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Bericht über die qualitätsverbessernden

Maßnahmen in Studium und Lehre 2011 | 2012


Qualitätsverbessernde Maßnahmen in
Studium und Lehre 2011|2012
Inhalt

Vorwort......................................................................................................................................................................................................5
1. Qualitätsmanagement in Studium und Lehre......................................................................................................................6
Evaluationen, Befragungen, Akkreditierungen............................................................................................................9
Lehrveranstaltungsbewertungen............................................................................................................................. 10
Akkreditierungen............................................................................................................................................................ 11
Absolventenbefragungen........................................................................................................................................... .12
Studiengangsgespräche im Rahmen des Qualitätskonzeptes KIQS.................................................................21

2. Zentrale Angebote für Lehre, Lernen und Studentisches.............................................................................................. 22


Zentrale Einrichtung Lehre, Studium und Weiterbildung (ZEL).........................................................................23
Kompetenzorientierte Studiengangsentwicklung............................................................................................ 23
Career Service.................................................................................................................................................................. 27
Schlüsselkompetenzen................................................................................................................................................. 28
Beschwerdemanagement/Ombudsperson zur Sicherstellung guter Studienbedingungen.............29
Lehrerbildung................................................................................................................................................................... 30
eLearning Service Abteilung (elsa).......................................................................................................................... 31
Offene Hochschule........................................................................................................................................................ 33
Hochschuldidaktische Personalentwicklung............................................................................................................. 34
Weitere Aktivitäten im Berichtsjahr.............................................................................................................................. 37
AG Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen............................................................................. 37
Tag der Lehre 2011: „Gute Lehre, Gutes Lernen“.............................................................................................. 38
Preis für exzellente Lehre............................................................................................................................................ 38

3. Dezentrale Maßnahmen............................................................................................................................................................. 40
Studiengangsgespräche Wintersemester 2010/11................................................................................................. 41
Fakultätsübergreifende Handlungsbedarfe................................................................................................................ 41
Fakultätsspezifische Handlungsbedarfe und Maßnahmen................................................................................. 42
Fakultät für Architektur und Landschaft, Fachgruppe Landschaft............................................................42
Fakultät für Architektur und Landschaft, Fachgruppe Architektur...........................................................44
Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie, Fachgruppe Bauingenieurwesen.............................44
Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie, Fachgruppe Geodäsie und Geoinformatik..........46
Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, Fachgruppe Elektrotechnik
und Informationstechnik............................................................................................................................................ 47
Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, Fachgruppe Informatik.......................................................48
Juristische Fakultät........................................................................................................................................................ 49
Fakultät für Maschinenbau........................................................................................................................................ 51
Fakultät für Mathematik und Physik..................................................................................................................... 53
Naturwissenschaftliche Fakultät............................................................................................................................. 54
Philosophische Fakultät............................................................................................................................................... 56
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät................................................................................................................. 57
Förderportfolio Leibniz-KIQS – Konzepte und Ideen für Qualität im Studium...........................................60
Vorwort

Studium und Lehre sind stetig im Wandel und


müssen sich kontinuierlich an neue Herausfor-
derungen anpassen und weiterentwickeln. Diese
Herausforderungen spiegeln sich wider in den An-
forderungen, die der Bologna-Prozess mit sich ge-
bracht hat. Zu nennen sind hier unter anderem die
geforderte Integration der Berufsbefähigung der
Studiengänge, die Förderung der akademischen
Mobilität, die kompetenzorientierte Ausrichtung
von Studium und Lehre sowie die Implikationen
des Modells der studienbegleitenden Prüfungen.

Deutlich stärkerer Beratungs- und Informationsbe-


darf für Studierende durch Profilierung und
Komplexitätszunahme werden an der Leibniz
Universität Hannover seit Jahren energisch ange-
gangen. Doch sind in diesem Bereich auch in den
kommenden Jahren erhebliche weitere Anstren-
gungen nötig, um die Vorteile der neuen Studien- Wir begreifen die Herausforderungen jedenfalls
gänge umfassend zur Geltung zu bringen. als Chance und werfen, auch vom Standpunkt der
neuen Studierendengruppen ausgehend, einen
Als landesspezifische Zuspitzung der Anforderun- kritischen Blick auf das Studium von seinem
gen ist in Niedersachsen seit dem Wintersemester Beginn bis zum erfolgreichen Abschluss, um ge-
2011/12 die durch das achtjährige Gymnasium meinsam mit Fakultäten und zentralen Bereichen
bedingte jüngere Studierendengruppe mit er- aus den festgestellten Problemen direkt gezielte
höhtem Orientierungs-, Beratungs- und Unter- und gebündelte Maßnahmen zur Verbesserung der
stützungsbedarf zu sehen. Verstärkt wird dies Studiengänge und Studienbedingungen abzuleiten.
durch die Öffnung der Hochschulen für Personen
mit beruflichen Vorbildungen, die teilweise stark Der vorliegende Bericht über die qualitätsver-
divergente Vorkenntnisse und Voraussetzungen bessernden Maßnahmen in Studium und Lehre
mitbringen. Zusätzliche Herausforderungen für die dokumentiert Maßnahmen, die zum Teil bereits
Leibniz Universität Hannover ergeben sich aus der im Wintersemester 2010/11 angestoßen, im Jahr
besonderen Aufstellung im Bereich der Lehramts- 2011 verstärkt forciert und zu einem großen Teil
ausbildung und der Breite des Fächerspektrums. im Jahr 2012 fortgesetzt wurden. Die kontinu-
ierliche Verbesserung von bereits vorhandenen
Diese Herausforderungen bieten vielfältige Ansät- Strukturen steht dabei ebenso im Vordergrund, wie
ze für Verbesserungen und Weiterentwicklungen die Schaffung und Ausweitung von Angeboten für
in der Lehre: durch eine integrierte, systematische neu zu erschließende Lernergruppen.
und auf Dauer angelegte, studierendenorientierte
Optimierung in den genannten Bereichen. Die
Leibniz Universität Hannover ist schon seit länge- Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen Ihre
rer Zeit dabei, dauerhaft wirksame Verbesserungen
für alle Studierenden zu erreichen und baut dazu
ihr Qualitätsmanagement in Studium und Lehre
kontinuierlich aus. Sicherlich sind nicht alle Verän-
derungen sofort in ihrer Wirkung spürbar. Manche
Dinge benötigen durch die Komplexität des Ge- Prof. Dr. phil. Gabriele Diewald
genstands und das breite Geflecht an Beteiligten Vizepräsidentin für Lehre,
mehr Zeit und Geduld. Ich bin zuversichtlich, dass Studium und Weiterbildung
sich auch diese Bemühungen langfristig behaup-
ten und bewähren werden.
1. Qualitätsmanagement in Studium und Lehre
7 Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

Das Präsidium der Leibniz Universität Hannover hat Seit 2010 verfügt die Leibniz Universität Hannover
sich zum Ziel gesetzt, die Qualität von Lehre und über eine Qualitätspolitik, die von der Arbeits-
Studium kontinuierlich weiter zu verbessern und gruppe „Prozessorientiertes Qualitätsmanagement“
hat dazu das Programm Leibniz-KIQS – Konzepte unter Leitung von Dezernat 1, Sachgebiet Orga-
und Ideen für Qualität im Studium bereits im nisations- und Personalentwicklung, erarbeitet
Jahr 2008 aufgelegt. Leibniz-KIQS steht für ein wurde. Sie bildet den formellen Rahmen für alle
Gesamtkonzept zur Förderung der Lehrqualität, das Qualitätsmanagementaktivitäten der Hochschule.
1
Vgl. hierzu : http://www.uni-
bestehende und neu zu entwickelnde Komponen- Basis der Qualitätsziele bilden die im Leitbild1 hannover.de/de/universitaet/ziele/
ten und Instrumente systematisch in ein Qualitäts- für die gesamte Leibniz Universität Hannover leitbild/index.php
managementsystem integriert. formulierten Leitlinien ebenso wie die in der
Entwicklungsplanung 20132 enthaltenen Aussa- 2
Vgl. hierzu : http://www.uni-
Das übergeordnete strategische Ziel der Leibniz gen zur Qualität. Die Qualitätsziele stellen somit hannover.de/de/universitaet/
Universität Hannover im Bereich von Studium und die Grundlage für die konkrete Ausgestaltung des veroeffentlichungen/
Lehre ist das Angebot wettbewerbsfähiger und Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung entwicklungsplanung/index.php
attraktiver Studiengänge, guter Lehre und guter dar. Als Qualitätsziele für den Bereich Lehre und
Studienbedingungen. Um dieses strategische Ziel Studium sind in der Qualitätspolitik definiert:
dauerhaft zu erreichen, wird die Qualitätssicherung
im Bereich von Lehre und Studium intensiviert und • Guter Übergang in die Hochschule
verstetigt und zu einem integrierten Qualitätsma-
nagementsystem weiterentwickelt. Ein Studium konfrontiert Studienanfängerin-
nen und Studienanfänger mit völlig neuen
Ein Qualitätsmanagementsystem für Lehre und Anforderungen. Daher müssen geeignete
Studium beinhaltet: Maßnahmen getroffen werden, um junge
Menschen bei ihrer Entscheidung für ein Stu-
• die Definition eines Qualitätsbegriffs und die dienfach zu unterstützen sowie sie in der Stu-
Festlegung von Qualitätszielen und Bezugs- dieneingangsphase bestmöglich zu begleiten.
bereichen,
• die Definition der qualitätsrelevanten Kern- • Wettbewerbsfähige und attraktive
prozesse (Planung und Durchführung von Studiengänge
Studiengängen), der Verfahren der Qualitäts-
sicherung unter Einbezug aller Beteiligten und Mit dem Ziel, über geeignete Maßnahmen
der jeweiligen Verantwortlichkeiten, die Qualität und Transparenz in Studium
• die Institutionalisierung aller qualitätsrelevan- und Lehre zu fördern, soll die nationale und
ten Aspekte in einem Rückkopplungskreislauf internationale Wettbewerbsfähigkeit der
sowie die umfassende Dokumentation des Leibniz Universität Hannover gestärkt werden.
Qualitätsmanagementsystems. Die Wettbewerbsfähigkeit drückt sich durch
eine forschungsbezogene Lehre aus und trägt
damit zur Profilbildung der Leibniz Universität
Ein solcher Ablauf stellt sich als Qualitätsregelkreis
Hannover bei.
wie folgt dar:

Zielsetzung
(Qualitätsziele)

Qualitätssicherung Planung
und Dokumentation von Studiengängen

Durchführung
von Studiengängen
Qualitätsmanagement 8
in Studium und Lehre

• Exzellenz in der Lehre Komponenten eines Qualitätmanagements (QM)


für Lehre und Studium sind alle Verfahren, Instru-
Der Zielbegriff beinhaltet alle Merkmale mente, Verantwortlichkeiten, aber ebenso ein
möglichst hoher Qualität eines Lehr-Lern- Berichtswesen wie auch zentrale und dezentrale
Prozesses, der die Intentionen, Handlungen, Angebote und Anreize, die die Qualität in den
Wahrnehmungen und Beurteilungen sowohl genannten Bereichen beeinflussen und verändern.
der Lehrenden als auch der Lernenden einbe- Die folgende Liste nennt die wichtigsten Kompo-
zieht. Exzellenz in der Lehre heißt, grundlegen- nenten, die an der Leibniz Universität Hannover
de disziplinäre Inhalte, Ansätze und Metho- zum Einsatz kommen und fortlaufend systemati-
den breit und nachhaltig zu vermitteln, um siert werden:
wissenschaftlich herausragende Vertiefungen
und Spezialisierungen mit Forschungs- und • Akkreditierungs- und Evaluationsverfahren für
Praxisbezug darauf aufzubauen. Studiengänge und Lehreinheiten
• Studentische Lehrveranstaltungsbewertungen
• Gute Studienbedingungen • Kennzahlen des zentralen und/oder dezentra-
len Controllings
Zur Sicherung der Qualität guter Lehr- und
• Erhebungen/Befragungen zur Studienein-
Lernprozesse sind gute Studienbedingungen
gangsphase
unentbehrlich. Gute Studienbedingungen
zu schaffen heißt, eine transparente und • Erhebungen/Befragungen zu exemplarischen
funktionierende Studiengangsorganisation zu Problemen des Studienverlaufs
gewährleisten, förderliche Beratungs- und Be- • Auswertung fakultätsinterner Daten, z. B.
treuungsangebote auszubauen, gute räumliche Prüfungsverlaufsanalysen
und sächliche Rahmenbedingungen vorzuhal- • Befragungen zur Studienzufriedenheit (insb.
ten sowie unterstützende Dienstleistungen in HIS-Studienqualitätsmonitor und CHE-Befra-
allen dezentralen und zentralen Verwaltungs- gungen)
bereichen anzubieten.
• Absolventenbefragungen (zur Zufriedenheit,
zum Übergang in Arbeit und Beruf)
• Kompetenzorientierung
• Qualitative Wirkungsanalysen
Aufbauend auf dem Ziel, die Studierenden zur • Entwicklungspläne der Fakultäten mit Aussa-
verantwortungsvollen und eigenständigen gen zu Lehre und Studium
Wahrnehmung anspruchsvoller Aufgaben in • Berichtspflichten und Gesprächstermine mit
Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft zu Fakultäten und Studierenden (z. B. die jährlich
befähigen, bezweckt ein Studium nicht nur stattfindenden Studiengangsgespräche)
den Erwerb einer soliden Wissensbasis und • Anreizmodelle (Förderportfolio, Strukturfonds,
der Fähigkeit, diese forschend zu erweitern, Zielvereinbarungen, Preis für exzellente Lehre,
sondern auch den Aufbau einer angemessenen Preis für sehr gute Studierende)
Handlungsfähigkeit, die im Begriff der Kom-
petenz ihren Ausdruck findet und die Persön- • Angebote zur hochschuldidaktischen Weiter-
lichkeitsentwicklung der Studierenden fördert. bildung der Lehrenden
Diese Kompetenzorientierung muss sich in • Selfassessments für Studieninteressierte
allen Merkmalen von Lehre und Lernumfeld • Zentrale Angebote zu neuen Lehr- und Lern-
abbilden. methoden (z. B. eLearning, kompetenzorien-
tierte Studiengangsgestaltung)
Als weiteres Qualitätsziel kann der erfolgreiche • Beschwerdemanagement für Studierende/
Übergang in den Beruf genannt werden. Die Ombudsperson zur Sicherstellung guter Studi-
Leibniz Universität Hannover fördert die Beschäf- enbedingungen
tigungsfähigkeit ihrer Studierenden, indem neben
fachspezifischen auch fachübergreifende Studi- Im Zuge der Etablierung eines QM-Systems ist
enangebote im Bereich der Schlüsselkompetenzen vor allem die Frage der Verantwortlichkeiten und
zur Verfügung gestellt werden, die den Übergang Zuständigkeiten, aber auch der Aspekt der Partizi-
von der Hochschule in den Beruf erleichtern. Die pation aller Betroffenen systematisch zu unter-
Leibniz Universität Hannover ermöglicht es ihren suchen und zu regeln. Dabei wird von folgenden
Absolventinnen und Absolventen durch ein geziel- Voraussetzungen ausgegangen:
tes Angebot, dass sie sich erfolgreich in Gesell-
schaft und Beruf bewegen und einbringen können.
9 Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

Akteure im QM-System sind die Hochschullei- Nachhaltigkeit und Rückkopplung


tung, die Fakultäten, Lehrende, Studierende sowie
zentrale Einrichtungen, insbesondere die Zentrale Das QM basiert auf dem Prinzip des Regelkreises
Einrichtung Lehre, Studium und Weiterbildung (s. o.), bei dem durch institutionalisierte Rückkopp-
(ZEL), das Fachsprachenzentrum (FSZ), das Hoch- lung sowohl zwischen allen Beteiligten als auch in
schulbüro für Internationales (HI) und das zentrale den regelhaften Verfahrensabläufen die Bestands-
Gleichstellungsbüro (GSB) mit den dezentralen aufnahmen, Evaluationen und darauf folgende
Gleichstellungsbeauftragten. Auch die Verwaltung, Maßnahmen die Grundlage zur qualitätssteigern-
insbesondere die Dezernate 6 (akademische und den Veränderung bilden.
studentische Angelegenheiten) und 1 (Organisa-
tions- und Personalentwicklung) sind in die Quali- Für alle Verfahren und Prozesse müssen geeignete
tätsprozesse von Studium und Lehre eingebunden. Wiederholungszyklen festgelegt werden. Das QM
Im Rahmen des Campusmanagement-Projekts ist zu dokumentieren und diese Dokumentation
wurden alle administrativen und IT-unterstützten öffentlich zugänglich zu machen. Der vorlie-
Prozesse in Studium und Lehre aufgenommen, gende Bericht über die qualitätsverbessernden
analysiert und optimiert (weitere Informationen Maßnahmen in Studium und Lehre an der Leibniz
hierzu unter: http://www.uni-hannover.de/de/ Universität Hannover erscheint seit 2010 jährlich
universitaet/projekte/campusmanagement/ und hält Ergebnisse und Wirkungen solcher Maß-
projekt/index.php). Dezernat 6 und Sachgebiet 12 nahmen fest, die im jeweiligen Berichtszeitraum
(IuK-Technik) tragen maßgeblich zur Gestaltung, zur Verbesserung in Studium und Lehre beigetra-
Erbringung und Steuerung aller administrativen gen haben.
Aufgaben und Prozesse im akademischen Zyklus bei.
Evaluationen, Befragungen,
Zentral wird das QM in den genannten Bereichen Akkreditierungen
von der Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Voraussetzung für Qualitätsverbesserung von
Weiterbildung verantwortet. Die Abteilung Lehr- Lehre und Studium ist die Beschreibung der
und Studienqualität der ZEL unterstützt die Vize- Situation. Die Grundlagen einer solchen Zustands-
präsidentin bei der Steuerung und Kontrolle der beschreibung sind Datenerhebungen, Befragungen
Entwicklungs- und Umsetzungsprozesse. Sie führt von Beteiligten und von Expertinnen und Experten
zentrale Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sowie Beurteilungen und Bewertungen. Evaluation
und Zielerreichung für alle Studiengänge durch. ist eine besondere Form der Beschreibung von
Die Ausarbeitung und Durchführung von spezi- Sachverhalten, denn Evaluation ist prinzipiell eine
fischen, disziplinären Qualitätszielen und -maß- wissenschaftliche Methode zur Bewertung von
nahmen wird, ausgehend von den übergeordneten zweckgerichteten Programmen in institutionel-
strategischen Zielen der Leibniz Universität Han- len Handlungszusammenhängen, also in diesem
nover, durch die Fakultäten selbst vorgenommen Fall von Studienprogrammen in der Organisation
und mit den zentralen Bereichen abgestimmt. Hochschule. Die Bewertung der Programme soll
anwendungsorientiert zu Erkenntnissen für Maß-
nahmen zur Verbesserung führen.
Qualitätsmanagement 10
in Studium und Lehre

Nicht jede Befragung von Studierenden oder Fach zusammengefassten Ergebnisse in den Gre-
Lehrenden ist bereits Evaluation, aber wenn man mien der Fakultäten, insbesondere in den Studien-
einen Leitbegriff für Maßnahmen zur Qualitätsver- kommissionen erörtert, um dort über Maßnahmen
besserung in der Lehre, für umfassende oder auch und Verbesserungsmöglichkeiten zu entscheiden.
begrenzte empirische Untersuchungen innerhalb Verantwortlich für die organisatorische Durchfüh-
von Studiengängen und für das Anregen von rung, die inhaltliche Auswertung und mögliche
Kommunikation über Lehre sucht, dann scheint Konsequenzen ist die Studiendekanin bzw. der
Evaluation ein praktikabler Titel zu sein. Studiendekan unter Beteiligung der Studienkom-
mission.
Beurteilungen und Bewertungen sind unverzicht-
bare Elemente, um eine bestehende Situation zu Zur Vereinfachung und Unterstützung der organi-
beschreiben (den zugrundeliegenden Qualitätsbe- satorisch-technischen Durchführung der LVB hat
griff und strategische Ziele, Stärken, Schwächen, die Leibniz Universität Hannover im Februar 2007
Verbesserungsmöglichkeiten) und um im weite- EvaSys beschafft und im Rechenzentrum instal-
ren Verlauf regelmäßig die Entwicklungen und liert. EvaSys ist eine Software zur edv-gestützten
Veränderungen festzustellen und zu analysieren. Erstellung und Auswertung von papierbasierten
Besondere Bedeutung für den Prozess der Quali- und online durchgeführten Befragungen. Mit
tätssicherung in der Lehre haben die Befragungen EvaSys wird ein Fragebogen generiert, der ausge-
von Studierenden und Absolventen (als ehemalige druckt, ausgefüllt, eingescannt und ausgewertet
Studierende) und Verfahren der Begutachtung von wird. Berichte werden automatisiert erstellt.
Studiengängen, welche an der Leibniz Universi-
tät als Lehrevaluationen praktiziert wurden und Im Rahmen des Ausbaus des QM-Systems und der
aktuell im Rahmen von Akkreditierungsverfahren hochschulweiten Institutionalisierung der Verfah-
durchgeführt werden. ren beschloss der Senat im Januar 2010 die Evalu-
ationsordnung der Leibniz Universität Hannover,
Die Beschreibung kann ein Gutachterbericht um den Beteiligten mehr Verfahrenssicherheit zu
mit Empfehlungen sein (z. B. im Rahmen von geben sowie die rechtliche Verbindlichkeit und
Akkreditierungsverfahren oder anlassbezogenen die Verpflichtung zur Teilnahme festzuschreiben
Evaluationen), eine Bewertung durch Programm- (veröffentlicht im Verkündungsblatt 03/2010 vom
verantwortliche z. B. Bericht des Studiendekans), 18.02.2010).
das Ergebnis von Studierenden- oder Absolventen-
befragungen (z. B. Lehrveranstaltungsbewertun- Aufbauend auf dieser Evaluationsordnung wurde
gen, z. B. der HIS-Studienqualitätsmonitor) oder eine „Verfahrensbeschreibung für die Lehrver-
auch die Interpretation statistischer Kennzahlen anstaltungsbewertung“ entwickelt, in der der
zum Studienverlauf. In einem QM-System sind Be- Zweck der LVB, die Zuständigkeiten, die Mitwir-
urteilungen, Bewertungen, Berichte, Befragungen kungspflichten, die Erhebungsmerkmale und die
und Datenerhebungen ebenso wie verschiedene einzelnen operativen Schritte der Durchführung
Gesprächsformen und Kommunikationen als regel- der LVB nachvollziehbar beschrieben wurden, um
mäßig einzusetzende Instrumente zu institutiona- das Verfahren für die Verantwortlichen in den
lisieren. Studiendekanaten und Fakultäten transparenter zu
machen.
Lehrveranstaltungsbewertungen
Die Verfahrensbeschreibung wurde innerhalb einer
Lehrveranstaltungsbewertungen (LVB) sind ein
„AG EvaSys“ entwickelt und Ende 2010 im Präsidi-
klassisches Element zur Verbesserung der Lehr-
um der Leibniz Universität Hannover zur Kenntnis
und Lernprozesse, des Studienangebotes und der
genommen und der Gliederungspunkt der Mit-
Studienbedingungen. Diese Form der unmittelba-
wirkungspflichten verbindlich für alle Lehrenden
ren studentischen Bewertung von Lehre und Lehr-
beschlossen (veröffentlicht als Rundschreiben A
person ist seit mehr als zwanzig Jahren Bestandteil
Nr. 40/2010). In der AG EvaSys, deren Mitglieder
der Evaluation von Lehre und Studium. Seit Mitte
die LVB-Verantwortlichen aller Fakultäten sind
der 90er Jahre ist die LVB auch als Aufgabe der
sowie einige zentrale Akteure, wurde im Jahr 2010
Hochschule im Landeshochschulgesetz verankert
der Fragebogen überarbeitet und dabei ein Katalog
(gegenwärtig als NHG § 5 Absatz 2).
von acht verbindlichen Fragen für alle LVB an der
Leibniz Universität Hannover beschlossen. Diese
Die Durchführung von LVB ist grundsätzlich eine
Fragen werden ab dem Sommersemester 2011 in
dezentrale Angelegenheit, denn die Bewertung soll
festgelegten Formulierungen in alle zu verwen-
das Gespräch zwischen Lehrenden und Studie-
denden Fragebögen aufgenommen. Fünf dieser
renden fördern und vorrangig der Verbesserung
Fragen werden als Block verwendet, um einen
der einzelnen Lehrveranstaltung dienen. Darüber
„Indikator für gute Lehre“ bilden zu können.
hinaus werden die für einen Studiengang oder ein
11 Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

Akkreditierungen und Weiterbildung. Das bedeutet, Beratung


im Vorfeld sowohl über die Bereitstellung von
Akkreditierungsverfahren sind Instrumente der Informationen und Dokumenten auf den Studien-
Qualitätssicherung in Lehre und Studium und gangsplanerseiten im Web der Leibniz Universität
Bestandteil landesgesetzlicher Regelungen zur Ein- Hannover, als auch über direkte persönliche Bera-
richtung von Studiengängen. Nach NHG § 6 darf tungsgespräche. Das bedeutet ebenso, Unterstüt-
in Niedersachsen ein Studiengang nicht angeboten zung nach dem Gutachterbesuch bei der Erfüllung
werden, wenn keine Akkreditierung erfolgt ist. von Empfehlungen und Auflagen der Akkreditie-
Bei der Begutachtung von Studiengängen durch rungsentscheidungen und deren erforderlichem
Audits der Akkreditierungsagenturen geht es nicht Nachweis. Die Hauptlast der Arbeitsbelastung in
nur um die Befolgung der formalen Regelungen Akkreditierungsverfahren liegt zweifellos in den
und der Vorgaben der Kultusministerkonferenz jeweiligen Fächern und Studiendekanaten. Die
(KMK), sondern die Aufmerksamkeit der Gutachter- zentrale Einrichtung steht zur Verfügung, um die
gruppen gilt ausdrücklich der Studierbarkeit und Arbeitsbelastung zu verringern und um zielgerich-
den Interessen der Studierenden. Zentrale Fragen tet qualitätsverbessernde Elemente einzubringen.
sind die nach der Angemessenheit der Arbeitsan-
forderungen sowie nach der Dokumentation und Einen Schwerpunkt in den Auflagen der Akkre-
Transparenz von studiengangs- und modulbe- ditierungsagenturen bildet die Umsetzung von
zogenen Kompetenzbeschreibungen oder von Modularisierungsvorgaben: zum einen quanti-
Prüfungsverfahren. Vorrangig sind der Nachweis tativ zur Größe und Anzahl der Module und der
eines fachwissenschaftlich begründeten Studien- Modulprüfungen, zum anderen qualitativ zu den
gangskonzeptes und kompetenter Lehrender. In Modulinhalten und vor allem zur Formulierung der
den Anforderungskatalogen der Akkreditierungs- Kompetenzziele der einzelnen Module. Der Kompe-
agenturen sind aber auch vielfältige Elemente tenzbegriff wird den Fakultäten und den Studien-
von Qualitätssicherung enthalten, seien es eine gangsverantwortlichen der Leibniz Universität
Variabilität von Prüfungsformen, die Sicherstel- Hannover durch den Arbeitsbereich „Kompetenz-
lung ausreichender Beratung, die Gewährleistung orientierte Studiengangsentwicklung“ (vgl. Kap. 2)
hochschuldidaktischer Weiterbildungsangebote näher gebracht und verständlich gemacht.
oder auch die Durchführung von Absolventenbe-
fragungen. Die Leibniz Universität Hannover ist in ihrem
Studienangebot so vielfältig, dass ständig mehrere
Die Unterstützung der Fakultäten bei den einzel- Akkreditierungen und Reakkreditierungen in lau-
nen Phasen der Akkreditierungsverfahren ist eine fenden Verfahren sind.
Aufgabe der Zentralen Einrichtung Lehre, Studium

Übersicht der Akkreditierungsverfahren aus 2011

Geodäsie und Geoinformatik Bachelor / Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)


Navigation und Umweltrobotik Master of Science (M.Sc.)
Landschaftsarchitektur und Umweltplanung Bachelor / 2 Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)
Geowissenschaften Bachelor / Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)
Architektur und Städtebau Master of Science (M.Sc.)
Windenergie-Ingenieurwesen Master of Science (M.Sc.)
Mathematik Bachelor / Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)
Physik und Technische Physik Bachelor / 2 Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)
Meteorologie Bachelor / Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)
Chemie Bachelor of Science (B.Sc.)
Analytik Master of Science (M.Sc.)
Material- und Nanochemie Master of Science (M.Sc.)
Wirk- und Naturstoffchemie Master of Science (M.Sc.)
Biochemie (gemeinsam mit der MHH) Bachelor / Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)
Wirtschaftswissenschaften Bachelor / Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)
Wirtschaftsingenieur Bachelor / Master of Science (B.Sc. / M.Sc.)
Qualitätsmanagement 12
in Studium und Lehre

Absolventenbefragungen erstem Abschluss kräftig anstieg. Waren es im


Vorjahr noch 10% aller Studienabschlüsse, so stieg
Im Wintersemester 2010/2011 fand – zum der Anteil nun auf über 25%: mehr als 700 Stu-
vierten Mal – eine hochschulweite Befragung der dierende schlossen ihr Studium mit dem Bachelor
Absolventen der Leibniz Universität statt: diesmal ab. Die Bachelorabsolventen haben sich wie im
derjenigen des Prüfungsjahrgangs 2009. Zwi- Jahr zuvor besonders engagiert an der Befragung
schen Oktober 2010 und Januar 2011 wurden die beteiligt (zu 37,5% „brutto“). Somit können die
Absolventen viermal angeschrieben und um ihre Ergebnisse der Befragung Auskunft darüber geben,
Teilnahme an der Erhebung gebeten. Der Studi- ob die mit den neuen Bachelorstudiengängen
enabschluss der Befragten des Prüfungsjahres verbundenen Änderungen in der Struktur der Lehr-
2009 lag beim ersten Anschreiben somit 13 bis 24 und Studienpläne und in den Anforderungen an
Monate zurück. Die Beantwortung des Fragebo- Studierende und auch Lehrende positiv bewertet
gens war sowohl auf einem Papierfragebogen werden und zu größerer Zufriedenheit mit dem
möglich, der zweimal zugesendet wurde, als auch Studium und dem Lernerfolg führen.
in einer Onlinevariante mit individuellem Zugang.
Mitte Februar 2011 wurde die Erhebungsphase Absolventenbefragungen haben mehrere Zielset-
abgeschlossen. Im September 2011 lagen die zungen und Erkenntnisinteressen. Es geht zum
Auszählungen der Befragung in Tabellenbänden einen darum, Bewertungen und Aussagen über die
vor und wurden anschließend den Studiendeka- Zufriedenheit mit dem zurückliegenden Studium
naten der Fakultäten zur Verfügung gestellt. Die zu bekommen – bezogen auf Inhalte und An-
Hochschulleitung nutzte den Teil der Ergebnis- forderungen des Studiengangs, auf die Studien-
se, in dem spezifisch die Lehrangebote und die bedingungen im Fach oder in der Fakultät wie
Studienbedingungen in den einzelnen Fächern auch auf die zentralen Angebote der Hochschule
kritisch oder auch zufriedenstellend in den Blick hinsichtlich Serviceleistungen oder Infrastrukturen
genommen wurden, als eine Grundlage für die für die Studierenden. Zum anderen geht es darum,
„Studiengangsgespräche“ der Vizepräsidentin für Aussagen über den beruflichen und/oder biogra-
Lehre, Studium und Weiterbildung mit den jewei- phischen Verbleib der Absolventen zu erhalten, der
ligen Studierendenvertretern, Studiendekanen und innerhalb der Universität überwiegend nur wenig
3
Ein fächerübergreifender Ergebnis- Studiengangskoordinatoren.3 bekannt ist. Und es geht um die Fragen nach dem
bericht zu der Absolventenbefragung
Übergang von der Universität in den Beruf, vor
für den Prüfungsjahrgang 2009 wird Von den insgesamt 2.872 Absolventen des allem bezogen auf Muster der Beschäftigungssu-
ab Juni 2012 auf den Webseiten Prüfungsjahres 2009 haben sich 933 an der che, also deren Wege und Dauer. Über diese drei
der Leibniz Universität Hannover Befragung beteiligt, das entspricht einer „Brutto“- Phasen – Studium, Beschäftigungssuche, berufli-
unter http://www.uni-hannover.de/ Antwortquote von 32,5%. Nimmt man zur Be- cher Verbleib – hinweg liegt die jeweilige Frage zu
absolventenbefragung zu finden sein. rechnung der Teilnahmequote nur diejenigen, die den Kompetenzen: den im Studium erworbenen
Die Berichte zu den Jahrgängen 2007 auch postalisch erreicht wurden, ergibt sich eine und den später im Beruf geforderten.
und 2008 sind dort bereits verfügbar. „Netto“-Antwortquote von 39,3%.
Absolventenbefragungen können somit auch viele
Damit lag die Beteiligung unter der des Vorjahres, Antworten geben – an Hochschulforscherinnen
als knapp über eintausend Antworten eingingen. und Hochschulforscher sowie Arbeitsmarktakteure,
Ein Grund für die geringere Teilnahme liegt darin, an Fachvertreter in und außerhalb von Hoch-
dass ungefähr jede/r Fünfte der 2009er Absol- schulen, aber vor allem an Hochschulleitungen
venten bereits ein halbes Jahr zuvor im Rahmen und an die Studiengangsplaner in den Fakultäten.
der bundesweiten Absolventenbefragung der HIS Das Instrument Absolventenbefragung erlaubt es,
Hochschul-Informations-System GmbH ange- viele Fragen zu stellen, für die ein großer Teil der
schrieben wurde. Die Bereitschaft der Leibniz Befragten tatsächlich auch die Zeit zum Antwor-
Universität Hannover, sich an der seit 1989 in ten bereitstellt. So wurden ca. 40 Fragen zu den
vierjährigem Abstand durchgeführten vom BMBF Studienbedingungen und dem Studienangebot im
geförderten Zeitreihenuntersuchung zu beteiligen, Fach gestellt. In mehreren Frageblöcken sollten
ging zu Lasten der Bereitschaft von Absolven- unterschiedliche Aspekte auf einer Fünferskala von
ten, ein zweites Mal im Laufe eines Jahres einen „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ bewertet werden.
umfangreichen Fragebogen auszufüllen. Von der Weitere Fragen wurden zu zentralen Angeboten
HIS wurden ausgewählte Studiengänge einbezo- der Hochschule, zu Ursachen langer Studiendau-
gen und somit wirkte sich deren vorhergehende ern, zu Studienfinanzierung, zu Praktika und Aus-
Befragung deutlich auf die Rücklaufquoten in landsaufenthalten und in einem besonderen Block
Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Politik- zu Kompetenzerwerb und Kompetenzvermittlung
wissenschaften aus. gestellt. Dieser Teil des Absolventenfragebogens
ist entsprechend wichtig für qualitätsverbessernde
Das Prüfungsjahr 2009 war das Jahr, in dem die Maßnahmen in Studium und Lehre (und somit
Anzahl der Absolventen mit einem Bachelor als auch Gegenstand der Studiengangsgespräche).
13 Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

