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Ausgabe Februar 2019

Magazin der
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Alle Infos zum


Studienstart
Seite 12

Lebendige Architektur Seite 4 ◼ Kampf den Multiresistenzen Seite 6 ◼

Neues Studienfach Seite 10 ◼ Studierende forschen mit Seite 14 ◼

Beilage zur Tiroler Tageszeitung www.uibk.ac.at


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Inhalt Ausgabe Februar 2019


Editorial

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4 Lebendige Architektur
Die Architektin Claudia Pasquero arbeitet mit
lebenden Organismen.

6 Kampf gegen Multiresistenzen


Pamela Vrabl vom Institut für Mikrobiologie sucht
nach neuen bioaktiven Substanzen.

Foto: Gerhard Berger


8 Interview
Vizerektor Bernhard Fügenschuh lädt Studierende
ein, ihre Universität mitzugestalten.

10 Neues Studienfach
Mit dem Master Chemieingenieurwissenschaften
können Studierende künftig auch eine technische
Richtung in der Chemie einschlagen. Liebe Leserin, lieber Leser!

18 12 Studieninformation
Im kommenden Studienjahr gehören Zugangsbe-
schränkungen in Innsbruck bis auf wenige Aus-
Unsere Universität feiert heuer ihr
350-Jahr-Jubiläum. Wir wollen dieses
Jahr vor allem nutzen, Ihnen die Ge-
nahmen der Vergangenheit an. legenheit zu geben, unsere Universität
besser kennenzulernen. Ganz beson-
14 Lernen und Forschen ders herzlich laden wir Sie schon jetzt zu
Studierende forschen mit und sammeln dabei Er- unserem Fest der Wissenschaft ein, das
fahrungen für ihren weiteren Berufsweg. Mitte Juni in der Innsbrucker Innenstadt
stattfinden wird. Wir wollen aber nicht
18 Gesichter der Migration nur feiern: Wir haben auch beschlossen,
Kommen – Gehen – Bleiben: Tiroler Jugendliche die vergangenen 350 Jahre kritisch zu
haben ihre Familienbiographien erforscht. beleuchten und unsere Geschichte wis-
senschaftlich aufzuarbeiten. Wir werden
19 Lehrgänge, Kurse, Seminare diese Geschichte dann im Oktober prä-
Gezielte Weiterbildungen bereiten auf digitale Ent- sentieren.

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wicklungen, kommende Herausforderungen und Für eine Universität ist aber vor allem
Chancen am Arbeitsmarkt vor. wichtig, in die Zukunft zu blicken, um
den Herausforderungen unserer Gesell-
20 Fortsetzung des Sommertechnikums schaft erfolgreich zu begegnen. Hier ist
Das Engagement der Förderinnen und Förderer eine unserer Aufgaben die Ausbildung
schafft für die Universität Innsbruck Projekte, die junger Menschen. Anders als die meisten
nachhaltig einen Mehrwert für die Jugend darstel- anderen österreichischen Unis haben
len. wir uns daher entschlossen, die Mittel,
die wir aus der Studienplatzfinanzierung
21 Geschichten aus der Geschichte bekommen, zu nutzen, die Situation für
Die Historikerin Margret Friedrich und der Histo- unsere Studierenden zu verbessern und
riker Christof Aichner arbeiten 350 Jahre Univer- wo es möglich ist, die Zugangsbeschrän-
sität in anekdotischen Beiträgen auf. kungen abgeschafft. Wir wollen damit
allen, die das möchten, eine Chance ge-
ben, in ihr Wunschstudium einzustei-
gen. Wir verbinden dieses Angebot aber
auch damit, dass wir entsprechendes
Engagement von unseren Studierenden
ImprEssum erwarten und unsere Qualitätsstandards
nicht senken werden – im Gegenteil. Au-
wissenswert – Magazin der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – 26. Februar 2019 ßerdem arbeiten wir gerade an unseren
Herausgeber und Medieninhaber: Universität Innsbruck; Hersteller: Intergraphik GmbH.
Sonderpublikationen, Leitung: Frank Tschoner;
Studienplänen und werden künftig wie-
Redaktionelle Koordination: Susanne E. Röck, Christa Hofer. der viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten
Redaktion: Melanie Bartos, Margret Friedrich, Daniela Gruber, Christa Hofer, Stefan Hohenwarter, im Studium eröffnen. Wir freuen uns auf
Lisa Marchl, Daniela Pümpel, Susanne E. Röck, Uwe Steger. das kommende Jahr und hoffen, dass Sie
Covergestaltung: Catharina Walli.
häufig unsere Gäste sein werden.
Foto Titelseite: Universität Innsbruck/Birgit Pichler
Fotos Seite 3: NAARO, Lisa Ferron, Archiv Uni Innsbruck Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk
Anschrift für alle: 6020 Innsbruck, Brunecker Straße 3, Postfach 578, Tel. 0512 53 54-1000. Rektor der Universität Innsbruck
4

Lebendige
Architektur
Algen, Bakterien, Pilze: Claudia Pasquero arbeitet
mit lebenden Organismen. Schaut man sich ihre
Berufsbezeichnung an, mag das vielleicht ein wenig
überraschen, denn Pasquero ist Architektin. Sie gilt
international als Pionierin einer neuen, aufstrebenden
Richtung der Architektur, der „Bio-Architektur“.

M
ikroorganismen gelten als Hoff- nicht mehr möglich sein sollte, einen Unter-
nungsträger in vielen Bereichen, schied zwischen natürlicher und künstlicher
auch in der Planung von städtischen Landschaft zu machen. Der Fortschritt in
Lebensräumen. Prof. Claudia Pasquero hat Biologie und Technologie macht diesen flie-
sich in ihrer Arbeit ganz diesen Organismen ßenden Übergang möglich“, sagt Pasquero. Im
verschrieben und forscht an der Schnittstelle Mittelpunkt steht für Claudia Pasquero daher
zwischen Technologie und Biologie: Seit Sep- weniger die Gestaltung von einzelnen Ge-
Auf der EXPO 2017
tember 2017 ist die international erfolgreiche bäuden, sondern vielmehr eine generelle Ori-
in Kasachstan präsentierte
Architektin Professorin für Landschafts- entierung an Mechanismen der Natur – und
Claudia Pasquero das
architektur am Institut für Städtebau und ihre digitale Umsetzung in der Planung von
Projekt „BIO.tech HUT“,
Raumplanung der Uni Innsbruck am dortigen urbanen Lebensräumen. „Wir arbeiten mit
eine Zukunftsvision für
„Synthetic Landscape Lab“. einer organischen Vision von Landschafts-
Algenzucht in Städten.
architektur, in der es möglich ist, Biologie Fotos: NAARO
Städte als lebendige Systeme und digitale Techniken zu kombinieren, um
beispielsweise Energie aus Algen oder Bakte-
„Wir begreifen in unserer Arbeit Städte als rien zu gewinnen – und zwar nicht außerhalb
lebendige Systeme im wahrsten Sinne des der Städte, sondern direkt in den Wohn- und
Wortes. Unsere Grundannahme ist, dass es Arbeitsräumen der Menschen“, erklärt Pas- quero. Die Architektin arbeitet gemeinsam
mit ihrem Team an Konzepten, um ein bio-
logisches, nachhaltiges Leben in Städten zu
ermöglichen und damit den teilweise nicht
mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels
Claudia Pasquero befüllt mit
gegenzusteuern.
ihrem Kollegen Marco Poletto
den bioaktiven Vorhang mit
Mikroalgen. Mikroalgen im Wohnzimmer
Bereits in mehreren Projekten brachte Clau-
dia Pasquero Mikroalgen zum Einsatz (siehe
Infobox rechte Seite). Algen werden künftig
mit großer Wahrscheinlichkeit eine zuneh-
mend wichtige Rolle in der Erzeugung von
Energie, aber auch als Nahrungsmittel spie-
len. Gegenwärtig werden (Mikro-)Algen aber
hauptsächlich in industriellen Produktions-
anlagen hergestellt. Diese Tatsache möchte
die Architektin ändern und arbeitet dazu eng
mit Algenbauern und Experten anderer wis-
senschaftlicher Disziplinen – wie etwa der
Biologie – zusammen. „Mit unseren Proto-
typen möchten wir zeigen, welchen Platz Al-
gen und ihre Herstellung in Wohnungen oder
5

Photo.Synth.Etica:
Biodigitaler Vorhang

Mit „Algen-Vorhängen“ gegen den


Klimawandel ankämpfen: Im Herbst
vergangenen Jahres realisierte Clau-
dia Pasquero gemeinsam mit ihrem
Kollegen Marco Poletto vom Lon-
doner Architektur- und Designbüro
„ecoLogicStudio“ an einem Gebäu-
de in Dublin den Prototypen eines
„biodigitalen Vorhangs“. Anlass für
die Installation war der gleichzei-
tig stattfindende Climate Innovati-
on Summit 2018, eine internationale
Konferenz zum Thema Klimawan-
del. In der Konzeption des Projektes
arbeitete Pasquero eng mit Climate-
KIC, der bedeutendsten Klimainno-
vationsinitiative der EU, zusammen.
„Ziel dieser Zusammenarbeit ist, kli-
mafreundliche Innovationen im Be-
reich der Energieversorgung voran-
zutreiben“, erklärt die Architektin.
Der „Vorhang“ besteht aus 16 Mo-
dulen mit einer Größe von jeweils
2 x 7 Metern und bedeckte die ersten
beiden Stockwerke des Gebäudes. Die
Module bestehen aus Bio-Kunststoff
und sind serpentinenartig mit Mi-
kroalgen befüllt. Die Mikroalgen
„ernähren“ sich vom Tageslicht und
leuchten während der Nacht. „Jedes
Modul ist eine Art kleiner Bioreaktor,
der CO2 aus der Atmosphäre aufneh-
men und speichern kann: Etwa ein
Kilo CO2 pro Tag – das entspricht der
Kapazität von etwa 20 großen Bäu-
men.“ Während des Prozesses fil-
tern die Mikroalgen die schmutzige
Stadtluft und geben „frischen“ Sau-
Büros – also in der alltäglichen Umgebung der Integration der Kultivierung von Mikroalgen erstoff wieder an die Stadt zurück.
Menschen – haben könnten“, erklärt Claudia direkt in unser unmittelbares Umfeld lässt „Wir hoffen, dass sich dieses rundum
Pasquero. uns die Art und Weise, wie wir konsumie- nachhaltige System künftig etablie-
Dass die Versorgung mit Energie und Nah- ren und produzieren, überdenken. Wir wer- ren wird. Multifunktional ist es zu-
rungsmitteln sozusagen direkt in den ur- den sensibler für diese Prozesse, da sie direkt dem auch: Die Biovorhänge können
banen Räumen stattfindet und nicht aus den vor unseren Augen stattfinden“, ist Pasquero als lebendes Beschattungssystem
Städten ausgelagert wird, ist für Claudia Pas- überzeugt. genutzt werden.“
quero ein besonders wichtiger Aspekt: „Die melanie.bartos@uibk.ac.at ◼

Zur PErSon

Claudia Pasquero (*1974) ist neben ihrer Arbeit an der Universität Innsbruck
international erfolgreich: Sie ist Co-Direktorin des ecoLogicStudios in London,
Dozentin und Leiterin des Urban Morphogenesis Lab der Bartlett UCL und leitende
Mitarbeiterin des IAAC (Institute for Advanced Architecture in Katalonien) in Barcelona.
Sie kuratierte die Tallinn Architecture Biennale 2017. Pasqueros Werke wurden
international präsentiert, u. a. im FRAC in Orleans, auf der Architekturbiennale in
Im Projekt Photo.Synth.Etica
Venedig, im ZKM Karlsruhe und in Mailand auf der Expo 2015. Derzeit arbeitet sie
werden Mikroorganismen
an einem Projekt für das Centre Pompidou in Paris. 2017 war sie Teil der „Wired
in einer Art Vorhang an
Smart List“, in der jährlich die zehn bedeutendsten Persönlichkeiten im Hinblick auf
Gebäuden angebracht.
Innovation vorgestellt werden.
6

Kampf gegen
Multiresistenzen
Der globale Wettlauf gegen multiresistente Erreger pie interessante Substanzen ausscheidet“, so
Vrabl, die sich weiters auf die Untersuchung
hat begonnen und Expertinnen und Experten sind eines Schimmelpilzes spezialisiert hat, der
eine vielversprechende Substanz produziert
auf der Suche nach Alternativen, wenn Antibiotika und so zu einem möglichen Anwärter für ein
neues Antibiotikum wird. Aufbauend auf ih-
plötzlich nicht mehr wirken. Pamela Vrabl vom Institut ren Erkenntnissen in der Forschung liegt der
Mikrobiologin auch die Bewusstseinsbildung
für Mikrobiologie sucht nach neuen bioaktiven am Herzen, insbesondere bei jungen Men-
schen. „Unser primäres Ziel ist es, das The-
Substanzen. Gemeinsam mit Konstantin Sagmeister ma ‚Antibiotika und Antibiotikaresistenzen‘

vom Institut für Fachdidaktik bringt sie das Thema


in Schulen zu bringen. Wir wollen den Schü-
lerinnen und Schülern vermitteln, dass jede

auch in Schulen und sensibilisiert so Jugendliche für


und jeder dazu beitragen kann, den falschen
Gebrauch von Antibiotika und die damit ein-

diese gesellschaftlich brisante Problematik. hergehende erhöhte Resistenzbildung in


Schach zu halten“, betont Vrabl.

