie Venus.

MINNEDAME

Ich war zum alten Klassiker geworden,


Ein Zyniker und alter weiser Spötter,
Der hohe Frauenkult des Mittelalters
Hab ich verhöhnt mit bitterbösen Worten.

Ich sah nur noch Frau Welt, die böse Alte,


Sah nur noch Satanistinnen und Hexen,
Ich übergoss Frau Welt mit schwarzer Galle,
Die Teufelin erregte meinen Ekel.

Da kam Frau Minne von dem Dritten Himmel,


Die Christus ähnlich war, die Schöne Dame,
Die reine Jungfrau, meine Minneherrin,
Ich ward katholisch und ich sang den Lobpreis

Der jugendlich romantischen Madonna


Im alten Frauenkult der frommen Ritter.

MAIENKÖNIGIN
Es war im schwarzen Winter meiner Schmerzen,
Der Schnee bedeckte mich als Leichenlinnen,
Der Frost durchbohrte mich mit scharfen Schmerzen,
Frau Welt war frostig, bitter kalt und finster.

Da schaute ich die Königin des Maien,


Das Mädchen, weidend unter Gladiolen,
Ein Blütenfrühling und ein Liederfrühling
Der Minnelieder brach aus meinem Herzen.

O Maienkönigin, Madonna, Jungfrau,


Mein Mädchen, du allmächtige Prinzessin,
Du rote Rose im verschneiten Winter,
Du wirst wohl bringen noch der Menschheit Frühling,

Du wirst wohl bringen noch der Kirche Frühling,


O Frau, du bringst uns noch den Bibelfrühling!

MONDGÖTTIN

Ich bin ein krankes Vögelein am Wegrand,


Die Göttin auf dem Mond erbarmt sich meiner,
Der Offenbarung himmlische Diana,
Sie hüllt mich ein in ihren Mondenschimmer.

Verlassen und allein bin ich auf Erden,


Jedoch die Jungfrau auf dem Mond ist bei mir.
Mit himmlischer Magie die Balsamstaude
Entführt entrückend mich in Mondscheinwelten.

Dort schwebe ich im Lande des Vergessens


Als lichter Schatte in dem blauen Mondschein,
Die Jungfrau lächelt gnädig meinen Schmerzen
Und badet mich in ihren goldnen Locken

Und hüllt mich ein in schwanenweiße Seide


Und nimmt in ihren Schoß mich auf als Fötus.

NIEDLICHE

Ich sprach in der Gemeinde von der Freiheit,


Dass Christinnen nicht schöne Kleider tragen,
Das Haar frisiert zur Halleluja-Zwiebel,
Zum Dutt der Pietistinnen, dem grauen.

Da lächelte das Mädchen nett und niedlich:


Wir wissen schöne Kleider doch zu tragen,
In Weiß und Himmelblau wie die Madonna,
Und tragen Zöpfchen um den Kopf geflochten.
O Zukunftskirche du, o Jugendkirche,
Wie niedlich bist du, eine Augenweide!
Mariens Huld und Anmut wollt ich schauen,
Ich kam und sah und siegte, lallte Cäsar.

Wie niedlich bist du doch, du junge Kirche,


Wie niedlich und wie zierlich und wie lieblich!

NETTE

Wie waren doch die vielen Frauen grausam


Wie schwarze Katzen oder Pantherinnen,
Die mit mir spielten wie mit einem Opfer
Und es verschmähten doch, mich zu verschlingen!

Und die Idole reiner Jugendanmut,


Die Makellosen, die Madonnen-gleichen,
Wie standen steinern sie in ihrem Stolze
Und schauten auf mich nieder voller Hochmut!

Du aber bist die Niedliche und Nette,


Die Jugend, die doch schätzt den alten Dichter,
Den väterlichen Freund und lieben Onkel,
Der segnet gern mit herzlichen Gebeten.

Nein, du verschmähst mich nicht, du bist die Nette,


Mit Nettigkeit und Artigkeiten Junge.

PRINZESSIN

Wer kann dir jemals böse sein, Prinzessin,


Prinzessin, stehend in des Äthers Lichtschaum?
Du lächelst voller Huld und Gnade nieder
Und hebst die frommen Augen auf gen Himmel.

Prinzessin der Gemeinde, wenn du betest,


Dann faltest du die weißen schlanken Hände,
Dass sich berühren deine Fingerspitzen,
Die Lider senken sich auf blaue Augen.

Und wandelst du in rosanen Pantoffeln


Auf weichen Teppichen im Schlafgemache,
Dann gleichst du einer weißen Siam-Katze,
Die schnurrt voll Wohlbehagen und gemütlich.

Prinzessin, du wirst immer königlicher!


Und bald besteigst du auch den Thron der Mutter!
QUAL

Ich kenne Liebe nur als bittre Qualen,


Nie anders ist die Liebe mir begegnet,
Nur wo ich leide, weiß ich, dass ich liebe,
Denn so gebot es mir mein böses Schicksal.

Ich will ja nicht nur so wie eine Katze


Die Sahne lecken aus dem Napf der Liebe,
Ich will ja nicht wie der Gourmet genießen,
Ich komm zur Liebe ja nicht wie ein Schlemmer.

Ist nicht die Liebe Gottes auch gekreuzigt?


Ist nicht der Liebende der Gottheit ähnlich?
So muss der Liebende gekreuzigt werden,
Um gleich zu sein im Kreuz der Liebe Gottes.

Drum, Mädchen, ists mein ordinäres Schicksal,


Dass meine Lust an dir mir Qual bereitet.

QUELL DER SCHÖNHEIT

Der Quell der Schönheit ist das Licht der Gottheit,


Urschönheit voller Herrlichkeit verströmt sich,
Der Glanz der Gottheit schimmert an dem Mädchen,
Der goldnen Wolke gleich des Mädchens Aura.

Der Schein der Heiligkeit ums blonde Köpfchen,


Wie Schleier fließen ihre goldnen Locken,
Wie Gnadenströme fallen ihre Zöpfe,
Der Stern der Jungfrau bildet ihre Krone.

Gekleidet ist sie in das Licht der Sonne,


Wie heilig trägt sie reines weißes Linnen,
Wie ist gebadet sie in Schaum des Meeres,
Der weiße Leib in transparenter Seide.

Der weißen bloßen Füße Lotossprossen


Erscheinen strahlend auf der weißen Wolke.

SÜSSE

Sie mag sehr gerne rote Marmelade,


Isst einen ganzen Becher voller Zucker,
Auch mag sie gern Vanille-Eis mit Sahne
Und liebt auch eine Tafel Schokolade.

Nun ist erhöht der Zucker in dem Blute,


Sie muss nun ohne Zucker sich ernähren,
Und statt des Toastbrots und der weißen Brötchen
Sie muss nun Körner essen, Vollkornbrote.

Und dennoch bleibt sie stets die Zuckersüße,


Sind Milch und Honig unter ihrer Zunge,
My sweetheart nennt sie gern ihr Minnesänger,
Ihr süßer Mund ist süß wie Himbeerfrüchte.

Ja, gibt es denn auch allzu süße Mädchen,


Ihr Philosophen, allzu schöne Frauen?

SONNE

Ich bete an die goldgelockte Sonne,


Die lächelt mit den blauen Himmelsaugen,
O Sonne der Gerechtigkeit und Gnade,
Die Kälber hüpfen unter deinen Flügeln!

Germanen sprachen von der Göttin Sunna,


Die ward verfolgt am Himmel von der Schlange,
Die Offenbarung des Johannes redet
Von jener Frau, bekleidet mit der Sonne.

Der Minnesänger ist ja nur der Mondschein,


Der Licht empfängt von seiner Herrin Sonne.
O Sonnenfrau, erleuchte meine Seele,
Dass alle Depressionen von mir weichen!

Ich hab das Herz der Sonnenfrau gegessen,


Das blonde Herz der lichten Göttin Sunna!

SELIGE

Du, Mädchen, bist ja schon auf Erden selig,


Denn selig lebst du in der Liebe Jesu,
Er ist dein Freund, du lebst mit ihm zusammen,
Ihm singst du immer fröhlich einen Lobpreis.

Fürwahr, dein Gott hat dich zum Glück geschaffen,


Du bist auf Erden fröhlich wie die Kinder,
Und wie die Heiligen hast du ein Hündchen,
Lebst heilig in dem Sakrament der Erde.

Am Ende deines Lebens, o Geliebte,


Wirst du auf einem Berge der Ekstase
Im Lobpreistanz entrückt zum dritten Himmel,
Zum Engelstanz, du Königin der Engel!

Dann, Lachenliebende, dann wirst du lachen,


Dann werden Vater, Sohn und Geistkraft lachen!
SINNLICHKEIT

O Wollust, o du Zucker dieser Zeiten!


Ihr erogenen Zonen, was denn wäre
Ein armer Knabe ohne eure Reize?
O Sinnlichkeit, man fühlt der Ader Schlagen!

Es sagt der Protestant zum Katholiken:


Die Kirche Roms ist immer so schön sinnlich,
Sie hat so schöne Tempel, Priesterröcke,
Sie hat so schöne Bilder der Madonna!

Ja, nach der süßen Sinnlichkeit auf Erden


Da kommt die Über-Sinnlichkeit im Himmel!
Da kommt die Seele mir von Gott entgegen
Im Leib aus Licht im Kleide aus Kristallen,

Im makellosen weißen Jadeleibe,


Bekleidet nur mit transparentem Schleier.

TAUBE

Du bist in der Kastanie meine Taube,


Ich sitze rauchend tags auf dem Balkone
Und denk in Einsamkeit an die Geliebte,
Da schaut die Taube mir in meine Augen.

Dann sehe ich das Pärchen Turteltauben,


Es lockt das Täubchen und es folgt der Tauber,
Und in den immergrünen Thujabäumen
Die Wipfel krachen von dem Liebesspiele.

O blonde Venus, sah ich deinen Wagen


Gezogen von den Turteltauben kommen,
Du fragtest: Warum bist du so bekümmert?
Wen liebt denn deine Seele unerwidert?

O Mädchen, deine Augen sind wie Tauben,


So zärtlich wie das Aug des Geistes Gottes!

ÜBERIRDISCHE

O deine Grazie ist überirdisch!


Ich seh in dir des Himmels reine Schönheit!
O Gottheit von der Gottheit, Licht vom Lichte,
Du Makellose, du Idee der Schönheit!

Ich geh spazieren im Ideenhimmel


Und schau im Spiegel an die Schönheitsgöttin.
Auf Erden sind nur alte fette Weiber,
Die Hexen haben Warzen auf der Nase.

Ich will zurück in meinen dritten Himmel,


Ins Reich der Liebe, in die Venus-Sphäre!
Ach Schönheit, du bist fern von mir gegangen,
Ich sitze hier wie Hiob in Verbannung!

Doch morgens in dem Traum, du blonde Venus,


Da tauchst du nackend aus dem Schaum des Traumes!

ÜBERFRAU

Der Gott ist tot, wir haben ihn ermordet,


Wir Sünder haben unsern Gott getötet!
Nun sind auf Erden nur die Letzten Menschen,
Philister, die sind nichts als hohle Därme!

Der Seher aber sucht den Übermenschen,


Er sucht ihn auf dem Gipfel seines Herzen
In kühler reiner Einsamkeit des Geistes,
Doch nimmer fand er diesen Mann und Helden.

Ich aber sah, und siehe, was ich schaute,


Das war die Überfrau in höchster Schönheit,
Ja, Stein und Blume, Tier und Mensch, sie streben
Zur Überfrau, die ist der Schöpfung Krone!

Und mit der Überfrau in ihrem Herzen


Kam Gott zurück, der auferstanden!

VENUS

Die goldne Venus mit den Taubenaugen


Taucht weiß und nackend aus dem Schaum des Meeres
Und fährt auf einer Muschel an den Sandstrand,
Dahin geblasen von dem Geiste Gottes.

Die alte Mutter Erde sie erwartet


Mit einem Blumenkleid aus Gladiolen
Und einem roten-Rosen-Purpurmantel
Um ihren schlanken lilienweißen Körper.

Die Grazien behängen sie mit Goldschmuck,


Von Süßmeerperlen rosa Rosenkränzen,
Kristallnem Diadem im goldnen Haupthaar
Und Diamanten an den Muschelohren.

Ich bin ein Römer, bete an die Venus,


Ich bin ein Grieche, liebe Aphrodite.
WEIB

Der Mann hat für sein Werk zu viel vom Denken,


Und wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämen.
Frau Weisheit macht ja glücklich nicht auf Erden,
Sie lehrt allein die Wissenschaft des Kreuzes.

Und drum hat Gott dem Mann das Weib gegeben,


Frau Torheit macht allein doch froh und fröhlich,
Des Weibes Plaudermund wird ihn ergötzen,
Er nennt sie liebes Kind und schöne Törin.

O Weib, wie bist du unbeschreiblich weiblich,


Wie weiblich deine Rundungen des Leibes,
Wie weiblich dein Gemüt, du junge Mutter,
Wie weiblich deine Zärtlichkeit und Sanftheit!

Ja, Weiberwille ist des Gottes Wille,


Besonders wenn das Weib die Mutter Gottes!

WONNE

Ich lebe in der dunklen Nacht der Seele,


Ich leb im Yin, des Berges Schattenseite,
Seit dreißig Jahren leb ich Hiobs Leben
Und wurde fast verrückt vor lauter Kummer.

Du aber auf des Berges Sonnenseite,


Du bist geboren für das Glück des Lebens,
Dein blondes Herz sieht Vater Äther heiter,
Die Sonne lacht in deinem blonden Herzen.

Wie fremd ist mir die Wunderwelt der Wonne,


Doch zieht mich deine Heiterkeit und Freude
Mit Sehnsucht an, dein Himmel ist auf Erden,
Ich bin auf Erden aber in der Hölle.

Und so sind wir wie Qual und Glück geschieden,


Zur Rechten Gottes aber lebt die Wonne.

WELTSEELE

Ich seh dich lachen in der blonden Sonne,


Du kommst im Mondschein nachts zu meiner Seele,
Ich grüße dich am Abend als die Venus,
Am Morgen weckst du mich als Morgenröte.

Du bist der Ozean, in dem ich bade,


Du bist die Lichtgestalt, des Schaumes Krone,
Und ausgesetzt auf meines Herzens Bergen,
O wie allein dort, bist du mir die Wolke.

Du ruckst mich an mit Turteltaubenaugen,


Du bist die Rotbrust am Balkongeländer,
Du bist die Hündin auf dem Hundsstern droben,
Das Opferhündchen du der Mexikaner.

Du bist die bunte Erde, lichter Äther,


Die Wolke und die Flamme und der Meerschaum!

ZÄRTLICHKEIT

Wie zärtlich ist die feminine Seele,


Wie zärtlich ihre Augen, ihre Hände,
Gib ihr die Hand, da fasst du eine Wolke,
Wie zärtlich ist die Frau zu ihrem Schoßhund.

Wie zärtlich ist die mütterliche Kirche,


Wie zärtlich die erbarmungsvollen Schwestern,
Wie zärtlich sind die Heiligen des Karmel,
Wie zärtlich die glückselige Madonna.

Dies alles zeigt die Zärtlichkeit der Gottheit.


Das Herz des Christentums, das ist die Liebe,
Die Zärtlichkeit der Liebe ist die Seele
Der heiligen Ecclesia von Roma.

O Zärtlichkeit der Dreiheit in der Einheit,


Du Zärtlichkeit jungfräulicher Sophia!

ABC DER MUSEN

VISION DER ALLMACHT UND WEISHEIT UND LIEBE


GOTTES IN WEIBLICHER GESTALT

Um Mitternacht erschien in meiner Kammer


Die Gottheit in drei weiblichen Personen,
Frau Allmacht und Frau Weisheit und Frau Liebe
Erschienen, eine schöner als die andre!

Frau Allmacht mir versprach die Kaiserwürde,


Wenn ich den Apfel ihr der Schönheit gebe!
Frau Weisheit mache mich zum Philosophen,
Wenn ich den Apfel ihr der Schönheit gebe!
Frau Liebe ließ die sieben Schleier sinken;
Sie stand vor mir in allem Liebreiz nackend!
Frau Liebe mir versprach zur Braut Maria,
Wenn ich den Apfel ihr der Schönheit gebe!

Da schaute ich die Himmelsstadt der Frauen


Und über allen Königin Maria!

VENUS VON WILLENDORF

Bet ich das Vaterunser in der Messe,


Dann denk ich an die Willendorfer Venus,
Denn meine Gottheit ist die Große Mutter,
Die fünfundzwanzigtausend Jahre alte!

Einst trat ich in das Zimmer eines Weibes,


Da hing das Bild der Willendorfer Venus,
Der Muttergöttin mit dem großen Busen,
Der Liebesgöttin mit dem breiten Becken.

Zwar das Idol in Wirklichkeit ist klein nur,


Groß ist die Fruchtbarkeit der Großen Mutter.
Die Menschen in der Steinzeit glaubten scheinbar
An eine übergroße Muttergöttin.

Am Anfang war die Mutter, die war fruchtbar,


Die Eine Mutter nur, die Eine Gottheit.

HELENA VON HOMER

Die wunderschöne Königin von Sparta


War ehelich vermählt dem Menelaos,
Der Bruder war des Fürsten Agamemnon,
Sie hatten eine Tochter, Harmonia.

Jedoch der Liebe Göttin Aphrodite


Die Fürstin hatte vorgesehn für Paris.
Prinz Paris warb um sie am Strand von Sparta,
Er schenkte Schmuck ihr, Gold und Edelsteine.

Da folgte Helena dem Prinzen Paris,


Sie machten Rast auf einer kleinen Insel,
Da wälzten sie sich in dem Sand des Strandes
Und machten Liebe bei des Meeres Rauschen.

Kassandra aber sah den Brand von Troja


Voraus, doch keiner glaubte der Prophetin.
ANTIGONE VON SOPHOKLES

Antigone war eine fromme Jungfrau,


Die über seinen Tod hinaus den Bruder
Geliebt und sorgte schließlich voll Erbarmen
Für die Beerdigung des toten Bruders.

Der König in dem Staate untersagte,


Zu Grab zu tragen diesen Feind des Staates.
Antigone jedoch gehorchte einzig
Den Weisungen und dem Gesetz der Götter.

Als Marterzeugin fürs Gesetz der Götter


Antigone ist hingerichtet worden.
Des Königs Sohn, der jugendliche Haimon,
Der Jungfrau folgte in die Grabeshöhle.

So siegte über das Gesetz des Staates


Moralisch in der Jungfrau das Naturrecht.

LESBIA VON CATULL

Wer gegenübersitzt dem schönen Weibe,


Der scheint zu sein schon einer von den Göttern,
Der ist schon selig wie der Gott der Götter,
Wenn dies zu sagen ist erlaubt dem Menschen.

Sitzt dir Catullus gegenüber, Schönheit,


Versagt der Atem und versagt die Stimme,
Elektrische Impulse zucken jählings
Durch alle Adern dem verliebten Manne!

Der Schweiß bricht aus, es zittern alle Glieder,


Ein Donner dröhnt gewaltig in den Ohren,
Geblendet von der Schönheit, hat die Blindheit
Den Dichter-Seher plötzlich überfallen!

Das macht der Müßiggang, das macht die Muße,


Die ruinierte auch schon ganze Staaten.

DELIA VON TIBULL

Und wenn auch Delia der Kröte Speichel


Zusammen mischen wollt mit Fliegenpilzen
Und täte in die Suppe Rattenschwänze
Und dazu ausgerupfte Mückenflügel

Und gäbe Saft der Vulva einer Stute


Darein und kochte alles auf dem Feuer
Und riefe dazu an die Hexengöttin,
Beschwörte dreimal Hekate, die dunkle,

Und gäbe dann den Sud Tibull zu trinken –


Von ihren Händen nähm ich gern die Suppe
Und ließe mich verzaubern von der Hexe,
Die ich trotz ihres Ehemannes liebe,

Denn schön, zu sterben von der Hand der Liebsten!


Im Hades sind wir sicherlich zusammen!

CYNTHIA VON PROPERZ

Die schöne Cynthia lag in dem Garten


Im Sommer und sie schlief im grünen Grase,
Ihr Kleid, durchsichtig, ließ die Brüste sehen,
Brustspitzen drückten leicht sich durch die Seide.

Der Dichter nahte sich der Vielgeliebten,


Die ihm versagte sonst so manche Gnade,
Nun aber lag die offenbare Schönheit
So weiblich-willig vor ihm auf der Erde.

Da nahte er die Lippen ihren Lippen


Und raubte ihr im Schlaf ein feuchtes Küsschen,
Sie öffnete im Schlaf die Lippen etwas
Und träumte wohl von eines Mannes Liebe.

Und nun berührte der Poet die Brüste,


Er sah das Muttermal am linken Busen.

CORINNA VON OVID

Corinna, wenn dein Mann sitzt an dem Tische


Stolz neben dir und dich berührt vertraulich,
Berühre dann, Geliebte, unterm Tische
Mit deinem Fuße zärtlich meine Füße.

Und schütte aus den Becher voll von Rotwein


Und in die Lache zeichne mit dem Finger
Die Ziffer, wann wir in der Nacht uns treffen,
Es schweige nur der Hund vor deinem Hause.

Wenn du bei einem Fest mit deinem Manne


Zugegen bist und ich bin auch zugegen,
So streife du mich unabsichtlich zärtlich,
Berühr mit deinen Brüsten meine Schulter.

Hier schenk ich dir den Ring, den trag am Finger,


Wenn du alleine liegst in deinem Bette.
BEATRICE VON DANTE

In seiner Jugend sah der fromme Dichter


Die schöne Beatrice. Amor traf ihn!
Als die Geliebte starb in ihrer Jugend,
Trug Amor sie im roten Kleid gen Himmel.

Und nun war sie die Heilige des Dichters,


Der Theologen Weisheit schön verkörpernd.
Wo Sankt Maria saß und Mutter Eva,
Da saß im Himmelsthron auch Beatrice.

Der Dichter ist gegangen durch die Hölle,


Er ist gegangen durch das Fegefeuer,
Bis sie im Paradiese ihn begrüßte
Und führte ihn zur frohen Schau der Gottheit –

Er sah die Liebe, die regiert das Weltall –


Ihn traf ein Blitz, er stürzte auf die Erde.

LAURA VON PETRARCA

Er sah sie Einmal nur in seiner Jugend


Und er verliebte sich in ihren Namen.
Er liebte ja die Dichtkunst der Antike,
Da Gott Apollon liebte Jungfrau Daphne

Und Jungfrau Daphne floh vorm Gott Apollon


Und er verwandelte sie in den Lorbeer,
Den Lorbeer, der die wahren Dichter kränzte,
Und Laura war ja schließlich dieser Lorbeer.

Er war in der Provence im Süden Frankreichs


Und lebte dort allein dem Angedenken
Der schönen Jungfrau mit dem schönen Namen
Und reimte ihr die traurigsten Sonette.

Doch später er bekannte Augustinus,


Er habe nur geliebt den schönen Namen.

LEONORE VON TASSO

Die Fürstin an dem Florentiner Hofe


War für den Dichter Inbegriff der Schönheit,
Die reine Venus aus dem dritten Himmel,
Idee und Ideal, der Schönheit Urbild.

Er häufte auf den vielgeliebten Namen


Die höchsten Qualitäten, die er kannte,
Er liebte nicht die ganz konkrete Dame,
Platoniker, er liebte die Idea!

Die Ritter, die Jerusalem befreiten,


Kreuzfahrer zu dem Grabe Christi, alle
Sie folgten dieser schönsten aller Damen,
Die war ein Traumbild aus dem Geist des Dichters.

Ihr Ehemann jedoch den Liebesdichter


Hat schließlich eingesperrt im Irrenhause.

VENETIA DIGBY VON BEN JONSON

Sie ist gestorben, seine Vielgeliebte,


Die Muse war für alle seine Werke,
Tragödien, Komödien und Masken
Und Epigramme und der Liebe Lyrik.

Sie ist gestorben und er sprach sie heilig,


Da sie zuletzt das Mahl des Herrn empfangen.
Sie wartet nun auf ihre Auferstehung
Und das persönliche Gericht durch Christus.

Dann wird bekommen sie den reinsten Geistleib,


Licht wie die Sonne, schneller als die Blitze,
Durchsichtig wie das Glas und leicht wie Wolken,
So lebt sie bei den Heiligen und Engeln.

Der Dichter in der Katastrophe Kerker


Bejammert aber den Verlust der Muse.

FANNY VON KLOPSTOCK

Der seraphinische Poet ersehnte


Schon frühe die vollkommene Geliebte,
Die er in seinem Traum erfunden hatte,
Die zärtlich-sanfte Tochter frommer Mutter.

Da fand er Fanny, seines Freundes Schwester,


Die liebte einen andern Mann, mehr glücklich
Als der Poet, doch reicher nicht an Tugend.
Auch ungeliebt, der Dichter liebte Fanny.

Und wenn du einst gestorben bist, o Fanny,


Ich such gestorben bin, dann wird mein Engel
Mich zu dir führen in dem Paradiese,
Wir werden uns vor Gott vollkommen lieben!

Der Liebe tief ergründete wie Engel,


Ist eins mit Fanny, wie Petrark mit Laura.

FRAU VON STEIN VON GOETHE

Am siebenten November kam der junge


Student des Jura in das Städtchen Weimar
Und lernte dort Charlotte kennen, Lida,
Der er nebst Shakespearn seine Dichtkunst dankte.

Im Herzog hat er einen Herrn gefunden,


In Frau von Stein gefunden eine Herrin.
Rittmeister Stein den Dichter hat geduldet,
Der kleine Sohn vergötterte den Dichter.

Charlotte war ihm Muse und Madonna,


War Iphigenie ihm und Leonore.
Sie wollte heilig machen den Poeten,
Man weiß nicht, ob sie je den Dichter küsste.

Er blieb sein Leben lang ihr treu verbunden


Trotz all der andern Liebchen, die er hatte.

LAURA VON SCHILLER

Einst bei der Schöpfung dieses Universums


Der Schöpfer schuf den Dichter und die Muse,
Schuf Friedrich Schiller und die schöne Laura,
Zwei Hälften Einer Kugel in dem Weltall.

Und darum, liebe Frau, wenn wir uns lieben,


Was eins einst war, das findet neu zusammen,
Die Sphärenharmonie des Universums
Wird wieder hergestellt durch unsre Liebe.

Wie schön du bist, o Laura! Doch du alterst,


Einst wirst du sterben und zu Staube werden.
Den Gott, der dich gab einem andern Manne,
Kann ich nicht lieben, Laura, einzig lieben

Kann ewig ich, die uns dereinst vereinigt,


Die Geistermutter Ewigkeit, die große.

DIOTIMA VON HÖLDERLIN

Hauslehrer wurde er im Haus des Bankmanns,


Erzog als Pädagoge einen Knaben.
Suzette, die Gattin des Bankiers, war reizend
Mit ihrem ewigen Madonnenkopfe!
Der Dichter wählte sie als seine Muse,
Da Gott er sah auf ihrer Stirne strahlen!
Er nannte sie die Priesterin der Liebe,
Die Sokrates belehrte, Diotima.

Er liebte sie, sie liebte ihn! Doch leider


Der Ehemann verbannte ihn vom Hause.
So ging er nach Bordeaux. Sie ist gestorben,
Gestorben Diotima! So der Dichter

Verfallen ist dem schizophrenen Wahnsinn!


Im Himmel gibt es einst ein Wiedersehen!

SOPHIE VON NOVALIS

Novalis liebte Christus und sein Söphchen,


Für ihn war diese reizende Verlobte
Die Jungfrau Weisheit, Hagia Sophia,
Wie er sie aus dem Werk von Böhme kannte.

Sein Söphchen war für ihn die blaue Blume,


Sie war für ihn die himmlische Madonna.
Als aber dann sein Söphchen jung gestorben,
Der Dichter wollte selber sich ermorden.

Er stand an ihrem Grabe voller Trauer


Und schrieb die Hymnen an die Nacht voll Sehnsucht,
Voll Sehnsucht nach Erlösung durch das Sterben
Und himmlische Vereinigung mit Söphchen.

Novalis hob den Schleier auf der Isis


Und sah sein Liebchen, Rosenblüte Söphchen.

SOPHIE VON BRENTANO

Der Dichter sehnte sich nach der entfernten


Geliebten, sehnte sich so sehr, er konnte
Vor lauter Sehnsucht nicht mehr Lieder schreiben,
Denn er verzehrte sich vor lauter Sehnsucht.

Und als der Dichter hatte die Geliebte


Sophie in seinem Hause als Gemahlin,
Er konnte leider keine Lieder schreiben,
Weil ihm gestillt war alle seine Sehnsucht.

Die Mutter und Gemahlin starb im Kindsbett,


Der Dichter sah sie in Visionen geistig
Und dennoch er verging vor lauter Trauer,
Aus Abgrundstiefe heulte er zu Christus.
Nun wurde er katholisch, schrieb Visionen
Der Nonne mit den Stigmata des Heilands.

ANNA KERN VON PUSCHKIN

O Anna, als ich dich zuerst gesehen,


Erschienst du mir als Genius der Schönheit,
Und mit dem reinen Genius der Schönheit
Kam mir die Muse und die Glut der Liebe.

Dann war ich fern von dir, geliebte Anna,


Und Schmerz und Langeweile war mein Leben.
Ich vegetierte unter wüsten Narren
Und keine Muse mir den Schmerz verschönte.

Da kamst du wieder, o geliebte Anna,


Erneut der Genius der Schönheit schenkte
Das Leben mir, die Liebe mir, die Muse,
Inspiration und Glauben an die Gottheit!

O femina divina, Frau und Göttin,


Erbarme dich, ich bin ein armer Sünder!

MATHILDE VON HEINE

Der Dichter elend lag auf der Matratze,


Der größte Humorist war todestraurig.
Das Rückenmark war gichtisch ihm verkümmert,
Er war der arme Lazarus, der kranke.

Er hatte nur gespielt mit Liebesschmerzen,


Nun hatte eine Liebe er gefunden,
Die in der Stadt Paris im schönen Frankreich
Den todeskranken Liebesdichter pflegte.

Zu Grab zu schleichen einsam, das ist traurig,


Nicht eine Krankenschwester kann ihm helfen,
Nur eine Liebe, Liebe, ewigweiblich,
Die trägt mit ihrer Gnade ihn zu Grabe!

Wem das versagt bleibt, lieber Heinrich Heine –


Ihr Brüder, droben sehen wir uns wieder!

LOU VON RILKE

Reiß mir die Arme aus, geliebte Herrin,


Mit meinen Beinen werd ich dich umfangen!
Reiß mir die Beine aus, geliebte Herrin,
Auf meinem Bauche werd ich zu dir kriechen!
Reiß mir die Lippen aus, geliebte Herrin,
Mit meinen Augen werd ich zu dir sprechen!
Reiß mir die Augen aus, geliebte Herrin,
Mit meinem Herzen werde ich dich sehen!

Reiß mir das heiße Herz aus meinem Busen,


Mit meinem Hirne werde ich dich fühlen!
Reiß mir das heiße Hirn aus meinem Schädel,
Mit meinem Blute werde ich dich denken!

Nimm mir das Leben auf der feuchten Erde,


So will ich dich im Himmel weiter lieben!

AVE MARIA!

Gegrüßet seiest du, o Sankt Maria,


Der Herr ist mit dir schon seit Ewigkeiten!
Begnadete, du bist die Gnadenvolle,
Die Unbefleckt Empfangene von Anfang!

Du bist gebenedeit im Kreis der Frauen,


Gesegnet mehr als alle andern Frauen!
Gebenedeit die Frucht ist deines Schoßes,
Herr Jesus ist die fleischgewordne Weisheit!

O Heilige Maria, Gottesmutter,


Du bitt für unsre Seelen, Advokatin,
Wir sind ja nichts als arme alte Sünder,
So bitt für uns in unsrer Todesstunde!

Dem Vater und dem Sohne und dem Geiste


Sei Ruhm und Dank in allen Ewigkeiten!

ABC DER GÖTTIN

ALLATH

Im seligen Arabien vorzeiten


Die Araber und ihre schönen Frauen
Mit schwarzen Augen und mit schwarzen Haaren
Verehrten eine große Muttergöttin.

Sie war die göttliche Natur als Mutter


Und ward verehrt am schwarzen Stein der Kaaba
Und Mekka war das Heiligtum der Göttin
Und in Medina stand der Göttin Tempel.

Sie war die schöne Königin des Himmels,


Sie war Urania vom Kreuz des Südens.
Es ritt der Schah auf dem Kamel zum Opfer,
Es saß die Göttin nackt auf einem Löwen.

Allath, Aluzza und Almanat herrschten,


Drei Himmlische in Einer Göttin Wesen.

ANAHITA

Die Göttin der Armenier und der Meder


Verehrt ward als die reine Lebensquelle,
Der Weltenstrom, der Ozean der Welten,
Die Göttin war die keusche Schwester Wasser.

Geweiht war ihr der goldne Baum des Lebens,


Der stand am Tigris in dem Paradiese.
Der Baum des Lebens ward entrückt zum Monde,
Das Paradies erwartet uns im Himmel.

Am Kaukasus Armenier verehrten


Und in dem Schlosse Susan sie die Perser
Als Makellose und als Unbefleckte,
Als reine Jungfrau, Königin der Liebe.

Sie ist der Genius des Morgensternes,


Die harfend ordnet die Musik der Sphären.

APHRODITE

Vom Himmelsvater und von seinem Phallus


Gezeugt im Mittelmeer ward Aphrodite,
Die Schaumgeborne und die Schamerfreute,
Die Lachenliebende, die Liebesgöttin.

Sie kam nach Zypern, kam zum Strand von Paphos,


Auf einer Muschel kam die Schönheitsgöttin.
Es schmückten sie die Grazien mit Kettchen
Und Ringen und mit einem Zaubergürtel.

So trat auf dem Olymp sie vor den Vater


Der Götter und der Menschen, Zeus Kronion,
Er gab das Amt ihr, übers Bett zu wachen,
Zu hüten das Mysterium der Ehe.

So Aphrodite mit dem Knaben Eros


Die Herzen aller Griechen schön regierte.
ARTEMIS

Die keusche Artemis war eine Jungfrau,


Sie war die Jägerin im Wald der Hirsche,
Sie hatte keusche Nymphen, hatte Hunde,
Sie trug den Bogen und im Köcher Pfeile.

Sie war die reine Schwester des Apollon


Und Tochter der Latona, die auf Delos
Umschlang die Palme und gebar die Kinder,
Ihn, Gott der Sonne, sie, des Mondes Göttin.

Einst hat sie nackt in einem Teich gebadet


In einem dunklen Wald, die keusche Jungfrau,
Da sah Aktäon sie, die nackte Jungfrau,
Sie schickte Wahnsinn ihm, das Todesurteil.

Der ganze Weltkreis in der Ökumene


In Ephesos die Artemis verehrte.

ASTARTE

Die Göttin der Phönizer war Astarte,


Sie war der Genius des Morgensternes,
Sie war die Braut von El, dem Gott des Himmels,
Die Königin der Liebe und des Krieges.

In Kanaan ihr dienten Hierodulen,


Sie übten Sexualmagie, beschworen
Im Liebesakt auf Erden so die Hochzeit
Von Gott und Göttin für der Schöpfung Leben.

Auch Salomo erbaute ihr den Tempel


Für eine seiner Frauen aus dem Harem.
Sie war der Juden lüsterne Versuchung:
Ach, eine Frau erkennend Gott zu ehren!

Von Tyrus und von Sidon kam Astarte


Nach Griechenland und ward zu Aphrodite.

ASTRÄA

Die goldne Zeit des ersten Paradieses


Stand unter der Regierung der Asträa,
Der Göttin der Gerechtigkeit, des Rechtes,
Als sie regierte, war die Menschheit glücklich.

Dann aber kam der Bruderkrieg, die Habgier,


Begierde nach dem Gold und Hass und Zanken,
Da flog Asträa aufwärts in den Himmel,
Und auf der Erde herrschten Geldgier, Weltkrieg.

Der deutsche Dichter aber sah Asträa


Im Kreise der Gerechten, voller Schönheit,
Die Haare rabenschwarz, die Augen meerblau,
Am schönsten waren ihre vollen Lippen.

Asträa herrschte in dem Kreis der Frommen,


Lud die Gerechten in das Haus Asträas.

ATHENE

Sie ward geboren aus dem Haupt des Vaters,


Die Jungfrau, sie erschien in voller Rüstung,
Sie war die Göttin des gerechten Krieges
Und war die Weisheitsgöttin der Athener.

Die heilige Akropolis geweiht war


Der göttlichen Athene, Gottes Tochter,
Das Parthenon gewidmet war der Jungfrau,
Der reinen Schutzfrau der Athener Denker.

Odysseus liebte sie als seine Herrin,


Die Jungfrau mit der strahlend blauen Augen,
Und Platon hatte seine große Weisheit
Von ihrem Unterricht und ihrer Lehre.

Sie war so keusch, die makellose Jungfrau,


Der Inbegriff der Apathie der Gottheit.

AURORA

Die Römer ehrten Jungfrau Morgenröte,


Den Anbeginn der neuen Zeit des Lichtes.
Die Göttin kam mit ihren Rosenfingern
Und öffnete das Himmelstor der Sonne.

Sie war ein Mädchen, rötlichblonde Locken


Ums weiße Angesicht, mit rotem Munde,
Mit klaren Augen, welche herrlich strahlten,
Mit einem wundervollen Mädchenkörper.

Sie liebte einen alten Mann, Gott bittend


Um langes Leben für den Vielgeliebten,
Doch sie vergaß, den Ewigen zu bitten
Um Jugendfrische für den alten Gatten.

Der wurde zur Zikade, leise zirpend:


Aurora, weck mich auf, du junge Göttin!
BRIGID

Der Kelten Göttin Brigid war die Muse


Der Dichter. Wer ein wahrer und berufner
Poet der Muse war, ein Musenpriester,
Prophet der Muse, trank aus ihrem Kessel.

Sie war die weiße Göttin voller Strahlen,


Im weißen Kleid, im himmelblauen Mantel,
Mit Sternenkronen in den goldnen Locken,
Die Lichtgestalt, die wandelte am Himmel.

Sie inspirierte und sie lehrte Lieder


Und war der Genius des Erdtrabanten,
War Sichelmond und voller Mond und Neumond,
Dreifaltige Gebieterin der Dichter.

Der Dichter hält entgegen ihr die Feder,


Sie küsst die Feder, so den Dichter segnend.

CHARIS

Dich, Charis, nennt der Theologe Gnade,


Ich nenn dich Charme, Entzücken, Schönheit, Anmut,
Du bist die Grazie und du bist die Gnade,
Du bist die Huld, die Freundlichkeit, die Liebe.

Homer pries dich, Hephästos Gattin, Charis,


Du, Charis, bist die Göttin Aphrodite,
Du bist der Liebreizgürtel Aphrodites,
Der Zaubergürtel voll Magie des Eros.

Mit roten Locken um das weiße Antlitz,


Mit rotgeschminkten Lippen, weißen Zähnen,
Mit Lächelaugen und mit großen Brüsten,
Mit kurzem Röckchen und mit nackten Schenkeln.

Du junge Göttin voller Charme und Zauber,


Du warst die Himmlische, die Paulus ehrte.

CERES

Getreidegöttin und des Brotes Mutter,


Du goldne Ceres mit den blonden Locken,
Kornblumen trägst als Kranz du auf dem Haupte
Und bist so golden wie ein Feld von Weizen.

Die Tochter wurde dir geraubt, o Mutter,


Die Tochter Kore ward geraubt vom Hades.
Du irrtest durch die Welt, die Tochter suchend,
Das feierten die Griechen in Eleusis.

Du, Göttin, hast vermählt dich mit dem Jüngling,


Dem Menschen Jasion, und eure Hochzeit
Ließ fruchtbar werden die Natur, die Schöpfung,
Denn Liebe ist das Innere der Schöpfung.

Dein Brot, o Ceres, ward zum Sakramente


Mit dem geweihten Traubenblut des Bacchus.

DEVI

Wir lieben deinen Namen, Göttin Devi,


Die du bist größer als die Götter-Dreiheit,
Die du stehst unserm Herzen näher, Mutter,
Denn du bist eine Frau, die weiß zu lieben.

Wir wissen, dass du kämpfst mit den Dämonen


Und dass du bald die Teufel wirst zertreten.
Wir sehen dich bewaffnet mit den Waffen,
Du trägst den Rosenkranz mit Totenschädeln.

Du bist die Meisterin der Liebes-Mystik,


In Tantra-Sexualität belehrst du,
Die Liebe zwischen Mann und Frau ist heilig
Und ist ein Abbild deiner großen Liebe.

Die Männer glauben: Jede Frau ist göttlich,


Da Frauen Ebenbilder sind der Göttin.

DIANA

Diana ist die Jungfrau von dem Monde,


Sie trägt ein weißes Kleid von reinem Linnen,
Sie ist nicht untertan der wilden Venus,
Sie ist der Inbegriff der keuschen Reinheit.

Ihr hat sich Hippolit geweiht, der Jüngling,


Jungfräulich um des Himmelreiches willen
Der Jüngling lebte fern dem Werk der Venus,
Dem Ehebruch, der Unzucht, aller Sünden.

Der göttlichen Diana ward geopfert


Die Jungfrau Iphigenie von dem Vater,
Diana gab ein Reh als Opfergabe,
Entrückte Iphigenie zu den Skythen.

Die besten Römer opferten Diana,


Im Zölibat verehrten sie die Priester.

EIRENE

Eirene, Himmelskönigin des Friedens,


Die Griechen haben dich verehrt als Göttin.
Ich seh dich, schlank gebildet, weißgekleidet,
Rothaarig, schmaler Lippen, lichter Augen.

Den Frieden müssen wir empfangen von Eirene,


So kommt der Herzensfrieden, dass apatisch
Und ohne Leidenschaft, in Seelenruhe
Wir reiner Spiegel unsrer Göttin werden.

Lysistrata verehrte dich vor allem,


Da die Athener und Spartaner lagen
Im Bruderkriege, da die Frauen wollten
Die Männer keusch zurück zum Frieden führen.

Wir weihn die Welt der göttlichen Eirene,


Auf dass ihr Friedensreich auf Erden komme!

EVA

Urmutter der Lebendigen, o Mutter,


Du Schöpferin der Welt und Liebesgöttin,
Du Überweib, das nackt im Paradiese
Der Anfang war des Anbeginns der Menschheit!

Du gabst das Sakrament des Liebesapfels


Dem ersten Menschen, deinem Sohn-Geliebten,
Du hast ihn eingeweiht in die Erkenntnis,
In die Erkenntnis deines Schoßes, Göttin.

Wir sehen dich, die Urfrau, Göttin Eva,


So wie du nackt getanzt hast mit der Schlange.
Dein war die Feige, dies der Göttin Vulva,
Die Schlange war der hochzeitliche Phallus.

Im Himmel thronst du neben deiner Schwester


Maria, die wir Neue Eva nennen.

FAMA

Dich, Göttin Fama, rufen die Heroen,


Dass ihre Heldentat in der Geschichte
Verherrlicht überliefert wird der Nachwelt
Durch Schreiber, die Geschichte schreiben können.
Dich, Göttin Fama, rufen Philosophen,
Die möchten, dass die Ökumene höre
Die Gottesweisheit, die sie fleißig suchten,
Auf dass sie nicht umsonst studiert die Schriften.

Am meisten, Fama, suchen dich die Dichter,


Die schreiben für den Nachruhm in der Nachwelt.
Für Dichter hast du Rosen nicht noch Myrthen,
Doch auf dem Kapitole Lorbeerkränze!

Ich aber brauch dich nicht, o Göttin Fama,


Du Ruhmesgöttin, nämlich Ruhm ist eitel.

FAUNA

Die Göttin Fauna ist der Tiere Göttin,


Der wilden und der zahmen Tiere Gottheit.
Sie liebt die Tiere, ihre lieben Kinder,
Und spricht verständnisvoll der Tiere Sprache.

Sie gibt die animalische, die Seele,


Dazu die Pflanzenseele auch den Tieren.
Sie gibt den Tieren Triebe und Instinkte
Und unterwirft sie dem Gesetz der Liebe.

Die Käfer und die Würmer und die Falter,


Die Taube und der Milan und der Adler,
Die Schwäne und der Kranich und die Ente,
Die Panther und die Löwen und die Tiger

Und alle Tiere loben Göttin Fauna


Und folgen ihren göttlichen Gesetzen.

FIDES

Du bist die Göttin-Herrscherin des Glaubens,


Wie Kinder glauben wir der Großen Mutter.
Du lehrst uns kindliches Vertrauen, Gottheit,
Und liebevolle Ganzhingabe, Göttin.

Es gibt nur eine wahre Gottheit, Herrin,


Es gibt nur einen wahren Glauben, Fides,
Es gibt nur eine wahre Volksgemeinde,
In dieser Gnade leben wir und weben.

Du, Göttin Fides, auf dem Vatikane


Hast du den heiligen Altar errichtet,
Dort opfern wir dir Brot und Blut der Trauben,
Dort bringen wir Gebete dar und Weihrauch.
Dem Himmel kann man anders nicht gefallen,
Als dass man Fides im Gehorsam annimmt.

FLORA

Ich sah die Blumengöttin in dem Garten,


Im sommerlichen bunten Blumengarten,
Sie ging im weißen Kleid, mit einem Füllhorn
Und streute Blüten auf den grünen Rasen.

Da war der heimlichen Geliebten Iris,


In violett und gelb, mit süßem Schoße,
Da waren weiße, rote, gelbe Rosen,
Hibiskus, Hyazinth und roter Poppie.

Im Blumengarten aber glühte Eros,


Die göttliche Erotik in der Schöpfung.
Der Göttin Flora leicht das Kleid verrutschte,
Ich sah von Elfenbein die schöne Schultern

Und sah den Ansatz ihrer großen Brüste,


Magnolienblüten glichen ihre Brüste.

FORTUNA

Die Kinder lieben dich im Spiel, Fortuna,


Die Knaben küsstest du beim Würfelspiele.
Der Denker sagte: Das ist nichts als Zufall,
Ist alles mathematisch zu berechnen.

Der Dichter sagte, dass das Glück des Lebens


Allein bestehe in dem Kuss der Göttin.
Du bist geniale Intelligenz im Weltall,
Nach Gottes Weisung du verteilst die Gnaden.

Fortuna, ich bin aber unbegnadet


Und mir verweigerst du die heißen Küsse,
Die ich so sehr von deinem Mund begehre,
Verzehrend schmachte ich nach deinen Küssen.

Jedoch Felicitas, die küsst im Traum mich,


Sie küsst mit langen feuchten Zungenküssen!

FREYJA

Du bist die Liebesgöttin der Germanen,


Der Freitag ist dir heilig, deutsche Venus,
Die weißen Katzen ziehen deinen Wagen,
Dem schwarzen Kater streichelst du den Rücken.
Das blonde Haar hast du zum Zopf geflochten,
Den goldnen Zopf dir um den Kopf gewunden,
Dein goldner Halsschmuck schmückt die weißen Brüste,
Dein Mund ist kusslich, deine Augen strahlend.

Ich will im Tod nicht nach Walhalla kommen,


Mit Männern Met zu trinken, Krieg zu führen.
Walkyren, Schwanenjungfraun, bringt im Tod mich
Nach Folkwang, in das Heiligtum der Freyja!

Germanen lieben Unsre Liebe Vrouwe,


Die Seele der Nation, die Hohe Minne!

FRIGG

Du bist die Ehe-Göttin der Germanen,


Die unbefleckte Herrin der Familie.
Die Liebe zwischen Mann und Frau ist heilig,
Das kleine Kind ist ein Geschenk der Göttin.

Der Dichter und die Muse an der Ostsee


Vermählten fast sich vor dem Kreidefelsen,
Doch sagtest du zu dem geweihten Dichter:
Ich, deine Göttin, wähle dich zum Gatten!

Die Ehe und Familie wird bestritten


Von bösen Geistern und von bösen Leuten,
Du aber, Göttin, stehst uns bei im Kampfe
Und schützt das Leben auch der kleinen Kinder.

Du Schutzfrau alles ungebornen Lebens,


Beende du den Kindermord auf Erden!

GAIA

O Gaia, unser aller Mutter Erde,


Du feuchte Erde mit den breiten Brüsten,
Die Alten nennen dich die Göttermutter,
Wir nennen dich ein liebes Lebewesen.

Du bist die Ehefrau von Vater Himmel,


Gott Uranos ist dein Gemahl in Treue.
Wenn ihr euch ehelich vereinigt, liebend,
Gebierst du junge Götter dieser Erde.

Ich, Göttin, bin ja nichts als Staub und Asche,


Du Töpferin hast mich aus Lehm geknetet,
Am Ende meines Lebens werd ich wieder
Zu Staub, in deinen Schoß zurückzukehren.
O Mutter, schüttle ab die Egoisten,
Die deine herrliche Natur zerstören!

