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Zielmarktanalyse Energieeffizienz

in der Industrie und in Gebäuden


Kenia & Tansania
Mit Profilen der Marktakteure

www.efficiency-from-germany.info
Impressum
Herausgeber
AHK Kenia

Stand
01.09.2014

Druck
September 2014

Gestaltung und Produktion


AHK Kenia

Redaktion
Dr. Georgia Badelt
Inhalt

Zusammenfassung 3

1. Einführung: Allgemeine Landesinformationen

1.1. Kenia
1.2. Tansania 12

2. Überblick über den Energiesektor 13

2.1. Energiemix 13

2.1.1. Kenia 13
2.1.2. Tansania 14

2.2. Entwicklung des Stromangebots und der Stromnachfrage 14

2.2.1. Kenia 14
2.2.2. Tansania 17

2.3. Relevante Akteurslandschaft 18

2.3.1. Kenia 18
2.3.2. Tansania 19

3. Regulativer Rahmen für Energieeffizienz 23

3.1. Stromtarife und andere Energiekosten 23

3.1.1. Kenia 23
3.1.2. Tansania 24

3.2. Richtlinien 25

3.2.1. Energiemanagement-Richtlinien 2012 (Kenia) 25


3.2.2. Solarkollektoren-Richtlinien 2012 (Kenia) 26

3.3. Anreizprogramme (Kenia) 27

4. Energieeinspar-Potential in Kenia und Tansania 29

4.1. Industriestruktur in Kenia und Tansania 29

4.2. Energieeinsparpotenziale in ausgewählten Sub-Sektoren 30

1
4.2.1. Milchindustrie 30
4.2.2. Zuckerindustrie 35
4.2.3. Weitere Lebensmittelindustrie: Speiseölindustrie 42
4.2.4. Teeindustrie 45
4.2.5. Hortikultur-Sektor 51
4.2.6. Zementindustrie 58
4.2.7. Stahlindustrie 62
4.2.8. Baugewerbe (Gebäudesektor) 66

5. Engagement und Positionierung der deutschen Unternehmen 72

6. Profile der Marktakteure 78

7. Quellenverzeichnis 99

2
Zusammenfassung
Kenia

Kenias Strompreise schwanken zwischen 15,78 KSH und 19,96 KSH/ kWh (13,7 -17,3 €cent) für kommerzielle und
industrielle Stromverbraucher. Sie sind damit die höchsten der Region. Sie basieren auf langfristigen Grenzkosten.
Kostenschwankungen aufgrund von Rohstoffpreis- und Wechselkursschwankungen werden direkt an den
Endverbraucher weitergereicht. Bereits Anfang des Jahres wurden die Stromtarife - abhängig von der jeweiligen
Verbraucherkategorie - um bis zu 12% angehoben wurden und eine weitere Erhöhung steht bereits an.

Aufgrund der unzuverlässigen Versorgung aus dem öffentlichen Stromnetz (gepaart mit einer allzu geringen Qualität des
Stroms) greifen Stromverbraucher oft auf Dieselgeneratoren zurück. Angesichts der signifikanten Volatilität des
Rohstroffes sowie eines Dieselpreises von derzeit 104 KES/ Liter Diesel (90 €cent) hat dies jedoch steigende
Energiekosten sowie weiter wachsende Unsicherheiten zur Folge.

Abgesehen von den hohen Stromtarifen müssen Stromverbraucher, die jährlich mehr als 180.000 kWh verbrauchen, laut
den in 2012 in Kraft getretenen Energie-Richtlinien, alle 3 Jahre ein Energie-Audit nachweisen, das von zertifizierten
Energie-Auditoren durchzuführen ist (erste Periode 2012-2015). Ab 2015 müssen innerhalb von 3 Jahren 50% der
Energieeinsparungen mit den empfohlenen Energieeffizienz-Maßnahmen erzielt worden sein. Demzufolge lassen sich
recht günstige Rahmenbedingungen zur Förderung von Energieeffizienz in Kenia ausmachen.

Energieintensive Sektoren in Kenia sind z.B. die Zementindustrie, Walzwerke, Raffinerien, Zuckerindustrie, Brauereien
und der Bergbau:

Die Zuckerindustrie steht unter äußerst starkem Kostendruck: Die meisten Zuckerfabriken leiden nicht zuletzt
aufgrund einer Zuckerrohr-Knappheit unter einer Unter-Auslastung ihrer Kapazitäten – der größte Zuckerhersteller
Mumias weist derzeit eine Auslastungsrate von lediglich 64% auf. Zusammen mit einer relativ geringen
Produktionseffizienz, die sich teils aus alten Maschinenparks, insbesondere im Hinblick auf die vielen staatseigenen
Betriebe ergeben, führt die geringe Auslastung zu hohen Produktionskosten. In der Folge ist kenianischer Zucker kaum
mehr wettbewerbsfähig und das Land wird von (teils illegalen) Billigimporten überschwemmt. Durch Modernisierung der
Fabriken sowie die Diversifizierung des Geschäftsportfolios (z.B. Brikettierung überschüssiger Bagasse, Produktion von
Ethanol und Stromerzeugung aus Molasses, Trinkwasserherstellung (Mumias)) soll die Bilanz der Zuckerunternehmen
verbessert werden. Investitionen können aus dem Sugar Development Fund, der vom Kenya Sugar Directorate verwaltet
wird, bezuschusst werden.

Energieeffizienz-Maßnahmen fügen sich hier ein und helfen, die Gesamtkosten zu reduzieren: Mit 30-43 kWh/ Tonne
Zuckerrohr sind die kenianischen Zuckerfabriken im Vergleich zu internationalen Benchmarks (25-32 kWh/ Tonne)
wesentlich energieintensiver. Zum einen können Energieeinsparungen realisiert werden, indem z.B. Antriebssysteme mit
variabler Frequenz und Dampf-Turbo-Generatoren im Zentrifugen-Bereich eingesetzt werden; ferner bestehen weitere
Einsoparpotentiale durch neuere Prozesstechnologie (z.B. Fallstromverdampfer, Diffuser, Automatisierung der
Verdampfungskristallisatoren etc.).

Zunehmendem Wettbewerbsdruck ist auch die kenianische Zementindustrie ausgesetzt: So sind die Gewinnmargen im
Zeitraum 2007-2011 für die großen Player wie East African Portland Cement (EAPC, Anteil von Lafarge 42%) und
Bamburi (Anteil von Lafarge 58%) um rund zehn Prozentpunkte gefallen. Für deutsche Unternehmen sind darum auch
neue Player in der lokalen Zementindustrie wie Mombasa Cement und National Cement, interessant. Zu beachten ist,
dass es in Kenia nicht so viele integrierte Zementwerke gibt. Stattdessen werden Mahlwerke und Klinker größtenteils
importiert.

3
Die Erhöhung der Energieeffizienz spielt im Zusammenhang mit der Senkung der Gesamtproduktionskosten eine große
Rolle. Abgesehen davon, dass mit einer verbesserten Prozesssteuerung und Antrieben mit variabler Frequenz
nennenswerte Einsparungen realisiert werden können, lässt sich der Energieverbrauch vor allem durch
prozessspezifische Investitionen reduzieren: Noch sind in kenianischen Zement-Mahlwerken Kugelmühlen im Einsatz;
werden diese durch Hochdruck-Walzenpressen/ Vertikalmühlen ersetzt, können 50% der Energie in diesem Bereich
eingespart werden.

Die Stahlindustrie in Kenia beschränkt sich hauptsächlich auf die Herstellung von Sekundärprodukten (z.B. Schmelzen
von Schrott und Verarbeitung zu Halbprodukten oder Walzen von Halbfertigprodukten zu Blechen, Stangen und
Profilen). Viele der internationalen Wettbewerber können Stahl und Stahlprodukte zu niedrigeren Preisen anbieten, nicht
zuletzt auch da sie von ihren jeweiligen Regierungen unterstützt werden (z.B. durch steuerfreien Strombezug). Etliche
kenianische Unternehmen waren dem massiven internationalen Wettberwerbsdruck nicht mehr gewachsen und mussten
mittlerweile ihre Tore schliessen. Viele der noch bestehenden Stahlfirmen leiden unter Überkapazitäten, was natürlich
die Kosten und Preise für Stahlprodukte weiter in die Höhe treibt: So beläuft sich die Kapazitätsauslastung in Kenia auf
durchschnittlich 46%, während der weltweite Durchschnitt mit 72% erheblich höher liegt. Außerdem setzen viele
kenianische Stahlfirmen veraltete Technologien ein. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass die meisten Stahl-
Schmelzbetriebe noch immer die Blockguss-Technologie anwenden. Deren Produktivität liegt mit 40-50% jedoch weit
niedriger als bei modernen Methoden wie dem Strangguss-Verfahren (90% Produktivität). Ferner lassen sich laut
durchgeführter Energie-Audits in Stahlwerken erhebliche Einsparungen durch Verbesserungen am Induktionsofen sowie
durch den Einsatz drehzahlveränderbarer Antriebe erzielen.

Angesichts der steigenden Nachfrage nach Stahl sowie Stahlprodukten und ungeachtet der Unter-Auslastung bestehender
Kapazitäten fördert die Regierung den Ausbau dieser Industrie, die als tragende Säule für das verarbeitende Gewerbe und
als Schlüssel für die Realisierung aller Infrastrukturprojekte im Rahmen der Vision 2030 gesehen wird: So soll das
Staatsunternehmen Numerical Machining Complex (NMC) ein integriertes Stahlwerk auf seinem Land in Athi River
errichten; Anfang Juli 2014 wurde ein EOI für die Durchführbarkeitsstudie veröffentlicht.

Nicht zu unterschätzen ist auch die kenianische Agro-Industrie, mit Blick auf die Energieeffizienz vor allem die Milch-
, Teeindustrie und evtl. auch die Blumenfarmen. Die Milchindustrie leidet unter dem Problem von
Überkapazitäten, die mit dem Flaschenhals der Milchsammlung zusammenhängen. Es gibt rund 30 milchverarbeitende
Betriebe, darunter große Firmen wie die staatliche NewKCC sowie privaten Firmen Brookside, Gitunguri, Kinangop und
Sameer. Eine der größeren Unternehmen hat eine Gesamtlast von ca. 500 kW mit einem durchschnittlichen
Energieverbrauch von 267.000 kWh pro Monat, die für die Produktion von 3,7 Mio. Liter Milch eingesetzt werden. Laut
Energie-Audit können 24% der Energie eingespart werden: 76% aller Einsparungen können durch die Umstellung auf
einen Biomasse-Kessel realisiert werden. Ein Einsparpotential von 12% besteht weiterhin, wenn man den Betrieb von
Kältekompressoren automatisiert. Letztere Maßnahme zahlt sich bereits nach 2 Monaten aus.

Über die in den Energie-Audits empfohlenen Maßnahmen hinaus, welche die Querschnittstechnologien betreffen (z.B.
Kessel, Motoren, Beleuchtung etc.), lassen sich durch prozessspezifische Maßnahmen Energieeinsparungen erzielen,
besonders wenn man berücksichtigt, dass mindestens 40% der Energie in der Produktion selbst verbraucht wird.
Prozessspezifische Maßnahmen umfassen zum Beispiel den Einsatz des indirekten UHT-Verfahrens zur Sterilisation.
Dabei erfolgt die Wärmeübertragung mit Platten- oder Röhrenwärmeüberträgern. Auch durch den Einsatz der
Membranfiltration sowie die Anwendung von mehreren aufeinanderfolgenden Verdampfern (multiple effect evaporators)
kann Energie eingespart werden.

Bedeutende Potenziale bietet auch der Gebäudesektor. Als Folge einer stetig steigenden Zahl mittlerer sowie hoher
Einkommen entwickelt sich der Einzelhandel sehr dynamisch; etliche neue Shopping-Malls sind geplant und im
Entstehen, u.a. „Two Rivers“ – das zukünftig größte Einkaufszentrum des Landes. Ähnlich entwickelt sich auch der Markt
für Bürogebäude. Die Erschließung dieses Marktes wird für deutsche Unternehmen jedoch nicht einfach sein, da der
Sektor bereits zu großen Teilen von chinesischen Kontraktoren besetzt ist.

4
Tansania

Verglichen mit Kenia hinkt Tansania ganz generell sowie insbesondere auch im Hinblick auf Energieeffizienz hinterher.
Dort wurden bis Anfang diesen Jahres Stromtarife stark subventioniert. Sie lagen für Haushalte bei 9,8 €cent/ kWh (5,3
€cent für größere kommerzielle und industrielle Verbraucher). Zudem gibt es keine Zuschüsse für Energie-Audits und
keine Ausbildung sowie Zertifizierung von Energie-Auditoren. Folglich bleiben die damit verbundenen Potentiale
weitgehend ungenützt, was auch zur Folge hat, dass das diesbezügliche Problembewußtsein bei weitem noch nicht dem
Kenianischen Niveau entspricht. Allerdings wurden die Stromtarife Anfang 2014 um teils 40-55% für die Industrie
erhöht, so dass Optionen zur Senkung des Energieverbrauchs attraktiver werden. Schließlich ist die Stromversorgung aus
dem öffentlichen Netz weitaus unzuverlässiger sowie qualitativ schlechter als in Kenia. In letzter Konsequenz führt dies
zu einer größeren Abhängigkeit von Dieselgeneratoren für den Endverbraucher.

In Bezug auf die Energieeffizienz sind zum Beispiel der Bergbau, die Plastikindustrie, die Zementindustrie und
die lebensmittelverarbeitende Industrie von Interesse:

Ein wichtiger Zielsektor für deutsche Unternehmen in Tansania stellt der Bergbau (Gold, Nickel etc.) dar. Das Land ist
heute nach Südafrika und Ghana Afrikas drittgrößter Goldproduzent. Bislang ist allerdings noch unklar wie umfangreich
das Vorkommen tatsächlich ist. Tiefergehende Erkundungen könnten weitere Kapazitäten zu Tage fördern. Der Sektor ist
ein großer Energiekonsument. Er trägt mit ca. 30% zum landesweiten Energieverbrauch bei. Etliche Bergwerke sind an
das Stromnetz angebunden, dennoch gibt es einen große ungedeckte Nachfrage (ca. 100MW), die Lücke wird letztlich von
Dieselgeneratoren gefüllt. Mehrere Bergwerke sind netzunabhängig, wie beispielsweise Shanta Gold/ New Luika (5,2
MW) und Geita (40 MW); die Netzanbindung soll jeweils erst in einigen Jahren erfolgen. Im speziellen Fall der
Goldproduktion zwingt der niedrige Goldpreis (1400USD/Unze) Unternehmen ihre Kosten drastisch zu senken, was
einerseits mit Blick auf Energieeffizienz eine Chancen bieten kann; dies zieht jedoch auch die Verzögerung von nicht
prioritären Investmententscheidungen nach sich. Einige Unternehmen prüfen Möglichkeiten zur Nutzung Erneuerbarer
Energien (z.B. Solar PV).

