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5 Hinweise und Tipps

Im Folgenden sind alle im Buch aufgeführten Tipps und Hinweise noch einmal
kompakt aufgelistet. Die Nummerierung entspricht der in den vorangegangenen
Kapiteln. Auf diese Weise können Informationen zur Handhabung des Programms
gezielt gesucht werden. Darüber hinaus sollen für diejenigen keine nützlichen Tipps
und notwendige Hinweise übergangen werden, die nicht alle Übungsbeispiele bis
ins Detail durchmachen möchten.
Auch wenn Sie schon einige Erfahrungen im Umgang mit der dreidimensionalen
Konstruktion gesammelt haben, werden Sie auf den folgenden Seiten einige nützli-
che Tricks und Erklärungen zum sicheren Umgang mit CATIA V5 finden.
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Hinweis
5.1 Hinweise
(1) Strukturbaumelemente löschen: Strukturbaumeinträge können, wenn sie gerade
in Bearbeitung definiert (Defined In Work Object) sind, nicht gelöscht werden. Ele-
mente in Bearbeitung werden unterstrichen dargestellt. Wenn Tochterelemente
durch Entfernen von Referenzen nicht mehr berechnet werden können, ist das Lö-
schen ebenfalls unzulässig. Das Programm läuft auf einen Aktualisierungsfehler,
und CATIA V5 bringt eine Fehlermeldung.
(2) Öffnen von Unterfunktionsgruppen: Die Anwahl der schwarzen Dreiecke im
rechten unteren Rand einiger Funktionen öffnet dessen Unterfunktionsgruppe.
(3) Strukturbaum manipulieren: Will man Elemente im Strukturbaum anwählen,
passiert es häufig, dass versehentlich einer seiner Äste selektiert wird. Der Hinter-
grund färbt sich leicht grau, und das Bauteil im Modellbereich lässt sich nicht mehr
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bewegen oder bearbeiten. Stattdessen reagiert der Strukturbaum auf Befehle der
Funktionsleiste Ansicht (View) und kann auf dem Bildschirm eingepasst, umpositi-
oniert, vergrößert und verkleinert werden. Als Umschalter zwischen Modell und
Strukturbaum dient ein Mausklick auf einen Strukturbaumast, das Achsenkreuz im
rechten unteren Bildschirmrand oder die Tastenkombination Shift + F3.
(4) Programmeinstellungen verändern: Unter dem Funktionsaufruf TOOLS > OPTIO-
NEN… (TOOLS > OPTIONS…) werden einige Feineinstellungen zum Programmverhalten
und der Benutzeroberfläche, sogenannte Standards, definiert. Veränderungen dieser
Standards sollten immer gezielt und nur dann getätigt werden, wenn man ihre
Auswirkungen genau kennt. Ein „Default Button“ im linken unteren Rand des sich
öffnenden Dialogfensters setzt alle vom Benutzer definierten Veränderungen in den
Standards auf die Grundeinstellung zurück.
(5) Mutter-Kind-Abhängigkeit: Zum Markieren von mehreren Elementen im Mo-
dellbereich kann ein Fangrahmen über mehrere Elemente gezogen werden. Dabei
werden alle Elemente, die vollständig im Fangrahmen sind, selektiert. Die so ange-