GANGA

Vom heiligen Himalaya herunter


Die Mutter Ganga strömt, der Quell des Lebens,
Sie stürzt aufs Haupt von Shiva, dem Zerstörer,
Der lindert ihre Macht zu milder Güte.

Dann strömt durch Indien die Mutter Ganga,


Die Inder und die Inderinnen baden
In ihrem Wasser, um die Schuld zu tilgen,
Die sie hinweg nimmt von der Welt die Sünde.

Du, Mutter Ganga, mögest uns verzeihen


Die Sündenlast, das Karma schlechten Lebens,
Schenk uns die Neugeburt in das Nirvana
Und dass wir nicht mehr kleben an dem Leben.

Erlöserin, Vergeberin der Sünden,


Im Bad der Neugeburt mach du uns heilig!

HARMONIA

O Göttin Harmonia, Himmelsmuse,


Mit der Musik der Mystik freust du Seelen,
Du baust im Unsichtbaren Kathedralen,
Dein Gürtel bindet schön des Weltalls Toben.

Ich bring das musikalische, das Opfer,


Dir mit der Königin der Instrumente.
Ich lausche deinem Orgelspiel der Erde,
Ich lausche deinem Orgelspiel des Himmels.

In himmlischen Oktaven ist geordnet


Die kosmische Musik der Sphären.
Wenn du das All der Schöpfung einst vollendest,
Tönt wunderschön die Symphonie des Sphairos.

Du femininer Genius der Venus,


Schön harfend führst du die Musik des Himmels.

HATHOR

Ägypten ehrte dich als Liebesgöttin,


Ich sah dich auch mit langen schwarzen Haaren,
Gott Eros in den Spitzen deiner Haare
Und Grazien auf deinen langen Wimpern.

Auch stecktest du die Haare auf zum Knoten,


Schmachtlöckchen fielen lässig auf die Wangen.
Dein Hauchkleid war gewebt aus Spinnenweben,
Du Sex-Idol und Königin des Fleisches.

Der Bruder innig liebt die Schöne Schwester,


Der Bräutigam die Braut, der Herr die Herrin.
Die Schwester hält den roten Fisch in Händen,
Der Bruder führt sie auf die Weinhaus-Insel.

Es sieht der Bruder in der schönen Schwester


Die Schwester Göttin, Hathor von Ägypten.

HEBE

O Hebe, wenn ich in den Himmel komme,


Schenkst du den besten Rauschtrank in den Becher.
Berauschend ist der Göttin trunkne Liebe,
Ich sauge Wein aus deinen jungen Brüsten.

Im Himmel, Hebe, lauter junge Mädchen,


Dort ist die Stadt voll Göttinnen und Jungfraun.
Du aber, Königin auf dem Olympos,
Du reichst dem Becher dar dem Gott der Götter.

Ich werde sterben auf dem Scheiterhaufen


Und auferstehn wie Phönix aus der Asche,
Du, Göttin, wirst verklären mich zum Halbgott,
Im Himmel werden wir die Hochzeit feiern.

Ich träum von dir, o Mädchengöttin Hebe,


Dein Becken gleicht dem Becher voll Berauschung!

HERTHA

O Hertha, unsre chtonische Geliebte,


Der Friese betet zu der Muttergöttin!
O schütz uns vor den Weibern der Teutonen,
Die kalt sind! Aber du, du liebst uns, Göttin.

Die Mutterkühe ziehen deinen Wagen,


Und du stehst triumphierend und erhaben
Auf dem Triumphgefährt und fährst zum Bade
Und badest nackt im Teiche der Druiden.

Der Friese fragt die Schwäne, ihr Orakel


Spricht von den Freudenreichen in den Himmeln.
Du, Hertha, bist unsterblich und glückselig
Und wartest auf den Kämpfer in Walhalla.

Und manchmal kommst im Traum du zu dem Friesen,


Da küsst die Göttin zärtlich ihren Priester.

HLYN

O Hlyn, du deutsche treue Freundschaftsgöttin,


Die Freundschaft innen hält die Welt zusammen,
Befreundet sind der Elemente Teilchen,
Die Freundschaft ist die Seele dieser Schöpfung.

Die Männer weihen sich dem Bund des Glaubens,


Gemeinsam suchen sie die reine Wahrheit.
Die Schriften sie studieren in Gemeinschaft
Und opfern sich der treuen Bundesgottheit.

Mit Frauen ist die Freundschaft innig, herzlich,


Sie weihen sich der Zärtlichkeit der Seele,
Sie lieben die Natur, die Menschheit menschlich
Und freuen Männer mit des Herzens Treue.

Geheimnisvolle Freundin mein und Göttin,


Ich bin allein, du einzig wahre Freundin!

IAHU

Da steht der Dichter einsam auf dem Gipfel,


Die Freundin blieb im Tal, im Bette liegen,
Er kommt von der Vereinigung der Liebe
Und sah die Axis Mundi in dem Kosmos.

Nun steht er auf dem Gipfel, anzubeten,


Wie aber ist der Höchsten Gottheit Name?
Er las in dem Orakel des Druiden,
Des Musenpriesters seiner weißen Göttin.

Nun Iahu! Erhabne Liebestaube,


Nun Iahu, du Königin der Götter,
Die war und ist und sein wird, wahre Gottheit,
Erbarme dich des einsamen Poeten!

Wir rufen Iahu, die Taube Gottes,


Denn Iahu ist Liebe, Schöne Liebe!

IDUNA

Germanen ehren dich als junge Göttin,


Die Jugend schenkt und Ewigkeit des Lebens,
Die Äpfel der Unsterblichkeit sind Gabe
Der Göttin, die ist wie ein Baum des Lebens.

Der deutsche Dichter in der Mark der Danu


Lobsang Iduna Henßler, jung und lieblich.
Der deutsche Dichter in dem Süden Frieslands
Lud ein Iduna zur Geburtstagsfeier.

Sie kam im rosa Kleid und blauen Mantel,


Das goldenblonde Haar zum Zopf geflochten,
Dem Dichter reichte sie den Apfelkuchen
Und inspirierte seine trunknen Oden.

Iduna, einzig Jugend ist im Himmel,


Unsterblichkeit der Seele, Geisterkörper!

INANNA

Du hast geliebt den Hirtenmann Dumuzi,


Du sagtest: Wer wird pflügen meine Vulva!
Du küsstest mit der Zunge seinen Phallus
Und zeigtest deinen lockigen Salatkopf!

Dann aber stiegest du ins Reich des Todes,


Du machtest einen Striptease in der Hölle,
Du standest nackend vor des Todes Göttin,
Dann bist du auferstanden, aufgefahren!

Inanna, meine Herrscherin im Kriege,


Heerführerin und General, Inanna,
Im Kampf mit terroristischen Dämonen
Bist du die Siegerin in Gottes Schlachten!

Am Abend nach dem Kriege mit dem Terror


Ich ruh mit dir in deinem breiten Bette!

ISHTAR

Du wolltest König Gilgamesch zum Manne,


Du kamst herab, o Königin des Himmels,
Und wolltest dich vermählen mit dem König,
Er aber nannte mannstoll dich und untreu.

Da schicktest du herab den Stier des Himmels,


Der tötete den Freund des frechen Königs.
Der König die Unsterblichkeit begehrte,
Doch fand er nicht das Leben nach dem Tode.

Der deutsche Dichter einst in Berolina


Schritt durch das goldne Löwentor der Ishtar
Und weihte sich der Königin des Himmels
Und wohnte bei der Göttin Hierodule

Und sang die Hymne an die Göttin Ishtar:


O Himmelskönigin, wie bist du sexy!

ISIS

Ich sah dich einst auf einem Bauernhofe,


Da Jugendliche zechend sich berauschten
Am Götterbier, da sah ich dich, o Göttin,
Hochthronende Madonna, schwarze Isis!

Dann sah ich dich in einem dunklen Walde


Am Quell, wo einst ein Heros ward ermordet,
Ich sah dich inkarniert in Cleo-patra,
Die Weisheitsgöttin in dem Schönheitskörper.

Da sang ich Hymnen an die Göttin Isis


Und pilgerte zur Statue von Sais.
Da hob die Weisheitsgöttin reizend Schleier
Um Schleier, bis sie nackt vor mir erschienen.

Ich war verliebt in Isis, wie besessen!


Ah, Isis, bist du Engel oder Dämon?

JUNO

Die Göttin Juno mit den Lilienarmen


Und mit homerischem erhabnen Busen
Bedrängte mich in einer Nacht im Garten,
Ich aber dachte einzig an die Venus.

Und Jupiters Gemahlin oder Schwester


Vom Ehemann ward ausgespannt am Himmel,
Unsäglich litt die göttliche Matrone
Und fast verlor sie die Vernunft im Wahnsinn.

Ich hab es lieber, Wolken zu umarmen,


Bin selber eine Wolke nur in Hosen.
Mir reicht es, in dem Park den Pfau zu sehen,
Stolzierend mit dem stolzen Pfauenweibchen.

Verzeih mir, Juno, dass ich dich verschmähte,


Versteh, dass ich besessen war von Venus.

JUVENTIA

Die Jugendgöttin ist im Licht erschienen,


Gerade als Asträa schwand gen Himmel.
Da lächelte Juventia voll Liebreiz,
So werbend um den einsamen Poeten.

Sie war das Licht vom Licht, der Sonnen Sonne,


Im strahlend weißen Kleid wie Schaum und Schwanin
Kaum barg sie ihren makellosen Busen,
Die weißen Tauben-, weißen Schwanen-Brüste.

Sie lauschte seiner tragischen Geschichte


Und schwieg, und darum hielt er sie für weise.
Sie schwieg und lächelte charmanter Anmut,
Der alte Dichter wurde neugeboren

So wie das Licht zur Wintersonnenwende,


Da ihn erleuchtete die Jugendgöttin.

KALI

Der Philosoph und Dichter Ramakrishna


Lobpries die schwarze Muttergöttin Kali,
Umarmte ihre Statue, ihr Bildnis,
Und trank des Trostes Milch aus ihren Brüsten.

Substanz und Akzidenz und Form und Wesen


Und hypostatische Union und solche
Gelehrten Dinge waren fremd dem Dichter,
Er kannte nur der Gottheit Mutterliebe.

In jedem Weibe sah er eine Göttin


Und meditierte immerdar das Mantra:
Die Frau ist göttlich, o die Frau ist göttlich!
So sah er überall die große Göttin

Und schrieb das Evangelium der Mutter,


Und einsam sang er Gottes Mutterliebe.

KNIDIA

Praxiteles betrachtete die Phryne,


Die schönste der Hetären, Traumfrau, Schönheit,
Er nahm sie zum Modell für seine Venus,
Die Marmor-Venus göttlicher Erotik.

So hocherotisch war die Phryne-Venus,


Dass keine Insel Griechenlands sie wollte,
Nur Knidos, so nach Knidos kam die Göttin,
Man baute einen Tempel für die Venus.

Ein Mann versteckte sich im Venustempel,


So sehr begehrte er die Marmorgöttin,
Am nächsten Morgen auf der Venus Schenkel
Der Priester fand des Mannes Samenflecken.

So Bella Julia im Vatikane


Die Männer reizte an zu masturbieren.

KORE

Sie spielte mit den Freundinnen im Garten


Und pflückte blaue Blumen auf der Wiese,
Als Hades kam, der dunkle Gott des Todes,
Und brachte Kore in das Reich der Toten.

Dort aß sie von der purpurnen Granate


Den Samen, und so blieb sie in dem Hades,
Dort herrscht sie nun als Königin der Toten,
Mitgöttin mit dem Gott des Totenreiches.

O Kore, tröste deine Mutter, weinend


Irrt auf der Erde sie umher und klagend
Will ihre Seele sich nicht trösten lassen,
Sie weint nur immer um die tote Tochter.

Komm, Kore, komm zu mir und mich entführe


Ins Jenseits, vielgeliebte Schwester Todin!

KWANYIN

Du warst die fromme Tochter strengen Vaters,


Als Nonne lebtest du dem Meditieren,
Du sündenlose, makellose Seele,
Der Böse hat kein Recht auf deine Seele.

Als Marterzeugin wurdest du ermordet,


Von Buddha in das Paradies Entrückte,
Dort hörst du nun den Schrei der Kreaturen,
Du Göttin des Erbarmens und des Mitleids.

Die Jesuiten haben einst in China


Maria dargestellt, die Makellose,
Die reine Jungfrau in dem Lichtgewande,
So malten dann die Maler auch die Göttin.

O göttliche Barmherzigkeit des Himmels,


Dir, Mutter, weihe ich das Reich der Mitte!

KYBELE
In Phrygien die große Göttermutter
Mit ihrem Sohn-Geliebten Atthis lebte,
Der hatte sich zur Heiligkeit verschnitten
Und hielt das Opfer ab in Frauenkleidern.

Der Göttermutter Brüste waren Berge,


Ihr Leib war golden wie die Weizenfelder,
Ihr Schoß war eine Quelle in der Gotte,
Sie feierte die Orgien im Weinberg.

Der Dienst der Göttin war das Fest der Wollust,


Man sog aus ihrem Gaumen Milch und Honig,
In freier Liebe voll von tollsten Lüsten
Die Heiden feierten die große Mutter.

Im Weinberg sah ich Kybele barbusig,


Die Göttin feierte Triumph in Frankreich.

LAKSHMI

Mit Bergen quirlten einst die Himmelsgötter


Das Milchmeer, daraus tauchte Göttin Lakshmi,
Die Königin des Glücks, der Lust, der Freude,
Die Ehefrau des guten Gottes Vishnu.

Die Göttin sitzt auf einer Lotosblume,


Zwei Hände betend und zwei Hände segnend,
Die Elefanten aus den Rüsseln spritzen
Das Gnadenwasser über Lakshmis Scheitel.

So duscht die Göttin – ich hab sie gesehen,


Die Reizende, die nackt stand in der Dusche.
Dann Lakshmi in der Liebeslüste Kammer
Lag nackt und wartete auf meine Liebe.

Das Weib war warm und weich und willig, Wollust


War unser bei dem Liebesspiel der Götter!

MAAT

Der Wahrheit Göttin in dem Land Ägypten


Und Göttin der Gerechtigkeit, die Gute,
Sie hält die Waage des Gerichts der Toten,
Sie wiegt das Herz, obs schwer ist von der Liebe.

Auf einer Schale liegt die Pfauenfeder,


Die eine Schale steigt, es sinkt die andre.
Du prüfe dich, ob du in deinem Herzens
Barmherzig bist, ob du bist ohne Gnade.
O Maat, ich sah dein Angesicht, du Schöne,
Wie eine Pfauenfeder deine Brauen,
Die Nase bebt feinfühliger Empfindung,
Und deine Lippen zeigen deine Güte.

Du Richterin der Lebenden und Toten,


O göttliche Gerechtigkeit und Wahrheit!

MARIA

Du Göttin aller Göttinnen des Himmels,


Du Supergöttin, Urbild jeder Göttin,
Die Götterfrauen sind ja nur wie Träume,
Du aber bist die Wahrheit, o Maria.

Du bist die große Mutter aller Götter,


Du bist die Jungfrau mit intaktem Hymen.
Ich preise dich mit meinem Heidenherzen,
Ich sage: Meine Göttin, und du lächelst.

Du bist nicht grausam, nicht des Krieges Göttin,


Du bist die Himmelskönigin des Friedens.
Dir dienen nicht in Unzucht Tempelhuren,
Dir dienen treue Frauen, keusche Jungfraun.

Du bist die ideale Frau der Frauen,


Idee der Frauheit, meine Vielgeliebte!

MAYA

Die Welt ist nur ein Traum, die Welt ist Maya,
Die Lügengöttin trägt den bunten Schleier,
Die Göttin Maya ist wie Seifenblasen,
Sie hält gefangen uns im Netz der Torheit.

Die Göttin ist die Welt, sie ist die Einheit


Der Vielheit der geschaffnen Kreaturen.
Bist du alleine? Das ist eine Täuschung,
Weil mit der Seele dieser Welt du eins bist.

Erst zeigt sich Göttin Maya dir verschleiert,


Da bist du einsam in dem Universum,
Dann legt sie Schleier ab um Schleier tanzend
Und du erkennst die reine Göttin nackend

Und feierst mit der nackten Göttin Hochzeit


Und wirst vergöttlicht, wirst zum Geiste Gottes.

MINERVA
Du bist die ernste trockne Weisheitsgöttin,
Bist parfümiert vom Staub der Büchereien.
Du sprichst mit mir von Ennius' Annalen
Und von Lukrez und der Natur der Dinge.

Wenn ich Catull und Lesbia studiere,


Dann sprichst du von lateinischer Grammatik,
Und schwärme ich für Helena von Sparta,
Dann legst du den Homer aus allegorisch.

Du bleibst die Frau, die Platon übersetzte


Und sprach mit Augustinus über Gnade,
Du bist der deutschen Theologen Muse
Und bist gerecht gemacht wie Doktor Luther.

Minerva, denke an die zwanzig Jahre


Der Freundschaft mit dem Narren und dem Dichter!

NANNA

Als Baldur war, der junge Gott, gestorben,


Verraten vom Verräter und ermordet,
Ward auf ein Schiff gelegt der gelbe Leichnam,
Das brennend ist ins Reich der Hel gefahren.

Die schöne Nanna schlug sich an die Brüste,


Wehklagend an die großen weißen Brüste,
Und raufte sich die goldnen Lockenfluten,
Die niederfielen bis zur süßen Lende.

Dann fuhr auch sie ins Reich der Hel hinunter,


Nachpilgernd ihrem ewigen Geliebten,
Und in dem Reich der dunklen Jenseitsgöttin
Vermählte Nanna sich mit dem Geliebten.

Wenn in der Götterdämmerung die Götter


Versterben, bleiben Baldur noch und Nanna.

NEMESIS

Dich ruf ich, Nemesis, du Rache-Göttin,


Mein ist die Rache, spricht die strenge Göttin,
In der Unsterblichkeit der Seele wirst du
Mich rächen einst an allen meinen Feinden.

Ich schlachte dir auf deinem Hochaltare


Die Okkultistinnen, die Satanisten,
Die Revolutionäre, Advokaten,
Die Kindermörder und die Antichristen!
Die göttliche Gerechtigkeit wird kommen,
Die Mammonssklaven in die Hölle stürzen,
Dann wirst du rächen den verlachten Frommen,
Dann wirst du rächen meine Leidensseele.

O Göttin der Vergeltung, im Gerichte


Aufrichten wirst du meine Seele siegreich!

NEPHTYS

Zwei Göttinnen, Geliebte des Osiris,


Beweinten die Ermordung dieses Gottes
Und suchten seines Leibs verstreute Glieder
Und jauchzten über seine Auferstehung.

Die Göttin Isis und die Göttin Nephtys,


Die Schwestern waren, Freundinnen im Geiste,
In Wechselrede priesen den Geliebten,
Der ward im Jenseits Richter der Verstorbnen.

Wenn Isis trug das schwarze Haar im Knoten


Und trug um ihren nackten Leib ein Hauchkleid,
So Nephtys hatte lange braune Haare,
Die fielen ihr auf ihre großen Brüste.

Sei, Nephtys, nicht auf Isis eifersüchtig,


Ich lieb dich auch mit ewiger Verehrung!

NIKE

Du bist die Siegesgöttin Berolinas,


Die thronend auf dem Brandenburger Tore
Behütete die Könige von Preußen
Und überwand des Christentumes Feinde.

Die nationalen Sozialisten jagtest


Du in den Selbstmord und ins Höllenfeuer,
Die Kommunisten auch und ihre Mauern
Du rissest ein und richtetest zugrunde.

Nun singen wir Tedeum, junge Nike,


Und singen Oden an die Tochter Gottes,
Die Freude im elysischen Gefilde,
Weil Deutschland auferstanden aus Ruinen,

In Deutschland herrschen Einigkeit und Freiheit


Und Recht durch deinen Sieg, o Siegesgöttin.
NYX

O Sonne, schöner Engel du der Erde,


O Sonne, süße Heilerin der Seele!
Ich aber wende abwärts mich zur Mutter
Und Königin der Nacht, der guten Göttin.

Ich kniee an dem Grabe der Geliebten,


Zur Geistermutter Ewigkeit ich schaue,
Nachts wage ich mich an den Thronstuhl Gottes,
Wenn Mutter Nacht den Sternenmantel breitet.

So hat dich Michelangelo gesehen,


Als Riesin, Königin der Übermenschen,
So berge, Nyx, ich mich an deinen Brüsten
Und bette sterbend mich in deinem Schoße.

Der Tag hat Augen ja wie Glas, der kalte,


Die Nacht beschert mir göttliche Visionen.

OSTERA

Hurra, es kommt die junge Frühlingsgöttin,


Der Lenz ist da, es kommt die Zeit der Lieder,
Ostera sieht mich an, die blondgelockte,
Entgegen streckend mir die großen Brüste,

Sie wandelt schön vor mir, die feminine,


Die anmutreiche, mit dem Tanz der Hüften,
Wie schlank sind ihre weißen langen Finger,
Die Fingernägel sind geschminkt mit Henna.

Sie kuschelt sich in ihre Schmusedecke


Und lächelt mich verlockend an, betörend,
Die blauen Augen schaun mir in die Seele,
Ich küss die Spitze ihres kleinen Fingers.

Der Gott der Liebe schießt mit Blumenpfeilen,


Die Muse kommt mit vollem Honigtopfe.

PACHAMAMA

Die Indianer ehren Mutter Erde,


Die Gottheit ist den Indianern weiblich,
Die Berge sind der Göttin Mutterbrüste,
Die Gräser der Savanne sind ihr Schamhaar,

Aus ihren Knochen wächst herauf das Maisfeld,


Das Blut der Göttin wird zur Schokolade,
Der Göttin Leber wird zu Drogenpilzen,
Das Herz der Mutter schlägt für ihre Kinder.

Die Toten kehren in der Göttin Schoß heim,


Als Embryo begraben in der Erde,
Die Mutter führt die Toten in den Jagdgrund,
Dort jagen sie die weißen Büffelkühe.

Die Indianer opfern ihr den Tabak


Und Drogen in dem Trank der Schokolade.

PARVATI

Parvati ist die Braut des Gottes Shiba,


Der ist Asket, spricht das Sanskrit der Weisen,
Ist reiner Geist und ist der Welt entsagen,
Sein Auge brennt den Liebesgott zu Asche.

Parvati spricht Prakriti, spricht die Sprache


Der Frauen, der Natur, des öden Alltags,
Sie ist die Sinnlichkeit, die Mutter Erde,
Berggöttin, wartend auf den Göttergatten.

Des Himmels Hochzeit ist es mit der Erde,


Von Geist und von Materie die Einheit.
Wenn Shiva und Parvati sich vereinen,
Dann zeugen sie im Liebesspiel die Schöpfung.

Parvati, Bergen gleich sind deine Brüste,


An denen ich wie Shiva mich berausche!

PAX

Ich weih die Ökumene, Pax Romana,


Von ganzer Seele deinem Mutterherzen,
O Göttin, schenke Frieden du dem Weltkreis,
Auf dass die Kinder wieder fröhlich werden,

Auf dass die Frauen glücklich in der Ehe


Und Männer glücklich sind in ihrer Freiheit.
Wir wollen beten, Göttin Pax, und fasten,
Die Schriften lesen und das Opfer feiern.

Du Königin von Roma, Friedefürstin,


Vom Indus bis zum Nil das Reich des Friedens,
Vom Rhein bis zu dem Tigris und dem Euphrat
Das Reich des Friedens in der Welt errichte.

Das Schwert geschmiedet werde um zur Pflugschar


Und Knaben sollen nicht mehr kriegen lernen!
PERSEPHONE

Heut bist du in das Totenreich gefahren,


O meine Göttin in der Welt der Schatten,
Ich sehe dich auf deinem Throne sitzen,
In deiner Hand die purpurne Granate.

Dir dienen alle Schatten in dem Hades,


Dir Tantalus mit seinem großen Durste,
Dir Sisyphus mit seinen schweren Lasten,
Dir dienen auch die Danaiden-Töchter.

Und ich, wenn einst ich fahre in das Jenseits,


Ich tret zu deinem königlichen Throne,
Mit meinen Oden grüßen mich die Toten,
Ich lege meine Lyra dir zu Füßen.

O sag, Persephone, ob in dem Hades


Allmächtig ist der Gott der Liebe Eros!

RHEA

O himmlische Titanin, Gottesmutter,


Die du den Götterkönig Zeus geboren
In einer Grotte auf der Insel Kreta,
Da trunkne Korybanthen Zimbeln schlugen,

Wir Pan-Hellenen feiern Zeus Kronion,


Und mit dem König ehren wir die Mutter.
Wenn Zeus Kronion ist des Himmels König,
Muss Rhea sein die Königin des Himmels.

Am Feiertag der Wintersonnenwende


Ward Zeus geboren, unser Gott und Heros,
Die Sonne der Gerechtigkeit am Himmel,
Wir finden unter ihren Flügeln Heilung.

Die Mütter aber backen Opferkuchen


In der Gestalt der Königin des Himmels.

SARASVATI

Du hohe Königin der Himmelsweisheit,


Du Schöpferin, die du mit schönen Singen
Zum wunderschönen Saitenspiel der Vina
Im Urgesang die Schöpfung hast geschaffen!

Gymnosophisten gibt es und Brahmanen,


Die immerdar studieren deine Seele.
Hausväter werden später zu Asketen
Und lesen nur noch das Sanskrit der Schriften.

Du bist ein Fluss, der von dem Himmel strömend


Strömt in die Seele und dann überfließend
Strömt von dem Leibe in das All der Menschheit
Und stiftet dort das Himmelreich der Sanftmut.

Ich will mich gleichsam nun mit dir vermählen


Wie ein Juwel im Kelch der Lotosblüte.

SELENE

Wenn in dem Winter die Natur im Todes


Und Männer sind und Frauen harten Herzens
Und Knaben trennen sich von dem Geliebten,
Dann tröstet mich die himmlische Selene.

Denn in der dunklen Nacht der Kreis des Lichtes


Scheint mir der Gottheit gleich im finstern Lichter
Und dies mit femininem Angesichte,
Das lieblich lebt auch tief in meiner Seele.

Ich bin zur Nacht wie Sappho ganz alleine


Und keine irdische Geliebte kommt mehr
In meine Einsamkeit, nur noch Selene,
Die Königin, erscheint mit den Plejaden.

Ich kann das Licht der Sonne nicht mehr schauen


Als nur in femininen Mondes Spiegel.

SHAKTI

Gott ist die Ruhe, Tätigkeit die Göttin.


Ein jeder Gott hat seine Göttin Shakti.
Der Gott passiv, aktiv die Göttin Shakti,
Sie ist die Kraft, die Energie des Gottes.

Komplementär die Zweiheit, Gott und Göttin,


Zugrunde liegt ein einig Wesen, Gottheit,
Dass sich entfaltet in der Götter Zweiheit,
Im Innern ist Vereinigung der Liebe.

Die Gottnatur, der Gottgeist sind vereinigt,


Die Menschheit spiegelt das im Akt der Liebe.
Gottvater ist vereint die Muttergöttin
Wie Bräutigam und Braut im Ehebette.

Die Dichter nennen Shakti ihre Mutter


Und weihn der Mutter sich als kleine Kinder.
SIF

Thor hielt in seiner Hand den Donnerhammer,


Als Sif zu ihm gekommen, seine Gattin.
Sie lagen vorm Kamin auf Bärenfellen
Und wärmten sich, als draußen Schneesturm tobte.

Und Sif, die weiße Göttin, wurde schwanger,


Als Thor mit seinem Donnerhammer zeugte,
In ihrer Niederkunft gebar die Göttin
Den kleinen Uller, Thors geliebten Liebling.

Thor ging mit Sif im Nebeldunst spazieren,


Der Weg war weiß vom Schnee, in tiefer Stille,
Und Sif zog Uller auf dem Schlitten, Uller
Auf einer Ebne baute einen Schneemann.

Wie schön war doch der guten Götter Ehe!


Thor liebte Sif und seinen Knaben Uller.

SOPHIA

Auf Sylt hab die Sophia ich gesehen,


Da stand ich auf dem Deich, sah auf die Nordsee,
In einer ozeanischen Empfindung
Sah ich Sophia aus dem Schaume tauchen.

Dann sank die goldne Sonne an dem Abend,


Da stand ich auf dem Kreidefelsen Rügens,
Da schaute ich die Herrlichkeit Sophias
In tausend goldnen Funken auf der Ostsee.

Da hab ich mit vermählt mit meiner Göttin,


Am Kap Arkona feierten wir Hochzeit,
Ich trug ihr Medaillon am Silberkettchen
Und ihren Freundschaftsring am Ehefinger.

Da schwor ich ihr, im Zölibat zu leben


In einer geistlich-mystischen Vermählung.

SUNNA

O Göttin Sunna auf dem goldnen Wagen,


Wie herrlich triumphierst du an dem Himmel!
Ich brauche dich, denn meine kranke Psyche
Ist ohne dich in Traurigkeit und Elend.

Ich sah dich, wie du ausgegossen Ströme


Von Herrlichkeiten auf ein junges Mädchen,
Die in der Gloria der Göttin Sunna
Erschienen selber mir als eine Göttin.

Und wieder sandtest du die goldne Wolke,


Den Ausfluss deiner Herrlichkeit, den Lichtglanz,
Und in dem Licht sah ich die junge Dame
Der makellosen Schönheit, Himmelsanmut.

Es sind die Frauen nicht, es ist der Lichtglanz


Der Himmelsgöttin Sunna, was ich liebe.

TARA

Man nennt dich auch den femininen Buddha,


Es lieben dich die Betenden in Tibet,
Sie nennen dich die weiße Göttin Tara,
Die Lichtgestalt im Inneren der Seele.

Du lebst im Paradies des Reinen Landes


Und bist schon eingegangen ins Nirwana,
Doch kommst du wieder zu den Kreaturen,
Die Menschheit zur Erlösung auch zu führen.

Du thronst auf einer weißen Lotosblume


Und bist der Inbegriff des reinen Herzens,
Dein weißer Leib ist schön wie weiße Jade,
Dein transparentes Lichtkleid ist aus Aura.

Ich nenne dich tibetische Madonna,


Dein Mantra lautet: Ave Tara Amen.

THEMIS

Du Mutter des Gesetzes und der Ordnung,


Dir weih ich die Regierungen der Erde,
Die Herrschenden der Völker, dass du weise
In dem Gesetz die Präsidenten leitest.

Du göttliches Gesetz, die das Naturrecht


Den Menschen eingeschrieben ins Gewissen,
Bewahre uns vor wütenden Rebellen,
Die hassen das Gesetz, das Recht, die Ordnung.

Das göttliche Gesetz ist unsre Mutter,


Das göttliche Gesetz ist unsre Jungfrau,
Die Griechen nannten dich die Göttin Themis,
Die Herrscherin des menschlichen Gewissens.

Komm, offenbare dich, Gesetz, Geliebte,


O höchste Herrin, dass wir dir gehorchen!

THETYS

Die Mutter Thetys lebte in der Grotte


Des Meeres und sie nahm den Sohn Achilleus
Und tauchte ihn ins Bad des Lebens Gottes,
Dass ihn die Feinde nicht verwunden können.

Der Sohn der Göttin aber ward beleidigt


Von seinen sterblichen Genossen, Griechen,
Die ihn gekränkt, die ihm sein Mädchen nahmen,
Am Strand des Meeres klagte er der Mutter.

Und weh mir, mir ward alles auch genommen,


Die Vielgeliebte raubte mir der Hades,
Den vielgeliebten Knaben nahm die Welt mir,
Am Strand des Meeres klage ich der Mutter.

Wen von den Himmlischen den soll ich rufen?


Die Mutter in des Südens Grotte ruf ich.

TIAMAT

Du Urmaterie, du große Mutter,


Du warst ein schwarzer Ozean des Chaos,
Voll schwärzlicher Materie, unsichtbar,
Verdichtet du, die Energie des Kosmos.

Da kam herab der Himmelsgott des Geistes,


Durchbohrte mit dem Schwerte dir die Seele,
Das Schwert des Wortes mit der Doppelklinge
Durchbohrte Herz und Nieren dir, o Mutter.

Du bist der Multiversen dunkler Urstoff,


Aus dir hat Gott gebaut das All der Welten,
Des Kosmos Körper und des Kosmos Seelen
Bist du, o Tiamat, du schwarze Mutter.

Das All bist du, o kosmische All-Einheit,


Du bist das Nichts, draus Gott die Welt geschaffen.

TONANTZIN

Du bist der Mexikaner Schlangengöttin,


Das steinerne Gebilde auf dem Hügel,
Du bist so böse wie die bösen Götter,
Du, Schlangengöttin, forderst Menschenopfer!
Man schlachtet dir die Kindlein schon im Schoße,
Die Opfer trinken Drogen-Schokolade,
Dann wird das Herz aus ihrer Brust gerissen,
Am liebsten schlachtet man dir junge Mädchen.

O Tonantzin, ich hab gesehn die Mutter,


Mir ward das Herz aus meiner Brust gerissen,
Der Geier mir zerfleischte meine Leber,
Ich bin verblutet vor der bösen Mutter!

Wer rettet mich vor dir, du Schlangengöttin?


Ich schrei zur mexikanischen Maria!

URANIA

Platonische Urania des Himmels,


Du bist die Göttin geistlich-weiser Reinheit,
Pandemos aber ist des Volkes Göttin,
Das Sex-Idol, das liebt zumeist der Pöbel.

Urania, Idee vollkommner Schönheit,


Du bist das Ideal des Philosophen,
Was weiß von dir der Pöbel in den Gassen,
Das schlichte Volk mit seiner großen Dummheit?

Das Volk liebt Weiberplappern, Hurenreize,


Der Philosoph jedoch die Schönheit Gottes,
Die Aphrodite in dem dritten Himmel,
Die reine Königin der Venussphäre.

Du bist so schön, ich kann von dir nicht lassen,


So sehr dich auch die Pfaffen streng bekämpfen.

USHAS

Du Göttin Morgenröte, von den Veden


Gepriesen als die Königin und Jungfrau,
Die schimmert vor der Wiederkunft der Sonne,
Die rosig an dem Horizont aufleuchtet.

Lass wehen deine rötlich-blonden Locken,


Lass blitzen deine himmelblauen Augen,
Lass schauen deiner Morgenröte Wimpern,
Lass küssen deine scharlachroten Lippen,

Lass trinken Milch aus deinen weißen Brüsten,


Und fülle du die Euter unsrer Kühe
Und mache stark die Lenden unsrer Stiere
Und schenke unsern Weibern viele Kinder!
Im Orient erschienen, Morgenröte,
Du prophezeist der Sonne neue Ankunft.

VAC

Du bist des Wortes Göttin, in den Veden


Gepriesen, bist der feminine Logos,
Der deutsche Dichter nennt dich Göttin Sprache,
Die nur vertraut ist wenig Eingeweihten.

O komm, du Königin des Wortes, eilig


Vom Himmelreiche in die Welt der Menschen,
Und so vereinige dich mit der Menschheit,
Und mach auch mich zum fleischgewordnen Worte!

Was ist doch in den Worten all der Schwätzer


Und all der Schwätzerinnen eine Leere,
Weil sie dein Wort nicht aßen, Göttin Logos,
Weil sie's nicht wiederkäuten wie die Kühe.

Vernommen wirst du nur im tiefen Schweigen,


Es kommt um Mitternacht dein sanftes Säuseln.

VENUS

Was wäre denn Europa ohne Venus?


Was wäre Venus ohne ihren Amor?
Was wär die Erde ohne Mutter Roma?
Was wäre Mutter Roma ohne Amor?

Tibullus und Properzius, die beiden,


Catullus schrieb von deiner Allmacht, Naso,
Horazius besang die jungen Frauen,
Vergilius pries Venus als das Schicksal.

Als Roma aber ward der Kirche Hauptstadt,


Da in der Renaissance ward neugeboren
Die Göttin in den Werken ihrer Maler,
Es malten Tizian und Botticelli.

Die Liebesgöttin ist das Heil der Römer,


Die Himmelskönigin Madonna Venus.

VESTA

In Roma war das Heiligtum der Vesta,


Der Göttin dienten gottgeweihte Jungfraun,
Sie hüteten das Feuer auf dem Herde,
Die reine Flamme ewiger Anbetung.
Die keuschen Jungfraun, gottgeweihten Schwestern,
Sie beteten für gute fromme Ehen
Und für das Heil der Obrigkeit des Kaisers
Und für den Frieden in der Ökumene.

Die Vesta war die keusche Jungfraungöttin,


Die war nicht untertan der Macht der Venus,
Die sich erbat von Jupiter die Keuschheit,
Dass ehelos sie für den Himmel lebe.

Ich hüt die Flamme vor dem Tabernakel


Und leb fürs Himmelreich im Zölibate.

XI WANG MU

O Mutterkönigin vom Westgebirge,


Dein Feenreich ist im Gebirge Kunlun.
Dort wachsen an der reinen Jadequelle
Jujubenbäume mit den Jadeblüten.

Wie fein sind deine schmalen Augenbrauen,


Wie feurig deine Augen-Meteore,
Wie küssig ist ein rotes Erdbeermündchen,
Wie Lack, wie Seide deine schwarzen Haare.

Der gelbe Kaiser Huang Ti war schließlich


Am Ende seines Lebens eingegangen
Ins Feenreich der Königin des Westens,
Die Pekingente mit der Fee zu essen

Und mit der Elfe grünen Tee zu trinken.


Wie herzlich doch verlang ich nach dem Mahle!

YIN

Allweiblichkeit! Du Schatten an dem Berghang,


Du Zaubervogelin, du Meeresgöttin,
Pfingstrose, Lotos, Chrysantheme, Pflaume,
Du erste Frau im Paradiese, Nüwa,

Du Blumenmädchen in der Welt des Staubes,


Du Geisterfüchsin, Nebenfrau und Hauptfrau,
Du schönste Frau im Reich der Mitte, Hsi Shi,
Frau Yang, des Kaisers Lieblingskonkubine,

Unsterbliche und Selige der Insel


Peng-lai, ihr Dichterinnen, Sängerinnen,
Du Mutter-Königin vom Westgebirge,
Du Muttergöttin des Erbarmens, Kwanyin,
Du Unaussprechliche, du Mutter Tao,
Ich liebe dich, o Yin, von ganzem Herzen!

ZYPRIS

O Zypris in dem goldnen Throne Gottes,


Komm von dem Himmel zu mir auf die Erde,
Die weißen Schwäne ziehen deinen Wagen,
Du kommst und fragst mich lächelnd, was ich bitte:

Was leidest du an Sehnsucht nach der Liebe


Und welche Frau kränkt dir das Herz im Herzen?
Ich werde Peitho senden, die Begierde,
Dann wird die Frau nach deiner Freundschaft fragen.

O Zypris, lieber als die Erdenfrauen


Mit dummer Geistigkeit und harten Herzen
Hab ich doch lieber dich, Idee der Schönheit,
Drum weihe ich mich völlig deinem Herzen

Und bette mich an deinen weißen Brüsten,


Madonna mit der purpurnen Granate!

ABC DER WEIBLICHEN HEILIGEN

AGNES

Als meine liebe Oma lag im Sterben,


Da las ich das Poem von Keats, Sankt Agnes,
Denn an dem Abend von dem Agnes-Tage,
Da träumt man von der Liebe seines Lebens.

Sankt Agnes webt die Wolle ihrer Lämmer


Und betet stets: Gegrüßt seist du, Maria.
So träumt ich in der Nacht der keuschen Agnes
Von femininer Lichtgestalt voll Schönheit.

Die feminine Lichtgestalt voll Schönheit


Hat mich zur Ehelosigkeit berufen.
Sankt Agnes mir erbat den wahren Glauben
Und so empfing ich Unsre Frau Maria,

Die reine Jungfrau, Lichtgestalt des Himmels,


In weißer Seide stand sie vor dem Kreuze.
AGATHA

Die Jungfrau Agatha war ausgesprochen


Graziös und schön! Schön waren ihre Brüste!
Sie aber schenkte ihre Brüste keinem
Auf Erden, sondern einzig Jesus Christus.

Ein Heide war ein wüster Venus-Diener


Und er begehrte Agatha zur Wollust,
Sie aber ließ sich lieber in den Kerker
Einsperren, als den Heiden zu erhören.

Der Heide riss ihr ab die schönen Brüste!


Papst Petrus aber kam vom Himmelreiche
Und heilte Agatha die wunden Brüste,
Nun schöner als zuvor die Brüste waren!

Weil Agatha so schöne Glocken hatte,


Ist sie Patronin aller Glockengießer.

APHRA

Sie war die Priesterin der Aphrodite,


Nach Aphrodite nannte man sie Aphra,
Sie war zuhause in dem Freudenhause,
Wo willig sie die weißen Schenkel spreizte.

Da sind aus Spanien gekommen Männer,


Ein Priester und ein Diakon, nach Deutschland,
Und Aphra sah sie beten in der Kammer
Und sie bekehrte sich zu Jesus Christus.

Und Gott war ihr die Ewig-Schöne Liebe,


Die Kommunion war ihr das Mahl der Liebe,
Das Kreuz war ihr das Ehebett der Liebe,
Der Himmel ihr ein Paradies der Freuden.

Und in den Flammen noch des Scheiterhaufens


War der Gekreuzigte ihr Vielgeliebter.

ANNA SCHÄFFER

Sie liebte alle Völker und sie wollte


Den Völkern Jesu Christi Liebe künden
Und Missionarin sein der Liebe Gottes,
Mit zwölf sie opferte sich Jesus Christus.

Da fiel sie in ein Fass mit heißem Wasser


Und da verbrannte ihr die Haut des Leibes
Und alle ungeheuren Schmerzen weihte
Sie dem Gekreuzigten, dem Gott der Liebe.

Sie litt fortan als eine Sühneseele


Und opferte die Grausamkeit der Schmerzen
Für die Mission der Kirche an die Völker,
Für die Bekehrung der verlornen Heiden.

An ihrem Kreuz umarmte sie den Christus,


Ward eins mit ihm in der Passion der Liebe.

ANNA KATHARINA EMMERICH

Als nach dem Tode meiner lieben Oma


Der Christus vor mir stand in lichter Wolke
Und mir den Glauben eingoss seiner Kirche,
Fand ich ein Buch von Anna Katharina.

Sie sah in himmlischen Visionen Jesus,


Den armen Heiland, leidenden Erlöser,
Und sah im himmlischen Gesicht Maria,
Sie schilderte die Schau der reinen Jungfrau.

Und Clemens lauschte, der Poet Brentano


Schrieb alles auf in seiner schönen Sprache,
Der weihte seine Kunst dem Heiligtume,
Der schrieb für Jesus und für die Madonna.

O Providentia! Ich auch als Dichter


Besinge Gottes Weisheit und die Jungfrau.

BRIGIT

Die Kelten ehrten eine Muttergöttin,


Die Brigid hieß, die war des Dichters Muse,
Die inspirierte ihn aus ihrem Kessel,
Die immerjugendliche Göttin Muse.

Sankt Patrick aber missionierte Irland,


Da trieb er aus die Schlangen der Dämonen,
Verbot die Menschenopfer der Druiden
Und sprach vom Klee der Dreiheit in der Einheit.

Sankt Brigit aber liebte Jesus Christus


In frommer Pietät und im Erbarmen
Mit guten Werken und mit den Gebeten
Fürbittend für die Seelen aller Toten.

Komm, Brigid, komm und werde meine Schwester,


Erbarmungsvolle Schwester mein im Glauben!
BRIGITTA VON SCHWEDEN

Mein Vater starb am Tage der Brigitta,


Um Mitternacht, da donnerte der Himmel,
Da unter Blitzen, unter Regenschauern
Mein Vater schied dahin im Zorne Gottes.

Brigitta, wahre Königin von Schweden,


Wie liebte ich als Kind das Land der Schweden,
Patronin von Europa, o Brigitta,
Ich weihe Skandinavien der Jungfrau!

Komm, Visionärin Jesu und Mariens,


Die du gesehen die Geburt des Babys,
Da Unsre Fraue keinen Schmerz gelitten,
Erbitte Einsicht mir in Gottes Weisheit!

Und komm mit deiner Tochter Katharina,


Die heilig ist wie ihre große Mutter!

CÄCILIA

Patronin der Musik zum Ruhme Gottes!


Du trugest zum Martyrium die Orgel,
In deinem Herzen waren Liebeslieder,
Du hörtest schon die Harmonie des Himmels.

Du warst die Jungfrau und dein Freund war Jesus,


Der Gott, der tanzt, der spielt die Flöte,
Das war der Ehebund von Gott und Seele,
Besiegelt ewig in dem Liebestode.

Auf Erden ist nur Lärm und Satans Brüllen


Und die Musik der Narren ist ein Gröhlen.
Die himmlische Musik der Weisheit aber,
Sie lenkt die Sonne und die andern Sterne.

Wer liebt, der singt, der singt das Lied der Lieder
Im musikalischen Gesetz der Gottheit.

CHRISTINA

Du warst sehr jung, mit langen blonden Haaren,


Du littest das Martyrium der Jungfrau,
Die einzig Jesus hat zum Bräutigame,
Dem Besten aller Freier in der Schöpfung.

Doch warest du da noch nicht neu geboren


Im Bad der Neugeburt, der Taufe Wasser,
Es quälten auf dem Schiffe dich Piraten,
Da strömte von dem Himmel Gottes Regen

Und Christus kam zu dir im Regenschauer


Und taufte dich im Namen seines Vaters
Und seiner selbst und seines Geistes Namen
Und machte dich zur Christin, Tochter Gottes,

Die, reiner als ein neugebornes Baby,


Von Evas Makel frei, gen Himmel schwebte.

DOROTHEA

Du warest Jungfrau, mit dem Herrn vermählte,


Da dich begehrte so ein Kerl der Erde,
Du lieber starbst, als Jesus zu verraten,
Du Marterzeugin von der Liebe Jesu.

Ja, gibt es denn die Ewigkeit des Lebens,


Unsterblichkeit der Seele in den Himmeln,
Zuletzt die Auferstehung auch des Fleisches
Und die Glückseligkeit von Leib und Seele?

Ich habe den Beweis, denn Dorothea


Kam nach dem Tod vom Himmelreiche wieder
Mit einem Strauß voll dornenloser Rosen,
Die sie gesammelt in dem Himmelsgarten.

Ja, Mutter, Jungfrau, pflege in dem Himmel


Den Rosengarten, lass es Rosen regnen!

DYMPHNA

Die dich missbrauchte mit Gewalt dein Vater,


Die du geflohen bist ins Land des Südens,
Du Schutzfrau Vergewaltigter im Inzest,
Du bist die Schutzfrau auch der Psychisch-Kranken.

Ich sehe dich im violetten Mantel


Und lila Schleier auf den schwarzen Haaren,
Wie du erscheinst in dunkler Nacht der Seele
Mit deiner Lampe jede Nacht erleuchtend.

Auch das ist ein Martyrium, o Dymphna,


Psychose, Schizophrenie und Gram und Schwermut,
Da bete du für mich, auf dass mir Trost wird,
Gib Licht in meine dunkle Nacht der Psyche!

Mein Ich ist wund! Kann Jesus das erlösen?


Erlöse mich vom Ich, lös mich in Gott auf!
EVA

Die erste Frau auf dieser schönen Erde,


Ob Gott mit einem Nabel sie erschaffen?
Ich weiß es nicht, ich sah sie niemals nackend,
Im Lichtkleid sah ich sie im Garten Eden.

Die Theologen reden von ihr übel,


Sie nennen sie die Sünderin der Sünder.
Die Wissenschaftler deuten sie symbolisch,
Es gäbe keine Dame dieses Namens.

Doch Dante sah die Mutter Eva droben


In ihrem Himmelsthrone bei dem Throne
Der Neuen Eva, Unsrer Frau Maria,
Weil Gott Erbarmen hat mit Mutter Eva.

So hoffe ich dereinst im Paradiese


Die schöne Eva endlich nackt zu sehen!

EVELYN

Sankt Evelyn von Lüttich lebte einsam


In einer kleinen Zelle an der Kirche
Und hatte nur ein Fenster in der Zelle,
Das Fenster zeigte ihr den Tabernakel.

Sie war vereinigt mit dem Corpus Christi,


Sie hat in sich den Leib des Herrn empfangen,
Sie hat den Herrn mit ihrem Mund empfangen
Und sich in mystischer Union vereinigt

Mit ihres Seelengatten Blut und Körper


Und mit der schönen Seele Jesu Christi
Und mit der Gottheit ihres Herrn und Meisters,
Den sie empfing in ihrem Seelenschoße.

Sie führte ein die Feier Corpus Christi


Und Thomas schrieb die Liturgie zur Feier.

