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MovieMento & City-Kino SepteMber 2017 Nr. 344 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino www.moviemento.at
MovieMento & City-Kino
SepteMber 2017
Nr. 344 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino
www.moviemento.at
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Vorspann

Inhalt

Neue Filme im September

 

BAUMSCHLAGER DAS IST UNSER LAND! DIE BESTEN ALLER WELTEN DIE DRITTE OPTION DIE LIEBHABERIN EIN SACK VOLL MURMELN HEREINSPAZIERT! KÖRPER UND SEELE LEANDERS LETZTE REISE LOGAN LUCKy MAGICAL MySTERy MEINE COUSINE RACHEL ON THE MILKy ROAD PORTO SCHLOSS AUS GLAS UNITED STATES OF LOVE VICTORIA & ABDUL WALK WITH ME WIE DIE MUTTER, SO DIE TOCHTER WIR TÖTEN STELLA

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Babykino AK:kultur Südwind im Kino FilmTage 50+

 

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Preise:

Programmheft-Jahresabo: EUR 19,– Kinometerbank: 10 Karten + Programmheftabo: EUR 70,– MovieMember: 1 Jahr ermäßigter Eintritt + Abo: EUR 30,–, Einzelexemplar: EUR 1,50 Bankverbindung: Hypobank, Linz Landstraße, IBAN:

AT955400000000761858 / BIC: OBLAAT2L lau- tend auf »Moviemento Programmkino gemeinnützi- ge GmbH« Satz- und Druckfehler vorbehalten.

Hinweis für Kinometerbank Käufer_innen Per Überweisung bezahlte Kinometerbanken und MovieMember-Cards liegen an der Moviemento Kino-Kassa auf und können dort gegen Vorlage der Zahlungsquittung (=Auftragsbestätigung) zwischen ca. 17.00 und 21.00 Uhr abgeholt werden. Aus orga- nisatorischen Gründen ist die Abholung im City-Kino nicht möglich. Wegen immer häufiger aufretender Zustellprob- leme unserer Programmzeitung durch die Post möchten wir uns entschuldigen. Diese liegen nicht in unserem Bereich. Gegebenenfalls bekommen Sie das Programm gerne an der Kassa.

Impressum Medieninhaber: Verein zur Förderung kommunikativer Kinokultur, OK Platz 1, 4020 Linz, Tel: 0732/784090. Obmann: Wilhelm Schwind. DVR: 0562831/180189. F. d. I. v.: Wolfgang Steininger. Gestaltung Heft 344: Sara Köppl, Stefan Messner Mitarbeit: Angelika Meidhof, Rüdiger Ratzenböck Druck: Haider Schönau, Niederndorf 32, 4274 Schö- nau, Tel: 07261/7232. Gedruckt auf chlorfrei gebleich- tem Papier. Mit der Unterstützung von BMUKK, LAND OÖ, STADT LINZ und zahlreichen Mitgliedern, Förder_innen. Offenlegung gem. Mediengesetz § 25(2): Verein zur Förderung kommunikativer Kinokultur, Unterneh- mensgegenstand: Präsentation von Filmkunst. § 25(4): Vermittlung von Informationen über Film, Kino-Kultur und Zeitkultur.

Ein Sommer voller Baustellen neigt sich dem Ende zu, und im September werden die oft so verschlungenen Irrwege zur Moviemento-Kassa der letzten Wochen wieder kürzer. Die Umge- staltung des OK-Foyers ist Anfang September abgeschlossen, und wir freuen uns schon, Sie im neuen Kassenbereich im Erdgeschoß in Empfang zu nehmen. Das Getränk für vor, für oder nach der Vorstellung können Sie dann wieder wie gewohnt gleich gegenüber, im von MarchGut neu gestalteten Solaris, erwerben. Die entsprechenden Zigaretten werden Sie in Zukunft aller- dings vor der Tür inhalieren müssen, da das Solaris rauchfrei wird. Eine weitere Baustelle, die uns jedoch noch durch den September begleiten wird, ist die Renovie- rung des Saals 2 im City-Kino. Ende September dürfen Sie sich dann über neue Bestuhlung und frisches Interieur freuen, in dem Sie den einen oder anderen der folgenden Filme genießen können.

Mit DIE BESTE ALLER WELTEN kommt Anfang des Monats der autobiografische Debütfilm von Adrian Goiginger in die Kinos, der schon bei der Berlinale für Furore sorgte. Er erzählt die Geschichte seiner eigenen Kindheit mit drogensüchtiger Mutter in der Salzburger Vorstadt und wird uns zur Premiere mit seiner Anwesenheit beehren. KÖRPER UND SEELE von Ildikó Enyedi ist eine außergewöhnliche Liebesgeschichte von zwei Arbeitskolleg_innen, die eines Tages bemerken, dass sie synchron träumen, und wurde dieses Jahr auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären prämiert. In der Komödie BAUMSCHLAGER von Harald Sicheritz gibt Thomas Stipsits den namens- gebenden patscherten, aber liebenswürdigen UN-Blauhelm im Nahen Osten, der sich gleich mit mehreren Affären in die Nesseln setzt und letzten Endes unter Spionageverdacht steht. Ende des Monats präsentiert dann Julian Pölsler mit WIR TÖTEN STELLA seine zweite Marlen-Haushofer-Verfilmung, die wie schon DIE WAND rund um Gosau gedreht wurde. Aber an Kinoerlebnissen soll es auch sonst nicht mangeln: So kommen MAGICAL MYSTERY, die Verfil- mung des Erfolgsromans von Sven Regener, ON THE MILKY ROAD von Emir Kusturica, VICTO- RIA UND ABDUL, MEINE COUSINE RACHEL und viele, viele andere besondere Filme auf uns zu.

Und zum Schluss noch eine schlechte Nachricht: Nach vier Jahren steht uns wieder einmal unausweichlich eine Ticketpreiserhöhung ins Haus. Wir schieben die Schuld einfach auf die Inflation und den Umstand, dass wir – für uns absolut nicht nachvollziehbar – noch immer dazu verpflichtet sind, Lustbarkeitsabgabe zu zahlen.

Wir wünschen schöne Stunden in unseren Kinos Das Moviemento & City-Kino Team

FilmBrunch

Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

FilmBrunch Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil
FilmBrunch Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

so 17. september

so 24. september

11.00

Meine Cousine RaChel

11.00

deR Wein und deR Wind

11.20

die Beste alleR Welten

11.15

heReinspazieRt!

11.30

Wie die MutteR, so die toChteR

11.30

kunst iM kino: deR aMeRikanisChe

13.00

sChloss aus sand

iMpRessionisMus

13.15

tulpenfieBeR

13.00

köRpeR und seele

13.20

MagiCal MysteRy

13.10

leandeRs letzte Reise

 

13.15

MonsieuR pieRRe geht online

FilmLunch

Sonntags imCity-Kino & Café Stern

FilmLunch Sonntags imCity-Kino & Café Stern
FilmLunch Sonntags imCity-Kino & Café Stern

so 17. september

11.00 logan luCky

so 24. september

11.00

logan luCky

11.30

BauMsChlageR

& Café Stern so 17. september 11.00 logan luCky so 24. september 11.00 logan luCky 11.30
DIE BESTE ALLER WELTEN
DIE BESTE ALLER WELTEN

DIe Beste aLLer WeLten

AT/DE 2017, 103 min, OdF,

R/B: Adrian Goiginger, K: Yoshi Heimrath, Paul Sprinz, S: Ingrid Koller, D: Verena Altenberger, Jeremy Miliker, Lukas Miko, Michael Pink, Reinhold G. Moritz, Philipp Stix

Diagonale 2017: Beste Schauspielerin – Verena Altenberger, Publikumspreis Berlinale 2017: Kompass-Perspektive-Preis

PREMIERE: MI 6. SEPTEMBER, 20.00 – IN ANWESENHEIT VON ADRIAN GOIGINGER Die wahre Geschichte einer drogenabhän- gigen Mutter, der abenteuerlichen Welt ih- res Kindes und ihrer Liebe zueinander. Adrian ist sieben, und der Stadtrand Salz- burgs ist für ihn ein großes und aufregen- des Abenteuerland. Mit seiner Mutter Helga verbringt er viel Zeit, und, wie er selber sagt, es ist ihm nie fad. Für den kleinen Adrian ist es normal, dass Helga, ihr Lebensgefährte Günter und ihre anderen Freunde, die in der Wohnung ein und aus gehen, häufig eupho- risch oder aber sehr müde sind, wilde Par- tys in der mit Decken verhängten Wohnung oder am Lagerfeuer an der Salzach feiern und dann den halben Tag schlafen. Für al- les, was Adrian seltsam vorkommen könnte, findet Helga märchenhafte Erklärungen, die ihr phantasievoller Sohn in seine Abenteuer- geschichten einbaut. Auf eine ganz spezielle Art könnte man es eine behütete Kindheit nennen: Der einfallsreiche Bub weiß sich von seiner Mutter geliebt, sie schafft ihm die beste aller Welten. Immer wieder beschließt Helga, den Kampf gegen ihre Heroinsucht aufzunehmen, immer wieder ist sie aber den Anforderungen des Alltags schutzlos ausge- liefert. Als in ihrer Wohnung ihr Dealer an ei- ner Überdosis stirbt, lässt sich die Außenwelt nicht mehr länger aussperren. Helga weiß, dass sie die Sucht besiegen muss, wenn sie ihren Sohn nicht für immer verlieren will. Regisseur Adrian Goiginger erzählt in dem Debütfilm seine eigene Geschichte und schafft damit eine Hommage an seine Mutter, eine starke Frau, trotz aller widri- gen Umstände. Mit dem österreichischen Shooting-Star Verena Altenberger (MAGDA MACHT DAS SCHON, DIE HÖLLE) – bei der Diagonale für ihre Rolle in DIE BESTE ALLER WELTEN als beste österreichische Schau- spielerin ausgezeichnet – und der Entde- ckung Jeremy Miliker.

WIR TöTEN STELLA
WIR TöTEN STELLA

Ein wahrhaftiger Film über die bedin-

gungslose Liebe. Was für eine Entdeckung!

– Kleine Zeitung

Ein vortreffliches Beispiel, dass Drama

und Publikumsliebling einander nicht aus-

schließen müssen

– Wiener Zeitung

Alle lieben diesen Film.

WIr töten steLLa

AT 2017, 98 min, OdF, R: Julian Pölsler, B: Julian Pölsler nach der gleichnamigen Novelle von Marlen Haushofer, K: JRP Artman, S: Bettina Mazakarini, D: Martina Gedeck, Mala Emde, Matthias Brandt, Julius Hagg, Alana Bierleutgeb

PREMIERE: FR 29. SEPTEMBER, 20.00 – IN ANWESENHEIT VON JuLIAN PöLSLER Nach dem Erfolg der Marlen-Haushofer- Verfilmung DIE WAND widmet sich Regis- seur Julian Pölsler erneut einem Stoff der österreichischen Autorin. Stella, unerfahren und jung, geht ahnungs- los ihrem Untergang entgegen. Richard verführt sie, seine Frau Anna beobachtet die Affäre mit kühlem Blick. Als Stella nach einer erzwungenen Abtreibung Selbstmord begeht, ist sich Anna ihrer Mitschuld an die- sem tragischen Geschehen bewusst, und sie versucht, durch das Niederschreiben der Geschichte ihre Seele zu reinigen.