Bei der Interpretation der Beurteilung von Studi- mit einem juristischen Staatsexamen. Dagegen
enbedingungen oder Lehrqualität ist im Rahmen beurteilen 92% der antwortenden Masterabsol-
von Absolventenbefragungen zu berücksichti- venten die fachliche Qualität ihrer Lehre mit den
gen, dass hier retrospektiv gefragt wird, wie ein beiden Bestnoten. Bezogen auf die Masterstudi-
Studium beurteilt wird, das die Antwortenden engänge der Leibniz Universität Hannover ist dies
als Absolventen schon abgeschlossen haben. Das ein hervorragendes Ergebnis, wenngleich der hohe
kann zu versachlichten Antworten führen, weil mit Anspruch an fachlich exzellente Lehre im Master-
etwas Abstand Sachverhalte und Situationen, die studium als Qualitätsmerkmal unverzichtbar sein
nicht mehr unmittelbar erfahren werden, rationa- sollte. Aber er wird auch erfüllt.
ler beurteilt werden. Dagegen stünde der Einwand,
dass rückblickende Beurteilungen zu veränderten Das insgesamt erfreuliche Urteil zur fachlichen Die antwortenden Absolventen der
Bewertungskriterien führen können. Vergleiche Qualität der Lehre von mehr als 77% guten/sehr Masterstudiengänge kommen vor
zwischen Studierendenbefragungen und Absol- guten bei nur 4% schlechten und sehr schlechten allem aus dem Bauingenieurwesen,
ventenbefragungen aus mehreren Jahren weisen Bewertungen entspricht auf der Fünferskala einer dem Maschinenbau, der Pflanzenbio-
darauf hin, dass die Beurteilungen überraschend „Note“ von 2,1. Es gibt nur zwei Aspekte (unter technologie, der Informatik und den
ähnlich sind und somit das rückblickende Urteil allen abgefragten 55), die besser beurteilt wurden: Politikwissenschaften.
scheinbar gut erinnert und wenig verzerrt ist. die Kontakte zu den Mitzustudierenden (1,8) und
Diese Übereinstimmung gilt nicht nur für zu- die Angebote des Hochschulsports am Standort
sammenfassende Gesamtbeurteilungen, sondern Hannover (1,9). Von den Bachelorabsolventen wur-
auch bezogen auf einzelne Fächer oder spezifische den die Kontakte zu den Mitstudierenden sogar
Fragen zu Aspekten von Lehre. mit 1,6 bewertet, was auf jeden Fall ein Hinweis
auf eine gute soziale Integration in den ersten
Lehre und Studium, Inhalte und Didaktik Bachelorkohorten ist – und gegen den Verdacht
Die zentralen Kriterien für gute Lehre sind deren individualisierten Leistungsstrebens spricht. Eine
„fachliche Qualität“, die „didaktische Qualität“, sehr gute fachliche Qualität des Lehrangebots soll-
der „Forschungsbezug von Lehre und Lernen“, te der Anspruch einer sehr guten Universität sein.
die „fachlichen Vertiefungsmöglichkeiten“ und Dies wird der Leibniz Universität mit dem Ergebnis
die „Aktualität der vermittelten Methoden“. 77% bestätigt. Die anderen vier Dimensionen für „gute
der Absolventen bewerten die „fachliche Qualität Lehre“ sind noch verbesserungsbedürftig, wie die
der Lehre“ als sehr gut oder gut, also auf den nachfolgende Abbildung der Ergebnisse zeigt.
beiden positiven Skalenpunkten der vorgegebenen
Fünferskala. Die Absolventen aus den Bachelorstu-
diengängen sind mit 82% besonders zufrieden, die
Diplomabsolventen bewerten zu 75% die fachliche
Qualität der Lehre als sehr gut/gut. Auffallend
wenig zufrieden (nur 54%) sind die Antwortenden

Beurteilung der Qualität der Lehre und Studieninhalte ( n = 891 )

Fachliche Qualität der Lehre

Fachliche Vertiefungsmöglichkeiten

Forschungsbezug von Lehre und Lernen

Aktualität der vermittelten Methoden

Didaktische Qualität der Lehre (sehr) gut

(sehr) schlecht
0% 25% 50% 75% 100%
Qualitätsmanagement 14
in Studium und Lehre

Das Angebot „fachlicher Vertiefungsmöglichkeiten“ Studienqualitätsmonitors der HIS geben Anlass


und die „Aktualität der vermittelten Methoden“ anzunehmen, dass die Zufriedenheit mit der didak-
werden von der Hälfte der Absolventen positiv tischen Vermittlung in der Lehre steigt. So hatten
bewertet (von jeweils 50%). Weniger positive im Sommer 2008 die befragten Studierenden,
Urteile gibt es für den „Forschungsbezug von zu denen auch die Absolventen des Jahres
Lehre und Lernen“ (32% gute Urteile) und für die 2009 gehören, ebenso zu 34% die didaktische
„didaktische Qualität der Lehre“ (31% gut und ein Vermittlung zufrieden und sehr zufrieden beur-
Mittelwert von 3,0). In allen fünf hier genannten teilt. Zwei Jahre später im Sommer 2010 lag die
Aspekten ist die Beurteilung durch die (weni- Zufriedenheitsquote schon bei 42%.
gen) Masterabsolventen deutlich besser: bei den
Vertiefungsmöglichkeiten urteilen 58% der Master Die fachliche Qualität der Lehre wird insgesamt
gut/sehr gut, bei der didaktischen Qualität der besonders gut bewertet – von den Absolventen
Lehre sogar 42%; der Forschungsbezug könnte und auch von den im HIS-Studienqualitätsmonitor
stärker sein (40% gut/sehr gut). befragten Studierenden: deutlich über 70%. Die
didaktische Qualität der Lehre und der Lehrenden
Aber auch die Bachelorabsolventen sind über- wird überwiegend kritisch beurteilt – dies gilt aber
durchschnittlich zufrieden: 60% gute/sehr gute für so gut wie alle Universitäten und ist keine
Urteile zur Aktualität der Methoden verbunden neue Erkenntnis. Es gibt Programme und Angebote
mit den schon genannten 82% Bestnoten für die zur Verbesserung der didaktischen Kompetenzen
fachliche Qualität der Lehre sind Hinweise darauf, der Lehrenden. Um aus den Ergebnissen von
dass die inhaltlich-methodische Gestaltung der Absolventenstudien handlungsleitende Hinweise
Studiengänge und der Lehrangebote gelungen für besondere Bedarfe in einzelnen Studiengängen
ist. Der Forschungsbezug wird (mit 38%) für das zu bekommen, müssen diese Ergebnisse nach
grundlagenorientierte Erststudium überraschend Fächern differenziert werden. Dies wird in den
gut bewertet, die Vertiefungsmöglichkeiten al- Studiengangsgesprächen der Vizepräsidentin mit
lerdings sind im Bachelorstudium vergleichweise den Studierenden und mit den Studiendekanen
begrenzt (46% positive Urteile) und die didaktische auch gemacht. In den folgenden Übersichten soll
Qualität der Lehre liegt (mit 34%) nur wenig über illustriert werden, wie sich Bewertungen zu zen-
dem Ergebnis aller Absolventen. tralen Dimensionen wie der „fachlichen Qualität“
von Lehre und Studium und der „didaktischen
Auf dem Feld der didaktischen Vermittlung von Qualität“ der Vermittlung über ausgewählte
Studieninhalten besteht weiterhin Bedarf zur Fächer verteilen. Die Auswahl der Fächer stellt
Verbesserung – hier gibt es aber zunehmend unterschiedliche Rahmenbedingungen dar: sol-
Maßnahmen und Projekte, wie auch dieser che mit großen und mit kleineren Anzahlen von
Bericht darlegt. Und die Befragungen der jeweils Studierenden, in unterschiedlichen Fächergruppen
aktuell Studierenden im Rahmen des jährlichen und Fachkulturen.

Beurteilung der fachlichen Qualität der Lehre

Universität gesamt
Germanistik
Chemie
Wirtschaftswissenschaften
Bauingenieurwesen
Geodäsie
Landschaftsarch. B.Sc.
Religionswissenschaft
Informatik B.Sc.
Life Science
(sehr) gut 0% 25% 50% 75% 100%
15 Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

Offensichtlich ist es in Fächern und Studiengängen Moderation in ihren Präsentationskompetenzen


mit kleineren Zahlen von Studierenden eher weiterqualifizieren.
möglich, fachliche Qualität von Lehre zu ge-
Im nächsten Bild werden fachspezifische Zufrie-
währleisten und zu vermitteln als in solchen mit
denheiten der Studierenden bzw. Absolventen mit
größeren Studierendenzahlen – und was wichtig
der didaktischen Qualität der Lehre dargestellt.
ist: diese Qualität dann auch so zu vermitteln,
Dieser Aspekt wird im Rahmen größerer und
dass die Studierenden dies wahrnehmen. Dies
vergleichender Befragungen überwiegend eher
gilt gleichermaßen für naturwissenschaftliche,
kritisch und „schlecht“ bewertet, nicht nur an der
technische und geistes- und sozialwissenschaft-
Leibniz Universität Hannover, sondern an Hoch-
liche Studiengänge und zweifellos ebenso für
schulen überhaupt. Weil dieses Defizit aber be-
Bachelor- und Masterstudiengänge. In größeren
kannt ist, gibt es seit Jahren Maßnahmen, um die
Fächern bedarf es einer größeren Vielfalt von
hochschuldidaktischen Kompetenzen in der Lehre
Methoden und Anstrengungen, Fachinhalte zu-
zu stärken. Seminare und Workshops im Rahmen
friedenstellend zu vermitteln. Ein Beispiel solcher
der hochschuldidaktischen Personalentwicklung
Bemühungen ist ein KIQS-Projekt des Instituts
(vgl. Kap. 2) sind ein unterstützendes Instrument,
für Wirtschaftsinformatik zur Verbesserung der
die regelmäßige Bewertung von Lehrveranstaltun-
Stoffvermittlung in großen Vorlesungen der
gen ist ein Element des begleitenden Monitorings
Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften, in
von Lehrqualität.
dem die Lehrenden sich selbstkritisch mit externer

Beurteilung der didaktischen Qualität der Lehre

Universität gesamt
Germanistik
Chemie
Wirtschaftswissenschaften
Bauingenieurwesen
Geodäsie
Landschaftsarch. B.Sc.
Religionswissenschaft
Informatik B.Sc.
Life Science
0% 25% 50% 75% 100% (sehr) gut

Die Beurteilung der didaktischen Güte von Lehre amtsstudiengängen weisen häufig unzufriedene
durch Studierende steht offenbar in einem Zu- Beurteilungen zu Aspekten von Lehrqualität auf.
sammenhang zur Wahrnehmung der fachlichen
Qualität – und beides ist in großen und disziplinär Für die Bachelorstudiengänge der Leibniz Univer-
breiteren Studiengängen schwieriger umzuset- sität Hannover als eine immer noch relativ neue
zen als in kleineren und fachlich spezialisierteren Form der Studiengangsstruktur kann festgestellt
Studiengängen. Die exemplarisch aufgeführten werden, dass die zentralen Kriterien für gute Lehre
Fächer in den letzten beiden Abbildungen könnten im Interesse der Studierenden gut erfüllt werden
ergänzt oder ausgetauscht werden. Große Fächer – und im Vergleich zu den alten Studiengängen
mit kritischen Beurteilungen sind auch Maschi- in einigen Aspekten sogar besser erfüllt werden.
nenbau, Elektrotechnik, Sonderpädagogik oder Gründe für diese positive Entwicklung sind zum
insbesondere die Rechtswissenschaften. Es gibt einen die mit der Einführung der neuen Studi-
aber auch kleine Studiengänge mit weniger zufrie- engänge geschaffenen neuen Beratungs- und
denen Absolventen und Studierenden. So kann die Koordinierungsstrukturen auf der Ebene der Stu-
Forschungsintensität und -reputation einer kleinen diendekanate wie auch durch zentrale Angebote.
Lehreinheit durchaus förderlich für die Qualität Zum anderen ist in vielen Fällen ein besonderes
der Lehre sein, diese Vermutung bestätigt sich aber Engagement der Lehrenden für die Bachelorstudie-
nicht in jedem Fall und es ließen sich durchaus renden, in Verantwortlichkeit für neue Strukturen
Gegenbeispiele zu Geodäsie und Life Science und Anforderungen, feststellbar.
benennen. Vor allem kleine Fächer in den Lehr-
Qualitätsmanagement 16
in Studium und Lehre

Mehr als ein Viertel der Absolventen des Prüfungs- ten Bachelor 47% sehr gut/gut gegenüber Sozial-
jahres 2009 sind Bachelor und ihre Antworten wissenschaften Diplom 27%. Ähnlich: Politikwis-
stützen diese Aussagen. Nicht nur, weil die in senschaften Bachelor 50% gegenüber Magister
den Abbildungen exemplarisch hervorgehobenen 27%. Ähnlich: Landschaftsarchitektur Bachelor
Studiengänge Life Science und Informatik schon 60% gegenüber Diplom 43%. Diese Zufrieden-
seit ihrer jeweiligen Einrichtung seit Jahren in heitsquoten aus der Absolventenbefragung sind
Bachelor-Master-Strukturen gelehrt und studiert Beleg dafür, dass sich Lehre verbessern lässt und
werden, sondern auch weil die Ergebnisse der dass in Bachelorstudiengängen zufriedenstellende
Absolventenstudie jetzt direkte Vergleiche von Lehre stattfindet.
Bachelor- und Diplomabsolventen eines Faches
ermöglichen. Um dies beispielhaft mit der Beur- Neben den zentralen Gütekriterien gibt es eine
teilung der „didaktischen Qualität der Lehre“ zu Vielzahl von Aspekten guter Lehrangebote und
belegen, in der zweifellos auch das Engagement guter Studienbedingungen, die in der nächsten
der Lehrenden zur am Lernerfolg orientierten Abbildung in einer Auswahl dargestellt werden.
Stoffvermittlung enthalten ist: Sozialwissenschaf-

Beurteilung von Studienbedingungen und Studienangeboten im


absolvierten Studiengang/Fach ( n = 891 )
Mögl., Stud.-anf. in vorg. Zeit zu erfüllen
Zugang zu erforderlichen Lehrveranst.
System und Organisation von Prüfungen
Zeitliche Koordination des LV-Angebotes
Kontakte zu Lehrenden
Fachliche Beratung und Betreuung
Besprechung von Klausuren, Hausarb. u.ä.
Individuelle Studienberatung im Fach
Verfügbarkeit notw. Lit. in Bib. inkl. Online
Zugang zu EDV-Diensten (PCs, WLAN) im Fach
Laborausstattung, Laborplätze
Vorbereitung auf Umgang mit engl. Literatur
Vorber. auf englischspr. Fachkommunikation
Kontakt zu Mitstudierenden

(sehr) gut 0% 25% 50% 75% 100%

(sehr) schlecht

Die Abbildung zeigt die Antworten der Absolven- lung und Besprechung von Studienleistungen
ten des Jahres 2009 für alle Studiengänge zusam- oder Prüfungsleistungen.
mengefasst und macht deutlich, dass hinsichtlich
Organisation und Ausstattung, Betreuung und Die Bachelorabsolventen haben alle – bis auf einen
Beratung in den Studiengängen noch einiges ver- – der hier dargestellten Aspekte besser als mit dem
bessert werden kann. Gegenüber den Ergebnissen angegebenen Durchschnittswert bewertet, also
der Befragung des Jahrgangs 2008 haben sich die somit auch besser als die Absolventen mit Diplom.
Bewertungen in allen der aufgeführten Aspekte Deutlich schlechter bewertet haben die Bachelor
verbessert, um durchschnittlich vier Prozentpunk- das System und die Organisation von Prüfungen,
te. Die größten Verbesserungen von 9% und 7% welche ihnen als erste Bachelorkohorten auferlegt
gab es bei der Vorbereitung auf fremdsprachige wurden (nur 39% gut/sehr gut gegenüber 47%
Kommunikation. Der Handlungsbedarf ist dadurch insgesamt), verbunden mit Aufbau und Struk-
nur wenig geringer worden und hat weitere tur des Studiums, was nur 28% gut beurteilten
Maßnahmen zur Folge gehabt. Hervorzuheben ist (gegenüber 43%) insgesamt. Aber dies sind aus der
weiterhin der festgestellte Mangel bei der Bera- Sicht der Absolventen von 2009 noch die organi-
tung und Betreuung der Studierenden im Fach: die satorischen Anfangsprobleme der neuen Studien-
fachliche Beratung durch Lehrende hat sich zwar strukturen, welche bereits Verbesserungsmaßnah-
zum Vorjahr verbessert, nicht aber die Rückkopp- men zur Folge hatten und sich auswirken werden.
17 Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

Trotzdessen waren die Bachelor aus 2009 schon Das führte zu relativ guten Ergebnissen angesichts
mehrheitlich der Meinung, die Studienanforderun- der didaktischen sowie curricularen Herausfor-
gen in der vorhergesehenen Zeit erfüllt haben zu derungen bei der Vermittlung von Methoden
können. Deutlich bessere Beurteilungen gab es von wissenschaftlicher Arbeitens – die folgende
den Bachelorabsolventen gegenüber den anderen Abbildung zeigt die Beurteilungen der Situation,
Abschlüssen (außer den noch ausgeprägter zu- aber auch weiter bestehenden Bedarf für weitere
friedenen Mastern) zum Aspekt der Beratung und Maßnahmen.
Betreuung durch Lehrende (65% sehr gut/gut) und
für den Kontakt zu Lehrenden überhaupt (70%). Die Angebote der Fächer zum Erwerb von Schlüs-
Das Engagement der Lehrenden scheint hier spür- selkompetenzen werden von den Absolventen des
bar zu werden. Um die exemplarisch genannten Jahrgangs 2009 (mit 24% guten Beurteilungen) als
Bachelorstudiengänge noch einmal beispielhaft zu eher zu gering bewertet, obwohl zu diesem Zeit-
erwähnen: Beratung und Betreuung durch Lehren- punkt in den Fächern eine höhere Aufmerksamkeit
de, insgesamt noch eher ein Mangelbereich, wurde für diesen Studienbestandteil hätte vorhanden
von den 2009er Absolventen der Bachelorstudien- sein sollen. So wurde das „Zentrum für Schlüssel-
gänge Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften kompetenzen (ZfSK)“ – jetzt Bestandteil der Zen-
und Landschaftsarchitektur zu jeweils 80% mit gut tralen Einrichtung Lehre, Studium und Weiterbil-
und sehr gut bewertet, von denen aus Life Science dung (ZEL) – zur Unterstützung der Angebote der
und Informatik zu jeweils 82%. Fächer bereits Anfang 2007 bei der Vizepräsidentin
für Lehre eingerichtet. Die meisten positiven
Vermittlung von Methoden wissenschaftlichen Antworten (39% gegenüber den 24% insgesamt)
Arbeitens gab es erfreulicherweise von den Absolventen der
Die Vermittlung von Arbeitstechniken, von Me- Bachelorstudiengänge, in denen fachübergreifende
thoden wissenschaftlichen Arbeitens einschließ- Kompetenzen curricular auch stärker angestrebt
lich Schreiben und Vortragen wissenschaftlicher werden sollen. Insofern ist hier ein positiver Trend
Beiträge sind wichtige Aspekte der Vorbereitung festzustellen. Die Bachelorstudiengänge der So-
auf spätere professionelle Tätigkeit. Die Leibniz zialwissenschaften und der Politikwissenschaften
Universität Hannover bemüht sich über zentrale geben hier wiederum gute Beispiele, denn hier
Einrichtungen und Programme in den Studiengän- urteilen die Absolventen mit 67% bzw. 60% gut/
gen schon lange intensiv darum, solche Angebote sehr gut für die Angebote des jeweiligen Faches
in den Fächern und Studiengängen zu fördern. zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen.

Beurteilung von Studienangeboten im Studiengang/Fach ( n = 891 )

Erwerb wissenschaftlicher Arbeitsweisen

Verfassen von wissenschaftlichen Texten

Training von mündlicher Präsentation

Erwerb von Schlüsselkompetenzen


(sehr) gut

0% 25% 50% 75% 100% (sehr) schlecht


Qualitätsmanagement 18
in Studium und Lehre

Aber auch bei den anderen drei dargestellten der Absolventen die Angebote für diese zentrale
zentralen Kategorien wissenschaftlichen Arbeitens akademische Kompetenz nicht ausreichend gut
haben die Bachelorabsolventen auffällig bessere bewerten. In der Abbildung werden Fächer und
Bewertungen abgegeben als der im Bild darge- Studiengänge aufgeführt, die – mit Ausnahme der
stellte Durchschnitt. Die Angebote zum Erwerb Informatik – überdurchschnittlich gut bewertet
wissenschaftlicher Arbeitsweisen bekamen zu 56% werden. Die differenzierteren Ergebnisse zeigen,
sehr gute/gute Urteile, die Angebote zur Vermitt- dass insbesondere in den Studiengängen der
lung des Verfassens von Texten zu 52%, die zur Lehrerausbildung und der Rechtswissenschaft
mündlichen Präsentation zu 49%. wissenschaftliche Arbeitsweisen nicht ausreichend
vermittelt werden. Auf einzelne Fächer bezogen
Die Vermittlung von wissenschaftlichen Methoden, haben von den Absolventen der Rechtswissen-
Arbeitsweisen und Arbeitstechniken und deren schaften, Biologie, Sonderpädagogik und Elektro-
Berücksichtigung sowohl in den Lehrplänen der technik nur knapp ein Drittel die Angebote als gut
einzelnen Fächer als auch in den Vorgehensweisen eingestuft.
der einzelnen Lehrenden ist ein wichtiger und
kritischer Aspekt qualitätsvoller Kompetenzver- Die Frage nach der Zufriedenheit mit den Angebo-
mittlung an einer Universität. Insgesamt bewer- ten zum Erwerb wissenschaftlicher Arbeitsweisen
teten 55% der Absolventen die Angebote ihres ist auch eine obligatorische Frage im jährlichen
Studienfaches zum Erwerb wissenschaftlicher Studienqualitätsmonitor der HIS. Die aktuell
Arbeitsweisen mit gut und sehr gut. Im folgenden Studierenden der Leibniz Universität waren hier in
Bild wird die Variation dieser Beurteilungen für die den letzten vier Jahren tatsächlich stabil zu jeweils
ausgewählten Fächer dargestellt. Handlungsbedarf 47% zufrieden oder sehr zufrieden mit den An-
besteht hinsichtlich der Vermittlung wissen- geboten. Die Absolventen des Jahres 2008 hatten
schaftlicher Arbeitsweisen, wenn knapp die Hälfte ebenso zu 47% gut geurteilt.

Beurteilung der Angebote zum Erwerb wissenschaftlicher Arbeitsweisen


Universität gesamt
Germanistik
Chemie
Wirtschaftswissenschaften
Bauingenieurwesen
Geodäsie
Landschaftsarch. B.Sc.
Religionswissenschaft
Informatik B.Sc.
(sehr) gut Life Science
0% 25% 50% 75% 100%

Zentrale Angebote der Hochschule leistungen, Beratung und Betreuung, Berufsorien-


Zu einem umfassenden System von Qualitätssi- tierung und Internationalisierung – über zentrale
cherung in Lehre und Studium gehört die Gewähr- Einrichtungen realisiert wird und durch steuernde
leistung einer guten hochschulweiten Infrastruktur und administrative Entscheidungen der Hoch-
für Dienstleistungen, die zentral und fakultäts- schulleitung unterstützt und beeinflusst wird. Wie
übergreifend erstellt werden müssen oder erstellt auch die Befragungen zum Studienqualitätsmoni-
werden sollen. Diese Angebote und Rahmenbedin- tor der HIS ergeben haben, sind die Beurteilungen
gungen sind ebenso Thema der Absolventenbe- sowohl von Studierenden als auch der Absolventen
fragungen. Für die Hochschule ist es wichtig, die zu den zentralen Angeboten für die Leibniz Univer-
Beurteilung dieser Angebote zu erfahren, weil ein sität Hannover zufriedenstellend und zuletzt von
wesentlicher Teil von Studienbedingungen - Infra- Jahr zu Jahr immer ein wenig besser geworden.
struktur, Ausstattung, Verwaltung und Dienst-
19 Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

Die Bewertungen der Bachelorabsolventen zu den (nur 30% gut für die Studierendenverwaltung) als
zentralen Angeboten unterscheiden sich durch- auch mit zentralen Angeboten (34% für EDV-Dien-
aus etwas von den Bewertungen der anderen ste). Die Absolventen des rechtswissenschaftlichen
Gruppen. Von den Bachelorabsolventen werden Studiengangs sind auch immer noch diejenigen,
insbesondere das Studierenden Service Center die sich den insgesamt guten Bewertungen für
(62% gut/sehr gut) und der Zugang zu zentralen die Verfügbarkeit von notwendiger Literatur in
EDV-Diensten (59% gut/sehr gut) deutlich besser der zentralen Bibliothek (66% gut/sehr gut, bei
bewertet, was unter der Perspektive der Akzeptanz den Mastern 75% und im Lehramt 69%) nicht
einer zentralen Dienstleistung durch eine neue anschließen: hier geben nur 43% sehr gute/gute
Kundengruppe erfreulich ist. Ebenso werden auch Bewertungen. Dies ist aber schon eine positive
die Zentrale Studienberatung und das Zentrum für Entwicklung gegenüber noch weniger guten Urtei-
Schlüsselkompetenzen von den Bachelorabsolven- len in den Jahren davor, weil aufgrund der Unzu-
ten deutlich besser beurteilt als von den anderen friedenheit mit der Literaturverfügbarkeit bereits
Absolventengruppen, was aus der Sicht der bera- Maßnahmen sowohl seitens der Zentrale als auch
tenden und unterstützenden Einrichtungen positiv der Juristischen Fakultät ergriffen wurden.
bewertet werden kann, weil die Bachelorstudieren-
den offenbar erreicht werden. In der folgenden Abbildung sind exemplarisch
einige Antwortverteilungen dargestellt, die zeigen,
Auffällig bei den unterschiedlichen Bewertungen dass nur wenige ausdrücklich schlechte Bewertun-
nach Abschlussarten ist, dass die Absolventen der gen zu den zentralen Angeboten vorliegen, auch
Staatsexamensstudiengänge und vor allem die der wenn die Bereiche der guten Bewertungen noch
„alten“ Lehramtsstudiengänge weniger zufrieden ausbaufähig sind.
sind – sowohl mit den zentralen Verwaltungen

Bewertung zentraler Angebote der Leibniz Universität ( n = 885 )

Studieninformationen im Internet

Literatur und Online zentrale Bibliothek

Zugang zu zentralen EDV-Diensten

Hochschulrechenzentrum

Fachsprachenzentrum der Universität

Studierendenverwaltung im Dezernat 6

Studierenden Service Center


(sehr) gut
Angebote des Hochschulsports

0% 25% 50% 75% 100% (sehr) schlecht


Qualitätsmanagement 20
in Studium und Lehre

Der Übergang von der Hochschule in den Beruf Weiterhin wissen wir aus unserer Absolventen-
Es ist durchaus im Interesse des Qualitätsanspruchs studie, dass 51% der Absolventen am Standort
und der Qualitätssicherung der Hochschulausbil- Hannover arbeiten, 73% in Niedersachsen und 3%
dung, wenn die Verantwortlichen in Fakultäten und in einem Land außerhalb Deutschlands. Wir wis-
Hochschulleitung wissen wollen, wohin die Absol- sen, dass ca. 80% nach 18 bis 24 Monaten immer
venten der Fächer und Studiengänge gehen, wenn noch beim ersten Arbeitgeber beschäftigt sind und
sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Es ca. 70% immer noch auf befristeten Stellen tätig
sind nur einzelne Fächer an der Leibniz Universität, sind. Ausgeprägte Mobilität ist also erst einmal
die Kontakte zu ihren Ehemaligen bewusst pflegen kein Merkmal der Absolventen der Leibniz Univer-
und auch über deren beruflichen Verbleib informiert sität Hannover. Dies könnte aber ein Argument für
sind. Für die Mehrzahl der Fächer und der Absolven- Weiterbildungsangebote im vormals studierten
ten trifft dies nicht zu. Fach sein. Diese und weitere Antworten zum Ver-
bleib und zum beruflichen Weg der Absolventen
Absolventenbefragungen geben Auskunft darüber, (die sich nach Fächern ausdifferenzieren lassen)
wie die biographischen Entwicklungswege nach gäbe es ohne hochschulweite Befragung nicht.
dem Ende des Studiums sind: weiteres Studium,
Promotion, Unternehmensgründung, Erwerbstä- An der Befragung des Prüfungsjahrgangs 2009
tigkeit in „abhängiger Beschäftigung“ und wenn, hat zum zweiten Mal eine repräsentative Zahl
in welchen Wirtschaftsbereichen und in welcher von 277 Bachelorabsolventen teilgenommen,
betrieblichen oder institutionellen Position? Mit deren Antworten die Ergebnisse des Vorjahres gut
den Ergebnissen der Befragungen kann für jedes bestätigen. Die Situation 1 ½ bis 2 Jahre nach dem
Fach eine differenzierte Darstellung des Verbleibs Bachelorabschluss:
der antwortenden Absolventen erstellt werden –
an dieser Stelle soll die Struktur des Verbleibs für 12% sind in einem regulären Beschäfti-
alle Absolventen mitgeteilt werden. gungsverhältnis
3% sind selbständig oder freiberuflich tätig
„Wo sind die Absolventinnen und Absolventen des
5% sind im Referendariat
Prüfungsjahres 2009 zum Zeitpunkt der Befra-
gung, also ungefähr 1 ½ bis 2 Jahre nach dem 5% promovieren
4
Die Summe der genannten Anteile Studienabschluss?“ Die Antwort lautet (bei n = 851)4:
beträgt mehr als 100%, weil Mehr-
64% studieren
fachnennungen möglich und zulässig 41% sind in einem regulären Beschäfti- 4% sind in Übergängen wie Traineepro-
waren. Häufig ist, dass jemand als gungsverhältnis gramm, Volontariat, Praktikum o.ä.
wissenschaftliche Mitarbeiterin oder
3% sind selbständig oder freiberuflich tätig 2% jobben
wissenschaftlicher Mitarbeiter eine
reguläre Beschäftigung hat und 14% sind im Referendariat (Lehramt, Recht) 18% jobben (überwiegend neben dem
gleichzeitig promoviert. Studium)
17% promovieren
1% sind nicht erwerbstätig und suchen
20% studieren
eine Beschäftigung
5% sind in Übergängen wie Traineepro-
gramm, Volontariat, Praktikum o.ä. Diese Verbleibequoten für die Bachelorabsolven-
4% jobben ten bedürfen einiger Erläuterungen. Wenn zum
Zeitpunkt der Befragung 64% der Absolventen
4% sind in Familie, Erziehung, Haushalt studieren, dann liegt das daran, dass ein Teil der
engagiert Bachelor (ca. 20%) bereits das anschließende
3% sind nicht erwerbstätig und suchen Masterstudium nach weiteren vier Semestern
eine Beschäftigung abgeschlossen hat. Mehr als 90% der Antwor-
tenden wollten nach dem Bachelorabschluss
Von den knapp 600 Absolventen, die erwerbstätig weiterstudieren. Ungefähr 85% haben dann
sind, sind 54% in der öffentlichen Verwaltung bzw. tatsächlich ein Masterstudium an das Bache-
im öffentlichen Dienst tätig, 40% im privatwirt- lorstudium angeschlossen, wofür ca. 30% die
schaftlichen Bereich einschließlich der eigenen Hochschule gewechselt haben, also nicht an der
Selbständigkeit und weitere 6% bei Organisatio- Leibniz Universität Hannover das Masterstudium
nen ohne Erwerbscharakter. Diese Verteilung wird aufnahmen. Ungefähr 15% der Bachelor sind auf
dadurch beeinflusst, dass eine große Zahl der der Grundlage ihres ersten Studienabschlusses re-
Absolventen für das Lehramt oder Rechtswissen- gulär erwerbstätig; nur 1% definiert sich als nicht
schaften studiert hat und somit nach dem Studi- erwerbstätig und arbeitsuchend.
um erst einmal ein Referendariat macht und auch
danach überwiegend im öffentlichen Dienst tätig
bleibt. Eine Hochschule ohne die gesellschaftlich
notwendigen künftigen Lehrenden sowie Juristin-
nen und Juristen hätte eine andere Verteilung der
entsprechenden Beschäftigungssektoren.
21 Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

Studiengangsgespräche im Rahmen Studiendekanen und ggf. weiteren Vertretern der


des Qualitätskonzeptes KIQS Fakultäten und zentraler Bereiche geführt. Jede
Gesprächsrunde behandelt ein Schwerpunktthema
Die Studiengangsgespräche sind eine Basiskom- (z.B. Internationalisierung, Folgen des Bologna-
ponente bei der Ausweitung und Dokumentation Thementags, Lehrerbildung etc.).
eines prozessorientierten Qualitätsmanagements
für Studium und Lehre. Damit soll die Entwicklung Die Federführung der insgesamt 24 Gespräche in
und Stabilisierung von Rückkopplungen erreicht jedem Wintersemester liegt bei der Vizepräsidentin
werden, um unter anderem darüber den Qualitäts- für Lehre, Studium und Weiterbildung. Die Abtei-
regelkreis herzustellen, über den Ergebnisse von lung Lehr- und Studienqualität der ZEL unterstützt
Bestandsaufnahmen wieder zu Maßnahmen und die Vizepräsidentin inhaltlich und organisatorisch
Veränderungen einzelner Studiengänge führen. bei den Gesprächen, stellt die Rückkopplung der
Ergebnisse an die beteiligten Akteure sowie die 5
Siehe hierzu auch: http://www.
Die Studiengangsgespräche finden seit dem Follow-Ups (Maßnahmenberichte) der Fakultäten uni-hannover.de/de/universitaet/
Wintersemester 2008/09 jährlich statt. Zunächst sicher und ist redaktionell verantwortlich für den veroeffentlichungen/qualitaet-
werden die Gespräche mit Studierendenvertre- jährlich erscheinenden Bericht über die qualitäts- studium-lehre/
tern aller Fakultäten und anschließend mit den verbessernden Maßnahmen in Studium und Lehre.5

Ablauf der Studiengangsgespräche


Vizepräsidentin
Studierende Lehre, Studium und Studiendekane
Weiterbildung

Follow-Up
Bericht über Maßnahmen
Handlungsaufforderung
an Fakultäten und zentrale Bereiche
Vizepräsidentin
Lehre, Studium und
Weiterbildung

Ergebnisse der Studiengangsge-


spräche aus dem Wintersemester
Bericht über qualitätsverbessernde Maßnahmen in Studium und Lehre 2010/11 sind in Kapitel 3 des vorlie-
genden Berichts dokumentiert.

Webangebot für Studiengangsplaner Muster für Kurzkonzepte für die Einführung von
Schon vor einigen Jahren wurde unter der Verant- Studiengängen, Muster für Kooperationsvereinba-
wortung der Vizepräsidentin für Lehre, Studium rungen bei der Einrichtung von Double und Joint
und Weiterbildung eine Internetseite als Service- Degrees) und Darstellung von Verfahrensabläufen
angebot für die Fakultäten aufgebaut, auf denen wird einerseits Information und Unterstützung
die wichtigsten Dokumente zu Studium und Lehre für den Bereich Lehre und Studium angeboten,
zu finden sind: http://www.uni-hannover.de/de/ andererseits durch das Angebot von Mustern eine
service/intern/studiengangsplanung/. gewisse Einheitlichkeit in den Regelungen der
Fakultäten angestrebt und erreicht. Orientierungen
Gegliedert nach Regelungsebenen (Vorgaben an den Mustern vereinfachen und beschleunigen
des Präsidiums, Vorgaben des Landes, Vorgaben ggf. nötige rechtliche Überprüfungen sehr, da
auf Bundesebene, Bologna-Vorgaben) finden die die Arbeitshilfen mit allen beteiligten zentralen
Fakultäten hier alle wichtigen Rahmenpapiere Einrichtungen und Verwaltungsteilen einschließ-
vom ECTS-Users’ Guide bis hin zu Beschlüssen des lich des Justiziariats abgestimmt sind. Die Seite hat
Präsidiums der Leibniz Universität Hannover, die sich zu einem wichtigen Instrument entwickelt,
für die Studiengangsplanung und –pflege von Be- mit dem die Fakultäten ihre Planungs- und Be-
deutung sind. Durch eine Reihe von Arbeitshilfen schlussfassungsprozesse im Bereich Studium und
(Musterprüfungsordnung, Musterzugangsordnung, Lehre effektiv gestalten können.
zentrale Textbausteine für Akkreditierungsanträge,
Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

2. Zentrale Angebote für Lehre, Lernen und Studentisches


23 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Zentrale Einrichtung Lehre, Studium Kompetenzorientierte


und Weiterbildung (ZEL) Studiengangsentwicklung
Die Zentrale Einrichtung Lehre, Studium und Wei- Den Kern des Arbeitsbereiches Kompetenzorien-
terbildung (ZEL) hat sich mit ihren drei Abteilun- tierte Studiengangsentwicklung bildet die Frage,
gen Lehr- und Studienqualität, Lehrerbildung (ZfL) an welchen Stellen Studiengänge der Leibniz
sowie Weiterbildung (ZEW) im Berichtsjahr als Universität Hannover hinsichtlich des Lehrens und
kompakte Einheit mit einem weit gefächerten Ser- des Lernens kompetenzorientiert weiterentwickelt
viceportfolio für Lehrende, Studierende und Teil- werden können. Diese Frage wird im Arbeitsbereich
nehmende der Weiterbildung etabliert. Durch die Kompetenzorientierte Studiengangsentwicklung
Bündelung zentraler Kompetenzen und Nutzung bisher weniger präskriptiv, sondern rekonstruk-
von Synergien ist es darüber hinaus gelungen, tiv beantwortet, indem Kompetenzorientierung
Präsidium und Fakultäten bei der Entwicklung und durch die konzeptuelle Idee von „Wissenschaft als
Umsetzung qualitätsverbessernder Maßnahmen spezifischer Praxis mit besonderer Eigen-Logik“
und Angebote in Lehre und Studium noch gezielter begründet wird.
und effektiver zu unterstützen. Die Abteilungen
gliedern sich in folgende Arbeitsbereiche: Dazu wurden die Rekonstruktionen von kompe-
tenzorientierten Studiengangsprofilen auf der
Abteilung 1: Lehr- und Studienqualität Grundlage von Experteninterviews mit Lehren-
den fortgeführt, wobei der Schwerpunkt auf
• Qualitätsmanagement der Untersuchung ingenieurwissenschaftlicher
• Akkreditierung, Evaluation und Befragungen Kompetenzen lag (im Jahr 2011: Maschinenbau,
Elektrotechnik; außerdem abgeschlossen: Land-
• Kompetenzorientierte Studiengangs-
schaftsarchitektur und Umweltplanung).
entwicklung
• Career Service Im Berichtsjahr haben sich bei der Auswertung
• Schlüsselkompetenzen (ZfSK) der Interviews mit Lehrenden in ingenieurwissen-
• Beschwerdemanagement schaftlichen Fächern und in der Rückmeldung der
Ergebnisse an die Studiengänge drei inhaltliche
Linien als Schwerpunkte herausgeschält:
Abteilung 2: Lehrerbildung (ZfL)
• die explizite Fassung von ingenieurwissen-
• lehramtsbezogene Studiengangsentwicklung
schaftlicher Kompetenz und Anknüpfungs-
• lehramtsbezogene Studiengangsbetreuung punkte zur Förderung ingenieurwissenschaftli-
• lehramtsbezogene Studierendenberatung cher Kompetenzen im Studium
• Vernetzung Universität – Schule • die explizite Fassung von Merkmalen berufs-
praktischer im Gegensatz zu akademischer
Abteilung 3: Weiterbildung (ZEW) Kompetenz und Benennung von Kriterien für
Entscheidungen zur Anrechnung beruflich
• Wissenschaftliche Weiterbildung erworbener Kompetenzen für ein Studium
• Offene Hochschule • Interdisziplinarität und deren Bedeutung für
die Kompetenzentwicklung sowie die Konzep-
• eLearning Service Abteilung (elsa) tualisierung geeigneter Lernräume
• Fort- und Weiterbildung für Lehrerinnen und
Lehrer Mit diesen Linien wurden auch Wissensgrundla-
gen erarbeitet, die in die weiteren Gespräche mit
Nachfolgend wird für die jeweiligen Arbeitsberei- Lehrenden und Lernenden einfließen, die als Anre-
che der Abteilungen aufgezeigt, welche Aktivitäten gungen zur Reflektion über das Lehren und Lernen
im Berichtszeitraum prägend waren (Qualitätsma- dienen und die Impulse für die Weiterentwicklung
nagement einschließlich Evaluationen, Befragun- von Lernräumen geben können.
gen und Akkreditierungen siehe Kapitel 1).