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5 Hinweise und Tipps

wählten Elemente erscheinen orange. Häufig werden dabei unbemerkt Punkte mit in
die Auswahl genommen. Beim Löschen von Objekten (Müttern) verschwinden dann
aber auch die davon abhängigen Elemente (Kinder). Man spricht von einer Mutter-
Kind-Abhängigkeit. Das Kind kann nicht ohne seine Mutter existieren. Eine gezielte
Auswahl von Elementen durch eine Mehrfachselektion mit gedrückter Strg-Taste ist
daher häufig der sicherere Weg, gezielt Objekte zu markieren.
(6) Definitionen „geometrische Stabilität“/„Formstabilität“/„Iso-Bestimmtheit“: Als
geometrisch stabil werden Objekte bezeichnet, die durch geometrische Bedingungen
(Rechtwinkligkeit, Parallelität usw.) in ihrer Form gehalten werden. Lediglich die
Dimensionen (Längen, Abstände usw.) sind noch nicht festgelegt. Bei Formstabilität
hingegen lassen sich Objekte weder in den Abmaßen noch in der Geometrie verän-
dern. Elemente des Objekts können mit der linken Maustaste angefasst und im
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Raum verzogen werden, ohne dass sie sich verformen (siehe Tipp (9)). Iso-bestimmte
Elemente sind in ihrer Form und Lage genau definiert und haben keine Freiheits-
grade. Sie werden im Modellbereich in grüner Farbe dargestellt.
(7) Geometrische Zwangsbedingungen: Damit die über die Funktion Im Dialogfens-
ter definierte Bedingungen (Constraints Defined in Dialog Box) gesetzten geometri-
schen Bedingungen als Zwangsbedingung (also Einschränkung von Freiheitsgraden)
in die Lebensgeschichte des Modells aufgenommen werden, muss die Schaltfläche
Geometrische Bedingungen (Geometrical Constraints) unter den Skizziertools
(Sketch Tools) permanent aktiv (orange hinterlegt) bleiben.
(8) Statische Bestimmtheit in Skizzen: Werden Zwangsbedingungen (also Ein-
schränkungen von Freiheitsgraden) in einer Skizze mehrfach vergeben, erscheinen
die überbestimmten Elemente in violetter Farbe. Dies ist für CAD mit CATIA V5
nicht zulässig. Doppelt vergebene Elemente müssen entweder gelöscht oder als
Referenz (Reference) in der Eingabemaske der Bedingungsdefinition (Constraint
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Definition) einer der überbestimmten Maße deklariert werden. Referenzmaße kön-


nen zur besseren Übersicht von komplizierten Bauteilabmessungen gesetzt werden.
Sie verändern sich dynamisch mit Änderungen am Bauteil mit und schränken keine
Freiheitsgrade ein. Stehen Zwangsbedingungen im Konflikt zueinander, werden sie
in roter Farbe als Zeichen für Inkonsistenz dargestellt. Derartige Skizzen können
auch nicht weiterverwendet werden.
(9) Benutzerprofile ändern: Werden Veränderungen am Benutzerprofil vorgenom-
men (z.B. die Anordnung von Symbolleisten oder Änderung von Standardeinstel-
lungen unter dem Menü TOOLS > OPTIONEN… (TOOLS > OPTIONS…)), so bleiben diese
auch über die Arbeitssitzung hinaus bestehen.
(10) Iso-Bestimmtheit: Für alle Skizzen gilt, dass deren Elemente Iso-bestimmt (Iso-
Constrained) (also exakt in Form und Lage definiert) sein sollten, bevor sie für wei-
tere Funktionen verwendet werden. Über die Funktion Skizzenauflösungsstatus
(Sketch Solving Status) können unterbestimmte Elemente einer Skizze ausgemacht

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5.1 Hinweise

werden. Formstabilität wird allerdings nicht über diese Funktion angezeigt. Dafür
wird die interaktive Prüfung (siehe Tipp (9)) verwendet.
(11) Show-Raum/No-Show-Raum: Welche Elemente der Konstruktion sich gerade
im sichtbaren (Show-Raum) oder nicht sichtbaren Raum (No-Show-Raum) befinden,
wird im Strukturbaum durch ein gräulich hinterlegtes Symbol angedeutet.
(12) Konstruktionselemente und Standardelemente: In einer Skizze erzeugte Ele-
mente können entweder als Standardelement oder Konstruktionselement definiert
werden. Standardelemente werden in den 3D-Raum mitgenommen und können als
Referenz für weitere Funktionen verwendet werden. Konstruktionselemente hinge-
gen existieren nur in Ihrer Skizze und sind sehr häufig zur Erzeugung von Iso-
bestimmten Profilen notwendig. Als Umschalter dient die Funktion Konstruktions-
/Standardelement (Construction/Standard Element) aus der Funktionsgruppe Skiz-
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ziertools (Sketch Tools). Standardelemente werden im Skizzierer in weißer Farbe als


