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Betriebswirtschaftslehre
für Kaufleute im Gesundheitswesen

Anja Grethler
Wolfgang Schmitt

© 2014 Georg Thieme Verlag KG


Rüdigerstraße 14
70469 Stuttgart
Deutschland
Telefon: +49/(0)711/8931-0

Unsere Homepage: www.thieme.de

ISBN 978-3-13-153891-8

Georg Thieme Verlag


Stuttgart · New York

Ergänzungen
aus: Grethler,
zu: Grethler,
Betriebswirtschaftslehre
Betriebswirtschaftslehre
für Kaufleute
für Kaufleute
im Gesundheitswesen
im Gesundheitswesen
(ISBN 9783131538918)
(ISBN 9783131538918)
© 2014©Georg
2014 Georg
Thieme
Thieme
VerlagVerlag 1
Kapitel 1: Organisation
Aufgabe 1 Aufgabe 7
Eine Organisation stellt ein soziales Gebilde dar, welches dauer- Für den Stab sprechen folgende Argumente:
hafte und somit langfristige Ziele mit Hilfe seiner Mitglieder ver- • Arbeitsentlastung
folgt. Die Organisationsstrukturen (z. B. persönliche Weisungen, • Spezialisierung
Stabstellen etc.) steuern die Aktivitäten der Organisationsmit­
glieder. Gegen den Stab sprechen nachfolgende Argumente:
• Fachlich wahrscheinlich unterfordert (Welche Aufgaben soll
der Stab genau übernehmen, gibt es überhaupt genug Auf­
Aufgabe 2 gaben?)
Bei der Stellenbildung werden bestimmte Teilaufgaben zu einer • Nimmt zu stark Einfluss auf den Betriebsinhaber
Gesamtaufgabe zusammengefasst, die von einem gedachten Stel-
leninhaber abzuarbeiten sind. Mehrere Personen können auf Insgesamt stellt sich bei dem dargestellten Problem die Frage, ob
einer Stelle sitzen, z. B. wenn eine Stelle durch mehrere Teilzeit­ die Etablierung eines Stabes überhaupt zielführend ist, oder ob
arbeitnehmer repräsentiert wird. Häufig besteht eine Stelle durch nicht eine Umstrukturierung in Form von Abteilungsbildungen
einen Stelleninhaber. sinnvoller erscheint.

Aufgabe 3 Aufgabe 8
Eine Instanz ist dadurch gekennzeichnet, dass sie neben der Auf- Bei der Matrixorganisation wird die Leitung z. B. einer Abteilung
gabe zusätzlich mit Entscheidungs-, Verantwortung- und Anord- auf zwei unabhängige Dimensionen übertragen. Gleichzeitig wird
nungs- oder Weisungskompetenz ausgestattet ist. Diese Aufgaben erwartet, dass es hierdurch schneller zu Problemlösungen kommt,
nehmen i.d.R. die Abteilungsleitungen wahr. da die Beteiligten im Rahmen eines konstruktiven Dialoges zu
entsprechenden Entscheidungen gelangen. In der Praxis kann es
aber gerade hierdurch auch zu Konflikten kommen.
Aufgabe 4 Im Krankenhaus wird jede Abteilung medizinisch und pflegerisch
geleitet. Allerdings besitzt letztendlich die medizinische Leitung
Abteilungsbildungen lassen sich anhand folgender Kriterien bil-
regelmäßig ein Weisungsrecht gegenüber der pflegerischen Lei-
den:
tung. Sind dagegen zwei Abteilungen z. B. für eine Intensivstation
• Funktionen
zuständig, z. B. Anästhesie und Kardiochirurgie, stellt sich die
• Dienstleistungen
Frage, wer die Anordnungs- und Entscheidungskompetenz besitzt
• Regionen
und damit auch die Gesamtverantwortung trägt.

Im Allgemeinen erfolgt die Abteilungsbildung nach dem Verrich-


tungs- oder Objektprinzip. Bei der Abteilungsbildung nach dem Aufgabe 9
Verrichtungs- oder Funktionsprinzip kommt es zur Zusammen-
fassung von Stellen, die gleiche Tätigkeiten oder Funktionen aus- Die Projektorganisation stellte eine flexible Organisationsform
führen z. B. Einkauf, Lagerhaltung usw. dar, da es sich bei einem Projekt um eine terminlich fixierte Auf-
Eine Abteilungsbildung nach dem Objektprinzip, wie es z. B. gabenerledigung handelt. Mit Abschluss des Projektes gehen die
Dienstleistungen sind, könnten in einem ambulanten Pflegedienst Mitarbeiter z. B. wieder in die „Linie“ zurück bzw. erhalten eine
die Abteilungen Intensivpflege, Altenpflege, Hauswirtschaft etc. neue Projektaufgabe. Die Projektorganisation ist in verschiedenen
bilden. Ausprägungen möglich. Siehe Buch.

Aufgabe 5 Aufgabe 10
Das Einliniensystem zeichnet sich durch die Einheit der Leitung • Aufbau einer neuen Abteilung/Pflegeheims
aus. D. h. jeder Abteilungsbereich erteilt ausschließlich den ihm • Eröffnungsfest/Tag der offenen Tür
unterstellten Mitarbeitern Weisungen. Somit kommt es nicht zu • Übernahme eines anderen Krankenhauses/Pflegeheims/
Doppeltunterstellungen wie es im Mehrliniensystem möglich ist. ambulanten Pflegedienstes etc.
So könnte in einer Mehrlinienorganisation beispielsweise die
­Pflegedienstleitung dem einzelnen Verwaltungsmitarbeiter Auf-
träge erteilen und die Verwaltungsleitung den einzelnen Pflege-
Aufgabe 11
kräften Aufgaben übertragen. Bei dieser Organisationsform wird den einzelnen Divisionen eine
wesentlich höhere Verantwortung übertragen. Sie stellen quasi
Unternehmen im Unternehmen dar. Die höhere Verantwortung
Aufgabe 6 ist gepaart mit mehr Entscheidungs- und Weisungskompetenz.
Eine Stabstelle hat die Aufgabe, die übergeordnete Stelle zu ent- Die Unternehmensleitung behält allerdings die Gesamtverant-
lasten und mit ihrer Fachkompetenz den Stelleninhaber zu unter- wortung und legt mit den Divisionen die Ziele fest. Bei der Unter-
stützen. Beim Stabliniensystem wird die Linie mit dem entspre- nehmensleitung verbleiben nur noch bestimmte Abteilungen, die
chenden „Know how“ durch den angegliederten Stab versorgt. Die für das gesamte Unternehmen Aufgaben/Dienstleistungen über-
Stabsaufgabe kann durch eine oder mehrere Personen wahrge- nehmen wie z. B. die Presseabteilung, EDV oder Rechtsabteilung
nommen werden. Nehmen die Personen unterschiedliche Auf­ etc.
gaben innerhalb des Stabes wahr, dann stellt der Stab eine Stabs­
abteilung dar.

2 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Aufgabe 12 Aufgabe 17
a. Eine Überlegung könnte sein, dass in diesen Bereichen das Verkauf des Unternehmens, Belastung von Grundstücken bzw.
„Geld“ im OP verdient wird und somit relativ schnell ein Immobilien, sofern keine Sondervollmacht hierfür vorliegt.
Opera­tionserfolg erkennbar ist. Eine weitere Möglichkeit
könnte die Planbarkeit der Eingriffe sein, von Notfällen abge-
sehen. In beiden Bereichen ist der Ressourcenverbrauch rela- Aufgabe 18
tiv hoch, gleichzeitig lassen sich in beiden Bereichen hohe Bei der Ablauforganisation geht es um die zeitliche und räumliche
Erlöse erwirtschaften, sodass den Abteilungsleitungen mehr Aufgabenerledigung (Problemlösung). Häufig wird die Gesamt-
Verantwortung in Bezug auf die Kosten und Erlöse übertragen aufgabe in Teilaufgaben oder Prozesse gegliedert. Die einzelnen
wird. Aufgaben müssen lückenlos aufeinander abgestimmt sein. Ist dies
b. Ein Konzept stellt eine Grobplanung für eine Aufgabenlösung nicht der Fall, spricht man von Schnittstellenproblemen.
dar. Dabei ist es besonders wichtig, darauf zu achten, ob alle
Beteiligten den gleichen Informationsstand haben bzw. diese
auf den gleichen Informationsstand zu bringen. Aufgabe 19
Konzeptschritte könnten in Bezug auf die Problemstellung
Zu Schnittstellenproblemen kommt es, wenn die Teilaufgabenbe-
folgende sein:
arbeitung nicht genau aufeinander abgestimmt ist. Beispiel: Pati-
◦◦ Analyse der Ausgangssituation (Ist-Analyse) und wo will
entenaufnahmen: Hier sind oft mehrere Aufgaben gleichzeitig
man hin (Soll-Zustand/Ziel festlegen)
durchzuführen z. B. Labor, Radiologie usw. Erst wenn alle Infor-
◦◦ Informationsphase (Erhebung und Auswertung)
mationen vorliegen ist das weitere Vorgehen planbar. Dies ist aber
◦◦ Maßnahmenplanung in logischer Reihenfolge (Ablaufplan)
nur möglich, wenn die Organisation so abgestimmt ist, dass alle
◦◦ Konzeptumsetzung in Verbindung mit einem Zeitplan,
Bereiche innerhalb eines vorher definierten Zeitintervalls ihre
Finanzierungsplan, benötigten Mitarbeitern zur Konzept­
Aufgaben erledigen können und die Ergebnisse zentral, z. B. durch
umsetzung, Personalentwicklungsplan für Mitarbeiter und
entsprechende EDV, dem Arzt zur Verfügung gestellt werden.
Vorgesetzte der angedachten Abteilungen
◦◦ Konzeptcontrolling
c. Mit folgenden Problemen muss die Klinikleitung rechnen:
◦◦ Ablehnung der Profitcenter Idee durch Vorgesetzte und
Aufgabe 20
­Mitarbeiter, weil diese Nachteile für sich befürchten a. Mögliche Schnittstellenproblematik im Pflegeheim
◦◦ Ängste vor Neuerungen bzw. Angst um den Arbeitsplatz ◦◦ Pflege – Küche,
oder Mehrarbeit ◦◦ Pflege – niedergelassene Ärzte etc.
◦◦ Sabotage der Idee durch Fehlinformationen, Gerüchtebil­ b. Mögliche Schnittstellenproblematik in einer stationären Reha-
dungen usw. bilitationseinrichtung
Achtung: In der Realität ist eine Konzeptumsetzung nur mög- ◦◦ Aufnahme – andere Funktionsbereiche
lich, wenn die Abteilungen grundsätzlich dazu bereit sind; ◦◦ Krankenhaus – Reha, Pflege, niedergelassene Ärzte etc.
d. h. die Leitungen, aber auch die Mitarbeiter müssen über-
zeugt werden. Dies ist nur möglich, wenn diese positive
Effekte daraus ziehen können. In der BWL spricht man von
einer Win-win-Situation.

Aufgabe 13
• Handlungsvollmacht in Form von Einzel-, Art- oder Gesamt-
vollmacht
• Prokura (Einzel- oder Gesamtprokura)

Aufgabe 14
Siehe Buch S. 28

Aufgabe 15
Sämtliche Handlungen, die ein Handlungsbevollmächtigter auch
ausführen darf. Weiterhin darf ein Prokurist auch Klagen und Pro-
zesse führen sowie Grundstücke oder Immobilien kaufen.

Aufgabe 16
Der Einkauf von Gerätschaften gehört zu den Alltagsgeschäften
eines Prokuristen. Somit kann der Geschäftsführer im Außenver-
hältnis keinen Einwand hervorbringen. Wurde im Innenverhältnis
geregelt, dass der Prokurist bestimmte Geschäfte nicht ausführen
darf, muss der Geschäftsführer den Prokuristen zur Übernahme
der Kosten auffordern bzw. im Notfall verklagen.
Fazit: Das Geschäft ist gültig.

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 3
Kapitel 2: Sozialversicherung
b. Grundsätzlich besteht für Kinder über 12 Jahren kein An­
Aufgabe 1 spruch auf Krankengeld (vgl. § 45 SGB V). Ist das Kind be­hin-
Die Sozialversicherung wurde aufgrund der prekären Lage der dert und bedarf es der Hilfe durch einen Erziehungsberech­
Arbeiterschaft durch Bismarck ins Leben gerufen. Die Arbeiter tigten, dann besteht ein Anspruch auf Krankengeld.
hatten zur damaligen Zeit im Falle von Krankheit und Unfall
weder für sich noch für ihre Familien eine Absicherung. Auch bei
Eintritt ins Rentenalter gab es keine Versorgung. Um die sich Aufgabe 7
somit ergebende soziale Not zu lindern, aber auch, um die poli­
a. Siehe Sachdarstellung im Buch S. 34
tische Stabilität sicherzustellen wurde die Sozialversicherung
Die aktuelle Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und
schrittweise eingeführt.
Pflegeversicherung liegt 2014 bei monatlich 4050,00 € und
einem Jahreseinkommen von 48600,00 €.
Wenn Fr. Müller 6000,00 € brutto verdient errechnet sich der
Aufgabe 2 Krankenversicherungsbeitrag anhand der Beitragsbemes-
Die Sozialversicherung besteht heute aus den Zweigen: sungsgrenze von 4050,00 €.
• Krankenversicherung Wird ein Beitragssatz von 8,2 % für Arbeitnehmer zugrunde
• Unfallversicherung gelegt, dann ergibt sich folgendes Ergebnis:
• Rentenversicherung
Berechnung: 4050,00 € × 0,082 = 332,10 €
• Arbeitslosenversicherung
• Pflegeversicherung Der Arbeitnehmeranteil beträgt 332,10 € für Frau Müller.
b. Aufgrund der sich regelmäßig ergebenden Tarifveränderungen
nimmt der Gesetzgeber die entsprechenden Anpas­sungen vor.
Aufgabe 3
a. Der Arbeitgeber nutzt die Arbeitskraft des Mitarbeiters für
seine Zwecke. Durch die Arbeit ist der Einzelne einem höhe- Aufgabe 8
ren Risiko (Unfall, Krankheit, etc.) ausgesetzt. Der Arbeitgeber • Wenn ein Arbeitsunfall vorliegt
wird durch seinen Beitrag zu den entsprechenden Zweigen • Bei einem Unfall, der auf dem direkten Weg von oder zur
der So­zialversicherung somit an dem Risiko des Arbeitneh- Arbeit passiert
mers finanziell beteiligt. Da der Arbeitnehmer ein entspre- • Bei Vorliegen einer anerkannten Berufskrankheit
chendes Entgelt für seine Tätigkeiten erhält, wird von ihm
ebenfalls ein entsprechender Beitragsanteil gefordert.
b. Da der Arbeitgeber den alleinigen Nutzen durch die Beschäfti- Aufgabe 9
gung des Arbeitnehmers hat, soll er auch das Risiko für einen
Die Unfallversicherung gewährt nicht nur die Leistungen, sondern
möglichen Unfall des Arbeitnehmers in Form der alleinigen
stellt durch entsprechende Ärzte auch fest, ob es sich um einen
Beitragsaufbringung für die Unfallversicherung übernehmen.
Arbeitsunfall handelt oder ob die Erkrankung evtl. schon vorher
bestanden hat. Dabei wird kritisiert, dass Ärzte oder Gutachter im
Sinne der Unfallversicherung handeln würden. Eine neutrale In­-
Aufgabe 4 stanz gibt es nicht. Wird ein Gutachten angezweifelt, bleibt den
Dies liegt daran, dass die KH vermuten, dass das System von den Betroffenen nur noch der Gang durch die Gerichtsinstanzen, was
KH zu ihrem Vorteil ausgenutzt wird. Die KH können beispiels- gerade von den Betroffenen als doppelte Belastung angesehen
weise durch den Schweregrad in bestimmten Grenzen ihre Ent- wird.
gelte bestimmen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Kliniken
Patienten relativ schnell entlassen und die Weiterbehandlung an
nachgeordnete Instanzen, wie stationäre REHA-Einrichtungen, Aufgabe 10
auslagern, um so Kosten zu sparen.
Die Beiträge für die einzelnen Berufsgenossenschaften ergeben
sich anhand der angefallenen Kosten im zurückliegenden Jahr.
Kam es im zurückliegenden Jahr zu überdurchschnittlichen Kos-
Aufgabe 5 ten, dann werden diese auf die Beitragszahler umgelegt (evtl. in
a. Siehe Sachdarstellung im Buch S. 33 Form einer Nachzahlung). Gleichzeitig ergeben sich im neuen Jahr
b. Durch die Gewährung von Krankengeld soll der Betroffene vor höhere Beiträge. Die unterschiedlichen Beiträge in den einzelnen
möglichen finanziellen Schäden bewahrt werden. Da der Berufsgenossenschaften ergeben sich aufgrund der unterschied­
Arbeitgeber nach einer bestimmten Zeit kein Entgelt mehr für lichen Risiken der versicherten Arbeitsplätze. So ist das Risiko von
den erkrankten Arbeitnehmer zahlen muss, erhält der Bauarbeitern (BG der Bauwirtschaft), einen Unfall zu erleiden, um
erkrankt Arbeitnehmer das sog. Krankengeld, welches von der ein Vielfaches höher als von Beschäftigten in der Verwaltung (Ver-
Krankenkasse gezahlt wird. D. h. das Krankengeld ersetzt das waltungs-BG)
Arbeitsentgelt.

Aufgabe 11
Aufgabe 6 Siehe Sachdarstellung S. 36 ff.
a. Das Krankengeld wird für längstens 78 Wochen gewährt.
Häufig hat der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber
einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung von i.d.R. 6 Wochen. Aufgabe 12
Sofern er diesen Anspruch besitzt, vermindert sich das Kran-
Um ihn vor finanziellen Verlusten abzusichern bzw. seine Existenz
kengeld auf 72 Wochen. (vgl. §§ 44 ff. SGB V).
finanziell abzusichern.

4 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Aufgabe 13 gehen, ist somit die Notwendigkeit gegeben, eine Versorgung
durch einen ambulanten Pflegedienst oder eine stationäre Heim­
a. Berufliche Reha z. B. zur Wiedereingliederung in einen Beruf. unterbringung zu organisieren.
Es muss darauf geachtet werden, dass die Voraussetzungen
der Rentenversicherung vorliegen.
Bei akuten und chronischen Erkrankungen, damit die Betrof­ Aufgabe 20
fenen wieder ihre Arbeit aufnehmen können.
Siehe Sachdarstellung Buch S. 38 f.
Folgender Grundsatz gilt immer: „Rehabilitation vor Rente!“
b. Bei der stationären Reha verbleibt der Patient auch in der
Nacht in der Reha-Einrichtung und erhält die entsprechenden
Hotelleistungen wie Zimmer, Verpflegung etc. Bei der ambu-
Aufgabe 21
lanten Reha kommt der Patient häufig nur zur Maßnahme Hierfür gibt es mehrere Gründe. So z. B., um einen kleinen finan­
und verlässt die Einrichtung dann wieder. ziellen Anreiz zu schaffen, dass der Demenzkranke noch länger im
bekannten Umfeld verbleiben kann und des Weiteren, um die
Pflege­bereitschaft von Angehörigen zu honorieren.
Aufgabe 14
Da die Bevölkerung immer älter wird, die Lebenserwartung w
­ eiter
Aufgabe 22
steigt und gleichzeitig aber immer weniger Junge nachkommen
und oft noch sehr spät als Beitragszahler auftreten, wurde das Siehe Sachdarstellung Buch S. 39
Renteneintrittsalter angehoben, um so die Rentenversicherung
finanziell zu sichern.
Aufgabe 23
Siehe Internet
Aufgabe 15
Die Rentenversicherung hätte ihre Verpflichtungen nicht mehr
sicherstellen können. Außerdem wären die finanziellen Belastun- Aufgabe 24
gen für die Beitragszahler immer weiter gestiegen, was zu ent- Schülerabhängige Antworten
sprechenden Verwerfungen hätte führen können.

Aufgabe 25
Aufgabe 16 • Verbraucherberatung
• Beratung • Versicherungsmakler
• Arbeitslosengeld • Unabhängige Zeitungen wie Finanztest etc.
• Umschulungsmaßnahmen • TV-Sendungen wie PlusMinus oder Wiso etc.
• Zuschüsse etc.

Aufgabe 26
Aufgabe 17 • Versorgungslücke im Alter zu schließen
Viele Arbeitslose scheiden mit Eintritt in das Rentenalter aus der • Vorbeugung gegen Altersarmut treffen
Arbeitslosenversicherung aus. Weiterhin nimmt die Arbeitslosig-
keit kontinuierlich aufgrund der anziehenden Wirtschaft ab. Dar-
über hinaus ergeben sich durch die eingeleiteten Reformen posi-
tive Auswirkungen auf die Arbeitslosenversicherung.

Aufgabe 18
• Studenten
• Personen, die nicht erwerbstätig sind
• Selbstständige
• Rentner
Der genannte Personenkreis ist nicht Pflichtmitglied in der
Arbeitslosenversicherung, da er aufgrund seines Status nicht
arbeitslos werden kann. Müssen Selbstständige ihre Erwerbs­
tätigkeit einstellen, dann müssen sie Sozialhilfe beantragen
oder aber von ihrem Restvermögen die Zeit als Arbeitsloser
überbrücken.

Aufgabe 19
Aufgrund des demografischen Wandels stehen den Beschäftigten
immer mehr Pflegebedürftige gegenüber, sodass die Aus­gaben
die Einnahmen in Zukunft um ein Vielfaches übersteigen werden.
Die häuslichen Pflegeleistungen in Form von Pflegegeld werden
dar­über hinaus geringer finanziell unterstützt als die ambulante
bzw. stationäre Pflege. Da heute viele Erwerbstätige nicht am
Wohnort der pflegebedürftigen Eltern einer Beschäf­tigung nach-

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 5
Kapitel 3: Unternehmensformen
Aufgabe 1 Aufgabe 4
Vornehmlich hat das Handelsregister Publikations-, Beweis-, Kon- a . ▶ Tab. 3.1
troll- und Schutzfunktionen. b. Antwort S. 48. Die Geschäftsführung definiert die Rechte der
Gesellschafter im Innenverhältnis. Im Allgemeinen ist jeder
Gesellschafter zur Führung der Geschäfte der OHG gesetzlich
Aufgabe 2 berechtigt und verpflichtet. Der Anspruch zur Geschäftsfüh-
Die Eintragung in das Handelsregister kann zwei rechtliche Wir- rung erstreckt sich auf alle Handlungen, die der gewöhnliche
kungen besitzen: Betrieb des Handelsgewerbes der Gesellschaft mit sich bringt.
• Deklaratorische Wirkung (rechtsbezeugend): Tatsachen und Die Geschäftsführungsbefugnis kann vertraglich ausgeschlos-
Rechtsverhältnisse, die schon vor ihrer Eintragung rechts­ sen werden. Jeder zur Geschäftsführung berechtige Gesell-
wirksam waren, werden Dritten bekannt gemacht. Es geht schafter kann alleine handeln (Grundsatz der Einzelgeschäfts-
um die Bestätigung oder Klarstellung eines bereits vorhande- führung). Im Gesellschaftsvertrag kann aber auch festgelegt
nen Rechtes oder Rechtsverhältnisses. Beispielsweise ist die werden, dass alle Gesellschafter nur zusammen handeln dür-
Prokura mit Erteilung sofort und nicht erst mit Eintragung fen (§§ 114, 115, 116 HGB). Außergewöhnliche Geschäfte,
wirksam. Die Handelsregistereintragung hat damit rechts­ damit ist bspw. die Aufnahme eines neuen Gesellschafters
bezeugende Wirkung. gemeint, erfordern die Zustimmung aller Gesellschafter
• Konstitutive Wirkung (rechtserzeugend): In manchen Fällen (Gesamtgeschäftsführungsbefugnis, § 116 Abs. 2 HGB), auch
kommt dem Eintrag konstitutive Wirkung zu. Die Tatsachen die von der Geschäftsführung ausgeschlossenen. Verstößt ein
werden erst durch die Eintragung rechtswirksam. So be­ Gesellschafter gegen das Gesamtgeschäftsführungsrecht, ist er
kommt die GmbH bspw. erst mit der Eintragung ins Handels- gegenüber den anderen Gesellschaftern zu Schadensersatz
register die Rechtspersönlichkeit. Die Eintragung ist rechts­ verpflichtet.
erzeugend. c. ▶ Tab. 3.2
d. Nimmt die OHG einen neuen Gesellschafter in eine bereits
bestehende OHG auf, muss auch dieser für sämtliche bei
Aufgabe 3 ­seinem Eintritt bestehenden Verbindlichkeiten aufkommen
(§ 130 HGB).
Die Wahl der „richtigen“ Rechtsform hängt von den Umständen
e. ▶ Tab. 3.3
im konkreten Einzelfall ab. Als Entscheidungshilfen dienen die auf
S. 46 genannten Kriterien.

Tab. 3.1  Kapital zum Ende des Geschäftsjahres, Sanitätshaus Emmerich & Söhle OHG, Aufgabe 4a
Gesellschafter Kapitalanteil 4 % Zinsen Kopfanteil Gesamtgewinn Entnahme Kapital zum Ende
(Einlage) auf Einlage des Geschäftsjahres
Emmerich 1.500.000 € 60.000 € 134.000 € 194.000 €   50.000 € 1.644.000 €
Söhle      550.000 € 22.000 € 134.000 € 156.000 € 100.000 €      606.000 €
Summe 2.050.000 € 82.000 € 268.000 € 350.000 € 150.000 € 2.250.000 €

Tab. 3.2  Kapital zum Ende des Geschäftsjahres, Sanitätshaus Emmerich & Söhle OHG, Aufgabe 4c
Gesellschafter Kapitalanteil 6 % Zinsen Kopfanteil Gesamtgewinn Entnahme Kapital zum Ende
(Einlage) auf Einlage (5:2:3) des Geschäftsjahres
Emmerich 1.644.000 €   98.640 € 116.500 € 215.140 €   50.000 € 1.809.140 €
Söhle      606.000 €   36.360 €   46.600 €   82.960 € 100.000 €      588.960 €
Walter      200.000 €   12.000 €   69.900 €   81.900 €   20.000 €      261.900 €
Summe 2.450.000 € 147.000 € 233.000 € 380.000 € 170.000 € 2.660.000 €

Tab. 3.3  Kapital zum Ende des Geschäftsjahres, Sanitätshaus Emmerich & Söhle OHG, Aufgabe 4e
Gesellschafter Kapitalanteil vorweg 8 % Zinsen Kopfanteil Gesamtgewinn Entnahme Kapital zum Ende
(Einlage) auf Einlage (5:2:3) des Geschäftsjahres
Emmerich 1.809.140 € 144.731,20 €   88.600 € 233.331,20 € 120.000 € 1.922.471,20 €
Söhle      588.960 €   47.116,80 €   35.440 €   82.556,80 € 100.000 €      571.516,80 €
Walter      261.900 € 60.000 €    20.952,00 €   53.160 € 134.112,00 €   90.000 €      306.012,00 €
Summe 2.660.000 € 60.000 € 212.800,00 € 177.200 €  450.000,00 € 310.000 € 2.800.000,00 €

6 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Aufgabe 5 berechtigt, eine Abschrift des Jahresabschlusses (Bilanzen und
GuV) zu verlangen und dessen Richtigkeit unter Einsicht der
a. Eine ausführliche Darstellung entnehmen Sie den S. 50ff. Bücher und Papiere zu kontrollieren. Die Kontrollrechte der
(▶ Tab. 3.4) Kommanditisten können im Gesellschaftsvertrag sowohl
b. Für die Verbindlichkeiten einer KG haften die Gesellschafter erweitert als auch beschränkt werden.
in unterschiedlicher Weise. Die Komplementäre haften wie d. Die Pflichten und Rechte der Gesellschafter ergeben sich aus
die Gesellschafter einer OHG (§ 128 HGB). Im Vergleich dazu dem Gesellschaftsvertrag. Schweigt der Gesellschaftsvertrag,
haften die Kommanditisten nur bis zu einem bestimmten kommen die gesetzlichen Bestimmungen zur Anwendung, die
Betrag, der sogenannten Haftsumme (§ 171 HGB). Bei der im Folgenden wiedergegeben werden.
Haftung vor Eintragung ins Handelsregister gelten abwei- ◦◦ Einlagepflicht: Komplementäre als auch die Kommanditis-
chende Regelungen. Ist die Kommanditgesellschaft noch nicht ten haben die Pflicht zur fristgerechten Leistung der verein-
im Handels­register eingetragen, haften alle Kommanditisten barten Kapitaleinlagen.
für Verbindlichkeiten der KG gleich einem Komplementär, ◦◦ Recht auf Gewinnbeteiligung: Die Gewinnverteilung ist im
soweit sie der Aufnahme der Geschäfte zugestimmt und die HGB geregelt. Ist nichts anderes vereinbart, erhalten sowohl
Gläubiger von der Kommanditisteneigenschaft keine Kenntnis Kommanditisten als auch Komplementäre zunächst 4 % auf
hatten (§ 176 HGB). Die Bestimmungen, die für die KG vor der ihre Einlagen. Der verbleibende Gewinnrest ist in einem
Eintragung in das Handelsregister gelten, sind also mit denen angemessenen Verhältnis aufzuteilen.
der OHG vergleichbar: Vor der Eintragung ist die Haftung ◦◦ Entscheidungsrechte: Diese sind beim Kommanditisten auf
eines jeden Gesellschafters unbeschränkt, unmittelbar und die Einholung der Zustimmung bei außergewöhnlichen
gesamtschuldnerisch. Die Eintragung der Haftungsbeschrän- Handlungen begrenzt, d. h. ihm steht ein Widerspruchs-
kung der Kommanditisten hat konstitutive Wirkung. recht zu bei Handlungen, die den gewöhnlichen Betrieb
c. Bei der Kommanditgesellschaft steht die Erhöhung der Eigen- eines Handelsgewerbes überschreiten (§ 164 HGB).
kapitaldecke durch die Aufnahme von Kommanditisten im ◦◦ Keine Nachschusspflichten.
Vordergrund, ohne dass der persönlich haftende Gesellschaf- Im Gegensatz zu Herrn Ender haben die Kommanditisten:
ter die Geschäftsleitung oder Vertretung mit diesen teilen ◦◦ Im Innenverhältnis:
muss. Der Kommanditist hat kein Recht auf Geschäftsführung -- keine Geschäftsführungsbefugnis. Sie sind von der Füh-
(§ 164 HGB) und Vertretung (§ 170 HGB), lediglich ein Wides- rung der Geschäfte ausgeschlossen (§ 164 HGB). Eine
pruchsrecht bei außergewöhnlichen Geschäften (z. B. bei Auf- Mitarbeit kann sich im Rahmen eines Arbeitsverhältnis-
nahme von Großkrediten, Neubau eines Geschäftsgebäudes, ses (z. B. als Prokurist) ergeben;
Auf­lösung der Gesellschaft). Kommanditisten übernehmen in -- kein Recht, im Laufe des Geschäftsjahres Privatentnah-
der KG in erster Linie die Rolle eines Kapitalgebers. Bei der men zu tätigen. Kommanditisten haben das Anrecht auf
OHG führt die Aufnahme von neuen Gesellschaftern zu Mit- die Auszahlung der Gewinnanteile, sobald die Pflichtein-
spracherechten. Jeder Gesellschafter ist zur Geschäftsführung lage erreicht ist. Dieses Recht besteht nicht, soweit der
und Vertretung des Unternehmens berechtigt und verpflich- Kapitalanteil durch Verlust unter den Betrag der verein-
tet. Neben dem Widerspruchsrecht haben die Kommandi­ barten Einlage oder durch die Auszahlung unter diesen
tisten ein Kontrollrecht, das sie, im Gegensatz zu den Gesell- Betrag herabgemindert würde (§ 169 HGB).
schaftern einer OHG, nicht laufend ausüben dürfen. Sie sind

Tab. 3.4  Gegenüberstellung der Beteiligten einer KG hinsichtlich Mitarbeitspflicht, Geschäftsführung, Vertretung und Haftung, Aufgabe 5 a
Komplementär Kommanditist
Mitarbeitspflicht Alle Komplementäre sind zur Geschäftsführung berechtigt und Kommanditisten haben keine Pflicht zur Mitarbeit im Unter­
verpflichtet. Das Recht zur Geschäftsführung erstreckt sich auf alle nehmen. Eine Mitarbeit kann im Rahmen eines Arbeitsverhält­
Handlungen, die der gewöhnliche Betrieb des Handelsgewerbes nisses (z. B. als Prokurist) erfolgen.
mit sich bringt. Mit anderen Worten: Jeder Komplementär ist
Geschäftsführung Kommanditisten sind von der Geschäftsführung ausge­
alleine berechtigt, geschäftsführerisch tätig zu werden (Grundsatz
schlossen. Sie können einer Handlung der persönlich haften­
der Einzelgeschäftsführung). Nur außergewöhnliche Handlungen,
den Gesellschaftern nicht widersprechen, es sei denn, dass die
z. B. die Änderung der Firma, Aufnahme neuer Gesellschafter,
Handlung über den normalen Geschäftsbetrieb hinausgeht.
erfordern die Zustimmung aller Gesellschafter (Gesamtgeschäfts­
führungsbefugnis).
Vertretung Einzelvertretungsbefugnis der Komplementäre bei gewöhn­lichen Kommanditisten sind von der Vertretung der KG ausge­
und außergewöhnlichen Geschäften. schlossen.
Haftung Die Rechtsstellung eines Komplementärs (Vollhafter) entspricht Die Haftung der Kommanditisten ist in den §§ 171, 172 HGB
der eines OHG-Gesellschafters. Er haftet unbeschränkt sowohl mit geregelt. Ein Kommanditist (Teilhafter) haftet nur beschränkt.
seinem Geschäfts- als auch mit seinem Privatvermögen. Jeder Solange er die im Gesellschaftsvertrag vereinbarte Einlage
Gläubiger kann sich direkt (unmittelbar) an jeden der Komplemen­ nicht geleistet hat, haftet er zwar auch unmittelbar mit seinem
täre halten. Alle Komplementäre haften allein für die gesamten ganzen Vermögen, allerdings nur bis zur Höhe der im Handels­
Schulden der Gesellschaft (gesamtschuldnerisch). register eingetragenen Haftsumme. Von dieser Haftung wird
der Kommanditist befreit, wenn er seine Einlage geleistet hat.