REGIESTATEMENT:

Die filmische Umsetzung von WIR TÖTEN STELLA hat sich durchaus als schwierig erwiesen, weil sich sehr viel im Inneren der Protagonistin abspielt. In meiner Inter- pretation geht es nicht so sehr um äußere Vorgänge, sondern darum, nach innen zu blicken und zu schauen, wo die Widersprü- che und vor allem die Wände dieser Person sind. Die Wände, gegen die diese Frau, die die Geschichte erzählt, stößt. Anna, im Film gespielt von Martina Gedeck, versucht ver- zweifelt auszubrechen, und immer wieder steht sie vor Wänden, durch die sie nicht hindurch kann. WIR TÖTEN STELLA erzählt für mich die Geschichte dieser Frau, bevor sie in den Wald fährt und dann vor dieser undurchdringbaren Wand steht. Bereits hier klingen die »Wand«-Motive und -Meta- phern an. Die Novelle »Wir töten Stella« ist fünf Jahre vor »Die Wand« entstanden und

BAuMSCHLAGER
BAuMSCHLAGER

steht bis heute in deren Windschatten. Sie ist eine Art Vorstudie, und ich hoffe, dass mein Film dazu beiträgt, dass auch sie nun als großes Werk der deutschsprachigen Li- teratur wahrgenommen wird. Für mich als Filmemacher ist es interessant, diese inne- ren Kämpfe der Protagonistin visuell erleb- bar zu machen. Diese Gespaltenheit, Zerris- senheit und auch die Suche nach Wahrheit. Anna hat ja nur Verdachtsmomente, dass ihr Mann sie betrügt, und sie ringt dann danach, Gewissheit zu erlangen. Das ist es, was den Film so aktuell macht. Wir leben in einer Zeit von Beziehungsproblemen. Unser größtes Problem ist nicht mehr die Beschaffung von Nahrung oder das bloße Überleben, sondern die Frage, wie wir es schaffen, eine gesunde Beziehung zu führen. Das ist kein Problem der 1960er Jahre, als Haushofer die Novelle ge- schrieben hat. Es ist heute mehr denn je eine Geschichte, die man erzählen muss. Der Schriftsteller und Psychiater Paulus Hochgatterer hat mir einmal gesagt, dass DIE WAND für ihn die exakte Beschreibung einer Depression ist. Auch in WIR TÖTEN STELLA erleben wir einen ähnlichen psychischen Zu- stand. Wie schlittert Anna in diesen Zustand? Was bedeutet ihre Passivität, ihre Unfähigkeit zu handeln? Ihre Ausbruchsversuche enden immer in Träumen, Albträumen oder Horror- Träumen, die wiederum Ausdruck ihres Un- vermögens sind, etwas zu verändern. Das zu zeigen war mir wichtig, und ich glaube, das war auch das Thema für Haushofer.

BaumschLager

AT/IL 2016, 102 min, Diverse Omu, R: Harald Sicheritz, B: Maayan Oz, Harald Sicheritz, K: Thomas Kürzl, S: Paul M. Sedlacek, D: Thomas Stipsits, Gerti Drassl, Sólveig Arnarsdóttir, Anatole Taubman, Meyrav Feldman, Moran Rosenblatt

PREMIERE: DO 14. SEPTEMBER, 20.00 – I. A. VON THOMAS STIPSITS & HARALD SICHERITZ In dieser Komödie von Harald Sicheritz wird ein tollpatschiger österreichischer uN-Offi- zier zum Spielball zahlreicher Interessen. Plötzlich soll Frieden herrschen in Nahost? Kein Bedarf mehr für Blauhelme? Oder für heldenhafte Landesverteidiger? Eine für alle Seiten verunsichernde – wenn nicht gar un- erwünschte neue Situation!

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KöRPER uND SEELE
KöRPER uND SEELE

In dieser (fiktiven) Zeit begegnen wir Werner Baumschlager, dem gutmütigen, pflichtbe- wussten, im Nahen Osten stationierten ös- terreichischen UN-Offizier, dessen aktuelle Aufgabe es ist, die letzten Minen im Grenz- gebiet zu räumen, um den Weg für die neue Ära des Friedens zu ebnen. Baumschlager will eigentlich für alle nur das Beste, alle – auch er selbst – sollen glücklich sein. Sehr geschickt stellt er sich dabei nicht immer an. Auch für ihn bedeutet der Frieden nicht nur Freude, sondern unliebsame Verände- rungen. Denn durch unglückliche Umstände erfahren die Israelin Sigal und die Libanesin Nadia – beide Werners Geliebte – voneinan- der, und zu allem Überfluss entdeckt auch Werners in Österreich lebende Ehefrau Mar- tha sein Doppelleben und macht sich nach Israel auf, um ihn zur Rede zu stellen. Den Alptraum perfekt macht, dass Baumschla- ger durch kompromittierende Fotos ge- zwungen wurde, als Drogenkurier zu arbei- ten – genützt hat es ihm zwar nichts, aber jetzt kann er nicht mehr aus. Missverständ- liche Tête-à-têtes Werners mit Sigal, die ab- gehört werden, bestätigen den Verdacht aller Seiten, dass es sich bei diesem Baumschla- ger mit seinen merkwürdigen Aktivitäten dies- und jenseits der Grenze nur um einen gefährlichen Agenten handeln kann. Und den gilt es dingfest zu machen. Dass da- durch ganz nebenbei der Frieden in Gefahr kommt, ist manch einem mehr als recht.

Körper unD seeLe

Testrol és lélekrol

Hu 2017, 116 min, ungarisch Omu, R/B: Ildikó Enyedi, K: Mate Herbai, S: Károly Szalai, D: Alexandra Borbély, Géza Morcsányi, Réka Tenki, Zoltán Schneider, Ervin Nagy

Berlinale 2017: Goldener Bär, Fipresci-Preis des Internationalen Verbandes der Filmkri- tik, Preis der ökumenischen Jury

AB FREITAG, 22. SEPTEMBER Der diesjährige Berlinale-Gewinner erzählt die ungewöhnliche und fantasievolle Liebes- geschichte zweier einsamer Herzen, die sich ausgerechnet im Schlachthof kennenlernen. Die introvertierte Maria und ihr neuer Kolle- ge Endre stellen durch einen Zufall fest, dass sie Nacht für Nacht denselben Traum teilen. Verwirrt und erstaunt über diese intime Ver-

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VICTORIA & ABDuL
VICTORIA & ABDuL

bindung, suchen die beiden zaghaft auch tagsüber die Nähe des anderen.

REGIESTATEMENT:

In all meinen Projekten kommt die Ge- schichte als Allerletztes. Dieser Film be- gann, wie alle meine anderen Filme, mit dem Wunsch, meine Sicht auf die conditio huma- na, die menschliche Natur und die Bedin- gungen des Menschseins zu teilen, auf die Art und Weise, wie wir unser Leben leben. Außerdem wollte ich von Anfang an eine überwältigende, leidenschaftliche Liebes- geschichte erzählen – auf so wenig über- wältigende und leidenschaftliche Weise wie möglich. Ich bin ein eher zurückgezogener Mensch, und deshalb weiß ich, was sich un- ter einer ruhigen, grauen Oberfläche verber- gen kann. Wie viel Schmerz, Verlangen oder Leidenschaft – der Heroismus des Alltags. Wenn ich die Straße entlanggehe und in die Gesichter der Menschen sehe, weiß ich immer: Selbst hinter dem langweiligsten, einfältigsten, plumpsten Gesicht kann sich Erstaunliches verbergen. Deshalb wollte ich irgendwie dieses Gefühl vermitteln: nichts an der Oberfläche, aber so viel im Inneren!

KÖRPER UND SEELE ist leise, genau,

analytisch, magisch, unerbittlich und durch-

zogen von einem befreienden Humor

etischer, romantischer und dabei doch frei

von Kitsch kann man das Klischeebild der »Traumfabrik Kino« kaum auf die Leinwand bringen. – Spex

Po-

Zärtlich, poetisch, berührend, dann wie- der krass, kühl, schmerzhaft – KÖRPER UND SEELE ist eine vielfältig widersprüch- liche und gerade deshalb so spannend-be- rührende Liebesgeschichte. – Filmstarts.de

VIctorIa & aBDuL

GB/uS 2017, 106 min, Englisch Omu, R: Stephen Frears, B: Lee Hall, K: Danny Cohen, S: Melanie Oliver, D: Judi Dench, Ali Fazal, Adeel Akhtar, Simon Callow, Michael Gambon, Eddie Izzard

AB FREITAG, 29. SEPTEMBER In Stephen Frears‘ neuem Meisterwerk geht Königin Viktoria eine ungewöhnliche Freund- schaft mit einem indischen Angestellten ein.

BAuMSCHLAGER
BAuMSCHLAGER

Große Schauspielerinnen wachsen in ihre Rollen hinein: Vor 20 Jahren hat die legendäre Oscar-Preisträgerin Judi Dench in IHRE MA- JESTÄT MRS. BROWN zum ersten Mal Queen Victoria dargestellt (und dafür den Golden Globe und den BAFTA Award gewonnen). Nun ist sie erneut in dieser Rolle zu sehen – als Victoria, die 1887, ein Vierteljahrhundert nach den Ereignissen des ersten Films, das 50. Ju- biläum ihrer Thronbesteigung feiert. In dem neuen Kapitel der königlichen Bio- grafie VICTORIA & ABDUL lernt die von ihrem Volk über alle Maßen geliebte Mon- archin bei den aufwändigen Feierlichkeiten den jungen Angestellten Abdul Karim ken- nen – er ist aus Indien angereist, um das Jubiläum in London mitzuerleben. Überra- schend nimmt die Queen Karim in ihren Hof- staat auf – zunächst als Kellner. Doch sehr schnell gewinnt er ihr volles Vertrauen und entwickelt sich zu einer Art Katalysator für die Gefühle der Königin, die sich durch die Jahrzehnte ihrer Regentschaft zunehmend eingeengt fühlt. Zwischen den beiden wächst eine Treue und Freundschaft, die am Hof bald zu Misstrauen, Neid und Intrigen führt. Aber mithilfe ihres Freundes Karim beginnt die Queen den Wandel der Zeiten besser zu begreifen – was ihre letzten Lebensjahre mit neuer Freude und Menschlichkeit erfüllt.