Mit anderen Augen


Multiresistente Erreger halten sich an kei-

I
nfektionen mit multiresistenten Mikro- FWF-Projekt wollen die Projektpartner neue ne Landesgrenzen. Durch die zunehmende
organismen sind ein ernstzunehmendes bioaktive Pilzmetaboliten untersuchen, um Globalisierung und Mobilität der Men-
Problem. Ohne globale Strategien werden Möglichkeiten zur Bekämpfung multiresi- schen können sich Erreger verhältnismäßig
laut Schätzungen im Jahr 2050 mehr Men- stenter Keime zu finden. „Zum einen unter- schnell über die Kontinente ausbreiten. „Die
schen an multiresistenten Keimen sterben suchen wir einen Pilz, der bereits zur kom- teils unvorsichtige Handhabung von Anti-
als beispielsweise an Krebserkrankungen. merziellen Produktion von Wirkstoffen gegen biotika in Landwirtschaft oder Medizin in
Pamela Vrabl, Christoph Schinagl und ihr Schadinsekten in der Landwirtschaft ge- manchen Regionen hat daher direkte Kon-
Team am Institut für Mikrobiologie arbeiten nutzt wird und der auch für die Krebsthera- sequenzen für den Rest der Welt“, erläutert
gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen
vom Institut für Pharmazie sowie der Sektion
für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie
an der Medizinischen Universität Innsbruck
an Alternativen. „Antibiotika werden derzeit
weltweit oft falsch und zu unvorsichtig ange-
wendet und somit vergeudet“, betont Vrabl,
Hertha Firnberg-Stipendiatin des Wissen-
schaftsfonds FWF.

Potenzial erforschen
Pilze sind die Gruppe von Organismen, die
bereits zur Herstellung von Antibiotika wie
Penicillin industriell genutzt werden. Jedoch
wurde das enorme Potenzial dieser Organis-
men unter bisherigen Kultivierungsbedin-
gungen bei weitem noch nicht ausgeschöpft,
da viele Stoffwechselwege unter Laborbe-
dingungen nicht entdeckt und daher nicht
aktiviert werden konnten. „Um diese bisher
Schülerinnen einer Tiroler
ungenützten Möglichkeiten zur Produktion
Schule vertreten am Podium
neuer wirksamer Substanzen für die Medizin
die erarbeiteten Standpunkte
und landwirtschaftliche Produktion zu eröff-
ihrer zugewiesenen Rolle.
nen, bedarf es eines besseren Verständnisses Foto: Leiminger
der genauen Abläufe im Stoffwechsel von Pil-
zen“, erklärt die Wissenschaftlerin. In einem
7

Petrischalenkultur mit dem


Pilz Metarhizium brunneum
(Bild links). Im Bioreaktor (Bild
rechts) wird Penicillium
ochrochloron kultiviert.
Fotos: Christopher Spiegel

Vrabl. Fragen nach den Ursachen der zuneh- zugrunde liegenden sozioökonomischen und vertritt die Ansichten und Bedürfnisse der
menden Antibiotikaresistenzen, wer betrof- geopolitischen Dynamiken aufzeigen. „Die entsprechenden Rolle auf dem Podium. So er-
fen ist, wer welche Interessen verfolgt, wer Schülerinnen und Schüler schlüpfen in un- möglicht diese Methode ein tiefes Verständnis
profitiert und welche Kosten dies verursacht, terschiedliche Rollen und erarbeiten deren für die einzelnen vertretenen Positionen und
werden derzeit auf vielen Ebenen diskutiert. Positionen, beispielsweise die der Landwirt- deren Dynamiken und führt zu einer starken
Seit vergangenem Juni beschäftigen sich die schaft, der Pharmaindustrie und der Medizin Verankerung des Gelernten“, erklärt der Dis-
Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit sowie die Sichtweisen von Umwelt-NGOs, dem sertant des Bereiches „Didaktik der Natur-
Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher öffentlichen nationalen bzw. internationalen wissenschaften, Geographie, Informatik und
Schulen in Tirol und Vorarlberg mit dieser Gesundheitswesen oder der Politik. So setzen Mathematik“ am Institut für Fachdidaktik.
Thematik. Mittels des didaktischen Tools der sie sich intensiv mit deren Problemen, Ein- Unterstützt werden die Wissenschaftlerinnen
rollenbasierten Podiumsdiskussionen wollen stellungen und Interessen auseinander, ent- und Wissenschaftler dabei auch von Elisabeth
Pamela Vrabl und Konstantin Sagmeister die wickeln Argumentationen und stellen sich Lukasser-Vogl, Geschäftsführende Obfrau im
am Ende des Arbeitsprozesses in einer Podi- Verein „klasse!forschung“.
umsdiskussion den anderen“, erläutert Sag-
meister. In der Vorbereitung auf die einzelnen Bewusstseinsbildung
Rollen werden die Gruppen von Mentorinnen
und Mentoren begleitet. Um die Schülerinnen „Wir wollen einen Beitrag leisten, um mög-
und Schüler, die sich als Abschluss auf der lichst früh zu informieren und auch zu ermu-
Bühne mit den anderen „Meinungen“ ausein- tigen, erworbenes Wissen weiter zu verbrei-
andersetzen, auch mental auf ihre Rolle vor- ten. Wir wollen den Schülerinnen und Schü-
zubereiten, schlüpfen sie auch in Requisiten. lern helfen, zu kritischen Bürgerinnen und
So wird noch deutlicher, dass sie hier nicht Bürgern zu werden“, so Vrabl. Nicht nur die
ihre private Meinung, sondern die Stand- Aufklärung über die korrekte Handhabung
punkte ihrer Rolle repräsentieren. Treffen die von Antibiotika, sondern auch Informationen
konträren Positionen in der Diskussion aufei- über Möglichkeiten zum Selbstschutz vor In-
nander, entstehen nicht selten hitzige Debat- fektionen sind für die Wissenschaftlerinnen
ten. Vorher ausgewählte Moderatorinnen und und Wissenschaftler von Bedeutung. Schon
Moderatoren leiten die Diskussion und sorgen alltägliche Hygienemaßnahmen wie regel-
mit vorbereiteten Fragen für neuen Zündstoff, mäßiges Händewaschen können nämlich
fassen Argumentationen zusammen oder be- schützen. Neben der engagierten Wissens-
ruhigen die Gemüter. „Aus didaktischer Sicht vermittlung arbeitet Vrabl mit ihrem Team
wird eben dieser Art des Wissenserwerbes weiter an der Erforschung möglicher neuer
großes Potenzial zugeschrieben, für die Teil- Mechanismen von bioaktiven Metaboliten.
nehmenden sehr nachhaltig zu sein. In eige- „Wir sind bemüht, das höchst brisante The-
nen Recherchen, durch Selbstreflexion und in ma nicht nur auf Forschungsebene, sondern
der Interaktion mit anderen wird der Hinter- auch im Austausch mit interessierten Schü-
grund jeder Rolle erörtert. Die Beteiligten ler- lerinnen und Schülern zu ergründen“, schlie-
nen dabei schnell, dass es nicht nur eine Wirk- ßen Vrabl und Sagmeister.
lichkeit gibt bzw. geben muss. Jeder und jede daniela.puempel@uibk.ac.at ◼
8

Mehr Gestaltungshoheit
für Studierende
2019 feiert die Universität Innsbruck ihr 350-jähriges Die Universität Innsbruck ist heute mit rund
28.000 Studierenden und mehr als 120 Studien-
Bestehen – Anlass, zurückzublicken, aber auch den möglichkeiten die führende Hochschule in West-
österreich. Für das Wintersemester 2019/2020
Blick in die Zukunft zu richten. Im Gespräch informiert wurden zahlreiche bisher durchgeführte Aufnah-
meverfahren für Studien ausgesetzt. Warum?
der für Lehre und Studierende zuständige Vizerektor Bernhard Fügenschuh: Diese Entschei-
dung hat natürlich direkt mit der Studien-
Bernhard Fügenschuh über Neuerungen im Studium, platzfinanzierung zu tun und damit, wie die
Universität Innsbruck im Sinne ihrer Autono-
die Aussetzung von Aufnahmeverfahren und lädt mie versucht, diese zu leben, zu verstehen und
zu übersetzen. Unsere zentrale Frage hierbei
Studierende ein, ihre Uni mitzugestalten. lautet: Wie bekommen wir die richtigen Stu-

Alle an einem Studium


Interessierte haben die
Chance, an der Universität
Innsbruck ihr Studium zu
finden.
Fotos: Uni Innsbruck
9