Ein attraktiver Sektor mir einer signifikanten Zahl potenzieller Kunden für deutsche Unternehmen ist die gesamte
Lebensmittelindustrie: Zu nennen ist z.B. die Zuckerindustrie, die Speiseölhersteller und Getränkehersteller.

Die Zuckerindustrie in Tansania ist kleiner und konzentrierter als in Kenia. So gibt es lediglich 4 Unternehmen, 2
davon komplett privat und 2 größere, privat-staatliche Firmen (Kilombero mit 130.000 Tonnen/ Jahr und TPC mit
100.000 Tonnen/ Jahr). TPC erweitert derzeit seine Kapazitäten um 25% auf 125.000 Tonnen/ Jahr. Es gilt als
vergleichsweise effizient und erreicht zeitweise eine Verarbeitungsrate von 8 Tonnen Zuckerrohr/ Tonne. TPC hat eine
Gesamtlast von 12,5 MW, davon 4,5 MW für die Zuckerfabrik. Kilombera, Kagera und Mtiobwa arbeiten weit weniger
effizient und haben teils veraltete Anlagen. Eine weitere Zuckerfabrik entsteht: Agro EcoEnergy (Tanzania) Limited, eine
Tochtergesellschaft eines schwedischen Unternehmens, hat $550 Millionen in den Anbau von Zuckerrohr investiert, um
130.000 Zucker zu produzieren. Zusatzprodukte sollen Strom und Ethanol sein.

Dynamisch entwickelt sich vor allem die Speiseölindustrie, die angesichts der stark gestiegenen Strompreise in 2014
zudem klares Interesse an Energieeffizienz zeigt: Führende Unternehmen sind u.a. Murzah Oil, Mount Meru Millers und
METL East Cost Oil. Murzah Oil hat Energieberater aus Südafrika unter Vertrag genommen, um Energieversorgung und -
verbrauch zu optimieren. Die Branche wirkt recht gesund und stabil. METL, das Palmöl zu Speiseöl verarbeitet,
verdoppelt derzeit seine Kapazitäten von 400 Tonnen auf 800 Tonnen/ Tag; Anlagenbauer ist DESMET BELLESTRE aus
Italien. Zudem wurden bereits einige Maßnahmen zur Steigerung der betrieblichen Energieeffizienz umgesetzt. Zum
Beispiel wird ein Niedrigdruck-Kessel eingesetzt, der mit Holz befeuert wird. Auch sind drehzahlvariable Antriebe sowie
eine Absorptionskälteanlage in Betrieb. Letztere läuft anstatt strombetriebener Kälteanlagen und Kondensat-Nutzung.
Mt. Meru Millers, die Öl aus Sonnenblumen herstellen, wird noch in diesem Jahr eine neue Raffinerie (200 Tonnen/ Tag)
in Betrieb nehmen; in der bereits bestehenden Raffinerie lassen sich erhebliche Energie-Einsparpotenziale durch das
Ersetzen der alten Kessel erzielen.

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Abgesehen von diesen beiden Schwerpunktsektoren zeichnen sich Chancen für deutsche Unternehmen auch in anderen
Bereichen ab: Das Telekommunikationsunternehmen Tigo zum Beispiel ist bestrebt, seine Energiekosten um 30% durch
„green building“-Konzepte (in Kundenzentren und Bürogebäude) zu reduzieren.

Marktchancen für deutsche Unternehmen

Marktchancen gibt es zum einen für Anbieter von Querschnittstechnologien (z.B. Kälteanlagen, Kompressoren,
elektrische Antriebe, Steuer- und Regeltechnik/ Automatisierung, Wärmerückgewinnung, Industriekessel etc.). Zum
anderen gibt es aber auch für Anlagen-Planungsbüros und Anlagenbauer sowie Anbieter von Prozesstechnologie
etliche Geschäftsmöglichkeiten, z.B. in der Lebensmittelindustrie (vor allem Zucker-, Speiseöl- und Getränkeindustrie),
Zementindustrie und Bergbauindustrie.

Vorteilhaft ist, dass es in Kenia und Tansania immer mehr Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen in
Energieeffizienz zugänglich sind. So gibt es eine Kreditlinie der African Development Bank (AFD). Via deren Partnerbank
Coop werden Kredite in der Folge weitergegeben, um Investitionen in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu
finanzieren. Anfang 2014 hat die deutsche KfW zudem eine Kreditlinie mit der lokalen PTA Bank vereinbart, ebenfalls
mit dem Ziel der Finanzierung von Investitionen in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Last but not least wurden bereits erste Erfahrungen mit dem ESCO-Ansatz gesammelt: Die lokale Firma Lean Energy
Solutions investiert in das Ersetzen von fossilbefeuerten Industriekessel durch solche, die mit Briquettes aus Bagasse
befeuert werden. Das Unternehmen refinanziert sich auf Basis von „performance contracts“ aus den Einsparungen von
Energiekosten, welche die Kunden verzeichnen.

Für deutsche Anbieter ist Kenia kein neuer Markt: Firmen wie GEA, Bitzer und Bosch Kesseltechnik sind hier
bereits tätig. Bei Solar PV und Biogasanlagen sind deutsche Unternehmen „Pioniere“. Sie konstruierten die ersten
Anlagen im Land. Auch in Kenia hat deutsche Technologie den Ruf, sehr zuverlässig, gleichsam aber auch kostspielig zu
sein. In vielen Fällen wird von Endkunden in Kenia und Tansania beklagt, dass deutsche Unternehmen zu stark
angebotsgetrieben agierten.

Um sich in diesen Märkten erfolgreich und nachhaltig zu positionieren, müssen deutsche Unternehmen sowohl
ausdauernd als auch flexibel sein:

Deutsche Anbieter sollten keine abgeschlossenen, starren und veränderungsresistente Pläne mitbringen. Vielmehr
sollten sie offen die Nachfrage und Bedürfnisse der Endkunden vor Ort erfassen und annehmen. Wichtig ist
Flexibilität. Nur so können Lösungen an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden. Zudem können
deutsche Unternehmen natürlich erfolgreich sein, wenn sie bereit sind, einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten.
Beispielsweise kann der Weg zur Vermarktung von Lösungen über Trainingsangebote führen. Die AHK hat damit
begonnen, mit strategischen Partnern aus der deutschen Industrie Trainings in ausgewählten industriellen Sub-Sektoren
durchzuführen. Nachdem der Kontakt zu potenziellen Kunden aufgebaut ist, sollte ausreichend Zeit und
Personalressourcen für ein Follow-up eingeplant werden. Dabei ist in dieser Region Afrikas mit Verzögerungen zu
rechnen. Der Energy Desk der AHK unterstützt deutsche Unternehmen in vielen Fällen. Schliesslich ist ein geeignetes
Geschäftsmodell zu entwickeln: Es ist zum Beispiel möglich, Anlagen zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen und sich
dann in einem weiteren Schritt die Differenz zum Marktpreis über eine vereinbarte Beteiligung an den realisierten
Energieeinsparungen zu holen. In diesem Zusammenhang kann auch eine Zusammenarbeit mit Entwicklungspartnern
(z.B. GIZ, DEG, etc.) erwogen werden, bei der zum Beispiel der ESCO-Ansatz erprobt wird.

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Abkürzungsverzeichnis
AD Anaerobic Digestion
AFD Agence Francaise de Developpement
AHK Auslandshandelskammer
ARM Athi River Mining
BIP Bruttoinlandsprodukt
BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMWI Bundesministerium für Wirtschaft
CBD Central Business District
CEEC Centre of Energy Efficiency and Conservation
CIC Climate Investment Center
CIRR Commercial Interest Reference Rate
COMESA Common Market for Eastern and Southern Africa
COP17 The 17th Conference of the Parties
CTI Confederation of Tanzanian Industries
CTC Crush-tear-curl / zerbrechen-zerreissen-rollen
DEG Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft
EABC East Africa Business Council
EAC East African Community
EAG East Africa Growers
EIA Environmental Impact Assessment
EOI Expression of Interest
EPC Engineering – Procurement – Construction (Generalunternehmen)
EPPs Emergency Power Producers
ERC Energy Regulatory Commision – Energieregulierungskommision
ESCO Energy Service Company
ETP Ethical Tea Partnership
EWURA Energy and Water Utilities Regulatory Authority
FPEAK Fresh Produce Exporters Association of Kenya
GDC Geothermal Development Company
GEF Gloval Environment Facility
GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
HFO Heavy Fuel Oil (Schweröl)
ICT Information and Communication Technology
IFC International Finance Corporation
IMA Interministerieller Ausschuss
IPPs Independent Power Producers
IRR Internal Rate of Return
ISO International Standards Organization
KAM Kenya Association of Manufacturers
KCB Kenya Commercial Bank
KCC Kenya Co-operative Creameries
KenGen Kenya Electricity Generation Company
KEREA Kenya Renewable Energy Association
KETRACO Kenya Electricity Transmission Company
KFC Kenya Flower Council
KHE Kenya Horticulture Exporters
KMC Kenya Meat Commission

7
KMU Klein- und Mittelständische Unternehmen
KPLC Kenya Power and Lighting Company
KSB Kenya Sugar Board
KSL Kagera Sugar Ltd
KTDA Kenya Tea Development Agency
LBNL Lawrence Berkeley National Lab
LCPDP Least Cost Power Developmen Plan
LEED Leadership in Energy & Environmental Design
MAFAP Monitoring African Food and Agricultural Policies
MEM Ministry of Energie and Minerals – Energieministerium
METL Mohammed Enterprises Tanzania Ltd.
MOE Ministry of Energy – Energieministerium
MoU Memorandum of Understanding
MRL Maximum Residue Level
MSE Mtibwa Sugar Estates
MT Metric Tons
MTP `Mid-Term Plan`
NGO Non-Governmental Organization (Nicht-Regierungs-Organisation)
NIC Newly-Industrialized Countries
NMC Numerical Machining Complex
PV Photovoltaik
REA Rural Electrification Authority
REA Rural Energy Agency
REP Rural Electrification Programme
SAGCOT Southern Agricultural Growth Corridor
SDF Sugar Development Fund
SHS Solar Home System
SPP Small Power Producers
SPV Special Purpose Vehicle
TANESCO Tanzania Electric Supply Company
TCCIA Tanzanian Chamber of Commerce, Industry & Argriculture
TDCU Tanzania Diary Cooperative Union
TEL Teita Estate Ltd.
TPAWU Tanzania Plantation and Agricultural Worker Union
TPCC Tanzania Portland Cement Company
TRFK Tea Research Foundation of Kenya
UHT Ultra-heat treated
UNEP United Nations Environmental programme
WB Weltbank
ZIM Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Währung
Kenya Shilling Exchange Rates September 2014
1 Kshs = 1,1 USCent
1 Kshs = 0,9 €Cent

8
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Die am stärksten zum wachstum Kenias beitragenden Sektoren
Tabelle 2: Strommix, Kenia
Tabelle 3: Strommix, Tansania
Tabelle 4: Ausbau der Kapazitäten, 2013-2016 (5000+)
Tabelle 5: Stromgestehungskosten (nach Technologien)
Tabelle 6: Geplante Stromerzeugungskapazität bis 2025
Tabelle 7: Unabhängige Stromerzeuger
Tabelle 8: Stromtarife (Basistarife)
Tabelle 9: Auswirkungen der jüngsten Tarifanpassung auf die Endtarife
Tabelle 10: Stromtarife (Basistarife bis Dezember 2013)
Tabelle 11: Stromtarifänderungen (Januar 2014)
Tabelle 12: Energy Management Awards 2013 & 2014
Tabelle 13: Viehbestand, 2012
Tabelle 14: Tierprodukte, 2012
Tabelle 14b: Entwicklung der Milchproduktion und Milchverarbeitung
Tabelle 15: Milchverarbeitungs-Firmen Tansania (Auswahl)
Tabelle 16: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Milchverarbeitungs-Betrieb
Tabelle 17: Staatliche und private Zuckerunternehmen, Kenia
Tabelle 18: Geplante Investitionen in der tansanischen Zuckerindustrie
Tabelle 19: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem staatlichen Zuckerunternehmen (Auswahl)
Tabelle 20: Führende Speiseölhersteller, Kenia
Tabelle 21: Führende Speiseölhersteller, Tansania
Tabelle 22: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Speiseölunternehmen (Auswahl)
Tabelle 23: Private große Teeunternehmen, Kenia
Tabelle 24: Tee Produktion in Tansania von Juli 2012 bis Juni 2013
Tabelle 25: Energiebedarf Teefabrik
Tabelle 26: Energieeffizienz-Maßnahmen (Auswahl)
Tabelle 27: Gemüse-Produktion in Kenia, nach Gemüsearten (in `000 MT)
Tabelle 28: Obst-Produktion in Kenia, nach Obstarten
Tabelle 29: Führende Blumenproduzenten, Tansania (Auswahl)
Tabelle 30: Energieverbrauch auf ostafrikanischen Blumenfarmen
Tabelle 31: Empfohlene Energieeffizienz-Maßnahmen auf einer Blumenfarm (Farm 2, s.o.)
Tabelle 32: Marktanteile von Zementunternehmen
Tabelle 33: Marktanteile führender Zementfirmen
Tabelle 34: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Zementmahlwerk (Auswahl)
Tabelle 35: Führende Stahlfirmen, Kenia (Auswahl)
Tabelle 36: Profile ausgewählter Stahlunternehmen, Kenia
Tabelle 37: Stahlunternehmen, Tansania
Tabelle 38: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Stahlwerk (Auswahl)
Tabelle 39: Geplante Büro-Gebäude
Tabelle 40: Kürzlich abgeschlossene und laufende Bauprojekte im kommerziellen Sektor (Auswahl)
Tabelle 41: Führende Bauunternehmen in Tansania
Tabelle 42: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Hotel (Auswahl)
Tabelle 43: Deutsche Unternehmen und ihr Engagement in Kenia
Tabelle 44: Quellen zur Finanzierung von Bioenergieprojekten
Tabelle 45: Empfohlene Vorgehensweise (Exportkredit-Finanzierung)
Tabelle 46: Deutsche Deckungspolitik für Kenia