Tab. 3.5  Gewinnverteilungstabelle des Sanitätshauses Endermed KG, Aufgabe 5 e


Gesellschafter Kapitalanteil Vorweg-Abzug 4 % Zinsen Verhältnis Gewinnanteil Gesamtgewinn
(Einlage) auf Einlage
Ferdinand Ender 400.000 € 54.000 € 16.000 € 2   63.000 € 133.000 €
Martin Ender   30.000 €   1.200 € 1   31.500 €   32.700 €
Brigitte Ender   70.000 €   2.800 € 1   31.500 €   34.300 €
Summe 500.000 € 54.000 € 20.000 € 4 126.000 € 200.000 €

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-- keine laufenden Kontrollrechte. Sie können allerdings die nerisch für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Sie kann
Abschrift des Jahresabschlusses fordern und dessen Rich- sich nicht auf den Einwand der Haftungsteilung berufen. Der
tigkeit unter Einsicht in die Geschäftsbücher und andere Einwand von Frau A. ist unberechtigt, denn ihre Mitgesell-
Geschäftspapiere prüfen. schafter sind Kommanditisten, die nur beschränkt haften.
◦◦ Im Außenverhältnis keine Ermächtigung zur Vertretung der Kommanditisten sind Teilhafter. Frau A. muss für die gesam-
KG (§170 HGB) ten Verbindlichkeiten in Höhe von 100.000 € aufkommen.
e. ▶ Tab. 3.5 Sie wird diesen Betrag über das Geschäftskonto der KG aus-
gleichen.
f. In einer Kommanditgesellschaft steht das Recht zur Führung
Aufgabe 6 der Geschäfte nur dem Komplementär zu. Dieser kann für die
a. Antwort S. 50. Kommanditgesellschaft alle Handlungen vornehmen, die der
b. Vorausgesetzt im Gesellschaftsvertrag wurde keine abwei- gewöhnliche Betrieb des Unternehmens mit sich bringt.
chende Regelung von der gesetzlich normierten „Einzelver­ Ge­wöhnliche Geschäfte sind Handlungen, die nach Art und
tretungsbefugnis“ getroffen, ist jeder Komplementär allein zur Umfang typisch und alltäglich für das Unternehmen sind. Die
Vertretung befugt (Einzelvertretungsmacht). Er kann alleine Kommanditisten sind im Gegensatz dazu von der Geschäfts-
Willenserklärungen abgeben. Die Einzelvertretungsmacht der führung ausgeschlossen. Sie können einer Handlung der Kom-
Komplementäre wird auf die §§ 161 Abs. 2, 125 Abs. 1 HGB plementäre nicht widersprechen, außer, die Handlungen
zurückgeführt. Ihrem Umfang nach erstreckt sich die Ver­ gehen über den normalen Geschäftsbetrieb der Gesellschaft
tretungsmacht auf alle gerichtlichen und außergerichtlichen hinaus. Außergewöhnliche Geschäfte sind Ausnahmehand­
Geschäfte und Rechtshandlungen (§ 126 Abs. 1 HGB). Allein lungen und haben mit dem eigentlichen Geschäftszweck
Grundlagengeschäfte, wie zum Beispiel die Änderung der nichts zu tun. Hier steht ihnen ein Widerspruchsrecht zu,
Firma oder die Aufnahme eines neuen Gesellschafters, sind d. h. ihre Zustimmung ist erforderlich (§ 164 HGB). Der Kauf
von der Einzelvertretungsmacht ausgeschlossen. eines Gyrotonic Pulley Towers ist eine Handlung, die den
Laut § 125 Abs. 2,3 HGB kann „Gesamtvertretung“ durch meh- gewöhnlichen Betrieb des Handelsgewerbes zum Gegenstand
rere, alle Komplementäre oder „gemischte Gesamtvertretung“, hat. Frau A. kann die Entscheidung alleine treffen. Die Kom-
d. h. ein Gesellschafter mit einem Prokuristen, beschlossen manditisten können gegen den beabsichtigen Kauf keine Ein-
werden. Die Änderung der Vertretungsmacht ist gemäß § 107 wände entgegenbringen. Die Bestellung ist rechtswirksam.
HGB zum Handelsregister anzumelden. Erst durch die ord- g. Herr C. ist Teilhafter. Die Haftung des Kommanditisten C. ist
nungsgemäße Eintragung und Bekanntgabe sind abweichende auf die Höhe der noch nicht erbrachten Kapitaleinlage be­
Vertretungsregelungen auch im Außenverhältnis (Dritten schränkt. Hat ein Kommanditist seine Einlage vollständig
gegenüber) wirksam. Andernfalls braucht ein Dritter die Ein- erbracht, kann er im Regelfall von den Gläubigern der Gesell-
schränkung der Vertretungsmacht eines Gesellschafters nicht schaft nicht in Anspruch genommen werden. Die persönliche
gegen sich gelten zu lassen (§ 126 Abs. 2 HGB). Dritte müssen Haftung entfällt. Der Hersteller hätte sich an die Komple­
im Handelsverkehr darauf vertrauen, dass alle Gesellschafter mentärin A. wenden müssen. Ihre Haftung gleicht der einer
die KG vertreten können. Eine Ausnahme besteht nur in den OHG-Gesellschafterin. Kommanditist C. kann die Rechnung
Fällen des vorsätzlichen Missbrauchs der Vertretungsmacht, an Frau A. weiterleiten.
wenn der Geschäftspartner die Überschreitung der Befugnisse
im Innenverhältnis durch den Vertreter kennt. In gleicher
Weise ist zu beachten, dass der Ausschluss einzelner – nicht
Aufgabe 7
aller – Komplementäre von der Vertretung der Gesellschaft Antwort S. 53–54. Eine GmbH kann als juristische Person nur
zulässig ist. Sonst wäre die KG in manchen Bereichen hand- durch ihre Organe aktiv werden. Die gesetzlich vorgeschriebenen
lungsunfähig. Organe einer GmbH sind die Gesellschafterversammlung und die
Im vorliegenden Fall erfolgt die Vertretung der KG durch die Geschäftsführung. Außer den erwähnten Organen kann freiwillig
Komplementärin A. Sie ist einzelvertretungsbefugt. ein Aufsichtsrat zur Überwachung der Geschäftsführung einge-
c. ▶ Tab. 3.6 setzt werden. Zwingend ist die Bildung eines Aufsichtsrates vor-
d. Die Vollhafterin A. übernimmt das größte Haftungsrisiko. Sie geschrieben bei einer GmbH, die mehr als 500 Arbeitnehmer
haftet unbeschränkt – sowohl mit dem Geschäfts- als auch beschäftigt. Nähere Regelungen hierzu finden sich in § 52 GmbHG.
mit dem Privatvermögen – unmittelbar und gesamtschuld­
nerisch für die gesamten Schulden der Gesellschaft. Sie leitet
die Ge­schäfte der Gesellschaft und vertritt die Unternehmung Aufgabe 8
nach außen. Der erwirtschaftete Gewinn wird allein durch a. Gesellschafter: Eine GmbH kann durch einen oder mehrere
ihre Arbeitskraft erzielt. Für die von ihr wahrgenommenen Gesellschafter gegründet werden. Gesellschafter können
Auf­gaben erhält die Komplementärin Frau A., zusätzlich zu neben natürlichen Personen auch andere Gesellschaften sein.
ihrer Gewinnbeteiligung, eine Tätigkeitsvergütung. Die Gesellschafter sind die „Eigentümer“ der GmbH. Sie
e. Die Rechtsstellung eines Komplementärs (Vollhafter) ent- schließen den Gesellschaftsvertrag ab, erbringen die Stamm­
spricht der eines OHG-Gesellschafters. Frau A. haftet als Kom- einlage und nehmen entsprechend des Nennbetrages ihres
plementärin unbeschränkt, unmittelbar und gesamtschuld­ Geschäftsanteils an der Gewinnausschüttung teil bzw. ent-

Tab. 3.6  Gewinnverteilungstabelle der Rehabilitationsklinik Carolus KG, Aufgabe 6 c


Gesellschafter Kapitalanteil Vorweg-Abzug 10 % Zinsen Verhältnis Gewinnanteil Gesamtgewinn
(Einlage) auf Einlage
Frau A. 200.000 € 60.000 € 20.000 € 3 120.000 € 200.000 €
Herr B. 200.000 € 20.000 € 2   80.000 € 100.000 €
Herr C. 200.000 € 20.000 € 2   80.000 € 100.000 €
Summe 600.000 € 60.000 € 60.000 € 7 280.000 € 400.000 €

8 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
scheiden über den Gewinn (§ 29 GmbHG). Die Gesellschafter c. Bei mehreren Geschäftsführern gilt das Prinzip der Gesamt­
bestellen auch den Geschäftsführer. Dem Gesellschafter ste- geschäftsführungsbefugnis. Der Begriff besagt, dass nur alle
hen Mitverwaltungsrechte zu, wie das Stimmrecht auf der Geschäftsführer gemeinsam die Geschäfte führen und Ent-
Gesellschafterversammlung (§§ 45 ff. GmbHG), das Aus­ scheidungen nur gemeinsam für die GmbH treffen können.
kunfts­echt über alle Angelegenheiten der Gesellschaft sowie Abweichende Regelungen im Gesellschaftsvertrag sind zuläs-
das Einsichtsrecht in Bücher und Schriften, beispielsweise in sig und üblich. Der Grundsatz der Gesamtgeschäftsführungs-
Rechnungen und ­Kundenkarteien der GmbH, sowie in alle befugnis birgt folgende Vor- und Nachteile:
Unterlagen der ­Buchhaltung (§ 51a GmbHG).
Geschäftsführer: Neben der Gesellschafterversammlung ist Tab. 3.7  Vor- und Nachteile einer Gesamtgeschäftsführung für die
der Geschäftsführer das zweite wichtige Organ der GmbH. GmbH, Aufgabe 8 c
Das Gesetz bestimmt, dass die GmbH einen oder mehrere Vorteile: Nachteile:
Geschäftsführer haben muss (§ 6 GmbHG). Dieser muss nicht
• gegenseitige Kontrolle der • Beschränkung der Gesellschaft in
Gesellschafter sein. Er ist notwendiges Organ der GmbH. Ohne Geschäftsführer ihrer Flexibilität
einen Geschäftsführer kann die GmbH als juristische Person • gut überdachte Entschei­ • Meinungsverschiedenheiten kön­
nicht handeln. Die Bestellung der GmbH-Geschäftsführer ist dungen nen Unfrieden stiften
Aufgabe der Gesellschafter (§ 46 GmbHG). Dem Geschäfts­ • hoher Schutz vor Fehlent­ • wichtige Entscheidungen werden
führer obliegt die Leitung des Unternehmens. Allerdings ist scheidungen eines Einzel­ verzögert durch langwierige Eini­
er dabei an die Weisungen der Gesellschafter gebunden. Ein nen gungsprozesse
Geschäftsführer leitet nicht nur intern die Gesellschaft, son- • Handlungsunfähigkeit droht, wenn
sich die Gesellschafter nicht eini­
dern ist auch für die Vertretung nach außen zuständig (§ 35
gen können.
GmbHG). Gegenüber Dritten ist ihre Vertretungsmacht inhalt-
lich unbeschränkt. Eine vertiefende Darstellung ermöglichen
die S. 54–55. d. Nein. Hat die GmbH mehrere Geschäftsführer, sind sie alle nur
b. Bei der OHG regeln die §§ 114–117 HGB die Geschäftsfüh- gemeinsam zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt. Dies
rung. Die Geschäftsführungsbefugnis erstreckt sich auf alle folgt aus § 35 Abs. 2 GmbHG, wonach eine Vertretung gemein-
gewöhnlichen Handlungen, die der konkrete Geschäftsbetrieb schaftlich durch sämtliche Geschäftsführer erfolgen muss.
mit sich bringt (§ 116 HGB). Bei der OHG ist jeder Gesellschaf- e. Das Mindeststammkapital einer GmbH muss 25.000 € betra-
ter gesetzlich berechtigt und verpflichtet, die Geschäftsfüh- gen (§ 5 GmbHG).
rung der OHG zu übernehmen (§ 114 HGB); und zwar jeder
f. Tab. 3.8  Gewinnanteile der Gesellschafter, Sanitätshaus Wolfach
für sich allein (Grundsatz der Einzelgeschäftsführung). Wider-
GmbH, Aufgabe 8 f
spricht jedoch ein anderer einzelgeschäftsführungsbefugter
Gesellschafter der geplanten Handlung, so muss diese unter- Gesellschafter Geschäfts- Verteilungs- Gewinn-
bleiben (§ 115 Abs. 1 HGB). Dieses Widerspruchsrecht kann anteile schlüssel anteile
durch einen Gesellschaftsvertrag ausgeschlossen werden. Fritz Wolfach 225.000 € =   45 171.000 €
Vertraglich können einzelne Gesellschafter von der Geschäfts-
Franz Wolfach 125.000 € =   25   95.000 €
führung ausgeschlossen (§ 114 Abs. 2 HGB) oder es kann ent-
schieden werden, dass alle oder bestimmte Gesellschafter nur Kerstin Gutgesell 150.000 € =   30 114.000 €
gemeinsam handeln dürfen (§ 115 Abs. 2 HGB). Ein vertragli- Summe 500.000 € = 100 380.000 €
cher Ausschluss aller Gesellschafter und eine Übertragung der =   1    3.800 €
Geschäftsführung auf außenstehende Dritte ist nicht möglich Frau Kerstin Gutgesell erhält einen Gewinnanteil von 114.000 €.
(Grundsatz der Selbstorganschaft). Für außergewöhnliche
Geschäfte ist ein Beschluss aller Gesellschafter erforderlich
g. Generell können Gesellschafter ihre GmbH-Anteile verkaufen,
(Gesamtgeschäftsführung; § 116 HGB), auch der Gesellschaf-
sowohl an Mitgesellschafter, an die Gesellschaft selbst und
ter, die von der Geschäftsführung ausgeschlossen sind.
auch an andere Personen, selbst ohne Zustimmung der übri-
Die GmbH als juristische Person kann nur durch ihren bzw.
gen Gesellschafter. Genauso ist der Geschäftsanteil frei ver-
ihre Geschäftsführer rechtswirksam handeln. Der Geschäfts-
erblich. Das Gesetz sieht lediglich vor, dass ein Vertrag über
führer ist notwendiges Organ der GmbH. Geschäftsführer der
die Ab­tretung eines Geschäftsanteils eine notarielle Beurkun-
Gesellschaft kann jede unbeschränkt geschäftsfähige natür­
dung braucht (§ 15 GmbHG).
liche Person sein. Die Gesellschaft muss mindestens einen
Oftmals enthält die GmbH-Satzung weitere Bedingungen bei
Geschäftsführer vorweisen, der die GmbH im Innenverhältnis
Übertragung. Etwa bedarf die Abtretung von Geschäftsan­
leitet und im Außenverhältnis vertritt. Auch die Bestellung
teilen der vorherigen Zustimmung der Gesellschaft und zwar
mehrerer Geschäftsführer ist denkbar. Eine zahlenmäßige
durch einstimmigen Gesellschafterbeschluss. Damit soll die
Beschränkung gibt es nicht (§ 6 GmbHG). Gibt es mehrere
Aufnahme unliebsamer oder unqualifizierter Gesellschafter
Geschäftsführer, gilt der Grundsatz der Gesamtgeschäftsfüh-
unterbunden werden.
rungsbefugnis, soweit nicht im Gesellschaftsvertrag etwas
h. Antwort, S. 63ff.
anderes vereinbart wurde. Das bedeutet, dass alle Geschäfts-
i. Im Vergleich zur klassischen Personengesellschaft bestehen
führer Entscheidungen gemeinsam treffen müssen.
nachfolgende Vorteile:
Die Bestellung der Geschäftsführer sowie ihre Abberufung ist
◦◦ Haftungsbeschränkung auf Kapitaleinlagen: Die GmbH als
Aufgabe der Gesellschafter (§ 46 Nr. 5 GmbHG). Die Bestellung
Komplementär haftet zwar unbeschränkt für Gesellschafts-
kann jedoch auch bereits im Gesellschaftsvertrag geregelt
schulden, ihrerseits ist sie aber haftungsbeschränkt. Die
werden. In der Regel sind Geschäftsführer an Weisungen der
Kommanditisten haften nicht persönlich. Ihre Haftung ist
Gesellschafter und an Vorgaben des Gesellschaftsvertrags
auf die Kommanditeinlage begrenzt. Durch diese Konstella-
gebunden. Im Vergleich zur OHG müssen die Geschäftsführer
tion hat man eine Personengesellschaft, bei der keine natür-
der GmbH nicht zugleich Gesellschafter sein. Man spricht vom
liche Person die unbeschränkte persönliche Haftung über-
Prinzip der Fremdorganschaft; § 6 Abs. 3 GmbHG. Detaillierte
nehmen muss.
Regelungen zur Geschäftsführung enthält das GmbH-Gesetz
◦◦ Erleichterung der Kapitalbeschaffung: Die Rechtsform der
in den §§ 35–52 GmbHG.
GmbH & Co. KG ermöglicht durch Eintritt weiterer Kom-

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manditisten, die Kapitalbasis auszuweiten und zu vergrö- -- Erweiterung der Finanzierungsmöglichkeiten durch
ßern. ­Ak­tienemissionen und damit der Steigerung des Eigen­
◦◦ Nachfolgeregelung: Im Vergleich zu einer Personengesell- kapitalanteils.
schaft ist die Existenz einer GmbH vom Tod eines Gesell- -- Einfache Übertragung der Anteile vereinfacht die Betei­
schafters unabhängig. Der Tod eines Gesellschafters führt ligung von Partnern und Mitarbeitern. Die Beteiligung
nicht zur Auflösung der Gesellschaft. Die GmbH tritt an- durch Aktienoptionen wirkt motivierend, bewirkt eine
stelle einer natürlichen Person als Vollhafter ein. Auf diese höhere Identifizierung mit dem Unternehmen und ver-
Art ist die Unternehmensfortführung abgesichert. Es heißt; bindet die Interessen der Aktionäre mit denen der Füh-
die GmbH ist „unsterblich“. Es bleibt eine gewisse Konti­ rungskräfte und Mitarbeiter der Gesellschaft (langfristi-
nuität in der Geschäftspolitik. Vor allem Familienunter­ ges Interesse an der Unternehmenswertsteigerung,
nehmen ziehen aus diesem Punkt ihren Vorteil. Shareholder-Value-Gedanke)
◦◦ Geschäftsführung: Auch fremde Dritte können die Leitung -- Höheres Ansehen der Aktiengesellschaft und des AG-Vor-
der GmbH & Co. KG übernehmen. Auf diese Weise wird das stands im Geschäftsleben sowie größeres Vertrauen in
bei den Personengesellschaften geltende Prinzip der Selbst­ deren Leistungsfähigkeit; erleichtert Akquise, Kunden-
organschaft durchbrochen. Der Vorteil: Außenstehende und Lieferantenbeziehungen
Fachleute haben Geschäftsführungs- und Vertreterbefugnis. -- Bessere Kapitalaufnahme durch vielseitige Finanzie-
Dieser Gesichtspunkt nützt bei der Unternehmensnach- rungsinstrumente bei der AG (Wandelanleihen, Optionen,
folge. Sind die Erben nach dem Tod des Komplementärs Mitarbeiterbeteiligung)
z. B. nicht bereit oder in der Lage, das Unternehmen weiter- -- Strengere Sorgfaltsanforderungen an den Vorstand einer
zuführen, kann es sinnvoll sein, die Unternehmensleitung Aktiengesellschaft verglichen mit dem GmbH-Geschäfts-
auf einen bewährten Angestellten oder einen Außenstehen- führer
den weiterzugeben, indem er zum Geschäftsführer einer zu -- Keine Einflussnahme der Aktionärsversammlung auf den
diesem Zweck gegründeten Komplementär-GmbH bestellt Aufsichtsrat (außer der Abberufung) oder den Vorstand.
wird. Der Vorstand der AG leitet die Geschäfte eigenverant-
wortlich; der Geschäftsführer einer GmbH ist von den
Weisungen der Gesellschafterversammlung abhängig.
Aufgabe 9 Durch diese Weisungsunabhängigkeit ist die Rolle des
Antwort S. 56. AG-Vorstands im Vergleich zum GmbH-Geschäftsführer
stärker.
-- Aktien sind einfacher zu übertragen (hohe Fungibilität),
Aufgabe 10 vor allem erfordert es keine notarielle Beurkundung des
Übertragungsaktes (Kostenersparnis). Demgegenüber ist
Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Modifikation der GmbH. Für
die Fungibilität der GmbH-Anteile gering, denn die Über-
sie haben die gleichen Haftungsregelungen wie für die GmbH
tragung bedarf immer notarieller Form.
Gültigkeit. Das heißt: Mit erfolgreichem Eintrag der UG (haftungs-
-- Die Möglichkeit, an die Börse zu gehen, kann jederzeit
beschränkt) in das Handelsregister greift die Haftungsbeschrän-
genutzt werden.
kung. Für Verpflichtungen der UG (haftungsbeschränkt) steht den
2. Im Vergleich zu einer Aktiengesellschaft (AG) bietet eine
Gläubigern als Haftungsmasse im Allgemeinen nur das Gesell-
GmbH folgende Vorteile:
schaftsvermögen zur Verfügung. Die Gesellschafter haften nicht
-- Geringeres Stammkapital (25 000 €)
mit ihrem privaten Vermögen. Das wirtschaftliche Risiko der
-- Größere Gestaltungsfreiheit und etwas geringerer Grün-
UG-Gesellschafter liegt im Verlust ihrer Stammeinlage, selbst
dungs- und Verwaltungsaufwand
wenn sich dieses nur auf einen Euro beläuft. Eine persönliche Haf-
-- Keine umfassende Prüfungs- und Publizitätspflicht, bei
tung ergibt sich nur durch einen verspätet gestellten Insolvenz­
Absprache mit Gesellschaftern
antrag oder unterlassener Abführung von Sozialabgaben.
-- AG unterliegt bei Weitem strengeren Bilanzierungsregeln
als die GmbH
-- Bei einer AG ist der Aufsichtsrat als weitere Organebene
Aufgabe 11 gesetzlich vorgeschrieben (§ 95 AktG); bei der GmbH ist
a. dieser erst ab 500 Mitarbeitern erforderlich. Ansonsten
1. Rechtliche Bedeutung für die Besteuerung: Das Rhein-Klini- ist die Bildung eines Aufsichtsrats bei der GmbH un-
kum als juristische Person hat eine eigene Rechtspersön- üblich, kann jedoch freiwillig eingerichtet werden.
lichkeit und ist infolgedessen ein eigenständiges Steuersub- -- Größere Gefahr der Fremdeinwirkung bei der AG denk-
jekt. Damit unterliegt das Rhein-Klinikum unter anderen bar, wenn keine Regelungen getroffen werden (z. B.: vin-
folgenden Steuern: kulierte Namensaktien)
-- Umsatzsteuer -- In einer AG arbeiten drei verschiedene Gremien (Vor-
-- Gewerbesteuer stand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung), die sich abstim-
-- Grunderwerbssteuer men müssen (erhöhter organisatorischer Aufwand).
-- Kapitalertrags- und Abgeltungssteuer
-- Körperschaftssteuer
-- Solidaritätszuschlag Aufgabe 12
2. Kennzeichnend für die Aktiengesellschaft ist die Haftungs-
Von einer Sperrminorität spricht man, wenn ein oder mehrere
beschränkung. Die rechtliche Bedeutung der Haftung nach
Anteilseigner an einem Unternehmen zwar nicht die Mehrheit
dem Aktiengesetz wird auf S. 61 behandelt.
halten, wohl aber Beschlüsse verhindern können, die eine qua­
b. Antwort S. 59 ff.
lifizierte Stimmenmehrheit benötigen. So ist bei einer Aktien­
c.
gesellschaft ein Stimmenanteil von mehr als 25 % des in der
1. Gründe für die Umwandlung einer GmbH in eine Aktien­
Hauptversammlung vertretenen Grundkapitals eine Sperrmino­
gesellschaft sind:
rität. Laut § 182 AktG ist z. B. für eine Kapitalerhöhung eine
¾-Mehrheit vorgeschrieben. Der Beschluss muss also mit 75 % der

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Stimmen gefasst werden. Ein Aktionär oder eine Gruppe von Ak­ Gründung der Stiftung äußert. Für das Stiftungsgeschäft unter
tionären, der bzw. die mehr als 25 % des Kapitals halten, können Lebenden ist die Schriftform vorgeschrieben (§ 81 BGB). Ggf.
mit ihren Stimmen verhindern, dass eine Kapitalerhöhung be­ ­finden strengere Formvorschriften Anwendung, vor allem, wenn
schlossen wird (Minderheitsrechte). Zu den Beschlüssen, für die Gegenstand der Zuwendung ein Grundstück ist. Bis zur Anerken-
gleichermaßen eine ¾-Mehrheit erforderlich ist und mit einer nung der Stiftung kann das Stiftungsgeschäft vom Stifter wider­
Sperrminorität blockiert werden können, zählen die Abberufung rufen werden (§ 81 Abs. 2 BGB). Danach kommt nur noch eine
von Aufsichtsratsmitgliedern; auch das Beschränken von Rechten Anfechtung in Betracht (§§ 119 ff. BGB). Die Errichtung einer Stif-
der Vorzugsaktionäre, die Bestimmung der Gewinnverwendung, tung nach dem Tode des Stifters, die sogenannte Stiftung von
der Abschluss von Gewinnabführungsverträgen, ebenso die Kapi- Todes wegen (§ 83 BGB), erfolgt durch letztwillige Verfügung. Sie
talherabsetzung sowie die Auflösung der Gesellschaft und Ände- unterliegt den strengeren Formvorschriften für Testamente bzw.
rungen von Satzungsbestimmungen können von mindestens Erbverträge. Eine Stiftung kann auch von mehreren Stiftern
einem Viertel der Stimmen verhindert werden. In gleicher Weise gemeinsam ins Leben gerufen werden; das Stiftungsgeschäft ist
kann die Hauptversammlung der AG die Fusion mit einer anderen dann einstimmig von ihnen zu erklären.
Kapitalgesellschaft oder die Umwandlung der Rechtsform mit Im Stiftungsgeschäft bestimmt der Stifter den Zweck der Stif-
einer Stimmenminderheit von mehr als 25 % verhindern. tung und benennt das Vermögen, das er der Stiftung zur Erfüllung
ihres Zweckes widmet. Das Stiftungsrecht besteht nicht auf ein
festgelegtes Mindestkapital. Demungeachtet muss die dauernde
Aufgabe 13 und nachhaltige Erfüllung des Stiftungszweckes gesichert sein.
Antwort S. 67–68. Bei der Bestimmung des Stiftungszwecks ist der Stifter rechtlich
frei. Durch das Stiftungsgeschäft muss der zu errichtenden Stif-
tung eine Satzung gegeben werden (§ 81 BGB). Das Stiftungs­
Aufgabe 14 geschäft kann generell nicht an Bedingungen knüpfen, die auf den
Bestand der Stiftung Einfluss haben. Nach der Genehmigung muss
Das Vereinsrecht ist in den §§ 21 ff. BGB verankert. Ein Verein ist
der Gründer das zugesicherte Stiftungsvermögen auf die Stiftung
ein Zusammenschluss mehrerer Personen, die einen gemeinsa-
übertragen.
men ideellen oder wirtschaftlichen Zweck verfolgen. Der nicht
wirtschaftliche Verein wird in der Fachwelt als „Idealverein“
bezeichnet. ▶ Tab. 3.9 zeigt die Unterscheidungsmerkmale zwi- Aufgabe 17
schen Idealverein und wirtschaftlichem Verein auf:
Antwort S. 69–70

Aufgabe 18
Aufgabe 15 Antwort S. 71.
Antwort S. 68ff.

Aufgabe 16
Zur Entstehung einer rechtsfähigen Stiftung sind das Stiftungsge-
schäft und die staatliche Anerkennung der zuständigen Behörde
des Landes notwendig, in dem die Stiftung ihren Sitz haben soll
(§ 80 Abs. 1 BGB). Das Stiftungsgeschäft ist eine einseitige, rechts-
verbindliche Erklärung des Stifters, in der er seinen Willen zur

Tab. 3.9  Unterscheidungsmerkmale zwischen Idealverein und wirtschaftlichem Verein, Aufgabe 14


Nicht wirtschaftlicher Verein (Idealverein) wirtschaftlicher Verein
• rechtliche Grundlage: § 21 BGB • rechtliche Grundlage: § 22 BGB
• verfolgt laut Satzungszweck keine wirtschaft- • verfolgt primär laut Satzung eine wirtschaftliche Tätigkeit
lichen Interessen, sondern ideelle Ziele
• ist nicht auf eine wirtschaftliche Tätigkeit und • verfolgt den Zweck, Vermögenswerte für seine Vereinsmitglieder zu schaffen
nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet • führt einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb mit der Absicht, Gewinne zu erwirtschaften
• bietet Leistungen am Markt an und nimmt wie ein Unternehmer am Wirtschafts- und Rechts­
verkehr teil
• erwirbt seine Rechtsfähigkeit mit der Eintragung • erlangt seine eigene Rechtsfähigkeit durch staatliche Genehmigung, der sogenannten Ver­
in das Vereinsregister bei dem Amtsgericht, in leihung (Konzession). Zuständig ist die Landesbehörde des Bundeslandes, in dessen Bereich der
dessen Bezirk der Verein seinen Sitz hat Verein seinen Sitz hat. Die staatliche Verleihung erfolgt nur in begründeten Ausnahmefällen,
wenn der Verein nicht auf die Rechtsformen der GmbH, AG oder Genossenschaft verwiesen
werden kann.
• Beispiele: Kassenärztliche Vereinigung, Haus- • Beispiele: privatärztliche Verrechnungsstelle, VG Wort, Sparkassenvereine
und Grundbesitzerverein, Arbeitgeberverband

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 11
Literatur und Internetadressen: [9] GmbH oder AG: Welche Rechtsform passt für mein Unternehmen?,
2004. http://www.grafpartner.com/publications/downloads/
AG_versus_GmbH_G&P_online.pdf
[1] Fragen und Antworten zum Thema Stiftung, 2014. http://http:// [10] Brennecke & Partner Rechtsanwälte: Das Recht der KG, Teil 3: Wech-
www.stiftungswissenschaften.de/100-fragen-und-antworten-zum- sel und Haftung der Kommanditisten, Karlsruhe, 2002-2014. http://
thema-stiftung/fragen-und-antworten-zum-thema-stiftung.html www.brennecke.pro/110171/Das-Recht-der-KG-Teil-3-Wechsel-und-
[2] Sperrminorität–Minderheit ausnutzen, 2011. http://www.hilfreich. Haftung-der-Kommanditisten
de/sperrminoritaet-minderheit-ausnutzen_9605 [11] Ebert, M.: Pflichten und Haftungsrisiken des Geschäftsführers in der
[3] IHK Frankfurt am Main: Handelsregistereintragung. http://www. Krise der GmbH. München: GRIN; 2008
frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/unternehmensrecht/handels­ [12] Alle, B.: Stiftungen: unternehmerische Motivation und gesellschaft­
register/index.html licher Nutzen. München: GRIN; 2010
[4] Kontrollrechte und Widerspruchsrechte eines Kommanditisten [13] Rocco, J., Sillmann, B.: Handbuch GmbH – mit Arbeitshilfen online:
(2014). http://www.recht24.de/a/kontrollrechte-und-widerspruchs- Gründung – Führung – Sicherung, 4. Auflage. Freiburg: Haufe-
rechte-eines-kommanditisten Lexware; 2012
[5] Wesen und Funktion der GmbH (2008–2010). http://iyotta.de/index. [14] Söffing, G. [u.a.]: Die GmbH & Co. KG: handelsrechtliche Grundlagen–
php/gmbh/438-wesen-und-funktionsweise-der-gmbh.html Behandlung aller wichtigen Steuerarten – steuerliche Umwandlungs-
[6] Die Stiftung bürgerlichen Rechts, 2010. http://www.ja-aktuell.de/ probleme, 2. Auflage. Herne: NWB; 2013
cms/website.php?id=/de/studium_referendariat/klausuren-lern- [15] Rocco, J.: Der GmbH-Gesellschafter, 3. Auflage, Berlin, Heidelberg:
beitraege/die-stiftung-b Springer; 2009
[7] Gefahr des Haftungsdurchgriffs auf die Mitglieder?, Wirtschaftliche [16] Hortig, M.: Veranstaltungsmanagement, Grundlagen und Strategien
Tätigkeit eines Idealvereins, 2007. http://www.iww.de/vb/archiv/ zur Haftungsbegrenzung für Veranstalter. Berlin, Wien, Zürich:
wirtschaftliche-taetigkeit-eines-idealvereins-gefahr-des-haftungs- Beuth, 2008
durchgriffs-auf-die-mitglieder-f18361
[8] Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), Selbstständig wer-
den mit geringem Aufwand, 2007. http://www.unternehmergesell-
schaft-haftungsbeschraenkt.de/haftung/index.html

12 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Kapitel 4: Das Zielsystem der Unternehmung
Aufgabe 1 Aufgabe 7
a. Diesem „Ziel“ fehlen die notwendigen Zieldimensionen. So Wenn immer dieselben Personen oder Instanzen Verlierer sind,
wird kein bestimmter Zeitraum definiert, es gibt auch keine dann führt dies zu Aggressionen, Autoritätsverlust. Die Beteiligten
Aussage, was wachsen soll: der Gewinn, Umsatz etc. Somit ist wissen im Voraus, wer den Konflikt gewinnt. Entweder kündigen
dies eine Leeraussage. die Verlierer und verlassen das Unternehmen oder sie akzeptieren
b. Wir möchten durch den Bau von zwei weiteren Pflegeheimen die Situation. Ihre Arbeit dürfte von den anderen Abteilungen
im kommenden Jahr weiter wachsen, indem wir 180 neue bzw. Personen kaum Beachtung finden.
Pflegeplätze in unserer Region anbieten können.
c. Je ungenauer ein Ziel formuliert wird, umso geringer ist die
Möglichkeit der Kontrolle. Außerdem lassen ungenaue Ziel­ Aufgabe 8
formulierungen viele Fluchtmöglichkeiten zu. • Sicherer Arbeitsplatz
• Höhere Löhne/Gehälter
• Prämien/Gratifikationen
Aufgabe 2 • Betriebliche Förderung
Beide Geschäftsführer haben Recht. So kann eine Umsatzerhö- • Aufstiegschancen
hung durchaus zu einem höheren Gewinn führen, sofern die Um­ • Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten etc.
satzerhöhung nicht zu einer Kostenerhöhung führt. Eine Umsatz­
erhöhung kann durch mehr Werbung erreicht werden. Führen die
Werbebemühungen dazu, dass der mögliche höhere Gewinn durch Aufgabe 9
die verursachten Kosten (Flyer, Anzeigen in Zeitungen etc.) aufge- Das ökonomische Prinzip kommt in zwei Ausprägungsformen vor.
zehrt wird, dann hat die Umsatzsteigerung wenig gebracht bzw. Entweder als Maximal- oder als Minimalprinzip. Als Maximal-
zu keiner automatischen Gewinnsteigerung geführt. Eine Lösungs- prinzip soll mit den gegebenen Mitteln ein höchstmöglicher Ertrag
möglichkeit wäre, dass die beiden Geschäftsführer ihre Maßnah- erzielt werden. Beim Minimalprinzip ist ein bestimmter Ertrag
men berechnen und überlegen, ob die zusätzlichen Kosten kom- mit minimalem Aufwand zu erzielen.
pensiert werden können.

Aufgabe 10
Aufgabe 3
Monetäre Ziele haben immer etwas mit Geld zu tun, z. B. Umsatz-
Siehe Buch S. 79 f. steigerung, Gewinnsteigerung, Kostenreduktion etc.
Nicht monetäre Ziele können etwas mit Geld zu tun haben, müs-
sen es aber nicht, wie z. B. Betriebszufriedenheit steigern, persön-
Aufgabe 4 liches Wohlbefinden etc.
Kommt es durch die Zielsetzung „Gewinnmaximierung“ zu ei-
ner schlechten Versorgung der Bewohner bzw. zu negativen Fol-
gen, dann würden potenzielle Kunden abgeschreckt werden. Im Aufgabe 11
schlimmsten Fall könnten Kündigungen von Heimbewohnern Siehe Buch S. 77 f.
oder Angehörigen das Heim in Bedrängnis bringen. Mögliche
Demonstrationen von Angehörigen, Bewohnern oder Einwohnern
der Ge­meinde würde zu enormen Imageverlusten für das Heim Aufgabe 12
führen und eine Heimschließung wäre auch denkbar.
Tab. 4.1  Vor- und Nachteile von ökonomischen Zielen

Aufgabe 5 Gesellschafter Geschäfts-


anteile
Verteilungs-
schlüssel
Siehe Buch S. 80 f. Vorteile
• Effizienz • keine unnötigen • Verschwendung wird
Aufgabe 6 • Gewinnerwirt­
schaftung mög­
Liegezeiten
• keine unnötigen
verhindert
• Beiträge können
a. In erster Linie der Eigentümer des Krankenhauses. Hier also lich Behandlungen gesenkt werden
die Stadt als Träger des Krankenhauses. Neben dem Träger ist (theoretisch)
auch die Klinikleitung bei der Zielsetzung gefragt. Nachteile
b. In erster Linie durch echte Kompromisse. Dabei sind die Kom-
• Personaleinspa­ • Erhält evtl. nur • Erhält nur noch
promisse so zu wählen, dass sie das Überleben des Kranken- rungen zweitbeste bestimmte Behand­
hauses sicherstellen und seine Wettbewerbsposition gegen- • Investitionen in Lösung lungen oder Medika­
über möglichen Konkurrenten stärken. Nicht immer können die Klinik unter­ • Rationierung mente
dabei die Interessen aller Gruppen berücksichtigt werden, bleiben, weil dies möglich • Gewinnorientierung
sodass Konflikte zeitweise in Kauf zu nehmen sind. den Gewinn bestimmt die Behand­
c. Ein echter Kompromiss ist zielführend. Ein unechter Kompro- schmälern könnte lung des Patienten
miss verhindert zwar kurzfristig einen Konflikt, ist aber nicht
zielführend (= fauler Kompromiss).

