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2 Grundlagen

2.1 Modularer Aufbau von CATIA V5


CAE (engl. Computer Aided Engineering) mit CATIA V5 bietet die Möglichkeit, PLM mit CATIA V5
neben der Erzeugung volumenbehafteter Objekte Abläufe zu simulieren (DMU, engl.
Digital Mock-Up), zu analysieren (FEM, Finite-Elemente-Methode; CFD, engl. Com-
putational Fluid Dynamics) und aufgrund einer gemeinsamen Datenbasis zu ferti-
gen (CAM, engl. Computer Aided Manufacturing). Damit können wesentliche Kom-
ponenten des Produktlebenszyklusmanagements (PLM, engl. Product Lifecycle Ma-
nagement) in einem Modulpaket realisiert werden.
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Damit dies sinnvoll möglich ist, muss eine Vielzahl an Funktionen bereitgestellt
werden. Es würde keinen Sinn machen, alle diese Funktionalitäten auf eine einzige
Benutzeroberfläche zu packen. Man müsste sich in einem Chaos von Hunderten an
Funktionen zurechtfinden. Aus diesem Grund wurden Arbeitsumgebungen, sog.
Module, geschaffen, in denen Funktionsgruppen sinnvoll zusammengefasst sind.
Die Basis einer CAE-Anwendung ist die Volumenmodellierung zur Erzeugung, Er-
gänzung und Änderung von 3D-Objekten. Diese Modelle können für weitere Pro-
duktionsschritte im PLM weiterverwendet werden:

Produktionsschritt Modul in CATIA V5


Volumenmodellierung Teilekonstruktion (Part Design)
2D-Zeichnungsableitung 2D-Zeichnungserstellung (Drafting)
Baugruppenerstellung Baugruppenkonstruktion (Assembly Design)
For personal use only.

Kinematische Simulation DMU Kinematics


FEM-Analysen Generative Structural Analysis
Flächenkonstruktionen Flächenerzeugung (Generative Shape Design)
Fotorealistische Darstellung Rendering/Photo Studio
U.v.m.

Zwischen den Modulen kann (mit den richtigen Vorbereitungen) beliebig hin und
her gewechselt werden. Von Release zu Release kommen weitere teilweise hochspe-
zifische Arbeitsumgebungen hinzu, sodass CATIA V5 mittlerweile zu einem Pro-
gramm mit weit über 100 Arbeitsumgebungen erweitert wurde. Passt ein Wechsel
nicht zur aktuell geöffneten Datei, wird ein leeres Dokument in der angewählten
Arbeitsumgebung bereitgestellt. In diesem Buch wird allerdings nur die Teilekon-

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2 Grundlagen

struktion (Part Design) behandelt. Der Wechsel in andere Module wird zum Beispiel
für die Erzeugung von Baugruppen oder technischen Zeichnungen notwendig.
Die richtige Arbeitsumge- Vergewissern Sie sich vor jeder Neukonstruktion von Bauteilen, dass Sie sich in der
bung dafür vorgesehenen Modulumgebung, der Teilekonstruktion (Part Design), befinden.
Dies lässt sich sehr einfach überprüfen. Jedes Modul erhält ein eigenes Symbol (in
der Regel) oben im rechten Symbolleisten-Bereich. Hier einige Beispiele:

Arbeitsumgebung (Modul) Symbol


Teilekonstruktion (Part Design)
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Baugruppenkonstruktion (Assembly Design)

2D-Zeichnungserstellung (Drafting)

Flächenerzeugung (Generative Shape Design)

2.2 Öffnen einer neuen Datei


Nach dem Hochfahren des Programms CATIA V5 öffnet sich ein Dialogfenster Will-
kommen bei CATIA V5 (Welcome to CATIA V5). Dieses Fenster können Sie einfach
mit OK schließen. Es hat für die Konstruktion keinerlei Bedeutung. Je nach Einstel-
For personal use only.