9
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Landkarte Kenia
Abbildung 2: Wachstumsraten des BIP (landesweit und im produzierenden Gewerbe)
Abbildung 3: Primärenergieverbrauch, 2010
Abbildung 4: Installierte Stromerzeugungskapazitäten, 2013
Abbildung 5: Primärer Energieverbrauch, 2009
Abbildung 6: Mix elektrischer Energie (% der installierten Kapazität), 2012
Abbildung 7: Akteurslandschaft im Stromsektor
Abbildung 8: Anteil (in %) am landesweiten BIP
Abbildung 9: Struktur der industriellen Produktion
Abbildung 10: Thermischer Energieverbrauch, Milchverarbeitung
Abbildung 11: Stromverbrauch, Milchverarbeitung
Abbildung 12: Zuckerproduktion und –verbrauch, Kenia
Abbildung 13: Struktur der kenianischen Zuckerindustrie
Abbildung 14: Zuckerproduktion, Tansania
Abbildung 15: Struktur der tansanischen Zuckerindustrie
Abbildung 16: Stromverbrauch Zuckermühle
Abbildung 17: Flussdiagramm Zuckerproduktion
Abbildung 18: Jährliche Teeproduktion in Kenia (in Mio. Kg.)
Abbildung 19: Verteilung der weltweiten Tee Exporte, 2010
Abbildung 20: Kenias Exportpartner für Tee (in %), 2005 - 2010
Abbildung 21: Stromverbrauch KTDA-Teefabrik
Abbildung 22: Hortikultur-Produktion 2012 (Anteile an der wermäßigen Produktion)
Abbildung 23: Kenias Blumenexporte
Abbildung 24: Gemüse- und Obstproduktion (in Mio. MT)
Abbildung 25: Exporte Gemüse und Obst (in kg.)
Abbildung 26: Hortikultur-Produktion, Tansania
Abbildung 27: Anteil an Hortikultur-Produktion, 2012
Abbildung 28: Stromlast einer Blumenfarm
Abbildung 29: Entwicklung Zementmarkt Kenia (in `000 MT)
Abbildung 30: Zementproduktion, Kenia
Abbildung 31: Entwicklung Zementmarkt Tansania (in `000 MT)
Abbildung 32: Importe/ Exporte von Eisen und Stahl in Kenia
Abbildung 33: Stahlproduktion in Tansania (in Tonnen)

Verzeichnis der Textkästen


Box 1: Ethical Tea Partnership (ETP)

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1. Einführung: Allgemeine Landesinformationen
1.1. Kenia
Die Republik Kenia befindet sich in Ostafrika, an der Küste des Indischen Ozeans. Mit einer Gesamtfläche von 582,646
km2 liegt Kenia am Äquator und befindet sich zwischen dem 34° E und 42° E Längengrad und dem 5,5° N und 5° S
Breitengrad. Die Nachbarstaaten Kenias sind Somalia im Osten, Äthiopien im Norden, Süd Sudan im Nordwesten,
Uganda im Westen und Tansania im Süden.

Abbildung 1: Landkarte Kenia

Die Hauptstadt Nairobi ist das politische und wirtschaftliche


Zentrum und fungiert als Drehkreuz für
Finanzdienstleistungen, internationale Unternehmen und
Geberorganisationen, die in Ostafrika ansässig sind. Die
Gesamteinwohnerzahl umfasst über 41 Millionen Menschen,
wobei 32,7% der Bevölkerung in urbanen und 67,3% in
ländlichen Gebieten zu finden sind. Mit einem BIP von 41,18
Milliarden USD im Jahr 2012 (dies entspricht einem Wachstum
von 4,6% im Jahr 2012) und einem erwarteten Wachstum von
6% im Jahr 2013 ist Kenia die stärkste Volkswirtschaft
Ostafrikas. Das BNE pro Kopf betrug 820 USD im Jahr 2011.
Dazu trugen u. a. eine stabile makroökonomische Umgebung,
ein Anstieg der Inlandsnachfrage, ein maßvoller Kreditanstieg
sowie ein liberaler Markt mit wenig Einfluss seitens der
Regierung bei. Den größten Wirtschaftsbeitrag leisten die
Sektoren Landwirtschaft, Tourismus, Industrie und Produktion.

Tabelle 1: Die am stärksten zum


Hauptsektoren Beitrag zum Wachstum 2012
Wachstum Kenias beitragenden Sektoren
BIP 2012 (%) (%)

Die Land- und Forstwirtschaft ist mit 25%


Land- und 25,9 3,8
Anteil am kenianischen Bruttoinlandsprodukt
Forstwirtschaft
der wichtigste Sektor für das Land, wenngleich
Groß- und Einzelhandel 10,2 6,4
der Anteil seit 2007 um 3 Prozentpunkte
Transport und 9,3 4,0 gesunken ist. Bemerkenswert ist, dass die
Kommunikation Landwirtschaft über die weiterverarbeitende
Produzierendes 9,2 3,1 Industrie und Dienstleistungen wie
Gewerbe Transportwesen letztlich weitere 27% zum BIP
Finanzdienstleitungen 5,2 6,5 beiträgt. Die Bedeutung des Sektors zeigt sich
auch darin, dass er mit 65% zu den
Baugewerbe 4,1 4,8 Exporterlösen beiträgt.

Quelle: Kenya National Bureau of Statistics, 2014

Das produzierende Gewerbe trägt lediglich 10% zum BIP bei, wobei dieser Anteil sich in den letzten 5 Jahren nicht
merklich verändert hat. Für die Zeit von 2008 bis 2012 wurde allerdings auf eine Steigerung des Anteils um jährlich 10%

11
abgezielt. Die noch relativ geringe Bedeutung des industriellen Produktionssektors spiegelt sich auch in der kenianischen
Exportstruktur wieder: 62% aller Exportgüter sind sog. Primär-Verbrauchsgüter wie Tee (22,4%), Hortikultur-Produkte
(18%) und Kaffee (4%). Nur 35% der Exporte stammen aus dem produzierenden Gewerbe. Dieser Anteil beläuft sich in
den neuen Industriestaaten wie Südafrika und Malaysia auf 47% bzw. 67%. Kenia ist bemüht, seine Industriebasis zu
stärken: So arbeitet man an der Einrichtung von 3 Sonderwirtschaftszonen und 5 Industrieparks für klein- und
mittelständische Unternehmen (KMU).

1.2. Tansania
Die Vereinigte Republik Tansania ist ein ostafrikanischer Staat, der als Zusammenschluss von Sansibar und Tanganjika
in den späten 1960er Jahren gegründet wurde. Tansania ist ein Mitglied der South Africa Development Community und
der East African Community (EAC) mit Sitz in Arusha.

Bis 2025 strebt das Land den Status eines Schwellen- und Middle-Income-Landes mit einer global
wettbewerbsfähigen und florierenden Ökonomie sowie einem hohen Lebensstandard in einer sauberen und sicheren
Umgebung an.

Abbildung 2: Wachstumsraten des BIP (landesweit und im produzierenden Gewerbe)


Tansania hat einen signifikanten
12
Fortschritt in den letzten zwei
Dekaden in der Erreichung und
10 Aufrechterhaltung der
makroökonomischen Stabi-
8 lität zu verzeichnen. Heute hat
das Land eine der
leistungsstärksten Ökonomien
6
Sub-Sahara Afrikas. Laut der
Bank of Tanzania betrug das
4 durchschnittliche Wirt-
Reales BIP schaftswachstum 7% seit dem
2 Jahr 2000 und das jährliche BIP
Produzierendes pro Kopf rund 560 US$ in 2011.
Gewerbe Eine solide makroökonomische
0
Politik, marktorientierte
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2015 2017
Reformen und eine
Quelle: Tanzania National Bureau of Statistics and Bank of Tanzania computations, 2014

Schuldenbefreiung haben zu einem positiven Umfeld für Tansanias beständiges Wirtschaftswachstum beigetragen.

Und auch für die nächsten Jahre wird mit einem Wachstum von weiterhin 7-8% pro Jahr gerechnet. Im Vergleich zum
Nachbarland Kenia hat es Tansania geschafft, den Anteil des produzierenden Gewerbes am BIP ein wenig auszubauen,
nämlich von 8,4% (2001-03) auf knapp 10% (2012); zeitgleich ist der Anteil des landwirtschaftlichen Sektors am BIP von
30% auf 23,8% gesunken. Die Bedeutung des Industriesektors äußert sich auch in der Exportstruktur des Landes. Im
Unterschied zu Kenia haben Produkte mit höherer Wertschöpfung (z.B. Maschinen, Transport-Ausrüstung,
Chemieprodukte etc.) mit einem Anteil von 74% an den Ausfuhren eine wesentlich größere Bedeutung.

12
2. Überblick über den Energiesektor
2.1. Energiemix

2.1.1. Kenia

Die gesamte Energieversorgung basiert hauptsächlich auf der Nutzung von Biomasse, die einen Anteil von 76% am
Primärenergieverbrauch ausmacht.

Die aktuelle Stromerzeugungskapazität beläuft sich auf 1.664 MW (September 2013). Die mit Wasserkraft erzeugte
Energie hat hieran einen Anteil von 46%. Thermische Kraftwerke spielen die zweitwichtigste Rolle (37%) und umfassen
auch Notstromanlagen, die mit Schweröl/Diesel befeuert werden. Diese temporären Erzeugungsanlagen haben eine
Kapazität von rund 120 MW.

Abbildung 3: Abbildung 4: Installierte


Primärenergieverbrauch, 2010 Stromerzeugungskapazitäten, 2013

Öl Wind
Kohle Geother Bagasse
16,5% 1,61% 0,30%
0,3% Hydro mie
1% 12% Thermal
37,22%
Geother
mie, Hydro
Solar, 46,28%
Wind
Biomass
6,5%
e, Abfall
76%

Tabelle 2: Strommix, Kenia

Technologie Installierte Kapazität


(in MW)
Wasserkraft 810
Geothermie 209
Thermische Erzeugung 643
Davon Notstromaggregate (120)
Wind 5,1
Kraft-Wärme-Kopplung 26
GESAMT 1693
Quelle: Kenya Ministry of Energy, 5000 + MW 2016, Investment prospectus 2013-2016, Juni 2013

Die Spitzenlast beläuft sich auf rund 1354 MW (Juni 2013).

13
2.1.2. Tansania

Das gesamte Energieangebot basiert hauptsächlich auf der Nutzung von Biomasse, die einen Anteil von 76% im primären
Energieverbrauch ausmacht.

Abbildung 5: Primärer
Abbildung 6: Mix elektrischer
Energieverbrauch, 2009
Energie
Öl; Natural (% der installierten Kapazität),
Kohle; 9,20% Gas; Biomas 2012
0,10% 0,40% se Import
2% 1% Öl
Strom; 29%
1,80% Hydro
36%

Biomass
e, waste;
88,60% Gas
32%

Die aktuelle Stromerzeugungskapazität beläuft sich auf 1564 MW (03/2013), von denen 61% thermische Kraftwerke sind.
Diese umfassen Notstrom-Anlagen von 205 MW, die mit Hilfe von Diesel befeuert werden. Wasserkraft spielt mit einem
Anteil von 36% die zweitwichtigste Rolle.

Tabelle 3: Strommix, Tansania


Technologie Installierte TANESCO IPP EPP SPP
Kapazität (in
MW), Total
Wasserkraft 553,0 553,0
Kleinwasserkraftwerke
12,8 8,8 4,0
<10 MW
Öl (Jet A-1, Diesel) 456,3 88,3 163,0 205,0
Gas 501,0 252,0 249,0
Biomasse 27,0
Import 14,0 14,0
GESAMT 1564,1 916 412 205 31
Quelle: Power System Master plan, 2012 update

Die Spitzenlast beläuft sich auf rund 828 MW (2011). Die typische Lastkurve weist während des Tages eine weitgehend
konstante Last auf, mit einer Lastspitze am Abend.

2.2. Entwicklung des Stromangebots und der -nachfrage

2.2.1. Kenia

Die “Kenya Vision 2030”-zielt darauf ab, Kenia auf das Niveaus eines „Middle-Income”-Staates bis 2030 zu heben. Um
dieses Ziel zu erreichen, wird ein jährliches Wachstum des BIP von 10% angestrebt. Verschiedene Großprojekte wurden

14
in Verbindung mit diesem Ziel entwickelt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ein signifikantes Wachstums der
Energienachfrage nach sich ziehen.

Im Zeitraum 2004/05 – 2012/2013 ist die Nachfrage bzw. Stromproduktion von 5347 GWh auf 8087 GWh gestiegen, was
einer durchschnittlichen Zunahme von 18,9% pro Jahr entspricht. In der gleichen Zeit ist die Spitzenlast von 899 auf
1354 MW angewachsen.