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 13
Kapitel 5: Rechtliche Grundlagen des Ausbildungsverhältnisses
c. ▶ Tab. 5.1
Aufgabe 1 d. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) bestimmt die zuständigen
Die Berufsbildung gliedert sich in folgende 4 Teilbereiche: Stellen. Auf regionaler Ebene organisieren in den meisten
1. Berufsausbildungsvorbereitung (§ 1 Abs. 2 BBiG), Wirtschafts- und Berufszweigen die jeweiligen Kammern
2. Berufsausbildung (§ 1 Abs. 3 BBiG), („zuständige Stellen“) die Durchführung der Berufsausbil-
3. Berufliche Fortbildung (§ 1 Abs. 4 BBiG), dung. Verantwortlich sind laut § 71 BBiG z. B. die Industrie-
4. Berufliche Umschulung (§ 1 Abs. 5 BBiG). und Handelskammern, Handwerkskammern sowie die Ärzte-,
Zahnärzte-, Tierärzte- und Apothekerkammern für den
Antwort S. 84. Bereich des Gesundheitsdienstes. Abb. 5.1 stellt die Zuständig-
keit der be­ruflichen Bildung auf Bundes-, Landes- und Kam-
merebene dar.
Aufgabe 2 e. Den zuständigen Stellen (Industrie- und Handelskammern,
a. Die berufliche Ausbildung erfolgt in Deutschland innerhalb Handwerkskammern usw.) werden nachfolgende Aufgaben
des „dualen Systems“. Rechtsgrundlage für die betriebliche zugewiesen:
Ausbildung ist das Berufsbildungsgesetz (BBiG). „Dual“ meint ◦◦ Information der Betriebe über Ausbildungsmöglichkeiten
die praktische Ausbildung in einem Betrieb der Wirtschaft, in ◦◦ Überwachung der Ausbildungsbetriebe sowie Beurteilung
der Verwaltung oder in Praxen eines freien Berufs und, im der fachlichen und persönlichen Eignung des Ausbildungs-
Wechsel damit, die schulische Bildung in einer Berufsschule, betriebes bzw. Ausbilders
also an zwei Lernorten. Die Inhalte der Ausbildung in Betrieb ◦◦ Lehrstellenbörse bzw. Vermittlung von Ausbildungsplätzen
und Berufsschule sind aufeinander abgestimmt. Ausbildungs- ◦◦ Überprüfung des Ausbildungsvertrages auf seine Recht­
betrieb und Berufsschule arbeiten bei der Berufsausbildung mäßigkeit und Eintragung in das Verzeichnis der bestehen-
Hand in Hand. Dies wird Lernortkooperation genannt. den Berufsausbildungsverhältnisse
b. In der Regel befindet sich der Auszubildende an 3–4 Tagen in ◦◦ Weiterbildungsangebote für Ausbilder in den Bereichen
der Woche im Betrieb. In der betrieblichen Ausbildung wird Berufs- und Arbeitspädagogik
das berufspraktische Basiswissen des angestrebten Berufs ◦◦ Anbahnung von Kooperationen zwischen Ausbildungsbe­
vermittelt (arbeits- und unternehmensbezogene Inhalte trieben oder Hinweise auf außerbetriebliche Ausbildungs-
sowie Arbeits- und Sozialverhalten). Parallel zur Ausbildung möglichkeiten
im Betrieb vermittelt die Berufsschule berufstheoretische ◦◦ Ausbildungsberatung
Inhalte, die vorwiegend auf den Beruf zugeschnitten sind, ◦◦ Entscheidung über die Zulassung zur Abschlussprüfung
sowie allgemeinbildende Inhalte. Im allgemeinen Teil stehen ◦◦ Durchführung der Prüfungen und Erlass von Prüfungs­
bei allen Berufen Deutsch, Politik, Religion und Sport auf dem ordnungen
Lehrplan. Der Unterricht kann an 1–2 Tagen in der Woche ◦◦ Einrichtung von Ausschüssen zur Beilegung von Streitig­
stattfinden oder auch „im Block“ organisiert sein. Der Besuch keiten zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden
der Berufsschule ist verpflichtend für jede betriebliche Ausbil- (Schlichtungsausschuss)
dung und der Betrieb muss seinen Auszubildenden für diese
Zeit freistellen.

Tab. 5.1  Vor- und Nachteile der einzelnen Lernorte, Aufgabe 2 c


Lernort Betrieb Lernort Schule
Vorteile
• Einblick in die Arbeitsabläufe der einzelnen Abteilungen; Vermittlung von praktischen • Möglichkeit zur Erlangung theoretischer und praxisorien­
Erfahrungen; Berufsalltag wird im Betrieb miterlebt tierter Kenntnisse und Fähigkeiten
• Kennenlernen der sozialen Gemeinschaft „Betrieb“ (Hierarchiegefüge, persönliche • Erlernen von Arbeits- und Lerntechniken
Kontakte etc.) • Kennenlernen von arbeitsorganisatorischen Konzepten wie
• Enge Bindung von Ausbildungssystem und Arbeitsmarkt, vereinfacht den Wechsel ins Team-/Gruppenarbeit etc.
Beschäftigungssystem, sorgt für eine geringere Jugendarbeitslosigkeit • Erwerb eines Schulabschlusses (Abschlusszeugnis der
• Erlangung eines Berufsausbildungsabschlusses und damit einer Qualifikationsbeschei­ Berufsschule), der ggf. auch den Besuch einer anderen
nigung, die den Eintritt in das Berufsleben erleichtert (Abschlusszeugnis der Kammer). weiterführenden Schule ermöglicht
• Die Auszubildenden erhalten vom Betrieb eine monatliche Ausbildungsvergütung
• Rekrutierung eigener Fachkräfte durch die Ausbildung bringt Vorteile für den Betrieb,
da keine Stellenausschreibungen nötig, Fehleinstellungen verringert, Einarbeitungs­
zeiten sinken, etc.
• Hohe gesellschaftliche Anerkennung des dualen Systems
• Auszubildende reifen zu Mitarbeitern mit hoher Betriebsidentifikation heran
Nachteile
• Ausbeuten als „billige“ Arbeitskraft (Beschäftigung mit ausbildungsfremden Tätig­ • Oft sehr theoretische Wissensvermittlung („Schulbuch­
keiten, Nichtbeachtung von Arbeitsschutzgesetzen) wissen“ geht an der Praxis vorbei)
• Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Ausbildungsordnung, wenn der Arbeitsplatz • Lehrpläne sind mit den Inhalten der Ausbildungsordnung
nur eingeschränkte Lernmöglichkeiten bietet (personelle Ausstattung, Arbeiten in schlecht abgestimmt
den Abteilungen) • Lerninhalte werden im Ausbildungsbetrieb und in der Schule
• Uneinheitlichkeit der Betriebe führt zu qualitativen Unterschieden bei der Ausbildung zu unterschiedlichen Zeiten besprochen.
• Prüfungsinhalte der Berufsschule und der prüfenden Kam­
mer (Zwischen- und Abschlussprüfung) gehen auseinander
• Keine oder wenig Kooperation zwischen Lehrern und
betrieblichen Ausbildern

14 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Abb. 5.1  Zuständigkeiten im dualen System (nach Bundesministerium für Bildung und Forschung [BMBF] [Hrsg.], 2003), Aufgabe 2 d

Aufgabe 3 Aufgabe 6
Das BBiG regelt bundesweit denjenigen Teil der Berufsausbildung, Die Ausbildungszeit wird durch die jeweilige Ausbildungsord-
der nicht in den berufsbildenden Schulen stattfindet (§ 3 BBiG). nung bestimmt. In bestimmten Fällen kann sie verkürzt oder ver-
Hier gelten die Schulgesetze der Länder. Das BBiG regelt somit die längert werden (§§ 7, 8 BBiG). Eine Verkürzung der regulären Aus-
betriebliche Ausbildung und ist bundesweit verbindlich. Das Ge­ bildungszeit ist denkbar, wenn der Auszubildende einen höheren
setz beinhaltet u.a. Vorschriften zu den Ausbildungsinhalten, zur allgemeinen Schulabschluss hat. Bei Realschulabschluss kann die
Gestaltung des Ausbildungsvertrages, zu den Pflichten der Auszu- Ausbildung um 6 Monate, bei Fachhochschulreife oder Abitur
bildenden und der Ausbildenden, zur Kündigung, zur Berufsschul- sogar um 12 Monate verkürzt werden. Der Antrag auf Verkürzung
pflicht und zum Prüfungswesen. Vertiefende Ausführungen zum muss bei der zuständigen Stelle (z. B. Industrie- und Handelskam-
Berufsbildungsgesetz (BBiG) auf S. 85–86. mer) vom Auszubildenden und Ausbildenden gemeinsam gestellt
werden. Der Ausbildende muss also mit der Verkürzung einver-
standen sein. Eine Verkürzung der Ausbildung in angemessenem
Aufgabe 4 Umfang kann auch durch eine vorangegangene oder begonnene
Für einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf muss eine von Berufsausbildung in einem anderen oder dem gleichen Beruf (z. B.
der Bundesregierung erlassene Ausbildungsordnung vorhanden bei Fortsetzung nach Abbruch der Berufsausbildung) stattfinden.
sein. Ausbildungsordnungen sind Rechtsverordnungen, die bun- Diese Verkürzungsmöglichkeiten regelt § 8 BBiG. Eine gesetzliche
desweit Gültigkeit haben und den betrieblichen Teil der dualen Verpflichtung zur Verkürzung besteht, wenn der Auszubildende
Berufsausbildung regeln. Die Ausbildungsordnung setzt sich aus ein fachspezifisches Berufsgrundbildungsjahr oder die zweijährige
dem Verordnungstext und dem ihm als Anlage beigefügten Aus- Berufsfachschule durchlaufen hat. Schließlich kann ein Auszubil-
bildungsrahmenplan zusammen – bestehend aus sachlicher und dender nach Anhören des Ausbildenden und der Berufsschule
zeitlicher Gliederung. Die Mindestinhalte der Ausbildungsord- wegen guten Leistungen schon vor Ablauf seiner Ausbildungszeit
nung werden in § 5 BBiG geregelt. vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden. Die vorzeitige
Zulassung regelt § 45 Abs. 1 BBiG.
In Ausnahmesituationen kann es auch zu einer Verlängerung
Aufgabe 5 der Ausbildungszeit kommen. Während der Elternzeit ruht das
Ausbildungsverhältnis. In diesem Fall verlängert sich das Aus­
Antwort S. 86–87.
bildungsverhältnis um die Dauer der Elternzeit. Gleichfalls ver-
Ausbildungsordnungen gibt es für jeden anerkannten Ausbildungs-
längert sich das Berufsausbildungsverhältnis auf Antrag des Aus-
beruf. Sie sind die Basis für eine geordnete und einheitliche Be-
zubildenden bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung,
­rufsausbildung (§ 4 BBiG). Sie legen mindestens die Bezeichnung
höchstens jedoch um ein Jahr, bei Nichtbestehen der Abschluss-
des Ausbildungsberufs fest, die Ausbildungsdauer (2–3 Jahre), die
prüfung (§ 21 Abs. 3 BBiG). Die Verlängerung muss der zuständi-
zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse (Ausbildungsbe-
gen Stelle schriftlich mitgeteilt werden. Ebenso kann die zustän-
rufsbild), eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung
dige Stelle z. B. wegen schweren Mängeln in der Ausbildung auf
der Fertigkeiten und Kenntnisse (Ausbildungsrahmenplan) sowie
Antrag des Auszubildenden die Ausbildungszeit verlängern, falls
die Prüfungsanforderungen (§ 5 BBiG). Damit wird sichergestellt,
diese für das Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich ist (§ 8
dass die jeweilige Ausbildung bundesweit auf einem vergleichba-
Abs. 2 BBiG).
ren Niveau durchgeführt und geprüft wird.

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 15
Abb. 5.2  Vertragsparteien (nach Bensch, 2005), Aufgabe 8 b

Aufgabe 7 e. Die Probezeit dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Der


Ausbildende kann feststellen, ob sich der Auszubildende in die
Ausbildungsrahmenplan (§ 5 Abs. 1 Nr. 4 BBiG). Weitere Ausfüh- Betriebsgemeinschaft einfügt und sich eine klare Meinung
rungen zum Ausbildungsrahmenplan auf S. 87. über die Eignung und Neigungen des Auszubildenden bilden.
Auch der Auszubildende kann herausfinden, ob er in den
Betrieb passt und ob ihm sein gewählter Beruf wirklich
Aufgabe 8 gefällt. Im Laufe der höchstens viermonatigen Probezeit kann
a. Mit der mündlichen Zusage am 18. Mai. Ein Berufsausbil- der Ausbildungsvertrag jederzeit sowohl von den Ausbilden-
dungsvertrag kann mündlich abgeschlossen werden. Er muss den als auch von den Auszubildenden ohne Einhaltung einer
jedoch nachträglich, spätestens vor Beginn der Berufsausbil- Frist schriftliche gekündigt werden (§ 22 BBiG).
dung, schriftlich ausgefertigt und von den Vertragsparteien f. ▶ Tab. 5.2
unterschrieben werden. g. Jedes Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit einer Probe-
b. Vertragspartner sind der Ausbildende (Klinikum St. Jakobine), zeit. Die Dauer der Probezeit ist in § 20 BBiG geregelt. Sie
die Auszubildende (Martina B.) und die gesetzlichen Vertreter muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier
von Martina. Die Rechtsbeziehungen zwischen diesen Perso- Monate betragen. Bei Unterbrechung der Probezeit, z. B.
nen werden in Abb. 5.2 zusammenfassend wiedergegeben. infolge längerer Krankheit, ist eine entsprechende Verlänge-
c. Zu den wichtigsten Gesetzen gehören das Berufsbildungs­ rung möglich. Während der Probezeit kann das Ausbildungs-
gesetz (BBiG) und das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). verhältnis jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist
Das BBiG regelt als gesetzliche Grundlage die Berufsausbildung (fristlos) sowohl vom Ausbildenden als auch vom Auszubil-
im dualen System. Es legt fest, dass Ausbildungsberufe durch denden gekündigt werden. Eine Angabe von Kündigungsgrün-
eine Ausbildungsordnung beschrieben werden (§ 5 BBiG), den ist während der Probezeit nicht notwendig (§ 22 BBiG).
dass Einzelheiten der Berufsausbildung in einem schriftlichen Allerdings muss die Kündigung auf jeden Fall schriftlich erfol-
Ausbildungsvertrag niedergelegt werden müssen (§§ 10, 11 gen. Bei Minderjährigkeit des Auszubildenden muss die Kün-
BBiG) und enthält die Rechte und Pflichten des Auszubil­ digung durch den oder gegenüber dem gesetzlichen Vertreter
denden und Ausbildenden (§§ 13–19 BBiG) sowie weitere (beide Elternteile) erfolgen.
Be­stimmungen über Probezeit und Beendigung des Ausbil- h. Nach § 12 BBiG ist dies eine nichtige Vereinbarung, da sie die
dungsverhältnisses. Das JArbSchG schützt Auszubildende vor berufliche Tätigkeit von Martina B. für die Zeit nach ihrer
Beendigung des 18. Lebensjahres in erster Linie vor einer Berufsausbildung eingrenzt. Eine Beschränkung zu Lasten
Überbeanspruchung. Wesentliche Regelungen sind: Verbot des Auszubildenden wie Wettbewerbsverbote jeglicher Art,
von Kinderarbeit, die 40-Stunden-Woche bei fünf Arbeits­ Bleibeverpflichtungen oder Weiterarbeitsklauseln führen zu
tagen, die tägliche Höchst­arbeitszeit von acht Stunden Unwirksamkeit der Klausel selbst. Der Vertrag in seinem sons­
­(Ausnahmen sind vorge­sehen), Beschäftigungsverbote an tigen Inhalt bleibt gültig.
Sams­tagen sowie Sonn- und Feier­tagen, Beschäftigung nur i. Martina hat Anspruch auf 30 Werktage laut Ausbildungsver-
zwischen 6 Uhr und 20 Uhr, Urlaubsanspruch je nach Alter trag.
zwischen 25 und 30 Werktagen, Verbot von Akkordarbeit. j. § 25 BBiG bestimmt, dass alle Regelungen des Berufsbildungs-
Soweit sich aus diesen Gesetzen keine speziellen Regelungen gesetzes unabdingbar sind, d. h. Vereinbarungen, die zu-
ergeben, greifen sonstige Arbeitsgesetze, die für alle Arbeit- ungunsten des Auszubildenden von den Vorschriften des
nehmer gelten. Hierzu zählen u.a. das Betriebsverfassungsge- Berufsbildungsgesetzes abweichen, sind nichtig.
setz, Mutterschutzgesetz, Entgeltfortzahlungsgesetz, Arbeits- k. Im Berufsbildungsgesetz sind die grundlegenden Pflichten
zeitgesetz, Bundesurlaubsgesetz. von Ausbildenden und Auszubildenden aufgeführt. Eine aus-
d. Antwort S. 89–90. führliche Darstellung entnehmen Sie bitte den S. 90–91.

16 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Tab. 5.2  Vor- und Nachteile einer Probezeit, Aufgabe 8 f
Vorteile der Probezeit aus Sicht des ... Nachteile der Probezeit aus Sicht des ...
Ausbildenden Auszubildenden Ausbildenden Auszubildenden
• Der Ausbildende erhält die • Der Auszubildende lernt den • Der Auszubildende kann den • Der Ausbildende nutzt die Möglichkeit
Möglichkeit, die psychische Ausbildungsbetrieb und die Ausbildungsvertrag fristlos der fristlosten Kündigung, um den Aus­
und physische Leistungsfähig­ Anforderungen kennen. kündigen, fehlt damit „von zubildenden „zu bedrängen“. Da der
keit und -bereitschaft als auch • Der Auszubildende erhält einem Tag auf den anderen“. Auszubildende die drohende Kündigung
das Sozialverhalten des Aus­ Einblicke in die soziale Situa­ Sämtliche Kosten im Zusam­ befürchtet, erledigt er auch ausbildungs­
zubildenden in der praktischen tion (Hierarchien, Kontakte menhang mit der Anbahnung fremde Arbeiten.
Tätigkeit kennenzulernen. zwischen Mitarbeitern, Mob­ des Ausbildungsverhältnisses • Dadurch, dass es keine Kündigungsfrist
• Der Ausbildende kann das bing und Freundschaften etc.) wurden dann sinnlos aufge­ gibt, kann der Auszubildende „von einem
Ausbildungsverhältnis ohne im Betrieb. wendet. auf den anderen Tag“ arbeitslos sein.
Beachtung einer Kündigungs­ • Der Auszubildende kann frist­ • Der Auszubildende stellt sich • Der Ausbildende kann ohne Nennung
frist kündigen und ist damit los den Ausbildungsvertrag während der Probezeit absicht­ eines Grundes kündigen. Dies beein­
sehr flexibel in seiner Personal­ jederzeit kündigen. lich anders dar und täuscht so trächtigt die Suche nach einem neuen
politik. den Ausbildenden. Ausbildungsplatz.

l. Die Abmahnung stellt eine Vorstufe zum Ausspruch einer verlängert sich das Ausbildungsverhältnis auf sein Verlan-
verhaltensbedingen Kündigung dar, z. B. wegen unentschul- gen hin bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung,
digtem Fernbleiben von der Berufsschule. Sinn der Abmah- höchstens aber um ein Jahr (§ 21 BBiG).
nung ist es, der Auszubildenden Martina die Möglichkeit zu Wird der Auszubildende nach dem Bestehen der Abschluss-
geben, ihr Verhalten zu verändern, um einer Kündigung prüfung weiter beschäftigt, ohne dass hierüber ein Arbeits-
­entgegenzuwirken. Die Abmahnung sollte wenn möglich vertrag abgeschlossen wurde, so gilt das Arbeitsverhältnis
schriftlich erteilt werden, das zu beanstandende Verhalten als zeitlich unbestimmt begründet und der ehemalige Aus-
der Auszubildenden Martina im Einzelnen beschreiben, die zubildende hat ein Anrecht auf eine der Tätigkeit angemes-
Aufforderung enthalten, künftig ihren Pflichten aus dem Aus- sene Entlohnung.
bildungsvertrag nachzukommen und androhen, dass für den 2. Nach Beendigung des Ausbildungsverhältnisses hat der Aus-
Fall einer erneuten Pflichtverletzung mit arbeitsrechtlichen bildende dem Auszubildenden ein einfaches Zeugnis aus­
Konsequenzen (Kündigung) zu rechnen ist. zufertigen (§ 16 BBiG). Das Zeugnis muss immer schriftlich
m. Nach Ablauf der Probezeit kann Martina das Berufsausbil- erteilt werden. Hat der Ausbildende die Ausbildungsmaß-
dungsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen nahmen einem Ausbilder anvertraut, so soll auch dieser das
auflösen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich Zeugnis mitunterschreiben.
für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will. Die Kün- 3. Das einfache Zeugnis umfasst Angaben über Art, Dauer und
digung muss schriftlich erfolgen und der Kündigungsgrund Ziel der Berufsausbildung sowie erworbene berufliche Fer-
ausdrücklich mitgeteilt werden (§ 22 Abs. 2 BBiG). Überdies tigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse.
kann das Ausbildungsverhältnis im gegenseitigen Einverneh- 4. Auf Verlangen der Auszubildenden Martina hat der Aus­
men zu jeder Zeit aufgelöst werden (Aufhebungsvertrag). bildungsbetrieb ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen.
Beim Aufhebungsvertrag muss keine Frist eingehalten wer- Dies schließt zusätzliche Angaben über ihr Verhalten und
den. Ausbilder und Auszubildender können frei vereinbaren, ihre Leistung ein.
wann der Ausbildungsvertrag endet.
n.
1. Beispiele:
-- Jugend- und Auszubildendenvertretung
Literatur
-- Betriebsrat [17] Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (Hrsg.):
-- IHK Schaubildsammlung, Berufsausbildung sichtbar gemacht, BMBF
-- Lehrer/Lehrerin publik, 4. Auflage, Bonn, 2003 (http://www.bmbf.de/pub/berufsaus-
2. Wird das Ausbildungsverhältnis nicht während der Probe- bildung_sichtbar_gemacht.pdf)
zeit vorzeitig beendet, ist es grundsätzlich unkündbar. Eine [18] Verkürzung/Verlängerung der Ausbildung. http://www.azubi-
Kündigung ist alleinig bei Vorliegen eines wichtigen Grun- azubine.de/mein-recht-als-azubi/verkuerzung-verlaengerung-der-
des denkbar (außerordentliche Kündigung). Ein wichtiger ausbildung.html
Grund liegt vor, wenn Tatsachen bestehen, aufgrund derer [19] Rechtsquellen und Struktur des Arbeitsrechts, 2003. http://jugend-
nrw.verdi.de/tarifpolitik/copy_of_rechtliches/data/rechtsquellen_
dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände
und_struktur_des_arbeitsrechtes
des Einzelfalls und unter Abwägung der Interessen beider
[20] Jugendarbeitsschutzgesetz mit Kommentaren.
Vertragsparteien die Fortsetzung der Ausbildung bis zum http://194.245.121.238/jav/jav_ah_jarbschg.htm
Ablauf der Ausbildungszeit nicht mehr zugemutet werden [21] Anrechnung der Berufsschulzeiten. http://www.dortmund.ihk24.de/
kann. Die Kündigung aus einem wichtigen Grund ist fristlos linkableblob/doihk24/bildung/downloads/ausbildungsbera-
auszusprechen. Da ein schlechtes Berufsschulzeugnis kein tung/1041386/.2./data/EMAPPE_Anrechnung_Berufsschulzeit-data.
wichtiger Grund ist, wäre eine Kündigung nach § 22 BBiG pdf
unwirksam. [22] Wann der Chef kündigen darf – Verhaltensbedingte Kündigung
o. braucht wichtige Gründe. http://job-pages.de/pdf-recht/9-kuendi-
1. Das Berufsausbildungsverhältnis endet in der Regel mit gung.pdf
[23] Aufhebungsvertrag: Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer + Muster,
Ablauf der Ausbildungszeit. Normalerweise liegt dieser
2013. http://arbeits-abc.de/der-aufhebungsvertrag-vor-und-
Zeitpunkt zeitlich gesehen hinter dem letzten Teil der
nachteile/
Abschlussprüfung (der mündlichen Prüfung). Legt der Aus- [24] Fachverband Metall Nordrhein-Westfalen: Jugendarbeitsschutz­
zubildende zuvor die Abschlussprüfung ab, so endet das gesetz. Merkblatt, Essen: 2007
Berufsausbildungsverhältnis mit Bestehen der Prüfung.
Schließt ein Auszubildender die Abschlussprüfung nicht ab,

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 17
Kapitel 6: Grundlagen des Arbeitsverhältnisses
2. Bei der ordentlichen Kündigung ist eine Kündigungsfrist
Aufgabe 1 einzuhalten. Die außerordentliche Kündigung (fristlose
Antwort S. 98. Kündigung) beendet das Arbeitsverhältnis vorzeitig und
ohne Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen. Bedin-
gung für die außerordentliche Kündigung ist ein wichtiger
Aufgabe 2 Grund, der dem Kündigenden die Fortführung des Arbeits-
Antwort S. 99ff. verhältnisses bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungs-
frist ober bis zum vereinbarten Ende des Arbeitsverhältnis-
ses unzumutbar macht (§ 626 BGB).
Aufgabe 3 3. Die Kündigung stellt eine einseitige, empfangsbedürftige
Willenserklärung dar. Sie wird erst wirksam, wenn sie dem
Antwort S. 104. ▶ Tab. 6.1
Gekündigten zugeht. Eine Zustimmung zur Kündigung
durch den Vertragsgegner ist nicht nötig. Wann im Einzel-
Aufgabe 4 nen eine Willenserklärung zugegangen ist, wird durch die
a. Für das Zustandekommen des Arbeitsvertrages reicht es aus, Vorschrift des § 130 BGB geregelt. Eine Kündigung gegen-
wenn die Parteien sich über den Beginn der Beschäftigung, über einem Anwesenden geht mit Übergabe des Kündi-
über die Art der zu verrichtenden Tätigkeit und über die Höhe gungsschreibens zu. Einem Abwesenden geht die Kündi-
der Vergütung einigen. Fehlt es an einer Vergütungsverein­ gung erst zu, wenn sie so in den Einflussbereich des Emp-
barung, dann gilt die übliche Vergütung als geschuldet (§ 612 fängers gelangt ist, dass er unter gewöhnlichen
BGB). Mehr ist nicht erforderlich. Die Vertragsparteien können Verhältnissen von ihr Kenntnis nehmen kann. Eine Kündi-
den Inhalt ihres Arbeitsverhältnisses frei bestimmen (Grund- gung, die in den Hausbriefkasten eingeworfen wird, geht
satz der Vertragsfreiheit). Allerdings ist die Vertragsfreiheit erst mit dem Zeitpunkt zu, zu dem verkehrsüblich der
zum Schutz des Arbeitnehmers und zu Lasten des Arbeitge- Briefkasten entleert wird. Urlaubsbedingte Abwesenheit
bers durch das Kündigungsschutzgesetz, das Mutterschutz­ spielt i. d. R. keine Rolle. Der Zugangstermin gilt im obigen
gesetz, das Schwerbehindertenrecht, das Jugendarbeitsschutz- Sinne.
gesetz, das Bundesurlaubsgesetz und viele andere mehr, 4. Der Arbeitgeber hat vor jeder Kündigung, der fristgerechten
beschränkt. Zwingendes Gesetzesrecht kann nicht zum Nach- wie der fristlosen, der Änderungskündigung oder auch der
teil des Arbeitnehmers abgedungen werden. Kündigung während der Probezeit, den § 102 BetrVG zu
Üblicherweise haben Arbeitsverträge, sofern sie schriftlich berücksichtigen. Dieser legt fest, dass vor jeder Kündigung
fixiert werden, Regelungen zu sämtlichen Rechten und Pflich- der Betriebsrat zu hören ist (Mitwirkungsrecht). Der Arbeit-
ten der Parteien zum Inhalt. geber hat den Betriebsrat über die Kündigungsabsicht unter
b. Der Arbeitsvertrag ist ein gegenseitiger Vertrag. Er wird als Angabe der Kündigungsgründe in Kenntnis zu setzen.
eine Unterart des Dienstvertrages des bürgerlichen Rechts Unterbleibt eine Anhörung des Betriebsrats, ist die ausge-
ausgelegt. Die Vorschriften über den Dienstvertrag (§§ 611– sprochene Kündigung stets nichtig. Das Gleiche gilt bei
630 BGB) finden auf ihn Anwendung. Hinzu treten die Vor- nicht ordnungsgemäßer Anhörung. Die unterbliebene
schriften des Allgemeinen Teils des BGB (§§ 1–240 BGB) und Anhörung kann auch nicht nachgeholt werden. Generell ist
des Rechts der Schuldverhältnisse (§§ 241 ff. BGB). In ihm nur die Anhörung, nicht aber die Zustimmung des Betriebs-
verpflichtet sich der Arbeitnehmer zur Leistung der verspro- rats für die Wirksamkeit der Kündigung ausschlaggebend.
chenen Arbeit und der Arbeitgeber zur Gewährung des ver- 5. Spätestens am 16. April 2013
einbarten Arbeitsentgelts. 6. Da die Kündigung ein einseitig empfangsbedürftiges
c. ▶ Abb. 6.1 Rechtsgeschäft ist, muss der Kündigungsgegner nicht mit
d. der Kündigung einig sein. Darin liegt der Gegensatz zu
1. Bei Kündigungen eines Arbeitsverhältnisses wird unter- einem Aufhebungsvertrag, der durch Angebot und
schieden in ordentliche Kündigung und außerordentliche Annahme zwischen zwei Parteien zustande kommt.
(fristlose) Kündigung.

Tab. 6.1  Vor- und Nachteile eines Aufhebungsvertrags, Aufgabe 3


Vorteile der Probezeit aus Sicht des ...
Vorteile für den A
­ rbeitgeber • Ein Kündigungsgrund muss nicht angeführt werden.
• Keine Einhaltung von Kündigungsfristen. Zeitpunkt der Beendigung kann frei gewählt werden.
• Allgemeine und besondere Kündigungsschutzbestimmungen wie Mutterschutz greifen nicht.
• kein Kündigungsprozess möglich
• kein Anhörungsrecht des Betriebsrats
für den A
­ rbeitnehmer • Abkürzung der Kündigungsfristen, sodass ein anderweitiges Arbeitsangebot bei einem anderen Arbeit­geber
vorzeitig aufgenommen werden kann.
• Es kommt nicht zu einer verhaltensbedingten oder außerordentlichen Kündigung
Nachteile für den A
­ rbeitgeber • Arbeitnehmer macht seine Zustimmung abhängig von der Zahlung einer Abfindung
für den A
­ rbeitnehmer • Der Arbeitnehmer büßt seinen Kündigungsschutz ein.
• Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht; d. h. dem Arbeitnehmer droht eine 12-wöchtige Sperrzeit infolge der
selbst verschuldeten Arbeitslosigkeit, wenn das Eigenverschulden in der Auflösungsvereinbarung nicht aus­
geschlossen wird.
• Nachträgliche Streitigkeiten über ein Arbeitszeugnis können sich ergeben. Ggf. sollte ein Arbeitnehmer einen
eigenen Zeugnisvorschlag in die Verhandlungen über einen Aufhebungsvertrag einbringen.

18 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Abb. 6.1  Arbeitsvertrag mit entsprechenden Parametern (nach IHK Frankfurt am Main, 2013), Aufgabe 4 c

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 19
Aufgabe 5 Aufgabe 7
a. Die gesetzlichen Kündigungsfristen sind in § 622 BGB gere- Die Wirksamkeit einer außerordentlichen Kündigung hängt von
gelt. Die Kündigungsfrist beträgt vier Wochen (28 Tage) zum folgenden Bedingungen ab:
15. eines Monats oder zum Monatsende (Grundkündigungs- ◦◦ Es muss ein wichtiger Grund bestehen (z. B. Tätlichkeiten,
frist). Sie ist für Kündigungen durch Arbeitnehmer und Arbeit- grobe Beleidigung und Diebstahl).
geber gleichermaßen verbindlich. Im Laufe der Probezeit kann ◦◦ Dem Kündigenden muss es unzumutbar sein, das Arbeits-
mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Mit zu­ verhältnis bis zum Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist
nehmender Beschäftigungsdauer hat der Arbeitgeber bei einer oder zum vereinbarten Beendigungszeitpunkt weiterzu­
Kündigung längere Kündigungsfristen einzuhalten. Eine Kün- führen. Diese Voraussetzung gilt sowohl für Kündigungen
digung zur Monatsmitte ist nicht mehr durchführbar. Die durch den Arbeitgeber als auch durch den Arbeitnehmer
Kündigungsfristen nach längerer Betriebszugehörigkeit durch (§ 626 Abs. 1 BGB).
den Arbeitgeber entnehmen Sie der S. 106. Für die Kündigung ◦◦ Die Kündigung muss binnen zwei Wochen ab Kenntnis der
durch den Arbeitnehmer bleibt es bei der Grundkündigungs- Tatsache erklärt werden (§ 626 Abs. 2 BGB).
frist. ◦◦ Ist ein Betriebsrat vorhanden, muss dieser angehört werden.
b.
1. spätester Kündigungstermin: 02. April Erst wenn alle Punkte zutreffen, kann von einer begründeten
2. spätester Kündigungstermin: 18. Juli außerordentlichen (fristlosen) Kündigung gesprochen werden.
3. spätester Kündigungstermin: 02. November

Aufgabe 6
a. Ein Arbeitsverhältnis kann außer durch Kündigung auch aus
anderen Gründen enden:
◦◦ Vereinbarung der Beendigung (Aufhebungsvertrag)
◦◦ Beendigung durch Befristung
◦◦ Erreichen der Altersgrenze
◦◦ Tod des Arbeitnehmers oder Arbeitgebers
b. Das Arbeitsverhältnis kann mit einer Frist von vier 4 Wochen
(28 Tage) entweder zum 15. eines Monats oder zum Ende
eines Kalendermonats aufgelöst werden (§ 622 Abs. 1 BGB).
Der Tag des Kündigungszugangs wird bei der Fristberechnung
nicht einbezogen. Eine Falschberechnung führt nicht zur
Unwirksamkeit der Kündigung, die Wirkung tritt erst zum
nächstzulässigen Termin ein. Da die Kündigung durch James
Klein zum 31. Juli ausgesprochen werden soll, ist die Frist
„rückwärts“ zu berechnen. Die Kündigung muss spätestens
am 03. Juli dem Arbeitgeber zugegangen sein.
c. Nein, die Kündigung ist eine empfangsbedürftige Willens­
erklärung und wird erst wirksam, wenn sie dem Arbeitgeber
am letztmöglichen Termin zugegangen ist (§ 130 BGB), d. h.
bei fristgerechter Kündigung löst sie die Kündigungsfrist aus.