durchgezogene Linien dargestellt, Konstruktionselemente hingegen mit geringerer
Strichstärke, gestrichelt und in grauer Farbe. Punkte werden entsprechend durch ein
weißes Kreuz (Standardelement) bzw. durch einen grauen Punkt (als Konstruktions-
element) dargestellt. Bei der Definition von Iso-Bestimmtheit (durch Anbindung an
das Hauptkoordinatensystem oder an schon vorhandene Teilgeometrie) werden alle
Elemente grün.
(13) Eingaben im Dialogfenster: Bei den Funktionen im 3D-Raum werden Feinein-
stellungen meist über sich öffnende Dialogfenster vorgenommen. Dort können Wer-
teeingaben getätigt oder Referenzelemente übergeben werden. Um diese Parameter
gezielt einschreiben zu können, werden die jeweiligen Felder durch Anwahl mit der
linken Maustaste aktiviert. Sie werden farblich hinterlegt. Werte können direkt über
die Tastatur eingegeben werden. Referenzelemente werden durch Selektieren im
Modellbereich in die markierten Felder eingeschrieben. Die Kommentarzeile im
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linken unteren Bildschirmrand hilft Ihnen bei der richtigen Auswahl an Referenz-
elementen.
(14) Kreismittelpunkte als Referenzen im Skizzierer: Um im Skizzierer (Sketcher)
Kreismittelpunkte von schon vorhandener Volumengeometrie anwählen zu können,
muss die Skizze im Raum geschwenkt und die Mantelfläche des kreisförmigen Aus-
schnittes selektiert werden. Das Programm erkennt automatisch die Achse des Zy-
linders als Referenz.
(15) Positionierskizze der Bohrung: In der Positionierskizze des Bohrungsmittel-
punktes können keine Standardelemente erzeugt werden, da die Funktion aus dieser
Skizze nur einen Punkt als Rückgabewert akzeptiert. Häufig werden aber Linienzüge
als Referenz zur Positionierung benötigt. Diese werden automatisch vom Programm
als Konstruktionselemente definiert.
(16) Richtungsänderungen bei Funktionen: Bei Funktionen im 3D-Raum sind häufig
Richtungsangaben zu deren korrekter Definition notwendig. Diese können entweder
in der Eingabemaske zur entsprechenden Funktion über einen Umschalter (meist ein

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5 Hinweise und Tipps

Icon mit dem Namen Umkehren (Reverse)) oder durch die Anwahl der Spitze eines
orange dargestellten Pfeils im Modellbereich erfolgen.
Zuletzt muss noch der Parameter Objekt für Muster (Object to Pattern) definiert
werden. Nachdem nur die Tasche als Wiederholungselement erzeugt werden soll,
wird hier der Strukturbaumeintrag des vorhin erzeugten Ausschnittes eingeschrie-
ben.
(17) Referenzelemente: Reichen die durch einen vorhandenen Körper gegebenen
Referenzen zur Anwendung einer Funktion nicht aus, müssen mit Elementen wie
Linien, Punkten und Ebenen häufig neue Möglichkeiten der Referenz erzeugt wer-
den (z.B. Stützelemente für Skizzen).
(18) Positivausprägungen: Es können nur geschlossene Profile zur Positivausprä-
gung gebracht werden, die eindeutig definieren, wo Material entstehen soll (Funkti-
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onen Block, Rippe und Welle). Verschachtelungen von geschlossenen Profilen in-
einander kehren jeweils das Vorzeichen der Volumenerzeugung um. Bei einer Ver-
schachtelung zweier geschlossener Profile wird das innenliegende dementsprechend
als Negativelement ausgeprägt.
(19) Negativausprägungen: Bei Negativausprägungen sind sowohl offene als auch
geschlossene Profilskizzen zulässig. Dabei unterscheidet man zwischen Ausschnitten
aus einem vorhandenen Körper (zwingend ein geschlossenes Profil; es gelten die
Vorschriften für positive Ausprägungen) und dem Abschneiden von Volumen, wo-
bei die Materialwegnahme in Verlängerung der offenen Kontur erfolgt. Die Linien-
züge sollten aber in jedem Fall Iso-bestimmt definiert sein und zum Beispiel kon-
gruent auf Körperkanten enden.
(20) Zylinderachsen einfangen: Zum Einfangen von auf Skizzierebenen projizierten
Zylinderachsenpunkten als Referenz zum Setzen von Zwangsbedingungen muss die
Mantelfläche der Teilgeometrien am vorhandenen Körper angewählt werden. Durch
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Rotieren der Skizze kann die Referenz gut angewählt werden. Gleiches gilt für den
Mittelpunkt von sphärischen Körpern.
(21) Elemente vorsichtig auswählen: Sollen Referenzelemente im Modellbereich
angewählt werden, so muss dies mit großer Sorgfalt erfolgen. Wählt man nicht
genau die gewünschten Elemente aus (z.B. eine Fläche anstelle einer Kante), so
führt dies in der Regel zu falschen Ergebnissen. Heranzoomen und geschicktes Dre-
hen von Modellen erleichtern die Anwahl von vorhandener Teilgeometrie. Um Feh-
ler zu vermeiden, ist es häufig sinnvoll, Elemente im Strukturbaum und nicht am
Volumenmodell anzuwählen. Natürlich nur dann, wenn dies möglich ist.
(22) Chronologische Entstehungsgeschichte: Der Strukturbaum gibt bei der Teile-
konstruktion (Part Design) die Topologie des Bauteils in chronologischer Reihenfol-
ge wieder. Umpositionierungen von Einträgen sind nur zulässig, wenn diese unab-
hängig voneinander existieren und sich dadurch die Bauteilgeometrien nicht verän-
dert. So können Elemente des Strukturbaums über die rechte Maustaste auf das zu
verschiebende Objekt mit OBJEKT… > NEU ANORDNEN… (…OBJECT > REORDER…) umposi-