Im Zusammenhang mit dem “Least Cost Power Development Plan” von 2011 wurde eine detaillierte Prognose der
Energienachfrage erstellt. Dieser Plan sieht eine Steigerung der Elektrizitätsnachfrage um 11,9% (im Falle eines
niedrigen Wirtschaftswachstums) bis zu 15,3% (im Falle eines hohen Wirtschaftswachstums) pro Jahr bis 2030 voraus.
Dies bedeutet, dass die aktuelle Stromproduktion um 7.670 GWh auf 77.307 GWh (im Falle eines niedrigen
Wirtschaftswachstums) gesteigert werden muss1. Im Falle eines mittleren Wirtschaftswachstums muss die
Stromproduktion sogar auf 103.518 GWh erhöht werden2. Laut Hochrechnungen wird die Spitzenlast im Jahr 2015 bei
3.400 MW, im Jahr 2017 bereits bei 5.359 MW und bei 15.000 MW im Jahr 2030 liegen. Um diese steigende Nachfrage
bedienen zu können, muss die installierte Kapazität bis 2030 schrittweise auf 19.200 MW ausgebaut werden. Neben der
Erweiterung der eigenen Kapazitäten plant Kenia die gestiegene Energienachfrage durch die Verbindung mit den
Stromnetzen der Nachbarstaaten bzw. durch entsprechenden Stromimport zu decken. So wird zum Bsp. die Verbindung
mit Äthiopien (Äthiopien entwickelt aktuell seine Ressourcen im Bereich der Wasserkraft) die Energieverfügbarkeit in
Kenia steigern.

Die wesentlichen Treiber der steigenden Energienachfrage sind wie folgt:


 Wirtschaftswachstum: im Schnitt 9% nach 2015 (im Falle eines mittleren Wachstums)
 Voranschreitende ländliche Elektrifizierung: Gesamtelektrifizierungsrate von 88% bis 2030 (im Falle eines
mittleren Wachstums), aktuell wird diese Rate auf 28,9% geschätzt
 Prestigeprojekte des “Kenya Vision 2030”-Plans, dazu gehört z.B. der ICT Park mit einem geschätzten
Energiebedarf von rund 3000 GWh pro Jahr, die Eisen- und Stahlindustrie in Meru mit einem Bedarf von 2000
GWh, der zweite Container-Terminal und der zollfreie Hafen in Mombasa (750 GWh)

Nach Reduzierung der technischen und nicht-technischen Verluste um 4% in der Periode 2002-2010, betragen diese
immer noch 16% (3,5% im Übertragungsnetz und 12,5% im Verteilungsnetz).
Die unterdrückte Nachfrage, die sich in Stromausfällen und Lastabschaltungen äußert, wurde im Jahr 2012 auf rund 80
MW oder 25 GWh geschätzt; bis 2015 soll diese Lücke jedoch geschlossen werden.

Tabelle 4: Ausbau der Kapazitäten, 2013-2016 (5000+)


Installierte Kapazität Geplanter Zubau Gesamtkapazität,
Technologie
(September 2013) (2013-2016) 2016
Wasserkraft 770 24 794
Thermisch 622 250 432
Geothermie 241 1646 1887
Wind 5 630 635
Kohle 0 1920 1920
Erdgas 0 1050 1050
KWK 26 18 44

Quelle: Ministry of Energy and Petroleum, 5000+ MW 2016, Investment Prospectus 2013-2016

1 Nach der Meinung vieler Analysten sind diese Zahlen zu hoch.


2 Unter Berücksichtigung einer unterdrückten Nachfrage und von technischen/nicht-technischen Verlusten.

15
Angesichts der steigenden Nachfrage plant die Regierung, im Zeitraum 2013-2016 5000 zusätzliche MW zu
installieren und damit die Gesamtkapazität zur Stromerzeugung von 1.664 MW auf leicht über 6.700 MW zu
erweitern.

Im Zentrum der Ausbaupläne stehen 2 Kohlekraftwerke mit jeweils 960 MW (Kilifi und Kitui) und
Geothermiekraftwerke (zusätzliche 1600 MW). Weitere Projekte umfassen Windparks mit insgesamt 650 MW und ein
LNG-Kraftwerk in Mombasa mit 700 MW.

Damit wird die Bedeutung der Geothermie, die laut der kenianischen Regierung die „least cost“-Option darstellt,
systematisch ausgebaut werden, nämlich von 12% Anteil an der Stromerzeugung auf 27% in 2016. Mit diese Mix sollen
letztlich die Stromgestehungskosten um 35% gesenkt werden (von derzeit 11,3 auf 7,41 USCent gesenkt werden).

Tabelle 5: Stromgestehungskosten (nach Technologien)


Gestehungskosten Gestehungskosten
Technologie Lastfaktor (%) (UScent/kWh), 8% (UScent/kWh), 12%
Diskontsatz Diskontsatz
Geothermie 93 6,9 9,2
Wind 40 9,2 12,26
Nuklear 85 10,2 14,5
Wasserkraft (Niedrige 60 10,9 15,1
Fallhöhe)
GT-Erdgas 55 11,3 12,0
Kohle 73 12,7 14,9
Wasserkraft (hohe 60 13,1 18,1
Fallhöhe, z.B. Mutonga)
Quelle: Least Cost Power Development Plan, March 2011

Das Geothermie-Potential wird auf 10 GW geschätzt; bis 2030 sollen die Stromerzeugungskapazitäten in Höhe von
5,5 GW installiert sein (aktuell: 241 MW). Windenergie wird als zweitgünstigste Option betrachtet und soll ebenfalls
enorm ausgebaut werden, von momentan 5,1 MW auf 3 GW bis 2030 (auf 2 GW bis 2022).

Solar PV wurde bislang hauptsächlich als angemessene und kosteneffektive Option zur Elektrifizierung netzferner
Gegenden betrachtet. Aktuell haben rund 30% der gesamten Bevölkerung Zugang zum Stromnetz, wobei diese Rate für
die ländliche Bevölkerung weit niedriger liegt.

In der Vergangenheit wurden „stand-alone“-Systeme für Häuser (Solar Home Systems -SHS) und für öffentliche
Einrichtungen (Schulen, Gesundheitszentren, Verwaltungsgebäude, etc.) gefördert. Entsprechend dem “Least Cost
Development”-Plan (LCPDP, 2011), wurde, basierend auf den Kennzahlen der US EIA, angenommen, dass die
Gestehungskosten von Solar PV-Strom zwischen 12,3 USCent/kWh und 22,2 USCent/kWh liegen, abhängig vom
Auslastungsfaktor (15-25%).

Solar PV spielt zwar im 5000+MW-Plan keine Rolle und wird nicht erwähnt, aber dessen ungeachtet wird Sonnenenergie
zunehmend Bedeutung beigemessen, u.a. auch im Zusammenhang mit kleinen Inselnetzen und sogar in Bezug auf die
Anbindung an das öffentliche Stromnetz. So wird ein von China finanzierter 50 MW Solar –Park in Garissa errichtet –
kürzlich hat die REA per Ausschreibung um Interessenbekundungen für die Bauüberwachung gebeten. Darüber
hinaus zeigen industrielle, netzgebundene Stromverbraucher (z.B. Blumenfarmen) immer mehr
Interesse an Solar PV, aber hauptsächlich um Netzstrom zu substituieren und weniger um in das Netz einzuspeisen,
da die Einspeisetarife nicht unbedingt attraktiv sind.

16
Das Ziel besteht darin, 500 MW Erzeugungskapazitäten auf Basis von Solar PV bis 2030 zu errichten und mindestens
300.000 SHS zu installieren. Bis 2022 sollen sich die Kapazitäten von Solar PV auf 200 MW belaufen und es sollen
mindestens 200.000 SHS installiert werden.

Mit Blick auf Bioenergie ist anzumerken, dass Biomasse einen Anteil von 68% am Primärenergieverbrauch hat.
Allerdings wird Feuerholz und Holzkohle sowie weitere Biomasse i.d.R. nur einfach verbrannt, was oft mit erheblichen
negativen Auswirkungen auf die Gesundheit einhergeht. Zudem sind die Wälder durch die intensive Nutzung von
Feuerholz bedroht.

So sollen laut National Energy Policy Draft 2014 kurz- und mittelfristig kleine und mittlere Biogas-Anlagen gefördert
werden: Im Rahmen der „Biogas for better Life“-Initiative für Afrika sollen in Kenia bis 2017 5000 Bio-Digester installiert
werden, bis 2022 6500 und bis 2030 schliesslich 10.000. Zudem soll die Versorgung von öffentlichen Einrichtungen wie
Schulen, Gefängnisse, Hospitäler mit Biogas-Anlagen fortgesetzt werden. Um die Möglichkeiten einer Versorgung der
ländlichen Bevölkerung mit abgefülltem Biogas zu prüfen, soll zeitnah eine umfassende Studie erstellt werden. Kurzfristig
sollen zudem Trainings zu Biogas-Technologie durchgeführt und Guidelines für Biogas Kontraktoren und Techniker
erarbeitet werden. Langfristig ist auch die Förderung von größeren Biogasanlagen vorgesehen.

2.2.2. Tansania

Eine Prognose der Energienachfrage wurde vor dem Hintergrund des Power Supply Master Plans (Update 2012)
durchgeführt. Gemäß diesem Plan wird die Elektrizitätsnachfrage bis 2030 um mindestens 11,9% pro Jahr (im Falle eines
niedrigen Wirtschaftswachstums) bzw. um bis zu 15,3% pro Jahr (im Falle eines hohen Wirtschaftswachstums) steigen.
Dies bedeutet, dass die aktuelle Stromproduktion von 5.653 GWh auf bis zu 47.724 GWh bis 2035 zunehmen muss (im
Referenzszenario, d.h. 6,6% Wirtschaftswachstum pro Jahr über 14 Jahre). Im Falle eines hohen Wirtschaftswachstums
(7,8% pro Jahr innerhalb von 14 Jahren) muss die Energieproduktion sogar auf rund 53.000 GWh gesteigert werden. Um
eine derartige Nachfrage zu bedienen, muss die Stromerzeugungskapazität auf mehr als 6.700 MW bis 2035 (˃2780 MW
bis 2015/2016) ausgeweitet werden.

Die treibenden Faktoren für die steigende Energienachfrage sind wie folgt:
 Wirtschaftswachstum: rund 6,6% pro Jahr (innerhalb einer Periode von 14 Jahren)
 Zusätzliche Lasten, die zwischen 2013 und 2019 entstehen werden, z.B. Nickelminen mit einer Gesamtlast von 72
MW, neue Goldminen mit einer Last von 90 MW, ein Eisenhüttenwerk mit einer Last von 100 MW, eine
Textilfabrik in Shinyanga (39 MW), eine Düngemittelfabrik in Mtwara (30 MW) und die Ausweitung von Hong
Yu Stahl (34 MW).
 Weitere ländliche Elektrifizierung: Steigerung der gesamten Elektrifizierungsrate auf 24% bis 2015 und sogar
78% bis 2035 (aktuell: 15%); zwischen 2013-2017 sollen 250.000 neue Kunden pro Jahr an das Netz
angeschlossen werden. Die Regionen (Ruvuma Kigoma, Kagera, Rukwa, Lindi und Mtwara) werden
voraussichtlich bis 2019 an das Hauptstromnetz angeschlossen.

Die Verluste innerhalb des Systems betragen aktuell 25%, davon 5,3% im Übertragungsnetz und 19,7% im
Verteilungsnetz. Bis 2035 soll eine Reduzierung der Verluste auf 15,8% erreicht werden.
Die unterdrückte Nachfrage, die sich u.a. in Stromausfällen und Lastabwürfen wiederspiegelt, wird auf rund 2,1%, das
heißt fast 100 GWh geschätzt.

Bis 2035 sollen zusätzlich 8990 MW Erzeugungskapazitäten an das Hauptstromnetz angeschlossen werden, um die
steigende Nachfrage zu bedienen und alte Stromerzeugungseinheiten zu ersetzen. Die Roadmap vom Juni 20143 ist sogar

3Vgl. The United Republic of Tanzania/ Ministry of Energy and Minerals, Electricity Supply Industry – Reform
Strategy and Roadmap 2014 – 2025, 30. Juni 2014.

17
noch ehrgeiziger: Demnach sollen bis schon 2025 9.297 MW Erzeugungskapazitäten installiert werden.
Zweidrittel bzw. 74% der zusätzlichen Kapazitäten sollen auf Gas- und Kohlekraftwerke entfallen:

Tabelle 6: Geplante Stromerzeugungskapazität bis 2025


Technologie Installierte Kapazität (in MW) in %
Wasserkraft 2090,84 19,4
Gaskraftwerke 4469,00 41,4

Kohle 2900,00 26,9


Schweröl/ Diesel 438,40 4,1
Wind 200,00 1,9
Solar 100,00 1
Geothermie 200,00 1,9
Interconnector 400,00 3,7
GESAMT 10798,24 100
Quelle: Ministry of Energy and Minerals, Electricity Supply Industry – Roadmap 2014-2025, Juni 2014

2.3. Relevante Akteurslandschaft

2.3.1. Kenia

Akteure im Energie-/Stromsektor

Entsprechend der Energieverordnung Nr. 12 aus dem Jahr 2006 wurde der Energiesektor umstrukturiert, um mehr
Akteure einzubeziehen. Das bedeutet z.B., dass die Erzeugung von der Übertragung und der Verteilung getrennt wurde.
Die folgende Abbildung zeigt die aktuelle Akteurslandschaft.

Abbildung 7: Akteurslandschaft im Stromsektor

18
Ministry of Energy (MOE) - Energieministerium: Verantwortlich für Energiepolitik und allgemeine
Strategieentwicklung

Energy Regulatory Commission (ERC)- Energieregulierungskommission: Regulative Funktion, inkl. der


Koordination der indikativen Energieplanung, der Tarifbestimmung und dem Monitoring sowie der Durchsetzung von
Sektorregularien.

Geothermal Development Company (GDC): Dieses Unternehmen ist ein sog. „Government Special Purpose
Vehicle“ (SPV), verantwortlich für die Erforschung geothermaler Felder, für die Durchführung von Bohrungen zur
Erkundung und Produktion, Entwicklung und Management von Dampffeldern und Abschließen von Verträgen für die
Abnahme von Dampf durch Investoren von Kraftwerken.

Rural Electrification Authority (REA): Mandat für die Implementierung des Programms für die ländliche
Elektrifizierung. REA wurde im Juli 2007 in gegründet.

Kenya Electricity Generating Company (KenGen): Hauptakteur in der Generierung von Strom mit einer
Kapazität von 1,180.7 MW (rund 72% des gesamten Marktes). Eine Ausweitung der Kapazität auf 1541.5 MW ist bis 2014
geplant.