20 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Kapitel 7: Bestimmungen zum Schutz der Arbeitnehmer
◦◦ die in dem Verhalten des Arbeitnehmers liegen,
Aufgabe 1 ◦◦ die durch dringende betriebliche Erfordernisse, die einer
a. Ja, eine Kündigung ist nur wirksam, wenn sie schriftlich Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers in diesem Betrieb
erfolgt (§ 623 BGB). Die Schriftform gilt für jede Art der Kün- entgegenstehen
digung, sowohl für die fristgerechte wie die fristlose Kündi- unvermeidlich sind.
gung. Die Anforderungen an die Schriftform sind in § 126 BGB Auch hierbei darf die Kündigung keine unverhältnismäßig,
festgelegt. Folglich ist eine Kündigung per Telegramm oder unangemessene Reaktion sein. Es gilt der Grundsatz der Ver-
Telefax unwirksam. Die Nichteinhaltung der Schriftform führt hältnismäßigkeit. Überdies darf sie wegen ihrer gravierenden
zur Nichtigkeit der Kündigung (§ 125 BGB). Wirkung für die Existenz des Arbeitnehmers auch nur aus­
b. Fast immer ist eine Kündigung eine folgenreiche Entschei- gesprochen werden, wenn sie die letzte Maßnahme ist und
dung, denn die meisten Beschäftigten sind auf ihren Arbeits- andere, weniger einschneidende und mildere Wege (Abmah-
platz angewiesen, um das Einkommen für sich und ihre Fa- nung, Versetzung) undurchführbar sind (Ultima-Ratio-Prinzip).
milie sicherzustellen. Der Gesetzgeber hat hier ein Schutz­ e. Antwort S. 113.
bedürfnis erkannt und mit dem Kündigungsschutzgesetz eine f. Ob ein sozialwidriges, kündigungsrelevantes Verhalten vor-
der wichtigsten Arbeitnehmerschutzbestimmungen einge- liegt, ist in drei Stufen zu prüfen, ▶ Abb. 7.1.
führt. Das Kündigungsschutzgesetz gewährt unter bestimm- Auf der ersten Stufe ist festzustellen, ob der Arbeitnehmer
ten Bedingungen einen gewissen Schutz des Arbeitnehmers gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen hat. Das stän-
vor übereilten und sozial ungerechtfertigten Kündigungen dige Zuspätkommen von Klein stellt eine Vertragsverletzung
durch den Arbeitgeber (allgemeiner Kündigungsschutz). Denn dar und ist, nach vorheriger Abmahnung, geeignet, eine ver-
die Kündigung darf nur das letzte Mittel für den Kündigungs- haltensbedingte Kündigung zu rechtfertigen.
berechtigten sein (Ultima Ratio). Gekündigt werden kann nur Außer der festgestellten Vertragsverletzung braucht es einer
aus bestimmten, im Gesetz festgelegten Gründen. Dennoch negativen Zukunftsprognose. Eine solche Prognose ist dann
muss es dem Arbeitgeber dazu möglich sein, Arbeitnehmer zu begründet, wenn der Arbeitnehmer trotz einer Abmahnung
entlassen, wenn es die wirtschaftliche Situation verlangt, aufs Neue seine vertraglichen Pflichten verletzt, wie es Klein
wenn ein Arbeitnehmer ungeeignet für seine Position ist oder im vorliegenden Fall getan hat. Der Arbeitgeber von Klein
sein Fehlverhalten dem Betrieb schadet. Der Kündigungs- kann davon ausgehen, dass auch zukünftig weitere Vertrags-
schutz soll die verschiedenen Interessen ausgleichen und verstöße folgen. Mit der Abmahnung erhält der Arbeitnehmer
sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber annehm- die Gelegenheit, das monierte Verhalten zu ändern. In ihr
bare Lösungen schaffen. muss der Arbeitgeber das pflichtwidrige Verhalten rügen, den
c. Das Kündigungsschutzgesetz ist anwendbar, wenn das Ar- Arbeitnehmer auffordern, sich künftig vertragsgemäß zu ver-
beitsverhältnis zum Zeitpunkt der Kündigung in dem Betrieb halten und ihn darauf hinweisen, dass er im Wiederholungs-
oder Unternehmen mindestens sechs Monate angedauert hat fall mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen im Sinne einer Kün-
(Wartezeit). Ferner setzt die Anwendung des Kündigungs- digung zu rechnen hat. Herr Klein wurde korrekt abgemahnt.
schutzgesetzes voraus, dass die jeweiligen Schwellenwerte Auf der dritten Stufe ist eine sorgfältige und umfassende Inte-
des § 23 Abs. 1 KSchG überschritten werden. Für Arbeitneh- ressenabwägung notwendig. Das Interesse des Arbeitgebers
mer, deren Arbeitsverhältnis bereits am 31.12.2003 existiert an der Kündigung muss gegen das Interesse des Arbeitneh-
hat, ist der Schwellenwert „fünf oder weniger“, für Arbeit­ mers an der Weiterbeschäftigung abgewogen werden. Es
nehmer, deren Arbeitsverhältnis nach dem 31.12.2003 be­- müssen alle relevanten Umstände des Einzelfalls einbezogen
gonnen hat, findet das Kündigungsschutzgesetz Anwendung, werden. Aufgrund des Umstandes, dass Herr Klein innerhalb
wenn in dem Betrieb mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt kurzer Zeit mehrfach unentschuldigt verspätet zur Arbeit
sind. kam, geht die Entscheidung zu seinen Lasten aus.
Als Arbeitnehmer wird voll gezählt, wer regelmäßig mehr als Die Kündigung von Herrn Klein ist infolgedessen wirksam.
30 Stunden in der Woche berufstätig ist. Arbeitnehmer, die g. Eine anfangs berechtigte Abmahnung wird nach einer länge-
weniger arbeiten, werden anteilig angerechnet. ren Zeit einwandfreier Führung des Arbeitnehmers oder auf-
d. Nach dem KSchG ist eine ordentliche Kündigung nur realisier- grund neuer Umstände gegenstandslos. Der Zeitablauf lässt
bar, wenn sie sozial gerechtfertigt ist. Dies ist dann der Fall, sich nicht anhand einer festen Frist z. B. zwei oder fünf Jahre
wenn sie durch Gründe (§ 1 Abs. 2 KSchG): beurteilen. Vielmehr hängt die Wirkungsdauer der Abmah-
◦◦ die in der Person des Arbeitnehmers liegen, nung von den jeweiligen Umständen des Einzelfalles ab.

Abb. 7.1  Voraussetzungen für eine verhaltensbedinge Kündigung, Aufgabe 7 f

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 21
­ usschlaggebend ist die Schwere der Verstöße, die Beweg-
A Rechtsstreites die Weiterbeschäftigung bei unveränderten
gründe des Arbeitnehmers und die Handlungsweise des Arbeitsbedingungen fordern, gesetzt den Fall, der Betriebsrat
Arbeitgebers im Anschluss an die Abmahnung. hat der Kündigung widersprochen (§ 102 BetrVG).
Da sich Herr Klein über eine längere Zeit hinweg vertragsge- Erklärt das Gericht die Kündigung für unwirksam, hat der
recht verhält, kann man allgemein sagen, dass die ursprüng- Arbeitnehmer ein Anrecht auf das vereinbarte Arbeitsentgelt
lich berechtigte Abmahnung ihre Wirkung in kündigungs- für die Zeit zwischen dem Ende der Kündigungsfrist und dem
rechtlicher Hinsicht verliert. Der Arbeitgeber muss Herrn Wiedereintritt in den Betrieb. Allerdings sind die Einkünfte,
Klein abermals abmahnen, weil eine Kündigung unter Bezug- die er in der Zeit bis zur Urteilsverkündigung erzielt, auf den
nahme auf die bereits zwei Jahre zurückliegende Abmahnung entgangenen Verdienst anzurechnen.
unverhältnismäßig wäre.
h. Die Warnfunktion der Abmahnung wird beträchtlich abge-
schwächt, wenn der Arbeitgeber bei ständig neuen Verspä­
Aufgabe 2
tungen des Herrn Klein stets nur mit einer Kündigung droht, a. Baumann kann sich auf den Weiterbeschäftigungsanspruch
ohne eine arbeitsrechtliche Konsequenz folgen zu lassen. Der unter Berufung auf § 102 Abs. 5 BetrVG stützen, wenn die
Arbeitgeber muss die letzte Abmahnung vor Ausspruch der nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sind, ▶ Abb. 7.2.
Kündigung klar abfassen, dass für den Arbeitnehmer eindeu- 1. Der Arbeitgeber muss eine ordentliche Kündigung ausge-
tig erkennbar ist, dass ihm im Wiederholungsfall eine Kün­ sprochen haben. Bei außerordentlichen Kündigungen greift
digung bevorsteht. Im vorliegenden Fall ist die Kündigung der Weiterbeschäftigungsanspruch nicht. Im vorliegenden
nicht rechtmäßig, weil Herr Klein nicht angemessen gewarnt Fall hat das Klinikum XY betriebsbedingt ordentlich ge­kün-
wurde, dass eine weitere derartige Pflichtverletzung nunmehr digt.
zur Kündigung führt. 2. Der Betriebsrat muss gegen die ordentliche Kündigung aus
i. Eine verhaltensbedingte Kündigung kann nach zuvor ausge- den in § 102 Abs. 3 BetrVG angeführten fünf Gründen inner-
sprochener Abmahnung nur dann infrage kommen, wenn es halb einer Woche schriftlich widersprechen. Dieser Wider-
sich um ähnliche Pflichtverletzungen handelt. Die Pflichtver- spruch führt bei Erhebung einer Kündigungsschutzklage zu
letzung muss aus demselben Bereich stammen, sodass Ab­ einem Weiterbeschäftigungsanspruch des Arbeitnehmers
mahnung und Kündigungsgrund in einem Zusammenhang über den Beendigungstermin hinaus bis zum Ende des
stehen. Nur dann kann eine negative Zukunftsprognose ge- Rechtsstreites. Die Weiterbeschäftigung muss der Arbeit-
stellt werden. Abmahnungen, die aufgrund völlig unterschied- nehmer ausdrücklich gegenüber dem Arbeitgeber fordern.
licher Pflichtverstöße ausgesprochen wurden, wirken nicht Die fünf Widerspruchsgründe des Betriebsrats sind im
zusammen und rechtfertigen die Kündigung somit nicht. Da Gesetz genannt. Da der Betriebsrat hier nur die Weiterfüh-
dies hier zutrifft, ist die Kündigung unwirksam. rung des bisherigen Arbeitsplatzes geltend macht, liegt kein
j. In eher seltenen Fällen, darf der Arbeitgeber auch dann aus ordnungsgemäßer Widerspruch vor. Denn nach dem Wort-
verhaltensbedingten Gründen kündigen, wenn keine vorhe- laut des Gesetzes kann der Betriebsrat nur den Anspruch
rige Abmahnung vorliegt. Ein solcher Fall liegt vor, wenn der auf Weiterbeschäftigung des zu kündigenden Arbeitneh-
Arbeitnehmer in einem so starken Maße gegen Vertragspflich- mers „an einem anderen Arbeitsplatz im selben Betrieb“
ten verstößt, dass er von vornherein nicht mit dem Einver- fordern, nicht die Weiterbeschäftigung auf dem bisherigen.
ständnis seines Verhaltens durch den Arbeitgeber rechnen Daher hat Baumann kein Anrecht auf Weiterbeschäftigung
kann und ihm bewusst sein muss, dass er sein Arbeitsverhält- nach § 102 Abs. 5 BetrVG.
nis riskiert. Da dies hier der Fall ist, wird die Abmahnung b. Unter folgenden Bedingungen kann betriebsbedingt gekündigt
überflüssig und eine Kündigung kann ausgesprochen werden. werden:
k. Herr Klein kann gegen eine Kündigung gerichtlich klagen 1. Zum Zeitpunkt der Kündigung liegen dringende betrieb­
(Kündigungsschutzklage). Er muss dies binnen drei Wochen liche Erfordernisse vor, die den Wegfall des Arbeitsplatzes
nach Zugang der schriftlichen Kündigung vor dem zuständi- und damit eine Kündigung rechtfertigen.
gen Arbeitsgericht tun (§ 4 KSchG). Ausnahmen (Fristverlän- 2. Zwischen mehreren vergleichbaren Arbeitnehmern, die für
gerung): Vierwöchiger Urlaub, Autounfall … die Kündigung in Betracht kommen, wurde eine soziale
Herr Klein muss in der Kündigungsschutzklage beantragen, Auswahl vorgenommen (Sozialauswahl; § 1 Abs. 3 KSchG).
das Arbeitsgericht solle feststellen, dass das Arbeitsverhältnis Sinn der Sozialauswahl ist, dass demjenigen Arbeitnehmer
durch die Kündigung nicht aufgelöst werden darf, weil die gekündigt werden muss, den nach seiner sozialen Lage der
Kündigung sozial ungerecht ist. Arbeitsplatzverlust am wenigsten hart trifft. Der Arbeit­
Gleichzeitig kann der Arbeitnehmer im Verlauf des Kündi- geber muss bei der Wahl des Arbeitnehmers die Dauer der
gungsrechtsstreites bis zum rechtskräftigen Abschluss des Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die Unterhalts­

Abb. 7.2  Voraussetzungen für den Weiterbeschäftigungsanspruch, Aufgabe 2 a, 2 g

22 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
pflichten und die Schwerbehinderung des Arbeitsnehmers nicht, kann dieser seinen Lohnanspruch aus Annahmeverzug
beachten. Eine fehlerhafte Sozialauswahl führt zur Unwirk- geltend machen (§ 615 BGB). Baumann ist im Recht und kann
samkeit der Kündigung. Entgeltzahlung für die Zeit der Nichtbeschäftigung während
c. In Betrieben mit Betriebsrat muss der Arbeitgeber diesen der gesamten Prozessdauer einfordern.
vor jeder Kündigung anhören (§ 102 Abs. 1 BetrVG). Im Rah- h. Der Arbeitgeber kann sich gegen den Weiterbeschäftigungs-
men der Anhörung hat der Arbeitgeber dem Betriebsrat die anspruch des Arbeitnehmers gerichtlich widersetzen. Zu
Gründe für die Kündigung mitzuteilen. Die Unterrichtung des ­diesem Zweck beantragt er beim Arbeitsgericht, ihn durch
Betriebsrates muss vor der Kündigung erfolgt sein. Die Nicht- einstweilige Verfügung von der Verpflichtung zur Weiter­
beachtung der Anhörungspflicht oder deren nicht ordnungs- beschäftigung zu entbinden. Dies kommt vor allem dann in
gemäße Durchführung hat sicher die Unwirksamkeit der Kün- Betracht, wenn einer der drei im Gesetz genannten Gründe
digung zur Konsequenz. besteht § 102 Abs. 5 S. 2 BetrVG.
d. Der Betriebsrat hat folgende Reaktionsmöglichkeiten:
1. Der Betriebsrat kann der Kündigung ausdrücklich zustim-
men. Aufgabe 3
Der Betriebsrat kann schriftlich innerhalb der jeweiligen a. Für schwerbehinderte Menschen besteht nach dem Schwer­
Frist für die ordentliche bzw. außerordentliche Kündigung behindertenrecht (4. Kapitel des 2. Teils des SGB IX; §§ 85
Bedenken äußern (§ 102 Abs. 2 BetrVG). Dabei kann er bis 92 SGB IX) ein besonderer Kündigungsschutz. Alle Bestim-
Gründe jeg­licher Art als Bedenken anführen. Unterlässt er mungen dieses Kapitels beziehen sich nur auf die arbeitgeber-
dies, gilt seine Zustimmung zur beabsichtigten Kündigung seitige Kündigung. Darin ist geregelt, dass bei einer beabsich-
als erteilt. Eine vor Ablauf dieser Äußerungsfristen ausge­ tigten Kündigung durch den Arbeitgeber die vorherige
sprochene Kündigung ist unwirksam. Zustimmung des Integrationsamtes notwendig ist (§ 85 SGB
2. Die schärfste Reaktionsmöglichkeit des Betriebsrates ist die IX). Erteilt das Integrationsamt die Zustimmung zur Kündi-
Erhebung eines Widerspruches gegen eine ordentliche Kün- gung, kann der Arbeitgeber die ordentliche Kündigung wirk-
digung aus den Gründen des § 102 Abs. 3 BetrVG. Hat der sam nur innerhalb eines Monats nach Zustellung aussprechen
Arbeitnehmer obendrein Kündigungsschutzklage nach § 4 (§ 88 Abs. 3 SGB IX). Die außerordentliche Kündigung muss
KSchG erhoben, muss der Arbeitgeber auf Verlangen des umgehend nach Erteilung der Zustimmung erklärt werden
Arbeitnehmers diesen nach Ablauf der Kündigungsfrist bei (§ 91 Abs. 5 SGB IX). Ohne vorherige Zustimmung des Integra-
unveränderten Arbeitsbedingungen bis zum Abschluss des tionsamtes ist eine ausgesprochene Kündigung nicht wirksam.
Verfahrens weiterbeschäftigen. Die Weiterbeschäftigung b. Rechtsgrundlage für den Mutterschutz ist vorrangig das Mut-
muss der Arbeitnehmer ausdrücklich gegenüber dem terschutzgesetz (MuSchG). Das MuSchG dient der Sicherheit
Arbeitgeber fordern. sowie dem Gesundheitsschutz von schwangeren Arbeitneh-
e. Für den Widerspruch des Betriebsrats ist es notwendig, dass merinnen, Wöchnerinnen und stillende Arbeitnehmerinnen
er ein Mindestmaß an konkreter Argumentation enthält und am Arbeitsplatz. So dürfen werdende und stillenden Mütter
nicht nur auf den Gesetzestext des § 102 Abs. 3 BetrVG ver- nicht mit Mehr-, mit Nachtarbeit und auch nicht an Sonn- und
weist oder ihn wiederholt. Ein rein spekulativer Widerspruch, Feiertagen beschäftigt werden (§ 8 MuSchG).
dass irgendeine anderweitige Beschäftigungsmöglichkeit im
Betrieb vorhanden sei, reicht nicht aus. Mit anderen Worten:
Der andere Arbeitsplatz, auf dem der zu kündigende Arbeit- Aufgabe 4
nehmer eingesetzt werden kann, muss aus dem Widerspruchs-
a. Die Schwerbehindertenvertretung wird Herrn A. empfehlen,
schreiben heraus für den Arbeitgeber bestimmbar sein. Hie-
gegen die Zustimmung des Integrationsamtes zur Kündigung
ran fehlt es, sodass der Widerspruch auch in diesem Fall nicht
fristgerecht Widerspruch einzureichen. Dabei liegt die Zu­
ordnungsgemäß ist.
ständigkeit gegen alle Maßnahmen des Integrationsamtes bei
f. Der andere Arbeitsplatz, auf dem Herr Baumann eingesetzt
den allgemeinen Verwaltungsgerichten. Diese haben Ausein-
werden kann, wird im Detail beschrieben. Damit liegt in die-
andersetzungen zwischen dem schwerbehinderten Arbeit-
ser Situation ein ordnungsgemäßer Widerspruch vor. Weiter
nehmer und dem Integrationsamt bzw. zwischen dem Arbeit-
ist die Kündigungsschutzklage fristgemäß erhoben worden.
geber und dem Integrationsamt zu bereinigen.
Schließlich muss der Arbeitnehmer seine Weiterbeschäfti-
Gleichzeitig steht Herrn A. ein zweiter Rechtsweg offen. Wie
gung ausdrücklich verlangen, also erklären, dass er nach
jeder Arbeitnehmer kann Herr A. vor dem Arbeitsgericht
Ablauf der Kündigungsfrist bis zum rechtskräftigen Ende des
gegen seine Kündigung klagen. Diese sogenannte Arbeits­
Kündigungsschutzverfahrens bei unveränderten Arbeitsbe-
gerichtsbarkeit hat dabei den Konflikt zwischen den Arbeits-
dingungen weiterbeschäftigt werden will. Allerdings muss der
vertragsparteien, also zwischen Arbeitgeber und Arbeitneh-
Arbeitnehmer seine Weiterbeschäftigung innerhalb der Kün-
mer, zu klären.
digungsfrist ausdrücklich verlangen, allerspätestens aber am
b. Der § 85 SGB IX besagt, dass jede Kündigung des Arbeitsver-
ersten Tag nach Ablauf der Kündigungsfrist erklärt haben
hältnisses eines schwerbehinderten Menschen durch den
(BAG, Urteil vom 11.05.2000, 2 AZR 54/99). Danach hätte
Arbeitgeber der vorherigen Zustimmung des Integrations­
Baumann hier ebenfalls keinen Anspruch auf Weiterbeschäf­
amtes bedarf. Eine Kündigung kann auch nicht im Nach­hinein
tigung nach § 102 Abs. 5 BetrVG mehr.
durch das Integrationsamt genehmigt werden. Die Kündigung
g. Hier sind alle Bedingungen des § 102 Abs. 5 BetrVG erfüllt,
des Herrn B. ist damit nicht rechtswirksam. Der schwerbe­
Abb. 7.2. Der Arbeitnehmer muss bis zum rechtskräftigen
hinderte Herr B. könnte vom Arbeitsgericht fest­stellen lassen,
Abschluss des Kündigungsschutzprozesses zu gleichbleiben-
dass das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht aufge-
den Arbeitsbedingungen weiterbeschäftigt werden. Das
hoben wurde. Diese Unwirksamkeit der Kündigung wegen
Arbeitsverhältnis endet mit rechtskräftiger Klageabweisung,
fehlendem Einverständnis des Integrationsamts kann der
ohne dass es einer erneuten Kündigung bedarf. Demzufolge
schwerbehinderte Herr A. nur innerhalb von drei Wochen
muss der Arbeitnehmer nicht nur weiterbeschäftigt werden,
nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht geltend
sondern hat auch ein Anrecht auf das vereinbarte Arbeits­
machen (Frist der Kündigungsschutzklage, § 4 KSchG).
entgelt bis zum Austritt aus dem Betrieb. Folgt der Arbeitge-
c. Der besondere Kündigungsschutz der §§ 85–92 SGB IX be-
ber dem Weiterbeschäftigungsverlangen des Arbeitnehmers
steht erst mit Ablauf von sechs Monaten (§ 90 Abs. 1 SGB IX).

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 23
Im Laufe dieses Zeitraums kann das Arbeitsverhältnis eines c. Berufsschule:
Schwerbehinderten auch ohne Einverständnis des Integrations­ ◦◦ Berufsschulunterricht (§ 9 JArbSchG)
amts gekündigt werden. Die Kündigung ist zustimmungsfrei. ◦◦ Prüfungen (10 JArbSchG)
Mit dieser Regelung erhält der schwerbehinderte Arbeitnehmer
erst nach einer gewissen Dauer der Betriebszuge­hörigkeit das
Recht auf Schutz seiner Arbeitsstelle. Bis zum Ablauf dieser Aufgabe 8
halbjährigen Wartezeit wird die Zustimmungspflichtigkeit des ▶ Abb. 7.3
Integrationsamtes durch eine Anzeigepflicht des Arbeitgebers
ersetzt (§ 90 Abs. 3 SGB IX). Die Anzeigeverpflichtung beim
Integrationsamt ist nur eine Ordnungsvorschrift. Ein Verstoß Aufgabe 9
dagegen führt nicht zur Unwirksamkeit der Kündigung.
a. Der Urlaub beträgt jährlich, soweit kein verbindlicher Tarif-
Fazit: Da die Kündigung binnen der ersten sechs Monate der
vertrag einen günstigeren Urlaubsanspruch für den Auszubil-
Beschäftigung ausgesprochen und dem Arbeitnehmer Herr C.
denden vorsieht, mindestens 30 Werktage (25 Arbeitstage),
zugestellt wurde, ist sie wirksam.
wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch
nicht 16 Jahre alt ist.
Aufgabe 5 b. An Berufsschultagen mit einer Unterrichtzeit von mindestens
fünf Unterrichtsstunden sind Jugendliche ganz freizustellen,
Generell ist auch für die außerordentliche Kündigung des Arbeits-
um den Unterricht nacharbeiten zu können. Der Berufsschul-
verhältnisses eines schwerbehinderten Menschen die vorherige
tag wird mit 8 Stunden auf die Arbeitszeit angerechnet. Im
Zustimmung durch das Integrationsamt notwendig (§ 91 SGB IX).
vorliegenden Fall muss Sarah Hoffmann als minderjährige
Jedoch gelten einige Ausnahmen. Zum einen ist die Zweiwochen-
Auszubildende nach dem Besuch der Berufsschule nicht mehr
frist des § 626 Abs. 2 BGB zu achten. Zum anderen die Zwei­
in den Betrieb zurück (§ 9 JArbSchG). Jedoch gilt diese Rege-
wochenfrist des § 91 Abs. 2 SGB IX. Danach kann die Zustimmung
lung nur für einen Berufsschultag pro Woche. Findet der Be-
zur Kündigung nur binnen zwei Wochen beim Integrationsamt
rufsschulunterricht an zwei Tagen in der Woche statt, muss
beantragt werden, ab dem Zeitpunkt der Kenntnis der für die
der Jugendliche an einem dieser Tage nach dem Unterricht in
Kündigung maßgebenden Tatsachen (§ 91 Abs. 2 SGB IX). Das Inte-
den Betrieb zurück, unabhängig davon, wie lange der Unter-
grationsamt hat seine Entscheidung auch innerhalb von zwei
richt angedauert hat.
Wochen zu treffen. Die Frist beginnt mit dem Tag, an dem der
c. Wäre Sarah volljährig, müsste sie nach dem Unterricht in den
Antrag beim Integrationsamt eingeht. Anders als bei der ordentli-
Betrieb zurückkehren und hier ihre Arbeitszeit ableisten. In
chen Kün­ digung gilt hierbei die Zustimmung auch als erteilt,
diesem Fall findet eine Verrechnung der tatsächlichen Berufs-
wenn innerhalb dieser Frist keine Entscheidung des Integrations-
schulzeit (einschließlich Pausen) als Arbeitszeit statt und
amtes vorliegt (§ 91 Abs. 3 SGB IX). Nach einer erteilten Zustim-
ausschließlich die Differenz zur üblichen Arbeitszeit muss im
mung zur außerordentlichen Kündigung durch das Integrations-
Betrieb gearbeitet werden. Nach dem JArbSchG findet somit
amt hat die Kündigung des Arbeitgebers entweder innerhalb der
eine Ungleichbehandlung zwischen jugendlichen und volljäh-
Zwei­wochenfrist des § 626 Abs. 2 BGB oder nach Ablauf dieser
rigen Auszubildenden statt.
Frist umgehend nach Erteilung der Zustimmung zu erfolgen (§ 91
d. Nach § 8 JArbSchG darf die tägliche Arbeitszeit von Jugend­
Abs. 5 SGB IX).
lichen acht Stunden pro Tag, die Wochenarbeitszeit 40 Stunden
nicht überschreiten. Ausnahme: Um z. B. am Freitag früher ins
Wochenende gehen zu können, darf die tägliche Arbeitszeit
Aufgabe 6
an den übrigen Wochentagen derselben Woche (Montag bis
Der besondere Kündigungsschutz gilt nicht bei: Donnerstag) auch bis zu achteinhalb Stunden betragen (nicht
• Kündigungen innerhalb der ersten sechs Monate seit Be- mehr als 40 Stunden wöchentlich). Bei dieser Arbeitszeit von
stehen des Arbeitsverhältnisses (§ 90 Abs. 1 SGB IX) mehr als sechs Stunden muss sich die Summe der Ruhe­
• Bestimmten anderen Kündigungen (Vorliegen eines Sozial- pausen mindestens auf 60 Minuten belaufen (§ 11 JArbSchG).
plans oder aus Witterungsgründen, siehe § 90 SGB IX) e. § 19 Abs. 3 JArbSchG besagt, dass der Urlaub in der Zeit der
• Fristablauf bei einem befristeten Arbeitsverhältnis (Zeit- Berufsschulferien gegeben werden soll, d. h. Urlaub in der
ver­trägen). Diese enden automatisch mit Fristablauf. Schulzeit ist möglich. Wird die Berufsschule in der Zeit des
• Aufhebungsverträgen. Sie beenden das Arbeitsverhältnis Urlaubs besucht, ist für jeden Berufsschultag ein Urlaubstag
­einvernehmlich. zu gewähren.
f. Da die tägliche Arbeitszeit von Sarah 8 Stunden beträgt, hat sie
nach dem JArbSchG ein Anrecht auf eine 60-minütige Ruhe-
Aufgabe 7 pause. Als Ruhepause zählt eine Arbeitsunterbrechung von
Antwort S. 117–118. mindestens 15 Minuten. Folglich ist es möglich, Sarah in der
a. Arbeitszeit: Abteilung einzusetzen. Zu beachten ist, dass Jugendliche län-
◦◦ Arbeitszeiten (§ 8 und § 14 JArbSchG): ger als 4 ½ Stunden zusammenhängend nicht ohne Ruhepause
◦◦ Fünf-Tage-Woche (§ 15, 16 und 17 JArbSchG): tätig werden dürfen. Die Ruhepausen müssen frühestens eine
b. Ruhepausen (§ 11 JArbSchG): Stunde nach Beginn und spätestens eine Stunde vor Ende der
◦◦ Jugendliche haben Anspruch auf im Voraus feststehende Arbeitszeit eingeräumt werden (§ 11 Abs. 1 und 2 JArbSchG).
Ruhepausen. Als Ruhepause gilt eine Arbeitsunterbrechung g. Für die Teilnahme am Berufsschulunterricht muss der Jugend-
von mindestens 15 Minuten. Bei einer Arbeitszeit von 4 ½ liche von der Arbeit freigestellt werden, ungeachtet der be-
bis 6 Stunden müssen diese zusammen 30 Minuten dauern. trieblichen Interessen. Der Ausbildende verletzt damit seine
Wird mehr als 6 Stunden gearbeitet, betragen die Pausen Pflicht zur Freistellung der Auszubildenden Sarah gemäß § 9
insgesamt mindestens 60 Minuten. Abs. 1 JArbSchG.
◦◦ Die Ruhepausen müssen frühestens eine Stunde nach h. Jugendliche sind für die Teilnahme an Prüfungen, an Ausbil-
Beginn und spätestens eine Stunde vor Ende der Arbeitszeit dungsmaßnahen außerhalb der Ausbildungsstätte sowie am
eingeräumt werden. Länger als 4 ½ Stunden ununterbro- Arbeitstag vor der schriftlichen Abschlussprüfung von der
chen dürfen Jugendliche nicht ohne Ruhepause tätig sein. Arbeit im Betrieb zu befreien (§ 10 Abs. 1 JArbSchG). Bei der

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Abb. 7.3  Berufsausbildungsvertrag, Aufgabe 8

Zwischenprüfung handelt es sich um keine Abschlussprüfung. Tab. 7.1 Verlängerung der Schutzfrist


Das Gesetz verlangt keine Freistellung. Entsprechend wird ein
Urlaubstag angerechnet. Verlängerung der Schutzfrist:
i. Ein Entgeltausfall darf sich durch den Besuch der Berufsschule voraussichtlicher Entbindungstag: 01.11.2012
nicht ergeben. Es liegt ein Verstoß des § 9 Abs. 3 JArbSchG vor. – tatsächlicher Entbindungstag: 30.10.2012
= Verlängerung der Schutzfrist 2 Tage
Aufgabe 10
Frau Waldmann hätte ihren ersten Arbeitstag am 28.12.20**.
a. Ja, Frau Waldmann kann ausdrücklich erklären, dass sie die
e. Der mutmaßliche Entbindungstermin von Frau Waldmann ist
Sechs-Wochen-Frist vor der Entbindung nicht in Anspruch
– entsprechend der ärztlichen Bescheinigung – der 01.11.20**.
nehmen möchte, sondern lieber weiterarbeiten will. In die-
Vor der Geburt beträgt die Schutzfrist sechs Wochen bzw.
sem Fall darf der Arbeitgeber sie weiterbeschäftigen. Frau
42 Kalendertage.
Waldmann kann ihre Erklärung zur Weiterarbeit jederzeit
Berechnung der Schutzfrist:
ohne Angabe von Gründen zurücknehmen (§ 3 MuSchG).
31.10.20** abzüglich 42 Kalendertage = 20.09.20**
b. Antwort S. 120.
Für Frau Waldmann ist der 19.09.2012 der letzte Arbeitstag
c. Antwort S. 121.
vor der Entbindung.
d. Berechnung der Schutzfrist:
Schutzfrist gesamt:
Die Schutzfrist beläuft sich auf 8 Wochen bzw. 56 Kalender-
20.09.20** bis 27.12.20** = 99 Tage
tage.
31.10.20** + 56 Kalendertage = 25.12.2012

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Aufgabe 11 b. Generell greift das Kündigungsverbot nicht, wenn das Arbeits-
verhältnis einvernehmlich durch Abschluss eines schriftlichen
a. Die Kündigung könnte gegen § 9 MuSchG verstoßen und Aufhebungsvertrags endet. Denn der § 9 MuSchG erstreckt
unwirksam sein. Der § 9 MuSchG untersagt die Kündigung des sich nur auf arbeitgeberseitige Kündigungen, nicht aber auf
Arbeitsverhältnisses durch das Unternehmen vom Beginn der sonstige Beendigungsgründe. So bleiben Aufhebungsverträge
Schwangerschaft an bis zum Ablauf von vier Monaten nach von dieser Vorschrift unberührt. Der Mutterschutz endet
der Entbindung. Beim Eingang der schriftlichen Kündigung dann zeitgleich mit dem Arbeitsverhältnis. Nur in besonderen
muss eine Schwangerschaft vorliegen. Der ärztlichen Feststel- Fällen, z. B. wenn der Aufhebungsvertrag durch eine arglistige
lung zufolge war Frau Sumser zum Zeitpunkt des Zugangs der Täuschung oder widerrechtliche Drohung des Arbeitgebers
Kündigung schwanger. Das Kündigungsverbot gilt nur dann, erzwungen wurde, kann die Zustimmung zum Abschluss
wenn dem Arbeitgeber zum Zeitpunkt der Kündigung die eines Aufhebungsvertrages durch die Frau angefochten wer-
Schwangerschaft bekannt war oder er innerhalb von zwei den. Im vorliegenden Fall liegt kein Anfechtungsgrund vor.
Wochen nach Zugang der Kündigung darüber informiert wird. Frau Sumer kann ihr in Unkenntnis der Schwangerschaft
Frau Sumser hat Dr. Weiß die Schwangerschaft aber weder vor erklärtes Einverständnis zum Aufhebungsvertrag nicht
der Kündigung (vgl. § 5 MuSchG) noch innerhalb der Zwei- anfechten.
Wochen-Frist des § 9 MuSchG über die Schwangerschaft
informiert. Das Überschreiten der Frist ist irrelevant, wenn die
Zweiwochenfrist unverschuldet verstreicht und die Mitteilung
umgehend nachgeholt wird. Da Frau Sumser vor dem Arzt­ Literatur
besuch noch nichts von der Schwangerschaft wusste, besteht
[25] Abmahnung und Kündigung, Informationen zum Thema Abmahnung
kein Verschulden. Weiter hat Frau Sumser die Schwanger-
und Kündigung. http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_
schaftsfeststellung nach ihrem Arztbesuch ohne Zögern an Handbuch_Abmahnung_Kuendigung.html
Dr. Weiß weitergeleitet. Im vorliegenden Fall bleibt der be­­ [26] Weiterbeschäftigung, Informationen zum Thema Weiterbeschäfti-
sondere Kündigungsschutz erhalten. Somit ist die Kündigung gung. http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Hand-
nach § 9 Abs. 1 MuSchG unwirksam. buch_Weiterbeschaeftigung.html

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Kapitel 8: siehe Kapitel 9

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Kapitel 8 + 9: Betriebliche Mitbestimmung
ob in Ausbildung oder nicht dürfen bis zum 25. Lebensjahr für
Aufgabe 1 die Jugendvertretung kandidieren.
Die Mitbestimmung auf Betriebsebene wird in erster Linie durch c. Siehe Sachdarstellung im Text.
Arbeitnehmer im Betrieb wahrgenommen. Als Arbeitnehmer liegt d. Aktives Wahlrecht: man wählt jemanden.
ihnen das Wohlergehen sowohl ihrer Kollegen als auch des Be- Passives Wahlrecht: man lässt sich als Kandidat zur Wahl
triebes am Herzen. Sie nehmen ihre Rechte im Betriebsrat wahr. aufstellen.
Die Mitbestimmung auf Unternehmensebene findet häufig im
Aufsichtsrat statt. Hier können neben Betriebsangehörigen auch
Funktionäre der Gewerkschaft in Form von Aufsichtsratsmanda- Aufgabe 10
ten Einfluss auf die Unternehmenspolitik ausüben.
Durch die Wahl eines Betriebsrates ist der Arbeitgeber verpflich-
tet, den Betriebsrat zu informieren. Es ist unerheblich, ob dieser
Erfahrung hat oder nicht. Aufgrund der fehlenden Information ist
Aufgabe 2 die Kündigung unwirksam (vgl. § 102 BetrVG).
• Regelmäßige Information durch den Arbeitgeber
• Mitarbeiter können ihre Vorstellungen der Unternehmens­
leitung gegenüber artikulieren Aufgabe 11
• Bestimmte Maßnahmen lassen sich verhindern etc.
Für die Mitglieder des Betriebsrates gilt ein besonderer Kündi-
gungsschutz. Somit auch für die Betriebsratsvorsitzende. Dieser
Kündigungsschutz gilt auch noch nach dem Ausscheiden aus dem
Aufgabe 3 Betriebsrat für eine bestimmte Zeit.
• Angst, in ihren Entscheidungsrechten eingeschränkt zu wer-
den
• Konkurrenz erfährt vorzeitig von geplanten Maßnahmen Aufgabe 12
• Mitarbeiter blockieren evtl. bevorstehende Maßnahmen etc.
In erster Linie der gegenseitige Respekt gegenüber dem anderen.
Dabei gilt, dass jede Seite zwar ihre Interessen vertritt, aber
gleichzeitig das Wohl der Belegschaft und des Unternehmens an
Aufgabe 4 erster Stelle stehen. Die Zusammenarbeit sollte offen und fair
Für öffentlich-rechtliche Unternehmen gilt das Personalvertre- erfolgen.
tungsrecht, für die übrigen das Betriebsverfassungsgesetz, sofern
sie sich nicht als Tendenzunternehmen verstehen.
Aufgabe 13
Arbeitgeber und Gewerkschaft (Arbeitnehmervertretungen) eini-
Aufgabe 5 gen sich, ohne dass der Staat sich in die Verhandlungen einmischt.
Siehe Buch S. 130

Aufgabe 14
Aufgabe 6 Sozialpartner sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Auch der Staat
Siehe Buch S. 130 ist als Arbeitgeber Sozialpartner.