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5.1 Hinweise

tioniert werden. Nachdem gerade für den Konstruktionsneuling die Abhängigkeits-


strukturen der Elemente (und damit der Teilgeometrien) untereinander relativ un-
durchsichtig sind, ist von derartigen Verschiebungen dringend abzuraten. Lieber
löscht man Objekte gezielt aus dem Strukturbaum und setzt sie an den gewünschten
Positionen neu. Auf diese Weise behält man einen besseren Überblick über die Kon-
struktion und verringert die Fehleranfälligkeit.
(23) Skizzen im 3D-Raum: Standardelemente werden in den 3D-Raum mitgenom-
men und sind dort als Referenz für weitere Funktionen (z.B. aus der Funktionsgrup-
pe Auf Skizzen basierende Elemente (Sketch-Based Features)) verfügbar. Die Skizze
bildet mit ihren Elementen im 3D-Raum eine Einheit und kann (mit wenigen Aus-
nahmen bei der Auswahl von Punkten aus der Skizzengeometrie) nur als Ganzes
verwendet werden. Konstruktionselemente tauchen nur in ihrer Skizze auf und sind
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auch nur dort anwählbar.


(24) Drop-down-Menü im Dialogfenster: Hinweis: In Dialogfenstern werden häufig
mehrere Auswahlmöglichkeiten von Parametern über ein Drop-down-Menü ange-
boten. Zur Auswahl einer der angebotenen Optionen halten Sie die linke Maustaste
auf dem rechts neben dem Eingabefenster abgebildeten schwarzen Dreieck gedrückt
und bewegen den Cursor auf den gewünschten Parameter. Lassen Sie erst jetzt die
Maustaste wieder los. Andernfalls kommt es vor, dass sich das Drop-down-Menü
vorzeitig schließt.
(25) Skizzieroberfläche neu wählen: Das Stützelement für eine Skizze, also die (Bau-
teil-)Ebene, auf der die Skizze verankert ist, kann nachträglich verändert werden.
Gehen Sie dafür mit der rechten Maustaste auf den Eintrag der Skizze im Struktur-
baum und öffnen das Kontextmenü. Selektieren Sie den Menüpunkt OBJEKT SKIZZE...
> STÜTZELEMENT ÄNDERN… (SKETCH… OBJECT > CHANGE SKETCH SUPPORT…). Das Pro-
gramm bringt eine Warnmeldung, die darauf hinweist, dass Anbindungen an Ele-
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mente außerhalb der betroffenen Skizze bei Änderung des Stützelementes mögli-
cherweise nicht mehr korrekt aufgelöst werden können. Bestätigen Sie mit OK. Die
Anwahl einer beliebigen Ebene legt das neue Stützelement fest. Überprüfen Sie aber
in jedem Fall, ob die Konstruktionsabsicht der Skizze erhalten geblieben ist.
(26) Im Dialogfenster definierte Bedingungen: Kongruenz unter den „Im Dialogfens-
ter definierten Bedingungen“ bedeutet vollständige Deckungsgleichheit aller selek-
tierten Elemente. Aus diesem Grund kann ein Punkt nicht über einen Befehl kon-
gruent auf zwei Linien gleichzeitig gelegt werden. Die Linien würden sich dann
ebenfalls überlagern.
(27) Grafikeigenschaften von Elementen: Einträge im Strukturbaum sind in hierar-
chisch übergeordnete und untergeordnete Elemente aufgegliedert. Zur Definition der
Grafikeigenschaften gilt das Kaskadenprinzip. Jeweils die untere Ebene hat Vorrang
vor der übergeordneten Ebene. Insbesondere gilt dies für farbliche Veränderungen
und die Funktion Verdecken/Anzeigen (Hide/Show), also die Darstellung von Ele-

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5 Hinweise und Tipps

menten im sichtbaren Raum (Show) beziehungsweise im nicht sichtbaren Raum


(No-Show).
(28) 3D-Projektionen: 3D-Projektionen erzeugen durch die Ableitung aus schon
vorhandener Geometrie komplexe Abhängigkeitsketten. Diese sollten wenn möglich
vermieden werden. Eine methodische Trennung von Teilgeometrien, ohne dass un-
erwünschte Kreuzverweise im Abhängigkeitsnetz entstehen, gelingt über die Defini-
tion von Steuergeometrien.

