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Das Studierendenmagazin des VSStÖ Linz. Seit 1966.

Ausgabe 04–WiSe 10/11

Die soziale Lage der Studierenden


Seite 4 & 5

Premiere an der JKU - Die Schwer- Frauenförderung auch Die deutsche Sehnsucht
punktveranstaltung des VSStÖ in der Krise nach dem Führer.

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Verband sozialistischer Student_innen Österreichs


http://linz.vsstoe.at
Eine tolle Premiere an der JKU

Der VSStÖ präsentierte am 20.10.2010


die umfassende Vorstellung der Studien-
editorial schwerpunkte JUS in entspannter Atmo-
Susi Aichinger sphäre.
COGITO Chefredakteurin
susi.aichinger@oeh.jku.at
Zum ersten Mal wurden am 20. Oktober jus
an der JKU sämtliche elf Schwerpunkte des Andreas Mühleder
Diplomstudiums Rechtswissenschaften Sprecher der VSStÖ-Jus-Gruppe
vorgestellt. Zu jedem Schwerpunkt kamen andreas.muehleder@oeh.jku.at
Finanzminister Pröll (ÖH) will mittler-
weile das Budget für die Universitäten die fachverantwortlichen Professor_innen,
anheben, aber nur in Verbindung mit flä- präsentierten die Eckpunkte des Studi- sind die einzelnen Schwerpunkte noch
chendeckenden Zugangsbeschränkungen. enschwerpunkts und beantworteten die einmal kurz vorgestellt, sowie die nötigen
Doch wen treffen Zugangsbeschrän- Fragen der Studierenden. Bei manchen Lehrveranstaltungen übersichtlich auf-
kungen eigentlich? Ist das nicht eine Vorstellungen waren über 70 Studierende gelistet. Zusätzlich werden Berufsfelder
gute Möglichkeit, um zu selektieren, wer anwesend. Ein herzliches Dankeschön geht beschrieben, in denen man die Spezialaus-
wirklich studieren will und auch die Fä- an dieser Stelle an alle teilnehmenden Pro- bildung später auch umsetzen kann. Wenn
higkeiten dazu hat? Nein, ist es nicht. Um fessor_innen. Kaffee und Kuchen während du eine Broschüre haben möchtest, schreib
Prüfungen zu schaffen, muss man sich da- der gesamten Veranstaltung rundeten das uns einfach ein Mail an office@linz.vsstoe.
rauf vorbereiten. Um sich auf Prüfungen Ereignis ab. at oder lade sie auf linz.vsstoe.at runter.
vorbereiten zu können, braucht man Zeit Für all jene, die bei dieser spannende Ver-
oder Eltern, die einem_einer spezielle Vor- anstaltung nicht dabei waren, gibt es die Fotos dieser gelungenen Veranstaltung
bereitungskurse finanzieren. Diese kosten Schwerpunkt-Broschüre des VSStÖ. Darin findest du auf Seite 7.
bis zu 1.940,- Euro (Beispiel Vorbereitungs-
lehrgang für das Medizinstudium, IFS) und
das können sich nur wenige leisten.

