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inhalt

1. Das Wichtigste auf einen Blick – 6


Schnellübersicht

2. Siegfried Lenz: Leben und Werk   9

2.1 Biografie  9
2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund  11
Der Roman Deutschstunde im Werkkontext  11
2.3 Angaben und Erläuterungen
zu wesentlichen Werken  14
Die wichtigsten Veröffentlichungen  14

3. Textanalyse und -interpretation   16

3.1 Entstehung und Quellen  16


3.2 Inhaltsangabe  18
Rahmenerzählung  18
Haupthandlung  19
Inhaltsangabe der einzelnen Kapitel  23
3.3 Aufbau  34
Die Grundstruktur der Handlung  34
3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken  36
Die Romanfiguren  37
Jens Ole Jepsen  39
Gudrun Jepsen  44
Klaas Jepsen  45
Hilke Jepsen  46
Siggi Jepsen  48
Max Ludwig Nansen  51
inhalt

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen  56


Erläuterung einzelner Stellen  56
3.6 Stil und Sprache  62
Zum Sprachstil  62
Zur Erzählsituation und Erzählperspektive  65
3.7 Interpretationsansätze  74
Selbstinterpretation der Deutschstunde
durch Siegfried Lenz  74
Zu Erzählweise und Erzählperspektive  75
Erzählen als Rechtfertigung  77
Die Deutschstunde als politischer Roman  77
Zum Titel des Romans  83
Zum Thema ‚Pflicht‘  86

4. Rezeptionsgeschichte   101

Kritische Stimmen zur Deutschstunde  101

5. Materialien   109

Immanuel Kant: Über die Pflicht  109


6. Prüfungsaufgaben   111
mit Musterlösungen

Literatur   120

stichwortverzeichnis   125
4 Rezeptions­ 5 materialien 6 prüfungs­
geschichte aufgaben

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Zusammen­
Lenz gehört zu den wichtigsten Schriftstellern der Nach- fassung

kriegszeit. Er wurde 1926 geboren, gehört zur Gruppe 47.


Zu seiner Generation gehören auch Autoren wie Böll, En­zens­
berger, Grass, Kunert, Walser.
Er begleitete mit seinem Werk die Geschichte der BRD. Sein
Werk umfasst Romane, Erzählungen, Hörspiele und litera­
rische Essays, Kinderbücher und Reden.

Der Roman Deutschstunde im Werkkontext


Den größten Erfolg sollte Lenz mit seiner Deutschstunde haben,
aber schon sein erster Roman Es waren Habichte in der Luft, der
unter dem Einfluss von Dostojewskij und Faulkner entstand, erreg- Einfluss von
te sogleich Aufsehen. Das mag – wie für alle späteren Werke – da- Dostojewskij und
Faulkner
ran gelegen haben, dass alle Werke von Lenz gegenwartsbezogen
sind.
Er hat immer ein Gespür für die Zeitstimmungen bewiesen,
und seine realistische, bisweilen sogar volkstümliche Erzählweise Volkstümliche
kommt den Erwartungen eines großen Leserpublikums entgegen. Erzählweise

In vielen seiner Romane und Erzählungen steigert er überdies die


im Detail abgebildete Welt der Masuren oder der norddeutschen
Küstenlandschaft zum exemplarischen menschlichen Handlungs-
raum.
Schon sein erster Roman schildert den Konflikt des Individu- Konflikt des
ums mit totalitären Herrschaftsstrukturen. Eine für das gesamte Individuums
mit totalitären
Werk charakteristische, existenzialistisch-fatalistische Grundhal- Herrschafts­
tung prägt die Gestaltung des Themas moralischer Schuld, wobei strukturen
Lenz seine Figuren in Extremsituationen versetzt, in denen ihnen

Deutschstunde 11
1 schnellübersicht 2 Siegfried Lenz: 3 Textanalyse und
Leben und Werk -interpretation