Weitere allgemeine Informationen zur ZEL: Rekonstruktion ingenieurwissenschaftlicher


http://www.zel.uni-hannover.de/zel.html Kompetenzen – Förderung ingenieurwissen-
schaftlicher Kompetenzen im Studium
In den Gesprächen mit Fachvertretern wurde
erkundet, welche besonderen Perspektivierungen,
Konzeptualisierungen und Herangehensweisen
an Aufgabenstellungen und Problemlösungen die
Zentrale Angebote 24
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Expertinnen und Experten des Faches auszeichnen, • Aufbau einer fachbezogenen Wissensbasis und
und auf welchen didaktischen und methodischen Entwicklung von fach- und anwendungsbezo-
Wegen versucht wird, dies in universitären Lehr- genen Fähigkeiten und Fertigkeiten,
prozessen zu vermitteln. • Erlernen und Erprobung von Strategien zum
Einsatz von Wissen, Fähigkeiten und Fertig-
Ingenieurwissenschaftliche Kompetenzen: „Von
keiten,
der Problemstellung zur technischen Lösung“
• aktives Problemlösen üben d. h., diese Strategi-
Ingenieurwissenschaftliches Handeln lässt sich
en selbstreflexiv, selbstgesteuert und kontext-
charakterisieren durch den spezifischen Anwen-
sensibel einzusetzen, und zwar in Situationen,
dungsbezug und durch konkrete Problemstellun-
die kognitiv und handlungsbezogen herausfor-
gen, die mithilfe technischer Produkte, Prozesse,
dernd sind,
Prozessketten oder Systeme gelöst werden sollen.
Kompetentes ingenieurwissenschaftliches Handeln • Rückmeldung über die Qualität der Aufgaben-
erfordert Sachkunde (d. h. elaboriertes Wissen bzw. und Problemlösung erhalten sowie Hinweise
Expertise) und Sachverstand (i. S. verantwortlicher auf Optimierungspotentiale bekommen.
und kluger Wahl der Mittel zur Realisierung eines
Zwecks, wissend um die natürlichen Gesetz- Der Lehr-Lernprozess in ingenieurwissenschaftli-
mäßigkeiten, die den Einsatz der Mittel sowohl chen Studiengängen erfordert eine entsprechende
bedingen als auch beschränken) und profitiert von Gestaltung von Lernräumen und Lernsettings mit
der theoretischen Reflexion vorausgegangener Gelegenheiten
Erfahrungen.
• der lernenden Aneignung (sich etwas zeigen
Die Entwicklung von Lösungen einer technischen und erklären lassen),
Aufgabenstellung erfolgt auf einem profunden • des Probierens und Übens (selber tun),
analysierenden Verstehen des Kerns der Problem-
• des Überprüfens und Beurteilens des eigenen
stellung und der spezifischen Randbedingungen.
Könnens (Rückmeldung und Hilfestellung
Dabei muss die Aufgabenstellung zu Beginn in
bekommen; sich selbst einschätzen).
ihrer Breite durchdacht und eine ausreichend
komplexe Vorstellung der Sachverhalte generiert
Merkmale berufspraktischer und akademischer
werden. Zur Entwicklung von Lösungen sind u. a.
Kompetenz – Kriterien zur Anrechnung beruf-
erforderlich:
lich erworbener Kompetenzen für ein Studium
• die Fähigkeit, allgemeines und abstraktes Einen Tätigkeitsschwerpunkt des Arbeitsbereiches
Wissen auf konkrete Aufgabenstellungen zu bildete im Jahr 2011 die Mitarbeit bei der Initiative
beziehen; Offene Hochschule Niedersachsen (OHN), deren
Kernziel u. a. in der Erleichterung von Übergängen
• die Fähigkeit zu mathematischer Modellierung;
zwischen Berufstätigkeit und Hochschulstudi-
• die Fähigkeit, theoretische Aussagen und Si- um besteht. Ein Ziel bestand darin, Kriterien für
mulationsergebnisse in Beobachtungen, Tests die Entscheidung über die Anrechenbarkeit von
und Experimenten zu validieren und somit die beruflich erworbenen Kompetenzen im Studium zu
Realitäts-Passung von Modellvorstellungen zu identifizieren. Die Befragungsergebnisse aus den
überprüfen; Gesprächen mit den Lehrenden ermöglichten eine
• die Fähigkeit zur Entwicklung von technischen Spezifikation von berufspraktischen und akade-
Produkten, Prozessen und Systemen durch mischen Kompetenzen und mündeten in Empfeh-
Entwurf einer geeigneten Struktur, die den lungen für Kriterien, mit deren Hilfe Anrechnungs-
adäquat auszuwählenden Materialien, Bau- entscheidungen durch die Modulverantwortlichen
teilen, Systembestandteilen usw. konstruktiv getroffen werden können.
aufgeprägt wird;
Merkmale der Schnittstelle von berufsprakti-
• profundes Verständnis von technischen
scher und akademischer Kompetenz
Verfahren und deren Grenzen, potentielle
Fehlerquellen und Störanfälligkeiten. Aus vorausgehender (einschlägiger) Berufstätig-
keit können folgende Kompetenzen mitgebracht
Anknüpfungspunkte für die Förderung ingeni- werden:
eurwissenschaftlicher Kompetenzen im Studium
• Erfahrungen mit betrieblichen Abläufen und
Für die Entwicklung und Förderung entsprechen-
daraus resultierenden Handlungslogiken (Kun-
der ingenieurwissenschaftlicher Kompetenzen im
denorientierung, Anpassung an spezifische
Studium bedeutet dies für die Studierenden:
Betriebsabläufe, …),
25 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches

• praktisches Verständnis: Sinn für das Machba- Kriterien zur Entscheidung, inwiefern beruflich
re und den Arbeitsaufwand einer Aufgabe oder erworbene Kompetenzen für ein Studium
eines Auftrages, angerechnet werden können, sind u.a.:
• konkret-operative Erfahrungen im realen Um-
gang mit spezifischen Objekten, Instrumenten 1. Berücksichtigung des Kompetenzniveaus
oder Prozessen; angewandtes, praktisches Grundsätzlich gilt, dass über Anrechnungen nicht
Wissen für spezielle Vorgänge („know-how“), nur hinsichtlich der Kompetenzarten, sondern
• Umgang mit akut auftretenden Problemen, auch hinsichtlich des erreichten Kompetenzni-
Umgang mit „Widerfahrnissen“, die Erfahrung veaus entschieden werden muss.
des Improvisieren-müssens,
2. Konkret-operatives vs. theoretisch-
• problemlösendes Denken im Hinblick auf abstrahierendes Handeln
fachliche Aufgaben in Planung, Entwurf oder
Je stärker das Lernziel einer Veranstaltung bzw.
Konstruktion – entsprechend den konkreten
eines Moduls in konkret-operativen Handlun-
Arbeitsplatzanforderungen,
gen besteht, desto eher wird man vergleichbare
• Erfahrungen mit Kooperationsanforderungen Kompetenzen aus einer Berufstätigkeit anrechnen
und kollegialen bzw. organisationalen Abstim- können. Je stärker dagegen das Lernziel einer Ver-
mungsnotwendigkeiten anstaltung bzw. eines Moduls in abstrahierenden
• und natürlich einschlägige fachliche Kenntnis- Operationen besteht oder Bezüge auf wissen-
se und Fertigkeiten aus der Berufsausbildung. schaftliche Theorien und Modellvorstellungen
ausweist, und je stärker die Handlungssteuerung
Die Anforderungen im Studium sind mindestens: theoriebedürftig ist, desto präziser ist zu prüfen,
ob Kompetenzen auf dieser Niveaustufe im Beruf
• theoretische Orientierung: Erwerb und erworben worden sind.
selbständige Verwendung wissenschaftlichen
3. Praxisbezüge, die in das Studium integriert
Wissens;
wurden
• Analyse komplexer Zusammenhänge – dabei
Anerkennungsfähig sind mutmaßlich all diejenigen
die Fähigkeit, das notwendige Komplexitäts-
Studienanteile, die berufspraktische und betrieb-
niveau identifizieren zu können;
liche Erfahrungen ins Studium integrieren sollen,
• Bearbeitung prinzipieller, grundsätzlicher Fra- insbesondere betriebliche Praktika.
gen, losgelöst vom konkreten Fall; Bearbeitung
abstrahierter Fragestellungen; 4. Personale und sozial-kommunikative
• Übertragung konkreter Phänomene in abstrak- Kompetenzen
te Modelle (Erkenntnis, statt nur Kenntnis); Bei der Anerkennung von personalen und sozial-
prinzipielles Verstehen von Sachverhalten; kommunikativen Kompetenzen, die in vorgängiger
• Rückbindung der Analyse und des Verstehens Berufstätigkeit erworben worden sind, wäre darauf
eines Sachverhaltes an einschlägige Theorie- zu achten, inwiefern sich der Kompetenzerwerb
horizonte. gerade in reflektierten, durchgearbeiteten Erfah-
rungen zeigt.
Zentrale Angebote 26
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Interdisziplinarität und deren Bedeutung für inwiefern die Lehrenden dabei gefordert sind, sich
die Kompetenzentwicklung – Konzeptualisie- interdisziplinär kompetent zu verhalten.
rung geeigneter Lernräume
Konzeptualisierung geeigneter Lernräume, in
In den Experteninterviews benennen die Lehrenden
denen akademisch-intellektuelle Integrati-
verschiedener ingenieurwissenschaftlicher Fächer
onsleistungen mutmaßlich vollzogen werden
immer wieder Interdisziplinarität als zentrale An-
können
forderung ingenieurwissenschaftlichen Handelns.
Es stellt sich die Frage, worum sich Lehrende im
Interdisziplinarität und deren Bedeutung für Rahmen eines Studienganges kümmern sollten,
die Kompetenzentwicklung ohne dass dabei die Freiheit der Lehre einge-
Unabhängig von den interdisziplinären Anfor- schränkt würde:
derungen an das ingenieurwissenschaftliche
Handeln speisen sich auch die Studiengänge aus Es ist die Frage der Studierbarkeit, die allerdings
verschiedenen fachlichen Perspektiven, sie werden weitaus mehr ist als die zeitliche Bewältigung
von mehreren Lehrpersonen getragen und stellen eines bestimmten Stoffumfangs. Studierbarkeit
sich auf diese Weise hinsichtlich Disziplinaritä- bedeutet, dass die Gelingensbedingungen des Stu-
ten, Paradigmen und den durch die Lehrenden diums – Verstehen, Erwerb von profundem Wissen
verkörperten Werthaltungen und Maximen für die (Expertise) und Aufbau von Können – durch das
Studierenden als mehr oder weniger heterogen Arrangement einer adäquaten Lernarchitektur
dar. Die Studierenden sind somit aufgefordert, wahrscheinlich gemacht werden. Studierbarkeit
unterschiedliche disziplinäre und paradigmatische bedeutet dabei nicht die Homogenisierung von
Eigenlogiken zu verstehen, deren Heterogenität disziplinären und paradigmatischen Unterschie-
zu verarbeiten sowie den Gehalt, den Nutzen und den, durch die Wissenschaft ja gerade charakte-
die Grenzen inter-, multi- oder transdisziplinärer risiert ist; es gilt aber, diese Heterogenität für die
Verschränkungen und paradigmatischer Vielfäl- Studierenden zugänglich zu machen und ihnen
tigkeiten nachzuvollziehen. Bei der Entwicklung eine begründete eigene Positionierung zu ermög-
und Gestaltung von Studiengängen gilt es also zu lichen, sie also zu selbstständigen Diskursteilneh-
spezifizieren, was Studierende verstehen müss(t) mern und zu aufgeklärten Praktikern zu bilden.
en, was sie erlernen müss(t)en, und welche ver-
schiedenen disziplinären und paradigmatischen Dieses erfordert Räume zur Reflexion, Räume zur
Perspektiven sie auf welche Weise integrieren Integration und Räume zur disziplinübergreifen-
müss(t)en, wenn ihr Studium gelingen soll. den Interaktion. Diese Räume müssen nicht alle
formal ausgewiesen sein, manche können inner-
Diese Fragen stellen sich nochmals dringlicher un- halb von Lehrveranstaltungen geschaffen werden,
ter der Zielvorstellung einer kompetenzorientier- wenn etwa Überblickswissen vermittelt wird
ten Studiengangsentwicklung. Denn im Hinblick oder paradigmatische Standpunktbezogenheiten
auf die Rekonstruktion studiengangsbezogener verdeutlicht werden. Entscheidend ist, dass sich im
Kompetenzprofile ist hier auszuweisen, inwiefern Verlaufe des Studiums die verschiedenen (Lern-)
Pluralität und Heterogenität im Studiengang für Erfahrungen für die Studierenden zu einer (mehr
den Erwerb akademischer Kompetenzen gerade oder weniger) kohärenten Bildungserfahrung
konstitutiv, oder aber unter Umständen gerade fügen können, statt dass sich – aus der Perspektive
hinderlich sind. Die Fähigkeit zu interdisziplinärem studentischen Erlebens – die einzelnen Lehr-
Arbeiten kann zwar als eine notwendige akade- veranstaltungen und Lehrinhalte als eine bunte
mische Kompetenz reklamiert werden, es ist dann Mischung darstellen, ohne dass Verschränkungen
aber eine Aufschlüsselung der Begriffe Inter-, Mul- und Differenzen transparent geworden wären.
ti- und Transdisziplinarität – als je verschiedener
spezifischer Verhältnisse unterschiedlicher wissen- Insofern sollte die Verantwortung für die Ge-
schaftlicher Disziplinen zueinander – erforderlich. staltung dieser Lernräume nicht nur individuell
Für die Lehrenden, die gegenüber den Studie- durch einzelne Lehrpersonen erfolgen, sondern
renden disziplinäre Maximen und Haltungen idealerweise kollegial durch alle Lehrenden eines
verkörpern, stellt sich jenseits ihrer individuellen Studienganges – wohl wissend um das Phänomen
Lehrmeinungen die Frage, worum sie sich in ihren der Heterogenität der Selbstauslegungen des
Weitere Informationen zum zentralen Studiengängen gemeinsam und kollegial verant- universitären Bildungsauftrages.
Arbeitsbereich Kompetenzorientierte wortet kümmern sollten. Insbesondere stellt sich
Studiengangsentwicklung: http:// die Frage, welche Unterstützungsangebote durch
www.studiengangsentwicklung.uni- die Lehrenden im Hinblick auf studentische Inte-
hannover.de grationsleistungen eröffnet werden müssten, und
27 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Career Service themenrelevante Untersuchungsergebnisse des In-


stituts für Arbeitswissenschaften und der Zentrale
Der Career Service bereitet mit gezielten Pro- Einrichtung für Lehre, Studium und Weiterbildung
grammen und Veranstaltungen Studierende und (ZEL) über Bachelorabsolventen und zu Absolven-
Absolventen darauf vor, auf den flexibilisierten tenbefragungen im Kontext des Berufseinstiegs
und dynamischen Arbeitsmarkt zu treten und akquiriert und im November 2011 veröffentlicht.
sich dort erfolgreich zu bewegen. Die Förderung
der individuellen Beschäftigungsfähigkeit und Karriereberatung
die Förderung des individuellen Berufswegs Die Einrichtung einer halben Karriereberatungs-
der Studierenden sind die Ziele. Das Verhältnis stelle zur beruflichen Orientierung und Qualifizie-
Wissenschafts- und Arbeitswelt während des Stu- rung sorgte für die notwendige Qualität in der ers-
diums erhielt in den letzten Jahren eine größere ten individuellen Beratung. Zusätzlich ermöglichte
Gewichtung: Der Berufsbezug und die Förderung sie die Konzipierung von aufeinander aufbauenden
der Berufsbefähigung stehen verstärkt im Mittel- Basisworkshops (Bewerbung KOMPAKT). Hierdurch
punkt. Zusätzlich erfordert der größere Bedarf an kann der Beratungsbedarf bei den Studierenden
beruflicher Beratung und Orientierung in einem ressourcenschonender gedeckt werden und die
engen Zeitfenster neue Angebotsformate. Dies Studierenden können sich individueller qualifi-
bedeutete für 2011: zieren. Darüber hinaus flossen die Ergebnisse des
Veranstaltungsangebot ersten FORUMs Career Service – Unternehmen
aus 2010 in die Angebotsweiterentwicklung für
Gezielte Gespräche mit einzelnen Fakultäten, das Jahr 2011 ein: Die enge Einbindung von
weiteren zentralen Einrichtungen und externen Fachwissen aus der Praxis in die Basisworkshops
Partnern klärten den Bedarf an Workshops und wurde von den Teilnehmern/Studierenden und
Beratung sowie die jeweiligen Kooperationsvor- Kooperationspartnern gut angenommen und stark
stellungen. Die Durchführung von Karrierewochen nachgefragt.
in den Fakultäten und Orientierungsveranstaltun-
gen zu „Zukunft KONKRET“ an der Schnittstelle Auf Nachfrage der wirtschaftswissenschaftlichen
Bachelor-Master und Master-Beruf/Promotion Fakultät wurden terminierte Bewerbungsmap-
garantierte eine hohe Teilnahmequote und penchecks als erste Beratungskontaktmöglichkeit
gleichzeitig einen hohen Informationsgehalt. vor Ort in der Fakultät ein- und durchgeführt und
Rückmeldungen der teilnehmenden Studierenden positiv evaluiert. Es hat sich ebenso positiv auf
flossen in die Weiterentwicklung des bestehenden die Teilnehmerzahl und die Lernergebnisse der
Angebots wie zum Beispiel „Karriere mit Anhang“ Workshops ausgewirkt, speziell für internationale
ein. Externe Kooperationspartner konnten sich mit Studierende Bewerbungsworkshops anzubieten.
einem Leitfaden auf die jeweilige Veranstaltung Regelmäßige Treffen mit Kolleginnen und Kollegen
entsprechend vorbereiten und brachten das für die anderer Career Services zu Beratungsangeboten
Teilnehmer relevante Wissen mit. sorgen für den notwendigen Überblick an Best-
Practice-Beispielen.
Information
Ein übersichtlich strukturierter Career Service-Ver- Firmenkontaktmesse Career Dates
anstaltungskalender gibt seit dem Wintersemester Die jährlich stattfindenden Career Dates fanden
2011/12 den Studierenden bei der Workshop-Aus- 2011 bautechnisch bedingt an zwei Standor-
wahl mehr Sicherheit. Dies erhöht die Entschei- ten statt. Die Firmenkontaktmesse der Leibniz
dungszufriedenheit bei der Auswahl des geeigne- Universität Hannover richtete sich erstmalig an
ten Workshops und unterstützt den Lernprozess zwei separaten Terminen an zwei große Studieren-
positiv. Der Einsatz von neuen Medien wie http:// denzielgruppen der Leibniz Universität Hannover:
www.facebook.com/career.service.luh und der neu die MINT-Fächer und die geistes-/sozial- und
konzipierte Newsletter für Studierende greifen die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge.
Informationsgewohnheiten der Studierenden auf Ein neues Messekonzept sorgte für eine offene
und machen das Career Service-Angebot leichter kommunikative Atmosphäre und unterstützte die
zugänglich und transparenter. Durch die Aus- Gäste bei der Kontaktaufnahme. Zur Nachhaltig-
tauschplattform „FORUM Career Service – keit der Kontakte trägt ein ausführlicher Messeka-
Unternehmen“ war es auch 2011 möglich, die talog bei.
Qualität und Intensität der Unternehmensgesprä-
che und somit des Ideenaustausches zu steigern. Vernetzen & kooperieren
Das Employer Branding-Thema stieß auf großes Um den regionalen Arbeitsmarkt transparenter zu
Interesse. Die Abonnementzahl für den Unterneh- machen, entwickelte der Career Service 2011 für
mens-Newsletter konnte erheblich erhöht werden. Studierende eine neue Angebotspalette zu Welt-
Für die Career Service Papers 2011 (csp) – die marktführern in der Region Hannover.
Zeitschrift des csnd-Dachverbandes - wurden
Zentrale Angebote 28
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Das Netzwerk ZukunftINC – ein Zusammenschluss ermöglicht dem ZfSK als zentralem Anbieter ein
von bekannten regionalen Arbeitgebern – steht als inhaltlich breit gefächertes Angebot mit Wahl-
Ansprechpartner den Studierenden zur Verfügung. möglichkeiten für Studierende je nach angestreb-
Gemeinsam mit der Hochschule Hannover werden tem Berufsfeld, Interessen oder eigenen Defiziten
die Veranstaltungen beworben und für die jeweili- in bestimmten Kompetenzbereichen.
gen Zielgruppen geöffnet.
Auch in 2011 ist die Nachfrage seitens der Studie-
Der Career Service steht über die enge Anbindung renden und Fakultäten massiv angestiegen, so dass
an das ZfSK im intensiven Austausch mit den in- das Seminarangebot erheblich ausgebaut wurde.
ternen Partnern in den Studiengängen. Rückmel- Ein weiterer Anstieg wird auch im Zuge des dop-
dungen von externen Partnern und Entwicklungen pelten Abiturjahrgangs und durch die Aussetzung
auf dem Arbeitsmarkt werden ohne Informations- der Wehrpflicht für 2012 erwartet. Im Rahmen der
verlust weitergeleitet und für Weiterentwicklun- Qualitätssicherung wird dazu der zur Verfügung
gen genutzt. stehende Dozentenpool stetig erweitert. Externe
Dozentinnen und Dozenten durchlaufen hierbei
Der Career Service beteiligt sich aktiv in den ein zweistufiges Verfahren über die Sichtung von
Weitere Informationen zum Career Arbeitskreisen des csnd und als Redaktionsmitglied Eignungsprofilen und Seminarkonzepten sowie
Service: http://www.career.uni- bei den career service papers, bei denen es neben zusätzlich persönlichen Gesprächen im ZfSK.
hannover.de/de/ dem Austausch u. a. auch um Qualitätsstandards
in der Career Service-Arbeit geht. Beratung von Studierenden
Mit der steigenden Nachfrage nach SK-Angeboten
Schlüsselkompetenzen steigt auch der Beratungsbedarf auf Seiten der
Studierenden. Einen Schwerpunkt der Beratung
Der Arbeitsbereich Schlüsselkompetenzen (ZfSK)
bilden Fragen zur Studienorganisation im SK-
ist zentraler Ansprechpartner für Studierende,
Bereich, der Anrechnung von Leistungspunkten
Hochschullehrende, Studiengangskoordinatoren
und den Anforderungen von studiengangsspe-
bzw. Vertreter der Fakultäten und Fächer sowie
zifischen Modulen und Prüfungsordnungen. Ein
Einrichtungen in der Leibniz Universität Hannover
weiterer Beratungsschwerpunkt liegt im inhaltli-
für den Bereich der Schlüsselkompetenzen. Insbe-
chen Bereich und bearbeitet Fragen zu Kompeten-
sondere die Steigerung der Beschäftigungsfähig-
zanforderungen von Berufsfeldern und Arbeits-
keit und die Berufsfeldorientierung im Studium
markt. Studierende werden individuell auf für sie
durch die Vermittlung von berufsrelevanten
geeignete Veranstaltungen im Angebot des ZfSK
Schlüsselkompetenzen sowie deren Transparenz
und der anderen Einrichtungen und Fakultäten der
und Qualität sind Ziele des ZfSK. Zu den Leistun-
Leibniz Universität Hannover hingewiesen.
gen des ZfSK zählen die konkrete Beratung und
Unterstützung der Fakultäten und Studierenden, Aufbau einer Schreibwerkstatt
die Vermittlung von berufsfeldrelevanten Schlüs-
selkompetenzen (SK) sowohl in Seminaren als Mit der Schreibwerkstatt soll das Schreiben als
auch in zielgruppenspezifischen Qualifizierungs- eine zentrale Schlüsselkompetenz für Studium
programmen sowie der nachhaltige Austausch und Beruf gefördert werden. Das Schreiben von
und die Kooperation mit internen und externen Hausarbeiten, Essays, Thesenpapieren, Referaten,
Partnern. Mit Auslauf der Projektlaufzeit (5 Jahre) Protokollen, einschließlich der Abschlussarbeit,
Ende 2011 wurde der Arbeitsbereich Schlüssel- begleitet die Studierenden während des gesamten
Weitere Informationen zum Arbeits- kompetenzen als Daueraufgabenbereich fest in die Studiums.
bereich Schlüsselkompetenzen: Abteilung 1: Lehr- und Studienqualität der Zentra-
http://www.zfsk.uni-hannover.de/ len Einrichtung Lehre, Studium und Weiterbildung In Zusammenarbeit mit den Instituten der Phi-
(ZEL) integriert. In 2011 haben insbesondere die losophischen und Wirtschaftswissenschaftlichen
folgenden Maßnahmen einen Beitrag zur Qualität Fakultät soll das Konzept der Schreibwerkstatt
der Lehre geleistet: zunächst für die Studierenden dieser Fakultäten
konzipiert und angeboten werden. Das Angebot
Erweiterung des interdisziplinären ist eine Unterstützung und Ergänzung zu den
Seminarangebots Schlüsselkompetenzen bereits bestehenden Angeboten der Fakultäten.
Angestrebt ist nach erfolgreicher Evaluation der
Das Seminarangebot des ZfSK ergänzt die fach-
Maßnahme die Ausweitung des Konzeptes auf an-
spezifischen SK-Aktivitäten der Fakultäten und
dere Fakultäten und die Erweiterung des Angebots
Fächer. Diese Ergänzung ist allein aus Kapazitäts-
für alle Studierenden.
gründen dringend erforderlich und im Bereich der
interdisziplinär aufgebauten SK-Bereiche inhaltlich
Ziel des von KIQS geförderten Projektes ist die
sinnvoll. Die Studierenden finden jedes Semester
Vermittlung von Schreibkompetenz für Studium
ein verlässliches Grundangebot im SK-Bereich. Die
und Beruf. Die explizite Förderung des wissen-
Größe der Zielgruppe über alle Fakultäten hinweg
29 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches

schaftlichen und berufsbezogenen Schreibens ist sich auch 2011 als wichtige Anlaufstelle bewährt.
in diesem Sinne ein Kernelement eines exzellenten Rund 100 Beschwerden von Studierenden wurden
Studiums, erhöht die Studierfähigkeit und somit im Jahr 2011 eingereicht und bearbeitet. Es han-
den Studienerfolg und trägt erheblich zur Qualität delt sich hierbei vorwiegend um Anliegen bezüg-
der Lehre bei (vgl. hierzu auch Kap. 3.: Förderport- lich der Studienorganisation, aber auch inhaltliche
folio Leibniz KIQS). und individuelle Probleme wurden thematisiert.
Zugenommen hat der Anteil der Beschwerden, die
Unterstützung der Fakultäten mit studien- im Zusammenhang mit Konflikten mit Lehrperso-
gangsspezifischen Seminarangeboten nen oder anderen Mitarbeiterinnen und Mitar-
Auch die Anfrage der Fakultäten nach Beratung beiter der Universität standen. Eine detaillierte
und Unterstützung bei studiengangsspezifischen Beschreibung und Analyse der Beschwerden wird
Seminarkonzepten steigt weiter an. Hierbei sind im Jahresbericht der Ombudsperson 2011/2012 im
aktuell vor allem die Wirtschaftswissenschaftliche Frühsommer 2012 erscheinen.
und die Juristische Fakultät zu nennen. Das ZfSK
bietet spezifisch für diese Fakultäten konzipierte Das Angebot der Ombudsperson und des Be-
SK-Veranstaltungen an, die im Bachelorstudien- schwerdemanagements reicht von Beratungen
gang Wirtschaftswissenschaften und im Studien- über die Weitervermittlung an andere kompetente
gang Rechtswissenschaften fester Bestandteil des Ansprechpartner bis hin zur Moderation von Ge-
grundständigen Studiums sind. sprächen. Gewährleistet ist die Bearbeitung jeder
Beschwerde auf vertraulicher Basis. Studierende
Kooperationen/Austausch mit der Arbeitswelt können sich anonym an die Stelle wenden. Ihnen
Das ZfSK beteiligt sich als koordinierende Stelle wird aber auf Wunsch auch die anonyme Weiter-
aktiv an dem hochschulübergreifenden „Arbeits- leitung der Beschwerde versichert, wenn sie sich
kreis Schlüsselkompetenzen Niedersachsen“, wo namentlich an die Ombudsperson gewandt haben.
es neben kollegialem Austausch um Themen wie Von hoher Bedeutung für die Bearbeitung der Fälle
Qualitätsstandards für den Bereich Schlüsselkom- ist, jedes einzelne Anliegen ernst zu nehmen und
petenzen geht. individuell auf die Studierenden einzugehen.

Das ZfSK steht auch über die enge Anbindung Im Vordergrund der Arbeit und als Zielsetzung
an den Career Service im intensiven Austausch steht dementsprechend auch in erster Linie die
mit der Arbeitswelt. So werden die Anforderun- Serviceleistung für die einzelnen Studierenden, die
gen verschiedener Berufsfelder inhaltlich in die sich vertrauensvoll an die Stelle wenden. Die Rück-
SK-Angebote des ZfSK integriert. Besonders meldungen vieler Beschwerdeführer zeigen, dass
hervorzuheben sind hier intensive Kooperationen dies positiv aufgenommen wird und die Studieren-
mit Partnerunternehmen im Rahmen der Quali- den darin bestärkt, sich kritisch mit dem Studien-
fizierungsprogramme „Mit Leibniz zu Bahlsen“, alltag auseinanderzusetzen und als Mitglieder der
„Bachelor Plus“ und „arch plus“. Darüber hinaus ist Universität zu einer Verbesserung der Bedingun-
das ZfSK maßgeblich am „Forum Unternehmen“ gen beizutragen. Infolgedessen handelt es sich bei
des Career Service beteiligt. Die Ergebnisse dieses der großen Mehrheit der Beschwerden um sehr
Austauschs mit der Arbeitswelt werden auch in ernstzunehmende und konstruktive Beiträge.
die Fakultäten gespiegelt und können dort in die Neben der individuellen Hilfe für einzelne Studie-
Studiengangsgestaltung einfließen. rende soll die Beschwerdestelle aber auch struk-
turelle Mängel aufdecken und zur Verbesserung
Beschwerdemanagement & dieser beitragen. Dies erfolgt beispielsweise, wenn
Ombudsperson zur Sicherstellung auf Schwierigkeiten hingewiesen wird, die eine
guter Studienbedingungen größere Personengruppe betreffen. Ein üblicher
Handlungsschritt der Ombudsperson ist daraufhin,
Im Jahr 2010 wurde an der Leibniz Universität die betroffenen Fakultäten (Studiendekanate, Stu-
Hannover das Amt der Ombudsperson zur Sicher- diengangskoordinatoren, Lehrpersonen) oder zent-
stellung guter Studienbedingungen eingeführt, ralen Arbeitsbereiche zu informieren, zu Lösungen
welches seitdem vom Beschwerdemanagement anzuregen und bei Bedarf persönliche Gespräche
der Abteilung 1: Lehr- und Studienqualität der zu initiieren und/oder zu begleiten. Einen Beitrag
Zentralen Einrichtung Lehre, Studium und Weiter- zur Sichtbarmachung struktureller Probleme stellt
bildung (ZEL) unterstützt wird. Gemeinsam wirken außerdem der Jahresbericht der Ombudsperson
die Ombudsperson und die Mitarbeiterinnen und dar, welcher – anonymisiert – die Beschwerden
Mitarbeiter des Beschwerdemanagements als fa- statistisch aufarbeitet, kategorisiert und auswertet.
kultätsübergreifende Kontaktpersonen für studen- Typische Beschwerdemuster werden erklärt und
tische Beschwerden und Verbesserungsvorschläge die Verteilung nach Fakultäten vorgestellt. Dieser
bezüglich des Studiums und der Lehre und haben Bericht wird nicht nur der Vizepräsidentin für
Zentrale Angebote 30
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Lehre, Studium und Weiterbildung vorgelegt, son- Die Abteilung 2 der ZEL: Lehrerbildung (ZfL) ist
dern auch hochschulintern veröffentlicht, so dass die zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle für
für mehr Transparenz gesorgt wird. Hierbei wird alle Aspekte der Lehrerausbildung an der Leib-
darauf geachtet, keine Universitätsakteure bloßzu- niz Universität Hannover. Ziel des ZfL ist es, die
stellen, sondern auf Schwachstellen aufmerksam Lehrerbildung an der Leibniz Universität Han-
zu machen, um auf diese Weise Verbesserungen nover institutionell zu stärken und eine wissen-
anzuregen. schafts- und professionsorientierte Gestaltung der
Ausbildung für die Lehrämter an Gymnasien, an
Neben dieser Wirkung soll der Bericht der Om- berufsbildenden Schulen und für Sonderpädagogik
budsperson selbstverständlich dazu dienen, die zu unterstützen.
Arbeit der Ombudsperson zu dokumentieren und
Weitere Informationen zum möglichst weitgreifend sichtbar zu machen. Dazu Zentrale Organe zur Verbesserung der Lehre sind
Beschwerdemanagement und zur gehört auch, dass die Feedback-Bögen – welche die vom ZfL koordinierte Lenkungsgruppe Studien-
Ombudsperson zur Sicherstellung allen Studierenden, die sich mit einer Kontakt- dekane und die Studienkommissionen für die drei
guter Studienbedingungen: http:// adresse an die Beschwerdestelle gewandt haben, Lehrämter. Deren Aufgabe ist es, alle allgemeinen
www.zel.uni-hannover.de/ zukommen – ausgewertet werden. Das Beschwer- Teile der Prüfungsordnung zu verabschieden bzw.
beschwerdemanagement.html demanagement stellt somit eine wichtige Kompo- die fachspezifischen Anlagen der Ordnungen auf
nente beim Ausbau der QM-Aktivitäten in Studium die Berücksichtigung lehramtsspezifischer Aspekte
und Lehre dar. zu überprüfen. In der Arbeit der Studienkommissi-
onen wurden zudem Bereiche der Lehre diskutiert,
Lehrerbildung die im Studium für die Studierenden besondere
Probleme bereiten. Als Ergebnis dieser Diskussio-
Die Lehramtsausbildung unterscheidet sich grund-
nen werden derzeit vom ZfL in Abstimmung mit
legend von den anderen Studiengängen durch
den Fächern die Studieneingangsphase überar-
die Ausbildung in teilweise sehr heterogenen
beitet, verbesserte Informationen zum Studium
Bereichen: den Unterrichtsfächern/beruflichen
erstellt und gezielt Angebote im Bereich der
Fachrichtungen, die aus sehr unterschiedlichen
Schlüsselkompetenzen entwickelt und angeboten.
Fächerkulturen stammen können – von den Inge-
nieurwissenschaften bis zu den Theologien –, den
Zu den laufenden Aufgaben gehören die Betreu-
zugehörigen Fachdidaktiken mit ihrer Mittlerstel-
ung der Prüfungs- und Zulassungsausschüsse
lung zwischen Fachwissenschaften und Bildungs-
sowie die Abstimmung mit den Studiengangskoor-
wissenschaften und den Bildungswissenschaften
dinatoren der Fakultäten. Beide Tätigkeiten dienen
(Pädagogik, Berufspädagogik, Sonderpädagogik,
nicht nur der Abstimmung der Arbeit der einzelnen
Psychologie) als Bindeglied zur Berufspraxis. Den
Bereiche der Hochschule, sondern auch der Unter-
Weitere Information zum Zentrum größten Anteil an der Lehramtsausbildung tragen
stützung der Studierenden in Problemfällen.
für Lehrerbildung: http://www. an der Leibniz Universität Hannover die Philoso-
Neu ist die systematische Beteiligung des ZfL an
lehrerbildung.uni-hannover.de/ phische Fakultät sowie die Fakultät für Mathema-
den Studiengangsgesprächen der Vizepräsidentin
tik und Physik.
für Studium, Lehre und Weiterbildung (vgl. Kap. 1),
um auf diese Weise eine bessere Berücksichtigung
des Lehramtsstudiums, d. h. eine stärkere Syste-
matisierung der übergreifenden QM-Aktivitäten
auch für diesen Bereich zu erreichen.

