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DER HÖHBECK IM WANDEL DER ZEIT

Zeitfenster – Spurensuche in der Geschichte


VORWORT | 3

Geschlechter sind erglüht wie helle Funken,


Haben gelebt, geliebt, gehaßt, getrunken;
Sie leerten hier ein Glas und sind verlöscht,
Sind in den Staub der Ewigkeit versunken.
Liebe Leserinnen und Leser,

Wenn längst wir nicht mehr sind, wird sich dies Weltrad drehn, Im Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“ steht das Mein Dank gilt allen, die zu der erfolgreichen Umsetzung des
Miteinander von Mensch und Natur im Vordergrund. Land- „Zeitfenster“-Projekts beigetragen haben. Die naturkundlichen
Wenn unsre Spuren längst im Sand der Zeit verwehn. schaftliche, kulturelle, soziale und ökonomische Werte wollen wir und kulturhistorischen Erlebnispunkte am Höhbeck bereichern
Einst waren wir noch nicht - und‘s hat nichts ausgemacht; hier gemeinsam in den Blick nehmen. die vielfältigen Angebote des nachhaltigen Tourismus im Biosphä-
Die vorliegende Broschüre wirft solche Blicke durch verschiedene renreservat um eine weitere Facette.
Wenn einst wir nicht mehr sind - wird‘s auch noch weitergehn. „Zeitfenster“ rund um den Höhbeck und nimmt uns dabei mit
auf eine lange Zeitreise. Landschaft wird erfahrbar als Produkt aus Ich wünsche Ihnen eine gute (Zeit-)Reise!
Natur und Kultur, und unsere aktuelle Sicht auf die Landschaft wird
Omar-i-Khajjam (Omar Chayyām), 11./12. Jahrhundert,
ergänzt durch das Bewusstsein von Geschichte und Veränderungen.
in der Übersetzung von Friedrich Rosen Der markante Höhbeck prägt seit Hunderttausenden von Jahren Ihr
die Region. Nach und nach gibt er der archäologischen Forschung
seine Geheimnisse preis, so dass wir uns heute ein gutes Bild von
der Vergangenheit dieses besonderen und schönen Fleckens Erde Stefan Wenzel
an der Elbe machen können. Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz
4 | EINFÜHRUNG EINFÜHRUNG | 5

Zeitfenster – Spurensuche auf dem Höhbeck Die Gemeinde Höh-


beck (rot) liegt im
südöstlichen Teil des
Biosphärenreservats
„Niedersächsische
Einführung len, die in die Zukunft weisen, so sind dafür Kenntnisse über die Elbtalaue“ (grau).
Geschichte der vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende, über
Der Höhbeck ragt heraus – nicht nur als Anhöhe in der weiten das bisherige Handeln der Menschen in der Region unerlässlich.
Niederungslandschaft von Elbe und Seege, auch durch die Fülle Nur so ist zu verstehen, wie Wissen und Werte in der Landschaft, Gemeinde
kulturgeschichtlicher Spuren, die sich hier finden lassen. wie wir sie heute verstehen und vorfinden, entstanden sind. Höhbeck Das Wappen
der Gemeinde
Höhbeck zeigt die
Für die Menschen war der Höhbeck schon immer ein Anzie- Es ist eine der vorrangigen Aufgaben von Biosphärenreserva- Festungsanlage Karls
hungspunkt, als Rast- oder Siedlungsplatz, als Vorposten und ten, diese kulturgeschichtlichen und ökologischen Werte unserer © LGLN, 2015 des Großen auf dem
Kastellplatz.
Lager zu militärischen Zwecken, als Wohnort heutiger Prägung Landschaft(en) zu bewahren. Landnutzungsformen, die dieses
oder als Ausflugsziel mit vielfältigen Sehenswürdigkeiten. Durch leisten, und die unter den heutigen Bedingungen unserer Region
die Fülle an unterschiedlichen Landschaftsstrukturen auf engstem auch gleichzeitig zum wirtschaftlichen Auskommen beitragen, sind Zielsetzung dieser Broschüre
Raum und ein entsprechend reiches Arteninventar ist der Höh- zu fördern – als im besten Sinne zukunftsfähig und nachhaltig.
beck auch ein „Hot Spot“ der Biologischen Vielfalt. Aber auch traditionelle Wirtschaftsweisen wie das Sensen arten- Diese Broschüre lädt Sie zu einer Spurensuche in die Höhbeck- Die Anzahl der dargestellten Ereignisse orientiert sich dabei an
reicher Wiesen von Hand, die Zucht alter Nutztierrassen oder Region ein und möchte Ihnen einen Eindruck von der reichen einem bronzezeitlichen Kreis aus 56 Holzpfosten, dessen Über-
So ist der Höhbeck auch für das Biosphärenreservat „Niedersäch- der Anbau alter Obstsorten können hierbei eine wichtige Rolle Kulturgeschichte dieses schönen Fleckchens Erde liefern. reste bei archäologischen Grabungen in Pevestorf im 20. Jahr-
sische Elbtalaue“ ein ganz besonderer Ort, führt er doch, ganz übernehmen: Sie tragen besonders dazu bei, Wissen um Natur hundert – etwa 3.800 Jahre nach seiner Anlage – wieder zutage
im Sinne des weltumspannenden UNESCO-Programms „Der und Landschaft und damit unser vielfältiges Kulturerbe zu 56 kurze Texte beleuchten schlaglichtartig ausgewählte zeitge- traten. Seine genaue Bedeutung wird wohl vorerst im Verbor-
Mensch und die Biosphäre (MaB)“, die enge Verzahnung von bewahren. Verbunden mit fachkundigen Exkursionen oder prak- schichtliche Ereignisse in dieser Region – „Zeitfenster“ in die genen bleiben, es wird jedoch vermutet, dass er, wie z. B. die
Natur und Kultur beispielhaft vor Augen. Wenn in Biosphären- tischen Demonstrationen machen sie erlebbar und verständlich, Höhbeck-Vergangenheit, die zeigen sollen, was hier geschehen ist Anlage im sachsen-anhaltinischen Pömmelte-Zackmünde, ein
reservaten heute im Rahmen dieses Programms Konzepte einer wie sich die Landschaft in jüngerer Zeit zu ihrer heutigen Form und wie das entstanden ist, was wir mit Blick durch unser heu- Observatorium für astronomische Beobachtungen darstellte – ein
nachhaltigen Entwicklung erprobt und umgesetzt werden sol- entwickelt hat. tiges „Fenster“ sehen. „Woodhenge“ im nordöstlichen Niedersachsen.
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Bei der Auswahl der 56 Ereignisse wurde darauf geachtet, dass diese Das Höhbeck-Museum in Vietze ermöglicht es Ihnen, zu den Nachdem Mittel aus der Förderrichtlinie „Natur erleben und
möglichst im Umkreis weniger Kilometer um den Höhbeck herum regelmäßigen Öffnungszeiten viele der prähistorischen Funde zu nachhaltige Entwicklung“ des Niedersächsischen Ministeriums
stattgefunden haben. Schwerpunkte liegen auf der Frühgeschichte sehen. Nutzen Sie auch die geführten Kanufahrten, Wanderungen für Umwelt, Energie und Klimaschutz und der Europäischen
bzw. der Bedeutung des Kastellplatzes in der karolingischen Zeit. oder Radtouren, um mehr über die Geschichte des Höhbecks Union eingeworben wurden, konnte das Projekt unter dem Titel
herauszufinden. „Zeitfenster – natur- und kulturhistorische Besonderheiten am Treppenanlage am Heidberg bei Vietze
In Anlehnung an die bronzezeitlichen Funde ist bei Restorf Höhbeck“ im Jahr 2009 beginnen.
ein neuer Kreis aus 56 Holzpfosten errichtet worden, der sich Das „Zeitfenster“-Projekt
zumindest in seinem Durchmesser von 13 Metern an dem archä- Innerhalb der sechsjährigen Projektlaufzeit wurden zahlreiche
ologischen Befund orientiert (siehe Titelbild). Auf andere Rah- Dass die Gemeinde Höhbeck, bestehend aus den vier Ortstei- Einzelmaßnahmen abgeschlossen, die heute der ökologischen Ent-
menbedingungen, z. B. die Höhe der einzelnen Pfosten, ließen len Brünkendorf, Pevestorf, Restorf und Vietze, bereits seit den wicklung des Höhbecks und seiner zeitgeschichtlichen Erkundung
ihre erhaltenen Spuren keine Rückschlüsse zu. 1930er Jahren das Kastell Karls des Großen in ihrem Wappen durch interessierte Besucherinnen und Besucher zugute kommen.
führt, zeigt einerseits die besondere Bedeutung der archäolo-
Nutzen Sie die „Woodhenge“-Anlage, gischen Funde für die Gemeinde, andererseits aber auch das Weitere neue Einrichtungen am Höhbeck
• um in Ruhe in dieser Broschüre zu stöbern und Ihre Gedan- Bewusstsein der Gemeinde für ihre Geschichte. Die alte Treppenanlage am Heidberg in Vietze wurde durch einen
ken in die Höhbeck-Vergangenheit schweifen zu lassen, Neubau ersetzt. Kleine Tafeln mit zeitgeschichtlichen Ereignis-
Sitzgruppe am Heidberg bei Vietze mit Blick auf die Elbe
• als Ausgangspunkt zur Erkundung des Höhbecks oder So bot es sich an, in enger Zusammenarbeit zwischen der sen stimmen zwischen dem Treppenabsatz („Heute“) und der
• um in klaren Nächten selbst die Sterne zu beobachten. Gemeinde Höhbeck und der Biosphärenreservatsverwaltung ein Treppenspitze („Karl der Große“) gedanklich auf die besondere
Vorhaben umzusetzen, das Besucherinnen und Besucher des Bedeutung des Kastellplatzes ein. Oberhalb der Treppe wurde eine
Ein Verzeichnis der 56 Zeitfenster finden Sie auf den Sei- Höhbecks über dessen kulturhistorische, aber auch ökologische großzügige Sitzgelegenheit mit Blick auf die Elbe errichtet. Vor
ten 10/11. In der Übersichtskarte auf den Seiten 12/13 werden Bedeutung informiert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uni- dem Kastellplatz überspannt eine neue Brücke den ehemaligen
einige der 56 Zeitfenster verortet. Bitte bedenken Sie, dass ins- versität Göttingen, des Höhbeck-Museums in Vietze, der Samt- Wallgraben. Auf dem Kastellplatz erinnert der neue Wetterschutz
besondere die archäologischen Grabungsfunde in der heutigen gemeinde Gartow sowie der für die Denkmalpflege zuständigen an ein altes Wächterhäuschen, über dem die Insignien Karls des
Landschaft größtenteils nicht mehr sichtbar und z. T. auch nicht Einrichtungen trugen durch ihre Mitwirkung zu einer erfolg- Großen auf einer geschmiedeten Flagge prangen.
mehr gut zugänglich sind. reichen Umsetzung des Projekts bei.
Wetterschutz mit Aussichtsplattform auf dem Kastellplatz
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Renaturierung des Thalmühlbachs Entdecker-Pfad


