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Schmitt-Trigger

Schmitt-Trigger
Schmitt-Trigger sind Komparatorschaltungen mit Mitkopplung. Sie werden hauptsächlich zur
Impulsformung und Rechteckwandler eingesetzt.
Im Gegensatz zur konventionellen Komparatorschaltung wird die Referenzspannung nicht fest
vorgegeben, sondern mit einem Spannungsteiler aus der Ausgangsspannung gewonnen. Dadurch
entsteht eine Mitkopplung. Sie bewirkt zwei Umschaltpunkte uT+, uT-. Die Differenz zwischen den
Umschaltpunkten nennt man Hysterese uH.

U2(t)
USAT+

U1(t)

UT+
t Bild 1 :
uH
UT-
Spannungsverläufe am Beispiel des nicht invertierenden Schmitt-
Triggers. Der Bereich uT+-uT- nennt man Hysterese.
u1(t): Eingangssignal
USAT-
u2(t): Ausgangssignal

Durch die Hysterese kann ein Schmitt-Trigger auch bei langsamen Umschaltvorgängen nicht
schwingen und hat eine von der Eingangsspannung unabhängige Umschaltzeit.

Invertierender Schmitt-Trigger
Die Grundschaltung für den invertierenden Schmitt Trigger ist in Bild 2 gezeigt. Die Quelle uV bewirkt
eine seitliche Verschiebung der Hysteresekurve. Setzt man uV=0V und -uSAT-=uSAT+ , erhalten wir den
vereinfachten Fall des nullpunktsymmetrischen Schmitt-Triggers.

u2
u1 uD
usat+
u2

uT- uT+
R2 u1
R1 0

uH Bild 2:
-usat- Grundschaltung und Hysteresekennlinie des
uV
invertierenden Schmitt-Triggers.

Es gelten folgende Zusammenhänge:

R1 ( uSAT + − uSAT − ) 2 R1uSAT


uH = uT + − uT − = = (uSAT = −uSAT − = uSAT + )
R1 + R2 R1 + R2 (1)
uV R2 + uSAT ± ⋅ R1
uT ± = ( uT + > uT − )
R1 + R2 (2)
uT − ⋅ uSAT + − uT + ⋅ uSAT − u ( u + uT − )
uV = = SAT T +
uSAT + − uSAT − − uT + + uT − 2uSAT − uT + + uT − (3)

R1 =
( uT + − uT − ) R2 =
R2 ( uT + − uT − )
uSAT + − uSAT − − uT + + uT − 2uSAT − uT + + uT − (4)

Die Dimensionierung erfolgt im Regelfall durch Vorgabe der Schaltpunkte uT+, uT- und der Wahl eines
Widerstandes, z.B. R2.

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Schmitt-Trigger

Wird der Schmitt-Trigger mit Komparatorbausteinen realisiert, ist R3<<(R1+R2) für den Open-
Collector Ausgang vorzusehen. In diesem Fall kann ohne grossen Fehler uSAT=uCC gesetzt werden. Bei
der Verwendung eines Operationsverstärkers ist jedoch uSAT betragsmässig in der Grössenordnung von
1V kleiner als uCC.

UV kann über einen Spannungsteiler nach Bild 3 realisiert werden. R1 in Bild 3 geht dabei in den
Spannungsteiler R3/R4. über. Je nach benötigter Polarität von uV wird uCC entweder positiv oder negativ
verwendet.

±UCC

R3

u1 uD
u2 Bild 3:
Invertierender Schmitt-Trigger mit Erzeugung der
R2 Offsetspannung uV über einen Spannungsteiler R3/R4.
uV R4

Die Offsetspannung uV wird hierzu mit einer Thevenin-Ersatzquelle uV mit Innenwiderstand R1 aus der
Versorgungsspannung uCC modelliert:

R1 = R3 R4
R4 (5)
uV = ±uCC
R3 + R4

Die Dimensionierungsgleichungen für R4 ,R3 werden unter Vorgabe von R1 und uV:

±uCC ⋅ R1
R3 =
uV (6)
±uCC ⋅ R1
R4 = (7)
±uCC − uV

Analyse des invertierenden Schmitt-Triggers


Die Analyse erfolgt durch Auswerten der Maschengleichungen in
u2
UV>0V:
u1 uD usat+
UV=0V:
u2
uT- uT+
u1
R2 0
R1
uH

-usat- Bild 4:
uV ∆UT
Schaltbild und Hysteresekurve zur Analyse des
invertierenden Schmitt-Triggers.

