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Historische Zeitzeugen Über Die Essener

Flavius Josephus, Jüdische Kriege, 2. Buch, ab Kapitel 8


„Es gibt nämlich bei den Juden drei Arten von philosophischen Schulen; die eine
bilden die Pharisäer, die andere die Sadduzäer, die dritte, welche nach besonders
strengen Regeln lebt, die sogenannten Essener. Die letzteren sind ebenfalls geborene
Juden, aber untereinander noch mehr als die anderen durch Liebe verbunden
(Johannes 13:34, 1.Johannes 2:7-11).

"Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch
geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen,
dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." Johannes 13:34

"Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis. Wer
seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und durch ihn kommt niemand zu Fall. Wer
aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und
weiß nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet."
1.Johannes 2:7-11

Die sinnlichen Freuden meiden sie wie die Sünde, und die Tugend erblicken sie in
Enthaltsamkeit und Beherrschung der Leidenschaften und Begierden (Jakobus 1:14-
15; 1.Petrus 1:14-15; Kolosser 3:5).

"Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seiner eigenen Begierde gereizt und
gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde
aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod." Jakobus 1:14-15

"Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, in denen ihr früher in
eurer Unwissenheit lebtet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt
auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben (3. Mose
19,2): Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig." 1.Petrus 1:14-15

"So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche
Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist." Kolosser 3:5
Über die Ehe denken sie gering (Matthäus 19:1-12), dagegen nehmen sie fremde
Kinder auf (Matthäus 18:5), so lange dieselben noch in zartem Alter stehen und
bildungsfähig sind, halten sie wie ihre Angehörigen und prägen ihnen ihre Sitten ein.
Doch wollen sie damit die Ehe und die Erzielung von Nachkommenschaft durch
dieselbe nicht gänzlich aufheben, sondern sich nur vor den Ausschweifungen der
Weiber sichern, da sie glauben, dass kaum eines derselben dem einen Gatten die
Treue bewahre.

"Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dieses Kind, der ist der Größte im
Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt
mich auf." Matthäus 18:4-5

Außerdem gibt es nun noch einen zweiten Zweig der Essener, der in Lebensart,
Sitten und Gebräuchen mit dem anderen ganz überein stimmt, in der Ansicht über
die Ehe dagegen von ihm abweicht. Sie glauben nämlich, dass die, welche nicht in
die Ehe träten, den wichtigsten Lebenszweck, die Erzielung von Nachkommenschaft,
außer acht ließen, oder vielmehr, dass, wenn alle so dächten, das ganze
Menschengeschlecht in kürzester Zeit aussterben müsse. Doch erproben sie die
Bräute drei Jahre lang, und wenn sie nach dreimaliger Reinigung deren Fähigkeit,
Kinder zu gebären, erkannt haben, nehmen sie dieselben zur Ehe. Während der
Schwangerschaft enthalten sie sich des Beischlafes zum Beweise, dass sie nicht aus
Wollust, sondern um Kinder zu erzielen geheiratet haben.

"Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht,
und heiratet eine andere, der bricht die Ehe. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Steht
die Sache eines Mannes mit seiner Frau so, dann ist's nicht gut zu heiraten. Er sprach
aber zu ihnen: Dies Wort fassen nicht alle, sondern die, denen es gegeben ist. Denn
es gibt Verschnittene, die von Geburt an so sind; und es gibt Verschnittene, die von
den Menschen verschnitten worden sind; und es gibt Verschnittene, die sich selbst
verschnitten haben um des Himmelreiches willen. Wer es fassen kann, der fasse es!"
Matthäus 19:1-12

Den Reichtum verachten sie (Matthäus 19:23-24; Lukas 6:24-25, 18:18-30), und
bewundernswert ist bei ihnen die Gemeinschaft der Güter, sodass man niemand
unter ihnen findet, der mehr besäße als die anderen (Apostelgeschichte 2:44-45,
4:32-35).
"Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird
schwer ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein
Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme."
Matthäus 19:23-24

"Weh euch Reichen; denn ihr habt euren Trost schon gehabt." Lukas 6:24

"Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du
einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! Als er das hörte,
wurde er traurig; denn er war sehr reich. Da aber Jesus sah, dass er traurig
geworden war, sprach er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! Denn
es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das
Reich Gottes komme. Da sprachen, die das hörten: Wer kann dann selig werden? Er
aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Da
sprach Petrus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt.
Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau
oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlässt um des Reiches Gottes willen, der es
nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der kommenden Welt das ewige
Leben." Lukas 18:18-30

Es besteht nämlich die Vorschrift, dass jeder, der der Sekte beitreten will, sein
Vermögen der Gesamtheit abtreten muss, und so bemerkt man durchgehends
weder niedrige Armut noch übermäßigen Reichtum, sondern alle verfügen wie
Brüder über das aus dem Besitztum der einzelnen Ordensmitglieder gebildete
Gesamtvermögen.

"Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge
gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem
es einer nötig hatte." Apostelgeschichte 2:44-45

"Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte
von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und
mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große
Gnade war bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn
wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das
Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er
nötig hatte." Apostelgeschichte 4:32-35
Öl halten sie für Schmutz (Micha 6:6-8), und wenn einer wider seinen Willen gesalbt
worden ist, so wischt er seinen Körper ab. Denn eine rauhe Haut zu haben, gilt ihnen
für ebenso ehrenvoll, als beständig in weißen Gewändern einher zu gehen. Die
Verwalter des gemeinsamen Vermögens werden durch Stimmenmehrheit gewählt,
und jeder ohne Unterschied muss sich zu Dienstleistungen für die Gesamtheit bereit
finden lassen.

"Womit soll ich mich dem HERRN nahen, mich beugen vor dem Gott in der Höhe? Soll
ich mich ihm mit Brandopfern nahen, mit einjährigen Kälbern? Wird wohl der HERR
Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich
meinen Erstgeborenen für meine Übertretung geben, meines Leibes Frucht für meine
Sünde? Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert:
nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott."
Micha 6:6-8

Sie haben keine eigene Stadt, sondern in jeder wohnen ihrer viele.
Ordensangehörigen, die anderswoher kommen, steht alles, was sie bei ihren
Genossen finden, wie ihr eigener Besitz zur Verfügung, und bei Leuten, die sie nie
zuvor gesehen, treten sie ein, als wären es vertraute Freunde von ihnen. Deshalb
nehmen sie auch auf die Reise durchweg nichts anderes mit als Waffen zum
Schutze gegen die Räuber (Matthäus 10:9-11; Lukas 22,35-36).

"Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine
Tasche für den Weg, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken.
Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert." Matthäus 10:9-10

"Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche
und ohne Schuhe, habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nein, keinen. Da sprach
er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch
eine Tasche, und wer's nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert."
Lukas 22:35-36

In jeder Stadt ist ein Beamter eigens für die Fremden angestellt, um sie mit
Kleidung und allen anderen Bedürfnissen zu versehen. In ihrem Anzug und ihrer
ganzen äußeren Erscheinung machen sie den Eindruck von Knaben, welche noch
unter der Zuchtrute ihrer Lehrmeister stehen. Kleider und Schuhe wechseln sie nicht
eher, als bis sie gänzlich zerfetzt oder durch langen Gebrauch verschlissen sind.
Untereinander kaufen und verkaufen sie nichts, sondern ein jeder gibt von seinem
Eigentum dem anderen, was dieser nötig hat, und empfängt umgekehrt von ihm
das, was er selbst brauchen kann. Ja, sogar ohne alle Gegenleistung kann jeder von
einem beliebigen Ordensgenossen das Nötige beanspruchen.

Auf eine eigentümliche Art verehren sie die Gottheit. Bevor nämlich die Sonne
aufgeht, sprechen sie kein unheiliges Wort, sondern sie richten an das Gestirn
gewisse altherkömmliche Gebete, als wollten sie den Aufgang der Sonne erflehen.
Hierauf werden sie von den Vorstehern zu dem Tagewerk entlassen, auf das ein
jeder von ihnen sich versteht. Wenn sie sodann bis zur fünften Stunde fleißig
gearbeitet haben , kommen sie wieder an einem bestimmten Ort zusammen,
schürzen ein linnenes Tuch um und waschen sich den Leib in kaltem Wasser. Nach
dieser Reinigung begeben sie sich in ein besonderes Gebäude, das kein Angehöriger
einer anderen Sekte betreten darf, und versammeln sich hier, gereinigt, als ginge es
in ein Heiligtum, im Speisesaal. Dort setzen sie sich in aller Ruhe nieder, und es legt
alsdann der Bäcker ihnen der Reihe nach Brote vor während der Koch jedem eine
Schüssel mit einem einzigen Gericht aufträgt. Ehe das Mahl beginnt, spricht der
Priester ein Gebet, und vor dem Gebet darf niemand etwas verzehren. Nach dem
Mahle betet er wiederum, sodass zu Anfang und zu Ende desselben Gott als der
Spender der Nahrung geehrt wird. Nachdem sie sodann ihre gleichsam heiligen
Kleider abgelegt haben, begeben sie sich wieder an ihre Arbeit bis zur
Abenddämmerung. Hierauf kehren sie zurück und speisen auf dieselbe Weise; sind
zufällig Fremde da, so nehmen diese am Mahle teil. Weder Geschrei noch sonstiger
Lärm ist in ihrem Haus anzutreffen, sondern jeder lässt den anderen ausreden bevor
er etwas sagt. Auf Außenstehende macht mag diese Stille den Eindruck eines
schauerlichen Geheimnisses erwecken, doch hat die Ruhe ihren Grund nur in der
beständigen Nüchternheit der Ordensmitglieder, die Speise und Trank nicht weiter
als bis zur Sättigung gemessen (Lukas 21:34).

"Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und
Saufen und mit täglichen Sorgen und dieser Tag nicht plötzlich über euch komme wie
ein Fallstrick." Lukas 21:34

Nichts tun die Essener ohne ausdrücklichen Befehl ihrer Vorsteher, und nur in zwei
Dingen besitzen sie völlige Freiheit, in Hilfeleistung nämlich und in Ausübung der
Barmherzigkeit (Matthäus 5:7).

"Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." Matthäus
5:7
So ist es jedem erlaubt, Unterstützungsbedürftigen zu helfen (5.Mose 15:11), wenn
sie dessen würdig sind, und den Bedürftigen Nahrung zu reichen. An Verwandte
jedoch darf ohne Erlaubnis der Vorsteher nichts verschenkt werden. Zorn äußern die
Essener nur, wo er berechtigt ist und Gemütserregungen wissen sie zu beherrschen.

"Es werden allezeit Arme sein im Lande; darum gebiete ich dir und sage, dass du
deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist in deinem Lande."
5.Mose 15:11

Sie sind für ihre Treue bekannt (Habakuk 2:4) und sind Diener des Friedens
(Matthäus 5:9; Jakobus 3:18).

"...der Gerechte aber wird durch seine Treue leben." Habakuk 2:4

"Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen." Matthäus 5:9

"Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich
etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne
Heuchelei. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden
stiften." Jakobus 3:17-18

Was auch immer sie sagen, gilt als stärker als ein Eid. Ja, sie unterlassen das
Schwören, weil sie es für schlimmer als den Meineid halten (Matthäus 5:34-37).
Denn sie sagen, dass der, dem nicht geglaubt werden kann, ohne dass er bei Gott
schwört, ohnehin schon verdammt sei.

"Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid
schwören und sollst dem Herrn deine Eide halten. Ich aber sage euch, dass ihr
überhaupt nicht schwören sollt... Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber
ist, das ist vom Bösen." Matthäus 5:33-37

Mit Vorliebe widmen sie sich dem Studium von Schriften der Alten, besonders um
zu ergründen, was für Leib und Seele heilsam ist (Josua 1:8). Aus diesen Schriften
suchen sie Wurzeln zur Bannung von Krankheiten und die Eigenschaften der Steine
kennen zu lernen.

"Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern
betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was
darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst
es recht ausrichten." Josua 1:8

"Und Yeshua erlernte... die heilenden Kräfte der... Kräuter und... die verborgenen
Geheimnisse der Edelsteine in Beziehung zu allen Schöpfungen der Erde." Essene
Humane Gospel of Christ, Kapitel 4

Sehr gewissenhaft und gerecht verfahren sie bei gerichtlichen Entscheidungen.


Recht sprechen sie nur dann, wenn mindestens hundert Mitglieder versammelt sind,
und das Urteil dieses Gerichtes ist unabänderlich (3.Mose 19:15; 5.Mose 16:18).

"Richter und Amtleute sollst du dir einsetzen in allen deinen Stadttoren, die dir der
HERR, dein Gott, geben wird, in jedem deiner Stämme, dass sie das Volk richten mit
gerechtem Gericht. Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch die Person nicht
ansehen und keine Geschenke nehmen. Denn Geschenke machen die Weisen blind
und verdrehen die Sache der Gerechten. Was recht ist, dem sollst du nachjagen,
damit du leben und das Land einnehmen kannst, das dir der HERR, dein Gott, geben
wird." 5.Mose 16:18-20

"Du sollst nicht unrecht handeln im Gericht: Du sollst den Geringen nicht vorziehen,
aber auch den Großen nicht begünstigen, sondern du sollst deinen Nächsten recht
richten." 3.Mose 19:15

Nebst Gott zollen sie die größte Verehrung dem Namen des Gesetzgebers. Wer ihn
lästert, wird mit dem Tode bestraft. Dem Alter und der Mehrheit Gehorsam zu
erweisen, halten sie für ehrenvoll (3.Mose 19:32). Wenn daher zehn von ihnen
beisammen sitzen, redet wohl keiner gegen den Sinn der neun übrigen.

"Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich
fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR." 3.Mose 19:32

Peinlicher als alle übrigen Juden vermeiden sie es, am Sabbat sich mit Arbeit zu
befassen (2.Mose 35:2), und demzufolge bereiten sie sich nicht nur die Speisen tags
vorher, um am Sabbat kein Feuer anzünden zu müssen (2.Mose 35:3), sondern sie
wagen am Ruhetage nicht einmal ein Gefäß von der Stelle zu rücken oder ihre
Notdurft zu verrichten.
"Sechs Tage sollt ihr arbeiten. Am siebenten Tag aber sei für euch Sabbat, ein
Ruhetag, heilig dem HERRN. Wer an diesem Tag arbeitet, soll sterben. Ihr sollt kein
Feuer anzünden am Sabbattag in allen euren Wohnungen." 2.Mose 35:2-3

Sie leben sehr lange, und viele von ihnen werden - wie mir scheint, infolge der
Einfachheit ihrer Lebensweise und der bei ihnen herrschenden Ordnung - über
hundert Jahre alt. Dabei lässt das schrecklichste Ungemach sie kalt; denn Schmerzen
überwinden sie durch Seelenstärke, und einen ruhmvollen Tod ziehen sie dem
längsten Leben vor. Diese ihre Gesinnung trat so recht im Kriege gegen die Römer
zutage. Auf die Folter wurden sie gespannt, ihre Glieder gereckt, verbrannt,
zerbrochen; mit allen erdenklichen Marterwerkzeugen quälte man sie, um sie zur
Lästerung des Gesetzgebers oder zum Genuss einer ihnen verbotenen Speise zu
zwingen — aber weder das eine noch das andere vermochte man durchzusetzen
(Matthäus 16:24-26, 10:28; Johannes 15:18; Lukas 6:22-23; Hebräer 11:35-37).

"Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich
selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten
will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's
finden." Matthäus 16:24-25

"Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat." Johannes
15:18

"Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen
und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen. Freut euch an
jenem Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn das Gleiche
haben ihre Väter den Propheten getan." Lukas 6:22-23

"Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen,
auf dass sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten. Wieder andere haben Spott
und Geißelung erlitten, dazu Fesseln und Gefängnis. Sie sind gesteinigt, zersägt,
durchs Schwert getötet worden..." Hebräer 11:35-37

Kein bittendes Wort an ihre Peiniger kam über ihre Lippen, und ihre Augen blieben
tränenleer. Lächelnd unter Schmerzen spotteten sie ihrer Henker, und freudig
gaben sie ihre Seelen dahin in der sicheren Hoffnung, sie einst wieder zu erhalten.
Sie hegen nämlich den festen Glauben, dass der Körper zwar der Verwesung
anheimfalle und vergänglich sei, die Seele dagegen in Ewigkeit fortlebe und dass sie,
aus dem feinsten Äther stammend, durch einen natürlichen Übergang herabgezogen
und in den Körper gleichwie in ein Gefängnis eingeschlossen werde. Sobald die
Seele aber von den Banden des Fleisches befreit sei, entschwebe sie, wie aus
langer Knechtschaft erlöst, in seliger Wonne zur Höhe (Apostelgeschichte 7:59). In
Übereinstimmung mit den jüngeren Hellenen lehren sie, den Guten sei ein Leben
jenseits des Ozeans beschieden und ein Ort, den weder Regen noch Schnee noch
Hitze belästige, sondern ein beständiger, vom Ozean her sanft wehender Zephyr
kühle. Den Bösen dagegen weisen sie eine finstere kalte Höhle voll ewiger Qualen
an.

"und sie steinigten Stephanus; der rief den Herrn an und sprach: Herr Jesus, nimm
meinen Geist auf!" Apostelgeschichte 7:59

Die Essener waren es vornehmlich, die durch ihr hohes Ansehen beim Volke der
Lehre Jesu Christi Anhang und Popularität verschafften.

Es finden sich übrigens auch solche unter ihnen, die, nachdem sie sich von Jugend
auf mit den heiligen Büchern, den Sprüchen der Propheten und mancherlei
Peinigungen vertraut gemacht haben, die Zukunft vorher zu wissen behaupten. Und
in der Tat ist es ein überaus seltener Fall, wenn einmal ihre Weissagungen nicht in
Erfüllung gehen.“

Flavius Josephus, Jüdische Altertümer, 13.Buch, ab Kapitel 11

„Wundern muss man sich hierbei über einen Juden von der Sekte der Essener,
dessen Prophezeiungen noch stets eingetroffen waren. Als dieser den Antigonus zum
Tempel gehen sah, rief er in Gegenwart seiner Freunde und Genossen, welche bei
ihm die Kunst der Weissagung erlernen wollten, aus, er wünsche, dass der Tod ihn
jetzt ereile, da er etwas Falsches prophezeit habe. Noch lebe ja Antigonus, von dem
er vorhergesagt habe, dass er heute im Stratonsturm sterben werde, und den er
doch jetzt vorbeiziehen sehe, obgleich der Stratonsturm sechshundert Stadien
entfernt und der größte Teil des Tages schon verstrichen sei. Er laufe somit jetzt
Gefahr, eine falsche Weissagung verkündigt zu haben. Während er noch so sprach
und wehklagte, ward ihm gemeldet, Antigonus sei in dem unterirdischen Gelasse
umgekommen, welches ebenso wie das an der Meeresküste sechshundert Stadien
weit entfernt liegende Caesarea „Stratonsturm“ heißt.
Als er aber auch den Pharisäer Pollio und den Samas sowie mehrere von deren
Anhängern zum Eidschwur zwingen wollte, weigerten sie sich dessen entschieden;
gleichwohl schritt er mit Rücksicht auf Pollio nicht gegen sie ein wie gegen die
anderen, die den Eid nicht leisten wollten. Auch waren von dieser Verpflichtung die
sogenannten Essener befreit, die eine ähnliche Klasse von Menschen bilden, wie bei
den Griechen die Pythagoräer. Doch ich habe mich über dieselben anderswo
ausführlich verbreitet. Hier mag es nicht unpassend sein, darüber zu reden, weshalb
Herodes den Essenern eine so ungewöhnliche Vergünstigung gewährte, zumal
daraus hervorgeht, wie man überhaupt in jener Zeit von ihnen dachte.