Der Thalmühlbach entspringt auf dem Höhbeck und mündet Mit 20 Stelengruppen rund um den Höhbeck bietet der neue
nach wenigen hundert Metern in die Elbe. Untypisch für das Entdecker-Pfad eine spannende und kurzweilige Möglichkeit, den
norddeutsche Tiefland ist sein recht steiles Gefälle, das eher an Höhbeck zu Fuß oder (in Teilen) auch per Rad zu erkunden. Das
einen Mittelgebirgsbach erinnert. Durch die ehemalige Mühl- Renaturierter Oberlauf des Thalmühlbachs Themenspektrum der farbenfrohen Tafeln reicht von naturkund- Stelengruppe auf dem „Entdecker-Pfad“ am Höhbeck
anlage, einige Fischteiche und Querdämme sowie eine verrohrte lichen bis hin zu kulturhistorischen Besonderheiten.
Wegeunterquerung war die Durchgängigkeit des Baches an meh-
reren Stellen unterbrochen. Die Renaturierungsmaßnahmen Schilderbaum auf dem Kastellplatz
haben den Bach zwischen Quelle und Mündung nun wieder Auf zehn Schildern weist der neue Wegweiser auf dem Kastellplatz
durchgängig gestaltet und ihn somit wieder zu einem geeigneten auf Orte hin, die für Karl den Großen von besonderer Bedeutung
Lebensraum für viele Wasserorganismen gemacht. waren – sei es als zwischenzeitliche Aufenthaltsorte, als Grenzorte
zu benachbarten Reichen oder als damalige globale Machtzentren.
Winterquartier für Fledermäuse Vier Infotafeln im Wächterhäuschen gehen näher auf diese Orte
Der Keller der Thalmühle (siehe Punkt 43) wurde saniert und ein.
zu einem Winterquartier für Fledermäuse umgebaut. Mit Erfolg: Sanierte Außenwand des Fledermaus-Winterquartiers in der Thalmühle Schilderbaum auf dem Kastellplatz (Gestaltung: R. Taller, Rastatt)
Als eine von mehreren Fledermausarten war hier bereits im ersten Wächterfiguren am Kastellplatz
Winter nach dem Umbau die seltene Mopsfledermaus zu finden. Drei Holzskulpturen auf und vor dem Kastellplatz erinnern
an die Soldaten, die hier zur Zeit Karls des Großen stationiert
Obstbaumpflanzung und Obstbaumsanierung waren.
Als Beitrag zum Schutz von Fledermäusen, Brutvögeln und Insek-
ten wurden rund um den Höhbeck 100 Obstbäume alter Sorten
gepflanzt und 250 Bäume saniert. Diese Maßnahmen knüpfen
unmittelbar an die „Route der alten Obstsorten im Wendland“ an.

Obstwiese bei Brünkendorf Wächter vor dem Kastellplatz (Gestaltung: R. Plarre, Tüschau)
10 | V E R Z E I CH N I S D E R 56 Z E I T FE N S T E R V E R Z E I C H N I S D E R 5 6 Z E I T F E N S T E R | 11

Verzeichnis der 56 Zeitfenster


Nr. Zeitfenster Seite Nr. Zeitfenster Seite Nr. Zeitfenster Seite Nr. Zeitfenster Seite

1 Vor 250-150 Mio. Jahren: Bildung von Salzstöcken 14 15 9. Jh. n. Chr.: Elbübersiedlung und Burgenbau der Slawen 22 29 1510: Backsteinkirche in Holtorf 30 43 1897: Beginn der archäologischen Erforschung des Höhbecks 38

2 Vor 230.000 Jahren: Auffaltung des Höhbecks 14 16 929 n. Chr.: Schlacht bei Lenzen 22 30 1648: Ende des dreißigjährigen Kriegs 30 44 1898: Besuch von Karl May in der Höhbeck-Region 38

3 Vor 18.000-14.000 Jahren: Bildung des Elbe-Urstromtals 15 17 Um 1000 n. Chr.: „Klimawandel“ in der Höhbeck-Region 23 31 1694: Andreas Gottlieb von Bernstorff erwirbt Gartow 31 45 1920er Jahre: Siedlerbewegung auf dem Höhbeck 39

4 Vor 14.000 Jahren: Bernsteinelch von Weitsche 15 18 1066 n. Chr.: Obodritenaufstand 23 32 1712: Pestjahr 31 46 02.10.1921: Eröffnung der Gedenkhalle in Vietze 39

5 Faszinierender Fundort: Der Hasenberg bei Pevestorf 16 19 12. Jh. n. Chr.: Heinrich der Löwe, Meetschower Burg 24 33 1710-1727: Bau des Gartower Schlosses, Brand in Gartow 32 47 1935: Gründung des Höhbeck-Museums in Vietze 40

6 Vor 4.000 Jahren: „Woodhenge“ am Hasenberg 16 20 1223/1224: Entführung des Dänenkönigs Waldemar II. 24 34 1771-1895: Historische Hochwasserereignisse 32 48 1945: Kampf um den Höhbeck 40

7 Vor 3.000 Jahren: Aufschwung in der Höhbeck-Region 17 21 12. bis 16. Jh. n. Chr.: Die Vietzer Kapelle 25 35 1803-1815: Franzosenzeit 33 49 1963/1978: Errichtung der Funktürme auf dem Höhbeck 41

8 Vor 2.000 Jahren: Römer und Germanen an der Elbe 17 22 1321: Herzog Otto der Strenge erwirbt Gartow 25 36 19. Jh. n. Chr.: Aufbau der Holzwirtschaft 33 50 1972: Gebietsreform 41

9 1.-3. Jh. n. Chr.: Germanisches Fürstengrab Marwedel 18 23 1328: Grenzfehde um Gartow und Schnackenburg 26 37 1817: Erstes Dampfschiff auf der Elbe 34 51 12.08.1975: Waldbrand im Gartower Forst 42

10 6. Jh. n. Chr.: Die Goldbrakteaten von Nebenstedt 18 24 1360-1364: Der Johanniterorden erwirbt Gartow 26 38 1831/1833: Ablösungsgesetz und Ablösungsordnung 34 52 14.03.1979: Probebohrungen in Gorleben 42

11 7. Jh. n. Chr.: Wiederbesiedlung durch Sachsen und Slawen 19 25 1390-1391: Grenzkrieg zwischen Lüneburg und Brandenburg 27 39 1842: Verkopplung von Landwirtschaftsflächen 35 53 November 1989: Grenzöffnung 43

12 8. Jh. n. Chr.: Leben und Tod Karls des Großen 19 26 14.-19. Jh. n. Chr.: Entstehung der Wölbäcker 27 40 1865: Besuch König Georgs V. in Gartow 35 54 1998/2002: Einrichtung eines Schutzgebiets in der Elbtalaue 43

13 772-804 n. Chr.: Sachsenkriege 20 27 1420: Kauf der „Fährgerechtigkeit“ durch Lenzen 28 41 1866: Übernahme des Königreichs Hannover durch Preußen 36 55 2002 bis 2013: Extreme Hochwasserereignisse 45

14 Um 800 n. Chr.: Castellum Hohbuoki 20 28 20.05.1438: Ritter von Bülow erwerben Gartow 28 42 1869: Bau der Thalmühle 36 56 panta rhei - alles fließt 45
482 km
27 34
12 | Ü B E R S I C H T S K A R T E 485 km 16 Ü B E R S I C H T S K A R T E | 13
18 Brünken- Pevestorf
486 km nach 40
Mödlich 20 dorf
Lenzen 15 481 km
487 km 53
Elbholz
488 km
14 42
45
46 43 2
37
47 480 km
489 km
49
479 km
Vietze
19 21

490 km 13
Restorf
8

Pevestorf
491 km
26

Brünken- 5 6 6
dorf

Holtorf
15 13
29

Meet- Gartower See


Gorleben 52
schow
Legende
Örtlichkeit mit sichtbaren Spuren Entdeckerpfad
1 der beschriebenen Zeitfenster
Örtlichkeit mit kaum oder nicht Wanderweg
Restorf Gartow
36 2 mehr sichtbaren Spuren der
Radweg
beschriebenen Zeitfenster
33
Quelle: Geobasisdaten der Nds. Vermessungs- und Katasterverwaltung
Laasche
14 | B I L D U N G V O N S A L Z S T Ö C K E N & AU F FA LT U N G D E S H Ö H B E C K S B I L D U N G D E S E L B E - U R S T R O M TA L S & B E R N S T E I N E L C H V O N W E I T S C H E | 15

Vor 250 bis 150 Mio. Jahren: Bildung von Vor 230.000 Jahren: Vor 18.000 bis 14.000 Jahren: Vor 14.000 Jahren:
1 2 3 4
Salzstöcken aus dem Zechsteinmeer Auffaltung des Höhbecks Bildung des heutigen Elbe-Urstromtals Bernsteinelch von Weitsche

Vor etwa 250 Mio. Jahren wurde das heutige Norddeutschland Im Laufe mehrerer Als sich die Weichsel-Eiszeit vor etwa 18.000 bis 14.000 Jahren Vor etwa
von einem sehr salzhaltigen Meer bedeckt, dem „Zechsteinmeer“. Eiszeiten wurde der ihrem Ende näherte, schmolzen die Gletscher allmählich wieder, 14.000 Jahren, am
Immer wieder kam es dazu, dass die unterschiedlichen Salze Höhbeck über tau- und gewaltige Mengen von Schmelzwasser suchten ihren Weg zur Ende der letzten Eis-
eindampften und zu festen Schichten wurden. Diese Salzschich- sende von Jahren heutigen Nordsee. So bildete die Elbe nach und nach ihr heutiges zeit, kam es zu
ten wurden später von anderen geologischen Schichten über­ immer wieder von Urstromtal. Dabei wurden Teile der Moränenlandschaft, die die erheblichen Umwelt-
deckt, zum Teil mehrere tausend Meter hoch. Gerät Steinsalz Gletschern über­ Gletscher der Saale-Eiszeit aufgeschüttet hatten, wieder erodiert veränderungen.
auf diese Weise unter extremen Druck, wird es plastisch und deckt. Bei der und abtransportiert. Auch die Stauchmoräne des Höhbecks verlor Langsam entstand
kann an Rissen und Schwachstellen im darüber lagernden Saale-Eiszeit vor so viel Substanz, dass schließlich nur noch ein „Inselberg“ aus der aus der Kältesteppe
Gestein nach oben aufsteigen. So entstand auch der Salzstock, etwa 230.000 Jah- Straße „mit Falten“ an der Schwedenschanze - Ergebnis der Ebene hervorragte, der – anders als heute – zunächst noch im eine Waldlandschaft. Bernsteinelch von Weitsche
der sich heute von Gorleben bis zum Rambower Moor auf der ren war der Druck Stauchung des Höhbecks Norden und im Süden vom Elbstrom umflossen wurde. Im Lauf Die Tierwelt verän-
rechten Seite der Elbe erstreckt und der für die Entwicklung des der Eispanzer so der Jahrtausende haben Wasser und Wind dafür gesorgt, dass der derte sich. In der Folge entwickelten sich die frühen Waldjäger,
Höhbecks an dieser Stelle geologisch „mitverantwortlich“ ist. hoch, dass Gesteinsschichten oberhalb des Salzstocks gestaucht Höhbeck seine Gestalt kontinuierlich verändert hat. Sammler und Fischer der sog. Federmessergruppen, die die Step-
und hochgefaltet wurden - man spricht hierbei von der Bildung penjägerkulturen ablösten. Sie wurden nach einer besonderen
einer „Stauchmoräne“. Sehr schön zu beobachten ist dieses Phäno- Die geologisch bedingte Insellage des Höhbecks ist eine wich- Form ihrer Steingeräte benannt, die an Federmesser erinnert.
men an der Straße zwischen Brünkendorf und der Schweden- tige Voraussetzung für seine weitere Besiedlungsgeschichte. In der weiten Flussniederung der Ur-Jeetzel bei Weitsche wurden
schanze. In die Zwischenräume der „Falten“ wurde der vom zahlreiche Lagerplätze sowie kleinste Bernsteinbruchstücke ent-
Gletscher transportierte Geschiebemergel abgelagert. So finden deckt, die sich zu einer Bernsteinfigur zusammensetzen ließen. Es
sich auch heute noch auf dem Höhbeck sehr unterschiedliche und handelt sich um die früheste Darstellung eines Elches überhaupt
kleinräumige Bodenschichten, teils wasserundurchlässig und und das früheste Kunstwerk aus Niedersachsens Boden.
tonig, teils wasserdurchlässig und sandig.
16 | H A S E N B E R G B E I P E V E S T O R F & „W O O D H E N G E“ A U F S C H W U N G I N D E R H Ö H B E C K- R E G I O N & R Ö M E R U N D G E R M A N E N A N D E R E L B E | 17