ESTHER

Die schöne Vashti machte eine Feier


Mit ihren Frauen in dem Frauenhause,
Die schöne Vashti wollte sich nicht zeigen
Dem König und des Königshofs Ministern.

Der König suchte darum schöne Frauen,


Dass er zur Königin sich eine wähle.
Und Esther (oder wie Chaldäer sagen,
Die schöne Ishtar) war der Stern des Morgens.

Sie badete den schönen Leib in Kuhmilch


Und badete in Honig und sie salbte
Mit Rosenöl den schönen Leib, den nackten,
Und parfümierte sich mit Duftessenzen.

Der König krönte sie zu seiner Herrin


Und Vashti ward vergessen von dem König.

GERTRUD DIE GROSSE

Zu dir sprach der Gesandte schöner Liebe


Und wählte dich zu deiner Braut und Freundin.
Da sahest du das Herz des Schmerzensmannes
Verwundet von der Lanze des Soldaten,

Da hat der Schmerzensmann dein Herz verwundet,


Da Gottes Eros hat mich seinem Pfeile
Aus heißem Feuer dir durchbohrt die Seele,
Im Schmerz vereinigt also Freund und Freundin.

Ja, Jesu Herz schlug dir in deinem Busen,


Das liebeskranke Herz des Schmerzensmannes
Schlug schmerzlich dir in deinem wunden Herzen,
So laget ihr vereint im Bett des Kreuzes.

Ich habe auch die Stigmata des Herzens,


Von nun an mache keiner mir mehr Ärger.

HILDEGARD

Sankt Hildegard, teutonische Prophetin,


Sah Mutter Karitas, die Große Mutter,
Die an dem Busen hielt den Gottesknaben,
Die alle Frommen stillt an ihrem Busen!

Sankt Hildegard, teutonische Prophetin,


Sie sah im Himmelreich das Mädchen Liebe.
Die Throne, die die Teufel einst verloren,
Die nehmen ein die Menschen guten Willens.

Sankt Hildegard, teutonische Prophetin,


Sie schaute Karitas mit bloßem Busen
Im breiten Ehebette Gottes liegen,
Da Gott und Karitas sich ehlich einten!

Im Zentrum dieses Alls, wie Glied und Scheide,


Vereinigt Gott und Karitas, die Herrin.

JEANNE D’ARC

Der große Shakespeare schrieb von Jeanne als Hexe,


Beschimpfte sie als femininen Teufel,
Die Umgang hab mit finsteren Dämonen
Und ihre Seele Luzifer geweiht hat.

Voltaire, der elegante Spötter, aber


Erstaunte, dass sie Jungfrau sei geblieben,
Er nannte Löwin sie in Kriegerrüstung,
Ihm aber sei vom Land ein Lämmchen lieber.

Und Schiller hat die Jungfrau ihr gelassen,


Die keinem Mann sich ehelich ergeben,
Jedoch die Heiligkeit nahm ihr der Dichter,
Dass sie gesendet war nach Gottes Ratschluss.

Die Kirche von Burgund hat sie getötet


Und doch – Jeanne d’Arc ist heilig, heilig, heilig!

JUDITH

Als Judith kam ins Lager der Assyrer,


Geschmückt, geschminkt, in ihrer feinsten Seide,
Da sagten die Assyrer: Donnerwetter,
Die Juden haben aber schöne Weiber!

Und Holofernes trank an jenem Abend


So viel vom Wein und vom gebrannten Schnapse,
Er lag betrunken schwer in seinem Bette,
Betrunken von dem Wein und von der Schönheit!

Doch halte deinen Kopf fest, Holofernes,


Denn jetzt kommt Judith mit dem scharfen Schwerte
Und schneidet dir das Haupt von deinem Rumpfe
Und trägt dein Haupt ins Lager der Hebräer.

Die Knaben drauf verjagten die Assyrer,


Die kleinen Knaben, Kinder junger Dirnen!

JULIANA VON NORWICH

Du sahest Gottes Vaterschaft als Ursprung


Von allem, von der Gottheit und der Schöpfung,
Gottvater, Erstursache, Erstbeweger,
Den Zeugenden des Wortes und des Geistes.
Du sahest Gottes Herrschaft in den Himmeln,
Voll Macht den Kaiser aller Universen,
Den Löwen, der das Siegel der Geschichte
Vom Buch der Menschheit lösen wird als Sieger.

Du sahest auch die Mutterschaft der Gottheit,


Die Zärtlichkeit der ewig schönen Liebe,
Den Mutterschoß unendlichen Erbarmens,
Die Brüste Gottes voll der Milch des Trostes.

So kamen Offenbarungen der Dreiheit


In Einheit zur Reclusin in die Zelle.

KARINA VON ANKARA

Karina ist in Ankara gestorben,


Weil sie den Kaiser nicht hat angebetet,
Denn nicht der Kaiser Roms war ihre Gottheit,
Nein, ihre Gottheit war Herr Jesus Christus.

Und als sie das Martyrium erlitten,


Hat gleichfalls das Martyrium erlitten
Ihr keuscher Ehemann, der Christus liebte,
Und auch ihr Sohn, der Jesus Christus liebte.

Der Sohn hat das Martyrium erlitten


Und vierzig Kinder sahn ihn freudig sterben
Und freudig zu dem Herrn gen Himmel fahren,
Da wurden diese vierzig Kinder Christen.

Nun wartet Sankt Karina in dem Himmel,


Sie wartet voll Geduld auf mich im Himmel.

KATHARINA VON ALEXANDRIEN

Die Heiden sagten: Du beweise Christus!


Und Katharina nahm Homer und Platon,
Nahm Pindar und Ovid und Diotima
Von Mantua und Sokrates und Plotin.

Da sprach sie von dem Sohn des Zeus, geboren


Von einer Menschenfrau, von einer Jungfrau,
Der heilte, der gestorben ist als Opfer,
Der aufgefahren ist zu seinem Vater.

Sie sprach von dem Gericht des Radamanthys


Und Minos, von Verdammnis in dem Hades,
Odysseus und Äneas in der Hölle,
Und vom Elysium für die Gerechten.
Ihr Stolzen möget mich verspotten, aber
Ich bleibe treu der Göttlichen Sophia!

KATHARINA VON SIENA

Du konntes aber lesen nicht und schreiben


Und bist doch eine Lehrerin der Kirche,
Der Christus hat die Weisheit eingegossen
Ganz ohne Studium, nur durch die Liebe.

Du sagtest: Schön bist du, mein Vielgeliebter,


Ich liege als Gemahlin dir vereinigt
Im Ehebett, das ist kein Bett aus Rosen,
Das ist vom Holz des Kreuzes uns gezimmert.

O Kirche! Ruhm sei deinen großen Frauen!


Die Protestanten haben nicht desgleichen.
Du, Katharina, hast dem Papst geboten,
Von Avignon zu siedeln heim nach Roma.

Nun bist du die Patronin von Europa.


O segne heute auch den Papst Franziskus!

LUCIA VON SYRAKUS

Sie haben ihr die Augen ausgerissen,


Weil sie nur Jesus Christus schauen wollte,
Sie hat die Augen in der Hand getragen,
Und Gott gab ihr gesunde Augen wieder.

Erleuchte meine Augen, o Luzia,


Wie Dante Alighieri du erleuchtet,
Auf dass ich einzig Gottes Schönheit schaue
Mit lichter Keuschheit meiner innern Augen.

Und bete, dass ich nicht erblinde, Jungfrau,


Ich weihe meine Augen deinem Beten,
Erleuchte du den Augenarzt mit Weisheit
Und steh mir bei in meinen großen Nöten.

Führ mich durch Hölle, Fegefeuer, Himmel


Zur seligen Vision der Schönen Liebe!

MAGDALENA

Ich habe meinen lieben Herrn gesehen,


Ich dachte erst, er sei des Gartens Gärtner,
Wie aber er den Namen sprach: Maria –
Da habe ich erkannt den Sohn Mariens.
Ich wollte seine Füße ihm umfangen
Und meinen Finger in die Wunde legen,
Er sagte: Halte mich nicht fest, Geliebte,
Und küsste mich auf meine Purpurlippen.

Apostelin der heiligen Apostel -


Prophetenamt der Frauen in der Kirche -
War ich den frühen Christen in der Kirche
Evangelistin in dem Süden Frankreichs.

In mystischer Ekstase und Verzückung


Ich tanzte mit dem Bräutigam-Messias!

MARGARETE VON CORTONA

Sie lebte in der Jugend ihren Lüsten,


Der süßen Sinnlichkeit des schönen Leibes,
War eine Konkubine eines Mannes
Und galt im Dorf als stadtbekannte Dirne.

Dann aber starb der Mann, den sie geliebt hat,


Sie sah den Leichnam in dem Walde liegen.
Und das war nun die Herrlichkeit des Körpers?
Ein Haufen Würmerkot im Schmutz der Erde!

Und sie bekehrte sich zu Jesus Christus,


Die Franziskaner haben ihr gepredigt,
Fortan sie sorgte für die Kranken, Kleinen,
Hielt Wache an den Sterbebetten.

Im Himmel bist du schön, o Margarete,


Ich freu mich, dich im Paradies zu sehen!

MECHTHILD VON MAGDEBURG

Die Seele Mechthild, mystisch reich begnadet,


War eine Seele, nackend in Begierde
Und sich verzehrend in der Glut der Liebe
Nach Jesus Christus, ihrem Ehemanne.

So Jesus Christus kam in seinen Garten


Und fand die nackte Seele voll Begierde
Und hörte schreien sie in heißer Wollust:
Herr, liebe oft mich, lange mich und heftig!

Und Mechthild sah der Gottheit Lichtglanz fließend


Und sah die Minne Gottes, einen Brunnen,
Und fühlte Gott sich liebevoll ergießen
Als Bräutigam in ihren Schoß der Seele.
Da nannte Jesus seine Freundin Mechthild:
Mein Täubchen, meine Rose, meine Sonne!

MIRJAM

Aus der Gefangenschaft im Land Ägypten


Die Kinder Israel befreite Mose
Und Aaron war mit ihm und mit ihm Mirjam,
Sie zogen trocken durchs geteilte Schilfmeer.

Und Mirjam mit den Frauen schlug die Trommel


Und Mirjam sang das Lied von der Befreiung.
Denn Gott geht mit, der Retter und Befreier,
Gott führt ins Land, wo Milch und Honig fließen.

Prophetin war die visionäre Mirjam,


Gott gab Visionen ihr des Nachts in Träumen.
Gott sprach von Angesicht zu Angesichte
Mit Mirjam, wie ein Mann mit seiner Freundin.

Und Mirjam schaute einst den Rücken Gottes.


Gott geht voran und Mirjam folgt gehorsam.

MONICA

Du machtest Sorgen dir um Augustinus,


Er war in einer Manichäer-Sekte,
Er lebte wild mit einer Konkubine
Und hatte einen Sohn aus wilder Ehe.

Du hast gebetet für den Sohn zu Jesus:


Du sagtest: Herr, du bist mein guter Hirte,
Und wenn ich komme zu dem Throne Christi,
Dann schenke Augustinus du den Glauben.

So bist du doppelt Mutter ihm gewesen,


Die Mutter der Natur, die gab sein Leben,
Die Gnadenmutter, die ihm gab den Glauben,
Nun ruhe du am Thron der Gottesmutter!

Und mir gib auch – ich hab das Herz der Mutter -
Dass meine Knaben in den Himmel kommen!

PELAGIA

Die Priester in der Kirche Messe singen,


Die Leute auf den Straßen aber feiern
Die Tänzerin Pelagia halb nackend,
Die reizte auf der Männer wüste Sinne.

Da traf sie wie ein Blitz das Wort des Himmels,


Sie tat ihr Herz auf Jesus, dem Geliebten,
Ging in die Einsamkeit, trug Männerkleider,
Ein Pilger in der Wüste, immer betend.

Der Heiland hat die wunderschönsten Dirnen!


Im Himmel warten Magdalena, Thasis
Und Aphra, Margarethe von Cortina,
Das ist so recht ein Paradies dem Dichter!

Denn Gottes Ehefrauen sind die Huren,


Die eher sind im Himmel als die Frömmler.

RAHEL

Der arme Jakob diente sieben Jahre


Und noch mal diente Jakob sieben Jahre
Um Rahel, Lämmchen mit den schönen Augen,
Die meditierend immer Gott beschauten.

Der schlimme Onkel aber gab ihm Lea


Verschleiert mit dem Hochzeitsschleier Rahels
Zuerst zur Gattin. Fruchtbar war zwar Lea,
Doch hatte sie so tätig-stumpfe Blicke.

Doch Rahel schließlich ihm gebar den Josef,


Den Träumer, der war seiner Mutter Liebling,
Und Benjamin, den Kleinsten aller Söhne,
Den Jakob hieß prophetisch Sohn des Glückes.

Und Jakob wanderte mit seiner Rahel


Nach Bethlehem, ins neue Haus des Brotes.

REBEKKA

So leg, mein Knecht, die Hand an meine Lende,


Sprach Vater Abraham zu Eliezer,
Und suche meinem Sohne eine Gattin,
Doch nicht von Kanaans verkehrten Töchtern.

Geh du in meine Heimat Ur und suche


Von meinem Stamme eine Braut dem Sohne,
Doch will das Mädchen folgen nicht dem Sohne,
Er soll nicht wieder ziehen nach Chaldäa.

Rebekka reitend kam auf dem Kamele


Und ließ den Schleier von dem Antlitz sinken,
Und Isaak vermählte mit Rebekka
Sich in dem Zelte, und Rebekkas Liebe

War süßer Trost für Isaak, denn kürzlich


War erst gestorben Sara und begraben.

RUTH

Die Heidin von den Moabitern sagte:


Ich suche Gott, der trägt den Namen Jahwe,
So möchte ich nach Bethlehem in Juda,
Das Brot zu finden auf den Weizenfeldern.

Als Schnitterin ich möchte auf dem Felde


Die nahrhaft-goldnen Weizenkörner sammeln.
Ich möchte backen Brot, weil Gott wie Brot ist,
Der Schöpfer der Natur wird uns zur Speise.

Und wenn ich Boas sehe auf dem Felde,


So will mir scheinen, er ist der Erlöser.
In aller Keuschheit nachts im Mondenscheine
Will ich mich still an dem Erlöser freuen.

Und wenn ich schwanger werde vom Erlöser,


Gebären will ich den Messias-König.

SARA

Gott sprach zu Vater Abraham: Du gehe


Von deinem Vaterhause fort, mein Lieber,
Verlasse du den angestammten Wohnort
Und gehe in die auserwählte Fremde!

Nimm keinen mit dir als Prinzessin Sara,


Ich hörte sie im Eingang ihres Zeltes
So heiter lachen, als der Engel nahte,
Als du dem Engel hast ein Lamm geschlachtet.

Prinzessin Sara ist so schön und milchweiß,


An ihren weißen Brüsten sog der Knabe,
Der da den schönen Namen trägt: Gott lachte!
Den Knaben sollst du meiner Gottheit weihen!

Und kommst du, Abraham, ins Land Ägypten,


So sage du, dass Sara deine Schwester!

SUSANNA

Joachim war ein Leiter der Gemeinde


Der Juden Babylons und seine Gattin
Susanna war sehr keusch, schön anzuschauen,
Die keusch gelebt die Heiligkeit der Ehe.

Sie badete am Tage nackt im Garten,


Da lag sie nackend in der Badewanne.
Die Ältesten der jüdischen Gemeinde
Beschauten sie und wollten mit ihr schlafen.

Doch Daniel, der junge Seher Gottes,


Verteidigte Susanna, ihre Keuschheit,
Sie war den alten Herren nicht zu Willen,
Drum wollten diese steinigen Susanna.

Ich bete vor der heiligen Ikone


Der badenden Susanna nackt im Garten.

SULAMITH

Die Augen Sulamiths sind Tauben-Augen,


Erleuchtet von der Liebe und der Wahrheit,
Erleuchtet von dem Denken und dem Glauben
Schaut sie das Angesicht des Bräutigames.

Der Nabel Sulamiths ist voll des Weines,


Die Theologen sagen, voll des Mischweins,
Der Gottheit Wein und auch der Menschheit Wasser,
Ich aber will den Wein, den ungemischten!

Die Freundin ist die Schönheit ohne Makel,


Die Freundin ist die ganz perfekte Schönheit,
Kein Makel ist an ihr von einer Sünde,
Die makellose Konzeption, das ist sie!

Ich sehe Sulamith in meiner Bibel


Jung stehen nackend unterm Feigenbaume!

THAIS

In Alexandria der Göttin Isis


Thaisis diente als sakrale Hure.
Der Eremit Paphnutius von Jesus
Den Ruf bekam, die Hure zu bekehren.

Du, Thais, kannst nicht Jesus Christus lieben,


Liebst du zugleich die Hurerei und Unzucht.
Empfinde Reue, tu das Werk der Buße,
Bekehre dich zum einzigen Erlöser!

Thaisis lebte in Klausur für Jesus


In immerwährendem Gebet vereinigt.
Ein kleiner Knabe sah in Traumvisionen
Das Himmelsbett, bereitet für die Hure,

Das Himmelsbett, wo Jesus Christus beiwohnt


In himmlischer Vereinigung der Hure.

TERESA VON JESUS

Im Innern meiner Seele sind die sieben


Gemächer meiner Seelenburg, ich wandre
Von einem Zimmer in das andre Zimmer
Und lasse Fleisch und Welt zurück und Teufel.

Allein im immerwährenden Gebete


Ist meine Seele wie ein grüner Garten
Und wird bewässert von dem Brunnenwasser
Und wird bewässert von dem Himmelsregen.

Sankt Josef konnte immer ich vertrauen,


Wenn ich ein Kloster neu begründen wollte.
Nichts gibt es, was der kleine Jesusknabe
Abschlagen würde seinem Pflegevater.

Was mutet Jesus zu den Jüngern Jesu!


Und darum hat er nur so wenig Freunde.

THERESE VOM KINDE JESUS

Ich bin die kleine Königin von Frankreich


Und war doch kleiner als ein kleines Sandkorn,
Ich war ein Nichts, und habe auch erlitten
Die Nacht des Nichts, ein Leben ohne Hoffnung.

Auf Erden Eitelkeit der Eitelkeiten,


Allein die Ewigkeit ist fester Felsen!
Jetzt bring ich meinem kleinen Jesus Opfer,
Im Himmel aber wird er mich belohnen.

Jetzt bin ich meines kleinen Jesus Spielzeug,


Er spielt mit mir, solange er es möchte.
Jetzt bin ich auf dem See im Wettersturme
Und Jesus schläft, und ich, ich lass ihn schlafen.

Wenn ich nur Seelen retten kann von Sündern,


Dafür will ich mein Leid aus Liebe opfern!

TERESA BENEDICTA A CRUCE


In dem Vernichtungslager Auschwitz war sie
Und sah die Mütter aus dem Volk der Juden
Verzweifelt, sich nicht um die Kinder kümmernd,
Da sie voll Angst vorm nahen Tode waren.

Teresa Benedicta von dem Kreuze


Den kleinen Kindern kämmte ihre Haare,
Den kleinen Kindern putzte ihre Nasen,
Sie war den Kinderlein wie eine Mutter.

Ein kleines Mädchen da verlor ihr Püppchen,


Und Schwester Benedicta unten rutschte
Auf allen Vieren durch den Schlamm des Lagers
Und holte ihr zurück das kleine Püppchen.

Dann trat sie in die Kammer mit dem Giftgas


Und dachte sterbend an die eigne Mutter.

TERESA VON KALKUTTA

O Mutter, wie du liebst die kleinen Kinder,


Und ob sie leben auch in reichen Ländern,
Fast abgetrieben, leiden sie an Hunger
Nach Vaterliebe und nach Mutterliebe.

O Mutter, wie du liebst die kranken Frauen,


Die sterben an dem Krebsgeschwür der Brüste,
Du stehst fürbittend an dem Sterbebette
Und opferst deine Pein für ihre Rettung.

O Mutter, wie du liebst den kranken Dichter,


Der lebt wie du in dunkler Nacht der Psyche
Und ist wie du ein Stift in Gottes Händen
Und schreibt der Welt des Gottes Liebesbriefe.

O Mutter von Kalkutta, wahre Kali,


Bekehre du zu Jesus alle Inder!

URSULA UND IHRE ELFTAUSEND JUNGFRAUEN

O Gott, wie schön das Paradies des Himmels,


Das heilige Jerusalem des Himmels,
Der Garten Eden und die Stadt der Toten,
Die Nekropolis und die Megapolis,

Da wimmelt es von wunderschönen Mädchen,


Ob lange blonde oder braune Haare,
Ob lange rote oder schwarze Haare,
Sind alle nichts als lauter reine Gnaden,
Sind sechzehn Jahre jung, sind zweiundzwanzig,
Sind weiße Lilien und sind rote Rosen,
Sind alle voll der schönen Liebe Gottes,
Die Herzen sind voll Demut und voll Sanftmut.

Ich will sie küssen alle Ewigkeiten!


O Paradies der Männer Glaubenshelden!

ABC DER BIBLISCHEN FRAU

ABIGAIL

Als Davids Knaben an dem Berge Karmel


Die Herden hüteten des Toren Nabal,
Da gönnte Nabal Davids Knaben nichts
Von dem gebratnen Fleisch und süßen Wein.

Da sagte David voller Zorn: Bei Gott,


Ich lass von Nabals Leuten keinen über,
Der da im Stehen pinkelt an die Wand!
Das hörte Abigail, die kluge Frau,

Die schöne Ehefrau des Toren Nabal.


Sie packte auf den Esel Feigenkuchen
Und Nüsse und Rosinenkuchen und
Auch Lederschläuche voll von saurer Milch

Und ritt zum Berge Karmel zu dem Dichter


Der Psalmen, fiel vor David nieder und

Begrüßte David: Ich bin deine Magd


Und bin’s nicht wert, den Knaben meines Herrn
Die Schuhe aufzubinden. Aber bitte,
Ermorde meinen Ehegatten nicht,

Er ist ein Narr! Beflecke du dich nicht


Mit seinem Blut! – Und David gab ihr recht.
Der Dummkopf Nabal aber in der Nacht
Soff Bier aus Eimern, und da schlug ihn Gott,

Er starb! Und Abigail ward Davids Frau.

ABISCHAG VON SCHUNEM

Als König David alt geworden war,


Da fror dem alten Mann in seinem Bett,
Da konnten ihn auch nicht die Decken wärmen.
Die Freunde Davids sprachen zu dem König:

Wir suchen dir ein junges schönes Mädchen,


Die soll bei dir in deinem Bette schlafen
Und mit dem jungen Blut den König wärmen.
Die Männer zogen durch ganz Israel

Und sahen alle jungen Mädchen an,


Von vierzehn Jahren an, jedoch nicht älter
Als zwanzig. Und die Schönste aller Schönen
War da die Jungfrau Abischag von Schunem.

Die legte sich zu David in das Bett


Und wärmte ihn mit ihrem frischen Fleisch.
Der König David aber nicht erkannte
Die süße Jungfrau Abischag von Schunem.

Als David dann in ihrem Arm gestorben


Und Salomo ward König Israels,
Trat Adonia, Davids andrer Sohn,
Zur Mutterkönigin Bathseba, bat:

O Königsmutter, bitte du den König,


Dass er mir Abischag von Schunem gebe!
Fürsprechend trat Bathseba zu dem König,
Zu ihrem Sohn, dem weisen Salomo,

Und bat: Die Jungfrau Abischag von Schunem


Gib du dem liebeskranken Adonia!
Doch der gesalbte König Israels
Begehrte Abischag von Schunem selber.

AHINOAM VON JESREEL

Als David Abigail vom Karmel nahm


Zur Ehefrau, die Ehefrau des Nabal,
Nach dessen Tod nahm er die schöne Frau,
Da nahm er sich zur Frau auch Ahinoam

Von Jesreel, die Söhne ihm gebar.


Zwei Frauen hatte da der Dichter David!
Und als die Heere der Philister einmal
Die Frauen Davids aus dem Lager raubten,

Da jagte David den Philistern nach


Und schlug sie tot und nahm die beiden Frauen
Und führte beide wieder in sein Zelt.

AHNMÜTTER
Ahnmütter Israels, des Volks der Juden,
Die da der Welt den wahren Glauben brachten
An Gott und an den kommenden Messias,
Das war zuerst die lachensfrohe Sara,

Die Isaak gebar mit neunzig Jahren,


Als schon die Monatsblutung war vertrocknet,
Dann wars Rebekka, Ribka auch genannt,
Die nicht nur Isaak vom Wasser gab,

Auch die Kamele ihres Gatten tränkte.


Und schwanger ward mit Zwillingsknaben Ribka
Und so gebar sie Israel und Esau,
Doch Israel war immer Ribkas Liebling.

Und Israel verliebte sich in Rahel,


Die kontemplierte mit den schönen Augen.

Er diente vierzehn Jahre um die Schöne,


Doch musste er zuerst die Schwester nehmen.
Zwei Frauen hatte Israel und auch
Die beiden Mägde seiner beiden Frauen,

Und Rahel, Lea, Bilha, Silpa, sie


Gebaren Israel ein Dutzend Söhne.

AMME

Die Amme der Rebekka war Debora,


Rebekka liebte ihre Amme sehr.
Und als Rebekka Eliezer folgte,
Dem Knechte Abrahams, der sie geworben

Für Isaak, den Liebling Abrahams,


Zog in die Fremde mit Rebekka auch
Von Ur im Zweistromland nach Kanaan
Debora, ihre Amme. Doch sie starb

An Leben satt mit dreiundneunzig Jahren


Und ward begraben unter einer Eiche,
Die nannte man die Eiche der Debora.
Rebekka trauerte um ihre Amme.

ANAT

Baal war der Wettergott und gab den Regen


Als Mannessamen von dem Himmel strömend,
Und Anat war die Muttergöttin Erde,
Empfangend in dem Schoß den Samen Baals.
Und so erzeugte dieses Götterpaar
Das Leben der Natur in Fruchtbarkeit
Durch ihren sexuellen Hieros Gamos.
Da magisch dachten Kanaans Bewohner,

Betrieben sie die Tempelhurerei,


Da Männer mit den Huren sich vereinten,
Um Baal und Anat daran zu erinnern,
Dass sie die Hochzeit nicht versäumen sollten.

ASTARTE

Astarte war der Geist des Morgensternes,


Kriegsgöttin war sie und auch Liebesgöttin.
Die Liebesgöttin hatte Dienerinnen,
Sakrale Huren, wartend in den Tempeln,

Dass der Philister kommt zum Götzendienst


Und wohnt den Huren bei für bares Geld.
Die Frau, bevor sie in die Ehe kam,
Als Dienerin Astartes diente erst

In der sakralen Hurerei im Tempel.

ANASTASIS

Als Paulus zu den Weisen von Athen


Von Jesus und von seiner Anastasis
Gepredigt hatte, von der Auferstehung
Des Herrn als Erstgeborenen der Toten,

Die Philosophen hörten Paulus zu,


Der Stoa Philosophen und die Schweine
Des Epikur, die meinten, Paulus spreche
Von einem jungen Halbgott namens Jesus

Und seiner Nymphe namens Anastasis.

ADA UND ZILLA

So hört mein Wort, ihr beiden Frauen Lamechs,


Ihr beiden Frauen Lamechs, Ada, Zilla!
Ich habe einen frechen Mann getötet,
Weil er so schwer beleidigt meine Seele!

Kain wird von Gott gerächt, wer ihn ermordet,


Kain wird gerächt, wird siebenmal gerächt!
Doch Lamech werden wird von Gott
Nicht siebenmal, nein siebzigmal gerächt!

Das ist mein Trost, geliebte Gattin Ada,


Das macht mir Mut, geliebte Gattin Zilla!
Und Ada wird und Zilla wird gebären
Und ihre Söhne werden Hirten sein

Und Flötenbläser sein und Kupferschmiede.

AGAPE

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen


Zu Menschen sprechen würde, aber ohne
Die göttliche Agape, wäre ich
Ein Narr mit Schellen an der Narrenkappe!

Und wenn ich allen wahren Glauben hätte


Und wenn ich Gutes tät und Gaben gäbe
Und wenn ich meinen Leib zum Opfer brächte
Und hätte nicht die göttliche Agape,

So wär ich Nichtigkeit der Nichtigkeiten!


Erkenntnis Gottes bleibt auf dieser Erde
Fragment, die Zungenrede wird verstummen,
Doch in der Ewigkeit erkennen wir

Die Gottheit, wie wir heute schon erkannt sind


Von Gott. Wir schauen Gott jetzt nur verschleiert,

In Ewigkeit wir schaun die bloße Gottheit.


Jetzt bleiben uns auf Erden Glauben, Hoffnung
Und sie, die göttliche Agape, aber
Der Glaube wird zum Schauen werden und

Die Hoffnung wird zur Gegenwart, jedoch


Die göttliche Agape, sie wird bleiben,
In Ewigkeit, die Ewige Agape!

APOKALYPSE

Die Apokalypse Jesu Christi an


Johannes, was ist das? Wenn ein Verlobter
Die Braut zur Ehefrau genommen hat
Und wenn dann in der Hochzeitsnacht die Braut

Entschleiert wird vom Bräutigam, entschleiert


Ihr Angesicht – nicht nur das Angesicht –
Und dann die Ehe wird im Akt vollzogen,
So nennen Griechen die Entschleierung
Jungfräulicher Verlobter Apokalypse.
Das Himmelreich ist einer Hochzeit gleich,
Wird offenbar der Bräutigam-Messias,
Entschleiert wird die Braut, des Königs Nymphe.

Des Lammes Nymphe aber ist die Kirche.

ASIA

Gegrüßet seist du, Asia, o Mutter!


In deinem Schoße offenbarte Gott
Sein Wort zuerst durch Worte der Propheten
Und dann in seinem eingebornen Sohne!

Ich grüß die heilige Ecclesia


Von Asia, die Pauli Predigt hörte,
Ich grüß die Heiligen, die im Exil
In Asia als Pilger nach dem Himmel

Geduldig sind! Das immerwährende


Gebet vermehre Kraft und Mut in euch,
Seid standhaft in der Drangsal, die da kommt!
Bleibt einig mit dem Bischofssitz von Rom!

ARTEMIS VON EPHESOS

Als Paulus kam nach Ephesos und sprach


Vom Logos in dem Inneren des Menschen
Und von dem Glauben an die unsichtbare
Geist-Gottheit, protestierten laut die Künstler:

Was soll uns das Gerücht von einem Gott


Im Hirn des Mannes? Nein, wir Künstler wollen
Die Göttin ehren, unser aller Mutter,
Und formen ihre göttliche Gestalt

Aus Stein, wir formen ihre neunzehn Brüste!


Wir bilden Hirsche, die sich um sie sammeln.
Und ist die Göttin ihren Künstlern gnädig,
Gestalten wir ihr mildes Angesicht!

Wem ist denn nicht bekannt, dass Ephesos


Den Tempel hat der Göttin Artemis

Und ihr geheimnisvolles Bild aus Stein?


Ganz Asia, die ganze Ökumene
Verehrt die Magna Mater Artemis!
Groß ist die Große Mutter Artemis,

Groß ist die Artemis von Ephesos!


Wer aber andre Künste treiben will
Und Sohn und Vater preisen in dem Geist,
So sei’s, doch schände er nur nicht die Kunst.

BARMHERZIGKEIT

Barmherzigkeit sitzt in den Eingeweiden,


Im Uterus, den vielen Uterussen
Der Gottheit der Barmherzigkeit. Die Welt
Ist tief in der Barmherzigkeit geborgen

So wie ein Kind im Schoße seiner Mutter.

BATHSEBA

Als David abends auf dem Dach spazierte,


Da sah Bathseba das im Nachbarhaus
Und zog sich aus, stieg in die Badewanne,
Sie badete und wusch sich in dem Schaum,

Sie tauchte nackend aus dem Schaum und stand


Nackt vor der Fensterscheibe. David sah sie.
Der König sah, begehrte, rief Bathseba!
Sie kam, obwohl sie Ehefrau Urias

Des Heiden war vom Stamme der Hethiter.


Und David schlief mit ihr und sie ward schwanger.
O David, ich bin schwanger, sprach Bathseba.
Doch David wollte, dass Bathsebas Kind

Vom Heiden, dem Hethiter, ward versorgt,


So rief er den Uria, den Soldaten,

Und sprach zu ihm: Verlass das Heer heut Nacht


Und steige zu Bathseba in das Bett
Und zeug ein Kind in ihrem Mutterschoß!
Uria aber sprach zu König David:

Ich will soldatisch auf der Straße schlafen.


Da dachte David: Werde doch Bathseba
Nach dieses Heiden Tod mein Eheweib!
Und David schickte den Uria fort

Und stellte an die Front ihn in dem Kriege


Und dort verstarb Uria vor den Mauern
Von Rabba. David wurde das gemeldet
Und er frohlockte heimlich, denn jetzt konnte

Er schlafen mit der reizenden Bathseba


Und sie zu seiner Ehegattin nehmen.
Gott aber tötete das Kind Bathsebas,
Das David zeugte in dem Ehebruch.
Doch David wiederum erkannte sie
Und schlief mit ihr und zeugte einen Sohn,

Das war der kluge Salomo, der ward


Als Knabe dem Propheten übergeben,
Der Seher rief das kleine Kind Jedidja,
Geliebter Jahwes. König David starb

Und schwor Bathseba noch, dass Salomo


Sein Erbe auf dem Königsthron sein sollte.
So ward der weise Salomo der König
Von Israel und Juda, und die Mutter

Bathseba herrschte als die Königsmutter


Mit ihrem Sohn, ihr Thron stand neben seinem.

Und wenn ein Jude ein Verlangen hatte


Und was erbitten wollte von dem König,
So wandte er sich an die Königsmutter,
Denn wenn die Königsmutter bat den König,

Sprach Salomo: Was immer du erbittest,


Bathseba, Mutter, will ich dir gewähren!

BAUCH

Maria trug ihr Baby in dem Bauch,


Den Logos Gottes in dem Uterus.
Maria sprach zum Engel Gabriel:
Mein Bauch gehört nicht mir, gehört dem Schöpfer!

Gott als ein Embryo im Bauch Mariens


Sang, wie sie hörte, schon das Hohelied.
So trat Maria mit dem Gott im Bauch
Zur älteren Elisabeth, die trug

Ein Baby auch im Bauch, das Kind Johannes.


Maria segnete Elisabeth,
Da hüpfte in dem Bauch Elisabeths
Der Embryo, erfüllt vom Geiste Gottes.

Ganz anders Kreter doch und Kreterinnen,


Wie Paulus sagt, ihr Götze ist der Bauch,
Sie leben nur, zu fressen und zu scheißen.

BAUM
Gott Baal ward dargestellt als Phallus-Stein,
Die Göttin Aschera als Lebensbaum.
Der Göttin Heiligtümer waren Haine
Sakraler Bäume, unter denen üppig

Die Kanaaniter trieben Hurerei


Und auch die Söhne Israel die Göttin
Verehrten unter den sakralen Bäumen
Und hurten mit der Göttin Hierodulen.

BECHER

Der Träumer Josef hatte einen Becher,


Orakel-Becher, draus er prophezeite.
Der weise Salomo im Hohenlied
Pries Sulamiths gebenedeiten Schoß

Als Becher, welchem nie der Mischwein mangelt.


Messias hob beim letzten Abendmahl
Den Becher mit dem Blut des neuen Bundes.
Maria ist der Ganzhingabe Becher,

Maria ist der Becher der Anbetung.


Der Psychologe sagte: Wenn ein Mann
Von einem Becher träumt, so meint der Traum
Die Vulva einer Dame, die er liebt.

BILHA

Die Dienerin der Lieblingsgattin Rahel


Gebar dem Israel in Rahels Namen
Als Stellvertreterin der Gattin Söhne
Und wurde eine Mutter so des Volkes

Des Herrn. Sie muss wohl schön gewesen sein,


Ja, jung und schön, der starke Ruben stieg
Ins Bett zu Bilha, seines Vaters Frau,
Und schlief mit ihr! Und so verlor der Sohn

Das Recht des Erstgeborenen von Jakob.

BRAUT

Als Adam ward geschaffen und Frau Eva,


Da setzte Gott die Ehe ein und sprach:
Der Mann verlassen wird die eignen Eltern
Und wird verbunden sein mit seiner Braut,

Und Braut und Bräutigam vereinen sich


Und werden eins im Fleisch! Und was der Herr
Verbunden hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
Von seiner Braut sang König Salomo,

Von Sulamith, der Freundin seiner Seele.


Die Liebeslieder König Salomos
An seine Braut sind Mystik, sie bedeuten
Die Liebe Jahwes zu der Tochter Zion,

Die Liebe Jesu zur Ecclesia,


Des Gottesgeistes Liebe zu Maria,

Die Liebe Gottes zu der Menschenseele.


Hesekiel sprach von der Liebe Gottes
Zu seinen beiden Frauen, Oholiba-
Jerusalem, Ohola-Samaria.

Gott liebte leidenschaftlich seine Bräute,


Sie aber hurten schon von Jugend an
Mit Babyloniern und Ägyptern, ließen
Die Brüste von den Heiden sich betatschen

Und spreizten ihre Beine jedem Heiden.


Und dennoch liebte Gott die beiden Bräute.
So sprach auch Jeremia von dem Herrn,
Der liebte seine beiden Bräute sehr,

Frau Israel, Frau Juda liebte Gott,


Sie aber beide lebten wie die Huren

Und hurten unter den sakralen Bäumen


Und trieben Ehebruch mit Phallus-Säulen.
Doch Gott sprach zu Hosea: Nimm du dir
Zur Braut die Hure, denn auch ich, der Herr,

Ich nehm die Hure Israel zur Braut


Und führe in die Wüste sie, verführe
Die Hure Israel, vermähle mich
Mit Israel, sie nennt mich nicht mehr Baal,

Sie nennt mich Bräutigam und wird erkennen


Die Liebe Gottes zu der Braut des Herrn.
Dann schaute Gott auf Tochter Zion, auf
Maria, und er fand sie makellos,

Er bat sie um ihr Ja, sie sprach ihr Ja,


Der Geist vermählte sich mit Sankt Maria

Und Jesus ward ihr Sohn. Und Jesus Christus


Entschlafen an dem Baum des Kreuzes ist
Und Gott schuf aus der Rippe Jesu Christi
Ecclesia, die Braut, die neue Eva.
Und Jesus Christus ging die Ehe sein
Mit der katholischen Ecclesia
Und wird am Ende der Äone feiern
Des Lammes Hochzeit mit Jerusalem,

Denn sie, die himmlische Jerusalem,


Sie ist die Braut, sie ist die Nymphe Gottes.

BLUT

Das Blut, das ist ein ganz besondrer Saft!


Im Blut ist Leben, in dem Blut ist Seele!
So esst nur ruhig eure leckren Tiere
Und esst die Tiere unter Dank an Gott,

Doch hütet euch vorm Blute dieser Tiere.


Und wenn ein Tier des Menschen Blut vergießt,
So soll des Tieres Blut vergossen werden.
Der Menschen Sünde aber muss gesühnt sein!

Im alten Bunde opferten die Juden


Viel tausend Lämmer, die sie schlachteten,
Um mit dem Blut der Lämmer abzuspülen
Des Volkes Schuld, die Sünde dieser Welt.

Dann nahm der Sohn des Vaters Fleisch und Blut an


Vom Fleisch und Blute Unsrer Lieben Frau

Maria. Dieses Blut des Menschensohnes


Vergossen wurde als das Blut des Lammes
Zur Sühne für die Sünden dieser Welt.
Und dass auch gegenwärtig bliebe diese

Erlösung, stiftete der Menschensohn


Die Eucharistie, da durch die Wandlungsworte
Des Herrn, gesprochen durch den Priester, wird
Der Wein zu Christi Blut, das in dem Kelch

Den Christen wird gereicht zur Kommunion.


Das Opfer, das der Herr vollzogen blutig
Auf dem Altar des Kreuzes, wird gewärtig
Unblutig im Mysterium der Messe.

BEGEHREN

Als Adam liebte in dem Garten Eden


Die reine Jungfrau Eva, liebte selbstlos
Und schenkend Adam seine Jungfrau Eva.
Sie waren beide nackt im Garten Eden
Und schämten sich der Nacktheit nicht, denn sie
Begehrten nicht einander als Objekte
Zur eignen Lustbefriedigung, nein, selbstlos
Und schenkend war die Liebe, die von Gott war.

Jedoch im Sündenfall, in jener Sache


Der Schlange und der Feige oder fica,
Kam ungeordnete Begierlichkeit
In die Beziehung zwischen Mann und Frau.

Und Adam sah nur noch ein Lustobjekt


Und Sexidol in seiner nackten Eva,

Und Eva nutzte nur noch Adam aus


Als ihren eignen nützlichen Idioten.
Und diese sündige Begierlichkeit
War auch im Davidssohne Amnon, der

Begehrte Tamar leidenschaftlich heiß


Und wurde krank vor Liebe, bis sie kam
In seine Kammer, er sie schändete,
Sie vergewaltigte, sie von sich stieß,

Denn jetzt, nachdem er stillte sein Begehren,


Er hasste mehr sie, als er sie geliebt.

BYBLIA

Die Byblia ist eine treue Frau,


Du liebst sie erstlich wegen ihrer Kleider,
Sie trägt ein transparentes Seidenkleidchen,
Und liebst sie wegen ihrer goldnen Spange

Im aufgesteckten Haar, und das bedeutet,


Buchstäblich nimmst du die Historien
Und klammerst sklavisch dich an ihre Lettern.
Dann offenbart sie sich in ihrer Nacktheit,

Du siehst sie nackend stehen in dem Bad,


Da liebst du sie um ihrer Brüste willen
Und um der Schenkel willen, die sie spreizt,
Und das bedeutet, dass du tiefer schaust

Und liest schon die persönliche Moral,


Die sich ergibt, wenn du durchschaust die Lettern.

Doch bleibst du nicht bei ihrem nackten Leib,


Du liebst die Seele dieser guten Frau,
Liebst ihre Frömmigkeit und milde Güte,
Und das bedeutet, dass du Weisheit findest
Und lernst, zu leben als gerechter Mann.
Doch dann beginnst du, in der Byblia
Geliebten Seele Gottes Immanenz
Zu schauen visionärer Schau, und also

Verkündet jedes Wort der Schrift dir Gott


Und ist ein Liebesbrief des Herrn an dich.
Und also lehren jüdische Rabbinen:
Die Jungfrau Tora ist wie die Gazelle,

So sagte schon der weise Salomo,


Weil eng ist der Gazelle Muttermund,

Und also geht es auch dem Schriftgelehrten,


Dass auch nach zwanzig Jahren treuer Ehe
Die Tora bleibt die enggebaute Jungfrau
Und so ergötzt sie mit dem engen Schoß

Den Schriftgelehrten noch wie in der Jugend!

CHAOSMEER

Am Anfang schuf das Wort das Unsichtbare,


Die Engel, und die ganze Sichtbarkeit.
Da war die Erde leer und öde, Tohu-
Wa-Bohu, und es war das Urmeer da,

Die Meere, auf lateinisch: Die maria!


Und über den maria schwebte Ruach,
Geist Gottes, schwebte wie die Taube liebend
Und brütete das ganze Weltall aus.

Die Taube legte in maria nieder


Ein Ei, den Urkern, oder auch die prima
Materia, und in dem Urkern war
Der Eros Gottes, dessen Intelligenz

Entwickelte in Evolutionen
Die Keime aller Dinge in dem Urkern
Zur vorbestimmten Zeit im Raum des Alls.

So schuf der Geist aus den maria alles


Und aus maria ist das Universum.

CHOCHMAH

Im Namen Gottes Jahwe ist das H


Die Hochmah, Gottes eingeborne Weisheit.
Der Freund der Weisheit oder auch ihr Minner
Nennt sie die reine Jungfrau Christ-Sophie.

Der weise Salomo hat liebgewonnen


Die Schönheit dieser Jungfrau Christ-Sophie
Und suchte sie als Gattin heimzuführen.
Sie ist der reine Glanz des Allerhöchsten

Und eine Emanation der Kraft des Herrn.


Sie herrscht von All zu All und geht in feine
Und reine Seelen ein und macht die Seelen
Zu Freunden Gottes, zu Propheten Gottes.

Sie war bei Adam, als er einsam war,


Verließ ihn nicht nach seinem Sündenfall.

Sie war beim Glaubensvater Abraham,


Als er den Liebling opfern musste Gott.
Sie war beim Patriarchen Israel,
Der vierzehn Jahre einer Frau gedient.

Sie war beim Träumer Josef, als die Brüder


Verraten haben den Geliebten Gottes.
Sie war bei Mose, als er voller Kraft
Befreite aus der Sklaverei Ägyptens

Die Kinder Israel. Die Christ-Sophie,


Die höchste Herrin Chochmah, war im Anfang
Vor aller Schöpfung, spielte vor dem Vater,
War Lieblingin und Hätschelkind des Vaters

Und spielte vor dem Vater alle Tage,


Entzückte Gott den Vater, und die Freude
Der lichten Jungfrau Christ-Sophie war es,
Bei Adams Söhnen in der Welt zu sein.

CHARIS

Was für Johannes die Agape war,


Die Göttlichkeit der Liebe, die sich schenkt,
Das war für Paulus Charis, ein Geschenk
Der Liebe, eine Liebesgabe Gottes.

In Charis nämlich offenbart die Gottheit,


Wie sie entzückend ist und voller Charme
Und voller Liebreiz, voller Anmut, Schönheit!
Es ist die Charis, dass die Gottheit Mensch ward,

Es ist die Charis, dass der Gottmensch starb


Und auferstand, es ist die Charis, dass
Die Christen sind begabt mit Charismen.
Es ist die Charis, die in Christen lebt,
Die Charis, die die Auserwählten heiligt,

Die Charis, strömend aus den Sakramenten.


Die Menschen, die von Gott gerettet werden,
Die sind gerettet worden durch die Charis.

CYPROS

Die Tochter Cypros nennt die Bibel auch


Elischa: El ist Gottes Name, Ischa
Heißt Frau. Die Tochter Cypros ehrte früher
Die göttliche Astarte der Phönizier,

Die Göttin Aphrodite Cypria.


Doch der Apostel Petrus lehrte Cypros
Die Liebe Gottes im Gekreuzigten,
Im eucharistischen Heiland Jesus Christus.

Drauf wandte sich die fromme Tochter Cypros


An Unsre Liebe Frau Maria oder
Panhagia Aphroditissa, Königin
Der Liebe, Spiegelbild der Schönheit Gottes.

DEBORAH

Deborah war die Richterin des Volkes


Der Kinder Gottes. Und die Feinde Gottes
Bedrängten Gottes Volk, da sprach das Volk:
Deborah, ziehe uns voran zum Kampf!

Und Balak führte an der Krieger Schar.


Deborah aber saß im Schutz der Eiche,
Die nannte man Deborahs Eiche, da
Trat Balak zu der Richterin und sprach:

Auf, auf, Deborah, Mutter Israels,


Zieh in den Krieg, besiege unsre Feinde!
Deborah stand von ihrem Sitze auf
Und sagte: Wenn ich in den Krieg voran zieh,

Dann wird der Ruhm nicht deiner sein, o Balak,


Der Ruhm gehört der Mutter Israels.

So zogen Balak und Deborah in


Den Krieg und siegten über Gottes Feinde,
Der Ruhm des Sieges aber war Deborahs,
Die Mutter Israels, sie triumphierte.

DELILA
Delila war die Tochter von Philistern,
Doch Samson sprach, der Richter Israels,
Zu seiner Mutter und zu seinem Vater:
Die gebt mir bitte zur Gemahlin, sie

Ergötzt mein Auge, keine so wie sie!


Die Eltern sprachen: Ist denn unter allen
Den Jungfraun Israels kein Weib für dich?
Doch Samson sagte: Ich will nur Delila!

So ward Delila Samsons Ehefrau.


Doch Samson war der Gegner der Philister
Und war sehr stark, denn er war ein Verlobter
Des Herrn von Mutterschoße an, die Kraft

War aber in den ungeschnittnen Haaren,


Dem Haar, wie es die Gottverlobten trugen.

Nun wollten die Philister-Krieger wissen,


Was das Geheimnis sei von Samsons Kraft.
Sie nahmen also Samsons Kuh und pflügten
Das Feld mit Samsons Kuh, denn zu Delila

Die Feinde Samsons sprachen: Frage ihn,


Was das Geheimnis seiner großen Kraft ist.
Delila bat und bettelte so lange
Und sagte: Ach, du hast mich nicht mehr lieb,

Bis er verriet ihr seiner Kraft Geheimnis.


Delila rief: O Samson, die Philister
Sind über dir! Und die Philister nahmen
Gefangen den Verlobten Gottes, Samson.