Kenya Power and Lighting Company (KPLC): Hauptabnehmer im Stromsektor. Das Unternehmen kauft Strom
von allen Stromerzeugern auf Basis von Stronmabmahmverträgen, um diese weiterzuleiten, zu verteilen und die
Endverbraucher zu beliefern.

Independent Power Producers (IPPs): Private Investoren im Stromsektor, die auf Basis von
Stromabnahmeverträgen in das Netz einspeisen. Dazu gehören IberAfrica, Tsavo, Or-Power, Rabai, Imenti und Mumias.
Zusammen haben sie einen Anteil von rund 28% an der gesamten installierten Kapazität des Landes.

Kenya Electricity Transmission Company (KETRACO): Staatsunternehmen mit den Aufgaben der Planung, dem
Design, dem Bau, dem Besitz, der Betreibung und Instandhaltung neuer Hochspannungsleitungen (132 kV und mehr).
Das Unternehmen soll das Rückgrat des nationalen Übertragungsnetzes und des regionalen Verbundnetzes sein.

Im Zuge der neuen Verfassung wurde Kenia in 47 Counties aufgeteilt, sodass nun zwei Regierungsebenen vorhanden
sind. Jede Ebene hat eine eigene Legislative und Exekutive. Im Energiesektor wird nachwievor die nationale Regierung
für die Energiepolitik zuständig sein, während die County Regierungen für die Planung und Entwicklung innerhalb ihrer
jeweiligen Körperschaft verantwortlich sind. Für die Counties bedeutet dies, dass sie die Aufgabe haben, regelmäßig den
Energiestatus zu erfassen, Potenziale zur Stromerzeugung zu bewerten und Strategien zu entwickeln, um diese Potenziale
zu erschließen. Während die Vergabe der Hauptlizenzen bei der nationalen Regierung liegt, übernehmen die Counties
ebenfalls einige Lizenzvergaben, wie z.B.
 Kleine Stromerzeugungsanlagen auf Basis von Solar PV und Windkraft
 Lieferanten von solaren Warmwasser-Aufbereitern und Solar-PV-Systemen
 Techniker im Bereich der Solarsystem-Installationen
 Kleinere Kohle- und Biomasseproduzenten

Es wird eine mehrjährige Übergangsperiode geben, um auf County-Ebene die notwendigen Kapazitäten aufbauen und
Verteilung von Funktionen du Aufgaben zu klären.

Weitere Akteure

Mit Blick auf die Steigerung der Energieeffizienz in Industrie und Gebäuden sind folgende Akteure noch relevant:

19
Kenya Association of Manufacturers (KAM): Führender Industrieverband in Kenia. Im Rahmen eines
Kooperationsprojektes mit GEF wurde das Center for Energy Efficiency and Conservation (CEEC) bei KAM eingerichtet,
das seitdem recht erfolgreich das Energie-Audit-Programm der Regierung und etliche Trainings zur industriellen
Energieeffizienz durchführt. KAM/ CEEC ist lokaler Implementierungs-Partner des Regional Technical Assistance
Programmes zur Förderung Erneuerbarer Energien und Energieeffizienz.

Ministry of Land, Housing and Urban Development: Heute vereint das Ministerium früher getrennte
Ministerialbereiche. Nun verantwortet und setzt es die gesamte politische Agenda für die Politikfelder Stadt- und
Landentwicklung sowie Wohnungsbau.

2.3.2. Tansania

Akteure im Energie-/Stromsektor

Der Energiesektor in Tansania umfasst diverse Akteure, u.a. nationale Institutionen, den Privatsektor und
Nichtregierungsorganisationen. Eine der wichtigsten Eigenschaften besteht darin, dass der Hauptteil der
Energiegewinnung und Übertragung sowie die Distribution nicht getrennt voneinander sind, d.h. der Stromanbieter
TANESCO vertikal integriert ist.
Energieministerium/ Ministry of Energy and Minerals (MEM): Das Ministerium verfügt über das Mandat,
Energie- und Mineralressourcen zu entwickeln und den Sektor zu führen. Es ist verantwortlich für die Politik und für die
Gestaltung eines attraktiven Umfeldes, in denen die Akteure erfolgreich operieren können. Die Förderung erneuerbarer
Energien gehört ebenfalls zum Mandat des MEM.
Energy and Water Utilities Regulatory Authority (EWURA): EWURA ist eine autonome multi-sektorale
Regulierungsbehörde, deren Verantwortung in der technischen und wirtschaftlichen Steuerung der Sektoren Strom,
Petroleum, Erdgas und des Wasser liegt. Die Aufgaben von EWURA umfassen die Regulierung der Stromtarife, die
Vergabe von vorläufigen und permanenten Lizenzen sowie Überwachungs- und Umsetzungsaufgaben.
Tanzania Electric Supply Company (TANESCO): TANESCO ist der Hauptakteur in der Erzeugung, Übertragung
und Distribution von Elektrizität und trägt mit fast 60% zu der installierten Erzeugungskapazität im nationalen
Stromnetz bei. TANESCO ist ein öffentliches Unternehmen.
Rural Energy Agency (REA): REA ist ein autonomer Akteur unterhalbhalb des MEM und ist dafür verantwortlich,
den Zugang zu modernen Energiedienstleistungen in ländlichen Regionen des Festlandes Tansanias zu fördern und zu
verbessern. Mit Hilfe des Rural Energy Fund (REF), der seine finanziellen Ressourcen aus einem Zuschlag auf den
Stromverkauf im Netz als auch von Entwicklungspartnern erhält, finanziert REA Elektrifizierungsprojekte in ländlichen
Gegenden und erneuerbare Energien-Systeme. Umgesetzt werden diese Projekte von TANESCO oder dem Privatsektor.
REA bereitet auch den Investitionsplan für die Ländliche Elektrifizierung („Rural Electrification Investment
Prospectus“) vor, der erstmals einen Minimalkostenansatz für die Elektrifizierung nutzt. Dieser entspricht einer
integrierten Planung unter Berücksichtigung von netzgekoppelten, netzunabhängigen Optionen ebenso wie die Nutzung
erneuerbarer Energien.
Independent Power Producers (IPPs) und Emergency Power Producers (EPPs): Private, unabhängige
Stromerzeuger tragen mit 40% zu den landesweiten Stromerzeugungskapazitäten in Tansania bei. Dazu gehören u.a.
Symbion-Ubongo, IPTL, Symbion Arusha, Songas, Aggreko und Symbion Dadoma:
Small Power Producers (SPP): Einige private Unternehmen entwickeln kleine Projekte auf Basis Erneuerbarer
Energien im Rahmen des sog. SSPA und verkaufen dann den Strom an TANESCO und/oder direkt an Endverbraucher.
Viele dieser Firmen operieren bereits in ländlichen Gegenden, jedoch in anderen Geschäftsbetrieben, wie im Bereich
Zucker, Tee, Sisal, Tannin etc. Zwei Betriebe, TPC und TANWAT, arbeiten auf der Basis von Biomasse und verkaufen den
Strom an das Hauptnetz (insgesamt 19,7 MW). Das 4 MW-Wasserkraftwerk Mwanga bietet den nahegelegenen
ländlichen Dörfern Energie an und liefert den Überschuss an TANESCO.

20
Tabelle 7: Unabhängige Stromerzeuger
Kraftwerk Installierte Kapazität Kraftstoff IPP EPP
(in MW)
Songas 1 42 Gas x
Songas 2 120 Gas x
Songas 3 40 Gas x
Tegeta IPTL 103 HFO x
Symbion Ubongo 120 Gas/ Jet X
A1
Aggreko Ubongo 50 Diesel X
Aggreko Tegeta 50 Diesel X
Symbion Dodoma 55 HFO X
Symbion Arusha 50 HFO X
Quelle: Power System Master plan, 2012 update

Im Laufe diesen Jahres wird ein Gutachter beauftragt werden, um die Struktur des Stromsektor zu prüfen und
gegebenenfalls zu überarbeiten. Laut EWURA sollen private Investoren eine bedeutende Rolle spielen. Jedoch wird es
wahrscheinlich eine Verlagerung von einzelnen IPPs zu mehr PPPs (z.B. Konzessionsverträgen) geben. Das
bedeutet, dass private Investoren verstärkt durch Ausschreibungen mobilisiert werden sollen, wobei der Einspeisetarif
bei dieser Art des Projektes auf Basis eines wettbewerblichen Bieterverfahrens festgelegt wird. EWURA verspricht sich
davon, Benchmarks für die Stromgestehungskosten zu bekommen und realistische Einspeisetarife für die verschiedenen
Stromerzeugungs-Technologien finden zu können. Trotz dieser Verlagerung wird es aber weiterhin auch Platz für IPPs
geben.

Weitere Akteure

Mit Blick auf die Steigerung der Energieeffizienz in Industrie und Gebäuden sind noch folgende Akteure relevant:

Confederation of Tanzanian Industries (CTI): CTI fungiert als unabhängiger Spitzenverband der organisierten
Industrieunternehmen in Tansania. Der Verband vertritt die unternehmerischen Interessen seiner Mitglieder in der
politischen Willensbildung. Dabei macht CTI seinen Einfluss für eine unternehmensfreundliche Regulations-, Finanz-
und Wirtschaftspolitik zur Verbesserung des lokalen Geschäftsklimas geltend. Die Verbandsmitgleider sind tendenziell
Großunternehmen (ähnlich dem deutschen BDI) und gehören zur produzierenden und verarbeitenden Industrie,
Zuliefererbetrieben sowie zu Firmen aus der Medien-, ICT-, Finanz-, Logistik-, Bau-, Beratungs- und Hotelbranche. Die
CTI ist für die AFD der lokale Partner für die Kreditlinie erneuerbare energien und Energieeffizienz.

East Africa Business Council (EABC): EABC ist ein ostafrikanischer Dachverband der sich aus verschiedenen
privatwirtschaftlichen Verbänden in Kenia, Burundi, Ruanda, Uganda und Tansania zusammensetzt. Die Organisation
besteht aus 54 Einzelverbänden sowie 102 Einzelunternehmen. EABCs Mandat umfasst die Verbesserung des
allgemeinen Geschäftsklimas innerhalb der Region sowie die Steigerung der regionalen und globalen
Wettbewerbsfähigkeit Ostafrikanischer Unternehmen. Zu diesem Zweck fungiert EABC als Plattform und Sprachrohr der
Privatwirtschaft auf politischer (insb. EAC-) Ebene, indem es seine politische Agenda, u.a. durch seinen Status als EAC-
Beobachter, aktiv in den politischen Willensbildungs- und Gesetzgebungsprozess versucht miteinzubringen.

Tanzanian Chamber of Commerce, Industry & Agriculture (TCCIA): TCCIA unterstützt die Entwicklung des
Tansanischen Privatsektors. Die TCCIA ist durch Regionalbüros in allen Regionen des Landes vertreten. Sie bietet
Beratung, eine Plattform zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie politische Unterstützung für mehr als 1600
Mitgliedsunternehmen. Dadurch und via den engen Kontakt zur Politik kann sich die Kammer effektiv für bessere
politische Rahmenbedingungen für die lokale und letzten Endes eine positive Entwicklung der gesamten ansanischen
Wirtschaft einbringen. Anküpfungspunkt für deutsche Unternehmen ist der sog. „German Desk“, der von einer
integrierten Fachkraft – finanziert vom deutschen BMZ – aufgebaut wird.

21
3. Regulativer Rahmen für Energieeffizienz
3.1 Stromtarife und andere Energiekosten

3.1.1. Kenia

Grundsätzlich spiegeln die Strompreise Kenias die Kosten wider. Sie werden in Abhängigkeit von den Treibstoffpreisen,
von den Wechselkursberichtigungen4 und der Inflation gesetzt.

Zusätzlich zu dem Basistarif und diesen Anpassungen müssen die Endverbraucher Steuern, Abgaben oder Gebühren
zahlen, die im Endpreis enthalten sind:
- MwSt von 12% auf die feste Gebühr, auf den Verbrauch, auf die Devisenanpassung und auf die Kosten für den
Brennstoff
- „Rural Electrification Programme“ - Gebühr (REP) von 5% auf den Tarif für den Stromverbrauch
- „Energy Regulatory Commission”-Gebühr (ERC) von 3 KEScents/kWh.

Die Regelung zur Kalkulation der Tarife kann von der Webseite der Energieregulierungs-Kommission (ERC)
heruntergeladen werden: http://www.erc.go.ke/ctariff.pdf.

Nachdem eine Überarbeitung der Tarife mehrere Jahre verschleppt worden war, wurden die Basis-Tarife im Januar
2014 für fast alle Verbraucher (mit Ausnahme der Haushalte mit einem Verbrauch bis zu 50 kWh und andere
Kleinverbraucher) um 8 bis fast 13% erhöht.

Tabelle 8: Stromtarife (Basistarife)

Verbraucherkategorie Definition Fixed charge Energy charge Demand charge

2,50 KSH/ kWh


(0 – 50 kWh)
Haushalte, 11,62 KSH/ kWh
DC 240/ 415 V 120 KSH (51 – 1500 kWh)
Smaller 15 kWh 19,57 KSH
(mehr als 1500
KWh)
Keine Haushalte,
SC 240/ 415 V 150 KSH 12 KSH/ kWh
Smaller 15 kWh
Kommerzielle,
industrielle Kunden
CI 1 2000 KSH 8,70 KSH/ kWh 800 KSH/ kVA
415 V
Mehr als 15.000 kWh
Kommerzielle,
CI 2 industrielle Kunden 4500 KSH 7,50 KSH/ kWh 520 KSH/ kVA
11 kV
CI 3 Kommerzielle, 5500 KSH 7,00 KSH/ kWh 270 KSH/ kVA

4Eine Vielzahl von Faktoren, die auf die Kosten der Stromerzeugung einwirken, werden von der Fluktuation der
Wechselkurse beeinflusst, wie z.B. von Kreditrückzahlungen für einige Projekte im Strombereich, die in
ausländischer Währung bezahlt werden müssen.

