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Alpha und Omega

Steintafel mit lateinischer Inschrift, Alpha und Omega und


Christusmonogramm Chi-Rho , Domitilla-Katakomben, Rom

Christusmonogramm (beigefügt Alpha und Omega) mit dem Funktion als Richter (Offb 22,12).
Jesusgebet in rumänischer Sprache
Traditionsgeschichtlicher Hintergrund des Gottes-
bzw. Christusattributes „Alpha und Omega“ in der
Alpha und Omega (Α und Ω), der erste und der letzte Offenbarung des Johannes ist das im zweiten Teil des
Buchstabe des klassischen griechischen Alphabets, sind Buches Jesaja wiederholt vorkommende Gottesattribut
ein Symbol für Anfang und Ende, damit für das Umfas- „Erster und Letzter“ (Jes 44,6: ‫ ִראׁשֹון‬und ‫ַאֲחרֹון‬, ähnlich:
sende, für Gott und insbesondere für Christus als den Ers- Jes 41,4 und 48,12). Die Offenbarung nimmt dieses Got-
ten und Letzten. Alpha und Omega tauchen häufig als Be- tesattribut wahrscheinlich direkt aus dem hebräischen
gleitmotiv zum Christusmonogramm auf. Text[2] der genannten Stellen auf und platziert es in
Umgangssprachlich bezeichnet „A und O“ das Mindeste, Offb 22,13 (vgl. Offb 1,17 und 2,8) direkt neben das
das man von einer Sache wissen muss, um sie vollständig Christusattribut „das Alpha und das Omega“. Alpha und
zu erfassen. Omega erscheinen so als „prägnante und anschauliche
Umschreibung“ des alttestamentlichen „Erster und
Letzter“.[3][4]
Somit lässt sich, auch mit dem zweiten verbundenen
1 Biblischer Ursprung Christus- bzw. Gottesattribut „Anfang und Ende“ (Offb
22,13 vgl. 21,6), recht gut der Sinn des Attributes „das
In der Offenbarung des Johannes (Kap. 22,13) bezeich- Alpha und das Omega“ in der Offenbarung des Johan-
net sich der erhöhte Jesus Christus als „das Alpha und das nes erschließen: Christus und Gott sind „der Anfangende
Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das En- und der Abschließende, der Schöpfer und der Vollender,
de.“ In dieser Selbstvorstellung Christi werden drei Be- der, ‚aus dem und zu dem‘ alles ist“.[5] Gott und Chris-
griffspaare aufgenommen, die bereits vorher in der Of- tus sind der Offenbarung zufolge diejenigen, „welche die
fenbarung erwähnt wurden. Zum einen bezeichnet sich ganze Wirklichkeit umgreifen und also Macht über alle
Gott selbst als „Alpha und Omega“ (τὸ ἄλφα καὶ τὸ ὦ[1] ; Wirklichkeit haben“.[6]
Offb 1,8 und 21,6) und als „Anfang und Ziel“ (ἡ ἀρχὴ καὶ
τὸ τέλος; Offb 21,6 und nach einigen Handschriften auch
in 1,8). Zum anderen hat sich Christus in Offb 1,17 und
2,8 als „Erster und Letzter“ (ὁ πρῶτος καὶ ὁ ἔσχατος) 2 Verbreitung
vorgestellt. Die Kombination der drei Begriffspaare in
Offb 22,13 als Selbstvorstellung Christi deutet auf eine Die Chiffre Alpha und Omega findet in nachneutesta-
Wesensidentität Christi mit Gott hin. Diese Wesensiden- mentlicher Zeit rasche Verbreitung. Durch einen ergän-
tität begründet im Zusammenhang von Offb 22,13 seine zenden Text oder ein Emblem bezieht sich der Ausdruck