HINTERGRuND:

Royal-Experte Stephen Frears hat mit THE QUEEN schon vor zehn Jahren ein fulminan- tes Kapitel aus dem englischen Königshaus aufgeblättert – über Victorias Ur-Urenkelin Elizabeth II. Seine neuerliche Auseinander- setzung mit dem Königshaus VICTORIA & ABDUL basiert auf wahren Begebenheiten:

Mohammed Abdul Karim wurde 1863 im indischen Jhansi geboren. 1887 erhielt er die Anstellung als Diener im königlichen Haushalt, wofür er als einer von nur zwei Indern ausgewählt wurde. Queen Victoria lernte Abdul Karim sehr zu schätzen, und es entwickelte sich eine innige platonische Freundschaft zwischen den beiden. Von der Herrscherin erhielt der Inder daraufhin den Titel »Munshi«, was so viel wie »Leh- rer« oder »Angestellter« bedeutet, und sie ernannte ihn zu ihrem indischen Sekretär, der sie auf vielen Reisen begleitete. Nach Victorias Tod 1901 kehrte Karim nach Indien zurück und lebte bis zu seinem eigenen Tod 1909, mit 46 Jahren, auf dem Land, das die Königin ihm dort vermacht hatte. Victorias Nachfolger Edward VII. ließ die Korrespon- denz zwischen der Queen und ihrem Sekre- tär zu seinem Amtsantritt vernichten.

MEINE COuSINE RACHEL
MEINE COuSINE RACHEL

meIne cousIne racheL

My Cousin Rachel

uS/GB 2017, 106 min, Englisch Omu, R/B: Roger Michell, nach dem Roman von Daphne Du Maurier, K: Mike Eley, S: Kristina Hetherington, D: Rachel Weisz, Sam Claflin, Iain Glen, Holliday Grainger, Poppy Lee Friar, Andrew Knott

AB FREITAG, 8. SEPTEMBER Ein junger Engländer hegt Rachegefühle gegen seine Cousine, die er des Mordes verdächtigt. Doch sehr schnell gerät er in den Bann der jungen Frau. Philip Ashley ist am Boden zerstört, als er erfährt, dass sein Cousin und Vormund Ambrose Ashley in Italien ums Leben ge- kommen ist. Der Mann, der stets eine Va- terfigur für ihn war, hatte seiner Gesundheit wegen die Reise in das wärmere Land auf sich genommen und Philip kurz darauf über seine Hochzeit mit einer gewissen Rachel informiert. Einige Zeilen in Ambrose‘ Briefen lassen Philip nun nachträglich vermuten, dass seine angeheiratete Cousine, von der er bisher nur schriftlich gehört hat, etwas mit dem Tod seines Vormundes zu tun hat- te. Doch dann taucht Rachel eines Tages in England auf, und Philip kann die Frau nicht abweisen – vor allem deshalb nicht, weil die verarmte Witwe nichts von ihrem verstorbe- nen Ehemann geerbt hat, sondern dieser in seinem Testament alles Philip vermacht hat. Seine anfänglichen Rachepläne beginnen zu wanken, je länger Rachel in seinem Haus bleibt, und aus Hass wird langsam, unter dem besorgten Blick seines Paten Nick Ken- dall und dessen Tochter Louise, Liebe.

PRODuKTIONSNOTIZ:

Erfüllt von einer eindringlichen Atmosphäre aus Verlangen und Misstrauen erzählt das Buch die Geschichte eines ziemlich naiven Junggesellen, der herauszufinden versucht, ob die charmante Witwe seines Vormunds tatsächlich die Frau seiner Träume ist oder eine eiskalte Mörderin, der es nur um die Erbschaft geht. Als Rachel schließlich dem Anwesen ihres verstorbenen Mannes Ambrose einen Besuch abstattet, trifft Phi- lip auf eine Frau, die ganz anders ist als die niederträchtige Giftmischerin aus Ambrose‘ verworrenen Briefen von seinem Totenbett. Regisseur Roger Michells Entscheidung, die doppelbödige Spannung, die Du Maurier

MAGICAL MYSTERY
MAGICAL MYSTERY

niemals aufklärt, auch konsequent im Dreh- buch durchzuhalten, war entscheidend für die Bearbeitung des Romans. Die Geschich- te handelt von einer Suche nach Wahrheit, einer Suche, die den Leser und auch Philip genüsslich quält… und selbst noch in den letzten Momenten des Films nicht aufge- klärt wird. »Ich glaube, wenn man sicher wäre, was Rachel getan oder nicht getan hat, würde die Geschichte nicht funktio-

nieren«, erklärt Michell. »Ich finde es span- nend, einen Film zu drehen, bei dem ein Teil des Vergnügens in dem Wissen besteht, dass die Zuschauer am Ende diskutieren

werden

'Hat sie es getan oder nicht?'.«

Am Thriller-Talent von Daphne du Maurier fand schon Hitchcock sein Gruselvergnügen und verfilmte deren »Rebecca« und »Die Vö- gel«. Suspense-stark gerät auch diese schil- lernde Story um Liebe, Leidenschaft sowie einen mysteriösen Todesfall. Das Psycho- Liebesdrama überzeugt durch eine durch- weg spannende Inszenierung, den visuellen Einfallsreichtum sowie eine leinwandprä- sente Rachel Weisz, der das Verwirrspiel vir- tuos gelingt. – Programmkino.de

MEINE COUSINE RACHEL ist nicht nur eine triumphale Übung in dunkel-verführe- rischer, romantischer Mehrdeutigkeit, son- dern packt einen endgültig durch die Trag- weite der ganzen Geschichte. – LA Times

magIcaL mystery oDer: DIe rücKKehr Des KarL schmIDt

DE 2017, 111 min, OdF, R: Arne Feldhusen, B: Sven Regener nach seinem gleichnami- gen Roman, K: Lutz Reitemeier, Christoph Iwanow, S: Benjamin Ikes, D: Charly Hübner, Detlev Buck, Bjarne Mädel, Marc Hosemann, Annika Meier, Henning Vogt

AB DONNERSTAG, 31. AuGuST Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sven Regener, in dem Charly Hübner als Karl Schmidt in den 1990ern die Welt der deutschen Techno-Musik erobert. Mitte der 1990er-Jahre trifft Karl Schmidt in Hamburg durch einen Zufall seine alten Kumpels wieder. Während Karl am Tag der

DAS IST uNSER LAND!
DAS IST uNSER LAND!

Maueröffnung einen depressiven Nervenzu- sammenbruch erlitt und in die Klapse einge- liefert wurde, sind die alten Freunde mittler- weile zu Stars der deutschen Techno-Szene geworden. Mit ihrem erfolgreichen Platten- label wollen sie eine »Magical Mystery«-Tour durch Deutschland machen, um den Rave der 90er mit dem Hippiegeist der 60er zu versöhnen. Und genau dazu brauchen sie einen Fahrer, der immer nüchtern bleiben muss. Das kommt Karl Schmidt gerade recht, denn der hat keine Lust mehr auf das triste Leben in seiner Therapie-WG. Es beginnt ein abenteuerlicher Roadtrip durch das Deutschland der 90er, unternommen von einer Handvoll Techno-Freaks und be- treut von einem psychisch labilen Ex-Künst- ler. Was kann da schon schiefgehen?

AuS EINEM INTERVIEW MIT DEM REGISSEuR Es gibt einige Cameo-Auftritte von Prot- agonisten der echten Techno-Szene der 1990er. Wie bist du auf diese Idee gekom- men und wie haben sich die prominenten Laiendarsteller vor der Kamera angestellt? Ich finde es tragisch, wenn sich Künstler sel- ber in ihrer Rolle viel zu ernst nehmen, daher war es mein Plan, einige der Persönlichkei- ten aus der Zeit, um die es geht, im Film da- bei zu haben. Sie sollten aber in einem völlig anderen Kontext, also in anderen, »kleine- ren« Jobs als Randfiguren auftauchen. Mit Westbam und Justus Köhncke gelang mir das noch, aber schon bei Hans Nieswandt habe ich meinen Plan aufgeweicht und war froh, dass mal jemand an den Decks stand, der etwas von seinem Handwerk verstand.

Das Ist unser LanD!

Chez nous

FR/BE 2017, 118 min, Französisch Omu, R: Lucas Belvaux, B: Lucas Belvaux, Jérôme Leroy, K: Pierric Gantelmi d'Ille, S: Ludo Troch, D: Émilie Dequenne, André Dussolier, Catherine Jacob, Guillau- me Gouix, Anne Marivin, Patrick Descamps

AB FREITAG, 1. SEPTEMBER Drama um eine Krankenschwester, die be- ginnt, sich für eine ultranationale Partei starkzumachen. Pauline arbeitet als Krankenschwester in einer Kleinstadt im strukturschwachen Nor-

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MEINE COuSINE RACHEL
MEINE COuSINE RACHEL

den Frankreichs. Sie kümmert sich um ihren Vater und zieht ihre beiden Kinder allein groß. Sympathisch und aufopferungsvoll, wie sie ist, wird sie von allen gemocht. Ihre Glaubwürdigkeit will sich eine aufstrebende nationalistische Partei zunutze machen und wirbt sie als Kandidatin für die kommenden Bürgermeisterwahlen an. Der charismati- sche Arzt Dr. Berthier umschmeichelt Pau- line und überredet sie zu kandidieren. In ih- rem Beruf täglich mit sozialen Missständen konfrontiert, lässt sie sich von seinen popu- listischen Ansichten mitreißen, in der Hoff- nung, in der Lokalpolitik etwas bewirken zu können. Ihr sozialistisch geprägter Vater ist bestürzt über den Gesinnungswandel sei- ner Tochter. Und diese muss bald erkennen, dass sie nur als hübsches Gesicht der lan- desweiten Wahlkampagne von Parteichefin Agnès Dorgelle dienen soll. Der belgische Regisseur Lucas Belvaux zeigt in seinem spannend inszenierten Politdrama, wie sich anständige, engagierte Menschen allzu leicht vom Populismus einnehmen las- sen. Die gewinnende Hauptdarstellerin Émi- lie Dequenne, die als Rosetta in dem gleich- namigen Film der Dardenne-Brüder bekannt wurde, vermittelt diese Ambivalenz überzeu- gend. Sie spielt Pauline als liebenswerte jun- ge Frau mit einer authentischen Mischung aus Gutgläubigkeit und Stärke. Aufgrund sei- ner deutlichen Anspielungen auf den rechts- extremen Front National und seine Vorsit- zende Marine Le Pen sorgte DAS IST UNSER LAND! schon vor seinem offiziellen Kinostart in Frankreich heftig für Furore. Belvaux legt die Arbeitsmethoden rechtsextremer Par- teien offen und liefert damit generell zum Thema Wahlkampf einen aufschlussreichen Diskussionsbeitrag.

AuS EINEM INTERVIEW MIT DEM REGISSEuR Die Verantwortlichen der rechtsextremen Partei sind wie Headhunter, die nach klar umrissenen Kandidaten Ausschau halten. Spiegelt das die Realität wider? Im Grundsatz ja. All die Probleme, mit denen sich die extreme Rechte herumschlagen muss – ihre unterschiedliche Zusammen- setzung, die unklaren Abgrenzungen und das, was im Internet geschrieben wird (was wir die Faschosphäre nennen) –, werden im Film genau untersucht. Wir haben nichts hinzugefügt als das, was in der Erzählung passiert. Um die Frage zu beantworten: In politischen Parteien gibt es immer Formen von Marketing, Werbung und Propaganda. Das ist sogar das Ziel jeder Wahlkampagne.