22
industrielle Kunden
33 kV
Kommerzielle,
CI 4 industrielle Kunden 6500 KSH 6,80 KSH/ kWh 220 KSH/ kVA
66 kV
Kommerzielle,
CI 5 industrielle Kunden 17.000 KSH 6,60 KSH/kWh 220 KSH/ kVA
132 kV
Quelle: ERC, Gazzette Notice 281, 17.Januar 2014

Berücksichtigt man zusätzlich die Gebühren und Steuer, so ergeben sich im Rahmen einer Simulation, die die
Energieregulierungskommission vorgenommen und Ende November 2013 präsentiert hat, folgende Endtarife:

Tabelle 9: Auswirkungen der jüngsten Tarifanpassung auf die Endtarife


Simulierter Endtarif Simulierter Endtarif Tarif –Veränderung
Verbraucherkategorie
(KES) (USCent) (in %)
DC, 0 – 50 kWh 15,06 -7,9
DC, 51 – 1500 kWh 15,77 6,8
DC, > 1500 kWh 24,57 3,0
SC 21,91 -2,5
CI 1 19,96 12,8
CI 2 17,02 10,6
CI 3 015,78 8,2
CI 4 015,25 8,1
CI 5 15,14 7,9
Durchschnitt 17,99 5,2%
Quelle: ERC, November 2013

Demnach sind die Endtarife um durchschnittlich 5% gestiegen. Besonders betroffen sind die kommerziellen und
industriellen Verbraucher (CI 1 + CI 2), die Strom auf der Spannungsebene 415 und 11 kV entnehmen und einen um
12,8% bzw. 10,6% höheren Strompreis zahlen müssen.

Mittel- und langfristig sollen zwar die Strompreise wieder gesenkt werden – zuletzt kündigte der Permanent Secretary
des kenianischen Energieministeriums eine Senkung von 47% in den nächsten 3 Jahren an -, da im Zuge des Ausbaus der
Erzeugungskapazitäten die Gestehungskosten drastisch reduziert werden sollen, aber die Realität sieht anders aus:
Obwohl eine erste Senkung um 10% für Juli 2014 angekündigt war, wurde im Juni 2014 eine Erhöhung der Stromtarife
um 10% für Juli 2014 geplant. Demnach sollten zum Beispiel kommerzielle Verbraucher der Kategorie CI2 8,25 KSH/
kWh statt bislang 7,50 KSH zahlen, was einer Erhöhung des Basistarifs, konkret der verbraucherabhängigen Gebühr, um
10% entspricht. KPLC hat zwar diese Erhöhung zunächst verschoben, allerdings ist die monatliche Inflationsanpassung
im August von 30 Cents auf 48 Cents/ kWh angehoben worden. Grund dafür ist die gestiegene monatliche Inflationsrate,
auf 7,65% im Juli 2014.

3.1.2. Tansania

Im Januar 2014 sind die Stromtarife um rd. 40% gestiegen. Diese Erhöhung soll dem stark defizitären, monopolitischen
Stromversorger TANESCO helfen, seine Betriebskosten zumindest zu decken. Mehrfach hatte die
Regulierungskommission EWURA eine von TANESCO beantragte Erhöhung der Stromtarife abgelehnt.

23
Tabelle 10: Stromtarife (Basistarife bis Dezember 2013)
Verbraucher- Fixed charge/ Demand charge/
Definition Energy charge/ kWh
kategorie Service charge kVA
60 TSH
DC Domestic (0 – 50 kWh)
Endverbraucher/ Haushalte,
Low Usage 273 TSH
Niederspannung, einphasig (230V)
(D1) (mehr als 50 – 283
kWh)
Haushalte, Kleinhandel,
General Leichtindustrie mit einem Verbrauch
3841 TSH 221 TSH
Usage (T1) > 283 kWh; Niederspannung, 230 V
und 400 V
Low Voltage
7500 kWh; 400 V; < 500 kVA 14233 TSH 132 TSH 16944 TSH
Max (T2)
High Voltage Stromverbrauch auf 11 kV-Ebene
14233 TSH 118 TSH 14520 TSH
Max (T3) oder höher
Zanzibar 14233 TSH 106 TSH 12079 TSH
Quelle: http://www.tanesco.co.tz

Tabelle 11: Stromtarifänderungen (Januar 2014)


Verbraucher- Energy charge/ kWh Energy Charge/ Steigerungsrate Sehr stark betroffen sind vor
kategorie (bis 12/2013) kWh (seit 01/2014) (in %) allem kommerzielle/ industrielle
60 TSH 100 TSH + 67% Verbraucher, die auf
(0 – 50 kWh) Niederspannungsebene mehr als
D1 273 TSH 350 TSH + 28% 7500 kWH/ Monat verbrauchen
(mehr als 50 – 283 und seit Januar 2014 55% mehr
kWh) pro kWh zahlen müssen.
T1 221 TSH 306 TSH + 38%
Die neuen Tarife sollen bis
T2 132 TSH 205 TSH + 55% Dezember 2016 gültig sein. Bis
163 TSH + 38% dahin solle eine Studie zur
T3 118 TSH
Erfassung der dann aktuellen
Quelle: http://www.ewura.go.tz/newsite/attachments/article/124/TANESCO%20Multi-
Year%20Tariff%20Order%20December%202013.pdf

Strombereitstellungskosten neue Tarife empfehlen. Zeitgleich mit der Erhöhung der Tarife wurde auch beschlossen, dass
der Strompreis an die Treibstoffkosten, Inflation und Wechselkursschwankungen angepasst wird 5.

3.2. Richtlinien

3.2.1. Energiemanagement-Richtlinien 2012 (Kenia)

Die Energiemanagement-Richtlinie wurde Ende September 2012 veröffentlich und ist entsprechend in Kraft getreten6.
Mit dieser Vorschrift wird das Ziel verfolgt, die Energieeffizienz in industriellen und kommerziellen Sektoren sowie in

5 Vgl. Tanzania Electric Suuply Company Multi-Year Tariff Adjustment Order, 2013,
http://www.ewura.go.tz/newsite/attachments/article/124/TANESCO%20Multi-
Year%20Tariff%20Order%20December%202013.pdf
6 Vgl. http://www.erc.go.ke/index.php?option=com_docman&view=docman&Itemid=646&limitstart=5

24
institutionellen Einrichtungen zu steigern. Schwerpunkt liegt auf Energieeinsparung; aber Erneuerbare Energien werden
als eine Option zur Steigerung der Energieeffizienz betrachtet.

Wesentliche Merkmale der Vorschrift sind wie folgt:


 Für alle Einrichtungen sind Energieaudits alle 3 Jahre verpflichtend; Energieaudits sind entsprechend den
“Guidelines for the energy audit report” durchzuführen
 Audits sind von lizensierten Energieauditoren durchzuführen
 Um als Energieauditor lizensiert zu werden, muss der Bewerber Mindestqualifikationen akademischer Art und in
Bezug auf Erfahrungen nachweisen (wie in der Vorschrift definiert)
 Innerhalb von 6 Monaten nach dem Audit muss der Regulierungskommission ein “Energy Investment Plan”
vorgelegt werden, d.h. ein Plan mit definierten Investitionsmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz für die
nächsten 3 Jahre
 Die Einrichtung muss mindestens 50% der empfohlenen Energie-Einsparmaßnahmen durchführen; ein jährlicher
Bericht muss den Fortschritt bei der Umsetzung der Maßnahmen dokumentieren (entsprechend den „Guidelines for
implementation report“)
 Die Regulierungskommission oder ein von ihr bestellter Agent darf ein Audit zur Überprüfung durchführen.

Laut Gazette Notice No. 129257 („Designation of Industrial, Commercial and Institutional Energy users in Kenya“, 13.
September 2013)) fallen alle industriellen und kommerziellen sowie institutionellen Energieverbraucher mit einem
jährlichen Energieverbrauch von mindestens 180.001 kWh (648.004 MJ) unter die Regelung. Dabei umfasst der
Energieverbrauch sowohl die elektrische als auch thermische Energie.
Bis Juli 2014 waren von der Energie-Regulierungs-Kommission 14 Energie-Audit-Firmen lizensiert8, darunter z.B.
Sustainable Energy Initiative Ltd, EMS Consultants, RECON Associates, Lean Energy Solutions Ltd., Libros Engineering
Services Ltd. Darüber hinaus haben inzwischen 30 einzelne Energie-Auditoren die ERC-Lizenz.

3.2.2. Solarkollektoren-Richtlinien 2012 (Kenia)

Die Richtlinie für solare Warmwasseraufbereiter ist seit April 2012 in Kraft.
Wesentliche Merkmale der Vorschrift sind wie folgt9:
 Alle öffentlichen Gebäude mit einem Warmwasser-Bedarf von über 100 Liter/ Tag müssen Solarkollektor-
Anlagen installieren.
 Innerhalb von 5 Jahren (also bis April 2017) müssen alle bestehenden Gebäuden mit einem Bedarf von 100 Liter
Warmwasser/ Tag solare Warmwasseraufbereiter installiert haben.
 Bauherren, Architekten und Ingenieure, die in das Design und den NeuBau bzw. die Erweiterung von
Gebäuden involviert sind, sollen Solarkollektoren in alle Bauprojekte aufnehmen.
 Stromversorger werden keinen Strom an Gebäude liefern, die die Richtlinien erfüllen.
 Solare Warmwasseraufbereiter müssen den kenianischen Standards KS 1860:2008 sowie den Gebäude-Standard
erfüllen.
 Solare Warmwasseraufbereiter dürfen nur noch lizensierten Kontraktoren und Technikern installiert werden.

Bis Juli 2014 waren 6 Kontraktoren von der Regulierungskommission lizensiert, darunter die etablierten Solar-Firmen
Davis and Shirtliff Ltd. und Chloride Exide Ltd. darüber hinaus haben 11 Techniker die Erlaubnis, Solarkollektor-Systeme
zu installieren10.

7 http://www.erc.go.ke/index.php?option=com_docman&view=docman&Itemid=646
8 Vgl. http://www.erc.go.ke/index.php?option=com_docman&view=docman&Itemid=646
9 Vgl. http://www.erc.go.ke/index.php?option=com_docman&view=docman&Itemid=646&limitstart=5

10 Vgl. http://www.erc.go.ke/index.php?option=com_docman&view=docman&Itemid=695

25
3.3. Anreizprogramme (Kenia)

Seit vielen Jahren werden in Kenia Anreize gesetzt, damit die lokale Industrie ihre Energieeffizienz steigert. Wesentliche
Instrumente sind vor allem Zuschüsse für Energie Audits und die Auslobung einzelner Firmen, die sich im Bereich der
Energieeffizienz besonders verdient gemacht haben.

Energie-Audit-Zuschüsse

In Kenia werden Energieaudits im Rahmen des Energie-Audit-Programms des Energieministeriums mit Unterstützung
von DANIDA subventioniert. Lokaler Implementierungs-Partner ist die Kenya Association of Manufacturers (KAM),
konkret deren Centre of Energy Efficiency and Conservation (CEEC). Das CEEC wurde bereits im Rahmen eines
Kooperationsprojektes mit GEF (2001-2006) beim Industrieverband eingerichtet und arbeitet seitdem recht erfolgreich.
Im Zeitraum 2004 – 2014 wurden über 300 Audits durchgeführt.

Die wesentlichen Eckdaten des Energie-Audit-Programms:


 Unternehmen, die auditiert werden wollen, zahlen an KAM eine Gebühr von 250.000 KSH für ein einfaches
Audit und 350.000 KSH (+ MWSt.) für ein sog. „Investment Grade Audit“
 KAM zahlt an die Energie-Auditoren für ein einfaches Audit 600.000 KSH bzw. 1 Mio. KSH für ein „Investment
Grade Audit“
Die Energie-Auditoren wurden bzw. werden im wesentlich mit amerikanischer Unterstützung qualifiziert. Im Prinzip
konzentrieren sich die Auditoren auf die Einsparpotenziale, die sich durch sog. „Housekeeping“-Maßnahmen und
Querschnittstechnologien erzielen lassen, z.B. Kessel, Kompressoren, Pumpen, elektrische Antriebe etc.
Prozessspezifische Maßnahmen werden weniger berücksichtigt, vor allem da Knowhow zu bestverfügbaren Technologien
für einzelne sektorspezifische Produktionsprozesse nicht ausreichend vorhanden ist.

„Energy Management Award“

Die Verleihung des „Energy Management Award“ ist im Rahmen des GEF-Projektes (2001-2006) eingeführt worden und
ist inzwischen ein fest etabliertes Jahres-Event. Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Auslobungen in 2013
und 2014.

Tabelle 12: Energy Management Awards 2013 & 2014


Erstplatziert, Zweitplatziert, Erstplatziert, Zweitplatziert, 2014
Kategorie
2013 2013 2014
Sarova White Bidco Oil Sarova
Gesamtsieger Kenafric
Sands Refinieries
Cooperative
Green Bank Recognition
Bank
SME Einsteiger Kapsara Tea

Bester Neueinsteiger Frigoken Gold Crown Foods Wire Products

Bestes Sarova Mara Game Sarova


Sarova Teita
Energiemanagement- Whitesands
Hills
Team– Klein
Bestes Gitugi Factory
Energiemanagement- Kenafric
Team - Groß
Bidco Oil Frigoken Ltd.
Brennstoffersparnis
Refinieries

26
Kenya Petroleum
Innovationspreis Kenafric
Refineries
Anhaltend hohe Bidco Oil Rukiriri Tea Bidco Oil
Performanz Refinieries Factory Refinieries
Turtle Bay Githambo Tea Gathuthi Tea
Elektrizitätsersparnis
Beach Club Factory Factory
Quelle: http://www.kenyaengineer.co.ke/index.php/n-e/ln/1947-kenyan-companies-save-ksh-10-billion-through-
efficient-use-of-energy, 2014

Wie die Tabelle bereits zu erkennen gibt, ist KenAfric ein herausragend aktives Unternehmen in Bezug auf
betriebliche Energieeffizienz: In 2010 hat die Firma in einen Biomasse-Kessel investiert, mit dem die spezifischen
Prozess-Energiekosten von 4 KSH/ kg (Endprodukte) auf 0,7 KSH gesenkt wurden. Um Energieverbräuche überwachen
und erfassen zu können, wurde ein Energie-Management-System eingeführt. 34% der Einsparungen (74.549 USD/Jahr),
die durch die Umsetzung verschiedener Energieeffizienz-Maßnahmen erzielt wurden, wurden alleine durch die
Wärmerückgewinning in der Kälteanlage realisiert:

27
4. Energieeinspar-Potenziale in Kenia und Tansania
4.1 Industriestruktur in Kenia und Tansania

Kenia

Der Industriesektor, d.h. produzierendes Gewerbe, Bausektor und Bergbau, trägt mit 14% zum
Bruttoinlandsprodukt in Kenia bei (2012). Gegenüber 2008, d.h. in einer Zeitspanne von 5 Jahren, gibt es keine
nennenswerten Änderungen. Das produzierende Gewerbe macht 65% und der Bausektor 30% der gesamten industriellen
Produktion aus; der Rest entfällt auf den Bergbau.