dierenden in die für sie richtigen Studien und uns, dass die Studierenden entscheiden kön-
wie begeistern wir sie für ihr Studium? Unser nen, wo ihre Stärken liegen und wo sie ihre
Ansatz, dieser Frage zu begegnen, war der, Zukunft sehen.
dass wir allen an einem Studium Interessier- Sie haben die Ergänzung zum Thema Digita­
ten die Chance bieten wollen, hier an der Uni- lisierung bereits angesprochen. Gibt es weitere
versität Innsbruck ihr Studium zu finden. Wir Maßnahmen, mit denen die Universität Inns­
sind nicht davon überzeugt, dass punktuelle bruck in der Lehre auf die anstehenden Heraus­
Aufnahmeverfahren, die die Tagesform ab- forderungen durch die Digitalisierung reagiert?
fragen, der richtige Weg dazu sind. Psycholo- Fügenschuh: Ja, ein weiteres Angebot, das
gie und Lehramtsstudien sind außen vor, weil wir gerade ausarbeiten, liegt im Bereich der
hier die gesetzlichen Vorgaben ein Aufnah- Informatik – hier werden wir künftig ein
meverfahren vorsehen. Erweiterungscurriculum ins Rennen schi-
cken: ein Curriculum, das getrennt gehand-
»Wir wollen allen an einem habt wird, allerdings für sich selbst keinen
Abschluss hat. Dieses Erweiterungsstudium
Studium Interessierten die
steht allen Interessentinnen und Interessen-
Chance bieten, hier an der ten mit einem akademischen Abschluss al-
Universität Innsbruck ihr ler Studienrichtungen offen und ermöglicht
Studium zu finden.« ihnen, sich Grundkompetenzen in Informa-
tik im Umfang von 60 ECTS-AP anzueignen.
Bernhard Fügenschuh Entscheiden sich die AbsolventInnen dieses
Erweiterungsstudiums für ein Studium der
In diesem Jahr feiert nicht nur die Universi­ Informatik, können sie es sich dafür vollum-
tät Innsbruck ihr 350-jähriges Bestehen, es jährt fänglich anrechnen lassen. Mit diesen Initia-
sich auch der Tag der Bologna­Erklärung, auf tiven – Curricula neu und dem Erweiterungs-
deren Basis eine europaweite Harmonisierung studium – zeigen wir, dass wir den Fokus
von Studiengängen und ­abschlüssen passiert somit wieder vermehrt auf Eigenverantwor-
ist, zum 20. Mal. An der Universität Innsbruck ist tung und individuelle Gestaltungsmöglich-
Univ.-Prof. Bernhard
man derzeit dabei, unter dem Motto „Curricula keiten legen, wie sie nur eine fachlich breit
Fügenschuh, Vizerektor für
neu“ die Studien neu zu gestalten. Was genau aufgestellte Universität mit höchster Qualität
Lehre und Studierende an der
passiert im Rahmen dieser Initiative? bieten kann.
Universität Innsbruck.
Fügenschuh: Mit dem Namen „Curricula Das Prinzip der forschungsgeleiteten Lehre
neu“ versuchen wir, die Curricula – also die wird immer wieder als Alleinstellungsmerkmal
Studienpläne – so umzugestalten, dass Uni- einer Universität im tertiären Bildungssektor ge­
versität wieder zu Universität wird und die nannt. Welche Schritte setzt die Universität Inns­
Studierenden ihr Studium wieder in die ei- bruck, um die Qualität in der Lehre zu sichern le an die Universität zu intensivieren und mehr
gene Hand nehmen können. Hier sind wir als und zu verbessern? junge Menschen für ein Studium an der Univer­
Volluniversität mit unserem breiten Fächer- Fügenschuh: Forschungsleistung lässt sich sität zu begeistern. Gibt es dazu bereits konkrete
angebot besonders gefordert. Konkret verfol- relativ gut abbilden, hier gibt es einige eta- Maßnahmen?
gen wir den Ansatz, allen Studierenden ihre blierte Messgrößen. Bei der Frage nach guter Fügenschuh: Das Miteinander von Schule
Gestaltungshoheit zurückzugeben. Dazu ist Lehre ist es viel schwieriger. Lehre ist nicht und Hochschule ist dabei ein zentraler Punkt.
für alle Curricula ein sogenanntes Window of nur ein Miteinander von DozentInnen und Wir haben in Sachen Beratung bereits einen
Opportunity im Umfang von 30 ECTS-AP ge- Studierenden, sondern es ist eine Vielzahl an sehr guten Fokus auf die Maturajahrgänge
plant. Gefüllt werden kann dieses durch eine Einzelbeziehungen, bei der jeder individuell und kurz davor. Hier gibt es persönliche Be-
Ergänzung, einen Auslandsaufenthalt oder ratungen, Informationsmessen und Infor-
eventuell auch einmal durch ein Praktikum. mationsveranstaltungen an Schulen. Jetzt ist
Zudem gibt es die Möglichkeit, sich mit dem
»Zentraler Punkt für uns ist, dass es wichtig, noch früher anzusetzen. Wir ha-
eigenen Fach im Rahmen einer Vertiefung die Studierenden entscheiden ben Formate wie die Junge Uni, wo wir bereits
intensiver zu beschäftigen. Die Vertiefungen können, wo ihre Stärken liegen Kinder unter zehn Jahren für Wissenschaft
richten sich entlang unserer Forschungs- und wo sie ihre Zukunft sehen.« begeistern können, die wir bisher während
schwerpunkte, -plattformen und -zentren. ihrer Schullaufbahn bis zu den Beratungen
Für Studierende, die sich für die Breite ent- Bernhard Fügenschuh teilweise etwas aus den Augen verloren haben.
scheiden, sind wir gerade dabei, Ergänzungs- Um dies künftig zu verhindern, sind wir zum
pakete zu schnüren, die als Wahlfachpaket einen in engem Kontakt mit der Bildungsdi-
verstanden und auch am Abschlusszeugnis reagiert. Was final bleibt, ist die Begeisterung rektion Tirol. Zum anderen wollen wir den
ausgewiesen werden können. Die ersten Er- für das Fach, die gute Lehre vermitteln soll. Fokus auch verstärkt auf die Elternhäuser le-
gänzungen werden seit dem letzten Winter- In der Qualitätssicherung geht es vor allem gen, denn je mehr „Bildung und Ausbildung“
semester von den Sprach-, Literatur-, Kultur- um ein bedachtes Miteinander. Hier sind wir in den Elternhäusern mitgedacht wird, um-
und Medienwissenschaften angeboten. Eine unter anderem mit dem Tag der Lehre, der so besser. Zu diesem Thema haben wir unter
weitere Neuheit ist derzeit in Planung und 2018 zum ersten Mal stattgefunden hat, da- anderem ein Forschungsprojekt gestartet und
soll voraussichtlich ab dem Wintersemes- bei, Lehrende und vor allem auch Studierende mit „Unsere Uni vor Ort“ ein Format entwi-
ter 2019/2020 zur Verfügung stehen. Hier- verstärkt in den Gestaltungsprozess für qua- ckelt, wo wir entlang unserer Forschungs-
bei handelt es sich um ein speziell erstelltes litätsvolle Lehre einzubinden. Studierende schwerpunkte ein individuell abrufbares
Digitalisierungspaket. Eine weitere Ergän- haben die Möglichkeit, eigenständig zu ent- Vortragsprogramm in der Region anbieten.
zung, die die breiten Angebote der Universität scheiden, sollten sich aber auch in der Pflicht Unser Ziel ist es, Bildung für alle erlebbar zu
Innsbruck zum Thema Nachhaltigkeit um- sehen, ihre Zukunft mitzugestalten. machen und damit unterschiedlichste Aus-
fasst, ist ebenfalls bereits in Ausarbeitung. Die Universität Innsbruck hat sich vorgenom­ bildungen denkmöglich zu machen.
Zentraler Punkt bei diesem Angebot ist für men, die Beratung beim Übergang von der Schu­ susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
10

Aufbauend auf der chemischen


Grundlagenforschung soll sich mit
den Chemieingenieurwissenschaften
ein Bereich etablieren, der sich mit der
technischen Chemie auseinandersetzt.
Fotos: Gerhard Berger, Abraham Siedler

Neuer Ausbildungsweg
in der Chemie
Ab dem kommenden Wintersemester gibt es an der Fakultät für
Chemie und Pharmazie einen neuen Studiengang. Mit dem Master
Chemieingenieurwissenschaften können Studierende an der Universität Innsbruck
künftig auch eine technische Richtung im Bereich der Chemie einschlagen.

M
it der Einführung des Masterstu- Verfahrens- und Energietechnik des MCI eine Hubert Huppertz, den Mehrwert des neuen
dienganges Chemieingenieurwis- weiterführende Ausbildung auf einem höchst Studiums. Ein großer Teil des Masterpro-
senschaften ab 1. Oktober 2019 wird interdisziplinären Fachgebiet angeboten. gramms wird sich mit der Materialprozess-
neben dem Master Chemie und dem Master „Mit den Chemieingenieurwissenschaften technik auseinandersetzen. Ziel dabei ist es,
Material- und Nanowissenschaften zukünf- soll sich ein Bereich etablieren, der sich mit Prozesse zu entwickeln, die es ermöglichen,
tig ein neuer ingenieurwissenschaftlicher der technischen Chemie auseinandersetzt. Materialien möglichst kostengünstig, ener-
Ausbildungsweg im Bereich der Chemie ge- Aufbauend auf der chemischen Grundlagen- gieeffizient und umweltschonend herzustel-
schaffen, der bisher weder an der Universität forschung, die bei uns an der Fakultät betrie- len. Das neue Studium stellt dabei eine sinn-
Innsbruck noch an anderen Ausbildungsstät- ben wird, konzentriert sich die technische volle Erweiterung zu den bereits bestehenden
ten in Tirol existiert. Damit wird beispiels- Chemie darauf, diese auf einem industriellen Studiengängen an der Universität Innsbruck
weise anschließend an das Bachelorstudium Maßstab umzusetzen“, beschreibt der De- und anderen Studiengängen am Hochschul-
Chemie oder das Bachelorstudium Umwelt-, kan der Fakultät für Chemie und Pharmazie, standort Tirol dar. Die in der Chemie erar-
11

beiteten Grundlagenwissenschaften werden

Informationen zum
aufgegriffen und beispielsweise im Bereich
der Verfahrenstechnik eingesetzt und opti-
miert. neuen Studienfach
Studium mit Zukunft
Masterstudium
Wollten Absolventinnen und Absolventen Chemieingenieurwissenschaften
des Bachelors Chemie in der Vergangenheit Start: 1. Oktober 2019
eine technische Richtung einschlagen, muss- Dauer: 4 Semester
ten sie den Standort wechseln. Angeboten ECTS-AP: 120 ECTS
wird ein chemieingenieurwissenschaftliches Studienart: Vollzeit
Studium etwa an den technischen Universi- Unterrichtssprache: Deutsch
täten in Wien, Graz, Zürich oder München. Die Voraussetzungen: Fachlich in Frage
Einrichtung dieses Studiums in Innsbruck ist kommendes Bachelorstudium oder
zukunftsweisend, denn gerade die technische Äquivalent
Chemie erlebt einen regelrechten Boom. Mit Abschluss: Dipl.-Ing.
ein Grund dafür ist die Abkehr von einer auf
fossilen Grundstoffen basierten Chemie, die
bisher dominierend war, hin zu nachhaltigen
Prozessen, die im Rahmen dieses Studiums wissenschaftlichen Forschung und technolo- denke, dass wir durch dieses zusätzliche An-
gelehrt werden sollen. Wissen und praktische gischen Anwendungen in den Vordergrund zu gebot viele neue Studierende für ein Studium
stellen“, sagt Hubert Huppertz zu den Inhal- an der Universität Innsbruck im Bereich der
ten des neuen Masters. Studierende werden Chemie gewinnen können“, spricht Huppertz
»Mit den Chemie- in den Lehrveranstaltungen etwa in digitalen über den Ausbau des Studienangebots an sei-
ingenieurwissenschaften soll sich Methoden unter der Verwendung relevanter ner Fakultät.
Software zur Berechnung verfahrenstech-
ein Bereich etablieren, nischer Prozesse geschult oder erwerben Neues Institut
der die Ausbildung im Bereich Kenntnisse zur grundsätzlichen Behandlung
der technischen Chemie stoffumwandelnder Prozesse und zur Be- Mit der Einführung des neuen Studiums
rechnung der stofflichen und energetischen geht auch die Einrichtung eines neuen In-
zum Ziel hat.«
Bilanzen. Auch Wahlmodule sind im Master stitutes für Chemieingenieurwissenschaften
Hubert Huppertz vorgesehen, in denen sich die Studierenden einher. Dort angesiedelt werden gleich zwei
spezialisieren können. Darunter sind bei- neue Professorinnen oder Professoren: Eine
spielsweise Lehrveranstaltungen, in denen von ADLER-Werk Lackfabrik gestiftete Pro-
Fertigkeiten dafür stehen im Fokus des neuen Kenntnisse der Programmierung zur Mess- fessur für Chemieingenieurwesen und Mate-
Masterstudiums. „Wir freuen uns, den künf- datenerfassung und Experimentsteuerung rialprozesstechnik und eine vom Land Tirol
tigen Studierenden ein Lehrprogramm prä- vermittelt werden. Diese Ausbildung trägt gestiftete Professur für Thermische Verfah-
sentieren zu dürfen, das auf theoretischer zu den sehr guten Jobaussichten zukünftiger renstechnik. Ab Oktober dieses Jahres sollen
Ausbildung basiert und experimentelle so- Absolventinnen und Absolventen bei. Sie am neuen Institut zwischen 10 und 20 neue
wie praktische Fähigkeiten vermittelt. Neben können anschließend als Chemieingenieu- Studierende betreut werden. „Langfristig
fortgeschrittenen Kenntnissen in den Che- rin oder -ingenieur in den Tätigkeitsfeldern und nach Schaffung der nötigen Infrastruk-
mieingenieurwissenschaften ist es uns wich- Forschung, Technik, Industrie, Umwelt oder tur werden wir 30 und je nach Nachfrage auch
tig, auch fachübergreifende Schlüsselkompe- relevanten behördlichen Bereichen arbeiten. mehr Studierende am neuen Institut ausbil-
tenzen und ein Verantwortungsbewusstsein „Wir müssen sehen, wie sich das neue Studi- den können“, so Dekan Huppertz.
für den Nutzen und die Risiken der natur- um in den kommenden Jahren etabliert. Ich lisa.marchl@uibk.ac.at ◼