Intensiviert wurde die Zusammenarbeit mit den


Fachdidaktiken, die u. a. zusammen mit dem
ZfL einen eigenen Workshop im Rahmen der
Veranstaltung „Gute Lehre, Gutes Lernen“ am 6.
Mai 2011 (vgl. weiter unten: Weitere Aktivitäten
im Berichtsjahr 2011) realisiert haben, und den
Bildungswissenschaften.

Eine enge Abstimmung mit den Ministerien, den


anderen niedersächsischen Zentren für Lehrerbil-
dung sowie allen an der Lehrerbildung beteiligten
Hochschulen im sog. Verbund dient der kontinu-
ierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen
für das Lehramtsstudium.
31 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches

eLearning Service Abteilung Im Berichtszeitraum wurden umfangreiche Maß-


nahmen für die Qualitätsverbesserung in Studium
Die eLearning Service Abteilung (elsa) ist in der und Lehre angegangen. Diese fokussieren auf die
Abteilung 3 (Weiterbildung) der ZEL als Arbeits- Qualitätssicherung bestehender eLearning
bereich angesiedelt. Die eLearning Services sind Services, die Verstetigung projektfinanzierter
primär auf die Unterstützung der Präsenzleh- Angebote sowie die Erprobung neuer Lerntechno-
re ausgerichtet. Ziel ist es, die Lehrenden und logien und deren Bewertung für die Lehre an der
Studierenden bei organisatorischen Aufgaben zu Leibniz Universität Hannover. Im Detail sind die
entlasten und den Lehr-/Lernprozess zu unter- folgenden qualitätsverbessernden Maßnahmen zu
stützen. Das derzeitige Angebot reicht von der Be- benennen:
reitstellung von Lerntechnologien wie Stud.IP und
ILIAS als Lernmanagement-Systeme, TestMaker für Stud.IP
Online-Self-Assessments, Flowcasts als System zur Der lineare Zuwachs an Nutzern von Stud.IP hat
einfachen Distribution von Audio- und Videoauf- im Wintersemester 2010/11 zu großen Verzö-
zeichnungen bis hin zum Verleih von Medientech- gerungen beim Zugriff auf das System geführt.
nik wie Videokameras, hochwertigen Mikrofonen Die bestehenden technischen Ressourcen waren
und Scheinwerfern. Darüber hinaus berät und ausgeschöpft. Die Leibniz Universität Hannover
schult die elsa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im hat hier mit der Beschaffung eines neuen Servers
Umgang mit den Lerntechnologien sowie in ihrem reagiert. Im Berichtszeitraum wurde Stud.IP darü-
didaktisch sinnvollen Einsatz. Ein umfangreicher ber hinaus um die Funktionen ErgebnisPIN-Plugin
Support mit einer telefonischen Hotline sowie der (Datenschutz), Sprechstundenverwaltung und DoIT
Möglichkeit für schriftliche Fragen runden das zur weiteren Unterstützung der Lehr-/Lernorgani-
Angebot ab und bieten eine schnelle Hilfestellung sation erweitert. Ebenso wurde die Kopplung mit
bei Problemen mit den bereitgestellten Lerntech- anderen Lerntechnologien voran getrieben (ILIAS,
nologien. edu|break) und Konzepte zur Zusammenarbeit der
Stud.IP Entwickler-Community mit HISinOne –
unter Beteiligung der AG EXA und der AG
Portal – erarbeitet.

Zuwachs der Zugriffszahlen auf Stud.IP für die Jahre


2006 bis 2011

15000

12000

9000

6000

3000

Heute online
0
2006 –

2007 –

2008 –

2009 –

2010 –

2011 –

2012 –
Zentrale Angebote 32
für Lehre, Lernen und
Studentisches

ILIAS N2E2
Das seit 2003 im Probebetrieb befindliche Lern- Im Mittelpunkt der Bemühungen stand die Erpro-
Content-Management-System ILIAS ist Ende 2009 bung von Lerntechnologien, mit deren Hilfe Prü-
vom Institut für System- und Rechnerarchitek- fungen elektronisch unterstützt werden können.
tur (SRA) an die elsa übergeben worden. ILIAS Hierfür wurden zwei Lerntechnologien auf ihren
ermöglicht es, Online-Lernmodule für Studierende Nutzen und ihre Betriebssicherheit hin getestet.
bereitzustellen. Mit diesen können sie Erlerntes Als erstes wurden vier Prüfungen mit ILIAS-EA
auf das richtige Verständnis hin überprüfen oder durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine
wissenschaftliche Inhalte selbständig erarbeiten. ILIAS-Variante, die speziell auf die Anforderungen
Im Rahmen des langjährigen Probebetriebs sind von elektronischen Prüfungen zugeschnitten ist.
auf ILIAS umfangreiche Lernmodule für Studieren- Hierfür wurde ein dedizierter eKlausuren-Server
de entstanden, die intensiv genutzt werden. Seit beschafft und ILIAS-EA installiert. Danach wurde
der Übergabe war die fortlaufende Bereitstellung ein Arbeitsprozess erarbeitet, anhand dessen vier
von ILIAS jedoch nicht gesichert. 2011 hat die eKlausuren durchgeführt wurden. Die Erfahrungen
Leibniz Universität Hannover die Mittel für die mit ILIAS-EA sind vielversprechend, erfordern je-
Beschaffung eines neuen Servers für ILIAS bereit- doch weitere Tests. Als zweites wurde die EvaSys-
gestellt. Darüber hinaus konnte die elsa durch das Funktionserweiterung EvaExam getestet. Mit
Einwerben von BMBF-Fördergeldern die personelle EvaExam lassen sich Prüfungen halb-elektronisch
Betreuung von ILIAS für die kommenden fünf durchführen (die Prüfung wird von den Studie-
Jahre erwirtschaften (siehe auch eCULT-Projekt). renden auf dem Papier absolviert, die Prüfungs-
bögen werden anschließend gescannt und dann
Projekte (alphabetisch) automatisch ausgewertet). Die Erfahrungen mit
EvaExam waren durchweg positiv. Durch die elekt-
eCULT ronische Unterstützung der Prüfungen werden die
Mit 10 weiteren niedersächsischen Hochschulen Lehrenden in der Lehre entlastet und können die
und zwei Vereinen ist es der elsa gelungen, im freiwerdende Arbeitszeit in die bessere Betreuung
Bund-Länder-Programm für bessere Studienbe- von Studierenden investieren. Darüber hinaus wird
dingungen und mehr Qualität in der Lehre einen die Qualität der Lehre dahingehend erhöht, dass
Verbundantrag zu platzieren. Für die nächsten fünf objektive Verfahren zur Bewertung der einzelnen
Jahre stehen damit 5,45 Mio. € für die weitere Prüfungsfragen herangezogen werden. Hierdurch
Verbreitung von innovativen Lehr- und Lerntech- wird die Validität von Prüfungen verbessert.
nologien (Lernmanagement-Systeme, eAssessment
und Video-basierte Lehre) an niedersächsischen ProLiza
Hochschulen zur Verfügung. Der Schwerpunkt Mit fünf weiteren Partnerhochschulen (Universi-
der Förderung liegt dabei auf der didaktischen tät Göttingen, TU Braunschweig, FH Hildesheim,
Beratung und Schulung von Hochschullehrenden. Hochschule Harz, Universität Rostock) sowie
Die Leibniz Universität Hannover wird dabei mit der data-quest GmbH wurde im Projekt ProLi-
600.000 € gefördert und übernimmt die Bereitstel- za die Schnittstelle zwischen Stud.IP und dem
lung sowie die didaktische Beratung von ILIAS. Campusmanagement-System HIS-LSF optimiert.
Über diese Schnittstelle werden Informationen
Flowcasts über Einrichtungen, Personen, Einrichtungs- und
Der elsa ist es gelungen, die Finanzierung des Servi- Vorlesungsverzeichnis zwischen den beiden Syste-
ces Flowcasts zum Teil auf eine Selbstfinanzierung men synchronisiert. Durch die Optimierung wurde
umzustellen. Drei Fakultäten finanzieren Flowcasts die Qualität der Daten (Aktualität, Vollständigkeit)
inzwischen vollständig selbständig, weitere sind signifikant erhöht.
dabei, ein entsprechendes Budget zur Verfügung
zu stellen. Ziel ist es, Flowcasts im kommenden Zusammenfassend konnte über eine Vielzahl der
Jahr zu 100% selbst zu finanzieren, so dass auf zentralen Maßnahmen die Lehre an der Leibniz
zentrale Fördermittel verzichtet werden kann. Ziel Universität Hannover durch die Bereitstellung
von Flowcasts ist es, Vorlesungen für Studierende elektronischer Medien und personelle Unterstüt-
Weitere Informationen zur eLearning aufzuzeichnen, damit diese dann im Anschluss der zung der Studierenden und Lehrenden signifikant
Service Abteilung (elsa): Vorlesung wiederholt angeschaut werden können. erhöht werden. Ein Großteil der Maßnahmen wird
http://www.uni-hannover.de/de/ Eine umfangreiche Evaluation mit mehr als 600 im Jahr 2012 fortgeführt.
universitaet/organisation/ Studierenden im Sommersemester 2010 hat ge-
einrichtung/elsa/ zeigt (http://bit.ly/vorlesungsaufzeichnungen), dass
dies die Studienqualität für Studierende nachhaltig
erhöht.
33 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Offene Hochschule Ein wesentliches Ziel der OHN ist es, eine größere
Vielfalt in die Zugangsmöglichkeiten der Hoch-
Die „Offene Hochschule“ ist ein Arbeitsbereich schule zu bringen. Dadurch soll die Anzahl der
der Zentralen Einrichtung Lehre, Studium und Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsol-
Weiterbildung (ZEL) der Abteilung 3: Weiterbil- venten und zugleich der verfügbaren Fachkräfte
dung (ZEW). Bereits seit Jahren setzt sich die ZEW erhöht werden. Des Weiteren sollen die Übergänge
ausführlich mit dem Thema der Öffnung der Hoch- zwischen beruflicher und Hochschulbildung durch
schule auseinander. Grundsätzlich ist die Öffnung die Anrechnung von beruflich erworbenen Kompe-
der Hochschule ein umfassender und langjähriger tenzen erleichtert werden. Unterstützt wird dieses
Prozess. Durch die Projekte „Anrechnung berufli- durch die Einbindung von Angeboten niedersäch-
cher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge“ sischer Erwachsenenbildungsträger. Im Rahmen
(ANKOM) und die „Offene Hochschule Niedersach- des Modellvorhabens OHN arbeiten an der Leibniz
sen“ (OHN) verfügt die ZEW jedoch über umfas- Universität Hannover insbesondere ZEW und das
sende Erfahrungen und Ergebnisse, auf die in den Institut für Mikroproduktionstechnik (IMPT) in Ko-
nächsten Jahren aufgebaut werden kann. operation mit der Hochschule Hannover (HH) und
der LZH Laser Akademie GmbH eng zusammen. Die
Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung:
folgende Aufzählung der Schwerpunktsetzungen
Offene Hochschulen“
stellt somit eine Gesamtdarstellung der Aktivitäten
an der Leibniz Universität Hannover dar:
Offene Hochschule Deutschland (OHD)
Spätestens durch den vom Bundesministerium für Im Jahr 2011 zeichnete sich die OHN u. a. durch
Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Wett- folgende Schwerpunktsetzungen aus:
bewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschu-
len“ ist die Offene Hochschule in den Fokus der 1. Kooperation mit Erwachsenenbildungsträgern:
Öffentlichkeit gelangt. Für diesen Wettbewerb, der • Vorbereitung des Angebots berufsbegleitender
Teil der Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Maßnahmen für nicht-traditionelle Zielgrup-
Bildung“ ist, stellt das BMBF bis 2020 eine Summe pen („vhsConcept“)
von insgesamt 250 Mio. Euro zur Verfügung. In
diesem Zusammenhang ist es der ZEW, gemeinsam 2. Anrechnung von beruflich erworbenen
mit fünf weiteren niedersächsischen Hochschulen, Kompetenzen:
erfolgreich gelungen, das Verbundprojekt Mobili-
tätswirtschaft zu platzieren. Die erste Förderphase • Fertigstellung und Veröffentlichung der
erstreckt sich dabei auf eine Dauer von 3,5 Jahren Anrechnungsrichtlinie der Leibniz Universität
(1. Oktober 2011 bis 31. März 2015). In diesem Hannover zur (individuellen) Anrechnung
Zeitraum stehen der Leibniz Universität Hannover beruflich erworbener Kompetenzen,
für das innovative Teilvorhaben „Studium Initiale“ • Abgleich des Maschinenbaustudiums mit drei
1,1 Mio. Euro zur Verfügung. Zudem wird eine Berufen sowie Überprüfung der Anrechen-
Anschlussförderung im Rahmen einer zweiten barkeit von Fächern der Fachschule Maschi-
Förderphase von 2,5 Jahren angestrebt. Hauptziel nentechnik an der Leibniz Universität und der
des Teilvorhabens ist die Entwicklung eines Kon- Hochschule Hannover.
zepts, das beruflich Qualifizierten ohne klassische
Hochschulzugangsberechtigung den Weg an die 3. Bedarfsermittlung:
Universität erleichtert. • Befragung von nicht-traditionellen Studie-
renden an der Leibniz Universität zu deren
Offene Hochschule Niedersachsen (OHN) Erfahrungen und Einschätzungen im Rahmen
Das Projekt „Offene Hochschule Niedersachsen“ einer gemeinsamen Studie der Hochschuls-
(OHN) ist ein vom Niedersächsischen Ministerium tandorte der OHN,
für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördertes • Durchführung von Interviews mit Lehrenden
Modellvorhaben und wird in Kooperation mit vier der Fakultät für Maschinenbau im Rahmen
weiteren niedersächsischen Hochschulen sowie der Kompetenzprofilerstellung durch den
anerkannten Einrichtungen der Erwachsenen- Arbeitsbereich „Kompetenzorientierte Studien-
bildung durchgeführt. Die Laufzeit des Projektes gangsentwicklung“ der ZEL, Abt. 1: Lehr- und
beträgt fast 3,5 Jahre (1. August 2009 bis 31. Studienqualität (vgl. weiter oben).
Dezember 2012). Gefördert wird das Modellvorha-
ben an der Leibniz Universität Hannover mit einer
Summe von rund 480.000 Euro.
Zentrale Angebote 34
für Lehre, Lernen und
Studentisches

4. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Universität Hannover leistet damit einen wichtigen


• Veröffentlichung einer Infobroschüre für Meis- Beitrag, um dem drohenden Fachkräftemangel
terinnen und Meister sowie Technikerinnen entgegenzuwirken sowie kompetent mit den
und Techniker, Herausforderungen des demografischen Wandels
umgehen zu können.
• Fertigstellung der Homepage „OHN – Offene
Hochschule Niedersachsen“
Hochschuldidaktische
(http://www.ohn.uni-hannover.de)
Personalentwicklung
• Informationsveranstaltungen an Techniker-
schulen (und berufsbildenden Schulen) der Durch die hochschuldidaktische Personalentwick-
Region, lung werden die Lehrenden der Leibniz Univer-
• Teilnahme an der Ideen-Expo. sität Hannover mit Hilfe zielgruppenspezifischer
Maßnahmen unterstützt, ihre Lehrkompetenz
Schlüssel Erfolgreichen Studierens – „SES“ weiter zu entwickeln. Seit einigen Jahren werden
hochschuldidaktische Einzelveranstaltungen im
Im Rahmen der OHN ist es der ZEW außerdem Rahmen des Weiterbildungsprogramms ange-
gelungen, ein Projekt zur Förderung der Studien- boten, Fakultäten und einzelne Arbeitsbereiche
vorbereitung und –begleitung zu platzieren. Das beraten, Teamentwicklungen begleitet etc. Mit
Projekt Schlüssel Erfolgreichen Studierens – „SES“ dem 2010 gestarteten Pilotprojekt „Hochschul-
wird in Kooperation mit dem Institut für Mikro- didaktische Personalentwicklung“ an der Leibniz
produktionstechnik (IMPT), der Hochschule Hanno- Universität Hannover werden die bestehenden
ver und niedersächsischen Erwachsenenbildungs- Angebote systematisiert und in ein Gesamtkon-
trägern durchgeführt. Gefördert wird das Projekt zept von zielgruppenspezifischen Maßnahmen
vom MWK mit mehr als 46.000 Euro. Die Laufzeit zur Verbesserung der Lehrkompetenzen integriert.
beträgt etwas über ein Jahr (1. Dezember 2011 bis Auf der Grundlage von gesammelten Erfahrungen
31. Dezember 2012). mit den unterschiedlichen hochschuldidaktischen
Qualifizierungsmaßnahmen und Angeboten wer-
Ausblick
den Mitte 2012 Empfehlungen für den weiteren
In den kommenden Jahren wird der Arbeitsbereich systematischen Ausbau von Lehrkompetenzen
Offene Hochschule im Rahmen der beschriebenen von Lehrenden der Leibniz Universität Hannover
Projekte sowie basierend auf den bisherigen Er- formuliert werden.
kenntnissen u. a. zielgruppenspezifische Angebote
für nicht-traditionelle Studierende entwickeln. Der Auftrag für das Pilotprojekt „Hochschuldidak-
Diese Angebote werden einen bedeutenden tische Personalentwicklung“ wurde vom Präsidium
Beitrag zur Qualität von Lehr- und Lernprozessen der Leibniz Universität Hannover erteilt. Das Pro-
leisten und neue Impulse setzen können, so dass jekt wird vom Sachgebiet für Organisations- und
die Leibniz Universität Hannover in der Lage ist, Personalentwicklung im Dezernat 1 umgesetzt
sich adäquat auf die neue Zielgruppe der nicht- und dabei von einem Beraterkreis, bestehend aus
traditionellen Studierenden einzustellen. Durch Lehrenden aller Fakultäten und Personen mit einer
Weitere Informationen zur hoch- die Öffnung der Hochschule und die Konzipierung besonderen Verbindung zur Lehre unterstützt.
schuldidaktischen Weiterbildung: entsprechender Angebote fördert die Leibniz
http://www.uni-hannover.de/de/ Universität Hannover gleichzeitig die Wettbe- Folgende Qualifizierungsmaßnahmen und Angebo-
universitaet/organisation/entwick- werbsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland, te werden derzeit für verschiedene Zielgruppen
lung/organisationsentwicklung/ da dem Arbeitsmarkt auch in Zukunft hochqualifi- umgesetzt und evaluiert:
themenfelder/hochschuldidaktik/ zierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Leibniz

Maßnahmen/Angebot Zielgruppe
Zertifikatsprogramm „Pro Lehre I“ Lehrende mit wenig Lehrerfahrung
Zertifikatsprogramm „Pro Lehre flexibel“ Lehrende mit wenig Lehrerfahrung
Einzelcoaching für die Lehre alle Lehrenden
Personalentwicklung für Professorinnen und
Professoren (unterschiedliche Themen)
- Welcome-Workshop neuberufene Professorinnen und Professoren
- Einzelveranstaltungen Professorinnen und Professoren
- Einzelcoaching Professorinnen und Professoren
Veranstaltungen zu guter Lehre alle Lehrenden
Initiierung von kollegialer Beratung Studiengangskoord. + Lehrende
Beratung von Fakultäten auf Anfrage
35 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Die Zertifikatsprogramme „Pro Lehre“ und teln. „Pro Lehre“ steht dabei für die „Professiona-
„Pro Lehre flexibel“ lisierung der Lehre“. Das Angebot richtet sich an
Die Zertifikatsprogramme bieten Unterstützung wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitar-
beim Einstieg in die Lehre, indem sie grundlegende beiter (Promovierende, PostDocs, Lehrkräfte für
Kenntnisse und Kompetenzen zur Gestaltung und besondere Aufgaben) sowie Juniorprofessorinnen
Durchführung von Lehrveranstaltungen vermit- und Juniorprofessoren mit wenig Lehrerfahrung.

Die Programme umfassen folgende Elemente:

Aktivierende Lernförderlich Neue Medien Beratung von


Lehre planen
Lehrmethoden vortragen in der Lehre Studierenden

TRANSFER

Gruppencoaching & Lehrhospitation

Das Programm „Pro Lehre“ ist durch eine feste en“, Kommunikation“ oder „Methodentraining“
Gruppenstruktur gekennzeichnet. In zwei Pro- erforderlich. Zu diesem Zweck wurde das beste-
grammdurchläufen – von April 2011 bis April 2012 hende Weiterbildungsprogramm für das Personal
und von Februar 2012 bis Dezember 2012 – eignen systematisch ausgebaut.
sich jeweils 15 Lehrende grundlegende Kenntnisse
und Kompetenzen zur Durchführung einer auf die Beide Programmversionen werden mit einem
Studierenden ausgerichteten Lehre an. Sie werden Zertifikat über die Teilnahme an „Pro Lehre“ ab-
durch Gruppencoachings und Lehrhospitatio- geschlossen, das in Kooperation mit dem Kompe-
nen darin gefördert, die Inhalte unmittelbar und tenzzentrum für Hochschuldidaktik Niedersachsen
erfolgreich umzusetzen. Gleichzeitig können hier (KHN) vergeben wird. Das Zertifikat lässt sich an-
Rückkopplungen aus der Lehrpraxis erfolgen. rechnen auf das umfangreichere WindH-Zertifikat
des KHN, das von der Deutschen Gesellschaft für
Das Programm „Pro Lehre flexibel“ ist ein offenes Hochschuldidaktik (DGHD) akkreditiert ist.
Angebot zur Weiterentwicklung von Lehrkom-
petenzen. Die hochschuldidaktischen Elemente Es ist eine große Nachfrage bei den Zertifikats-
„Lehre planen“, „Aktivierende Lehrmethoden“, programmen „Pro Lehre“, insbesondere bei den
„Lernförderlich vortragen“ und „Beratung von Angeboten für eine feste Gruppe festzustellen. Die
Studierenden“ werden als Pflichtveranstaltungen Zahl der Bewerbenden war weitaus größer, als die
im halbjährlich erscheinenden Weiterbildungspro- Anzahl der Plätze für Teilnehmende, so dass ein
gramm für das Personal der Leibniz Universität Auswahlverfahren durchgeführt werden musste.
Hannover zyklisch angeboten und können einzeln Die Daten zur Nachfragestärke und zur Verteilung
und unabhängig voneinander gebucht werden. der Statusgruppen unter den Teilnehmenden zeigt
Darüber hinaus ist die Teilnahme an zwei Ver- die folgende Tabelle:
anstaltungstagen im Wahlbereich „Neue Medi-

Portfoliomaßnahmen Begrenzung Verteilung Nachfrage


Zertifikatsprogramm 15 Plätze 4 Postdocs, 9 Wiss.Ma., 2 Lehrkräfte für 53
„Pro Lehre I“ besondere Aufgaben
Zertifikatsprogramm 15 Plätze 1 Juniorprof., 3 Postdocs, 10 Wiss.Ma, 1 47
„Pro Lehre II“ Lehrkraft für besondere Aufgaben
Zentrale Angebote 36
für Lehre, Lernen und
Studentisches

Die Evaluationen der einzelnen Workshops und Personalentwicklung für Professorinnen und
Gruppencoachings sowie die Auswertung der Professoren
kollegialen Hospitation haben ergeben, dass die Im Rahmen des Programms zur Personalentwick-
Teilnehmenden die Veranstaltungen ausnahmslos lung für Professorinnen und Professoren werden
weiterempfehlen würden. Angebote zur Unterstützung für die vielfältigen
Aufgaben in Forschung und Lehre gebündelt.
Die Wahl der Bausteine des Zertifikatsprogramms Neben Themen zum Verwaltungsmanagement,
wurde als gut und die Inhalte der Workshops als zur Führungskompetenz und zur Methoden- und
wesentlich für die unmittelbare Umsetzung in die Selbstkompetenz wird einmal im Jahr ein Wel-
Praxis beschrieben. Auch die Methoden aus den come-Workshop für neuberufene Professorinnen
Workshops lassen sich nach Aussage der Teilneh- und Professoren angeboten. Ziel dieser Veranstal-
menden sehr gut auf die Lehrsituation, auch in tung ist es, die komplexen Strukturen und Abläufe
unterschiedlichen Fächern, übertragen. der Hochschule zu erfassen, die Service-Bereiche
kennen zu lernen und eine mögliche Vernetzung
Besonders das Gruppencoaching und die kollegiale über die Fächergrenzen hinweg zu ermöglichen.
Hospitation eröffnen für die Teilnehmenden die
Möglichkeit der Veränderung und Optimierung Daneben werden verschiedene hochschuldidakti-
Weitere Informationen zur hoch- ihrer Lehre. Diese Maßnahme fördert die Reflexion sche Veranstaltungen angeboten. Zu nennen sind
schuldidaktischen Weiterbildung: der eigenen Lehre, den Austausch und die Vernet- hier z.B. die Veranstaltung „Lehrportfolio“ und die
http://www.uni-hannover.de/de/ zung über Fächergrenzen hinweg. Als Transfer- Veranstaltung „Interkulturelle Kompetenz – unter-
universitaet/organisation/entwick- elemente der Theorie in die Praxis sind Grup- schiedliche Lernkulturen und Auswirkungen auf
lung/organisationsentwicklung/ pencoaching und kollegiale Hospitation äußerst die Lehre am Beispiel China“. Diese Veranstaltun-
themenfelder/hochschuldidaktik/ bedeutsam für die gesamte Programmwirkung. gen greifen Einzelthemen der Hochschuldidaktik
auf und ermöglichen eine intensive Auseinander-
Einzelcoaching für die Lehre – Förderung
setzung damit.
hochschuldidaktischer Kompetenzen
Im Einzelcoaching für die Lehre können Lehrende, Das „Einzelcoaching für die Lehre“ speziell für
ausgehend von ihren Erfahrungen und Fragestel- Professorinnen und Professoren wird seit Februar
lungen aus der Lehrpraxis, ihre hochschuldidak- 2012 erstmalig angeboten.
tischen Kompetenzen zielgerichtet optimieren
und den aktuellen Anforderungen anpassen. Im Veranstaltungen zu guter Lehre
Rahmen des Coachings ist es möglich, alle hoch- Die Veranstaltung „Lehrreich – exzellente Lehr-
schuldidaktischen Themen, von der Planung und konzepte an der Leibniz Universität Hannover“
Gestaltung von Lehrveranstaltungen bis zu Fragen zeigt Beispiele erfolgreicher Lehre an der Leibniz
der Kommunikation mit Studierenden, unter vier Universität Hannover auf und lädt die Lehrenden
Augen mit dem Coach zu besprechen. zur Diskussion über neue und bewährte Lehrprak-
tiken ein. Im Zusammenhang mit der Vergabe des
Das Angebot richtet sich an alle Professorinnen Preises für exzellente Lehre stellt der Preisträger/
und Professoren oder wissenschaftliche Mitar- die Preisträgerin sein/ihr Konzept und seine/ihre
beiterinnen und Mitarbeitern mit Lehrtätigkeit an Lehrerfahrungen vor.
der Leibniz Universität Hannover, die ihre Lehre
reflektieren, verbessern und sich neue Handlungs- Eingeladen werden alle Lehrenden der Universität
möglichkeiten eröffnen möchten. mit dem Ziel, ausgezeichnete Lehrkonzepte publik
zu machen und ein interdisziplinäres Kommuni-
In drei bis fünf Coaching-Terminen werden zu- kationsforum für das Thema Hochschuldidaktik
nächst die Schwerpunkte des Coachings erörtert, an der Leibniz Universität Hannover zu schaffen.
ggf. Unterrichtsbesuche und anschließende Feed- Die Veranstaltung bietet Raum für Diskussion zur
backgespräche vereinbart. Ein Pool aus erfahrenen, Übertragbarkeit der vorgestellten Konzepte auf
externen Coaches, die vielfältige Erfahrungen andere Fächer und die Möglichkeit zur fächerüber-
mit Coaching in der Hochschullehre haben, steht greifenden Vernetzung.
hierfür zur Verfügung.
Initiierung von kollegialer Beratung
Seit November 2011 haben bereits 18 Personen Die Methode der kollegialen Beratung ist ein
das Einzelcoaching-Angebot in Anspruch genom- systematisches Beratungsgespräch, in dem sich
men. Die bisherigen Rückläufe der Evaluation Kolleginnen und Kollegen nach einer vorgegebe-
zeigen, dass die Teilnehmenden die Maßnahme zur nen Gesprächsstruktur wechselseitig zu berufli-
Optimierung ihrer Lehre weiterempfehlen. chen Fragen und Schlüsselthemen beraten und
gemeinsam Lösungen entwickeln. Diese Methode
wurde mit einer Gruppe von Studiengangskoor-
37 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches

dinatorinnen und Studiengangskoordinatoren Weitere Aktivitäten im


erprobt. Die positive Bewertung der Methode hat Berichtsjahr
dazu beigetragen, dass dieses Element in Form der
„kollegialen Hospitation“ in die Zertifikatsprogram-
me „Pro Lehre“ zusammen mit dem Gruppencoa- AG Anerkennung von Studien- und
ching als ein Baustein integriert wurde. Verschie- Prüfungsleistungen
dene Formate der kollegialen Unterstützung für „Die prozessbegleitende Evaluation von Anrech-
Lehrende zur Reflexion und Weiterentwicklung der nungsverfahren, in der Phase der Einführung
Lehrtätigkeit sollen erarbeitet werden. und nach der Implementation, sollte Bestanteil
des Qualitätsmanagements von Studium und
Beratung von Fakultäten Lehre sein. Dabei stellt sich zunächst die Frage,
Verschiedene Anfragen aus den Fakultäten was unter Qualität des Anrechnungsverfahrens
betrafen vorwiegend grundlegende hochschuldi- zu verstehen und woran diese festzumachen ist.
daktische Fragestellungen, wie z. B. die Vorberei- Qualität entfaltet sich im Hinblick auf die Ziel- und
tung und Erleichterung des Lehreinstiegs durch Zweckerfüllung unter Berücksichtigung vorhan-
grundlegende hochschuldidaktische Qualifizierung dener rechtlicher Vorgaben. Für den Bereich der
aber auch die Begegnung von herausfordernden Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen 6
Vgl. HRK (2011): Zusammenfassung
Situationen in der Lehre. bedeutet dies, dass einerseits die Anrechnungs- der Ergebnisse aus dem Forum:
praxis die Auslandsmobilität nicht verhindern, „Anrechnung von Studien- und
Die Gespräche dienten der Konkretisierung des ja sogar fördern soll und dass andererseits der Prüfungsleistungen als Aspekt des
Bedarfs sowie der Planung hochschuldidakti- Qualifizierungsanspruch des Studienprogramms Qualitätsmanagements, Internatio-
scher Qualifizierungsangebote in den jeweiligen an der Heimathochschule gewahrt bleiben muss. nale Herbsttagung vom Projekt nexus
Einrichtungen. Insbesondere die Klärung konkreter Die Qualität unter diesen beiden Prämissen zu der HRK – Internationale Studieren-
Zielsetzungen, der Zielgruppen sowie der Rah- konkretisieren, ist eine Aufgabe des Qualitäts- denmobilität fördern: Studienleistun-
menbedingungen, aber auch die Diskussion von managements im Bereich der Anrechnung von gen anrechnen, Hochschulabschlüsse
fakultäts- und fachbereichsspezifischen Bedingun- Studien- und Prüfungsleistungen“ (HRK 2011).6 anerkennen, 08. – 09. November
gen stand im Mittelpunkt. Entsprechend wurden 2011, Beethovenhalle, Bonn, S. 1.
zur Unterstützung des Bedarfs in den Fakultäten Als Indikatoren für Qualität der Anrechnung von
Leitfragen zur Entwicklung von hochschuldidakti- Studien- und Prüfungsleistungen versteht die
schen Qualifizierungsangeboten in den Fakultäten Leibniz Universität Hannover Verlässlichkeit und
entwickelt und der Transfer der Erfahrungen Transparenz. Zu diesem Zweck wurde Anfang 2010
aus dem Zertifikatsprogramm „Pro Lehre“ damit eine Arbeitsgruppe von der Vizepräsidentin für
gefördert. Lehre, Studium und Weiterbildung eingerichtet, die
entsprechende Materialien erarbeiten und deren
Resümee Verbreitung sicherstellen soll.
Die hier vorgestellten, vielfältigen Angebote hoch-
schuldidaktischer Personalentwicklung treffen auf Mit dem Zwischenbericht der AG wurden dem Prä-
rege Nachfrage. Es ist davon auszugehen, dass sidium am 03.11.2010 bereits folgende Ergebnisse
Lehrende im Laufe ihrer Tätigkeit unterschiedliche vorgelegt:
didaktische Konzepte zur eigenen Qualifikation
nutzen. Die Wahl der Maßnahme erfolgt dabei • Grundsätze und Verfahren, die in einen Ori-
abhängig von der Lehr- und Berufserfahrung und entierungsrahmen für die Anerkennung von
auch abhängig von der gegebenen Lehrsituati- Studien- und Prüfungsleistungen gemündet
on. Neben der Vermittlung von Kenntnissen und sind
Kompetenzen gilt es, die Möglichkeit systema- • Leitfäden für Fakultäten und Studierende
tischer Reflexion der eigenen Lehre zu fördern für den Ablauf der Anerkennungen von im
und entsprechende Rahmenbedingungen dafür Ausland erworbenen Studien- und Prüfungs-
anzubieten. Dazu werden Maßnahmen bzw. Lern- leistungen
möglichkeiten geschaffen, die die verschiedenen • Arbeitshilfen (Muster für Learning Agreement,
Anforderungen in der Lehre auf ganz unterschied- Transcript of Records, Anerkennungsbescheide)
liche Weise aufgreifen und Qualitätsverbesserun-
gen ermöglichen. • Gliederungsstruktur für HIS-LSF, Bereich
„Internationales“
• Webseite mit allen relevanten Informationen
zur Anerkennung von Studien- und Prüfungs-
leistungen (http://www.uni-hannover.de/de/
studium/anerkennung/index.php)
Zentrale Angebote 38
für Lehre, Lernen und
Studentisches