Ein gewisser Essener mit Namen Manaem, der wegen der Ehrbarkeit seines
Lebenswandels in gutem Rufe stand und von Gott mit der Gabe, die Zukunft
vorherzusehen, ausgestattet war, blickte eines Tages den Herodes, da dieser noch
ein Knabe war und mit ihm zur Schule ging, an und sagte zu ihm, er werde dereinst
König der Juden werden. Herodes aber, der der Meinung war, Manaem kenne ihn
entweder nicht oder treibe seinen Scherz mit ihm, entgegnete, er sei doch nur von
gewöhnlicher Herkunft. Manaem lächelte darüber, schlug ihn auf die Schenkel und
sprach: „Du wirst in der Tat König werden und, weil dich Gott dessen für würdig hält,
eine glückliche Regierung führen. Erinnere dich alsdann der Schläge des Manaem
und lass sie dir zum Zeichen dienen, dass alles Glück wandelbar ist. Denn eine solche
Erwägung wird dir zu großem Nutzen gereichen, wenn du Gerechtigkeit und
Frömmigkeit liebst und dich gegen deine Untertanen mild erweisest. Ich aber, der ich
genau hierüber unterrichtet bin, weiß bestimmt, dass du so nicht sein wirst. Denn du
wirst wohl, wie kein anderer, ein glückliches Leben führen und dir ewigen Ruhm
erwerben, Frömmigkeit und Gerechtigkeit aber wirst du vergessen. Allein Gott dem
Herrn wird dies nicht verborgen bleiben, und er wird dich am Ende deines Lebens
dafür bestrafen.“ Auf diese Worte achtete Herodes damals nicht, weil er eine solche
Hoffnung nicht hegte. Als er aber zur Regierung und zwar zu glücklicher Regierung
gelangt war, ließ er, da er auf dem Gipfel seiner Macht stand, den Manaem rufen
und fragte ihn, wie lange er noch regieren werde. Manaem antwortete hierauf nichts
und schwieg. Da fragte Herodes weiter, ob seine Regierung wohl noch zehn Jahre
dauern werde, und nun erwiderte Manaem, auch wohl zwanzig oder dreißig Jahre,
ohne jedoch das Ende seines Lebens genau zu bestimmen. Herodes aber war damit
zufrieden, gab dem Manaem die Hand, entließ ihn und hielt von der Zeit an alle
Essener in Ehren. Obgleich nun diese Erzählung allen Glauben übersteigt, hielt ich es
doch für gut, sie den Lesern mitzuteilen und zugleich davon Erwähnung zu tun, dass
noch viele Essener wegen ihres ehrbaren Lebenswandels mit der Gabe der
Weissagung ausgestattet waren.

Bevor aber Archelaus nach Rom berufen wurde, erzählte er seinen Freunden
folgenden Traum. Es habe ihm geträumt, dass zehn volle und reife Weizenähren von
Ochsen abgefressen worden seien. Als er erwacht war, ließ er, weil er den Traum für
wichtig hielt, die Traumdeuter rufen. Da diese aber in ihrer Auslegung nicht überein
stimmten, erbat sich ein gewisser Essener Simon das Wort und erklärte dem
Archelaus, der Traum zeige eine schlimme Veränderung an. Die Ochsen nämlich
bedeuteten Elend, weil sie mit harter Arbeit geplagt seien, und zugleich bedeuteten
sie eine Veränderung, weil der Boden, der von ihnen bebaut werde, nicht immer in
dem nämlichen Zustand bleiben könne. Die zehn Ähren aber zeigten ebenso viele
Jahre an, "weil die Ähre in einem Sommer zur Reife gelange, und es stehe daher das
Ende der Herrschaft des Archelaus bevor. So legte Simon den Traum aus, und am
fünften Tage danach fand sich der Verwalter Archelaus auf Befehl des Caesars in
Judäa ein , um den Fürsten nach Rom zu berufen.

...Die Essener dagegen lehren, man müsse alles dem Willen Gottes anheimgeben. Sie
glauben an die Unsterblichkeit der Seele und halten den Lohn der Gerechtigkeit für
das erstrebenswerteste Gut (Matthäus 5:10-12).

"Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das
Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen
und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. Seid fröhlich und
jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie
verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind." Matthäus 5:10-12

Wenn sie Weihgeschenke in den Tempel schicken, bringen sie kein Opfer dar
(Matthäus 12:7), weil sie heiligere Mittel der Reinigung zu besitzen vorgeben
(Apostelgeschichte 2:38). Aus diesem Grunde ist ihnen der Zutritt zum gemeinsamen
Heiligtum nicht gestattet, und sie verrichten demgemäß ihren Gottesdienst
besonders.

"Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt (Hosea 6,6): »Barmherzigkeit will ich und
nicht Opfer«, dann hättet ihr die Unschuldigen nicht verdammt." Matthäus 12:7
"Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den
Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe
des Heiligen Geistes." Apostelgeschichte 2:38

Übrigens sind es Menschen von vortrefflichen Sitten, und sie beschäftigen sich bloß
mit Ackerbau (Psalm 128:1-2).

"Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast's gut." Psalm 128:2

"Ihr sollt mit euren Händen das erarbeiten, was gut und anständig ist; so sollt ihr die
Früchte der Erde essen und lange im Land leben." Essene Humane Gospel of Christ,
Kapitel 51

Ganz besonders bewunderungswürdig und lobenswert aber sind sie wegen einer bei
den Griechen und den anderen Völkern völlig unbekannten, bei ihnen jedoch nicht
etwa erst seit kurzer Zeit, sondern schon seit vielen Jahren herrschenden
ausgleichenden Gerechtigkeit, infolge deren sie vollkommene Gütergemeinschaft
haben und dem Reichen nicht mehr Genuss von seinen Gütern lassen wie dem
Armen. Nach dieser Lehre leben über viertausend Menschen. Sie heiraten ebenso
wenig, als sie Knechte halten, da sie das letztere für Unrecht, das erstere aber für
die Quelle alles Streites halten, und so leben sie voneinander abgesondert und
dienen einer dem andern. Zu Verwaltern ihrer Einkünfte vom Feldertrag wählen sie
tüchtige Männer aus priesterlichem Stande, die für Getreide und sonstige
Nahrungsmittel zu sorgen haben.

Philo, Every Good Man is Free, Kapitel 12

„Es gibt einen Teil jener Menschen, die Essener genannt werden, die ihren Namen
von ihrer Frömmigkeit ableiten, jedoch nicht nach einer genauen Form des
griechischen Dialekts, weil sie mehr als alle anderen Menschen dem Dienst Gottes
gewidmet sind und keine lebenden Tiere opfern, sondern studieren, um ihren
eigenen Geist in einem Zustand der Heiligkeit und Reinheit zu bewahren (Matthäus
5:48).

"Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist."
Matthäus 5:48
Diese Männer leben in erster Linie in Dörfern und meiden alle Städte aufgrund der
gewohnheitsmäßigen Gesetzlosigkeit derer, die sie bewohnen (3.Mose 20:26; Psalm
50:18)… Aber sie nehmen ihren Wohnsitz außerhalb von Mauern oder Gärten oder
einsamen Ländern auf und suchen sich einen Ort in der Wüste (Hebräer 11:38).

"Darum sollt ihr mir heilig sein; denn ich, der HERR, bin heilig, ich habe euch
abgesondert von den Völkern, dass ihr mein wäret." 3.Mose 20:26

"Aber zum Frevler spricht Gott: / »Was redest du von meinen Geboten und nimmst
meinen Bund in deinen Mund, da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte
hinter dich? Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft
mit den Ehebrechern." Psalm 50:16-18

"Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen, in
Höhlen und Klüften der Erde." Hebräer 11:35-38

Unter diesen Männern findet man keine Hersteller von Pfeilen oder Wurfspeeren
oder Schwertern oder Helmen oder Brustplatten oder Schildern; keine Hersteller von
Waffen oder militärischen Triebwerken; kurz gesagt, niemand geht einer
Beschäftigung nach, die mit Krieg zu tun hat, selbst in Friedenszeiten, da diese
Gegenstände sehr leicht zu bösen Zwecken missbraucht werden können; sie halten
sich von allem Handel und allen Geschäften und der Schifffahrt fern, denn sie lehnen
all dies ab und halten sich von allem fern, was möglicherweise einen Anreiz zur
Habsucht geben könnte (2.Petrus 2:14; Kolosser 3:5).

"...ihr Herz ist getrieben von Habsucht – Kinder des Fluchs!" 2.Petrus 2:14

"So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche
Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist." Kolosser 3:5

...und so lehren sie die Menschen Frömmigkeit und Heiligkeit und Gerechtigkeit und
Ökonomie und die Wissenschaft der Regulierung der Gemeinde und die Kenntnis
von Dingen, die von Natur aus gut oder schlecht oder neutral sind, und sich für das
zu entscheiden, was richtig und das zu vermeiden, was falsch ist, indem sie dreifache
Definitionen und Regeln und Kriterien verwenden, nämlich die Liebe zu Gott, die
Liebe zur Tugend und die Liebe zur Menschheit.
Dementsprechend stellen ihre heiligen Schriften eine unendliche Anzahl von Fällen
dar, die der Liebe zu Gott gewidmet sind, und einer dauerhaften und
ununterbrochenen Reinheit während des gesamten Lebens, einer Vermeidung von
Eiden und Falschheit und einer strengen Einhaltung von dem Prinzip, die Gottheit
als Ursache alles Guten zu sehen und von keinerlei Bösem (1.Johannes 1:5; Jakobus
1:17).

"Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott
ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis." 1.Johannes 1:5

"Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater
des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis."
Jakobus 1:17

...weil sie vor allem Menschen sind, die dem Dienst Gottes gewidmet sind und keine
lebenden Tiere opfern.