Die beiden Spannungen u1, u2 sind nach Kirchhoff aus Bild 4:

u1 = uR 1 + uV + uD
(8)
u2 = uR 2 + uV + uD

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
3
Schmitt-Trigger

Zur weiteren Betrachtung bestimmen wir die Spannung u1+uD mittels Superposition:

R2 R1

uD +u1
R2 R1
u2 uV u1 + uD = uV + u2 (9)
R1 + R2 R1 + R2

Die beiden Schaltpunkte uT+, uT- werden erreicht, wenn uD=0V wird. Dabei sind zwei Fälle zu
unterscheiden:

1. Fall u2=uSAT- :
Der Umschaltpunkt u1=uT- wird:

R2 R1 R2 R1 u R + uSAT − R1
uT − = uV + u2 = uV + uSAT − = V 2 (10)
R1 + R2 R1 + R2 R1 + R2 R1 + R2 R1 + R2

2. Fall u2=uSAT+ :
Der Umschaltpunkt u1=uT+ wird analog dem 1. Fall:

R2 R1 u R + uSAT + R1 (11)
uT + = uV + uSAT + = V 2
R1 + R2 R1 + R2 R1 + R2

Für die Umschaltpunkte beim invertierenden Schmitt-Trigger gilt allgemein:

uV R2 + uSAT ± R1
uT ± = (12)
R1 + R2

Normalerweise ist die Ausgangsspannung symmetrisch. Dann vereinfacht sich (12) wegen
−uSAT − = uSAT + = uSAT :

uV R2 ± uSAT R1 (13)
uT ± =
R1 + R2

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Schmitt-Trigger

Die Hysterese uH wird mit der Definition der Hysterese uH = uT + − uT − :

uV R2 + uSAT + R1 uV R2 + uSAT − R1
uH = uT + − uT − = −
R1 + R2 R1 + R2
R1 ( uSAT + − uSAT − ) 2uSAT R1
uH = = (14)
R1 + R2 R1 + R2

Man erkennt in (14), dass die Hysterese nur durch R1 und R2 bestimmt wird . Die Dimensionierungs-
gleichung für R1 kann direkt aus(14) abgeleitet werden. UV wird durch Einführen der Hilfsspannung
∆uT bestimmt. ∆uT ist der seitliche Versatz der Hysteresekurve bezüglich der Mitte des möglichen
Aussteuerbereiches:

uSAT + + uSAT − uV R2 + uSAT + R1 uSAT + R1 uSAT − + uSAT −


∆uT = uT + uV ≠ 0
− uT + uV = 0
− = − − =
2 R1 + R2 R1 + R2 2
uSAT + = uSAT (15)
2u R − ( R1 + R2 )( uSAT + + uSAT − ) uSAT − =− uSAT uV R2
= V 2 =
2 ( R1 + R2 ) R1 + R2

Anderseits ist der Versatz ∆uT auch wie Graph in Bild 4 ersichtlich:

uSAT + = uSAT
u − uT − uSAT + + uSAT − 1 uSAT − =− uSAT
1 (16)
∆uT = uT + − T+ − = ( uT + + uT − − uSAT + − uSAT − ) = ( uT + + uT − )
2 2 2 2

Mit dem Ansatz über (14), (15) und (16) werden die Gleichungen formuliert und nach R1 und uV
aufgelöst:

uH = uT + − uT − =
( uSAT + − uSAT − ) R1 → R1 =
( uT + − uT − ) R2 =
−uH R2
R1 + R2 uSAT + − uSAT − − uT + + uT − uT + − uT − − uSAT + + uSAT − (17)
R2 ( uT + + uT − )
=
2uSAT − uT + + uT −
uSAT + + uSAT − ∆uT ( R2 ) uT − ⋅ uSAT + − uT + ⋅ uSAT − u ( u + uT − ) (18)
uV − = → uV = = SAT T +
2 R2 uSAT + − uSAT − − uT + + uT − 2uSAT − uT + + uT −

Diese Gleichungen erlauben eine präzise Dimensionierung. Wesentlich ist aber die genaue Kenntnis
von uSAT. Sie wird aus dem Datenblatt oder aus der Simulation mit dem entsprechenden OpAmp oder
Komparator bestimmt.