• Leitfaden für Studierende und Fakultäten für Die Veranstaltung wurde organisiert von der
den Ablauf der Einstufung und Anerkennun- Zentralen Einrichtung Lehre, Studium und Weiter-
gen von an anderen Hochschulen erworbenen bildung sowie vom Sachgebiet für Organisations-
Studien- und Prüfungsleistungen bei Studien- und Personalentwicklung.
ort- bzw. Fachwechsel
• Verfahrensbeschreibung zur Einstufung und Das Projekt nexus der Hochschulrektorenkonferenz
Anerkennung bei Studienort- bzw. Fachwechsel (HRK) hat die Veranstaltung als „Good Practice
Beispiel Studienqualität“ öffentlich gewürdigt.
Im Berichtszeitraum wurden darüber hinaus fol-
Preis für exzellente Lehre
gende Ergebnisse erarbeitet:
Anfang des Jahres 2012 wurde zum vierten Mal
• Empfehlungen für die Umrechnung von der „Preis für exzellente Lehre“ verliehen, der
ausländischen Noten sowie eine Notenum- inzwischen zum festen Bestandteil der Förde-
rechnungstabelle auf Basis der „modifizierten rung der Lehrkultur gehört. Ausgezeichnet wurde
bayerischen Formel“ Prof. Dr.-Ing. Udo Nackenhorst vom Institut für
Vgl. hierzu: http://ec.europa.eu/ • Empfehlungen für ein Verfahren zur relativen Baumechanik und Numerische Mechanik. Der Preis
education/lifelong-learning-policy/ ECTS-Notenverteilung gemäß ECTS Users’ für exzellente Lehre würdigt überdurchschnittli-
doc/ects/guide_en.pdf Guide der Europäischen Kommission ches Engagement bei Beratung und Betreuung von
Studierenden und innovative Ansätze in der Lehre.
Durch die Änderung des Verfahrens im Jahr 2011,
Es muss sich zukunftsgerichtet erweisen, dass die
mit der das ausschließliche Vorschlagsrecht den
Studierenden ihr Studium erfolgreich bestehen
studentischen Fachräten übertragen wurde, wird
können. Dies wird sich auch daran messen, in
sichergestellt, dass die Preisträgerin bzw. der Preis-
welchem Umfang Widersprüche gegen Aner-
träger seine Lehrangebote stark studierendenzen-
kennungsentscheidungen eingelegt werden. Die
triert ausrichtet. Prof. Dr.-Ing. Udo Nackenhorst,
Instrumente zum Erfassen dieser Daten sind
Weitere Informationen zum Thema
der den Preis in diesem Jahr entgegen nahm, hat
vorhanden und werden dafür künftig verstärkt
Anerkennung von Studien- und
sich auf diesem Gebiet bereits seit längerer Zeit
eingesetzt (z.B. Studiengangsgespräche, Evalu-
Prüfungsleistungen:
erhebliche Verdienste erworben. Die Förderung von
ationen, Analyse von Akkreditierungsberichten,
http://www.uni-hannover.de/de/
projektorientierter Arbeitsweise in den Ingeni-
Beschwerdemanagement).
studium/anerkennung/
eurwissenschaften hat dabei eine wichtige Rolle
gespielt.
Tag der Lehre 2011: „Gute Lehre,
Gutes Lernen“
Am 6. Mai 2011 hat die Leibniz Universität Han-
nover mit der Veranstaltung „Gute Lehre, Gutes
Lernen“ den Bologna-Thementag aus dem Jahr
2010 fortgesetzt. Die Gäste konnten sich in vier
Panels zu den Themen Kompetenzorientierung,
eLearning, Lehrerbildung sowie Gestaltung von
Lehr- und Lernräumen einbringen und somit die
Entwicklung von Lehre und Studium aktiv mitge-
stalten. Zum Auftakt der Veranstaltung präsentier-
te Prof. Dr. Rolf Schulmeister von der Universität
Hamburg die Ergebnisse der ZEITLast-Studie und
die daran gebundenen Herausforderungen des
Zeitmanagements und der Selbstorganisation von
Studierenden. Darüber hinaus bot der „Markt der
Möglichkeiten“ mit Posterpräsentationen zu inno-
vativen Lehr- und Lernprojekten sowie interaktiven
Elementen genügend Raum für Erfahrungsaus-
tausch zwischen den Besuchern der Veranstaltung.
Konsens gab es darüber, dass die bestehenden
Studienstrukturen grundsätzlich gut sind, jedoch
konstruktiv und kreativ weiterentwickelt werden
müssen. Eine ausführliche Tagungsdokumentation
ist unter http://www.zel.uni-hannover.de veröf-
fentlicht.
39 Zentrale Angebote
für Lehre, Lernen und
Studentisches
Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre

3. Dezentrale Maßnahmen
41 Dezentrale Maßnahmen

Nachfolgend werden Ergebnisse der Studien- Fakultätsübergreifende


gangsgespräche aus dem Wintersemester 2010/11 Handlungsbedarfe
dargestellt, das heißt identifizierte Handlungsbe-
darfe infolge einer gezielten Problemanalyse mit Im nachfolgenden Abschnitt werden die wesentli-
Studierenden und Studiendekanen und daraus chen Ergebnisse aus den Studiengangsgesprächen
abgeleitete Maßnahmen der Fakultäten. wiedergegeben. Diese Ergebnisse haben allgemei-
nen Charakter, d. h. es werden zunächst diejenigen
Ergebnisse der Handlungsbedarfe und Problemfelder aufgeführt,
Studiengangsgespräche die in den Gesprächen fakultätsübergreifend
sowohl von den Studierenden als auch von den
Wintersemester 2010/11
Studiendekanen häufig genannt wurden. Sie sind
Die Studiengangsgespräche mit Studierenden hier zu übergreifenden „Handlungsbedarfen“
und Studiendekanen aller Fakultäten haben im zusammengefasst worden.10
Wintersemester 2010/11 bereits zum dritten Mal
stattgefunden. Die Gespräche dienen der gezielten Modulstrukturen
Problemanalyse der Studiengänge und der Be- Die Modulstrukturen wurden insbesondere von
standsaufnahme bisheriger qualitätsverbessernder den Studierenden teilweise immer noch als
Maßnahmen bzw. der Einführung weiterer Kompo- starr, „verschult“ und wenig flexibel beschrieben.
nenten in diesem Bereich. Themenschwerpunkte Insbesondere in den Bachelorstudiengängen sind
dieser Gesprächsrunde waren die Folgen aus dem die Studienpläne eng ausgelegt und lassen kaum
Bologna-Thementag, der am 23.04.2010 an der Wahlmöglichkeiten zu. Dies erschwert es beispiels-
Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit weise, einen Auslandsaufenthalt ohne zeitliche
dem Projekt nexus der Hochschulrektorenkonfe- Verzögerungen im Studium durchzuführen. Im
renz (HRK) stattgefunden hat. Grundlage für die Vergleich zu den letzten Studiengangsgesprächen 7
Die hochschulinterne „Bologna-
Gespräche war die hochschulinterne Bologna- haben sich hier offenbar kaum positive Verände- Deklaration“ der Leibniz Universität
Deklaration, die auf der Grundlage der aus rungen ergeben. Hannover enthält Thesen und Forde-
dem Thementag hervorgegangenen Thesen und rungen zu den Themen Modularisie-
Forderungen formulierte Empfehlungen der Lehr- Prüfungsbelastung rung, Workload und Leistungspunkte,
kommission zur Weiterentwicklung der Studien- In den Gesprächen wurde deutlich, dass die Masterzugang, Auslandsstudium,
gänge enthält.7 Die Studiendekane wurden zuvor Prüfungsbelastung insgesamt hoch ist. Häufig Prüfungsbelastung, Lehramtsstudium
gebeten, diese Empfehlungen in den Studienkom- zählen beispielsweise alle Klausuren als benotete und Kompetenzorientierung der
missionen zu diskutieren. Ziel sollte es sein, die Prüfungsleistung. Es wurde angeregt, Alternativen Studiengänge.
Empfehlungen für Verbesserungen der einzelnen zu diskutieren, die ggf. zu einer Reduzierung der
Studiengänge zu nutzen. Prüfungsbelastung führen. So kann beispielsweise
8
Der zeitliche Abstand der Befra-
zwischen benotet und unbenotet unterschieden gung (Befragung im Wintersemester
Einen weiteren Themenschwerpunkt bildeten oder eine geringere Gewichtung für bestimmte 2009/10) wurde bewusst gewählt,
die Ergebnisse der Absolventenbefragung des Leistungen vorgesehen werden. Denkbar wäre um die Absolventen mit etwas
Prüfungsjahrgangs 2008.8 Hierzu lag den auch, Noten anders zu verteilen, beispielsweise Abstand etwa ein Jahr nach dem Ab-
Studiendekanen ein fakultätsspezifisches Dossier in Form von Testaten über das Semester verteilt schluss zu befragen. Die Ergebnisse
vor. Darüber hinaus gaben die Gespräche Raum anstelle von Klausuren am Ende des Semesters. der Befragung lagen im Herbst 2010
für eigene Anliegen der Studierenden und der Teilweise wurde außerdem über zu enge Prüfungs- vor und konnten so als Grundlage für
Studiendekane. zeiträume geklagt, die zu einer Verstärkung der die dritte Runde der Studiengangs-
Prüfungsbelastung führen. Darüber hinaus werden gespräche im WS 2010/11 verwendet
Insgesamt wurden 23 Gespräche9 mit einer Dauer offenbar selten alternative, kompetenzorientierte werden.
von ca. 90 Minuten unter der Federführung der Prüfungsformen angewendet.
Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Weiter- 9
12 Gespräche mit allen Studien-
bildung geführt. Sämtliche Gespräche wurden Rahmenbedingungen für Auslandsaufenthalte dekanen sowie 11 Gespräche mit
protokolliert und die Protokolle den Beteiligten zur Im Vergleich mit den Ergebnissen der Studien- Studierenden (das Gespräch mit
Verfügung gestellt. gangsgespräche vom Wintersemester 2009/10 Studierenden der Architektur hat
haben sich hier kaum positive Änderungen gezeigt. nicht stattgefunden).
Die vorliegende Ergebnisdokumentation gibt einen Häufig führt ein Auslandsaufenthalt noch immer
Überblick über identifizierte Handlungsbedarfe in zu einer signifikanten Verlängerung des Stu-
10
Dies kann bedeuten, dass nachfol-
den genannten Schwerpunktbereichen. Ziel ist es, diums. Studierende fühlen sich teilweise nicht gend aufgeführte Punkte für einzelne
Maßnahmen zu prüfen und ggf. einzuleiten oder hinreichend informiert über die Angebote und Fakultäten nicht problematisiert
auszuweiten, um in den genannten Punkten (kon- Rahmenbedingungen der Fakultäten für Aus- wurden. Die überwiegende Zahl der
tinuierliche) Verbesserungen zu erzielen. landsaufenthalte. Eine frühzeitige Information der aufgeführten Problemfelder betrifft
Studierenden erfolgt nur teilweise. allerdings in mehr oder weniger
starker Ausprägung alle Fakultäten
der Leibniz Universität Hannover.
Dezentrale Maßnahmen 42

Bezüglich der Anerkennung von Studien- und Qualität der Didaktik, Betreuung der
Prüfungsleistungen bestehen offenbar teilweise Studierenden und Praxisbezug der Studiengänge
noch immer Schwierigkeiten. So wurde z. B. deut- Die Ergebnisse der Absolventenbefragung (Prü-
lich, dass das Learning Agreement nicht in allen fungsjahrgang 2008) haben gezeigt, dass vor allem
Fakultäten obligatorisch ist bzw. nur auf Wunsch die Qualität der Didaktik in den Lehrveranstaltun-
der Studierenden ausgestellt wird. Teilweise ist gen, die Beratung und Betreuung der Studierenden
den Studierenden die Möglichkeit eines Learning sowie der Praxisbezug der Studiengänge verbesse-
Agreements nicht bekannt. Sehr häufig findet die rungswürdig sind.
Anerkennung ausschließlich inhaltsorientiert und
nicht im Sinne der Lissabon-Konvention, das heißt Fakultätsspezifische
ausgehend von Kenntnissen und Fähigkeiten, statt. Handlungsbedarfe und Maßnahmen
Der von der AG Anerkennung von Studien- und Berichte der Studiendekane, die bereits ergriffene
Prüfungsleistungen erarbeitete Orientierungsrah- sowie ggf. weitere geplante Maßnahmen zu den
men wurde vom Präsidium im November 2010 den fakultätsspezifischen Ergebnissen dokumentieren,
Fakultäten dringend zur Anwendung empfohlen. wurden der Vizepräsidentin als „Follow Up“ zu den
Der Orientierungsrahmen, der maßgeblich unter Studiengangsgesprächen bis 30.09.2011 vorge-
Beteiligung der Fakultäten erstellt wurde, soll legt. Die fakultätsspezifischen Berichte mit den
Fakultäten und Studierenden einerseits Hilfestel- jeweiligen Einzelmaßnahmen werden nachfolgend
lungen im Umgang mit äußeren Vorgaben geben wiedergegeben.
und andererseits gegenseitige Verbindlichkeiten
schaffen. Die AG Anerkennung hat darüber hinaus Fakultät für Architektur und
weitere Arbeitshilfen für Fakultäten und Studie- Landschaft, Fachgruppe Landschaft
rende erarbeitet, die auf der zentralen Anerken-
Über die Ergebnisse des Bologna-Thementages
nungswebseite abgerufen werden können: http://
wurde ausführlich innerhalb einer Studienkommis-
www.uni-hannover.de/de/studium/anerkennung
sionssitzung gesprochen. Wichtige Punkte und Er-
In diesem Zusammenhang wurde in den Gesprä-
kenntnisse sind in das Reakkreditierungsverfahren
chen auch darauf hingewiesen, dass, wenn eine
für den Bachelorstudiengang Landschaftsarchitek-
Leistung nicht anerkannt wird, es nach Lissabon-
tur und Umweltplanung, den Masterstudiengang
Konvention verpflichtend ist nachzuweisen, dass
Landschaftsarchitektur und den Masterstudien-
die erbrachte Leistung nicht äquivalent ist
gang Umweltplanung eingeflossen. Im Curriculum
(„Umkehr der Beweislast“).
des Bachelorstudiengangs ist ab Wintersemester
Masterzugangsnoten 2011/12 das fünfte Semester frei von Pflichtmo-
dulen, in den beiden Masterstudiengängen jeweils
Sehr häufig wurden als Probleme die Zulas-
das dritte Semester. Diese „Mobilitätsfenster“
sungsgrenze für die Masterstudiengänge von 150
sollen dazu beitragen, dass sich die Mobilität der
Leistungspunkten sowie die Zulassungsnote von
Studierenden weiterhin erhöht.
2,5 beschrieben. Diese Probleme sind inzwischen
durch höhere Flexibilisierungen, wie das Aufbes-
Des Weiteren haben die Lehrenden und die Studi-
sern der Note durch Motivationsschreiben, Prak-
enkommissionsmitglieder der Fachgruppe Land-
tika etc., geringer geworden, aber nicht gänzlich
schaft beschlossen, ab Wintersemester 2011/12
verschwunden.
die Zulassungsordnungen der beiden Masterstu-
Lehramt diengänge zu ändern. Die zum Bewerbungszeit-
punkt nachzuweisenden Leistungspunkte betragen
Von den Studierenden wurden insbesondere man-
seitdem nur noch mindestens 150 ECTS-Punkte
gelnder „Praxisbezug“ sowie fehlende schulform-
und nicht mehr wie bisher 162 ECTS-Punkte, um
übergreifende Angebote beklagt. Problematisch ist
den Bewerberinnen und Bewerbern den Zugang
offenbar vor allem das Studium für das Lehramt
zum Masterstudium zu erleichtern.
an berufsbildenden Schulen, da hier eine Kombina-
tion des technischen Fachs, des Zweitfachs sowie
Die Ergebnisse der Absolventenbefragung des
der pädagogischen Anteile organisiert werden
Prüfungsjahrgangs 2008 waren für die Studien-
muss. Es hat sich gezeigt, dass eine vollständige
gänge der Landschaftsarchitektur und Freiraum-
11
Befragt wurden ausschließlich Überschneidungsfreiheit bei den Veranstaltungen
planung11 sehr positiv. Auch wenn noch keine
Absolventen des auslaufenden bisher kaum zu gewährleisten ist.
Diplomstudiengangs Landschafts-
Ergebnisse zum Bachelorstudiengang und den
und Freiraumplanung, da es bis
Masterstudiengängen vorlagen, wurde für das
2008 noch keine Bachelor- bzw.
Reakkreditierungsverfahren dieser Studiengänge
Masterabsolventen der Fachgruppe
signalisiert, dass die Lehre in den Studiengängen
Landschaft gab.
der Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
qualitativ zufriedenstellend ist. Die Vermittlung
43 Dezentrale Maßnahmen

von fachlichen und didaktischen Fähigkeiten sowie um 3 ECTS im Bachelor und maximal um 2 ECTS
die Angebote zum Erwerb wissenschaftlicher Ar- im Master überschritten werden darf. Die Bedeu-
beitsweisen wurden von den Absolventen als sehr tung der ECTS je Modul tritt somit, zugunsten
gut bewertet. Im Bachelorstudiengang und in den der gesamten ECTS-Menge, stark in den Hinter-
Masterstudiengängen wird die Vermittlung dieser grund. Die Absolvierung von Wahlpflichtmodulen
Fähigkeiten und Kompetenzen, wie im Diplomstu- außerhalb der Fachgruppe Landschaft (z. B. das
diengang, beibehalten und stetig verbessert. „Studium Generale“) wird somit vereinfacht.

Studierbarkeit der Studiengänge Die Orientierungsprojekte im ersten und zweiten


Hinsichtlich der Studierbarkeit des Bachelorstudi- Semester werden durch Tutoren unterstützt. In
engangs Landschaftsarchitektur und Umweltpla- der Vorlesungszeit treffen sich die Projektgruppen
nung wurde insbesondere in dem Gespräch mit in der Regel an zwei Terminen in der Woche. Ein
den Studierenden deutlich, dass dieser aufgrund Termin wird durch den Lehrenden und den Tutor
des straffen Stundenplans und der kumulierten betreut, der zweite Termin wird lediglich vom
Arbeitsbelastung durch die Prüfungen jeweils am Tutor unterstützt. Dieser Wechsel von „betreuten“
Ende des Semesters nur schwer in der Regelstu- und „unbetreuten“ Projekttreffen hat sich als sehr
dienzeit von sechs Semestern absolviert werden sinnvoll erwiesen, denn die Studierenden können
kann. Es sollte geprüft werden, inwieweit Flexibi- gegenüber dem Tutor Fragen offen stellen. Aufga-
lisierungen in der Modul- bzw. Prüfungsstruktur be der Tutoren ist es, sowohl in fachlichen Fragen
möglich sind, um die Studierbarkeit weiter zu zu unterstützen wie auch praktische Tipps für
verbessern. den Einstieg in das Studium zu geben. Insgesamt
schätzen die Studierenden in den ersten Semes-
In diesem Zusammenhang wurde von den Stu- tern diese Unterstützung sehr, die seit einigen
dierenden außerdem kritisiert, dass die obligatori- Jahren aus Studienbeiträgen finanziert wird.
schen Projekte in der vorgesehenen Zeit kaum zu
realisieren sind. Der Studiendekan wurde um Be- Auslandsstudium
richt dazu gebeten, wie der Stand der Planungen Die Anerkennung von Studien- und Prüfungs-
für die Projektorganisation durch Koordinatoren leistungen gemäß Lissabon-Konvention soll
bzw. die vorgesehenen zusätzlichen Lehraufträge ausgehend von den erworbenen Kenntnissen und
und das vorgesehene Mentorenprogramm ist. Fähigkeiten (Kompetenzen) vorgenommen werden.
In dem Gespräch mit dem Studiendekan und mit
Die Studierenden hatten darüber hinaus den den Studierendenvertretern der Fachgruppe Land-
Wunsch geäußert, Zulassungen zu den Master- schaft wurde von einer teilweise uneinheitlichen
studiengängen auch zum Sommersemester zu Handhabung der Anerkennungspraxis berichtet
ermöglichen. sowie von Schwierigkeiten bei der Anrechung von
im Ausland erbrachten Prüfungsleistungen, die
Maßnahmen der Fakultät nicht benotet wurden. Auch schien das Learning
Durch die Reakkreditierung der Studiengänge der Agreement unter den Studierenden nicht hinrei-
Landschaftsarchitektur und Umweltplanung ver- chend bekannt zu sein. Der Studiendekan wurde
fügen der Bachelorstudiengang sowie die beiden um Bericht dazu gebeten, inwieweit der von der
Masterstudiengänge ab Wintersemester 2011/12 AG Anerkennung erarbeitete Orientierungsrahmen
über ein einheitliches 5 ECTS-Raster und nicht für die Anerkennung von Studien- und Prüfungs-
mehr über ein 4 bis 7 ECTS-Raster. Einschließlich leistungen innerhalb der Fachgruppe Landschaft
des Moduls „Projektplanung“ beträgt die Prü- Anwendung findet und welche Erfahrungen damit
fungsbelastung in jedem Semester fast gleichblei- bisher gemacht wurden.
bend fünf Prüfungen. Ein Großteil der Module wird
bereits während der Vorlesungszeit in Form von Maßnahmen der Fakultät
Teilübungen oder durch das Verfassen eines Be- Durch die Einrichtung des Büros „International
richts, einer Ausarbeitung o. ä. abgeprüft, so dass Relations“ im Dekanat der Fakultät für Architektur
erhöhte Prüfungsbelastungen zwar vorkommen und Landschaft steht allen Studierenden ein kon-
können, diese aber eher die Ausnahme sind. tinuierlicher Informationsservice zum Auslands-
studium zur Verfügung. Dieser Informationsservice
Des Weiteren wurde das starre Gerüst im Wahl- besteht aus Flyern, einer Webseite, regelmäßigen
pflichtbereich aufgelöst. Bisher konnten die Stu- Sprechstunden, Informations-Vorträgen in Pflicht-
dierenden im Bachelorstudium nur Wahlpflicht- lehrveranstaltungen und einem Informationsstand,
module mit 4 ECTS belegen und im Masterstudium der gemeinsam mit dem Hochschulbüro für
nur Wahlpflichtmodule mit 5 ECTS. Die Studieren- Internationales einmal jährlich organisiert wird.
den im Bachelor- und im Masterstudium müssen Information und Qualität der Beratung zum Aus-
nun eine Mindestpunktzahl erreichen, die maximal landsstudium wurden dadurch erheblich erhöht.
Dezentrale Maßnahmen 44

Eine Informationsveranstaltung für die Bache- Praxisbezug/berufsorientierte


lorstudierenden im zweiten Semester während Lehrveranstaltungen
einer Pflichtlehrveranstaltung vermittelt einen Aus den Ergebnissen der Absolventenbefragung
kurzen Überblick über die Möglichkeiten und ging u. a. hervor, dass der Praxisbezug bzw. die
Rahmenbedingungen eines Auslandsaufenthaltes. Berufsorientierung der Lehrveranstaltungen ne-
Im dritten Semester wird, ebenfalls während einer gativ bewertet werden. In den Gesprächen wurde
Pflichtlehrveranstaltung, das konkrete Angebot darüber berichtet, dass innerhalb der Seminare
vorgestellt (Partnerhochschulen, Ablauf und oft ein wenig realistischer Praxisbezug simuliert
Voraussetzungen eines Auslandsaufenthaltes etc.). werde. Der Studiendekan wurde um Bericht dazu
Diese Veranstaltung zielt auf eine anschließende gebeten, inwieweit in diesem Punkt bereits Verbes-
Bewerbung und das Auswahlverfahren ab, um im serungen erzielt wurden bzw. welche Maßnahmen
fünften Semester das Mobilitätsfenster für das zur Verbesserung geplant sind.
Ausland nutzen zu können. Die Information zum
Austauschstudium für die Masterstudiengänge Fakultät für Bauingenieurwesen
wird wegen des geringeren zeitlichen Vorlaufs und Geodäsie, Fachgruppe
bereits in der Einführungswoche vermittelt.
Bauingenieurwesen
Innerhalb der Fachgruppe Landschaft ist der Vorbereitung auf das wissenschaftliche
Auslandsbeauftragte für die Anerkennung von im Arbeiten im Studium
Ausland erbrachten Leistungen zuständig. Der Ori- In dem Gespräch mit den Studierendenvertretern
entierungsrahmen der AG Anerkennung bestätigt wurde darauf hingewiesen, dass den Studierenden
die gängige Praxis innerhalb der Fachgruppe und eine geeignete, frühzeitige Vorbereitung auf das
hat keine Anpassungen erforderlich gemacht. Die wissenschaftliche Arbeiten im Studium fehlt. Das
Empfehlung zur Anerkennung von nicht benoteten Seminar im Masterstudiengang wurde hierfür als
Prüfungsleistungen aus dem Orientierungsrahmen zu spät empfunden und es bestand der Wunsch,
hat für die Fachgruppe Landschaft kaum Relevanz, diesen Bereich bereits im Bachelorstudiengang
da die Studierenden in der Regel mit Noten aus breiter aufzustellen. Ggf. wäre auch ein Leitfaden
dem Ausland zurück kommen. Zudem besteht das zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten eine
Angebot, Projekte und Ausarbeitungen auch nach- sinnvolle Ergänzung bzw. Orientierung für die
träglich vom Lehrpersonal begutachten zu lassen. Studierenden.
Probleme ergaben sich in Einzelfällen bei der An-
wendung der sog. „Bayerischen Formel“, wenn die Maßnahmen der Fakultät
Studierenden mit ECTS-Grades aus dem Ausland Das Abfassen technischer Arbeitsberichte sowie
zurückkamen oder das vorhandene Notenspektrum wissenschaftliche Arbeitspraktiken werden seit
an der Gastuniversität nicht deckungsgleich mit der Einführung der neuen Bachelor-Curricula zum
der konkreten Vergabepraxis ist (z. B. Niederlan- Wintersemester 2009/10 bereits in den ersten
de, Spanien). In diesen Einzelfällen wird die Note beiden Semestern mit den Studierenden im Modul
abweichend von der Bayerischen Formel zwischen „Projektmanagement für Ingenieure“ eingeübt.
den Austauschkoordinatoren der beteiligten Hoch- Es wurde eine Handreichung zur Abfassung
schulen geklärt. technischer Arbeitsberichte, deren Gliederung
und Zitierweisen etc. erstellt. Gleichzeitig wer-
Fakultät für Architektur und den Arbeitstechniken wie Projektablaufplanung,
12
Bis Redaktionsschluss wurde von Landschaft, Fachgruppe Architektur12 Teamarbeit usw. geschult. Die Fakultät geht davon
der Fachgruppe Architektur kein
Auslandsstudium aus, dass diese Kritik von Studierenden aus hö-
Ergebnisbericht vorgelegt.
heren Semestern angebracht wurde, für die diese
Aus den Gesprächen ging hervor, dass sich
Lehrveranstaltung noch nicht verbindlich war. Im
Absprachen zwischen den Partnerhochschulen
weiteren Verlauf des Studiums ersetzen zuneh-
in Bezug auf anzuerkennende Veranstaltungen/
mend Hausarbeiten, die auch in Gruppenarbeiten
Module teilweise schwierig gestalten. Feste Ab-
anzufertigen sind, die klassische Prüfungsform
sprachen bzw. Kooperationsvereinbarungen sollten
Klausur, so dass auch hier lange vor der Bache-
hier Abhilfe schaffen. In den Gesprächen wurde
lorarbeit Arbeitsberichte zu verfassen sind. Das
außerdem eine teilweise von der Lissabon-Kon-
wissenschaftliche Arbeiten erlernen die Studieren-
vention abweichende Handhabung der Anerken-
den dann in den Masterstudiengängen, wo z. B.
nungspraxis offenkundig. Der Studiendekan wurde
exemplarisch anhand einer Literaturrecherche zu
um Bericht dazu gebeten, inwieweit der von der
einem konkreten Thema der Stand der Technik und
AG Anerkennung erarbeitete Orientierungsrahmen
der Forschungsbedarf abgeleitet werden müssen.
für die Anerkennung von Studien- und Prüfungs-
leistungen innerhalb der Fachgruppe Architektur Prüfungsbelastung
Anwendung findet und welche Erfahrungen damit
Aus den Gesprächen wurde deutlich, dass die
bisher gemacht wurden.
Prüfungsbelastung der Studierenden insbeson-
45 Dezentrale Maßnahmen

dere im dritten Bachelorsemester sehr hoch ist. Auslandsstudium


Offenbar müssen hier einige der insgesamt sieben Der Studiendekan wurde um Bericht dazu gebeten,
Prüfungen an mehreren aufeinanderfolgenden inwieweit der von der AG Anerkennung erarbeitete
Tagen absolviert werden. Es war der Wunsch der Orientierungsrahmen für die Anerkennung von
Studierenden, den Prüfungszeitraum von zwei auf Studien- und Prüfungsleistungen innerhalb der
drei Wochen auszudehnen. Die bestehenden zwei Fachgruppe Bauingenieurwesen Anwendung fin-
Prüfungszeiträume wurden als zu eng empfunden. det und welche Erfahrungen damit bisher gemacht
Die Studierenden befürchteten außerdem, dass wurden.
der hohen Belastung zufolge die Noten schlechter
ausfallen. Maßnahmen der Fakultät
Gemäß der Absolventenbefragung des Prüfungs-
Der Studiendekan wurde um Bericht dazu gebeten, jahrgangs 2008 haben 45% der Absolventen des
innerhalb der Fakultät Alternativen zu diskutieren, Studiengangs Bauingenieurwesen (Prüfungsord-
die ggf. zu einer Reduzierung der Prüfungsbelas- nung 1999) einen Auslandsaufenthalt absolviert
tung führen. So könnte beispielsweise zwischen (gegenüber 25% Leibniz Universität Hannover
„benotet“ und „unbenotet“ unterschieden oder gesamt). Der Bachelorstudiengang (Prüfungs-
eine geringere Gewichtung für bestimmte Leistun- ordnung 2009) weist ein großes Spektrum an
gen vorgesehen werden. Die Fakultät sollte auch in Wahlmöglichkeiten aus, so dass eine individuelle
Erwägung ziehen, andere Arten von Prüfungsleis- Studienplanung einschließlich Auslandssemester
tungen in geeigneten Fällen heranzuziehen. ohne Studienzeitverlängerung möglich ist.
Maßnahmen der Fakultät
Der Orientierungsrahmen für die Anerkennung
Die seitens der Studierenden geübte Kritik an der von Studien- und Prüfungsleistungen wird vom
hohen Prüfungsdichte insbesondere am Ende des Prüfungsausschuss umgesetzt.
dritten Semesters war zum Zeitpunkt der Studi-
engangsgespräche im Wintersemester 2010/11 Ergebnisse der Absolventenbefragung
gerechtfertigt. Die Klausurprüfung in einer Von den Absolventen des Prüfungsjahrgangs 2008
importierten Veranstaltung wurde zwischenzeitlich wurden insbesondere die Qualität der Didaktik und
durch eine Hausarbeit ersetzt, die studienbeglei- ein Mangel an berufsorientierten Angeboten kriti-
tend anzufertigen ist. Auch wurden hier Maßnah- siert. Der Studiendekan wurde gebeten, innerhalb
men ergriffen, die „Workload“ an die curricular der Fakultät Maßnahmen zu diskutieren, die zu
verankerten Leistungspunkte anzupassen. Verbesserungen in diesen Bereichen führen.
Das Thema „Prüfungsbelastung“ wurde im Laufe
des Wintersemesters 2010/11 auf mehreren Maßnahmen der Fakultät
Sitzungen der Studienkommission ausführlich Mit Bezug auf die didaktische Qualität der Lehre
diskutiert. Die Studierenden haben sich dort ist die studentische Evaluation jedes Lehrenden
grundsätzlich dagegen ausgesprochen, den in jeder Lehrveranstaltung seit Langem in der
Prüfungszeitraum von zwei Wochen auszuweiten. Fakultät etabliert. Auffälligkeiten werden in der
Allerdings besteht die Bereitschaft, die Samstage Studienkommission diskutiert. Den beklagten
für Klausurprüfungen mit einzubeziehen, um Mangel an berufsorientierten Angeboten möch-
somit die Prüfungsfrequenzen zu mildern. te die Fakultät aktiv angehen. Diesbezüglich
wurden Gelder aus dem Strukturfond der Leibniz
Die weitere Reduzierung der Prüfungsbelastung Universität Hannover beantragt, um insbeson-
und kompetenzorientierte Prüfungsverfahren dere die Kompetenzanforderungen seitens der
sind Gegenstand der laufenden Diskussionen Bauwirtschaft herauszuarbeiten und um diese zum
im Rahmen der curricularen Weiterentwicklung. Zeitpunkt der Reakkreditierung der Studiengänge
Diesbezüglich wird die Fakultät Erfahrungen in den curricular umzusetzen.
aktuellen Studiengängen sammeln und offensicht-
liche Schwachstellen kurzfristig angehen.
Dezentrale Maßnahmen 46

Fakultät für Bauingenieurwesen und Prüfungsbelastung


Geodäsie, Fachgruppe Geodäsie und In den Gesprächen hat sich gezeigt, dass die Prü-
Geoinformatik fungsbelastung in den Studiengängen Geodäsie
und Geoinformatik insgesamt sehr hoch ist. Insbe-
Studiengangs- bzw. Modulstrukturen sondere im fünften Bachelorsemester ist dies mit
Aus den Gesprächen wurden deutlich, dass die sieben regulären Prüfungen und einer Prüfung aus
Studiengangs- bzw. Modulstrukturen insbesondere dem Wahlbereich der Fall. Analog zu einer mögli-
im Bachelorstudiengang Geodäsie und Geoin- chen inhaltlichen Entschlackung des Curriculums
formatik noch immer verhältnismäßig starr sind. sollten hier geeignete Möglichkeiten in Erwägung
Dass der Wahlbereich weiter nach hinten in den gezogen werden, um die Prüfungssituation zu ent-
Studienverlauf gerückt ist, wurde von den Stu- schärfen. Der Studiendekan wurde gebeten, erneut
dierendenvertretern positiv bewertet. Außerdem Alternativen innerhalb der Fakultät zu diskutieren,
ist aus Studierendensicht zu begrüßen, dass mehr die ggf. zu einer Reduzierung der Prüfungsbelas-
Angebote im Schlüsselkompetenzbereich gewählt tung – auch im Hinblick auf die 150 ECTS-Grenze
werden können. Weitere mögliche Entzerrungen für den Zugang zum Master - für die Studierenden
des Studienplans sollten innerhalb der Fakultät im führen. Zu begrüßen ist, dass bereits einige entzer-
Sinne der Studierenden erneut diskutiert werden. rende Änderungen eingeführt wurden. Insbeson-
dere das fünfte und das sechste Semester sollten
Maßnahmen der Fakultät jedoch ggf. einer erneuten Revision unterzogen
Seit dem letzten Studiengangsgespräch sind werden. Der Studiendekan wurde außerdem gebe-
weitere Veränderungen innerhalb des Bachelor- ten zu prüfen, inwieweit in den Studiengängen der
Curriculums vorgenommen worden, sowohl in Fachgruppe Geodäsie und Geoinformatik vermehrt
veränderbaren Strukturen außerhalb der Prüfungs- alternative Prüfungsformen zur Klausur eingesetzt
und Studienordnung als auch die im Zusammen- werden können.
hang mit der Reakkreditierung stehende Anpas-
sung der Prüfungsordnung: Maßnahmen der Fakultät
Die Reduzierung von Prüfungen wurde und wird
Im Lehrbereich Photogrammetrie und Fernerkun- in der Fakultät weiter diskutiert. Durch die weiter
dung sind alle aufeinander aufbauen Module, die oben erwähnten Änderungen und in enger Ab-
sich durch das gesamte Bachelorstudium ziehen, stimmung mit den studentischen Mitgliedern der
neu strukturiert und damit besser in das Curri- Studienkommission wurde eine günstigere Auf-
culum integriert worden. Die Module sind nun teilung der Prüfungen im gesamten Studienablauf
fachlich zusammenhängend und aktuellen wis- erreicht. Insbesondere die Prüfungssituation im
senschaftlichen Inhalten entsprechend angepasst Masterbereich hat sich deutlich verbessert.
worden; sie wurden nach ausführlicher Diskussion
in der Studienkommission in den Studienplan Die Studienkommission wird sich weiterhin mit
eingepasst. der möglichen Integration alternativer Prüfungs-
formen, vor allem in den letzten beiden Semestern
In einem weiteren Lehrbereich, Kartographie und des Bachelorstudiums, und der Möglichkeiten der
Geoinformatik, stehen unmittelbar ähnliche Ände- Entzerrung beschäftigen.
rungen im Studienablauf an, die ebenso wie zuvor
in gemeinsamer Arbeit der Studienkommission in Das Praktikum, das als Vorleistung zum Studium
das Curriculum integriert werden sollen. gefordert wird, jedoch von etlichen Studierenden
erst während des Studiums gemacht wird, wurde
Im Zuge dieser Neuerungen wurde eine kritische von 12 auf 8 Wochen verkürzt, so dass in der vor-
Prüfung der Änderungen für das gesamte Curricu- lesungsfreien Zeit, in der auch der Prüfungszeit-
lum durchgeführt und die resultierende Studien- raum liegt, mehr Zeit für das Selbststudium bleibt.
und Prüfungsbelastung entsprechend untersucht.
Eine detaillierte Verbesserung der Prüfungsbe- Auslandsaufenthalte
lastung und eine leichte Entlastung der letzten In den Gesprächen mit Vertretern der Fachgrup-
Bachelorsemester wurde erreicht (siehe auch den pe Geodäsie und Geoinformatik wurde deutlich,
nachfolgenden Punkt „Prüfungsbelastung“). dass die anerkannten Leistungen meist nur in den
Wahlbereich fallen und dass ein Auslandsaufent-
Im Masterbereich wurden – auch aufgrund von halt insbesondere im Bachelorstudiengang nicht
Auflagen bei der Akkreditierung – die Module ohne Zeitverlust möglich ist. Grundsätzlich ist
klarer definiert und die Anzahl der Prüfungen aufgefallen, dass die Fachgruppe Geodäsie und
reduziert. Geoinformatik die Studierenden einerseits bei
der Umsetzung von Auslandsplänen unterstützt,
andererseits diese aber strukturell kaum möglich
47 Dezentrale Maßnahmen

