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ÖNORM

EN 1430
Ausgabe: 2000-04-01

Normengruppe B

Ident (IDT) mit EN 1430:1999

ICS 75.140; Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel


91.100.50
Bestimmung der Teilchenpolarität von
Bitumenemulsionen

Bitumen and bituminous binders - Determination of particle polarity of bitumen emulsions

Bitumes et liants bitumineux - Détermination de la polarité des particules des émulsions


de bitume

Die Europäische Norm EN 1430 hat den Status einer Österreichischen


Norm.

Die ÖNORM EN 1430 besteht aus


• diesem nationalen Deckblatt sowie
• der offiziellen deutschsprachigen Fassung der EN 1430:1999.

Fortsetzung
ÖNORM EN 1430 Seite 2 und
EN 1430 Seiten 1 bis 6

Medieninhaber und Hersteller: Österreichisches Normungsinstitut, A-1021 Wien Fachnormenausschuss 044


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ÖNORM EN 1430

Vorwort
Diese ÖNORM EN 1430 muss erst bei Inkrafttreten des zugehörigen Normpaketes des TC 19 / SC 1 (Juni 2002) ange-
wendet werden. Die ÖNORM EN 1430 wird die ÖNORM C 9232-1 „Bitumenemulsionen für den Straßenbau – Prüfung –
Emulsionsgruppe – Ladungsart“ mit Juni 2002 ersetzen.
Die Teile des Normpaketes sind:
WI 00019104 Bitumen - Specifications - Emulsions
EN 1428 Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des Wassergehaltes von Bitumenemulsionen -
Azeotropisches Destillationsverfahren
EN 1429 Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des Siebrückstandes von Bitumenemulsionen
und Bestimmung der Lagerbeständigkeit durch Sieben
EN 1430 Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung der Teilchenpolarität von Bitumenemulsionen
EN 1431 Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des Destillationsrückstandes und des Öldestil-
lates von Bitumenemulsionen mittels Destillation
EN 12846 Mineralölerzeugnisse - Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung der Ausflußzeit von Bi-
tumenemulsion mittels Ausflußviskosimeter
EN 12847 Mineralölerzeugnisse - Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des Absetzverhaltens
von Bitumenemulsionen
EN 12848 Mineralölerzeugnisse - Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung der Zementverträglichkeit
von Bitumenemulsionen
EN 12849 Mineralölerzeugnisse - Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung der Benetzungsfähigkeit
von Bitumenemulsionen
EN 12850 Mineralölerzeugnisse - Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des pH-Wertes von Bi-
tumenemulsionen
EN 13074 Mineralölerzeugnisse - Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Rückgewinnung des Bindemittels aus
Bitumenemulsionen durch Verdunstung
EN 13075-1 Mineralölerzeugnisse - Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des Brechverhaltens -
Teil 1: Bestimmung des Brechwertes kationischer Bitumenemulsionen – Verfahren mit Feinmineralstoff
EN 13075-2 Mineralölerzeugnisse - Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des Brechverhaltens -
Teil 2: Bestimmung der Mischzeit kationischer stabilisierter Bitumenemulsionen
EN 13614-1 Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des Haftverhaltens von Bitumenemulsionen bei
Wasserlagerung - Teil 1: Verfahren mit Quarzit-Splitt
EN 13614-2 Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung des Haftverhaltens von Bitumenemulsionen bei
Wasserlagerung - Teil 2: Verfahren mit Gesteinskörnung
EUROPÄISCHE NORM EN 1430
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Oktober 1999

ICS 75.140; 91.100.50

Deutsche Fassung

Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel - Bestimmung der


Teilchenpolarität von Bitumenemulsionen

Bitumen and bituminous binders - Determination of particle Bitumes et liants bitumineux - Détermination de la polarité
polarity of bitumen emulsions des particules des émulsions de bitume

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 5.September 1999 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzen Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentralsekretariat
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland,
Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und
dem Vereinigten Königreich.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Zentralsekretariat: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 1999 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 1430:1999 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
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EN 1430:1999