Faszinierender Fundort: Vor 4.000 Jahren: Vor 3.000 Jahren: Vor 2.000 Jahren:
5 6 7 8
Der Hasenberg bei Pevestorf „Woodhenge“ am Hasenberg Aufschwung in der Höhbeck-Region Römer und Germanen an der Elbe

Der Hasenberg bei Pevestorf erzählt die Geschichte von mehr In der Frühbronzezeit, um 1800 v. Chr., wurde auf dem Hasen- Die Jahrhunderte um den Übergang vom 2. zum 1. Jahrtau- Fast drei Jahrzehnte (12 v. Chr.
als zwei Jahrtausenden. Hier wurde um 2.300 v. Chr., als eine berg ein Kreis aus 56 Holzpfosten errichtet. Aus der Zeit des send v. Chr. waren eine Zeit des Aufschwungs. Auch in der Höh- bis 16 n. Chr.) versuchte Rom,
dichtere Besiedlung des Höhbecks begann, ein bedeutender Übergangs von der Stein- zur Bronzezeit sind mehrere solcher beck-Region gab es die dichteste vorchristliche Besiedlung eine rechtsrheinische Provinz zu
Bestattungsplatz angelegt. Scherben von Tontrommeln und Feu- Anlagen unterschiedlicher Größe bekannt, sowohl auf dem euro- während der Jungbronzezeit; sie hielt bis in die ältere Eisenzeit schaffen, die bis an die Elbe rei-
erplätze bezeugen kultische Handlungen während der Bestat- päischen Kontinent als auch auf den britischen Inseln; ihr Zweck um 600 v. Chr. an. Erst im Mittelalter wurde – wenn überhaupt chen sollte. Spätestens nach der
tungsrituale. Aus der Zeit um 1800 v. Chr. stammt ein ist nicht eindeutig zu ermitteln. – wieder eine so hohe Bevölkerungsdichte erreicht. Um katastrophalen Niederlage in der
markanter Holzpfostenkreis („Woodhenge“, siehe Punkt 6). Spä- Das Höhbecker „Woodhenge“ gehört zur Aunjetitzer Kultur, 1400 v. Chr. ging man dazu über, die Toten zu verbrennen und Varusschlacht war der Plan
ter lag an dieser Stelle ein Acker, bevor ein Urnengräberfeld deren Hauptverbreitungsgebiet sich südlich und südöstlich vom ihre Überreste in Urnen zu bestatten. Offensichtlich hatten sich jedoch gescheitert. Der Feldherr
angelegt wurde. Am Ende der Bronzezeit entstand wieder eine Höhbeck befindet. Es könnte – vergleichbar etwa mit Stonehenge auch die religiösen Vorstellungen gewandelt. Tiberius hatte kurz zuvor im
Siedlung, so wie sie im Archäologischen Zentrum Hitzacker in England oder Goseck und Pömmelte-Zackmünde in Sachsen- Vom Höhbeck sind etliche Urnen- Jahre 5 n. Chr. die Elbe erreicht Hirschgeweih aus germanischer Kultgrube
erlebt werden kann. Anhalt – als Observatori- gräberfelder bekannt, so beispiels- und dort überwintert.
Zuletzt wurde hier in um zu astronomischen weise mitten in Vietze am Platz am Die jüngsten Ausgrabungen haben die Annahme widerlegt, dass
der Frühen Eisenzeit Beob­achtungen genutzt Fahnenmast. Graburnen sind im die Vietzer Schanze auf dem Kastellplatz das Römerlager sei. Am
gesiedelt, bevor der worden sein. Dieses Höhbeck-Museum in Vietze aus- Rand der Elbniederung vor Vietze wurde eine einzigartige germa-
Mensch den Hasenberg herausragende Monument gestellt, eine typische Siedlung nische Kultgrube mit einem Hirschgeweih und etlichen Gefäßen
dann nicht mehr länger- dient als Vorlage für den jener Zeit kann im Archäolo- aus derselben Zeit gefunden. Das konkrete Ziel des Kultes muss
fristig aufsuchte. Die erfolgten Nachbau und gischen Zentrum in Hitzacker offen bleiben, denn in der germanischen Überlieferung findet sich
Funde sind im Höh- Ideengeber für die Kon- besucht werden. Bronzezeitliche Urne aus Vietze der Hirsch in Verbindung mit verschiedenen Motiven.
beck-Museum in Vietze zeption des Zeitfenster-
ausgestellt. Grabungsstätte „Hasenberg“ bei Pevestorf im Jahr 1964 projekts. Grabungsbefund des Pfostenkreises
18 | G E R M A N I S C H E S FÜ R S T E N G R A B M A R W E D E L & G O L D B R A K T E AT E N VO N N E B E N S T E D T W I E D E R B E S I E D L U N G D E S E L B TA L S D U R C H S AC H S E N U N D S L AW E N & B I O G R A F I E K A R L S D E S G R O S S E N | 19

1. bis 3. Jh. n. Chr.: 6. Jh. n. Chr.: 7. Jh. n. Chr.: Wiederbesiedlung des 8. Jh. n. Chr.:
9 10 11 12
Germanisches Fürstengrab Marwedel Die Goldbrakteaten von Nebenstedt Elbtals durch Sachsen und Slawen Leben und Tod Karls des Großen

Auf einer Anhöhe Siedlungsfunde aus der Völkerwanderungszeit sind sehr selten und Im Verlaufe des 7. Jh. wanderten Sachsen in das linkselbische Karl der Große, der vermutlich 747
bei Hitzacker-Mar- oft recht ärmlich. Auffallend ist, dass den Toten häufig Waffen mit Gebiet am Höhbeck ein und ließen sich hier nieder, während etwa oder 748 geboren wurde und 814 in
wedel befinden sich ins Grab gegeben wurden. Auch Waffenfunde an Fluss­übergängen gleichzeitig Slawen die rechtselbischen Gebiete besiedelten. Eine Aachen starb, regierte insgesamt 46
an prominenter Stel- und Schatzfunde sprechen für unruhige Zeiten. Herausragend wichtige sächsische Siedlung lag in der Elbtalaue bei Meetschow, Jahre, war von hohem Wuchs, hatte
le zwei germanische sind die elf im Jahr 1859 gefundenen Goldbrakteaten aus Neben- eine frühe slawische Siedlung lag auf der anderen Elbseite am einen kräftigen Körperbau und einen
Fürstengräber und stedt bei Dannenberg, auf denen Menschen, tierähnliche Wesen Rudower See. Das breite Elbtal mit seinen zahlreichen Verzwei- runden Kopf mit stämmigem
zu ihren Füßen eine und Runen abgebildet sind. Es gungen und Mäandern bildete nun auch großräumig die Grenze Nacken. Sein von vollem Haar
ausgedehnte Sied- handelt sich um ein Moorop- zwischen den sächsischen und slawischen Siedlungsgebieten. Hin- umrahmtes Gesicht wurde von einer
lung des 1.-3. Jh. Fundstücke aus dem Fürstengrab von Hitzacker-Marwedel fer aus dem 6. Jh. Ähnliche sichtlich ihrer Subsistenzwirtschaft und gesellschaftlichen Orga- kräftigen Nase und scharf blickenden
n. Chr. Spuren von Funde sind aus dem gesamten nisation wiesen die damals noch heidnischen Bewohner beider Augen beherrscht. Sein Gang war
Wohnhäusern und Wirtschaftsgebäuden, Handwerksbereichen nordeuropäischen Raum Gebiete zahlreiche Ähnlichkeiten auf. fest, die Haltung würdevoll. Er war
und Vorratsgruben lassen hier den Alltag zur römischen Kaiser- bekannt, der überwiegende von großer Beredsamkeit. Er kleidete Darstellung Karls des Großen aus
zeit im freien Germanien lebendig werden. Die schon 1928 und Teil stammt aus Skandinavi- sich nicht viel anders als das Volk. dem frühen 12. Jh.
1944 gefundenen reichen Gräber zeugen vom Glanz und Ruhm en. Die Nebenstedter Braktea- Hemd und Hose waren aus Leinen,
der Bestatteten, denen unter anderem Waffen und wertvolles ten gehören zu den sein Wams mit seidenem Besatz, und an den Füßen trug er leder-
römisches Geschirr mitgegeben wurden. Die Besonderheit des bedeu­tendsten derartigen nes Schuhwerk. Sein Mantel war von blauer Farbe, stets trug er
Platzes liegt im unmittelbaren Nebenein­ander von Wohnsitz Funden auf dem europäischen sein reichverziertes Schwert am Gürtel. Die Krone trug er nur auf
und Grablege, von Lebenswirklichkeit und Tod einer langobar- Festland. Sie zeigen die große hohen Festen. Karl der Große hatte fünf Ehegattinnen und meh-
dischen Kriegerelite des 2. Jh. n. Chr., das in dieser Form außer- Bedeutung der Elbe als über- rere Konkubinen. Körperliche Arbeit durfte er nur in Form von
gewöhnlich ist. regionaler Fernweg. Goldbrakteaten von Nebenstedt Frühslawischer Topf Sächsischer Topf Kampf und Jagd ausüben.
20 | SACHSENKRIEGE & CASTELLUM HOHBUOKI Z E I T FE N S T E R 3 & Z E I T FE N S T E R 4 | 21

772-804 n. Chr.: Um 800 n. Chr.:


13 14
Sachsenkriege Castellum Hohbuoki

In den jahrzehn- Die Fränkischen Annalen berichten von dem Castellum Hohbuo-
telangen zähen ki, das 810 von den Slawen zerstört und im Folgejahr 811 von
Sachsenkriegen einem fränkischen Heer wiedererrichtet wird. Das ursprüngliche
von 772-804 Höhbeck-Kastell ist die heutige Schwedenschanze. Sie wurde
gliederte Karl während der Sachsenkriege erbaut, vermutlich bei einem Elbüber-
der Große das tritt Karls des Großen im Jahre 789. Nach ihrer Zerstörung
sächsische Terri- erfolgte 811 der Wiederaufbau an einer strategisch günstigeren
torium in sein Position, die den Sichtkontakt zwischen Schezla in der Niede-
riesiges christ- Funde aus Schezla rung und den Befestigungen auf dem Höhbeck ermöglichte: die
liches Reich ein. Vietzer Schanze. Diese drei Anlagen bildeten als fränkischer
Es grenzte dadurch im Norden an den Machtbereich der Wikin- Militärstützpunkt und Grenzkontrollort eine funktionale Einheit,
ger und im Osten an slawisches Gebiet. Um die Elbegrenze als die allerdings nicht lange über den Tod Karls des Großen hinaus
Außengrenze seines Reiches zu sichern, richtete er Grenzhan- bestand.
delskontrollorte ein, die den Waffenschmuggel verhindern
sollten. Im Diedenhofener Kapitular von 805 werden diese neun
Orte aufgezählt. Einer dieser Orte, Schezla, ist die sächsische
Siedlung bei Meetschow. Anders als z. B. Bardowick oder Mag-
deburg weist Schezla sichere archäologische Überreste aus dem
frühen 9. Jh. auf und ermöglicht damit direkte Einblicke in die
Zeit Karls des Großen.
Rekonstruktionszeichnung des Südtors der 811 erbauten Vietzer Schanze (Castellum Hohbuoki) Grabungsstätte der sächsischen Siedlung „Schezla“ bei Meetschow
22 | BURGENBAU DER SLAWEN & SCHLACHT BEI LENZEN „ K L I M A W A N D E L“ I N D E R H Ö H B E C K - R E G I O N & O B O D R I T E N A U F S T A N D | 2 3

9. Jh. n. Chr.: 929 n. Chr.: Um 1000 n. Chr.: 1066 n. Chr.: Obodritenaufstand


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Elbübersiedlung und Burgenbau der Slawen Schlacht bei Lenzen „Klimawandel“ in der Höhbeck-Region und Ermordung Gottschalks in Lenzen