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

nur die Alternative zwischen dem eigenen Untergang und dem


Verrat an den anderen bleibt.
Der nächste wichtige Roman Der Mann im Strom trägt die für
Zeitkritische Züge das Lenz’sche Gesamtwerk kennzeichnenden zeitkritischen Züge.
im Gesamtwerk Hier schildert Lenz das Schicksal des alternden Tauchers Hinrichs
vor dem Hintergrund des Wirtschaftswunders in der Adenauer-
Ära, in der man sich auf materielle Besitztümer konzentriert und
zwischenmenschliche Beziehungen dafür vernachlässigt.
Nach seinem größten Erfolg, der Deutschstunde, setzt Lenz die
politische Thematik fort und entwickelt im Vorbild erneut aus den
erziehungswissenschaftlichen Fragen um die Zusammenstellung
eines Lesebuchs der späten sechziger Jahre die Problematik einer
Vorbildfigur und problematisierte im Heimatmuseum die Schwie-
Problema­tisie­ rigkeiten mit dem Heimatgedanken, dessen reaktionärer Miss-
rung des ­Heimat- brauch zur Zerstörung eines in die Bundesrepublik verpflanzten
gedankens
Heimatmuseums führt.
Mit Der Geist der Mirabelle versucht Lenz an den ursprüngli-
chen Erfolg seiner Geschichten unter dem Titel So zärtlich war Su-
leyken, mit denen er seiner Heimat ein unvergessliches Denkmal
gesetzt hatte, erneut anzuknüpfen. Die Problematik des Heimat-
begriffs spielt auch im Verlust eine wichtige Rolle, weil dort ein
Fremdenführer in Hamburg, der täglich Hunderten von Menschen
seine Heimatstadt erklären muss, einen Hirnschlag erleidet, der zu
einem völligen Sprachverlust führt.
Mit der Erzählung Ein Kriegsende wendet sich Lenz ein wei-
teres Mal dem Zeitpunkt am Ende des Zweiten Weltkrieges zu.
Die knappe Erzählung schildert eine Meuterei Anfang Mai 1945 an
Bord eines deutschen Minensuchers und noch vollzogene Todes-
urteile nach der Kapitulation.

12 Siegfried Lenz
4 Rezeptions­ 5 materialien 6 prüfungs­
geschichte aufgaben

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

1985 erscheint schließlich noch der Exerzierplatz, dessen exem-


plarischer Titel schon etwas darüber aussagt, was dem Autor seit
der Deutschstunde, dem Vorbild und dem Roman Heimatmuseum
am Herzen liegt: die Bestandsaufnahme dessen, was in unserer
Zeit, aber nicht ohne kritischen Blick zurück, als ‚deutsch‘ zu gel- Was ist ‚deutsch‘?
ten hat. Erzählt wird die Familiengeschichte der Zellers aus dem
ostpreußischen Rominten aus der Perspektive des geistig behin-
derten Gärtnergehilfen Bruno, der sich seinem Chef, der ihm bei
der gnadenlosen Flucht über die Ostsee das Leben gerettet hat,
für immer verpflichtet fühlt. Der Roman endet mit der Erkenntnis,
dass in unserer Gesellschaft für Menschen ‚reinen Herzens‘ kein
Platz ist.

Deutschstunde 13
1 schnellübersicht 2 Siegfried Lenz: 3 Textanalyse und
Leben und Werk -interpretation

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

2.3 Angaben und Erläuterungen


zu wesentlichen Werken

Zusammen­
fassung Wichtige Romane von Lenz vor seinem größten Erfolg
Deutschstunde im Jahre 1968:
Es waren Habichte in der Luft (1951)
So zärtlich war Suleyken (1955)
Der Mann im Strom (1956)

Nach dem Erfolg der Deutschstunde:


Das Vorbild (1973)
Heimatmuseum (1978)
Arnes Nachlaß (1999)

Die wichtigsten Veröffentlichungen


1951 Es waren Habichte in der Luft (Roman)
1955 So zärtlich war Suleyken. Masurische Geschichten
1957 Der Mann im Strom (Roman)
1958 Jäger des Spotts. Geschichten aus dieser Zeit
1959 Brot und Spiele (Roman)

