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Ausstattung von F. H. l3hmcke, Widdersberg

Lange von den gelehrten miflathtet, ist die altgriethisthe


Hoiner-!egende erst spat von der 71’issensthaft in Pflege
genommen und nath Verdienst gewiirdigt worden. ..4llein,
wer weifi sonst in unserem Volk, dali es sie gibt die—

£ebensgesthithte des Dithters, von dem viele noth glau


ben, dafi es auth ihn niemals gegeben babe.
7Am so weniger meint dies Büthlein fehi am Ort zu sein,
wenn es die esthithten, die die alten griethensanger
sici, von ibrem groflen Vorfahr erzdhlten, dein deutsthen
Leser in der Tlbertragung bringt und in grojien Ziigen
zu eridutern sutht.
Das alte Bud ziebt den Leser in das 9abulieren des frith
griethisthen Volkes hinein und niag als rethtes Voiks
buth, das Ernst und Stherz auf eine gutmütige Art tnistht,
sid, wohi neben dem alten ifsop, unserem Til1 Eulen
spiegel oder dem Doktor Yaust sehen lassen.
Es birgt un Kern ethte Tfberlieferung über die Person des
7lio.sdithters, in deni wir nath Iangen 7rrwegen heute wie
der einen wirklithen 7vtensthen erkennen.