Delila aber ward zur Frau gegeben


Dem Freunde Samsons, sie ward dessen Frau.

DINA

Als Jakob kam mit seinem Dutzend Söhnen


Und mit der einen Tochter ins Gebiet
Von Sichem, sah der Sohn des Sichem, Hamor,
Die wunderschöne Tochter Jakobs, Dina,

Und da er Dina sah, begehrte er


Den Leib der wunderschönen Frau zum Beischlaf,
Doch da sie keinen Heiden wollt zum Mann,
Nahm Hamor Dina eben mit Gewalt

Und riss den Rock herab von ihrem Leib


Und spreizte ihre Schenkel, er drang ein
In Dina mit Gewalt, ergoss sich schnell
Und ließ die Vergewaltigte zurück.

Die klagte laut ihr Elend ihren Brüdern.


Und Simeon und Levi, Zwillingsbrüder,

Sie rächten zornig die geschwächte Schwester


Und sprachen zu dem Manne Hamor: Willst du
Zur Gattin Dina, lasse dich beschneiden!
Als Hamor sich beschneiden ließ, da lag er

Geschwächt im Bett, die Zwillingssöhne kamen


Und nahmen Hamor in dem Bett das Leben.
Doch Dina blieb verstört ihr Leben lang.

DIAKONIN

Als Jesus Jünger rief und Jüngerinnen,


Da weihte er die Männer zu Aposteln,
Die Frauen dienten ihm als Dienerinnen
(Als Diakonin oder Ministrantin)

Und dienten ihm nicht nur mit ihrem Geld,


Johanna und Susanna und Maria
Von Magdala, sie dienten Jesus Christus
In allem mit der eigenen Substanz!

DIANA VON EPHESOS

Berühmt war auf dem ganzen Kreis der Erde


Das Heiligtum der göttlichen Diana
Von Ephesos und ihr geliebtes Bild
Vom Himmel war gefallen, schwarzer Stein.

Weltwunder der Antike war der Tempel.


Da gab es aber einen armen Narren,
Der konnte nichts als Fressen nur und Scheißen,
Der wollte auch auf Erden Ruhm erlangen,

Und also steckte er den Tempel an


Und ruinierte so das Heiligtum
Jungfräulicher Diana! Ebenso
In Ephesos verkündet ward Maria
Als Theotokos, Gottgebärerin,

Da dachte sich Helvetius, der Dummkopf:


Ich will auch Ruhm erlangen auf der Erde

Und sage darum etwas ganz Absurdes:


Maria hat mit Josef auch geschlafen,
Vier Söhne ihm geboren, dazu Töchter.
Hieronymus, der Bibelübersetzer,

Er sprach: Helvetius ist dumm und frech,


Er frevelt an dem Heiligtume Gottes!
Wer sagt, Maria habe Söhne, Töchter
Geboren nach dem Ehe-Akt mit Josef,

Spricht nicht in Gottes Weisheit. Anathema!

EDEN

Die Aue Eden ist die Frau des Herrn,


Die Flur von Eden ist die Flur der Freude.
Hier sind vereint die Gottheit und die Menschheit,
Vereinigt Männlichkeit und Weiblichkeit,

In Frieden lebt der Mensch mit der Natur


Und alle Kreaturen sind im Frieden.
Des Menschen Hybris aber ruinierte
Die Freuden-Aue, diese Frau des Herrn.

Der Baum des Lebens, wie die Perser sagen,


Von Anahita ward entrückt zum Mond.
So der Psalmist zur Rechten Gottes sah
Die Wonne thronen. Wonne ist bei Gott!

Verschlossen das Gefild der Seligkeit


Zur Rechten Gottes war, bis Unsre Frau
Dem Herrn ihr Ja-Wort gab, da schloss sie auf
Für ihre Kinder das Gefild der Wonne,

Im Garten Eden, sagen die Muslime,


Dort die Erlösten sind mit lauter Wonnen!

Und Platon nannte diesen Garten Eden


Im Himmel das Elysische Gefilde!
Johannes nennt es Gottes Paradies
Und Weise nennen es Mariens Schoß.

EHE

Die Ehe, Sakrament der Einigung


Des Liebenden mit der Geliebten, fruchtbar
In dem geliebten Kind, ist Ebenbild
Der göttlichen Vereinigung im Innern

Der Allerheiligsten Dreifaltigkeit:


Die Erste Hypostase liebt die Zweite,
Die Zweite Hypostase liebt die Erste,
Aus der Vereinigung der Hypostasen

Die Dritte Hypostase geht hervor.

EINSICHT

Frau Weisheit nenne deine Freundin, Weiser,


Frau Einsicht aber nenne deine Schwester.
Frau Einsicht mit dem schönen Namen Binah
Ist Seelenschwester des Gerechten, Seelen-

Verwandte, denn sie ist die Tochter Gottes,


Und der Gerechte ist ein Gottessohn.
Und so der Weise und die Jungfrau Binah
Sind Brüderchen und Schwesterchen in Gott

Und lieben sich auf diese keusche Art.

ELOAH

Wir glauben an die Gottheit Elohim,


An Ihre Majestäten, Göttlichkeiten,
Wir glauben an den starken El, den Gott,
Den Herrn und den Erzeuger aller Dinge,

Wir glauben aber auch an die Eloah,


Die mütterliche Gottheit schöner Liebe.

ERZMUTTER

Erzmutter aller, die da leben, ist


Die Frau, die Vater Adam Eva nannte,
Denn Eva, das bedeutet Leben, das
Bedeutet Mutter der Lebendigen.

Doch unser aller Mutter Eva hörte


Auf Luzifer, der Schlange kluges Lispeln,
So ward beraubt die Menschheit ihrer Mutter.
Doch Gott ließ nicht allein die arme Menschheit,

Gott ließ die Menschheit nicht als Waisenkind,


Maria wurde unser aller Mutter,
Die Neue Eva, Mutter der Lebendigen,
Erzmutter aller Mutterschaft auf Erden.

ESTHER

Der König feierte ein Fest mit Freunden


Und alle tranken reichlich Wein und Schnaps,
Da rief der König seine Königin,
Sie sollte ihre Schönheit offen zeigen.

Jedoch die Königin, die stolze Frau,


Sie zeigte ihre Reize nicht dem König.
Und da verwarf der König diese Frau
Und suchte eine neue Königin

Und rief die schönsten Mädchen an den Hof


Und wählte aus den Mädchen sich die Schönste,
Das jüngste, reinste, strahlendste der Mädchen!
Das Mädchen Esther war der Morgenstern.

EVA

Ich seh die Jungfrau Eva nackt im Garten,


Im Baume der Erkenntnis hängt die Schlange,
Sie nimmt den eignen Schwanz ins Maul, dann bläst sie
Der nackten Eva in das Muschelohr:

Komm, pflücke, Eva, komm und pflück die Feige!


Und Eva pflückt mit rascher Hast die Feige! –
So kommt das Unglück über alle Menschen.

ELISABETH

Elisabeth galt lang als unfruchtbar,


Bei Gott jedoch ist nichts unmöglich, also
Die unfruchtbare Frau ward schließlich schwanger,
Und Sankt Maria kam zu der Verwandten

Und stand ihr bei in ihrer Niederkunft.


Elisabeth sah Sankt Maria gleichfalls
In guter Hoffnung, und so schrie sie laut:
Die Mutter meines Schöpfers kommt zu mir?

Gesegnet ist der Schoß, der trägt den Herrn!


Gesegnet ist die Brust, die stillt den Herrn!
Und so gebar Elisabeth Johannes
In Ain Karin. Und heute Unfruchtbare

In Ain Karin um Leibesfrüchte beten.

EPHESOS

Der Herr am Kreuze spricht zum Jünger:


Schau auf Maria, siehe deine Mutter!
Der Herr am Kreuze spricht zu Unsrer Frau:
O Frau der Offenbarung, sieh dein Kind!

Von jener Stunde an der Jünger nahm


Die Mutter Gottes in sein Innres auf
Und lebte mit der Frau der Offenbarung
In Ephesos am Nachtigallenberg.

FAMILIE

Die heilige Familie ist sehr warm,


Ein Abbild der Dreifaltigkeit ist sie.
Sankt Josef als der Pflegevater Jesu
Ist Abbild von dem Ewigen Vatergott.

Der Jesusknabe ist ja selbst Gott Sohn.


Maria ist das Sakrament des Geistes,
Der Geist ist mütterliche Liebe Gottes.
Und alle lieben sie bis zu dem Tod:

Sankt Josef stirbt aus Liebe zur Madonna,


Maria stirbt aus Liebe zum Messias,
Der Christus stirbt aus Liebe zu der Welt.

FEIGE

Die Feige heißet auf lateinisch fica


Und auf französisch heißet sie la figue!
Die Feige Evas ist des Kummers Ursach!
Wenn aber Satan dich belästigt, mach

Mit deinen Fingern das Symbol der Feige,


Und der Versucher wird von dir entweichen,
So lehrte mich Teresia von Jesus.

FLEISCH

Nur Fleisch ist sie, nicht reiner Geist, die Tochter


Ägypten, ist ein Mensch und ist nicht Gott!
Und dieses Fleisch ist wie die Wiesenblume,
Die morgens blühend ist und abends welk.

FRAU

Als Eva war gefallen durch intimen


Verkehr mit Luzifer, der klugen Schlange,
Da kam das Protoevangelium
Des Wortes Gottes: Kommen wird die Frau
Und wird der alten Schlange Haupt zertreten!
Gott stiftet Feindschaft zwischen Schlangenkindern
Und Kindern von der Frau der Offenbarung.
Als Jesus seine Glorie offenbarte

Auf einer Hochzeit, sprach er zur Madonna:


O Frau! Was ist das zwischen mir und dir?
Als Jesus sah vom Kreuz auf jenen Jünger,
Den er geliebt, da sprach er zur Madonna:

O Frau der Offenbarung, sieh dein Kind!


Johannes schaute einst den Himmel offen

Und schaute jene Frau im Licht der Sonne,


Den Mond zu Füßen und geschmückt mit Sternen.
Der böse Feind bekämpft die Frau des Himmels
Und ihre Kinder, doch die Frauen-Kinder

Besiegen Satan durch das Blut des Lammes.


Die einst Marie von Nazareth gewesen,
Geworden ist zur Fraue aller Völker.
Wir werden einfach sie die Mutter nennen,

Wir nennen einfach sie die Liebe Frau!

FREUNDIN

Frau Weisheit möchte deine Freundin sein,


So sagt zu dir der weise Salomo.
So wähle dir die Hagia Sophia
Zur Freundin, zur Verwandten deiner Seele.

Die Hagia Sophia kommt zu dir


Als Mutter mit der Brust voll Milch des Trostes,
Sie kommt zu dir als jugendliche Freundin.
Sie will dir Freundin sein, Geliebte sein,

Des freue dich, weil der Verkehr mit ihr


Bringt nicht Verdruss und Kummer, sondern Freude!
Ich habe ihre Schönheit liebgewonnen
Und holte sie zu mir in meine Wohnung,

Dort wohne ich mit ihr. Der Herr liebt den,


Der mit Sophia liebend wohnt zusammen.

FRUCHTBARKEITSGÖTTIN

Die Kinder suchen Holz zum Opferfeuer,


Die Frauen backen Kuchen in der Form
Der nackten Göttin Himmelskönigin,
Die Männer fressen Fleisch und saufen Wein

Und singen laut der Himmelskönigin.


O Jeremia, bleibe uns vom Halse
Mit deinem Vatergott! Uns ging es gut,
Als wir die Himmelskönigin verehrten!

Und erst, seit wir zu opfern unterlassen


Der nackten Liebesgöttin, sind wir elend!

FRIEDE

Eirene heißt die schöne Hypostase


Der Gottheit, die Eirene stiftet Frieden
Im Menschenherzen, Frieden mit der Gottheit
Und Frieden mit dem eignen Seelenfunken

Und Frieden mit den Brüdern und den Schwestern


Und mit der unvernünftigen Natur.
Die göttliche Eirene übersteigt
Den menschlichen Verstand und sie bewahrt

Uns Sinn und Herz und Geist in Jesus Christus.


So mit euch seien Charis und Eirene!

GARTEN

Ich sah den großen grünen Garten Eden


Und sah die nackte Eva, Adams Flanke,
Und sah die Liebe glühn in aller Grünkraft!
Ich sah die schöne Sulamith, die Freundin,

Ihr Leib war paradiesischer Natur,


Lustgarten war der Körper meiner Freundin,
Mir die Geliebte eine Balsamstaude.
Weingarten Gottes, dich hab ich gesehen,

Wo Milch und Honig floss im Überfluss


Und wo die Trauben riesengroß gewesen.
Ich ahnte auch den Garten in den Himmeln,
Wo immer Sommer ist im Weinberg Gottes

Und wo die Liebe alles ist in allen,


Bei Gott ist die délice éternelle!

Ein Garten ist, wie Karmeliter sagen,


Die Seele und bewässert vom Gebet,
Wo das Gebet zuerst schleppt Wassereimer,
Wo klüger das Gebet dann gräbt Kanäle,
Wo weise das Gebet dann gleicht dem Regen,
Denn nach dem Beten, wie Maria sagt,
Ist unsre Seele blühend wie ein Garten,
Wenn nach dem Frost die Primavera kommt!

GAZELLE

Der Dichter Salomo besang die schöne,


Die junge Sulamith und nannte sie
Gazelle, denn sie hatte große warme
Gazellenaugen mit dem Blick der Liebe,

Ihr Leib war schlank wie der Gazelle Leib


Und ihre langen schlanken Beine waren
Gazellenbeine. Und die beiden Brüste
Der Freundin waren wie Gazellenkitze,

Gazellenzwillingskitze ihre Brüste,


Die hüpften fröhlich, wenn sie näher eilte.
Der Muttermund der Jungfrau Sulamith
War eng wie der Gazelle Muttermund.

GOTTHEIT

Gott offenbarte selber sich als Vater.


Wer aber einen kalten Vater hatte,
Dem rät der weise Priester: Nenne Gott
Den Vater eine mütterliche Gottheit,

Die Gottheit schöner Liebe nenne sie.

GEBURT

Der Geist schenkt eine Neugeburt von oben,


Da wird das Kindlein der Natur ein Kindlein
Der Gnade, nicht gezeugt von einem Mann
Und nicht gezeugt von Fleisch und Blut, vielmehr

Von Gott geboren! Gott gibt die Geburt


Der neuen Schöpfung, die ein Gottmensch ist!
Geboren wurde von der Lieben Frau
Maria durch des Geistes Zeugen Jesus,

Der Gottmensch, welcher ist das Haupt der Kirche,


Die Kirche ist sein Leib. Die Kirche wird
Geboren auch von Unsrer Frau Maria
Und wird gezeugt durch Gottes Geist. Die Christen

Sind Christi Glieder, und so hat das Haupt


Die selbe Mutter wie die Glieder auch.

Mit Christi Ankunft setzte ein die Endzeit


Und dies ist eine Zeit der Wehen, bis
Der Herr erneut erscheint in Herrlichkeit.
Die Christen sind verborgen in dem Schoß

Mariens, bis die Christen sie gebiert


In die Unsterblichkeit im Paradies.
Doch wer nicht neugeboren ward von oben,
Gelangt nicht wie ein Kind ins Himmelreich.

Drum, Seele, sei wie Unsre Liebe Frau,


Empfange Gottes Wort mit deinem Ohr,
Dass Christus in der Seele wird geboren
Und Christus in der Seele wird genährt

Mit Gottes Manna in den Sakramenten


Und Gnaden immerwährenden Gebetes,

So Christus in der Seele reift heran,


Bis von der Seele er geboren wird
Und durch die Liebe kommt in diese Welt.

GEIST

Geist Gottes ist der Lebensatem Gottes,


Der Odem oder Hauch, der überm Urmeer
Wie eine Taube schwebte, girrend, brütend,
Die mütterliche Ruach-ha-kadosch,

Sie schwebte auch wie eine junge Taube


Zu Unsrer Lieben Frau Maria, Leben
Gebärend in Maria. Unsre Frau
Ist überhaupt das menschliche Gesicht

Der Ruach-ha-kadosch, die Liebe ist,


In unsre Herzen ausgegossne Liebe.

GNADE

In dem Johannes-Evangelium
Geschrieben steht, dass Mose hat gebracht
Die Jungfrau Torah, aber Jesus Christus
Hat uns gebracht die Jungfrau Aletheia

Und Jungfrau Charis. In dem Paulusbrief


An die Ecclesia von Rom geschrieben
Ward von dem Weisen, dass die Zeit der Torah
Ward abgelöst von dem Äon der Charis.
Was in den Briefen des Johannes ist
Die göttliche Agape, ist dem Paulus
Die Charis, welche göttlich ist. In der
Geschichte der Apostel singt Sankt Lukas

Die Odyssee des Paulus, der auf Reisen


Nicht wie Odysseus von Athene ward

Geleitet, sondern Paulus ward geleitet


Von Jungfrau Charis mit den Taubenaugen.

GOMER

Gott sagte zu Hosea, dem Propheten:


Nimm dir zur Ehefrau die Hure Gomer
Und zeuge mit der Hure Gomer Kinder!
Und so gebar die Hure Gomer Kinder,

Die Tochter Diblatajims, sie gebar


Den Erstgebornen, Jesreel, den Landmann,
Und dann gebar sie ihre Zwillingskinder:
Lo Ammi, Lo Ruchama, das bedeutet:

Dass Israel ist nicht mehr Gottes Volk


Und Gott ist nicht mehr voll Barmherzigkeit.
Die Hure Gomer aber brach die Ehe
Und hatte zwischen ihren großen Brüsten

Die Talismane ihres Ehebruchs


Und lief den Hurenböcken nach, den Baalen.

Hosea aber sollte doch die Hure


Behalten als sein Weib, die Hure Gomer,
Denn Gott ist treu und der Prophet ist treu.
Lo Ammi, Israel ist nicht das Volk des Herrn,

Lo Ammi wird zum Ammi werden, dann


Wird Ammi sagen zu dem Herrn.: Mein Vater,
Mein Vater und Gebieter, du mein Gott!
Und dann spricht Gott der Herr: Mein Liebling Ammi!

Dann wird die Hure Gomer auch am Ende


Nicht Baal verehren, sondern Gott den Herrn,
Sie wird den Herrn nicht mehr Gebieter nennen,
Sie nennt ihn Bräutigam und Ehemann,

Und Gott nimmt Gomer an als seine Ehefrau,


Beseligt sie mit göttlicher Erkenntnis!
GÖTTIN

Weil Salomo die Tochter Pharaos


Als schöne Frau geliebt hat, diese Heidin,
Hat Salomo für die geliebte Frau
Ein Heiligtum gebaut der Göttin Isis.

Für eine andre Frau, die er geliebt,


Hat er gebaut den Schrein der Göttin Anat.
Da sagte ein Prophet zu Salomo:
Wenn du dich sehnst nach einer Himmelsgöttin,

Verehre doch die Jungfrau Christ-Sophie!

GRANATAPFEL

Madonna mit dem roten Granatapfel,


Dein Gotteskindlein sitzt auf deinem Schoß
Und weiset uns den offnen Granatapfel.
Um dich versammelt sind die lieben Kinder,

Die sammeln sich um deinen Granatapfel.


Geliebte! Deine Schläfe unterm Schleier
Ist wie die Spalte in dem Granatapfel.
Der Granatapfel aus dem Paradiese

An deinem Saum hängt mit der goldnen Glocke.


Und so verehren dich wir Zyprioten.

GRAB

Zwar Hiob sprach in seinem tiefen Gram:


Das Grab ist mir ein liebevoller Vater,
Die Würmer sind mir Mütterchen und Schwester,
Ich aber sag in meinen Seelenschmerzen:

O Grab, du bist mir eine gute Mutter,


Die Würmer sind mir alle liebe Schwestern!
Denn von der Mutter Erde stammen wir,
Sind Adam von der Mutter Adama,

Zurückzukehren in die Mutter Erde


Und heimzukehren in den Schoß des Grabes,
Bis Mutter Grab gebiert uns in den Himmel.

GÜRTEL

Als Sankt Maria in den Himmel fuhr,


Da zweifelte der kluge Denker Thomas,
Dass Unsrer Frauen Leib im Himmel sei.
Da kam zu Thomas Unsre Liebe Frau,

Gab ihm den Charis-Gürtel ihrer Lenden.


Der kluge Thomas trug den Charis-Gürtel
Mariens auf den Gipfel des Olymp,
Dort wird er als Reliquie aufbewahrt.

GÜTE

O du Dreifaltigkeit des Philosophen,


Du Göttin Wahrheit und du Göttin Schönheit
Und Göttin Güte du, ihr drei seid eins,
Die Höchste aber ist die Göttin Güte,

Die Gottheit ist die absolute Gutheit,


Das Böse ist ein wesenloses Nichts.

HADESSA

Hadessa war ein unbeflecktes Mädchen,


Sie war die Myrte unter all den Mädchen.
Ihr Onkel zog sie groß. Der Onkel wollte
Sie freien, wenn sie heiratsmündig wäre.

Jedoch der Kaiser nahm sie sich zur Braut.

HAAR

Das lange Haar der Liebesgöttin war


Ein Zeichen ihrer göttlichen Erotik,
Die Göttin Hathor hatte Lockenfluten!
Und Sulamith, die Braut des Salomo,

Sie hatte lange schwarze Haare, die


Wie eine Herde schwarzer Ziegen wallten
Herunter an dem Berge Gilead,
Und in den Lockenfluten Sulamiths

Lag fest gefangen König Salomo.


Und Jesu Jüngerin trägt langes Haar
Wie einen Schleier, redet sie prophetisch.
Maria Magdalena, Jesu Braut,

Mit ihrer langen Mähne trocknete


Die Füße Jesu sie von ihren Tränen.

Maria, unsre Herrin über allem,


Bedeckt die Haare bräutlich mit dem Schleier,
Doch wenn sie sinken lässt den Schleier, ah,
Dann ist die Haarflut wie ein Wasserfall.

HAGAR

Als Gott dem Abraham verheißen hatte,


Er solle einen Segenssohn bekommen,
Da war er hundert Jahre alt und Sara
War neunzig Jahre alt und ohne Blutung.

So nahm sich Abraham die schöne Hagar,


Die Magd der Herrin, die Ägypterin.
Er schlief mit ihr und sie gebar ein Kind.
Da ward die Magd der Herrin stolz und sah

Voll Stolz herab auf ihre Herrin Sara.


Und Sara sprach zum Gatten Abraham:
Schick in die Wüste die Ägypterin!
Und Jahwe sprach zu Abraham: Gehorche

In allem deiner Herrin! Also schickte


Der Sara Gatte die Ägypterin

Mit ihrem Kinde in die Wüste. Dort


Verdurstete die Magd mit ihrem Kind,
Und Hagar legte Ismael, den Sohn,
Im Schatten eines Busches nieder, dass

Er friedlich sterbe. Aber Gottes Engel


Zu Hagar sprach: Dort drüben ist ein Brunnen!
Und Ismael und Hagar überlebten,
Und Hagar betete die Gottheit an:

Gott ist der liebe Gott, der nach uns schaut!


Und Jahwe sprach zu der Ägypterin:
Dein Kindlein Ismael wird Krieger werden
Und wild und stark sein in der Araba!

HALSKETTE

O Sulamith, dein Hals ist wie ein Turm


Von Elfenbein, dran tausend Schilde hängen!
O Sulamith, das Kettchen deines Halses
Ist voller Zauber und Magie, dass ich

Bezaubert bin von dir! Ich seh das Kettchen


Mit einer wundertätigen Medaille
Dir zwischen deinen beiden Brüsten glitzern!
HANNA

Elkana war ein Gatte zweier Frauen,


Penina hatte Söhne ihm geboren,
Doch Hanna konnte keinen Sohn bekommen.
Und Hanna betete in Gottes Tempel

Um einen Sohn, und Gott erhörte sie,


Und so gebar sie Samuel, den Seher,
Den weihte sie in Gottes Tempel Gott.
Und Hanna sang das Lied: Magnificat

Anima mea Deum Dominum! -


Die Greisin Hanna war schon lange Witwe
Und war auf fromme Weise Witwe, Gott
Verlobt, und hielt sich immer auf im Tempel.

Und als sie sah Maria mit dem Kind


Und mit dem lieben Josef in dem Tempel,

Da sprach sie über dieses Gotteskind


Zum gotterwählten Volke Israel.

HEBAMME

Als Pharao gebot den Knabenmord


An Knaben Israels, da waren zwei
Hebammen Israels, die sprachen weise:
Die Mütter Israels gebären schnell!

Und eh das Kind im Mutterschoße kann


Getötet werden, ist es schon auf Erden
Und wird ein mächtiger Prophet des Herrn!
Ich meine, Pua hieß die eine und

Die andre Schifra. Sokrates, der Weise,


Er sprach von seiner Dialektik als
Hebammenkunst: Geboren wird die Wahrheit.

HOCHZEIT

Die Bibel ist das Buch der Hochzeit Gottes,


Gott ist der Bräutigam, das Gottesvolk
Die Braut. Gott lädt die ganze Menschheit ein
Zur Hochzeit mit dem Sohn, dem Bräutigam.

Und Jesus nennt den Himmel eine Hochzeit.


Des Lammes Hochzeit mit Jerusalem
Ist Jesu Christi Hochzeit mit der Kirche.
Maria und die Kirche und die Seele

Sind weiblich. Jede Seele werde Braut


Des Bräutigams, der schöne Liebe ist.
Die Seele als die Braut des Bräutigams
Lebt schon auf Erden in der Gottesehe,

Die Kommunion ist die Vereinigung,


Jedoch im Himmel die Vereinigung

Ist göttlich-lustvoll und die Seele wird


Von Gott dem Bräutigam vergöttlicht werden!

HENNE

Als Jesus schaute Frau Jerusalem,


Da weinte Jesus Christus Trauertränen:
Jerusalem, Jerusalem, o Frau,
Wie wollte ich doch deine Knaben hüten

Wie eine Henne hütet ihre Küken!


Du aber, Frau, hast nicht erkannt den Kairos,
Da ich an deines Herzens Tür geklopft!
In deinem Garten werden Nesseln wachsen,

Bis du Hosanna rufst und Halleluja,


Gelobt sei der, der kommt im Namen Gottes!
Ich, Jesus, bin vergleichbar einer Glucke,
Und meine Liebe zu den Menschen ist

Wie mütterliche Allbarmherzigkeit.

HERRIN

So sagte einst die Magdeburger Mechthild


In ihrem Buch vom Fluss des Licht der Gottheit:
Der Christus Jesus ist der Herr der Welt
Und Unsre Frau Maria ist die Herrin.

Der Herr und Heiland ist der wahre Gott


Und Unsre Liebe Frau die schöne Göttin!

HIERODULE

Die Frau, bevor der Ehemann sie nahm


Zu seiner rechtlich angetrauten Gattin,
Verschenkte sich im Dienst der Aphrodite
An Hurer, die zur Hure eingegangen.
Und wenn die Hurer diese Hure liebten,
So schien es ihnen, dass sie in dem Beischlaf
Die Göttin Aphrodite selber liebten.

HURE

Herr Jahwe hatte einst zwei Frauen, die


In ihrer Jugend wilde Huren waren.
Da ließen sich die jungen wilden Huren
Von Heidengöttern fassen an die Brüste!

Auf allen Wegen, unter allen Bäumen,


Auf allen Hügeln spreizten sie die Beine
Und ließen sich vom Gotte Baal beschlafen!
Herr Jahwe liebte dennoch beide Frauen

Und nahm sie beide an als Ehefrauen.

HIMMELSKÖNIGIN

Wenn Christus ist der König in den Himmeln,


Dann ist es Recht, dass Jesu Christi Mutter
Ist Königin des Himmels und der Erde.
Als Unsre Liebe Frau entschlafen ist

Und in den Himmel aufgenommen worden


Mit Leib und Seele in der Auferstehung,
Da krönte die Dreifaltigkeit Maria:
Der Vater krönte sie als Gottes Tochter,

Messias krönte sie als Gottes Mutter,


Der Geist sie krönte als des Geistes Braut.
Und also trägt die Himmelskönigin
Drei Kronen, die der Tochter, Braut und Mutter,

Und also die dreifaltige Maria


Ist Tochter, Braut und Mutter unsrer Gottheit.

HOFFNUNG

Die Hagia Sophia hat drei Töchter,


Die Tochter Caritas, die reife Frau,
Die Tochter Fides, eine reife Frau,
Und Tochter Spes, ein junges schönes Mädchen.

Die Liebe ist nicht schwer, denn wer liebt nicht?


Gott ist die Liebe und der Mensch ist Liebe!
Der Glaube ist nicht schwer, denn wer glaubt nicht?
Der Gottheit Evidenz ist gegenwärtig!
Die Hoffnung aber immer zu bewahren
Auch in der dunklen Nacht des Nichts, ist schwer!
Die Hoffnung aber, dieses junge Mädchen,
Sie wird dich niemals, niemals dich enttäuschen!

HULDA

Die heilige Prophetin Israels,


Ihr Mann war tätig in der Kleiderkammer,
Sie ward befragt vom König Israels,
Und Hulda hörte still des Geistes Flüstern

Und sprach: Du wirst im Frieden Gottes sterben


Und wirst zu deinen Liebenden versammelt.

ISHTAR

Die nackte Liebesgöttin Ishtar kam


Zum König Gilgamesch und wollte ihn
Zum Gatten haben. Aber Gilgamesch
Antwortete der nackten Liebesgöttin:

Du hast gehabt schon sieben Gatten, Ishtar,


Und allen hast du nichts als Leid gebracht,
Hast nichts als Schmerz und Nacht und Tod gebracht!
Ich will dich nicht zur Gattin haben, Ishtar! –

Doch kommt die wahre Himmelskönigin


Maria in der dunklen Nacht zu dir,
Zu küren dich als ihren Bräutigam,
So sage du zur Himmelskönigin:

Du hattest schon Sankt Josef zum Gemahl


Und hattest Herrmann Josef zum Gemahl

Und hattest Heinrich Seuse zum Gemahl


Und hattest Sankt Grignion zum Ehemann
Und zum Gemahl Johannes Paul den Großen,
Und allen hast du Christi Kreuz gebracht!

Ich sage Ja zu dir, o Königin,


Ich wähle dich zu meiner Ehefrau!

ISCHA

Als Adam wachte von dem Schlafe auf,


Vom Tiefschlaf, der war ähnlich einer Trance,
Weil Jahwe ihn versetzt in diese Trance,
Da dachte er an seinen Morgentraum,

Denn Morgenträume sind doch oft prophetisch,


Da hatte er von Liebe süß geträumt
Und von erotischer Vereinigung.
Er dachte grad noch jener Traumfrau nach,

Als Jahwe führte Evalein zu Adam,


Und Adam sah das Weibchen Evalein
Und wurde ganz spontan zu einem Dichter
Und sang die erste Liebespoesie

Der Menschheit: Evalein, du bist es, du


Bist die, von der ich grad so süß geträumt!
Du, Evalein, bist Fleisch von meinem Fleisch,
Du, Evalein, bist Bein von meinem Bein!

Ich bin der Mann, das heißt hebräisch Isch,


Du bist die Frau, das heißt hebräisch Ischa,

Wir sind, wie Doktor Luther sagte: Mann und Männin!


Und ruft uns Gott, so bitt ich, alle beide!

ISEBEL

Die Herrin Isebel war Braut des Baal


Und plagte den Elias bis aufs Blut,
So dass der Seher lieber sterben wollte!
Gott aber richtete Frau Isebel

Und Hunde leckten ihrer Leiche Blut


Und Huren wuschen sich in ihrem Blut!
Herr Jesus in der Offenbarung spricht
Zur Kirche: Warum duldest du bei dir

Die falsche Visionärin Isebel,


Die sie verführt die Christenheit zur Unzucht?
Ich hass die Werke dieser Nikolaiten
Und werfe Isebel aufs Bett und ziehe

Sie nackend aus, entblöße ihre Scham,


Wenn sie nicht Buße tut und zu mir umkehrt!

ISRAEL

Ihr, Tochter Israel und Tochter Juda,


Ihr seid die beiden Ehefrauen Jahwes,
Doch seid ihr geil wie heiße Stuten und
Wie brünstige Kamele in der Wüste!
Mein Ehebund mit euch jedoch besteht
Und wird auch von dem Kreuz nicht aufgehoben..

JAEL

Als Sissera um Wasser bat Frau Jael,


Da gab Frau Jael ihm gesüßte Milch.
Die Gattin des Keniters lud ihn ein,
In ihrem Zelt des süßen Schlafs zu pflegen.

Und als er lag in ihrem Zelt und schlief,


Da nahm sie in die Hand den harten Pflock
Und griff den Hammer, und sie trieb den Pflock
Mit steten Hammerstößen in den Schädel

Des Feindes Israels. So starb der Feind.


Und Israel sang Lobpreis zu der Leier:
Du, Jael, bist die Hochgebenedeite
Der Frauen in den Zelten Israels!

JERUSALEM

Die irdische Jerusalem ist Hagar,


Die himmlische Jerusalem ist Sara.
Die irdische Jerusalem ist Sklavin,
Die himmlische Jerusalem die Freie.

Wir Christen sind der Freien Kinder, sie,


Die himmlische Jerusalem ist Mutter
Der Kirche, aller Christinnen und Christen.
Am Ende des Äones dieses Kosmos

Kommt sie, die himmlische Jerusalem,


Wie eine Braut vom Himmel auf die Erde,
Geschmückt, geschminkt für ihren Bräutigam!

JOCHEBED

Die Mutter Jochebed gebar ein Knäblein,


Doch Pharao ermordete die Knaben
Der Juden, darum Jochebed das Baby
In einem Korbe setzte auf dem Nil aus

Und ließ ihn treiben. Mirjam, seine Schwester,


Sah, wie das Kindlein auf dem Nil davon trieb.
Die Tochter Pharao im leichten Kleidchen
Trat an den Nil, im großen Strom zu baden,

Da sie das Kind in seinem Korb gefunden.


Sie zog ihn aus dem Wasser, rief ihn Mose,
Ägyptisch heißt das Wörtlein Mose: Sohn.
Und Mirjam sah die Tochter Pharao

Und sprach zu ihr: O Tochter Pharao,


Ich kenne eine Amme bei den Juden,

Die stillt den Knaben dir an ihrer Brust.


So kam das Kind zurück zu seiner Mutter,
Und Jochebed an ihren Brüsten stillte
Das Mose-Baby, bis sie ihn zurückgab

Im dritten Jahr der Tochter Pharao,


Drei Jahre stillen nämlich Juden-Mütter.

JUDA

Die Töchter Israel und Juda beide


Sind Ehefrauen Jahwes. Aber Jahwe
Gab Tochter Israel den Scheidebrief,
Weil sie die Beine spreizte für den Baal.

Die Tochter Juda sah, dass Jahwe gab


Der Tochter Israel den Scheidebrief,
Doch nicht bekehrte Tochter Juda sich,
Auch sie, auch sie die Beine spreizte Baal!

JUDITH

Als Israel belagert wurde von


Den Feinden Gottes, schmückte Judith sich,
Die Witwe, schmückte sich mit Schmuck und Schminke,
Zog an ihr allerfeinstes Seidenkleidchen,

Umgürtete die Lenden, zog Sandalen


An ihre bloßen Füße, und das Haar,
Das Haar, das salbte sie mit Rosenöl.
Die Söhne Gottes staunten über Judith:

Solch eine Grazie zum Ruhme Gottes!


So ging sie zu den Feinden Gottes in
Das Heereslager. Die Soldaten sagten:
Die Juden haben wirklich schöne Weiber!

Wir wären keine Männer, wenn wir nicht


Mit solchen schönen Weibern schlafen wollten!

Und Judith trat zum Oberhaupt der Feinde


Ins Zelt und machte ihn mit Wein betrunken,
Betrunken war er von dem Liebreiz Judiths!
Da schlief er ein, vom Weinrausch müd geworden.

Und Judith griff das Schwert mit ihrer Hand


Und schlug dem trunknen Manne ab das Haupt!
Die Feinde Gottes sahen ihren Führer
Ermordet, und sie flohen voller Angst,

Und Israel verjagte Gottes Feinde,


Es jagten sie die Kinder junger Dirnen!

JUNGFRAU

Erbitte dir ein Zeichen von dem Himmel!


Du, der du gerne Menschen doch ermüdest,
Ermüde deinen Gott mit vielen Bitten!
Gott liebt es, ja, er will ermüdet werden!

Ein Zeichen gibt dir Jahwe seiner Liebe:


Das junge Mädchen! Sie wird schwanger sein,
Die Jungfrau wird ein Kind im Schoße tragen!
Schau diese Jungfrau an, die schwanger ist,

Und neue Hoffnung kommt zu dir, o König!

JOHANNA

Johanna war ein Weib aus Galiläa,


Des Namens Deutung sagte: Gott ist Gnade!
Ihr Ehegatte war ein Kinderpfleger
Im Hause des Herodes, Judas Königs.

Johanna ging mit Jesus Christus wie


Susanna und Maria Magdalena
Als Ministrantin oder Diakonin,
Gott dienend mit der eigenen Substanz!

JÜNGERIN

Der Menschensohn in seine Jüngerschaft


Berief Johanna und Susanna und
Maria Magdalena. Der Messias
Zwar liebte sehr Johanna und Susanna,

Johanna, Gattin eines Kinderpflegers,


Susanna, eine keusche Ehefrau,
Doch seine Favoritin war Maria
Von Magdala, die er befreit von sieben

Dämonen, die mit ihren Tränen salbte


Messias, den Gesalbten, mit den Haaren
Die Füße trocknete dem Menschensohn
Und mit den Lippen küsste seine Füße!

Der Gottessohn jedoch erhob Maria


Von Magdala und küsste ihren Mund!

So tat er sonst mit keiner Jüngerin


Und nicht mit Petrus, nicht mit den Aposteln
Und auch nicht mit Johannes Donnersohn,
Allein Maria Magdalena küsste

Messias ihren scharlachroten Mund!

JULIA

Als Paulus Gottes Kinder sammelte


Aus dem Bereich des Heidentums, da kam
Der weise Paulus auch zu Julia,
Die manche Junia mit Namen riefen,

Und dieses junge schöne Mädchen war


Inspiration für Paulus, als er schrieb:
Ich führe euch als Braut dem Christus zu,
Als eine Braut, die reine Jungfrau ist,

Als Jungfrau ohne Flecken, Falten, Runzeln!

KARMEL

Der Karmel ist ein Berg der Fruchtbarkeit,


Die Gottesweisheit ist ein tiefes Dickicht!
Je tiefer du in dieses Dickicht eindringst,
So unerforschlicher die Gottesweisheit!

Du dringst in dieses Dickicht ein, so tut sich


Unendlichkeit der Weisheit vor dir auf!
O Königin des Karmel, Liebe Frau
Der Gottesweisheit, lass die Schleier fallen!

Sechs Schleier lässt du fallen schon auf Erden,


Den siebten Schleier aber erst, den letzten,
Den lässt du fallen erst in meinem Tod!
Dann seh ich dich, o Weisheit, wie du bist!

Rasch! Reiß den letzten Schleier rasch herab!

KATZE
Die Katze war Ägypten heilig, war
Geweiht der Göttin Isis auf dem Mond.
Man zeigte Isis selbst mit Katzenkopf.
Ich sah ein Bild der Hochzeit einst von Kana,

Wie Eheleute Jesus und Maria


Beim Weine standen, und zu Füßen Jesu
War da ein treuer Hirtenhund zu sehen
Und zu den Füßen Unsrer Lieben Frau

Lag eine Katze, eine Schmusekatze.

KÄUZCHEN

Wie sagte der Psalmist? Ich bin ein Käuzchen,


Ich wimmre auf den Trümmer-Architraven.
Ein Käuzchen sieht des Nachts und ist sehr weise,
Sein Blick durchdringt die tiefste Finsternis.

Das Käuzchen war geweiht in Griechenland


Der göttlichen Athene, Göttin Weisheit.
Es sagt den Tod voraus, wenn man es hört,
So in der Nacht vorm Tode meiner Oma

Ging ich mit meiner Freundin durch ein Wäldchen


Und hörte unterm grünen lichten Vollmond
Ein Käuzchen meiner Oma Tod weissagen.

KEBSWEIB

Ich hatte einst ein Kebsweib, das war schön,


Und ich berauschte mich an ihren Brüsten,
Sie war die Herrin Torheit meiner Jugend,

Die ist nun hin, das Kebsweib ist nun tot


Und meine Jugendlust ist lang vergangen.

KINDER

Für Gott sind alle Menschen kleine Kinder,


Weil Gott ist eine liebevoller Mutter
Und wie ein Vater voller Zärtlichkeit.
Und Jesus ist der große Kinderfreund,

Der alle Kinder zu sich eingeladen.


Nur Kinder kommen ja ins Paradies.
Das Paradies ist wie ein Kinderfest,
Da Kinder spielen mit dem Gottessohn.
Und wenn ich sterbe, Herr, so hoffe ich,
Dass Jesus mir begegnet als ein Kind.

KINDERLOSIGKEIT

Die Kinderlosigkeit der Seele heißt


Die Einsamkeit. Doch nicht nur Kindermütter
Umgeben sind von Kindern, mehr noch ist
Der Mönch im Zölibat ein Kindervater.

Die Unvermählte, sagte einst Jesaja,


Hat mehr der Kinder noch als die Vermählte.
O Priester oder Mönch, o Nonne du,
Sei geistlich Vater oder Mutter doch

Und trage deine Kinder all zu Gott,


Ja, viele Kinder sollst du haben, Mensch,
Und betend sie begleiten in den Himmel.

KLUGHEIT

Die Klugheit nenne deine schöne Schwester,


Sagt Salomo, die Weisheit deine Freundin.
Die Weisheit trägt den schönen Namen Hokmah,
Die Klugheit trägt den schönen Namen Binah.

Zwei Sephirot die beiden Schwestern sind.


Die beiden Schwestern sind Aspekte Gottes.
Sprich, Binah, lehre mich die Gottheit kennen!
Sag, ist das wahr, dass Gott mir Schwester ist?

KLEOPATRA

Kleopatra war immer schön geschminkt,


Sie hatte einen purpurroten Mund
Und zartes Rouge auf ihren weißen Wangen,
Sie schminkte ihre langen schwarzen Wimpern

Und hatte überm Mund ein Schönheitsmal,


Im schwarzen Haar trug sie ein Diadem.
Sie löste eine Perle auf im Wein
Und starb freiwillig durch den Biss der Schlange.

Den großen Cäsar und auch Mark Anton


Bezauberte die Schönheitskönigin.

KÖNIGIN
Einst Esther war die junge Königin,
Erwählt aus aller Völker jungen Mädchen.
Es gibt im Glauben eine Königin,
Die benedeit ist unter allen Frauen.

Sie ist die schöne Königin der Liebe,


Die Friedenskönigin, die ich verehre.

KÖNIGINMUTTER

Bathseba war die Mutterkönigin,


Ihr Thron zur Rechten stand des Königsthrones.
Maria ist die Mutterkönigin,
Auf ihrem Schoße sitzt das Kind Messias.

Man kann den König nicht verehren, ohne


Der Mutterkönigin zu huldigen.
Der König nämlich ist die Liebe Gottes,
Die Mutter spiegelt Gottes Zärtlichkeit.

KÖRPER

Platoniker verachteten den Körper,


Doch Gott hat einen Körper angenommen.
Der Herr ist auferstanden mit dem Körper.
Maria ist im Himmel mit dem Körper.

Und wenn ein Mann verliebt ist in ein Mädchen,


So liebt er nicht allein die fromme Seele,
Er liebt die Schönheit ihres Körpers auch.
Und wenn die Toten auferstehen werden,

Dann wandeln wir im Körper in dem Himmel.


Unsterblich wird der Körper sein und schön,
Wird jung sein, ohne Falten, ohne Runzeln,
Wird leuchten wie des Sommers heiße Sonne.

KOSMETIK

Als Esther war im Frauenharem Susas,


Ward sie gebadet, ward gesalbt, geschminkt,
Geschmückt mit Schmuck und trug die schönsten Kleider.
Als Judith ging als Retterin der Juden,

Da parfümierte Judith sich und schminkte


Die Lippen rot und ihre Wimpern schwarz,
Da trug sie schöne Kleider, schönen Schmuck.
Und als der Geist des Herrn Maria schmückte,
Da trug Maria Kettchen, Ohrring, Ringe.
Kleopatra die Lippen schminkte rot,
Indem sie sich auf ihre Lippen biss.
Ihr Frauen, schminkt euch nur zur Ehre Gottes,

Denn eure Schönheit ehrt des Schöpfers Schönheit.

KOSMOS

Ein Wissenschaftler sah vom Throne Gottes


Unzählbar viele Universen, sah,
Wie Gott der König aller Universen,
Der Mensch in all den Universen aber

Ein reines Nichts ist, eine nackte Null.


Maria aber ist der Raum des Herrn,
Der Raum, den alle Räume nicht erfassen.

KRANZ

Ich hab den guten Kampf gekämpft, bin treu


Dem Evangelium gewesen, hab
Ergänzt, was an den Leiden Christi fehlte,
Hab täglich Dank geopfert, Lob gesungen,

Den Herrn verehrt mit Psalmen, Hymnen, Oden,


Nun liegt für mich bereit der Kranz der Schönheit.
Der Schönheit Krone und der Schönheit Kranz
Wird mir verliehen von der Schönheit Gottes.

KULTPROSTITUTION

Wir lieben noch die göttliche Astarte


Und wir vereinen oft uns mit der Göttin,
Indem wir mit dem Tempelhuren schlafen.
Denn die erotische Ekstase uns

Entrückt aus unserm Ich und uns verzückt


Bis an den Ozean der Schönen Liebe
Und wir verschmelzen mit der Liebesgöttin.

LADE DES HERRN

Die Lade Gottes oder Bundeslade


Enthielt die Tafeln mit des Herrn Geboten,
Den Mandelstab des Aaron und das Manna.
Im Neuen Testament Maria ist
Die Bundeslade Gottes, sie enthält
Den Logos Gottes und das Brot vom Himmel.
Und Aarons Mandelstab ward Josefs Stab,
Der ward der keusche Bräutigam Mariens.

Und ich, wie König David, der Psalmist,


Will nackt vor Gottes Bundeslade tanzen.

LEA

Als Jakob Rahel angebetet als


Sein Ideal, da liebte er zugleich
Die Mutter Lea, die so fruchtbar war.
Und Lea schenkt Jakob ihre Söhne

Und in den Söhnen liebte er die Mutter.


Und doch war Lea immer eifersüchtig,
Weil Jakob einzig Rahel angebetet.

LIEBE

Die Liebe ist noch älter als das Urmeer,


Doch älter als die Liebe ist das Kreuz.

LILITH

Die heimliche Geliebte Adams, Lilith,


Nicht Eva, welche untertan als Weibchen,
Nein, Lilith war die ernste Herrin, streng
Und stark, nicht nur der Mond, des Mannes Abbild,

Nein, selber eine lichte Sonne Gottes.


Und in dem Liebesakt, in der Vermischung,
Sie liebte nicht die Kunst der Missionare,
Nein, Adam sollte auf dem Rücken liegen

Und Lilith ihn, wie Inder sagen, buttern.

LIPPEN

O Lippen der Geliebten, voll und weich,


O Lippen der Geliebten, süß wie Honig,
O Lippen der Geliebten, saugend, schmatzend,
O Lippen der Geliebten, lieblich lächelnd,

O Lippen der der Geliebten, heiter plaudernd,


O Lippen der Geliebten, zärtlich küssend,
O Lippen der Geliebten, leise betend,
O Lippen der Geliebten – Paradies!

LORUHAMA

Als der Prophet Hosea Gomer nahm,


Die Tochter Diblajims, die große Hure,
Als Gomer Hurensöhne dann gebar,
Hosea liebte Jesreel, den Ersten,

Mehr noch als Jesreel er liebte Ammi,


Das driite Kind jedoch war ungeliebt.

LOTS TÖCHTER

Als Lot geflohen war aus Sodom, wo


Die homosexuellen Sünder herrschten,
Da floh er mit den Töchtern ins Gebirge.
Die beiden Töchter hatten keine Männer,

Denn Sodoms Männer liebten ja nur Männer,


Lots Töchter wollten aber Kinder haben,
Denn die Natur der Frau ist Mutterschaft.
Die beiden Töchter machten Lot betrunken,

Die blonden Töchter schenkten ein den Wein,


Und Lot trank Wein, bis er betrunken war,
Da legte Lot betrunken sich ins Bett
Und beide Töchter zogen nackt sich aus

Und beide Töchter schliefen mit dem Vater


Und Lot ward so der Vater seiner Enkel
Und seine Töchter ihres Vaters Bräute.