Auch bei Prüfungen nach dem ersten Stu-


Du kannst was bewirken!
dienjahr profitieren diejenigen, die nicht
neben dem Studium arbeiten müssen, da
sie ausreichend Zeit haben, um sich auf
die Prüfungen vorzubereiten. Studierende, Im Juli und August 2010 kam es im nord-
die Stipendium beziehen und nebenbei ar- westlichen Pakistan zu katastrophalen
beiten müssen, weil das Stipendium eben Überschwemmungen, von denen etwa 21
nicht ausreicht, haben wenig Zeit zum Millionen Menschen betroffen waren.
lernen und wenn sie die Prüfung nicht
schaffen, verlieren sie das Stipendium. Die Der Anfang der Flutkatastrophe in Paki- gespol
Folge wird sein, dass viele das Studium stan ist zwar schon einige Monate her, Denise Rudel
nach dem ersten Jahr abbrechen, weil sie die Situation hat sich aber kaum verbes- ÖH Gespol-Referentin
es sich schlichtweg nicht leisten können. sert. Obwohl man in den Medien nichts denise.rudel@oeh.jku.at
Dies würde die Quote der Studienabre- mehr darüber hört, brauchen die Men-
cher_innen noch weiter erhöhen, die der- schen immer noch dringend Hilfe. Die reits ein Spendenkonto eingerichtet. Mit
zeit schon bei über 35 Prozent liegt. Überschwemmungen haben nicht nur die nur 50 Euro sichert man einer Familie mit
Häuser zerstört, auch die Felder können 6 bis 8 Personen. Das Überleben für einen
Wenn über mehr Geld für Universitäten wahrscheinlich erst wieder im nächsten Monat. Damit die Hilfe auch bei denen an-
diskutiert wird, muss auch über die Aus- Jahr bewirtschaftet werden. Die Flut hat kommt, die sie wirklich brauchen, haben
weitung des Stipendiensystems gespro- die Lebensgrundlage vieler Menschen ver- wir einen Kontakt in Pakistan, der die Hilfs-
chen werden. Schließlich sollen alle Men- nichtet. In so einer Situation kann man aktionen dokumentieren wird. Wenn du
schen studieren können, unabhängig vom nicht einfach nur zusehen. Daher hat sich also zur Hilfe beitragen willst, dann kannst
Einkommen der Eltern. das Gesellschaftspolitische Referat der ÖH du spenden!
dazu entschlossen die betroffenen Fami-
lien zu unterstützen. Wir wollen vor allem Spendenkonto Pakistan:
Aufmerksamkeit schaffen und haben be- Kontonummer: 32102-733792, BLZ: 20320

2 linz.vsstoe.at
Frauenförderung auch
in der Krise
Budgets ist es enorm wichtig, Frauenför-
derung nicht in Vergessenheit geraten zu
lassen. Denn eine Wissenschaft und For- öh-news
schung, die primär von Männern für Män- Stefan Etzelstorfer
ner gemacht wird, ist nicht ausgewogen ÖH Vorsitzender
stefan.etzelstorfer@oeh.jku.at
frauen und kann nicht der gesamten Gesellschaft
Sarah Ortner zu Gute kommen. Dass Gleichstellungs-
ÖH Frauenreferentin maßnahmen absolut erforderlich sind, Mehr Kohle für die Unis!
sarah.ortner@oeh.jku.at zeigen Zahlen aus dem Wintersemester
09/10, denen zu Folge österreichweit 55 Ein eindrucksvolles Zeichen für eine
Frauenförderung wird gerade in Krisen- % Frauen ihr Studium abschließen. Bei den ausreichende Finanzierung der österrei-
zeiten mit dem Argument „jetzt gibt es Professorinnen hingegen liegt der Prozent- chischen Universitäten aus öffentlichen
wichtigeres zu tun“ vernachlässigt. Doch satz schon nur mehr bei circa 23 %. Mitteln setzten mehr als 1.000 Studieren-
darf dieses Thema an Universitäten – trotz
de, Lehrende sowie allgemein Bedienstete
heftiger Budgetknappheit nicht vernach- Daher ist es ein Muss, mehr Geld von im Rahmen der Universitätsvollversamm-
lässigt werden. staatlicher Seite in den tertiären Bildungs- lung letzten Dienstag (19.10.) in den Hör-
bereich zu investieren, um einerseits eine sälen 1 und 7. In drei Resolutionen, die
Keine Frage, die Universitäten sind in der qualitätsvolle Forschung und Lehre sicher mit großer Mehrheit angenommen wur-
Krise und wenn keine zusätzlichen Mittel stellen zu können und andererseits die den, sprachen sich die Anwesenden für
zur Finanzierung kommen, wird es schwie- Gleichstellung von Frauen im universitären eine sofortige Uni-Milliarde, eine Aufsto-
rig den Universitätsbetrieb aufrecht zu Bereich gezielt voran treiben zu können. ckung des Wissenschaftsbudgets auf 2­­%
erhalten. Doch bei aller Knappheit des
des BIP bis 2015, sowie für einen freien
Hochschulzugang und gegen Zugangsbe-
schränkungen aus.Danke an alle, die da-
bei waren und gezeigt haben, dass ihnen
Die Uni Linz. die Zukunft der österreichischen Univer-
sitäten nicht egal ist!