Tipp
5.2 Tipps
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(1) Bauteilnamen definieren: Wird bei Neuaufruf eines leeren Dokumentes der Teile-
konstruktion (Part Design) die Möglichkeit, den Bauteilnamen vorab festzulegen,
nicht angeboten, so kann dies unter TOOLS > OPTIONEN > INFRASTRUKTUR > PRODUCT
STRUCTURE > PRODUKTSTRUKTUR > TEILENUMMER > MANUELLE EINGABE (TOOLS > OPTIONS
> INFRASTRUCTURE > PRODUCT STRUCTURE > PRODUCT STRUCTURE > PART NUMBER > MA-
NUAL INPUT) eingestellt werden. Ansonsten kann der Bauteilname (als hierarchisch
höchste Instanz) jederzeit auch im Strukturbaum über das Kontextmenü mit rechter
Maustaste auf den Bauteilnamen und EIGENSCHAFTEN > PRODUKT > TEILENUMMER (PRO-
PERTIES > PRODUCT > PART NUMBER) neu gewählt werden.
(2) Benutzereingaben: In Anlehnung an die Informationstechnik sollten die folgen-
den Richtlinien bei der Wahl von eigenen Bezeichnungen berücksichtigt werden.
Andernfalls können Dateien in ihrer Weiterverwendbarkeit bei der Einbindung in
weitere Prozessketten, bei der Einbindung in Quelltexte zur Makroprogrammierung
oder zum Datenaustausch unbrauchbar werden. Darüber hinaus ergibt sich dadurch
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ein optisch geordnetes Gesamtbild im Strukturbaum.


großbuchstaben vermeiden
keine_leerzeichen (Ædurch_unterstrich_ersetzen)
keine_sonderzeichen (!)
keine_umlaute (z.B. ä Æ ae)
(3) Funktionsnamen anzeigen lassen: Ähnlich wie bei anderen schon bekannten
Software-Applikationen wird auch bei CATIA V5 der Name einer Funktion am Bild-
schirm kurzzeitig angezeigt, indem man den Mauszeiger über dem Symbol stehen
lässt.
(4) Kommentarzeile: Die Funktionen von CATIA V5 können meist intuitiv richtig
bedient werden. Eine große Hilfe bei Schwierigkeiten bietet die Kommentarzeile im
linken unteren Bildschirmrand. Sie gibt an, welche Eingangsgröße (auch Referenz-
element oder Eingangselement genannt) als Nächstes vom Programm erwartet wird.
Es lohnt sich also, gerade wenn man in der Konstruktion stecken bleiben sollte,