LOTS FRAU

Als Gott das Feuer schickte über Sodom,


Als Sodom, das Paris des Alten Bundes,
Im Feuer unterging, war Lot geflohen
Mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern.

Lots Frau hing aber immer noch an Sodom


Und sah sich um und sah im Feuer Sodom
Verbrennen, sie beklagte Sodoms Sünder,
Sie hing mit ihrem Herzen noch an Sodom

Und so erstarrte sie zu einer Säule


Aus Salz, zu einem Denkmal ihrer Torheit.
Wie üppig schön war Lots Frau doch gewesen,
Das hält für alle Zeit ihr Denkmal fest.
LYDIA

Als Paulus nach Europa kam, da ging


Er an den Fluss, wo sich die Frauen trafen,
Und lehrte sie das Evangelium.
Und Lydia ward aufgetan das Herz

Von Gott und sie bekehrte sich zu Christus.


Da sagte sie zu dem Apostel Paulus:
Wenn du mir glaubst, dass ich auch gläubig bin
An Jesus Christus, Retter und Erlöser

Und Bräutigam und Vater meiner Seele,


Dann komm mit deinen Freunden in mein Haus,
Ich biete euch dort Wasser an und Brot,
Du unterweist mich in der Weisheit Gottes.

Mein Haus sei eine Kirche. Meine Kinder


Lass taufen ich auf Vater, Sohn und Geist.

MAAT

Die göttliche Gerechtigkeit und Wahrheit


Ward Göttin Maat gerufen in Ägypten.
Die Göttin hält in Händen eine Waage,
Und auf die eine Schale wird gelegt

Die Seele eines Toten, auf die andre


Gelegt wird eine leichte Pfauenfeder.
Die Göttin der Gerechtigkeit und Wahrheit
Ist Richterin der Lebenden und Toten.

Nur leichte Seelen kommen in den Himmel,


Die unbeschwert vom Ballast dieser Erde.

MÄDCHEN

In Susa herrschte König Ahaschveros,


Die schöne Vaschti war die Königin
Von Persien und Medien und wollte
Nicht ihre Schönheit zeigen dem Gebieter

Und nicht dem Mann gehorchen, sondern lieber


Mit Frauen tanzen in dem Frauenhaus.
Da suchte König Ahaschveros eine
Gehorsame Geliebte und ließ sammeln

Aus allen Völkern und Nationen Mädchen,


Und nur die allerschönsten jungen Mädchen,
Die jungen Mädchen lebten in dem Harem,
Sie badeten und salbten ihre Körper

Und schmückten sich und schminkten sich und zogen


Die allerschönsten Modekleider an.

Und jede Nacht der König Ahaschveros


Ein andres Mädchen rief in sein Gemach.
Am Morgen kehrte sie zurück zum Harem.
Und nur die er mit Namen wieder rief,

Die kamen dann ein zweitesmal zu ihm.


Der Harem voll von schönen jungen Mädchen,
Mir scheint, das war das Paradies auf Erden.

MAKELLOSE

So sang einst Salomo für Sulamith:


O meine Freundin, meine junge Taube,
Du Makellose, du bist wunderschön!
Und Unsre liebe Frau Maria einst

Erschien in Deutschland und sie nannte sich


Maria, Makellose, Mutter Gottes.

MARA

Noomi hieß die Süße, aber Gott


Hat sie geprüft mit einer schweren Prüfung,
Und plötzlich stand sie ohne Kinder da.

Noomi sagte zu den Jüdinnen:


Nennt Mara mich, die Bittere, und nicht
Noomi mehr, die Liebliche und Süße.
Und Mara ist ein Vorbild für Maria,

Die unsre Süßigkeit und Wonne ist,


Doch bitter leiden musste unterm Kreuz.

MARIA MAGDALENA

Die öffentliche Sünderin kam einst


Ins Haus des Pharisäers, trat zu Jesus,
Sie weinte voller Reue, ihre Tränen
Dem lieben Heiland auf die Füße tropften,

Sie trocknete die Füße mit dem Haar,


Mit ihrer langen roten Lockenmähne.
Und Jesus trieb aus ihrer Seele sieben
Dämonen aus, die sieben Wurzelsünden.

Dann stand sie unterm Kreuz und weinte bitter.


Der Herr hing nackt am Kreuz. Und seine Mutter
Gab ihren Schleier Magdalena, die
Verhüllte das Geschlechtsteil unsres Herrn.

Und als der Herr erstanden war vom Tod,


Begrüßte er als Erste Magdalena

Und machte so sie zur Apostelin


Und sandte sie nach Frankreich, der Provence,
Apostelin von Frankreich ward sie da
Und lebte mystisch, meditierend, einsam,

Bis sie der Herr entrückte in den Himmel,


Da tanzte sie dem Bräutigam entgegen.

MARIA VON BETHANIEN

Die beiden Schwestern Martha und Maria,


Sie waren Freundinnen des Meisters Jesus.
Doch Martha war nur immer sehr betriebsam,
Maria aber lauschte Jesu Weisheit.

Er war der Philosoph, der Weisheitslehrer,


Der Theologe, Theosoph und Dichter,
Und sie war schweigsam, feminin empfänglich.
Er zeugte mit dem Geist in ihrer Schönheit.

Und Jesus sprach, dass die beschauliche


Maria hat das beste Teil erwählt.

MARTHA

So hütet euch vor Marthaismus, Christen,


Vorm blinden Aktivismus in der Welt.
Doch Martha auch bekehrte sich im Wald
Von Tarrascon in der Provence von Frankreich

Und dort empfing sie auch die Kommunion


Und starb und kehrte heim zum Bräutigam.

MARIA MUTTER GOTTES

Maria ist die Gottgebärerin,


Weil Jesus wahrer Gott und wahrer Mensch.
In tausend Titeln preisen wir Maria,
Ihr höchster ist: Die Mutter unsres Gottes.

Da Jesus mystisch unser Vater ist,


Ist Mutter sie des Vaters in dem Himmel.
Da Christus unser Schöpfer ist, der Logos,
Maria darum ist des Schöpfers Mutter.

MATERIE

Materie ist nicht von Ewigkeit.


Gott schuf Materie aus reinem Nichts.
Der Gottesgeist formt die Materie.
Gott selber kam in die Materie,

Das Wort ward Fleisch, das Brot wird Christi Leib.


Denn Gott erlöst auch die Materie.

MEER

O Meer Tiberias, o Mittelmeer,


Aus deinem Schaum getaucht ist nackt Astarte!
Johannes in der Offenbarung schaute
Kristallne Meere, glänzend wie das Gold,

Am weißen Strande Himmlische mit Harfen.


Im Himmel ist der Ozean des Lichts,
Der lichte Ozean der Schönen Liebe!

MENI

Die einen glauben an den Glücksgott Gad,


Die andern an die Schicksalsgöttin Meni.
Wir wollen opfern für die blinden Heiden.
Denn nicht das blinde Schicksal uns regiert,

Die Sterne nicht bestimmen unser Schicksal,


Es gibt kein Horoskop für Jesus Christus.
Wir glauben an die Providentia,
Des Vaters Vorsicht unter sieben Schleiern.

MENSTRUATION

Geschlechtsreif wird die Jungfrau, wenn das Blut,


Das Monatsblut zum ersten Mal ihr fließt.
Das Monatsblut ist ein Symbol der Mutter,
Des Weibes Fruchtbarkeit und Mutterschaft.

Und wenn der Brunnen ihres Blutes trocken


In ihren Wechseljahren wird, so ändert
Die alte Frau sich auch charakterlich.
Nun sagen Feministinnen, das Blut

Der Frau, das Monatsblut der Frau erlöst


Die Welt, und nicht das Blut des Herrn.
Das ist nicht wahr. Es ist das Blut des Christus,
Das uns erlöst. Doch Christus hat sein Blut

Vom Blut Mariens, und Mariens Blut


Vergossen ward am Kreuz und darum ist
Maria unsre Miterlöserin.

MERAB

Saul sprach zu David: Bringe der Philister


Vorhäute mir und du erhältst zur Braut
Prinzessin Merab. David bringt nicht hundert
Vorhäute der Philister, nein, zweihundert

Vorhäute der Philister, aber Saul


Gab seine Tochter einem andern Manne.

MICHAL

Und David sprach: Es ist ja nichts geringes,


Des Königs Schwiegersohn zu werden! Michal
Half David fliehen, als der König Saul
Verfolgte David. Und als David später

Vor Gottes Lade nackt getanzt, verhöhnte


Prinzessin Michal König David, sagte:
So nackt zu tanzen! Das gefällt den Mägden!
Und Michal ward gegeben einem andern,

Sie hat ihr Leben lang kein Kind geboren.

MIRJAM

Als Mose ausgesetzt ward auf dem Nil


Und als die Tochter Pharao ihn fand,
Stand seine Schwester Mirjam an dem Ufer
Und sprach zur schönen Tochter Pharao:

Ich finde für den Knaben eine Amme.


Als Mose dann und Aaron Israel
Befreiten aus Ägypten, als die Juden
Durchs Rote Meer gezogen, die Ägypter
Im Roten Meer ertranken, da sang Mirjam
Zum Tamburin das große Halleluja.
Und Augustinus sagt: Maria ist
Die Paukenschlägerin des Volkes Gottes.

Und Miriam und Aaron sprachen: Mose


Hat eine Konkubine sich genommen!

Da sprach der Herr zu Miriam und Aaron:


Ihr seid Prophetin und Prophet und ich
Will in Visionen und in Träumen euch
Mich offenbaren, doch mit Moses sprech ich

Von Mund zu Mund! Und sieben Tage war


Befallen von dem Aussatz Miriam
Und war so weiß wie Schnee. Der Vater hatte
Ihr ins Gesicht gespuckt. Das Volk der Juden

Hielt an auf seiner Wanderung, bis Mirjam


Gesund geworden, weil ihr Bruder Mose
Für Miriam zu Gott gebetet hatte.

MISCHEHE

Die Söhne Israels, die Gottessöhne,


Begehrten Heidinnen, weil sie so reizend,
Die Jebussiterinnen waren schön
Und die Heviterinnen waren lieblich,

So nahmen Gottes Söhne Heidentöchter


Zu Frauen sich. Dem Herrn gefiel das nicht.
Die Jebussiterinnen nämlich glaubten
An Steinzeitgöttinnen, an Große Mütter,

Und die Heviterinnen glaubten


Ans Schicksal und die Göttermacht der Sterne,
Und Gottes Söhne nahmen Heidenbräuche
Und heidnische Gedanken an aus Liebe.

MUTTER

Dies ist ein göttlichen Gebot von Jahwe:


Du sollst die Mutter ehren, dass du lange
Im Lande lebst, dass ich dir geben will.
Und Jesus hat das göttliche Gesetz

Nicht aufgehoben, sondern es erfüllt,


Und darum Jesus ehrte seine Mutter.
Gott öffnet ja den Mutterschoß der Frau.
Die Gottheit selber hat ja Mutterschöße,
In denen göttliches Erbarmen lebt.
Ich will euch trösten, spricht ja Gott der Herr,
Wie einen Knaben seine Mutter tröstet.
Und wenn die Mutter auch ihr Kind vergisst,

Spricht Gott, ich werde nimmer dich vergessen.


Denn Gottes Liebe ist wie Mutterliebe.

MUTTERGÖTTIN

In Kanaan, in Babel und Ägypten


Die Heiden glaubten an den Götterhimmel
Der vielen Göttinnen und Götter und
Darunter war auch eine Muttergöttin,

Die Göttin war der Fruchtbarkeit, die war


Kriegsgöttin auch und sexuelle Göttin,
Man diente ihr mit sexuellen Riten.
Sie war sehr gut, zugleich war sie sehr böse.

Die alte Kirche hat der Muttergöttin


Verehrungen gereinigt, übertragen
Auf Unsre Frau Maria Nazarenus,
Die liebe Mutter mit dem reinen Herzen.

MUTTER GOTTES

Als einst die Protestanten Unsre Frau


Maria aus der Kirche jagten fort,
Da schrieb Maria einen Brief an sie:
Ihr jagt die Mutter fort? Die Mutter geht,

Doch wenn die Mutter geht, nimmt sie den Sohn mit!
Und so in protestantischen Gemeinden
Fehlt nicht allein die Huldigung der Mutter,
Fehlt auch der eucharistische Messias.

NABEL DER WELT

Die Mutter Erde hat auch einen Nabel,


Doch ist es nicht der Nabelstein zu Delphi,
Es ist Jerusalem, genauer noch,
Die Auferstehungskirche unsres Herrn.

Wir sind geboren von der Mutter Erde,


Begraben werden wir im Erdenschoß,
Dann wird die Mutter Erde uns gebären
Am Tag der Auferstehung aller Toten
Ins ewigliche Leben in der Gottheit.

NEST

Gott sorgt sich um die Küken in den Nestern


Und gab darum Gesetze auch dem Mose.
So sah ich einst der schönen Rotbrust Nest,
Das angebracht war an der Wand des Hauses.

Wenn junge Knaben nahten sich dem Nest,


Wie kämpfte mutig dann das Rotbrust-Männchen,
Das Weibchen und die Küken zu beschützen.
Und wenn ein Menschen-Weibchen schwanger ist,

Hat sie den Nestbautrieb und will die Wohnung


Zum Heim und Hort den neuen Menschen machen.

NEUMOND

Gefeiert wurde einst die Neumondfeier


In Israel, die Juden lebten nämlich
Nach einem bäuerlichen Mondkalender.
Regiert denn Luna nicht der Frauen Launen?

Ist nicht der Lunatik vom Mond besessen?


Ist Liebe süß nicht in dem Honigmond?
Ist Christus nicht die Sonne, Mond die Kirche?
Sah nicht Johannes Unsre Liebe Frau

Im Himmel auf dem Sichelmonde stehen?


Doch Hiob spricht: Nie gab ich einen Handkuss
Dem Mond, als wenn es eine Göttin wäre,
Sonst hätte ich den Schöpfer ja verleugnet.

NOFRETETE

Als Echnaton den Einen Gott verehrte,


Den Einen Gott verkündete Ägypten,
Die Frau des Pharao war Nofretete,
Gepriesen für den Adel ihrer Schönheit.

Als Echnaton zu Aton heimgegangen,


Regierte Nofretete ganz alleine
Ägypten, Kaiserin von Atons Gnaden.

NOOMI
In Bethlehem war Hungersnot. Noomi
Mit Mann und Söhnen floh ins heidnische
Gebiet von Moab, wo man Kemosch ehrte,
Der Moabiter Hauptgott, Gott des Krieges

Und Gott des Todes und der Unterwelt.


Noomi aber blieb El Shaddai treu,
Dem Gott des Busens, der genügend ist.
Und als Noomi ward dann schwer geprüft

Von Gott und ihr Geliebter starb, die Söhne


Ihr auch genommen wurden, blieb sie treu
El Shaddai, Gott der Brüste, der genug ist,
Noomi sagte: Gott allein genügt!

Gott gab ihr einen neuen Namen: Mara.


Und Shaddai gab ihr eine Tochter, Ruth,

Und Gott gab Ruth ein Kind, den Knaben Obed,


Noomi nahm den Knaben auf den Schoß,
Als wäre er ihr eigner Sohn geboren,
So wurde sie Urmutter König Davids,

Urmutter des Messias wurde Mara.

OFRA

Zwei Schwiegertöchter hatte die Noomi,


Noomi, diese Liebliche und Süße,
Die später Mara ward, die Bittere,
Die eine Schwiegertochter, das war Ruth,

Und Ruth heißt Freundin, Urgroßmutter sie


Von König David, Mutter des Messias,
Die andre Schwiegertochter, das war Ofra,
Ihr Name heißt: der Nacken, oder auch:

Sie, die den Rücken zukehrt Gott dem Herrn.


Die Moabiterin in Moab blieb,
Noomi ging mit Ruth nach Bethlehem
Und Ofra blieb in Moab, diente Kemosch,

Die moabitische Prinzessin Ofra


Urmutter war des Riesen Goliath.

OHRRING

Maria ist die Braut des Geistes Gottes


Und meine Braut, ich habe mich verlobt
Mit ihr in Lourdes am Tag Maria Schnee.
Und an dem Jahrestage der Verlobung

Im Gottesdienst Maria kam zu mir,


Als Braut vom Himmel, für den Mann geschmückt,
Von Silber groß ein Ohrring an dem Ohr.

OHOLA UND OHOLIBA

Zwei Ehefrauen hatte Gott der Herr,


Sie hießen Oholiba und Ohola.
Der Herr war treu in seiner Bigamie,
Die Schwestern aber waren schöne Huren.

In ihrer Jugend spreizten sie die Beine


Für die Ägypter und für die Chaldäer
Und ließen ihre Zitzen sich betatschen.
Gott aber beide nahm zu Ehefrauen.

PARADIES

Wenn Jesus spricht vom Paradies als Jude,


So redet er vom Schoße Abrahams.
Doch schöner als im Schoße Abrahams
Ist es im Schoße Unsrer Lieben Frau.

Der Schoß Marias ist mein Paradies,


Der Schoß der Jungfrau ist der Lustort Gottes.

PARADIESJUNGFRAUEN

Wenn Jesus mir bereitet schon das Zelt


Im Garten Eden, sollen in dem Zelt
Des Paradieses Jungfraun auf mich warten,
Sankt Evelin und Sankt Karina und

Sankt Miriam, Maria Magdalena


Und Aphra und Pelagia und Thais
Und Agnes, Agatha, Luzia, Mechthild
Und wie sie heißen, alle zweiundsiebzig.

PERLE

Sophia sagte einst zu Jakob Böhme:


Auf Erden sollst du mein Verlobter sein,
Jedoch im Rosengartenparadies
Des Himmels schenk ich meine Perle dir,

Das Himmelreich wird unsre Hochzeit sein!


PFAU

Der Adler war der Vogel Jupiters,


Der Pfau der Vogel seiner Gattin Juno.
Einst Goethe sah die Feder eines Pfauen
In den Koran gelegt und sagte: Das ist würdig.

Ich aber leg die Feder eines Pfauen


Ins Hohelied, das schönste Buch der Bibel.

PFERD

So Salomo verliebt pries Sulamith:


Du bist ein Ross vorm Wagen Pharaos!
Ja, die Geliebte ist mir eine Stute!
Anakreon hat einst gedichtet dies:

Du junges Füllen von dem Kaukasus,


Noch bist du wild und ungezähmt und wirfst
Die Beine um dich her, doch warte ab,
Ich zähme dich, ich reit dich zu, mein Füllen,

Dann wirst du ruhig gehen unter mir.

PFORTE

Der Engel Gabriel sprach zu Maria:


Tu auf dich, Pforte, denn der Herr zieht ein,
O Tür, es kommt der Herr der Herrlichkeit!
Maria ist ja auch die Himmelspforte:

In ihrem Schoß geborgen sind die Christen,


Im Tode dann geboren werden sie
Vom Schoß Mariens in das Paradies.
Das Paradies ist auch Mariens Schoß.

Und also sagte Rilke: Schoß ist Alles!

POLYGAMIE

Dreihundert Frauen hatte Salomo


Und dazu siebenhundert Konkubine,
Unzählbar viele junge schöne Mädchen!
Das Paradies – ein Harem Salomos!

PROSTITUIERTE
Die Hure warf sich hin zu Jesu Füßen
Und salbte den Gesalbten mit dem Salböl
Und ward Apostelin des Südens Frankreichs
Und wartet nun im Paradies auf mich.

Maria Magdalena, eine Hure,


Und Margarethe von Cortona auch
Und Aphra auch, geweiht der Aphrodite,
Und Thais auch, Thaisis auch genannt,

Das Bett der Hure ist im Himmelreich,


Und auch Pelagia, die schöne Hure,
Der Herr ist Bräutigam der schönen Huren,
Sie alle leben nun im Paradies,

Dort werden sie mir ihre Liebe schenken.

QUELLE

Die Frauen einst veränderten das Credo.


Ich glaub an einen Gott, den Herrn, den Schöpfer,
Den Vater, den Allmächtigen, und Jesus,
Den Herrn, den eingebornen Sohn des Vaters,

So betet es die Kirche, und die Frauen:


Ich glaube an des Lebens Quelle, Gottheit,
Und glaub an den Gesandten schöner Liebe!
Der Vater ist die Quelle, ist der Ursprung,

Der Liebe Quelle stillt den Liebesdurst.

RAHAB VON JERICHO

Als Israel nach Jericho gekommen,


Da schickte Josua Spione aus,
Zwei Männer, die ins Haus der Rahab kamen,
Die eine Hure war in Jericho.

Die Heiden suchten nach den zwei Spionen,


Doch Rahab sie versteckte auf dem Dach
Und schickte fort die Heiden. Rahab sagte:
Und wenn ihr Kinder Israels die Stadt

Erobert, rettet mich und all die Meinen.


Und Salmon, einer der Spione, sagte:
Wenn Josua und alle Krieger kommen,
Dann bleib im Haus, du selbst und all die Deinen,

Häng einen roten Faden aus dem Fenster,


Und so wirst du verschont mit deiner Mutter

Und deinem Bruder und all deinen Knaben.


Und so geschah es. Salmon aber schlief
Mit Rahab und sie wurde Mutter Boas',
Der dann mit Ruth den Obed zeugte, der

Den Jesse zeugte, König Davids Vater,


So Rahab ward zur Mutter des Messias.

RAHEL

Als Jakob einst vor seinem Bruder floh,


Da Jakob war der Mutter Liebling und
Sein Bruder Esau war des Vaters Liebling,
Und Jahwe liebte Jakob, hasste Esau,

Kam Jakob zu dem Onkel Laban, sah


Am Brunnen Hirten ihre Schafe tränken,
Da sah er Rahel, die Cousine, Hirtin
War sie und hatte wunderschöne Augen.

Und Jakob küsste sie, liebkoste sie


Und wollte sie als seine Ehefrau.
Doch Rahels Vater sagte: Diene mir
Für sieben Jahre, dann bekommst du sie.

Nach sieben Jahren in der Hochzeitsnacht


Lag aber Rahels Schwester Lea da

In Jakobs Bett, sie hatte große Brüste,


Doch waren ihre Augen nicht so schön.
Und Jakob musste wieder sieben Jahre
Um Rahel dienen, bis er sie bekam.

Zwei Frauen hatte Jakob-Israel,


Die eine stand für das aktive Leben,
Die Söhne ihm gebar, die fruchtbar war,
Die andre stand fürs Meditieren, Beten,

Beschauen Gottes, ihre schönen Augen


Ihm offenbarten Gottes Sternenhimmel.
Und wenn auch Lea fruchtbar war als Mutter,
Abgöttisch aber liebte Jakob Rahel,

Sie war ihm Göttin, die er angebetet.


Und schließlich wurde sie auch Mutter und

Gebar den Träumer Josef und gebar


Den Liebling Benjamin und dabei starb sie.
Und später sah sie Dante Alighieri
Im Paradiese bei der Mutter Gottes.

RICHTERIN

Die Mutter Deborah in Israel,


Die Biene, war der Juden Retterin,
Und sie erhob sich, sie zog in die Schlacht,
Der Sieg im Kampf ward von der Frau errungen.

Heerführerin in allen Schlachten Gottes


Und Siegerin in allen Schlachten Gottes
Und Bienenkönigin im Gottesstaat
Ist Unsre Liebe Frau, des Richters Mutter.

Und unsre Richterin in Ewigkeit,


Das ist die göttliche Gerechtigkeit,
Und unsre Retterin in Ewigkeit,
Das ist die göttliche Barmherzigkeit.

RING

Die Königin des Friedens kam am Morgen,


Zum Sühneopfer trat an den Altar
Die Königin des Friedens oder Gospa
Und war geschmückt mit Ringen, Perlenketten,

Ohrringen, Liebreizgürtel und Medaillen


Und legte einen Ring auf den Altas,
Den Ehering der mystischen Vermählung.

ROCK

Das Bild Regina Mundi darf man nicht


In Häusern zeigen, wo die jungen Frauen
In Miniröcken oder Hosen gehen
Und wo Unsittlichkeit beherbergt ist.

Madonna mag es nicht, wenn Frauen nackt


Sich kleiden oder Männerkleidung tragen.
Ihr Frauen, nehmt zum Vorbild eurer Mode
Doch die Madonnenmode keusch und schön.

ROSE

So sagte Sulamith im Hohenlied:


Ich bin die rote Rose ohne Dornen.
Maria ist die dornenlose Rose,
Maria ist die Rosa Mystica,
Maria die geheimnisvolle Rose.
Maria sitzt in ihrem Rosengarten.
Die Rosa Mystica Maria trägt
Auf ihren bloßen Füßen goldne Rosen,

Vor ihren Brüsten weiße, rote Rosen.


Die weiße Rose ist Mariens Freude,
Die rote Rose ist Mariens Leid,
Die goldne Rose ihre Herrlichkeit.

Maria ist die Königin der Rosen,


Sie ist die Königin des Rosenkranzes.

RUTH

Der Name Ruth bedeutet Freundschaft. Ruth


War Heidin, Schwiegertochter der Noomi,
Der Süßen, Ruth war eine junge Witwe
Und ging in Bethlehem Getreide sammeln

Und das Getreidefeld gehörte Boas,


Und Boas' Name heißt: Er ist die Kraft.
Und Boas aß sehr gut und trank sehr gut
Und legt sich schlafen im Getreidefeld.

Und Ruth hat sich gebadet und gesalbt,


Geschminkt und zog ihr Sommerkleidchen an
Und legte sich zu Boas in das Korn.
So wurde sie die Mutter des Messias,

Sie ward die Urgroßmutter König Davids.

SABA

Die Königin von Saba, Balkis war


Ihr Name, hörte einst in ihrer Heimat
Von Salomos erstaunenswerter Weisheit
Und kam, um ihn zu prüfen, nach Judäa

Und prüfte Salomo mit Rätselfragen.


Dann sagte sie: Wie bist du doch belesen!
Erstaunlich ist dein Wissen, deine Bildung!
Du wandelst in der Welt als Lexikon!

Du bist mein Champion des Bibelwissens!


Wie gut du Gottes Wort zu deuten weiß!
Ach, deine große Weisheit macht mich sprachlos!
SAIS

Ein Jüngling kam zum Heiligtum von Sais,


Er sah die Statue der Weisheitsgöttin,
Da trug die Göttin Isis sieben Schleier.
Ein Spruch stand auf der Statue: Ich bin

Die Göttin, keiner kann den Schleier heben!


Der Jüngling aber hob der Göttin Schleier
Und sah der Weisheit nacktes Angesicht
Und starb. Wer Göttin Weisheit sieht, muss sterben.

SALOME

Herodes nahm sich seines Bruders Frau


Herodias zur Frau. Johannes sprach
Dagegen, wurde darum eingesperrt.
Herodes feierte ein Fest und auf

Dem Fest die Tochter der Herodias


Getanzt hat einen Striptease, Salome.
Herodes war begeistert von dem Striptease
Und sagte: Salome, was wünscht du dir?

Da sagte Salome: Ich will das Haupt


Des Täufers. Und Johannes ward geköpft.
So endete die Liebe des Johannes
Zu Salome, der jungen Tänzerin.

SÄNGERIN

Du sitz nicht mit der Gattin deines Nächsten


Des Nachts allein beim Trank des roten Weines,
Du gaffe nicht den jungen Mädchen nach,
Wenn sie am Markt der Stadt spazieren gehen,

Du schau dir nicht die nackten Huren an


Und treibe keine Unzucht an den Huren,
Du schau nicht gierig auf die Sängerin,
Die kaum verhüllte Tänzerin der Bühne.

SAPIENTIA

Es sagte einst ein greiser Kardinal:


Der Name Sapientia heißt Weisheit,
Und Sapientia, das kommt von Sabbern,
Frau Weisheit nämlich schenkt Geschmack an Gott:

So kommt und schmeckt, wie süß die Liebe ist!


Der Name Jesus süßer ist als Honig
Und Unsre Frau ist süß wie Schokolade!
Und was ist süßer noch als Bienenhonig?

So fragte einst der weise Meister Eckart:


Noch süßer als der Bienenhonig ist
Allein die himmlische Idee des Honigs!

SCHLANGE

So sagte Heinrich Heine, der Poet:


Ich nannte die Geliebte in der Jugend
Ein Herz von Stein und eine kalte Schlange!
Und nun zählt die Geliebte fünfzig Jahre,

Jetzt weiß ich, dass sie keine Schlange ist,


Denn Schlangen werfen ab die alte Haut.

SCHÖNHEIT

Die Schönheit ist ein Glanz der klaren Ordnung.


Die Schönheit auf der Erde ist das Abbild,
Die Schönheit in dem Himmel ist das Urbild.
Der Liebende steigt von der körperlichen

Zur Schönheit auf der Seele voller Tugend


Und steigt von dort zur Schönheit Gottes auf.
Die Schönheit Gottes in der Ewigkeit
Wird von den Seligen geschaut, genossen.

SEHERIN

Die große Hildegard von Bingen war


In Deutschland Seherin der Weisheit Gottes,
Sie sah die Sapientia Divina,
Sie sah zugleich die Mater Caritas,

Das Mädchen, in dem Ehebette Gottes.


Und Sapientia und Caritas,
Die beiden Herrinnen regieren mich.

SELIGE

Die selige Karina ist in Gott,


Der selige Tiburtius bei ihr.
Ich werde meine Muse selig sprechen,
Denn ich bin ja der Papst der Musenpriester.
Liturgisch wird das Fest der Seligen
Gefeiert jedes Jahr am Aschermittwoch.
Denn das ist ihr Geburtstag in dem Himmel.

SEX

Ich liebe eine Frau mit Namen Eva


Und ich bin krank vor Liebe, weiser Arzt!
Da sprach der Arzt: Der Name Eva deutet
Auf Sex! Bedenk die Feige oder Fica,

Denk an die Schlange, die den Schwanz ins Maul nimmt.


Und Papst Johannes Paul der Große sagte:
Als Adam noch im Stand der Unschuld war,
Wie selbstlos schenkend liebte er da Eva,

Doch als er war im Sündenfall gefallen,


Sah er in ihr nur noch das Lustobjekt,
Sein Sexidol in tierischer Begierde.

STRAUSSENWEIBCHEN

Wie sagte doch El Shaddai nachts zu Hiob:


Schau dir doch mal das Straußenweibchen an,
Schau, wie es legt die eignen Eier in
Den Sand der Wüste, unbekümmert, ob

Ein Fuß zertritt die Eier! Keine Weisheit


Gegeben ist dem Straußenweibchen! Aber
Schreckst du sie auf, so wird sie eilig fliehen
Und ist dann schneller als die schnellsten Rosse.

SULAMITH

Wenn Salomo der Friedenskönig ist,


Ist Sulamith die Königin des Friedens,
Das meint ihr Name, denn sie ist die Freundin
Des vielgeliebten Friedefürsten. Dieser

Poetische Gesang von Salomo


Ist allegorisch auszulegen auf
Den Bräutigam-Messias, seine Hochzeit
Mit seiner Braut, der Kirche oder Seele.

Und Inbegriff der Kirche und der Seele


Ist Unsre Frau Maria Sulamith.
Ich hab ein Bild der schönen Sulamith
In meinem Zimmer an der Wand zur Andacht,
Da steht die wunderschöne Sulamith
In gottgeschaffener Natur als Nackte

Und ihr im Rücken steht ein Feigenbaum.


In ihrer Linken hält sie eine Feige,
Mit ihrer Rechten sie verhüllt den Schoß.
Wie jung sind ihre Brüste! Wunderschön!

Wie schön ist auch ihr langes schwarzes Haar!


Wie schlank ist sie! Ein Turm von Elfenbein!
Wie schlank die Arme und wie glatt die Beine!
Ihr Mund ist eng, und groß und schwarz die Augen!

SUSANNA

Die keusche Ehefrau Susanna war


Allein in ihrem Garten in dem Sommer
Und badete dort nackt in einer Wanne.
Das sah ein Prediger, im Busch versteckt,

Der alte Prediger trat zu Susanna


Und sagte: Schlaf mit mir im grünen Gras!
Da schrie Susanna laut zu Gottes Himmel!

TAMAR

Der Sohn des Königs David, Amnon, liebte


Die eigne Schwester und begehrte sie.
Da sprach sein Freund, der kluge Jonathan:
So stell dich krank und bitte dann den König,

Dass er die Tochter Tamar zu dir schicke,


Dass die dem Kranken einen Kuchen bringe.
Und Amnon tat so. Tamar kam zu ihm
Und brachte Kuchen in des Kranken Zimmer.

Und Amnon sagte zu der Schwester Tamar:


Schatz, ich bin krank vor Liebe! Zieh dich aus!
Zieh schnell dich aus und schlafe schnell mit mir!
Und Tamar sagte: Lieber Bruder, nicht!

Du bitte unsern Vater, dass er mich


Rechtmäßig gebe dir zur Ehefrau.

Doch Amnon wollte keine Ehefrau,


Er wollte nur den schnellen Sex mit Tamar.
Da riss er ihr die Kleider von dem Leib
Und vergewaltigte die eigne Schwester!
Und als er seine böse Lust gestillt,
War all die Liebe gleich verflogen und
Nun hasste er sie vielmals mehr als er
Sie vorher liebte. Tamar weinte bitter

Und Amnon jagte sie aus seinem Haus. -


Der Sohn des Jakob, Juda, hatte Söhne,
Und Onan war vermählt mit Tamar, aber
Er ließ den Samen auf die Erde fallen,

Gott strafte Onan für die Onanie


Und Onan starb. Und Tamar war allein

Und ohne Kinder. Und sie zog sich um


Und zog sich an wie eine Hure und
Verschleierte ihr Angesicht und saß
Am Wegesrand und wartete auf Juda.

Und Juda kam und sah die Hure sitzen


Und sprach: Was kostet eine Nacht bei dir?
Und Tamar sprach: Gib deinen Siegelring.
Und Juda gab den Siegelring und schlief

Mit Tamar. Und sie wurde schwanger und


Man sah es bald, da sprachen alle Frommen:
Schaut euch die Hure an, dies geile Miststück,
Hat keinen Ehemann und ist doch schwanger!

Da sollte sie gesteinigt werden, aber


Sie sprach: Der Vater meines Sohnes ist

Der Mann, dem dieser Siegelring gehört.


Und Juda sah, es war sein Siegelring.

Und Judas Sohn, den Tamar ihm gebar,


Ein Ahne war er des Messias und
So Tamar ward zur Mutter des Messias.

TANZ

Der Dichter David trank vom roten Wein


Und dichtete dann Lieder für den Herrn
Und sang die Lieder selber auch zur Harfe
Und sagte: Wenn der Dichter David singt,

Dann tanzt im All die göttliche Astarte,


Dann tanzt im dritten Himmel der Messias!

TAUBE
Am Anfang schwebte überm Chaosmeer
Die Geistkraft Gottes brütend wie die Taube
Und brütete das Universum aus.
Und Salomo nennt seine Sulamith

Geliebte Taube und preist ihre Augen


Als Taubenaugen, sanft und voller Unschuld.
Die Taube war der Aphrodite Vogel
Und war der Seelenvogel der Germanen.

Als Mohammed von Mekka war geflohen,


Da wurde er beschützt von weißen Tauben.
Als Noah war gefahren auf der Sintflut,
Da ließ er aus der Arche eine Taube,

Die kam zurück, im Schnabel einen Ölzweig.


Als Jesus ward getauft von Sankt Johannes

Dem Täufer, kam die Geisteskraft herab


Wie eine Taube, liebevoll und friedlich.
Man sagt, die Taube habe keine Galle,
Maria ist die gallenlose Taube.

VASHTI

Als König Ahaschveros Wein getrunken


Mit seinen Fürsten im Palast von Susan,
Da rief er Vashti, seine Königin,
Dass sie sich zeige dort in ihrer Schönheit.

Doch Vashti wollte mit den Frauen feiern


Und wollte ihrem König nicht gehorchen.
Da ward die alte Vashti abgesetzt,
Das junge Mädchen Esther ward erkoren.

Wie Vashti war die alte Mutter Eva,


Die Gott dem Schöpfer nicht gehorchte, sondern
Allein auf den okkulten Dämon hörte,
Drum wurde abgesetzt die alte Eva

Und Gott erkor die junge schöne Jungfrau


Maria als des neuen Bundes Esther.

Es war ein Pietist der Niederlanden,


Der träumte immer von den Bibelfrauen,
Er lag im Bette neben seiner Gattin
Und stöhnte voller Wollust: Vashti, Vashti!

Er liebte sie um Mitternacht im Traum.


VENUS

Als Uranos entmannt von seinem Sohn,


Das fiel des Vaters Glied und Hoden in
Das Mittelmeer, das schäumte auf und so
Geboren ward die Liebesgöttin Venus.

Auf einer Muschel fuhr sie auf dem Meer


Und landete in Zypern nahe Paphos,
Wo sie die Grazien begrüßten, sie
Bekleideten und schmückten und sie dann

Auf den Olympos führten zu den Göttern,


Da sprach der Göttervater Jupiter
Zu Venus: Dein sei nicht das Werk des Krieges,
Dein seien die Mysterien der Ehe.

VERLOBUNG

Maria war verlobt mit Josef, das


War gültig schon ein bräutliches Versprechen
Der Ehe, doch die Jungfrau sagte Gott,
Sie wolle keinen Gatten je erkennen.

Und Josef hatte nicht mit ihr geschlafen,


Er tat es nie, auch später nicht, und doch
Die Jungfrau schwanger war und blieb doch Jungfrau.
Und Ludwig von Montfort war auch verlobt

Mit Unsrer Lieben Frau und Jakob Böhme,


Wladimir Solowjew und Milan Kolbe
Und Papst Johannes Paul der Große auch
Und ich bin auch verlobt mit Unsrer Frau.

Im Himmel werden wir die Ehe feiern.

VORSEHUNG

Mein Vater starb, der mich beschützt, versorgt,


Da schaute ich die Providentia,
Die Gottheit Providentia erschien
Als ein Mysterium mit sieben Schleiern

Und ihr vertraute ich mein Schicksal an.

WEISHEIT

Frau Weisheit ist die allerhöchste Frau,


Ist die Idee der Frau in Gottes Geist,
Idee der Schönheit, Himmelskönigin,
Die Throngenossin Gottes, reine Jungfrau

Und liebevolle Mutter, liebe Braut


Und wahre Freundin, liebevolle Schwester,
Des Weisen mystische Vermählte in
Der geistlichen, doch wirklichen Vermählung.

Ich bin ihr Bräutigam und Minnesänger,


Ich bete an die Hagia Sophia!

NAMEN MARIENS ABC

ADVENT-MUTTERGOTTES

Ich hab das Oratorium gehöret,


Das Bach geschrieben der Geburt des Sohnes,
Und habe denken müssen an die Weihnacht
In böser Jahreszeit, in Frost und Dunkel.

Wie muss ich leiden immer in der Weihnacht,


Wenn ganz verschwunden ist die liebe Sonne!
Die Sonne ist der Engel dieser Erde
Und heilen kann allein das Licht der Sonne.

O Muttergottes des Advent, Advent ist


Mir immer wie ein ewiger Karfreitag,
Vom Feste Kreuzerhöhung an die Trauer
Beherrscht mein Herz bis zu dem Ostersonntag.

Advent, o Mutter, ist das Kommen Gottes


Und Gott kommt immer zu mir mit dem Kreuze.

ALLERSELIGSTE JUNGFRAU

Ich gönne dir ja deine Seligkeiten,


In Ewigkeit die Myriaden Glücke,
Du auf den Inseln der Glückseligkeiten,
Du Tochter aus Elysium, du Freude!

Zur Rechten Gottes jubiliert die Wonne,


Im Paradiese Gottes herrscht die Freude,
Bei Gott erwarten uns die schönsten Freuden,
Bei Gott erwarten uns die tollsten Wonnen!
Und du bist selig schon, geliebte Jungfrau,
Genießest trunken schon die Schönheit Gottes,
Bist von der Trunkenheit der Gottheit trunken
Und schläfst schon Gottes Schlaf, geliebte Jungfrau,

Ich aber hier in diesem Jammertale


Bin trostlos traurig und erfüllt von Unglück.

ALLMUTTER

Die du die Große Mutter bist von allem,


Die Mutter des Lebendigen und Toten,
Die Mutter Gottes und der Menschen Mutter,
Ich weihe ganz mich deinem Mutterherzen.

Ich habe in der Religion der Mutter


Gesucht die Liebe, habe angebetet
Die Magna Mater oder Steinzeit-Venus
Und blieb doch stets ein Waisenkind im Weltall –

Bis Jesus Christus sprach an seinem Kreuze:


Mein Lieblingsjünger, siehe deine Mutter!
Das war das Testament des Sohnes Gottes,
Dass ich im Himmel eine Mutter habe.

Allmutter du, des Universums Mutter,


O jetzt bin ich kein Waise mehr im Weltall!

APOKALYPTISCHE FRAU

Du bist gekleidet mit dem Licht der Sonne,


Denn Jesus Christus selber ist dein Mantel,
Du lässt die Sonne tanzen auch am Himmel,
Frau in der Sonne, strahlend wie die Sonne!

Du stehst, o Herrin, auf dem halben Monde,


Madonna auf des Mondes schmaler Sichel,
Die Sonne nämlich ist uns Jesus Christus,
Du aber, o Maria, bist der Mondschein.

Auf deinem Haupte trägst du eine Krone,


Zwölf Tierkreisbilder bilden deine Krone,
Denn Jesus Christus krönte dich im Himmel,
Du Königin des ganzen Universums.

Ich will dich sehen, Herrin, in dem Himmel,


Wenn ich zu Jesus komme, und dich lieben!

ARME PILGERIN
Du bist ja bei mir auf der schwarzen Erde,
Wie ich, so pilgerst du zum Berge Zion,
Du pilgerst gleichfalls in des Glaubens Dunkel,
Im Glaubensdunkel, nicht im Licht des Schauens.

Wie ich auch du verstehst nicht immer Jesus,


Abweisend redet oft der Sohn des Vaters,
Nicht immer wir verstehen Gottes Wege,
Weil oft so schwer sind unsre Menschenherzen.

Wohin wir pilgern, Herrin? Zu dem Kreuze!


Da stehen wir und opfern uns mit Jesus
Und hoffen dennoch gegen alle Hoffnung:
Wir werden mit dem Meister auferstehen!

Am Ende unsrer bittern Pilgerreise


Wir werden lieben uns im Paradiese!

BÄCKERMADONNA

Dich lieben, o Madonna, alle Bäcker,


Dir dienen, o Madonna, alle Bäcker,
Dir huldigen, Madonna, alle Bäcker,
Dir singen Lob, Madonna, alle Bäcker.

Die Bäcker backen Brote für Maria,


Die Bäcker backen Brötchen für Maria,
Die Bäcker backen Kuchen für Maria,
Die Bäcker backen Kekse für Maria.

Die Hostienbäcker backen die Oblaten


Und Priester weihen sie zum Sohne Gottes,
Die Bäckerinnen backen Feigenkuchen
Und opfern sie der Königin des Himmels.

Vor allem feiern dich die Zuckerbäcker,


Du bist die Süßigkeit den Kindern Gottes.

BLUTENDE MADONNA

Ich habe dich in Indien gesehen,


Da deine Statue in der Kapelle
Geblutet hat, das Blut aus deinen Augen
Herabgeronnen ist den weißen Mantel.

Dann sah ich an der Statue die Stirne,


Da aus der Stirn du schwitztest Milch und Honig,
Und Milch und Honig sind herabgeronnen
Und haben sich in deinem Schoß gesammelt.
So weihe ich dir alle Hinduisten,
Die ihre Muttergöttin sehr verehren.
Du bist die wahre Shakti Jesu Christi,
Die Mutter, die der wahre Gott uns schenkte.

O Große Mutter, trage du die Hindus


In deinem Herzen in den Himmel Gottes.

BLUTIGE TRÄNEN MARIAS

Ich habe deine Statue gesehen,


Sie weinte Tränen, welche blutig waren.
Da habe ich erwartet meine Freundin,
Die Theosophin, die ich herzlich liebe.

Benetze du die sanfte Theosophin


Mit deines Blutes Tränen, Große Mutter,
Und führe durch den Segen deines Blutes
Die Theosophin zu der wahren Weisheit.

Die wahre Weisheit ist im Fleisch gekommen,


Die wahre Weisheit ist im Blut gekommen,
Herr Jesus nahm sein Blut von Sankt Maria,
Und dieses Blut erlöst die ganze Menschheit.

Wie kostbar deine Tränen und dein Blut sind,


Maria, Miterlöserin der Menschheit!

BRAUT DES HEILIGEN GEISTES

Ich hatte Heilig Geist verehrt im Lobpreis


Und in der Zungenrede angebetet,
Da führte Heilig Geist mich zu Maria,
Zur Morgenröte, zu der Mutter Jesu.

Ist Heilig Geist der Bräutigam Mariens,


So freut sich Heilig Geist mit Gottes Freude,
Im Menschenherzen seine Braut zu finden,
Dann kommt er reichlich in die Menschenherzen.

O Heilig Geistes Braut, ich will dir weihen


Die Pfingstler, welche Heilig Geist lobsingen
In Lobpreisliedern und in Zungenrede,
Du führe sie zu Christi wahrer Kirche!

Weht Heilig Geist, so sind vereint zu finden


Maria, Petrus und der Corpus Christi.
BRAUT, DIE IN DER DREIFALTIGKEIT LEBT

Es war ein Mann, verwirrt in seinem Geiste,


In einer evangelikalen Sekte,
Der wollte aller Christenheit verkünden
Die Wahrheit über Unsre Frau Maria

Und schrieb ein Buch: Die wahre Mutter Jesu,


Die soll man nennen nicht die Mutter Gottes,
Die ist nicht makellos und ohne Sünde,
Ist nicht mit Leib und Seele in dem Himmel.

Und da erschien ihm Unsre Frau Maria


Und sagte: Ich bin als die reine Jungfrau
Im Herzen der Dreifaltigkeit, der Gottheit!
Komm in den wahren Schafstall Jesu Christi!

Signora, stöhnte dieser Mann, o Bella,


Du bist die Schönste aller Menschentöchter!

BRUNNEN MEINER FREUDE

Der kleine Indianer Juan Diego


Vernahm Maria, süß wie Vögel singen:
Was denn betrübst du dich, o kleine Seele?
Bin ich denn nicht der Brunnen deiner Freude?

Lass dich von deiner Krankheit nicht erschüttern


Und dir vom Leid das Antlitz nicht verdunkeln,
Du bist geborgen doch in meinen Armen,
Ruhst stille in der Beuge meiner Arme.

Nichts soll erschüttern deine kleine Seele,


Mein lieber Sohn, ich bin doch deine Mutter.
Ich bin ja da, der Brunnen deiner Freude,
Die Immer-Jungfrau, wahren Gottes Mutter.

Ich werde immer auf dein Weinen hören


Und will dein Leiden und dein Unglück lindern.

CHRISTUSBRINGERIN

Maria, die du zu mir brachtest Christus,


Den wahren Christus in der wahren Kirche,
Du brachtest mir den Christus an dem Kreuze,
Dass ich gekreuzigt werde mit dem Christus.

Erlösung brachte uns das Leiden Christi,


Erlösung bringen soll auch unser Leiden.
Wenn wir auf den Altar tun unsre Tränen,
Vermischen sie sich mit dem Blute Jesu.

Als die verborgne Sühneopferseele


Hast du mich in das Reich des Herrn berufen.
Ich habe schon gerettet eine Seele,
Die vor dem Tode sich zu Gott bekehrte.

Sie wartet nun auf mich im Paradiese,


Ein schöner Diamant in meiner Krone.

DAME DE GRACE

Du bist die schöne Dame voll der Gnaden !


Du bist der Inbegriff der reinen Anmut!
Du bist der klare makellose Spiegel
In Herrlichkeit der höchsten Gottesschönheit!

So groß sind deine dunklen Mandelaugen!


So ebenmäßig deine schlanke Nase!
So schön geschwungen deine vollen Lippen!
Die Haare kräuseln sich an deiner Schläfe!

Ein Turm von Elfenbein in deiner Schlankheit!


Die Mutterbrüste weiße Taubenbrüste!
Dein Nabel ist ein Becher voller Mischwein!
Das Bein gebogen wie die goldne Spange!

Dein Schoß mit deinem unversehrten Hymen


Gebar die fleischgewordne Schönheit Gottes!

DEINE MUTTER

Für andre Christen hast du laute Freude,


Sie freuen sich am Überfluss der Gnade,
Die grünen Bäume klatschen in die Hände,
Die Lämmer hüpfen und die Hügel tanzen!

Sie lachen in dem Geist und zungenreden,


Wie David tanzend vor der Bundeslade,
Sie jubilieren lauthals Halleluja,
Des Lichtes Kinder und der Auferstehung!

