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Sandro Huber, 01122540

Lesekarte zu: Bolter & Grusin

1. “The photograph erases the human subject through the mechanics and chemistry of lens,
shutter, and film. Digital graphics erases the subject – algorithmically theough the
mathematics of perspective and shading embodied in a programm.” (28)
Vielleicht könnte man Bolter&Grusin an das SE rückkoppeln und fragen, ob digitale
Graphik/die Möglichkeit digitaler Fotobearbeitung die von Roland Barthes’
beschriebene Erfahrung des punctum (und auch des studium) im Bezug auf Bildlichkeit
aufgehoben/verunmöglicht hat, oder ob sich diese Analyseinstrumente für Bildlichkeit
im digitalen Zeitalter doch noch eignet. (Und, im Kontext der Herleitung digitaler
Darstellung von der Zentralperspektive der europäischen Renaissance-Malerei als deren
Perfektionierung: Ist die mathematisch perfekte Perspektivierung nicht schon immer
zulasten des Subjekts erfolgt, und wurde in der Digitalität nur perfektioniert?)
2. „The new page wins our attention through the erasure (interpenetration), tiling
(justaxposition), or overlapping (multiplication) of the previous page. And beyond the
Web, replacement is the operative strategy of the whole windowed style. In using the
standard computer desktop, we pull down menus, click on icons, and drag scroll bars,
all of which are devices for replacing the current visual space with another." (44)
Bolter & Grusins Ansatz scheint mir in manchen Hinsichten die Multimedialität
digitaler Medien nicht vollständig zu erfassen – z. B. kann ein Klick eine Tonspur
abspielen und so die UserInnen-Erfahrung erweitern, ohne den visuellen Raum zu
verändern.
3. Ein Aspekt, der im Text nicht vorkommt – vielleicht aufgrund seines Alters? -, den ich
aber interessant fände, mit ihm gemeinsam zu diskutieren, wäre: Dass – im Unterschied
zu allen anderen Medien – eine digitale Aktion unmittelbare Auswirkungen auf die
nicht-digitale Welt hat (Bsp. Smart home, Drohnenkrieg, etc. -): Dass also der digitale
visuelle Raum noch anders als durch Repräsentation Unmittelbarkeit erzeugen kann
(Steuerelemente können maximal stilisiert sein, und stehen doch in unmittelbarem
Zusammenhang mit „der Welt“)