1960 Das Feuerschiff (Erzählungen)


1961 Zeit der Schuldlosen, Zeit der Schuldigen (Hörspiel)
1963 Stadtgespräch (Roman)
1964  ehmanns Erzählungen oder So schön war mein Markt.
L
Aus den Bekenntnissen eines Schwarzhändlers
1968 Deutschstunde (Roman)

14 Siegfried Lenz
4 Rezeptions­ 5 materialien 6 prüfungs­
geschichte aufgaben

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

1970 Gesammelte Erzählungen


1970 Beziehungen. Ansichten und Bekenntnisse zur Literatur
1973 Das Vorbild (Roman)
1975 Der Geist der Mirabelle. Geschichten aus Bollerup
1976  lfenbeinturm und Barrikade. Schriftsteller zwischen ­Literatur
E
und Politik (Essays)
1978 Heimatmuseum (Roman)

1981 Der Verlust (Roman)


1984 Ein Kriegsende (Erzählungen)
1985 Exerzierplatz (Roman)
1986 Die Erzählungen 1949 –1984 (3 Bände)
1987 Das serbische Mädchen (Erzählungen)

1990 Die Klangprobe (Roman)


1992 Über das Gedächtnis. Reden und Aufsätze
1996 Ludmilla (Erzählungen)
1999 Arnes Nachlaß (Roman)

2001 Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur. Aufsätze


2003 Fundbüro (Roman)
2004 Zaungast (Erzählungen)
2006 Die Erzählungen
2006 Selbstversetzung. Über Schreiben und Leben
2008 Schweigeminute (Novelle)
2009 Der Ostertisch (Erzählung)
2009 Landesbühne (Novelle)

Deutschstunde 15
stichwortverzeichnis

stichwortverzeichnis

Autorität, autoritär  54, 72, Nationalsozialist, National­


90 f., 93, 97, 119 sozialismus, national­
Banalität des Bösen  90, 103 sozialistisch  7, 18, 20, 30 f.,
Bestseller  16, 103 f. 34, 36, 44 f., 53, 74, 79 f.,
Binnenhandlung, 84 f., 88, 93 ff., 103 f., 108,
­-erzählung  23, 25, 27, 30 f., 112, 114, 118
33, 35, 115 Obrigkeitshörig  41
Entartet(e Kunst)  53, 89, Personenkonstellation  36 f.
95, 118 Pflicht(en)  7 f., 18 f., 21, 23,
Erinnerungen  7, 18, 20, 22 f., 25, 17, 38 ff., 72, 78 f., 83 ff.,
33, 39, 41 f., 65 ff. 91 ff., 106, 109, 111 ff.,
Erinnerungsarbeit  8, 67 117 ff.
Erzählperspektive  65, 75, 101 Pflichtbewusst(sein) 
Erzählsituation  65, 67, 115 7, 18, 21, 36, 41, 43 f.,
Existenzialistisch-­ 88, 95, 118
fatalistische Pflichterfüllung  42, 54, 80,
­Grundhaltung  11 87, 92, 99, 117
Expressionisten  53, 79 Provinz, -nest, provinziell 
Heimat  12, 19, 38, 53, 67, 72, 38, 71, 88, 91, 94, 102 f.,
105 104, 107, 109
Ich-Erzähler  7, 18, 36 f., 39, Rahmenhandlung,
62, 68, 101 ­-erzählung  18, 21, 25, 29 f.,
Jugendsprachlich  62, 64 32, 34 f.
Kadavergehorsam  41, 84, 102 Realistisches Erzählen  11
Kleinbürger, Kleinbürgertum, Rückblenden  75
kleinbürgerlich  Schuld, schuldig  11, 29, 51,
71, 74, 82, 88 ff., 95 f., 99, 88, 98, 103, 111
105, 108, 118 Umgangssprachlich  62
Multiperspektivität  69, 71 Zivilcourage  42 f.

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