Aufgabe 7 Aufgabe 15
Ein Tendenzbetrieb hat im Wesentlichen eine ideelle Zielsetzung Siehe Buch S. 135
(Vgl. § 118 BetrVG in Verbindung mit § 1 MitbestG.). So gelten
i.d.R. kirchliche, karitative, wissenschaftliche oder politische Ein-
richtungen als Tendenzbetriebe. Das Betriebsverfassungsgesetz Aufgabe 16
gilt hier nur eingeschränkt.
Siehe Buch S. 135

Aufgabe 8 Aufgabe 17
Siehe Buch S. 132
a. Mit Hilfe des Warnstreiks versuchen die Arbeitnehmer, Druck
auf den Arbeitgeber aufzubauen und wollen damit ihre Streik-
bereitschaft unter Beweis stellen.
Aufgabe 9 b. Bei einem wilden Streik handelt es um einen Streik während
a. Die Betriebsratswahlen laufen regulär im Zeitraum März bis die Friedenspflicht gilt. Diese gilt grundsätzlich während
Mai ab. Sofern erstmals ein Betriebsrat gewählt wird, ist dies eines gültigen Tarifvertrages. Der Arbeitgeber kann die teil-
jederzeit möglich. nehmenden Arbeitnehmer kündigen.
b. Es müssen mindestens 5 Jugendliche vom Unternehmen be­
schäftigt werden. Grundsätzlich sind dabei alle Personen unter
18 Jahren wahlberechtigt. Sofern Personen über 18 Jahre alt Aufgabe 18
sind und sich in einem Ausbildungsverhältnis befinden, sind
Siehe Buch S. 135 f.
sie auch wahlberechtigt. Dies gilt bis zur Vollendung des
25. Lebensjahres (sofern in der Ausbildung). Alle Beschäftigten

28 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Aufgabe 19 Aufgabe 20
Durch den Einsatz eines Schlichters, der von beiden Seiten akzep- Zu einer Urabstimmung werden die Gewerkschaftsmitglieder
tiert wird, soll ein Streik umgangen werden. Sofern es beide Sei- aufgerufen, um sich für oder gegen einen Streik auszusprechen.
ten ernst meinen, besteht die Chance, einen Kompromiss zu fin- Für die Aufnahme eines Streiks müssen sich mindestens 75 % der
den. Akzeptiert eine der beiden Seite den Schlichterspruch nicht, Gewerkschaftsmitglieder in einem Betrieb aussprechen. Ob ein
dann kommt es regelmäßig zu einem Streik. Tarifvertrag angenommen wird oder nicht, müssen sich nur 25 %
der Gewerkschaftsmitglieder in einem Betrieb dafür aussprechen.

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 29
Kapitel 10: Marketing in Kliniken und Pflegeeinrichtungen
Aufgabe 1 Aufgabe 2
a. Antwort S. 139–140. a. ▶ Tab. 10.2
b. Generell sind bei jedem Marktforschungsproblem vorab vor- b.
handene sekundäre Quellen auszuwerten. Gründe für ein 1. Wie bewerten Sie die Zimmerausstattung?
derartiges Vorgehen sind: _______________________________________________________
◦◦ Durch Auswertung der Sekundärinformation können oft 2. Untersuchungen und Behandlungen wurden verständlich
schon Probleme gelöst werden, sodass sich Primärerhe­ erklärt.
bungen erübrigen. □ ja
◦◦ Die Kosten sind erheblich niedriger als bei Primärerhe­ □ nein
bungen. 3. Kreuzen Sie an:
◦◦ Auch wenn im Einzelfall durch die Sekundärerhebungen -- Wie sind Sie mit der Qualität des Essens zufrieden?
nicht das gesamte Problem gelöst werden kann, so können □ sehr  □ ziemlich  □ weniger  □ gar nicht
sie doch hilfreich sein bei: 4. Kreuzen Sie an:
-- Der Problemdefinition für eine Primärerhebung -- Wie sind Sie mit der Betreuung durch das Pflegepersonal
-- Der Planung der Primärerhebung zufrieden hinsichtlich:
-- Der Stichprobenauswahl -- Freundlichkeit
c. □ sehr  □ ziemlich  □ weniger  □ gar nicht
Instrumente der Primärforschung: -- Fachkompetenz
◦◦ Befragung □ sehr  □ ziemlich  □ weniger  □ gar nicht
◦◦ Beobachtung c. Antwort S. 140.
◦◦ Experiment d. Kontakt- und Eisbrecherfragen stehen zu Beginn des Frage­
◦◦ Panel bogens. Sie sollen den Einstieg erleichtern, das Interesse und
Instrumente der Sekundärforschung die Kommunikationsbereitschaft des Befragten wecken, Auf-
◦◦ Eigene Zahlen aus dem Controlling (z. B. Verweildauer, geschlossenheit für das Interview herbeiführen und den
­Bettenauslastung) Ablauf des Interviews sinnvoll gestalten helfen.
◦◦ Amtliche Statistiken und Erhebungen (z. B. Statistisches e. Kontrollfragen sollen mögliche Inkonsistenzen in den gege­
Landesamt) benen Antworten der Befragten offenlegen. Mit ihnen wird
◦◦ Wissenschaftliche Veröffentlichungen (z. B. Dissertationen festgestellt, ob bisher gestellte Fragen wahrheitsgemäß be­-
und Diplomarbeiten) antwortet wurden und der Befragte die Frage auch genau
d. ▶ Tab. 10.1 verstanden hat. Dies wird erzielt, indem schon behandelte

Tab. 10.1  Arten der Befragung und ihre Vor- und Nachteile, Aufgabe 1 d
Art der Befragung Vorteile Nachteile
mündliche Befragung • Messung von Spontaneität • Interviewereinfluss
(mittels Interviewer und • komplexe, verzweigte Fragebögen möglich • „Ehrlichkeit“ der Interviewer
Papierfragebogen) • Hilfestellung durch Interviewer • Organisationsaufwand (Rekrutierung, Schulung, Kontrolle der
• Kontrolle der Stichprobenzusammensetzung Interviewer)
schriftliche Befragung siehe Aufgabe 2a, ▶ Tab. 10.2 siehe Aufgabe 2a, ▶ Tab. 10.2
(selbstständiges Ausfüllen
ohne Interviewerunter­
stützung)
fernmündliche Befragung • Reduzierung des Interviewereinflusses auf Stimme • Repräsentativitätsprobleme bei geringer Telefonanschlussquote
(via Telefon) • bessere Kontrolle der Interviewer möglich • Interviewerabbruch
• Zeitersparnis durch fehlende Raumüberbrückung • rechtliche Probleme
elektronische Befragung • Datenübertragung – Papier/EDV – entfällt • hohe Investition
(z. B. mittels Notebook­ • Messung der Zeit, die bis zur Beantwortung der • Schulung der Interviewer
rechner und Fragebogen­ Frage verstreicht als Indikator für eine gefestigte/ • technische Probleme mit DFÜ
software) ungefestigte Meinung
• Nutzung von Multimedia-Features

Tab. 10.2  Vor- und Nachteile der schriftlichen Befragung, Aufgabe 2 a


Vorteile Nachteile
• Die Kosten sind vergleichsweise gering, speziell bei geografisch • Die Rücklaufquote ist so gering, dass das Ergebnis nicht als gesichert anerkannt ist
verstreuten Auskunftspersonen. • Keine Spontaneität, mitunter entspricht eine spontane Aussage mehr der Realität
• schnelle Durchführung • Keine Möglichkeit der Nachfrage (Missverständnisse)
• Interviewer kann nicht auf das Antwortverhalten des Antwor­ • Es besteht die Möglichkeit, dass die Befragten Dritte zu Rate ziehen
ters Einfluss nehmen • Man weiß nicht, wer den Fragebogen tatsächlich beantwortet hat
• hohe Anonymität der Befrager • Verzerrung der Stichprobe durch Überrepräsentation bestimmter Bevölkerungs­
• Antworter haben bei der Beantwortung des Fragebogens mehr gruppen, z. B. überdurchschnittlich viele ältere Personen
Zeit; führt zu eher präzisen und überlegten Antworten • Fragebogen muss aufgrund des unterschiedlichen Niveaus der Befragten leicht
• große Stichprobenumfänge; sehr repräsentativ verständlich sein

30 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Themen in abgewandelter Form noch einmal abgefragt wer- Aussagekraft der Ergebnisse des Panelverfahrens. Mit ande-
den. ren Worten versteht man unter dem Paneleffekt alle
f. Antwort S. 140. bewussten und unbewussten Veränderungen im Verhalten
g. Antwort S. 140. Mit Fragen zur Person endet der Fragebogen. der Panelteilnehmer, die sich durch die laufende Wieder­
Sie dienen der Erfassung soziodemografischer und sozioöko- holung der Erhebung ergeben. Ferner kann das Wissen über
nomischer Daten des Befragten wie Alter, Geschlecht, Beruf den Untersuchungsablauf das Antwortverhalten im Ver-
oder Einkommen. Diese Fragen sind wichtig, um differen- gleich zur Erstbefragung ändern. In gleicher Weise kann auf
zierte Auswertungen vornehmen zu können. die Interviewstudie die freundschaftliche Beziehung zwi-
schen Interviewern und Befragten auf das Antwortver­
halten Einfluss nehmen.
Aufgabe 3 ◦◦ Die Panelsterblichkeit (auch: Panelmortalität): Bei einem
a. Wenn der gleiche Personenkreis über längere Zeit hinweg Panel steht der Kreis der Befragten fest. Panels versuchen,
kontinuierlich zum gleichen Sachverhalt entweder schriftlich, mit möglichst konstanten Stichproben zu arbeiten, denn
mündlich, telefonisch oder durch Beobachtung befragt wird, jede Änderung in der Stichprobe bedeutet auch eine Ände-
dann handelt es sich um die Paneltechnik. Durch die regel­ rung im Ergebnis. Dieses Ziel lässt sich nur zu einem
mäßige Befragung können Markt- und Verhaltensverände­ bestimmten Grad erreichen. Denn jedes Panel ist, bedingt
rungen im Zeitablauf sowie Trends aufgezeigt werden, vor durch Krankheit, Todesfall, Geschäftsschließung, Umzug
allem Veränderungen im Konsumverhalten. Panelerhebungen oder Verlust der Teilnahmemotivation etc., einer laufenden
werden vorwiegend von großen Markforschungsinstituten Fluktuation ausgesetzt. Der Ausfall von Stichprobeneinhei-
durchgeführt, da der organisatorische Aufwand enorm und ten in einem Panel wird „Panelsterblichkeit“ genannt. Diese
mit hohem Kostenaufwand verbunden ist. Innerhalb der Panelsterblichkeit bedingt das laufende Austauschen neuer
Panelforschung hält man das Handels-, das Verbraucher- und strukturgleicher Teilnehmer und die Überprüfung der Re-
Spezialpanel auseinander (▶ Abb. 10.1). präsentativität der Stichprobe.
Verbraucherpanel: Als Verbraucherpanel werden diejenigen
Panels bezeichnet, die sich an den Endverbraucher wenden.
Je nach Zielsetzung der Untersuchung kann das Panel ein
Aufgabe 4
­Individualpanel sein, bei dem es um einzelne Personen geht, a. Die Marktsegmentierung beschreibt die Aufteilung eines
oder sich um ein Haushaltspanel handeln, bei dem alle Per­ Marktes in einzelne, klar abgegrenzte Untergruppen, die
sonen des Haushalts von Interesse sind. Haushaltspanels eig- jeweils als eigene Zielmärkte betrachtet werden können.
nen sich dann, wenn alle Waren zusammen vom Haushalt Ziel ist es, für einzelne abgegrenzte Marktsegmente im
(und nicht so sehr von den einzelnen Mitgliedern selbst) ver- Anschluss daran maßgeschneiderte Marketing-Aktivitäten
braucht werden (wie z. B. Lebensmittel). Individualpanels (Einsatz von Werbung, Verkaufsförderung und Distribution)
sollten im Gegensatz dazu dann eingesetzt werden, wenn der zu entwickelt und einzusetzen. Die Marktsegmente sollen in
Gegenstand des Verbrauchs nicht primär den gesamten Haus- sich möglichst ähnlich (homogen) und untereinander mög-
halt betrifft, sondern jedes Haushaltsmitglied selbst als Käufer lichst unähnlich (heterogen) sein. Es werden verschiedene
aktiv ist (wie z. B. Kosmetika). Arten der Marktsegmentierung, wie demografische, psycho-
Handelspanel: Beim Handelspanel werden Bewegungen auf grafische, geografische und verhaltensorientierte Segmentie-
der Handelsebene recherchiert. Sie dienen zur Ermittlung der rung, unterschieden.
Entwicklung von Warenbewegungen und Lagerbeständen der b. Antwort S. 141.
einbezogenen Handelsgeschäfte. Als Panelteilnehmer kom- c. Marktsegmentierung nach
men Groß- und Einzelhandelsbetriebe infrage. ◦◦ Demografischen Kriterien: Geschlecht, Alter, Familien­stand
Spezialpanel: Im Laufe der Jahre sind eine Reihe von Spezial- ◦◦ Psychografischen Kriterien: Lebensstil, Bedürfnisse/Motive,
panels mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen entstanden. Einstellungen, Geselligkeitsstreben, Freizeitverhalten, Per-
Diese werden von den Marktforschungsinstituten für diverse sönlichkeitsmerkmale
Branchen entwickelt und betreut, z. B. Pharmapanel, Ärzte­
panel, u.a.
b. Problematisch ist: Aufgabe 5
◦◦ Der Paneleffekt: Der Paneleffekt besagt, dass die befragten a. Unter Marketing-Mix versteht man den kombinierten Einsatz
Personen unter dem Einfluss der Teilnahme am Panel ihr der absatzpolitischen Instrumente (Produkt-, Preis-, Distribu-
Verhalten verändern, d. h. sie kaufen bewusster und weni- tions- und Kommunikationspolitik), angepasst an die aktuelle
ger spontan ein. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Marktsituation. Ziel ist, einen Marketing-Mix zu finden und

Abb. 10.1  Panelarten, Aufgabe 3 a

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 31
umzusetzen, der der Erreichung der Marketingziele eines Aufgabe 8
Unternehmens am dienlichsten ist. Da die meisten Unter­
nehmen sich wandelnden Marktgegebenheiten gegenüber­ Antwort S. 144–145.
stehen, ist der Marketing-Mix ständig zu überprüfen und
anzugleichen. Die vier Instrumente des Marketing-Mixes dür-
fen jedoch zu keiner Zeit losgelöst voneinander betrachtet und Aufgabe 9
angewendet werden, denn es besteht zwischen ihnen eine Eine Marke ist ein Zeichen, das geeignet ist, Waren und Dienstleis-
direkte Verbindung. Sie sind so miteinander zu kombinieren, tungen eines Unternehmens von Waren und Dienstleistungen
dass sie in sich widerspruchsfrei sind bzw. sich gegenseitig in eines anderen Unternehmens abzugrenzen. Als Kennzeichen die-
ihrer Wirkung unterstützen. Sie sind wie Zahnräder in einem ser Art können Worte, Buchstaben, Zahlen und Abbildungen, Hör-
Uhrwerk zu sehen, die ineinander greifen und aufeinander zeichen, dreidimensionale Gestaltungen und sonstige Aufma-
wirken. Jede Veränderung eines Marketing-Instruments chungen geschützt werden, wenn sie die Regelungen des Mar-
bewirkt eine Änderung der anderen Instrumente. Sie können kenG erfüllen.
sich ergänzen, behindern oder gar ausschließen. So können Marken braucht man:
sich z. B. eine Preissenkung und ein erhöhter Werbeeinsatz • Als Orientierungs- und Entscheidungshilfe
teilweise kompensieren. Fehleinschätzungen in nur einem • Zum Aufbau einer Vertrauensbindung (Einweiser, Patienten,
Instrumentalbereich können den Erfolg des gesamten Marke- Bürger, Partner)
tingkonzepts beeinträchtigen. Nicht selten führt das zu Flops. • Zur Steigerung des Unternehmenswertes
Einzig und allein eine sorgfältig abgestimmte Kombination
der Marketinginstrumente führt zu einem Synergieeffekt und
Akzeptanz im Markt. Aufgabe 10
b. Die vier Teilpolitiken des Marketing-Mixes sind: Antwort S. 146.
◦◦ Produktpolitik
◦◦ Preispolitik (Kontrahierungspolitik)
◦◦ Distributionspolitik Aufgabe 11
◦◦ Kommunikationspolitik
Wenn ein Unternehmen ein neues Produkt markieren möchte,
muss es sich für eine Art von Marke entscheiden. Generell trennt
Aufgabe 6 man:
• Wortzeichen
Antwort S. 143. • Buchstabenzeichen
• Zahlenzeichen
• Bildzeichen
Aufgabe 7 • Formzeichen
a. Antwort S. 143–144.
b. Antwort S. 143–144.
c. Antwort S. 145. Aufgabe 12
Wird das originäre Produkt bzw. Dienstleistungsprodukt Antwort S. 147.
durch die veränderte Version ersetzt, liegt eine Produkt­
variation vor. Bei einer Produktvariation werden Verände­
rungen der funktionalen oder ästhetischen Eigenschaften, Aufgabe 13
der Symbolbedeutung oder der Markierung eines bereits im
Programm enthaltenen Produktes bzw. einer Dienstleistung Antwort S. 147–148.
vor­genommen. Beispielsweise werden technische Operations­
abläufe in einem Krankenhaus verändert. Die Anzahl der
angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungsprodukte bleibt
Aufgabe 14
gleich. Eine Preisdifferenzierung ist sinnvoll, um die unterschiedliche
Unter Produktdifferenzierung versteht man die Entwicklung Kaufkraft und Zahlungsbereitschaft verschiedener Kundengrup-
zusätzlicher Ausführungsvarianten zu den auf dem Markt pen optimal auszuschöpfen und ist außerdem als Mittel der Kun-
befindlichen Produkten bzw. Dienstleistungen. Das originäre denbindung geeignet. Weitere Gründe sind:
Produkt bzw. Dienstleistungsprodukt bleibt nach wie vor • Kundengewinnung
erhalten und ein abgewandeltes Produkt bzw. eine Dienstleis- • Abschöpfen zusätzlicher Kaufkraft (z. B. Weihnachtsgeld)
tung mit neuen Merkmalen tritt hinzu. Dies führt zu einer • Gutes Betriebsklima fördern (z. B. Mitarbeiterrabatt)
größeren Auswahl für die Konsumenten und infolgedessen zu
einem größeren Nutzen. Das Produkt bzw. Dienstleistungs-
produkt kann dabei qualitativ oder optisch verändert ange­ Aufgabe 15
boten werden. Die Zahl der vom Unternehmen am Markt Antwort S. 148–149.
angebotenen Produkte steigt; das Produk­tionsprogramm wird
tiefer. Auf dem Arzneimittelmarkt spielt Produktdifferenzie-
rung eine bedeutende Rolle. Beispielsweise hat die Pharma- Aufgabe 16
firma Bayer die OTC-Marke Bepanthen sukzessive erweitert.
1. Um zusätzliche Leistungen gesondert bezahlt zu bekommen,
Zwischenzeitlich gibt es nicht nur die klassische Wund- und
ist ein vorheriger, schriftlicher Vertrag mit den Bewohnern zu
Heilsalbe, sondern auch verschiedene Sprays, Cremes und
treffen. Ohne eine solche Vereinbarung kann kein Entgelt für
Lippenstifte.
zusätzliche Leistungen geltend gemacht werden.
2. Die Zusatzleistungen müssen nach Art, Umfang, Dauer und
Zeitabfolge bestimmbar sein.

32 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
3. Die Höhe der Zuschläge und die Zahlungsbedingungen müs- • Mehrmaliges Duschen bzw. Baden, weil eine besondere
sen benannt werden. ­Reinlichkeit notwendig ist oder ein besonderes Reinlichkeits-
4. Die Zusatzleistungen dürfen die notwendigen stationären bedürfnis besteht,
oder teilstationären Leistungen des Pflegeheimes nicht behin- • Betreuung und Beaufsichtigung von Personen mit geronto­
dern. psychiatrischer Erkrankung, Sitzwachen, Sterbebegleitung,
5. Über die Zusatzleistungen sind die Landesverbände der • Pflege besonderer Gruppen (z. B. Wachkoma-Patienten),
­Pflegekassen und die überörtlichen Träger der Sozialhilfe im • Tägliches Bettenmachen,
Land vor Leistungsbeginn schriftlich zu informieren. (§ 88 • Gruppenausflüge,
Abs. 2 SGB XI). • Aktivierende Gruppenarbeit,
• Organisation von Arztbesuchen.
Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann ein zusätzliches
Entgelt für zusätzliche Leistungen verlangt werden.
Aufgabe 18
• Absatzhelfer sind rechtlich Selbstständige (z. B. Handelsver­
Aufgabe 17 treter, Kommissionäre, Reisender, Belegärzte), die in den
Als Zusatzleistungen gelten nur solche Leistungen, die über das Absatz eingeschaltet sind, ohne Eigentum an den Produkten
Maß des Notwendigen hinausgehen, wie: bzw. Leistungen zu erwerben. Sie vermitteln Aufträge.
1. Besondere Komfortelemente bei Unterkunft und Verpflegung • Absatzmittler sind Personen oder Institutionen, die in der
oder Absatzkette vom Hersteller zum Endkunden tätig werden.
2. Zusätzliche pflegerisch-betreuende Leistungen. Absatzmittler sind „rechtlich und wirtschaftlich selbststän-
dige Absatzorgane“.
Zu 1.: Zusatzleistungen bei Unterkunft und Verpflegung sind: Der niedergelassene Arzt als Absatzmittler eines Kranken­
• Reparatur oder Instandsetzung mitgebrachter Einrichtungs­ hauses vermittelt nicht die eigentliche Krankenhausdienst-
gegenstände, leistung, vielmehr bringt er den Patienten mit dem Kranken-
• Chemische Reinigung von Wäsche usw., haus zusammen. Der Arzt spricht Empfehlungen aus und hat
• Mahlzeiten auf dem Zimmer, obwohl an der Gemeinschafts- einen maßgeblichen Einfluss auf die Art und Anzahl der nach-
verpflegung teilgenommen werden kann, fragenden Patienten. Außerdem sichern sie als Kooperations-
• Private Nutzung von Gemeinschaftsräumen z. B. für private partner dem Krankenhaus eine kontinuierliche Auslastung.
Feiern, auch deren Ausrichtung, Auch Krankenkassen übernehmen, vor dem Hintergrund inte-
• Einlagerung privater Gegenstände, grierter Versorgungsformen, Einkaufsmodellen, aber auch in
• Verpflegung nach individuellen Wünschen („Gourmetkost“) ihrer Funktion als Berater des Patienten, zunehmend die Rolle
oder Gästeverpflegung, eines Absatzmittlers. Sie treffen Vorentscheidungen, wenn es
• Fahr- und Begleitdienste, beispielsweise für Einkäufe außer- um die Auswahl eines Krankenhauses geht.
halb der Einrichtung,
• Pay-TV.
Aufgabe 19
Keine Zusatzleistungen und schon durch die Entgelte für Unter- Individuelle Antwort.
kunft und Verpflegung abgegolten sind z. B.:
• Zwischenmahlzeiten, Wahlmenü, Nachmittagskaffee,
• Notwendige Getränke (insbesondere Mineralwasser, Tee, Aufgabe 20
­Kaffee, Saft, mindestens 2 Liter Flüssigkeit),
Antwort S. 151.
• Diätkost,
• Essensversorgung am Bett, soweit notwendig,
• Entsorgung von privatem Müll,
• Sonderreinigung nach Auszug,
Aufgabe 21
• Pflanzenversorgung (in geringem Umfang), Antwort S. 152–153.
• Wäschepflege (z. B. Knöpfe annähen), Grundprinzipien des Franchising:
• Private Geldverwaltung (im Sinne von Taschengeldverwaltung), • Dauerhaft bindender schriftlicher Vertrag
soweit diese nicht anderweitig sichergestellt ist. • Rechtliche und finanzielle Selbstständigkeit aller Systempart-
ner.
Zu 2: Zusatzleistungen, die über die notwendige pflegerisch-be- • Systemführerschaft des Franchise-Gebers
treuende Leistung hinausgehen, können sein: • Einheitlicher Marktauftritt
• zeitintensive Schönheitspflege, z. B. eine aufwendige Frisur,
Maniküre, Pediküre Vor- und Nachteile von Franchising (▶ Abb. 10.2).
• individueller Vorleseservice oder Auswahl von Musikpro-
grammen,
• Hilfe bei der Erledigung des privaten Schriftverkehrs, soweit Aufgabe 22
dies selbst erledigt werden könnte, Die Grenzen der erlaubten Kommunikation findet man, neben der
• persönliche Begleitung zu Arztbesuchen, soweit eine beglei- Berufsordnung für Ärzte, im Gesetz gegen den unlauteren Wett-
tende Person nicht erforderlich, aber vom Heimbewohner bewerb (UWG) sowie im Heilmittelwerbegesetz (HWG). Während
erwünscht wird, sich die Berufsordnung allein an die Ärzteschaft wendet, betreffen
• Begleitung zu öffentlichen Veranstaltungen (z. B. zu Konzerten, das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und das Heilmittel-
Theater). werbegesetz das Krankenhaus selbst sowie die angestellten Mit-
arbeiter.
Keine Zusatzleistungen und durch den Pflegesatz abgedeckt sind Große Bedeutung kommt § 3 HWG zu, wonach eine irrefüh-
z. B.: rende Werbung unzulässig ist. Mit anderen Worten ist auf die
inhaltliche Richtigkeit und die Unmissverständlichkeit der Werbe-

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 33
Abb. 10.2  Vor- und Nachteile von Franchising,
Aufgabe 21

botschaften besonders zu achten. Das ist z. B. dann nicht der Fall, • das Thema Gesundheit und Prävention eine immer höhere
wenn eine therapeutische Wirkung suggeriert wird, die ein Medi- gesellschaftliche Rolle einnimmt. Eine Einrichtung kann in der
zinprodukt nicht hat. § 3 HWG enthält einen Katalog von Fallgrup- Zukunft nur erfolgreich bleiben, wenn sie mit Marketing bei
pen, in denen eine Irreführung vorliegt. Das Irreführungsverbot „Gesunden“ zusätzliche Einkunftsquellen erschließt.
bezieht sich nicht nur auf Werbung gegenüber den potenziellen • Marketingmaßnahmen Einfluss auf die öffentliche Meinung,
Patienten, also dem sogenannten Laienpublikum, sondern gilt auch auf die der eigenen (potenziellen) Mitarbeiter und vor allem
auf der Ebene der Werbung in den Fachkreisen. Bei der Planung auf die der Patienten und einweisenden Ärzte ausüben. In
der Werbemaßnahme ist diese Vorschrift zu berücksichtigen. vielen Fällen wird die Darstellung bzw. der Eindruck der Ein-
Eingeschränkt ist die Werbung mit Krankengeschichten sowie richtung mit der Kompetenz gleichgesetzt. Marketing stärkt
Hinweise darauf. Sie bleibt dann verboten, wenn „diese in miss- das Image, sorgt für Wiedererkennbarkeit und vermittelt
bräuchlicher, abstoßender oder irreführender Weise erfolgt oder Werte und Vertrauen.
durch eine ausführliche Beschreibung oder Darstellung zu einer • Patienten ein großes Interesse an Gesundheitsthemen haben
falschen Selbstdiagnose verleiten kann“ (§ 11 Abs. 1 Nr. 3 HWG). und ausführlich informiert werden wollen. Sie verlassen sich
Ebenso ist es nach dem § 7 Abs. 1 S. 1 HWG, unzulässig, Zu- nicht mehr allein auf ihren Arzt bzw. das Krankenhaus, son-
wendungen oder sonstige Werbegaben (Waren- oder Dienstleis- dern nutzen andere Informationsquellen. Sie machen sich
tungen) anzubieten, anzukündigen oder zu gewähren oder als schon im Vorfeld ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Ein-
Angehöriger der Fachkreise anzunehmen. So ist z. B. das Angebot richtung. So greifen viele Patienten auf das Internet zu, um
einer kostenlosen Venenuntersuchung durch eine Klinik nach sich über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten zu
dem HWG unzulässig. (OLG Celle, Urteil vom 3. November 2011, informieren. Ärzte und Gesundheitsbetriebe müssen sich
Az.: 13 U 167/11.) diesem Trend stellen und sich dieser neuen Kommunikations-
Auch Preisausschreiben, Verlosungen oder anderen Verfahren, form bedienen, um die angebotenen Leistungen zu präsentie-
deren Ergebnisse vom Zufall abhängig sind, bleiben untersagt, ren und Patienten über Organisatorisches zu informieren. Ziel
wenn die Werbung einer unzweckmäßigen oder übermäßigen ist, einzigartig, unverzichtbar und unaustauschbar auf Patien-
Verwendung von Arzneimittel Vorschub leisten kann (§ 11 Abs. 1 ten zu wirken, um damit neue Patientenströme zu erschließen.
Nr. 13 HWG).
Ferner verbietet das HWG Werbeaussagen, die nahelegen, dass
die normale gute Gesundheit durch die Nichtverwendung eines Aufgabe 24
Arzneimittels beeinträchtigt oder durch die Verwendung verbes-
a. und b) Als wirkungsvolle kommunikationspolitische Instru-
sert werden könnte (§ 11 Abs. 1 Nr. 7 HWG).
mente zwischen einer Einrichtung und Patienten bzw. Ange-
Im Gegensatz dazu ist das bisherige Verbot der Abbildung in
hörigen bieten sich an:
Berufskleidung oder bei Ausübung der Berufstätigkeit von Ange-
◦◦ Hauseigene Veranstaltungen, wie beispielsweise der Tag der
hörigen der Heilberufe aufgehoben worden. Es ist denkbar, für be-
offenen Tür, Vortragsabende zu allgemeinmedizinischen
stimmte Behandlungsmethoden zu werben und dabei einen Arzt Themen, Vernissagen
in Berufsbekleidung zu zeigen. Strikt zu trennen ist die sogenannte ◦◦ Zielgruppengerechte Ratgeber/Newsletter/Kundenzeitungen
Fremdwerbung, d. h. eine Werbung, in der beispielsweise ein ◦◦ Etablierung eines Beschwerdemanagements
Zahnarzt für eine Zahnpasta eines fremden Unternehmens Wer- ◦◦ Aktive Pressearbeit z. B. wenn neue Behandlungs- und The-
bung macht. Diese Form der Werbung ist nach wie vor unzulässig. rapieangebote eingeführt wurden, die Eröffnung einer
neuen Abteilung oder ein Jubiläum bevorsteht,
◦◦ Ansprechender Internet-Auftritt z. B. mit detailliertem Leis-
Aufgabe 23 tungsangebot des Hauses, mögliche Wahlleistungen, Infor-
Marketing lohnt sich dennoch, weil (Argumentationsbeispiele): mationen über die Fachabteilungen und Behandlungs-
• die Konkurrenz auf dem Gesundheitssektor groß ist. Wer sich schwerpunkte, Besucher- und Sprechzeiten, dem Anfahrts-
nicht von der Konkurrenz absetzt und nicht aus der Anonymi- weg, etc.
tät heraustritt, steht schnell im Abseits. Durch das Herausar- ◦◦ Direkt-Mail-Aktionen zu bestimmten Anlässen z. B.
beiten von Alleinstellungsmerkmalen, bzw. die attraktive Geburtstagsmailing
Darstellung der Einrichtung sorgt Marketing für die „Akquise“ ◦◦ Foren zum Informationsaustausch z. B. Selbsthilfegruppen
neuer und die Bindung alter Patienten. ◦◦ Kontinuierliche Marktforschung (z. B. Patientenbefragung)

34 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
◦◦ Veranstaltung von Gesundheitsmessen und Kongressen ◦◦ Es existiert eine 24-Stunden Präsenz. Beim Zugriff auf die
◦◦ Sponsoring Homepage der Vincentius-Krankenhaus AG gibt es keine
◦◦ Zertifizierung ­zeitliche Einschränkung.
b. s.o. ◦◦ Die Streuung eines Werbeauftritts im Internet ist groß. Es
c. Nach innen gerichtete Maßnahmen, die vorrangig Mitarbeiter handelt sich um ein weltweites, international agierendes
ansprechen, seien es Ärzte, Pflegepersonal oder Mitarbeiter Netzwerk. Da Krankenhäuser heute überregional geprägt
der Patientenverwaltung, sind u.a.: sind, muss auch ihre Kommunikation überregional sein.
◦◦ die regelmäßige Gestaltung des Schwarzen Bretts mit aktu- ◦◦ Patienten suchen bei planbaren Behandlungen nach der
ellen Informationen ­„passenden“ Klinik. Diese recherchieren sie oder ihre Ange­
◦◦ das Einrichten eines Mitarbeiterportals hörigen nicht selten im Internet. Damit ermöglicht das
◦◦ regelmäßige Mitarbeiterbefragungen Internet die Erschließung neuer Patientenströme.
◦◦ Mitarbeiterzeitung mit Rubriken wie Vorstellung von Abtei- ◦◦ Beziehungspflege: Die meisten Patienten wünschen sich
lungen, Jubiläen, Berichte über neue Entwicklungen der Informationen zu Therapieoptionen und neuesten Behand-
Einrichtung, Porträts, Interviews, etc. lungsmethoden und nutzen das Internet, um ihr Informa­
◦◦ die Organisation interner Events z. B. Sommerfeste, Weih- tionsbedürfnis zu stillen. Gesundheitseinrichtungen gelten
nachtsfeiern, Geburtstage, Jubiläen oder Abschiede als fachkundige Institutionen und können über Fakten hin-
◦◦ das betriebliche Vorschlagswesen aus auch über ihr eigenes Leistungsangebot informieren.
◦◦ Hausmitteilungen/Newsletter Zusätzlich kann das Internet Hilfe, Service sowie Orientie-
◦◦ Außergewöhnliche Zuwendungen und Vergütungen wie rung für Ärzte, Krankenkassen und Mitarbeiter bieten.
z. B. Geburtstagsgeschenke, Auszeichnungen zu Jubiläen, ◦◦ Zunehmend wird das Internet für Hochschulabsolventen,
freie Tage zur Hochzeit, Geburt, usw., leistungsbezogene Young Professionals auch für Bewerber auf nicht akademi-
Prämien sche Positionen zur wichtigen Informationsquelle für Jobs
◦◦ Betriebsausflüge/-sport und Karriere. Folglich nutzen bereits die meisten deutschen
◦◦ kostenfreie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, z. B. Unternehmen ihre Websites, um neue Mitarbeiter und Nach-
Fachvorträge, Fremdsprachenkurse, Kommunikationsschu- wuchskräfte für das Unternehmen zu interessieren und zu
lungen, Führungstrainings rekrutieren (E-Recruiting). Vorteile im Gegensatz zur klassi-
◦◦ Incentives in Form kleinerer Geschenke (Schlüsselanhänger, schen Stellenanzeige in Tageszeitungen und Fachmagazinen:
Kugelschreiber, USB-Sticks), die mit dem Namen des Unter- Ausschreibungen auf der eigenen Website sind wesentlich
nehmens oder Logo versehen sind kostengünstiger und bieten mehr Platz für de­taillierte Infor-
◦◦ Betriebseigener Kindergarten mationen. Überdies erscheinen die Angebote offener Stellen
◦◦ Arbeitsplatzgestaltung (Räume, Möbel, usw.) weltweit und unabhängig von den Veröffentlichungszyklen
◦◦ Hauseigene Verpflegung der Medien.
b. Antwort, S. 157–158.