Immer einen Schritt voraus! Wieder da: Lunch Lectures #4


Mit dieser Woche gehen die Lunch Lec-
keiten: Kurze Tests können erstellt werden, tures in ihre bereits vierte Runde. Erneut
die nach ihrer Beendigung sofort ausge- haben wir es geschafft, namhafte Per-
wertet werden. Die Student_innen erhal- sönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und
ten somit die Möglichkeit, ihren Lernfort- Gesellschaft an die JKU zu bringen, um
schritt immer wieder zu überprüfen. Auch mit ihnen über aktuelle gesellschaftliche
mechatronik Hausübungen können online abgegeben Fragestellungen zu diskutieren. Den Auf-
Fabian Grabner werden. Diese werden korrigiert und sind takt macht am Mittwoch, 27. Oktober
VSStÖ-TNF-Gruppe somit den Studierenden wieder zugäng- 2010 Univ.-Prof. Dr. Franz Hörmann, der
fabian.grabner@oeh.jku.at lich, die sofort aus den gemachten Fehlern unter dem Motto „Bilanzierungs- und
lernen können. Bewertungsvorschriften – aus der Kri-
Schon seit einiger Zeit wird an der Linzer se gelernt?“ die Mitverantwortung der
Uni Moodle eingesetzt. Moodle ist eine Derzeit herrscht allerdings noch ein biss- internationalen Rechnungslegungsvor-
Online-Lernplattform. Besonders an Unis chen Chaos, da Moodle nur von manchen schriften an der Finanz- und Wirtschafts-
ist es ideal einsetzbar. So ist es möglich, Instituten eingesetzt wird. Viele Lernin- krise kritisch hinterfragen wird. Die Lunch
Videos oder Tonaufzeichnungen online zu halte findet man nach wie vor auch im Lectures finden dieses Semester (fast)
stellen, die die Studierenden dann von zu KUSSS oder auf den Institutshomepages. immer mittwochs von 12:00 – 13:30 Uhr
Hause aus abrufen können. Vorlesungen So kann es einige Zeit in Anspruch neh- im Hörsaal 3 statt. Die Teilnehmer_innen
können von daheim aus verfolgt werden, men, alle Plattformen abzugrasen, um erhalten erneut ein Lunchpaket zu Beginn
folglich sollten überfüllte Hörsäle bald der Informationen über einen Kurs zu bekom- des Vortrags (solange der Vorrat reicht).
Vergangenheit angehören. men. Mehr Einigkeit bei der Anbietung der Genauere Infos zu den weiteren Vor-
Lehrmaterialien wäre wünschenswert. tragenden und Terminen findest du auf
Moodle bietet noch viele weitere Möglich- www.jku.at/content/e213/e86/e99501.

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Die soziale Lage der Studierenden
Die „Sozialerhebung“ wird regelmäßig vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung in Auf-
trag gegeben. Für den aktuellsten Bericht wurden im Sommersemester 2009 Daten von 40.000 Studie-
renden erhoben und 2010 veröffentlicht. Die umfangreiche Studie gibt neben Informationen über die
allgemeine Zusammensetzung und soziale Lage von Studierenden hinsichtlich Erwerbstätigkeit, Beihil-
fenbezug, etc. einen Einblick in das marode Hochschulsystem Österreichs.