Nun werden diese Gesetze auch zu anderen Zeiten gelehrt, vor allem aber am
siebten Tag, denn der siebte Tag gilt als heilig, an dem sie sich von allen anderen
Beschäftigungen fernhalten und die heiligen Orte besuchen, die Synagogen
genannt werden, und dort sitzen sie je nach Alter in Klassen, die Jüngeren sitzen
unter den Älteren und hören mit großer Aufmerksamkeit zu (Markus 1:21).

"Und sie gingen hinein nach Kapernaum; und alsbald am Sabbat ging er in die
Synagoge und lehrte." Markus 1:21

Sie liefern uns auch viele Beweise für eine Liebe zur Tugend, wie zum Beispiel
Abstinenz von jeglicher Geldgier (Matthäus 6:24), von Ehrgeiz (Philipper 2:3), von
der Freude an fleischlichen Vergnügungen (Jakobus 4:4), Besonnenheit (Sprüche
2:11; 1.Petrus 4:7), Ausdauer (Matthäus 10:22, 24:13) und auch von Mäßigung,
Einfachheit, guter Laune (Johannes 15:11), dem Fehlen von Stolz (Sprüche 16:5;
Psalm 18:28), Gehorsam gegenüber den Gesetzen (Jakobus 1:25), Standhaftigkeit
und alles dergleichen; und schließlich bringen sie als Beweise für die Liebe der
Menschheit den guten Willen und die Gleichberechtigung jenseits aller
Beschreibungskraft, und auch Kameradschaft und Verbundenheit hervor, über die es
nicht unangemessen ist, einige Worte zu sagen.
"Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den
andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr
könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." Matthäus 6:24

"Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer
den andern höher als sich selbst..." Philipper 2:3

"...wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der
Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein." Jakobus 4:4

"Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich
sein, Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten..." Sprüche 2:10-11

"Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und
nüchtern zum Gebet." 1.Petrus 4:7

"Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig." Matthäus 10:22; 24:13

"Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude
vollkommen werde." Johannes 15:11

"Ein stolzes Herz ist dem HERRN ein Gräuel und wird gewiss nicht ungestraft
bleiben." Sprüche 16:5

"Denn du hilfst dem elenden Volk, aber stolze Augen erniedrigst du." Psalm 18:28

"Wer aber sich vertieft in das vollkommene Gesetz der Freiheit und dabei beharrt
und ist nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter, der wird selig sein in seinem
Tun." Jakobus 1:25

...und es gibt keinen einzigen Sklaven unter ihnen, sondern sie sind alle frei und
unterstützen sich gegenseitig mit einem wechselseitigen Austausch guter Dienste.
Und sie verurteilen die Herren von Sklaven nicht nur als ungerecht, weil sie das
Prinzip der Gleichheit verletzen, sondern auch als gotteslästerlich, weil sie die
Ordnung der Natur dadurch zerstörten, die sie alle gleich hervorbrachte (Matthäus
23:8) und sie alle als legitime Brüder wie eine Mutter aufzog, nicht nur
sprichwörtlich, sondern in Wirklichkeit und Wahrheit. Ihrer Ansicht nach ist diese
natürliche Beziehung aller Menschen untereinander durch die Habsucht der
Menschen in Unordnung geraten, weil diese ständig andere Menschen in ihrer
Macht und ihrem Reichtum übertreffen wollen, was nur zu Entfremdung anstatt zu
Zuneigung und zu Hass anstatt zu Freundschaft geführt hat.

"Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber
seid alle Brüder." Matthäus 23:8

"Denn du hast versprochen, den Garten Eden auf Erden wieder herzustellen und allen
Geschöpfen Frieden und Freude zu geben, damit du zu den Gefangenen sagst: Gehe
hin und sei frei, so wie du frei geboren wurdest..." Essene Humane Gospel of Christ,
Kapitel 2

An erster Stelle gibt es also niemanden, der ein Haus für sich allein besitzt, sondern
es in gewissem Sinne jedem von ihnen gehört. Denn außer, dass alle zusammen in
einer Gemeinschaft wohnen, stehen ihre Häuser für alle ihre Glaubensbrüder offen,
die von anderen Orten zu ihnen kommen.

...dann gibt es ein gemeinsames Warenlager unter ihnen; ihre Kosten tragen alle
gemeinsam; ihre Kleider gehören ihnen allen gemeinsam; sie Essen gemeinsam. Es
gibt keine anderen Gruppen oder Völker, die alle ihre Häuser, ihre Lebensweise, ihr
Essen, ihr Geld und ihr gesamtes Hab und Gut miteinander teilen, so wie es in
diesem Volksstamm der Fall ist. Und ist das nicht sehr natürlich? Denn das, was sie
erarbeitet haben und als ihren Lohn erhalten, erhalten sie nicht als ihr Eigenes,
sondern bringen es in die Gemeinschaftskasse und gewähren damit allen, die ein
materielles Bedürfnis haben, Zugang dazu.