Aufgabe 25
Der bekannteste Werbewirkungsprozess stellt das sogenannte AIDA-
Aufgabe 29
Schema dar. Das Wort „AIDA“ ist dabei zusammengesetzt aus den Der Tausender-Leser-Preis beträgt bei Zeitung A. 35,71 €, bei B.
vier Begriffen Attention (Aufmerksamkeit erregen) – Interest 33,93 €, bei C. 34,29 €, bei D. 30,00 € und bei E. 34,12 €. Es sollten
(Interesse erzeugen) – Desire (den konkreten Wunsch wecken) – die Anzeigen in den Zeitungen B. und D. geschaltet werden, weil
Action (Handlung auslösen). Beispielsweise nutzen Spendenorga- in diesen Zeitungen der Tausender-Leser-Preis am niedrigsten ist.
nisationen das AIDA-Modell, um Interesse für ihre gemeinnüt­
zigen Projekte zu wecken und den Menschen zum Spenden zu
bewegen. Eine ausführliche Darstellung des Stufenmodells finden
Aufgabe 30
Sie auf S. 156. Im Vergleich zur Öffentlichkeitsarbeit, mit deren Hilfe langfristig
eine positive Außenwirkung der Einrichtung gefördert werden
soll, konzentriert sich die klassische Werbung auf das Ziel, die
Aufgabe 26 Nachfrage nach den angebotenen Dienstleistungen bzw. Produk-
a. Wer erfolgreich werben möchte, benötigt einen Werbeplan, ten zu erhöhen. Außerdem ergeben sich Unterschiede in puncto
der die in Tab. 10.8 (S. 157) ausführlich beschriebenen Adressaten, dem Zeithorizont, den eingesetzten Instrumenten
Gesichtspunkte einbezieht. Nur wenn Werbung geplant ist, und der Glaubwürdigkeit. ▶ Tab. 10.3 vergleicht die Instrumente.
kann sich ihre Durchführung lohnen.
b. Individuelle Ausarbeitung.
Aufgabe 31
a. Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations; PR)
Aufgabe 27 b. Zielgruppen:
◦◦ Patienten und deren Angehörige/Besucher
Individuelle Antwort. Ein Alten- oder Pflegeheim nutzt zum Bei-
◦◦ Mitarbeiter; ehemalige und potenzielle Mitarbeiter
spiel regionale Tageszeitungen, Wochenblätter oder Telefon­bücher
◦◦ Einweisende Stellen, vorwiegend zuweisende Ärzte
als Werbeträger, um mit einer Annonce, Anzeige oder einer Bei-
◦◦ Finanzierungsorgane, u.a. Sozialversicherung, öffentliche
lage, dem Werbemittel, neue potenzielle Bewohner anzuspre-
Hand, Privatversicherung
chen.
◦◦ Anwohner aus der näheren Umgebung/Stadtteil
◦◦ Selbsthilfegruppen z. B. Rheumaliga
Aufgabe 28 ◦◦ Lokale Multiplikatoren und Entscheidungsträger, dazu
­zählen Kommunalpolitiker, Vertreter von Behörden und
a. Vorteile eines Werbeauftritts im Internet: Kostenträger
◦◦ Das Internet verursacht voraussichtlich geringere Kosten ◦◦ Presse
wie traditionelle Kommunikationswege (z. B. Broschüren) ◦◦ Partner- und Zuliefererbetriebe

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 35
Tab. 10.3  Gegenüberstellung Öffentlichkeitsarbeit (PR) versus Werbung, Aufgabe 30
Öffentlichkeitsarbeit (PR) Werbung
Ziele • Erhöhung des Bekanntheitsgrades • Absatzsteigerung/Gewinnmaximierung
Was soll erreicht werden? • Aufbau, Festigung oder Veränderung des Images • Steigerung des Marktanteils
• Vertrauensaufbau • Kundenerhaltung
• Motivation der Mitarbeiter • Bedarfsbeeinflussung (Bedürfnisse wecken)
• Ansehen des Unternehmens in der Öffentlichkeit • Abbau von Dissonanzen (Zweifel der Kunden abbauen)
wahren oder verbessern • Anspruchssteigerung
Zielgruppe Öffentlichkeit Kunden (absatzorientiert)
Wer soll erreicht werden?
Gegenstand Die Einrichtung als Gesamtheit, seine Leistungsfähigkeit, Das Produkt- bzw. Leistungsspektrum steht im Vordergrund.
Was wird beworben? seine Grundsätze oder das Leitbild werden vorgestellt.
Zeithorizont eher langfristig eher kurzfristig
Instrumente • Tag der offenen Tür • Zeitungen/Zeitschriften
Was sind typische Werbemittel? • Geschäfts- und Qualitätsberichte • Produktprospekt/-katalog
• Hausbroschüren/Faltblätter • TV- und Hörfunkwerbung
• Pressemitteilung/-konferenzen • Plakate/Litfaßsäulen
• Betriebsbesichtigung/Vernissagen • Werbefläche auf PKW
• Vorträge/Diskussionsabende • Bandenwerbung
• Stiftungen • Handzettel
• Mitarbeiterzeitschrift
Nutzung der Massenmedien • redaktionelle Beiträge • bezahlte Inserate
• Fotos • Spots
Glaubwürdigkeit höher geringer

c. Erfahrungsgemäß eignen sich arbeitsfreie Samstage und Aufgabe 32


Sonntage (dabei müssen die Mitarbeiter mitspielen). Besucher
haben Freizeit und Familien mit Kindern können die Veran- Sponsoring stellt aus der Sicht des Gesponserten ein Finanzie-
staltung miteinander besuchen. Ferientermine sollten berück- rungsinstrument dar, aus der des Sponsors eines der Kommunika-
sichtigt werden. Die Veranstaltung sollte nicht mit anderen tion. Eine eingehende Beschreibung liefern die S. 161–162.
lokalen oder überregionalen Ereignissen kollidieren; der
Beginn nicht vor 9:00 Uhr, das Ende der Veranstaltung nicht
später als 17:00 Uhr sein. Aufgabe 33
d. Checkliste für die Vorbereitung: Antwort S. 161–162.
◦◦ Terminfrage, s.o.
◦◦ Aufstellung eines detaillierten Programms, z. B. Referenten
zu aktuellen Gesundheitsfragen einladen Aufgabe 34
◦◦ Evtl. Projektteam bilden (Mitarbeiter einbeziehen) • Stärkere Identifikation der Mitarbeiter mit „ihrem“ Unterneh-
◦◦ Kostenetat festlegen men,
◦◦ Rahmenprogramm ausarbeiten (Motto, Leitbild, Aufhänger • Höheres Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter unter-
z. B. Firmenjubiläum, Einweihung einer neuen Station, einander,
Grundsteinlegung) • Schaffung eines „Wir-Gefühls“, das die Arbeitszufriedenheit
◦◦ Einladungen schreiben, z. B. an die Presse, Honoratioren, s.o. und damit die Motivation sowie die Leistung positiv beein-
◦◦ Unterhaltungsteil, z. B. Bewirtung festlegen, Beschäftigung flusst,
der Kinder • Glaubwürdigkeit und Vertrauen steigern nach innen, bei den
◦◦ Raumreservierung (z. B. bei Vorträgen) Mitarbeitern, nach außen, bei der Öffentlichkeit,
◦◦ Pressemappe erstellen • Klare Positionierung des Unternehmens im Wettbewerb,
◦◦ Ausreichend Personal einsetzen • Schnellere Erkennbarkeit und Wiedererkennbarkeit des
◦◦ Technische Hilfsmittel festlegen Unternehmens und somit Abgrenzung von den Mitbewerbern,
e. Als Werbemittel kommen im Zusammenhang mit der Ver­ • Zunahme der Entscheidungs- und Verhaltenssicherheit,
anstaltung eines Tags der offenen Tür insbesondere infrage: • Durch Corporate Identity lässt sich Qualitätssicherung betrei-
◦◦ Anzeigen oder Beilagen in den regionalen Tageszeitungen ben,
und Wochenblättern, • Kostensenkung durch einheitliche Gestaltungsrichtlinien für
◦◦ Handzettel, die in Geschäften ausgelegt werden, alle Kommunikationsmittel (z. B. bei Inseraten, Prospekten,
◦◦ Direkt-Mail-Aktionen, Geschäftsdrucksachen)
◦◦ Link auf der Homepage,
◦◦ Spots im Regionalfunk,
◦◦ Broschüren, u. a. Informationsmappe mit entsprechenden Aufgabe 35
Bildern an die Presse.
f. Bei PR-Maßnahmen im Gesundheitswesen sind folgende Corporate Identity wird als „Identität eines Unternehmens“ be­
Merkmale zu berücksichtigen: zeichnet; die Art wie es nach außen und innen wirkt. Sie besteht
◦◦ Es besteht ein erhöhter ethischer Anspruch, aus den drei folgenden zentralen Bereichen (▶ Abb. 10.3).
◦◦ Das Meinungsspektrum innerhalb der Zielgruppe ist extrem
polarisiert,
◦◦ Das Gesundheitswesen ist in erheblichem Maße politisch
geregelt.

36 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Abb. 10.3  Corporate Identity, Aufgabe 35

Literatur
[27] Zusatzleistungen. http://www.biva.de/index.php?id=583#c879
[28] Schramm, A.: Online-Marketing für die erfolgreiche Apotheke: Web-
site, SEO, Social Media, Werberecht. Berlin, Heidelberg: Springer;
2013.
[29] Günther, M., Vossebein, U., Wildner, R.: Marktforschung mit Panels:
Arten – Erhebung – Analyse – Anwendung, 2. Auflage, Wiesbaden:
Gabler; 2006.
[30] Preisdifferenzierung als Instrument der Preispolitik, 2013. http://
suite101.de/article/preisdifferenzierung-als-instrument-der-preis-
politik-a73222
[31] Werberecht für Krankenhäuser und Ärzte, http://www.groefke-
bauer.de/pdf/Werberecht.pdf

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 37
Kapitel 11: BGB
Aufgabe 1 Aufgabe 8
Natürliche Personen sind alle Menschen mit der Vollendung der Siehe Buch S. 172
Geburt. Juristische Personen sind dagegen Kunstgebilde, die durch
den Gesetzgeber als Träger von Rechten und Pflichten bestimmt
sind. Hierzu gehören: Stiftungen, Kapitalgesellschaften (GmbH, Aufgabe 9
AG), Körperschaften des öffentlichen Rechts etc. a. Erklärungsirrtum
b. Sofort nach Entdeckung des Fehlers das Rechtsgeschäft per
Einschreiben mit Rückschein anfechten. In der Praxis wird
Aufgabe 2 man sich mit dem Unternehmen seines Vertrauens in Verbin-
Ein Kaufvertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willens­ dung setzen und nach einer Lösung suchen. Der Hersteller
erklärungen zustande. Frank Sinn ist jedoch erst 16 Jahre und bzw. Großhändler will auch in Zukunft noch Geschäfte mit
somit nur beschränkt geschäftsfähig. Er hat zwar sein Taschengeld dem Unternehmen abschließen.
gespart, der Taschengeldparagraf bezieht sich jedoch nur – wie c. Problem der Beweisbarkeit. Siehe auch b)
der Name besagt – auf das erhaltene Taschengeld und nicht auf
die hierdurch möglichen Ersparnisse. Somit ist der Kaufvertrag als
schwebend unwirksam zu bezeichnen. Es kommt auf die Geneh- Aufgaben 10
migung der Erziehungsberechtigten an. Wie aus der Fallbeschrei- Siehe Buch S. 172
bung ersichtlich, verweigern diese die Genehmigung. Das Gesetz
bzw. das Elternrecht steht über der Meinung des Verkäufers.
Somit ist kein Kaufvertrag zustande gekommen. Der Verkäufer Aufgabe 11
hätte die rechtlichen Gepflogenheiten kennen müssen. Grund-
• Vereinfachung des täglichen Geschäftsverkehrs
sätzlich ist er zur Herausgabe des Kaufpreises verpflichtet. Auch
• Spart Kosten
wenn das Mountain-Bike schrottreif ist.
• Sorgt auf der Seite des Verwenders für Rechtssicherheit etc.

Aufgabe 3
Aufgabe 12
a. Frank Sinn darf alle Dinge, die in unmittelbarem Zusammen-
Grundsätzlich gelten die gesetzlichen Gewährleistungsrechte.
hang mit der Ausbildung stehen, durchführen. Um das Giro-
Diese liegen z. Z. bei zwei Jahren. Da es sich hier um zwei Kauf-
konto zu eröffnen, muss er lediglich den Ausbildungsvertrag
leute handelt, ist die Frage, ob der Lieferant hier das Recht besitzt,
bei der Bank mitbringen. Bei einem Girokonto handelt es sich
die Gewährleistungsrechte zu verkürzen. Da die Rügepflicht
immer um ein Konto, welches nur als Guthabenkonto geführt
innerhalb von 48 Stunden zu erfolgen hat, gelten danach die ver-
werden darf. Ein Kontokorrentkonto darf Frank Sinn dagegen
einbarten Bedingungen. Sofern es sich um einen versteckten Man-
nicht eröffnen, da dieses auch als Dispositionskonto geführt
gel handelt, gelten die gesetzlichen Regeln.
wird.
b. Sofern er durch eine berechtigte Person dazu autorisiert wird,
ja.
Aufgabe 13
Beispiel:
Aufgabe 4 Unter einer überraschenden Klausel versteht man einen Ver-
tragsbestandteil, mit dem z. B. der Käufer nicht rechnen konnte.
Siehe Buch S. 168 f.
Beispiel: Der Käufer kauft eine Waschmaschine. Im „Kleinge-
druckten“ wird darüber hinaus vereinbart, dass er sich in den
Aufgabe 5 nächsten zwei Jahren verpflichtet, jeweils Waschmittel im Wert
von 250,00 € abzunehmen.
Bei einem Grundstückskauf bzw. -verkauf handelt es sich um ein
Geschäft, bei dem Formvorschriften zu beachten sind. In vorlie-
genden Fall muss der Kauf bzw. Verkauf durch einen Notar beur- Aufgabe 14
kundet werden. Dieser beantragt auch die Auflassung und Eintra-
Eigentum ist die rechtliche Herrschaft über eine Sache, der Besitz
gung ins Grundbuch. Darüber hinaus fällt für den Kauf bzw. Ver-
dagegen die tatsächliche Herrschaft über die Sache.
kauf Grunderwerbssteuer an, welche die Geschwister zu zahlen
Beispiel: Hauseigentümer vermietet eine Wohnung. Rechtlich
haben.
ist er der Eigentümer. Die tatsächliche Herrschaft über die Woh-
nung übt jedoch der Mieter aus.
Aufgabe 6
Hierbei handelt es sich um eine Beurkundung nach dem Beurkun- Aufgabe 15
dungsgesetz und nicht um eine öffentliche Beglaubigung.
Frau Blum kann das Buch nicht zurückfordern. Es wurde ihr nicht
gestohlen. Vergleiche hierzu die gesetzliche Regelung sowie die
Aufgabe 7 Textdarstellung im Buch S. 174.
Vergleiche weiterhin den § 934 BGB.
Siehe Buch S. 171 f.

38 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Kapitel 12: Beschaffung
Aufgabe 1 Aufgabe 5
a. Grundsätzlich ist eine Marktanalyse oder Marktbeobachtung Auf einem Markt und insbesondere auf einem Marktplatz treffen
im Rahmen der Beschaffungsmarktforschung durchzuführen. Angebot und Nachfrage zusammen. Dabei herrscht Transparenz.
Nur dann ist sichergestellt, dass das Unternehmen eine eini- Die Anbieter wissen, welche Preise die Konkurrenten verlangen
germaßen rationale Entscheidung treffen kann. und wie ihr Angebot aussieht. Ein elektronischer Markt spielt sich
b. + c. im virtuellen Raum ab. Stellen Krankenkassen hierzu eine Platt-
form bereit, dann könnten sie als Makler zwischen Anbieter und
Tab. 12.1  Beispiel Informationsblatt Nachfrager auftreten. Weiterhin könnten sie den Zugang zu ihrer
Kriterien Taiwan Korea (Süd) Japan Plattform regeln und Marktmacht aufbauen bzw. Einfluss auf
politische Stabilität Anbieter und/oder Nachfrager ausüben.

Ausfuhrbeschränkungen
Rechtssicherheit Aufgabe 6
internationale a. 24 OP-Kittel pro Tag, Lagerbestand 200 OP-Kittel, Sicherheits-
Handelskammer bestand 120 Stück, Lieferzeit 4 Tage
usw.
Berechnung: 4 * 24 = 96 (= Verbrauch während der Lieferzeit)
Sicherheitsbestand + Lieferzeit = 120 + 96 = 216 Stück
Der Meldebestand beträgt 216 Stück
b. Da nur noch 200 Stück auf Lager liegen, ist die Bestellung
Aufgabe 2 sofort vorzunehmen.
Primäre Informationsquellen:
Bei Primärquellen handelt es sich um Daten, die eigens für die
­Problemstellung durch Befragung oder Beobachtung in Erfahrung Aufgabe 7
gebracht werden. Die Erhebung benötigt Zeit und ist kosten­ Durch die Festlegung von Höchstbeständen wird verhindert, dass
intensiv. bestimmte Artikel nicht überproportional im Lager vorkommen
Sekundäre Informationsquellen sind Daten, die bereits vor­ bzw. unnötige Lagerbestände aufgebaut werden.
liegen. Sie kommen als unternehmensexterne (= außerbetrieb­
liche z. B. Statistiken, Branchenverzeichnis …) oder unternehmens­
interne (= innerbetriebliche z. B. Artikeldatei …) Daten vor. Aufgabe 8
Beim Bestellpunktverfahren erfolgt die Bestellung unregelmäßig.
Die Bestellung wird erst ausgelöst, wenn der Bestand auf den
Aufgabe 3
­Meldebestand gesunken ist.
Schülerindividuelle Lösung Beim Bestellrhythmusverfahren erfolgt die Bestellung inner-
halb fixer Zeitintervalle.

Aufgabe 4
Schülerindividuelle Lösung Aufgabe 9
Optimale Bestellmenge (▶ Tab. 12.2):

Tab. 12.2  Berechnung der optimalen Bestellmenge


Bestellmenge Bestellungen Ø Lagerbestand Bestellkosten Ø Lagerwert Lagerhaltungskosten Gesamtkosten
(Lagerwert x 5 %)
7.200 1 3.600  60,00 14.400,00 720,00 780,00
3.600 2 1.800 120,00  7.200,00 360,00 480,00
2.400 3 1.200 180,00  4.800,00 240,00 420,00
1.800 4      900 240,00  3.600,00 180,00 420,00
1.440 5      720 300,00  2.880,00 144,00 544,00

Tab. 12.3  Berechnung der optimalen Bestellmenge


Bestellmenge Bestellungen Ø Lagerbestand Bestellkosten Ø Lagerwert Lagerhaltungskosten Gesamtkosten
(Lagerwert x 10 %)
20.000 1 10.000  90,00 30.000,00 3.000,00 3.090,00
10.000 2  5.000 180,00 15.000,00 1.500,00 1.780,00
 5.000 4  2.500 360,00  7.500,00      750,00 1.110,00
 4.000 5  2.000 450,00  6.000,00      600,00 1.050,00
 3.333 6  1.667 540,00  5.001,00      500,10 1.041,00
 2.500 8  1.250 720,00  3.600,00      360,00 1.080,00

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 39
In dem Beispiel ergibt sich die optimale Bestellmenge bei 3- Bei Abnahme von 100 Geräten:
oder 4-maliger Bestellung aufgrund eines math. Zufalls. Wird der
Lagerhaltungskostensatz auf 6 % angehoben oder die Bestellkosten Tab. 12.6  Bezugspreisberechnung für 100 Geräte
auf 65,00 festgelegt, dann ist dieser Zufall ausgeschlossen. Angebot A Angebot B
Listenpreis 334.000,00 350.000,00

Aufgabe 10 – Rabatt  26.720,00  28.000,00


= Zieleinkaufspreis 307.280,00 322.000,00
Optimale Bestellmenge (▶ Tab. 12.3):
Die optimale Bestellmenge liegt bei 6 Bestellungen. – Lieferskonto   6.145,60   6.440,00

= Bareinkaufspreis 301.134,40 315.560,00


Aufgabe 11 + Bezugskosten --------------- ---------------
Einkaufsverhandlungen = Bezugs- oder Einstandspreis 301.134,40 315.134,00

In beiden Fällen zeigt sich, dass Angebot A das günstigere ist.


Aufgabe 12
Schülerindividuelle Lösung
Aufgabe 14
Die Verwendung von allgemeinen Geschäftsbedingungen helfen
Aufgabe 13 Kosten sparen (Nicht jeder Vertrag muss neu ausgehandelt wer-
Angebotsvergleich: den, was Zeit kosten würde.) und vereinfachen den Geschäfts­
Ermitteln Sie das günstigste Angebot bei Abnahme von 1, 50 verkehr. Außerdem lassen sich manche Risiken auf den Geschäfts-
oder 100 Geräten. partner abwälzen.
Zusatzangabe: Bei Angebot A fallen Bezugskosten in Höhe von
100,00 € an, wenn der Warenwert von 7000,00 € unterschritten
wird. Aufgabe 15
Werden allgemeine Geschäftsbedingen verwendet, dann können
Bei Abnahme von einem Gerät: einzelne Bedingungen unwirksam sein:
• Wenn es sich um ein sogenannte überraschende Klausel
Tab. 12.4  Bezugspreisberechnung für ein Gerät
­handelt
Angebot A Angebot B Beispiel: „Mit dem Kauf der Waschmaschine verpflichtet sich
Listenpreis 3.340,00 3.500,00 der Käufer zur monatlichen Abnahmen von 10 kg Wasch­
mittel der Marke xx für zwei Jahre.“
– Rabatt ----------- ------------
• Klauseln, bei denen der zugrundeliegende Fall zu betrachten
= Zieleinkaufspreis 3.340,00 3.500,00 ist
– Lieferskonto -----------        70,00
Beispiel: „Jeden Vertrag bestätigen wir durch eine Auftrags­
annahme oder liefern die Ware direkt aus.“
= Bareinkaufspreis 3.340,00 3.430,00 • Klauseln, die ungültig sind, ohne dass der Einzelfall zu prüfen
+ Bezugskosten      100,00      120,00 ist
Beispiel: Mit Vertragsabschluss verzichtet bei Streitigkeiten
= Bezugs- oder Einstandspreis 3.440,00 3.550,00
jede Vertragsseite auf eine Klärung vor Gericht. Beide Seiten
verpflichten sich, die Streitigkeit durch die Einschaltung der
Bei Abnahme von 50 Geräten Schlichtungsstelle der IHK beizulegen. Weitergehende Maß-
nahmen sind ausgeschlossen.
Tab. 12.5  Bezugspreisberechnung für 50 Geräte
Angebot A Angebot B
Listenpreis 167.000,00 175.000,00 Aufgabe 16
– Rabatt --------------  14.000,00 Vorteile bei Auslagerung der Wäscherei:
• Kosteneinsparung
= Zieleinkaufspreis 167.000,00 161.000,00
• Höhere Qualität
– Lieferskonto    3.340,00    3.220,00 • Unternehmen kann sich auf seine Kernkompetenzen konzent-
rieren
= Bareinkaufspreis 163.660,00 157.780,00
+ Bezugskosten       0,00       0,00 Einzelne Vorteile könnten sich durchaus auch als Nachteil dar­
= Bezugs- oder Einstandspreis 163.660,00 157.780,00 stellen:
• Geringere Qualität
Hier ist das Angebot B auszuwählen. Die Bezugskosten fallen nicht • Prestigeverlust aufgrund der Auslagerung usw.
an, wenn die Geräte nicht einzeln bestellt werden.

Aufgabe 17
a. Ist-Analyse
(Befragung, Untersuchung der Auslastung und Kostenstruktur
der Wäscherei etc.)
Auswertung der erhobenen Daten
Alternativen erarbeiten

40 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Bewertung der möglichen Alternativen b. Die Unternehmensform der GmbH wäre die interessanteste
Entscheidung für eine zukunftsweisende Alternative; Unternehmensform.
Entscheidungsumsetzung und Festlegung des Zeitraumes, Folgende Gründe würden dafür sprechen:
innerhalb dessen die Entscheidung auf Erfolg überprüft wird. ◦◦ Beschränkte Haftung
b. Möglichkeiten der Auslastung durch Aquirierung von Fremd- ◦◦ Geringe Kapitalaufbringung
aufträgen, Verringerung des Personals, Umstellung auf effi­ ◦◦ Angestellter Geschäftsführer etc.
zientere Maschinen etc.

Aufgabe 20
Aufgabe 18 • Mitarbeiter der Weiterbildungsabteilung kennen die individu-
Folgende Aufgaben eignen sich für eine Auslagerung: ellen Weiterbildungswünsche der Mitarbeiter besser,
• Wäscherei • Mitarbeiter können Weiterbildungswünsche direkt mit den
• Reinigungsdienste Weiterbildungsmitarbeitern besprechen,
• Fahrdienste • Dozenten können über die angestellten Mitarbeiter direkt im
• Bewirtschaftungsdienst/Cateringbereich Haus gewonnen werden
• Sicherheitsdienst etc.

Aufgabe 21
Aufgabe 19 a. Da es sich bei dem Rhein-Neckar-Klinikum um einen Kauf-
a. Vergleich der Alternativen mann nach HGB handelt, gelten die Vorschriften des HGB. Die
Eigene Weiterbildungsgesellschaft: Ware ist unverzüglich zu überprüfen (vgl. §377 HGB). Dies gilt
◦◦ Individuelles und flexibles Weiterbildungsangebot ge­nerell. Zeigt die Verpackung schon Beschädigungen, sollte
◦◦ Eigene Dozenten die Ware im Beisein des Spediteurs sofort überprüft werden.
Fremdunternehmen: Dieser kann dann als Zeuge evtl. Beschädigungen bestätigen.
◦◦ Standardisiertes Weiterbildungsangebot In der Realität ist dies schwierig, da viele Spediteure unter
◦◦ Fremddozenten Zeitdruck die Waren liefern und häufig keine Zeit für eine in
◦◦ Kostengünstigere Angebote etc. Augenscheinnahme der Ware haben. Liegen offensichtliche

Abb. 12.1  Brief Mängelrüge

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 41
Mängel vor, wird sofort eine Mängelanzeige an den Lieferan- Aufgabe 24
ten (Fax, Brief, E-Mail) verschickt.
Sofern die Infusionssysteme keinen Schaden durch die offene a. Sofern das Unternehmen Medimöbel mitgeteilt hat, dass die
Kartonverpackung genommen haben, werden diese normal Lieferung zum vereinbarten Zeitpunkt nicht möglich ist, hat
eingelagert. Der nasse Schlauchmull ist als unbrauchbar zu sie sich selbst in Verzug gesetzt. Ein Mahnung ist nicht mehr
betrachten und wird an den Lieferanten zurückgeschickt. nötig. Lediglich ist zu überprüfen, ob der Verzug durch höhere
Gleiches gilt für den in der nicht passenden Größe gelieferten Gewalt verursacht wurde. Wenn dem nicht so ist, kann der
Schlauchmull. Der Kratzer auf der Rückseite des Überwa- Käufer sämtliche Rechte aus einem Lieferungsverzug geltend
chungsmonitors ist zu reklamieren. Hier stellt sich aber die machen.
Frage, ob eine Neulieferung oder Nachbesserung nicht b. Siehe Buchdarstellung S. 190
unverhältnis­mäßig hohe Kosten verursacht. Sollte dies zutref- c. Der Rücktritt vom Vertrag ist dann sinnvoll, wenn die Ware
fen, kann bei einem Konkurrenzunternehmen günstiger und evtl. früher
der Lieferant dies ablehnen. Als nachrangiges Recht wird der beschafft werden kann.
Käufer aus praktischen Erwägungen eine Minderung des d. Da ein konkreter Schaden vorliegt, sind die Kosten dem Unter-
Kaufpreises (vgl. § 441 BGB) fordern. nehmen Medimöbel in Rechnung zu stellen. Das Recht auf
b. ▶ Abb. 12.1 Schadensersatz (sog. Verzögerungsschaden) steht dem Käufer
auch dann zu, wenn er noch die Ware geliefert be­kommt, da
ein wirklicher Schaden eingetreten ist. Das Absagen der Eröff-
Aufgabe 22 nung hätte nicht nur einen Prestigeschaden, sondern sehr
wahrscheinlich auch noch weitere Kosten nach sich gezogen,
a. Aufgrund der Falldarstellung ist anzunehmen, dass es sich bei
wie z. B. Absage des Caterings etc. (vgl. §§ 280, 286 BGB). In
einem Spezialtisch nicht um eine Gattungsware handelt. Ob
dem vorliegenden Fall ist eine Mahnung nicht nötig, da ein
Operationstische überhaupt als Gattungsware anzusehen
kalendermäßig bestimmbarer Liefertermin vorlag.
sind, bleibt unberücksichtigt. Die Voraussetzungen für einen
Lieferungsverzug sind: Fälligkeit, Mahnung und Verschulden.
Eindeutig ist hier der Liefertermin. Somit ist eine Mahnung Aufgabe 25
entbehrlich. Anders sieht es beim Verschulden aus. Der Liefe-
rant hatte das Lager mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet a. Hier liegt ein Selbst-in-Verzug-Setzen vor. Das falsche Ein­
und diese hat auch funktioniert. Somit ist davon auszugehen, tragen des Termins stellt ein Verschulden des Lieferanten dar,
dass der Lieferant alle notwendigen Maßnahmen ergriffen welches er selbst zu verantworten hat.
hat. Ein Verschulden ist ihm somit nicht nachweisbar. Er be­ b. Das Rhein-Neckar-Klinikum kann sämtliche Rechte geltend
findet sich nicht im Lieferungsverzug. machen.
b. Bei einer Gattungsware spielt das Verschulden keine Rolle. c. Wenn ein anderer günstiger Caterer in der Lage ist, den Auf-
Der Lieferant muss liefern. D. h. der Lieferant muss sich dann trag so kurzfristig noch auszuführen.
mit der Ware von Konkurrenzunternehmen eindecken, damit
der seine Lieferung durchführen kann.
In der Realität wird ein Kunde seinem Lieferanten Verständnis Aufgabe 26
entgegenbringen und mit diesem eine für beide Seiten trag- a. Aufgrund der Sachdarstellung ist davon auszugehen, dass die
bare Lösung suchen. Voraussetzungen für einen Annahmeverzug vorliegen: Fällig-
c. Hier scheint es sich um einen unbestimmten Liefertermin zu keit, tatsächliches Angebot. Eine Mahnung ist entbehrlich.
handeln. Möchte man nicht das gesamte Frühjahr warten, Siehe Buch S. 190
muss eine Mahnung an den Lieferanten geschickt werden, in b. Bei verderblichen Waren kann der Großhändler Weber einen
der ein korrekter kalendermäßig bestimmbarer Termin festge- Selbsthilfeverkauf, freihändigen Verkauf oder gar einen Not-
legt wird. verkauf durchführen. Letzteres erscheint bei verderblichem
Obst am wahrscheinlichsten.
c. Hier könnte der Großhändler die Waren in einem Lagerhaus
Aufgabe 23 hinterlegen. Weiterhin hat er die Möglichkeit, auf Abnahme
a. Unverzüglich nachdem die Mängel entdeckt wurden eine der Waren zu klagen. Auch kann er die Waren versteigern
Mängelrüge an den Lieferanten schicken. lassen. Allerdings muss er dem Käufer mitteilen, wann und
b. Siehe Aufgabe 21 b) wo dies geschieht, damit der Käufer mitbieten kann.
c. Der Lieferant hat grundsätzlich zwei Versuche für die Mängel-
beseitigung. Um nicht den Garantieanspruch bzw. die Rechte
aus mangelhafter Lieferung zu verlieren, muss Rücksprache Aufgabe 27
mit dem Lieferanten erfolgen. Dabei ist zu klären, wann die a. Da es sich hier um einen Kaufvertrag zwischen zwei Kauf­
Mängelbeseitigung durch den Lieferanten erfolgt. Sofern die- leuten handelt, kann die Verjährungsfrist mit Hilfe der all­
ser nicht kurzfristig dazu in der Lage ist, kann mit dem Liefe- gemeinen Geschäftsbedingungen verkürzt werden. D. h. in
ranten vereinbart werden, dass ein anderes Unternehmen für diesem Fall gelten dann die vereinbarten Verjährungsfristen.
ihn die Reparatur übernimmt. Achtung: Dies sollte immer Haben die Kaufleute darüber keine Vereinbarung getroffen,
schriftlich und unter Zeugen geschehen. finden die Verjährungsfristen gem. BGB Anwendung. Da es
Rechtlich korrekt wäre die Beauftragung eines externen Tech- sich um eine regelmäßige Verjährung handelt, die am Jahres-
nikers zur Mängelbeseitigung, wenn der Lieferant bereits zwei ende beginnt, ist der Anspruch am 01.01.2016 verjährt.
Versuche durchgeführt hätte und diese fehlgeschlagen wären. b. Laut § 377 HGB ist eine unverzügliche Prüfung vorzunehmen.
Grundsätzlich spielt die Erkrankung der Mitarbeiter keine
Rolle. Rechtlich gesehen ist die Zeit für die Rüge abgelaufen
und der Käufer kann keine Rechte mehr geltend machen.
Praktisch gesehen spielt es dagegen schon eine Rolle. Möchte
ich mit meinem Kunden auch in Zukunft weitere Geschäfte

42 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
machen und befindet sich der Kunde im Recht, dann wird der Aufgabe 30
Lieferant auch eine verspätete Rüge akzeptieren. Nicht um­
sonst gibt den Begriff des „ehrenwerten Kaufmanns“. Siehe Aufgabe Buch S. 196 f.