Mir aber fließt aus deinem Quell der Gnaden


Nur Kummer zu und Gram und Schmerz und Schwermut,
Wie ein Martyrium ist mir das Leben,
Allein mein Freund ist doch der Tod, mein Heiland!

Von Gott verlassen, ach, von Gott verlassen,


Hör ich Maria: Ich bin deine Mutter!
DIE FRAU VOM BERG

Ich war mit meiner Konkubine weiland,


Als ich noch nicht an Gott gewesen gläubig,
In Frankreich auf der Pyrenäen Gipfel
In einer Hirtenhütte, da erschien mir

Die Frau vom Berge: O du Weiße Dame,


Im weißen Schleier und im weißen Kleide,
Den goldnen Gürtel um die Brust gebunden,
In deinen Händen eine Harfe haltend,

Wirst du mich zu der wahren Gottheit führen?


Sie sagen, Iahu, der Gottheit Name,
Bedeute: Die erhabne Liebestaube,
Ist Iahu der wahren Gottheit Name?

Die Frau vom Berge oder Weiße Dame


Ist mir noch oft erschienen in den Träumen.

DIE GROSSE GNADENVERMITTLERIN

Ich bin die große Mittlerin der Gnaden,


Und siehe, welche Gnaden ich dir schenke:
Die Gnade, mit dem Herrn vereint zu leiden
Und Sühne so zu leisten für die Sünden,

Die Gnade, dass du in dem Feuerofen


Der Trübsal wirst gereinigt schon auf Erden
Und schon auf Erden bist im Fegefeuer,
Der Gram, die Schwermut sind dein Fegefeuer,

Die Gnade, dass dir in der Nacht der Seele


Und in Vereinigung mit Christi Leiden
Und mit der Gottverlassenheit des Meisters
Die Gottesweisheit wird dir eingegossen,

Die Gnade, dass du einst im Paradiese


Den schönsten Platz an meiner Seite habest!

DIE GRÖSSTE DER DREI MARIEN

Ich war in Frankreich an dem Mittelmeere


Und sah die drei Marien an dem Strande,
Und lächelnd sprachen die drei Jüngerinnen:
Wer ist die Schönste von den drei Marien?

Maria von Bethanien war reizend,


Schaumweiße Lauscherin der Gottesweisheit!
So wunderschön Maria Magdalena,
Rühr mich nicht an – so musste Jesus flehen!

Die makellose Jungfrau, Sankt Maria,


War aber die total perfekte Schönheit!
Als ich Maria sah in ihrer Schönheit,
Da wurde ich von so viel Licht geblendet

Und wurde blind und wurde so zum Seher:


Madonna, dir gebührt der Schönheit Apfel!

DIE MUTTER

Vom Kreuz herunter hört ich Jesus Christus


Dem Jünger seine Mutter übergeben.
Das ist das Testament des Christus Jesus:
Sei meine Mutter nun auch deine Mutter!

Und dafür der Erlöser ist gestorben,


Dass Waisenkinder eine Mutter haben.
Der hat nicht Gott zu seinem Ewigvater,
Der nicht Maria hat zu seiner Mutter.

Die Mutter suchten alle Menschenkinder


Schon von der Eiszeit an in ihren Höhlen.
Und wenn ein Krieger stirbt in einem Kriege,
Sein letztes Wort vorm Tode ist: O Mutter!

Die Mutter sagt: Sei deinem Gotte dankbar!


Ich danke Gott für eine solche Mutter!

DIE MUTTER ALLER MENSCHENKINDER

Maria ist in Wahrheit Gottes Mutter,


Und darum nennen wir sie Muttergottes.
Sie ist die Gottgebärerin in Wahrheit,
Weil Jesus ist der Herr in seiner Gottheit!

Maria ist die Mutter auch der Kirche,


Weil sie die Mutter ist von Jesus Christus,
Des Hauptes Mutter und des Leibes Mutter,
Die Kirche ist der Leib des Christus Jesus.

Maria ist die Mutter aller Christen,


Der Katholiken und der Orthodoxen,
Der Kopten, Lutheraner, Calvinisten,
Der Evangelikalen und der Pfingstler.

Maria ist die Mutter aller Menschen,


Die Mutter der Lebendigen und Toten.
DIE SCHÖNE MADONNA

So schön du bist, du himmlische Madonna,


So schön und süß sind deine Gnadenquellen.
Ich habe deine Schönheit nur betrachtet,
Die Grazie und Anmut ohnegleichen,

Ich hab dich angestaunt und dich bewundert,


Sah die Musik in deinem schlanken Leibe,
Die du dich bücktest vom Gewicht der Brüste,
Geblendet stand ich vor dem hellsten Lichte

Und fand die Worte nicht für deine Schönheit,


Bist du die Charis mit den Charitinnen?
Du bist die Grazie Gottes, reich an Gnaden,
Die Grazie Gottes, Gottes Charme und Liebreiz!

Und was hast du gebracht? Den Jesusknaben!


Beau Dieu! Was machte mir dein Kindlein Freude!

DIE STUTTGARTER MADONNA

In Stuttgart war ich einmal, o Regina


Sueviae, und sah das Haus der Bibel,
Ich saß mit Abraham im schwarzen Zelte
Und sah den Sternenhimmel über Mamre.

Ich betete den Psalm vom guten Hirten


Und fürchtete kein Unglück in dem Dunkel,
Gott ging mit mir durchs trübe Tal der Tränen,
Gott schenkte mir den Becher voll mit Rotwein.

Auch ging ein Weib in Stuttgart mir zur Seite,


Die hat sich täglich unters Wort geknechtet.
Im Irrsinn aber sie verlor den Glauben,
Die weih ich Unsrer Lieben Frau von Stuttgart.

Ich sah in Tübingen den Turm des Dichters


Und feierte Urania Madonna!

DREIMAL WUNDERBARE MUTTER

Madonna, dreimal wunderbare Mutter,


Dein erstes Wunder war am Sommerabend,
Da brachtest du zu mir dein Kindlein Jesus,
Denn Jesus wollte bei mir übernachten.

Madonna, dreimal wunderbare Mutter,


Dein zweites Wunder war zur Nacht im Sommer,
Da schlief in meinem Bett der Jesusknabe,
Dein Fleisch und Blut und Erbe deiner Liebe.

Madonna, dreimal wunderbare Mutter,


Dein drittes Wunder war am Sommermorgen,
Da weckte frühe mich der Jesusknabe
Mit einem liebevollen Schweigen zärtlich.

Denn Jesus ist die Frucht der Gottesmutter


In meiner Seele und in meinem Herzen.

ERHABENE KÖNIGIN DES HIMMELS UND DER ERDE

Erhabne Königin des Himmelreiches,


Erhabne Königin des Erdenkreises,
Wer an dem Abend sät der Trauer Tränen,
Der wird am Morgen lauter Jubel ernten.

Im Himmel herrscht die Freude, tausend Freuden,


Im Himmel herrschen Wonnen über Wonnen,
Und wenn wir uns auf Erden leise freuen,
Erleben wir den Himmel schon im Herzen.

Denn selig sind die Trauernden, die weinen,


Erfahren Tröstung schon in diesem Leben.
Wer der erhabnen Königin geweiht ist,
Der findet immer neue Kraft zum Leben.

Mit meinem Leiden durfte ich dich trösten,


In meinem Leiden hast du mich getröstet.

ERHABENE MUTTER

Erhabne Mutter, sprichst du zu den Menschen,


Nennst du die Menschen: Meine lieben Kinder!
So hast du in der Nacht zu mir gesprochen:
Ich lieb euch alle, meine lieben Kinder!

So naht euch meinem Unbefleckten Herzen,


Dann bringe ich euch zu dem Herzen Jesu.
Das ist dein Amt, o Frau, im Heilsplan Gottes,
Dass du bist unsere erhabne Mutter

Und dass die Mutter unsres Herrn und Gottes


Uns führt zum Herzen ihres lieben Sohnes.
So liebst du uns, die vielgeliebten Kinder,
Dass du uns führst zu Gottes schöner Liebe.

Wie schön ist deine Stimme, o Maria,


Erhabne Mutter, aber immer Jungfrau!

ERLÖSERIN DER GEFANGENEN

Wir liegen hier im Kerker unsres Körpers,


Gefangen im Gefängnis unsres Fleisches.
Wer wird uns wohl von diesem Todesleibe
Erlösen und befreien unsre Seele?

Wir hier im Sarge unsres Todesleibes


Sind ferne von der Heimat in dem Himmel.
Wir haben Lust, aus diesem Leib zu scheiden
Und die Erlöserin bei Gott zu schauen.

Erlöserin, da ist ein Lüsten ewig,


Erlöserin, da ist ein Stillen ewig!
Wir werden in der Ewigkeit begehren,
Wir werden in der Ewigkeit befriedigt!

Ich schau dich schon auf Erden schön im Bilde,


Viel schöner werd ich dich im Himmel sehen!

EURE ERBARMUNGSREICHE MUTTER

In China ehren sie die Göttin Kwanyin,


Die Göttin des Erbarmens und des Mitleids,
Die Göttin trägt ein Kindlein auf den Armen,
Das sahn Chinesen bei den Jesuiten.

Maria, du nur bist die wahre Kwanyin,


Erbarmungsreiche Mutter voller Mitleid,
Die hört das Flehen aller Kreaturen,
Die ist die Heilige, die kommt zu retten.

Die Götter im Buddhismus müssen auch noch


Erleuchtet und gerettet werden, aber
Der wahre Gott ist selber das Erbarmen,
Die göttliche Barmherzigkeit ist Gottheit.

Und alle Kreatur ist in dem Schoße


Der Gottheit des Erbarmens tief verborgen.

EURE HELFERIN UND MUTTER

Als Adam Eva fand im Paradiese,


Gott machte Eva da zu Adams Hilfe.
Des Mannes Hilfe ist allein die Gottheit,
Der Gottheit gleich die Frau ist seine Hilfe.
Ich bin der Adam auch im Garten Eden
Und keine nackte Eva ist mir Hilfe,
Nein, meine Hilfe ist allein die Gottheit,
Die Neue Eva ist allein mir Hilfe.

O Neue Eva, Helferin und Mutter,


An meiner Seite steh als meine Hilfe.
Du bist die Hilfe, die mir Gott gegeben,
Maria, meine Helferin und Mutter.

Der Mensch soll nicht alleine sein, Maria,


Gott hat gegeben mir die Neue Eva.

FRAU ALLER VÖLKER

Ich sah dich einst im Teuteburger Walde,


Da standest du vor mir im weißen Schleier,
Aus dem die dunkel braunen Haare quollen,
Du standest vor mir in dem weißen Kleide.

Ich schaute dir in deine Augen, Fraue,


In deine großen Augen, weiße Monde,
Ich lag in deinen Armen, Liebe Fraue,
Und ruhte selig still an deinem Herzen.

Du hast dich hier im Teuteburger Walde


Mir offenbart als Fraue aller Völker,
Ich weihe dir das schöne Reich der Mitte,
Mein Heimatland im Geiste, Tochter China.

Du, Fraue, bist die Königin von China


Und Frau und Große Mutter aller Völker.

FRAU AUS DEM ALL

Ich weihe dir die Evangelikalen,


Die Informatik und Physik studierten,
Die Gottes Universum tief erforschen
Und preisen Gott als Evolutionator.

Auch ich bin einst gereist ins Universum


Und schaute droben auf dem Morgensterne
Die Neue Eva in dem Paradiese,
Die Jungfrau, die nicht Luzifer gefolgt ist.

Denn auf dem Morgenstern im Paradiese


Die Neue Eva hört nur auf den Engel,
Dort ungefallen ist die Schöpfung Gottes,
Unsterblich sind die Seelen in dem Himmel.
Frau aus dem All, des Universums Mutter,
Du bist die Königin des Paradieses.

FRAU DER MORGENRÖTE

Ich habe einst gelesen in den Veden


Die Hymne an die Göttin Morgenröte,
Des Himmels Tochter Ushas in dem Lichte
Kam mit dem Himmelssegen zu den Indern.

Ich hab gelesen auch im Buche Hiob,


Da Gott spricht von der Morgenröte Wimpern.
Ich sah ein Mädchen einst mit roten Haaren,
Die hatte lange rötlichblonde Wimpern.

Ich schrieb ein Buch einst, Liebe Frau Maria,


Da pries ich dich als Schoß der Morgenröte,
Denn aus dem Schoß der Morgenröte Christus
Gekommen ist als unbesiegte Sonne.

Gezeugt ist Christus vor der Morgenröte,


Dich aber will ich singen als Aurora.

FRAUERL IN DER EICHEN

Ich saß im Garten meiner lieben Freundin


Und betete den Rosenkranz Mariens,
Dass nicht die liebe Freundin mich verlasse
Und nehme von mir fort den süßen Knaben.

Da sah ich auf dem Wipfellaub der Eiche


Die Liebe Frau Maria geistig stehen
In einem taubengrauen Kleid und Mantel
Und mir versichernd trostreich ihren Beistand.

Und weinend flehte ich zum Geiste Gottes:


O komm, du Tröstergeist, mit deiner Tröstung!
Ein Turteltaubenpärchen in der Eiche
Vereinte sich im wilden Liebesspiele.

Nachts grüßte mich von Gott ein Wiener Dichter:


Was dir versagt blieb, möge Gott dir geben.

FRAU, UMGEBEN VON DER SONNE

Ich betete den Rosenkranz Mariens


In großer Sorge um der Freundin Weggang,
Ich liebte sie so sehr im Liebeswahnsinn,
Sie war die Muse meiner Liebeslieder.
Ja, fast verrückt vor Schmerz und Sorgen, hatte
Ich Angst, dass mich sogar verlassen könnte
Die Seele der Natur, des Kosmos Psyche,
War doch des Kosmos Psyche meine Freundin!

Da sah ich Unsre Frau im Licht der Sonne,


Im Sommermittag im Zenit die Sonne
Im Süden stand und strahlte voller Lichtglanz,
Maria stand in einem goldnen Mantel

Im Licht der Sonne! Mich wird nicht verlassen


Die Seele der Natur, des Kosmos Psyche!

FREUDENREICHE MUTTERGOTTES

Laetitia! Laetitia! O Wonne!


In meines Vaters hohem Freudenhause
Regiert im Paradies die Freudenreiche!
Laetitia! Laetitia! O Wonne!

Zur Rechten sehe ich vom Throne Gottes


Délice! Délice! Laetitia! O Wonne!
Ich sehe, sag ich, zweiundsiebzig Wonnen,
Laetitia und namenlose Wonnen!

Und eine Freundin habe ich im Himmel,


Eternal happiness, ein Weib der Wonne!
O what a kiss, o what a bliss in Heaven!
Zur Rechten Gottes steht ein Weib der Wonne!

Ein Schmachten ewig und ein Stillen ewig!


Und selig werden wir in Zungen singen!

FRIEDENSKÖNIGIN

Die Katholiken pilgern nach Brasilien,


Sie feiern Unsre Frau im Wallfahrtsorte
Der Gottesmutter von Brasilien, Christus
Vom Berg die Arme breitet zum Willkommen.

Franziskus kommt als Papst der Jugendlichen,


Erhebt die Stimme für das Volk der Armen.
Zu gleicher Zeit im Nahen Osten aber
Muslime gehn den Weg des Terrorismus.

Muslime wollen mit dem Krieg für Allah


Die Herrschaft des Islam errichten, Bomben,
Auch atomare Bomben ihre Waffen,
Sie gehn den Weg als Selbstmordattentäter.
Maria, Königin des Friedens, bitte
Für die Muslime, dass sie sich bekehren!

FÜRSPRECHERIN

Geboren ist ein neuer Prinz in England,


Prinzessin Kate hat einen Sohn geboren.
Die Bischöfe der Kirche von Britannien
Begrüßen diesen neuen Prinzen Englands.

Fürsprecherin Maria, bitte segne


Prinzessin Kate, Prinz William und das Baby,
Fürsprecherin Maria, bitte segne
Wales, Schottland, Irland, England mit dem Segen

Fürbittenden Gebetes vor dem Throne


Des Christus Jesus, dass der Sohn des Vaters
Auf dein Wort hin in Wein verwandelt Wasser
Und Wein verwandelt in das Blut des Retters,

Dass Wales und Schottland, Irland und Britannien


Dem eucharistischen Erlöser glauben.

FÜRSPRECHERIN DER MENSCHHEIT

Die ersten tausend Jahre nach dem Kommen


Des Herrn in Niedrigkeit der Seelen Ernte
Ward eingebracht im Kontinent Europa,
Europa ward das Reich des Christentumes.

Dann wieder tausend Jahre und die Ernte


In Süd- und Nordamerika war reichlich
Und Afrika bereicherte die Kirche
Mit ihrer Fröhlichkeit und ihren Trommeln.

Und nun kommt eine neue Zeit: Die Ernte


Will eingebracht sein auch im Fernen Osten,
Ich weihe India der Großen Mutter
Und China der wie Jade reinen Jungfrau.

Fürsprecherin der Menschheit, o Maria,


Bekehre die globale Weltfamilie!

GELBE ROSE DES FRIEDENS

Madame Blavatsky hat gelogen, sagte,


Sie sah die Göttin Isis ohne Schleier.
Nein, Isis ist ein Götze, ist ein Dämon,
Maria ist des Friedens gelbe Rose.

Und wer sah je Maria ohne Schleier?


Ihr Schleier ist von transparenter Seide,
Ihr Leib ist transparent wie weiße Jade.
Die Herrlichkeit des Herrn ist ihr gegeben.

Ich schaute eine Frau von wahrer Schönheit


Und nannte sie des Friedens gelbe Rose.
Da ward ich Rosenkavalier gerufen,
Der eine gelbe Rose gab der Herrin.

So schön die Frauen sind, die schönsten Frauen,


Die höchste Schönheit ist der Gottheit Schönheit!

GLORREICHE JUNGFRAU

In Glanz und Gloria des Lichtes Gottes


Die Jungfrau steht, schneeweiß die Makellose,
Wie Alabaster ist ihr Leib, der lichte,
Gemeißelt von dem Schöpfer ganz vollkommen.

Totale Perfektion des Leibes Schönheit,


Ein reiner Spiegel für die Schönheit Gottes.
Was ist so schön wie schönster Frauen Schönheit?
Urschönheit, dich erkennen wir im Gleichnis!

Madonna, bist du die Idee der Frauen?


Idee der Frauen in dem Geiste Gottes?
Bist du die Form der Formen aller Frauen?
Modell des Schöpfers bist du, o Madonna,

Die Muse Gottes, als der Schöpfer formte


Die Frauen aus dem Ton der Mutter Erde!

GNADENMUTTER

Die Mutter von Natur ist uns gegeben,


Dass sie zum Erdenleben uns gebäre.
Ist keiner anders auf die Welt gekommen
Als aus der Fruchtbarkeit des Mutterschoßes.

Die Mutter von Natur hat uns geboren


In diese Welt. Wir müssen alle sterben,
Die Mutter hat uns für den Tod geboren,
Für tausend Tode vor dem Tag des Todes!

Der Herr gab uns die Mutter in der Gnade,


Wir weben all im Schoß der Gnadenmutter,
Bis sie gebären wird des Schoßes Kinder
Ins ewigliche Leben in den Himmeln!

Die Gnade wird ins Leben uns gebären,


Die Gnadenmutter uns gebiert ins Leben!

GNADENVERMITTLERIN

Am vierten Todestage meines Vaters,


Am Feiertag der schwedischen Brigitta,
Ich weihe meines Vaters Arme Seele
Der großen Gnadenmittlerin Maria!

O große Herrin aller Armen Seelen,


Besuch mein Väterchen im Fegefeuer,
Vermehre seine Liebe zum Messias,
Intensiviere seine Liebesreue!

Mein Vater fällt zu Füßen der Madonna


Mit Inbrunst nieder, liegt zu ihren Füßen,
Inbrünstig küsst er der Madonna Füße
Und nennt sie liebend Mater Dolorosa!

Gott schaut gespannt auf meines Vaters Seele,


Wann er gesühnt hat alle seine Sünden?

GOLDENE MADONNA

Ganz lauter ist die goldene Madonna,


Erlöst im Augenblicke der Empfängnis,
Hat sie sich ganz geeint der Wahrheit Gottes,
Ihr Herz vereinigt mit der Wahrheit Gottes.

Gott hat in seiner Weisheit ihr gegeben


Die Fürbitt-Allmacht über alle Seelen,
Und manche Seele wurde nur gerettet,
Weil Einmal sie geseufzt hat: O Maria!

Wer nicht die hohe Herrin in den Himmeln


Verehrt noch tiefer als der letzte Sklave,
Kann auch den Schöpfer nicht erkennen richtig
Und kann nicht richtig Gott dem Schöpfer dienen.

Ich bin ganz dein, o goldene Madonna,


Nimm bald mich auf in Gottes dritten Himmel!

GOSPA

Du willst dass ich ins ewigliche Leben


Verliebe mich, in Ewigkeit verliebt bin!
Im Neuen Testamente ist das Leben
In Ewigkeit genannt Aionion Zoé!

Als Adam seine Frau von Gott bekommen,


Da nannte Adam seine Gattin Eva,
Der Name Eva aber heißt: Das Leben!
Auf griechisch heißt die Mutter Eva – Zoé!

So hoffe ich dereinst im Paradiese


Wie Jungfrau Eva einst im Garten Eden
Der Jungfrau Zoé Schönheit anzuschauen,
In Ewigkeiten Zoé zu genießen!

In Gottes Himmelsstadt ist manches Lustschloss,


Lass leben mich mit Zoé dort im Lustschloss!

GOTTESMUTTER VON WLADIMIR

Wladimirs Gottesmutter, Große Mutter,


Ich schaute deine heilige Ikone
Am Sterbebette meiner lieben Freundin,
Die so geliebt hat Russlands fromme Seele.

Du Große Muttergottes von Wladimir,


Du nahmest an die Seele meiner Freundin,
Du warst die Große Mutter ihrer Seele
Und führtest sie zu deinem lieben Sohne.

Zum eucharistischen Messias führtest


Die Seele du der sterbenden Geliebten,
Zu Christus als der Hostia Immaculata,
Zum Leib, der spendet ewigliches Leben.

Nun wartet meiner Freundin Seele selig


Durch deine Macht auf mich im Paradiese.

GROSSE SCHWESTER

Ich kannte eine liebliche Baptistin,


Die sie war von madonnenhafter Anmut.
Der Herr entrückte sie wie weiland Henoch,
Dass sie der Erde Übel nicht verderbe.

Da hab ich sie verklärt als große Schwester,


Als Schwester aller gottverliebten Seelen,
Als Schwester aller Armen, aller Kleinen,
Als große Schwester aller Menschenkinder.

Maria, reine Jungfrau, große Schwester,


Ich weihe dir die Seele der Baptistin,
Nimm du sie an als deine kleine Schwester,
Die kleine Schwester deines lieben Sohnes,

Und schenke ihr im Paradies die Freude


Und Hochzeit mit dem Bräutigam Messias!

GUTER HOFFNUNGSSTERN

Das Leben währet siebzig, achtzig Jahre,


Wenns gut war, war es doch nur Müh und Arbeit.
Das Leben währet höchstens hundert Jahre,
Ein Sandkorn ist es an dem Strand des Meeres

Verglichen mit dem Strand der Ewigkeiten.


Maria ist mit Körper und mit Seele
Schon aufgenommen in das Reich des Himmels,
Die Jungfrau lebt jetzt in dem Innern Gottes.

Ich zähle jetzt fast fünfzig Lebensjahre,


Noch zwanzig Jahre und ich sehe Jesus
Und seh die auferstandene Madonna
Und werf mich hin zu ihren Lotosfüßen.

Was kann dir da geschehen, arme Seele?


Macht alles wieder gut ein Stück vom Himmel!

HEHRE FRAU

Du hehre Frau mit deinen Lilienarmen!


Du hehre Frau mit deinen Lotosfüßen!
Erhaben bist du über alle Frauen,
Weil einzigartig deine hohe Schönheit!

Wie schön sind deine Füße, o Prinzessin,


Die bloßen, in den goldenen Sandalen!
Wie edel bist du doch in deinem Adel,
Vom Schöpfer ist dein Adel, o Prinzessin!

Wie heilig ist mir doch dein Liebreizgürtel,


Mit dem du Gott den Ewigen bezauberst!
Wie hoch du bist, wie einsam deine Höhe,
Sublim bist du, die allerfeinste Schönheit!

Du bist die Königin des Himmels, Hehre,


Bist Gottes Frau und bist des Herren Schwester!

HEIL DER KRANKEN

Der Papst spricht: Christen sollen stets sich freuen,


Stets heiter sein und in der Hoffnung leben
Und warten auf die Überraschung Gottes,
Denn immer ist bei ihnen Gottes Liebe.

Das ist sehr schön, Maria, Heil der Kranken,


Jedoch die Irren in dem Irrenhause
Sind immer voller Leid, die Depressiven,
Den Hirnen fehlen leider Glückshormone.

So tröste du die depressiven Seelen


Und nimm die Weinenden in deine Arme
Und stille sie an deinen vollen Brüsten
Und flöße ihnen ein die Milch des Trostes!

Maria, Trösterin und Heil der Kranken,


Dein sind die schizophrenen Depressiven!

HEILIGE MUTTER

O Mutter, einer Mutter ich gedenke,


Die wegen ihrer Schönheit ich geliebt hab,
Die lebte ganz allein mit ihrer Tochter,
Die Tochter sah in mir den neuen Vater.

O Mutter, die du heilig bist, o Mutter,


Die kleine Tochter zählte sieben Jahre
Und las sehr gerne in der Kinderbibel
Und ihre Liebe machte mir viel Freude.

O Mutter, heute ist das kleine Mädchen


Schon eine junge Frau von neunzehn Jahren,
Sie wird wohl schön sein mit den blonden Haaren,
Ich finde immer schöner blonde Haare.

Das blonde Mädchen, Tochter ihrer Mutter,


Ich will sie weihen deinem Mutterherzen.

HEILIGE WÄCHTERIN

Du bist zur Nacht die Wächterin der Wahrheit


Und redest zu den Deinen durch die Träume.
Ich weihe dir der Freundin Sohn, den Knaben,
Der ist in mancher Trauer meine Freude.

Und dieser Knabe liebt ein blondes Mädchen,


Neunjährige Madonna voller Schönheit.
Wie leuchten ihre Augen, glühn die Wangen,
Wenn sie beim Kinderspiele Jesus anruft!

Ich weihe dir die Freundin meines Knaben.


Ich freu mich über seinen Sinn für Schönheit
Und über seinen Sinn für Herzensgüte.
Sei du die Wächterin der beiden Kinder

Und führe ihren Lebensweg zu Jesus,


Zu Gott dem Vater und zum Heil der Seelen.

HEIMSUCHUNG MARIAS

Maria ging zu ihrer alten Base


Und brachte zu Elisabeth die Weisheit,
Die lebte in Mariens Mutterschoße,
Elisabeth lobpries die Herrin Weisheit.

So kam ich heute zu der alten Freundin,


Sie sprach von Göttin Isis unverschleiert.
Zwei Kinder jubilierten in der Freude,
Zwei Kindlein, die erfüllt vom Geist der Liebe!

Kann keiner sein ein guter Christ alleine,


Vielmehr er soll für die empfangnen Gnaden
So danken, dass er Gnade weiterschenke
Vor allem an die Armen und die Kleinen.

So ward ich heimgesucht von der Madonna,


Der Jungfrau mit den schönsten goldnen Haaren.

HELFERIN

Nun meine Freundin mit dem lieben Knaben


Muss leider wechseln ihre schöne Wohnung
Und muss verlassen Bauernhaus und Garten,
Der war so lang mein Paradiesesgärtlein,

Da bitte ich die Helferin Maria,


Dass meine Freundin mit dem süßen Knaben
Bald einen neuen Aufenthalt auf Erden
Mit Garten – doch in meiner Nähe finde!

In allem soll geschehen Gottes Wille!


So bitte ich die Helferin Maria,
Dass ich mich ganz dem Willen Gottes füge,
Und wäre Gottes Wille gar der Abschied

Und der Verlust der Freundin und des Knaben,


Ausharren will ich allzeit treu im Glauben!

HELFERIN DER CHRISTEN


Maria, starke Helferin der Christen,
Die du der Christenheit zu Hilfe eilest,
In Wahrheit bist du Königin von China,
Dir weihe ich das große Reich der Mitte.

Die Kommunisten haben wild gewütet,


War der Diktator Mao doch ein Mörder,
Die Terrorgruppen seiner Roten Garden
Versuchten, auszurotten Christi Kirche.

Der Marterzeugen Blut zeugt neue Christen


Und stark geworden ist die Kirche Gottes.
Maria, Helferin der Christen, bitte,
Dass China wird zu einem Reiche Christi!

Maria, bitte Heilig Geist, zu kommen


Mit großer Herrlichkeit ins Reich der Mitte!

HIMMELSMUTTER

O Mutter, bitte für die Atheisten,


Die schreien laut: Es ist kein Gott im Himmel!
So reden aber nur die blinden Toren,
Die sehen nicht die Evidenz der Gottheit!

O Mutter, bitte für die armen Menschen,


Die streben nur den Reichtum an an Dingen,
Sie wollen, alles soll zu Golde werden,
Jedoch der Mensch lebt nicht vom Gold alleine.

O Mutter, bitte für die Spiritisten,


Die suchen Göttin Isis unverschleiert,
Freimaurer, Gnostiker und Rosenkreuzer,
Die kennen nicht die absolute Wahrheit.

Du bitt für diese alle bei dem Sohne,


Der ist allein das Heil für alle Menschen.

HIMMELSFÜRSTIN MARIA

Messias Jesus ist der Fürst des Friedens,


Der Friede herrscht in seinem Fürstentume.
Sein Fürstentum, ein Fürstentum des Herzens,
Ist Friede in dem Inneren der Herzen.

Die Engels-Hierarchie kennt auch im Himmel


Ein Fürstentum, der Engel Fürstentümer
Vom Himmel aus regieren auf der Erde,
Die Fürstentümer herrschen über Fürsten.
Der Friedefürst in seinem Fürstentume
Gekrönt hat mit des Fürstentumes Krone
Die allerhöchste Königin der Engel,
Maria, sie ist unsre Himmelsfürstin,

Ihr Fürstentum, wir wollen Dante glauben,


Im dritten Himmel ist, der Venus-Sphäre!

HIMMELSKÖNIGIN

O hohe Herrin, Königin des Himmels,


Erbarme du dich doch der armen Pfingstler,
Sie glauben, Jesus Christus mehr zu ehren,
Wenn sie die Mutter mit den Füßen treten!

Ein Prediger der Pfingstler in Brasilien


Das Gnadenbild der Herrin Aperacida
In einem Gottesdienste trat mit Füßen
Und ward des Landes ganz zu Recht verwiesen.

Sie meinen, dass sie Heilig Geist verehren,


Doch Heilig Geist ist seiner Braut vereinigt.
So bitt für die Häretiker, die Ketzer,
Du bitt für diese Sekte bei dem Sohne,

Denn Jesus Christus wird die Christen strafen,


Die Seine vielgeliebte Mutter schänden!

HIMMLISCHE ÄRZTIN

Du bist die weise Ärztin von dem Himmel


Und Papst Johannes Paul der Große hatte
Sein Leiden Jesus Christus aufgeopfert,
Als er an schwerer Parkinson erkrankt war.

So bitte ich die Ärztin von dem Himmel


Und gleichfalls Sankt Johannes Paul den Großen,
Dass sie zum Heiland Jesus Christus beten
Fürs Heil der kranken Mutter meiner Freundin.

O Königin, erleichtre ihr die Leiden


Und gib ihr guten Beistand in der Krankheit!
Und an dem Ende ihres Erdenlebens
Nehm Jesus ihre Seele an in Gnade!

O Heiland, ich bezeuge deiner Weisheit:


Die alte Frau hat eine schöne Seele!

HIMMLISCHE DAME
Ich war ja schon getaufter Christ, doch leider
Der Glaube fehlte mir, ich diente Göttern,
Vor allem diente ich der Aphrodite,
Da träumte ich sehr oft von einer Dame,

Von einer Lichtgestalt, die kam vom Himmel,


Die Dame war die Königin des Himmels,
Die lächelnd kam herab die Himmelstreppe
Und reichte mir voll Liebe ihre Hände

Und sprach: Du lies im Neuen Testamente,


Das Evangelium sollst du studieren! –
Da offenbarte sich mir Jesus Christus
Als Kenner meines Herzens, meiner Nieren.

Ich weihe meine Seele dieser Dame,


Sie herrsche liebevoll in meinem Herzen!

HIMMLISCHE JUNGFRAU

Zwölf Jahre zähltest du, o reine Jungrau,


Als dich der Engel Gabriel begrüßte,
In deine Ohren kam der Logos Gottes
Und Heilig Geist hat sanft dich überschattet.

Schon lange hab ich keine Frau gesehen


Mit dem besondren Regenbogenglanze,
Dass sie mir sei die himmlische Madonna
Und meine Herrin Hagia Sophia!

Nun aber gar ein Kind, ein kleines Mädchen,


Neun Jahre jung wie weiland Beatrice,
Ich seh sie übergossen von dem Glanze
Der Herrlichkeit des Herrn, der Schönheit Gottes!

O Jungfrau, werde ich denn vollends närrisch?


Ich, der ich bin dem Irrenhaus entflohen!

HIMMLISCHE MUTTER

O Mutter, ich sah dich im Traum am Morgen,


Da ich vor meinem Vater bin geflohen,
Entflohen bin ich meinem harten Vater
Und seiner Frau auch, mit ihm solidarisch.

Ich knetete aus Ton ein Bild Mariens,


Ich knetete der Gottesmutter Brüste,
Die Brüste waren einer Muttergöttin,
Gewaltig groß und üppig deine Brüste.
Mir half dabei der engelgleiche Thomas.
Und zu den Protestanten-Brüdern sprach ich:
Maria ist ja keine Muttergöttin,
Maria aber ist die Mutter Gottes.

Maria, Unsre Mutter in den Himmeln,


Dein Name sei geheiligt, o Maria!

HIMMLISCHE MUTTER ALLER ERDENKINDER

Du Himmelsmutter aller Erdenkinder,


Verhelfe deinen Töchtern doch zur Wahrheit.
So alt geworden, hin ist alle Schönheit,
Sind dennoch sie noch nicht gereift zur Weisheit.

Die eine war in einem andern Leben


Aztekische Prinzessin, Inka-Fürstin,
Die andere war eine arme Sklavin
Am großen Kaiserhof der Pharaonen.

Die Wahrheit von der Auferstehung lehre


Die alten Frauen, lehre sie die Wahrheit
Von Fegefeuer, Paradies und Hölle
Und von dem Seelenrichter Jesus Christus.

Mich wollen sie nicht hören, Himmelsmutter,


Auch möchte ich nicht mit der Torheit streiten.

HOHE FRAU

Ein Priester sprach zu mir: Es ist Maria


Für mich die Schwester aller Menschenkinder
Und ist auch meine Schwester, ich als Priester
Verehre Unsre Frau als meine Schwester.

Du aber als ein Dichter sollst wie Goethe


Das Ewigweibliche zumeist verehren.
Nicht: Ewig lockt das Weib mit Schoß und Busen –
Das Ewigweibliche zieht uns zur Gottheit!

So ehre du Maria als die Frauheit,


Die Hohe Frau, wie Papst Johannes Paulus
Du sage: Totus tuus, o Maria!
Sieh du sie an als Große Frau im Himmel,

Die ewigweiblich dich hinanzieht, Dichter,


Zur Gottheit, die da ist die Schöne Liebe.
ICH BIN EUER SCHUTZ

Der Kaiser Japans kämpfte in dem Weltkrieg


Mit deutschen Nationalen Sozialisten
Zusammen. Nordamerika im Kriege
Stand auf der Seite freier Demokraten.

Und Nordamerika warf über Japan


Die atomare Bombe ab, zerstörte
Die Großstadt Hiroshima und zerstörte
Die Großstadt Nagasaki. Aber mitten

In Nagasaki eine kleine Kirche


Von Jesuiten war. Die Jesuiten
Zur Zeit des Bombenabwurfs im Gebete
Des Rosenkranzes waren und Maria

Bewahrte unverletzt die Jesuiten,


Die Schutzfrau vor der atomaren Bombe.

ICH BIN EURE MUTTER

Du weißt ja, was ich von den Frauen denke,


Du weißt ja, was ich von den Mädchen denke,
Ich liebe nur die himmlischen Ideen,
Die leuchten manchmal über einem Weibe.

Du bist ja meine Mutter, du verstehst mich,


Du bist für mich die Ur-Idee des Weibes,
In Gottes Geist die ewige Idea
Des Weibes: Jungfrau, Mutter, Herrin, Göttin!

So sehr ich suchte eine Muttergöttin


Mit meinem stets verliebten Heidenherzen,
Hab ich gefunden dich, o Große Mutter,
Die Menschengöttin durch die Gnade Gottes.

Du führtest mich mit deinem Mutterherzen


Zu Gott, der mich wie eine Mutter liebet!

IMMACULATA

Sie haben Geld gesammelt, tote Dinge,


Gegessen und getrunken und genossen
Die Freundschaft mit der Welt und sind gestorben
Und hingetreten vor den Herrn als Narren!

Sie schauen voll Verachtung auf den Armen,


Sie schauen voller Hochmut auf den Kranken,
Verspotten nur den Einsamen und Frommen,
Er aber betet selbst für seine Feinde.

Du Unbefleckt Empfangene, Allreine,


Ich bete für die armen Knechte Mammons,
Ich weihe dir die Toten und die Narren,
Ich bitte um Vergebung für die Habgier!

Immaculata, aber ich verschmelze


Am Sonntag mit der himmlischen Sophia!

IMMERWÄHRENDE JUNGFRAU

In der Antike war ein armer Dummkopf,


Der nichts vermochte, aber Ruhm begehrte,
Da steckte er den Tempel an Dianas,
Er suchte Ruhm durch Kränkung einer Göttin.

Das ahmte nach Helvetius, der Dummkopf,


Ein schlechter Theologe, der behauptet,
Die Jungfrau habe nach dem Gottessohne
Geboren andre Kinder ganz natürlich.

Den gleichen Unsinn reden Protestanten,


Die Lutheraner, Evangelikalen,
Die Calvinisten und die Pfingstler, aber
Es bleibt ein Irrtum, eine freche Lüge!

Die Mutter Gottes ist die Immer-Jungfrau,


Die Immer-Jungfrau mit intaktem Hymen!

JUNGFRAU DER ARMEN

Ich hörte kürzlich, Jungfrau, in Ägypten


Analphabet ist jeder zweite, leider
Gibt es im deutschen Land auch kleine Kinder,
Die lesen nicht und schreiben lernen können.

An Bildung Mangel ist ein Grund der Armut


Und Christen lehren immer kleine Kinder
Die Weisheit, die sie brauchen für das Leben,
Des Herzens Weisheit, die Moral der Liebe.

Des weitern bitt ich dich, der Armen Jungfrau,


Analphabeten gnädiglich zu helfen,
Den kleinen Kindern führe du die Hände,
Wenn sie die Lettern schreiben lernen sollen.

Wer weiß, wie mancher von den kleinen Kindern


Noch deine Botschaft schreiben wird, o Jungfrau.
JUNGFRAU DER GNADEN

Wie oft ich liege nieder in der Schwachheit,


Gequält von jenem Stachel in dem Fleische,
Dann lass ich mir genügen an der Gnade,
Die mir die große Gnadenjungfrau spendet.

Der Gnaden Quelle ist der Christus Jesus,


Doch der Kanal der Gnaden ist Maria.
Wenn elend liege ich in meiner Schwäche,
Kommt wunderbar zu mir ein neues Leben.

Die Jungfrau gießt mir wieder Kraft und Freude


In meine Seele, wenn ich lang geklagt hab
Und schaute nichts als Schmerz und Langeweile
In dieser Welt, Maria mich beruhigte,

Die Jungfrau voll der Gnaden schickte gnädig


Ein Kind zu mir, das mich mit Huld erfreute.

JUNGFRAU DER OFFENBARUNG

Als Adam nahm im Paradies den Apfel,


Den Eva von der Schlange angenommen,
Gott sie vertrieben aus dem Garten Eden,
Sprach Gott: Es wird einst kommen eine Jungfrau,

Die wird der Schlange ihren Kopf zertreten.


Die Jungfrau ist es, die das Heil geboren,
Die Christus regte an zum ersten Wunder,
Die aufrecht unter Christi Kreuz gestanden.

Der Seher der geheimen Offenbarung


Die Jungfrau sah im hellen Kleid der Sonne,
Den Mond zu ihren bloßen schönen Füßen,
Der Sterne Ordnungen auf ihrem Mantel.

Das ist die Jungfrau, die ich einzig liebe,


Ich schenk mein Herz der offenbarten Jungfrau!

JUNGFRAU IM ÄHRENKLEID

Ich war mit einem Knaben einst auf Rügen


Und zeigte ihm das Weizenfeld, das goldne,
Und sagte: Unsre Liebe Frau Maria
Ist wie das schöne Feld von Weizen golden!

Maria trägt den goldnen Weizenmantel,


Kornblumen blau gestickt sind in den Mantel,
Scharfgarbe weiß gestickt ist in den Mantel,
Mohnblumen rot gestickt sind in den Mantel.

Es heißt im Hohenliede Salomonis:


Dein Leib ist wie ein goldnes Weizenbündel,
Umstickt mit weißen Lilien des Feldes!
Marias Körper ist dem Brote ähnlich,

So Jesu Christi Körper ist das Manna,


Das Manna, das herabkam von dem Himmel.

JUNGFRAU MARIA

Bei allen Titeln meiner hohen Herrin,


Genügt mir Unsrer Lieben Frauen Name
Maria! Oft ich flüstre nur: Maria!
Mein ganzes Beten ist Marias Name.

Ich weiß nicht, ob es Stern des Meeres heißet,


Ich weiß nicht, heißt es: Bittere? Ich weiß nicht,
Heißt es: Geliebte? Oder: Wunderschöne?
Heißt es: Beleibte? Heißt es: Meerestropfen?

Es sprach dereinst Ambrosius von Milan:


Der Name von Maria ist Geheimnis,
So unausdeutbar ist Marias Name,
Wie das Geheimnis Unsrer Lieben Frauen.

Denn ein Mysterium ist Unsre Fraue,


Das reicht in das Mysterium der Gottheit.

JUNGFRAU VON DER EUCHARISTIE

Im Geiste hab ich Kommunion empfangen


An jedem Tag, den Gott geschaffen hatte,
Im Geiste, aber nicht im Sakramente,
Denn mich stieß ab die Weltlichkeit der Christen.

Da sagte Unsre Liebe Frau Maria:


Heut sollst du gehen zu dem Sakramente!
Ich war gequält, ich wollte nicht gehorchen,
Bin aber doch gegangen in die Kirche.

Die Gottheit sprach zu mir vom Tabernakel:


Ich bin die Mutter, ich bin deine Gottheit,
Ich Gottheit bin die himmlische Sophia
Und will im Sakrament mit dir verschmelzen!

Den Aufenthalt im Himmel muss ich danken


Maria, Unsrer Lieben Frau Eucharis!
KAISERIN DES HIMMELS UND DER ERDE

Du bist die Göttin-Kaiserin des Himmels,


Du bist die Himmelskönigin, die Jungfrau,
Du bist die Jungfrau auf dem Sichelmonde,
Das Mädchen bist du und die Makellose!

Du bist die Göttin-Kaiserin der Erde,


Bist Unsre Liebe Frau vom Garten Eden,
Die Bienenkönigin, die Honigsüße,
Geliebte Braut, uns Süßigkeit und Wonne!

Du bist die Göttin-Kaiserin der Hölle,


Die du uns retten kannst vor dem Inferno,
Dir weihen wir die gottvergessnen Sünder,
Die gottlos liegen auf dem Sterbebette!

Du bist die Imperatrix Romanorum,


Maria, unsre göttliche Augusta!

KNOTENMADONNA

Die Freundin mit den Knoten in den Brüsten


Lag sterbend in dem Pius-Hospitale,
Ich trat in die katholische Kapelle,
Da Frauen beteten zu Sankt Maria:

Gegrüßet seist du, Löserin der Knoten,


Du löse alle Knoten, die uns kränken!
Gegrüßet, Knotenlöserin Maria,
Wir weihen dir die Frauen mit den Knoten!

Maria, die du Gott am Busen stilltest,


Erbarme dich der Krebs-befallnen Frauen,
O Mamma mit der Herrlichkeit der Brüste,
Befrei die Frauen von den Metastasen!

Nun ist die Freundin frei von Metastasen,


Die auferstehn wird mit verklärten Brüsten!

KÖNIGIN ALLER SEELEN

Die Seelen aller Menschen sind geschaffen


Als Ebenbild der Seele Jesu Christi,
Die Seelen sind so von Natur aus christlich,
Wenn christlich, sind sie gleichfalls marianisch.

Die Seelen aller Tiere auf der Erde


In ihren fast-vernünftigen Instinkten,
Doch ohne Willensfreiheit wie die Menschen
Und ohne Sprache, loben doch Maria.

Die Blumen und die Büsche und die Bäume


Mit ihren Seelen, die sie leben lassen,
Sind nicht beweglich wie die Tiere, aber
Die Pflanzen alle preisen Sankt Maria.

Wie soll ich nennen dich, Marias Seele?


Weltseele nenne ich Madonnas Seele!

KÖNIGIN DER APOSTEL

Der Christus hat erkoren die Apostel


Und Petrus als den Fürsten der Apostel.
Der Christus hat erkoren jeden Bischof
Und jeden Papst in seinem Petrus-Throne.

Vor den Aposteln aber ward berufen


Die Frau der Offenbarung, Unsre Herrin.
Bevor Ecclesia petrinisch wurde,
War die Ecclesia schon marianisch.

Der Christus nicht berief nur die Apostel,


Berufen wurden auch die Jüngerinnen,
Johanna und Susanna und Maria
Von Magdala, als Diakon zu dienen.

Maria, Fürstin des Apostelfürsten,


Den Frauen gib das Amt der Diakonin!

KÖNIGIN DER ARMEN SEELEN

Zu meinem Vater in dem Fegefeuer


Begebe dich zu Himmelfahrt Mariens
Und tröste seine heißen Reuetränen,
Dass er auf Erden Mammon angebetet!

Und sende meines Vaters Arme Seele


Hinab in einer mystischen Erscheinung
Zu seinem Sohn, ich meine meinen Bruder,
Der betet auch auf Erden an den Mammon!

Wenn ihm die Arme Seele meines Vaters


Erscheinen würde aus dem Fegefeuer,
Vielleicht er glaubte an das ewige Leben
Und gäbe Gott dem Ewigen die Ehre.

Sag meinem Vater, er soll für mich beten,


Dass treu ich auf dem Weg zum Himmel bleibe!

KÖNIGIN DER ENGEL

Im Frühling meines Wahnsinns eine Ohnmacht


Befiel mich und ich reiste durch den Himmel
Und sah die Schatten in dem Himmelreiche
Und hörte meinen schönen Engel reden:

Du halt dich fest am Namen des Messias!


Da hörte ich den Namen meines Engels,
Ich fand ihn auch geschrieben in der Bibel,
Es war der schöne Name Mahanajim!

Mein Engel aber schien mir himmlisch-weiblich,


Mit goldnen Locken, langem weißem Kleide,
Mit goldnem Gürtel, großen weißen Flügeln,
Ein Schwert in Händen, schien mir meine Schwester.

O Königin der Engel, dir geweiht sei


Mein Engel, meine Schwester Mahanajim!

KÖNIGIN DER HERZEN DER MENSCHEN

In Großbritannien hat das Volk gesprochen,


Diana sei die Königin der Herzen,
Die niedliche Prinzessin war dem Volke
Die schönste Königin von Großbritannien.

In Deutschland sind die Menschen Demokraten,


Sie nennen eine Frau der Sozialisten
Die Bundespräsidentin aller Herzen,
Die bringt Gerechtigkeit dem Volk der Armen.

Wir Römer aber, die wir sind katholisch,


Wir nennen Unsre Liebe Frau Maria
Die Königin des Herzens, die Geliebte,
Und weihen unsre Herzen ihrem Herzen.

Nein, nicht die Königin des Fleisches sing ich,


Die mir den Tod gebracht, die nackte Eva.

KÖNIGIN DER JUNGFRAUEN

Madonna, Jungfrau, Mädchen, Makellose,


Wie sind bezaubernd doch die jungen Mädchen!
Ich sage nur Andrea und Maria,
Die beiden bolivianischen Madonnen!
Ich brauche nur an Julia zu denken
Und an die Zeit, da Eske mich bezaubert!
Ich denke an die schönen Sommertage,
Da ich die Mädchen in der Stadt betrachtet!

O Jungfrau-Königin der jungen Mädchen,


Verheißen nicht die Prediger, im Himmel
Sei jede Frau ein junges schönes Mädchen?
Mein Paradies – ein Himmel voller Mädchen!

