Sie sind auf Seite 1von 100
Dee. OCHS 3 Vorwort Nachdem die 1. Halfte der ,,Kephalaia' im Jahre 1940 abgeschlossen werden konnte, sollte die 2. Héltte einschlieBlich der Indices fr boide eile in weiteren Doppellieferungen Jaufend folgen, Leider muBte die Editionsatboit, aber dann infolge dea Krieges und seiner Auswirkungen unterbrochen werden, Die jetzt vorliegende Doppollioferung 11/12 wat im Wesentlichen im Jahre 1945 fertiggestellt, Abschrifton weiterer Seiten waren angofertigt und die Tndices laufend orginet worden. Doch der Verlag W. Kohlbammer eah sich aus ‘Mangel an Spozialsetzern auBerstande, den Drusk der Doppellieferung noch whrend des Kcieges vorzunchmen, Dic Absohriften weiterer Seiten und die Indices wurden ein Opfer der Fliegerangriffe. SchlieBlich machte vor allom dio Verlagorung der Papyri, die erst 1958 nach Borlin zurtickkebrten und 1960 wieder zuginglich waren, ein kontinuierliches Weiter- erscheinen der Edition unméglich. Aus diesem Grunde legte ich wenigstens cine vorléufige Ubersetaung des ‘Textes der Doppollieferung 11/12 in der Wissenschaftlichen Zeitschrift der Martin-Luther-Universitat Halle-Wittenberg 5 (1956) 1067-1084 fir die Interessenten vor. Im Jahre 1960 beschloB dann die Deutsche Akademie der Wissenschaften za Berlin, die Avbeit an den Berliner koptischen Manichaica durch die Kommission fir spatantike Religionsgeschichte weiter- fuhren au Iasson, und iibertrug mir die Fortsotung der Edition. Zundchst exwies sich cino konservatorische Behandlung als notwendig, die der Papyruskonsetvator der Deut- schon Akademic der Wissenschaften Dr. Rolf Ibscher in Fortfuhrung der Atbeit seines Vaters vorgenommen hat. So konnte ich erst im Jahre 1961 die vorliegenden Seiten noch cinmal nachvergleichon und weitere ‘Lextverbesserungen und Exgénaungen an. bringen. Die Editions- und Interprotationsarbeit an den neugofundenen gostischen Texten von Nag Hammadi verschaffte mir zudem neue Erfahrungen, so da ich in der Folgezcit dem Verstiindnis des Toxtes und einer dem Sinn wirklich eutaprechenden Ubersetzung ‘wosentlich naher gekommen zu sein glaubo. Da der Text echr starke Zerstérungen aufweist, exgaben sich fir die Textrekonstruktion. nicht geringe Schwierigkeiten. Im Gegensatz. zu anderen Richtungen bin ich der ‘Tendena moines hochverehrten Lehrers Professor Dr. Wilhelm Schubatt tren goblieben, nur dann zu erganzen, wenn dio Wahrschoinlichkeit der vorgeschlagenen Ergiinzung wirklich groB genng ist. Ebenso ist es mit der Ubersetaung, Is hatto oftmals keinen Sinn, vereinzelt ethaltene Wérter ins Deutsche eu tibersetzen; vor allem mufte dabei 2, B. der Artikel in der Uborseteung woggelassen werden, auch wenn er noch erhalten war, weil mit seinor Ubersetmung im Deutschen cugleich die Stellung des nachfolgenden Wortes im nicht cthaltenen Satz festgelogt worden wate. Dio Worttrennung im koptischon Text hatte ich liber nach der Methode von W. Till durchgefthhrt, glaubte mich aber andererseits nicht zu welt vom Gebrauch der 1. Hilite der Kephalaia entfermen zu sollen. Zu diesen Fragen Gor Methodik koptischer ‘Textauegaben im allgemeinen habe ich in cine grundsitalichen Beitrag in don Mitteil. d. Dt, Archiol, Instituts Kairo 21 (1965) Stollang genommen. rd Vorwort Zum Inholt gowisser ‘Teile der vorliogenden Doppellioferung habe ich mich anlaBlich cinor Colloquiumsteihe der Société d’ Archéologie Copte getiubert; diese Studio ,,Neue Kephalaia des Mani" warde in dio Sammlung meiner Boitrige zur spétantiken Religion: geschichto ,.Mysterion und Wahrheit sufgenommen, die 1966 im Verlag BJ. Brill, Leiden, in der Reihe ,,Arbeiten zur Geschiohto des Spitjudontume und Urehristentums" orscheint. Zum Kapitol 107 hat H. Hommel in den Schweizer Munzbliittern 16 (1965) boreits einen Aufsatz tber die Arbeitsginge bei der antiken Munzherstollung verfaBt, der noch eine Nachleso a. a. 0. 16 (1966) erhalten hat. Rs ist mir eine besondere Froude, dieses Heft gerado im Jubiléumsjahre des Verlages W. Kohthammer, Stuttgart, verdffentlichon au kénnen, der sich um die Publikation der Koptischen Manichaica so grofle Verdienste erworben hat. Zur gleichon Zeit gilt’ mein Dank der Deutschen Akademio der Wissenschaften zu Berlin, daB sic diese wichtige Edition niemals aus dem Auge verloren und, sobald wieder eine Méglichkeit daun bestand, sio in dio Wege geleitet hat, Nicht zuletet méchto ich Herrn Dr. Dr. P. Nagel vom Institut far Byzantinistik der Mactin-Luther-Universitit Halle-Wittonberg {ur wertvolle Hinweise danken; er hat eine Korrektur mitgeleson und dabei im Auftrage der Kommission das Original noch einmal riachverglichen; Eeginaungen, dic von ihm starnmen, sind im Apparat mit scinom Namen gekennzeichnot. Horr Dr. Nagel wird auch die Edition in Zukunft ‘Kriege verlorengegangenen Indices hat er auf meine Anregung hin now coratellt, Ess soll dieses Hefb aber nicht hinausgehen, chno das Gedenken dot Loser noch cinmel auf dio beiden Manner au lenkon, dio die Publikation der ,,Kephalaia“ in Gang gebracht haben, Professor D. Dr. Carl Schmidt, dor die ‘Texto entdeokt und ihre Edition bis za seinem ‘Tode betrent hat, und Professor Dr. H. J. Polotsky, Jerusalem, der die ersten eiden Doppellieferungen bearbeitet und fiir die Dentung des Mani-Fundes so Wesent- liches boigetragon het, ‘Tubingen, Ostern 1966 Alexander Boblig