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ON THE MILKY ROAD
ON THE MILKY ROAD

Was den Front National von anderen unter- scheidet, sind zwei spezielle Probleme: Er möchte respektabel wirken und er hat an jeder Ecke Kandidaten, aber es mangelt ihm an Führungskräften. Das ist auch der Grund, weshalb so viele junge Leute und Frauen aus rechtsextremen Parteien auf den Wahllisten stehen – ein Phänomen, das für alle euro- päischen Länder gilt. Sie möchten das Bild einer jungen, fröhlichen Partei vermitteln, die den Menschen nah ist, einer Partei der Erneuerung. Und diese Kandidaten, diese Novizen ohne politische Erfahrung, erfreu- en sich an der schnellen Anerkennung und dem raschen Aufstieg in dieser politischen Gruppierung – ein Weg, der innerhalb der traditionellen Parteien sehr viel schwieriger ist. Hinsichtlich der Seriosität ergibt sich hier kein sehr gutes Bild.

Persönliche und das Politi-

sche werden hier geschickt verwoben. – The Hollywood Reporter

Das

on the mILKy roaD

Na mlijecnom putu

RS/MX/GB/uS 2016, 125 min, Serbisch Omu, R/B: Emir Kusturica, K: Goran Volarevic, Martin Šec, S: Svetolik Mica Zajc, D: Monica Bellucci, Emir Kusturica, Predrag Manojlovic, Sloboda Micalovic, Predrag 'Miki' Manojlovic, Maria Darkina

AB FREITAG, 29. SEPTEMBER Märchenhaft-verquere Tragikomödie mit schwarzhumorigem Slapstick und exzen- trischer Balkan-Folklore. Milchmann Kosta passiert Tag für Tag auf seinem Esel die Frontlinie des Bürgerkriegs. Begleitet von seinem Freund, einem Wan- derfalken, transportiert er gelassen seine Milchkanister – mit einem Regenschirm als Schutz vor dem Kugelhagel. Die schöne wie gelenkige Milena hat Kosta als Bräutigam erwählt und ist zwischen ihren Turnübungen zu Musik von Irene Cara emsig mit den Vor- bereitungen für die Hochzeit beschäftigt. Diese soll als Doppelhochzeit stattfinden, denn für ihren Bruder Žaga – ein aus Af- ghanistan einäugig zurückgekehrter Kriegs- held – wurde eine geheimnisvolle Italienerin als Braut besorgt. Als Kosta die Zukünftige seines Schwagers in spe zum ersten Mal

WIE DIE MuTTER, SO DIE TOCHTER
WIE DIE MuTTER, SO DIE TOCHTER

sieht, verliebt er sich Hals über Kopf. Auch sie, die immer nur »die Braut« genannt wird und beim Schauen von Michail Kalatozows WENN DIE KRANICHE ZIEHEN regelmäßig

in tiefe Traurigkeit verfällt, ist Kosta mehr

verfallen als dem ihr Angedachten. Als Mi- lena und Žaga den beiden auf die Schliche kommen, bleibt dem Liebespaar nichts an- deres übrig, als gemeinsam durchzubren- nen. Doch ihr Glück währt nicht lange, denn »die Braut« wird von ihrem mörderischen Ex- Geliebten gejagt. Der britische General war

der Schönen einst so sehr verfallen, dass er für sie seine damalige Frau umbrachte und dafür in den Knast kam. Jetzt ist er wieder auf freiem Fuß und will die Angebetete zu- rück, ob tot oder lebendig. Die devoten Lie- benden begeben sich auf eine halsbrecheri- sche Flucht durchs Land und erleben dabei einen Haufen fantastischer Abenteuer. Basierend auf »drei wahren Geschichten und jeder Menge Fantasie« erzählt Emir Kusturi-

ca (SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER) in

opulenten Bildern und natürlich mit viel Mu-

sik ein wahnwitziges Märchen vom Ausbruch

zweier Liebender. Die Hauptrolle an der Seite

der wie immer umwerfenden Monica Belluc-

ci spielt Kusturica gleich selbst. Zwischen

herrlich burlesken Gestalten und rauschen- den Festen im Balkan-Beat findet Kusturica mit Karacho zu alter Form zurück.

Mit ungebremster Fabulierlust kehrt Emir Kusturica auf die Kinobühne zurück. An- spielungsreich, vieldeutig und mit großer vi- sueller Wucht erzählt er eine Geschichte, die nur so wimmelt von barocken Figuren und eigenwilligen Überlebenskünstlern. Nichts ist real, doch vieles ist wahrhaftig in diesem kunstvollen Comeback, das an Kusturicas große Erfolge anknüpft. – cinetastic.de

WIe DIe mutter, so DIe tochter

Telle mère, telle fille

FR 2016, 94 min, Französisch Omu, R: Noémie Saglio, B: Agathe Pastorino, Noémie Saglio, K: Pierre Aïm, S: Sandro Lavezzi, D: Juliette Binoche, Camille Cottin, Lambert Wilson, Catherine Jacob, Jean-Luc Bideau

AB FREITAG, 15. SEPTEMBER Komödie, in der Mutter und Tochter wäh-

MAGICAL MYSTERY
MAGICAL MYSTERY

rend einer gleichzeitigen Schwangerschaft ihre Beziehung neu sortieren. Avril und ihre Mutter Mado sind zwar ein Herz und eine Seele, könnten aber unter- schiedlicher nicht sein. Avril, 30, ist verhei- ratet, angestellt und lebt ihr Leben strikt nach Plan, während ihre Mutter seit ihrer Scheidung eine zweite Pubertät durchlebt und ihrer Tochter in jeglicher Hinsicht auf der Tasche liegt. Mutter- und Tochterrolle sind komplett vertauscht, und als sich die beiden Frauen dann auch noch zur gleichen Zeit schwanger unter einem Dach wiederfinden, ist der große Eklat unausweichlich. Genauso wenig wie Mado inmitten ihres Jugendwahns bereit ist, erneut Mutter oder gar Großmutter zu werden, kann Avril sich ihre eigene Mutter als späte Mutter vorstellen! WIE DIE MUTTER, SO DIE TOCHTER ist eine berührende und dabei ebenso komische wie tiefgründige Liebeserklärung an alle Mütter und Töchter – und ja, auch die Väter dieser Welt! –, die auf gänzlich lebensbejahende Art zeigt, dass, ganz gleich wie unterschied- lich Mutter-Tochter-Beziehungen auch sein mögen, am Ende nur eines zählt: das unzer- trennbare Band der Liebe, das alle verbindet.

AuS EINEM INTERVIEW MIT DER REGIE Hatten Sie beim Schreiben bereits bestimmte Schauspieler im Kopf? Bei der Rolle der Tochter habe ich sofort an Camille Cottin gedacht, für mich ist sie die talentierteste und mutigste Schauspielerin ihrer Generation. Ganz egal, wie wunder- lich, verzweifelt, überspitzt Szenen auch geschrieben sein mögen, ihr Spiel ist immer stimmig, nie »überspielt«. Außerdem hat sie den nötigen Mut, alles auszuprobieren. Ihr Spiel ist ein sehr physisches, wenn sie spielt, spricht ihr ganzer Körper. Man möchte mei- nen, sie hätte jahrelang getanzt. Ich finde es überwältigend, was sie vor der Kamera aus einer Rolle herausarbeitet, ich bin jedes Mal so begeistert, dass mir das Schneiden ihrer Szenen unheimlich schwer fällt. Und sie ist eine meiner engsten Freundinnen, ich kann mir nicht vorstellen, einen Film ohne eine Figur zu machen, die ihr oder mir äh- nelt. Denn Camille ist meine Muse und mein Alter-Ego, für mich ist sie wie eine Zwillings- schwester. Meine eigenen Neurosen, Fragen und meine Fantasie stecken in den Figuren, die ich für sie kreiere. Camille eignet sich in ihren Figuren diese meine Eigenheiten auf wundervolle Weise an.

Ein

– Télé Loisirs

urkomisches

Schelmenstück.

HEREINSPAZIERT!
HEREINSPAZIERT!

hereInspazIert!

À bras ouverts

FR 2017, 93 min, Französisch Omu, R: Philippe de Chauveron, B: Guy Laurent, Marc de Chauveron, K: Philippe Guilbert, S: Philippe Bourgueil, D: Christian Clavier, Ary Abittan, Elsa Zylberstein, Cyril Lecomte, Nanou Garcia, Oscar Berthe

AB FREITAG, 22. SEPTEMBER Neue Komödie vom Filmteam von MONSI- EuR CLAuDE uND SEINE TöCHTER, in der sich eine neunköpfige Romafamilie im Haus eines linksliberalen Starautors einquartiert. Der linksliberale Starautor Jean-Etienne Fougerole lebt mit Frau Daphné, Sohn Lio- nel und Personal ein privilegiertes Leben. Trotzdem oder gerade deshalb spricht er sich in seinem neuesten Werk für die bedin- gungslose Aufnahme von obdachlosen und hilfsbedürftigen Menschen aus. Bei einem TV-Duell lässt er sich auf ein verbales Kräf- temessen mit einem verhassten Konkurren- ten ein, der eine gegensätzliche und vor al- lem populistische Haltung vertritt. Im Laufe der hitzigen Debatte stellt dieser Fougeroles Engagement provokant in Frage. Um sein Gesicht zu wahren, gibt Jean-Etienne vor laufender Kamera dem Druck des Kontra- henten nach und erklärt sich bereit, »selbst- verständlich« und zu jeder Zeit hilfsbedürfti- ge Roma in seiner Nobelvilla aufzunehmen. Schon am gleichen Abend wird Jean- Etienne von den Folgen seiner vermeintlich großherzigen Ankündigung eingeholt: Auf seiner Schwelle steht das Roma-Familien- oberhaupt Babik mit seiner neunköpfigen Familie. Einen Caravan, der ihnen als Un- terkunft dient und formidabel auf den ge- pflegten Rasen der Fougeroles passt, haben sie auch dabei. Mit dem bürgerlich-satten Leben der Familie Fougerole ist es damit schlagartig vorbei. Während die neuen Mit- bewohner den Haushalt kräftig aufmischen und besonders Sohn Lionel die Annäherung der Familien vorantreibt, hat der Samariter wider Willen, Jean-Etienne, eine zündende Idee: Warum nicht das Ganze für seine Zwe- cke öffentlich ausschlachten?

AuS EINEM INTERVIEW MIT DER REGIE:

Wie kamen Sie auf die Idee zu HEREINSPAZIERT? Das war eine Idee von Guy Laurent und mei- nem Bruder Marc de Chauveron. Sie hatten sich ein Fernsehduell angeschaut, und da- bei sagen ja die eingeladenen Studiogäste

LOGAN LuCKY
LOGAN LuCKY

oft jede Menge Blödsinn. Guy und Marc lie- ßen dann einfach ihrer Fantasie freien Lauf und fragten sich, was wäre, wenn einer die- ser Studiogäste einfach seine Privatadresse preisgibt, um sein Gesicht zu wahren? Ich arbeitete gerade an meinem Film ALLES UNTER KONTROLLE!, als sie mir von ihrer Idee erzählten. Ich fand das witzig, und auch Christian Clavier wurde sofort informiert und war sehr angetan von dieser Filmidee. Für ihn war dann sofort klar, dass ich dabei Regie führen wollte.