sind. Der Studiendekan wurde um Bericht dazu Prüfungsbelastung


gebeten, inwieweit die Modulstrukturen weiter Aus den Gesprächen ging hervor, dass die Prü-
geöffnet bzw. flexibilisiert werden können, so dass fungsleistungen überwiegend benotet sind, was
Studierenden bereits im Bachelorstudiengang ein die Studierenden teilweise als belastend empfin-
Auslandsaufenthalt ohne signifikanten Zeitverlust den. Der Studiendekan wurde gebeten, Alternati-
für das weitere Studium ermöglicht wird. Es wurde ven zu diskutieren, die ggf. zu einer Reduzierung
angeregt, über die Schaffung eines Mobilitäts- der Prüfungsbelastung führen. Der Studiendekan
fensters nachzudenken. Der Studiendekan wurde wurde außerdem gebeten zu prüfen, inwiefern
um Bericht dazu gebeten, inwieweit der von der alternative Prüfungsformen zur Klausur in den
AG Anerkennung erarbeitete Orientierungsrahmen Studiengängen der Fachgruppe Elektrotechnik und
für die Anerkennung von Studien- und Prüfungs- Informationstechnik eingesetzt werden können.
leistungen innerhalb der Fachgruppe Geodäsie
und Geoinformatik Anwendung findet und welche Field Programmable Gate Array (FPGA)-Labor
Erfahrungen damit bisher gemacht wurden. Von studentischer Seite bestand der Wunsch, das
Field Programmable Gate Array (FPGA)-Labor
Maßnahmen der Fakultät
auch im Sommersemester anzubieten.
Auslandsaufenthalte werden von den Studieren-
den im Bachelorstudium nur selten in Anspruch Maßnahmen der Fakultät
genommen. Grundsätzlich sind sie jedoch ohne Dem Wunsch der Studierenden wurde bereits
signifikante Studienzeitverlängerung meist in im Sommersemester 2011 in allerdings etwas
Kombination mit einer Abschlussarbeit realisierbar. abgeänderter Form entsprochen. Anstelle einer
Ebenso können über die internationalen Kontakte Wiederholung des FPGA-Labors wurde ein neues
der Professorinnen und Professoren sowie den Labor bzw. Projekt Mikroelektronik-Chipdesign
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Auslands- erarbeitet und angeboten. Ziel bei diesem Projekt/
praktika frühzeitig geplant in den Studienablauf Labor ist es, dass die Teilnehmer einen Chip ent-
integriert werden. werfen, dieser Chip extern gefertigt wird, auf ein
Board gebracht wird und die Studierenden dann
Es hat sich gezeigt, das Studienzeitverlängerun- noch mit modernen Logic-Analyzern, die extra für
gen dadurch auftreten, dass die Studierenden aus diesen Zweck angeschafft wurden, ihre eigenen
sprachlichen und organisatorischen Gründen vor Boards testen. Die Teilnehmer dieses Labors/
Ort im Ausland nicht das gleiche Pensum schaffen Projektes können nach erfolgreichem Absolvieren
wie an der Heimatuniversität und sich ebenso Zeit ihre eigene Platine mit ihrem eigenen Chip mit
für andere Dinge neben dem Studium nehmen. nach Hause nehmen. Die Anwendung, die sie
realisieren, ist eine integrierte Wetterstation mit
Der Orientierungsrahmen für die Anerkennung Temperatur- und Druck-Sensoren mit integrierter
von Studien- und Prüfungsleistungen wurde den Funkuhr und mit Rechenschnittstelle. Dieses Labor
entsprechenden Gremien der Fakultät erläutert ist noch aufwändiger in der Betreuung als das
und von der Fachgruppe in der Anerkennungspra- FPGA-Labor und hat bei den Studierenden großen
xis bereits umgesetzt. Anklang gefunden. 13
Bis Redaktionsschluss lagen zu
den Punkten „Auslandsstudium“ und
Fakultät für Elektrotechnik Verbesserung der Skripte „Prüfungsbelastung“ keine Berichte
und Informatik, Fachgruppe Die Studierenden hatten den Wunsch nach mehr der Fachgruppe Elektrotechnik und
Elektrotechnik und und insgesamt besseren Skripten geäußert. Informationstechnik vor.
Informationstechnik
Maßnahmen der Fakultät 14
Aus dem Rundschreiben A Nr.
Auslandsstudium13 In der Fakultät gibt es die grundsätzliche Überein- 31/2008 des Hauptamtlichen
In den Gesprächen wurde deutlich, dass ein Lear- kunft, Lehrmaterialien und Skripte aus Studi- Vizepräsidenten zur „Herstellung und
ning Agreement, also eine Vereinbarung über die enbeiträgen finanziert kostenlos abzugeben.14 Abgabe von Lehr- und Lernmateri-
anzuerkennenden Leistungen aus dem Ausland, an Im Rahmen einer internen Wiederholung des alien an Studierende der LUH“ vom
der Fakultät bisher nicht obligatorisch ist und nur CHE-Rankings konnten bereits einige Lehrver- 30.07.2008 geht hervor, dass die für
auf Wunsch der Studierenden ausgestellt wird. Zu- anstaltungen identifiziert werden, in denen eine die Durchführung eines ordnungs-
dem wissen viele Studierende offenbar von dieser Überarbeitung der Skripte erforderlich ist. gemäßen Studiums erforderlichen
Möglichkeit nicht. Lehr- und Lernmaterialien den
Kompetenzorientierung Studierenden der LUH unentgeltlich
Der Studiendekan wurde um Bericht dazu gebeten, Veranlasst durch das letzte Studiengangsgespräch zur Verfügung zu stellen sind (seit
inwieweit der von der AG Anerkennung erarbeitete wurde der Arbeitsbereich Kompetenzorientierte Sommersemester 2007 werden Stu-
Orientierungsrahmen für die Anerkennung von Studiengangsentwicklung der ZEL mit der Einbe- dienbeiträge nach § 11 Abs. 1 Satz
Studien- und Prüfungsleistungen innerhalb der ziehung der Elektrotechnik für die Entwicklung 1 NHG insbesondere für Lehr- und
Fachgruppe Anwendung findet und welche Erfah- eines entsprechenden Kompetenzmodells beauf- Lernmaterialien erhoben).
rungen damit bisher gemacht wurden.
Dezentrale Maßnahmen 48

tragt. Die dazu vorgesehenen Interviews mit den Maßnahmen der Fakultät
Lehrenden der Lehreinheit wurden im Sommer- Das Thema wurde fakultätsintern umfassend mit
semester 2011 durchgeführt. Das rekonstruierte den Studierenden besprochen. Die Befürchtungen
Kompetenzmodell ist für April 2012 vorgesehen. der Studierenden können nur teilweise entkräftet
werden, da die zu vergebene Punktezahl von den
Fakultät für Elektrotechnik und Lehrenden im Nebenfach bestimmt wird.
Informatik, Fachgruppe Informatik
Prüfungsbelastung
Eine Diskussion zu den Themen von Bologna hat
im Rahmen von Akkreditierung und Reakkredi- In den Gesprächen ist deutlich geworden, dass mit
tierung der Informatik-Studiengänge viel Raum durchschnittlich acht Klausuren pro Semester die
eingenommen. In der Studienkommission wurde Prüfungsbelastung für die Studierenden sehr hoch
über die spezifischen Anliegen (Auslandsstudium, ist. Die Studierenden haben berichtet, dass alle
übervolle Prüfungspläne, Abstimmung mit der Klausuren als Prüfungsleistung zählen und benotet
Mathematik und anderen Nebenfächern) gespro- werden. Darüber hinaus müssten von den durch-
chen. Teilweise konnten Verbesserungsvorschläge schnittlich acht Klausuren mindestens sieben be-
erarbeitet werden, die aber nur teilweise auch standen werden. Der Studiendekan wurde gebeten,
schon umgesetzt wurden. Besonders erfreulich ist, innerhalb der Fakultät Alternativen zu diskutieren,
dass die Mathematik ihre Prüfungen für Informa- die zu einer Reduzierung der Prüfungsbelastung
tiker nun nicht mehr in den letzten Semesterwo- führen. So kann beispielsweise zwischen benotet
chen durchführt. Die Ergebnisse der Absolventen- und unbenotet unterschieden oder eine geringere
befragung wurden im Studiendekanat und in der Gewichtung für bestimmte Leistungen vorgesehen
Professorenrunde zur Kenntnis genommen und werden. Denkbar wäre auch, die Noten anders zu
in die Überlegungen für weitere Verbesserungen verteilen, beispielsweise in Form von Testaten über
einbezogen. das Semester verteilt anstelle von – ausschließlich
– Klausuren am Ende des Semesters.
Wahl und Regelung des Nebenfachs
Bezüglich des Prüfungszeitraums wurde von den
Die Regelungen zur Wahl des Nebenfachs wurden Studierenden bemängelt, dass sämtliche Klausuren
von den Studierendenvertretern als problematisch innerhalb einer Woche, gegen Ende der Vorle-
erachtet. Vor allem die frühe und endgültige Fest- sungszeit bzw. kurz vor dem offiziellen Prüfungs-
legung auf ein Nebenfach wurde kritisch gesehen. zeitraum geschrieben werden. Dies hat offenbar
Darüber hinaus wurde kritisiert, dass einige für die häufiger Überschneidungen mit den Laboren zur
Studierenden interessante Fächer (beispielsweise Folge. Der Studiendekan wurde gebeten, Möglich-
Chemie) nicht als Nebenfach zur Auswahl stehen. keiten für eine Entzerrung des Prüfungszeitraums
Es war den Studierenden auch nicht deutlich, wie in Betracht zu ziehen oder zumindest dafür zu
bestimmte Nebenfächer angerechnet werden. sorgen, dass Überschneidungen weitestgehend
Darüber hinaus wurde moniert, dass die in der ausgeschlossen werden.
Prüfungsordnung verankerten Bachelor- und
Masterkataloge die belegbaren Nebenfächer nicht Der Studiendekan wurde außerdem gebeten zu
hinreichend beschreiben, da diese offenbar nicht prüfen, inwiefern alternative, kompetenzorientierte
entsprechend strukturiert sind (beispielsweise Prüfungsformen zur Klausur in den Informatik-
durch die semesterweise wechselnden Veran- Studiengängen eingesetzt werden können.
staltungen). Im Zusammenhang mit der Neben-
fachwahl wurde außerdem ein problematischer Im Zusammenhang mit der insgesamt hohen
Leistungspunkte-Zuschnitt beklagt: Einige Module Prüfungsbelastung wurde von den Studierenden
seien nicht studierbar, da sie beispielsweise Vorle- außerdem beklagt, dass das Anspruchsniveau der
sungen im Umfang von 10 ECTS-Punkte enthal- Mathematik-Klausuren abhängig sei von der je-
ten, wohingegen für das Modul 12 ECTS-Punkte weiligen Lehrperson. Der Studiendekan wurde um
erreicht werden müssen. Bericht dazu gebeten, inwieweit bereits Abspra-
chen mit der Fakultät für Mathematik und Physik
Die Fakultät hatte bereits in Erwägung gezogen, zur Verbesserung der Situation getroffen wurden.
die Prüfungsordnung mittelfristig dahingehend Auch das beklagte Selektieren durch die Mathema-
zu ändern, dass ein einmaliger Wechsel des tikprüfungen zu Beginn des Studiums sollte Anlass
Nebenfachs den Studierenden ermöglicht wird. geben, Änderungen im Sinne der Studierenden in
Darüber hinaus wurde der Studiendekan unter Betracht zu ziehen.
Bezugnahme auf die o. g. Ausführungen darum
gebeten, eine weitergehende Flexibilisierung der Maßnahmen der Fakultät
Prüfungsordnung in der Fakultät, insbesondere mit Der Vorschlag von Testaten für Mathematik-Klau-
den Studierenden, zu diskutieren und ggf. weitere suren wurde fakultätsintern mehrfach diskutiert.
geeignete Maßnahmen durchzuführen. Diese durchzuführen, erfordert jedoch auch das
Einverständnis der Lehrenden aus der Mathe-
49 Dezentrale Maßnahmen

matik. Dies ist bisher nicht erfolgt. Auch sind dass zum einen der Erwerb einer Schlüsselqualifi-
unterschiedlich schwierige Vorlesungen durchaus kation für die Anmeldung zum Pflichtexamen, zum
üblich. Die Mathematik führt ihre Prüfungen anderen das erfolgreiche Absolvieren einer auf
für Informatiker nun nicht mehr in den letzten die Schwerpunktbereichsprüfung vorbereitenden
Semesterwochen durch, so dass die Informatik- Veranstaltung (Proseminar) vor der Anfertigung
Vorlesungen weniger in Mitleidenschaft gezogen der Studienarbeit verpflichtend in das NJAG
werden. aufgenommen wurden. Die Juristische Fakultät hat
auf diese Entscheidung nur begrenzten Einfluss
Ein unbenotetes erstes Semester wurde in der gehabt, versucht aber, durch ein deutlich erwei-
Fakultät kontrovers diskutiert; dies würde ohnehin tertes Angebot sowohl von Schlüsselqualifika-
eine Änderung der Prüfungsordnung vorausset- tionsveranstaltungen als auch von Proseminaren
zen. Eine entsprechende Änderung steht in den – häufig auch als Blockveranstaltungen – in jedem
kommenden Jahren an, da noch weitere Verbes- Semester dem durch die Abschaffung des Vortrags
serungsmöglichkeiten erkannt wurden (z. B. die im Staatsexamen vermehrten Prüfungs- und
Anrechenbarkeit von Laboren und Projekten). Zeitdruck entgegenzuwirken.

Auslandsstudium Die – seit längerer Zeit von den Studierenden


In den Gesprächen mit Vertretern der Fachgrup- gewünschte – zeitliche Entflechtung von Klausur-
pe Informatik wurde deutlich, dass Leistungen und Hausarbeitsleistung im Rahmen einer Fortge-
nur dann anerkannt werden, wenn es dazu eine schrittenenübung ist in Studienkommission und
inhaltlich äquivalente Veranstaltung an der Leibniz Professorium bereits mehrfach diskutiert worden.
Universität Hannover gibt. Auch scheint das zu Sie wird von einer eindeutigen Mehrheit der Hoch-
verwendene Learning Agreement unter den Stu- schullehrerinnen und Hochschullehrern an der
dierenden nicht hinreichend bekannt zu sein. Juristischen Fakultät nicht befürwortet. Tragend ist
Der Studiendekan wurde um Bericht dazu gebeten, dafür der Gesichtspunkt, dass die Fortgeschritte-
inwieweit der von der AG Anerkennung erarbei- nenübungen unterschiedliche Themenbereiche der
tete Orientierungsrahmen für die Anerkennung großen Rechtsgebiete Zivilrecht, Verwaltungsrecht
von Studien- und Prüfungsleistungen innerhalb und Strafrecht abdecken sollen. Die Übungen spie-
der Fachgruppe Informatik Anwendung findet geln insofern exakt die Examensanforderungen,
und welche Erfahrungen damit bisher gemacht um den Studierenden insofern ein realistisches
wurden. Bild von den dort zu bewältigenden Anforderun-
gen zu geben. Das wiederum dient der Senkung
Maßnahmen der Fakultät der Durchfallquoten in der Pflichtfachprüfung des
Die Ergebnisse der AG Anerkennung wurden fakul- Staatsexamens, wo die Juristische Fakultät ihre
tätsintern kommuniziert. relative Position in Niedersachsen in den letzten
Jahren signifikant verbessert hat.
Juristische Fakultät
Prüfungsbelastung Vorbereitung auf das wissenschaftliche
Die Studierendenvertreter der Juristischen Fakultät Arbeiten und Fachberatung
beschrieben die Prüfungssituation als wieder Bemängelt wurden von den Studierenden die
erschwert: Zum einen durch die Regelung des Tutorien, die offenbar nicht genügend auf das wis-
Landesjustizprüfungsamtes, einen ursprünglichen senschaftliche Arbeiten vorbereiten bzw. im We-
Vortrag durch ein Proseminar zu ersetzen. Zum sentlichen auf Formalia eingehen. Die Studieren-
anderen durch die Aneinanderkoppelung von den fühlten sich allgemein inhaltlich weniger gut
Hausarbeit und Klausur in einer großen Prüfung, beraten. So fehle beispielsweise bei der Studienar-
die innerhalb eines Semesters absolviert werden beit eine geeignete Betreuung. Auch die Ergebnisse
muss. Der Studiendekan wurde gebeten, eine der Absolventenbefragung weisen darauf hin, dass
Diskussion in der Fakultät anzustoßen, inwieweit die Fachberatung verbesserungswürdig ist.
Entlastungen für die Studierenden geschaffen
werden können.
Maßnahmen der Fakultät
Maßnahmen der Fakultät
Bei dem Angebot der Tutorien für die Erstsemes-
Durch die Reform des Niedersächsischen Juristen- terstudierenden hat sich die Fakultät aus didakti-
ausbildungsgesetztes (NJAG) im Jahr 2009 wurde schen Erwägungen dazu entschieden, dort keine
eine ursprünglich im Rahmen der mündlichen materiell-rechtlichen Fragestellungen erörtern zu
(Pflichtfach-)Examensprüfung zu erbringende lassen, weil die Tutorien von nicht examinierten
Prüfungsleistung – das Halten eines Vortrages - Studierenden aus höheren Fachsemestern betreut
abgeschafft. Der Verlust dieser Prüfungsleistung werden und die erforderliche Sachkenntnis daher
wurde vom Gesetzgeber dadurch kompensiert, nicht vorausgesetzt werden kann. Das ist auch
Dezentrale Maßnahmen 50

nicht die Aufgabe der Tutorien, die vielmehr Maßnahmen der Fakultät
in das Fach und seine Studierbarkeit sowie die Die Fakultät ist sich der in mehrfacher Hinsicht
Organisation des Studiums einführen sollen. Für schwierigen Bibliothekssituation, die insbesonde-
die Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten re auch aus dem bundesweit einmaligen Fehlen
bietet die Fakultät sowohl im Grund- als auch im eines juristischen Seminars resultiert, bewusst.
Hauptstudium zu allen größeren Veranstaltungen Deswegen wird in enger Abstimmung mit der
vorlesungsbegleitende Arbeitsgemeinschaften an, Bibliotheksleitung permanent an Verbesserungen
die von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und gearbeitet, die bereits im Jahr 2010 signifikan-
Mitarbeitern betreut werden und in denen den te Erfolge zeitigten. So wurden mit Beginn des
Studierenden die Techniken und Grundsätze des Wintersemesters 2011/12 die Öffnungszeiten der
wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt werden. Fakultätsbibliothek erweitert und gestalten sich
Für die Erstsemesterstudierenden des Winterse- nunmehr wie folgt: Montag bis Samstag 8.00 bis
mesters 2011/12 hält die Fakultät 19 Tutorien und 22.00 Uhr und Sonntag 9.00 bis 22.00 Uhr.
insgesamt 50 vorlesungsvorbereitende Arbeitsge-
meinschaften vor, was die finanziellen, räumlichen Eine Verbesserung der räumlichen Situation konn-
und organisatorischen Mittel vollständig aus- te auch dadurch erreicht werden, dass im Zuge
schöpft. der Umbaumaßnahmen am Bibliotheksgebäude
auf dem Conti-Campus nun auch eine Vollversor-
Die Betreuung der Studierenden während der gung von zwei Stockwerken mit Steckdosen an
Studienarbeitsphase, ist, da es sich um eine Exa- den Arbeitsplätzen vorgenommen wird, so dass
mensleitung handelt, die unter Wahrung der An- die Studierenden dort durchgängig mit Laptops
onymität zu erbringen ist, nur sehr eingeschränkt arbeiten können.
möglich. Nach Informationen des Studiendekanats
bereiten aber fast alle Dozentinnen und Dozenten Des Weiteren ist es der Juristischen Fakultät in
der Juristischen Fakultät die Studierenden der intensiven Gesprächen mit der TIB/UB im Mai 2011
Schwerpunktausbildung in ihren Vorlesungen fä- gelungen, das ihr anteilig zustehende Bücherbe-
cherspezifisch, jedoch abstrakt, d. h. losgelöst von schaffungsbudget in erfreulichem Umfang auszu-
konkreten Themenstellungen, auf die methodisch- weiten; ferner weitet die Fakultät den juristischen
inhaltlichen Anforderungen der Studienarbeit vor. Bücheretat der TIB/UB aus ihren Fakultätsrückla-
gen aus (2010: 200.000 Euro, 2011: 100.000 Euro).
Bibliotheksnutzung
Schließlich beabsichtigt die Fakultät auch eine
Als weiterhin bestehendes Problem haben die signifikante Verbesserung des Zugangs zu an Lehr-
Studierendenvertreter die aus ihrer Sicht unzurei- stühlen vorhandener Fachliteratur und hat einen
chenden Öffnungszeiten der Bibliothek genannt. entsprechenden Antrag („KATLIN- KATalogisierung
Auch der Zugang zu und der Bestand fachspezifi- von Lehrstuhl- und Institutsbibliotheken an der
scher Literatur sind bemängelt worden. Juristischen Fakultät der LUH zur Verbesserung der
Nutzbarkeit bereits vorhandener Bestände“) auf
Mittel aus dem Strukturfonds der Leibniz Universi-
tät Hannover gestellt und begründet.
51 Dezentrale Maßnahmen

Kostenpflichtige Studienmaterialien noch nicht nachgewiesen werden kann, teilt der


Als weitere Kritik wurde angebracht, dass für die Zulassungsausschuss den Bewerbern eine entspre-
Studierenden vor allem zu Studienbeginn Kosten chende Auflage zu, die dann bis zur Zulassung zur
für Studienmaterial entstehen, beispielsweise für Masterarbeit erfüllt werden muss.
den Ausdruck von Skripten. Das Präsidium hat
Mathematik-Veranstaltungen
empfohlen, hierfür fakultätsseitig Studienbeitrags-
mittel zu verwenden (vgl. weiter oben hierzu das Von den Studierendenvertretern wurden die
Rundschreiben des Hauptamtlichen Vizepräsiden- importierten Mathematik-Veranstaltungen
ten vom 30.07.2008 zur Herstellung und Abgabe kritisiert. Diese seien zwar zugeschnitten auf das
von Lehr- und Lernmaterialien an Studierende der Ingenieurstudium, jedoch werde insgesamt sehr
Leibniz Universität Hannover). Der Studiendekan viel Stoff in verhältnismäßig kurzer Zeit vermittelt.
wurde gebeten, innerhalb der Fakultät angemes- Ein unmittelbarer Anwendungsbezug ist für die
sene Regelungen und für mögliche finanzielle Studierenden häufig nicht erkennbar. Der Studi-
Härtefälle Lösungen zu finden. endekan wurde gebeten, innerhalb der Fakultät zu
diskutieren, inwieweit ggf. der von den Studie-
Maßnahmen der Fakultät renden vorgeschlagene weitergehende „Entschla-
Die Fakultät stellt den Studierenden – bereits seit ckungsprozess“ der Mathematik-Veranstaltungen
einigen Jahren – nach Kenntnis des Dekanats vorgenommen werden kann.
sämtliche vorlesungsbegleitende Skripte/Materi-
Maßnahmen der Fakultät
alien unentgeltlich zur Verfügung (abholbar bei
Vorlesungsbesuch und an den Lehrstühlen). Sie Die Inhalte und das Format der Mathematikveran-
nutzt darüber hinaus als Zusatzangebot an die staltungen wurden bereits im Zuge der Akkreditie-
Studierenden auch die Möglichkeit der Verbreitung rung 2010 überarbeitet. Die als besonders geballt
von vorlesungsbezogenen Materialien (etwa ppt- wahrgenommene Mathematik III-Veranstaltung
Folien) über Stud.IP; diese müssen dann, wenn die wurde inzwischen auf zwei Veranstaltungen auf-
Studierenden sich die Vorlesungsinhalte aufgrund geteilt. Hier werden in Zukunft für alle Studien-
eines Fehlens in der Vorlesung oder zur Wieder- gänge der Fakultät für Maschinenbau die gleichen
holung (erneut) und in Papierform zugänglich Inhalte wie zuvor vermittelt, jedoch in einem
machen wollen, statt sie elektronisch zur Kenntnis größeren zeitlichen Umfang. Der Workload wurde
zu nehmen, in der Tat ausgedruckt werden. Eine dabei von 6,5 auf 8 ECTS-Punkte angehoben.
Erweiterung dieses elektronisch zugänglichen
Lehramt an berufsbildenden Schulen
Angebots durch eLearning-Elemente erscheint der
(Metalltechnik)
Juristischen Fakultät gleichwohl sinnvoll, wobei
auf primär elektronische Nutzbarkeit geachtet Aus dem Gespräch mit den Studierendenvertre-
wird. tern wurde deutlich, dass die Studierenden, die
Metalltechnik mit Studienziel Berufsschullehramt
Fakultät für Maschinenbau studieren, keine optimale Betreuung erfahren.
Es wurde berichtet, dass die Lehramtsstudieren-
Vereinbarkeit alte Bachelor- und neue den – mangels spezifischer Angebote für diese
Masterordnung Studierendengruppe - zumeist dieselben Veran-
Hinsichtlich geschilderter Schwierigkeiten bei der staltungen besuchen wie die fachwissenschaftlich
Vereinbarkeit der alten Bachelor- mit der neuen orientierten Maschinenbaustudierenden. Dabei
Masterordnung wurde der Studiendekan um werde wenig auf die spezifischen Ausbildungsbe-
Bericht dazu gebeten, inwieweit hier im Sinne lange der Lehramtsstudierenden eingegangen. In
der betroffenen Studierenden gehandelt wird diesem Zusammenhang wurde die Fakultät darum
bzw. inwieweit entsprechende Regelungen in der gebeten, die Professur für Didaktik der Metalltech-
Master-Zugangsordnung vorgesehen wurden. nik zügig zu besetzen.
Maßnahmen der Fakultät Maßnahmen der Fakultät
In der Masterzulassungsordnung ist vorgesehen, Das Berufungsverfahren für die Besetzung der
dass Bachelorabsolventen insgesamt mindestens Professur für die Didaktik der Metalltechnik wurde
20 Wochen Praktikum nachweisen, da es im begonnen. Eine Ausrichtekommission wurde
Masterstudiengang Maschinenbau kein weiteres eingesetzt. Ein Profilpapier sowie ein Entwurf des
Praktikum gibt. Um den damit erschwerten Über- Ausschreibungstextes wurden erarbeitet.
gang zum Master einfacher zu gestalten, wurde
den Studierenden der alten Bachelorordnung per Internationalisierung
Studiendekansentscheid ermöglicht, ein weite- Die Studierenden hatten beklagt, dass dem Thema
res Praktikum einzubringen. Falls das geforderte Internationalisierung innerhalb der Fakultät of-
Praktikum bei der Masterzulassung trotzdem fenbar noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt
Dezentrale Maßnahmen 52

wird. Einerseits fühlen sich die Studierenden nach Im Kontext der Integrationsdiskussion wurde die
wie vor nicht gut informiert über Möglichkeiten als wichtig und positiv beurteilte Rolle der Saal-
für ein Auslandsstudium. Andererseits wurde be- gemeinschaften diskutiert. Hierzu ist seitens der
dauert, dass es kaum englischsprachige Lehrveran- Fakultät festzuhalten, dass die Saalgemeinschaften
staltungen im hiesigen Studium gibt. grundsätzlich „autonom“ sind. Gleichwohl hat das
Studiendekanat den Saalgemeinschaften kommu-
Die Studierenden wiesen außerdem darauf hin, niziert, dass sie ihre Anstrengungen zur Integrati-
dass es an der Fakultät kaum Maßnahmen gibt, on der ausländischen Studierenden auch weiterhin
um internationale Studierende besser zu integrie- ausbauen sollten.
ren. So könnte beispielsweise in den Laboren mehr
für die Integration getan werden. Auch die Saal- Die Fakultät hat sich dafür entschieden, auslän-
gemeinschaften im Otto-Klüsener-Haus könnten dische Studierende nicht in gesonderten Veran-
entsprechend ausgerichtet werden. staltungen zu begrüßen, sondern diese in das
reguläre Begrüßungsprogramm zu integrieren. Im
Der Studiendekan wurde darüber hinaus um Nachhinein zu den Begrüßungen gibt es jedoch die
Bericht dazu gebeten, inwieweit der von der AG Möglichkeit, sich intensiv und individuell beraten
Anerkennung erarbeitete Orientierungsrahmen für zu lassen und aufkommende Fragen zu klären.
die Anerkennung von Studien- und Prüfungsleis- Hierzu stehen Studierende mit entsprechenden
tungen innerhalb der Fakultät für Maschinenbau Erfahrungen zur Verfügung.
Anwendung findet und welche Erfahrungen damit
bisher gemacht wurden. Um die südamerikanischen Kooperationen zu
pflegen und zu verbessern, ist der Studiendekan im
Maßnahmen der Fakultät Herbst 2011 gemeinsam mit dem Präsidenten der
Zur Verstärkung der Aktivitäten im Bereich der Leibniz Universität Hannover nach Lateinamerika
Internationalisierung hat die Fakultät einen Aus- gereist und hat dort die Interessen der Fakultät für
landsbeauftragten ernannt. Der im Jahr 2010 ein- Maschinenbau vor Ort vertreten.
geführte internationale Tag, bei dem die Institute
ihre Kooperationen und Partnerschaften vorge- Im Zuge der Anhörungsverfahren werden die An-
stellt haben und Studierende von ihren Ausland- hörungsbeauftragten in Zukunft auf die Chancen
serfahrungen berichteten, war sehr erfolgreich. und Möglichkeiten von interkultureller Kompetenz
hingewiesen, so dass an zentralen Stellen in den
In Abstimmung mit dem Hochschulbüro für Instituten Bewusstsein für interkulturelle Kommu-
Internationales wurden als zentrale Ansprechpart- nikation geschaffen wird.
ner für die Studierenden Austauschkoordinatoren
benannt. Im Rahmen der neuen internationalen Der Orientierungsrahmen der AG Anerkennung
Mechatronik-Masterausrichtung werden mehr wurde vom Prüfungsausschuss entgegen genom-
englischsprachige Veranstaltungen etabliert. Die men. Er bestätigt zum Teil die bereits vorhandene
Studienrichtung International Mechatronics wird Anerkennungspraxis der Fakultät und ergänzt
ab dem Wintersemester 2012/13 angeboten, die positiv das bisherige Prozedere. In der Umsetzung
englischsprachigen Veranstaltungen können von sind bisher keine Schwierigkeiten wahrgenommen
allen Masterstudierenden der Fakultät besucht worden. Beschlüsse des Prüfungsausschusses kön-
werden. nen bei der Betrachtung individueller Situationen
vom Orientierungsrahmen abweichen.
53 Dezentrale Maßnahmen

Fakultät für Mathematik und Physik Der Studiendekan wurde um Bericht dazu gebeten,
inwieweit der von der AG Anerkennung erarbeitete
Flexibilisierung der Modulstrukturen Orientierungsrahmen für die Anerkennung von
In den Gesprächen wurde deutlich, dass es sinnvoll Studien- und Prüfungsleistungen innerhalb der
wäre, den fächerübergreifenden Bachelorstudien- Fakultät für Mathematik und Physik Anwendung
gang ein Jahr polyvalent und danach gerichtet zu findet und welche Erfahrungen damit bisher
gestalten. Dies müsste allerdings klar an die Stu- gemacht wurden.
dierenden kommuniziert werden. Es sollte, wie für
den Masterbereich bereits etabliert, auch für den Maßnahmen der Fakultät
Bachelorbereich eine institutionalisierte Beratung Studierende der Fakultät für Mathematik und
eingerichtet werden. Physik, die mit einem der fakultätseigenen Aus-
tauschprogramme ins Ausland gehen, müssen
Maßnahmen der Fakultät ausnahmslos mit dem Auslandsbeauftragten der
Der fächerübergreifende Bachelorstudiengang ist Fakultät ein Learning Agreement abschließen. Im
in den Fächern Mathematik und Physik so gestal- Zuge der Erstellung des Learning Agreements wird
tet, dass ein Minimum an notwendigem Basiswis- die Anrechenbarkeit der Leistungen geklärt.
sen als Pflichtveranstaltungen ausgelegt ist und
darüber hinaus versucht wird, den Studierenden Der Orientierungsrahmen für die Anerkennung
Wahlmöglichkeiten zu geben, ihr Studium den von Studien- und Prüfungsleistungen wird von der
individuellen Studienzielen anzupassen. In der Tat Fakultät als sehr hilfreich empfunden. Er schafft
ist es so, dass beispielsweise im Fach Physik von eine größere Transparenz für die Studierenden
Seiten der Studierenden der Einwand kommt, die und sorgt für mehr Handlungssicherheit bei den
Wahlmöglichkeiten kämen zu früh, da notwendi- Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die an den
ges Vorwissen noch nicht in ausreichendem Maße Anerkennungsverfahren beteiligt sind.
erlangt wurde. Die Fakultät nimmt die Kritik der
Studierenden zum Anlass, die Lehramtsausbildung Prüfungsbelastung
in den Fächern Mathematik und Physik erneut auf Die Studierenden haben deutlich gemacht, dass
den Prüfstand zu stellen. sie durch die Einführung des Prüfungsmoduls
in den Physikstudiengängen höheren Prüfungs-
Die institutionalisierte Beratung im Masterstudi- druck empfinden. Darüber hinaus wurde beklagt,
engang Mathematik reagiert auf einen besonderen dass der Prüfungszeitraum zu eng sei. Es wurde
Beratungsbedarf, da durch die Prüfungsordnung außerdem kritisiert, dass Prüfungen zum Teil im
den Studierenden eine sehr weitreichende Flexibili- Semester abgehalten werden, wenn auch noch
tät in der Studiengestaltung eingeräumt wird. Eine Übungszettel abgegeben werden müssen, so dass
solche Flexibilisierung ist im beschränkten Umfang wenig Zeit zum Lernen für die Studierenden bleibt.
der fachwissenschaftlichen Veranstaltungen im Für die Lehramtsstudierenden ist offenbar proble-
Lehramtsstudium nicht zu verwirklichen. Die Fa- matisch, dass diese teilweise mehrere Prüfungen
kultät hat jedoch durch fachspezifische Ansprech- an einem Tag ablegen müssen, da in den betref-
partner wie auch den Studiengangskoordinator fenden Fächern keine Abstimmung diesbezüglich
eine Beratungsstruktur sowohl für den Bachelor- stattfindet.
als auch für den Masterstudiengang geschaffen.
Maßnahmen der Fakultät
Die Studiengänge Mathematik, Meteorologie und Die Studiengänge Mathematik, Physik und Mete-
Physik wurden zum Wintersemester 2010/11 orologie wurden gerade im Hinblick auf eine Re-
umstrukturiert. Neben der Einführung einer neuen duzierung der Prüfungsbelastung umstrukturiert.
Prüfungsstruktur wurden auch die Module und Gerade in den Anfangssemestern wurde die Anzahl
Modulzusammensetzungen überarbeitet. der Prüfungen reduziert; die Prüfungsleistungen
sind noch nicht notenrelevant für den Abschluss.
Auslandsaufenthalte Durch diese Umstrukturierung zum Wintersemes-
In den Gesprächen wurde deutlich, dass ein Lear- ter 2010/11 wurde eine deutliche Verbesserung
ning Agreement, also eine Vereinbarung über die der Prüfungssituation in den Bachelorstudiengän-
anzuerkennenden Leistungen aus dem Ausland, gen erreicht.
den Studierenden der Fakultät offenbar nicht
bekannt ist. Die Studierenden sollten möglichst Die Prüfungszeiträume können in der Tat zum Pro-
frühzeitig im Studium über die Rahmenbedingun- blem werden. Die Studiengänge der Fakultät sind
gen für Auslandsaufenthalte informiert werden. an den Prüfungszeitraum der Lehramtsstudien-
Darüber hinaus sollten geeignete Maßnahmen gänge gebunden. Diese reichen selten mehr als ein
getroffen werden, die einer Verlängerung der bis zwei Wochen über das Semesterende hinaus.
Studienzeit durch Auslandsaufenthalte entgegen- Um den Klausurenzeitraum wenigstens auf drei
wirken. Wochen zu strecken, müssen bereits Klausuren
Dezentrale Maßnahmen 54

mindestens in der letzten Woche der Vorlesungs- b) Vorlesungsbeginn zum Wintersemester


zeit geschrieben werden. Für die fachwissenschaft- An der Fakultät für Mathematik und Physik hat es
lichen Studiengänge wird das Problem dahinge- sich bewährt, den Studierenden eine Woche vor
hend aufgeweicht, dass mündliche Prüfungen in Beginn der Vorlesungszeit eine Orientierungswo-
der gesamten vorlesungsfreien Zeit abgehalten che anzubieten. Die Vorlesungszeit startet dann
werden können. mit der offiziellen Begrüßung durch die Universität
an den ersten beiden Vormittagen wie auch der
In den Lehramtsstudiengängen ist es bei der fakultätseigenen Begrüßungsfeier am ersten Tag
Terminierung für eine Fakultät nicht zu überschau- der Vorlesungszeit. Im Anschluss beginnen für die
en, ob Kollisionen mit den anderen Prüfungen Studierenden der Fakultät für Mathematik und
vorliegen. Physik die Vorlesungen.
Lehramt Studieneingangstest
Die Studierenden haben insbesondere den fehlen- Die Studierenden waren der Meinung, dass der
den Praxisbezug im Lehramtsstudium beklagt. So Eingangstest für das Studium an Ihrer Fakultät
bereiten beispielsweise die Veranstaltungen zum nicht hinreichend beworben wird. Zudem sei der
Allgemeinen Schulpraktikum nach Ansicht der Zeitpunkt für die Durchführung des Eingangs-
Studierenden nicht sehr gut auf die Schulrealität tests im Juni schwierig, da sich viele Studierende
vor. Die Studierenden wünschen sich in diesem offenbar erst später für das Studium entscheiden
Zusammenhang beispielsweise eine Begleitung des und bewerben.
Praktikums durch parallel stattfindende Didak-
tikveranstaltungen. Insgesamt stand der Wunsch Maßnahmen der Fakultät
nach einer verbesserten Praktikumsbetreuung im Der Studieneingangstest der Fakultät für Mathe-
Vordergrund. Die Studierenden äußerten außer- matik und Physik ist zunächst ein Pilotprojekt, von
dem den Wunsch danach, bereits im Bachelor- dem noch nicht feststeht, ob und gegebenenfalls
studium mehr Kompetenzen für den Lehrerberuf in welcher Form er fest angeboten werden kann.
vermittelt zu bekommen. Die Teilnehmerzahlen bei beiden Durchläufen
waren jeweils an der Obergrenze der Kapazität. Die
Darüber hinaus wurde beklagt, dass es offen- Auswertung der Pilotphase, wie auch die Klärung
bar keinen einheitlichen Vorlesungsbeginn im der finanziellen Rahmenbedingungen wird zeigen,
Wintersemester gibt, wovon vor allem Lehramts- ob ein solcher Test auch institutionalisiert angebo-
studierende betroffen sind. Es wurde in diesem ten werden kann.
Zusammenhang berichtet, dass z. B. in der Fakultät
für Mathematik und Physik bereits die Vorlesun- Der Zeitpunkt im Juni erscheint der Fakultät nicht
gen beginnen, während in der Philosophischen zu früh. Der Eingangstest soll Studieninteressier-
Fakultät noch Einführungsveranstaltungen statt- ten Informationen darüber geben, ob sie für die
finden. Problematisch seien aber nicht nur diese entsprechenden Fächer geeignet sind. Er versteht
Überschneidungen, sondern vor allem auch die sich als Planungshilfe für die Studienfachwahl. Der
Einführungen an den Fakultäten zu unterschiedli- Test sollte also zeitlich deutlich vor der Bewerbung
chen Zeitpunkten (meist in der letzten Ferien- und um einen Studienplatz liegen, um den Interessier-
ersten Vorlesungswoche), so würden beispielswei- ten die Möglichkeit zu geben, mehrere Optionen
se zentrale Veranstaltungen verpasst. zu durchdenken und abzuwägen.
Maßnahmen der Fakultät
Naturwissenschaftliche Fakultät
a) Schulpraktika und Lehramtsbezug im
Flexibilisierung der Modulstrukturen
fächerübergreifenden Bachelorstudiengang
Die Studierenden hatten die Modulstrukturen
Die Schulpraktika im Lehramtsstudium werden
insbesondere im Bachelorstudiengang Biologie be-
durch eine begleitende Lehrveranstaltung ergänzt.
klagt. Der Studiendekan wurde gebeten, innerhalb
Lehramtsspezifische Kompetenzen werden vor al-
der Fakultät eine erneute Diskussion insbesondere
lem in diesem Praktikum wie auch im Didaktikmo-
mit den Studierenden anzuregen und konkrete
dul vermittelt. Was den Umfang der vermittelten
Verbesserungsvorschläge zu prüfen.
Kompetenzen angeht, sind diese durch den Anteil
dieser Module am Studiengang beschränkt.
55 Dezentrale Maßnahmen

Prüfungsbelastung Sommersemesters angesetzt sind. Dies muss nicht


In einigen Studiengängen wie Biochemie, Chemie zwangsläufig zu Studienverzögerungen führen,
und Life Science wurde teilweise dazu überge- da eine Reihe von weiterführenden Modulen auch
gangen, Prüfungsleistungen in (unbenotete) ohne den Nachweis eines erfolgreichen Abschlus-
Studienleistungen umzuwandeln. Dies sollte ggf. ses der Grundlagenübungen belegt werden kann.
auch für die übrigen Studiengänge der Fakultät
überlegt werden, um den teilweise geschilderten Hinsichtlich der Qualität der Didaktik in den
Notendruck der Studierenden zu reduzieren. Der Veranstaltungen der Geowissenschaften hat eine
Studiendekan wurde außerdem gebeten zu prüfen, eingehende Analyse der Evaluation des Sommerse-
inwiefern alternative, kompetenzorientierte mesters 2011 ergeben, dass die Lehrveranstaltun-
Prüfungsformen zur Klausur in den naturwissen- gen in den Geowissenschaften, von geringfügigen
schaftlichen Studiengängen angewendet werden Ausnahmen abgesehen, mit gut bis sehr gut
können. bewertet wurden.