Der Hochschulzugang im Zeitverlauf aufgrund der sozialen Herkunft im öster- index. Hier wurden neben dem Bildungs-
reichischen Bildungssektor passiert auf un- abschluss der Eltern auch die jeweiligen
Begannen im Studienjahr 1970/71 noch 13% terschiedlichen Ebenen: Maßgeblich sind beruflichen Positionen und das Einkommen
der Männer und 6% der Frauen eines Alters- die Bildung der Eltern, soziale Schicht, schu- der Eltern berücksichtigt: Nur ein knappes
jahrgangs ein Hochschulstudium, so sind es lische Vorbildung und regionale Herkunft. Fünftel aller Studierenden kommt aus einer
38 Jahre später 36 % der Männer und 45 % niedrigen sozialen Schicht. Im Vergleich zur
der Frauen. 60 % aller inländischen Studien- Der Bildungsgrad der Eltern spielt eine we- Gesamtbevölkerung eindeutig zu wenig.
anfänger_innen begannen im Herbst 2008 sentliche Rolle für die Wahrscheinlichkeit, ob
ein Studium an einer wissenschaftlichen jemand studiert oder nicht. 1990 waren Kin- Auch die Vorbildung spielt eine große Rolle.
Universität, rund 30 % gingen auf eine der von Maturant_innen oder Akademiker_ Knapp die Hälfte aller inländischen Studie-
Fachhochschule, 8 % an eine Pädagogische innen unter den Studienanfänger_innen renden verfügen über eine AHS Matura. Nur
Hochschule und etwa 1 % an eine Kunstu- noch um den Faktor vier überrepräsentiert. 6 % aller Studienanfänger_innen haben ei-
niversität. Erst im Studienjahr 2007 konnte Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, ein nen „nicht-traditionellen Hochschulzugang“,
die Zahl der Studienanfänger_innen von Studium zu beginnen, war für diese Kinder beispielsweise über den zweiten Bildungs-
2000 (also vor der Einführung der Studien- viermal so hoch wie für andere). Heute ist weg. Ob jemand später studiert, scheint
gebühren) wieder überschritten werden. die Wahrscheinlichkeit für Akademiker_in- sich aber schon im Alter von 10 Jahren ab-
Die Studierendensozialerhebung 2009 zeigt nenkinder noch immer 3mal so hoch ein zuzeichnen. Die Wahrscheinlichkeit an einer
jedoch eines: Ob und wer in Österreich ein Universitätsstudium zu beginnen. Besser Hochschule zu studieren liegt bei ehema-
Studium beginnt, hängt meist nicht von den zeigt sich die Situation an Fachhochschulen. ligen AHS-Unterstufen-Schüler_innen bei
jeweiligen Fähigkeiten ab, sondern von der Hier sind Kinder von Maturant_innen und 75%, bei ehemaligen Hauptschüler_innen
sozialen Herkunft. Akademiker_innen „nur“ um den Faktor 1,9 bei knappen 25 %.
überrepräsentiert.
„Sag mir, ob dein Vater studiert hat…“ Ist ein Hochschulstudium begonnen, bedeu-
Noch deutlicher wird die Schieflage im Hoch- tet das nicht automatisch, dass es keine Be-
Soziale Selektion, also die Benachteiligung schulzugang, bei Betrachtung des Schicht- nachteiligung mehr gibt. Auch während des

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Studiums entscheiden soziale Herkunft, Un- dafür, dass die staatliche Studienförderung der Scheidung vereinbart wurde. Dies ist der
terhaltsleistungen der Eltern und allgemei- nicht ausreichend ist. Stipendienstelle aber egal und meint, ich
ne finanzielle Situation aufgrund mangeln- müsse per Gericht mehr Alimente einklagen.
der sozialer Absicherung von Studierenden „Wer sich kein Studium leisten kann, be- Dies finde ich nicht in Ordnung! Wer verklagt
über den Studienerfolg. kommt eh ein Stip“ gerne seinen eigenen Vater?“