Hintergrund: Stiftungsprofessuren
Mit der Einrichtung eines Stiftungs- in Schwaz rund zwei Millionen Euro in unterstreicht Andrea Berghofer, die das Fa-
lehrstuhls für Chemieingenieurwesen und die Kooperation mit der Fakultät für Che- milienunternehmen ADLER in dritter Ge-
Materialprozesstechnik wird an der Fakul- mie und Pharmazie investieren: 1,6 Millio- neration leitet, die Bedeutung der Koopera-
tät für Chemie und Pharmazie ein innova- nen für die Stiftungsprofessur und weitere tion mit der Universität Innsbruck.
tiver Forschungszweig geschaffen, der sich 400.000 Euro an zweckgebundenen Mitteln, Mit der neuen Professur soll auch die
mit der Entwicklung und Umsetzung neuer zum Beispiel für die Schaffung von Disser- Einrichtung eines Instituts für Chemiein-
Verfahrenstechniken und Materialien für tationsstellen. genieurwissenschaften einhergehen, an
die industrielle Anwendung auseinander- „Als Technologieführer auf dem Feld der dem die Forschungsschwerpunkte „Mate-
setzt. Die Universität Innsbruck und die Oberflächenveredelung ist Innovation ein rialprozesstechnik“, „Chemische Reakti-
ADLER-Werk Lackfabrik haben kürzlich Schlüssel für unseren Zukunftserfolg. Aus onstechnik“ sowie „Thermische Trennver-
einen Vertrag zur Einrichtung einer Stif- der Zusammenarbeit mit der Universität fahren“ abgedeckt werden sollen.
tungsprofessur für Chemieingenieurwesen Innsbruck erhoffen wir uns positive Im- Eine zweite am Institut geplante Profes-
und Materialprozesstechnik abgeschlos- pulse, die beiden Seiten zugutekommen, sur – gestiftet vom Land Tirol – wird sich
sen. In den nächsten fünf Jahren wird das und eine langfristige Stärkung des Wirt- mit der Thermischen Verfahrenstechnik
international tätige Unternehmen mit Sitz schafts- und Forschungsstandorts Tirol“, befassen.
12

Zahlreiche
Aufnahmeverfahren
ausgesetzt
Rund 28.000 Studierende besuchen derzeit
Lehrveranstaltungen aus dem breiten Angebot
von mehr als 120 Studienmöglichkeiten an den
16 Fakultäten der Universität Innsbruck. Für das
Wintersemester 2019/2020 stehen Studieninteressierten
in Innsbruck alle Möglichkeiten offen.

I
m kommenden Studienjahr gehören Zu­ der Universität einschreiben muss, ist für das Hochschule Vorarlberg anbietet, müssen sich
gangsbeschränkungen in Innsbruck bis Wintersemester 2019/2020 vom 8. Juli bis 5. Studieninteressierte zwischen 1. März und
auf wenige Ausnahmen der Vergangenheit September 2019 möglich. 15. Mai 2019 über https://www.zulassunglehr-
an: Wer studieren will, soll auch einen Platz amt.at registrieren und online ein Selbster­
bekommen. Hintergrund ist die neue Studien­ Bachelor- und Masterstudium kundungsverfahren (Career Counseling for
platzfinanzierung in Österreich, die unter Teachers ­ CCT) absolvieren. Im Anschluss
Psychologie
anderem eine Steigerung der Zahl der aktiven daran wird ihnen ein Termin für einen com­
Studierenden vorsieht. „Als Universität müs­ Für das Bachelor­ und Masterstudium Psy­ putergestützten Persönlichkeitstest zugeteilt.
sen wir uns die Frage stellen: Wie bekommen chologie führt die Universität Innsbruck in Auch hier muss ein Kostenbeitrag von 50 Euro
wir die ‚richtigen‘ Studierenden in die für sie enger Abstimmung mit der Universität Salz­ geleistet werden. Angehende Studierende der
‚richtigen‘ Studien und wie begeistern wir burg ein österreichweit einheitliches Auf­ Fächer Bewegung und Sport, Bildnerische Er­
sie und sie sich für ihr Studium? Unser An­ nahmeverfahren durch: Studieninteressier­ ziehung, Instrumentalerziehung und Musik­
satz ist: Wir wollen allen jungen Menschen te müssen sich im ersten Schritt zwischen 1. erziehung müssen zusätzlich ihre sportliche
eine Chance bieten. Deshalb stellen wir ihnen März und 15. Juli 2019 über LFU:online regis­ beziehungsweise künstlerische Eignung in
keine unnötigen Hürden in den Weg“, betont trieren und einen Kostenbeitrag von 50 Euro Form einer Zugangsprüfung nachweisen.
der Vizerektor für Lehre und Studierende, bezahlen. Sollten die eingegangenen Anmel­ Nähere Informationen dazu finden Sie unter
Bernhard Fügenschuh. Für das Studienjahr dungen bis zum Ablauf der Registrierungs­ www.uibk.ac.at/studium/angebot/uf-sekundar-
2019/2020 wurden die bisher für die Bache­ frist die Anzahl der zur Verfügung stehenden stufe
lorstudien Architektur, Biologie, Informatik, Studienplätze – 260 im Bachelorstudium und
Pharmazie und Wirtschaftswissenschaf­ 40 im Masterstudium – überschreiten, fin­ Digitalisierung:
ten sowie das Diplomstudium Internationale den am 27. und 28. August 2019 Aufnahme­
Kompetenzen bündeln
Wirtschaftswissenschaften nötigen Aufnah­ prüfungen statt. Der Prüfungsstoff für alle
meverfahren vor Zulassung ausgesetzt. Ein­ von Aufnahmeverfahren betroffenen Studien Die Studierenden an der Universität Inns­
zig für das Bachelor­ und Masterstudium wird spätestens vier Monate vor dem eigent­ bruck profitieren in allen Ausbildungsphasen
Psychologie sowie für das Lehramtsstudium lichen Prüfungstermin auf der Homepage der von der forschungsgeleiteten Lehre an der Uni
in allen Fächern müssen sich Studieninteres­ Universität Innsbruck veröffentlicht. Innsbruck, denn durch den Unterricht durch
sierte vorzeitig registrieren. Für alle anderen aktive Forscherinnen und Forscher fließen
Studien gilt für künftige Studierende ledig­ Gemeinsames die neuesten Ergebnisse direkt in die Lehre
lich die verpflichtende Online­Bewerbung, ein. In den kommenden Monaten und Jahren
Lehramtsstudium
die während des ganzen Jahres möglich ist. sind einige zusätzliche Verbesserungen ge­
Dabei werden neben den persönlichen Da­ Für das gemeinsame Lehramtsstudi­ plant: Konkret plant die Universität, 45 Pro­
ten auch alle benötigten Dokumente (Reife­ um, das die Universität Innsbruck im Ver­ fessuren bzw. äquivalente Stellen zu schaf­
prüfungszeugnis oder Bachelorabschlussdo­ bund West gemeinsam mit der Universität fen. Zusätzlich sind der Ausbau der Beratung
kumente, Reisedokument) und ein Passfoto Mozarteum, der Kirchlichen Pädagogischen für Studieninteressierte und des Service für
über LFU:online hochgeladen. Die Zulassung, Hochschule – Edith Stein, der Pädagogischen Studierende ein zentrales Anliegen der Uni­
bei der man sich im Anschluss persönlich an Hochschule Tirol und der Pädagogischen versität. Ebenfalls im Sinne der Studierenden
13

Im Wintersemester 2019/2020
stehen Studierenden an der
Universität Innsbruck alle
Möglichkeiten offen.
Foto: Uni Innsbruck/Birgit Pichler

begegnet man in Innsbruck den Herausforde- Studierenden in Zukunft über entsprechende Alle Informationen zum Studienangebot
rungen der Digitalisierung: Studierende aller Lehrangebote zur Verfügung stehen. Weitere unter www.uibk.ac.at/studium
Studienrichtungen sollen künftig die Chance Informationen: www.uibk.ac.at/disc susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
haben, sich entweder im Rahmen ihrer Wahl-
module oder aber über eine Ergänzung „Digi-
tal Science“ jene Kenntnisse anzueignen, die

Termine und Fristen


für ihr Fach im Bereich der Digitalisierung
relevant sind. Mit dieser Kompetenzerweite-
rung soll ein erfolgreicher Start ins Berufs-
leben unterstützt werden. Dieses Angebot Studium Frist Prüfungsdatum
liegt in den Händen des neuen Digital Science Anmeldung/Registrierung
Center (DiSC). Das Digital Science Center (Studienjahr 2019/2020)
bündelt und fördert Forschungskompetenzen
im Bereich der Digitalisierung und stellt ei-
Alle Lehramtsstudien 01.03. - 15.05.2019 03.06. - 07.06.2019*
ne Plattform für die digitale Transformation
der Wissenschaften dar. Ein interdiszipli- Bachelorstudium 01.03. - 15.07.2019 27.08.2019
närer Austausch am Digital Science Center Psychologie
zwischen der Informatik, Mathematik und
Statistik als Grundlagenwissenschaften und Masterstudium 01.03. - 15.07.2019 28.08.2019
anderen Fachdisziplinen in Innsbruck – ak- Psychologie
tuell beteiligen sich 12 Fakultäten mit Profes-
suren am Digital Science Center – steht dabei
im Fokus. Dieses gebündelte Know-how im * Prüfungstermin wird nach der Registrierungsfrist bzw. Absolvierung des CCT (15. Mai
Bereich der Digitalisierung in unterschied- 2019) zugewiesen; PH Vorarlberg zwischen 28.05.2019 und 29.05.2019.
lichsten Fachdisziplinen wird interessierten
14

Studierende
forschen mit
Ein Studium an der Universität Innsbruck ist mehr abstraktes Denken im Vorfeld dazu führt, in
einer Verkostungssituation ein mildes Ge-
als reine Theorie. Ob im Stammzellen-Labor, in der tränk einem stimulierenden vorzuziehen.
Um ihre Experiment-TeilnehmerInnen in
Mensa oder in Gesprächen: Studierende forschen mit abstrakte oder konkrete Denkhaltungen zu
bringen, mussten die Studentinnen erst gän-
und sammeln dabei wichtige Erfahrungen für ihren gige Manipulationsmethoden recherchie-
ren. „Im Zuge unserer Literatur-Recherche
weiteren Berufsweg. sind wir auf einige interessante Erkenntnisse
zur Geräuschempfindlichkeit gestoßen: Ei-
ne Studie zeigt beispielsweise, dass laute
Hintergrundgeräusche die tatsächliche Ge-