Auslandsaufenthalte
Von Studierenden der Geowissenschaften wurde
berichtet, dass Kurse und Prüfungen nur jähr- Von den Studierenden wurde erneut eine verbes-
lich wiederholt werden können und somit bei serungswürdige Kommunikation innerhalb der
Nichtbestehen eine Verzögerung im Studienverlauf Fakultät bezüglich der Möglichkeiten für Aus-
eintritt. Es gebe darüber hinaus Veranstaltungen, landsaufenthalte angemahnt. Insgesamt wurde die
die häufig nicht bestanden und in einer Tiefe Organisation eines Auslandsaufenthalts insbeson-
angeboten werden, die aus Sicht der Studieren- dere in den Bachelorstudiengängen immer noch
den dem Fach nicht angemessen zu sein scheint. als große Hürde beschrieben.
Dies sei beispielsweise bei den Mathematik-
Veranstaltungen der Fall. Die Studierenden haben Die Studierenden sollten möglichst frühzeitig
außerdem ihren Eindruck geschildert, dass die von im Studium über die Rahmenbedingungen für
der Fakultät für Mathematik und Physik angebo- Auslandsaufenthalte informiert werden. Darüber
tene Veranstaltung nicht hinreichend mit dem hinaus sollten geeignete Maßnahmen ergriffen
Fach Geowissenschaften abgestimmt ist, sondern werden, die einer Verlängerung der Studienzeit
eher allgemein-mathematischen Charakter besitzt. durch Auslandsaufenthalte entgegenwirken.
Ähnliches berichteten auch Studierendenvertreter
einiger anderer naturwissenschaftlicher Studien- Der Studiendekan wurde außerdem um Bericht
gänge. Für die Geowissenschaften wurde zudem dazu gebeten, inwieweit der von der AG Anerken-
allgemein die Qualität der Didaktik in den Veran- nung erarbeitete Orientierungsrahmen für die An-
staltungen bemängelt. erkennung von Studien- und Prüfungsleistungen
innerhalb der Naturwissenschaftlichen Fakultät
Maßnahmen der Fakultät Anwendung findet und welche Erfahrungen damit
Eine stichprobenartige Überprüfung der Klau- bisher gemacht wurden.
surfragen hat ergeben, dass diese in hohem Maße
Maßnahmen der Fakultät
kompetenzorientiert sind, da nicht auswendig
Gelerntes, sondern meist Transferwissen für eine Die Naturwissenschaftliche Fakultät hat eine
erfolgreiche Beantwortung der Klausurfragen ent- Internationalisierungsstrategie erarbeitet, die ein
scheidend ist. Damit ist auch eine Klausur in den 10-Punkte-Programm enthält. Ziel ist es, innerhalb
ersten Semestern eines naturwissenschaftlichen weniger Jahre zu einer inhaltlichen Vertiefung,
Studiums eine kompetenzorientierte Prüfungs- administrativen Verbesserung und gezielten
form, die im weiteren Verlauf sinnvollerweise Ausweitung der Internationalisierung von For-
durch individuellere Prüfungskonzepte (Bericht, schung, Studium und Lehre zu gelangen. Dazu
Präsentation, Referat, Projektarbeit, Protokoll, zählen die Förderung von Auslandsstudien- oder
Fallstudie etc.) abgelöst wird. -praktikumsaufenthalten (Outgoings), Förderung
des Ausländerstudiums (Incomings), des Studie-
Die Geowissenschaften sind mehr als andere rendenaustausches, der internationalen Dozen-
naturwissenschaftliche Disziplinen auf zweise- tenmobilität, die internationale Doktoranden- und
mestrige Module angewiesen: Im Winter werden Postdoktorandenförderung, Förderung internati-
die Grundlagen gelegt, im Sommer werden sie onaler Professuren/Gastwissenschaftler, Bildung
im Rahmen von Exkursionen und/oder Gelände- von Schwerpunktländern für internationale
übungen in der Praxis exemplifiziert. Daraus ergibt Partnerschaften („Strategische Partnerschaften“),
sich zwangsläufig, dass Prüfungen am Ende des die Verbesserung der strukturellen Eingliederung
Sommersemesters, Wiederholungen zu Beginn des internationaler Aktivitäten, die Evaluation und
Wintersemesters und weitere Prüfungsmöglich- Qualitätssicherung dieser Aktivitäten sowie ggf.
keiten dann erst wieder am Ende des folgenden die Einrichtung einer Koordinations- und Dienst
Dezentrale Maßnahmen 56

leistungsstelle im Dekanat der Naturwissenschaft- Modulgrößen und die damit zusammenhängende


lichen Fakultät. Vergabe von Leistungspunkten sowie die Variation
der Prüfungsformen höchste Aufmerksamkeit und
Lehramtsstudium Berücksichtigung.
Es wurde von den Studierenden beklagt, dass
es in den betreffenden naturwissenschaftlichen Anerkennung von Studien- und
Bachelorstudiengängen kaum auf die jeweiligen Prüfungsleistungen
Lehrämter ausgerichtete (Didaktik-)Angebote gibt. Der Studiendekan wurde um Bericht dazu gebeten,
Des Weiteren wurde ein mangelnder Praxisbezug inwieweit der von der AG Anerkennung erarbei-
im Lehramt beklagt. Als problematisch wurde die tete Orientierungsrahmen für die Anerkennung
Fülle an Lernstoff bzw. wurden die hohen Anforde- von Studien- und Prüfungsleistungen innerhalb
rungen beschrieben, mit denen viele Lehramtsstu- der Philosophischen Fakultät Anwendung findet
dierende offenbar überfordert sind. und welche Erfahrungen damit bisher gemacht
wurden.
Maßnahmen der Fakultät
Das Studiendekanat hat zu den o. g. Punkten Maßnahmen der Fakultät
Studierende des fächerübergreifenden Bachelor- Die Ergebnisse der AG Anerkennung von Studi-
studiengangs befragt. Es stellte sich heraus, dass en- und Prüfungsleistungen spiegeln die bisherige
die Didaktik-Angebote ohne oder mit geringem erfolgreiche Anerkennungspraxis der Philosophi-
Praxisbezug oft als unnötig oder praxisfern emp- schen Fakultät wider, so beispielsweise die Leitfä-
funden werden. Das Studiendekanat wird prüfen, den zur Verbesserung und Vereinheitlichung der
wie auch in eher theorielastigen Veranstaltungen Anerkennung von auswärts erbrachten Studien-
mehr Praxisbezug integriert werden kann. und Prüfungsleistungen bei Auslandsstudium und
Studienortwechsel. Dahingehend begrüßen die
Philosophische Fakultät Fächer der Philosophischen Fakultät die universi-
tätsweite Vereinheitlichung und die Formulierung
Methodenausbildung im Fach
zentraler Standards wie den Orientierungsrahmen
Politikwissenschaft
der AG, und beteiligen sich weiterhin aktiv an
In den Gesprächen wurden Probleme mit der deren Umsetzung.
Methodenausbildung im Fach Politikwissenschaft
erörtert. Kritisiert wurden unter anderem fehlende Lehramtsstudium
Tutorien. Der Studiendekan wurde um Bericht zum Von den Studierenden wurden insbesondere ein
aktuellen Sachstand gebeten. mangelnder Praxisbezug sowie fehlende schul-
formübergreifende Angebote beklagt. Proble-
Maßnahmen der Fakultät
matisch ist offenbar vor allem das Studium für
Die Methodenausbildung im Fach Politikwissen- das Lehramt an berufsbildenden Schulen, da hier
schaft wird in den kommenden Semestern von ei- eine Kombination der beruflichen Fachrichtung,
nem festen Mitarbeiter des zuständigen Lehrstuhls des Zweitfachs sowie der pädagogischen Anteile
übernommen. Zusätzlich wird ein Tutorium zur organisiert werden muss. Es hat sich gezeigt, dass
Nachbereitung des Lehrstoffs sowie zur Vorberei- Überschneidungsfreiheit bisher nur schwer zu
tung auf die Prüfungen eingerichtet. gewährleisten war.
Vergabe von Leistungspunkten Maßnahmen der Fakultät
Die Studierenden schilderten, dass ihnen die Ver- Im Lichte der neueren professionstheoreti-
gabe der Leistungspunkte nicht immer transparent schen Diskussionen und Empfehlungen in den
ist. So sei teilweise der Eindruck entstanden, dass Bildungswissenschaften ist „Praxisbezug“ ein
für denselben Aufwand unterschiedlich viele Leis- hochkomplexes Bemessungskriterium. Die hiesigen
tungspunkte vergeben werden. Bildungswissenschaften haben gerade durch ihre
neubesetzten Professuren in den Studienangebo-
Maßnahmen der Fakultät
ten ein sehr starkes Augenmerk auf die intensive
Die Vergabe von Leistungspunkten erfolgt ent- Diskussion von Praxiskonzepten im Lehrerhandeln.
sprechend der bundesweiten Strukturvorgaben der Vor dem Hintergrund dieser Lehrerfahrungen in
Kultusministerkonferenz (KMK). Alle Studiengänge den Bildungswissenschaften wäre es durchaus
der Philosophischen Fakultät wurden im Rahmen nicht ungewöhnlich, unter den Lehramtsanwär-
der gestuften Anpassung an die Musterprüfungs- terinnen und -anwärtern auf unfertige, noch
ordnung der Leibniz Universität Hannover sowie allzu einfache Vorstellungen vom Lehrerberuf und
aufgrund von Akkreditierungsauflagen teilweise der universitären Vorbereitung auf denselben zu
überarbeitet. Dabei fanden die Reduzierung von stoßen. Sich daran abzuarbeiten, gehört aber zu
Prüfungsleistungen, die Vereinheitlichung von den Daueranforderungen akademischer Lehre in
57 Dezentrale Maßnahmen

forschungsaktuellen Lehramtsstudiengängen. deren Hauptwohnsitz nicht in Hannover ist und


Die gezielte Behandlung struktureller Probleme, die somit einen Amtsarzt im Heimatort aufsuchen
zu der auch die Überschneidungsfreiheit von müssen.
Lehrveranstaltungen gehört, obliegt vorrangig
dem Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) sowie den Die Abteilung Lehr- und Studienqualität der
drei Studienkommissionen des ZfL. Hier ist davon Zentralen Einrichtung Lehre, Studium und Weiter-
auszugehen, dass die entsprechenden Probleme bildung (ZEL) hat im November 2010 mit Studie-
in den einzelnen Ausbildungsgängen ein breites renden der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
Forum zur Reflexion und gestaltenden Behandlung einen Workshop „Student Workload“ durchgeführt,
finden. bei dem es u. a. um Fragen der Studiengangsstruk-
tur und Arbeitsbelastung der Studierenden ging.
Reader, Skripte etc. Der Studiendekan wurde um Bericht dazu gebeten,
In den Gesprächen wurde deutlich, dass den inwieweit die Ergebnisse des Workshops für die
Studierenden teilweise Reader für die Veranstal- Weiterentwicklung insbesondere des Bachelorstu-
tungen fehlen, die ihnen kostenlos zur Verfügung diengangs Wirtschaftswissenschaft berücksichtigt
gestellt werden sollten (vgl. weiter oben das wurden und welche konkreten Verbesserungen
Rundschreiben des Hauptamtlichen Vizepräsiden- sich daraus ergeben haben. Die Ergebnisse sollten
ten vom 30.07.2008 zur Herstellung und Abgabe auch im Hinblick auf die bevorstehende Reak-
von Lehr- und Lernmaterialien an Studierende der kreditierung der wirtschaftswissenschaftlichen
Leibniz Universität Hannover). Die Fächer sollten Studiengänge genutzt werden.
Lösungen finden, die den Umfang für das kosten-
lose Material regeln. Maßnahmen der Fakultät
Die Studierbarkeit der Studiengänge ist der Wirt-
Maßnahmen der Fakultät schaftswissenschaftlichen Fakultät ein besonderes
Die Fächer werden in dieser Sache regelmäßig Anliegen. Dies zeigt sich in vielfacher Hinsicht:
darauf hingewiesen, die Empfehlungen des Präsi- Beispielsweise wird die Lehrplanung mit einem
diums großzügig zu beachten. Abweichungen von aufwändigen, edv-gestützten Verfahren durchge-
diesen Empfehlungen wurden dem Studiendekanat führt. Mit Hilfe dieses Verfahrens wird sicherge-
im fraglichen Zeitraum nicht angezeigt. stellt, dass sich keinerlei Überschneidungen von
obligatorischen Veranstaltungen in den Vertie-
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät fungsfächern ergeben, so dass die Studierenden
bei ihrer Auswahl der Vertiefungsfächer aus dem
Studierbarkeit der Studiengänge
gesamten Fächerangebot auswählen können, ohne
Hinsichtlich der hiesigen Prüfungsstruktur in den dass die Studierbarkeit eingeschränkt wird oder
wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen die Studiendauer sich verlängert. Dieses Verfahren
wurden bereits Flexibilisierungen vorgenommen. wurde im Rahmen der Planung für den doppelten
Die geplanten Maßnahmen, z. B. die Einführung Abiturjahrgang und der damit verbundenen fast
eines einmaligen zweiten Wiederholungsversuchs doppelt so hohen Anzahl an Studienanfängern
und die Reduzierung der Anzahl von Prüfungsleis- in den Wirtschaftswissenschaften und beim
tungen im Vertiefungsstudium, wurden offenbar Wirtschaftsingenieur noch einmal überarbeitet
auch von den Studierenden gut angenommen. und an die neuen Herausforderungen angepasst,
Gleichwohl sollte auf eine weitere Flexibilisierung z. B. durch die automatische Einplanung einer
der Prüfungsstruktur, insbesondere im Bachelor- Mittagspause für die Studierenden oder dadurch,
studiengang Wirtschaftswissenschaft, geachtet dass viele Veranstaltungen in mehreren Gruppen
werden. Die Fakultät sollte auch in Erwägung eingeplant werden.
ziehen, andere Arten von Prüfungsleistungen in
geeigneten Fällen heranzuziehen. Die Studierenden Die von den Studierenden kritisierten Pflichtan-
hatten darüber hinaus den Wunsch nach einer meldungen zu den Prüfungen werden von der
Neugewichtung der Noten geäußert. Bessere Fakultät in den ersten fünf Semestern nach wie
Noten im Studium könnten sich beispielsweise vor als Grundlage dafür betrachtet, dass die
dadurch ergeben, dass das Vertiefungsstudium vorgesehene Studiendauer von den Studieren-
höher gewichtet wird als bisher. den eingehalten werden kann. In diesen ersten
Semestern gibt es bewusst wenig Flexibilität, da
Die Pflichtanmeldungen zu den Prüfungen werden hier die Grundlagen für die Vertiefungsfächer ge-
von den Studierenden als sehr belastend empfun- schaffen werden. Ab dem sechsten Semester kann
den. Es wurde außerdem kritisiert, dass das ab der die Anmeldung zu den Modulprüfungen von den
zweiten Krankmeldung innerhalb eines Moduls Studierenden flexibel gehandhabt werden.
beizubringende Attest eines Amtsarzt insbesonde-
re für diejenigen Studierenden problematisch sei,
Dezentrale Maßnahmen 58

Die Studierbarkeit soll weiter verbessert und die der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät statt-
Flexibilität der Studierenden weiter erhöht werden, gefunden. Die Studierenden haben im Anschluss
in dem ein bisher obligatorisches Modul im siebten an den Workshop ein Positionspapier mit fünf
Semester zum Wintersemester 2012/13 gestrichen analysierten Problembereichen erarbeitet. In vier
wird. Dies hat zum einen den Vorteil, dass sich die der fünf Punkte hat die Fakultät Änderungen
Prüfungsbelastung reduziert und zum anderen, vorgenommen:
dass die Studierenden weiterhin aus dem Angebot
verschiedener Module innerhalb eines Vertiefungs- Punkt 1 – Seminarleistungen
faches ohne Vorgaben auswählen können, so dass Die Studierenden haben die Streichung der dritten
der eigenverantwortlichen Studienplanung des Teilleistung bei der Prüfungsart „Seminarleis-
oder der Einzelnen ein großer Spielraum einge- tung“ angeregt. Diese Anregung wurde durch die
räumt wird. Bei der Lehrplanung wird darüber Studienkommission Ende April 2011 umgesetzt.
hinaus verstärkt darauf geachtet, dass Module Die Streichung gilt offiziell im Zuge der Reak-
fachübergreifend angeboten werden, so dass die kreditierung für die neue Prüfungsordnung ab
Studierenden über das Lehrangebot des eigenen Wintersemester 2012/13. Im Vorgriff darauf kön-
Vertiefungsfaches hinaus auswählen können. nen die Prüfer aber bereits ab sofort auf die dritte
Teilleistung verzichten.
Die Situation im Zusammenhang mit den amts-
ärztlichen Attesten ist auch aus Sicht der Fakultät Punkt 2 – Bachelorarbeit
ebenso unbefriedigend wie aus Sicht der Studie- Der Studiendekan hat im Professorium im Juli
renden. Im Zuge der Reakkreditierung wurde die 2011 über die von den Studierenden wahrge-
Prüfungsordnung dahingehend geändert, dass ein nommenen unterschiedlichen Anforderungen
Studierender nunmehr beim vierten Krankheitsfall an Bachelorarbeiten gesprochen und um mehr
während seines Studiums ein amtsärztliches Attest Einheitlichkeit und eine bessere Transparenz und
vorlegen muss. Diese Regelung wurde in der Stu- Kommunikation der Anforderungen gebeten.
dienkommission im April 2011 mit den Studieren-
den sehr ausführlich diskutiert und einvernehmlich Punkt 3 – Schlüsselkompetenzen
beschlossen. Die von den Studierenden gewünschte Abschaf-
fung des Pflichttutoriums wurde umgesetzt. Seit
Dem Wunsch der Studierenden nach einer Neuge- dem Sommersemester 2011 können die Studie-
wichtung der Noten wird dahingehend entspro- renden als Ersatz aus speziell für den Bachelorstu-
chen, dass im Zuge der Reakkreditierung vom diengang Wirtschaftswissenschaft konzipierten
Fakultätsrat im April 2011 eine Prüfungsordnung Kursen des Zentrums für Schlüsselkompetenzen
beschlossen wurde, die unter anderem regelt, dass (ZfSK) einen Kurs auswählen und dort den gefor-
die Noten in den Bachelor-Vertiefungsfächern und derten Nachweis erbringen.
die Note der Bachelorarbeit bei der Gesamtnote
der Bachelorprüfung doppelt gewichtet werden. Punkt 4 – Gewichtung von Prüfungsleistungen
Dadurch finden die Leistungen der Studierenden Die Gewichtung wird im Zuge der Reakkredi-
in ihren nach ihren Neigungen selbst gewählten tierung mit der kommenden Prüfungsordnung
Vertiefungsfächern mehr Berücksichtigung. umgesetzt (s. o.).

Die Fakultät hat weiterhin Überlegungen ange- Punkt 5 – Prüfungszeitraum


stellt, wie andere Prüfungsarten als die herkömm- Einzig dieser Punkt lässt sich bisher nicht umset-
liche Klausur in die Studiengänge eingebunden zen. Der Prüfungszeitraum bleibt bis auf weiteres
werden können. Im Bereich des Masterstudiums bei zwei Wochen. Der Studiendekan hat die Mög-
ist dies im Zuge der Reakkreditierung bereits lichkeit einer Ausdehnung des Prüfungszeitraumes
umgesetzt worden, indem ein Teil der bisher mit auf drei Wochen geprüft. Aufgrund des doppelten
einer Klausur abzuschließenden Module nun mit Abiturjahrgangs ist die Raumsituation bei den
einer Hausarbeit abgeschlossen werden. In den Prüfungen jedoch sehr angespannt, so dass in der
ersten fünf Semestern des Bachelorstudiengangs dritten Prüfungswoche – bedingt durch die Prü-
bestimmt die Prüfungsart Klausur die Prüfungen. fungen anderer Studiengänge – keine ausreichen-
Dies ist aus Sicht der Fakultät aufgrund der hohen den Prüfungsräume für die hohen Teilnehmerzah-
Studierendenzahlen nicht anders umsetzbar. Im len bei Prüfungen zur Verfügung stehen.
Masterstudium sind es hingegen kleinere Gruppen,
so dass hier andere Prüfungsformen gut umsetz- Durch die Änderungen der Prüfungsordnung
bar sind. konnten darüber hinaus einige Punkte umgesetzt
werden, die sich positiv auf die Studierbarkeit der
Im November 2010 hat der von der ZEL geleitete Studiengänge auswirken werden:
Workshop „Student Workload“ mit Studierenden
59 Dezentrale Maßnahmen

• Reduzierung der Lehr- und Prüfungsbelastung Folgende Maßnahmen zur Verbesserung der Quali-
im ersten Semester durch die Verschiebung tät von Studium und Lehre wurden darüber hinaus
einer Lehrveranstaltung vom ersten ins zweite an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
Semester. umgesetzt:
• Es wurde die verbindliche Moduluntergrenze
von fünf ECTS-Punkten mit einer Ausnahme Überarbeitung der Studiengänge im Hinblick auf
bei Wirtschaftswissenschaft und mit wenigen die Reakkreditierung
Ausnahmen bei Wirtschaftsingenieur im tech-
a) Umstellung des Studiengangs
nischen Bereich berücksichtigt.
Wirtschaftsingenieur
• Im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingeni-
Die bisherige „7+3-Struktur“ des Bachelor- und
eur wird zum Wintersemester 2012/13 ein
des Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieur ist
Studium Generale eingeführt, im Masterstu-
im Zuge der Reakkreditierung auf eine „6+4-Struk-
diengang Wirtschaftsingenieur gibt es bereits
tur“ umgestellt worden.
ein Studium Generale.
• Die Module werden in den wirtschaftswissen- b) Umstellung auf die Musterprüfungsordnung
schaftlichen Studiengängen in der Regel mit Die Fakultät hat die Prüfungsordnung im Hinblick
einer Prüfung abgeschlossen. auf die Reakkreditierung überarbeitet und dabei
• In den wirtschaftswissenschaftlichen Studien- gleichzeitig auf die Musterprüfungsordnung der
gängen gibt es mit Ausnahme des Kursange- Leibniz Universität Hannover umgestellt.
botes des ZfSK keine Anwesenheitspflicht.
Angebot eines Bewerbungsmappenchecks
• Einbau eines Mobilitätsfensters für Auslands-
aufenthalte im fünften Semester des Bachelors Die Fakultät lässt seit dem Wintersemester
mit pauschaler Anrechnung der Prüfungen 2010/11 einen vom Career Service wöchentlich
dieses Semesters. angebotenen Bewerbungsmappencheck in den
Räumlichkeiten der Fakultät durchführen. Das
Achtsemestriger Bachelorstudiengang Angebot des Bewerbungsmappenchecks bestand
bereits im Sommersemester 2009 und im Winter-
In den Gesprächen ist deutlich geworden, dass der
semester 2009/10 als fakultätsinterne Lösung und
achtsemestrige Bachelorstudiengang Wirtschafts-
wurde von den Studierenden sehr gut nachge-
wissenschaft häufig weder bei Studienbewerbern
fragt. Der Bewerbungsmappencheck wird durch
noch bei Unternehmen bzw. potenziellen Arbeit-
den Career Service professionell fortgeführt und
gebern hinreichend bekannt ist. Der Studiendekan
die Kooperation wurde auch im Wintersemester
wurde gebeten, Maßnahmen zu prüfen, mit denen
2011/12 fortgeführt.
das achtsemestrige Studium ggf. besser beworben
werden kann.

Maßnahmen der Fakultät


Um die Besonderheit des achtsemestrigen
Bachelorstudiengangs Wirtschaftswissenschaft
in Hannover bei den Unternehmen bekannter zu
machen, achtet die Fakultät verstärkt darauf, bei
Unternehmenskontakten auf diese Besonderheit
hinzuweisen. Die Professorinnen und Professoren
haben anders als die Studierenden bisher nicht
feststellen können, dass es hier ein Informati-
onsdefizit bei den Unternehmen gibt. Bei den
Studieninteressierten wird in der Studienberatung
entsprechend auf die Bachelor-/Masterstruktur in
Hannover hingewiesen.

Darüber hinaus hat der Fakultätsrat im April


2011 beschlossen, zusätzlich zu dem einjährigen
Masterstudiengang einen zweijährigen einzufüh-
ren, damit sich die Fakultät im Masterbereich für
externe Bewerber öffnen kann. Der zweijährige
Masterstudiengang wird voraussichtlich zum
Wintersemester 2012/13 starten.
Dezentrale Maßnahmen 60

Förderportfolio Leibniz-KIQS – Geförderte Projekte


Konzepte und Ideen für Qualität im Nachfolgend wird ein Überblick über die 17 im
Studium Jahr 2011 geförderten Projekte gegeben. Dabei
handelt es sich überwiegend um Projekte, die de-
Bestandteil des Qualitätsmanagement in Lehre und zentral in den Fakultäten, teils mit Unterstützung
Studium ist das Förderprogramm für innovative zentraler Einrichtungen der Leibniz Universität
Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in Hannover, durchgeführt werden. Einige Projekt-
Lehre und Studium und zur Weiterentwicklung förderungen kamen darüber hinaus unmittelbar
von Lehr- und Lernformen. Wie erstmals in 2009 zentralen Einrichtungen zugute, um damit das
wurden auch im Berichtsjahr für innovative Serviceportfolio für Fakultäten und Studierende
Projektideen von Lehrenden und Studierenden auszuweiten und zu optimieren.
vom Präsidium der Leibniz Universität 500.000
Euro bereitgestellt. Es wurden 17 Projektanträge 1. Entwicklung von online-basierten
bewilligt, von denen die meisten im Laufe des Einstufungstests
Jahres 2011 ihre Arbeiten beginnen konnten. Das Dr. Klaus Schwienhorst, Fachsprachenzentrum
Vergabeverfahren wurde für 2011 dahingehend
geändert, dass zum einen studentische Initiativen Am Fachsprachenzentrum werden im Winterse-
für innovative Projekte stärker berücksichtigt mester 2010/11 150 unterschiedliche Kurse in 17
wurden und zum anderen das studentische Votum Sprachen auf allen Niveaus des GER („Gemeinsa-
bei der Auswahl der zu bewilligenden Projekt- mer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen“)
anträge entscheidend war. Zielsetzungen der angeboten. Studierende der Leibniz Universität
geförderten KIQS-Projekte liegen insbesondere in Hannover belegen schwerpunktmäßig Kurse für
der Weiterentwicklung von Lernkonzepten, so zum Deutsch und Englisch, sowohl allgemeinsprachli-
Beispiel durch praxisfeldorientierte und berufsbe- chen als auch fachsprachlichen Inhalts.
zogene Kompetenzvermittlung oder auch durch
die Entwicklung von Selbstlernprogrammen für Für die zielgerichtete Inhaltsbestimmung einzelner
Studierende. Kurse am Fachsprachenzentrum ist eine kalib-
rierte Einstufung der initialen Sprachkenntnisse
Grundsätze des Förderprogramms
essentiell. Einstufungstests werden gegenwärtig
Das Förderprogramm Leibniz-KIQS – Konzepte in den einzelnen Sprachen bzw. von einzelnen
und Ideen für Qualität im Studium dient der Lehrkräften nur isoliert durchgeführt; in vielen
Verbesserung des Studiums und der Studienbedin- Sprachen mit geringerer Nachfrage gar nicht.
gungen und damit der Erhöhung der Zufriedenheit Wenn Sprachstandsmessungen angeboten wur-
der Studierenden der Leibniz Universität Hannover den, dann handelt es sich häufig um individuell
mit ihren Lehr- und Lernumgebungen. Gefördert erstellte Papierversionen mit wenig scharfen
wird die Erprobung und Umsetzung innovativer Bewertungsmerkmalen, Einstufungsgespräche
Konzepte zur Verbesserung der Lehr- und Studien- oder frei verfügbare Sprachtests aus dem Internet.
qualität an den Fakultäten. Daher ist für das Fachsprachenzentrum zur
Niveaubestimmung von sowohl Kursteilnehmern
Wichtiges Kriterium für die Förderung ist der als auch Abschlusszertifikaten eine auf dem GER
innovative Gehalt des Vorhabens. Die Maßnahmen verankerte, kalibrierte individuelle und valide
sollen exemplarischen Charakter aufweisen und Sprachstandsmessung notwendig. Diese soll mit
innerhalb eines begrenzten Zeitraums (maximal der geförderten Maßnahme online durchgeführt,
12 Monate) umgesetzt und abgeschlossen sein. automatisiert bewertet werden und Kursbewer-
Die im KIQS-Förderportfolio bereitgestellten Mittel bern Zugang für die für sie relevanten sinnvollen
dienen der Entwicklungs- und Anschubfinanzie- Sprachniveaus ermöglichen.
rung; die Sicherstellung der Fortführung obliegt
der jeweiligen Einrichtung. Ein weiterer führender Nutzen dieses Instruments
ist die Analyse der Produktivität der verschiedenen
Begutachtungsverfahren
Kurs- und Lehrmethoden sowie ein genereller
Die Vorauswahl förderungsfähiger Anträge erfolgt Überblick über das durchschnittliche Sprachniveau
unter der Verantwortung der Vizepräsidentin für der Kursbewerber und damit auch die kontinu-
Lehre, Studium und Weiterbildung zweimal jähr- ierliche Anpassung der Kursstrukturen an die
lich, jeweils unmittelbar nach dem 15.5. und 15.11. tatsächlichen Sprachniveaus der Studierenden in
An der Beurteilung und Vorauswahl der Anträge verschiedenen Fakultäten.
und an der Erstellung einer Vorschlagsliste zu för-
dernder Projekte sind Studierendenvertreter betei- Wie bereits aktuell einbezogen, werden studenti-
ligt. Über die Anträge entscheidet das Präsidium. sche „Sprachassistenten“, zusätzliche Hilfskräfte
61 Dezentrale Maßnahmen

aber auch die Zielgruppe der Studierenden selbst 3. Anschaffung eines „Clicker“-Systems zur
mindestens am Qualitätskriterium der „Augen- in-time-Lernkontrolle
scheinvalidität“ (face validity) mitwirken können, Dr. Thomas Reinard, Institut für Pflanzengenetik
die bei der Testentwicklung den oft eingeschränk-
ten Blickwinkel der Unterrichtenden erweitert. Jeder Studierende erhält ein kleines Abstimmungs-
gerät. An verschiedenen Punkten der Vorlesung
2. Physikdidaktische Lehre mit Videoclips
kann die Dozentin oder der Dozent innehalten und
von Schulunterricht (PhyLe-Vips)
über eine „Abstimmung“ den soeben vermittelten
Prof. Dr. Maike Tesch, Institut für Didaktik der Lernstoff überprüfen.
Mathematik und Physik – AG Didaktik der Physik
Diese erfolgt über ein Multiple-Choice System in-
Das Projekt widmet sich der Weiterentwicklung klusive der Auswertung in Echtzeit. Auf diese Wei-
physikdidaktischer Veranstaltungen durch den Ein- se erhält der Studierende, aber auch die Dozentin
satz von Unterrichtsvideos von Physikschulstun- oder der Dozent, eine sofortige Rückmeldung über
den. Zu zentralen Themen der physikdidaktischen den Lernstand. Darüber hinaus sind auch kurze
Lehre, z. B. Aufgabenstellungen und Moderation Gruppenarbeiten (mehrere Studierende können für
von Schülerübungen, werden geeignete Physik- 60 Sekunden die Antwort untereinander diskutie-
schulstunden auf Video aufgezeichnet und für ren und dann wählen) möglich. Nachteilig ist, dass
Lehrveranstaltungen geeignet aufbereitet. Es wer- weniger Unterrichtsstoff durchgenommen werden
den physikdidaktische Lehrsequenzen, innerhalb kann (da die Abstimmungen Zeit kosten). Anderer-
derer diese Unterrichtsvideos eingesetzt werden, seits wirkt die Vorlesung lebendiger und sie kann
entwickelt und erprobt. Durch die Gestaltung kurzfristig auf den Lernstand der Studierenden
der Videoclips für die Lehre profitieren auch die angepasst werden.
nachfolgenden Jahrgänge, indem ihre Lehrveran-
staltungen mit diesen Praxisbeispielen gestaltet Beantragt und bewilligt wurden 2 Sets à 40 sowie
werden. Das Projekt findet in Kooperation mit 2 à 20 Clicker, die am Institut für Pflanzengene-
niedersächsischen Physikfachleiterinnen und -lei- tik in verschiedenen Vorlesungen und Übungen
tern statt und bietet so auch Anknüpfungspunkte eingesetzt werden.
für die Abstimmung der ersten und zweiten
Ausbildungsphase im Lehramt Physik. Im Rahmen
dieses Projektes werden auch zwei Masterarbeiten
absolviert.
Dezentrale Maßnahmen 62

4. Online-Unterstützung der grundständigen 5. Schreibwerkstatt


Ausbildung in Methoden der empirischen Dr. Hartmut Lehne, Wirtschaftswissenschaftli-
Sozialforschung che Fakultät; Dr. Ingo Bultmann, Philosophische
Prof. Dr. Christoph Bühler/Dipl.-Sozialwiss. Fakultät; Mirjam Reale, Zentrum für Schlüsselkom-
Torsten Koch, Institut für Soziologie petenzen (koordinierende Stelle)

Der Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften Schreiben ist eine zentrale Schlüsselkompetenz für


an der Leibniz Universität Hannover wird zurzeit Studium und Beruf. Ob Handout, Exposé, Paper
neu ausgerichtet. Zur Neuausrichtung gehört die oder wissenschaftliche Haus- und Abschlussarbeit,
Stärkung der Methodenausbildung ebenso wie die der Kern des Arbeitens im Rahmen des Hochschul-
Verbesserung des sozialwissenschaftlichen Praxis- studiums besteht im wissenschaftlichen Lesen und
bezugs in der Ausbildung. Das Modul „Einführung Schreiben. Genauso wichtig ist es, im Berufsleben
in die Methoden empirischer Sozialforschung“ durch treffende Formulierungen, packende Bot-
wird von ca. 110 Studienanfängern aus dem schaften und eine präzise Ausdrucksweise zu über-
Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften pro zeugen. Von der Betreffzeile und dem Inhalt einer
Semester besucht. Hinzukommen ca. 100 weitere E-Mail über Stilsicherheit beim Verfassen eines
Studierende des Bachelorstudiengangs Politikwis- Protokolls und Fachartikeln bis hin zum überzeu-
senschaften. genden Projektplan – der Erfolg im Berufsleben,
egal in welchem Bereich und in welcher Tätigkeit,
Eine Möglichkeit, das Vorgehen und die Logik der ist auch mit der Fähigkeit verbunden, sich schrift-
empirischen Sozialforschung zu veranschauli- lich gut und überzeugend ausdrücken zu können.
chen, besteht in der exemplarischen Behandlung Wer es in der gesamten Kommunikation und
wegweisender Forschungsprojekte. Hier spielen schriftlich gekonnt auf den Punkt bringen kann,
die Klassiker der empirischen Sozialforschung eine überzeugt bei Kollegen, Vorgesetzten und Kunden.
wichtige Rolle. Zu diesen Klassikern zählt auch
die Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal – ein Mit der Schreibwerkstatt soll das Schreiben als
Versuch über die Wirkungen lang andauernder eine zentrale Schlüsselkompetenz für Studium
Arbeitslosigkeit“ der Wiener Sozialforscher Paul F. und Beruf gefördert werden. Das Schreiben von
Lazarsfeld, Marie Jahoda und Hans Zeisel aus dem Hausarbeiten, Essays, Thesenpapieren, Referaten,
15
Vgl. Jahoda, M.; Lazarsfeld, P. & Jahr 1933.15 Es lag daher nahe, die Marienthal- Protokollen und Abschlussarbeiten begleitet die
Zeisel, H (1975): Die Arbeitslosen von studie als Grundlage zur Entwicklung eines neuen Studierenden während des gesamten Studi-
Marienthal. Ein soziographischer Ver- hochschuldidaktischen Angebots an die Studieren- ums. Das Konzept der Schreibwerkstatt basiert
such. Frankfurt am Main: suhrkamp. den zu machen. auf drei Angebotsformaten: 1. Seminare zum
Wissenschaftlichen Schreiben, 2. Individuelle
Das Projekt verfolgt zwei Ziele: 1. Auf der Grund- Schreibberatung/Offene „Schreib-Sprechstunde“,
lage eines bereits bestehenden Lehr-/Lernmoduls 3. Berufsbezogene Angebote (z. B. projektorien-
„Marienthal“ wird eine weiterentwickelte eLear- tiertes oder journalistisches Schreiben, Schreiben
ning-Plattform gemäß den veränderten Rahmen- für Lehrerinnen und Lehrer und Schreiben für die
bedingungen konsekutiver Studiengänge angebo- Wissenschaft).
ten, ausgebaut und intensiviert. Die Präsenzlehre
in der sozialwissenschaftlichen Methodenausbil- Das Ziel liegt in der Vermittlung von Schreibkom-
dung wird durch die Verstetigung multimediaba- petenz für Studium und Beruf. Die explizite Förde-
sierter Lehre und Weiterbildung unterstützt. 2. Das rung des wissenschaftlichen und berufsbezogenen
weiterentwickelte Lehr-/Lernmodul „Marienthal“ Schreibens ist in diesem Sinne ein Kernelement
erhält eine internationale Ausrichtung, indem es eines exzellenten Studiums, erhöht die Studier-
zweisprachig in Deutsch und Englisch angelegt fähigkeit und somit den Studienerfolg und trägt
wird. erheblich zur Qualität der Lehre bei.