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 19 "Mineralölerzeugnisse, Schmierstoffe und
verwandte Produkte" erarbeitet, dessen Sekretariat vom NNI gehalten wird.
Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis April 2000, und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis Juni 2002 zurückgezogen werden.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz,
Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.
Diese Europäische Norm ist Teil eines Paketes von 15 Normen: EN (WI 00019104), EN 1428, EN 1429, EN 1430,
EN 1431, EN 12846, EN 12847, EN 12848, EN 12849, EN 12850, EN 13074, EN 13075-1, EN 13075-2, EN 13614-
1, EN 13614-2.
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EN 1430:1999

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm legt Verfahren zur Bestimmung der Teilchenpolarität von Bitumen in Bitumenemulsionen
fest.
WARNUNG: Die Anwendung dieser Norm kann gefährliche Substanzen, Arbeitsgänge und Ausrüstung
einschließen. In der Norm werden nicht alle Sicherheitsprobleme angesprochen, die mit ihrer Anwendung
verbunden sind. Es liegt in der Verantwortung des Anwenders dieser Norm, geeignete Sicherheits- und
Gesundheitsschutzmaßnahmen vorzusehen und vorher zu klären, ob einschränkende Vorschriften zu
berücksichtigen sind.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publikatio-
nen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind
nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser
Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei
undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation.
EN 58
Probenahme bituminöser Bindemittel
EN 12594
Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel – Vorbereitung von Untersuchungsproben
EN ISO 3696
Wasser für analytische Laborzwecke – Spezifikation und Prüfverfahren (ISO 3696:1987)
ISO 5280
Xylene for industrial use – Specification

3 Definition
Für die Anwendung dieser Norm gilt folgende Definition:
3.1 Teilchenpolarität: elektrische Ladungsart von Teilchen in ionischen Emulsionen.
ANMERKUNG: In kationischen Emulsionen haben Teilchen positive Polarität. In anionischen Emulsionen
haben Teilchen negative Polarität.

4 Prinzip
Ein Gleich- oder gleichgerichteter Strom wird durch eine Bitumenemulsion zwischen zwei parallelen Plattenelek-
troden geschickt. Die Abscheidung einer Bitumenschicht an der Anode zeigt eine negative Polarität an, die Emulsion
ist anionisch. Die Abscheidung von Teilchen an der Katode zeigt eine positive Polarität an, diese Emulsion ist
kationisch.

5 Reagenzien und Materialien


Es sind nur garantiert analysenreine Reagenzien und nur Wasser, das der Qualität 3 nach EN ISO 3696 entspricht,
zu verwenden.

5.1 Xylol nach ISO 5280.


5.2 Propan-2-ol.
5.3 Ethanol, min. 99 %.

6 Prüfeinrichtungen
Übliche Laborausrüstungen und Glasgeräte, zusammen mit den folgenden:
6.1 Stromkreis (siehe Bilder 1 und 2), der aus folgenden Bauteilen besteht:
6.1.1 Stromquelle für einen Gleich- oder gleichgerichteten Strom von 8 mA bei einer Spannung von 12 V bis 15 V
für 30 min.
6.1.2 Milliamperemeter mit einem Meßbereich von 10 mA.
6.1.3 Regelwiderstand.
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EN 1430:1999

6.1.4 Elektroden: Zwei Platten aus nichtrostendem Stahl etwa 100 mm lang, 25 mm breit und 1,0 mm dick. Es wird
eine isolierende Abstandshalterung verwendet, um die Platten in der Emulsion 12 mm voneinander entfernt parallel
zu halten (siehe Bild 2).
6.1.5 Isolierkörper: Quadratischer Stab aus Polytetrafluorethylenharz mit hohem elektrischen Widerstand, 12 mm
lang.

6.2 Glasbecher: Volumen 150 cm³ oder 250 cm³.


6.3 Glasstab: etwa 100 mm lang und 6 mm dick oder andere geeignete isolierende Vorrichtung zur Aufhängung der
Elektrodenanordnung in der Emulsion.
6.4 Zeitmeßeinrichtung: Stoppuhr oder anderes geeignetes Meßgerät.