Wie sind Sie mit der Roma-Thematik im Film umgegangen, ohne in eine Karikatur zu verfallen? Es gibt ja viele Roma-Gemeinden. Wir ha- ben uns für eine Familie entschieden, die ur- sprünglich aus Rumänien stammt und nach Frankreich geflohen ist. Sie leben oft unter prekären Bedingungen, sehen sich gezwun- gen zu betteln und leben in Wohnwagen. Die Hauptfigur Babik, die von Ary Abittan ge- spielt wird, sagt es ja einmal im Film: ohne Papiere keine Arbeit. Sie haben so oft keine Wahl. Diese Realität wollten wir darstellen, aber mit den Mitteln der Komödie. So haben wir eng mit Sorin Mihal, einem Mitglied der Roma-Gemeinde in Rumänien, zusammen- gearbeitet. Er las das Drehbuch und kam auch ans Set. Er sollte uns sagen, ob das, was wir drehten, stimmig und authentisch war. Dabei war jedoch klar, dass wir keinen Doku- mentarfilm, sondern eine Komödie drehten.

Logan LucKy

uS 2017, 118 min, Englisch Omu, R/K/S: Steven Soderbergh, B: Rebecca Blunt, D: Channing Tatum, Adam Driver, Seth MacFarlane, Daniel Craig, Hilary Swank, Riley Keough

AB FREITAG, 15. SEPTEMBER Channing Tatum, Adam Driver und Daniel Craig spielen unter Steven Soderberghs Regie ein paar Gauner, die beim berühm- ten NASCAR-Rennen Coca-Cola 600 ans große Geld kommen wollen. Die Brüder Jimmy und Clyde Logan werden vom Pech verfolgt. Während der impulsive Jimmy einen Job nach dem anderen ver- liert, wird Barkeeper Clyde, der nur einen Arm hat, regelmäßig schikaniert. Aber Jim- my hat eine brillante Idee, die den beiden

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WIE DIE MuTTER, SO DIE TOCHTER
WIE DIE MuTTER, SO DIE TOCHTER

aus ihrer misslichen Lage helfen soll: ein Raubüberfall im großen Stil! Das prestige- trächtigste und legendärste NASCAR-Ren- nen der Welt, der Coca-Cola Cup 600, bietet offenbar die perfekten Voraussetzungen für einen cleveren, unterirdischen Raubzug! Unterstützung erhoffen sich die Brüder vom berüchtigtsten platinblonden Safekna- cker des Landes: Joe Bang – der sitzt aller- dings noch im Gefängnis fest. Während der Planung des großen Coups tauchen immer neue Hindernisse auf, doch gemeinsam mit ihrer Schwester Mellie setzen die Brüder alles daran, ihre lebenslange Pechsträhne endlich zu beenden Wie eine groteske Gauner-Klamotte liest sich LOGAN LUCKy und als solche wie ein Gegenstück zu Steven Soderbergh hyper- glatter, auf pure Oberfläche abzielender OCEANS-TRILOGIE. Dass der Schauplatz nicht die glitzernden Städte Las Vegas oder Los Angeles sind, sondern die ländlichen Staaten West Virginia und North Carolina, lässt gar befürchten, dass hier einmal mehr ein Regisseur von der amerikanischen Küste einen Film im so genannten amerikanischen »Heartland« dreht und sich mehr oder weni- ger über die Einfalt der Landbewohner lus- tig macht. Doch das Gegenteil scheint das unterschwellige Ziel von Steven Soderbergh gewesen zu sein, der selbst aus Atlanta, Georgia stammt, also genau weiß, wovon er erzählt. Er zeigt Figuren, die auf den ersten Blick ein wenig schlicht anmuten, die sich bisweilen vielleicht etwas dämlich verhalten, die gewiss nicht so weltgewandt und gebildet sind, wie es die Bewohner der Metropolen an den amerikanischen Küsten sind (oder zu- mindest von sich behaupten), die dafür aber ganz andere Qualitäten haben. Werte wie Familie und Gemeinschaft werden hier großgeschrieben, auch ein Patriotismus, der nicht nur im Ausland oft skeptisch be- trachtet wird. Immer wieder deutet Soder- bergh diese Welt und ihre Wertvorstellungen an, schneidet von der eigentlichen Handlung zu impressionistischen Momenten, die vom Kern des amerikanischen Wesens erzählen, aber auch von der Schwierigkeit, ihn in der modernen Welt aufrechtzuerhalten. Wirt- schaftliche Sorgen werden angedeutet, auch die Machenschaften der Konzerne, der wirt- schaftlichen Elite, die ohne Rücksicht auf die einfache Bevölkerung nach Profiten strebt. Diese Subtexte sind es, die LOGAN LUCKy zu einer unterschwelligen Sozialstudie des zeitgenössischen Amerikas machen.

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Steven

Soderberghs

erster

Spielfilm

SCHLOSS AuS GLAS
SCHLOSS AuS GLAS

in vier Jahren ist ein fieses, übermütiges Redneck-Seemannsgarn, der etwas zu sa- gen hat über den gegenwärtigen Zustand von NASCAR- (heißt: Trump-)Amerika. – Variety

Mit einem Skript von Drehbuchdebü- tantin Rebecca Blunt hat Soderbergh die Art von flottem, unprätentiösem Spaß-Film gemacht, die kaum noch existiert, einen Film, mit dem fast jeder Spaß haben kann. – The Hollywood Reporter

schLoss aus gLas

The Glass Castle

uS 2017, 127 min, Englisch Omu, R: Destin Daniel Cretton, B: Destin Daniel Cretton, Andrew Lanham, nach dem gleichnamigen Roman von Jeannette Walls, K: Brett Pawlak, S: Nat Sanders, D: Brie Larson, Naomi Watts, Woody Harrelson, Max Greenfield, Sarah Snook

AB FREITAG, 22. SEPTEMBER Ergreifendes Familiendrama nach dem inter- nationalen Bestseller von Jeannette Walls. Für Jeannette ist das Leben ein großes Aben- teuer. Ihr Vater Rex holt ihr die Sterne vom Himmel und verjagt die Dämonen, die sie nachts im Traum verfolgen. Was macht es da schon, mit leerem Magen ins Bett zu gehen, eine eigensinnige Künstlermutter ertragen zu müssen oder in Nacht-und-Nebel-Aktionen den Wohnort zu wechseln. Sie ist ein glück- liches Kind. Doch mit der Zeit können auch die hoffnungsvollen Geschichten des alko- holkranken Vaters nicht mehr von der bitteren Armut ablenken, in der Jeannette und ihre Fa- milie leben, und das Lügengebäude der Eltern erweist sich als ebenso zerbrechlich wie das Schloss aus Glas, das Rex seiner Tochter jah- relang zu bauen verspricht Sieben Jahre lang stand Jeannette Walls‘ auto- biografischer Roman »Schloss aus Glas« auf den Bestsellerlisten der New york Times und in Deutschland wurden bereits über 600.000 Exemplare verkauft – nun kommt die beein- druckende Geschichte endlich ins Kino. In den Hauptrollen brillieren die Oscar-Gewinnerin Brie Larson als Jeannette Walls, die zweifach Oscar-nonminierte Naomi Watts als Mutter Rose Mary und der ebenfalls zweifach Oscar- nominierte Woody Harrelson als Vater Rex.

EIN SACK VOLL MuRMELN
EIN SACK VOLL MuRMELN

SCHLOSS AUS GLAS ist eine unkonven- tionelle Familiengeschichte mit Herz und ei- ner starken Schauspielleistung von Woody Harrelson. – LA Times

eIn sacK VoLL murmeLn

Un sac de billes

FR/CA/CZ 2017, 113 min, Französisch Omu, R: Christian Duguay, B: Alexandra Geismar, Jonathan Allouche, Benoît Guichard, Christian Duguay, nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Joffo, K: Christophe Graillot, S: Olivier Gajan, D: Dorian Le Clech, Batyste Fleurial Palmieri, Patrick Bruel, Elsa Zylberstein, Christian Clavier, Bernard Campan

AB FREITAG, 8. SEPTEMBER Romanverfilmung über eine Kindheit im Zweiten Weltkrieg, in der sich zwei franzö- sische Brüder auf eine gefährliche Odyssee begeben, um den Nazis zu entkommen. Paris 1941. Weil es in der besetzten Haupt- stadt zu gefährlich geworden ist, plant die jüdische Familie Joffo die Flucht nach Süd- frankreich, das noch nicht in deutscher Hand ist. Eine gemeinsame Reise wäre zu auffällig, daher schicken die Eltern den zehnjährigen Joseph und seinen älteren Bruder Maurice allein auf den Weg. Ein gefährliches Abenteu- er erwartet die Jungen, denn niemand darf erfahren, dass sie Juden sind. Doch dank ih- res Mutes und Einfallsreichtums schaffen sie es immer wieder, den Besatzern zu entkom- men. Wird es ihnen gelingen, ihre Familie in Freiheit wiederzusehen? Die berührende Verfilmung des auf der Le- bensgeschichte von Joseph Joffo basieren- den Bestsellers erzählt in großen Bildern von zwei Brüdern, die auf ihrem Weg in die Freiheit allen Widerständen trotzen. Der Film besticht vor allem durch die herausra- gende Leistung der Schauspieler, allen vo- ran der beiden jungen Hauptdarsteller Do- rian Le Clech und Batyste Fleurial Palmieri, die sich neben renommierten Kollegen nicht zu verstecken brauchen.

AuS EINEM INTERVIEW MIT DEN BEIDEN JuNGEN HAuPTDARSTELLERN:

Erzählt von euren Figuren. Dorian: Die beiden Jungen sind sehr mu-

LEANDERS LETZTE REISE PORTO
LEANDERS LETZTE REISE
PORTO
uNITED STATES OF LOVE
uNITED STATES OF LOVE

tig und eng verbunden. Joseph ließ seinen Sack voll Murmeln zurück, als ob er sein früheres Leben zurückließe, um sich in die Zukunft zu bewegen. Es ist beeindruckend:

Er ist jünger als Maurice, und um ihm folgen zu können, muss er viel einstecken und be- weist sehr viel Mut. Während der Reise wird er reifer und härter. Er verändert sich. Batyste: Maurice ist sich der Situation und der Kriegsgefahren bewusster. Er will seinen Bruder beschützen und tut alles, damit er in Sicherheit ist. Er ist der Anführer. Er wird auch reifen, aber er weiß von Anfang an, dass sie auf große Schwierigkeiten stoßen werden: die Trennung von ihrer Familie, die Gefahr, festgenommen zu werden, die an- strengende Flucht und das stundenlange Wandern, der Hunger, der Schlafmangel, die Fallen, die umgangen werden müssen, die Kriegsgefahren … Joseph ist jünger und dadurch sorgloser und ahnungsloser.

