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ADVENT

Advent (lateinisch adventus „Ankunft“), eigentlich Adventus Domini (lat. für Ankunft des
Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi,
Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als
Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen
Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nach katholischer wie
evangelischer Tradition auch das neue Kirchenjahr.
Zwischen der Konfession der Adventisten und der geprägten Zeit des Advents besteht eine
mittelbare Verbindung, da sich beide Bezeichnungen auf die Ankunft Christi beziehen.
Die Adventszeit in der Liturgie
Die Adventszeit beginnt mit der ersten Vesper des ersten Adventssonntags und endet am
Heiligen Abend mit der ersten Vesper von Weihnachten. Die westliche christliche Adventszeit
dauert 22 bis 28 Tage und hat immer vier Sonntage, mit Ausnahme der Bistümer, die am
Ambrosianischen Ritus festhalten.
Der Grund für die unterschiedliche Länge der Adventszeit (im Gegensatz zur Fastenzeit,
die eine feste Länge hat) liegt in der Tatsache, dass der Beginn an einen Sonntag gebunden ist, das
Ende aber einen Monatstag, den 24. bzw. 25. Dezember. Der letzte Adventssonntag ist dabei der
Sonntag vor dem 25. Dezember, womit sich als frühestmögliches Datum der 18. und als
spätestmögliches der 24. Dezember ergibt. Daraus folgt, dass die Adventszeit am Sonntag
frühestens am 27. November und spätestens am 3. Dezember beginnt.
In der Adventszeit wird das Gloria nicht gesungen, in der katholischen Liturgie nur an
Festen und Hochfesten. Die liturgische Farbe ist Violett.
Im Mittelpunkt der biblischen Verkündigung in der Liturgie der einzelnen
Adventssonntage steht – bei den verschiedenen Konfessionen in unterschiedlicher Reihenfolge –
die erhoffte Wiederkunft des Herrn, der Einzug Jesu in Jerusalem, Johannes der Täufer als
„Vorläufer Jesu“ und Maria, die Mutter Jesu.
In der Liturgie des dritten Adventssonntags drückt sich die Vorfreude durch die mögliche
Verwendung rosafarbener (rosa = aufgehelltes Violett) Paramente aus. Dieser Sonntag wird im
römisch-katholischen, altkatholischen, anglikanischen und lutherischen Kirchenjahr nach dem
lateinischen Incipit des Introitus „Gaudete in Domino semper“ „Freut euch im Herrn allezeit“
Gaudete genannt.
In der katholischen Kirche verbreitet sind sogenannte Roratemessen, das heißt Messfeiern,
die vor Sonnenaufgang im Schein von Kerzenlicht gefeiert werden.
Das Stundengebet im Advent ist dadurch ausgezeichnet, dass für jeden Tag ein eigener
Text für Kurzlesung, Antiphonen zu Benedictus und Magnificat sowie Schlussoration besteht. Die
Responsorien von Laudes und Vesper sind an allen Tagen gleich. Vom 17. Dezember bis zum
Heiligen Abend bilden im römischen Stundenbuch die O-Antiphonen die Antiphonen zum
Magnificat in der Vesper. Als Besonderheit bietet das Graduale der Prämonstratenser eine achte
O-Antiphon O Virgo virginum an. Diese wird am 23. Dezember gesungen, weshalb die erste O-
Antiphon schon am 16. Dezember gesungen wird.
Die orthodoxen Kirchen begehen den Advent bis heute sechswöchig als Fastenzeit, und
zwar ab dem 15. November (des entsprechenden Kalenders) bis zum 24. Dezember. Die
Bezeichnung Advent ist dort nicht so verbreitet und wird erst in jüngerer Zeit verwendet. Man
spricht eher vom Philippus-Fasten oder Weihnachtsfasten. Das Kirchenjahr beginnt in den
orthodoxen Kirchen nicht am ersten Advent, sondern am 1. September.
In den Advent fallen einige Feste und Gedenktage, die vom Festgedanken her nicht mit
dem Advent in Beziehung stehen, z. B. das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau
und Gottesmutter Maria am 8. Dezember, der Barbaratag am 4. Dezember und der Nikolaustag am
6. Dezember. Das Marienfest steht in enger Beziehung zum Fest Mariä Geburt am 8. September,
neun Monate später. Die beiden Heiligengedenktage sind jedoch mit vorweihnachtlichem
Brauchtum verbunden: Am Fest der heiligen Barbara werden Barbarazweige geschnitten, die dann
zu Weihnachten blühen sollen. Der heilige Bischof Nikolaus bringt kleine Gaben.