Arbeit und Studium, Studium und Arbeit Knapp 60 % der Bildungsinländer_innen (Unger, Zaussinger et al.: Studierenden-Sozi-
erhielten im Sommersemester 2009 ir- alerhebung 2009, S. 421)
Erwerbstätigkeit, zumindest gelegentlich gendeine Form finanzieller Förderung.
während des Semesters, ist für die meisten Der Großteil fällt auf die Familienbeihil- Die häufigsten Einstellungsgründe für Stu-
Studierenden Teil ihres Alltags. Der Ver- fe. Ungefähr die Hälfte aller Studierenden dienbeihilfe stellten bei der Befragung „zu
gleich zur letzten Sozialerhebung, die 2006 erhalten sie. Ein Viertel der Studierenden lange Studiendauer“, „geänderte Einkom-
veröffentlicht wurde, zeigt einen deutlichen bezieht staatliche Studienförderung (18 % menssituation der Eltern“ oder „Erwerbstä-
Anstieg der Erwerbstätigkeit von Studieren- staatliche Studienförderung, 7 % Selbster- tigkeit“ dar.
den. Die Motivation neben dem Studium zu halter_innenstipendium, 0,2 % Studienab-
arbeiten ist freilich unterschiedlich: Manche schlussstipendium). Setzt man diese Zahl in
wollen neben dem Studium einfach Beruf- Relation zu der Anzahl der Studierenden, die Über die Studierendensozialerhebung 2009
spraxis sammeln, der Großteil aber muss erwerbstätig sein müssen, um finanziell aus-
arbeiten gehen, um sich den eigenen Le- zukommen, werden die Missstände ersicht- Seit 1973 werden in Österreich Studieren-
bensunterhalt, sowie diverse Studienkosten lich. Darüber hinaus reicht die staatliche densozialerhebungen durchgeführt. Die
zu finanzieren. Österreichweit sind über 60% Studienförderung keineswegs zum Auskom- Erhebung 2009 beruht auf der bisher um-
der Studierenden während des gesamten men. Ein Großteil der Studienbeihilfenbezie- fangreichsten Befragung von Studierenden,
Semesters erwerbstätig, die restlichen Stu- her_innen müssen nebenbei arbeiten: Die an der 40.000 Student_innen teilnahmen.
dierenden gehen nicht beziehungsweise nur durchschnittliche Bezugshöhe liegt bei 280 Diese Daten und Daten der österreichischen
in den Ferien einer Arbeit nach. Ausmaß und Euro. Die durchschnittliche Bezugshöhe des Hochschulstatistik, die vor allem für das Ka-
Quote der Erwerbstätigkeit korreliert einer- Selbsterhalter_innenstipendiums liegt bei pitel „Soziale Herkunft und Vorbildung von
seits mit dem Alter, andererseits hängt sie 623 Euro (Anm.: die derzeitige Armutsge- Studierenden“ herangezogen wurden (Vol-
stark von der jeweiligen Studienrichtung und fährdungsschwelle liegt bei 950 Euro). Im lerhebung), sind Grundlage für den Bericht.
auch vom Universitätsstandort ab. Die JKU Zuge der Datenerhebung hatten die Studie-
Linz beispielsweise ist Spitzenreiterin: Über renden auch die Möglichkeit, persönliche Die Studie steht kostenlos zum Download
70 % der Studierenden der JKU gehen einer Anmerkungen zum Studienwesen zu täti- bereit unter: http://bmwf.gv.at/ (Publikati-
Erwerbstätigkeit nach. Besonders niedrig ist gen. Besonders kritisiert wurde dabei auch onen)
die Erwerbstätigkeit an medizinischen und der Berechnungsmodus der Studienbeihilfe:
veterinärmedizinischen Universitäten. Nicht
überraschend ist, dass Studierende aus hö- „Mir wurde dieses Jahr mein Stipendium fast
heren sozialen Schichten seltener erwerbs- zur Gänze gekürzt, weil mein Vater anschei-
tätig sind, als Studierende aus niedrigen nend zuviel verdient. Dabei erhalte ich aber
Schichten. Diese Zahl ist ein deutlicher Beleg nur sehr, sehr wenig Alimente, weil dies bei

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Die deutsche Sehnsucht nach
dem Führer
Scheinbar stellen diese Freiheiten für ei- ehemaligen DDR-Gebiet alamierende Wahl-
nige Zeitgenoss_innen im Europa des 21. erfolge. Die hohe Arbeitslosenrate und der
Jahrhunderts eine zu große Hürde da. Laut wirtschaftliche Rückstand sin hoch und
einer Anfang Oktober veröffentlichten Stu- auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung
die der Friedrich-Ebert-Stiftung wünschen kaum zu verbergen.
gespol sich 13% der Deutschen einen „Führer, der
Markus Medl Deutschland zum Wohle aller mit starker Hoffnungslosigkeit und Zukunftsängste
VSStÖ-Jus-Gruppe Hand regiert“. Desweiteren halten fast neun ziehen größere Gruppen der Bevölkerung
markus.medl@reflex.at Prozent eine Diktatur „unter bestimmten unterschiedlichen Alters in den Bann von
Umständen” für „die bessere Staatsform”. politischen Bewegungen, die sich außerhalb
Wir leben im 21.Jahrhundert, einem Zeital- Doch woher kommt die Sehnsucht nach ab- des demokratischen Spektrums positionie-
ter technischer Meisterstücke und großer solutistischen Herrschaftsformen? ren. Dass die Feindlichkeit gegenüber dem
gesellschaftlicher Errungenschaften. Die Fremden weiter ansteigt, ist aufgrund des
Menschheit hat sich im Zuge der Aufklärung Große Staats- und Finanzkrisen waren histo- erschreckenden Ergebnis der Studie nicht
aus ihrer selbst verschuldeten Unmündig- risch betrachtet immer ein guter Nährboden weiter verwunderlich.
keit befreit. Die philosophische Grundlage für (rechts-)extremistische Bewegungen.
lieferten Jean-Jaques Rousseau und Imma- Dieser Faktor erklärt auch das starke Ost- Die deutsche Bundesregierung gibt die „In-
nuel Kant. Letzterer setzte mit seiner Ma- West-Gefälle in Bezug auf Rechtsextremis- tegration der Migrant_innen” als Rezept ge-
xime „Habe Mut dich deines eigenen Ver- mus innerhalb der Bundesrepublik Deutsch- gen Rechtsextremismus aus. Wichtig wäre
standes zu bedienen”, einen Meilenstein im land. Während die deutschnationale NPD allerdings auch das Demokratiebewusstsein
Bezug auf das selbstständige, freie Denken in den „alten” Bundesländern überwiegend in der Gesellschaft zu stärken.
jedes einzelnen Individuums. auf Ablehnung stößt, erreicht die Partei im