lungen unter den Standards stellt das Programm automatisch eine leere Datei in der
Baugruppenkonstruktion (Assembly Design) bereit, erkennbar am Symbol oben im
rechten Symbolleisten-Bereich (siehe vorheriges Kapitel). Dass wir hier in der fal-
schen Arbeitsumgebung sind, wird auch durch den Bauteilnamen im
Strukturbaum erkennbar (Product1 als Hinweis auf eine Datei zur
Baugruppenerzeugung). Nachdem das Thema dieses Buches aber die
Erzeugung von Einzelteilen ist, werden auch die Werkzeuge der Teilekonstruktion
(Part Design) benötigt. Schließen Sie dazu die vom Programm bereitgestellte Datei
(falls vorhanden) und rufen über START > MECHANISCHE KONSTRUKTION > PART DESIGN
die Arbeitsumgebung Teilekonstruktion (Part Design) auf. Automatisch wird ein
leeres Dokument zur Erzeugung von Einzelteilen bereitgestellt.

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2.2 Öffnen einer neuen Datei

Alternativ kann eine neue Datei auch über die Funktion Neu (New) aus der Funkti-
onsgruppe Standard (Standard) aufgerufen werden. Die Auswahl Part und Bestäti-
gung mit OK definieren die gewünschte Arbeitsumgebung.
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In beiden Fällen öffnet sich ein Dialogfenster, in dem der Bauteilname der neuen
Datei schon vorab festgelegt werden kann. Dieser wird nach der Bestätigung mit OK
im Strukturbaum an oberster Stelle angezeigt.
For personal use only.

(1) Bauteilnamen definieren: Wird bei Neuaufruf eines leeren Dokumentes der Teile-
konstruktion (Part Design) die Möglichkeit, den Bauteilnamen vorab festzulegen, Tipp
nicht angeboten, so kann dies unter TOOLS > OPTIONEN > INFRASTRUKTUR > PRODUCT
STRUCTURE > PRODUKTSTRUKTUR > TEILENUMMER > MANUELLE EINGABE (TOOLS > OPTIONS
> INFRASTRUCTURE > PRODUCT STRUCTURE > PRODUCT STRUCTURE > PART NUMBER > MA-
NUAL INPUT) eingestellt werden. Ansonsten kann der Bauteilname (als hierarchisch
höchste Instanz) jederzeit auch im Strukturbaum über das Kontextmenü mit rechter

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2 Grundlagen

Maustaste auf den Bauteilnamen und EIGENSCHAFTEN > PRODUKT > TEILENUMMER (PRO-
PERTIES > PRODUCT > PART NUMBER) neu gewählt werden.

2.3 Öffnen einer bereits existierenden Datei


Über die Teilekonstruktion erzeugte Dateien werden mit einem Dateianhang
*.CATPart gekennzeichnet und können an beliebiger Stelle auf dem Betriebssystem
abgelegt werden. Sie können über einen Dateibrowser angewählt und geöffnet wer-
den. Das Browserfenster erscheint mit DATEI > ÖFFNEN (FILE > OPEN) auf der Bild-
schirmoberfläche.
Alternativ wird in der Funktionsleiste Standard (Standard) mit Öffnen (Open) eine
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entsprechende Funktion angeboten.

2.4 Speichern und schließen einer Datei

Speichern Abspeichern einer Datei erfolgt entweder über die Menüleiste unter DATEI > SICHERN
(FILE > SAVE) bzw. >SICHERN UNTER… (> SAVE AS…) oder über die Funktion Sichern
(Save) aus der Funktionsgruppe Standard (Standard). Die Speicherungsoption DATEI
> SICHERUNGSVERWALTUNG… (FILE > SAVE MANAGEMENT…) wird später, bei der Erzeu-
gung von assoziativen Modellen (z.B. bei der Baugruppenerzeugung), eine große
Rolle spielen.
Schließen Ähnlich wie bei anderen Windows-Applikationen können Dateien auch bei CATIA
V5 über die Menüleiste unter DATEI > BEENDEN (FILE > EXIT) oder über Anwahl der
mit einem kleinen Kreuz versehenen Schaltfläche im oberen rechten Rand des Do-
kumentes geschlossen werden.
For personal use only.