Im Vergleich zu „Newly-Industrialized Countries“ (NIC) ist die kenianische Industrie immer noch relativ wenig
diversifiziert: Die Lebensmittel- und Tabakindustrie hat einen Anteil von 30% am produzierenden Gewerbe (im
Vergleich: 17% in NIC), während hochwertige Segmente wie die Chemieindustrie (4 %), der Maschinenbau (ca. 2%) und
die Elektronikindustrie (1-2%) kaum eine Rolle spielen; in NIC tragen diese Sektoren rd. 30% zum produzierenden
Gewerbe bei.

Das produzierende Gewerbe ist grundsätzlich ein wichtiger Sektor für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes:
Südafrika zum Beispiel weist einen Anteil des produzierenden Gewerbes von 15% am BIP auf; Singapur 19%. So war das
Ziel im Rahmen des „Mid-Term-Plan“ (MTP, 2008-2012), den Anteil des produzierenden Gewerbes am
Bruttoinlandsprodukt um jährlich 10% zu steigern. Stattdessen ist dieser Anteil stagniert bzw. sogar gefallen, nämlich von
10,8% auf 9,2%.

Tansania

Im Vergleich zu Kenia verzeichnet das produzierende Gewerbe in Tansania mit 8,2% (2012) eine doppelt so hohe
(reale) Wachstumsrate. Die beiden anderen industriellen Sektoren, der Bergbau und der Bausektor, sind im gleichen
Jahr um jeweils 7,8 % gewachsen. Da die Wachstumsraten der industriellen Sektoren, vor allem des produzierenden
Gewerbes und des Bausektors, das allgemeine Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in den Jahren 2007-2012
(durchschnittlich 6,8%) übertroffen haben, ist der Anteil der industriellen Produktion (einschl. Bergbau und Bausektor)
am BIP stetig leicht gestiegen. Inzwischen trägt der Industriesektor mit 21,7% (2012) zum landesweiten BIP bei.
Dies sind fast 8 Prozentpunkte mehr als im Nachbarland Kenia.

Abbildung 8: Anteil (in %) am landesweiten BIP Abbildung 9: Struktur der industriellen Produktion

Landwirtschaft Industrie & Bau


Services
50
Bausektor;
40 Produzieren-
37 %
des
30 Gewerbe;
51%
20 Bergbau;
12 %
10

0
2001-03 2004-06 2007-09 2010-12

28
4.2. Energieeinspar-Potenziale in ausgewählten Sub-Sektoren

4.2.1. Milchindustrie

Sektorstruktur Kenia

Tabelle 13: Viehbestand, 2012


Tierart Anzahl Im Jahr 2012 haben 4,2 Mio. Kühe 3,1 Mrd. kg Milch
produziert.
Milchkühe 4.158.378
Rinderkühe 12.297.571
Dies sind aktuelle Zahlen, die vom Ministerium für
Schafe 15.503.201 Livestock zur Verfügung gestellt wurden; allerdings wird
Ziegen 21.327.777 auch eingeräumt, dass die Viehbestände ebenso wie die
Schweine 380.481 Produktion von Tierprodukten i.d. R. weit unterschätzt
Geflügel 34.420.693 werden, vor allem da es schwer ist, die Bestände der
Esel 1.343.605 Kleinbauern und Wanderhirten zu erfassen.
Kamele 2.824.732
Neuesten Zahlen zufolge trägt die Viehzucht ca. 10% des
Kaninchen 723.401
kenianischen BIP bei; der Anteil an der
Bienenstöcke 1.725.452
landwirtschaftlichen Produktion wird mit 40-45% beziffert.
Strauss 6.073 Der Anteil der Tierprodukte an den landwirtschaftlichen
Quelle: Ministry of Agriculture and Livestock, statistics made available after interview, März 2014

Exporten beläuft sich auf 30%.

Tabelle 14: Tierprodukte, 2012


Produkt Menge (in Tonnen) Kuhmilch und Rindfleisch sind mit Abstand die wichtigsten
Produkte. Ein Großteil geht aber in den direkten Konsum,
Kuhmilch 3.049.432
für den die Kleinbauern und Hirten Vieh züchten und
Rindfleisch 4.038.755
halten. Es wird geschätzt, dass 80% der Rinder von den
Hammelfleisch 846.954 kleinen Viehzüchtern gehalten wird. Zu berücksichtigen ist,
Schweinefleisch 20.054 dass der Viehbestand der Kleinviehzüchter (einschl.
Geflügelfleisch 242.586 Nomaden) sehr anfällig für Dürren und Überflutungen ist;
Quelle: Ministry of Agriculture and Livestock, statistics made
available after interview, März 2014

es kommt hier gelegentlich zum Verlust einigier Tiere, aber auch ganzer Herden.

Insgesamt wird nur ein geringer Anteil der Milch von großen Farmen produziert: 2008 wurde dieser Anteil mit 20 %
beziffert; 80% stammen von kleinen und mittleren Milchfarmen. Die milchverarbeitende Industrie beklagt Mängel in der
Milchsammlung und dass etliche Farmer einen Teil ihrer Milch „über den Zaun“ verkaufen, statt ihren Verpflichtungen
aus den Verträgen, die oft mit den abnehmenden Industrien geschlossen werden, nachzukommen. Dieser informelle
Sektor wird konservativ auf 60% der vermarkteten Milch geschätzt (andere Quellen wie die FAO bezifferte diese Quote in
2011 sogar auf 85%) und umfasst den Verkauf z.B. an Strassenhändler, Nachbarn und kleine kommerzielle Betriebe wie
Hotels.

Tabelle 14b: Entwicklung der Milchproduktion und Milchverarbeitung


2000 2004 2008 2012 2013
Kuhmilch, in `000 Tonnen 2.224 2.829 3.990 3.733

Gesamtmilch (einschl. von 2.709 3.352 5.010 4.967


Ziegen, Schafen etc.),
in `000 Tonnen

29
Verarbeitung von Muilch 180 274 399 495 523
(formaler Sektor),
in Mio. Liter
Anteil der verarbeiteten Milch 6,6% 8,2% 8% 10%
(formaler sektor) zur Gesamt-
Milchproduktion*
*Rechnerische Annahme: 1Tonne Milch = 1000 Liter (dies ist ungenau, da die Fettanteile die Milch schwerer als Wasser
machen)
Quelle: http://www.kdb.co.ke/, marketing information, 2014

Selbst die Kooperativen, die eigentlich Bestandteil des eher formalen Marktes sind, verkaufen zum Teil die gesammelte
Milch an lokale städtische Märkte statt an die verarbeitende Milchindustrie. In vielen Gebieten wird die Abendmilch
nicht mehr gesammelt und je nach Wetterverhältnissen, besonders in der Regenzeit, wird ein Teil der Milch ebensowenig
regelmäßig gesammelt.

So wird versucht, die Infrastruktur zur Milchsammlung kontinuierlich zu verbessern, indem man mehr dezentrale
Sammelpunkte und Kühllager einrichtet. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit HIVOs wird getestet, inwieweit
sich auf den Farmen selbst kleine Kühllager installieren lassen, die mit Biogas betrieben werden können.

Insgesamt ist der Anteil der im formalen Sektor verarbeiteten Milch an der Gesamt-Milchproduktion von 6,6% im Jahr
2000 auf inzwischen 10% gestiegen (2012); in absoluten Zahlen hat sich die Menge der verarbeiteten Milch in den letzten
10 Jahren verdoppelt (s. Tabelle 14b); allein in 2013 ist laut Kenya Dairy Board die Menge der verarbeiteten Milch im
formalen Sektor um 6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nichts desto trotz sind die bestehenden
Verarbeitungskapazitäten von 2,2 Mio. Liter/ Tag bei weitem nicht ausgelastet.

Ungeachtet des immer noch geringen Anteil des formalen Sektors (88-90% der Milchproduktion) gehen die Importe aus
dem Ausland zurück und steigen die Exporte von Milchprodukten in die Nachbarländer Ostafrikas.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2009 waren 30 milchverarbeitende Unternehmen aktiv. Die großen Player vor allem:
NewKCC, Brookside, Githunguri und Sameer.

Dank eines Kooperationsprogramms mit USAID hat sich die Wettbewerbsfähigkeit der kenianischen Milchindustrie
erheblich verbessert: New KCCs Lebensmittel-Sicherheitsmanagement ist izwischen nach ISO zertifiziert. NewKCC ist
immer noch ein staatliches Unternehmen, das in Kenia das erste und bis zur Liberalisierung des Sektors (in 1992) auch
einzige Milchverarbeitungs-Unternehmen war. In 2012 hat NewKCC an seinem Standort Dandora/ Nairobi 44 Mio. Liter
Milch produziert. Neben Nairobi hat KCC 8 weitere Molkereien, u.a. in Eldoret, Kitale und Nakuru, die von den
Kooperativen beliefert werden, die wiederum die Milch von den Farmern an zentralen Stellen sammeln. Produkte sind
vor allem UHT-Milch, Milch-Pulver, Butter, Ghee und Käse.

Seit der Liberalisierung des Marktes sind etliche Privat-Molkereien auf den Markt gekommen. Führender
Milchverarbeiter ist inzwischen die Fa. Brookside, die der Familie des Präsidenten Kenyatta gehört. Aufgrund
verschiedener Aufkäufe anderer Verarbeitungfirmen hat Brookside inzwischen einen Marktanteil von 44%: Nachdem das
Unternehmen in den Vorjahren bereits Ilara (2007) und Delamere sowie Spinknit (Tuzo Milchmarke) aufgekauft hat, hat
es Ende 2013 Buzeki (mit den Marken MOLO Milk und Kilifi Gold Milk) erworben. Damit blaufen sich die
Verarbeitungskapaziten auf nun rd. 1 Mio. Liter/ Tag. Expansionsbestrebungen gibt es von Brookside auch Richtung
Ausland: Der Erwerb von 20% an Äthiopiens Elemtu Dairy ist in Diskussion.

Die anderen 2 wesentlichen Milch-Verarbeitungs-Unternehmen sind Githunguri (Fresha-Marke) mit


einem Marktanteil von rd. 17% und schliesslich SAMEER (Daima Marke) mit 6%.

30
Sektorstruktur Tansania

Die Milchproduktion in Tansania belief sich im Jahr 2013 auf 1,9 Mrd. Liter und ist im Vergleich zu Kenia sehr gering.
Zwischen 1995 und 2010 ist die Produktion zwar um ca. 7% jährlich gestiegen. Nachwievor ist aber der pro-Kopf-
Milchverbrauch mit 45 Liter/ Jahr gegenüber der von der FAO empfohlenen Menge von 200 Liter / Jahr recht niedrig;
in einigen Regionen (z.B. Rukwa) liegt der Milchkonsum bei sogar nur 8 Litern/ Jahr.

Nur ein kleiner Bruchteil der produzierten Milch wird auf dem formalen Markt verkauft:
 Von den 70% , die vom sog. traditionellen Sektor (d.h. Zucht lokaler Rindsorten, den „ZEBU“) produziert
werden, werden 90% vor Ort verbraucht, so dass nur 10% verkauft werden; davon gelangen 2% auf den formalen
Markt.
 Von den 30%, die im modernen Sektor, d.h. tendenziell größerern Farmen produziert werden, werden zwar 70%
verkauft, aber auch hier lediglich 10% auf dem formalen Markt.

So wird der Großteil der Milch entweder selbst verbraucht oder informell verteilt, d.h. entweder direkt an die
Nachbarschaft oder über fliegende Händler verkauft wird. Dieser geringe Anteil von Milch, die auf dem formalen Weg
verkauft wird, ist ein wesentlicher Grund für die Unterauslastung der lokalen Verarbeitungskapazitäten:
Obwohl mit den bestehenden Kapazitäten knapp 400.000 Liter Milch/ Tag verarbeitet werden könnten, werden aktuell
nur 105.000 Liter verarbeitet; das bedeutet eine Auslastung von lediglich 27%. Hierzu trägt auch der recht starke
Wettbewerb durch Importprodukte bei: Zum Teil sind diese preislich günstiger als die lokal hergestellten Produkte.
Importe sind in den vergangenen Jahren um jährlich 9% gestiegen (im Vergleich zu den 7% Wachstumsrate der lokalen
Produktion) und entsprechen inzwischen der Menge der lokal verarbeiteten Milch. Importiert werden vor allem
Milchpulver, H-Milch, Butter und Käse. Aus Kenia werden hauptsächlich H-Milch, Joghurt und Sahne eingeführt;
Kenyan Brookside Dairy ist der wichtigste Lieferant von H-Milch für Tansania, während New KCC vor allem Butter und
Sahne & Ghee nach Tanzania exportiert und bei diesen Produkten einen Marktanteil von 42% bzw. 87% hat. Nicht zuletzt
aufgrund der gewachsenen Konkurrenz aus dem Ausland haben im Zeitraum 1990-1995 (nach der Privatisierung) 13
Milchfirmen geschlossen.