Einfühlsam-humanistisches Historien- und Familiendrama alter Schule, sehens- wert auch für junge Zuschauer ab etwa zehn Jahren. – Filmstarts.de

Christian Duguays actionreicher Aben- teuerfilm ist ein Appell an die Humanität und an die Familie – ein richtig guter Kino- tipp für ältere Kinder, Jugendliche und Er- wachsene. – Programmkino.de

LeanDers Letzte reIse

DE 2017, 107 min, OdF, R: Nick Baker-Monteys, B: Nick Baker-Monteys, Alexandra umminger, K: Eeva Fleig, S: Dagmar Lichius, D: Jürgen Prochnow, Petra Schmidt-Schaller, Tambet Tuisk, Suzanne von Borsody, Artjom Gilz, Robert Mika

Also setzt er sich in den Zug Richtung Kiew. Doch er bleibt nicht lang allein. Ihm gegen- über sitzt schon bald seine Enkelin Adele, die von der Mutter geschickt wurde, um den Großvater von der Reise abzuhalten. Doch Leander gibt sich stur. Und so fahren beide Richtung Osten. Wo Adele nicht weiß, was sie erwartet und Leander darauf hofft, etwas wiederzufinden. Oder besser gesagt:

jemanden. Mit LEANDERS LETZTE REISE gelingt Regisseur Nick Baker-Monteys ein authentisches und berührendes Drama, das nicht nur ein dunkles Kapitel der deutsch- russischen Geschichte auf sensible Weise behandelt, sondern auch seinen emotio- nalen Schwerpunkt auf die Beziehung zwi- schen Großvater und Enkelin legt. Beide stehen stellvertretend für die Generation von damals, die es gelernt hat zu verdrän- gen, und der Generation von heute, die im- mer noch lernen muss, nachzufragen. Dar- gestellt werden Leander und Adele von dem souverän spielenden Jürgen Prochnow und Petra Schmidt-Schaller, die in ihrem Spiel harte Schale und weichen Kern gleicher- maßen überzeugend verkörpern. Immer wieder streift Baker-Monteys auch den rus- sisch-ukrainischen Konflikt, der jedoch nie ausgewalzt diskutiert wird, sondern eher als Rahmen für den familiären Handlungskon- text dient.

Familienge-

schichte und Historiendrama – filmstarts.de

Spannende

Mischung

aus

porto

PT/uS/FR/PL 2016, 75 min, Diverse Omu, R: Gabe Klinger, B: Larry Gross, Gabe Klin- ger, K: Wyatt Garfield, S: Gabe Klinger, Géraldine Mangenot, D: Anton Yelchin, Lucie Lucas, Françoise Lebrun, Paulo Calatré

AB SAMSTAG, 23. SEPTEMBER Drama um einen ehemaligen Wehrmachts- offizier, der mit seiner Enkelin in der ukrai- ne die Liebe seines Lebens sucht. Seit dem Ende des Krieges hat Eduard Le- ander sich geschworen, eines Tages zurück- zukehren. Zurück in die Ukraine, wo er als deutscher Soldat und Offizier stationiert war. Nun, nach dem Tod seiner Frau, will der 92-Jährige diese Reise endlich antreten.

AB FREITAG, 15. SEPTEMBER Nostalgisch-ästhetischer Liebesfilm, in dem ein Paar eine unvergessliche Nacht in der nordportugiesischen Küstenstadt Por- to verbringt. Porto, die alte portugiesische Hafenstadt mit ihrer mysteriösen, fast morbiden Atmo- sphäre ist der Ort, an dem Jake und Mati aufeinandertreffen. Beide sind fremd in der Stadt, beide sind Außenseiter, und beide sind auf der Suche. Als sie sich begegnen, ist

es Anziehung, ja Liebe auf den ersten Blick. Fremd, doch zugleich vertraut, stürzen sie sich Hals über Kopf in eine Affäre. Es ist nur eine einzige Nacht, die sie miteinander ver- bringen. Aber die Zeit scheint stillzustehen. Mit Blicken, Gesten und Worten schaffen sie eine geheimnisvolle und doch unauflösbare Verbindung. Die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen, aber die glücklichen und leidvollen Erinnerungen hinterlassen bei beiden ihre Spuren. Für immer. PORTO ist der erste Spielfilm des amerika- nisch-brasilianischen Regisseurs Gabe Klin- ger, gleichzeitig einer der letzten von Anton yelchin (STAR TREK, ONLy LOVERS LEFT ALIVE), der im Juni 2016 auf tragische Wei- se ums Leben kam. Entstanden ist der Film unter der Mitwirkung von Jim Jarmusch (DEAD MAN, BROKEN FLOWERS) als aus- führender Produzent.

Eine Ode an die Liebe und an das Kino. – Variety

Treffende und aufregende Studie der Lie- be in all ihrer bittersüßen Pracht. – IndieWire

Pure Melancholie ist der kleine Film, die zarte Etüde, die der ehemalige Filmkritiker Gabe Klinger mit seinem ersten Spielfilm PORTO vorlegt. Voller cineastischer Verwei- se stecken die nur 75 Minuten, in denen das Vor, Während und Danach eines One-Night- Stands geschildert werden, Zeit und Raum verschmelzen und der Liebe und dem Kino gehuldigt wird. – Programmkino.de

unIteD states oF LoVe

Zjednoczone Stany Milosci

PL/SE 2016, 104 min, Polnisch Omu, R/B: Tomasz Wasilewski, K: Oleg Mutu, S: Beata Walentowska, D: Julia Kijowska, Magdalena Cielecka, Dorota Kolak, Marta Nieradkiewicz, Lukasz Simlat, Andrzej Chyra

Berlinale 2016:

Silberner Bär (bestes Drehbuch)

AB FREITAG, 1. SEPTEMBER Raffinierter Episodenfilm, in dem vier pol- nische Frauen ihre persönliche Freiheit suchen und ein fesselndes Porträt einer Gesellschaft im Übergang zeichnen.

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DAS IST uNSER LAND!
DAS IST uNSER LAND!

Polen, kurz nach dem Mauerfall. Das erste euphorische Jahr der Freiheit, aber auch einer ungewissen Zukunft: Die Zeit des Kommunismus geht dem Ende zu, der Geist der Veränderung durchweht das Land. Die Streikbewegung Solidarnosc hat zur poli- tischen Wende entscheidend beigetragen. Kurpatienten bringen Devisen ins Land, Pornovideos kursieren, im Fernsehen lau- fen Bilder vom Prozess gegen den rumäni- schen Diktator Ceausescu. Vom äußeren Umbruch kaum berührt bleiben dagegen, eingezwängt zwischen Arbeit, Familie und Kirche, die privaten Gefühle. Ein Drama über die Agonie einer Gesellschaft – und die Gefühlsnot des Einzelnen. Tomasz Wasilew- ski porträtiert vier Frauen in einer Provinz- stadt, unter ihnen Agata, die sich zu einem Priester hingezogen fühlt und ihn heimlich beobachtet, und die Russischlehrerin Rena- ta, die die Nähe zu ihrer jungen Nachbarin, der Sport- und Tanzpädagogin Marzena sucht. Entsättigte Farben und ein kühles Dekor zeichnen diesen Film aus, in dem die Protagonistinnen versuchen, einer lust- und körperfeindlichen Umgebung zu entfliehen. (Blickpunkt: Film)

AuS EINEM INTERVIEW MIT DER REGIE:

Sie greifen sehr intime Themen auf: Ent- fremdung, Verzweiflung, das Gefühl von Leere. Wie stimmen Sie Ihre Schauspieler darauf ein? Meine Filme sind so emotionsgeladen, dass jedes Gespräch mit meinen Schauspielern tief, einfühlsam und aufrichtig sein muss. Da wir es mit schwierigen und schmerz- haften Themen zu tun haben, sind diese Gespräche nicht einfach. Noch lange vor Beginn der Dreharbeiten trafen wir uns re- gelmäßig zu Proben. Wir redeten über die Figuren und besprachen alle Aspekte: Was könnte in ihrer Vergangenheit passiert sein, welchen Einfluss könnten bestimmte Ereig- nisse auf sie gehabt haben (z.B. der Tod der Eltern), und vor allem, welche Beziehungen haben sie? Wir versuchen viele emotionale Schichten aufzubauen und dann ihre tiefs- ten Bedeutungen zu ergründen. Jede Figur einer Szene fühlt, betrachtet und begreift eine Situation auf ihre ganz eigene Weise. Wir analysieren jede einzelne Szene sorg- fältig, denn ich will, dass meine Schauspie- ler wissen, was ihre Figur in jeder Sekunde empfindet. Wenn jemand in einer Szene eine Verzweiflungstat begeht, versuchen wir zu ergründen, was Verzweiflung heißt, wo- her sie kommt und welche Macht sie auf die jeweilige Figur ausübt. Ich glaube, dass wir,

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DIE DRITTE OPTION
DIE DRITTE OPTION

wenn wir diese Fragen beantworten, immer zur Wahrheit vordringen können. Manchmal erzähle ich meinen Schauspielern auch, wie ich eine bestimmte Situation aufgrund mei- ner eigenen Erfahrungen begreife. Kurzum:

Durch die Proben lernen wir die Figuren bes- ser kennen, und ich erfahre mehr über die Geschichte, die ich erzählen will.

DIe DrItte optIon

AT 2017, 78 min, OdF, R/B: Thomas Fürhapter, K: Judith Benedikt, Manuel Zauner, S: Dieter Pichler, D: mit den Stim- men von Roman Blumenschein, Susanne Gschwendtner, Eva Herzig, Lukas Johne, Sarah Jung, Bernhard Karner

AB FREITAG, 15. SEPTEMBER Brisante Doku über die biopolitischen Im- plikationen der Pränataldiagnostik, die die Entscheidung über Leben und Tod eines Menschen erlaubt. Was tun, wenn man erfährt, dass man ein behindertes Kind erwartet? Ausgehend von dieser Frage entwickelt Thomas Fürhapter seinen komplexen filmischen Essay: DIE DRITTE OPTION setzt Einzelschicksale im Zeitalter von Pränataldiagnostik und Bio- politik in einen radikal gegenwärtigen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang. Schicht um Schicht wird der Blick freige- räumt auf grundsätzliche Fragen zu Geburt, Ethik und Norm – so wird das, was nur weni- ge betrifft, zu etwas, das alle angeht. Wenn man Eltern fragt, was ihnen im Leben am wichtigsten ist, dann ist die häufigste Antwort: »Dass meine Kinder gesund sind.« Nicht nur wissenschaftliche Neugier, auch dieser zutiefst menschliche Drang, unseren Nachwuchs zu beschützen, ist es, der die stetige Entwicklung der Pränataldiagnostik antreibt: die Untersuchung von Föten und schwangeren Frauen, um schon frühzeitig eventuelle Krankheiten oder Behinderun- gen festzustellen, via Ultraschall, Blutana- lyse bis zu invasiven Methoden wie Frucht- wasseranalyse oder Biopsie. Das Risiko, ein Kind mit Behinderung zur Welt zu bringen, liegt bei etwa drei Prozent – ein Sechstel davon kann schon vor der Geburt diagnos- tiziert werden. Doch umfassenderes Wis- sen und größerer Entscheidungsspielraum bringen auch größere Verantwortung mit sich. Wenn die werdenden Eltern mit der

WALK WITH ME
WALK WITH ME

Nachricht, dass ihr Kind höchstwahrschein- lich oder sicher behindert zur Welt kommen wird, konfrontiert werden, liegt es an ihnen – bzw. der Mutter –, die Entscheidung zwi- schen Tod und Leben zu treffen. Unsere Ge- sellschaft fordert diese Entscheidung und verlangt auch, direkt oder indirekt, von den Betroffenen Rechtfertigung. Doch die Last der Entscheidung, deren mittelbare und unmittelbare Konsequenzen, werden von der Gesellschaft nur zu einem kleinen Teil übernommen und liegen fast völlig auf den Schultern der Frau. DIE DRITTE OPTION ist ein filmischer Essay, der keine Fragen beantwortet – und sich auch nicht anmaßt, ein moralisches Urteil zu fällen. Aber er traut sich, die Fragen, die sich bei diesem brisanten Thema auftun, laut und klar zu stellen. Allen voran: Sind wir eigentlich noch normal?