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2.5 Die Benutzeroberfläche

2.5 Die Benutzeroberfläche


Die Benutzeroberfläche in der Teilekonstruktion (Part Design) wird wie unten abge-
bildet dargestellt. Die Positionen der Funktionsleisten können individuell vom Be-
nutzer verändert werden. Daher kann die Anordnung der Icons auf der Bildschirm-
oberfläche von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz variieren. Um die mühselige Suche von
Funktionen oder Funktionsgruppen zu erleichtern, werden die für die Konstruktion
relevanten Funktionsgruppen später in den Übungsbeispielen übersichtlich im Mo-
dellbereich angeordnet.

Menüleiste Funktionsgruppe in den Kompass zur Orien-


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Strukturbaum (die Lebens-


geschichte eines Modells) Modellbereich verschoben tierung im Raum

Volumenmodell
eines Bauteils

Modellbereich
For personal use only.

Symbolleisten- Bereich mit modulspezifi-


Kommentarzeile schen Werkzeugen

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2 Grundlagen

2.6 Wie entstehen Volumenmodelle?

In der Teilekonstruktion Die Volumenmodellierung mit CATIA V5 erlaubt, beliebige Einzelteile virtuell auf
(Part Design) entstehen dem Computer zu erzeugen. Diese können für weitere Untersuchungen oder zum
Einzelteile Zusammenbau weiterverwendet werden. Dabei wirken die erzeugten Modelle nach
außen hin als ein einzelnes Objekt (als maschinenbaulich kleinste Einheit). Bau-
gruppen werden über den Zusammenbau von Einzelteilen in der Umgebung zur
Baugruppenkonstruktion (Assembly Design) und nicht über die Teilekonstruktion
(Part Design) erzeugt.
Teilgeometrien bilden eine Komplexe Gesamtgeometrien entstehen über die Zusammenstückelung von Teilge-
topologische Einheit ometrien. Die erste Teilgeometrie jedes Bauteils wird als Grundgeometrie (Basisgeo-
metrie) bezeichnet. Das Modell wächst in all seinen Feinheiten durch das schrittwei-
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se Anfügen weiterer Bausteine (Teilgeometrien) bis hin zum fertigen Produkt. Dabei
werden die Teilgeometrien immer topologisch zum vorhandenen Volumen hinzuge-
fügt. Man spricht von monolithischer Erweiterung, da die Volumina miteinander
verschmelzen und zu einer Einheit werden.
Voraussetzung für ein Voraussetzung für ein stabiles Ergebnis ist die sinnvolle Unterteilung und schritt-
stabiles Ergebnis weise Modellierung bis hin zum gewünschten Ergebnis. Dies wird spätestens beim
Bearbeiten der Beispiele in den Übungskapiteln deutlich werden.
Vorgehen bei der Model- Grundsätzlich arbeiten nahezu alle 3D-CAD-Programme nach demselben Prinzip.
lierung Basierend auf zweidimensionalen Elementen oder Elementverbänden wie Skizzen,
Linien im Raum, Punkten und Ebenen wird in die dritte Dimension projiziert. Im
einfachsten Fall wird ein geschlossener Linienzug auf einer Skizzierebene (ver-
gleichbar mit Papier und Bleistift auf einer Reißbrettunterlage) durch „Verziehen“
entlang eines Richtungsvektors zur Ausprägung gebracht. Dies ist der am häufigs-
ten auftretende Fall der Volumenmodellierung mit CATIA V5.
For personal use only.