Es ist nicht deine Schuld, dass die


Welt ist wie sie ist, es wär nur deine
Schuld, wenn sie so bleibt! (Die Ärzte)

t A c t i v e !
G e @VSStÖ
fotos gut-böse-jenseits
Alle Fotos zur Veranstaltung gibt‘s auf unserer Incognito
Homepage Expertin für eh alles.

Gut
Finanzminister Pröll (ÖVP) hat letzte Wo-
che endlich eingesehen, dass mehr Geld
für die Universitäten doch eine gute Idee
wäre. Der letztwöchige Protesttag, mit
Univollversammlungen an nahezu allen
österreichischen Universitäten, scheint
etwas bewirkt zu haben. Ein Zusammen-
schluss von Rektoraten, Studiereden und
Lehrenden scheint in Österreich mehr
Einfluss auf das Budget zu haben, als die
Wissenschaftsministerin selbst. Geld für
Bildung ist also da, es kommt nur darauf
an, ob die Regierung in Universitäten und
Schulen investieren will.

Böse
uni-mythen Böse ist hingegen, dass Pröll nur dann Geld
Was du schon immer über die Uni wissen
für die Unis lockermachen will, wenn flä-
wolltest.
chendeckende Zugangsbeschränkungen
eingeführt werden. Die Uniko (Universi-
Von Geheimgängen und anderen unbe- tätenkonferenz) zeigt sich erfreut, Uniko-
kannten Orten Chef Sünkel, Rektor der TU Graz, meint,
nun müssen Taten folgen. Wie diese Taten
Im strömenden Regen von der Bibliothek aussehen sollen, ist aber noch nicht be-
in das Managementzentrum ohne nass zu kannt. Dieser Kuhhandel der ÖVP mit den
werden? Kein Problem, man nehme einfach Universitäten wird keine höheren Absol-
den unterirdischen Geheimgang. Für alle, vent_innenzahlen bringen, die für Öster-
die es jetzt nicht glauben können. Ja, es gibt reich dringend notwendig wären.
ihn wirklich. Wenn auch seine Nützlichkeit
und Sinnhaftigkeit umstritten ist, eines Jenseits
muss ihm zugestanden werden: Praktisch ist die Position der SPÖ. Bundeskanzler
ist er schon. So bietet er doch die Möglich- Faymann ist zwar gegen flächendeckende
keit, an überfüllten Uni-Tagen schnell das Zugangsbeschränkungen, eine Studi-
gewünschte Ziel erreichen zu können, ohne eneingangsphase mit abschließender
auch noch etwaigen unliebsamen Zeitge- Knock-Out-Prüfung kann er sich aber
noss_innen begegnen zu müssen. durchaus vorstellen. Dass zwischen diesen
Doch nicht nur dieser geheime Gang, son- beiden Konzepten aber kein Unterschied
dern auch andere unbekannte Räume tragen ist, sieht er nicht. Gerade Studierende,
wesentlich zur Versüßung des Unialltages die sich nicht auf reiche Eltern verlassen
bei. So sei beispielsweise ein stilles Käm- können, sind von beidem betroffen. Ob je-
merchen im Mensakeller genannt, in dem es mand gleich vom Studieren abgeschreckt
sich bei Bedarf – um sich von anstrengenden wird, oder erst nach einem Jahr, weil er_
Kursen zu erholen – auch gut und meist un- sie sich ein weiteres Jahr zu warten nicht
gestört schlafen lässt. leisten kann, ist schließlich „G’hupft wie
G’hatscht“!

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Medieninhaber_in und Herausgeber_in:
Verband Sozialistischer Student_innen Österreichs
Sektion Linz: J.W.Kleinstr. 72, 4040 Linz
Tel. 0732 24 38 58 | office@linz.vsstoe.at Dieses Werk ist unter einer
Für den Inhalt verantwortlich: VSStÖ Linz Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Fotos: Peter Kollroß http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/at/

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Ich will (kostenlos):

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beim COGITO mitschreiben Bürgerliches Recht

beim VSStÖ mitmachen Strafrecht


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