Beispiel 1: (Invertierender Schmitt-Trigger)


Ein invertierender Schmitt-Trigger mit einem OpAmp LF411 soll für folgende Vorgaben dimensioniert
werden:
uT + = 4V uT − = −1V uCC = ±12V
uSAT = 11.3V

Lösung:
Wir wählen den Widerstand R2=10kΩ. Mit den Gleichungen (17), (18) wird die Offsetspannung uV und
der Widerstand R1:

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Schmitt-Trigger

uSAT ( uT + + uT − ) 11.3 ( 4 − 1)
uV = = = 1.92614V
2uSAT − uT + + uT − 2 ⋅ 11.3 − 4 − 1
R2 ( uT + − uT − ) 10 K ( 4 + 1)
R1 = = = 2.84091kΩ
2uSAT − uT + + uT − 2 ⋅ 11.3 − 4 − 1

Der Spannungsteiler zur Erzeugung der Offsetspannung uV wird mit (6) und (7):

±uCC ⋅ R1 uV = positiv +uCC ⋅ R1 12 ⋅ 2.84091K


R3 = = = = 17.69912kΩ
uV uV 1.92614
±uCC ⋅ R1 uV = positiv
+uCC ⋅ R1 12 ⋅ 2.84091K
R4 = = = = 3.384095kΩ
±uCC − uV +uCC − uV 12 − 1.92614

Bild 5:
Schema und Übertragungsverhalten des invertierenden Schmitt-Triggers nach Beispiel 1.

Beispiel 2: (Invertierender Schmitt-Trigger mit ungleichen USAT±)


Ein invertierender Schmitt-Trigger mit einem OpAmp soll für folgende Vorgaben dimensioniert
werden:
uT + = 5V uT − = 1V uSAT − = −7V uSAT + = 12V

Lösung:
Wir wählen den Widerstand R2=10kΩ. Mit den Gleichungen (17), (18) wird die Offsetspannung uV und
der Widerstand R1:

( uT + − uT − ) R2 ( 5V − 1V ) ⋅ 10K
R1 = = = 2.667kΩ
uSAT + − uSAT − − uT + + uT − 12V − ( −7V ) − 5V + 1V

uT − ⋅ uSAT + − uT + ⋅ uSAT − 1V ⋅ 12V − 5V ⋅ ( −7V )


uV = = = 3.133V
uSAT + − uSAT − − uT + + uT − 5V − 1V − 12V + ( −7V )
Die Kontrolle der Schaltpunkte ergibt:

uV R2 + uSAT + R1 3.133V ⋅ 10 K + ( 12V ) ⋅ 2.667 K


uT + = = = 5V
R1 + R2 2.667 K + 10 K
uV R2 + uSAT − R1 3.133V ⋅ 10 K + ( −7 ) ⋅ 2.667 K
uT − = = = 1V
R1 + R2 2.667 K + 10 K

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Schmitt-Trigger

Beispiel 3: (Invertierender Schmitt-Trigger für Single-Supply Betrieb)


Ein invertierender Schmitt-Trigger mit einem Komparator LM393 soll zum Betrieb an einer
Speisespannung für folgende Vorgaben dimensioniert werden:

uT + = 9V uT − = 2V uCC = 12V
uSAT − = 0.1242V uSAT + = 11.975V

Lösung:
Wir wählen den Widerstand R2=100kΩ. Mit den Gleichungen (17), (18) wird die Offsetspannung uV und
der Widerstand R1 berechnet. Die Spannung uV wird aus der Versorgungsspannung uCC mit einem
Spannungsteiler R3/R4 gemäss (6), (7) erzeugt. Der Pull-Up Widerstand R5 am Ausgang wird mit 1kΩ
gewählt:

Vorgaben:

u CC := 12V uSATP := 11.975V u SATN := 124.2mV

R2 := 100kΩ uTP := 9V u TN := 2V

Berechnungen:
(uTP − uTN ) ⋅ R2 5
R1 := R1 = 1.443 × 10 Ω
u SATP − u SATN − u TP + u TN

u TN ⋅ u SATP − uTP ⋅ u SATN


u V := u V = 4.707V
uSATP − u SATN − uTP + u TN
u CC ⋅ R1 5
R3 := R3 = 3.679 × 10 Ω
uV
u CC ⋅ R1 5
R4 := R4 = 2.374 × 10 Ω
u CC − u V

Bild 6:
Schema und Übertragungsverhalten des invertierenden Schmitt-Triggers nach Beispiel 3.