A
n der Universität Innsbruck lernen die perimenten, ob Personen, die vorher eher schmackswahrnehmung vermindern kann.
Studierenden in allen Disziplinen von abstrakt über einen Sachverhalt nachge- Das Essen schmeckt dadurch nicht zwangs-
Wissenschaftlerinnen und Wissen- dacht haben, in der Folgesituation weni- läufig schlechter, aber eben weniger süß oder
schaftlern, die mitten im Forschungsprozess ger empfänglich für sensorische Reize sind. salzig. Unsere Ergebnisse könnten etwas zur
stehen. Dadurch erhalten sie Wissen nicht nur Konkret untersucht Katrin Walter, ob ab- Erklärung solcher Phänomene beitragen“,
aus erster Hand, sondern haben in vielen Fäl- glaubt Katrin Walter. Die Studentin, die ihren
len auch die Möglichkeit, aktiv mitzuforschen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre an der
– sei es im Rahmen einer Lehrveranstaltung, »Wir lernen strukturiertes SRH Heidelberg absolviert hat, sieht in der
der eigenen Abschlussarbeit oder der Mitar- und analytisches Vorgehen, praktischen Forschungsarbeit einen deut-
beit bei einem Forschungsprojekt. um kreative Lösungen zu lichen Mehrwert für ihr Studium. „Wir ler-
nen strukturiertes und analytisches Vorge-
erarbeiten.«
Konsumverhalten hen, um kreative Lösungen zu erarbeiten. Die
verstehen Katrin Walter Planung und Durchführung eines derartigen
Experiments ist dafür ein gutes Beispiel, weil
„Wir versuchen herauszufinden, wie Denk- das Messen von menschlichem Verhalten gar
muster die Sinneswahrnehmung in Konsum- strakte Denkstile dazu führen, dass Konsu- nicht so leicht ist, wie man vielleicht denkt.
situationen beeinflussen“, erklärt Anna Rosar mentInnen beim Mittagessen in der Men- Es erfordert gute Vorbereitung, aber auch
ihr Forschungsprojekt. Die Master-Studentin sa weniger Lärm wahrnehmen. Anna Rosar Kreativität in der Umsetzung“, so Walter.
im Fach Strategisches Management an der dagegen beschäftigt sich mit der Frage, ob Auch Anna Rosar, die sich nach dem Bachelor
Universität Innsbruck hat sich ebenso wie
Katrin Walter bei der Wahl ihrer Masterthesis
für ein Thema von Mathias Streicher aus der
Arbeitsgruppe Marketing entschieden. „Wir
unterscheiden im Wesentlichen zwischen ab-
strakten und konkreten Denkmustern: Wenn
Sie sehr abstrakt, beispielweise über das The-
ma Studium, nachdenken, dann fallen Ihnen
auch eher übergeordnete Inhalte wie persön-
liche Weiterentwicklung ein. Jemand, der eher
konkret über das Thema Studium nachdenkt,
wird tendenziell detailliertere Gedankenin-
halte haben, wie beispielsweise, was es beim
letzten Besuch in der Mensa zu Essen gege-
ben hat. Wie abstrakt oder konkret unsere
Denkmuster sind, hängt stark davon ab, was
wir zuletzt gemacht haben. So ist es möglich,
Der PhD-Student Rene
Menschen durch eine einfache Aufgabe für
Schwaiger arbeitet bereits
zumindest kurze Zeit so zu beeinflussen, dass
neben seinem Studium
sie in darauffolgenden Situationen auch eher
als wissenschaftlicher
abstrakt oder konkret denken, ohne dass das
Mitarbeiter am Institut für
dieser Person bewusst wird. Damit arbeiten
Banken und Finanzen.
wir“, erläutert Streicher. Foto: Schwaiger
Die Studentinnen Anna Rosar und Katrin
Walter untersuchen mit ökonomischen Ex-
15

Studieren an der Uni


Innsbruck heißt oft auch
forschen – nicht nur in den
Naturwissenschaften.
Foto: Uni Innsbruck/Birgit Pichler

in Wirtschaftswissenschaften an der Goethe- praktisch umzusetzen und dabei gesamtge- tersucht, wie sich verschiedene Informati-
Universität Frankfurt für das Masterstudium sellschaftlich relevante Forschungsbereiche onsstrukturen auf die Bereitschaft auswir-
Strategisches Management an der Uni Inns- in den Vordergrund stellen zu können“, er- ken, etwas von seinem selbst verdienten Geld
bruck entschieden hat, bestätigt die Vorteile klärt er. Schwaiger arbeitet neben seinem abzugeben. „Anhand dieses Experiments
der praktischen Forschungsarbeit: „Durch Studium bereits als wissenschaftlicher Mit- versuchen wir, Rückschlüsse auf die Umver-
die konkrete Arbeit bekommen wir ein bes- arbeiter am Institut für Banken und Finan- teilungspräferenzen der Bevölkerung zu zie-
seres Gefühl für Daten. Viele Entscheidungen zen. „Die Anstellung als wissenschaftlicher hen“, beschreibt Rene Schwaiger.
in Politik und Wirtschaft werden auf der Ba- Mitarbeiter während des PhD-Studiums hat
sis von Daten getroffen, eigene Erfahrungen den Vorteil, dass der Hauptfokus bereits auf Stammzellenforschung:
mit der Erhebung und Auswertung dieser
wissenschaftliches Neuland betreten
Daten sind sicher hilfreich für unsere beruf-
liche Zukunft.“ Diese sehen die beiden Stu- »Für mich war es spannend, Einem ganz anderen Forschungsgegen-
dentinnen in einem Auslandsaufenthalt und zu erkennen, dass es bei stand widmet sich Björn Felder. Der Stu-
einem Trainee-Programm für den Berufsein- dent des Masterstudiengangs Molekulare
stieg.
Forschungsprojekten an der Zell- und Entwicklungsbiologie forscht im
Universität möglich ist, eigene Stammzellen-Labor von Frank Edenhofer
Eigene Forschungsfragen Forschungsinteressen praktisch am Institut für Molekularbiologie mit. „Aus
Stammzellen gezüchtete Zellen können mit-
einbringen umzusetzen.«
unter fehlerhafte oder kranke Zellen ersetzen
Rene Schwaiger, PhD-Student in Econo- Rene SchwaigeR und so zur Heilung von Krankheiten beitra-
mics, möchte nach Abschluss seines Stu- gen“, erklärt Frank Edenhofer. Der Profes-
diums eine Laufbahn in der ökonomischen sor für Genomik forscht unter anderem an
Forschung einschlagen. „Meine Masterthe- der praktischen wissenschaftlichen Arbeit Stammzellen – und hat eine Methode weiter-
sis über ökonomische Ungleichheit hat mein liegt, was äußerst förderlich ist“, so Schwai- entwickelt und patentiert, mit der aus Haut-
Interesse für die Forschungsarbeit geweckt. ger. Im Rahmen des FWF-Spezialforschungs- oder Blutzellen Gehirnstammzellen gezüch-
Für mich war es spannend, zu erkennen, dass bereichs für experimentelle Wirtschaftsfor- tet werden können. Björn Felder untersucht
es bei Forschungsprojekten an der Universi- schung arbeitet er unter anderem an einem im Rahmen seiner Masterthesis im Labor von
tät möglich ist, eigene Forschungsinteressen Forschungsprojekt, das experimentell un-  FortsetzungaufSeite16→
16

→ Fortsetzung von Seite 15. werden. Ich versuche, mithilfe der Genschere den, weil es sich hierbei um ein relativ jun-
Frank Edenhofer molekulargenetische Pro- CRISPR/Cas9 die Rolle zweier solcher Gene zu ges Forschungsgebiet im Bereich der Biologie
zesse der Entstehung von Stammzellen des charakterisieren, um herauszufinden, ob und handelt. „Sehr vieles ist noch nicht im Detail
Nervensystems und versucht dabei herauszu- verstanden. Außerdem lernen wir für unsere
finden, wie es dazu kommt, dass das mensch- Arbeiten ein sehr breites Repertoire an mole-
liche Gehirn im Vergleich zu anderen Säuge- »Wir lernen hier kritisch und kularen Werkzeugen zu nutzen und weiterzu-
tieren eine sehr stark vergrößerte und weit- kreativ zu denken.« entwickeln, die in der Natur entstanden sind
aus komplexer differenzierte Großhirnrinde und eine lange Evolution hinter sich haben.“
hat. „Bei der Entwicklung des Nervensystems HannaH Spielmann Auch wenn die Experimente im Stammzel-
spielen bestimmte neurale Stammzellen, so- lenlabor sehr zeit intensiv sind und auch viel
genannte Radialglia und intermediate proge- Planungsarbeit verlangen, bevor es ins Labor
nitor cells eine tragende Rolle, deren Eigen- wie diese in Stammzellen funktionieren“, er- geht, ist Björn Felder davon überzeugt, von
schaften und Differenzierungen zu Neuronen läutert Felder. Für die Molekularbiologie hat dieser praktischen Arbeit sehr zu profitie-
von unterschiedlichen Genen kontrolliert sich der gebürtige Innsbrucker entschie- ren. „Man erhält Einblicke in die Forschung,

Die Praxis üben


In Moot Courts simulieren Studierende der Rechtswissenschaften echte
Gerichtsverhandlungen und sammeln so wichtige Erfahrungen.

P
raktika sind für Studierende der zu vertiefen“, erklärt Dr. Simon Laimer vom ten Gerichtshof anhängig sind. „Die Studie-
Rechtswissenschaften eher selten. Institut für Zivilrecht der Uni Innsbruck, der renden fertigen die Rechtsmittel und deren
Diese haben zwar die Möglichkeit, in den Moot Court Zivilrecht gemeinsam mit Beantwortungen unter Anleitung und Hil-
Anwaltskanzleien, in der Forschung oder Univ.-Prof. Dr. Andreas Schwartze, Leiter festellung erfahrener RechtsanwältInnen
der Verwaltung mitzuarbeiten – wie ein An- des Instituts für Zivilrecht, und Dr. Martin sowie unter akademischer Betreuung aus.
walt, Richter oder Staatsanwalt konkret ar- Trenker, Institut für Zivilgerichtliches Ver- Nach dem Schriftsatzwechsel, der von Ver-
beitet, erfahren sie aber nur als Rechtshörer fahren, unter Mitwirkung der European Law tiefungslehrveranstaltungen in den Fächern
von der Zuschauerbank. Um diesem Nachteil Students Association (ELSA) seit mehreren Zivilgerichtliches Verfahrensrecht und Zi-
entgegenzutreten, wurden die Moot Courts Jahren organisiert. Bei den Moot Courts wird vilrecht sowie einem Rhetorikseminar be-
geschaffen und erfreuen sich immer größe- eine zivilgerichtliche Verhandlung in dritter gleitet wird, treffen die Teams im Rahmen
rer Beliebtheit. Instanz vor dem Obersten Gerichtshof simu- der Finalverhandlungen als Höhepunkt des
Ein Moot Court ist ein Prozessspiel, in liert. Teams von drei bis vier Studierenden Wettbewerbes aufeinander, um auch münd-
dem eine Gerichtsverhandlung fiktiv simu- treten dabei als Rechtsvertreter der Kläger lich ihre Argumente möglichst überzeugend
liert wird. „Moot Courts sollen den Studie- und der Beklagten vor einem Richtersenat zu präsentieren“, erklärt Laimer. „Ich kann
renden bereits im Rahmen der universitären gegeneinander an. Ausgangsbasis des Wett- jedem empfehlen, bei einem Moot Court
Ausbildung die Möglichkeit geben, ihr The- bewerbs sind jeweils Entscheidungen zweit- teilzunehmen. Bei mir hat diese Erfahrung
oriewissen realitätsnah und praktisch zu instanzlicher Gerichte. Dabei handelt es sich die Lust auf die juristische Auseinanderset-
erproben und Softskills wie Rhetorik, Auf- zumindest im Ausgangspunkt stets um reale zung geweckt und mich in der Entscheidung
treten und Formulierung zu erwerben und Fälle, die zumeist sogar aktuell beim Obers- gestärkt, einen der klassischen Rechtsberufe
zu ergreifen“, berichtet Iris Körner, die mit
ihren Teamkolleginnen Katharina Knapp
Nikola Pfisterer (Mitte) gewann und Gabriela Hatz beim Moot Court in Zivil-
mit ihrem Team den Moot Court recht 2018/19 in Innsbruck den zweiten Platz
Zivilrecht in Innsbruck. erreicht hat. „Auch wenn die Vorbereitungen
Foto: Uni Innsbruck sehr zeitintensiv waren, bin ich froh um di-
ese Erfahrung. Im Gerichtssaal zu stehen
und in Echtzeit auf die Argumente der geg-
nerischen Partei reagieren zu müssen, ist
nochmal etwas ganz anderes, als es in der
Theorie zu üben“, beschreibt Nicola Pfis-
terer, die gemeinsam mit Antonia Werner
und Sahra Wallenta den ersten Platz in Inns-
bruck belegt hat. Sie werden die Universität
Innsbruck auch beim Bundesfinale des Moot
Court Zivilrecht, das am 21. Juni 2019 in Inns-
bruck stattfinden wird, im Wettbewerb ge-
gen die Siegerteams der übrigen österrei-
chischen Rechtsfakultäten vertreten.
17

die anderen schlicht verwehrt bleiben“, so


Felder. „Zudem ist es sehr beeindruckend,
zu wissen, dass man ein – vermutlich welt-
weit – erstmaliges oder einzigartiges Expe-
riment ansetzt. Die Freude, wenn dabei etwas
gleich auf Anhieb oder auch nach nächtelan-
gen Versuchen funktioniert, ist dann beson-
ders groß.“