Bis in das frühe 9. Jh. war das heutige Wendland sächsisch besie- Die slawische Unab- Entlang der Seege befanden sich mehrere ehemalige slawische Die expansive Politik der sächsischen Ottonen im 10./11. Jh.
delt, eine nennenswerte slawische Besiedlung hat es nicht gege- hängigkeit im links­ Dörfer. Sie lagen vor allem an einem verlandeten Altarm, der im hatte vor allem die Erhebung von Tribut zum Ziel. Die Slawen
ben. Die Sachsen verließen bald nach dem Tod Karls des elbischen Gebiet 9./10. Jh. noch Wasser führte. Seitdem wurden in Elbnähe über verbanden daher das Christentum mit Unterdrückung und Abga-
Großen 814 das Höhbeck-Gebiet, als das Kastell auf dem Höh- währte nur etwa ein 2 m mächtige Sedimente abgelagert! In den Jahrzehnten um 1000 ben. Dagegen erhoben sie sich immer wieder. Nach dem Sturz des
beck endgültig zerstört und auch Schezla in der Niederung auf- Jahrhundert. Widu- kam es zu einer Häufung von Unwettern und Hochwasserereig- Erzbischofs Adalbert von Bremen kam es 1066 zum Obodriten-
gegeben wurde. Nun erst errichteten Slawen auch linkselbisch kind von Corvey nissen, die die Menschen vor große Herausforderungen stellten. aufstand, bei dem unter anderem auch Hamburg zerstört und
ihre Siedlungen und Burgen, die Elbe bildete keine Grenze beschreibt in seiner Die Meetschower Burg Haithabu angegriffen wurde.
mehr. Sie bauten kleine Ringburgen in Holz-Erde-Konstrukti- „Sachsengeschichte“ wurde von Hochwasserflu- Am 7. Juni 1066 wurde der christliche obodritische Samtherr-
on, für die geschützte Niederungslagen gesucht wurden. die Schlacht bei „Schlacht bei Lenzen“: Ausschnitt aus dem Diorama der
ten beschädigt. Östlich des scher Gottschalk wegen seines Glaubens in der Kirche von Len-
Noch sehr gut erkennbar hat sich der Ringwall im Elbholz Lenzen des Jahres Burg Lenzen Höhbecks wurde die Burg­ zen erschlagen. Dadurch wurde er zum Märtyrer erhoben. Seine
erhalten; die slawi- 929, in der der ost- ruine im Elbholz umspült Witwe konnte mit dem kleinen Sohn nach Dänemark fliehen.
schen Burgen in fränkische König Heinrich I. die Slawen vernichtend schlug. Sie und der Burggraben mit
Meetschow, Oeren- ist so in einem Diorama im Burgmuseum Lenzen dargestellt. Aus- mächtigen Sandablage-
burg, auf dem Hitza- grabungen haben jedoch gezeigt, dass es 929 in Lenzen noch gar rungen vollständig verfüllt.
cker-Weinberg oder in keine Burg gab; dafür aber drei andere slawische Burgen in unmit- Es ist damit zu rechnen,
Dannenberg sind telbarer Umgebung: Die Burgen in Lenzen-Neuehaus und im dass seit dem 10. Jh. etliche
heute entweder zer- Elbholz, die beide zerstört wurden, und die Meetschower Burg, altslawische Siedlungen
stört oder überbaut. Typische slawische Ringburg des 10. Jahrhunderts deren Herren nun in Abhängigkeit von Heinrich standen. Als weggespült oder von meter-
Widukind seinen Bericht verfasste, war Lenzen schon ein aufblü- dicken Sedimenten bedeckt Fundplätze von slawischen Dörfern entlang der
hender Ort, weshalb er die Schlacht dorthin verlegte. wurden. Seege
24 | HEINRICH DER LÖWE & ENTFÜHRUNG WALDEMARS II. VIETZER KAPELLE & HERZOG OTTO ERWIRBT GARTOW | 25

12. Jh. n. Chr.: Heinrich der Löwe, ein Silber- 1223/1224: Entführung des Dänenkönigs 12. bis 16. Jh. n. Chr.: 13.01.-09.02.1321: Der lüneburgische
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schatz und ein Adelssitz bei Meetschow Waldemar II. nach Lenzen und Dannenberg Die Vietzer Kapelle Herzog Otto der Strenge erwirbt Gartow

Im 10. und 11. Jh. hatten die Versuche, die Slawen von west- Einen unfreiwilligen Aufenthalt in Die Vietzer Kapelle Wann der Ort Gartow tatsächlich gegründet wurde, ist ungewiss.
licher Seite zu missionieren, keinen Erfolg. Erst ab dem 12. Jh. der Höhbeck-Region verbrachte ist das wahrschein- Erste (urkundliche) Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1225,
gelang es unter Heinrich dem Löwen, die slawischen Gebiete Waldemar II., der 1170 geboren und lich älteste Steinge- als die „Herren von Chartowe“ Inhaber einer Burg am Seegeüber-
durch geschickte Siedlungspolitik dauerhaft in deutsche Abhän- 1202 zum König von Dänemark bäude am Höhbeck. gang waren. Diese Wasserburg fand durch Gräben, Wälle und den
gigkeit zu bringen. In diesen Zeitraum gehört ein Münzschatz gekrönt wurde. Die Vorherrschaft Über ihr Alter wird Fluss Schutz und bestand aus Vor- und Hauptburg.
aus 178 welfischen Silbermünzen, der bei Vietze, im Grenzbe- der Dänen in Teilen Mecklenburgs, allerdings schon Im 14. Jh. geriet das brandenburgische Gartow in die Grenzstrei-
reich zwischen Sachsen und Slawen, vergraben wurde. Die loka- einschließlich Schwerins, veranlasste lange gerätselt, die tigkeiten zwischen Lüneburg und Brandenburg. Der lünebur-
len Vertreter der Macht gehörten dem Niederadel an und saßen den Grafen Heinrich von Schwerin Angaben reichen vom gische Herzog Otto der Strenge,
in Turmhügelburgen, den sogenannten „Motten“. Im 12. oder dazu, Waldemar II. zu entführen 12. bis zum 16. Jh. Vietzer Kapelle Erbauer der St. Michaelis-Kirche
13. Jh. wurde die Meetschower Burg zu einem solchen Adelssitz und zunächst nach Lenzen und spä- Sie liegt auffällig weit in Lüneburg, erwarb Gartow am
umgebaut. Nach dem Deichbau wurde die Seegeniederung aller- ter nach Dannenberg („Waldemar- außerhalb des Ortskerns. Möglicherweise gehörte sie als Kirche zu 13.01.1321. Zu dieser Zeit teilten
dings so feucht, dass die Burganlage endgültig aufgegeben turm“) zu bringen. Eine Entführung Waldemarturm in Dannenberg einem Dorf an dieser Stelle, dessen Bewohner im 12. Jh. den sich die vier Brüder Basilius, Hil-
wurde. mit weitreichenden Folgen: Walde- Münzschatz vergraben hatten (siehe Punkt 19) und das späte- mar, Johann und Friedrich von
mar widersetzte sich zunächst den Forderungen Heinrichs, muss- stens im 14. Jh. zugunsten von Vietze wüst fiel. 1754 wurde die Gartow den Besitz. Der letzte der
te nach der Schlacht von Mölln im Jahr 1225 jedoch durch den östliche Apsis (halbrunder Vorbau) des Feldsteingebäudes abge- Brüder verkaufte dem Herzog am
Vertrag von Bardowick Geldzahlungen leisten sowie Schwerin rissen und als recht­eckige Hallenkirche wieder aufgebaut. Dies 09.02.1321 seinen Anteil. Gartow
und weitere Gebiete abtreten. Durch die lange Gefangenschaft geschah, um den geschnitzten spätgotischen Flügelaltar aus dem wurde somit lüneburgisch, wäh-
Waldemars zerbrach letztlich das dänische Großreich im Ostsee- frühen 15. Jh. aufnehmen zu können, den die Kapelle bis heute rend einige umliegende Dörfer
raum. beherbergt. noch lange Zeit brandenburgisch Denkmal Herzog Ottos des Strengen
Zwei Münzen aus dem welfischen Rekonstruktionszeichnung eines Adelssitzes, wie blieben. in Celle
Silberschatz (Fundort: Vietze) er auch bei Meetschow bestanden hat
26 | GRENZFEHDE ZWISCHEN LÜNEBURG UND BRANDENBURG & JOHANITERORDEN ERWIRBT GARTOW GRENZKRIEG ZWISCHEN LÜNEBURG UND BR ANDENBURG & ENTSTEHUNG VON WÖLBÄCKERN | 27

1328: Grenzfehde zwischen Lüneburg und 1360 bis 1364: 1390 bis 1391: Grenzkrieg 14. bis 19. Jh. n. Chr.: Wölbäcker als
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Brandenburg um Gartow und Schnackenburg Der Johanniterorden erwirbt Gartow zwischen Lüneburg und Brandenburg Relikte vergangener Kulturlandschaft

Der Besitz Gartows erwies sich für Herzog Otto als sehr unsi- Eine markante Wende In Lüneburg regierten nach dem „Lüneburger Erbfolgekrieg“ seit Wölbäcker sind Relikte früherer ackerbaulicher Landnutzung;
cher. Im Jahr 1323 setzte König Ludwig IV., „der Bayer“, seinen nahm die Geschichte Gar- 1388 die Herzöge Bernhard und Heinrich. Zu dieser Zeit über- wegen ihrer langgestreckten Form spricht man auch von Lang-
Sohn Ludwig V. als Markgraf von Brandenburg ein. Er wollte tows dadurch, dass der fielen und besetzten Ritter aus der Altmark Gartow und Schna- fluren. Sie entstanden vom 14.-19. Jh. durch den Wendepflug, der
die an Lüneburg verloren gegangenen Gebiete wiedergewinnen Johanniterorden ab 1360 ckenburg, wofür sie wohl das heimliche Einverständnis des die Scholle einseitig auf der ganzen Strecke zur Mitte hin
und die alten Grenzen wieder herstellen, sodass es bald zu krie- große Bereiche von Gartow Markgrafen von Brandenburg hatten. Die Herzöge von Lüneburg umbrach und so die charakteristische Wölbung des Ackers
gerischen Auseinandersetzungen zwischen Lüneburg und Bran- aufkaufte, bis im Jahr 1364 beschwerten sich beim Markgrafen, was schließlich in einem erzeugte. Dies sicherte die Ernte in trockenen wie in feuchten Jah-
denburg kam. Am 21.05.1328 wurde ein Friedensvertrag zuletzt auch Herzog Wil- Grenzkrieg endete. Mit 1.100 Rittern und bewaffneten Knechten ren. Solche Flurwüstungen bilden ein wichtiges Archiv der Kul-
geschlossen, in dem Brandenburg auf Lüchow verzichtete. Dafür helm von Lüneburg seine zogen die Herzöge 1390 in den Krieg. Etliche Häuser, Felder und turlandschaftsgeschichte. Gewöhnlich haben sich Wölbäcker nur
musste Lüneburg aber Gartow und den Zoll zu Schnackenburg Rechte an Gartow an den Gärten wurden bis in die Altmark hinein zerstört. Schließlich in Waldgebieten erhalten, wie z. B. bei Restorf oder im Elbholz. In
abtreten. Orden abtrat. Ob auch die konnten die besetzten Burgen von Gartow und Schnackenburg der Seegeniederung zwischen Meetschow und Vietze sowie in der
Die schnell wechselnden Besitzverhältnisse in dieser Grenzregi- Höhbeck-Dörfer aufge- Wappen des Johanniterordens wieder eingenommen werden. Zu einer Einigung zwischen Lüne- Ortslage Brünkendorf sind jedoch noch gut sichtbare Wölbäcker
on spiegeln sich auch darin wider, dass Gartow ab 1330 bereits kauft werden konnten, ist burg und Brandenburg kam es schließlich am 14.10.1391. Der ohne Waldbedeckung erhalten, die als Weideland genutzt werden.
wieder zu Lüneburg gehörte. bis heute unbekannt. Unter dem Einfluss des Ordens entwi- Johanniterorden durfte Gartow behalten, seine Rolle im Krieg ist
ckelte sich eine vorbildlich eingerichtete Landwirtschaft, und unbekannt.
negative Auswirkungen des „Lüneburger Erbfolgekriegs“ (1369-
1388) konnten von Gartow zunächst ferngehalten werden.
Unter dem Herrenmeister Bernhard von Schulenburg wurde
Gartow Sitz der „Balley Brandenburg“, eines Ordensgebiets, das
die Länder Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg und Pommern
umfasste. Schemazeichnung zur
Entstehung von Wölbäckern
28 | FLECKEN LENZEN K AUFT FÄHRGERECHTIGKEIT & RIT TER VON BÜLOW ERWERBEN GARTOW ZEITFENSTER 3 & ZEITFENSTER 4 | 29