Bemerkung:
Der Wert des Pull-Ups R5 beinflusst die Werte für R3 /R4 minimal und sollte in die Dimensionierung
einfliessen. Vor allem dann, wenn nicht gilt R5 << (R4 R3 + R2 ) .

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Schmitt-Trigger

Nicht invertierender Schmitt-Trigger


Die Grundschaltung für den nicht invertierenden Schmitt Trigger ist in Bild 7 gezeigt. Mittels Quelle
uV≠0V oder -uSAT- πuSAT+ kann ein nullpunktunsymmetrisches Schaltverhalten erreicht werden.

u2
R2
usat+
R1

uT- uT+
r1
u1 uD
0
u1 Bild 7:
u2 Grundschaltung und Hysteresekennlinie des
uH
nicht invertierenden Schmitt-Triggers.
uV -usat-

Es gelten folgende Zusammenhänge:

uT + ⋅ uSAT + − uT − ⋅ uSAT − u ( u + uT − )
uV = = SAT T + (uSAT = −uSAT − = uSAT + ) (19)
uSAT + − uSAT − + uT + − uT − 2uSAT + uT + − uT −
uV ( R1 + R2 ) − uSAT ∓ R1 uV ( R1 + R2 ) ± uSAT R1
uT ± = = (uT + > uT − ) (20)
R2 R2
R2 ( uT + − uT − ) R2 ( uT + − uT − ) (21)
R1 = =
uSAT + − uSAT − 2uSAT

uH =
( uSAT + − uSAT − ) R1 = 2R1uSAT (22)
R2 R2
(23)
r1 = R1 + R2

Die Dimensionierung erfolgt im Regelfall durch Vorgabe der Schaltpunkte uT+, uT- und der Wahl eines
Widerstandes, z.B. R2.
Wird der Schmitt-Trigger mit Komparatorbausteinen realisiert ist R5<<(R1+R2) für den Open-Collector
Ausgang vorzusehen. In diesem Fall kann ohne grossen Fehler uSAT=uCC gesetzt werden. Bei der
Verwendung eines Operationsverstärkers ist jedoch uSAT betragsmässig in der Grössenordnung von
0.5..1V kleiner als uCC.

uV kann über einen Spannungsteiler R3 /R4 nach Bild 8 realisiert werden. Je nach benötigter Polarität
von uV wird uCC entweder positiv oder negativ verwendet.

±UCC

R3 R2

R1

u1 uD
Bild 8:
u2
Invertierender Schmitt-Trigger mit Erzeugung der
uV R4 Offsetspannung uV über einen Spannungsteiler R3/R4.

R3 oder R4 kann frei gewählt werden. Bei der Vorgabe von R3 wird R4 :

uV R3
R4 = (24)
±uCC − uV
Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Schmitt-Trigger

Analyse des nicht invertierenden Schmitt-Triggers


Die Analyse erfolgt durch Auswerten der Maschengleichungen in Formelblock(25).

u2
R2
Usat+
R1

uT- uT+
u1 uD u1
r1 0
u2
uH UV>0V: Bild 9:
uV -Usat- UV=0V:
Schaltbild und Hysteresekurve zur Analyse
∆UT des invertierenden Schmitt-Triggers

Ein Maschenansatz liefert die Spannungen u1, u2:

u1 + uD = uR1 + uV
(25)
u2 + uD = uR 2 + uV

Die Spannung uV+uD wird mittels Superposition:

R2 R1

uD +uV R2 R1
u2 uV + uD = u1 + u2
u1
R1 + R2 R1 + R2 (26)

Die Schaltpunkte uT+, uT- werden erreicht, wenn uD=0V. Dabei sind zwei Fälle zu unterscheiden:

1. Fall u2=uSAT- :
Der Umschaltpunkt u1=uT- wird mit (26):

uV ( R1 + R2 ) − uSAT − R1
uT + =
R2 (27)

2. Fall u2=uSAT+ :
Der Umschaltpunkt u1=uT+ wird analog dem 1. Fall:

uV ( R1 + R2 ) − uSAT + R1
uT − = (28)
R2

Daher gilt für die Umschaltpunkte beim nicht invertierenden Schmitt-Trigger allgemein, wobei
uSAT=-uSAT-=uSAT+:

uV ( R1 + R2 ) − uSAT ∓ R1 uV ( R1 + R2 ) ± uSAT R1 (29)


uT ± = =
R2 R2

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Schmitt-Trigger

Die Hysterese uH wird analog (14) bestimmt:

uV ( R1 + R2 ) − uSAT − R1 uV ( R1 + R2 ) − uSAT + R1
uH = uT + − uT − = −
R2 R2
( uSAT + − uSAT − ) R1 2uSAT R1
uH = = (30)
R2 R2

Die Dimensionierungsgleichung für R1 ergibt sich direkt aus (30). UV wird über die Hilfsspannung ∆uT
bestimmt. Sie verkörpert die seitliche Abweichung der Hysteresekurve bezüglich der Mitte des
möglichen Aussteuerbereiches:

uSAT + + uSAT − uV ( R1 + R2 ) − uSAT − R1 uSAT − R1 uSAT − + uSAT −


∆uT = uT + uV ≠ 0
− uT + uV = 0
− = − − =
2 R2 R2 2
uSAT + = uSAT
2u (R + R2 ) − R2 ( uSAT + + uSAT − ) uSAT − =− uSAT uV (R1 + R2 ) (31)
= V 1 =
2 R2 R2
uSAT + = uSAT
u − uT − uSAT + + uSAT − 1 uSAT − =− uSAT
1
∆uT = uT + − T+ − = ( uT + + uT − − uSAT + − uSAT − ) = ( uT + + uT − ) (32)
2 2 2 2

Nun kann der Ansatz über (31), (32) nach R1 und uV aufgelöst werden.

( uSAT + − uSAT − ) R1 ( uT + − uT − ) R2 uH R2 (33)


uH = → R1 = =
R2 uSAT + − uSAT − uSAT + − uSAT −
uSAT + + uSAT − ∆uT ⋅ R2 uT + ⋅ uSAT + − uT − ⋅ uSAT − u ( u + uT − )
uV − = → uV = = SAT T + (34)
2 R1 + R2 uSAT + − uSAT − + uT + − uT − 2uSAT + uT + − uT −

Diese Gleichungen erlauben eine präzise Dimensionierung. Es gelten die gleichen Anmerkungen wie
bei (17), (18).

Da der (+) Eingang nicht mehr einen virtuellen Massepunkt verkörpert, wird der Eingangswiderstand:

r1 = R1 + R2 (35)

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Schmitt-Trigger

Beispiel 4: (Nicht invertierender Schmitt-Trigger)


Ein nicht invertierender Schmitt-Trigger mit einem OpAmp LF411 soll für folgende Vorgaben
dimensioniert werden:
uT + = 4V uT − = −1V uCC = ±12V
uSAT = 11.3V

Lösung:
Wir wählen den Widerstand R2=10kΩ. Mit den Gleichungen (17), (18) werden die Offsetspannung uv
und der Widerstand R1:

uSAT ( uT + + uT − ) 11.3 ( 4 − 1)
uV = = 1.22826V
2uSAT + uT + − uT − 2 ⋅ 11.3 + 4 + 1
R2 ( uT + − uT − ) 10 K ( 4 + 1)
R1 = = 2.21239k Ω
2uSAT 2 ⋅ 11.3

Der Spannungsteiler zur Erzeugung der Offsetspannung uV wird mit (24):

R3 = 10kΩ (Wahl )
uV R3 uV = positiv
1.22826 ⋅ 10K
R4 = = = = 1.14026kΩ
±uCC − uV 12-1.22826

Bild 10:
Schema und Übertragungsverhalten des nicht invertierenden Schmitt-Triggers nachBeispiel 4.