Die Online-Unterstützung der grundständigen In Zusammenarbeit mit den Lehrenden und


Ausbildung in den Methoden der empirischen Instituten der Philosophischen und Wirtschafts-
Sozialforschung soll es ermöglichen, über ver- wissenschaftlichen Fakultät soll das Konzept der
stärkte Visualisierungstechniken, multimediale Schreibwerkstatt zunächst für die Studierenden
Elemente, Lehrtextangebote und aktivierende dieser Fakultäten konzipiert und angeboten
Lernformen (z.B. Quizaufgaben) die Lernaktivitäten werden. Das Angebot ist eine Unterstützung und
der Studierenden gezielt zu strukturieren und das Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten
Selbststudium zu unterstützen. Darüber hinaus ist der Fakultäten. Angestrebt ist nach erfolgreicher
die Aufzeichnung und Bereitstellung von Mediast- Evaluation der Maßnahme die Ausweitung des
reams (Ton und Video) zum Thema der Marienthal- Konzeptes auf andere Fakultäten und die Erweite-
studie geplant. rung des Angebots für alle Studierenden.
63 Dezentrale Maßnahmen

6. infoLOUNGE – Schaffung eines innovativen 7. Ausbau des Selbstlernprogramms


Arbeits- und Lernraums für Informatikstudierende „Psychologie für Lehramtstudierende“
Prof. Dr. Kurt Schneider, Fachgebiet Software Prof. Dr. Joachim Grabowski, Institut für Pädagogi-
Engineering sche Psychologie

In den Gründertagen der Informatik hatten Ein als Test-Version bereits vorhandenes multi-
Studierende keinen Zugang zu leistungsfähigen mediales Lernprogramm zum tutoriell begleiteten
Rechnern. Selbststudium für Lehramtsstudierende soll für die
fachlich-psychologischen Ausbildungserforder-
Die damals angelegten Rechnerräume an Univer- nisse thematisch ausgebaut und hinsichtlich der
sitäten waren unverzichtbar. Das hat sich in den multimedialen Möglichkeiten erweitert werden.
letzten Jahrzehnten grundlegend geändert: Die Angestrebt wird hierdurch eine nachhaltige
meisten Studierenden besitzen heute einen Laptop Verbesserung eines innovativen Lehrkonzeptes,
oder können ihn günstig leihen. Heute fehlt es welches in didaktischer wie kapazitativer Hinsicht
ihnen an Platz und Gelegenheit, Projektarbeiten flexibel einsetzbar ist: zur Förderung selbstregu-
im Team durchzuführen und sich – trotz aller lativer Lernprozesse der Studierenden sowie zur
virtuellen Möglichkeiten im Internet – auch in Aufrechterhaltung guter Studienbedingungen
Präsenztreffen auszutauschen – so, wie sie das im auch bei variierenden Studierendenzahlen.
zukünftigen Arbeitsleben tun sollen.
Die Maßnahme richtet sich auf die Qualität der
Die Informatik an der Leibniz Universität Hanno- Lehre in den Masterstudiengängen Lehramt an
ver hat sich daher entschieden, ihr Konzept der Gymnasien und Lehramt für Sonderpädagogik. An
Rechnerräume grundlegend zu überarbeiten und beiden Studiengängen ist das Institut für Päda-
den neuen Erfordernissen anzupassen. Dabei soll gogische Psychologie mit jeweils einem Pflicht-
aus zwei alten Rechnerpools ein neuer, wesent- modul „Psychologie in Erziehung und Unterricht“
lich leistungsfähigerer entstehen; und aus dem beteiligt, welches neben Überblicksvorlesungen
anderen soll ein Treff‐ und Arbeitsraum der neuen in Entwicklungspsychologie und Pädagogischer
Generation entstehen, die „InfoLOUNGE“. Dort gibt Psychologie jeweils vertiefende Seminare mit
es Unterstützung für Zusammenarbeit durch ge- pädagogisch-psychologischen Inhalten vorsieht.
eignete Infrastruktur und flexible Möblierung, aber Insgesamt werden vom Institut für Pädagogische
(fast) keine Computer. Hier werden neue Lehrkon- Psychologie pro Studienjahr 20 solcher Vertie-
zepte und Lehrveranstaltungen maßgeschneidert fungsseminare angeboten; damit lässt sich bis
unterstützt. Eigenverantwortung, Teamarbeit jetzt sicherstellen, dass für alle Studierenden
und dezente Technik im Hintergrund bereiten die hinreichend viele Seminarplätze zur Verfügung
Studierenden schon im Studium auf die neuen be- stehen, wobei die Seminargrößen gleichzeitig bei
trieblichen Realitäten vor. Das Gesamtkonzept und maximal 30 studentischen Teilnehmern gehalten
seine ambitionierte Umsetzung wird der Leibniz werden können.
Universität Hannover in der Informatikausbildung
ein Alleinstellungsmerkmal und den Studierenden Gleichwohl ist die studentische Auswahlmöglich-
einen erheblichen Startvorsprung verschaffen. keit trotz dieses breit gefächerten Angebots auch
jetzt schon dadurch maßgeblich eingeschränkt,
Prof. Kurt Schneider hat gemeinsam mit Stu- dass die Seminare überwiegend auf die zwischen
dierenden die Idee umgesetzt, Arbeitsräume den Unterrichtsfächern und dem bildungswissen-
zu schaffen, die sich an den Gepflogenheiten schaftlichen Bereich zur Vermeidung grundsätz-
großer Unternehmen orientieren. Die infoLOUNGE licher Überschneidungen vereinbarten Zeitslots
ermöglicht es den Studierenden, in wechseln- gelegt werden müssen; das bedingt gehäufte zeit-
den Teams an Projekten zu arbeiten, Vorträge zu liche Parallelangebote. In dieser Hinsicht bedeutet
üben oder gemeinsam zu lernen. Hierfür steht ein Lehrkonzept, welches die zeitlichen Möglich-
der Raum F 111 im Hauptgebäude der Leibniz keiten der Seminarteilnahme für diese Zielgruppen
Universität Hannover, Welfengarten1, mit etwa flexibilisiert, einen Zugewinn an Qualität für die
230 Quadratmetern und geeigneter Infrastruktur studentische Semesterwochenplanung.
zur Verfügung: flexible Möblierung, Smartboard
und die Möglichkeit, an jedem Arbeitsplatz einen Das Selbstlernprogramm umfasst eine exemplari-
Laptop anzuschließen. Es können dort gleichzeitig sche Auswahl der für die Zielgruppen relevanten
maximal 75 Studierende arbeiten. pädagogisch-psychologischen Themen und wurde
zur Erprobung in der Lehre bereits eingesetzt. Die
dabei gewonnenen Erfahrungen können neben
den notwendigen fachlich-inhaltlichen und
Dezentrale Maßnahmen 64

didaktischen Ergänzungen den Ausbau zu einer Studierende eine wichtige Hilfestellung sein und
Voll-Version leiten. Generell hat sich bislang ge- in ausgewählten Lehrveranstaltungen sowohl den
zeigt, dass die Lernform ihrer Neuartigkeit wegen studentischen Lernprozess als auch die Lehrenden
zunächst zwar zögerlich, dann aber mit praktisch unterstützen.
hundertprozentiger Durchhaltequote angenom-
men und von den teilnehmenden Studierenden Im Rahmen dieses KIQS-Projektes sollen im
überwiegend als positiv und motivierend beurteilt Bachelorstudiengang Geodäsie und Geoinfor-
wird. matik gezielt die in den ersten beiden Semestern
angesiedelten Lehrveranstaltungen „Einführung
Wenn man moderne Begrifflichkeiten der Lehr- in das Programmieren I+II“ und „Grundlagen der
Lern-Forschung zur Anwendung bringen möchte, Geodäsie“ unterstützt werden. Studienanfänger
umfasst das Lehrkonzept Elemente des distance lernen hier die Grundzüge der objektorientieren-
learning (Selbstlernprogramm) und des eLearning den Programmierung mit der Entwicklungsum-
(Diskussionsforum) in einer multimedial konzipier- gebung Visual Studio sowie das Programmpaket
ten, aber lokalen (d. h. nicht online-interaktiven) Matlab kennen, das für numerische Simulation
Lernumgebung. sowie Datenerfassung, Datenanalyse und -auswer-
tung genutzt wird. Erfahrungen und Evaluationen
8. Lernunterstützung durch Screencasts weisen auf Optimierungsbedarf hin, da bei einer
und Tutorials (LST) Reihe von Studierenden schon in der Anfangspha-
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Müller, Fachgruppe Geodäsie se Defizite vorhanden sind. Dies ist zu verbessern,
und Geoinformatik da in beiden Lehrveranstaltungen für das gesamte
Studium wesentliche Inhalte und Kenntnisse
Das Projekt widmet sich der spezifischen Unter- vermittelt werden.
stützung der Studierenden in den ersten Semes-
tern des Bachelorstudiengangs „Geodäsie und In Absprache mit den Lehrenden und Übungslei-
Geoinformatik“, richtet sich aber auch an externe tern sollen hierfür übungsbegleitend Screencasts
und ausländische Studierende im ersten Mas- erstellt werden, die, über die Homepage und
tersemester. Die Grundidee des Projekts besteht Stud.IP zur Verfügung gestellt, Lehrinhalte und
darin, mit sogenannten Screencasts Wissen zur Lerneffekte nochmals hervorheben. Gleichzeitig
Verfügung zu stellen, um Studienanfängern ein soll ein Pool an Screencasts aufgebaut werden,
selbstgesteuertes Lernen zuermöglichen. der nicht nur für Studienanfänger hilfreich sein
wird. Auch Studierenden von anderen Universi-
Screencasts sind kurze, webtaugliche Filme, die täten oder Fachhochschulen, die ein Masterstu-
die Abläufe bei der Verwendung von Software am dium innerhalb der Fachrichtung Geodäsie und
Computer wiedergeben, indem das Vorgehen auf Geoinformatik beginnen oder einen Fachwechsel
dem Bildschirm aufgezeichnet wird. Der wesentli- vollzogen haben und bestimmte Vorkenntnisse
che Vorteil liegt darin, dass die vermittelten Inhalte nicht mitbringen, wird so die Möglichkeit gegeben,
stets verfügbar und abrufbar sind. Mit Audiokom- selbstgesteuert Lücken zu schließen.
mentaren aufbereitet und über das Internet zu-
gänglich gemacht, können solche Screencasts für
65 Dezentrale Maßnahmen

Zusätzlich zu den beiden Lehrveranstaltungen Mit der Vortragreihe sind vier Ziele verbunden: 1.
sollen den Studierenden in einem dritten Themen- informieren über Berufsfelder für Politikwissen-
bereich Screencasts zur Verfügung gestellt werden, schaftlerinnen und -wissenschlaftlern, 2. Impulse
die relevante Informationen im Umgang mit vermitteln für die individuelle Studienplanung
Computern vermitteln. Hierbei soll der Fokus auf (Profilbildung, Praktika, Schlüsselkompetenzen,
Studienstrategien im Allgemeinen (z. B. Textdoku- Auslandsstudium), 3. die Hochschule mit der
mente strukturieren, Literaturdatenbanken anlegen außeruniversitären Berufswelt vernetzen sowie
und administrieren, Präsentationen anfertigen) Kontakte mit Absolventen knüpfen und pflegen,
gerichtet werden. 4. Impulse bekommen für die Weiterentwicklung
der Bachelor- und Masterstudiengänge im Hinblick
Durch diese Maßnahmen soll Studienanfängern auf „Employability“.
im Bachelor und/oder Master ein gelungener
Studienstart ermöglicht und frühzeitig Freude 10. Gemeinsam lernen – Seminare unter
am Programmieren geweckt werden. Ihnen soll Beteiligung von Menschen mit geistiger
schon eingangs das notwendige Handwerkszeug Behinderung
mitgegeben bzw. die Möglichkeit geboten werden, Prof. Dr. Bettina Lindmeier, Institut für Sonder-
Grundkenntnisse schnell und selbstständig zu pädagogik
erlangen, um ein Ingenieurstudium erfolgreich
zu bestehen. Gleichzeitig soll eine Sammlung Den Kern der geplanten Maßnahme bilden Semi-
von Screencasts erstellt werden, auf die Lehren- nare, an denen Menschen mit geistiger Behinde-
de verweisen können und Studierende auch zu rung als aktive Teilnehmer beteiligt sind. Für die in
einem späteren Zeitpunkt immer wieder zugreifen ein Gesamtkonzept eingebetteten Lehrveranstal-
können. Dies soll im günstigsten Fall auch zu einer tungen werden spezifische, auch über die Maß-
Verringerung der Abbrecherquote führen. Das nahme hinaus einzusetzende Materialien erstellt.
Projekt kann Pilotcharakter in der Nutzung neuer Das Projekt ist unter Beteiligung von Studierenden
Lehrmethoden für die ganze Leibniz Universität entstanden und ist eingebettet in ein Lehrkonzept,
Hannover haben. das über zwei Studiensemester angelegt ist.

9. Berufsperspektiven für Politikwissen- Das Rahmenthema „Selbstbestimmt leben trotz


schaftlerinnen und Politikwissenschaftler: Behinderung?“ ist so gewählt, dass es den be-
Vortragsreihe von Absolventinnen und hinderten Menschen ermöglicht, sich mit ihren
Absolventen für Studierende Lebenserfahrungen als Experten einzubringen.
Da nur sie die Situation des Lebens mit Behin-
Dr. Stefan Plaß, Institut für Politische Wissenschaft
derung und die damit verbundenen Erfahrungen
von Abhängigkeit und Diskriminierung kennen,
Mit der Einführung der Bachelor- und Master-
können sie Informationen geben, die Menschen
studiengänge sind die Hochschulen bzw. die
ohne Behinderung verschlossen bleiben, und damit
Lehreinheiten weitaus stärker als früher gefordert,
wertvolle und einzigartige Lernerfahrungen auf
Studium und Beruf im Blick zu haben. Insbeson-
Seiten der Studierenden ermöglichen.
dere an die geistes- und sozialwissenschaftlichen
Fächer wird von Studierenden der Wunsch gerich-
Sie können daher zu den Seminarinhalten Bei-
tet, auf berufliche Perspektiven hinzuweisen und
träge leisten, die zwar anders als diejenigen der
berufliche Einstiegsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Studierenden sind, aber gleichwertig, da sie für
das Seminarergebnis ebenso wichtig sind wie die
Das Projekt umfasst die Planung, Durchführung
Beiträge der Lehrenden und Studierenden. Für
und Evaluation einer Vortragsreihe von Absolven-
die Studierenden ist so ein Perspektivenwechsel
tinnen und Absolventen hiesiger politik- und sozi-
möglich, durch den sie Menschen mit Behinde-
alwissenschaftlicher Studiengänge für Studierende
rung nicht nur als Hilfeempfänger wahrnehmen,
im Fach Politikwissenschaft. Pro Vortragsveran-
sondern zugleich als kompetentes Gegenüber.
staltung werden je zwei Referenten aus einem
Dadurch leisten die geplanten Seminare in
größeren Berufsfeld eingeladen, die im Anschluss
einer qualitativ anderen Weise einen Theorie-
an die Vorträge stattfindenden Diskussionen
Praxistransfer, als das in der Regel in Seminaren
moderieren die Projektmitarbeiterinnen und Pro-
und Praktika möglich ist. Weil auf Grund gesetz-
jektmitarbeiter. Die vorzustellenden Berufsfelder
licher Veränderungen die individuelle Beratung
sind: 1. Verbände, Vereine, Politik und Nichtregie-
und Begleitung von Menschen mit Behinderung
rungsorganisationen, 2. Medien, Stiftungen und
zunehmend Gewicht erhält, stellt die Einübung des
Kultureinrichtungen, 3. Internationale Organisatio-
gleichberechtigten Umgangs mit ihnen zudem eine
nen und Auswärtiger Dienst.
wichtige Berufsqualifikation dar.
Dezentrale Maßnahmen 66

11. AOrtA – Arbeitsraum und Ort des 12. Förderung der professionsbezogenen
Austausches für Studierende der Geographie Reflexionskompetenz
Dr. Daniel Schiller, Institut für Wirtschafts- und Konzeption, Entwicklung und Implementierung
Kulturgeographie eines Lehrerbildungsportfolios „The Leibniz
Teacher’s Portfolio (LePOSTEL)“ für Studierende
Ziel des Projekts ist die Einrichtung von studenti- des fächerübergreifenden Bachelorstudiengangs
schen Arbeitsräumen in den Räumen der Biblio- und des Masterstudiengangs Lehramt an Gym-
thek der Geographischen Institute im Gebäude nasien, Fach Englisch
Schneiderberg 50. Der AOrtA fügt sich dabei in das
Prof. Dr. Rita Kupetz, Englisches Seminar
bestehende Arbeits- und Sozialraumkonzept der
Geographischen Institute ein. Arbeitsräume für
Im „Leibniz Teacher’s Portfolio (LePOSTEL)“ sollen
Gruppen von zwei bis sechs Personen existierten
die Studierenden ihren Kompetenzerwerb und
für Studierende der Geographie jedoch bislang
Zuwachs der interkulturellen kommunikativen
nicht. Die geförderte Maßnahme AOrtA soll daher
sowie der spezifischen fachdidaktischen und me-
die direkt in den Instituten gelegenen Arbeits-
thodischen Kompetenzen während ihres Studiums
und Lernmöglichkeiten für die Studierenden der
dokumentieren und diesen Professionalisierungs-
Geographischen Institute verbessern. Durch die
prozess reflektieren. Im Rahmen der geförderten
Schaffung eines neuen Arbeitsraumes wird das
Maßnahme werden Lernmodule entwickelt, die ein
räumliche Angebot für selbstorganisiertes Lernen
bereits vorhandenes Portfolio aus dem „Assis-
direkt in den Instituten erheblich verbessert.
tant Teacher“- Modul aufgreifen und ausbauen.
Darüber hinaus werden im Geographie-Studium
Diese sollen für die Didaktik-Lehrveranstaltungen
eine Vielzahl von Prüfungs- und Studienleis-
entstehen, langfristig zur Verfügung stehen und
tungen durch Gruppenreferate und Projektar-
helfen, dass Lehramtsstudierende frühzeitig
beiten erbracht, die einen besonderen Bedarf an
Kompetenzen zur Implementierung des Europä-
Gruppenarbeitsplätzen erzeugen. Durch eine hohe
ischen Portfolios der Sprachen (ESP) an Schulen
Anzahl von Studierenden und damit potenziellen
entwickeln. Ab Sommersemester 2012 werden die
Nutzern in der Geographie (ca. 600 Studierende)
„Portfolio-Bausteine“ in einer Pilotphase in die
ist eine gute Auslastung der Räume gesichert.
Lehre integriert.
Durch das Einrichten sowohl von Einzel- als auch
von Gruppenarbeitsplätzen wird den individuellen 13. Aufbau einer Sprachtherapeutischen Lehr-
Lernpräferenzen der Studierenden und den durch Lern-Ambulanz für den B.A. Sonderpädagogik,
das Studium gestellten jeweiligen Arbeitsanforde- den M.A. Sonderpädagogik und Rehabilita-
rungen Rechnung getragen. tionswissenschaften und M.Ed. Lehramt für
Sonderpädagogik
Der innovative Charakter des Projekts „AOrtA“
Prof. Dr. Ulrike Lüdtke, Institut für Sonderpäda-
besteht aus den folgenden Elementen: 1. Erst-
gogik
malige Schaffung von Gruppenarbeitsplätzen
und verlässlichem Zugang zu PC-Arbeitsplätzen
Die Abteilung Sprach-Pädagogik und –Therapie
für Studierende der Geographie in unmittelbarer
des Instituts für Sonderpädagogik baut mit der
Institutsnähe, 2. Kombination der Gruppen- und
geförderten Maßnahme seit 01.01.2012 eine
Stillarbeitsplätze mit der institutseigenen Biblio-
Sprachtherapeutische Lehr-Lern-Ambulanz auf,
thek ermöglicht direkten Zugang zu wissenschaft-
die für alle drei sonderpädagogischen Studiengän-
lichen Zeitschriften, Büchern und Handapparaten
ge eine Verknüpfung von Theorie und Praxis im
zu Lehrveranstaltungen, 3. die Integration von
Rahmen der universitären Lehre ermöglichen soll.
studentischen Hilfskräften in das Konzept bietet
Zu diesem Zweck wird die Ambulanz einerseits den
zusätzliche Unterstützung der Studierenden bei
Studierenden die Möglichkeit bieten, im Prozess
fachlichen Fragen. Die Einrichtung von ad-hoc-
der Diagnostik, Therapie und Beratung von Kin-
Tutorien und Hilfe bei der wissenschaftlichen
dern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Sprach-,
Recherche sind einige Beispiele dieses Zusammen-
Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen die in der
spiels, 4. der bereits vorhandene „Studi-Coach“
Lehre vermittelten Inhalte mit wertvollen Praxisin-
erhält einen Raum, in dem er für Studierende
halten und -erfahrungen anzureichern. Anderer-
ansprechbar ist, 5. Dozierende, insbesondere die
seits entsteht eine universitäre Praxiseinrichtung,
Fachberater der Teilbereiche der Geographie,
die ein Therapieangebot für die o. g. Patientinnen
werden sich zu bestimmten Zeiten in diesem Raum
und Patienten vorhält. In Form von Hospitatio-
aufhalten und verbessern damit die Möglichkei-
nen, Therapiedurchführungen unter Supervision
ten der Studierenden, Beratung in Anspruch zu
sowie Fallbesprechungen wird den Studierenden
nehmen und Feedback zu aktuellen Entwicklungen
des Bachelorstudiengangs Sonderpädagogik, des
zu geben.
Masterstudiengangs Lehramt für Sonderpädagogik
sowie des Masterstudiengangs Sonderpädagogik
67 Dezentrale Maßnahmen

und Rehabilitationswissenshaften eine stringente richt etc.) mit direktem Praxisbezug ermöglicht.
Verknüpfung von Theorie und Praxis sowie eine Für den Erhalt des Zertifikats besuchen die
optimale Vorbereitung auf den Berufseinstieg Studierenden mindestens vier Lehrveranstaltungen
geboten. Die Ambulanz ist als eine eigenständige, erfolgreich und schreiben einen Reflexionsbericht.
vom Spitzenverband der gesetzlichen Kranken-
kassen (GKV) zugelassene Sprachtherapeutische Projektverantwortlich sind das Zentrum für Leh-
Praxis konzipiert, in der die Kosten für Behandlun- rerbildung (ZfL) sowie das Zentrum für Schlüs-
gen durch die Krankenkassen getragen werden, selkompetenzen (ZfSK), beide Bestandteile der
d. h. die Praxiseinrichtung finanziert sich nach Zentralen Einrichtung Lehre, Studium und Weiter-
ihrer Einrichtung eigenständig. Zu diesem Zweck bildung. ZfL und ZfSK werden in Rücksprache mit
sind Kooperationen mit der Medizinischen Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schü-
Hochschule Hannover (MHH), mit Kooperations- lern sowie Studierenden diejenigen Kompetenzen
Praxen und anderen Institutionen (Kindergärten, identifizieren, die für die erfolgreiche Gestaltung
Schulen etc.) aus Hannover und Umgebung sowie der beruflichen Praxis von Lehrkräften benötigt
Beratungsangebote in inklusiven Kontexten für werden. Es sollen die Dozentinnen und Dozenten
Lehrkräfte, Teams und Schulen aus dem Förder- aus der Berufspraxis gewonnen werden, die diese
schwerpunkt Sprache geplant. Themen für die Studierenden im fächerübergrei-
fenden Bachelorstudiengang aufbereiten.
14. Zertifikat „Schulpraxis“- Mehr Praxis im
Lehramtsstudium 15. Einführung und Evaluation von
Zentrale Einrichtung Lehre, Studium und Weiter- professionellem Videofeedback in der Lehre an
bildung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der
Leibniz Universität Hannover
Das Zertifikat „Schulpraxis“ wendet sich zunächst Prof. Dr. Michael H. Breitner, Institut für Wirt-
an Studierende des Fächerübergreifenden Bache- schaftsinformatik
lorstudiengangs ab dem 4. Semester mit dem Ziel,
ins Lehramt zu gehen. Das Angebot soll im Rah- Durch die systematische Befragung (offene und
men dieser KIQS-Maßnahme zunächst für maximal geschlossene Fragen) der Studierenden (Wirt-
80 Studierende vorgehalten werden, bei Erfolg und schaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieur,
Nachfrage der Studierenden kann es nach dem evtl. MBA/GISMA) sollen die Erkenntnisse zum
Förderjahr erweitert werden. Videofeedback in der Hochschullehre weiter
abstrahiert und generalisiert werden und es sollen
Zu dem Zertifikat gehören Lehrveranstaltungen konkrete Handlungsempfehlungen und -strate-
mit Themen, die im alltäglichen Lehrerhandeln und gien herausgearbeitet werden. Insbesondere wird
darüber hinaus in der Schulentwicklung eine Rolle erwartet, dass sich durch zwei weitere Runden
spielen und somit auf die spätere Lehrtätigkeit Videofeedback für möglichst viele Lehrende weite-
vorbereiten. Durch die themenzentrierte Auswahl re signifikante Verbesserungen in der Interaktion
wird eine intensive Auseinandersetzung mit einer zwischen Lehrenden und Studierenden entwickeln.
gewählten Thematik (z.B. Diversität an Schulen, Ferner sollen Austausch und Kooperation mit
Berufsorientierung an der Schule, Gewaltbereit- der zentralen eLearning Service Abteilung (elsa,
schaft an Schulen, Neue Medien im Schulunter- Zentrale Einrichtung für Lehre, Studium und Wei-
Dezentrale Maßnahmen 68

terbildung/ZEL) und dem Projekt „Tutorenschulung 17. Interaktive Vorlesung: Feedback für
und Materialienentwicklung im Physik-Praktikum“ Studierende und Lehrende
(Institut für Didaktik der Mathematik und Physik) Dr. Marc Krüger, eLearning Service Abteilung (elsa)
intensiviert werden: dadurch werden wertvolle
neue Impulse für die ganze Leibniz Universität In der Hochschuldidaktik hat sich in den vergange-
Hannover erwartet. Weitergeführt werden sollen nen Jahren ein Ansatz verbreitet, der die stärkere
die erfolgreich evaluierte Weiterbildung zum Vide- Einbindung von Studierenden in die Vorlesung
ofeedback sowie die intensive und enge Supervisi- forciert. Dies wird als „Interaktive Vorlesung“
16
Vgl.: Brehm, J., Steinberg, M. on der bereits im Videofeedback Ausgebildeten. bezeichnet.16 Hierbei werden während der Lehr-
(2007): Die interaktive Vorlesung veranstaltung in regelmäßigen Abständen (2–3
16. Juristische Lernunterstützung durch ein
„Einführung in Betriebssysteme“. In: mal pro 90 Minuten) Fragen gestellt, die mittels
AudioVisuelles eLearning-System mit 50 Fällen
Krüger, M., Holdt, U.: Neue Medien in Antwortwahlverfahren (z.B. Multiple-Choice) von
(LAVES 50)
Vorlesungen, Seminaren & Projekten den Studierenden zu beantworten sind. Diese
an der Leibniz Universität Hanno- Prof. Dr. Nikolaus Forgó, Institut für Rechtsinfor- Fragen prüfen das Verständnis der vorgetragenen
ver. Shaker Verlag, Aachen. Online: matik Lerninhalte und geben zweierlei Feedback: Erstens
http://www.gbv.de/dms/ilmenau/ können die Studierenden für sich überprüfen, ob
toc/551071575.PDF. Durch LAVES 50 werden die 50 wichtigsten Fälle sie die Lerninhalte verstanden haben. Zweitens
und Fallfragen im Zivilrecht, im Strafrecht sowie kann der Lehrende prüfen, ob seine Ausführungen
im Öffentlichen Recht durch Lehrende der Juristi- verstanden wurden. Dabei geht es in erster Linie
schen Fakultät aufbereitet, als Video aufgezeichnet um eine Überprüfung des Verständnisses der
und den Studierenden in digitalisierter Form, mit Lerninhalte im Lernprozess bei den Studierenden,
Testfragen, zur Verfügung gestellt. Den Studieren- um ihnen Feedback beim Verstehen zu geben. Die
den wird bei jedem Fall ein, allenfalls in mehrere Beantwortung der Fragen ist deswegen anonym.
Kapitel à 3–5 Minuten, geteilter Film zur inhalt-
lichen Problematik präsentiert. Daran schließen Ziel der geförderten Maßnahme ist es, ein Web‐
sich Testfragen an, die unmittelbar beantwortet basiertes „Audience-Response-System (ARS)“ zu
werden. Die Antworten führen zu einem diffe- testen, mit dem die Antworten der Studierenden
renzierten Videofeedback der Dozentin oder des unkompliziert erfasst werden können. Web-basier-
Dozenten. Dadurch wird ein zusätzliches Angebot te ARS ermöglichen es, eine Interaktive Vorle-
geschaffen, welches den Studierenden die Mög- sung mit den eigenen internetfähigen mobilen
lichkeit eröffnet, studienrelevante Fälle zeit- und Endgeräten der Studierenden durchzuführen. Die
ortsungebunden, spielerisch zu erschließen. Dazu Studierenden erhalten eine Web-Adresse auf der
wird auf durch das Institut für Rechtsinformatik sie einfach abstimmen können. Die Bedienung ist
bereits entwickelte Technologie, insbesondere auf dabei sowohl für den Lehrenden als auch für die
einen eigens programmierten Player zurück ge- Studierenden einfach und selbsterklärend und
griffen, welcher den Studierenden die Möglichkeit beseitigt die Nachteile hoher Kosten und des logis-
gibt, zwischen einzelnen Themen- und Frageblö- tischen Aufwands, die beispielsweise bei ARS mit
cken zu springen. Dieser soll im Zuge von LAVES mobilen Eingabegeräten entstehen. Für zwei Se-
50 ferner weiterentwickelt und auf die speziellen mester soll daher das web-basierte ARS „eduVote“
Bedürfnisse des Videofeedbacks des Fragekatalogs (http://www.eduvote.de) interessierten Lehrenden
zugeschnitten werden. Die technischen und orga- der Leibniz Universität Hannover bereitgestellt
nisatorischen Abläufe der Produktion sind bereits werden, um die Akzeptanz des didaktischen An-
definiert, auf bisherige Aktivitäten und Erfahrun- satzes „Interaktive Vorlesung“ bei Lehrenden und
gen im Bereich des eLearning kann zurückgegrif- Studierenden zu erfassen.
fen werden; so bietet das IRI etwa seit Längerem
erfolgreich die gesamte Vorlesung zur Juristischen
Methodenlehre als Videoaufzeichnung an.
Qualitätsmanagement
in Studium und Lehre
Impressum
Bericht über die qualitätsverbessernden
Maßnahmen in Studium und Lehre

Herausgeberin
Die Vizepräsidentin für Lehre, Studium
und Weiterbildung

Redaktion
Dr. Susanne Jaudzims

Layout und Satz


herrstratmann.de

Bildnachweis
Titelbild, S. 61: Hochschulbüro für Internationales
der Leibniz Universität Hannover
S. 5, 6, 10, 17, 25, 30, 45, 64, 67, 69: Referat für
Kommunikation und Marketing der Leibniz
Universität Hannover
S. 52, 59: Hr. Küstner, Referat für Kommunikation
und Marketing der Leibniz Universität Hannover
S. 9, 22: Christian Malsch/elsa
S. 39: Martin Stratmann/elsa
S. 50: photocase/Gortincoiel

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