286
5.2 Tipps

einen Blick darauf zu werfen. Sollten einzelne Funktionen unklar sein, kann auch
die Kontexthilfe in der Funktionsgruppe Standard (oder über die Tastenkombination
Shift + F1) nützlich sein.
(5) Versteckte Funktionsgruppen: Sollten Funktionsgruppen trotz Aktivierung nicht
im Workbench-Bereich auftauchen, so liegen diese häufig im rechten unteren Bild-
schirmrand versteckt. Deutlich wird dies durch den schon bekannten grauen Balken
einer Funktionsleiste und zwei angedeutete kleine Pfeilspitzen. Durch Anwahl des
Balkens können die Funktionsgruppen wieder in den Arbeitsbereich gezogen wer-
den.
(6) Intelligente Auswahl: Für die sog. intelligente Auswahl im Skizzierer (Sketcher)
gilt, dass die zuletzt vorgeschlagene Bedingung mit Gedrückthalten der Strg-Taste
festgehalten wird. Mit Halten der Shift-Taste werden von CATIA V5 keine Geomet-
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rievorschläge gemacht.
(7) Kommentarzeile: Sollten Sie bei der Anwendung einer beliebigen Funktion nicht
wissen, welche Eingabe Sie tätigen müssen, so lohnt sich ein Blick auf die Kom-
mentarzeile im linken unteren Bildschirmrand. Hier gibt das Programm an, welche
Referenz als Nächstes angegeben werden muss.
(8) Mehrfachverwendung von Funktionen: Manche Funktionen müssen mehrfach
hintereinander verwendet werden. Dazu gibt es bei CATIA V5 die Möglichkeit, eine
Funktion über die Anwahl mit Doppelklick aktiv zu halten. So können beispielswei-
se bei der Vergabe von Zwangsbedingungen im Skizzierer (Sketcher) mehrere Ele-
mente hintereinander bemaßt werden, ohne dass die Funktion jedes Mal erneut
angewählt werden muss. Die Deaktivierung der Funktion erfolgt doch zweimaliges
Drücken der Esc-Taste oder einen einfachen Mausklick auf die aktive Funktion.
(9) Interaktive Prüfung: Durch Anfassen von Punkten oder Linien mit der linken
Maustaste und Verziehen im Raum lässt sich die Formstabilität von Elementen sehr
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gut überprüfen. Je nachdem, wie sich das Profil verändert, erkennt man, an welcher
Stelle Zwangsbedingungen oder geometrische Definitionen fehlen.
(10) Zwischendurch abspeichern: Zwischen den Teilschritten der Modellierung soll-
ten Sie immer wieder abspeichern. Dabei wird genau die Position eingefroren, an
der Sie aufgehört haben. Gerade als Einsteiger werden immer wieder Fehler bei der
Konstruktion gemacht, was völlig normal ist und Sie nicht weiter frustrieren sollte.
Allerdings kommt das Programm häufig mit einem ständigen Korrigieren von Teil-
schritten (beispielsweise über die Funktion Wiederrufen (Undo) aus der Funktions-
gruppe Standard (Standard)) nicht zurecht. Es stürzt ab, oder Funktionen lassen sich
nicht so bedienen, wie sie es eigentlich müssten. Mit Speichern, Schließen und Wie-
deraufrufen der Datei können diese Fehler in den meisten Fällen behoben werden.
(11) Abstandsbemaßungen: Sind technische Zeichnungen die Grundlage zur Erzeu-
gung von Volumengeometrie, so müssen diese auch richtig gelesen werden. Geo-
metrische Bedingungen (wie Parallelität, Rechtwinkligkeit, Symmetrie, Kongruenz
usw.) werden nicht explizit abgebildet und müssen vom Konstrukteur erkannt wer-

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5 Hinweise und Tipps

den. Insbesondere parallel in Körperkanten mündende Maßhilfslinien müssen in


Form von Abstandsbemaßungen in den Profilen im Skizzierer (Sketcher) berück-
sichtigt werden. Nur so gehen auch keine Information zur Definition von formstabi-
len Elementen verloren.
(12) Verrundungen und Fasen: Verrundungen und Fasen an einem Bauteil werden
in der Regel im 3D-Raum über die dafür vorgesehenen Funktionen Kantenverrun-
dung (Edge Fillet) bzw. Fase (Chamfer) vorgenommen und nicht im Skizzierer
(Sketcher) in eine Profilgeometrie einbezogen. Dies erleichtert häufig die Konstruk-
tion von Skizzen. Gleichzeitig wird die Änderungsfreundlichkeit eines Modells er-
höht. Um die Zuordnung der Verrundung oder Fase zur vorher erzeugten Volumen-
geometrie im Strukturbaum besser finden zu können, sollte diese direkt im An-
schluss an die Modellierung der jeweiligen Teilgeometrie gesetzt werden.
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(13) Ungewollte Vorauswahl: Häufig werden bei der Anwahl von Funktionen nicht
die Aktionen vom Programm ausgeführt, die man geplant hatte. Dies kann daran
liegen, dass ungewollt Elemente in der Vorauswahl sind. Durch zweimaliges Drü-
cken der Esc-Taste oder einen Klick mit der Maustaste in den freien Raum kann
eine etwaige Auswahl aufgehoben werden. Wenn hingegen Elemente im Modellbe-
reich nicht markiert werden können, ist möglicherweise noch eine Funktion aktiv,
die deren Auswahl nicht zulässt. Auch hier kann die Funktion durch zweimaliges
Drücken der Esc-Taste wieder deaktiviert werden.
(14) Eindeutigkeit der Bezeichnungen: Um die verschiedenen Teilgeometrien und
Bearbeitungsschritte eines Bauteils auseinanderhalten zu können, sollten die ver-
schiedenen Elemente im Strukturbaum mit aussagekräftigen Bezeichnungen verse-
hen werden. Dies geschieht unter dem Menüpunkt Eigenschaften (Properties) im
Kontextmenü (Aufruf über rechte Maustaste) des jeweiligen Elements im Struktur-
baum.
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(15) Modellierungsschritte widerrufen: Wenn im Laufe der Konstruktion Fehler