Die häufigsten Grund- Zur Erzeugung von Teilgeometrien finden folgende Grundfunktionen am meisten
funktionen Anwendung:

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2.7 Skizzen als Grundlage zur Erzeugung von Teilgeometrien

Nach der Konstruktion der Grundgeometrie und den Teilgeometrien werden weitere Detaillierung
Details am Volumenkörper zur exakten Definition des Modells erzeugt. Für eine
wieder erkennbare Zuordnung sollten Ausformschrägen, Verrundungen, Fasen und
dergleichen wenn möglich direkt nach den dazugehörigen Teilgeometrien stehen.
Eine genaue Betrachtung von Abhängigkeitsstrukturen und einer sinnvollen Funk- Methodisches Vorgehen
tionsabfolge wird vor allem bei den Übungen zu komplexen Modellen in Kapitel 4.3
Systeme mit Steuergeometrien vorgenommen.
Ziel der objektorientierten 3D-Modellierung sollte immer ein mathematisch stabiles, Ziel
anpassungsfähiges und damit benutzerfreundliches Volumenmodell sein. Damit ist
eine optimale Verwendbarkeit zur Integration in weitere Prozessketten gewährleis-
tet. Nur sauber strukturierte Modelle können für weitere Analysen und Simulatio-
nen oder Konvertierungen in andere CAX-Anwendungen verwendet werden, ohne
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dass man damit rechnen muss, dass sie Probleme verursachen.

Modellierung Konstruktionsmethodik Ziel

Erzeugung der groben


Werkstückgeometrie aus 9 Objektorientierung
Teilgeometrien 9 Konstruktionsabsicht
(Geometrieneugestaltung) Mathematisch stabiles,
9 Methodische
Funktionsabfolgen änderungsfreundliches und
Detaillierung des Volumen- übersichtliches Modell
körpers (Geometrie- 9 Stabile
bearbeitung) Abhängigkeitsketten
For personal use only.

2.7 Skizzen als Grundlage zur Erzeugung von Teilgeometrien


Die meisten im Maschinenbau gefertigten Bauteile bestehen in ihren Teilgeometrien
Möglichkeiten der Skiz-
aus Grundprofilen, die aus Geraden und Kreisen bzw. Kreissegmenten zusammenge- zenerzeugung
setzt werden. Freie Kurven und Oberflächenformen werden in der Flächenerzeugung
(Generative Shape Design) verwirklicht und sind nicht Inhalt dieses Buches. Um
komplexe Profile im Skizzierer in ihre Endform zu bringen, gibt es mehrere Mög-
lichkeiten:
1) Die gesamte Kontur wird in einem Zug über die Funktion Profil (Profile) etwa in Kontur in einem Zug
ihrer tatsächlichen Größe skizziert. Die anschließende Vergabe von Zwangsbedin- erzeugen
gungen schafft Formstabilität.
2) Die gesamte Kontur wird aus sich überschneidenden Teilsegmenten (Linien, Krei-
Zusammenstückelung aus
se, Bögen usw.) etwa in tatsächlicher Größe skizziert und zusammengesetzt. Über Segmenten
die Funktion Trimmen (Trim) werden überstehende Linienzüge entfernt und Lücken

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2 Grundlagen

geschlossen. Die anschließende Vergabe von Zwangsbedingungen schafft Formsta-


bilität.
Mischform 3) Die gesamte Kontur entsteht überwiegend mithilfe der Funktion Profil (Profile).
An einigen Stellen werden Lücken gelassen, die durch das „Einhängen“ von beliebi-
gen Linienzügen (z.B. Kurven oder Splines aus der Flächenkonstruktion) wieder
geschlossen werden. Formstabilität wird wieder durch Vergabe von Zwangsbedin-
gungen erreicht.
Welche Variante dabei die sinnvolle ist, hängt zum einen von der Skizzenkontur,
viel mehr aber von den persönlichen Vorlieben des jeweiligen Konstrukteurs ab. Sie
werden mit der Zeit (und viel Übung) die für Sie einfachste und schnellste Methode
herausfinden.
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2.8 Die Entstehungsgeschichte eines Modells:


der Strukturbaum
Der Strukturbaum, der im Modellbereich angezeigt wird, erweitert sich im Laufe
einer Konstruktion fortwährend. Dabei werden alle Konstruktionsschritte, die expli-
zite Geometrie oder Regeln hervorbringen, in chronologischer Abfolge eingeschrie-
ben. Einer Funktion untergeordnete Referenzelemente können durch Anwahl eines
links neben dem Bildsymbol angezeigten Pluszeichens aufgeklappt werden. Diese
Eingangselemente befinden sich auf einer hierarchisch niederen Stufe in der Bau-
teilhistorie. Deutlich wird dies durch den horizontalen Versatz innerhalb der Baum-
struktur. Man spricht daher häufig von einem Eltern-Kinder-Modell, womit man
sich auf die Abhängigkeiten der Elemente untereinander bezieht. Die Anwahl eines
Minuszeichens schließt die Kinder der Elterngeometrie. Somit kann die Lebensge-
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schichte eines Modells sehr einfach nachvollzogen werden.


Symbole im Struktur- Zur besseren Übersicht werden vom Programm automatisch
baum zu den jeweiligen Bezeichnungen der Modellierungsschritte
entsprechende Bildsymbole im Strukturbaum mit abgespei-
chert. Sie gleichen meistens den Symbolen auf den Schalt-
flächen (Icons), über die sie erzeugt wurden.
Editieren eines Volumen- Das Bildsymbol und der von CATIA V5 automatisch verge-
modells bene Funktionsname im Strukturbaum geben Aufschluss über die Teilgeometrie im
Modell, die dahinter steckt. Alle Elemente können separat voneinander angewählt
werden und sind direkt mit der Geometrie des Bauteils verknüpft. Durch Markierung
eines Elementes (mit der linken Maustaste) wird das deutlich. Sowohl der Struktur-
baumeintrag als auch die Volumengeometrie werden orange hervorgehoben als
Zeichen dafür, dass sie selektiert wurden.

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2.8 Die Entstehungsgeschichte eines Modells: der Strukturbaum
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Über Doppelklick mit der linken Maustaste auf einen Strukturbaumeintrag öffnet
sich die dazugehörige Eingabemaske mit den für die Teilgeometrie definierten Eck-
daten. Auch eine bereits erstellte Skizze (Sketch) kann durch Doppelklick auf den
entsprechenden Strukturbaumeintrag erneut geöffnet werden. Auf diese Weise kön-
nen die Parameter zu den jeweiligen Funktionen nachträglich editiert werden. Hier
am Beispiel einer Kantenverrundung (Edge Fillet):
For personal use only.

Strukturbaumeinträge können über die Anwahl Löschen (Delete) im Kontextmenü


(Aufruf über rechte Maustaste auf das zu entfernende Element) oder durch Selektie- Löschen von Struktur-
ren mit der linken Maustaste und anschließendes Drücken der Entf-Taste gelöscht baumeinträgen
werden.