1420: Kauf der „Fährgerechtigkeit“ 20.05.1438:


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durch den Flecken Lenzen Die Ritter von Bülow erwerben Gartow

Die Möglichkeiten zur Querung der Elbe waren für die Anrai- Seit 1364 war ganz Gartow im Besitz des Johanniterordens. Es
ner der Höhbeck-Region links wie rechts der Elbe seit jeher von gab jedoch häufig Grenzstreitigkeiten und einige Hochwassernöte,
großer Bedeutung. Daher war es für den Ort Lenzen schon im die für den Orden wohl einen Grund zum Verkauf darstellten.
Jahr 1420 wichtig, die Fährgerechtigkeit von Gartow zu erwer- Nikolaus von Bülow war seit 1426 Komtur und somit Vorgesetz-
ben, um eine öffentliche Fähre zu betreiben. Bis zum Ende des ter dieser Ordensniederlassung. Am 20. Mai 1438 kaufte der
17. Jh. lag die Fährstelle „Steil Grow“ nordwestlich des heutigen Dannenberger Ritter Viktor von Bülow eine Hälfte der Gartower
Elbholzes am heutigen „Neubrack“ am Elbufer. Eine spätere Ver- Besitztümer. Die andere Besitzhälf-
legung der Fährstelle zum damals brandenburgischen Holtorf te wurde an Werner von Schulen-
folgte politischen Erwägungen: Die Mark Brandenburg wollte burg verkauft. Viktor von Bülow
die Zuwegungen beidseits der Elbe unter Kontrolle haben. Wei- erwarb dann bereits drei Jahre spä-
tere Gebietsreformen machten dann Verträge zur Nutzung der ter die Schulenburgischen Anteile,
Fähre und ihrer Zuwegungen zwischen Brandenburg und Han- sodass Gartow 1441 komplett in
nover erforderlich. Heute setzt die Fähre zwischen Pevestorf den von Bülowschen Besitz über-
und Lenzen über. ging. Gartow wurde zum bedeu-
tendsten Besitz der Familie, die
ihren Wohnsitz von Dannenberg
wohl dorthin verlegte. Mit schwin-
dendem Einfluss gehörte Gartow Wappen der Familie von Bülow. Der
Pirol (frz. „Loriot“) ist übrigens
bis 1694 zum Besitz der von Namensgeber des Humoristen Vicco
Bülows. von Bülow (†).
Blick vom Aussichtsturm an der Schwedenschanze auf die Elbe und nach Lenzen
30 | B AC K S T E I N K I R C H E I N H O LT O R F & E N D E D E S D R E I S S I G JÄ H R I G E N K R I E G S A N D R E A S G O T T L I E B VO N B E R N S T O R F F E R W I R B T G A R T O W & P E S TJA H R | 31

1510: 1648: 1694: Andreas Gottlieb 1712:


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Backsteinkirche in Holtorf Ende des dreißigjährigen Kriegs von Bernstorff erwirbt Gartow Pestjahr

MDX (oder 1510, nach römischer Als der 30-jäh- Ende des 17. Jh. wurde Gartow Neben den häufigen Bränden (siehe Punkt 33) und den Hoch-
Zahlschrift): Diese Zahl ist auch rige Krieg am erneut zum Gegenstand einer wasserereignissen (siehe Punkt 34) stellten auch Seuchen eine
heute noch in einen Ziegelstein 25.10.1648 ende- Grenzfehde zwischen Brandenburg große Gefahr für die Bevölkerung der Höhbeck-Region im
am Wehrturm der Holtorfer Kir- te, war ihm und Lüneburg-Celle. Der adlige 18. Jahrhundert dar. Besonders zu nennen ist hier die Pest im Jahr
che in der Nähe eines zugemau- bereits die Hälfte und einflussreiche Politiker Andre- 1712. In diesem Jahr mussten die Geistlichen auf Anweisung der
Backstein mit Inschrift MDX
erten Einstiegs eingraviert. der deutschen as Gottlieb von Bernstorff trug zur Landesregierung wöchentlich Pestbetstunden abhalten und
Ver­mutlich weist die Zahl darauf hin, dass dieser Einstieg im Bevölkerung zum Beilegung dieses Konflikts ent- „Kranken- und Totenzettel“
Jahr 1510 zugemauert wurde. Opfer gefallen. scheidend bei und erwarb im einsenden. Da die Menschen
Die heutige Kirche wurde als barocker Saalbau im Jahr 1745 auf Verlassene Äcker Sebastian Vrancx: Marodierende Soldaten, Anschluss daran im Jahr 1694 die noch nicht wussten, wie die
den Sockeln einer spätgotischen Backsteinkirche aus dem 13. oder und Hofstellen Gemälde aus dem Jahr 1647 Gutsherrschaft über Gartow von Pesterreger übertragen wurden,
14. Jh. errichtet. Mit einem barocken Kanzelaltar von 1745, gut sowie vernichtete den von Bülows. Unter seiner Füh- Andreas Gottlieb von Bernstorff brannte man Häuser, in denen
erhaltenen gotischen Wandmalereien aus dem 15./16. Jh. sowie Viehbestände erschwerten den Menschen einen Neuanfang. In rung wurden viele Bauprojekte sich Pestkranke aufgehalten
einer neuen Orgel aus dem 12 Dörfern rund um Gartow waren sogar 47 Jahre nach Kriegsen- umgesetzt und landwirtschaftliche Innovationen („Koppelwirt- hatten, einfach nieder, um einer
Jahr 2008, die vom Orgel- de 45 von 210 Hofstellen immer noch unbewohnt. Allein in Vietze schaft“, „Holländereien“) eingeführt. Darüber hinaus gehen der Ausbreitung der Krankheit ent-
bauer Martin ter Haseborg waren zu dieser Zeit noch 7 von 18 Hofstellen zerstört. Vor allem Bau des Gartower Schlosses am Ort der alten Wasserburg (1710- gegenzuwirken. Aus den Kir-
(Ostfriesland) nach dem in den letzten Kriegsjahren bzw. Nachkriegsjahren schien die 1727, siehe Punkt 33), der Neubau der Gartower Kirche (1722- chenbüchern lässt sich
Vorbild von Arp Schnitger Höhbeck-Region besonders betroffen zu sein. Im Jahr 1628 gab es 1724) und die Anerkennung Gartows als Sitz eines nachvollziehen, dass in den Jah-
gebaut wurde, bietet die in Gartow noch 41 bewohnte und 4 verlassene Häuser. Dieses Ver- Gerichtsbezirks („Geschlossenes Adeliges Gericht Gartow“) im ren 1772, 1773 und 1792 wei- „Pesthaube“ aus dem 17. Jh.;
Ärzte trugen diese Maske und füllten Kräu-
Kirche einige Besonder- hältnis änderte sich bis 1671 jedoch drastisch: Nun waren nur Jahr 1720 auf Andreas Gottlieb von Bernstorff zurück. tere Seuchen (insb. Pocken und ter oder Essigschwämme in den schnabelarti-
Kirche in Holtorf heiten auf. noch 29 Häuser bewohnt und die restlichen 16 verlassen. Cholera) grassierten. gen Fortsatz, um die Luft zu filtern.
32 | GARTOWER SCHLOSS & HISTORISCHE HOCHWASSEREREIGNISSE FR ANZOSENZEIT & AUFBAU DER HOL Z WIRTSCHAFT | 33

1710-1727: Bau des Gartower Schlosses 1771 bis 1895: 1803-1815: 19. Jh. n. Chr.:
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1721: Brand Gartows Historische Hochwasserereignisse Franzosenzeit Aufbau der Holzwirtschaft

Im Jahr 1710 begann Andreas Gottlieb von Bernstorff mit dem Zu allen Zeiten Die kriegerischen Konflikte zwischen Frankreich (unter Napole- Bis in das frühe 19. Jh. wurde auf den sandigen und moorigen
Neubau eines Barockschlosses am Ort der alten Wasserburg in haben Hochwasser- on) und dem mit England verbündeten Hannover wirkten sich Böden des nordwestdeutschen Tieflands die „Heidebauernwirt-
Gartow. Baumeister war Johann Borchmann aus Celle, der spä- ereignisse der Elbe nach 1803 auch auf die Höhbeck-Region aus. In den wechselnden schaft“ betrieben, so auch in der Höhbeck-Region. Nährstoffarme
ter auch für den Neubau der Kirche verantwortlich war. Die und ihrer Nebenflüs- und unübersichtlichen Herrschaftsverhältnissen zwischen Frank- und waldfreie Heideflächen wurden mit Schafen beweidet, mit
Rohbauten des eigentlichen Schlosses und des „Küchenflügels“ se das Leben der reich, England, Russland und Preußen litten die kleinen Dörfer Schafdung angereicherte „Heideplaggen“ zur Düngung der weni-
wurden 1714 abgeschlossen, die des „Archivflügels“ im Jahr Elbanrainer am Höhbeck vor allem darunter, dass sie Geld, Waren und junge gen Ackerflächen genutzt. Als sich diese Wirtschaftsweise Ende
1721. Die aufwändige Inneneinrichtung sorgte dafür, dass das bestimmt – bis heute. Männer für die Kriegshandlungen bereitstellen mussten. Darüber des 18. Jh. bzw. Anfang des 19. Jh. nicht mehr rentierte, wurden
Schloss insgesamt erst im Jahr 1727 fertiggestellt wurde. Je mehr zeitgenös- hinaus war Gartow eine wichtige Durchgangsstation für die Que- große Heideflächen aufgeforstet. Es entwickelte sich die auch
Erschwerend kam hinzu, dass am Abend des 29. Mai 1721 ein sische schriftliche Historische Deichbrüche bei Gartow rung der Elbe, sodass hier kurzzeitig große Menschenmengen heute noch für Gartow bedeutsame Holzwirtschaft, erkennbar am
Großbrand weite Teile von Gartow zerstörte, „da es dem lieben Quellen vorhanden untergebracht werden mussten, so z. B. über 1.800 Männer und Bau eines ersten mit einer Dampfmaschine betriebenen Säge-
Gott gefallen, uns unserer Sünde wegen an diesem Ort [...] zu sind, umso besser lassen sich die Notlagen und Ängste der Men- 300 Pferde im Februar 1806. Auch nach der Göhrdeschlacht am werks im Jahr 1868. Für den Holztransport stand eine Bahn zur
bestrafen“ (wie schen erahnen. Dies gilt auch für die Höhbeck-Region, deren 16. September 1813 bis zur endgültigen Niederlage Napoleons im Verfügung,
es im Kirchen- Hochwassergeschehen von Elbe, Seege und Aland bestimmt wird. Jahr 1815 bei Waterloo kämpften Männer aus der Höhbeck-Regi- die die Stäm-
buch heißt). Die Katastrophale Hochwässer mit etlichen Deichbrüchen sind bei- on für die hannoverschen Truppen. me über den
dabei zerstörte spielsweise aus den Jahren 1771, 1805 und 1814 zu berichten. Bei Elbholzdamm
Kirche letzterem Hochwasser wurde der Deich bei Pevestorf zerbrochen, zur Elbe
St. Georg wurde und das heutige „Neubrack“ entstand (siehe Abbildung mit den brachte, wo
zwischen 1722 historischen Deichbrüchen). Winterhochwässer bedrohten durch sie auf Schiffe
und 1724 wie- Das heutige Gartower Schloss, Sitz der Familie von den „Eisversatz“ die Deichsicherheit in besonderer Weise, Som- verladen wur-
der aufgebaut. Bernstorff merhochwässer konnten zum Verlust der Ernte führen. den. Sägewerk bei Gartow
34 | DAMPFSCHIFF AUF DER ELBE & ABLÖSUNGSGESETZ V E R KO PPLU N G VO N L A N D W I R T S C H A F T S FL ÄC H E N & KÖ N I G G E O R G V. B E S U C H T G A R TO W | 35