Aufgabe 28 Aufgabe 31
Schülerindividuelle Lösung Der Gesetzgeber möchte durch die Verjährung Rechtssicherheit
herstellen, sodass nicht spätere Generationen für Dinge zu Ver-
antwortungen gezogen werden können. Allerdings kann jeder
Aufgabe 29 Schuldner auch nach dem Eintritt der Verjährung seine Schulden
gegenüber dem Gläubiger begleichen.
a. Die Rechtsabteilung kann Fr. Spiegel auffordern, den aus­
stehenden Betrag zu zahlen bzw. beim zuständigen Gericht
Klage zu erheben.
b. Das Klinikum kann den Briefwechsel als Schuldanerkenntnis
und den beiliegenden Scheck als Teilzahlung werten.

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 43
Kapitel 13: Materialwirtschaft
Aufgabe 1 Aufgabe 3
a. (Anfangsbestand + 12 Monatsendbestände) ÷ 13 = 835,38; a. Der Höchstbestand stellt den maximalen Bestand z. B. von
abgerundet 835 Stück einem Gut dar. Meldebestand bedeutet, dass bei erreichen
(401 + 891 + 631 + 363 + 881 + 711 + 711 + 1.211 + 1.111 + dieses Bestandes eine Bestellung auszulösen ist. Sofern dies
791 + 1.241 + 1.041 + 876) ÷ 13 = 835,38 Stück fristgerecht erfolgt, kann das Lager aufgefüllt werden, ohne
b. Die Kurzformel lautet: AB + EB. Allerdings ist sie auch etwas dass der Mindestbestand angegriffen wird. Der Mindestbe-
ungenauer. stand hat die Aufgabe, einen Stillstand für eine kurze Zeit zu
(401 + 876) ÷ 2= 638,5 verhindern.
Wareneinsatz/Materialverbrauch: AB + Zugang – Endbestand b. (AB + 12 Monatsendbestände) ÷ 13
= 401 + 600 + 600 + 600 + 600 – 876 = 1.925 = 31.400 ÷ 13 = 2.415,38; abgerundet: 2.415 Klammergeräte
c. Hier liegt das Bestellrhythmusverfahren vor, da die Bestellung (durchschnittlicher Lagerbestand)
immer in einem bestimmten Zeitraum erfolgt. c. 6.000 ÷ 2.415 = 2,48
d. LUG: Summe der Abgänge ÷ Lagerbestand Die Lagerumschlagshäufigkeit beträgt 2,5.
1.925 ÷ 835,38 = 2,3 d. Hier ist ebenfalls der durchschnittliche Lagerbestand zu sen-
Durchschnittliche Lagerdauer: 360 Tage ÷ LUG = 360 ÷ 2,3 = ken. Beispielsweise durch Verringerung der Bestellungen und/
156 Tage oder Erhöhung der Materialabgänge.
Marktzinssatz: 4,8 %
Lagerzinssatz: (4,8 % × 156) ÷ 360 Tage = 2,08 %
Die durchschnittliche Lagerdauer liegt bei ca. 156 Tagen, d. h. Aufgabe 4
im Schnitt wird das Lager einmal pro Halbjahr umgeschlagen. a. ▶ Tab. 13.1
Anders formuliert, die Güter liegen ca. ein halbes Jahr im In der Praxis entscheidet immer das Unternehmen, ob es die
Lager. Je länger ein Gut im Lager ist, umso teuer wird es. ermittelten Güter als A-Gut oder schon als B-Gut behandelt.
Außerdem besteht die Gefahr, dass es beschädigt wird oder Das gilt auch für die C-Güter.
das Verfallsdatum überschreitet. b. Obwohl im Beispiel das B-Gut in Bezug auf die Gesamtver-
Sinnvoll ist es deshalb, dass die Lagerdauer verringert wird. brauchsmenge einen geringen Anteil besitzt, ist der Ver-
Dies ist möglich, indem die Lagerbestände verringert werden. brauchswert relativ hoch. Deshalb sollte es auch wie ein
Sind weniger Güter auf Lager, spart das Unternehmen Lager- A-Gut behandelt werden, indem in Einkaufsverhandlungen
kosten und muss weniger Geld für die gelagerten Güter ausge- versucht wird, besondere Konditionen etc. zu vereinbaren.
ben. Allerdings können die Bestellkosten steigen. Wichtig ist
für das Unternehmen die Errechnung der optimalen Bestell-
menge. Aufgabe 5
a. Vorteile:
Aufgabe 2 ◦◦ Höherer Umsatz, da der Artikel günstiger angeboten wer-
den kann
Bei den Angaben handelt es sich um Stück/Einheiten/Flaschen ◦◦ Verringerung der Lagerdauer und somit Erhöhung der
AB: 23.400 Lager­umschlagsgeschwindigkeit etc.
EB: 21.172 Nachteile:
(23.400 + 21.172) ÷ 2 = 44.572 ÷ 2 =22.286 Stück ◦◦ Evtl. weniger Gewinn
Zugänge: 279.202 ◦◦ Erhöhung der Verwaltungskosten, da häufiger bestellt und
Umschlagshäufigkeit: Wareneinsatz ÷ durchschnittliche Lager- kontrolliert werden muss
dauer ◦◦ Evtl. Auslösung eines Preiskampfes gegenüber den Mitkon-
281.430 ÷ 22.286 =12,6; aufgerundet: 13 kurrenten
Durchschnittliche Lagerdauer: 360 ÷ Umschlagshäufigkeit = b. Zur Berechnung benötigen Sie folgende Angaben:
360 ÷ 13 = 27,69; aufgerundet: 28 Umschlagshäufigkeit neu: 18, Umschlagshäufigkeit alt: 12
Durchschnittlicher Lagerzinssatz = (Marktzinssatz × durch- Lagerbestand in 120 000,00 €, Gewinnzuschlag neu: 7 %,
schnittliche Lagerdauer) ÷ 360 = (4,8 × 28) ÷ 360 = 0,37 % Gewinnzuschlag alt: 10 %. Verwaltungskosten steigen von
Lagerzinsen: (durchschnittlicher Lagerbestand × durchschnitt­ 15.000,00 € auf 35.000,00 €
liche Lagerdauer × Zinssatz) ÷ (100 × 360) = (22.286 × 28 × 0,37) Berechnung (▶ Tab. 13.2)
÷ (100 × 360) = 6,4 %

Tab. 13.1 
Mat.-Nr. Vebrauchs- In % Rangfolge Verbrauchs- in % Mat.-wert in € Gesamtver- Gesamtver- Rang
menge werte brauchsmenge brauchswert
0012     200   0,03 1   200.000  10,88    240.000  0,03 10,88 B
0230 580.000  93,2 5    11.000   0,53     11.600 93,2  0,53 C
0045     750   0,12 3 1.452.000  65,8 1.452. 000  0,12 65,8 A
0017  41.000   6,58 4   492.000  22,3    492.000  6,58 22,3 A
0687     400   0,06 2    11.400   0,52     11.400  0,06  0,52 C
Summe 100 2.207.000 100

44 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Tab. 13.2  Berechnung des Gewinns
Umschlagshäufigkeit in der Periode Umschlagshäufigkeit 12 Umsschlagshäufigkeit 18
durchschnittlicher Lagerbestand   12.000,00  12.000,00
Wareneinsatz in der Periode  144.000,00 216.000,00
+ Verwaltungskosten   15.000,00  35.000,00
= Selbstkosten  159.000,00 251.000,00
Gewinn in Euro (alt: 10 %; neu: 6 %)   15.900,00  17.570,00

c. Wie bereits angedeutet, steigen die Verwaltungskosten, da die


Waren häufiger zu bestellen sind und für die Bestellung evtl.
weitere Bürokräfte notwendig sind. Außerdem müssen häu­
figer Waren eingelagert und aus dem Lager transportiert wer-
den, was wiederum zusätzliche Personalkosten verursachen
kann.

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 45
Kapitel 14: Personalwirtschaft
12.000 Rechnungsausgänge in 240 Tagen = 50 Rechnungsaus-
Aufgabe 1 gänge pro Tag
Je nach Größe eines Unternehmens hat die Personalwirtschaft ein 9 000 Rechnungseingänge in 240 Tagen = 37,5 Rechnungsein-
ganzes Bündel an Aufgaben. Diese reichen von der Personalpla- gänge pro Tag
nung bis zur Personalfreisetzung. In kleinen Unternehmen kön- DRG-Codierer:
nen sich die Aufgaben auf die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung, 1000 Rechnungsausgänge – 80 Codierer
verbunden mit einer Personalverwaltung beschränken. 50 Rechnungsausgänge – (80 × 50) ÷ 1000 = 4 Codierer
Sachbearbeiter:
Rechnungen schreiben: (6 × 50) ÷ 1000 = 0,3
Aufgabe 2 Rechnungseingänge: (4 × 37,5) ÷ 1000 = 0,15
Die quantitative Personalplanung versucht, das benötigte Perso- Rechnungsüberwachung: (8 × 50) ÷ 1000 = 0,4
nal in ausreichender Zahl am entsprechenden Einsatzort zur Ver­ Sachbearbeiter: 0,85 Stellen
fügung zu stellen. Die qualitative Personalplanung sorgt dafür,
dass das einzusetzende Personal die benötigten Qualifikationen
Tab. 14.3  Personalbedarfsplan, ergänzt
besitzt bzw. diese durch Fort- und Weiterbildungen erhält.
Stelle Ist-Stelle Plan-Stelle
Abteilungsleiterstelle 1 1
Aufgabe 3 Assistent 1 1
Die strategische Planung ermöglicht dem Unternehmen, über die
DRG-Codierer 2 4
Zukunft nachzudenken und Überlegungen anzustellen, wie es in
Zukunft auf dem Markt dastehen möchte. Sofern die strategische Sachbearbeiter 1 0,85 d. h. 1
Planung ernsthaft betrieben wird, sind umfangreiche Arbeiten gesamt 5 7
notwendig, die besonders geschulter Mitarbeiter bedarf.

Aufgabe 4 Aufgabe 6
Die Mitarbeitergewinnung bezieht sich i. d. R. auf externe Per­
Tab. 14.1  Berechnung des Netto-Personalbedarfs sonalbeschaffungsmaßnahmen:
• Zeitungsanzeige
Personalbestand Ist (aktuell) 110
• Einschaltung von Personalberatern
– Personalbestand Soll 100 • Einschaltung der Agentur für Arbeit
+ 10
Sie kann auch schon viel früher beginnen:
Sollstellen neu 20 • Unternehmensführung für Kindergärten (Motto: „Mein Teddy
– Unterdeckung - 10 muss ins Krankenhaus – was geschieht dort mit ihm?“)
• Führung von Schulklassen
– abzubauende Planstellen -5
• Hospitationsmöglichkeiten bzw. Praktika für interessierte
– zu ersetzende Abgänge - 10 Schüler usw.
+ feststehende Zugänge + 12
Unterdeckung/Überdeckung 3
Aufgabe 7
Allgemeiner Aufbau:
Es sind noch drei Mitarbeiter einzustellen.
• Vorstellung des Arbeitgebers
• Vorstellung, um welche Stelle es sich handelt
In der Praxis kann es sich hier um die Umorganisation einer Abtei-
• Was wird geboten
lung handeln, die neu ausgerichtet wird. Bei den Neueinstellun-
• Was wird erwartet
gen sind evtl. Mitarbeiter mit Qualifikationen nötig, welche die
• Bewerbungsfrist
bisherigen Mitarbeiter nicht besitzen etc.
• Wo soll die Bewerbung hingeschickt werden bzw. soll die
Bewerbung per E-Mail zugeschickt werden.
Aufgabe 5
Siehe auch Chiffre-Anzeige (▶ Abb. 14.1).
Folgende Angaben liegen der Aufgabe zugrunde: Merke: Eine Anzeige sollte nach der sog. AIDA-Formel aufgebaut
sein.
Tab. 14.2  Personalbedarfsplan
Stelle Ist-Stelle Plan-Stelle
Abteilungsleiterstelle 1 Aufgabe 8
Assistent 1 ▶ Abb. 14.1
DRG-Codierer 2
Sachbearbeiter 1
gesamt 5

46 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Aufgabe 11
Für die Einführung von Mitarbeitern eignen sich:
• Einführungstage/-seminare
• Einführungswochen
• Paten- und Mentorensystem
• Einarbeitungsprogramme

Aufgabe 12
Beispiel:
Eröffnung einer neuen Pflegestation für 40 Bewohner in einem
Pflegeheim.
Die Einsatzplanung muss als Erstes erfahren, welche Patienten
mit welcher Pflegestufe auf der Station sein werden. Anhand die-
ser Angaben ergibt sich dann, wie viele Pflegekräfte auf der Sta-
tion vorzuhalten sind. Dabei ist darauf zu achten, dass die Station
rund um die Uhr zu besetzen ist. Zu berücksichtigen ist, dass die
Mitarbeiter aufgrund von Urlaub, Fortbildung oder Erkrankungen
ausfallen. Demzufolge gibt es Pflegeheimbetreiber, die entspre-
chend mehr Mitarbeiter einstellen und sich so auf der sicheren
Seite befinden und dafür den Nachteil von weniger Gewinn in
Kauf nehmen.
Die Personaleinsatzplanung muss weiterhin darauf achten,
dass die Mitarbeiter die geforderten Qualifikationen besitzen. Sie
hat sicherzustellen, dass z. B. die Stationsleitung auch ihre leiten-
den Aufgaben wahrnehmen kann und kann diese somit nicht
komplett in den normalen Dienstbetrieb einplanen.

Aufgabe 13
• Qualitative Personaleinsatzplanung
Abb. 14.1  Chiffre-Anzeige
• Quantitative Personaleinsatzplanung
• Zeitliche Einsatzplanung, z. B. Vertretungen, Umsetzungen,
Aufgabe 9 Abteilungszusammenlegungen am Wochenende etc.
Sie stellt eine schriftliche Fixierung von organisatorischen Regeln
dar. Die Stellenbeschreibung enthält die genaue Stellenbezeich-
Aufgabe 14
nung z. B. Leiter/Leiterin der Personalabteilung. Weiterhin macht
sie Aussagen, wem die Stelle unter- und/oder übergeordnet ist. Sie • Dient der Bestandsaufnahme in Bezug auf die Mitarbeiterleis-
beschreibt, welche Aufgaben der Stelleninhaber auszuführen hat, tungen
ob der Stelleninhaber andere Stelleninhaber z. B. bei Urlaub ver- • Um zielgerichtete Personalentwicklungen zu ermöglichen
treten muss und welche besonderen Befugnisse mit der Stelle ver- • Um Zielvereinbarungsgespräche durchführen zu können etc.
bunden sind.

Aufgabe 15
Aufgabe 10 Mögliches Vorgehen:
Erstellen Sie für die einzelnen Phasen ein „Drehbuch“ und ver­ • Zielformulierung: Welche Ziele verfolgen Unternehmen und
suchen Sie, dieses in Form eines Rollenspiels evtl. mit Hilfe eines Mitarbeiter durch die Einführung der PB
Videogerätes aufzunehmen. Anschließend können Sie die Auf- • Information der Belegschaft zur Thematik mit Hilfe von Aus-
nahme analysieren, indem Sie überlegen, welche Fragen und Ant- hängen, Betriebsversammlungen, Abteilungsgesprächen,
worten in einem realen Bewerbungsgespräch evtl. besser ankom- Informationstagen etc.
men würden. • Systematische Informationssammlung z. B. Meinungen der
Mitarbeiter/Vorgesetzten zur Einführung der Personalbeur­
Beispiel: teilung
Einführungsphase: Small-Talk • Auswertung der Informationen
Personalleiterin: Guten Tag Frau Weber • Information der Mitarbeiter, Vorgesetzen und Leitung des
Bewerber: Guten Tag Frau Köhler Unternehmens zur durchgeführten Umfrage
Personalleiter: Haben Sie uns gleich gefunden, wie war die Anfahrt? • Alternativen erarbeiten und mit den Mitarbeiter/Vorgesetzten
Bewerber: Sie haben mir eine so gute Wegbeschreibung mitge­ einen Konsens herstellen
geben, dass ich Ihr Unternehmen sofort gefunden habe. Auch die • Auswahl einer Abteilung zur Einführung der Personalbeur­
Anfahrt war super. teilung
Personalleiterin: Das freut mich. Möchten Sie eine Tasse Kaffee • Schulung von Mitarbeitern und Vorgesetzten
oder Tee? • Durchführung der Personalbeurteilung in der Testabteilung
Bewerber: Gerne eine Tasse Tee. Danke. … usw. • Evaluation der Personalbeurteilung in Form von Befragung
Fahren Sie mit der Erstellung fort. Viel Spaß. und/oder Interviews von Vorgesetzten und Mitarbeitern
• Auswertung

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 47
• Einführung der Personalbeurteilung in weiteren Abteilungen • Welche Hilfen benötigt der Mitarbeiter? Unterstützung durch
unter Berücksichtigung der gemachten Erfahrungen bzw. Vorgesetzten oder Mitarbeiter, Qualifizierungsmaßnahmen
Kritik etc.
• Etc. • Gemeinsame Zielformulierung und Terminabsprachen, wann
welche Teilziele umgesetzt sein sollen.

Aufgabe 16
Die Mitarbeiterschulung möchte den Mitarbeitern den Sinn einer
Aufgabe 20
Personalbeurteilung näherbringen. Gleichzeitig sollen die Mit­ Professionell umgesetzt sorgt sie für eine systematische Personal-
arbeiter lernen, wie sie sich gegenüber dem Vorgesetzten beim entwicklung. Personalentwicklungsmaßnahmen sind dann kos-
Mitarbeitergespräch oder Zielvereinbarungsgespräch verhalten ten- und zeitmäßig besser planbar, Vorgesetzte und Mitarbeiter
können. So können die Mitarbeiter in Argumentieren und Ge- haben klare Informationen, wann und welche Maßnahmen
sprächsführung geschult werden. durchgeführt werden.

Aufgabe 17 Aufgabe 21
Kennzeichen des kooperativen Führungsstils sind:
• Mitarbeiter wird als „Partner“ betrachtet Tab. 14.5  Personalentwicklungsmaßnahmen
• Mitarbeiter und Vorgesetzte sind ein Team On the Job Off the Job
• Regelmäßige Kommunikation zwischen Vorgesetztem und Erfolgt am Arbeitsplatz/im Unter­ wird außerhalb des Unternehmens
Mitarbeitern nehmen durchgeführt
keine Anreise und Unterbringung lernt neue Kollegen/Teilnehmer
Vorteile:
nötig kennen
• Höhere Motivation
• Mitarbeiter können sich besser mit einbringen … betriebsindividuelle Probleme Kommunikation mit anderen
lassen sich besser ansprechen ermöglicht neue Sichtweisen

Nachteile: Ist jederzeit für das Unternehmen verlässt das alltägliche Umfeld
• Abstimmungsprobleme „greifbar“
• Längere Entscheidungswege …

Aufgabe 22
Aufgabe 18
Rollenspiel durchführen. Hierfür ein Drehbuch schreiben und mit
der Lehrkraft/Klasse/Projektgruppe durchsprechen.
Tab. 14.4  Führungstechniken
a. Die Beschreibung lässt vermuten, dass es sich hier um den
Management by Delegation Management by Exception autoritären Führungsstil handelt. Dieser kann bei Mitarbei-
Mitarbeiter arbeitet bestimmte Sofern die Aufgaben den vorher defi­ tern die Motivation hemmen, da der Vorgesetzte regelmäßig
Aufgaben eigenverantwortlich nierten Rahmen überschreiten, infor­ die Entscheidungen alleine trifft. Außerdem erhalten sie
und selbstständig ab miert der Mitarbeiter den Vorgesetzen lediglich Weisungen oder Arbeitsaufträge, ohne mitreden zu
Mitarbeiter entscheidet selbst­ Vorgesetze arbeitet die Ausnahmefälle dürfen.
ständig in Bezug auf die über­ ab b. Evtl. hat der Abteilungsleiter selbst einen Vorgesetzten gehabt
tragenen Aufgaben und diese Art von Führungsstil wurde ihm vorgelebt. Auch
kann der jetzige Abteilungsleiter schlechte Erfahrung mit dem
koopera­tiven Führungsstil gemacht haben. Weiterhin hat er
Aufgabe 19 vielleicht gemerkt, dass er durch den autoritären Führungsstil
eventuell schneller zu Entscheidungen kommt.
Das Beurteilungsgespräch: c. Sinnvoll scheint es, dass mit dem Abteilungsleiter ein
• will motivieren Gespräch gesucht wird. Dabei muss ihm aufgezeigt werden,
• will den Leistungstand dem Mitarbeiter aufzeigen (Bewertung zu welchen negativen Konsequenzen dieser Führungsstil bei
des Mitarbeiters) den Mitarbeitern führen kann und welche fatalen Folgen dies
• will aufzeigen, wo der Mitarbeiter Defizite hat für die Abteilung bzw. das Unternehmen haben kann. Hilf-
• will helfen, die Leistungslücken des Mitarbeiters zu schließen, reich dürfte es weiterhin sein, den Mitarbeiter auf Führungs-
indem Maßnahmen festgelegt werden seminare und -kurse zu schicken. Darüber hinaus könnte ein
persönlicher Coach ihm helfen, das Gelernte in der Praxis
Zielvereinbarungsgespräch: umzusetzen.
• Grundlage: Rückblick auf die im letzten Gespräch festgelegten
Ziele
• Zielanalyse: Was wurde erreicht, welche Ziele wurden nicht Aufgabe 23
oder nur teilweise erreicht und warum konnten bestimmte
Die bekanntesten Arbeitsorganisationsformen sind:
Ziele nicht erreicht werden, welche Konsequenzen sind dar-
• Job Rotation
aus ableitbar, wie sind diese bei der neuen Zielvereinbarung
• Job Enlargement
berücksichtigt worden
• Job Enrichment
• Zielformulierung: Welche Ziele hat der Vorgesetzte und wel-
• Teilautonome Arbeitsgruppen
che Ziele hat der Mitarbeiter, klare Zielformulierung
• Festlegung des Zeitraums, anhand welcher Kenngrößen die
Zielerreichung messbar wird,
• Ist die Umsetzbarkeit der Ziele überhaupt realistisch?

48 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Aufgabe 24 Bei den betrieblichen Leistungen dagegen versucht das Unter-
nehmen den Mitarbeiter zu unterstützen, seine Leistungsfähig-
Die Personalfreisetzung beinhaltet ein Bündel von Maßnahmen. keit aufrechtzuerhalten, indem es den Mitarbeitern ermöglicht,
Diese reichen von Arbeitsverschiebungen bis letztendlich zur Kün- ihre Gesundheit zu erhalten (Sportgruppen, Physiotherapie am
digung des Mitarbeiters. Generell sind zwei Kategorien von Maß- Arbeitsplatz …). Auch besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter z. B.
nahmen möglich: Suchtgefahren ausgesetzt sind. Um den Mitarbeiter nicht zu ver-
1. ohne Personalabbau, wie z. B. Arbeitszeitverkürzung, Abbau lieren, ist es auch für viele Unternehmen selbstverständlich, sich
von Überstunden, unbezahlter Urlaub etc. hier um den Mitarbeiter zu kümmern. Werden dem Mitarbeiter
2. mit Personalabbau, wie z. B. Nichtbesetzung von frei geworde- Sachleistungen wie z. B. Parkplatz zur Verfügung gestellt, erhöht
nen Stellen, frühzeitige Pensionierung, Kündigungen dies die Bindung des Mitarbeiters.

Aufgabe 25 Aufgabe 28
a. Da die beiden Eheleute annähernd gleich verdienen, sind sie Das Personalcontrolling hat die Aufgabe, Personalmaßnahmen zu
in der Lohnsteuergruppe IV eingruppiert. planen und die geplanten Maßnahmen durch die entsprechenden
b. Lt. Lohnsteuertabelle werden Herrn Helle folgende Steuerbe- Stellen umsetzen zu lassen. Während der Umsetzung hat das Per-
träge abgezogen: sonalcontrolling darauf zu achten, dass die Planung umgesetzt
Lohnsteuer: 691,25; Soli: 38,01; Kirchensteuer (8 %) 55,30 wird. Kommt es zu Problemen, die eine vorher definierten Tole-
An Sozialversicherungsbeiträgen hat er folgende Abzüge hin- ranzbereich überschreiten, dann sind die Gründe hierfür mit den
zunehmen: Betroffenen zu analysieren und es müssen Lösungsmöglichkeiten
KV: 313,41; PflegeV: 48,74; RV: 361,18; ALV: 57,33 gesucht werden, um den Plan doch noch umsetzen zu können.
Der Nettolohn (Überweisungsbetrag) beträgt: 2256,78 € Merke: Ein Plan lässt sich praktisch nie Eins zu Eins umsetzen.
c. Der Zusatzbeitrag muss entrichtet werden, da das Ehepaar Dies wäre ein Zufall.
kinderlos ist. Umso wichtiger ist es, dass der Plan regelmäßig auf seine Ein-
d. In diesem Fall wäre es sinnvoll, wenn Herr Helle in die Lohn- haltung hin überprüft wird, um Probleme sofort zu erkennen und
steuerklasse III eingestuft wird. hierfür dann zeitnahe Lösungen und Umsetzungsmaßnahmen
Lohnsteuer: 401,16; Soli: 0; Kirchensteuer (8 %) 8,93 erstellen zu können.
KV: 313,41; PflegeV: 39,18; RV: 361,18; ALV: 57,33
Der Nettolohn (Überweisungsbetrag) beträgt: 2640,81
Aufgabe 29
Aufgabe 26 Eine unerlaubte Handlung (Delikt) kann sowohl straf- als auch
zivilrechtliche Folgen nach sich ziehen. Strafrechtlich betrachtet
1. Zielformulierung: Welche(s) Ziel(e) verfolgt die Unterneh- liegt dann ein Verbrechen oder ein Vergehen bzw. eine strafbare
mung mit der Gewährung von Sozialleistungen? Handlung vor. Bei einem Strafverfahren entscheidet z.  B. die
2. Welche Sozialleistung möchte das Unternehmen den Beschäf- Staatsanwaltschaft, ob eine Anklage, ein Bußgeld oder evtl. eine
tigten anbieten? Monetäre, betriebliche Sozialleistungen oder Einstellung des Verfahrens erfolgt. Der Geschädigte selbst kann
betriebliche Sachleistungen? hier lediglich als Nebenkläger auftreten.
3. Welches Budget steht jährlich zur Verfügung? Will der Betroffene (Geschädigte) vom Verursacher ein
4. Welche Leistungen wünscht sich die Belegschaft? Schmerzensgeld erhalten, dann muss er dies zivilrechtlich erstrei-
5. Sollen die Leistungen nach Altersgruppen und/oder Betriebs- ten. Der mögliche Schadensersatz soll den erlittenen Schaden
zugehörigkeit differenziert werden? wiedergutmachen.
6. Wie soll die Gewährung der betrieblichen Sozialleistungen
organisiert werden?
7. Sind hierfür spezialisierte Mitarbeiter einzustellen? etc. Aufgabe 30
Die Gründe für eine Ungleichbehandlung können im Alter § 10
Neben den möglichen Kosten für die den Mitarbeitern zur Ver­
AGG, in Bezug auf die beruflichen Anforderungen § 8 AGG oder
fügung gestellten Sozialleistungen müssen auch die Kosten für
aber in der Weltanschauung § 9 AGG liegen. So wäre es für einen
organisatorische Veränderungen in der Personalabteilung sowie
religiösen Arbeitgeber unzumutbar, dass er einen leitenden Ar-
für evtl. zusätzliche Mitarbeiter kalkuliert werden. Außerdem
beitnehmer einstellt, der beispielsweise die Weltanschauung sei-
muss klar sein, ob die finanzielle Belastung auf Dauer für das
nes Arbeitgebers nicht teilt bzw. diese verneint. Der Arbeitgeber
Unternehmen tragbar ist.
kann vielmehr erwarten, dass der Arbeitnehmer die Weltan-
Als Nutzen könnten sich nicht nur höher motivierte Mitar­
schauung seines Arbeitgebers teilt und sich auch damit identifi-
beiter und ein besseres Betriebsklima ergeben. Auch wäre es mög-
ziert.
lich, dass das Unternehmen auf dem Markt ein Image als fürsorg-
Beispiele:
liches Unternehmen aufbaut und sich somit vor dem bevor­
a. Berufliche Anforderungen: erfahrener Mitarbeiter, Mitarbei-
stehenden demografischen Wandel einen Wettbewerbsvorteil
ter, der gerade seine Abschlussprüfung abgelegt hat
verschafft, indem es sich als sozialer Arbeitgeber positioniert und
b. Ungelernte Büromitarbeiter gegenüber einer Kauffrau im
damit leichter Arbeitnehmer für sich gewinnen kann.
Gesundheitswesen
c. Arbeitnehmer, der in einer kirchlichen Einrichtung arbeiten
Aufgabe 27 möchte, aber aus der Kirche ausgetreten ist. Aus diesem
Grund kann die Einrichtung die Einstellung des Mitarbeiters
Die betrieblichen Sozialleistungen lassen sich in monetäre Leis- ablehnen.
tungen, in betriebliche Leistungen und Sachleistungen gliedern.
Bei den monetären Leistungen steht die entgeltliche Kompo-
nente im Vordergrund, wie z. B. Pensionszusagen, Lebensversi-
cherungen, Tankgutscheine etc.

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 49
Kapitel 15: Investition
Aufgabe 1
e.
a. Einem Unternehmen stehen für die Beurteilung von Investi­ Tab. 15.2  Berechnung der Gesamtkosten bei einer jährlichen Fahrleis­
tionsvorhaben verschiedene Methoden der Investitionsbe- tung von 18.000 km, Aufgabe 1 e
rechnung zur Auswahl. Es kann sich dabei um die Bewertung Fahrzeug A Fahrzeug B
der Vorteilhaftigkeit eines einzelnen Investitionsobjekts han- Ermittlung der fixen Kosten
deln oder um die Auswahl zwischen verschiedenen Investi­
Summe fixe Kosten  10.175 €    7.950 €
tionsalternativen. Ziel aller Investitionsrechnungen ist es, dem
Unternehmen rechnerisch fundierte Informationen zur wirt- Ermittlung variable Kosten
schaftlichen Attraktivität eines Vorhabens zu liefern. Die Kraftstoffkosten   2.125 €   2.700 €
Methoden der Investitionsrechnung können in zwei Bereiche
Reparaturkosten   1.800 €   3.600 €
eingeteilt werden. Neben den statischen Investitionsrechen-
verfahren fallen in der Praxis immer häufiger dynamische Summe variable Kosten    3.825 €    6.300 €
Verfahren der Investitionsrechnung ins Gewicht. Der ent- Gesamtkosten/ Periode 14.000 € 14.250 €
scheidende Unterschied zwischen den beiden Rechenverfah-
ren liegt in der unterschiedlichen Berücksichtigung der Zah-
Ergebnis: Die Kostenvergleichsrechnung zeigt hier, das Fahr-
lungsströme und des Zeitfaktors.
zeug A die geringeren Kosten aufweist.
b. Zu den statischen Verfahren zählen neben der Kosten- und
f. Fahrzeug B weist die höheren Gesamtkosten pro Jahr auf.
Gewinnvergleichsrechnung auch die Rentabilitäts- und die
Fahrzeug A ist ab einer gewissen Laufleistung infolge der
Amortisationsrechnung. Diese Verfahren werden als statisch
niedrigen variablen Kosten preiswerter.
bezeichnet, weil sie den zeitlichen Verlauf der Zahlungs-
g. Die Kostenvergleichsrechnung ist im Hinblick auf die erfor-
ströme eines Investitionsobjektes nicht berücksichtigen, also
derliche Rechentechnik relativ einfach und gehört zu den
außer Acht lassen, wann Beträge tatsächlich fließen. Statt­
beliebtesten Investitionsrechnungsmethoden. Der relativ ein-
dessen wird ein Durchschnittswert aller Einzahlungen bzw.
fachen Vorgehensweise stehen jedoch Einschränkungen
Auszahlungen gebildet und als Grundlage für die Investitions-
gegenüber.
rechnung verwendet.
◦◦ Diese Methode beschränkt sich ausschließlich auf die Kos-
c. Verglichen zu den statischen Verfahren untersuchen die dyna-
ten. Andere Parameter, wie Erträge oder Verzinsung des
mischen Verfahren die finanziellen Auswirkungen einer In-
eingesetzten Kapitals, d. h. die Rentabilität, bleiben bei der
vestitionsentscheidung über die gesamte Investitionslaufzeit
Analyse des Investitionsobjektes unberücksichtigt.
(Planungsperiode). Sie beziehen die einzelnen Ein- bzw. Aus-
◦◦ Mögliche qualitative Unterschiede, kürzere Lieferzeiten
zahlungen während der gesamten Nutzungsdauer ein und
oder eine Verbesserung im Arbeitsprozess durch die Inves­
machen sie durch Auf- bzw. Abzinsung (Barwert) vergleichbar.
tition werden genauso vernachlässigt.
Unter dem Begriff der dynamischen Investitionsrechenverfah-
◦◦ Die Nutzungsdauer der verschiedenen Alternativen müssen
ren werden die Kapitalwertmethode, die Annuitätenmethode
gleich sein.
und die Methode des internen Zinsfußes zusammengefasst.
◦◦ Es findet keine Aussage darüber statt, ob überhaupt eine
d. Tab. 15.1  Berechnung der Gesamtkosten bei einer jährlichen Fahrleis­ Alternative realisiert werden sollte. Auch eine kostenmini-
tung von 10.000 km, Aufgabe 1 d male Investition muss noch lange keinen Gewinn erwirt-
schaften. Eventuell wäre eine Finanzinvestition besser. Eine
Fahrzeug A Fahrzeug B
Beurteilung der absoluten Vorteilhaftigkeit durch die Kos-
Ermittlung der fixen Kosten tenvergleichsrechnung ist also gar nicht möglich und zu­
kalk. Abschreibung   5.000 €   4.000 € sätzlich mit anderen Methoden zu klären. Meist wird die
Kostenvergleichsrechnung daher nur bei Ersatz- oder Ratio-
kalk. Zinsen   2.175 €   1.650 €
nalisierungsinvestitionen eingesetzt.
Steuer/Versicherung   1.000 €       800 € ◦◦ Es wird nur eine, für den gesamten Betrachtungszeitraum
Pflege/Wartung   2.000 €   1.500 € repräsentative Periode betrachtet. Für die Berechnung die-
Summe fixe Kosten  10.175 €    7.950 €
ser Repräsentativperiode werden Durchschnittswerte
zugrunde gelegt. Die Durchschnittsbetrachtung stellt eine
Ermittlung variable Kosten starke Vereinfachung dar, da sie den zeitlichen Unterschied
Kraftstoffkosten   1.125 €   1.500 € im Anfallen der Kosten nicht in die Beurteilung einbezieht.
Reparaturkosten   1.000 €   2.000 € In der Realität hängt die Vorteilhaftigkeit einer Investition
nicht nur von der Höhe der Einflussgrößen, sondern auch
Summe variable Kosten    2.125 €    3.500 €
von deren zeitlichen Verteilung ab.
Gesamtkosten/ Periode 12.300 € 11.450 € ◦◦ Die Zurechenbarkeit bestimmter Kosten zu einem Investi­
tionsvorhaben ist problematisch, vor allem, wenn es soge-
Ergebnis: Fahrzeug B wird ausgewählt, da die anfallenden
nannte Gemeinkosten betrifft.
Kosten geringer sind.
◦◦ Das Verfahren ist bei komplexen Entscheidungen mit vari­
ierenden Einzahlungsüberschüssen unbrauchbar.