7 Probenahme
Die Probenahme muß nach EN 58 und die Vorbereitung der Analysenproben nach EN 12594 erfolgen.
Die Probe ist in zwei Probenteile zu teilen; im Falle von Zweifeln am Ergebnis sind beide Probenteile zu prüfen.
ANMERKUNG: Der zweite Probenteil wird nur im Ausnahmefall geprüft, wenn die Ergebnisse nach 8.6
bezweifelt werden.

8 Durchführung
8.1 Vorbereitung der Elektroden: Neue und wiederzuverwendende Elektroden (6.1.4) sind in folgender Reihenfolge
zu reinigen:
– Waschen mit Wasser;
– Waschen mit Propan-2-ol (5.2) oder Ethanol (5.3);
– Waschen mit Xylol (5.1);
– Waschen mit Propan-2-ol (5.2) oder Ethanol (5.3);
– Waschen mit Wasser.
8.2 Es ist ausreichend Emulsion in einen Glasbecher (6.2) zu geben, damit die Elektroden bis zu einer Höhe von
etwa 25 mm in die Emulsion eintauchen können. Die Elektroden, die durch den Isolierkörper (6.1.5) auf Abstand
gehalten werden, sind an dem über dem Becherrand liegenden Glasstab (6.3) aufzuhängen. Sie sind bis zu der
geforderten Höhe in die Emulsion einzutauchen, wobei der Glasstab über den Becherrand gelegt wird.
ANMERKUNG: Geräte mit manueller Höheneinstellung und Isolier- und Aufhängemöglichkeit für die
Elektroden in der Emulsion können verwendet werden.
8.3 Die gereinigten (siehe 8.1) und getrockneten Elektroden (6.1.4) sind an die Gleichstromquelle (6.1.1)
anzuschließen, wie in Bild 2 dargestellt.
8.4 Der Strom ist mit dem Regelwiderstand (6.1.3) zwischen 8 mA und 10 mA einzustellen und die Zeitnahme mit
einer geeigneten Zeitmeßeinrichtung auszulösen. Die verwendete Stromstärke ist zu notieren.
8.5 Wenn die Stromstärke auf 2 mA abgefallen ist oder nach 30 min, je nachdem, was zuerst eintritt, ist die
Stromquelle abzuschalten. Die Elektroden sind unter fließendem Wasser vorsichtig zu waschen.
8.6 Die Abscheidung des bitumenhaltigen Bindemittels an den Elektroden ist zu beobachten, die Polarität ist zu
notieren.
ANMERKUNG: Bei einer kationischen Emulsion (mit positiver Polarität) wird an der Kathode (negative
Elektrode) eine wahrnehmbare Schicht Bindemittel abgeschieden, bei einer anionischen Emulsion (mit
negativer Polarität) tritt die Abscheidung an der Anode (positive Elektrode) auf.
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EN 1430:1999

R 1 Widerstand 47 Ω 1 W C1 Kondensator 500 µF 25 V


R 2 Potentiometer 5000 Ω D1 Siliziumdiode
R 3 Widerstand 6800 Ω 0,25 W S1 3-Position-Schalter
R 4 Parallelwiderstand zum Amperemeter Zweipoliger
M1 Milliamperemeter 0 bis 10 mA
T1 12,6 V Heiztransformator

Bild 1: Beispiel für ein Geräteschaltbild

d = Abstand zwischen den beiden Elektroden


d = 12 mm
Bild 2: Beispiel für die Anordnung der Prüfgeräte
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EN 1430:1999

9 Angabe der Ergebnisse


Die Polarität von Bitumenteilchen in der Emulsion ist als positiv oder negativ (siehe 8.6) anzugeben.

10 Prüfbericht
Der Prüfbericht muß mindestens folgende Informationen beinhalten:
a) Typ und vollständige Kennzeichnung der untersuchten Probe;
b) einen Hinweis auf diese Europäische Norm;
c) die verwendete Stromstärke (siehe 8.4);
d) das Versuchsergebnis (siehe Abschnitt 9);
e) eine Angabe möglicher Abweichungen von den vorgegebenen Prüfbedingungen;
f) das Datum der Prüfung.