1817: 1831 bzw. 1833: 1842: Beginn der Verkopplung 15./16. Juli 1865:
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Erstes Dampfschiff auf der Elbe Ablösungsgesetz und Ablösungsordnung landwirtschaftlich genutzter Flächen König Georg V. besucht Gartow

Mit den ersten Noch im 19. Jh. mussten die Bauern auch in der Höhbeck-Region Waren die meisten Am Wochenende des 15./16. Juli 1865 besuchte der 1819 gebore-
Ketten- und vielfältige Naturalabgaben und Zwangsdienste gegenüber den landwirtschaft- ne und bereits in seiner Kindheit erblindete König Georg V. von
Radschlepp- Ämtern und Grundherren erbringen und konnten über das Land lichen Nutzflächen Hannover mit seinem Sohn Ernst-August die Höhbeck-Region.
dampfern im nicht frei verfügen. Einige Jahre, nachdem dies im preußischen bis Mitte des 19. Jh. Aus Göhrde und Lüchow kommend erreichte er, begleitet von
Jahr 1817 auf Reich bereits erfolgt war, reformierte das Königreich Hannover noch im Allgemein- Marschmusik und Kinderspalieren, zunächst Trebel, später dann
der Elbe begann diese Form der Landwirtschaft, indem es 1831 das Ablösungsge- besitz („Allmende“) Gartow. Nach mehreren Begrüßungsreden und einer Festtafel im
vor allem für das setz und 1833 die Ablösungsordnung erließ. Hiernach mussten mit speziellen Nut- gräflichen Schloss unternahm
Dorf Vietze eine sich die Bauern einmalig mit dem 25-fachen des Jahreswertes der zungsrechten für Georg V. eine Ausfahrt mit Graf
wichtige Zeit. Abgaben und Dienste von diesen freikaufen. Unterstützung die einzelnen Land- Die Pevestorfer Wiesen, im Hintergrund das Elbholz Bechthold von Bernstorff in das
Seine Bewohner Kettenraddampfer auf der Elbe bei Dresden (etwa 1880) erhielten sie hierbei von der 1840 gegründeten Landeskreditan- wirte, so sollte das Elbholz, wo nahe der Elbe noch
betätigten sich stalt. Eine Abgabe von Land war hierbei nicht möglich, da die hannoversche „Gemeinheitsteilungs- und Verkopplungsgesetz“ heute die „Königseiche“ an den
bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zunehmend in der Elb- Höfe aus steuerlichen Gründen in ihrem bisherigen Zuschnitt von 1842 dafür sorgen, dass die Gemeinflächen privatisiert und Besuch erinnert. Einem abend-
schifffahrt. Noch 1928 konnten mehr als 70 der 128 Haushalte erhalten bleiben sollten. – zur einfacheren Nutzung – zugleich arrondiert wurden. In lichen Lampionumzug folgten
der Schifffahrt zugeordnet werden (in Form von Schiffseignern, einem komplizierten Verfahren, das auch unterschiedliche Boden- mehrere Liedbeiträge, bevor der
Schiffsführern, Schiffern, Steuerleuten und Maschinisten). Auch wertigkeiten berücksichtigte, wurden sehr kleinteilig genutzte Flä- Abend beschlossen wurde. Nach
die Architektur des Ortes wurde hierdurch geprägt, so unter- chen somit in großflächige Flurstücke umgewandelt. Für die dem sonntäglichen Gottesdienst
scheiden sich die schmuckvollen „Kapitänshäuser“ von der Pevestorfer Wiesen wurde dieser Prozess beispielsweise erst im machte sich das Königsgefolge
üblichen wendländischen Architektur. Jahr 1875 abgeschlossen. Es ist davon auszugehen, dass hiermit über Lüchow und Uelzen auf den
Eine umfangreiche Ausstellung im Höhbeck-Museum in Vietze ein Verlust der bis dahin erhaltenen Struktur- und Artenvielfalt in Heimweg nach Hannover. Königseiche im Elbholz
widmet sich diesem Thema. der Landschaft verbunden war.
36 | PREUSSEN ÜBERNIMMT KÖNIGREICH HANNOVER & BAU DER THALMÜHLE ZEITFENSTER 3 & ZEITFENSTER 4 | 37

1866: Übernahme des Königreichs 1869:


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Hannover durch Preußen Bau der Thalmühle

Bereits wenige Monate nach seinem Besuch in Gartow unterlag Angetrieben vom Thal-
König Georg V. mit seinem Königreich Hannover bei Langen- mühlbach, der auf dem
salza der preußischen Armee, die dem Deutschen Bund unter Höhbeck entspringt, wurde
Führung Österreichs den Krieg erklärt hatte. Das Königreich 1869 östlich des Kastell-
Hannover, und somit auch die Höhbeck-Region, wurde zur platzes die Thalmühle mit
preußischen Provinz. Auch hier wird die besondere Grenzlage einem imposanten Mühlrad
der Höhbeck-Region dadurch deutlich, dass trotz des Krieges errichtet. Etwas später
Thalmühle mit Mühlrad
die Kinder aus dem (preußischen) Ort Stresow noch im (hanno- baute der Unternehmer
verschen) Schnackenburg zur Schule gehen durften. Friedrich Haverland zusätzlich eine Windmühle auf den Höh-
beck, der damals noch waldfrei war. Ein starkes Unwetter zer-
Nach fast zwei Jahrtausenden Grenzgeschichte der Elbtalaue störte am 30.08.1902 das Wassersystem und den Mühlenantrieb
zwischen Germanen und Römern, Sachsen, Franken und Sla- der Thalmühle. Außerdem brannte 1911 die Windmühle ab. Die
wen sowie zwischen den Reichen Lüneburg-Hannovers und Thalmühle wurde allerdings noch bis in die fünfziger Jahre als
Brandenburg-Preußens war die Elbe in der Höhbeck-Region beliebtes Ausflugslokal genutzt. Von dem Gebäude sind heute
für 79 Jahre erstmalig kein Grenzfluss mehr. nur noch die Kellerräume erhalten. Sie wurden als Winterquar-
tier für Fledermäuse umfunktioniert. Vor Ort können sich Wan-
derer heute anhand der Zeitfenster-Tafeln über die bewegte
Geschichte informieren.

Auf dem Höhbeck reicht die archäologische Forschung soweit zurück, dass sie selbst Gegenstand der historischen Forschung geworden ist.
38 | B E G I N N D E R A R C H ÄO LO G I S C H E N E R FO R S C H U N G D E S H Ö H B E C K S & K A R L M AY B E S U C H T D I E H Ö H B E C K- R E G I O N SIEDLERBEWEGUNG & GEDENKHALLE IN VIETZE | 39

1897: Beginn der systematischen April und Mai 1898: 1920er Jahre: 2. Oktober 1921:
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archäologischen Erforschung des Höhbecks Besuch von Karl May in der Höhbeck-Region Siedlerbewegung auf dem Höhbeck Eröffnung der Gedenkhalle in Vietze

Am 15.04.1897 schrieb der große Burgenforscher Carl Schuch- Der Schriftsteller Karl May, der Angeregt durch die Wandervogelbewegung und nachdem er im Nach den Plänen
hardt an den Direktor der vorgeschichtlichen Abteilung des Völ- durch seine 1892 begonnenen Jahr 1914 bereits einen Obstgarten gekauft hatte, erwarb der des Grafikers
kerkundemuseums in Berlin: „Ich war vor einigen Tagen auf dem „Gesammelten Reiseerzählungen“ Ingenieur Hans Bornemann im Jahr 1919 gemeinsam mit drei und Kunstmalers
Höhbeck bei Gartow a.d. Elbe und habe das alte Kastell […], das bereits zu Lebzeiten berühmt weiteren Paaren 20 ha Land auf dem Höhbeck, um eine Sied- Adolf Schla­wing
nach den Funden, die ich bei dem daneben hausenden Müller sah geworden war, hielt sich im April lungsgenossenschaft zu gründen. Beim Aufbau kleiner landwirt- (1888-1957), der
und nach seiner Bauart [...] sicher das Hohbuoki Karls d. Gr. ist, und Mai 1898 im Zuge einer Stu- schaftlicher Betriebe wurde eine freie, einfache, bedürfnislose seit 1920 in
für unseren Atlas vorgesch. Befestigungen in Niedersachsen aufge- dienreise in der Höhbeck-Region Lebensweise angestrebt – zum Misstrauen vieler Ortsansässiger. Vietze lebte,
nommen.“ Im Juli 1897 war er der Erste, der auf der Vietzer auf. Er wohnte im damaligen Zahlreiche Meinungsverschiedenheiten führten letztlich dazu, wurde am
Schanze Ausgrabungen unternahm, in der Gewissheit, sie sei „das Gasthaus Krug in Gartow und dass nur zwei Paare dieser Siedlergemeinschaft hier wohnen blie- 2. Oktober 1921
einzige noch wohlerhaltene Kastell […] in der ganzen Welt, das unternahm viele Wanderungen im ben: Emmi und Her- die expressionis- Gedenkhalle in Vietze
wir auf Karl den Großen zurückführen können“. Dies war der Umfeld des Dorfes. Weil er sehr Karl May mit zweiter Ehefrau Klara
mann Ziegler, von tisch gestaltete
Beginn der systematischen archäologischen Erforschung des Höh- großzügig Geld ausgab, wurde die Plöhn im Jahr 1904 denen Emmi im Jahr Gedenkhalle in Vietze eröffnet. Zwei Holztafeln in ihrem Inne-
becks. Polizei auf ihn aufmerksam und 1950 den Kaffeegar- ren erinnern heute an die aus Vietze stammenden Toten beider
Lageskizze des setzte ihn vorübergehend unter Hausarrest, bis eine Nachfrage ten „Schwedenschan- Weltkriege. Die von Schlawing gestalteten, ursprünglichen
Kastellplatzes
von 1897
bei seinem Wohnsitz in Radebeul das Missverständnis aufklären ze“ eröffnete, und Wandgemälde sind nicht mehr erhalten. Weitere Gemälde des
(Elbe nachträg- konnte. Von der Thalmühle aus schrieb er am 4. Mai 1898 fol- Margret und Karl Malers werden im Höhbeck-Museum in Vietze aufbewahrt.
lich eingefärbt)
gende Postkarte an seine spätere zweite Ehefrau Klara Plöhn: Voelkel, die 1936 die
„Ich sitze zum erschten Male / In dieser Mühle im Thale; / Die Bio-Mosterei Voelkel Margret und Karl Voelkel mit anderen Siedlern um das
Elbe liegt rechter Hand; / Weiber haben keenen Verstand. / ins Leben riefen. Jahr 1920
Carl Schuch- Karl“.
hardt 1866
40 | HÖHBECK-MUSEUM & K AMPF UM DEN HÖHBECK F U N K T Ü R M E AU F D E M H Ö H B E C K & G E B I E T S R E F O R M | 41

1935: Gründung des 1945: 1963 und 1978: Errichtung der 1972:
47 48 49 50
Höhbeck-Museums in Vietze Kampf um den Höhbeck Funktürme auf dem Höhbeck Gebietsreform