50 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Aufgabe 2 Aufgabe 4
a.
a.
Tab. 15.3  Amortisationsrechnung, St. Marienhospital, Aufgabe 2 a
.DSLWDOZHUW $        ð  
Alternative 1 Alternative 2
       ð    
Anschaffungskosten (€) 15.000 18.000
Nutzungsdauer (Jahre) 12 12 .DSLWDOZHUW %        ð  
kalkulatorischer Restwert (€) 0 0
       ð  
Gewinn (€) 5.736 7.170
Abb. 15.2  Berechnung der Kapitalwerte für Grundstück A und B
+ Abschreibung (€/Jahr) 1.250 1.500
= Rückfluss (€) 6.986 8.670 Im Beispiel zeigt der Kauf des Grundstücks B den größten positi-
ven Kapitalwert auf.
Amortisationszeit (Jahre) 2,15 2,08

 ð   
Im Ergebnis weist die Alternative 1 eine Amortisationszeit $QQXLWlW )    ð 

von 2,15 Jahre auf, die der Alternative 2 beträgt 2,08 Jahre.    ²
b. Die Alternative 2 amortisiert sich schneller als Alternative 1.
§ ½¤  MlKUOLFKH5DWH
Da allerdings der Förderverein die in die Alternativen inves-
tierten Finanzmittel nach 1,5 Jahren zurückhaben möchte, *HZLQQDQQXLWlW ,QYHVWLWLRQVUFNIOVVHGHV-DKUHV  $QQXLWlW
sollte weder in Alternative 1 noch in Alternative 2 investiert
werden.  ¤
½   ¤
½ ¤
½
c. Nein, da nur eine Aussage über die Geschwindigkeit der Rück-
Abb. 15.3  Berechnung der Gewinnannuität
gewinnung des Kapitaleinsatzes getroffen wird (Risikomaß).
Kosten, die nach dem Amortisationszeitpunkt entstehen,
b.
werden vernachlässigt. Ob die Investition wirtschaftlich ist,
Die Finanzierung des Umbaus ist vorteilhaft.
ließe sich z. B. durch eine Gewinnvergleichs- oder eine Renta-
bilitätsrechnung feststellen.

Literatur
Aufgabe 3
[32] Heesen, B.: Investitionsrechnung für Praktiker: Fallorientierte Dar-
stellung der Verfahren und Berechnungen, 2. Auflage. Springer Gab-
  ð ler: Heidelberg; 2012
$QQXLWlW $ Q   
ð  §  
      [33] Der vollständige Finanzplan im Kontext der Methoden der Investi­
tionsrechnung, http://tbw-ma.verbundstudium.de/faecher/Dervoll­
Abb. 15.1  Berechnung des notwendigen Ansparbetrages bei jährlicher stndigeFinanzplan-Artikel.pdf
Verzinsung [34] Statische Investitionsrechenverfahren, http://www.schule-bw.de/
unterricht/faecher/wirtschaft/material/unterrichtwi/bwl/fin/invest-
verf/
[35] Finanzmathematische Grundlagen, http://www.it-infothek.de/fhtw/
semester_2/bwl_2_05.html
[36] Statische Verfahren, http://web.fh-ludwigshafen.de/fb1/student.nsf/
Files/1E645A893A177ABFC12577B3003C4047/$FILE/kroneneberg_
gip_Investition_GiP- %202_Abschnitt_WS1011.pdf

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 51
Kapitel 16: Finanzierung-Lösungen
Aufgabe 1 Aufgabe 5
a. Antwort S. 260
a. b. Antwort S. 260
Tab. 16.1  Berechnung des Kapitalbedarfs, Aufgabe 1 a
c. Antwort S. 260
Grundstücks- und Nebenkosten 6.000.000,00
+ Baukosten 1.400.000,00
+ Gebäudeausstattung inkl. Medizintechnik 10.500.000,00 Aufgabe 6
+ Umzugskosten 1.500.000,00 a. Errechnung der Überweisung/des benötigten Kredits:

+ sonstige Auszahlungen 150.000,00


 5HFKQXQJVSUHLV ½
+ Startwerbung 16.000,00
²6NRQWR  ½
BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB
= Kapitalbedarf Anlagevermögen 19.566.000,00
 hEHUZHLVXQJEHQ|WLJWHU.UHGLW ½

b. Antwort S. 258 Abb. 16.1  Errechnung der Überweisung/des benötigten Kredits

b. Berechnung des Jahresprozentsatzes:


Aufgabe 2
Antwort S. 258 = ðð  ð ð
S     
. ð W 0RQDWH   ð

Aufgabe 3 S 
 ð ð
 
 ð
Bei der Finanzierung aus Abschreibungen müssen nachstehende
Probleme beachtet werden: Abb. 16.2  Berechnung des Jahresprozentsatzes
• Die zukünftige Absatzlage ist nur schwer voraussehbar – mög-
licherweise fließen nicht ausreichend liquide Mittel für eine Der Skontoabzug lohnt sich, da die Skontoerträge auf den
Ersatzinvestition ins Unternehmen zurück, da nicht alle Pro- Zeitraum eines Jahres bezogen 37,11 %, die Jahreskreditkosten
dukte verkauft werden konnten. aber nur 18 % betragen.
• Unternehmen, die nur auf die Finanzierung aus Abschreibun- c. Berechnung der Kreditzinsen und des Finanzierungserfolges:
gen bauen, sind bei unvorhergesehenem Investitionsbedarf Zinsen: Die Kreditkosten für den benötigten Kredit von 4850 €
nicht flexibel. werden mit der Zinsformel berechnet:
• Der Wiederbeschaffungspreis der Ersatzinvestition ist nur
schwer bestimmbar. Werden die kalkulatorischen Abschrei- . ðS ðW  ð ð 
=    ½
 ¤
bungen zu niedrig angesetzt, ist die Ersatzbeschaffung aus  ð   ð 
den Abschreibungsrückflüssen nicht vollständig möglich, vor
allem, wenn der Kaufpreis der alten Anlage gestiegen ist. Der Abb. 16.3  Berechnung der Kreditkosten
Unternehmer hat zum Zeitpunkt der Neuanschaffung eine
Finanzierungslücke zu schließen. Werden die kalkulatorischen Finanzierungserfolg:
Abschreibungen zu hoch veranschlagt, verteuern sich die
Produkte unnötig. Dies hat Wettbewerbsnachteile zur Folge.  6NRQWRHUWUDJ ½
².UHGLWNRVWHQ  ½
BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB
Aufgabe 4  )LQDQ]LHUXQJVJHZLQQ  ½

Antwort S. 261–262 Abb. 16.4  Berechnung des Finanzierungsgewinns

Tab. 16.2  Vorteile des Lieferantenkredits, Aufgabe 6 d


Vorteile des Lieferantenkredits aus Sicht des …:
Lieferanten: Kunden:
• Ist ein Mittel der Absatzförderung. Kunden, deren Kredit­ • Kurzfristige Liquiditätsengpässe werden leichter überbrückt. Lieferant tritt finanziell in
linien ausgeschöpft sind, werden bevorzugt Lieferanten Vorleistung. Der Kunde muss die Ware nicht nach Erhalt bezahlen, sondern erst später,
wählen, die Lieferantenkredite anbieten. Das hat Umsatz­ z. B. 30 Tage nach der Lieferung. Er erhält einen formlosen Kredit.
steigerungen für den Lieferanten zur Folge. • Keine Prüfung der Kreditwürdigkeit (Bonitätsprüfung)
• Möglichkeit, Kunden an sich zu binden • keine Sicherheiten nötig.
• Die Dienstleistung „Finanzierung“ ist ein Wettbewerbs­ • Nutzbar, selbst bei ausgeschöpfter Kreditlinie.
faktor. • keine weitere Abhängigkeit von Kreditinstituten für die Zeit nach Ende des Kredit­
• Verbesserung des Images des Unternehmens verhältnisses.
• Die Abnehmer können für gewöhnlich den wahren Preis • Das Ziel ermöglicht es dem Kunden, die erhaltenen Waren weiterzuverarbeiten und zu
für den Lieferantenkredit aufgrund mangelnder Kennt­ verkaufen und den Rechnungsbetrag aus dem draus erzielten Erlös zu bezahlen
nisse nicht beurteilen. (Kapitelbedarf des Kunden wird verringert).
• Der Kunde kann selbst Lieferanten­kredite einräumen, wenn das eigene Zahlungsziel
länger ist als seine Lager- und Produktionsdauer.

52 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
d. Vorteile des Lieferantenkredits (▶ Tab. 16.2) Aufgabe 7
e. Eigentumsvorbehalt: Beim Verkauf von Waren auf Ziel wird
der Verkäufer für seine Forderungen möglichst eine zusätzli- a.
che Sicherheit für die gelieferte Ware verlangen. Zum Schutz Darlehen 60 000 €
des Verkäufers wird im Kaufvertrag gesondert ein Eigentums- – 5 % Disagio 3 000 €
vorbehalt vereinbart. Gewöhnlich ist dieser bereits in den – 2 % Gebühren 1 200 €
Allgemeinen Geschäftsbedingungen bzw. den Liefer- und – Spesen 30 €
_________________________________________________________
Zahlungsbedingungen des Verkäufers enthalten. Rechtsgrund- Auszahlungsbetrag 55 770 €
lage des Eigentumsvorbehalts ist § 449 BGB. Der einfache
Eigentumsvorbehalt bewirkt, dass die verkaufte Sache so b.
lange im Eigentum des Verkäufers bleibt, bis seine Forderun- Zinsen (10 Jahre zu 8 % auf 60 000 €) 48 000 €
gen erfüllt sind. Das Eigentum wechselt erst bei vollständiger + 5 % Disagio 3 000 €
Zahlung auf den Käufer. Bis dahin bleibt der Verkäufer Eigen- + 2 % Gebühren 1 200 €
tümer und der Käufer wird unmittelbarer Besitzer der Sache. + Spesen 30 €
Vereinfacht gesprochen, handelt es sich nur um einen Auf- _________________________________________________________
schub des Eigentumserwerbs. Bei Zahlungsverzug ist der Ver- Effektive Kreditkosten 52 230 €
käufer befugt, vom Kaufvertrag zurückzutreten und die Sache
zurückzufordern. c. Um den effektiven Zinssatz zu berechnen, müssen die Kredit-
f. Im heutigen Wirtschaftsleben bietet der einfache Eigentums- kosten (hier: 52 230 €) auf 1 Jahr und in Beziehung zum ge­
vorbehalt keine ausreichende Sicherheit, da der Verkäufer im samten Auszahlungsbetrag (hier: 55 770 €) gesetzt werden.
Falle der Weiterveräußerung das Eigentum an der Ware ver- Das geschieht unter Zuhilfenahme der Zinsformel (hier:
liert, denn der Kunde des Käufers würde gemäß §§ 929, 185 ­Jahresformel):
Abs. 1 BGB das Eigentum erwerben. Um das zu unterbinden = HII.UHGLWNRVWHQ ðð ðð
und um dem Verkäufer weiterhin eine Sicherheit zu gewähr- S     
. $XV]DKOXQJVEHWUDJ ð-DKUH ð
leisten, entstanden etliche Modifikationen des gesetzlichen
Grundfalles. Der gebräuchlichste ist die Vereinbarung des Durch Disagio, Gebühren und Spesen hat sich der Zinssatz von
verlängerten Eigentumsvorbehalts. Er schützt den Verkäufer (nominal) 8 % auf effektiv 9,37 % erhöht.
bei Weiterveräußerung oder Verarbeitung der Kaufsache
durch den Käufer. Bei Weiterveräußerung kommt der verlän-
gerte Eigentumsvorbehalt zustande, indem der Verkäufer den Aufgabe 8
Weiterverkauf erlaubt (§ 185 Abs. 1 BGB), sich im Gegenzug
zur Sicherung der Kaufpreisforderung im Voraus die dann Tab. 16.3 Abzahlungsdarlehen
entstehende Forderung seines Käufers gegen dessen Kunden Jahr Kredit- Zinsen Tilgung Belastung Restschuld
abtreten lässt (Vorausabtretungsklausel). höhe (8 %)
g. Der Eigentumsvorbehalt erlischt durch:
1 750.000 60.000 75.000 135.000 675.000
◦◦ Vollständige Zahlung des Kaufpreises
◦◦ Rücktritt des Verkäufers vom Vertrag bei Zahlungsverzug 2 675.000 54.000 75.000 129.000 600.000
des Käufers 3 600.000 48.000 75.000 123.000 525.000
◦◦ Verzicht des Verkäufers auf den Eigentumsvorbehalt durch
ausdrückliche Erklärung Tab. 16.4 Annuitätendarlehen
◦◦ Weiterveräußerung der Vorbehaltssache an einen Dritten
Jahr Kredit- Zinsen Tilgung Belastung Restschuld
mit Einwilligung des Verkäufers (§ 185 BGB)
höhe (8 %)
◦◦ Gutgläubiger Erwerb der Vorbehaltssache durch einen Drit-
ten (§ 932 BGB; § 366 HGB) 1 750.000 60.000 60.000 120.000 690.000
◦◦ Verbindung der Vorbehaltssache mit einem Grundstück, 2 690.000 55.200 64.800 120.000 625.200
sodass sie wesentlicher Bestandteil des Grundstückes wird
3 625.200 50.016 69.984 120.000 555.216
(§ 946 BGB)
◦◦ Verbindung der Vorbehaltssache mit einer beweglichen
Sache zu einer Einheit (§ 947 BGB)
◦◦ Verarbeitung der Vorbehaltssache zu einer neuen bewegli- Aufgabe 9
chen Sache (§ 950 BGB) a. Die Grundvorschriften des Vertragsrechts sind in den §§ 145
◦◦ Verbrauch oder Vernichtung der Vorbehaltssache ff. BGB unter dem Abschnitt 3 „Rechtsgeschäfte“ enthalten.
h. Formulierungsvorschlag: Der Kreditvertrag kommt wie jeder andere Vertrag zustande,
1. „Wir behalten uns das Eigentum an dem gelieferten Gegen- indem ein rechtswirksamer Antrag des Kreditgebers und eine
stand bis zum Eingang aller Zahlungen aus dem Lieferver- ebenso wirksame Annahmeerklärung des Kreditnehmers
trag vor. Kommt der Käufer seinen vertraglichen Pflichten (Kunde) als übereinstimmende Willenserklärungen vorliegen
nicht nach, vor allem im Fall des Zahlungsverzugs, sind wir (§ 145 BGB, ▶ Abb. 16.5).
befugt, vom Vertrag zurückzutreten und den gelieferten Ein Kreditvertrag sollte Angaben beinhalten zur Art des Kredi-
Gegenstand herauszuverlangen; der Käufer ist zur Heraus- tes sowie dessen Höhe, Laufzeit und Details der Rückzahlung.
gabe des Gegenstandes verpflichtet. Wichtig für den Kreditnehmer sind Informationen zu den
2. Der Käufer ist verpflichtet, uns bei Pfändungen oder sons­ Kündigungsmöglichkeiten des Kredits. Außerdem werden
tigen Eingriffen Dritter unverzüglich zu benachrichtigen, Details zu den anfallenden Kosten, Verzinsung, zur Besiche-
damit wir unsere Rechte an dem Gegenstand wahrnehmen rung der Kreditkosten und dem Gerichtsstand vereinbart.
können.“ b. Bei der Kreditvergabe kann zwischen einer Vielfalt an Kredit-
arten unterschieden werden. Gewöhnlich werden Kredite
nach ihrer Fristigkeit unterschieden. Kurzfristige Kredite kön-
nen in Kredite von Nichtbanken (z. B. Lieferantenkredite, Kun-

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 53
Abb. 16.5  Kreditvertrag (nach Kühn, 2010), Aufgabe 9 a

denanzahlung) und Kredite von Kreditinstituten (z. B. Konto- Gesamte Zinsen des Darlehens 4 725,00 €
korrent-, Diskont-, Lombardkredit) unterteilt werden. Mög­ + 0,5 % Bearbeitungsgebühren 150,00 €
liche langfristige Kredite sind: Darlehen, Anleihen, + 2 % Disagio 600,00 €
_________________________________________________________
Schuldscheindarlehen.
Gesamte Kosten des Darlehens 5 475,00 €
c. bis f)

Variante 1: Fälligkeitsdarlehen Variante 3: Annuitätendarlehen


Darlehensbetrag 30 000,00 € Darlehensbetrag 30 000,00 €
– 0,5 % Bearbeitungsgebühren 150,00 € – 0,5 % Bearbeitungsgebühren 150,00 €
– 2 % Disagio 600,00 € – 2 % Disagio 600,00 €
_________________________________________________________ _________________________________________________________
Auszahlungsbetrag 29 250,00 € Auszahlungsbetrag 29 250,00 €
Rückzahlungsbetrag 300 000,00 € Rückzahlungsbetrag 300 000,00 €

Tab. 16.5  Fälligkeitsdarlehen Tab. 16.7 Annuitätendarlehen


Jahr Kredit- Zinsen Tilgung Gesamt Restschuld Jahr Kredit- Zinsen Tilgung Gesamt Rest-
höhe (5,25 %) höhe (5,25 %) schuld
1 30.000 1.575 –  1.575 30.000 1 30.000,00 1.575,00  5.402,20  6.977,20 24.597,80
2 30.000 1.575 –  1.575 30.000 2 24.597,80 1.291,38  5.685,81  6.977,20 18.911,99
3 30.000 1.575 –  1.575 30.000 3 18.911,99    992,88  5.984,32  6.977,20 12.927,67
4 30.000 1.575 –  1.575 30.000 4 12.927,67    678,70  6.298,50  6.977,20  6.629,17
5 30.000 1.575 30.000 31.575       – 5  6.629,17    348,03  6.629,17  6.977,20       –
Summen 7.875 30.000 37.875 Summen 4.886,00 30.000,00 34.886,00

Gesamte Zinsen des Darlehens 7 875,00 € Gesamte Zinsen des Darlehens 4 886,00 €
+ 0,5 % Bearbeitungsgebühren 150,00 € + 0,5 % Bearbeitungsgebühren   150,00 €
+ 2 % Disagio 600,00 € + 2 % Disagio   600,00 €
_________________________________________________________ _________________________________________________________
Gesamte Kosten des Darlehens 8 625,00 € Gesamte Kosten des Darlehens 5 636,00 €

Effektivzinssatz:
Aufgabe 10
=ðð ðð Antwort S. 265–266.
S     
.ðW 0RQDWH ð

Abb. 16.6  Effektivzinssatz Aufgabe 11


Variante 2: Abzahlungsdarlehen Die Gefahren der Sicherungsübereignung sind sehr vielschichtig:
Darlehensbetrag 30 000,00 € • Gefahr der Doppelübereignung: Die Sicherungsübereignung
– 0,5 % Bearbeitungsgebühren 150,00 € ist nach außen hin nicht sichtbar. Der Kreditgeber läuft
– 2 % Disagio 600,00 € Gefahr, dass die ihm übereigneten Gegenstände bereits an
_________________________________________________________ einen anderen Gläubiger übereignet wurden.
Auszahlungsbetrag 29 250,00 € • Bestehende Eigentumsvorbehalte eines Lieferanten: Der Kre-
Rückzahlungsbetrag 300 000,00 € ditgeber erwirbt zunächst kein Eigentum, bis bestimmte
Bedingungen erfüllt sind.
Tab. 16.6 Abzahlungsdarlehen • Verkauf des Sicherungsgutes an gutgläubige Dritte: Es besteht
die Möglichkeit, dass das Eigentum des Kreditgebers verloren
Jahr Kredit- Zinsen Tilgung Gesamt Restschuld
höhe (5,25 %) geht, wenn ein Schuldner das Sicherungsgut weiterverkauft.
• Wertverlust: Das Sicherungsgut kann durch Änderung der
1 30.000 1.575 6.000  7.575 24.000
Marktverhältnisse, neue technische Entwicklungen, Beschädi-
2 24.000 1.260 6.000  7.260 18.000 gungen, Zerstörung (z. B. durch Brand) oder Abnutzung an
3 18.000   945 6.000  6.945 12.000 Wert verlieren.
• Benachteiligung anderer Gläubiger: potenzielle Gläubiger des
4 12.000   630 6.000  6.630  6.000
Sicherungsgebers beurteilen die wirtschaftliche Lage des
5  6.000   315 6.000  6.315       – Schuldners falsch, da der Sicherungsgeber im Besitz des Siche-
Summen 4.725 30.000 34.725 rungsgutes bleibt.

54 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
• Verwertungsschwierigkeiten: Die Absatzmöglichkeiten ein- äußerer und Erwerber) bei gleichzeitiger Anwesenheit vor
zelner Sicherungsgüter können eingeschränkt sein. einer zuständigen Stelle, i.d.R. vor einem Notar, dass das
• Bewertungsfehler sind möglich: veranschlagter Wert weicht Eigentum übergehen soll.
vom tatsächlichen Wert ab. Im Ernstfall (Versteigerung) ist die 2. Eintrag ins Grundbuch: Die Eintragung ins Grundbuch tritt
Höhe des Verwertungserlöses sehr ungewiss. an die Stelle der Übergabe bei beweglichen Sachen. Die Eintra-
• Formfehler (zum Beispiel mangelnde Bestimmtheit) gung im Grundbuch ist für den Eigentumserwerb konsti­tutiv.

Aufgabe 12 Aufgabe 13
Die Übereignung von unbeweglichen Sachen (z. B. Grundstücke Antwort S. 269–270.
und Gebäude) richtet sich nach §§ 873, 925 ff. BGB. Die Voraus­ Die Unterschiede zwischen einer Hypothek und einer Grund-
setzungen sind: schuld sind in Abb. 16.7 aufgeführt.
1. Einigung beider Vertragsparteien: Die Einigung, die zur Über-
tragung von Eigentum an unbeweglichen Sachen notwendig
ist, wird als „Auflassung“ bezeichnet. Bei der Auflassung han-
Aufgabe 14
delt es sich um die Erklärung beider Vertragsparteien (Ver­ ▶ Tab. 16.8

Abb. 16.7  Grundpfandrechte (http://www.zum.de/Faecher/kurse/boeing/udb/infin/Grundpfandrechte.pdf), Aufgabe 13

Tab. 16.8  Unterscheidung Darlehen/Kontokorrentkredit, Aufgabe 14


Darlehen Kontokorrentkredit („Kredit in laufender Rechnung“)
• Kreditbetrag wird im Regelfall in einer Summe ausbezahlt • Kreditbetrag kann je nach Bedarf, d. h. in der Höhe schwankend, bis zum
• Auszahlungsbetrag kann niedriger sein als der Rückzahlungsbetrag vertraglich vereinbarten Maximalbetrag (Kreditlinie) voll genutzt werden.
(Disagio) Es handelt sich um einen Buchkredit.
• zurückgezahlte Beträge stehen nicht mehr zur Verfügung • über zurückgezahlte Beträge kann wieder verfügt werden
• Rückzahlung ist genau geregelt (gemäß Tilgungsplan) • Rückzahlung erfolgt flexibel, je nach Zahlungseingängen
• Kreditlaufzeit ist im Darlehensvertrag festgeschrieben • Kreditlaufzeit ist unbestimmt
• eignet sich für langfristigen Kapitalbedarf (Investitionskredit) • zur kurzfristigen Überbrückung des Spitzenbedarfs
• Zinssatz ist für die gesamte oder einen Teil der Laufzeit im Regelfall • Zinssatz ist variabel (je nach Zinsentwicklung) und wird tagegenau berechnet
festgeschrieben • die effektiven Kreditkosten sind hoch

Tab. 16.9  Unterscheidung Operating-Leasing/ Financial-Leasing, Aufgabe 15


Operating-Leasing Financial-Leasing
Laufzeit kurzfristige Variante des Leasings (unechtes Leasing); mittel- bis langfristige Vertragsdauer (echtes Leasing)
i. d. R. maximal ein Jahr
Kündigung Es wird keine feste Grundmietzeit vereinbart, sodass beide Unkündbarkeit des Vertrages während der Grundmietzeit.
Vertragsparteien solche Verträge jederzeit unter der Ein­ I.d.R. beträgt die Grundmietzeit 40 % bis 90 % der betriebs­
haltung üblicher Kündigungsfristen kündigen können. gewöhnlichen Nutzungsdauer des Leasingobjektes.
Investitionsrisiko Der Leasingnehmer trägt keine Risiken bezüglich der tech­ Durch die unkündbare Grundmietzeit übernimmt der
nischen und wirtschaftlichen Veralterung sowie technischer Leasingnehmer das Investitionsrisiko, da er das Objekt
Defekte. Er kann sich jederzeit durch Kündigung des Vertrages nicht zurückgeben kann. Das Leasingobjekt wird in der
vom Leasingobjekt trennen. Der Leasinggeber bleibt wirt­ Bilanz des Leasingnehmers erfasst. Für Objektwartung
schaftlicher Eigentümer und trägt mit dem Leasingverhältnis und -instandhaltung ist in gleicher Weise der Leasingneh­
verbundene Risiken. Das Leasinggut wird beim Leasinggeber mer verantwortlich. Der Leasinggeber übernimmt ledig-
bilanziert. Gewöhnlich ist der Leasinggeber auch für die War­ lich das Kreditrisiko und bestimmte vereinbarte Dienst­
tung und Instandhaltung des Objektes verantwortlich. leistungen.
Anzahl an Leasingnehmern mehrmaliges Vermieten an verschiedene Leasingnehmer i. d. R. nur ein Leasingnehmer

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 55
Aufgabe 15 singgeber eine gute Möglichkeit, Risiken von vornherein aus-
zuschließen.
▶ Tab. 16.9 f. Leasingverträge lassen sich in Vollamortisations- („full-pay-
out“) und Teilamortisationsverträge („non-full-pay-out“)
einteilen. Dabei sind die während der Grundmietzeit durch
Aufgabe 16 den Leasingnehmer zu leistenden Leasingraten von Bedeu-
a. Liquiditätsbelastung der beiden Finanzierungsarten: tung. Von einem Vollamortisationsvertrag bzw. einer Voll­
amortisation wird gesprochen, wenn die während der Grund-
Tab. 16.10 Leasing mietzeit zu zahlenden Leasingraten so kalkuliert sind, dass
Jahr Leasingraten jährl. Liquiditatsbelastung sämtliche Aufwendungen des Leasinggebers zuzüglich eines
Gewinnanteils durch den Leasingnehmer gedeckt sind. Damit
1 208.000,- € 208.000,- €
tritt bei Vollamortisationsverträgen die volle Amortisation
2 208.000,- € 208.000,- € bereits innerhalb der Grundmietzeit ein. Für die Zeit nach
3 208.000,- € 208.000,- € Ablauf der Grundvertragsdauer gibt es unterschiedliche Mög-
Insgesamt 624.000,- € 624.000,- € lichkeiten zur Vertragsausgestaltung, z. B.:
◦◦ Verträge ohne Optionsrecht des Leasingnehmers: Für die
Zeit nach Ende des Leasingvertrages werden keine Verein-
Tab. 16.11 Kredit barungen getroffen. Der Leasingnehmer gibt das Objekt
nach Ablauf des Vertrages an den Leasinggeber zurück.
Jahr Kredit Tilgung Zins Liquiditäts-
◦◦ Verträge mit Kaufoption nach der Grundmietzeit: Dem
(Jahres­ belastung
beginn) Leasingnehmer wird das Recht eingeräumt, den Leasing­
gegenstand nach Ablauf der Grundmietzeit zum sogenann-
1 480.000,- € 160.000,-€ 38.400,- € 198.400,- €
ten Restwert zu erwerben.
2 320.000,- € 160.000,-€ 25.600,- € 185.600,- € ◦◦ Verträge mit Mietverlängerungsoption nach der Grund-
3 160.000,- € 160.000,-€ 12.800,- € 172.800,- € mietzeit: Nach Ablauf der Grundvertragsdauer wird verein-
bart, den Leasingvertrag über die Grundmietzeit hinaus
insge­ 76.800,- € 556.800,- €
mit erheblich niedrigeren Mieten zu verlängern. Macht der
samt
Leasingnehmer keinen Gebrauch davon, muss er die Sache
an den Leasinggeber zurückgeben.
b. Gesamtkosten: Werden die anfallenden Kosten, der Risikozuschlag und der
◦◦ Leasing: 624 000,- € Gewinn des Leasinggebers durch die Leasingraten während
◦◦ Kredit:   76 800,- € (Zinsen) der Grundmietzeit nur zum Teil ausgeglichen, spricht man
+ 480 000,- € (Abschreibungen) von einer Teilamortisation. Am Ende der Grundmietzeit bleibt
= 556 800,- € ein noch nicht amortisierter Betrag, der im Voraus kalkulierte
c. Antwort S. 274. Restwert. Die Leasingraten sind geringer als bei Vollamortisa-
d. Der Restwert ist eine kalkulatorische Größe. Es handelt sich tionsverträgen und von der Höhe des kalkulierten Restwertes
um denjenigen Wert, zu dem das Wirtschaftsgut vom Lea- bei Vertragsende abhängig. Je höher der Restwert ist, desto
singnehmer am Ende des Vertrages übernommen wird. Der niedriger sind die Leasingraten. Die vollständige Amortisation
voraussichtliche Restwert der Leasingsache nach Vertrags­ der anfallenden Kosten wird bei Teilamortisationsverträgen
ablauf wird nicht in die Leasingratenzahlung einbezogen. durch andere vertragliche Vereinbarungen erzielt, die am
Folglich ist die Leasingrate im Vergleich mit einer Vollamorti- Ende der Grundvertragsdauer zu leisten sind. Der Begriff Teil­
sation (bei gleichen Finanzierungskosten und gleicher Lauf- amortisationsvertrag ist irreführend, da er sich nur auf die
zeit) niedriger. Üblich ist, dass sich der verbleibende Restwert Amortisation während der Grundmietzeit bezieht. Aus diesem
am Restbuchwert oder am erwarteten Marktwert orientiert. Sachverhalt heraus ergeben sich mehrere Varianten der Ver-
e. Oftmals wird bei Abschluss eines Teilamortisationsvertrages tragsausgestaltung, z. B.: Teilamortisationsverträge mit:
zur Abdeckung des noch nicht amortisierten Anteils (Rest- ◦◦ Mehrerlösbeteiligung des Leasingnehmers
wert) ein Andienungsrecht des Leasinggebers gegenüber ◦◦ Mit Andienungsrecht des Leasinggebers
dem Leasingnehmer vereinbart. Damit hat der Leasinggeber ◦◦ Mit Kündigungsrecht des Leasinggebers.
zum Zeitpunkt des Ablaufs des Leasingvertrages das Recht,
dem Leasingnehmer das Objekt zu einem schon bei Vertrags-
abschluss vereinbarten Kaufpreis anzudienen. Mit anderen Aufgabe 17
Worten, wenn der Leasinggeber es möchte, kann er den Lea-
singnehmer am Ende der Vertragslaufzeit verpflichten, den
Tab. 16.12  Liquiditätsbelastung
Leasinggegenstand zum Restwert zu kaufen. Nimmt der Lea-
singgeber sein Andienungsrecht nicht wahr, hat der Leasing- Kreditfinanzierung Leasing
nehmer keinerlei Anspruch auf den Kauf zum Leasingende. Jahr Tilgung Zinsen Summe Leasingrate
Der Leasinggeber kann das Leasing-Objekt auch anderweitig 1 100.000 48.000 148.000 276.000
veräußern. Der Leasinggeber wird das Andienungsrecht nut- 2 100.000 40.000 140.000 216.000
zen, wenn der kalkulierte Restwert, der dem vertraglich ver- 3 100.000 32.000 132.000 216.000
einbarten Kaufpreis entspricht, über dem Marktpreis liegt 4 100.000 24.000 124.000 216.000
und somit nur über eine Andienung die 100 %ige Amortisation 5 100.000 16.000 116.000  15.000
gewährleistet. Das Wertminderungsrisiko liegt somit beim 6 100.000  8.000 108.000  15.000
Leasingnehmer. Im umgekehrten Fall wird der Leasinggeber Gesamt 768.000 954.000
sein Andienungsrecht nicht nutzen, wenn der Marktpreis am
Ende der Vertragslaufzeit höher liegt als der kalkulierte Rest- Das Beispiel zeigt: Leasing ist teurer als ein Kreditkauf.
wert. Er wird das Leasinggut zurücknehmen und am freien
Markt veräußern. Das Andienungsrecht ist also für den Lea-

56 aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag
Aufgabe 18 Aufgabe 21
Die Factor-Kosten betragen für das Jahr 20**: Antwort S. 278–279
Dienstleistungsgebühr: 160 000 € × 0,016 = 2 560 €
Delkrederegebühr: 160 000 € × 0,009 = 1 440 €
Kapitalkosten:
Forderungsbetrag 160 000 €
Literatur
Sperrbetrag   16 000 € [37] Vertragsformen. http://www.dvsystems.de/PDFs/Vertragsformen
__________________________________________
[38] Balek, L., Gfrörer, D., Jung, S., Sauter, W.: Finanzmanagement. Berlin:
Jährlich zu finanzierender Betrag: 144 000 € TEIA AG – Internet Akademie und Lehrbuch Verlag, 2009 (http://
www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/Finanzmanagement/
Durchschnittlich zu finanzierender 32038-Sicherungsuebereignung.html)
Betrag: 12 000 € × 0,12 = 1 440 € [39] Eigentumsübertragung bei Grundstücken. http://www.rechtslexikon.
____________________________________________________________
net/d/eigentumsuebertragung-bei-grundstuecken/eigentumsueber-
Kosten des Factorings: 5 440 € tragung-bei-grundstuecken.html
[40] Kühn, G.: Spezielle Wirtschaftslehre, Büro, 7. Auflage. Troisdorf:
Bildungsverlag EINS, 2010
Aufgabe 19 [41] Grundpfandrechte. (http://www.zum.de/Faecher/kurse/boeing/udb/
infin/Grundpfandrechte.pdf)
• Die Organisation und ihr Engagement entspricht den eigenen
[42] BGB, Sachenrecht und Sicherheiten, Skript, 2005. (http://www.
ethischen Vorstellungen
fh-ludwigsburg.de/dms/dateien/sksr08-2011.pdf)
• Aus „idealistischen“ Motiven [43] Miriam Heilig, M.: Der Kauf unter Eigentumsvorbehalt, München:
• Der Spender wurde bereits von der Organisation unterstützt GRIN; 2006 (http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/91200.
und fühlt sich der Organisation verbunden (Dankbarkeit) html)
• Der Spender verspricht sich Prestige, einen Imagegewinn und [44] Jochheim, R.: Public Private Partnership im Gesundheitswesen.
gesellschaftliche Anerkennung ­München: GRIN, 2011. (http://www.grin.com/de/
• Aus Mitgefühl, Empathie, Betroffenheit, Solidarität mit ande- e-book/176067/public-private-partnership-im-gesundheitswesen)
ren [45] Wöhe, G.: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,
• Der Spender kennt den Sammler oder Angehörige der Organi- 24. Auflage. München: Vahlen; 2010
[46] Beteiligungsfinanzierung, Vor-und Nachteile hinsichtlich Rendite,
sation persönlich.
Risiko und Unabhängigkeit, http://www.stendal.hs-magdeburg.de/
project/konjunktur/Fiwi/vorlesung/7.Semester/vorlesungsmaterial/
Thema %2012 %20Beteiligungsfinanzierung.pdf
Aufgabe 20
Antwort S. 277–279

Bitte beachten Sie auch die Literatur am Ende des Buches.

aus: Grethler, Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Gesundheitswesen (ISBN 9783131538918) © 2014 Georg Thieme Verlag 57