auftauchen und Sie nicht wissen, wie Sie diese beheben können, so behelfen Sie
sich mit der Funktion Widerrufen (Undo) aus der Funktionsgruppe Standard (Stan-
dard). Hier können in CATIA V5, anders als in vielen anderen CAD-Applikationen,
(beinahe) beliebig viele Modellierungsschritte rückgängig gemacht werden.
(16) Farbliche Änderung von Elementen: Nachdem bei CATIA V5 gerade im Skizzie-
rer Signalfarben eine große Rolle spielen (siehe Kapitel 2.6 Signalfarben (Diagno-
sefarben)), sollten Sie bei farblichen Veränderungen vorsichtig sein. Elemente ver-
lieren dadurch ihre optische Signalwirkung.
(17) Änderungsfreundlichkeit: Für die Funktionen Block (Pad) und Tasche (Pocket)
wären in sich verschachtelte geschlossene Profile als Referenzen grundsätzlich zu-
lässig. Damit würden aber eigentlich separate Bearbeitungsschritte zu einem zu-
sammengefasst. Skizzen sollten allerdings nur so kompliziert wie nötig gehalten
werden (auch unter dem Begriff „Prinzip der Einfachheit“ bekannt). Darüber hinaus
sollten Modellierungsschritte derart voneinander getrennt werden, dass eine über-

288
5.2 Tipps

sichtliche Lebensgeschichte (abgebildet im Strukturbaum) entsteht. Dies erhöht die


Stabilität des Modells, steigert die Anpassungsfähigkeit, und die nachträgliche Be-
arbeitung wird aufgrund einer höheren Übersichtlichkeit dramatisch vereinfacht.
Nutzen Sie die vom Programm bereitgestellten Funktionen sinnvoll.
(18) Ungefähr maßstäblich zeichnen: Weichen die Abmaße der erzeugten Profilkon-
tur im Skizzierer (Sketcher) zu stark von dem gewünschten Endergebnis ab, wird
die Skizze bei der exakten Werteeingabe für die Maße häufig stark verzerrt. Dies
erschwert vor allem das Konstruieren von komplizierten Skizzen. Die Erweiterungen
der Skizziertools (Sketch Tools) helfen bei der ungefähr maßstäblichen Erzeugung
von zweidimensionalen Elementen im Skizzierer (Sketcher).
(19) Eigenschaften zurücksetzen: Alle farblichen Veränderungen von Teilgeometrien
eines Bauteils können gemeinsam über das Kontextmenü wieder rückgängig ge-
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macht werden. Durch rechte Maustaste auf den Hauptkörper (PartBody) und OBJEKT
HAUPTKÖRPER > EIGENSCHAFTEN ZURÜCKSETZEN (PARTBODY OBJECT > RESET PROPERTIES)
wird das Modell in seinen ursprünglichen Zustand zurückgebracht.
(20) Im Dialogfenster definierte Bedingungen: Kongruenz unter „Im Dialogfenster
definierte Bedingungen“ bedeutet vollständige Deckungsgleichheit aller selektierten
Elemente. Aus diesem Grund kann ein Punkt nicht über einen Befehl kongruent auf
zwei Linien gleichzeitig gelegt werden. Die Linien würden sich dann ebenfalls über-
lagern.
(21) Handskizzen: Als guter Konstrukteur sollten Sie den Umgang mit Papier und
Bleistift nicht vernachlässigen. Auch im Zeitalter des CAD haben Handskizzen ihre
Daseinsberechtigung und sind ein wichtiges Kommunikationsmittel zwischen Kon-
struktionsingenieuren.
(22) Konzentrische Bohrungen: Bei der Erzeugung von konzentrischen Bohrungen
übernimmt das Programm die Positionierung des Bohrungsmittelpunktes durch
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folgende Auswahlreihenfolge automatisch: Funktion Bohrung (Hole); Kreissegment,