1
2 4 LITERATUR

Frontseite einer Kieler Kirche

immer auf Jesus Christus.[7] Ältestes Beispiel für die


frühe Verbreitung könnte das Rotas-Opera-Quadrat aus
Pompeji, das heißt vor 79 n. Chr., sein. Es bietet, wie das
in der Antike verbreitete Sator-Quadrat, eine symmetri-
sche Anordnung von fünf mal fünf Buchstaben in einem Wappen mit Alpha und Omega
Quadrat. Die Buchstaben ergeben neu zusammengesetzt
zweimal Paternoster und zweimal AO.[8] Im 2. Jh. bieten
uns Irenäus und Clemens Belege für eine Verbreitung des ga einbeschrieben, so dass es dem Anarcho-Zeichen
Ausdrucks in gnostischen Kreisen, die Buchstabenspeku- ähnelt.
[9]
lationen pflegten .
Der Gebrauch geht wahrscheinlich auf die
vorkonstantinische Zeit zurück. Im 4. Jahrhundert
4 Literatur
ist er im Festlandsgriechenland und in Kleinasien,
Palästina, Arabien und Nubien, Italien, Gallien und • Gerhard Kittel: ΑΩ. In: Gerhard Kittel (Hrsg.):
Nordafrika besonders verbreitet. Man findet die Symbo- Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament.
le hauptsächlich auf Grabinschriften, Sarkophagen und Band 1. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1933, S. 1–3.
in liturgischen Büchern, später auch auf Amphoren und • Ernst Lohmeyer: Art. A und O. In: Reallexikon für
anderen Gefäßen, auf Ringen und Münzen, Ziegeln und Antike und Christentum. Band 1. Hiersemann, Stutt-
zahlreichen Gegenständen des täglichen Gebrauchs. Auf gart 1950, Sp. 1–4.
Fresken der Katakomben in Rom (Santo Poziano, Santi
Pietro e Marcellino), Neapel (S. Gennaro) und Syrakus • Traugott Holtz: Alpha Omega. In: Horst Balz
tauchen Α und Ω nicht vor dem 5. Jahrhundert auf. Das (Hrsg.): Exegetisches Wörterbuch zum Neuen Testa-
Mosaik in S. Aquilino, Mailand, und das Kreuzmedaillon ment. Band 1. 2., verbesserte Auflage. Kohlhammer,
im Apsismosaik der Kirche Sant’Apollinare in Classe, Stuttgart u. a. 1992, ISBN 3-17-011205-8, Sp. 155–
Ravenna, zählen zu den bekanntesten Darstellungen. 156, (dort weitere Literatur).
• Otfried Hofius: Das Zeugnis der Johannesoffenba-
rung von der Gottheit Jesu Christi. In: Hubert Can-
3 Heraldik cik u. a. (Hrsg.): Geschichte – Tradition – Reflexi-
on. Festschrift für Martin Hengel zum 70. Geburts-
• Alpha und Omega im Wappen sind in der Heraldik tag. Band 3: Hermann Lichtenberger (Hrsg.): Frü-
eine Gemeine Figur und vorrangig in Wappen von hes Christentum. Mohr, Tübingen 1996, ISBN 3-16-
Bischöfen und ähnlich geistlichen Personen anzu- 146677-2, S. 511–528.
treffen. Die beiden griechischen Buchstaben stehen
• Wolfgang Menzel: A. In: Christliche Symbolik. Erster
symbolisch für den Anfang und das Ende. Es gibt
Theil. Manz, Regensburg 1854, S. 1
zwei Möglichkeiten der Darstellung in einem Wap-
pen: entweder die Buchstaben werden einfach nur • Georg Stuhlfauth: A–O, in: Reallexikon zur Deut-
ins Schild gestellt, oder sie werden in einem aufge- schen Kunstgeschichte, Bd. 1, 1933, Sp. 1–5
schlagenem Buch gezeigt – gemäß der heraldischen
Darstellung rechts das Alpha und links das Omega. • A und O. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses voll-
ständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften
• Im Logo der Jesus Freaks ist das Alpha dem Ome- und Künste. Band 1, Leipzig 1732, Spalte 5–7.
3

5 Siehe auch
• Alpha et Omega, ein 1903 gegründeter Rosenkreu-
zerorden

6 Weblinks
Commons: Alpha und Omega – Sammlung von
Bildern, Videos und Audiodateien

7 Einzelnachweise und Anmerkun-


gen
[1] Alle alten Textzeugen bieten ἄλφα (Alpha) als Wort und
ὦ (Omega) als Zeichen. Der Name ὦ μέγα (Omega) ist
erst viel später entstanden und konnte zur Zeit des NT nur
als Zeichen (ὦ) geschrieben werden (Kittel, S. 1, Anm. 1).