Copyright 1942 by Koehier & Amelang, Leipzig


Printed in Germany
Satz und Druck der Offizin Haag-Drugulin in Leipzig
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Seite 215) behandelt; dazu aus Nietzsches
Nachlaf3: Fr.
Nietzsche, Histor.-Krit. Gesamtausgabe, Ill. Band,
S. 230ff.
Zur Zeitbestimmung haben Wichtiges beigetragen:
Erwin
Rhode in semen ,Stuclien zur Chronologie der
griechischen
Literaturgesdijthte’ (Rheinisches Museum 1881, jetzt KIelne
Schriften 11901, Seite 42 und 103), Eduard Meyer
in den
Diese Sthrift, die ich im Sommer 1940 in raren Nebenstun ,Homerischen Parerga’ (Hermes 1892, Seite 377).
tlber
den verfal3te, weif3 sidi, so kurz sie ist, nicht wenigen Men Herkunft und Charakter der Schrift hat Adolf Busse,
,Der
sdien und Büchern zu Dank verpfliditet. Agon zwischen Homer und Hesiod’ (Rhein. Mus.
1909,
Friedridi Klingner sah die tlbertragung durch und half durdi S. 108) im einzelnen Förderliches zu sagen gewuf3t.
Zusam
seine spraclikundige Kritik. Bartel L. van der Waerden menfassend unterrichtet über die mit der Homer-Vita
ver
unterstdtzte mich durdi Nachweise über die Rechenkunst der bundenen Fragen C. Raddatz in dem Artikel ,Homeros’
der
fruhen Griechen. Hans Kuhn bestatigte meine Auffassung Realenzyklopadme. Schlief3ljch hat F. Jacoby in seinem Auf
von der Zahigkeit mttndlidier Volksuberlieferungen durdi satz ,Homerjsches’ (Hermes 1933, S. 1) die gesamte
tiberlie
Nadiweise aus dem Nordisdien. ferung fiber Homers Leben neu Uberprfift und die
Ergebnisse
Das meiste zur rediten Wurdigung der Homerlegende hat von Wilamowjtz im wesentlichen bestatigt gefunden.
Auth
U. von Wilamowitz in den Kapitein ,Zwei alte Volksbttdier’ die umfangreiche Einzelliteratur ist hier verzeithnet.
— Ab
und ,Die Ilias und Homeros’ in seinem Werk ,Die Ilias und sdinitt 3 unserer Erlauterung verdankt viel dem
stoifreichen
Homer’ (1917, S. 396 und 365) getan. Er hat den griedil Biithlein von Konrad Ohiert ,Rätsel und Gesellsthaftsspmele
schen Text der ,Vita Herodotea’ und des ,Certamen Homeri der alten Griedien’ (Berlin 1886, 2. Aufl. 1912) es
ist noth
et Hesiodi’ nebst den fibrigen Homer-Viten in Lietzmanns heute lesenswert. Audi das gelehrte, dodi im
Urteil nicht
Kleinen Texten (Nr. 137, Berlin 1916) herausgegeben und immer gluckliche Both von W. Schultz, Rätsel aus
d. hell.
in seinem Aufsatz ,Homer der fahrende Sänger’ (Reden und Kulturkreis, 1909, 1912, (Mytholog. Bibliothek 1111
[19091,
Vortrage 1925, S. 83) anziehend Uber die Legende geplau Vi [1921]) wurde herangezogen, ebenso sein Artikel
in der
dert. Diesen Schriften von Wilamowitz sind zumal Ab Realenzyklopadie I A 1 (1914) ,Rätsel’.
sdinitt 2 und 5 unserer Erlauterung verpflidatet. Dodi darf Zu den zahllosen Einzelfragen, die die Homerlegende
auf
darLiber nitht vergessen werden, da1 bereits Theodor Bergk gibt, kann hier nicht Stellung genommen werden.
Einige
1872 im ersten Bande seiner ,Griechisdien Literaturgeschithte’ Nachweise und Begrundungen mftssen gendgen.
(S. 440) den tlberlieferungswert der Homerlegende erkannt
Einzelnes
hat. Manches gelehrte Material trug Joh. Schmidt in seiner
Dissertation ,De Herodotea quae fertur vita Homeri’ (Dis ‘ Odyssee 8, 497.
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Odyssee 8, 481.
sertationes Halenses II 1876) zusammen. Den ,Wettkampf’
Odyssee 17, 382.
hat der junge Nietzsche 1871 in den ,Acta Societatis Philo
Platon Ion 530d.
logae Lipsiensis’ herausgegeben und hervorragend in seiner
Xenophanes Fragm. 10 Diels.
Abhandlung ,Der Florentinisdie Tractat uber Homer und 6
Da13 das Kernstjjck des aus Hadrianischer Zeit stammen
Hesiod, ihr Geschlecht und ihren Wettkampf’ (Rheinisdies
den Traktats ,Uber Homer und Hesiod, ihr
Museum 1870 und 1873, jetzt Werke Band XVII 1910, Gesthiedit und
ihren Wettkampf’, namlidi der Wettkampf selbst
und die
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keinem blinden...’ (vgl. audi S. 368). Aber Homer scl,reibi
seine Gedichte nicht selber auf, er besingt die Pinie nicht
wegen ihrer Schönbeit, schildert eine erwärmte, aber keine Das neue I3ild der Antike
erleuthtete Halle, und also ist’s audi nichts daniit, daf3
Herausgegeben von Helmut Berve
Homers Blindheit ,allein aus deni delischen Apollonhyinnus
stamme’. Band I 7-Jellar. 394 Seiten mit 140 Abbildungen
Band II Rom 458 Seiten mit 67 .4bbildungen
° Die im letzten Abschnitt berührten Dinge babe ich in
meinen ,Iliasstudi.en’, Abh. der Sächs. Akademie d. Wiss., ebunden je 14 .R.M
Bd. 43 Nr. 6, 1938, S. 25ff. und sodann in dem Vortrag Entntanden durch die Zusammenarbeit der besten Kenner,
,Homer und scm Jahrhundert’, ersthienen in dem Werk die iich irn Zeichen des Kriegseinsatzes der deutschen
,Das neue Bild der Antike’, Verlag Koehler und Amelang Geisteswissenschaft vereinigt haben gibt das Werk ernen
Uberblick uber die wesentlichen neuen Ergebnisse in de
1942, näher begrundet. nen die klassische Altertunsiwinsenichaft beweist dali audi
sie der nenen deutschen Grundhaltung in direr Arbeit
Zum Text Ausdrtick verleiht Das Werk das sich an einen wenteren
Kreis wendet, audi wenn es in keinern Beitrag semen
Die Ubersetzung folgt im allgemeinen dern Text von Wila wissenschaftlichen Charakter verleugnet, muli auf sachliche
mowitz (Lietzmanns Kielne Texte Nr. 137). Die Abwei Vollstandigkeit verzichten; urn so deutlicher hebt en die
chungen seien hier kurz verzeichnet: besonderen Fortschritte hervor, die in unserer klasiischen
Wilamowitz S. 5, Z. 24: ts&e Schdt. (vgl. S. 4, 28 und Altertumswjsnensdiaft erreicht wurden. Der ,‘Hel1as’ be
S. 12, 10 mit Apparat, besonders 5. 14, 3). titelte I. Band. den reich illuitrierten Werkei behandelt
S. 6, Z. 29; S. 7, Z. 3: Q&’vrç, Oöi’1Vi]. besonderi audi die Fruhgeichichte der Griechen Homer
S. 7, Z. 29: [ouiXot tYocQec] Schdt. die Religion cter Griechen die Tragodie Athens politische
Machtstellung Olympia irn Zeichen der vom Fuhrer ge
5. 9, Z. 2: vittov — dtd2cov, wie die Handschr. Für den
forderten Ausgrabungen Pheidias die groulen Historiker
transitiven Gebrauch vgl. SophoklesAias 559 und &ttá?.w. Platon die Geisteswelt den Hellenismus und andere with
S. 9, Z. 10: Annahme eines Versausfalls in diesem Stil un tige Thernen. Der II. Band, der den Titel ,‘Rom trägt
notig. und viele Abbildungen bnngt widmet sich besonders
S. 11, Z. 2: In der von Wilarnowitz richtig erkannten folgenden Thernen Jtalienische Fruhgeschichte Altrom
Lücke wurde in der tlbertragung das ,weiträurnige Aigai’ rornisches Retht politioche Raumordnung durch Rom
neben deni Helikon eingesetzt nadi Horn. Hymn. 22, 3. rornische Kunit romische Staatsarchitektur Caesar die
S. 11, Z. 22: nuveevl?etv ut 3tAotov, vgl. T. W. Allen, augusteinche Zeit Tacitus Konstantrn die Spatantike
Homeri opera V zur Stelle. (Germanen und Donaulander) die Einheit der Antike irn
Weitbild von heute u a So erweist dan Werk in seiner urn
S. 13, Z. 6: xj csllóvtov mit ,Herodot’ gegen Suidas. sichtigen tlberschau uber die Lenstungen der Alterturns
S. 14, Z. 4: tctt&ç <h5o> Schdt. wissensthaft dali auf allen Fachgebieten Neues erarbeitet
5. 15, Z. 2: i3 mit P9 bei Allen. wuocle. Allen Freunden der Antike lit hier eine wichtige,
S. 15, Z. 18f.: Nichts zu streichen; die umständliche Stili umfassencle Moglichkeit zoo eigenen Studien geboten.
sierung ist Absicht. Audi S. 12, 28 nichts von eingedrun
gener anderer Rezension.
S. 16, Z. 13/14: xcd <tX?c> xauc4ievo;.. Schdt.
— 3ouoiiavoç nicht zu strekhen. KOEHLER & AMELANG / LEIPZIG
S. 18, Z. 6—14: Einschub eines späteren Dichters.
S. 38, Z. 24: cs{hwç mit Barnes.
— S. 40, Z. 14: cità Ohlert
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