zu dem die Bohrung konzentrisch liegen soll (siehe Abbildung rechts); Oberfläche,
in die gebohrt werden soll.
(23) Referenzen im Strukturbaum anwählen: Um Referenzen im Dialogfenster ge-
zielt eintragen zu können (siehe Hinweis (13)), sollten die jeweiligen Elemente wenn
möglich im Strukturbaum angewählt werden. Auf diese Weise können Elemente
gezielter selektiert werden. Ist dies nicht möglich, müssen die Elemente vorsichtig
im Modellbereich angewählt werden. Wenn die Übertragung von mehreren Objekten
möglich (und erwünscht) ist, kann ein dafür vorgesehenes Icon neben dem Eingabe-
feld im Dialogfenster der jeweiligen Funktion aktiviert werden. Es öffnet sich ein
weiteres Eingabefenster, in das mehrere Elemente eingeschrieben werden können.
(24) Modellierungsschritte einfügen: Über das Kontextmenü (rechte Maustaste auf
den Strukturbaumeintrag) kann mit dem Menüpunkt Objekt in Bearbeitung definie-
ren (Define In Work Object) eine beliebige Stelle der Lebensgeschichte eines Bauteils
aufgerufen werden. Dies wird durch einen Unterstrich des jeweiligen Eintrages ver-

289
5 Hinweise und Tipps

deutlicht. Anschließende Modellierungsschritte werden hinter das in Bearbeitung


definierte Objekt eingeschrieben. Durch Aktivierung des Hauptkörpers (oder den
letzten Strukturbaumeintrag) wird diese Veränderung in die Lebensgeschichte des
Bauteils integriert. Solange bei der Aktualisierung des Bauteils keine logischen Feh-
ler wegen der Veränderung auftreten, wird die Geometrie vom Programm automa-
tisch neu berechnet.
(25) Materialüberschneidungen: Materialüberschneidungen sind bei der Erzeugung
von Teilgeometrien unproblematisch und häufig sogar erwünscht, wenn das Modell
für den Export in andere Dateiformate umgewandelt werden soll.
(26) Eigene Datenschachtel für das Origin: Die Elemente, die zum Referenzkoordina-
tensystem, dem Origin, gehören, sollten auch alle in einem separaten geometrischen
Set abgespeichert werden. Auf diese Weise kann es problemlos durch Anwahl der
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kompletten Datenschachtel (und damit seinem gesamten Inhalt) im Strukturbaum


und Übergabe an die Funktion Verdeckten/Anzeigen (Hide/Show) bequem ein- bzw.
ausgeblendet werden.
(27) Rotationsprofil: Ein Profil, das zu einem Positivkörper rotiert werden soll, muss
entweder in sich selbst oder mit der Drehachse geschlossen sein. Auch wenn eine
Achse im Skizzierer über die Funktion Achse (Axis) gezeichnet werden kann, ist es
übersichtlicher, Linien aus der Skizze nachträglich in Achsen umzuwandeln.
(28) Ansichtsperspektive ändern: Unter der Menüleiste ANSICHT > DARSTELLUNGSMO-
DUS > PERSPEKTIVE oder PARALLEL (VIEW > RENDER STYLE > PERSPEKTIVE or PARALLEL)
kann die Perspektive des 3D-Modells am Bildschirm angepasst werden. Sie kann je
nach Vorliebe des Anwenders geändert werden und beeinflusst die Konstruktion
nicht.
(29) Abhängigkeitskette kontrollieren: Abhängigkeitsketten von Teilgeometrien
können über die Anwahl der entsprechenden Strukturbaumeinträge mit der rechten
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Maustaste (öffnen des Kontextmenüs) unter dem Menüpunkt Eltern/Kinder (Pa-


rents/Children) überprüft werden.
(30) Funktionsabfolgen: Die Wahl der Funktionsabfolgen und Referenzelemente zur
Erzeugung von Teilgeometrien definieren die Topologie eines Bauteils. Auf diese
Weise beeinflusst der Konstrukteur die Anpassungsfähigkeit seiner Modelle. Daher
sollten schon im Vorfeld möglichst viele Informationen zur Weiterverwendung
bekannt sein, um ein optimal variables Gesamtmodell konstruieren zu können.
(31) Strukturbaumeinträge blockieren: Standardmäßig ist jede Geometrie, die im
Strukturbaum eingetragen und im Modellbereich sichtbar erscheint, als Referenz
auswählbar. Diese Eigenschaft kann jedoch blockiert werden. Dies erfolgt über das
Kontextmenü über die rechte Maustaste auf die zu blockierende Geometrie: EIGEN-
SCHAFTEN > GRAFIK > AUSWÄHLBAR () aktivieren bzw. deaktivieren. Dies kann z.B.
dazu verwendet werden, dass für nachträgliche Bearbeitungen eines Bauteils nur
dessen Steuergeometrien als Referenzen für weitere Modellierungsschritte freigege-
ben werden.

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