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Anorganische Salze

Das Kation (positiv geladenes Atom oder Molekül) ist meist ein Metallion, z.B. Natrium, Calcium oder
Eisen-Ionen. Sie haben eine niedrige Elektronegativität und geben gerne Elektronen ab. Häufige
nichtmetallische Kationen sind Ammonium und davon abgeleitete Verbindungen.
NH4+ = Ammonium

Das Anion (negativ geladenes Atom oder Molekül) stammt meist aus Nichtmetallen mit hoher
Elektronegativität, welche gerne Elektronen aufnehmen. Beispiele sind Chlorid, Oxid oder Carbonat.
Anionen haben eigene Namen, die von den Namen der jeweiligen Neutralverbindungen abgeleitet
sind.

Liste der häufigsten Anionen:


O2- = Oxid, OH- = Hydroxid, F- = Fluorid, Cl- = Chlorid, Br- = Bromid, I- = Iodid, S2- = Sulfid, SO4- = Sulfat,
SO32- = Sulfit, CO32- = Carbonat, HCO3- = Hydrogencarbonat (altertümlicher Name: Bicarbonat), PO43- =
Phosphat, HPO42- = Hydrogenphosphat, H2PO4- = Dihydrogenphosphat, NO3- = Nitrat, NO2- = Nitrit,
CH3COO- = Acetat, CN- = Cyanid.

Nomenklatur
Sowohl in Summenformel als auch Name wird das Kation zuerst genannt. Salze besitzen keine
Gesamtladung, d.h. die Ladung der Kationen gleicht die Ladung der Anionen aus.

Beispiele:
NaCl = Natriumchlorid (Trivialname: Kochsalz)
KBr = Kaliumbromid
MgF2 = Magnesiumfluorid
CaCO3 = Calciumcarbonat (Trivialname: Kalk)
CaSO4 = Calciumsulfat (Trivialname: Gips)
Fe2O3 = Eisenoxid (Hauptbestandteil von Rost)

Woher weiß ich welche Ladung ein Ion hat? Das hängt mit der Stellung der Elemente im
Periodensystem zusammen.

Merke:
Vollständig besetzte oder leere Elektronenorbitale sind besonders stabil. Deshalb ist eine
Gesamtelektronenzahl von 2, 10, 18, 36, 54 oder 86 besonders günstig. Dies ist die sogenannte
Edelgaskonfiguration. (Gilt nur eingeschränkt für Nebengruppenelemente)

Die Anzahl an Elektronen eines neutralen Atoms ist identisch mit der Ordnungszahl des Elements.
Das Element Barium zum Beispiel hat die Ordnungszahl 56, besitzt also auch 56 Elektronen.
Beispiele:
Da die Anzahl von 54 besonders günstig wäre, gibt Barium leicht 2 Elektronen ab. Es liegt dann als
Kation der Oxidationsstufe +II vor (Ba2+). Fluor hingegen hat die Ordnungszahl 9, d.h. auch 9
Elektronen. Somit nimmt Fluor gerne ein Elektron auf, um die günstige Elektronenzahl von 10 zu
Erreichen. Es liegt dann als Anion mit der Oxidationsstufe -I vor (F-).

Elektronegativität: Fähigkeit bindende Elektronen anzuziehen.


Welche Ladung hat das Molekülanion PO4x-? Welche Oxidationsstufen haben die enthaltenen
Elemente?
EN(P) = 2,19  O nimmt Elektronen auf. Wie viele? Zwei, dann gesamt 10  Ox.-Stufe -II
EN(O) = 3,44  P gibt Elektronen ab. Wie viele? Fünf, dann gesamt auch 10  Ox-Stufe +V  PO43-

Vereinfachte Betrachtung über Valenzelektronen


Für die Reaktivität der Elemente ist die Anzahl der Elektronen auf der äußersten Schale
(Valenzelektronen) maßgeblich, d.h. 8 Valenzelektronen entsprechen Edelgaskonfiguration. Bei
Hauptgruppenelementen ist die Zahl der Valenzelektronen sehr einfach aus der Gruppennummmer
des Periodensystems abzuleiten.

Gruppe nach neuer Gruppe nach alter Elemente Elektronen in der äußersten
Bezeichnung Bezeichnung Schale
1 I H, Li, Na, K, Rb, Cs 1
2 II Be, Mg, Ca, Sr, Ba 2
3-12 Nebengruppen… Eisen usw. d-Elektronen werden aufgefüllt
13 III B, Al, Ga, In, Tl 3
14 IV C, Si, Ge, Sn, Pb 4
15 V N, P, As, Sb, Bi 5
16 VI O, S, Se, Te, Po 6
17 VII F, Cl, Br, I, At 7
18 VIII He, Ne, Ar, Kr, Xe, Rn 8 (außer He, welches nur 2 hat)

Für das obige Beispiel PO4x- (Phosphat) bedeutet das:


EN(P) = 2,19  O nimmt Elektronen auf. O ist Gruppe 16 → hat 6 Valenzelektronen → nimmt zwei
Elektronen auf, um 8 (Edelgaskonfiguration) zu erhalten → Ox.-Stufe -II
EN(O) = 3,44  P gibt Elektronen ab. P ist Gruppe 15 → hat 5 Valenzelektronen → gibt 5 Elektronen
ab, so dass die 3. Schale leer ist → 2. Schale voll besetzt mit 8 Elektronen (Edelgaskonfiguration) 
Ox.-Stufe +V  PO43-