Geschichten, die
das Leben schreibt
Geschichten stehen im Fokus der PhD-
Studentin in Literatur- und Kulturwissen-
schaften Hannah Spielmann. Sie arbeitet zu
Geschichten von und mit Geflüchteten und
untersucht diese im Hinblick auf die Verwen-
dung des Kulturbegriffs. „Ich bin der Meinung,
dass der Begriff Kultur in Diskursen über
Flucht und Migration zu oft und zu ungenau
verwendet wird“, so Spielmann. Gleichzeitig
Die Masterstudentin
engagiert sich die Absolventin eines Masters
Katrin Walter untersucht,
in „Intercultural Communication“ an der
wie sich Denkmuster
University of Manchester in einem Lehre-
auf das Erlebnis eines
Projekt zum Thema Refugee Narratives am
Mensa-Besuchs auswirken.
Institut für Anglistik. „Im Rahmen dieser Foto: iStock/eyecrave
Lehrveranstaltung treffen sich Studierende
ein Semester lang wöchentlich mit geflüch-
teten Menschen und zeichnen im Anschluss
die Erzählungen ihrer Gesprächspartner-
weil sie wie die Geflüchteten an der Schwelle der Universität arbeiten, kann sich aber auch
in eine ihnen unbekannte Zukunft stehen eine Tätigkeit im Sozialbereich vorstellen.
und daher ein beeindruckendes Maß an Of- Für ihr Studium hat sie sich entschieden, weil
»Es ist sehr beeindruckend, fenheit und Verständnis für Menschen auf- die Literatur- und Kulturwissenschaften die
zu wissen, dass man ein bringen, deren Leben sich im Umbruch be- Gesellschaft beobachten, zu verstehen ver-
– vermutlich weltweit – findet“, so Ramsey-Kurz. Dies bestätigt auch suchen, kommentieren und kritisieren. „Wir
Hannah Spielmann: „Es ist wichtig, dass die lernen hier, kritisch und kreativ zu denken,
erstmaliges oder einzigartiges Literaturwissenschaft das Erzählen und die eine Fähigkeit, die ich äußerst wichtig finde
Experiment ansetzt.« Erforschung davon wiederentdeckt. Applied und von der ich glaube, dass sie in vielen Stu-
Björn Felder
Literary Studies haben viel Potenzial.“ Han- dien zu kurz kommt“, erklärt Spielmann.
nah Spielmann würde in Zukunft gerne an susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼

Innen und ihre eigenen Eindrücke darüber


auf“, beschreibt Hannah Spielmann. Diese
Geschichten werden dann gesammelt und ar-
chiviert, um sie für zukünftige Forschung –
auch ihre eigene – verfügbar zu machen. Die
Leiterin dieser Lehrveranstaltung und PhD-
Erstbetreuerin Spielmanns, Prof. Helga Ram-
sey-Kurz vom Institut für Anglistik, forscht
bereits seit einiger Zeit im Bereich Life Wri-
ting. „Diese Gattung umfasst Texte, die tat-
sächliche Lebenserfahrungen festhalten, und
werden mit dem Ziel analysiert, ein besseres
Verständnis von unterschiedlichen Lebens-
vorstellungen zu entwickeln und Einblick in
die Unsicherheiten, Ängste und Erwartungen
zu gewinnen, die diesen Vorstellungen zu-
grunde liegen“, erklärt Ramsey-Kurz. Darü-
ber hinaus interessiert man sich in der Life-
Writing-Forschung für die Umstände, die Er-
zählungen von Lebensgeschichten auslösen
und die kulturell bedingten Unterschiede,
Björn Felder arbeitet im
die sich in der Erfahrung, Erinnerung und
Stammzellen-Labor mit.
Konstruktion lebensprägender und -verän- Foto: Felder
dernder Ereignisse abzeichnen. „Die Arbeit
mit Studierenden ist hier besonders wertvoll,
18

Weltweit zu Hause
Kommen – Gehen – Bleiben: Im Projekt „Gesichter einen Blick in ihre eigene Familiengeschich-
te geworfen und in Erzählungen festgehal-
der Migration“ haben Tiroler Jugendliche ihre ten.

Familienbiographien erforscht und zeigten im Stubaital Mehrheimisch


und in Innsbruck, dass Migration der Normal-, und Der Onkel in Kanada, die Tante in der
Türkei oder der Cousin in Wien: In jeder Fa-
nicht der Sonderfall ist. milie der Schülerinnen und Schüler aus Inns-
bruck und Fulpmes wird man „fündig“: „Wir
alle haben einen so genannten Migrations-
hintergrund. Im Grunde sind oder waren die

S
eit 2017 standen für die Schülerinnen im Innsbrucker Stadtteil Pradl immer wieder Menschen in jeder Familie auf Reisen und
und Schüler der Neuen Mittelschule Themen wie Migration, Mobilität, Familie haben beispielsweise ihren Geburtsort – zu-
Vorderes Stubai in Fulpmes und der und Biografie auf dem Stundenplan. mindest vorübergehend – verlassen. Wir sind
UNESCO Neuen Mittelschule Gabelsberger also alle mehrheimisch“, verdeutlicht Marc
Jugendliche als ExpertInnen Hill. Das Projekt zielte daher auf einen Per-
spektivenwechsel ab und lenkte den Blick
Einen klassischen Frontalunterricht in den im Sinne eines „biographischen Nachden-
Migrations-Projekt Klassen der jeweiligen Schule dürfe man sich kens“ auf die eigenen Familien der Schüle-
darunter aber nicht vorstellen, erzählt Dr. rinnen und Schüler. „Dadurch konnten wir
und Ausstellung Marc Hill, zuständig für den Ausbau von For- bisher unsichtbares Wissen sichtbar machen:
schungs-Bildungs-Kooperationen im Projekt In Form des Austausches untereinander, aber
Das von 2017 bis 2019 laufende am Institut für Erziehungswissenschaft der auch online in unserem Projekt-Blog (siehe
Sparkling Science-Projekt „Gesichter Uni Innsbruck: „Die Jugendlichen wurden Infobox) und im Rahmen der gemeinsamen
der Migration – Jugendliche aus Tirol selbst zu Expertinnen und Experten. Un- Ausstellung in Innsbruck. Dort werden auch
erforschen ihre familiale Migrations- ter der Projektleitung von Prof. Dr. Erol Yil- die Ergebnisse der ethnografischen Feldfor-
geschichte“ wurde vom Bundesmi- diz hat ein Forschungsteam die Schülerinnen schung zu sehen sein“, so Hill.
nisterium für Bildung, Wissenschaft und Schüler über den gesamten Forschungs- Unterschiedliche Forschungsfragen stan-
und Forschung finanziert. Projektlei- zeitraum begleitet und gemeinsam mit den den in allen Schritten des Projekts stets im
tung: Prof. Dr. Erol Yildiz; Leitung des Lehrerinnen und Lehrern vor Ort sozusagen Mittelpunkt: Wie sind Menschen in famili-
Projektbereichs Citizen Science: Ass.- mit den entsprechenden Werkzeugen ausge- äre und andere grenzüberschreitende Netz-
Prof. Dr. Marc Hill; Wissenschaft- stattet. Darüber hinaus wurde dieses beson- werke eingebunden? Wie bewegen sie sich in
liche Projektmitarbeiterinnen: Lisa dere Bildungssetting von Projektpartnern transnationalen Räumen? Wie kombinieren
Ferron MA, Dr. Miriam Hill, Anita aus den Bereichen Kunst, Gesellschaft und sie Unterschiedliches miteinander und ent-
Rotter MA; Studentischer Mitarbei- Museumspädagogik tatkräftig unterstützt.“ wickeln daraus ihre eigenen Lebensentwür-
ter: Alexander Böttcher, BA. Zahl- Im Mittelpunkt standen dabei qualitative fe? Die Ergebnisse von „Gesichter der Migra-
reiche Partner aus Gesellschaft und Methoden der empirischen Sozialforschung: tion“ sollen über das Projekt hinaus Wirkung
Wirtschaft, wie das Amt der Tiroler In zahlreichen Interviews und Gesprächen zeigen und auch künftig in den Unterricht an
Landesregierung, Abteilung Gesell- untereinander oder mit verschiedensten österreichischen Schulen einfließen.
schaft und Arbeit – Integration, das Familienmitgliedern haben die Jugendlichen melanie.bartos@uibk.ac.at ◼
Künstlerhaus Büchsenhausen, das
Tiroler Landesmuseum und das Tiro-
ler Volkskunstmuseum sowie das Ze-
MiT – Zentrum für MigrantInnen in
Tirol beteiligten sich am Projekt. Der
Verlauf des Projekts wurden in einem
Blog dokumentiert: https://www.uibk.
ac.at/iezw/migration-bildung/

Ausstellung in Innsbruck: Von


27.02.2019 bis 03.03.2019 ist in der Bä-
ckerei – Kulturbackstube in der Drei-
heiligenstraße 21a, 6020 Innsbruck
eine aus dem Projekt „Gesichter der
Tiroler Jugendliche
Migration“ entstandene Ausstellung
haben sich mit ihren
zu sehen. Der Eintritt ist frei, Inte-
Familienbiographien
ressierte sind herzlich willkommen.
auseinandergesetzt.
Die Eröffnung findet am Mittwoch, Foto: Lisa Ferron
27. Februar, ab 9 Uhr statt.
19

Mit der Digitalisierung


gehen
Gezielte Weiterbildungen an der Uni Innsbruck
bereiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
unterschiedlichsten Themenfeldern auf digitale
Entwicklungen, kommende Herausforderungen und
Chancen am Arbeitsmarkt vor.

I
n nahezu jedem Bereich, zu dem an der
Universität Innsbruck geforscht und ge-
lehrt wird, kommen digitale Werkzeuge
zum Einsatz und ermöglichen bzw. unter-
stützen Forschung und Lehre auf höchstem
Niveau. Vom direkten Transfer dieser Er-
kenntnisse in die Praxis profitieren Teilneh-
mende der Weiterbildungsangebote an der
Uni Innsbruck. Neben den regulären Studien-
fächern werden berufsbegleitend Lehrgänge,
Kurse und Seminare für alle angeboten, die
ihre fachspezifischen Kenntnisse aktuali-
sieren oder neue Aspekte ihres Berufsfeldes
kennenlernen möchten. Mit der kontinuier-
lichen Entwicklung neuer Angebote reagiert
die Universität sowohl auf die gestiegene Be-
deutung der Digitalisierung als auch auf die
hohe Nachfrage nach Studiengängen zu die-
sem Thema.
An der Uni Innsbruck
werden Weiterbildungen mit
Uni-Lehrgang „Digital Business“ Fokus auf Digitalisierung
Seit vergangenem Wintersemester können angeboten.
Foto: Gerhard Berger
Interessierte im Universitätslehrgang (ULG)
„Digital Business (MSc)“ ihre Kompetenzen
für die digitale Arbeitswelt erweitern. Weiters
plant die Universität ab Herbst 2019 einen in-
ternationalen ULG „Data Science“ (Master in Österreichischen Forschungsförderungsge- oder Verfahren im eigenen Unternehmen
Data Science - MDS) ins Angebot aufzuneh- sellschaft (FFG) geförderten Qualifizierungs- ausgestattet und sollen lernen, die ökono-
men, um den Bedürfnissen der Arbeitswelt netzen und -seminaren werden Mitarbeite- mische, ökologische und soziale Nachhal-
vermehrt entgegenzukommen. Insgesamt rinnen und Mitarbeiter gezielt auf ihre beruf- tigkeit der Branche sicherzustellen. Weiters
stehen Menschen, die Neues wagen und ih- lichen Bedürfnisse geschult. Daher bietet die plant die Universität Innsbruck ab Frühjahr
ren persönlichen wie beruflichen Horizont Universität Innsbruck den FFG-Innovations- 2020 das erste Digital Pro Bootcamp eben-
erweitern wollen, über 50 Universitätslehr- lehrgang „Digital Tourism Experts“ an, der falls zum Thema „Data Science“. Für diese
gänge und -kurse im Rahmen der universi- sich mit Themen wie semantische Techno- neunwöchige Weiterbildung werden noch in-
tären Weiterbildung an der Uni Innsbruck zur logien im Web, Usability von Assistenzsyste- teressierte Klein- und mittelständische Un-
Verfügung. men, Konsumentenverhalten im Buchungs- ternehmen gesucht, die anhand eines un-
prozess, Big Data Management oder Strate- ternehmenseigenen Projektes mehr über
Für Unternehmen gien zur Cyber-Sicherheit beschäftigt. Datenmanagement, Datenverarbeitung und
Im Rahmen des FFG-Projekts „Snowledge“ Datensicherheit lernen möchten.
Ein spezieller Fokus der Universität Inns- finden fachspezifischen Schulungen für Mit- Alle Informationen zu den Formaten und
bruck ist neben den traditionellen Angeboten arbeiterinnen und Mitarbeiter von Seilbahn- Projekten der universitären Weiterbildung
von Universitätslehrgängen und -kursen zu- unternehmen statt. Sie werden mit den not- finden Sie im Internet unter: www.uibk.ac.at/
nehmend die Kooperation mit Unternehmen wendigen Kompetenzen für die Entwicklung weiterbildung
im Rahmen von FFG-Projekten. In von der von innovativen Produkten, Dienstleistungen daniela.puempel@uibk.ac.at ◼
20

Förderkreis
wirkt nachhaltig
Das Engagement der Förderinnen und Förderer schafft
für die Universität Innsbruck Projekte, die nachhaltig
einen Mehrwert für die Jugend darstellen.