Indem Fürhapter eine Text-Bild-Schere herstellt, keine O-Töne verwendet und die Bilder nüchtern und distanziert komponiert, nimmt er dem sehr schwierigen Thema sei- ne Emotionalität und erweitert den bekann- ten Diskurs sorgsam um spannende Fragen, die uns alle etwas angehen. Ein herausfor- dernder Film, der bei seinem Kinostart im Herbst bestimmt für Diskussionen sorgen wird. – Kleine Zeitung

WaLK WIth me

GB/FR/uS 2017, 94 min, Diverse Omu, R/B/K/S: Marc Francis, Max Pugh, D:

Benedict Cumberbatch, Thich Nhat Hanh, Brother Phap Dé, Brother Phap Dung, Sister Chân Không

AB FREITAG, 1. SEPTEMBER Die von Erzähler Benedict Cumberbatch begleitete Dokumentation WALK WITH ME ist eine filmische Reise in die Welt der Achtsamkeit und des Meisters des Zen- Buddhismus: Thich Nhat Hanh. WALK WITH ME gewährt erstmals einen Einblick in das tiefe Innere der Zen-Bud- dhismus-Gemeinschaft, deren Mitglieder all ihr Hab und Gut aufgegeben haben für ein Leben in Reinheit und für einen einzi- gen gemeinsamen Zweck: ihr Leiden um- zuwandeln und die Kunst der Achtsamkeit zu praktizieren, gemeinsam mit dem welt- berühmten Gelehrten Thich Nhat Hanh.

DIE LIEBHABERIN
DIE LIEBHABERIN

Drei Jahre lang dauerten die Dreharbeiten, sowohl im ländlichen Frankreich als auch unterwegs in den USA. Dieser Film beleuch- tet eine Gemeinschaft, die sich genauso mit existenziellen Fragen konfrontiert sieht wie mit dem Alltag des Klosterlebens. Im Laufe der Jahreszeiten wird das Streben der Mön- che nach einer tieferen Verbindung zu sich selbst wie auch zu ihrer Umwelt verdeutlicht durch Einblicke in Thich Nhat Hanhs frühe Tagebücher, erzählt von Benedict Cumber- batch.

HINTERGRuND Zen-Meister Thich Nhat Hanh ist ein welt- weit bekanntes geistliches Oberhaupt, ein Dichter und Friedensaktivist, der auf der ganzen Welt verehrt wird für seine ein- drucksvollen Lehren und äußerst erfolgrei- chen Texte über Achtsamkeit und Frieden. Seine Kernaussage ist, dass man mit Hilfe von Achtsamkeit lernen kann, glücklich im Hier und Jetzt zu leben – der einzige Weg, um wirklich Frieden zu schaffen. Sowohl mit sich selbst als auch in der Welt. Thich Nhat Hanh war einer der Ersten, die den Buddhis- mus in den Westen brachten.

Ein bewegender, wunderbarer Film, der das Wesen, die Tiefgründigkeit und die Poesie von Thich Nhat Hanh perfekt ein- fängt… ein großartiges Werk voller Liebe. – Alejandro G. Iñárritu (Regisseur BIRD- MAN, THE REVENANT)

DIe LIeBhaBerIn

Los decentes

AT/KR/AR 2016, 100 min, Spanisch Omu, R: Lukas Valenta Rinner, B: Lukas Valenta Rinner, Ana Godoy, Martín Shanly, Ariel Gurevich, K: Roman Kasseroller, S: Ana Godoy, D: Iride Mockert, Martín Shanly, Andrea Strenitz, Mariano Sayavedra, Ivanna Colona Olsen, Pablo Seijo

Diagonale 2017:

Bester österreichischer Kinospielfilm

PREMIERE: FR 1. SEPTEMBER, 20.00 – IN ANWESENHEIT VON LuKAS VALENTA Der diesjährige Diagonale-Gewinner verbin- det kontrastreich zwei Gesellschaftsnischen. Am Stadtrand von Buenos Aires nimmt eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen einen Job

SCHLOSS AuS GLAS
SCHLOSS AuS GLAS

als Hausmädchen einer reichen Familie an. Die neue Umgebung der teuren Häuser mit englischem Rasen ist deutlich eingerahmt von hohen Mauern, welche sich dort als Grenzlinien zwischen Reich und Arm durch- ziehen. Belén ist bescheiden und arbeitet hart, in ihrer Freizeit streift sie einsam durch die leere und steril getrimmte Anlage. Eines Tages dringen vom Nachbargelände selt- same Geräusche zu ihr herüber. Neugierig macht sie sich auf die Suche und entdeckt hinter einem schweren Eisentor ein Nudis- ten-Swinger-Camp. Anfangs erschrocken, findet Belén immer mehr Gefallen an der freizügigen Kommune und beginnt, sich nach und nach zu öffnen. Doch den Anwoh- nern sind die nackten Freigeister ein Dorn im Auge. Sie starten eine Petition, damit das Camp geschlossen wird – und so steht Belén plötzlich zwischen zwei Welten und muss sich entscheiden.

REGIESTATEMENT Im aktuellen argentinischen Kino wird die Gegend der Außenbezirke von Buenos Aires kaum porträtiert. Die meisten Gebäude und Straßen sind im Verfall begriffen, und be- wegt man sich durch diese Bezirke, so haf- tet allem eine seltsam traumähnliche, fast versunkene Qualität an. Das wollte ich mir näher ansehen und bin mit einem Fotogra- fen dorthin gefahren. Gleich nach ein paar Stunden haben wir uns auf einer Straße wiedergefunden, die der Ausgangspunkt für diesen Film war. Der Eingang zu einem ent- legenen Nudisten-Swinger-Club mit einem römischen Pool, romantischen Wegen, klei- nen Schlössern und Orgiensälen. An einem Sommerwochenende finden sich in diesem dschungelähnlichen Park regelmäßig mehr als fünfhundert Pärchen und Singles ein. (…) Ich finde es wichtig, Filme zu machen, die eine Diskussion darüber anstoßen, wie Körper und menschliche Beziehungen in der zeitgenössischen Gesellschaft wahrge- nommen, behandelt und verhandelt wer- den.

Mit Sicherheit ist Rinner einer der inno- vativsten und spannendsten jungen Regis- seure, dessen weitere Entwicklung man mit großem Interesse verfolgen sollte. – Kino- zeit.de

Rinner entwickelt seine lakonische Ro- manze in eine vollkommen ungeahnte Rich- tung, schrammt am Surrealen vorbei ins Groteske, ohne je ins Lächerliche abzurut- schen. – ORF

EIN SACK VOLL MuRMELN
EIN SACK VOLL MuRMELN

babykino

jeden ersten Mittwoch im Monat – City-Kino

AM MI 6. SEPTEMBER ZEIGEN WIR TULPENfIEBER (10.00)

Aktuelle Filmhighlights bei freiem Eintritt in speziellen Vorführungen, bei denen Sie Ihr Kleinkind getrost in den Kinosaal mitnehmen können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys!

mitnehmen können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys! aK-Kultur Körper unD seeLe FR 29. SEPTEMBER,

aK-Kultur

Körper unD seeLe

FR 29. SEPTEMBER, 21.00, MOVIEMENTO AK-Kultur & Moviemento haben für Film- freund_innen eine Kooperation vereinbart. Inhalt dieser Zusammenarbeit ist, dass ein- mal monatlich gemeinsam ein Film vorge- schlagen wird, für den AK-Mitglieder mit der Leistungskarte oder der AK-plus-Card einen ermäßigten Eintrittspreis von 6 Euro zahlen.

einen ermäßigten Eintrittspreis von 6 Euro zahlen. südwind im Kino Boza DO 28. SEPTEMBER, 20.00, MOVIEMENTO

südwind im Kino

Boza

DO 28. SEPTEMBER, 20.00, MOVIEMENTO In Kooperation mit Südwind Oö zeigt das Moviemento jeden Monat einen Film mit ei- ner »Brise Südwind« – Filme von Regisseur_ innen aus dem oder mit Blick in Richtung Süden bzw. auf die Welt, in der wir leben. BOZA bedeutet Sieg auf Bambara, einer der Sprachen Malis. „Boza“ ist auch der Ruf der MigrantInnen, wenn sie es nach Spanien geschafft haben. Der Film des tunesischen Regisseurs Walid Fellah zeigt die Realität der MigrantInnen und die brutalen Auswirkun- gen des von Europa erzwungenen Grenzre- gimes in Tunesien und Marokko. Mehr zum entwicklungspolitischen Enga- gement von Südwind: www.suedwind.at

Grenzre- gimes in Tunesien und Marokko. Mehr zum entwicklungspolitischen Enga- gement von Südwind: www.suedwind.at 11

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Filmtage 50+ MI 27. – FR 29. SEPTEMBER, MOVIEMENTO Gezeigt werden Filme, die viele unterschied-

Filmtage 50+

MI 27. – FR 29. SEPTEMBER,

MOVIEMENTO

Gezeigt werden Filme, die viele unterschied- liche Aspekte des Alters thematisieren.

www.seniorinnen.gruene.at

eIn Deutsches LeBen

AT/DE 2017, 114 min, R: Christian Krönes, Olaf S. Müller, Roland Schrotthofer, Florian Weigensamer Brunhilde Pomsel bezeichnet sich selbst als Randfigur. Dabei kam sie einem der größten Verbrecher der Geschichte so nah wie kaum

jemand sonst: Von 1942 bis April 1945 arbei- tete sie im Reichspropagandaministerium als persönliche Stenographin von Joseph Goebbels. Noch in den letzten Kriegstagen, nach Goebbels Suizid, tippte sie im Bunker Schriftsätze und wurde unmittelbare Zeugin des "Untergangs". In EIN DEUTSCHES LE- BEN spricht sie erstmals umfassend über ihre persönlichen Erfahrungen im engsten Zirkel um Hitlers größten Hetzer und Mas- senverführer, über ihre Zweifel, Ängste und ihr Schuldbewusstsein.

Mi 27. September, 18.30

FLorence Foster JenKIns

GB/FR 2016, 110 min, R: Stephen Frears Florence Foster Jenkins ist eine überaus wohlhabende Erbin aus der New yorker High Society - ihr großer Traum war es immer, als Konzertpianistin in der Carnegie Hall auf-

zutreten. Weil ein Unfall in ihrer Jugend die Umsetzung unmöglich gemacht hat, will Florence es nun als Sopranistin versuchen. Der Haken an der Sache ist, dass sie trotz endloser Proben einfach keinen richtigen Ton treffen will. Was sie von ihrem Vorhaben allerdings nicht abhält. Von ihrem Ehemann unterstützt, macht sie immer weiter.

Mi 27. September, 20.30

zu guter Letzt

uS 2017, 108 min, R: Mark Pellington Harriet Lauler gefallen die von Anne verfass- ten Nachrufe. Die ehemals sehr erfolgreiche und immer vorplanende Geschäftsfrau bittet die Journalistin doch schon mal vorab einen Nachruf über sie zu schreiben. Anne fragt Harriets Bekannte und Nachbarn über sie aus. Doch niemand kann die alte Dame lei-

den. Das gilt auch für die eigene Tochter, die sie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat.

Do 28. September, 18.30

the other sIDe oF hope

FI 2017, 98 min, R: Aki Kaurismäki Der syrische Flüchtling Khaled landet nach einer Odyssee, bei der er seine Schwester verloren hat, in Helsinki. Er beantragt Asyl, doch in Aleppo seien die Zustände laut fin- nischer Behörden doch nicht so schlimm. Er soll abgeschoben werden und flüchtet aus dem Heim. Er landet im Hinterhof einer Gaststätte, die der ehemalige Hemdenver- käufer Wikström übernommen hat Do 28. September, 20.30

aBgang mIt stIL

uS 2016, 97 min, R: Zach Braff Willie, Joe und Al sind seit ihrer Jugend bes- te Freunde. Jetzt sind sie rüstige Rentner und könnten ihr Leben in aller Ruhe genie- ßen, doch ihre Pension ist einer Bank zum Opfer gefallen. Willie, der Zeuge eines pro- fessionellen Überfalls war, fragt seine Freun- de, ob sie nicht selbst eben jene Bank über- fallen sollen. Bei den ersten Proben stellen sie fest, dass sie sich nicht eben besonders geschickt anstellen und es auch an Fitness mangelt. Also holen sich die über 80-Jähri- gen professionelle Unterstützung. Fr 29. September, 20.30

Frau.

Macht.

FilM.

FrauenFilmtage | linz | 2017

10. – 12. Oktober Moviemento

Eine Initiative von Frauenstadträtin Mag. a Eva Schobesberger

OK Platz 1 / 4020 Linz / 0732 784090 / www.moviemento.at

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nachrichten.at

Ganz großes Kino!

Eine Tageszeitung mit Programm. In den OÖNachrichten finden Sie täglich das aktuelle Programm aller Kinos.
Eine Tageszeitung mit Programm.
In den OÖNachrichten finden Sie
täglich das aktuelle Programm
aller Kinos. Außerdem versorgt
Sie der umfassende Kulturteil mit
zahlreichen Tipps und Informationen
zu allen Veranstaltungen des Landes
sowie mit wertvollen Kritiken und
spannenden Rezensionen. Somit
ist garantiert, dass Sie immer das
richtige Programm finden.
Lies was G’scheits!
KUNST IM KINO Di 19. September, 18.30 // So 24. September, 11.30 DER KÜNSTLERGARTEN: DER
KUNST
IM KINO
Di 19. September, 18.30 //
So 24. September, 11.30
DER KÜNSTLERGARTEN:
DER AMERIKANISCHE
IMPRESSIONISMUS
Der Amerikanische Impressionismus orientierte
sich an französischen Künstlern wie Renoir und
Monet, ging jedoch schon bald seine eigenen Wege.
Di 24. Oktober, 18.30 //
So 29. Oktober, 11.30
MICHELANGELO: LIEBE UND TOD
Eine Entdeckungsreise durch die Druck- und
Zeichenateliers und zu den großartigen Kapellen
und Museen von Florenz, Rom und dem Vatikan,
um das stürmische, 89 Jahre dauernde Leben
Michelangelos zu erkunden.
Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Tickets: EUR 14,– / ermäßigt EUR 11,–
Beim FilmBrunch 5 € Aufpreis zum Film+Brunch-Angebot

Richard 3

Vorsicht! Fieser Verführer

nach William Shakespeare von Gernot Plass

Ab 14. September 2017 Karten-Infos: 0732 666 500 www.theater-phoenix.at
Ab 14. September 2017
Karten-Infos: 0732 666 500
www.theater-phoenix.at
KlassiK im Kino SaiSon 17 / 18 Mi 20. 9. 20.15 Live-Oper City-Kino & Kino
KlassiK
im
Kino
SaiSon 17 / 18
Mi 20. 9.
20.15
Live-Oper
City-Kino & Kino Freistadt
Die Zauberflöte
Do 19. 10.
17.45
Live-Oper
City-Kino & Kino Freistadt
Don Carlos
Mo 23. 10.
20.15
Live-Ballett
City-Kino
aliCe im WunDerlanD
Live Art Auf der donAu WANN: 23. und 24. SePt. 2017 17:00 bis 24:00 Uhr
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Live Art
Auf der donAu
WANN:
23. und 24. SePt. 2017
17:00 bis 24:00 Uhr
WO:
WAS:
LinZ, donAu & ottenSHeiM
(Schiffe, Autos, Fähre)
Live Art & theater-Miniaturen
im One-to-one Modus
Mit An Bord: Club Real (DE), Patrik Huber (AT),
Boris Nieslony (DE), Anatol Bogendorfer (AT)/
Jens Vetter (AT/DE), Bruch (AT)
(AUS), (SLO)‚
(HU),
tiPP voM KLABAuterMAnn:
Bei SPOTTER TRIP sind Sie eingeladen,
sich beunruhigen zu lassen und eine
aktive Rolle zu spielen.
www.fabrikanten.at/spotter_trip/
die fABriKAnten
In coop.
Mit Unterstützung von
Foto: Club Real

Moviemento & City-Kino September 2017

Die Spielzeiten und -orte entnehmen Sie bitte unserem Wochenprogramm, unserer Home- page sowie der Tagespresse

Filmstarts

ab Fr 15. september

porto OmU

PT/US/FR/PL 2016, 75 min, R: Gabe Klinger Laufzeit: mindestens 3 Wochen

WIe DIe mutter, so DIe tochter OmU

Telle mère, telle fille FR 2016, 94 min, R: Noémie Saglio Laufzeit: mindestens 3 Wochen

ab Fr 22. september

BaumschLager OmU

AT/IL 2016, 102 min, R: Harald Sicheritz Laufzeit: mindestens 3 Wochen

hereInspazIert! OmU

À bras ouverts FR 2017, 93 min, R: Philippe de Chauveron Laufzeit: mindestens 3 Wochen

Körper unD seeLe OmU

FilmBrunch

Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

so 17. september

11.00

Meine Cousine RaChel

11.20

die Beste alleR Welten

11.30

Wie die MutteR, so die toChteR

13.00

sChloss aus sand

13.15

tulpenfieBeR

13.20

MagiCal MysteRy

so 24. september

11.00

deR Wein und deR Wind

11.15

heReinspazieRt!

11.30

kunst iM kino:

deR aMeRikanisChe iMpR.

13.00

köRpeR und seele

13.10

leandeRs letzte Reise

13.15

MonsieuR pieRRe geht online

Tischreservierung im Gelben Krokodil dringend empfohlen: 0732/784182

FilmLunch

Sonntags im City-Kino & Café Stern

FilmLunch Sonntags im City-Kino & Café Stern
FilmLunch Sonntags im City-Kino & Café Stern

so 17. september

11.00 logan luCky

Tischreservierung im City-Kino dringend empfohlen: 0732/776081

Babykino

Babykino

im City-Kino

Babykino im City-Kino

mI 6. september

10.00 tulpenfieBeR

specials

Fr 1. september, 20.00, moVIemento

pReMieRe: die lieBhaBeRin

mI 6. september, 20.00, moVIemento

pReMieRe: die Beste alleR Welten

Do 14. september, 20.00, moVIemento

pReMieRe: BauMsChlageR

DI 19. september, 18.30

so 24. september, 11.30, moVIemento

kunst iM kino: deR kÜnstleRgaRten – deR aMeRikanisChe iMpRessionisMus

mI 20. september, 18.30, moVIemento

diskussion: die dRitte option

mI 20. september, 20.15

klassik iM kino: die zauBeRflöte

Live-Oper aus dem Royal Opera House, London

Fr 29. september, 20.00, moVIemento

pReMieRe: WiR töten stella

ab Do 31. aUGUst
ab Do 31. aUGUst

magIcaL mystery oDer:

DIe rücKKehr Des KarL schmIDt OdF

DE 2017, 111 min, R: Arne Feldhusen Laufzeit: mindestens 3 Wochen

ab Do 1. september

Das Ist unser LanD! OmU

Chez nous FR/BE 2017, 118 min, R: Lucas Belvaux Laufzeit: mindestens 3 Wochen

DIe LIeBhaBerIn OmU

Los decentes AT/KR/AR 2016, 100 min, R: Lukas Valenta Rinner Laufzeit: mindestens 2 Wochen

unIteD states oF LoVe OmU

Zjednoczone Stany Milosci PL/SE 2016, 104 min, R: Tomasz Wasilewski Laufzeit: mindestens 2 Wochen

WaLK WIth me OmU

GB/FR/US 2017, 94 min, R: Marc Francis, Max Pugh Laufzeit: mindestens 2 Wochen

ab Fr 8. september

DIe Beste aLLer WeLten OdF

AT/DE 2017, 103 min, R: Adrian Goiginger Laufzeit: mindestens 3 Wochen

eIn sacK VoLL murmeLn OmU

Un sac de billes FR/CA/CZ 2017, 113 min, R: Christian Duguay Laufzeit: mindestens 3 Wochen

meIne cousIne racheL OmU

My Cousin Rachel US/GB 2017, 106 min, R: Roger Michell Laufzeit: mindestens 3 Wochen

ab Fr 15. september

DIe DrItte optIon OdF

AT 2017, 78 min, R: Thomas Fürhapter Laufzeit: mindestens 2 Wochen

Logan LucKy OmU

US 2017, 118 min, R: Steven Soderbergh Laufzeit: mindestens 3 Wochen

Testrol és lélekrol

so

24. september

HU 2017, 116 min, R: Ildikó Enyedi

11.00

logan luCky

Laufzeit: mindestens 3 Wochen

11.30

BauMsChlageR

schLoss aus gLas OmU

The Glass Castle US 2017, 127 min, R: Destin Daniel Cretton Laufzeit: mindestens 3 Wochen

ab sa 23. september

LeanDers Letzte reIse OdF

DE 2017, 107 min, R: Nick Baker-Monteys Laufzeit: mindestens 3 Wochen

ab Fr 29. september

on the mILKy roaD OmU

Na mlije�nom putu RS/MX/GB/US 2016, 125 min, R: Emir Kusturica Laufzeit: mindestens 3 Wochen

VIctorIa & aBDuL OmU

GB/US 2017, 106 min, R: Stephen Frears Laufzeit: mindestens 3 Wochen

WIr töten steLLa OdF

AT 2017, 98 min, R: Julian Pölsler Laufzeit: mindestens 3 Wochen

Filmgespräche

Filmgespräche

mit Markus Vorauer

Filmgespräche mit Markus Vorauer

Fr 29. september, 21.00, moVIemento

köRpeR und seele

mit der Arbeiterkammer

österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt: 4020 Linz, Donau - GZ 02Z031032 S

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