Du selbst bist ja noch immer neunzehn Jahre,


Du Mädchengöttin, Königin der Mädchen!

KÖNIGIN DER LIEBE

O Königin, dein Reich ist lauter Liebe,


Doch welche Liebe lehrtest du mich, Herrin?
Doch nicht das Feuer wilder Leidenschaften
Und wilde Gier nach nackten Sünderinnen!

Nein, völlig philosophisch meine Liebe


Erfreut sich nur an makellosen Knaben,
Doch nicht wie die verdammten Knabenschänder,
Nein, voller Ehrfurcht vor des Knaben Seele!

Hier ist die Liebe frei von heißem Sexus,


Hier herrscht die Liebe in dem Reich der Unschuld!
So küsse ich den Schatten von dem Füßchen
Des Knaben, der gespielt im Garten Eden.

Denn schließlich hat die Königin der Liebe


Geboren uns den Knaben-Gott der Liebe!

KÖNIGIN DER MÄRTYRER

Ist ein Martyrium das blutig-rote,


Dass Katholiken unterm Kommunismus
Und unter dem Islam bezeugen müssen,
Gott segnet diese treuen Katholiken.

Ist ein Martyrium das keusche, weiße


Martyrium des Lebens ohne Ehe,
Wenn keine Frau im Sakrament der Ehe
Die Liebe Gottes schenkt in ihrer Liebe.

Ist ein Martyrium das nächtliche schwarze,


Wenn finstre Nacht die Seele überfallen,
Wenn Gott-verlassen ist der seelisch Kranke,
Der Schizophrene wandert durch die Hölle.
Wenn auch mein Herz verblutet, o Madonna,
Ich bin so Gott-verlassen wie der Christus!

KÖNIGIN DER MÜTTER DER WELT

O lehre doch die Mütter Mutterliebe,


Dass sie den Kindern nicht nur Dinge geben!
Ein kleines Kind verlangt nach Mutterliebe,
Die Mütter aber geben Geld und Essen.

Der Mensch lebt ja nicht nur vom Brot alleine,


Die Mütter müssen auch den Glauben lehren.
Wie soll ein Kind an seinen Schöpfer glauben,
Goss nicht die Mutter Glauben in die Seele?

Nun aber kann kein Kind auf Erden sagen:


Ich bin ein armes Waisenkind im Weltall!
Die Königin der Mütter selbst ist Mutter
Und alle Mutterliebe aller Mütter

Kommt nicht der Mutterliebe gleich der Mutter


Des Herrn, der uns wie eine Mutter tröstet!

KÖNIGIN DER PROPHETEN

So viele falsche Seher auf der Erde,


Die dich zu ihrer Königin nicht haben,
So viele evangelikale Sekten,
Viel Biblizismus, Fundamentalismus.

So viele falsche Seher aus dem Osten,


So viele Sekten, welche meditieren
Das Om und glauben an Gautama Buddha
Und praktizieren transzendenten Yoga.

Du aber Königin der wahren Seher,


Erscheinende Madonna, die erschienen,
Die Wahrheit über Gott den Herrn zu sagen,
Du warst schon immer Prüfstein echter Wahrheit.

Ein heiliger Prophet nach meinem Herzen


Ist Vater Sankt Johannes Paul der Große.

KÖNIGIN DER WELT

Du Königin Amerikas im Norden,


Du Königin Amerikas im Süden,
Du willst Gerechtigkeit und Frieden spenden,
Und das begehren auch Amerikaner.
Du Königin Albaniens, des freien,
Der Orthodoxen und der Katholiken,
Muslime ehren auch die Jungfrau Mirjam,
Erhalte du Albanien die Freiheit!

Du Königin Australiens, der Insel,


Da sich die Jugend traf der ganzen Erde,
In Sidney mit dem Papst den Herrn zu feiern,
Schenk du Australien die Liebe Gottes!

Doch bist du auch die Königin von Alpha-


Centauri, Königin des ganzen Kosmos.

KÖNIGIN DES FRIEDENS

Du Friedenskönigin von Medjugorje,


Du hast bekehrt mich zu der Kirche Gottes.
Bei Lutheranern, Evangelikalen,
Bei Pfingstlern und bei Pietisten war ich.

Da hörte ich, o Königin des Friedens,


Von deinen Botschaften von Medjugorje.
Ich weihte mich dem Unbefleckten Herzen
Und nahm dich an als meine Seelengattin.

Du führtest mich zum Kult der Ewigen Weisheit,


Du lehrtest mich, dem Herrn mein Kreuz zu opfern,
Du schenktest mir den Kult des Jesuskindes,
Du führtest mich zum Kult des Corpus Christi.

Du, Königin des Friedens, bist die Mutter


Und bist das Ideal der Mutter Kirche.

KÖNIGIN VOM HEILIGEN ROSENKRANZ

Buddhisten beten auf dem Rosenkranze


Om, das Juwel ist in der Lotosblüte,
Das Ewige ist in dem Seelen-Innern,
So suchen sie das ewige Erbarmen.

Muslime beten auf dem Rosenkranze


Die neunundneunzig Gottesnamen Allahs
Und suchen so beim göttlichen Erbarmer
Die göttliche Barmherzigkeit zu finden.

Die Katholiken auf dem Rosenkranze


Mit jedem Ave-Gruße meditieren
Das Evangelium von Jesus Christus,
Weil Jesus ist das göttliche Erbarmen.
Du bist die Königin vom Rosenkranze,
Die Königin des göttlichen Erbarmens.

KÖNIGIN DES HIMMELS

Allmächtige Gebieterin des Himmels,


Zertrete bald der Schlange ihren Schädel,
Zerstöre in der Welt den Kommunismus,
Befreie China von den Diktatoren,

Befreie Nordkorea vom Diktator


Und schütze dein geliebtes Südkorea,
Der Zuckerinsel Kuba schenke Freiheit,
Sorg dich um der Kubaner Menschenrechte.

Bekehre auch die Christen aller Kirchen,


Verwechselnd Kommunion mit Kommunismus,
Die Jesus Christus mit Karl Marx verwechseln,
Die revolutionären Theologen.

Zerschmettere den Kommunismus, Herrin,


Denn Kommunismus ist ein Satanismus!

KÖNIGIN DES HIMMELS UND DER ERDE

O Königin des Himmels, in dem Himmel


Du grüße meine frühgestorbne Freundin
Und auch die schöne Christin, heimgegangen,
Großmütterchen beglücke du im Himmel.

O Königin der Erde, auf der Erde


Bekehre du die Freundin meiner Seele
Und schenke ihrem Sohn genügend Gnaden,
Auf dieser Erde Gott den Herrn zu finden.

O Königin der Hölle, in der Hölle


Vermindre den Verdammten ihre Schmerzen
Und lass sie nicht in Feuerqualen schreien,
Lass sie im Nebel stiller Wehmut weinen.

O Königin des Meeres, Schaumgeborne,


Schenk mir in jedem Nachttraum deine Liebe.

KÖNIGIN DES LANDES

O Minne-Königin des deutschen Landes,


Die Glanzzeit meines Volkes ist vorüber,
Der Doktor Martin Luther hat geschadet
Der Kirche Gottes in den deutschen Landen.

Die bürgerlichen Demokraten wollen


Befördern nur den Materialismus,
Den Spiritismus und den Atheismus,
Und wollen Gottes Religion zerstören.

Du aber liebst dein Deutschland, Unsre Fraue,


Und die Erneuerung der deutschen Kirche
Wird kommen nicht vom hohen Klerus, sondern
Von Laien, die sich weihen deinem Herzen.

O Königin, ich weihe deinem Herzen,


Du blonde Mutter, meine Heimat Deutschland.

KÖNIGIN DES SALBÖLS

O Königin des Salböls bei der Taufe,


Des Salböls bei dem Sakrament der Firmung,
Des Salböls bei dem Heil der Krankensalbung,
Die Salbung wird uns alle Weisheit lehren.

Bekehre du die falschen Theosophen,


Die glauben an die heidnischen Ägypter,
Die Weisheit Hindostans, die Weisheit Buddhas,
Und streiten gegen Gottes wahre Kirche.

Bekehre du die falschen Anthroposophen,


Als Sonnengeist verehren sie den Christus,
Die sieben Elohim als Mondes Götter,
Sie glauben nicht, dass unser Herr am Kreuz starb!

O Königin des Salböls, Braut der Salbung,


Die Salbung wird uns alle Weisheit lehren.

KÖNIGIN DES WELTALLS

Die säkularisierten Katholiken


Ertragen nicht des Rosenkranzes Murmeln,
Sie wollen nicht Marien Namen tragen,
Sie aber ist die Königin des Weltalls.

Die Wissenschaftler forschen in dem Kosmos


Und fragen sich: Wie viele Welten gibt es?
Ich denke, hundertfünfzig Welten gibt es,
Ist jede an der Perlenschnur ein Perllein.

Madonna nämlich, Königin der Welten,


Lässt alle Welten durch die Finger rinnen
Und trägt die hundertfünfzig Universen
An ihrer Perlenschnur des Rosenkranzes.

Die Engel aller Universen grüßen


Mit Engelsgruß die Königin des Weltalls.

KÖNIGIN UND MUTTER DER BARMHERZIGKEIT

Gegrüßet seist du, Königin und Mutter,


Du Mutter der Lebendigen, du Leben,
Du Stern der Hoffnung, unsre ewige Wonne,
Geliebte Süßigkeit der Kinder Gottes!

Wir Elenden, verbannte Kinder Evas,


Wir weinen viel in diesem Tränentale,
Wir trauern schwer in diesem Jammertale,
So komm zu uns verbannten Kindern Evas!

Die Augen voll von herzlichem Erbarmen


Lass uns erstrahlen, deine großen Augen,
Und nach der irdischen Verbannung schenk uns
Den benedeiten Jesus deines Schoßes!

Maria voller Güte, voller Milde,


Bist meines Lebens Süßigkeit, Maria.

KÖNIGIN VOM KOSTBAREN BLUT

Die Freundin sprach: Die Philosophenschule


Des alten Griechenlandes heißt doch Stoa?
Maria, gieße aus das Blut des Logos
Spermatikos auf meine liebe Freundin!

Die Freundin sprach: Die Prosaschrift aus Island


In alten Heidentagen heißt doch Saga?
O gieße aus das Blut des Heliandes
Auf meine Freundin, Liebste aller Deutschen!

Die Freundin sprach: Die Texte, die berichten


Von Jesus Christus, heißen Evangelien?
O gieß das Evangelium von Jesus
Und Jesu kostbar Blut auf meine Freundin!

O Königin des Blutes, einen Tropfen


Gieß auf den lieben Sohn der lieben Freundin!

KÖNIGIN VOM SIEG

In Fatima hast du voraus verkündet


Den Zweiten Weltkrieg, schlimmer als den Ersten,
Es soll die Welt sich deinem Herzen weihen,
Dann wird dein Herz der Liebe triumphieren.

Die Nationalen Sozialisten herrschten


Und Hitler, der Tyrann, war wie ein Dämon.
Der Engelgleiche Pastor, Zwölfter Pius,
Die Menschheit weihte deinem reinen Herzen.

Du griffest ein, die Alliierten siegten,


Des Antichristen Herrschaft ging zugrunde,
Der Dämon Hitler hat sich selbst ermordet
Und Satan schleifte Hitler in die Hölle.

Ich weihe Deutschland deinem Unbefleckten


Und Makellosen Gottesmutterherzen.

KRIEGERIN GEGEN DEN TEUFEL

Gott Vater hat die Tochter ausgerüstet,


Gott Sohn hat seine Mutter ausgerüstet,
Gott Geist hat seine Gattin ausgerüstet
Zur Kriegerin, die gegen Satan streitet.

Die Mutter hält den Rosenkranz in Händen,


Sie trägt dazu das Schwert des Wortes Gottes,
Die Jungfrau hält in Händen Pfeil und Bogen
Und brüllt Triumph und reitet auf dem Löwen.

Mit ihrer Keule sie zerschmettert Satan,


Mit ihrer Lanze sie durchbohrt den Teufel.
Die Frau zertritt mit ihren bloßen Füßen
Die Schlange, die die ganze Welt verführte.

O Frau, gebeugt von deinen großen Brüsten,


Du wirst den Satan in die Hölle schleudern.

KRÖNUNG MARIENS DURCH DIE TRINITÄT

Gott Vater hat die Tochter angelächelt


Und krönte Unsre Liebe Frau, die Jungfrau,
Die Tochter Zion ward gekrönt vom Schöpfer,
Gott Israels gekrönt hat Tochter Zion.

Gott Sohn hat aufgeschaut zu seiner Mutter,


An deren vollen Brust er Milch getrunken.
Der Menschensohn gekrönt hat seine Mutter,
Die ist die Schönste aller Menschentöchter.

Gott Geist hat liebevoll gegurrt als Taube


Und hat gekrönt die Braut des Heiligen Geistes.
Menschwerdung Heilig Geistes ist Maria,
Das feminine Antlitz Heilig Geistes.

Die Heiligste Dreifaltigkeit Maria


Gekrönt aus Gnade hat zur Menschengöttin.

LÄCHELNDE PIETA

Der Tod ist groß, wir sind die Seinen, Mutter,


Wir sind die Seinen lächelnden Gesichtes,
Und manchmal mitten in dem Leben plötzlich
Weint seine Tränen er in unsern Herzen.

Wir ruhig ist es in den Wipfeln, Mutter,


Die kleinen Vögel schweigen in den Wäldern,
So sei nur ruhig, meine Seele, siehe,
Bald wirst du ruhen in der ewigen Ruhe.

O Pieta mit deinem milden Lächeln,


Ich weihe dir die Sterbenden, die Alten,
Wie Jesus ist in deinem Schoß begraben,
Empfange du die Sterbenden, die Toten.

O Pieta, der Tod ist eine Mutter,


Madame La Mort bringt uns ins ewige Leben.

LA NEGRITA

O schwarze Mutter, in der Nacht der Seele,


O schwarze Mutter, dein sind meine Schmerzen.
Ich bin dein Sohn, ich bin dein psychisch-kranker
Und alkohol-abhängiger Geliebter.

Ich bin ein Negersklave, La Negrita,


Der Diener deines Bildes, La Negrita,
Ich weihe dir die armen Negerkinder,
Die immer Hunger haben, oftmals krank sind.

Negrita, dein Schwärze ist die Schwärze


Der Ur-Materia, der Magna Mater.
Du bist das Universum, Große Mutter,
Das mütterliche All in seiner Schwärze.

Ich bin ganz still und schaue nur dein Bild an,
Du schaust mich an, ich bin ganz still, o Mutter.

LEIBESMUTTER JESU

Der Leib der Frau ist heilig, Liebe Fraue,


Der Leib der Frau bestimmt ist zur Empfängnis,
So ist die Form des Leibes auch, die Seele,
Empfängnis für den Einfluss von dem Vater.

Und darum wird entheiligt auch der Körper


Der Frau, weil uns ihr Leib daran erinnert,
Dass wir berufen auch sind zur Empfängnis,
Auch Männer sind Empfängnis vor der Gottheit.

Im Abendland geschändet wird der Körper


Durch Prostitution und Pornographen-Bilder,
Im Morgenland geschändet wird der Körper
Durch die Verschleierung des ganzen Leibes.

Du Leibesmutter Jesu hast empfangen


Die Kraft des Herrn, vom Geiste überschattet.

LICHTBRINGERIN

Die Armen haben Recht auf Menschenwürde,


Die Armen sind die Lieblinge des Vaters.
Es brauchen Solidarität die Armen
Und einen Kampf für die Kultur der Liebe.

Was aber sollen wir mit Rattenfängern?


Was sollen die Rhetoren, Demagogen,
Was soll die Führerin der Kommunisten,
Die Werbung macht mit ihrer Frauenschönheit?

Die Kommunistische Partei bringt Licht nicht,


Denn gottlos-finster ist der Kommunismus.
Lichtbringerin fürs Menschenrecht der Armen
Ist Christi Kirche, heilig und katholisch,

Lichtbringerin ist Unsre Liebe Fraue,


Mit dir kommt Franz mit seiner Poverella.

LIEBESFLAMME DES UNBEFLECKTEN HERZENS

In Prozessionen ziehen weiße Schiffe


Mariens auf dem Bodensee, dem Dreieck
Der Länder, welche deutsche Zunge reden,
Und weihen Österreich und Schweiz und Deutschland

Dem Unbefleckten Herzen Unsrer Fraue,


Dass sie ergieße ihre Liebesflamme
Auf Länder deutscher Zunge, dass das Feuer
Der Liebe auslöscht Satans finstres Feuer.

Ich will die Liebesflamme weitergeben,


Und sei’s auch nur an Eine Menschenseele.
Soll Eine kleine Seele Liebe spüren,
Die Liebe, das Mysterium der Gottheit,

Die Liebe von dem Vater zu dem Sohne,


Die Liebe von dem Sohne zu dem Vater.

LIEBES HIMMELSMÜTTERCHEN

In meiner Kindheit liebte meine Oma


Den Enkel, ja, ich war ihr Lieblingsenkel.
Als sie gestorben ist, vermachte sie mir
Den Glauben an den Herrn und seinen Christus.

Mein liebes Himmelsmütterchen Maria,


Du nennst mich deinen ganz besondren Liebling,
Und du versprichst mir, wenn ich einmal sterbe,
Dann wartest du auf mich am Himmelstore.

Du liebes Himmelsmütterchen Maria,


Ein Mädchen bist du, junge neunzehn Jahre,
Im Himmel will ich leben in dem Lustschloss
Mit meiner Oma im verklärten Leibe

Und jeden Morgen singen vorm Balkone


Madonna Minne zu der Mandoline.

LIEBLICHE MUTTER MARIA

Du bist so schön, so unaussprechlich lieblich,


Du bist die Lieblichkeit der schönen Liebe,
Du bist die Lieblichkeit des Allerbarmens,
Du bist die Grazie der Gottesgnade.

Wie liebevoll und zärtlich deine Augen,


Wie gütig und barmherzig deine Augen!
Wie lieblich und charmant dein Mund, Madonna,
Wie lieblich deine Lippen, vollen Lippen!

Wie süß ist deine Liebe und wie lieblich,


Die mehr berauscht die Seele als Champagner!
Wie lieblich deine Liebe voller Wonne,
Du bist mir Wonne, Süßigkeit und Hoffnung!

In Ewigkeit die Lieblichkeit zu schauen


Ist all mein Heil, die Lieblichkeit der Schönheit!

LILIE DER DREIFALTIGKEIT


Die drei Personen in der einen Gottheit
Empfingen dich als makellose Lilie,
Du Jungfrau in der Trinität, Madonna,
Von Gott verklärt zu einer Menschengöttin!

Sankt Josef hält in Händen eine Lilie,


Ich auch berufen ward zu einer Lilie!
Jungfräulich lebe ich als kleine Lilie,
Vermählt Madonna als der reinen Lilie.

Ich bete heut für eine arme Lilie,


Die ist verwelkt, Madonna, abgestorben,
Bekehre sie und mache sie zur Rose,
Zu einer roten Rose heißer Reue!

Ich komme in den Himmel mit der Lilie,


Mit der der Engel grüßte die Madonna.

MÄCHTIGE FÜRSPRECHERIN BEI IHREM SOHN

Fürsprecherin, ich meine Advocata,


Der Beistand für die Witwen und die Waisen,
Bekehre du die Advokaten, welche
In Ungerechtigkeit auf Erden wandeln.

Die Advokaten schnappen sich die Waisen,


Sie nehmen sie der Oma weg, dem Opa.
Bekehr die ungerechten Advokaten,
Du Hohepriesterin vorm Gottessohne.

Wir haben eine Priesterin bei Jesus,


Maria, Hohepriesterin des Herzens,
Fürsprecherin für alle Menschenkinder,
Fürsprecherin für Witwen und für Waisen.

Die Advokaten werden mich nicht hindern


Zu preisen dich als meine Advokatin.

MADONNA DER IMMERWÄHRENDEN HILFE

Ich wurde Katholik. Der Priester, welcher


Mich aufnahm in die Kirche, war ein Priester
Des revolutionären Geistes, welcher
Maria ohne Schnörkel lieben wollte.

Ein alter Ministrant, ein alter Pole,


Der mich den Rosenkranz gelehrt zu beten,
Verwies an einen Priester mich aus Polen,
Der marianisch wäre wie die Päpste.
Der polnische Geweihte unterwies mich
In der Marienfrömmigkeit der Päpste.
Bei ihm sah die Ikone der Madonna
Der treuen Hilfe ich, da sang ich: Schwarze

Madonna mit dem Kindlein auf den Armen,


Ernähre bitte auch die andern Kinder!

MADONNA LACTANS

Die Freundin hatte Zwillinge geboren


Und stillte sie an ihren großen Brüsten.
Da war ich neidisch auf die Mutterbrüste,
Ich wollte stillen auch die kleinen Babys.

Den Freunden Protestanten schick ich Bilder


Der stillenden Madonna, doch die Freunde,
Stiefmütterliche Mannesbrüste Luthers
Sind ihnen lieber als Madonnas Brüste.

Ich meditiere über die Madonna,


Die nackend ist, an ihren nackten Brüsten,
Den großen Brüsten stillt das nackte Baby,
Ein Schein von Heiligkeit um beider Nacktheit.

Ich wurde nie gestillt an Mutterbrüsten,


So stille du mich, Große Mutter Gottes!

MADONNA MIT DEM KIND

Ich sehe die Sixtinische Madonna,


Die himmlische Madonna mit dem Kinde.
Und während ich die Opfermesse höre,
Ich schaue zur Sixtinischen Madonna.

Gott ist mir eine Jungfrau in den Himmeln,


Die Himmelskönigin ist meine Gottheit,
Gott ist mir Große Mutter über allem,
Gott ist mir eine wunderschöne Göttin!

Ich aber selber bin das Jesuskindlein,


Ich bin ein armer nackter Sohn des Menschen,
Ich bin ein Baby in der Mutter Armen,
Ich bin ein Kind an meiner Gottheit Brüsten.

Ich bin ein Protestant und protestiere:


Mein Gott ist weiblich, Gottheit jung und weiblich!

MADONNA MIT DER WUNDERTÄTIGEN MEDAILLE


Madonna, als ich angelegt am Halse
Die wundertätige Medaille, Liebe,
Da stellte ich mich unter deinen Schutzschirm,
Denn stark die Bösen sind auf dieser Erde.

Grad heut erinnr ich dich daran, Madonna,


Wie ich mit Gott dem Schöpfer hab gehadert,
Dass er der Kinder Unschuld anvertraute
Dem Vater, der dem Satanas sich weihte!

Zwar ist es ihm gelungen nicht, o Herrin,


Die Kinder in dem Mutterschoß zu morden,
Auch nicht, ins Kinderheim sie abzuschieben,
Doch steht ein Kind jetzt unter seinem Einfluss.

Frau von der wundertätigen Medaille,


Sankt Georg weihe ich und dir den Knaben.

MADONNA VOM BERGE KARMEL

So grüße mir Johannes von dem Kreuze,


Ich leide auch in meiner Nacht der Seele.
So grüße mir Teresia von Jesus,
Ich wandre auch in meinem Seelenschlosse.

So grüße mir Teresia vom Kinde,


Ich spiele auch oft mit dem Jesusknaben.
So grüße mir auch Mirjam aus Arabien,
Auch ich bin nicht mehr Waisenkind im Weltall.

So grüß Elisabeth von dem Drei-Einen,


Auch ich geh einst zu Leben, Licht und Liebe.
So grüße mir die Schwester Benedikta,
Ich lerne auch die Wissenschaft vom Kreuze.

Betrachte mich ganz einfach, Herrin Carmen,


Als Karmeliten außerhalb des Klosters.

MADONNA VOM ROSENKRANZ

Nachts höre ich im Radio den Vater


Johannes Paul den Großen oder aber
Den deutschen Vater Benedikt, den Lehrer,
Sie beten da den Rosenkranz lateinisch.

O Mutter, welche Ruhe für die Seele,


Was sind das doch für mystische Gebete!
Ich kann nicht anders denken, Frau vom Osten,
Dies ist das Mantra von der Großen Mutter.
So meditierend in dem Ozeane
Des Evangeliums zu schwimmen selig
Und mit Madonna in dem Meer zu baden
Des Evangeliums und der Erlösung!

Im Paradies will ich dich gleichfalls grüßen,


Äone um Äone Ave singen!

MADONNA VOM SEELENBERG

Ich glaube, Franz von Sales sagte einmal:


Die Freude jubelt auf dem Seelengipfel!
Du, Unsre Liebe Frau vom Seelengipfel,
Ich weihe dir den Gipfel meiner Seele.

Ich weihe dir den ganzen Berg der Seele,


Wie oft ist doch in Nacht gehüllt die Seele,
Wie oft doch regnen Tränen in der Seele,
Wie oft gewittern Schmerzen in der Seele!

Will ich den Aufstieg zu dem Karmel-Gipfel,


So führ mich durch die dunkle Nacht der Seele.
Oft leide ich, ist krankhaft meine Schwermut,
Oft melancholisch wälz ich mich in Trübsal,

Doch auf dem Seelengipfel ist die Hoffnung,


Die Hoffnung auf die Ewigkeit der Wonne.

MAGD DER ARMEN

Du Magd der Armen, heut will ich dir weihen


Die Arme Seele eines Psychisch-Kranken.
Ich traf ihn im Café der Psychisch-Kranken,
Stets nett und freundlich ist er mir begegnet.

Jedoch er hat geflucht so wie ein Seemann,


Stets führte er den Satanas im Munde,
Reif alle Augenblicke an den Teufel,
Nun brennt die Zunge ihm im Fegefeuer.

Und jeden Abend hat er Schnaps gesoffen,


Mit Dirnen hat verbracht er seine Nächte.
Doch kann ich glauben nicht, dass er verdammt ist,
Trotz allem, Güte war in seinem Herzen.

Komm, Magd der Armen, zu der Armen Seele,


Schenk Linderung der Qual im Fegefeuer!
MAGD DES HERRN

Wie Jesus ist der Gottesknecht, Maria


Ist Magd des Herrn, die Gottesmagd Maria.
Ja, Jesus ist der Gott, von Gott verlassen,
Uns zu erlösen von dem Pakt mit Satan.

Wie viele Seelen suchen doch die Weisheit


Und interessieren sich für Mystik, aber
Gefesselt sind sie von des Satans Banden,
Wenn Luzifer als Engel kommt des Lichtes.

Du, Gottesmagd, hast keinen Teil am Bösen,


Der Teufel hat kein Anrecht auf Maria.
So weihe ich der Gottesmagd Maria
Die armen Seelen, die versklavt von Satan

Verfolgen Christus in dem frommen Christen,


Die nur Maria noch erlösen könnte.

MAGNA MATER AUSTRIAE

O Magna Mater Austriae, Maria,


Du in Mariazell, o Magna Mater,
Ich weihe dir dein Österreich und Ungarn,
Und bitte dich, du grüße König Stephan!

Heut hab ich einen Wunsch, o Magna Mater,


Dass du der frommen Christen Ehen segnest!
Der Herr ist Bräutigam, die Braut ist Kirche,
Die Gottesliebe ist nur Bundestreue.

Verabscheut Gott die Sünde doch der Scheidung,


Die Scheidung kommt allein von Herzenshärte.
Bekehre die geschiednen Protestanten,
Die nicht dem Bräutigam die Treue hielten!

Noch einmal, Magna Mater, grüße Stephan,


Sankt Gisela von Ungarn grüße gleichfalls.

MAGNIFIKATMADONNA

Gesang der Hoffnung, Hoffnung für die Kleinen,


Denn die Barmherzigkeit ist bei den Kleinen,
Gesang des Kampfes, Kämpfen mit dem Bösen,
Gesang des Sieges, des Triumphs Mariens!

So viele Heilige sind auf der Erde,


Sind viele Priester, viele Ordensleute,
Sind viele Eheleute, Väter, Mütter,
Sind viele Jugendliche, viele Kinder!

Maria singt der Armen Lied der Hoffnung,


Mit ihnen ist das Mitleid ihres Gottes.
Maria singt den Reichen eine Warnung:
Gott schließlich lässt die Reichen leer ausgehen.

Magnifikatmadonna, mir zur Seite,


Im Kampf an meine Seite, schöne Herrin!

MAIENKÖNIGIN

O schönste Mädchenkönigin des Maien,


Wie sehnte ich mich aus dem Leidenswinter
Zum Lebensjubel deines Wonnemondes,
Zur Auferstehung in dem Monde Maien!

Wo die Natur in Fruchtbarkeit erblühte,


Da sind zuvor gegangen deine Füße.
Ein Tritt von deinen bloßen Füßen, Mädchen,
Und die Natur wird fruchtbar, wird lebendig.

Ich weiß, dass die Chinesen gerne träumen


Vom Himmelreich als einem ewigen Frühling,
Im Paradies ist immer Wonnemaien!
Die Königin im Paradies, Maria,

Die Königin im Paradies der Wonne


Bist du, die Mädchenkönigin des Maien.

MAKELLOSE JUNGFRAU

Ich sah einmal die makellose Jungfrau,


Die toten Ahnen rauschten in den Bäumen,
Die Tauben turtelten in starken Eichen,
Gott sprach in dem Gewitter zu den Menschen,

Die Jungfrau lächelnd stand beim offnen Schafstall,


Das weiße Pferd auf grüner Aue schnaubte,
Die Glucke hütete die kleinen Küken,
Die Kinder spielten in dem Sommergarten.

Da saß die makellose Jungfrau lächelnd


Am Tische, da bereitet Brot und Wein war.
Die Kommunisten stritten mit der Kirche,
Da schwieg die makellose Jungfrau weise.

O Haarflut, weißer Hals und Mandelaugen!


O rote Lippen, Jungfrau, rote Lippen!
MARIA AUF DER HEIDEN

Ich sah den Hirten seine Schafe scheren,


Die unter ihrer Schur gezappelt haben.
Ich sah den Hirten seine Schafe weiden,
Der treue Hirtenhund hielt sie zusammen.

Ich hörte Schafe mit den Glocken läuten,


Wenn Nebelschwaden hüllten ein die Schafe.
Vom Rauhreif sah ich Schleier auf der Heide,
Die Heide blühte rosa auf dem Berge.

Da ging ich durch die Heide mit der Freundin


Und kam zur Hirtenhütte auf dem Berge.
Da sah ich Unsre Liebe Frau der Heide
Im weißen Schleier und im weißen Kleide

Und mit dem goldnen Gürtel um den Busen


Und mit der Harfe in den weißen Händen.

MARIA AUF DER MONDSICHEL

Wie Albrecht Dürer sie gezeichnet, sah ich


Maria auf des Mondes schmaler Sichel,
Die goldne Sichel war wie eine Gondel,
Maria war die Göttin auf dem Monde.

Die Feministin ehrte so Maria,


Dass sie Maria eine Göttin nannte.
Und Bernhard nannte Gott den Herrn und Vater
Die Magna Mater, Unsre Liebe Gottheit!

Der Psychologe sprach zu mir: Was schaust du


In Halluzinationen und in Träumen?
Ich sprach: Ich sehe eine weiße Dame!
Er sprach: So wie die göttliche Diana?

Ich sprach: Wie die jungfräuliche Maria!


Groß ist in Ephesos die Theotokos!

MARIA BLUT

Maria hat den Herrn im Schoß getragen,


Gott ruhte da an Unsrer Fraun Plazenta,
Sie gab dem Logos Fleisch und Blut zum Leibe,
Der Herr ernährte sich von ihrem Blute.

Der Christus hat am Kreuz sein Blut vergossen


Und seines Blutes Kostbarkeit erlöste
Die Menschheit, weil er mit dem Blut getilgt hat
Die Macht der Schuld, des Todes und des Teufels.

Die Kostbarkeit des Blutes Jesu Christi


Ist Blut der Lieben Frau Maria, also
Hat uns Mariens Blut erlöst vom Tode.
Da braucht es weiter keinen Feminismus,

Das Heil käm durch das Monatsblut der Frauen,


Nein, unser Heil kommt durch das Blut Mariens!

MARIA BRÜNNLEIN ZUM TROST

Maria, als ich war im Irrenhause,


Hab ich gewartet auf die schöne Freundin,
Doch kam sie nicht, sie ließ mich ganz alleine,
Da war so sterbenselend mir zumute!

Da habe ich den Rosenkranz gebetet


Und mich erinnert, Jungfrau, dass du da bist,
Du warst Genossin mein in dem Alleinsein,
Du standest mir zur Seite, o Geliebte!

Und nicht nur das, Maria! Meine Freundin


Besuchte mich am nächsten Tag im Tollhaus
Und hatte ihre beiden Knaben bei sich
Und heiter war ich wie ein Maienhimmel!

Maria, Brunnen bist du, überfließend


Des Trostes, selbst wenn man von Gott verlassen!

MARIA DESOLATA

Da musste, ach, mein Herz am Kreuze hangen,


Mein Gott, mein Gott, was hast du mich verlassen!
Durchbohrt die Seele ward vom Schert der Schmerzen,
Ein Pfahl in meinem Fleische steckte schmerzreich,

Da musst ich schwitzen Blut aus meiner Stirne


Und heiße Tränen weinen rot vom Blute,
Gegeißelt ich, es bluteten die Wunden,
Das Herz durchbohrt, floss Blut daraus und Wasser,

Da war ich wie gestorben und erloschen


Und war hinabgestiegen zu der Hölle
Und barfuß ging ich über scharfe Scherben
Und nackend ging ich durch die Feuerhölle,

Da stand mir keiner bei als du, Maria,


Maria Desolata, meine Freundin!
MARIA DIE ALLREINE

Sie sagen, Lilith sei die Mutter Christi,


Sie nennen die Dämonin eine Göttin,
Verführerin, die ihre Kinder mordet,
Das ist ihr Ideal und nicht Maria!

Sie sagen, Unsre Liebe Frau Maria


Sei ja nach ihrem sündigen Geschmacke
Zu makellos, denn einer Makellosen
Kann eine Sünderin zu Gott nicht folgen!

Allreine, o Maria, Makellose,


Du bist die Frau, die nicht entstellt von Sünde,
Die Frau ganz ohne Unzucht, Egoismus,
Die Frau ganz ohne Pakt mit den Dämonen,

Die Frau mit einem Herzen voller Liebe,


Ganz ohne Herzenshärtigkeit, die Mutter!

MARIA DIE MAKELLOSE

Das ist ja schön, Maria, dass du rein bist,


In einer Welt so voll von Sündenmakeln,
In einer Welt voll Frauen der Porneia
Bist du die reine Frau, die Makellose!

So Paulus spricht ja von der Braut des Christus,


Ecclesia sei ohne Fleck und Makel,
Sei Jungfrau, ohne Falten, ohne Runzeln,
Und du bist der Ecclesia Ikone.

Der weise Platon war ein echter Seher,


Als er geschaut die himmlischen Ideen!
Idee der Kirche und Idee der Frauen
Bist du, Maria, makellose Jungfrau!

Wie würde dich wohl Platon nennen? Frauheit!


Idea du und makellose Frauheit!

MARIA EINSIEDEL

Einsiedler will ich sein, Einsiedler bleiben,


Allein sein mit der ewigen All-Einheit,
Und meine Mitbewohnerin Maria
Ist meine Hausfrau, Herrin meiner Zelle.

Wie Jahwe sagte einst zu Jeremia:


Und wollen alle Menschen mit dir streiten,
Ist gegen dich die ganze Welt der Sünde,
Ich bin bei dir und mache dich zum Felsen!

Unglaube, Aberglaube, Irrtumsglaube


Ist um mich her. Ich aber bin alleine.
Als ich geirrt, da hatt ich viele Freunde,
Als Kommunist, als Evangelikaler.

Nun ich die Wahrheit kenne, o Maria,


Bin ich allein. Die Liebe Frau ist mit mir!

MARIA FELDBLUME

Nicht eine stolze königliche Rose,


Nicht eine hochgewachsne stolze Lilie,
Nicht die sich selbst nur liebende Narzisse,
Du bist das kleine Blümelein des Feldes.

So sang dich Salomo im Lied der Lieder,


Der Weise hat gesehen deine Demut.
Die stolzen Denker und die stolzen Dichter
Beschimpfen Demut, sie sei Hundedemut.

Du nennst dich Magd des Herrn, ja, Sklavin Gottes,


Das ist der Ausdruck deiner tiefen Demut.
Doch reine Demut ist die reine Wahrheit:
Gewaltiges hat mir der Herr gegeben!

Die Schätze der Erkenntnis gab der Geist mir,


Du, o Maria, schenk mir deine Demut!

MARIA GEBURT

Ich hörte einen Mann von hundert Jahren,


Er war am Bodensee ein Bürgermeister.
Am Achten des September er geboren,
An Unsrer Liebe Frau Geburtstagsfeste.

Er sprach: Weil ich geboren am Geburtstag


Mariens, bin ich innig ihr verbunden.
Und meine Mutter hieß ja auch Maria.
Ich habe auch den Kaiser noch gesehen.

Am Achten des September hat Geburtstag


Ein guter Freund, der leider ist ein Pfingstler,
Ich weih ihn trotzdem deinem Mutterherzen,
Und weih den Augenblick, da er empfangen

Im Schoß der Mutter, einer Pietistin,


Der unbefleckt empfangnen Gottesmutter.

MARIA HEIL DER KRANKEN

Wenn eine Mutter ihren kleinen Säugling


Nicht in die Arme nimmt, ihn zu liebkosen,
Sie stillt ihn nicht an ihren Mutterbrüsten,
Sie sättigt nur das Kind mit einem Fläschchen,

Dann wird das Kind als ein Erwachsner später


Nicht wissen, Körpernähe zuzulassen,
Er sehnt sich schmerzlich zwar nach Körpernähe,
Jedoch die Nähe kann er nicht ertragen.

Dann ist die Seele krank vom Liebesmangel,


Dann kann ihm nur die Muttergottes helfen,
Sie wird den Mann an ihren Brüsten stillen
Wie sie Sankt Bernhard es dereinst gewährte,

In ihrer Arme Beuge wird er ruhen,


Wie Juan Diego es gewährt die Jungfrau.

MARIA HEIMSUCHUNG

Maria saß in einem Rosengarten,


Sie war so ganz die große Gottesmutter.
Immanuel, der kleine nackte Knabe,
Umspielte sie und lachte wie der Himmel.

Elisabeth, Marias Busenfreundin,


Saß neben der Madonna in dem Grase,
Johannes saß auf ihrem Schoß, der Knabe,
Er schaute immer zu dem kleinen Jesus.

Elisabeth sprach lächelnd zu Maria:


Was kommt zu mir die Mutter meines Gottes?
Als du mich grüßtest, Freude mir gewünscht hast,
Da hüpfte mein Johannes voller Freude.

Johannes schrieb auf einen kleinen Zettel


(Er lernte grade schreiben): Agnus Dei.

MARIA HERZELEID

Als Adam lebte in dem Garten Eden


Und in dem Schweiße seines Angesichtes
Das Ackerfeld befreite von den Nesseln,
War keine liebe Frau an seiner Seite.
Da hatte Adam nicht genug am Hündchen,
Da weinte Adam schluchzend vor Jehova.
Jehova gab dem Adam eine Gattin,
Frau Herzeleide war der Frauen Name.

Ja, du bist meine Frau und Eheherrin,


Maria Herzeleide, Neue Eva,
Zusammen zogen groß wir Kain und Abel.
Doch leider, Abel wurde uns genommen,

Da gab Jehova uns den Seth, den Dritten,


Zum Troste, weil den Abel wir verloren.

MARIAHILF

Du hast dich offenbart einst einem Kinde,


Und dass es deine Botschaft schreiben lerne,
Dem Kinde beigebracht das Lettern-Schreiben
Und ihm den Stift geführt mit deiner Rechten.

Maria hilf! Es ist ein kleiner Knabe,


Der ohne Weisheit ist erzogen worden,
Der hat es schwer jetzt in der Kinderschule,
Er lernt nicht lesen und er lernt nicht schreiben.

Maria hilf! Ich weihe dir den Knaben


Und bitt dich und den engelgleichen Thomas,
Dass du dem Knaben schenken mögest Klugheit
Und du ihn führst dies Leben auf der Erde

Und dass er durch die Sankt-Marien-Weihe


Am Ende auch das Paradies erreiche!

MARIA HILFE DER CHRISTEN

Die Pfingstler laden ein mich zu der Feier


Des Achten des September, ich will kommen,
Ich will, o meine Herrin, nüchtern bleiben
Und warten mit dem Wein, bis ich zuhause,

Denn in dem Wein ist Wahrheit, wenn ich trunken


Vom Weine bin, dann bin ich ganz katholisch,
Verteidige die Kirche wie ein Löwe
Und werde ungeduldig mit der Torheit.

Die Pfingstler stören sich an der Madonna,


Ich tu, als kenn ich Jesus nur alleine,
Ich tu, als kennte ich nicht Jesu Willen,
Der Unsre Frau zur Mutter will der Christen.
Doch meine Seele soll verbunden bleiben
Mit Sankt Maria, Helferin der Christen.

MARIA HIMMELFAHRT

Sie feierten die Himmelfahrt Mariens,


Indem sie Lob gesungen Jesus Christus.
Als Jesus von den Toten auferstanden,
Ist auferstanden auch die Mutter Jesu.

Ich dache: Jeden Tag ist Jesus Christus


Der Mittelpunkt im Gottesdienst der Kirche,
Habt ihr nicht Einen Tag nur für die Dame,
Dass einmal auch die Frau im Zentrum stehe?

Der Papst sprach zu der Himmelfahrt Mariens,


Jetzt soll man theologisieren über
Die Frau in Gottes Offenbarungsbüchern,
Der Frauen Wesen in dem Reich der Himmel.

Ja, Feminismus, aber marianisch,


Maria ist die Frau im Sinne Gottes.

MARIA IM FELD

Madonna saß auf einem grünen Felde,


Sie saß im Schatten einer großen Birke.
Ich sah nicht meine eigene Familie,
Sah nicht die Schwägerin und nicht den Bruder,

Ich sah auch keinen Bauern-Patriarchen


Und sah auch keine reformierte Christin,
Ich sah allein die goldene Madonna,
Die mich geblendet mit den blonden Haaren.

Madonna reichte mir die Milch im Becher


Und reichte mir ein Stück Rosinenkuchen.
Madonna war nicht alt, ich müsste lügen,
Spräch ich, sie wäre über zwanzig Jahren.

Wie gerne hat sie doch mit mir gesprochen,


Ich wollte ja auch alles von ihr wissen.

MARIA IM FENSTER

Ich schaute aus dem Fenster meiner Wohnung


Und sah im goldnen Sonnenlicht Madonna,
Ich sah sogar der Morgenröte Wimpern,
Der Königin der Liebe rote Locken.
Da nahm ich allen meinen Mut zusammen
Und trat zur allerjugendlichsten Jungfrau,
Ich täusch mich nicht, sie zählte neunzehn Jahre,
Es kann auch sein, sie zählte achtzehn Jahre.

Das rote Haar der Königin der Liebe


Fiel auf die Brüste, milchigweißen Brüste.
Ich stand verwirrt vor ihren festen Brüsten
Und fragte, was sie tu, wohin sie gehe?

Sie sprach: Ich pflege alte kranke Menschen,


Ich freue mich, so meinem Herrn zu dienen.

MARIA IM TEMPEL

Ich trat in einen goldnen Tempel Gottes,


Es war ein Lustschloss in dem Reich der Himmel.
Es war der Tag des Achten des September,
Da wollte ich der Jungfrau gratulieren.

Ich sah die Jungfrau stehn vor einem Spiegel,


Sie kämmte ihre langen blonden Haare.
Ich sprach: Verzeihe mir, o reine Jungfrau,
Ich wag mich deiner Keuschheit nicht zu nahen.

Madonna trat hervor, da stand sie oben,


Da stand ich unter ihr auf einer Treppe
Und sprach: Ich habe leider oft vergessen,
Zu gratulieren dir zu dem Geburtstag.

Da reichte sie mir gnädig ihre Rechte,


Ich hätte gern geküsst das feine Händchen.

MARIA IM WALD

Es war dereinst im Teuteburger Walde,


In Herford ist erschienen die Madonna.
Ein Bettler, der sich grad ein Huhn erbettelt
Und einen Becher Schnaps, sah die Madonna.

Er sah zuerst das Kruzifix des Heilands,


Dann sah er Gottes weiße Turteltaube.
Dann trat zu ihm die strahlendste Madonna
Und nahm den armen Lumpen in die Arme.

Madonna sprach: Was möchtest du, mein Armer,


Was wünschst du dir von mir, der weißen Dame?
Der Bettler sprach: Ich möchte einmal sehen
In deine Augen, Unbefleckte Reinheit!
Da tat Madonna auf die großen Augen,
Die waren lichter als ein Doppel-Vollmond.

MARIA IM WEINGARTEN

Es war in der Provence im Süden Frankreichs,


Da saß ich abends still in einem Weinberg
Und las die Hymne Scardanellis, Patmos,
Da sah ich auf dem Berge die Madonna.

Sie trat aus einer Eremitenzelle


Als Lichterscheinung, Frau im weißen Kleide,
Den goldnen Gürtel trug sie um die Brüste,
Und um die Stirn ein priesterliches Stirnband.

Ich sagte: Scardanelli spricht von Göttern,


Sag du mir, weiße Dame, gibt es Götter?
Maria sprach: Im Innern deiner Seele
Lebt immanent die transzendente Gottheit!

Ich dankte der Erscheinung, leise singend


Der Sappho Ode an die Göttin Kypris.

MARIA IN DER FREUD MARIA IM LEID

Geliebte mein und Freude meiner Seele,


Du Spenderin der tiefen Seelenruhe,
An deinem Herzen darf ich wahrhaft Mensch sein,
Vor deinem Blick muss ich nicht Masken tragen.

Du hast mir oft bereitet tiefe Schmerzen,


Geliebte, oftmals warst du gar nicht huldvoll,
Da habe ich das Kreuz des Herrn getragen,
Von Gott verlassne Sühneopferseele.

Doch auch inmitten meiner Seelenschmerzen


Und meiner Schwäche, mitten in der Ohnmacht
Hab ich geruht an deinem vollen Busen
Und deine Koserei geheim genossen.

Madonna meiner Seele in den Freuden,


Madonna meiner Seele in den Leiden!

MARIA AUF DER WIESE

Wenn Narren feiern Unsrer Frau Geburtstag,


Sie ehren nicht einmal die Mutter Gottes.
Sie trinken süßes Bier in Überflüssen
Und füttern kleine Hunde an den Tischen.

Doch abseits einer geht allein spazieren


Und seines Rosenkranzes Perlen huschen
So wie Forellen ihm durch seine Finger,
Für Kinder betend in dem Nahen Osten.

Drei Grazien mit goldenblonden Haaren


Wie Feen tanzen lichtvoll auf der Wiese
Und lächelnd schaut die Königin der Liebe
Zum Dichter, der erzählt von seinem Wahnsinn.

Mit blondem Haar die jugendliche Herrin


Mit ihrem Dichter kokettiert im Garten.

MARIA KAISERIN

Die Demokraten wählen die Parteien


Der götterlosen Bürger zur Regierung.
Nicht eine der Parteien Gott verteidigt
Und keine folgt dem göttlichen Gesetze.

Da sagt der Dichter lächelnd zu den Narren:


Der alte fromme Kaiser Barbarossa
Schläft im Kyffhäuser. Wenn es Deutschland schlecht geht,
Dann kommt zurück der Kaiser Barbarossa.

Die wahre Majestät, der wahre Kaiser


Und Gott in der Geschichte ist das Christkind,
Und ist das Jesuskind der wahre Kaiser,
So sicher ist die Kaiserin Maria.

So weihe ich das dumme Volk der Deutschen


Der Lieben Frau, der Kaiserin von Aachen.

MARIA MIT DEM SCHUTZMANTEL

Als ich den Liebling brachte in sein Bette,


Hab ich gehalten lange Zeit sein Händchen,
Und habe ihn in süßen Schlaf gesungen:
Im Traume schau das Paradies, das Christkind!

Als seine schöne Mutter war gestorben,


Da haben wir vorm Schlafen so gebetet:
O Mutter voller Güte, uns behüte
Und breite über uns den Sternenmantel!

Jetzt bitt ich dich, o Favoritin Gottes


Und meine absolute Favoritin:
Du breite deinen grünen Sternenmantel
Um meinen Liebling, der nun in der Ferne

Als Waisenkind in seinem Bette schlummert,


Behüte ihn vor allem Bösen, Mutter!

MARIA MITERLÖSERIN

Du bist die Mittlerin von allen Gnaden


Und der bedrängten Menschheit Advokatin,
Du bist die Miterlöserin mit Christus,
Ich warte noch auf dies Mariendogma.