D
er Förderkreis 1669 – Wissenschafft nische und naturwissenschaftliche Studien an Rahmen einer einwöchigen Sommerschule
Gesellschaft ist seit seiner Grün- der Universität Innsbruck hineinzuschnup- an der Universität werden Studien und Fach-
dung im Jahr 2015 zu einer bemer- pern, Betriebe zu besuchen und Praktika zu bereiche in Informatik, Mathematik, Physik,
kenswerten, nachhaltig wirkenden Gemein- absolvieren. Die Zahl der Absolventinnen Chemie und Pharmazie, Bau- und Umwelt-
schaft herangewachsen. Die Spenden ma- von naturwissenschaftlichen Studien sowie ingenieurwissenschaften, Mechatronik so-
chen es Jahr für Jahr möglich, talentierte in den Fächern Mathematik, Informatik und wie Geo- und Atmosphärenwissenschaften
junge Menschen in ihrer studentischen und Technik – den sogenannten MINT-Fächern näher vorgestellt, Studierende der verschie-
wissenschaftlichen Laufbahn zu unterstüt- – ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. denen MINT-Fächer stehen den Schülerinnen
zen und vielversprechende, zukunftsträch- Dennoch ist der Anteil weiblicher Studieren- darüber hinaus Rede und Antwort.
tige Projekte der Universität auf den Weg der an allen MINT-AbsolventInnen noch ver-
zu bringen. Eines der vielfältigen Projekte, gleichsweise gering. „Mit dem Sommertech- Fortsetzung des Sommertechnikums
das durch die großzügige Untersütztung des nikum setzt die Universität Innsbruck eine
im heurigen Jahr
Förderkreises realisiert werden konnte, ist wichtige Maßnahme, um Frauen nachhaltig
das Sommertechnikum MINT. Mit diesem für die MINT-Fächer zu begeistern“, sagte Dank der Startfinanzierung des Förder-
können Mädchen für technische Berufe be- Bernhard Fügenschuh, Vizerektor für Leh- kreises 1669 – Wissenschafft Gesellschaft
geistert werden. Ziel ist es, das Interesse von re und Studierende. „Mit der einzigartigen wird das Sommertechnikum MINT auch
zukünftigen weiblichen Fachkräften in die- Kombination aus Praktikum und Sommer- heuer fortgeführt. In zwei „Sommerschul-
sen Metiers zu wecken. schule erhalten die Schülerinnen einen gu- wochen“, entweder von 15. bis 19. Juli 2019
ten Einblick in einzelne Studienrichtungen, oder von 2. bis 6. September 2019 werden
57 Mädchen und junge Frauen sowohl in praktischer Hinsicht als auch auf interessierte junge Frauen in spannenden
theoretischer Ebene.“ Die Schülerinnen ab- Vorlesungen, in Laboraufenthalten und auf
besuchten Praktika und Betriebe
solvieren dabei ein drei- bis vierwöchiges, Exkursionen an die Faszination der Technik
Konkret hatten im Vorjahr dank 1669 ins- bezahltes Praktikum in einem Unterneh- herangeführt.
gesamt 57 Mädchen die Möglichkeit, in tech- men oder an einem universitären Institut. Im daniela.gruber@uibk.ac.at ◼

Besucht wurden die Firmen


Thöni und Leitner (li.) und
die Uni. Fotos: Uni Innsbruck

1669 – Wissenschafft Gesellschaft


Die Mitglieder des Förderkreises unterstützen die Universität Innsbruck gemeinsam in einem Netzwerk, als Brücke in die Gesellschaft,
sowohl ideell als auch materiell. Wenn Sie Interesse am Förderkreis haben, kontaktieren Sie uns bitte unter der Tel. 0 512/507-38 554, E-Mail:
foerderkreis1669@uibk.ac.at – Weitere Infos: www.uibk.ac.at/foerderkreis1669
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Geschichten aus der Geschichte

Feierliche Publikation
Wie gründet man eine Universität, ab wann besteht eine Universität, ab
wann hat sie „geordnete Verhältnisse“? Frühneuzeitliche Universitäten
hatten immer Gründungsphasen. „Die“ Universität gab es nicht, aber allen
gemeinsam war das Promotionsrecht.

D
ie Gründungsphase der Universität er- Privilegien angeführt war, und pochten auf Die Historikerin Margret Friedrich und der
streckte sich über 17 Jahre. 1669 wur- Änderungen. Auch das Brixener Domkapitel Historiker Christof Aichner haben sich zum
de die Finanzierung durch den Haller protestierte, da sie in die Konzeption nicht Jubiläumsjahr der Universität Innsbruck in die
Salzaufschlag von Leopold I. genehmigt, und miteinbezogen waren, die Rolle des Bischofs Archive begeben und arbeiten 350 Jahre Univer-
der Unterricht im philosophischen Propädeu- als Kanzler der Universität nicht festge- sität in anekdotischen Beiträgen auf. Eine aus-
tikum, den alle Studenten, die in die höheren schrieben war. Der Oberste Vertreter des führliche Universitätsgeschichte in Buchform
Studien der Theologie, Rechtswissenschaft Kaisers im Land drang unerbittlich auf die erscheint im Herbst, die kurzen „Geschichten
oder Medizin eintreten wollten, absolviert Publikation, die schließlich im Jänner 1686 aus der Geschichte“ gibt es inzwischen wö-
haben mussten, begann. Dieser wurde aus- erfolgte. chentlich neu hier unter dem Link: www.bit.ly/
nahmslos von Jesuiten bestritten und schloss Margret Friedrich ◼ uni-geschichten
unmittelbar an die letzten beiden Jahre der
Jesuitengymnasien, der Humaniora, an. 1671

Übersetzung aus der


gab es die ersten Absolventen. Sukzessive
folgten die anderen Studien. Im September
1672 waren die vier Professoren auf der Ju- kaiserlichen stiftungsurkunde
ridischen Fakultät installiert. Die Theologie
konnte ebenfalls gleich beginnen und wurde
bis 1675 auf fünf Professoren vervollständigt. Die feierliche Publikation der Bestä-
Der erste Professor der Medizin, Gaudenz von tigung unserer Universität wurde in un-
Sala, er war 1673 der einzige Bewerber, mus- serer Kirche begangen mit Erlaubnis des
ste vor seinem Dienstantritt noch ein Studi- verehrten Herrn Rektors, der durch den
enjahr in Padua absolvieren und erhielt ein Vizerektor darum gebeten wurde. Zuvor
Jahr später, versehen mit den Zeugnissen aus kamen die Professoren in der Universi-
Padua, seine Bestellung, 1676 kam ein zweiter tätsstube zusammen, dann wurden alle
Professor an diese Fakultät. mit den Universitätsinsignien bekleidet
Es fehlten noch die kaiserliche Stiftungs- (außer der verehrte Herr Sala, für den man
urkunde und, nicht weniger wichtig, kaiser- noch keinen Talar beschafft hatte), unter
liche Privilegien und Statuten. Die päpstliche feierlichen Trompeten- und Trommel-
Bestätigung war für eine Universität nicht klängen und in Begleitung aller adeligen
mehr unbedingt nötig, es gab inzwischen ja und restlichen Studenten in großer Zahl
genügend protestantische anerkannte Uni- zog man unter den Blicken und dem Ap-
versitäten, wohl aber für eine katholische plaus der ganzen Stadt in die Kirche, die
erwünscht, da z. B. die Theologen keine Pro- auf das Feierlichste geschmückt war. [...]
motion vor Einlangen der päpstlichen Bestä- Außer den ansässigen Adeligen und Räten
tigung durchführen wollten. Beide Urkun- waren bei dieser feierlichen Zeremonie
den trafen 1677 ein. Statuten und Privilegien dabei der durchlauchtigste Fürst Razi-
ließen auf sich warten, obwohl ein Entwurf villius mit seiner Gattin, des Königs von
der Universität 1676 vorgelegt, zur Korrek- Polen Schwester, die damals gerade zu-
tur zurückgeschickt und 1679 wieder einge- fällig durch Innsbruck reisten. Dann zog
reicht worden war. Im Oktober 1681 erfolgte man weiter zum Kolleg, wo auf Kosten der
die kaiserliche Genehmigung, allerdings gab Universitätskasse alle Professoren zum
es Unklarheiten, wer der Hofkanzlei die ge- Essen eingeladen wurden, [...].
forderten 300 Taler Taxe zahlen sollte. Erst
im April 1684 trafen die Dokumente ein, UAI, Tagebuch Theologische Fakultät,
doch wurden sie nicht sogleich publiziert, es Bd. I. Eintrag v. 16. November 1677.
dauerte, bis die nötigen Abschriften erstellt Üb. v. Florian Schaffenrath.
waren, außerdem akzeptierten die Profes-
soren nicht alles, was in den Statuten und
22

Fulminanter Auftakt
zum Uni-Jubiläum
Mit einem imposanten Konzert der drei
Universitätsensembles bestehend aus Orchester, Chor
und Big Band wurde das Jubiläumsjahr feierlich im
Congress Innsbruck eröffnet.

I m Beisein zahlreicher Ehrengäste feierte


die Universität Innsbruck am 31. Jänner mit
dem Eröffnungskonzert den künstlerischen
Das Jubiläumsjahr wurde
Auftakt zum Jubiläumsjahr. Geschichte, Ge-
mit einem Konzert der drei
genwart und Überlegungen für die Zukunft
Universitätsensembles
prägen die Universität, beschäftigen alle
feierlich eröffnet.
Foto: Uni Innsbruck
Beteiligten und laden – insbesondere anläss-
lich des Jubiläums – zur Auseinandersetzung
ein.
Gleichsam als Synonym für das ganze Ju-
biläumsjahr stand der musikalische Bogen
des Konzertabends, der von der Tradition
bis hin zum modernen Experiment gespannt
wurde. Gemeinsam gestalteten die drei En-
sembles den Abend in wechselnden Koope-
rationen. Den Höhepunkt bildete dabei das
Stück für alle drei Ensembles, das eigens zum
Jubiläumsjahr bei der Südtiroler Komponis-
tin Manuela Kerer in Auftrag gegeben wurde.
Für das Auftragswerk mit dem Titel „unified“
hat diese eng mit den drei Ensembles zusam-
mengearbeitet, Universitätsangehörige nach
charakteristischen Klängen an der Uni be-
fragt und die Antworten in ihrer Komposition
verarbeitet.