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2 Grundlagen

(1) Strukturbaumelemente löschen: Strukturbaumeinträge können, wenn sie gerade


Hinweis in Bearbeitung definiert (Defined In Work Object) sind, nicht gelöscht werden. Ele-
mente in Bearbeitung werden unterstrichen dargestellt. Wenn Tochterelemente
durch Entfernen von Referenzen nicht mehr berechnet werden können, ist das Lö-
schen ebenfalls unzulässig. Das Programm läuft auf einen Aktualisierungsfehler,
und CATIA V5 bringt eine Fehlermeldung.
Eindeutigkeit der Be- Bei komplexeren Bauteilen müssen häufig gleichartige Funktionen (wie z.B. Block,
zeichnungen Tasche usw.) zur Erzeugung verschiedener Teilgeometrien verwendet werden. Nach-
dem jede Funktion einen weiteren Eintrag im Strukturbaum erzeugt, wird man ab
einem gewissen Umfang der Konstruktion eine Zuordnung der Elemente nicht mehr
ohne Weiteres erkennen können. Man verliert den Überblick, und die Modellierung
wird ineffektiv. Um ein Editieren des Modells vornehmen zu können, muss man
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dann mit unnötig viel Aufwand die dazu notwendige Funktion suchen.
Um die Übersichtlichkeit der Konstruktion zu erhöhen, sollten für die Struktur-
baumeinträge selbst gewählte Namen vergeben werden. Auf diese Weise sind ge-
zielte Eingriffe wie Änderungen oder Ergänzungen am Modell möglich. Eindeutig-
keit der Bezeichnungen gibt Aufschluss über die Zuordnung zur betroffenen Bau-
teilgeometrie. Die von CATIA V5 vergebenen Funktionsnamen haben dafür einen zu
niedrigen Informationsgehalt.
Über das Kontextmenü (rechte Maustaste auf den Eintrag, der umbenannt werden
soll) kann im Eingabefenster EIGENSCHAFTEN > KOMPONENTENEIGENSCHAFTEN > KOM-
PONENTENNAME (PROPERTIES > FEATURE PROPERTIES > FEATURE NAME) der Name eines
Strukturbaumeintrages verändert werden:
For personal use only.

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2.9 Navigation im Modellbereich

(2) Benutzereingaben: In Anlehnung an die Informationstechnik sollten die folgen-


den Richtlinien bei der Wahl von eigenen Bezeichnungen berücksichtigt werden.
Tipp
Andernfalls können Dateien in ihrer Weiterverwendbarkeit bei der Einbindung in
weitere Prozessketten, bei der Einbindung in Quelltexte zur Makroprogrammierung
oder zum Datenaustausch unbrauchbar werden. Darüber hinaus ergibt sich dadurch
ein optisch geordnetes Gesamtbild im Strukturbaum.
großbuchstaben vermeiden
keine_leerzeichen (Ædurch_unterstrich_ersetzen)
keine_sonderzeichen (!)
keine_umlaute (z.B. ä Æ ae)
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2.9 Navigation im Modellbereich


Zum Kennenlernen der Navigationsmöglichkeiten im CAD mit CATIA V5 lohnt es
sich, vorab ein schon existierendes Bauteil aufzurufen und ein wenig mit dem Mo-
dell herumzuspielen. Falls Sie noch keine entsprechende Datei zur Verfügung haben
sollten, können Sie diesen Abschnitt nach Erstellung Ihres ersten Modells nachar-
beiten.
(3) Funktionsnamen anzeigen lassen: Ähnlich wie bei anderen schon bekannten
Software-Applikationen wird auch bei CATIA V5 der Name einer Funktion am Bild- Tipp
schirm kurzzeitig angezeigt, indem man den Mauszeiger über dem Symbol stehen
lässt.
Das Bewegen eines Modells im Raum erfolgt heutzutage vorwiegend über die Maus-
tastenbelegung. Die Anwendung der alternativ bereitgestellten Funktionen unter der Navigation über die
Funktionsgruppe Ansicht (View) ist zwar intuitiv, aber verhältnismäßig umständ- Funktionsleiste
For personal use only.

lich. Eine Beschreibung zu den einzelnen Funktionen finden Sie in Kapitel 3.2.1.2
Funktionsgruppe Ansicht (View) zur Manipulation der Bildschirmdarstellung.

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2 Grundlagen

Maustastenbelegung Mit den Tasten der Maus kann ein Bauteil im Modellbereich bewegt werden. Auch
wenn heute eine sogenannte Spacemouse zur Navigation im CAD Standard ist, ist
die Maustastenbelegung bei CATIA V5 sehr gut gelöst.

Selektieren/Aktivieren Linke Taste einmal drücken; markierte Ob-


jekte werden orange

Verschieben Mittlere Taste gedrückt halten (Modell be-


wegt sich proportional zur Mausbewegung)

Zentrieren/Festlegen des Mit mittlerer Taste einmal kurz auf den zu


Drehzentrums zentrierenden Punkt am Körper klicken
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Drehen Mittlere Taste, dann rechte/linke Taste drü-


cken und beide halten (Modell bewegt sich
proportional zur Mausbewegung)
Zoom Mittlere Taste drücken und halten, rechte
oder linke Taste einmal kurz drücken (Ver-
größerung/Verkleinerung proportional zur
vertikalen Mausbewegung)
Kontextmenü Rechte Taste (Zusatzeigenschaften von Ob-
jekten)
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Tastenkombinationen Bestimmte Tastenkombinationen (Shortcuts) sind mit Funktionen hinterlegt, die das
Programm erkennt und die Modellierung beschleunigen können. Hier einige Bei-
spiele:

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2.9 Navigation im Modellbereich

Esc Abbruch/Deaktivieren einer Funktion

F1 Hilfe

F3 Strukturbaum einblenden/ausblenden

Entf Markiertes Element löschen

Kontexthilfe für Funktionen mit Link zur Online-


Shift + F1
Dokumentation

Shift + F3 Strukturbaum aktivieren/deaktivieren


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Shift + Pfeil nach links Nach links rotieren

Shift + Pfeil nach rechts Nach rechts rotieren

Shift + Pfeil nach oben Nach oben rotieren

Shift + Pfeil nach unten Nach unten rotieren

Strg + Pfeil nach links Nach links verschieben

Strg + Pfeil nach rechts Nach rechts verschieben

Strg + Pfeil nach oben Nach oben verschieben

Strg + Pfeil nach unten Nach unten verschieben

Strg + Bild nach oben Vergrößert in Intervallen

Strg + Bild nach unten Verkleinert in Intervallen


For personal use only.

Strg + N Neues Dokument

Strg + O Dokument öffnen

Strg + S Dokument sichern

Strg + P Dokument drucken

Strg + Z Rückgängig

Alt + Enter Aufruf der Eigenschaften

Shift Intelligente Auswahl ausschalten (im Skizzierer)

Strg Bedingung festhalten (im Skizzierer)

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2 Grundlagen

2.10 Signalfarben (Diagnosefarben)


Bestimmte Farben haben für die 3D-Konstruktion mit CATIA V5 eine besondere
Bedeutung. Sie sollen dem Anwender Aufschluss über den jeweiligen Zustand von
Elementen oder Elementverbänden geben. In den Übungsbeispielen wird später auf
die Möglichkeit eingegangen, Farben von Elementen selbst zu definieren. Derartige
Veränderungen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Die Vergabe von Signal-
farben ist möglichst zu vermeiden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sig-
nalfarben im 3D-Raum und im Skizzierer:

Signalfarben im Skizzierer:
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Farbe Bedeutung
Weiß Standardelemente mit Freiheitsgraden
Grau Konstruktionselemente mit Freiheitsgraden
Grün Elemente ohne Freiheitsgrade
Orange Selektierte Elemente
Violett Überbestimmte Elemente
Rot Inkonsistente Elemente/Selektierte Körperkanten
Braun Unaufgelöste Elemente
Gelb Projizierte Elemente (ohne Freiheitsgrad)
Blau Geometrievorschläge (intelligente Auswahl)
For personal use only.

Signalfarbe im 3D-Raum:

Farbe Bedeutung
Rot Noch nicht berechnetes Modell

Einen besonders hohen Stellenwert haben die Signalfarben im Skizzierer. Ihre Be-
deutung wird in den kommenden Übungsbeispielen noch deutlich werden.

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