Der neue Adam ist Erlöser, Christus,


Die Miterlöserin, die neue Eva,
Ist Unsre Liebe Frau, und Edith Stein schrieb:
Maria ist Erlöserin in Christus!

Wer soll erlösen denn die Schlangensöhne,


Der alten Schlange Töchter, wer erlöst die!
Maria, die zertritt die alte Schlange,
Sie muss die ganze Schlangenbrut erlösen!

Sie wenden sich zu Luzifer und Lilith,


Ich wende mich zu Jesus und Maria!

MARIANISCHER SEELENBERG

Der Seelenberg der Lieben Frau Maria


Am Fuße hat die Herde weißer Schafe,
Der Hirte nimmt sie zu sich, sie zu scheren,
Die Weberin macht Wolle aus den Vliesen.

Steigt man den Seelenberg hinan, so sieht man


Im Feld der Heide Knochen toter Schafe
Und sieht darüber kreisen Lämmergeier,
Denn wo das Aas ist, sammeln sich die Geier.

Doch auf dem Gipfel geht der alte Hirte


Und Lämmer läuten ihre kleinen Glocken.
Der alte Hirte lädt zu Brot und Wein ein,
Am Mahl teilnehmen nicht nur die, die leben,

Nein, auf dem Seelengipfel Unsrer Herrin


Die Lebenden sind einig mit den Toten.

MARIA SCHNEE

Ich war einmal im Garten meiner Freundin,


Verschneit der Garten und die weiten Wiesen.
Jungfräulich rein der weiße Schnee in Stille,
Verschleiernd die Natur in tiefem Frieden.

Ich dachte an die Fatima-Madonna,


Die war erschienen in dem weißen Kleide,
Der Gürtel um den Busen der Madonna
War golden wie die goldne Himmelssonne.

Da sah ich nun den Schnee der weißen Auen


Und sah der Himmelssonne goldne Strahlen,
Ich sah die Seele der Natur, ich sah sie
Als reine Jungfrau in dem weißen Kleide,

Maria Schnee und Dame in der Sonne,


Weltseele, meine heimliche Geliebte!

MARIA SITZ DER WEISHEIT

Die Liebe Frau ist die geschaffne Weisheit,


Und Jesus Sirach, Salomo und Baruch
Besangen in dem alten Testamente
Die Liebe Frau als die geschaffne Weisheit.

Und Jesus ist die ungeschaffne Weisheit,


Der Christus ist die schöpferische Weisheit,
Wie Paulus sagt, Gott gab den Auferstandnen
Uns allen als die Hagia Sophia.

Dies ist ein neuer Titel für Maria,


Ich hab ihn noch in keinem Buch gelesen,
Ich sage, Unsre Liebe Frau Maria
Die Mutter ist der Hagia Sophia!

Zwölf Jahre jung war eben die Madonna,


Als sie gebar die Hagia Sophia.

MARIA TROST

Ich war erschüttert von der Paranoia,


Die Seele aufgewühlt von Seelenängsten,
Ich schrie zu Gott: Ich bin so satt der Leiden!
Hast du denn nichts für mich als Kreuze täglich?

Die Kirche feierte Marien Namen


Und pries auch Unsre Liebe Frau der Nüsse
Und die vor Wien besiegte einst die Türken
Und nannte sie die Favoritin Jahwes!

Da sang ich: Heil Maria! Heil Maria!


Da sah ich, siehe, was hab ich gesehen?
Zehn Jahre jung die Jungfrau, schön von Aussehn,
Kein Mann erkannte je das schöne Mädchen,

Das Mädchen trug den Krug hinab zur Quelle,


Sie füllte ihren Krug, ist aufgestiegen.

MARIA VON DER GESUNDHEIT

Als ich noch mitten stand im Okkultismus


Und zählte zu dem Reich des Antichristen,
Da kam die Liebe Frau in meine Träume
Und führte mich zu Gott und Jesus Christus.

Maria von der seelischen Gesundheit,


Die Seele ist gesund, ist sie in Christus.
Muss leiden auch der Mensch an seinen Nerven
Die Krankheit psychisch, heil ist doch die Seele.

Die Seele wird von Gott dem Herrn geritten,


Wird aber eine Seele nicht geritten
Von Gott dem Herrn und seinem Sohne Jesus,
Die Seele wird geritten dann von Satan.

Die Seele, die geritten wird von Satan


Ist krank vom bösen Übel. Hilf, Maria!

MARIA ZU DEN NESSELN

In meiner Freundin Garten sah ich Knaben,


Die mit den Stöcken gegen Nesseln kämpften.
So kämpft auch Michael, der Drachentöter,
Kämpft gegen Satan, gegen Satans Engel.

Die bösen Menschen, die den Vater lästern


Und lästern auch die makellose Jungfrau,
Sie sind wie Belial, sie sind wie Nesseln,
Die schlägt man ab mit Spießen und mit Stöcken.

Maria zu den Nesseln, Makellose,


Verschlossner Garten, unbesamter Acker,
Bitt für die Widerspenstigen, die Sünder,
Dass Gottes Güte sie zur Buße führe.

Auch ich hab früher Gott den Herrn gelästert,


Ungläubig, wusst ich nicht, was ich getan hab!

MARIA ZUR ROSE

Maria, deine Haare sind wie Rosen


So rot, so rötlich wie gefärbt von Henna.
Frau, deine Lippen sind wie eine Rose,
Dein Mund ist eine scharlachrote Linie.

Dein Fuß betrat die Erde, o Geliebte,


Da sind die roten Rosen aufgesprossen.
Im roten Kleide und im weißen Leibe
Sah ich dich sitzen in dem Rosenhage.

Der Himmel ist wie eine rote Rose,


Die Engel und die Heiligen sind Falter.
Die Seligen im Schoß der roten Rose
Im Himmel tanzen Tänze der Madonna.

Die Rose ist die Blume schöner Liebe,


Du, Liebste, bist die Königin der Rosen.

MATER DOLOROSA

Heut ist dein Festtag, Mater Dolorosa.


Wie Jesus Christus ist der Mann der Schmerzen,
So du, Maria, bist die Schmerzensmutter,
Du standest bei dem Kreuze deines Sohnes.

Vor kurzem hab ich in der Nacht gegrübelt,


Ob Jesus für die ganze Welt gestorben,
Ob er auch für die Tiere ist gestorben,
Ob es Erlösung gibt auch für die Tiere?

Am nächsten Tage fand am Straßenrande


Ich eine tote Taube und begrub sie.
Und meines Knaben Katze war gestorben
Und er beweinte ihren toten Körper.

Der Knabe sprach: Dort oben bei den Sternen,


Ich hoffe, geht es gut der Katzenseele.

MEGALOCHARI

Ich küsse dich vieltausendmal, Madonna,


Ich küsse dich auf deine roten Lippen.
Des Rosenkranzes hundertfünfzig Ave
Sind hundertfünfzig Küsse der Madonna.

Geliebte, du bist Kecharitomene,


Nicht nur Begnadete und voll der Gnade,
Nein, überfließend bist du von den Gnaden,
O Frau, du bist die Gnadenübervolle!

Der Seher fragte Unsre Liebe Fraue,


Ob er die schöne Herrin küssen dürfe?
Du darfst mich küssen, sprach die Liebe Fraue,
Mein Engel, und nun geh im Frieden Gottes,

Mein Engel, Amen und auf Wiedersehen!


Ich küsse dich vieltausendmal, Maria!

MIRJAM DIE MUTTER JESU

O Mirjam, o du süße Mutter Jesu,


Ich weihe deinem Unbefleckten Herzen
Ein Mädchen, das als Kind ward vergewaltigt
Und darum oft sich blutig schon geschnitten.

Als ich sie kennen lernte, war ich Pfingstler,


Der doch die Mutter Jesu herzlich liebte.
Das Mädchen war katholisch, wollte werden
Novizin in dem sanften Schwesternkloster.

Sie führte mich zur Kirche Jesu Christi,


Dann aber las sie in dem Feminismus
Und fiel vom Glauben ab an Gott den Vater
Und an die makellose Gottesmutter.

Als Lesbe liebte sie ein junges Mädchen.


Du führe sie zurück zum wahren Glauben!

MOEDEKE

Der Papst Franziskus sprach von Mutter Kirche:


Es haben alle unsre Mütter Schwächen,
Denn alle Erdenmenschen haben Schwächen,
Und dennoch lieben Kinder ihre Mütter.

Die Mutter meiner toten Freundin klagte:


Acht Jahre war ich alt, da starb die Mutter,
Ich seh sie heute noch, wie sie mein Püppchen
Bekleidet hat mit einem schönen Kleidchen.

Ich hatte keine Mutter. Und ich selber


Als Mutter hab die Tochter schlecht erzogen.
Ich war nicht streng genug und oft abwesend,
Die Tochter lebte wie die Straßenkinder.

O Moedeke, du Mutter mein im Himmel,


Du bete für der toten Freundin Mutter!

MUTTER DER EWIGEN TRÄNEN


O Mutter, zähle alle meine Tränen,
Die ich um meine Vielgeliebte weinte!
Ich diente sieben, noch mal sieben Jahre
Und weinte bitterlich um ihre Liebe.

Ich weinte heiße Tränen rot und blutig,


Selbst wenn die lichte Sonne schien am Himmel,
In meinem Herzen strömte doch der Regen,
Die Seele weinte Tränen meines Herzens.

Ich bitte dich, verwandle meine Tränen


In flüssige Gebete für die Freundin,
Die Tränen wandle bitte um in Perlen
Der Himmelskrone meiner Vielgeliebten.

Ich danke dir, o Mutter reich an Tränen,


Dass du aus Mitleid stets mit mir geweint hast.

MUTTER DER SCHÖNEN LIEBE

O Mutter du der schönen Gottesliebe,


Wer liebt, der liebt auch insgeheim die Gottheit.
Ich bin zu alt geworden für die Liebe,
Betrachte nun die Liebe bei den Jungen.

Es setzte sich zu mir das blonde Mädchen


Und ich erzählte ihr vom Vaterunser.
Ich brachte auch ins Bett den lieben Knaben
Und dankte Gott dem Schöpfer für sein Leben.

Ich weihe dir, o Mutter schöner Liebe,


Das blonde Mädchen und den lieben Knaben,
Du segne mütterlich die erste Liebe
Und schütze sie vor tiefen Herzenswunden.

Das blonde Mädchen weih ich Gott dem Vater,


Den Knaben weihe ich der Gottesmutter.

MUTTER DER WAHRHEIT

Ich hab die Herrin Veritas gesehen,


Sie kam zu mir im langen weißen Kleide,
Um ihre Brüste einen goldnen Gürtel,
Die goldne Harfe haltend in der Rechten.

Ich hörte auch Horaz in einer Ode


Die schöne Nuda Veritas besingen.
Ich sah sie auch gemalt von Botticelli,
Die Nuda Veritas, so schön wie Venus.
Die Herrin Veritas hat mir geholfen,
Die Geister in der Welt zu unterscheiden.
Es gibt nur einen lieben Gott in Wahrheit,
Es gibt nur einen wahren Liebesglauben.

Irrlehren sind so viele bei den Menschen,


Bewahre mich, o Herrin, in der Wahrheit.

MUTTER DES LEBENS

Die dummen Weiber lärmen: Immer redet


Der Papst: So lasst die Kindlein alle kommen!
Die armen Kinder kriegen nichts zu essen,
So wären sie doch besser abgetrieben!

Ach, wenn ihr schweigen würdet, wärt ihr weise,


Der Papst spricht doch nichts anderes als Jesus.
Die Kinder abzutreiben, ist ein Morden,
Ein Holocaust an ungebornen Kindern!

Die Mediziner gar erfinden Pillen,


Eizellen, die befruchtet sind vom Samen,
Im Uterus nicht einzunisten lassen,
Das geht ganz schnell, das Leben zu zerstören.

O Mutter du der Heiligkeit des Lebens,


Erlöse uns vom Massenmord an Kindern!

MUTTER DES UNIVERSUMS

Ich war am Grabe meiner toten Freundin


Und pflanzte provenzalischen Lavendel.
Die tote Freundin sprach zu mir im Geiste:
Du betest ja für mich in jeder Messe.

Der Geisterseher Swedenborg, der Schwede,


Er sprach mit seinem innerlichen Menschen
Mit Seelen, die auf den Planeten leben,
Die guten Menschen werden Engel Gottes.

Im Universum der Carina-Nebel


Ist nun der Wohnort meiner toten Freundin.
In einem Zelte mitten in dem Weinberg
Sie wartet, ihre Liebe mir zu schenken!

O große Mutter du des Universums,


Die Freundin sende mir als guten Engel!

MUTTER MIT DEM GÜTIGEN HERZEN


Wie Platon sagte von dem Höchsten Gute,
Die absolute Gottheit ist die Güte.
Die Wahrheit und die Schönheit fließen aus ihr,
Das Urprinzip von allem ist die Gutheit.

O Mutter du mit deines Herzens Güte,


An dir hat Anteil keines Dämons Bosheit,
O Mutter mit dem Unbefleckten Herzen,
Dein reines Herz ist keine Schlangengrube.

Ich weihe dir die Freundin, die ist gütig,


Ob sie auch nicht erkennt die Wahrheit Gottes,
Doch sucht sie voller Leidenschaft die Wahrheit.
Hilf du ihr, Frau, zur göttlichen Erkenntnis,

Ergänze, was ihr fehlt vor Gott an Güte


Und opfre du dem Herrn der Freundin Seele!

NOTRE DAME D’AFRIQUE

Südafrika hat lange Zeit gelitten,


Die Weißen dort befahlen Rassentrennung,
Die Schwarzen mussten leben in den Ghettos,
Doch da sprach Bischof Tutu für die Schwarzen.

Da hört ich afrikanische Choräle


Und schrieb auch ein Theaterstück der Freiheit.
Im evangelischen Gemeindehause
Wir trafen uns und tanzten solidarisch.

Ich schrieb auch freie Verse für Mandela,


Und hörte Miriam Makebas Lieder.
Dann kam der Sturz der Vorherrschaft der Weißen,
Südafrika war wieder das der Schwarzen.

Du sagtest, Unsre Liebe Frau Maria:


Ich bin die schwarze Königin des Südens.

NOTRE DAME DES GRACES

Du bist die junge Schönheit, hochbegnadet,


Denn gratia plena, das heißt reich an Gnaden,
Doch gratia, das ist nicht allein die Gnade,
Ist auch die Grazie, ist der Charme der Schönheit.

O Notre Dame des Graces, wie du schön bist!


Die Schönheit einer Frau ist wie die Sonne,
Die langen Beine auf den schlanken Füßen
Sind Marmorsäulen auf dem Marmorsockel.
Madonna, du bist Kecharitomene,
So überfließend voll von Gottes Charis,
Doch ist die Charis bei Homer die Venus,
Ja, Charis ist der Venus Liebreizgürtel.

Oh, wahrlich, Frankreich hat die schönsten Frauen,


Du Frankreichs Königin, erfreut an Keuschheit.

NOTRE DAME DE LA JOIE

Ich kannte einst ein Weib, ein Weib der Wonne,


Wie Epikur verehrte sie die Wollust
Und pflegte Freundschaft in dem grünen Garten
Und glaubte nicht an die gepriesnen Götter.

Sie wurde schwanger und ich sah die Mutter


Als Gottesmutter mit dem Jesusknaben,
Zu ihren Füßen sah ich auch zwei Engel,
Die Kinder-Engel ungeborner Kinder.

Dann starb die Freundin und ich sah im Himmel


Zur Rechten Gottes ewigliche Wonne,
Ich sah im Himmel Freuden über Freuden,
Beinah wie zweiundsiebzig Freudenmädchen!

O Notre Dame de la joie, Maria,


Ich weihe dir des Himmels Freudenmädchen!

NOTRE DAME DE LA MATERNITE

O Mutter, du die Mutter aller Mütter,


Die Mutter aller Mütter der Franzosen,
Was hast du alles doch getan für Frankreich,
Doch Frankreich weigert sich, auf dich zu hören.

Die Mutter der französischen Geliebten


Empfing die Taufe, Firmung und das Herrnmahl,
Acht Jahre war sie alt, da starb die Mutter,
Die Greisin denkt jetzt oft an ihre Mutter.

Und Schuldgefühle plagen diese Mutter,


Sie habe schlecht erzogen ihre Tochter.
Kein Psychotherapeut kann ihr da helfen,
Denn Sünden kann allein der Herr vergeben.

Maria, Mutter du der Mütter Frankreichs,


Ich weihe dir die Mutter meiner Freundin.
NOTRE DAME DES CHARTRES

Die Weisheit und die Kunst der Architekten


Studierte meine Freundin, die Geliebte.
Ich sprach zu ihr vom Tempel Salomonis
Und sie sprach von den Tempeln von Atlantis.

Von Gott und der Emanation der Kräfte


Des Kosmos sprach sie und der Erde Kraftfeld,
Und wie die Kirchen immer sind geostet,
Weil aus dem Osten kommt die Sonne Gottes.

Und wenn in Chartres der geweihte Priester


Den Corpus Christi aufhebt vor dem Osten,
Kommt Christus aus dem Osten als die Sonne
Und also habe ich verspeist die Sonne

Und wende mich zum Schleier der Madonna:


Umhüll mit deinem Schleier meine Freundin!

ÖLBERGMUTTER

Wie oft war ich schon in dem dunklen Garten


Und weinte heiße blutigrote Tränen!
Und immer die Geliebte meiner Seele
War Grund für meine blutigroten Tränen.

Sie liebte einen andern Mann auf Erden,


Mich plagten tausend heiße Eifersüchte.
Zumindest in dem Himmel wollt ich haben
Die Gegenliebe meiner Vielgeliebten.

Nun ist mein dummer Nebenbuhler krebskrank,


Geschwüre wuchern wild an seinem Brustkorb.
Ah, soll er sterben? Christus ist der Richter,
Er aber ist nur Erde, Lehm und Asche.

O Gott, verzeihe meine Herzenskälte!


Schenk meinem Nebenbuhler langes Leben.

PALLADIUM BOHEMIAE

Nun fliehn wir aus den gottvergessnen Zeiten,


Da leider immer noch Marxismus wütet
In Heidenköpfen und in Christenköpfen,
Zur alten Kaiserstadt, zur frommen Praha.

Hier Karl der Vierte als der Kaiser baute


Die Universität, die große Kirche.
Maria Schnee hab ich in Prag gesehen
Und auch der Alchemisten goldnes Gässchen.

Die zärtlichen Poeten saßen trinkend


Den weißen Wein der Poesie im Garten.
Madonnen waren alle jungen Mädchen,
Madonnen-Mädchen mit Gazellenbeinen.

Die Kaiser sind nicht mehr, doch ist mein Kaiser


Von Gottes Gnaden das geliebte Christkind.

PANHAGIA

Maria, panhellenische Madonna,


Du bist die Jungfrau, die die Griechen suchten.
Wie Hera du mit deinen Lilienarmen,
Du Schwesterbraut des allerhöchsten Königs.

Mit blauen Augen aus dem Haupt entsprungen


Des Vaters in dem Himmel, bist du Weisheit,
Intelligenz vom Himmel, die begleitet
Den listenreichen Dulder auf der Erde.

Vor allem aber Königin der Liebe


Bist du und höchstes Ideal der Schönheit.
So sah ich in Paris dich einst im Louvre
Als Unsre Liebe Frau von Milo! Siehe,

Nun wohnst du bei mir, Liebe Frau von Milo,


Bei mir und auch bei meiner Vielgeliebten.

PIETA

Ich war in Lourdes an diesem Wallfahrtsorte


Und sah in einem Tempel schöner Künste
Die Pieta, geformt von Michel Angel,
So wie sie ist im Vatikan zu sehen.

Ich sah der Pieta geschwungne Lippen


Und sang ein Hohelied ihr auf französisch.
Sind das der Muttergottes Lippen, fragte
Ein Pilger, der so Schönes nie gesehen.

O Frankreich du im Süden! Deine Lippen


Sind schöner als die ganze Welt, Madonna!
Du bist die Muse, die den Dichter küsste,
Bist Notre Dame d’Amour, die Himmelsmuse.

Ein Bild von deinem Mund in meiner Wohnung


Mir spendet in den Nächten Musenküsse.
QUELLE DES HEILIGEN SALBÖLS

Mein fünfunddreißigster Geburtstag war es,


Ein Tag nur vor dem siebenten November,
Geburtstag und auch Todestag von Platon,
Da ich empfing das Sakrament der Firmung.

Der Priester, der mich salbte mit dem Chrisam,


Der sagte zur versammelten Gemeinde:
Er konvertierte von den Protestanten
Und bringt mit sich die Liebe zu der Bibel.

Ich tanzte an der Hand des Heiligen Geistes


Und tanzte mit der Salbung durch die Straßen.
Ich traf an jenem Tage meine Freundin
Und hatte für sie einen Strauß von Rosen

Und eine Flasche schaumigen Champagner.


O Frau, du bist wie schaumiger Champagner!

RETTERIN DER ARMEN SEELEN

Die Armen Seelen in dem Fegefeuer,


Sie leiden ihrer Reue Liebesschmerzen.
Gott weiß nicht, wann sie ihre Pein vollendet,
Das kommt drauf an, wie sehr sie Jesus lieben.

Die Armen Seelen in dem Fegefeuer


Den Sündern rufen zu auf dieser Erde:
Bekehrt euch zu dem Herrn, ihr armen Sünder,
Sonst müsst ihr leiden auch im Fegefeuer!

Maria, du erscheinst im Fegefeuer


Und hilfst den Armen Seelen in den Leiden,
Du wendest ihnen zu die Opfergabe,
Die dargebracht wird ihnen in der Messe.

Die tote Freundin in dem Fegefeuer


Erlöse, Miterlöserin mit Christus!

ROSA MYSTICA

Als Rosa Mystica bist du erschienen,


Mit weißen, roten und mit gelben Rosen.
Die Rosen wölbten sich vor deinen Brüsten,
Du sagtest: Oft empfang das Brot im Geiste!

Ich will dir weihen alle Karmeliter,


Teresia von Avila und Jesus,
Johannes von dem Kreuz und Benedicta
Und auch Therese von dem Jesuskinde.

Einst Dante sah im Himmel eine Rose,


Er sah des Paradieses weiße Rose,
Und darin schwebten in Spiralen-Sphären
Die Seligen des Himmels und die Engel.

Maria, gib auch mir den Platz im Lichte,


Und wenn es sein kann, nahe deinem Throne!

ROSE DER HIMMLISCHEN ANMUT

In einer geistigen Vision erblickte


Ich die Madonna über einer Eiche,
Des Windes Rauschen ihrer Nähe Zeichen
Und auch der Taube liebevolles Gurren.

Und dann erblickte ich ein junges Mädchen


Von siebzehn Jahren und von höchster Anmut.
Ich schaute sie als makellose Reinheit,
Als rote Rose von dem Herzen Gottes.

Maria, Rose du der höchsten Anmut,


Ich weihe dir die Seele dieses Mädchens.
Im Schatten ich erkannte so das Urbild,
Der Seele Urbild war sehr schön und strahlend!

Doch Frauen nicht verstehn den Platonismus,


Wenn man nichts liebt als göttliche Ideen.

ROSENKRANZKÖNIGIN

Als die Osmanen drangen nach Europa,


Da bat der Papst, den Rosenkranz zu beten.
Europa betete den Gruß des Engels
Und die Osmanen waren bald vertrieben.

Der Kaiser Leopold der Österreicher


Mit seiner Gattin betete in Deutschland
Und weihte Österreich und weihte Deutschland
Total dem Unbefleckten Mutterherzen.

Auch heute weihe ich die deutschen Lande


Und Schweiz und Österreich der Magna Mater
Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland
Und auch das Baltikum der Lieben Frauen.

Ich singe dir ein tausendfaches Ave,


Dir, Unsrer Lieben Fraue der Germanen.
SCHIFFERMADONNA

Ich sah die Schiffe in dem Hafen Hamburgs


Und sah die Schiffe auf der Elbe fahren,
Ich sah die Schiffe fahren auf der Nordsee,
Ich sah die Fähren und die Fischerkutter.

Ich würde gern dir singen Seemannslieder,


Ich würde gern dir Seemannsgarn erzählen
Von dem verfluchten Kapitän, der segelt
Bis zu dem Jüngsten Tag, wenn ihn nicht rettet

Die Liebe einer Frau. O Sankt Maria


Der See und Unsre Liebe Frau vom Hafen!
Auch weih ich dir die Huren in dem Hafen
Von Hamburg, Dienerinnen Aphrodites,

Dass du erlöst die Huren von der Sünde,


Die Hurenböcke rettest vor der Hölle!

SCHLANGENZERTRETERIN

Wie alle die Dämonen heißen mögen,


Karima, Aschtaroth und Vitzliputzli
Und Lilith, tritt die Schlangen nieder,
Vertilge du die schwarzen Engel Satans!

Einst Tonantzin, die Schlangenmuttergöttin,


Begierig war nach Blut der Kinderopfer,
Azteken opferten dem Götzen Moloch,
Bis du die Schlangengöttin niedertratest!

Halt auf die Flut des neuen Heidentumes,


Da Frauen wieder schrein zur Schlangengöttin
Und hassen sehr die makellose Jungfrau
Und kämpfen gegen Jahwe, unsern Vater!

Ich weih dir alle die verirrten Seelen,


Die tappten töricht in die Schlingen Satans.

SCHMERZHAFTE MUTTER

Ich bin gewallfahrt in das Heim der Alten,


Die Alten lagen schlafend in den Sesseln,
Uringestank war in den Krankenzimmern,
Es war ein Vorhof, Wartesaal des Todes.

Die alte Mutter meiner toten Freundin


Als ihren Sohn mich stellte vor den Alten.
Ich schenkte Bücher ihr von Hermann Hesse
Und Liebesbriefe von Voltaire und Goethe.

Maria, große Mutter voller Schmerzen,


Erbarme dich der Mutter voller Schmerzen,
Die durch den Tod verloren ihre Tochter
Und wartet einsam-traurig auf das Sterben.

Erschein den Alten in der Christuskirche


Und schenk im Paradies die Jugend ihnen.

SCHNEEWEISSE LILIE DER TRINITÄT

Schneeweiße Lilie, Gottes reinstes Mädchen,


Ich sah in einem strahlendweißen Kleide
Und schön verschleiert von den goldnen Haaren
Neun Jahre jung ein Mädchen reinen Herzens.

Ich sagte zu dem liebevollen Mädchen:


Gott existiert und Jesus ist voll Wunder!
Sie sagte: Bleibe bei mir und erzähle
Mir doch, wie ich von Luft und Liebe lebe!

Wenn ich das goldenblonde Mädchen sehe,


So kann ich wieder an die Engel glauben
Und an das strahlende Madonnenmädchen
Und an die Gottheit Hagia Sophia!

Der Vater lächelt, Jesus lacht, der Geist küsst


Die Makellose mit den goldnen Zöpfen!

SCHÖNE MADONNA

Ich sah das Mädchen heut in meinem Spiegel,


Sie hatte wieder lange braune Haare,
Die glatt umflossen ihr ovales Antlitz,
Von Mandelform die großen braunen Augen,

Die feine Nase lang und schmal und zierlich,


Die sinnlich-vollen Lippen feucht und kusslich,
Die weißen Zähne eine Reihe Perlen,
Der Hals der lange weiße Hals des Schwanes.

Dass ich noch einmal sehen durfte dieses


Madonnenmädchen, dieses makellose
Madonnenhaupt von unbefleckter Schönheit
Und heiliger Vollkommenheit der Anmut!

O segne dieses Ideal in Hamburg,


Die Fee, wie sie der alte Onkel nannte!

SCHUTZMANTELMADONNA

Die Kinder Benjamin will ich dir weihen


Und stell sie unter deinen Sternenmantel.
Beschütze sie vorm Geld und eitlen Reichtum
Und mache sie zu Heiligen der Liebe!

Der eine spricht: Ich bin der Liebling Jahwes!


Der andre schreibt sich Josef in die Hände.
O mache wahr die göttliche Verheißung,
Dass Gottes Geist herabkommt auf die Kinder!

Die Mutter dieser gotterbetnen Knaben


Sah in den Knaben schon berufne Priester!
O lass sie klammern sich an deinen Mantel,
An deinen Rock und auch an deinen Schleier!

Die Kinder Benjamin, Maria, führe


Sie alle zu dem Glück im Paradiese!

SCHWARZE MADONNA

Wie dunkel bist du für die Protestanten!


Sie sind fürwahr die blinden Blindenführer!
Sie wissen nicht, dass du für immer Jungfrau
Und trotzdem bist die Mutter deines Schöpfers!

Sie lesen einmal in dem Jahr die Bibel,


Und wissen nicht, du bist die neue Eva.
Im Evangelium nach Lukas lesen
Sie Wort für Wort und kennen nicht Maria!

Unkenntnis Gottes aber ist Unkenntnis


Der Mutter Gottes, weil sie nicht verstehen,
Was Gott getan an seinem Meisterwerke,
An der verklärten Frau der Offenbarung!

Maria, bitte für die Protestanten,


Dass sie gelangen zu der Wahrheit Fülle!

SELIGE JUNGFRAU

Von nun an werden sie mich selig preisen,


Die irdischen Geschlechter hoch mich preisen!
So prophezeitest du im Worte Gottes,
Als du geschwängert warst vom Geiste Gottes.
Doch leider gibt es heute Katholiken,
Die denken leider neoprotestantisch
Und preisen nicht die Mutter Gottes, leider
Verletzen dich zu viele Protestanten.

Und darum muss ich für die Protestanten


Viel Sühne leisten vor Marien Herzen
Und um so mehr dich lieben, reinste Jungfrau,
Dich lieben an der Protestanten Stelle

Und Sühne leisten für die Katholiken


Und Priester, die nicht lieben Unsre Frauen.

SIEGERIN IN ALLEN SCHLACHTEN GOTTES

Ich sah die reine Jungfrau in Visionen,


Wie sie vorhergesagt den Kommunismus,
Den Zweiten Weltkrieg und das Höllenfeuer
Und das Martyrium von Romas Bischof.

Sie zeigte mir die Welt voll Krieg und Terror,


Die Erde voll der sexuellen Sünden,
Sie zeigte mir den Satan, seine Gattin,
Die angebetet werden wird als Göttin.

Sie zeigte das System des Antichristen


Und Michael im Kampfe mit der Schlange.
Sie zeigte Sängerinnen, welche sangen
Vom Sex-Sex-Sex, die große Hure Babel.

Sie stampfte mit dem Fuße auf und lachte:


Mein Unbeflecktes Herz wird triumphieren!

SIEGREICHE KÖNIGIN DER WELT

Ich weihe deinem Unbefleckten Herzen


Das große Reich von Russland, seine Völker,
Ich weihe Moskau dir und dir den Kreml,
Ich weihe dir die Orthodoxe Kirche.

Der großen Gottesmutter von Wladimir


Vertraue ich die Seelen aller Russen,
Bekehre sie zu Christus, Gottes Weisheit,
Bekehre sie zur Hagia Sophia!

Wenn Russland sich bekehren wird, wird kommen


Auf Erden des Messias Reich des Friedens,
Dann wird verehrt die unbefleckte Jungfrau
Als Siegerin und Königin der Erde.
Die Weisen Russlands und die Dichter Russlands
Verehrten dich schon immer, Gottesmutter.

STARKE MUTTER

Die Väter, wenn sie sich auch Christen nennen,


Sie jagen ihre lauten frechen Töchter
Und mit der rechten Hand des Vaterarmes
Sie schlagen ihre Töchter auf den Hintern.

Die Mütter, wenn sie sich auch Heiden nennen,


Sie kämpfen wie die Löwen für die Knaben,
Liebkosen sie und geben süße Speise
Und lehren alles sie, was sie erkannten.

O starke Mutter, starke Gottesmutter,


Die Mütter, wenn sie sich auch Heiden nennen,
Erscheinen mir als anonyme Christen,
Mehr ähnlich Jesu Herzen als die Väter.

Denn Jesu Herz ist voller Zärtlichkeiten,


Barmherzig wie die Seele einer Mutter!

STELLA MARIS

Einst war ich auf der Friesen-Insel Baltrum,


Dornröschen von der Nordsee auch geheißen,
Von dort her stammen alle meine Mütter,
Die Mutter meiner Mutter dort geboren.

Da stand ich auf dem kleinen Insel-Friedhof,


Da stand geschrieben an der Eingangspforte:
Komm, Kyrie Christe, zu uns auf dem Meere!
Da las ich in der Messe den Propheten.

Da stand ich an der Nordsee, an dem Meere,


Und las in Sternen eine Schrift geschrieben:
Maria ist die Mutter des Erbarmens!
Die Herrin tauchte lächelnd aus der Nordsee

Und fuhr auf einer Muschel zu der Insel,


Betrat den Strand, da wuchsen Hagebutten.

TABERNAKEL DES HÖCHSTEN

Ich bin ein Tabernaculum des Höchsten,


Mein Körper ist des Gottesgeistes Tempel,
Mein Geist ist goldnes Haus der Ewigen Weisheit,
Messias ist die Seele meiner Seele!
Mein ganzes Leben ist die Heilige Messe,
Da ich mich gebe hin dem Himmelsvater,
In Christi Kreuzesopfer bin ich Opfer
Und opfre meinem Heiland meine Leiden.

Ich bin die Hostia des Allerhöchsten,


Ich bin ein Andrer fleischgewordner Christus,
Ich gebe in die Hände mich der Sünder
Und lasse wie die Speise mich verzehren!

Ich bin ein Brot für diese Welt und in mir


Verborgen geht der Herr auf dieser Erde!

TAUBE DES FRIEDENS

Ich schaute eine tote Turteltaube


Im Garten Eden meiner treuen Freundin,
Sie hatte sich den Hals gebrochen, weinend
Begrub die Taube ich im Garten Eden.

Der Knabe sprach: Das ist ein Todeszeichen!


Nun ganz gewiss wird sterben auch mein Kater!
Da kam die Mutter mit dem toten Kater,
Den weinend wir begruben in dem Garten.

Da kam die Freundin mit der Freudenbotschaft:


Ich nehme meinen Freund zum Ehegatten!
Da kam die Freundin mit der Hiobsbotschaft:
Mein Mann ist krank an einem Krebsgeschwüre.

Maria, Taube du des Himmelsfriedens,


Ich weih dir die Familie meiner Freundin.

TEURE MUTTER

O teure Mutter mit dem großen Herzen,


Ich schaute einen bitterarmen Knaben,
Behindert, doch mit Schokoladenmäulchen,
Froh lachend und mit einem Riesenherzen!

An seiner Seite seine Seelenschwester,


Nicht körperliche Schwester, seine Freundin,
Ich sah, wie zärtlich zu einander beide
Und wie sie in der Armut fröhlich waren!

Dann sah ich einen Mann der Geldgeschäfte,


Der Mammon floss bei ihm in goldnen Strömen,
Mit Leckereien reich gedeckt die Tafel,
Doch frostigkalt sein Herz, schon tot die Seele!
O teure Mutter, teuer deinem Herzen
Sind dieser Knabe und die arme Schwester.

THRONENDE MADONNA

Hochthronende Madonna in den Himmeln,


Ich komme, Herrin, um dich anzuhimmeln,
Ich komme, Herrin, um dich anzulieben,
Hochthronende Madonna über allem!

Hier lege ich vor deinem Thronaltare


Einhundertfünfzig rote Rosen nieder,
Nimm an die roten Rosen meiner Liebe,
Von tiefem dunklem Rot sind diese Rosen.

Da sprichst du lächelnd zu mir aus dem Himmel:


Mein Schatz, ich nehme an dein Liebesbündnis,
Ich habe deine Weihe angenommen,
Erneuere mein Ja zu dir, mein Liebling!

Wer freien will auf Erden, der soll freien –


Ich habe mir gefreit die Allerschönste!

TRIUMPHIERENDE HIMMELSKÖNIGIN

Die Feministinnen und neuen Heiden


Inanna graben aus als ihre Herrin
Und beten an die Königin des Himmels,
Sie meinen damit den Planeten Venus.

Die Esoteriker und Okkultisten


Die Erzdämonin Lilith rufen aus der Hölle
Und weihen sich der Ehegattin Satans
Und sehen bald ihr Lebenshaus in Trümmern!

Ich aber preis als Königin des Himmels


Die Jungfrau, die die neuen Heiden lästern,
Ich tröste sie mit meinen tausend Hymnen,
Ich tröste Unsre Liebe Frau Maria.

Halt auf die Flut des neuen Heidentumes,


Du Mutter Jesu und du unsre Mutter!

TÜR ZU JESUS

Wie kam zu uns der ewige Logos Gottes?


Wie ist das Wort des Vaters Fleisch geworden?
Maria ist die Tür, die Jesus Christus
Durchschritten, um in unsre Welt zu kommen.

Wie kommen wir zum Meister Jesus Christus?


Wir gehen auch den Weg, den er genommen,
Wir fassen Unsrer Frauen Hand und gehen
Durch Unsrer Frauen Pforte zu dem Heiland.

Johannes sah im Himmel eine Pforte,


Die Pforte war aus einer einzigen Perle.
Maria ist des Himmels Perlenpforte.
Maria, lass mich ein! O hör mich rufen,

Maria, lass mich ein in Gottes Himmel,


Ich liege bettelnd vor der Himmelspforte!

TURM DAVIDS

O Turm von Elfeinbein, o Turm von David!


In dir verbergen wir uns vor der Sünde,
Die Sünde dieser Welt ist fast zu mächtig,
Beschütze uns vor Hurerei und Hochmut!

O Turm von Elfenbein, o Turm von David,


Du musst uns vor dem zweiten Tod bewahren!
Wir sterben alle, Mutter du des Lebens,
Gebäre alle uns ins ewige Leben!

O Turm von Elfenbein, o Turm von David,


Beschütze uns vorm Teufel, vor dem Satan,
Vor Luzifer, der kommt als lichter Engel,
Der Lügen Vater und der Kindermörder!

Du Davids-Turm, Maria, du bist mächtig,


Du, Göttin, du bist unsre Wehr und Waffen!

UNBEFLECKTE EMPFÄNGNIS

Der Vater gibt sich ganz hin seinem Sohne,


Der Liebende gibt ganz sich dem Geliebten,
Der Sohn empfängt die Liebe seines Vaters,
Der Geist ist weiblich göttliche Empfängnis.

Der Sohnes Liebe gibt sich ganz dem Vater,


Das Kind schenkt Liebe wieder seinem Zeuger,
Der Herr empfängt die Liebe des Messias,
Der Geist ist weiblich göttliche Empfängnis.

Und so ist Heilig Geist die unbefleckte


Empfängnis der Dreifaltigkeit in Einheit.
Der Geist ist die Empfängnis, unbefleckte
Empfängnis zwischen Gott dem Sohn und Vater.

Maria ist das Sakrament des Geistes


Und so ist sie die unbefleckt Empfangne.

UNBEFLECKTE REINHEIT

Die Jungfrau ist die unbefleckte Reinheit,


Ihr Körper ist aus makelloser Keuschheit,
Die Seele ist ganz frei von Sündenflecken,
Die Jungfrau ist sie ohne Fleck und Falten.

Die reine Jungfrau ist sie ohne Runzeln,


Ihr Körper ist wie transparente Jade,
Ihr Schleierkleid ist feinster Hauch und Lichtglanz,
Sie ist gekleidet nur in Sonnenstrahlen.

Sie führte neulich mich zur Himmelspforte,


Ich sah die Seele meiner toten Freundin,
Sie kam mir nackt entgegen in der Aura
Der Heiligkeit und Sittlichkeit und Keuschheit.

Die nackte Freundin, nur von Glanz verschleiert,


Sie wurde mir zum frohsten Hoffnungszeichen.

UNSERE LIEBE FRAU ÜBER ALLEM

Dich, Unsre Liebe Fraue über allem,


Dich sah ich in Vietnam im Licht der Sonne,
Die Sonne tanzte über Bergesgipfeln,
Die Vietnamesen jubelten und jauchzten!

Dich, Unsre Liebe Fraue über allem,


Dich sah ich an der Elfenbeinenküste,
Du tanztest in der goldnen Glut der Sonne
Im weißen Kleid und himmelblauem Mantel.

Dich, Unsre Liebe Fraue über allem,


In Medjugorje sah ich dich erscheinen
Im Schleierkleid aus feinstem Hauch und Lichtglanz,
Das kleine Baby Gottes in den Armen.

Du, Unsre Liebe Fraue über allem,


Bist meine Braut und Königin und Göttin!

UNSERE ZUFLUCHT

Ich nehme meine Zuflucht zu Maria,


Sie führt mich zu der Wahrhit Jesu Christi,
Ich nehme meine Zuflucht zu Maria,
Sie führt mich zu der schönen Liebe Gottes.

Ich nehme meine Zuflucht zu der Lehre


Des Evangeliums von Jesus Christus,
Ich nehme meine Zuflucht zu den Büchern
Des alten und des neuen Testamentes.

Ich nehme meine Zuflucht zu der Kirche,


Die heilig, apostolisch und katholisch,
Ich nehme meine Zuflucht zu der Kirche,
Die marianisch, päpstlich, eucharistisch.

Du bist mein Zufluchtsort, o Gott der Liebe,


Ich berge mich in deinen warmen Armen.

UNVERSEHRTE MUTTER

Drei Sterne sehe ich auf der Ikone,


Der erste Stern bezeichnet Unser Mädchen,
Die unberührt und unbetastet Jungfrau
Gewesen ist, als Jahwe sie geschwängert.

Drei Sterne sehe ich auf der Ikone,


Der zweite Stern bezeichnet Unser Mädchen,
Die Jungfrau war mit dem intakten Hymen,
Als sie den Logos in dem Fleisch geboren.

Drei Sterne sehe ich auf der Ikone,


Der dritte Stern bezeichnet Unser Mädchen,
Die, als sie Gott geboren, blieb verschlossen,
Sankt Josef nicht begattete das Mädchen.

Drei Sterne weisen auf das Mädchen Gottes,


Gott hat das Mädchen nimmer vergewaltigt.

VERLASSENE MUTTER

Ein Tag, an dem die Menschen mein gedenken?


Ich bin von aller Welt verlassen, Mutter!
Ich war gewiss: Vergessen wird die Freundin
Den Tag, doch nicht wird mich der Freund vergessen –

Doch grad der Freund hat meinen Tag vergessen.


Kein Knabe, dem ich oft Geschenke mache,
Kein Knabe hatte für mich eine Gabe,
Die Mutter schenkte mir nur einen Geldschein.

Verlassen bin ich, o verlassne Mutter,


Doch nicht von dir verlassen, Große Mutter!
Du schenktest mir dein süßes Mädchen-Antlitz,
Ein Foto der Madonna zum Geburtstag!

Verlassen ich, verlassen du, wir beide


Verlassnen niemals die verlassne Liebe!

VERSÖHNERIN ALLER VÖLKER

Wie Dante träumte von dem Weltmonarchen


Und einer Monarchie der ganzen Erde,
Wie von der Republik der ganzen Menschheit
Novalis träumte mit der jungen Weisheit,

Wie Hölderlin geträumt vom Reiche Gottes


Als einer freien Theokratie der Schönheit,
Wie Solowjew geträumt vom Reich der Kirche
Als Theokratie des Guten, Wahre, Schönen,

So träume ich von dem globalen Reiche


Der Zivilisation der schönen Liebe,
Da Unsre Liebe Frau und Große Mutter
Ist Königin der Völker dieser Erde.

So weih ich dir, Versöhnerin der Völker,


Die ganze Menschheit der globalen Erde.

VÖLKERMUTTER

Das Reich der Inder und der Indianer,


Der Morgenländer und der Abendländer,
Das Reich des Nordens und das Reich des Südens,
Das Reich des Westens und das Reich des Ostens

Ist dein, gebenedeite Völkermutter!


Und alle Menschenkinder aller Zungen
Sind Gottes Kinder! Und allein die Kinder
Erobern Gottes Reich im Paradiese!

Die Menschensöhne und die Menschentöchter


Sind deine Kinder. Du bist unsre Mutter.
Die Menschheit ist ein Matriarchat Mariens,
Maria ist von Anbeginn die Mutter

Der Menschen und sie ist der Menschheit Mutter


Auch unter den Erlösten in den Himmeln.

WAHRE MUTTER DER EUCHARISTIE

Glückselig ist der Mann, der sie gefunden,


Frau Weisheit, diese ist ein Baum des Lebens,
In ihrer rechten Hand ist ewiges Leben,
In ihrer Linken Freuden über Freuden!

Die Hagia Sophia Gottes spendet


Sich selber in dem Brot des Sakramentes.
Ja, ich bin so in Lieb zu ihr versunken,
Als hätte ich von ihrem Blut getrunken.

O Kommuion! Ich hör ein Mädchen flüstern,


Wie sinnlich und erotisch ihre Stimme,
Sie lispelt: Jesus, komm! Komm zur Verschmelzung!
Ich höre Hagia Sophia flüstern

Und gebe ganz mich hin der Jungfrau Weisheit,


Verschmelze mit ihr mystisch und erotisch.

WEINENDE MADONNA

Ich schaute Unsre Liebe Frau vom Karmel,


Sie weinte traurig blutig-rote Tränen,
Sie schwitzte aus der unbefleckten Stirne
Maßlosen Überfluss von Milch und Honig.

Der Honig floss hinab an ihrer Wange,


Der Strom der Milch rann über ihre Brüste.
Der goldenweiße Überfluss des Saftes
Sich sammelte in ihrem keuschen Schoße.

Willst du die Tränen Unsrer Frauen trösten?


Geh in die Schule Hagia Sophias!
Sei deine Lehrerin die Weisheit Gottes
Und lerne du von ihr, die Schrift zu lesen.

Sei du ein Freund der Weisheit, ihr Gemahl sei,


Nicht Freund von Meinungen der Weltgesinnten.

WEISSE DAME

Gottsucher war ich, suchte nach der Wahrheit,


Ich suchte nach der Großen Mutter, suchte
Der Engel Kräfte, der Chinesen Weisheit,
Mysterien geheimen Christentumes

Und kannte doch noch nicht den Retter Jesus.


Da träumte ich von einer Weißen Dame,
Sie war vielleicht die göttliche Diana,
Vielleicht die Jungfrau Marion, das Mädchen.

Für diese Weiße Dame hab verlassen


Ich alle andern Frauen dieser Erde.
Da gab die Weiße Dame mir zu lesen
Das Evangelium und auch die Tora,

Und ich begann zu beten zum Messias,


Der gab die Weiße Dame mir zur Gattin.

WUNDERBARE FRAU AUS DEM ALL

Zwei Protestanten nahm ich mit im Raumschiff,


Die Informatik und Physik studierten.
Wir kamen zu den kosmischen Planeten,
Da Engel mit den Sternen-Menschen leben.

Der Engel Raphael nahm an der Hand mich


Und führte mich zur wunderbaren Jungfrau
Und Königin des ganzen Universums,
Der Jungfrau Leib war ganz aus Licht gebildet.

Da ging ich ein in dieser Jungfrau Lichtglanz


Und bin verschmolzen mit dem Geistesleibe
Und war beseligt von dem Überweibe
Mit namenlosen Wonnen über Wonnen.

Dann führte mich der Geist zurück zur Erde,


Dass ich zur Mutter kleiner Kinder werde.

WUNDERSCHÖNE FRAU

Ein junges Mädchen sie von neunzehn Jahren,


Sie zeigte mir ihr wunderschönes Antlitz.
Auf ihrem Haupte einen weißen Schleier,
Sie hatte lange, glatte, schwarze Haare.

Oval und schlank die Form des Angesichtes,


Die Haut wie weiße transparente Jade.
Die Augen in den schwarzen Augenhöhlen
Tief schwarz und schauten voller Glut der Liebe.

Die Nase schlank, ein Türmchen von Damaskus,


Die dunkelroten Lippen wie die Rose.
Ein Kuss die dunkelroten Scharlachlippen!
Die Augen schauen voller Glut der Liebe!

Mein Herz gehört dem schönen Mädchen Gottes,


Sie schaut so ernst und klug und voller Liebe!

ZÄRTLICHE MUTTERGOTTES
Einst eine Pilgerin in Medjugorje
Im Rücken hörte eine Frauenstimme,
Sie drehte sich und machte schnell ein Foto,
Doch mit den Augen sah sie keinen Menschen.

Sie hat den Film entwickelt und da sah sie


Ein Foto von der zarten Mutter Gottes,
Ein junges Mädchen sie von sechzehn Jahren,
Lang floss die Seide ihres Lichtgewandes.

In ihren Armen hielt sie Gott das Baby!


Gott als ein Baby ruhte an den Brüsten
Der jugendlichen Jungfrau-Mutter Gottes,
Geborgen an dem Unbefleckten Herzen.

So meine Seele wie ein kleiner Säugling


Ruht an der Brust der mütterlichen Gottheit.