Runder Geburtstag Universität rehabilitiert


gefeiert Christoph Probst
A nfang des Jahres feierte Altrektor Hans
Moser seinen 80. Geburtstag. „Er war die
prägende Rektorsfigur in den 1990er-Jahren“, C hristoph Probst, Widerstandskämpfer und
kurzzeitig Student in Innsbruck, wurde
toph Probst rein symbolisch ist – aber wir
wollen ihn dennoch setzen, um Klarheit zu
betonte Rektor Tilmann Märk im Rahmen ei- im Rahmen einer Gedenkstunde der beiden schaffen“, sagte Rektor Tilmann Märk. Neben
ner Feier. Die Universität würdigte seine Rolle Innsbrucker Universitäten am 21. Februar zahlreichen im Jubiläumsjahr geplanten Ver-
damals durch die erstmalige Verleihung des rehabilitiert. „Anlässlich unseres Jubiläums anstaltungen zur Geschichte der Universität
Ehrenrings an seine Person. Dekan Sebastian setzen wir uns intensiv mit der Vergangenheit informierte Wolfgang Meixner, Vizerektor
Donat und der Leiter des Instituts für Germa- der Universität und ihren Widersprüchen aus- für Personal und Historiker, im Rahmen der
nistik, Thomas Schröder, begrüßten die über einander. Im Zuge dessen haben wir uns dazu Gedenkstunde auch über ein 1938 vom da-
200 Besucherinnen und Besucher ebenso wie entschieden, auch die Geschichte der Univer- maligen Rektor Harold Steinacker in Auftrag
der für Wissenschaft zuständige Landesrat sität neu erforschen zu lassen, und mit die- gegebenes Mosaik einer Hitler-Darstellung in
Bernhard Tilg, der auf die Rolle Mosers nach sem dunklen Kapitel in unserer Vergangen- der Aula der Universität, das lange in Verges-
der Auffindung des Eismanns „Ötzi“ sowie heit entsprechend verantwortungsbewusst senheit geraten war und dessen Reste inzwi-
bei der Etablierung der ersten Kinderuni in umzugehen. Es ist mir natürlich bewusst, schen mittels Tiefensondierung lokalisiert
Österreich hinwies. dass dieser Akt der Rehabilitierung von Chris- werden konnten.
23

Israelische Botschafterin zu
Gast an der Uni Innsbruck
Z um dritten Mal besuchte die israelische
Botschafterin, S.E. Tayla Lador-Fresher,
vor kurzem die Universität Innsbruck. Im
Dr. Barbara Tasser, der Leiterin der Trans-
ferstelle Wissenschaft-Wirtschaft-Gesell-
schaft, Dr. Sara Matt-Leubner, sowie den
60 Kinder besuchten das
Rahmen der 5-Jahresfeier des wissen- Koordinatorinnen von AIANI, Dr. Marion
Institut für Geographie.
schaftlichen Netzwerks AIANI (Austria-Is- Wieser und Mag. Verena Mungenast, statt.
Foto: Wolfgang Bacher
rael Academic Network Innsbruck) hielt sie Die Botschafterin betonte dabei die Wich-
einen gut besuchten Gastvortrag zum The- tigkeit der guten Beziehungen, die durch
ma „Israel @ 70 Years: Celebrating Tech- den akademischen Austausch und die For-

Faszination
nology, Innovation and Entrepreneurship“. schungszusammenarbeit zwischen der
Zuvor fand ein Arbeitsgespräch mit Rektor Universität Innsbruck und verschiedenen

Stein
Tilmann Märk, Vizerektorin Ulrike Tanzer, Universitäten und Forschungseinrich-
der Leiterin der Internationalen Dienste, tungen in Israel, aktiv gefördert werden.

I m Rahmen des NATOPIA-Projekts FAST


(Faszination Stein) konnten kürzlich 60
Kinder der Volksschulen Reutte, Vils und Zell
bei Kufstein einen Tag am Institut für Geo-
graphie der Universität Innsbruck verbringen.
Ao. Univ.-Prof. Peter Tropper führte sie dabei
in komplexe Phänomene wie Vulkanismus,
Plattentektonik und Klimawandel ein und
verstand es, sie mit kleinen Experimenten
für die Erdwissenschaften zu begeistern. Bei
einem Institutsrundgang hatten die Schüle-
rinnen und Schüler auch die Gelegenheit, die
umfassende erdwissenschaftliche Schau-
sammlung zu besichtigen und erhielten Ein-
blicke ins Labor.
Rektor Tilmann Märk, Dirk Rupnow,
Botschafterin Tayla Lador-Fresher, Noam Zadoff,
Esther Fritsch und Bürgermeister Georg Willi.
Foto: AIANI LEO 4 offiziell
eröffnet
Winter School in Förderung an A m 24. Jänner wurde der neueste Hoch-
leistungsrechner an der Universität
Innsbruck, LEO 4, offiziell eröffnet. Insge-

zehnter Runde Jungforscher samt rund 40 Arbeitsgruppen aus verschie-


denen Wissenschaftsbereichen profitieren
vom neuen Supercomputer. „Die Universität

V on 4. bis 15. Februar fand die bereits


zehnte Ausgabe der Winter School on
Federalism and Governance statt, die in der
Z um vierten Mal hat die Uni Förde-
rungen für begünstigt behinderte
Nachwuchswissenschaftlerinnen und
Innsbruck ist in 4.0 angekommen“, freute
sich Rektor Märk im Rahmen der offiziellen
Eröffnung des mittlerweile vierten Hochleis-
ersten Austragungswoche an der Universi- Nachwuchswissenschaftler ausgeschrie- tungsrechners an der Universität Innsbruck
tät Innsbruck, in der zweiten an der EURAC ben. Im Rahmen eines kleinen Fest- und betonte die Bedeutung der Arbeit des For-
Bozen abgehalten wurde. Wie bisher stand aktes wurde die diesjährige Förderung schungsschwerpunktes Scientific Computing,
auch diese Ausgabe der Winter School, die an Michael Sasse, BSc MSc vom Institut der alle Forschungsaktivitäten der Univer-
dem Thema „Federalism and the Rule of für Analytische Chemie und Radioche- sität in den Bereichen Informationstechno-
Law“ gewidmet war, unter der Schirm- mie verliehen. Er erhält diese für seine logie und computerunterstützter Forschung
herrschaft des Europarats. Dissertation. integriert. Die LEO-Rechner-Familie an der
Universität Innsbruck schafft eine wichtige

Neuer Vorstand
Basis für den Aufbau von Kompetenzen im
Bereich Hochleistungsrechnen. LEO 4 wurde
finanziert durch den Forschungsbereich
Scientific Computing und den ordentlichen

N ach 20 Jahren legte der Anglist Wolf-


gang Zach den Vorsitz des Verbandes
der Professorinnen und Professoren der
Stellvertretern wurden der Chemiker Hu-
bert Huppertz und der Mediziner Michael
Nogler gewählt. Bei einer Festveranstal-
Haushalt der Universität Innsbruck. Das Sys-
tem besteht aus 48 Knoten mit je 28 Intel-Xe-
on-Recheneinheiten. Bis auf vier Knoten (512
Uni Innsbruck und der Medizinischen Uni tung würdigte der ehemalige Dekan der GB) sind alle Knoten mit 64 Gigabyte RAM
Innsbruck (UPVI) zurück. Ihm folgt der Be- Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik, ausgestattet, was ca. 4,9 Terabyte RAM ent-
triebswirt Matthias Bank nach, zu seinen Dieter Lukesch, die Tätigkeit von Zach. spricht.
vor Ort
1. März, 10 Uhr Vortrag von George Loewenstein im Rah- Forschung, sowie Informationen und Ant-
Podiumsdiskussion: Religion – Gesell- men der 37. Böhm-Bawerk-Vorlesung worten auf brennende Fragen zu erhalten.
schaft – Politik: Konfessionen im Span- an der Fakultät für Volkswirtschaft und Anlässlich der Campus-Tage findet auch
nungsfeld des Wandels Statistik. Hörsaal 3, Sowi, Universitäts- der RoboCup Junior 2019 statt. Eintritt frei!
Im Rahmen der 10. Jahrestagung der In- straße 15 Weitere Infos: http://bit.ly/campus-tage
teressengemeinschaft Politische Bildung Campus Technik, Universität Innsbruck,
diskutieren Vertreter verschiedener Reli- 21. März, 15.30 Uhr Technikerstraße 13–25, 6020 Innsbruck
gionsgemeinschaften. Weitere Infos: http:// The way we pay in 2030
igpb.at/veranstaltungen/; Hörsaal 2 Sowi, Vortrag von Mag. Susanne Steidl (CPO 6.- 8. Mai
Universitätsstraße 15 Wirecard AG) im Rahmen der Business WissensDurst Festival
Leaders Lecture Series an der Fakultät für Wissenschaft trifft Nachtleben: In gemüt-
6. März, 18 Uhr Betriebswirtschaft. Sowi-Aula, Universi- licher Atmosphäre geben Innsbrucker For-
Lesung „Wahre Kriminalgeschichten aus tätsstraße 15 scherInnen an drei Abenden Einblicke in
Innsbruck“ ihre Arbeit. Weitere Infos: www.wissens-
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die 10. April, 19 Uhr durst-festival.at
Dreizehn“ nimmt Ewald Strohmar-Mauler Film- und Diskussionsabend: #Female
seine Leserinnen und Leser mit auf eine Pleasure 7. Mai, 19:00 Uhr
abenteuerliche Zeitreise zu den histo- Der Film zeigt, wie weibliche Sexuali- Lesung von Cécile Wajsbrot
rischen Schauplätzen des Verbrechens und tät rund um die Welt noch immer ein- Gemeinsam mit der Stadträtin für Kultur,
seiner Bekämpfung in Innsbruck. Univer- geschränkt und unterdrückt wird. Eine Mag. Ursula Schwarzl, und dem Dekan der
sitäts- und Landesbibliothek Tirol, Ver- Veranstaltung vom Bereich Kritische Ge- Philologisch-Kultur wissenschaftlichen
anstaltungsraum Hauptbibliothek Altbau, schlechterforschung des Instituts für Er- Fakultät, Univ.-Prof. Dr. Sebastian Donat,
Innrain 50 ziehungswissenschaft. Kursraum, Institut wird die diesjährige Writer in Residence
für Erziehungswissenschaft, Liebenegg- an der Philologisch-Kulturwissenschaft-
18. März, 9 Uhr straße 8 lichen Fakultät begrüßt. Cécile Wajsbrot
Montagsfrühstück. Forum für strate- wird aus ihren Romanen Totale Éclipse und
gische Langsamkeit: #frauenzählen 22. April, 14 Uhr Destruction (Paris 2019) lesen. Stadtbiblio-
#frauenzahlen Osterfest im Botanischen Garten thek Innsbruck, Amraser Straße 2
Dieses mit dem Arbeitskreis Wissenschaft Am Ostermontag laden der Botanische
und Verantwortlichkeit der Uni organi- Garten und die Grüne Schule zum traditi- 8. Mai, 19 Uhr
sierte Montagsfrühstück ist der Sichtbar- onellen Osterfest ein. Botanischer Garten Literary Quartet
keit von Frauen gewidmet. Es diskutiert Innsbruck, Sternwartestraße 15 Four members of the English Department
die Literaturwissenschaftlerin Veronika are sharing their impressions and opi-
Schuchter mit einer Autorin. Literaturhaus 26. und 27. April nions of current publications in English.
am Inn, Josef-Hirn-Straße 5, 10. Stock Campus-Tage Technik STUDIA Innrain 52f
WissenschaftlerInnen des Campus Technik
18. März 2019, 18 Uhr laden dazu ein, ihre Arbeit kennenzulernen Weitere Informationen gibt es im
Behavioral Economics and the Age of In- und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, Online-Veranstaltungskalender unter
formation um einen Einblick in die Faszination der www.uibk.ac.at/events

DIE UNI
INNSBRUCK
FEIERT 350
JAHRE.
Feiern Sie mit!
@ BfÖ 2019

Das Programm und alle Informationen


www.uibk.ac.at/350-jahre