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Die umstrittene Kirchenpolitik von Kaiser Valens

Theodorusprozess
-geht es um die öffentliche Hinrichtung des Ursupators Theodorus, welcher versucht haben
soll, durch magische Praktiken auf den Thron zu kommen. Die Theodorusverschwörung der
letzte Versuch die christliche Herrschaft durch eine heidnische aufzulösen
-lässt sich 371/372 datieren
--Angeklagten waren hohe Beamte und Philosophen
-Der Prozess wurde vom Augenzeugen Ammian (Ammianus Marcellus), der neben Prokopios
als bedeutendster spätantiker Historiker gilt aufgezeichnet.
-Hauptprozessort war Antiochia, der damalige Aufenthaltsort des Kaisers Valens
neben Konstantinopel und Alexandria einer der größten und bedeutendsten Städte in röm.
Zeit,
-Als möglicher Veranstaltungsort wird das Hippodrom, die größte Arena der Stadt vermutet,
da in der Übersetzung von „unzähliger Menschenmenge“, „Schauspiel“ und
„Volksfesthinrichtung“ gesprochen wird
->Dieser Prozess zielte bewusst auf eine Breitenwirkung ab
-> hat lange Zeit bei Heiden und Christen für große Aufmerksamkeit gesorgt.

Ablauf
-Theodorus wurde mit den anderen Angeklagten in die Arena geführt und die meisten
wurden zu Tode gefoltert, verbrannt oder hingerichtet
Mit der Exekution war das Verbrechen aber nicht gesühnt ->deren Vermögens wurde
konfisziert, Verbot der Trauer ausgesprochen und das Grabrecht enzgogen

Im Anschluss verbrannte man unzählige Bücher und Schriftrollen.


Die Mehrzahl der Bevölkerung war christlich gesinnt und die Verbrennung der Schriftwerke
sollte eine Art Beweisführung bzw. Enthüllung der Verschwörung sein.
Zudem sollte die Vernichtung von Schriftwerken die Empörung über die grausame
Gerichtspraxis besänftigen

Hinrichtungen in Ephesos
-Eng in Verbindung zum Theodorusprozess stehen die Hinrichtungen in Ephesos
-ist die zweite heidnische Säuberung die der Kaiser angelasst hat
-Im Jahre 372 ernannte Valens, den Festus zum Prokonsul in Ephesos, Ephesos galt (neben
Pergamon) als Zentrum des Neuplatonismus gilt.
-Dort lebten größtenteils die letzte Repräsentanten der griechischen Philosophie und
standen somit in Auseinandersetzung mit dem Christentum,
- Eine der ersten Maßnahmen des Festus war die Hinrichtung des Philosophen Maximos,
welcher als Freund und Lehrer Kaiser Julians bekannt war
-Angeblich soll er einen Schadenszauber gegen die kaiserlichen Brüder verübt haben, da
diese an Fieber erkrankten
-Es gab keine rechtlichen Bedenken ihn nicht ebenfalls wie die anderen Angeklagten in
Antiochia hinrichten zu lassen. Ephesos ein Zeichen setzen
-Es wurden aber auch viele andere Heiden umgebracht sowohl das alte „Kräuterweiblein“
Heilzauber bis hin zu einem jungen Mann mit einem Selbstheilungsversuch
->Gefährten, Schüler und Symphatisanten des Maximus und seiner Schule sollten gewarnt
und abgeschreckt werden

Funktion der öffentlichen Urteilsvollstreckung


-Hauptziel Ausschaltung der Verschwörergruppe um Theodorus und Hinrichtung Maximus
-Abschreckung vor ähnlichen Aktivitäten/Ausschaltung der Opposition
-Antipathie und Hass gegenüber den Verurteilten wecken
-christliche Überzeugung und Etablierung des christlichen Glaubens (warnung vor einem
Rückfall ins Heidentum
- die öffentlichen Hinrichtung und Büchervernichtung als „massenpsychologische“
->positive Reaktion und Akzeptanz beim Zielpublikum

Bewertung des Theodorusprozesses


durch die julianische Herrschaft war die heidnische alternative wieder in das Bewusstsein
gerückt
Der christliche Kaiser veranlasst die Ausschaltung seiner heidnischen Oppositionsgruppe und
entmachtet somit die heidnische Führungsschicht, welche auf eine Julianrenaissance hoffen
Er beendete sozusagen den Kulturkampf zwischen Christentum und hellenistischer Kultur
indem das potentielle Zentrum des östlichen Heidentums, die neuplatonische Schule und
derartige Schritzeugnisse
-der offizielle Lehrbetrieb in Pergamon und Ephesus verstummte für immer und niemand
wagte es eine Schule zu organisieren und zu leiten.
-die Theodorusverschwörung war die letzte umfassende Aktion heidnischer Kräfte der
östlichen Reichshälfte mit dem Ziel einer Restauration heidnischer Herrschaft
->Valens wiederholte mit der Todesstrafe verbundene Verbot für Zauberei, Weissagung und
nächtliche Opfer
-grundsätzliche Ablehung heidnischer Praktiken und die Anordnung der Ausrottung
->Gesetze gegen nächtliche Opfer (parallelität wie bei constantin) und Gesetze gegen
astrologische Praxis
Ablösung der alten Machteliten und Kontrolle bzw Zensur durch den christlichen Staat
Frage: Ob Reaktiver natur (verschwörung und krankheit) möglicherweise aus Angst vor
Zauberei Oder absichtlich um das christliche Erbe Konstantins weiterzuführen?

Wo man sich einig sein kann ist dass er seinem nachfoger Theodosius den Weg zur
inwiderruftlichen Begründung der Staatskirche ebnete