Zunächst Am Ende des Zweiten Weltkriegs war der Höhbeck wegen seiner Die Insellage des Höhbecks und Die Lage der Höhbeck-Region an wechselnden Grenzverläufen
waren es „Spornlage“ von wichtiger strategischer Bedeutung. In der vorletz- seine Nähe zur innerdeutschen hat dazu geführt, dass sich die Herrschaftsverhältnisse und Ver-
Vietzer Schü- ten und letzten Woche des Aprils 1945 wurden die Höhbeck- Grenze verliehen ihm auch wäh- waltungszuständigkeiten im Laufe der letzten Jahrhunderte
ler, die alten Dörfer nach Kampfhandlungen von amerikanischen Soldaten rend der deutsch-deutschen Tei- immer wieder geändert haben. So war das 1720 eingerichtete
Hausrat für eingenommen. Um zu verhindern, dass technisches Wissen über lung eine wichtige strategische „Geschlossene Adelige Gericht Gartow“ sowohl für die Verwal-
eine Schul- die V2-Überschallraketen in russische Hände gelangte, akzep- Bedeutung – diesmal für die tung als auch für die Rechtsprechung über 24 Dörfer im Umfeld
sammlung tierte die amerikanische Armee die Kapitulation einer rechts der Kommunikation Westdeutsch- Gartows zuständig. 1850 wurde dann ein neues Amt Gartow
mitbrachten. Elbe stationierten deutschen Division, half den Soldaten bei der lands mit Berlin. Der 1963 begründet, das nur noch für die Verwaltung zuständig war. Dieses
Daraus ent- Flucht auf die linke Elbseite und richtete bei Gorleben vorüberge- errichtete und 324 m hohe Turm wurde 1872 in das Amt Lüchow überführt, welches 1885 wiede-
stand 1932 hend ein „Gartow 1“ diente der Übermitt- rum im Kreis Lüchow auf-
eine Muse- Das Höhbeck-Museum in Vietze Kriegsgefange- lung analoger Funk- und Fern- ging. 1972 wurden schließlich Höhbeck
umsausstel- nenlager für sehsignale an den Sender 16 bestehende zu fünf neuen Gorleben Schnacken-
lung, die seit 1935 zusammen mit archäologischen mehrere tau- Berlin-Schäferberg. Durch die Gemeinden (Gartow, Gorle- Gartow burg

Grabungsfunden im alten Vietzer Schulhaus untergebracht ist. send Men- Einführung des Digitalfunks Funkturm „Gartow 2“ ben, Höhbeck, Prezelle, Gemeindefreies
Eine wesentliche Erweiterung erfuhr das Museum in den Jahren schen ein. wurde er überflüssig und daher Schnackenburg [Stadt]) Gebiet Gartow

1957 bis 1981. Nach den ausführlichen Grabungen einer Archäo- Dieses wurde 2009 gesprengt. Der 1978 erbaute und 344 m hohe Turm „Gartow zusammengeschlossen, die im
Prezelle
logengruppe der Göttinger Universität wurde die frühgeschicht- im August 2“ erlaubte eine störungsfreie Nachrichtenverbindung (Telefonie) gleichen Jahr Mitgliedsge-
liche Ausstellung im Jahre 2014 um wichtige Neufunde erweitert 1945 wieder Versteckte Ausrüstung eines Wehrmachtsangehörigen, die bei archäo­
mit der Richtfunkanlage Berlin-Frohnau, sodass auf die Nutzung meinden der heutigen Samt-
und auf den aktuellen Stand gebracht. aufgelöst. logischen Ausgrabungen an der Vietzer Schanze 2008 gefunden wurde der DDR-Infrastruktur verzichtet werden konnte. Auf dem Turm gemeinde Gartow wurden. Samtgemeinde
/ Gartow mit Einzel-Gemeinden
befindet sich der höchstgelegene geschlossene Raum in der EU.
42 | WALDBR AND IM GARTOWER FORST & PROBEBOHRUNGEN IN GORLEBEN GRENZÖFFNUNG & EINRICHTUNG EINES SCHUTZGEBIETS | 43

12. August 1975: 14. März 1979: November 1989: 1998 und 2002: Einrichtung eines
51 52 53 54
Waldbrand im Gartower Forst Beginn der Probebohrungen in Gorleben Grenzöffnung Nationalparks bzw. Biosphärenreservats

Nach einer langen Nachdem die niedersächsische Landesregierung am 22. Februar Wohl zu kaum einer Nach Wiedervereinigung und Eingliederung der Gemeinde Amt
Zeit ohne Nieder- 1977 Gorleben als Standort für ein „Nukleares Entsorgungszen- anderen Zeit war die Neuhaus nach Niedersachsen verfolgte die niedersächsische Lan-
schlag mit langen trum“ (einschließlich Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Grenzlage des Höh- despolitik die Idee zur Einrichtung eines Großschutzgebiets an
Sonnenscheindau- Brennelemente [WAA] und Atommüllendlager) benannt hatte, becks so präsent wie der Unteren Mittelelbe, um deren Naturwerte zu sichern. Kartie-
ern und hohen Tag- begannen am 14. März 1979 erste Bohrungen zur Erkundung der während der inner- rungen und Gutachten zu ökonomischen Auswirkungen wurden
wie Nacht­tempe- geologischen Verhältnisse. Zwar wurde die Einrichtung einer deutschen Teilung: in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Das Land entschloss
raturen brach am WAA letztlich nicht weiter verfolgt, jedoch kam es zur Genehmi- Nach ihrem Auf- und sich für ein Schutzgebietssystem mit integriertem Nationalpark,
Vormittag des gung eines Zwischenlagers, das 1995 in Betrieb genommen wurde. Ausbau in den das 1998 per Verordnung eingerichtet wurde. Die Verordnung
12. August 1975 im Waldbrand 1975 bei Trebel Bis Ende 2011 wurden bei 13 Transporten 113 CASTOR-Behäl- 1960er Jahren waren Öffnung des Grenzzauns bei Lenzen im Dezember 1989 wurde 1999 nach einer Klage jedoch für nichtig erklärt. Nach
Gartower Forst ein ter mit radioaktiven Abfällen dort eingelagert. die 3 m hohen Abstimmungsgesprächen wurde im Oktober 2002 dann ein Lan-
Feuer aus, das bis zum Abend eine Fläche von 2.000 ha, davon Die Anlagen-Planungen und CASTOR-Transporte sind von Grenzzäune auf den Deichlinien des östlichen Elbufers nicht zu desgesetz zur Einrichtung des Biosphärenreservats „Niedersäch-
1.800 ha Wald, zwischen Gorleben, Trebel und Prezelle ver- intensiven Protesten übersehen. Der November 1989, als erste wilde Grenzübergänge sische Elbtalaue“
brannte, dann aber gestoppt werden konnte. Als Konsequenz begleitet worden entstanden, war für viele Höhbecker sicherlich eine spannende einstimmig vom
der Erfahrungen aus diesen Bränden entwickelte sich im Garto- (u.a. Hüttendorf an Zeit. Am 2. Dezember 1989 wurde im Beisein des Niedersäch- Landtag verabschie-
wer Forst ein Netz aus Feuerschutzstreifen, die auch heute noch der Bohrstelle 1004 sischen Ministerpräsidenten a. D. Ernst Albrecht der Fährverkehr det. Das gesamte
an ihren Laubholzreihen erkennbar sind. Diese entzünden sich im Mai 1980). Die zwischen Pevestorf und Lenzen wieder aufgenommen. Höhbecker
nicht so schnell wie Kiefern. Ein Großteil der betroffenen Flä- Diskussion um die Gemeindegebiet ist
chen wurde wieder aufgeforstet, die heutige Nemitzer Heide Einrichtung eines Noch heute erinnert das Grenzlandmuseum in Schnackenburg Bestandteil dieses
wurde jedoch als Offenlandschaft erhalten, nachdem sich dort Atommüllendlagers an die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung. Biosphä­ren­
wieder eine Heidelandschaft entwickelte (siehe Punkt 36). hält bis heute an. Hüttendorf bei Bohrloch 1004 im Mai 1980 reservats. Lage des Biosphärenreservats Nds. Elbtalaue
4 4 | E X T R E M E H O CH WA SS E R E R E I G N I SS E & PA N TA R H E I HÖHBECK-MUSEUM IN VIE T ZE | 45

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2002 bis 2013:
56 panta rhei - alles fließt
Höhbeck-Museum
Extreme Hochwasserereignisse
in Vietze
Zwischen 2002 und Welche Tier- und Pflanzenarten werden am Höhbeck in 100 Jah-
2013 traten an der ren vorkommen? Wie werden die politischen und administrativen
Wer zum ersten Mal nach Vietze kommt, steht erstaunt vor den
Elbe fünf extreme Grenzen in 1.000 Jahren hier verlaufen? Welchen Weg wird sich
Masten, Ankern und Schiffsrudern, die in vielen privaten Vorgär-
Hochwasserereig- die Elbe in 10.000 Jahren gesucht haben? Wird der Höhbeck in
ten inmitten der Rosenrabatten stehen. Sie erinnern an die Ver-
nisse auf: im August 100.000 Jahren noch ein „Inselberg im Urstromtal“ oder vielleicht
gangenheit des Ortes, die noch bis zum Ende des 2. Weltkriegs
2002, im Februar selbst von anderen geologischen Schichten überlagert sein?
eng mit der Elbschifffahrt verknüpft war. Eine Abteilung des
2003, im April 2006, Und wird es dann jemanden geben, der ein Stück Papier zur
Höhbeck-Museums ist dementsprechend ganz dem Leben der
im Januar 2011 und Hand nimmt und die hier dargestellten Zeitfenster aus der Höh-
Vietzer Schifferfamilien an Bord und auf dem Land gewidmet.
im Juni 2013. Unter- Überflutung der Kapellenstraße in Vietze im Juni 2013 beck-Region um weitere Schlaglichter ergänzt?
Neben Fundstücken von der Steinzeit bis in das Mittelalter zeigt
schiedliche Entste- Diese Fragen können wir nicht beantworten, sie zeigen aber, dass
das Museum Dokumentationen zu germanischen Siedlungen,
hungsgründe (u. a. Schneeschmelze im Frühjahr, ergiebige der vor etwa 2.000 Jahren von den griechischen Philosophen
slawischen Burgen und dem karolingischen Kastell Hohbuoki
Regenfälle im Sommer) bei unterschiedlichen Rahmenbedingungen Heraklit bzw. Platon formulierte Gedanke: „panta rhei - alles
(Höhbeck). Die volkskundliche Sammlung zeigt Gebrauchsge-
(u. a. Deicherhöhungen, Deichbrüche im Oberlauf, Flutungen von fließt“ auch heute noch gilt: nicht nur für die Elbe, auch für
genstände des dörflichen Hauswesens und des ländlichen Hand-
Poldern und Talsperren, Bau von Hochwasserschutzwänden, unter- menschliche Gesellschaften, für die Tier- und Pflanzenwelt, für
werks und Gewerbes. Auch die heimische Tierwelt, Fischfang,
schiedliche Bodenfeuchtigkeiten) sorgten dafür, dass jedes dieser Landschaften und geologische Formationen.
Jagd und Waldwirtschaft und eine umfangreiche Sammlung von
Hochwässer einen eigenen Charakter besaß und für die Dörfer in
Schmetterlingen sind zu sehen.
der Elbtalaue unterschiedliche Auswirkungen hatte. Vietze und die
Dörfer in der Seegeniederung waren in der Höhbeck-Region Ganz unabhängig von diesen philosophischen Betrachtungen
Kontakt: Höhbeck-Museum Vietze, Hauptstr. 1, 29478 Höhbeck
besonders von diesen Hochwässern betroffen – mit Folgen: So wird wünschen wir Ihnen für heute und die Zukunft viele interessante
OT Vietze, Tel. 05846-9802828 oder 05846-2201,
auch Vietze nun durch einen Deich geschützt. Erlebnisse und Erfahrungen in der Höhbeck-Region!
www.museum-vietze.de
46 | BURG LENZEN & GRENZLAND-MUSEUM SCHNACKENBURG ARCHÄO LO G ISCH ES ZE NTRUM H IT Z ACK E R & WALD E M AR TUR M DAN N E N B E RG (E LB E) | 47

