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Inhalt der Vorlesungen:

» Teil A: Grundlagen Informatik

» A1 Bedeutung der Elektronik im Fahrzeug


» A2 Informatik - Fahrzeugmechatronik
» A3 Informations- und Zahlendarstellung
» A4 Boolesche Algebra / Schaltalgebra
» A5 Programmierung allgemein
» A6 Aufbau von Rechnern und Steuergeräten im Fahrzeug
» A7 Informationsübertragung im Fahrzeug
» A8 Wiederholung und Ausblick

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A3 Informations- und Zahlendarstellung

A3 Informations- und Zahlendarstellung


1. Informationsdarstellung
2. Darstellung von Zahlen
1. Zahlensysteme
2. Binäre Arithmetik
3. Vorzeichenlose Ganzzahlen
4. Ganzahlen mit Vorzeichen
5. Gebrochene Zahlen
3. Darstellung von Zeichen
4. Darstellung von Maschinenbefehlen

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A3 Informations- und Zahlendarstellung

A3.1 Informationsdarstellung
» nur zwei Zustände sind möglich:

High (H 1 +5V )
Low (L 0 0V )

» der 2-wertige / binäre Zustand wird


1 Bit (Binary Digit) genannt

» 8 Bit werden zu 1 Byte zusammengefasst


1 0 1 1 0 1 1 0

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» Dimensionen Kilo ≠
1000

1 Kilobyte = 1024 Byte = 210 Byte


1 Megabyte = 1024 Kilobyte = 220 Byte
1 Gigabyte = 1024 Megabyte = 230 Byte

» Datenübertragungsrate:
1 Baud = 1 Bit / Sekunde
» Wort: Zusammenfassung mehrerer Byte zu einem (Maschinen)Wort
abhängig von Rechnerarchitektur
Bsp. 32-Bit-Prozessor – Wortbreite 4 Byte

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A3.2 Darstellung von Zahlen


A3.2.1 Zahlensysteme

» Allgemein
n-stellige Zahl: an-1an-2…a1a0
Basis z: z≥2
ai: Ziffern mit ai є { 0,1,…,z-1 }

Nz = an-1zn-1 + an-2zn-2 + … + a1z1 + a0z0


= Wert der n-stelligen Zahl zur Basis z

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» Dezimalsystem (allgemein gebräuchlich)


Basis: z = 10
Zeichen: ai є { 0,1,…,9 }
2 0 0 3
2⋅103 + 0⋅102 + 0⋅101 + 3⋅100
» Dualsystem (auch Binärsystem genannt)
Basis: z = 2
Zeichen: ai є { 0,1 }
1 0 0 1 0 1 1 0
1⋅27+0⋅26+0⋅25+1⋅24+0⋅23+1⋅22+1⋅21+0⋅20 = 150
mit 1 Byte können 256 Zahlen dargestellt werden

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» Hexadezimalsystem
Basis: z = 16
Zeichen: ai є { 0,1,…,9,A,B,C,D,E,F }
(Wertigkeiten: A=10,B=11,C=12,D=13,E=14,F=15)

1 1 0 1 0 1 1 1 (N2)
D 7 (N16)
13⋅161 + 7⋅160 = 215 (N10)

» Oktalsystem
Basis: z=8
Zeichen: ai є { 0,1,…,7 }

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Zusammenfassung der Zahlensysteme

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A3.2.2 Binäre Arithmetik


Beispiel 1:
Umwandeln der Dezimalzahl 1017210 in Dual- und Hexadezimalzahl

Fortgesetzte Division durch 2: Fortgesetzte Division durch 16:

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Beispiel 2:
Darstellung der Dezimalzahl 39,6875 in binärer Form

Umwandlung des ganzzahligen Anteils:

Umwandlung der Nachkommastellen:

Ergebnis:

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Beispiel 3: Binäre Addition

A) Die Aufgabe 11+14=25 soll in binärer Arithmetik gelöst werden.

B) Die Aufgabe 151,875+27,625=179,5 soll in binärer Arithmetik gelöst werden.

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Beispiel 4: Binäre Subtraktion

A) Die Aufgabe 13-11=2 soll in binärer Arithmetik gelöst werden.

Bildung des Zweierkomplements:


Das Zweierkomplement einer binären Zahl erhält man durch Bildung des
Stellenkomplements und Addieren von 1 zum Ergebnis. Stellt man auf diese
Weise eine negative Zahl dar, so kann man die Addition wie mit positiven Zahlen
durchführen; das Vorzeichen des Ergebnisses lässt sich dann am MSB ablesen.

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B) Unter Verwendung des Zweierkomplements ist zu berechnen: 7-4

C) Unter Verwendung des Zweierkomplements ist zu berechnen: 12-17

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Beispiel 5: Binäre Multiplikation

A) Die Aufgabe 10*13=130 soll in binärer Arithmetik gelöst werden.

B) Die Aufgabe 17,375*9,75=169,40625 soll in binärer Arithmetik gelöst werden.

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Beispiel 6: Binäre Division

Die Aufgabe 20:6=3,333… soll in binärer Arithmetik gelöst werden.