...sie bewahrten weder Schätze aus Silber und Gold auf (Matthäus 6:19-21), noch
erwarben sie großen Grundbesitz aus dem Motiv heraus, damit finanzielle Gewinne
zu erzielen, sondern nur um sich mit dem zu versorgen, was für die natürlichen
Zwecke des Lebens erforderlich ist;

"Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und
wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder
Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo
dein Schatz ist, da ist auch dein Herz." Matthäus 6:19-21
"Ihr sollt nicht stehlen und nicht Länder und Reichtümer für euch ansammeln, die
über euren Bedarf hinausgehen." Essene Humane Gospel of Christ, Kapitel 51

...und diejenigen, die krank sind, werden nicht vernachlässigt, wenn sie nicht in der
Lage sind, zum Stammkapital beizutragen (Matthäus 10:8), insofern als der Stamm in
seinem öffentlichen Bestand Mittel zur Verfügung stellt, um ihnen das Notwende zur
Verfügung zu stellen und sich um sie zu kümmern, so dass sie mit ihren reichen
Mitteln großzügig unterstützen; und sie schätzen den Respekt vor ihren Älteren,
ehren und pflegen sie, so wie die Eltern von ihren rechtmäßigen Kindern geehrt
und gepflegt werden (2.Mose 20:12): Sie werden in jeder Fülle sowohl mit
persönlichen Anstrengungen als auch mit unzähligen Hilfsmitteln unterstützt.

"Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus.
Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch." Matthäus 10:8

"Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem
Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird." 2.Mose 20:12

„…und doch konnte niemand, nicht einmal einer dieser grausamen Tyrannen noch
die verräterischen und heuchlerischeren Unterdrücker jemals eine wirkliche gegen
die Essener, auch „die Heiligen“ genannt, Anklage erheben. Sondern jeder, der durch
die Tugend dieser Männer überwältigt war, betrachtete sie als von Natur aus frei und
nicht der Missbilligung eines Menschen unterworfen und feierte ihre Art des
Zusammenseins und ihrer Gemeinschaft untereinander, die jenseits aller
Beschreibung in Respekt vor dem gegenseitigen guten Glauben, der ein
ausreichender Beweis für ihr perfektes und sehr glückliches Leben ist.“

Philo, Therapeutae, Kapitel 9

Und sie nehmen keine Dienste von Sklaven in Anspruch, denn sie betrachten den
Besitz von Dienern oder Sklaven als eine Sache, die der Natur absolut und völlig
widerspricht; denn die Natur hat alle Menschen frei geschaffen, aber die
Ungerechtigkeit und Habgier einiger Männer, die Ungleichheit bevorzugen hat zu
dieser Sklaverei geführt. Diese Ursache allen Übels, der einige verfallen waren, hat
den Mächtigeren Autorität über die Schwächeren gegeben.
Dementsprechend gibt es in dieser heiligen Gemeinschaft, wie gesagt, keine
Sklaven, sondern nur freiwillige Männer, die ihren Gästen dienen und ihre Ämter
als Bedienstete nicht unter Zwang oder in der Befolgung irgendwelcher
gebieterischer Befehle ausführen, sondern aus eigenem freiwilligem Willen mit
allem Eifer und Schnelligkeit, die allen Wünschen nachkommen (Matthäus 23:11).

"Der Größte unter euch soll euer Diener sein." Matthäus 23:11

Und da sie den siebten Tag als vollkommene Heiligkeit und als vollkommenes Fest
betrachteten, dem sie eine besondere Ehre zuschrieben, und nachdem sie sich um
ihre Seele gekümmert hatten, übergaben sie ihren Körper, wie auch ihr Vieh, der
vollständigen Ruhe und Erholung von all ihren fortwährenden Arbeiten (2.Mose
20:10).

"Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine
Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh,
auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt." 2.Mose 20:10

Sie verlassen ihre Brüder, ihre Kinder, ihre Frauen, ihre Eltern, ihre zahlreichen
Familien, ihre liebevollen Gefolge, ihre Heimat, in der sie geboren und
aufgewachsen sind (Matthäus 10:37, 19:29), obwohl lange Vertrautheit eine sehr
attraktive Verbindung ist, die natürlicherweise für jeden starke Bindungen mit sich
brachte.

"Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn
oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert." Matthäus 10:37

"Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder
oder Äcker verlässt um meines Namens willen, der wird's hundertfach empfangen
und das ewige Leben ererben." Matthäus 19:29

Und auch auf ihrem Tisch ist nichts, was durch Blutvergießen gewonnen wird,
sondern Brot, welches mit Salz gewürzt wird, zu dem auch Ysop als Extra-Sauce für
die, die etwas anspruchsvoller sind, hinzugefügt wird.

"Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen
bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu
eurer Speise." 1.Mose 1:29
"Ihr sollt weder das Fleisch essen noch das Blut eines geschlachteten Geschöpfs
trinken, noch etwas, das die Gesundheit oder die Sinne trübt." Essene Humane
Gospel of Christ, Kapitel 51

Auch sehen diese Männern es als ihre Pflicht, ein nüchternes Leben zu führen, denn
Wein ist die Medizin der Torheit (Sprüche 20:1).

"Der Wein macht Spötter, und starkes Getränk macht wild; wer davon taumelt, wird
niemals weise." Sprüche 20:1