Burg Lenzen - Museum für Grenzland-Museum Archäologisches Zentrum Museum im Waldemarturm


Stadtgeschichte Schnackenburg Hitzacker Dannenberg (Elbe)
Im Museum für Stadtgeschichte lernen Sie in einer eindrucks- Das Grenzland-Museum Schnackenburg wurde 1995 eröffnet. Es In Deutschlands erstem bronzezeitlichen Freilichtmuseum erfah- Erbaut als Wehrturm der mittelalterlichen Burg Dannenberg mit
vollen Ausstellung die historische und kulturgeschichtliche liegt direkt am Hafen und an der ehemaligen Zollschiffstation. Hier ren Sie, wie die Menschen vor etwa 4.000 Jahren lebten, wie sie ihre bewegter Vergangenheit, beherbergt der Waldemarturm heute das
Entwicklung Lenzens von der Ur- und Frühgeschichte bis zur wurde von 1945 bis 1990 der Handelsschiffverkehr zwischen Ost und Werkzeuge herstellten, wo sie wohnten, wie sie sich kleideten, was Museum der Stadt und veranschaulicht Stadtgeschichte und Hoch-
Gegenwart kennen. Herzstück der Ausstellung ist ein Diorama, West auf der Elbe abgefertigt. Das Museum versteht sich als Doku- sie aßen, welche Gefahren sie bedrohten und woher Archäologen wassergefahr. Wechselnde Kunstausstellungen und museums­
das mit rund 8.000 Zinnfiguren die Schlacht bei Lenzen zwischen mentationszentrum, aber auch als Mahn- und Erinnerungsstätte. dies alles wissen. Begeben Sie sich auf eine spannende Zeitreise! pädagogische Angebote ergänzen die Dauerausstellungen.
Slawen und dem ostfränkischen Reich aus dem Jahre 929 zeigt.
Kontakt: Grenzland-Museum Schnackenburg, Am Markt 4, 29493 Kontakt: Archäologisches Zentrum Hitzacker, Elbuferstrasse 2-4, Kontakt: Museum im Waldemarturm Dannenberg (Elbe), Amts-
Kontakt: Burg Lenzen, Burgstraße 3, 19309 Lenzen, Tel. 038792- Schnackenburg, Tel. 05840 -210, E-Mail: hans.windeck@t-online.de, 29456 Hitzacker (Elbe), Tel. 05862-6794, berg, 29451 Dannenberg (Elbe), Tel. 05861/808117 o. 979767,
1221, E-Mail: info@burg-lenzen.de, www.burg-lenzen.de www.grenzland-museum-schnackenburg.de E-Mail: azh@archaeo-centrum.de, www.archaeo-centrum.de E-Mail: info@waldemarturm.de, www.waldemarturm.de
48 | W E I T E R G E H E N D E I N FO R M AT I O N E N W E I T E R G E H E N D E I N FO R M AT I O N E N | 49

Weitergehende Informationen
Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde innerhalb der kurzen an der Unteren Mittelelbe - Untersuchungen zur ländlichen Henning, J. (1991): Germanen - Slawen - Deutsche. Neue Unter- Schwerdtfeger, K.-H. (2010): Kriegsende im Wendland: Gefange-
Beiträge darauf verzichtet, auf einzelne Quellen hinzuweisen. Besiedlung, zum Burgenbau, zu Besiedlungsstrukturen und suchungen zum frühgeschichtlichen Siedlungswesen östlich nenlager Gorleben. Band IV. - 76 S.
zum Landschaftswandel. Beiträge zum Kolloquium vom 7. bis der Elbe. In: Prähistorische Zeitschrift 66, 119-133.
Maßgebliche Quelle für einen Großteil der hier aufgeführten 9. April 2010 in Frankfurt a.M. - Frankfurt, 306 S. Voss, K. L. (1975): Ein reichhaltiger Fundplatz bei Pevestorf, Kr.
zeitgeschichtlichen Ereignisse war die umfassende Chronik der Jürries, W. (Hrsg., 2008): Wendland-Lexion, Band 1, A-K. - Lüchow-Dannenberg. - In: Peters, H. G. (Hrsg.): Dokumen-
Höhbeck-Region von Rudolf Haberland im Nachdruck aus dem Willroth, K.-H., Schneeweiß, J. (Hrsg., 2011): Slawen an der 2. Aufl., 424 S. tation zur Archäologie Niedersachsens in Denkmalpflege und
Jahr 1988: Geschichte des Grenzgebietes Gartow-Schnackenburg. Elbe. - Göttingen, 246 S. Forschung. - Hannover, 215-221.
- Unveränderter Nachdruck der Einzelausgaben. Teil I 1957, Teil Jürries, W. (Hrsg., 2008): Wendland-Lexikon, Band 2, L-Z. - 640 S.
II 1955, Teil III 1961. - Druck- und Verlagsgesellschaft Köhring, Für weitere Ereignisse sei – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Welck, Stephan Frhr. v. (2009): Franzosenzeit im Hannoverschen
Lüchow, 359 S. u. a. auf die folgenden Quellen verwiesen: Klußmeier, G., Beck, K. (2011): „Sitz im Hotel ich weltverloren...“ Wendland (1803-1813). - Hannover, 334 S.
- Karl Mays Reise 1898 nach Gartow, Kapern, Lenzen, Lanz
Darüber hinaus konnte für die Beschreibung der frühmittelalter- Christier, H. (2008): Der Höhbeck: Vegetationskundliche, fau- und Schnackenburg - mit Aufenthalt in Lüchow, Salzwedel,
lichen Ereignisse auf eigene Forschungsergebnisse von Dr. Jens nistische und biogeographische Bedeutung einer glazialen Höhbeck und Dannenberg. - Lüchow, 173 S.
Schneeweiß und die hiermit verbundenden Veröffentlichungen Geestinsel im Mittleren Elbetal. - Dissertation, 183 S. zzgl.
zurückgegriffen werden: Anhang; online verfügbar unter http://ediss.sub.uni-ham- Meyer, M. (1993): Pevestorf 19 - Ein mehrperiodiger Fundplatz
burg.de/volltexte/2009/4310/pdf/Dissertation_-_Hartmut_ im Landkreis Lüchow-Dannenberg. - Dissertation, Hannover,
Schneeweiß, J., Griese, H. (2010): Archäologische Streiflichter Christier.pdf 243 S. zzgl. Tafeln
vom Höhbeck. - 64 S.
Gartower Deich- und Unterhaltungsverband (1982): Deichbau Puffahrt, O. (2008): Historische und neuzeitliche Hochwasserer-
Willroth, K.-H., Beug, H.-J., Lüth, F., Schopper, F. unter Mit- und Landschaftsgestaltung aufgezeigt am Beispiel der Deich- eignisse im Raum Hitzacker. - Band 2 zum Hochwasserschutz
wirkung von Messal, S., Schneeweiß, J. (Hrsg., 2013): Slawen baustrecke Restorf-Brünkendorf. - Lüneburg, 12 S. für Hitzacker und die Jeetzelniederung, Lüneburg, 104 S.
50 | ABBILDUNGSVERZEICHNIS AU TO R E N V E R Z E I C H N I S & I M PR E SS U M | 51

Abbildungsverzeichnis Autorenverzeichnis und Impressum


S. 1: Titelbild: Der „Woodhenge“-Kreis S. 24: l. J. Schneeweiß (2), r. S. Walento- S. 39: l. Sammlung Burghard Kulow/ Autorinnen und Autoren: Danksagung: Konzeption, Redaktion und Gestaltung:
im Abendlicht - T. Keienburg witz wendland-archiv.de, r. T. Keienburg Ivonne Baier: 9 Die Biosphärenreservatsverwaltung Nie- Biosphärenreservatsverwaltung Nieder-
S. 3: N. Treblin S. 25: l. H. Stubbe, r. CC BY-SA 3.0 S. 40: l. A. Blank, r. J. Schneeweiß Angelika Blank: 47 dersächsische Elbtalaue dankt den fol- sächsische Elbtalaue in Zusammenarbeit
S. 7: T. Keienburg (3) Bernd Schwabe in Hannover S. 41: l. T. Keienburg, r. BRV-Archiv Christian Järnecke/Tobias Keienburg: 29 genden Personen, die die Umsetzung des mit Gemeinde Höhbeck, Höhbeck-Muse-
S. 9: T. Keienburg (3) S. 26: r. Wikimedia Commons - Madden S. 42: l. U. Kühl/wendland-archiv.de, Tobias Keienburg: Einführung, 1, 2, 3, 20, Zeitfenster-Projekts unterstützt haben: um Vietze, Universität Göttingen und
S. 14: r. T. Keienburg S. 27: r. J. Schneeweiß r. A. Kulow/wendland-archiv.de 24, 27, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, Jan Joost Assendorp, Ivonne Baier, Ange- Samtgemeinde Gartow
S. 15: r. Nds. Landesmuseum Hannover S. 28: r. Wikimedia Commons - Urband- S. 43: l. D. Kulow/wendland-archiv.de, 40, 41, 44, 45, 46, 48, 49, 50, 51, 52, 53, lika Blank, Ulrike Braun, Uwe Franzen,
S. 16: l. Kreis-Medien-Archiv/wendland- weller r. BRV-Archiv 54, 55, 56 Lutz Haas, Horst Hingst, Susanne von Impressum:
archiv.de, r. M. Meyer (1993): Peve- S. 29: D. Damschen S. 44: l. A. Blank/wendland-net.de Alina Rosien: 22, 23, 25, 28, 30, 43 Imhoff, Christian Järnecke, Silke Last, Herausgeber und Bezug:
storf 19. - Plan 1 S. 30: l. C. Järnecke (2), r. S. Vrancx S. 45: T. Keienburg (3) Jens Schneeweiß: 4, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, Jürgen Nitsche, Asta von Oppen, Ralf Biosphärenreservatsverwaltung
S. 17: J. Schneeweiß (2) S. 31: l. Wikimedia Commons - unbe- S. 46: l. Burg Lenzen (2), r. Grenzland- 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 21, 26, 42 Plarre, Johann Purwing, Stefan Reinsch, Niedersächsische Elbtalaue
S. 18: l. H.-J. Nüsse, r. Nds. Landesmuse- kannt, r. CC BY 3.0 Anagoria Museum (2) Hans-Joachim Schenk, Herbert Schlüssel- Am Markt 1, 29456 Hitzacker (Elbe)
um Hannover und Ashmolean- S. 32: l. CC-BY-SA 4.0 Clemensfranz, S. 47: l. AZH (2), r. J. Raeder und Muse- (Die Zahlen verweisen auf die bearbeiteten burg, Jens Schneeweiß, Friedrich-Wilhelm Telefon 05862 -96 73 0
Museum r. O. Puffahrt um im Waldemarturm Zeitfenster-Beiträge.) Schröder, Michael Struck, Ralf Taller, Kir- info@elbtalaue.niedersachsen.de
S. 19: l. J. Schneeweiß (2), r. E. v. Aura S. 33: r. wendland-net.de S. 52, Rückseite: Blick auf den stin Wiegmann, Ralf Zabiegay. www.elbtalaue.niedersachsen.de
S. 20: J. Schneeweiß (2) S. 34: l. P. Hendel „Woodhenge“-Kreis - T. Keienburg 2. Auf lage 2017: 2.500 Exemplare
S. 21: F. Ruchhöft S. 35: T. Keienburg (2) Die maßgeblichen Vorüberlegungen zum
S. 22: l. J. Henning (1991): Germanen S. 36: r. unbekannter Urheber Zeitfenster-Projekt stammen von Stefan gedruckt auf Recyclingpapier
- Slawen - Deutsche, S. 127, r. D. S. 37: T. Keienburg Reinsch und Jens Schneeweiß.
Damschen S. 38: l. C. Schuchhardt, m. C. Humann,
S. 23: l. J. Schneeweiß r. Wikimedia Commons - unbekannt
Förderung mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung