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Atomarer Aufbau der Materie

1.) Gesetz von der Erhaltung der Masse (Gesamtmasse)


äußerlich beobachtbare Gewichtsveränderung bei chemischen
Reaktionen

• Kohle verbrennt,
verbrennt Rückstand ist leichter
Kerze verschwindet beim Brennen
• Eisennagel oder -gegenstand scheint schwerer zu werden

oberflächliche Betrachtungsweise:
manchmal Substanzverlust
manchmal Substanzgewinn ?

genaueres Experiment notwendig:

- Reaktionen in geschlossenem Gefäß durchführen:

- Kerze: die durch Verbrennung entstehenden


Gase CO2, H2O können nicht entweichen
- Rosten:
R t Aufnahme
A f h von O2 aus der
d Luft.
L ft

Gewicht bleibt konstant. !


Gesetz von der Erhaltung der Masse:

„Bei allen chemischen Vorgängen bleibt die


Gesamtmasse der Reaktionsteilnehmer
unverändert.“
ä d t“

klingt trivial, wurde aber erst 1774 (vor ca. 200 Jahren) erkannt von

Antoine Lavoisier (1743-94)

experimentelle Überprüfung des Gesetzes:

- sehr genaue Berücksichtigung aller möglichen Fehlerquellen


insbesondere durch

1908 deutscher Physikochemiker Hans Landolt (1831-1910)


1909 ungarischer
g Physikochemiker
y Lorand v. Eötvös ((1848-1919))
- jeweils ca. 300 g Substanz eingesetzt
- Masseschwankung
M h k ging
i niei über
üb die
di durch
d h Blindversuche
Bli d h
ermittelte maximale Fehlergrenze der Massebestimmung
(Δ m = 0.03 mg)

D. h. Gesetz von Erhaltung der Masse gilt innerhalb dieser


Fehlergrenze:

0.00003 g = 1 • 10-5 %
300 g

wichtig: - Blindversuch
- max. Fehlergrenze der Messmethode
- Formulierung eines Gesetzes innerhalb der
angegebenen Fehlergrenzen!

Tatsächlich gilt das Gesetz von der Erhaltung der Masse nicht
hundertprozentig:

bei fast allen Reaktionen wird nicht


nur Masse umgesetzt,
sondern auch Energie

Äquivalenz zwischen Masse und Energie nach Einstein

E = m • c2
D. h. Durch Aufnahme oder Abgabe von Wärme verändert
sich auch die Masse.

Diese geringe Massenwanderung liegt jedoch


4 Zehnerpotenzen unterhalb der Fehlergrenze
von Landolt und Eötvös

Bei normalen chemischen Reaktionen


gilt das Gesetz von der Erhaltung der Masse

innerhalb der Fehlergrenzen

Bei Elementumwandlungen (Kernreaktionen)


Erweiterung des Gesetzes:

Gesetz von der Erhaltung der


Masse und Energie
2.) Stöchiometrische Gesetze

Bislang: nur Gesamtmasse bei chem. Reaktion


Jetzt: einzelne Massen betrachten,
betrachten Massenverhältnisse

Stöchiometrie: Lehre von den Massenverhältnissen


d R
der Reaktionspartner
ki undd Produkte
P d k
einer chemischen Reaktion

Experiment: Hofmannscher Wasserzersetzungsapparat

elektrolytische Zersetzung,
Analyse von Wasser in H und O

Massenverhältnis immer 1 : 7.936


immer konstantes Massenverhältnis bei Bildung von
V bi d
Verbindungen:

oder:

vollständige Umsetzung nur bei einem bestimmten


Gewichtsverhältns

Gesetz der konstanten Proportionen:


„Das Massenverhältnis zweier sich zu
einer chemischen Verbindung
vereinigenden Elemente ist konstant.

1799 franz. Chemiker: Joseph Louis Proust (1754-1826)

obige Gewichts- bzw. Massenverhältnisse stellen


recht krumme Zahlen dar.
dar

Erklärung nötig !!!


Konstante Proportionen
der Massenverhältnisse

Metall / Nichtmetall:

Zn / S 1 : 0,4905

Hg / O 1 : 0,0798

Cu / O 1 : 0,2518

Na / Cl 1 : 1,5421

Wasserstoff / Nichtmetall:

H/O 1 : 7,936

H/N 1 : 4,632
Nur 4 Jahre später machte der engl. Naturforscher
John Dalton (1766-1844)

eine weitere wichtige Beobachtung und formulierte


das ebenfalls allgemeingültige

Gesetz der multiplen Proportionen


„Die Massenverhältnisse zweier sich zu
verschiedenen chemischen Verbindungen
vereinigender Elemente stehen im Verhältnis
einfacher ganzer Zahlen zueinander.

Beispiel: Verbindungen aus N und O (Stickoxide)

Somit Erweiterung des Gesetzes der konstanten


Proportionen,
schließt das Gesetz mit ein!

Weitere Folgerung
z. B. Verbindung 3:

s. Ammoniak s. Wasser

N: O = 1 : 1.713 auch ausdrückbar als 4.632 : 7.936


Multiple Proportionen
der Massenverhältnisse

Verb. 1 N/O = 1 : 0.572 = 1: (1 x 0.571) (N2O)

Verb. 2 N/O = 1 : 1.142 = 1: (2 x 0.571) (NO)

Verb. 3 N/O = 1 : 1.713 = 1: ((3 x 0.571)) ((N2O3)

Verb. 4 N/O = 1 : 2.284 = 1: (4 x 0.571) (NO2)

Verb. 5 N/O = 1 : 2.856 = 1: (5 x 0.571) (N2O5)


für Stickstoffoxide also:
Vielfache N O

Verb. 1: N/O = (3 x 4.632) : (1 x 7.936) N2O


Verb. 2: N/O = (3 x 4.632) : (2 x 7.936) NO
Verb. 3: N/O = (3 x 4.632) : (3 x 7.936) N2O3
Verb. 4: N/O = (3 x 4.632) : (4 x 7.936)
NO2
Verb. 5: N/O = (3 x 4.632) : (5 x 7.936)
N2O5

Vergleiche: N/H = 4.632 : 1


Vergleiche: O/H = 7.936 : 1

1791 deutscher Chemiker Jeremias Benjamin Richter (1762-1807):


(1762 1807):

Gesetz der äquivalenten Proportionen

„Elemente vereinigen sich stets im Verhältnis


bestimmter Verbindungsmassen
(„Äquivalentmassen“)
(„ qu va e t asse ) oder
ode ganzzahliger
ga a ge
Vielfacher dieser Massen zu chemischen
Verbindungen.

geht über beide vorige Gesetze hinaus und schließt sie mit ein.