[2] Die Septuaginta gibt an keiner der genannten Stellen


‫ ַאֲחרֹון‬mit ἔσχατος wieder. Daher bezieht sich der Se-
her Johannes direkt auf den hebräischen Text, indem er
ἔσχατος für ‫ ַאֲחרֹון‬benutzt (vgl. Kittel, S. 2).

[3] Vgl. Kittel, S. 1 Z. 17 f.

[4] Otto Böcher: Die Bildwelt der Apokalypse des Johannes.


In: Die Macht der Bilder (= Jahrbuch für Biblische Theo-
logie. Bd. 13). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn
1998, ISBN 3-7887-1685-1, S. 96.

[5] Kittel, S. 1, Z. 10f. (im Original kursiv).

[6] Holtz, Sp. 156.

[7] Vgl. Lohmeyer, Sp. 2.

[8] So die Deutung und Ausführung bei: Franz Dornseiff: Das


Rotas-Opera-Quadrat. In: Zeitschrift für die neutestament-
liche Wissenschaft und die Kunde der älteren Kirche. Bd.
36, 1937, ISSN 0044-2615, S. 222–238; Monica-Elena
Herghelegiu: Siehe, er kommt mit den Wolken! Studien
zur Christologie der Johannesoffenbarung (= Europäische
Hochschulschriften. Reihe 23: Theologie. Bd. 785). Lang,
Frankfurt am Main u. a. 2004, ISBN 3-631-51764-5, S.
149–151 (Zugleich: Tübingen, Univ., Diss., 2002).

[9] Clemens, Stromateis 6, 141, 6; Irenäus, Adversus haereses


I 14,6; I 15,1f.
4 8 TEXT- UND BILDQUELLEN, AUTOREN UND LIZENZEN

8 Text- und Bildquellen, Autoren und Lizenzen


8.1 Text
• Alpha und Omega Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Alpha%20und%20Omega?oldid=130628903 Autoren: Wst, Aka, Reinhard
Kraasch, Seewolf, Elya, Kiwi, Wiegels, Robert Huber, APPER, Robb, Mnh, Ri st, Dbach, JD, Dundak, MarkusHagenlocher, Mari-
lyn.hanson, BLueFiSH.as, AndreasPraefcke, Frente, Robot Monk, Hubertl, Herr Th., RedBot, Peter Steinberg, Sanji, Projekt2501, Haru-
spex, Hunter S. Thompson, StillesGrinsen, Marcellino, DieAlraune, Gregor Bert, RobotQuistnix, Savin 2005, Der Chronist, ESS, WAH,
McB, Schlesinger, Tobnu, N3MO, Sargoth, NeaNita, E-W, Armin P., Liebmann, Zaibatsu, Thijs!bot, Wilutzky, EwaldBT, Ben Ben, Nolis-
panmo, Don Magnifico, Zollernalb, RacoonyRE, Wiki surfer bcr, DodekBot, VolkovBot, AlnoktaBOT, TXiKiBoT, Ireas, Moros, Regi51,
Lexoldie, SieBot, Batchheizer, Broadbot, Se4598, Woches, CBMIBM, DumZiBoT, Laurentianus, NjardarBot, Johnny Controletti, Luckas-
bot, Anaxagoras13, Xqbot, Parakletes, Rr2000, Marc-Alexander, AaronEmi, CatMan61, EmausBot, 100 Pro, ZéroBot, Ne discere cessa!,
JhsBot, Linksverdreher, MFooBar2010, Fiver, der Hellseher, Aleister1, Goliath613, KLBot2, H. 217.83, Dnalor 01, Thoppel und Anony-
me: 37

8.2 Bilder
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8.3 Inhaltslizenz
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