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Verschieben:
Tatsächlich führt man Multiplikation/Division in Rechnern durch Kombination von
Verschieben (Shift) und Addieren bzw. Subtrahieren aus, da dies einfacher zu
realisieren ist.
Wird eine Binärzahl mit 2n multipliziert/dividiert, so entspricht dies- in Analogie
zur Multiplikation/Division mit einer Potenz von 10 im Dezimalsystem – einer
Verschiebung dieser Zahl um n Stellen nach links/rechts.

Beispiel 7:

13*4=52 und 26:4=6(Rest 2) sollen in binärer Schreibweise durch Verschieben


ermittelt werden.

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A3.2.3 Vorzeichenlose Ganzzahlen („unsigned integer“)


»
Breite Wertebereiche
1 Bit 0…1
8 Bit 0…255
16 Bit 0…65.535
32 Bit 0…4.294.967.295

» Beispiel: 8 Bit
0 0 0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0 1 1
0 0 0 0 0 0 1 0 2
0 0 0 0 0 0 1 1 3
… …
1 1 1 1 1 1 1 1 255

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A3.2.4 Ganzzahlen mit Vorzeichen („signed integer“)


»
Breite Wertebereiche
8 Bit -128…127
16 Bit -32.768…32.767
32 Bit -2.147.483.648…2.147.483.647

» Beispiel: 8 Bit
1 0 0 0 0 0 0 0 -128
1 0 0 0 0 0 0 1 -127
1 1 1 1 1 1 1 0 -2
1 1 1 1 1 1 1 1 -1
0 0 0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0 1 1
0 1 1 1 1 1 1 1 127
höchstes Bit kennzeichnet das Vorzeichen (1…neg, 0…pos )

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A3.2.5 Darstellung gebrochener Zahlen


(Fließ-/Gleitkommazahlen „float“)

» eine Fließkommazahl N wird im Dualsystem dargestellt als

N = (−1) s ⋅ a ⋅ 2 x
mit
s Festlegung der Vorzeichens s є { 0,1 }
a normierte Mantisse 1 ≤ a < 2
x ganzzahliger Exponent

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» Codierung im Dualsystem
- Codierung des Vorzeichens in 1 Bit
- Codierung der Mantisse a als Festkommazahl mit m Stellen
- Codierung des Exponenten als ganzzahlige Binärzahl mit k
Stellen

» nach IEEE-Format:
„float“ (32 Bit) m=23, k= 8, 1 Bit Vorzeichen

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» Beispiel 15,62510 =

s Exponent x Mantisse a
0 1 0 0 0 0 0 1 0 1 1 1 1 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0

4 1 7 A 0 0 0 0
» welche Dezimalzahl ergibt sich aus dem Bitmuster
4 0 E 4 0 0 0 0 16 (nach IEEE)?

s Exponent x Mantisse a
0 1 0 0 0 0 0 0 1 1 1 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0

4 0 E 4 0 0 0 0
+ 129-127=2 1.11001 = 1·20+1·2-1+1·2-2+0·2-3+0·2-4+1·2-5
= 1,78125
 + 1,78125 · 22 = 7,125

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» die Länge des Exponenten bestimmt den darstellbaren


Zahlenbereich:

 größte positive / kleinste negative Zahl bei float:


±1,9999999 · 2127 ≈ 2128 ≈ ± 3,4 ·1038

 kleinste positive Zahl bei float:


+1,0000000 · 21-127 ≈ 2-126 ≈ 0,25 ·10-38

» die Genauigkeit der Darstellung ist bestimmt


durch die Länge der Mantisse
 relative Genauigkeit von 7 bei float

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A3 Informations- und Zahlendarstellung

» Reelle Zahlen sind prinzipiell nicht genau darstellbar, es können


nur einzelne Punkte auf der reellen Zahlengeraden dargestellt
werden

» die Aufteilung der verfügbaren Bits in Mantisse und Exponent ist


ein Kompromiss zwischen Genauigkeit und Wertebereich

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A3 Informations- und Zahlendarstellung

A3.3 Darstellung von Zeichen durch Bitmuster


» Der Computer arbeitet nur mit 0 und 1 ⇒ Zeichen und Texte müssen
als Bitmuster kodiert werden

B E R T
01000010 01000101 01010010 01010100 (N2)
4 2 4 5 5 2 5 4 (N16)
66 69 82 84 (N10)
» Verwendung des ASCII-Zeichensatzes
(American Standard Code for Information Interchange)
8-Bit-Fernschreibcode aus dem Jahre 1960!

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ASCII-Zeichen-Code

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A3 Informations- und Zahlendarstellung

A3.4 Darstellung von Maschinenbefehlen durch Bitmuster


» Für jeden Mikroprozessor existiert ein Befehlsatz, in dem jedem Befehl
ein bestimmtes Bitmuster zugeordnet ist

Befehl: „Inhalt aus Register B in Register C schieben“

in Assembler: MOV B,C


Hexadezimal: 4 1
Dual: 01000001

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A3 Informations- und Zahlendarstellung
Befehlssatz des Mikrocomputer 8080 von Intel

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