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Beispiel 5: (Bestimmung der Umschaltpunkte am nicht invertierenden Schmitt-Trigger)


Man bestimme die Umschaltpunkte des Schmitt-Triggers in Bild 11. Die Sättigungsspannung beträgt
uSAT= ±11.3V.

12V

10kΩ 22kΩ

4.867kΩ

u1
u2 Bild 11:
Nicht invertierender Schmitt-Trigger in Beispiel 5 zur Bestimmung der
3.138kΩ
Umschaltpunkte.

Lösung:
Die Umschaltpunkte werden mit (29) und (34):

uCC ⋅ R4 12 ⋅ 3.138 K
uV = = = 2.8662V
R3 + R4 10 K + 3.138 K
uV ( R1 + R2 ) + uSAT R1 2.8662 ( 4.867 K + 22 K ) + 11.3 ⋅ 4.867 K
uT + = = = 6V
R2 22 K
uV ( R1 + R2 ) − uSAT R1 2.8662 ( 4.867 K + 22 K ) − 11.3 ⋅ 4.867 K
uT − = = = 1V
R2 22 K

Beispiel 6: (Nicht invertierender Schmitt-Trigger mit verschiedenen USAT±)


Ein invertierender Schmitt-Trigger mit einem OpAmp soll für folgende Vorgaben dimensioniert
werden:
uT + = 5V uT − = 1V uSAT − = −5V uSAT = 12V

Lösung:
Wir wählen den Widerstand R2=10kΩ. Mit den Gleichungen (33),(34) wird die Offsetspannung uV und
der Widerstand R1:

( uT + − uT − ) R2 ( 5 − 1) ⋅ 10K
R1 = = = 2.352kΩ
uSAT + − uSAT − 12 − ( −5 )
u ⋅u − uT − ⋅ uSAT − 5 ⋅ 12 − 1 ⋅ ( −5 )
uV = T + SAT + = = 3.095V
uSAT + − uSAT − + uT + − uT − 12 − ( −5 ) + 5 − 1

Die Kontrolle der Schaltpunkte ergibt:

uV ( R1 + R2 ) − uSAT − R1 3.095V ( 2.352 K + 10 K ) − ( −5V ) ⋅ 2.352 K


uT + = = = 5V
R2 10 K
uV ( R1 + R2 ) − uSAT + R1 3.095V ( 2.352 K + 10 K ) − 12V ⋅ 2.352 K
uT − = = = 1V
R2 10K

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker
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Beispiel 7: (Nicht invertierender Schmitt-Trigger für Single-Supply Betrieb)


Ein invertierender Schmitt-Trigger mit einem OpAmp LM741 soll zum Betrieb an einer
Speisespannung für folgende Vorgaben dimensioniert werden:

uT + = 3.5V uT − = 3V uCC = 5V
uSAT − = 0.1837V uSAT + = 4.82V

Lösung:
Wir wählen den Widerstand R2=10kΩ. Mit den Gleichungen (33),(34) wird die Offsetspannung uV und
der Widerstand R1 berechnet. Die Spannung uV wird aus der Versorgungsspannung uCC mit einem
Spannungsteiler R3 /R4 gemäss (24) erzeugt:

Vorgaben:

u CC := 5 ⋅ V uSATP := 4.82V u SATN := 183.7mV

R2 := 10kΩ uTP := 3.5V u TN := 3V

Berechnungen:
(uTP − uTN) ⋅ R2 3
R1 := R1 = 1.078 × 10 Ω
u SATP − uSATN

u TP ⋅ u SATP − u TN ⋅ u SATN
u V := u V = 3.177V
uSATP − u SATN + u TP − u TN

(Wahl) 4
R3 := 10kΩ R3 = 1 × 10 Ω

u V ⋅ R3 4
R4 := R4 = 1.743 × 10 Ω
u CC − u V

Bild 12:
Schema und Übertragungsverhalten des nicht invertierenden Schmitt-Triggers nach Beispiel 7.

Bemerkung:
Für kleine Speisespannungen ist ein Bipolar-OpAmp, wie der LM741, besser geeignet als ein LF411, da
die USAT± wesentlich näher an der Speisespannung liegen.

Ausgabe: 28.5.2002,G.Krucker