Laut Tanzania Dairy Board gibt es derzeit 67 Verarbeitungsstätten in Tansania, mit einer Kapazität von 500 – 30.000
Liter/ Tag. Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über führende Milchverarbeitungs-Unternehmen:

Tabelle 15: Milchverarbeitungs-Firmen Tansania (Auswahl)


Unternehmen Beschreibung/ Eigentümerstruktur Kapazität
Tanga Fresh Co-owned by Tanzania Dairy Cooperative 50.000 Liter/ Tag
Union (TDCU); milk purchase guarantee (30.000 Produktion)
with over 4000 small-holders;
Started in 1996;
Production of fresh milk, cream, butter,
ghee, cheese amd yoghurt
Produktion von H-Milch in Planung
Musoma Dairy Ltd. 120.000 Liter/ Tag
(ab 10/2014: 30.000 Liter/ Tag)
ASAS Dairies Part of Asas Group of Companies, one of Kapazität 12.000 Liter/ Tag
the oldest and biggest business groups in Produktion ca. 10.000 Liter/ Tag
Tanzania;
wide range of products such as fresh milk,
flavoured and plain yoghurt, cheese, Ghee
& Butter;
dairy processing started 2000;

31
over 2000 acres of green land for own dairy
farm
TAN Dairies Has recently built up a joint venture with an 6.500 Liter/ Tag Kapzität
Israelian company (Auslastung schwankt saisonbedingt
zwischen 100% - 30%)
Upgrade auf 16.000Liter/ Tag geplant
International Dairy 4.000 Liter/ Tag
Products Ltd.
Quelle: German Energy Desk, eigene Zusammenstellung, August 2014

In Bezug auf die installierten Kapazitäten ist das Unternehmen „Musoma Dairies“ mit Abstand das größte. Allerdings
mußte es im Juni letzten Jahres (2013) wegen zu geringer Produktion schliessen. Für Oktober 2014 kündigte der
Geschäftsführer Mazara an, die Produktion von 30.000 Liter/ Tag aufzunehmen 11. Marktführer ist Tanga Fresh,
deren Marktanteil (gemessen an der tatsächlichen Produktion) auf 40% geschätzt wird. Tanga hat den Vorteil, dass sie
über die Tanzania Dairy Cooperative Union (TDCU) relativ stabile Milchlieferungen hat. Tan Dairies plant seit Mitte
des Jahres eine Ausweitung seiner Kapazitäten um 8000-10.000 Liter/ Tag, nachdem es ein Joint Venture mit einer
israelischen Firma eingegangen ist. Deutsche Anlagenlieferanten wurden entsprechend bereits um Angebote gebeten.

Mehrere Geber, u.a. die Niederländer mit SNV, unterstützen Tanzania bei der Stärkung der Wertschöpfungskette in der
Milchindustrie. Ansätze sind zum Beispiel Trainings von Akteuren wie TDCU, die Konstituierung von
Produzentengruppen und die Einrichtung von Milch-Sammelstellen sowie Kühlstationen, um letztlich den Zugang zu
Märkten für die Farmer zu verbessern und damit den Anteil der Milch, der auf formalen Wegen verkauft wird, zu
steigern.

Energieeinspar-Potenzial

Die spezifische Energieintensität liegt bei den Milchverarbeitungs-Betrieben, in denen Energie-Audits durchgeführt
wurden, zwischen 0,67 und 1,43 MJ/ Liter, wobei sich der Stromverbrauch auf 0,064 – 0,124 kWh/ Liter und der
thermische Energieverbrauch zwischen 0,011 und 0,024 Liter Schweröl/ Liter Milch liegt.

Die energieintensivsten Prozesse sind vor allem: Kühlung, Pasteurisierung (thermische Energie), Homogenisierung
(Strom), Sterilisierung (thermische Energie). Annährend 60% der thermischen Energie werden bei der Sterilisierung und
Pasteurisierung eingesetzt.

Abb. 10: Thermischer Abb. 11: Stromverbrauch,


Energieverbrauch, Milchverarbeitung Milchverarbeitung
6%
12% 14% Produktionsanlagen
37% 39%
Sterilisierung
21% 12% Kälteanlage
CIP
Kompressoren
30% Pasteurisierung 29%
Licht
Sonstiges
Sonstiges

Quelle: Kiremu Magambo, Präsentation November 2013, Nairobi

11 Vgl. http://www.ippmedia.com/frontend/?l=68580

32
Der Stromverbrauch fällt zu 39% durch die Produktionsanlagen selbst; gefolgt von Kälteanlagen, die 29% des Stroms
beanspruchen.

Bei New KCC, Dandora, werden jährlich 3,2 Mio. kWh für die Produktion von ca. 44 Mio. Liter Milch verbraucht. Das
entspricht einer Energieintensität von 0,073 kWh/ Liter. Die maximale Last beläuft sich auf rd. 500 kW (542 kVA).

Wie ein Energie-Audit in einem Milchverarbeitungs-Betrieb in Ruiru ergeben hat, können 39% der Energiekosten
eingespart werden. Investitionen in entsprechende Energieeffizienz-steigernde Maßnahmen weisen eine
Amortisationszeit von durchschnittlich 0,7 Jahhren auf. 87% der gesamten Kosten-Einsparungen können durch
Reduktion des thermischen Energieverbrauchs realisiert werden.

Inn Bezug auf den thermischen Energieverbrauch lassen sich Einsparungen vor allem durch Brennstoff-Substituierung,
Kondensat-Rückgewinnung und Effizienzverbesserung des Kessels erzielen:

Tabelle 16: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Milchverarbeitungs-Betrieb


A SUMMARY OF OPPORTUNITIES FOR ENERGY EFFICIENCY
Potential
energy Estimated Payback
savings (L Savings (Kshs investment cost period Return on
Opportunity p.a) p.a) (ksh) (Yrs) investment (%)
A THERMAL ENERGY SAVINGS

Boiler Efficiency
1 improvement-

Boiler No. 2 31,358 1,843,787 660,000 0.4 279.4

2 Fuel substitution 51,391,697 30,000,000 0.6 171.3

3 Condensate recovery 5,818,215 2,500,000 0.4 232.7

4 Hot water recovery 108,634 200,000 1.8 54.3


Insulation of bare hot
5 surfaces 4,309 228,011 80,000 0.4 285.0

Sub-total 59,390,344 33,440,000 0.6 177.6


Quelle: Energie-Audit-Bericht, März 2012 (vertraulich)

Das Ersetzen der HFO-Kessel durch einen Biomasse-Kessel würde demnache zu Einsparungen von 51 Mio. KSH führen
(ca. 434.000 €), die jährlich für rd. 1,14 Mio. Liter Kesselöl ausgegeben werden. Das Investment mit geschätzten Kosten
von 30 Mio. KSH (20 Mio. KSH für Kessel und 10 Mio. KSH für Beratung/Engineering und Arbeits- und Materialkosten)
würde sich nach bereits 0,6 Jahren amortisieren. Einsparungen durch die Kondensat-Rückgewinnung alles sich erzielen,
indem das Kondensat aus dem Bereich der High value and cream sections in einem Tank gesammelt wird und in ein feed
water tank im Kesselraum gepumpt wird.

Stromeinsparungen können im wesentlichen durch Einsatz hoch-effizienter Elektromotoren und durch variable
Drehzahlantriebe realisiert werden: Besonders letztere scheinen mit einer Amortisationszeit von unter einem Jahr (0,8)
attraktiv; Investitionen in Höhe von 900.000. KSH stehen Kosteneinsparungen von jährlich 1,1 Mio. KSH gegenüber. Der
Einsatz hoch-effizienter Elektromotoren ist mit wesentlich höheren Investitionskosten (knapp 7 Mio. KSH) verbunden
und amortisiert sich erst nach knapp 5 Jahren. Laut Energie-Audit lassen sich die größten Energieeinsparungen durch
Ersetzen der Quecksilberdampflampen durch Metalldampflampen erzielen, bei einer Amortisationszeit von 0,7 Jahren.

33
Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei anderen Milchindustrien: Ein Energie-Audit bei New KCC im Januar 2013 zeigt,
dass 76% aller Einsparungen durch Umstellung auf einen Biomasse-Kessel realisiert werden können. Weitere 12% der
Energiekosten können eingespart werden, indem der Betrieb des Kältekompressors automatisiert wird. Letztere
Maßnahme zahlt sich bereits nach 2 Monaten aus.

Über die in den Energie-Audits empfohlenen Maßnahmen hinaus, die die Querschnittstechnologien betreffen (z.B.
Kessel, Motoren, Beleuchtung etc.), lassen sich durch prozess-spezifische Maßnahmen Energieeinsparungen
erzielen, besonders wenn man berücksichtigt, dass mindestens 40% der Energie in der Produktion selbst verbraucht
wird. Prozess-spezifische Maßnahmen umfassen zum Beispiel den Einsatz des indirekten UHT-Verfahrens zur
Sterilisation. Dabei erfolgt die Wärmeübertragung mit Platten- oder Röhrenwärmeübertragern. Der Vorteil gegenüber
direkten Verfahren, die eine direkte Vermischung der Milch mit Dampf erzeugen, besteht in einer hohen
Wärmerückgewinnungsrate. Diese liegt zwischen 88 bis 90 %, während bei direkten Verfahren nur 40 bis 50 % erreicht
werden können. Auch durch Einsatz der Membranfiltration und durch den Einsatz von mehreren Verdampfern
hintereinander (multiple effect evaporators) kann Energie eingespart werden.

4.2.2. Zuckerindustrie

Sektorstruktur Kenia

Die Zuckerindustrie ist Einkommensquelle für einen großen Teil der kenianischen Bevölkerung. 70% der lokalen
Nachfrage wird durch eigene Produktion gedeckt, Tendenz allerdings sinkend: Denn während der Zuckerkonsum
kontinuierlich ansteigt (von ca. 650.000 MT in 2002 auf rund 800.000 MT in 2012), stagniert die Produktion. Im Jahr
2012 wurden 493.000 MT Zucker in Kenia produziert.

Abbildung 12: Zuckerproduktion und –verbrauch, Kenia

Quelle: KETS, Baseline Study for Sugar Agribusiness in Kenya, Draft Report 2013, Seite 83.

Eine wesentliche Ursache für diese entstehende Schere ist, dass Zuckerrohr immer mehr zum limitierenden Faktor wird:
So ist der Saccharosa-Gehalt des kenianischen Zuckerrohrs relativ niedrig, so dass die Umsetzung in Zucker mit
durchschnittlich 10 Tonnen Zuckerrohr pro Tonne Zucker relativ hoch ist. Schuld daran ist, dass die Zuckerrohr-Sorten
minderer Qualität sind und mit 18-24 vergleichsweise längere Reifezeiten haben (im Vergleich: 14 Monate im Sudan).

34
In Konsequenz sinkt die Auslastung der bestehenden Zuckerproduktions-Kapazitäten: Mumias, Kenias größter
Zuckerproduzent mit 181.000 Tonnen/ Jahr, verzeichnete in 2012 eine Auslastung von lediglich 64%; bei Chemilil fiel
diese Rate sogar auf 29%. Zusammen mit einer relativ geringen Produktionseffizienz, die sich aus teils alten
Maschinenparks ergibt, führen alle diese Faktoren zu hohen Produktionskosten, so dass der kenianische Zucker nicht
mehr wettbewerbsfähig ist. In 2010 waren die Produktionskosten für Zucker in Kenia doppelt so hoch wie in Sudan,
Ägypten, Swasiland und Zambia. In Folge wird der heimische Markt immer mehr von Billigimporten überschwemmt. Ein
Teil des billigen Zuckers kommt illegal und unkoordiniert auf den Markt.

Die aufgezeigten Strukturprobleme haben schliesslich auch zu einer wachsenden Verschuldung der Zuckerunternehmen
geführt. Der Druck, die Produktionskosten zu senken, ist enorm. Laut Strategieplan der Zuckerindustrie soll die
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie u.a. durch Erhöhung der Verarbeitungseffizienz, Modernisierung/ Rehabilitierung
der Fabriken etc. gesteigert werden. Investitionen in Energieeffizienz fügen sich hier ein. Die Verschuldung des Sektors
steht sicherlich Investitionen im Weg, aber zum Teil stehen aus dem sog. Sugar Development Fund (SDF) Mittel für die
Realisierung von Modernisierungs-Investitionen zur Verfügung. Der SDF speist sich aus einer 7%-Abgabe auf alle
Zuckerverkäufe, sowohl lokal hergestellten als auch importierten Zuckers, und wird vom Kenya Sugar Board (KSB)
verwaltet. Fast die Hälfte des Fonds wird für die Modernisierung von Zuckerfabriken verwertet, primär für staatliche
Zuckerindustrien, um diese mittel- und lanfristig für private Investoren attraktiv zu machen. Große Aufmerksamkeit wird
hierbei auf die verstärkte Nutzung von Nebenprodukten gewidmet, die bei der Zuckerproduktion anfallen.

Insgesamt gibt es 11 Zuckerunternehmen in Kenia; 2 zusätzliche Mühlen sind im Bau.

Für die deutsche Wirtschaft sind die staatlichen wie auch die privaten Zuckerindustrien gleichermassen von Interesse:
Die staatlichen stehen unter besonderem Druck, ihre Produktionskosten zu senken bzw. ihre Anlagen zu modernisieren;
die staatlichen Unternehmen Mohoroni und Chemilil waren in 2012 nur zu 42% bzw. 29% ausgelastet.

Tabelle 17: Staatliche und private Zuckerunternehmen, Kenia


Zuckerunternehmen Eigentum Installierte Kapazität
(Tonnen Zuckerrohr/ Tag)
Miwani Sugar Company (currently closed) Staatlich 1.500
Chemilil Sugar Company Staatlich 3.500
Mumias Sugar Company Privat 8.400
Nzoia Sugar Company Staatlich 3.250
South Nyanza (Sony) Sugar Company Staatlich 2.400
West Kenya Sugar Company Privat 3.000
Muhoroni Sugar Company Staatlich 2.200
Kibos Sugar Privat 1.800
Butali Privat 1.500
Transmara Privat 1.500
Sukari Privat 1.500
Tana Integrated Sugar Project Privat Im Bau
Kwale International Sugar Company Privat Im Bau
TOTAL 30.550
Quelle: COWI, Evaluation of the EU Support to the National Sugar Adaptation Strategy in Kenya, January 2014, Draft
und KETS, Baseline Study for Sugar Agribusiness in Kenya, 2013, Draft Report

Die Bedeutung der privaten Zuckerindustrien steigt: Ihr Anteil an den installierten Produktionskapazitäten betrug in
2012 rund 42% , nachdem in 2011 Butali, Transmara und Sukari mit jeweils 1.500 Tonnen Zuckerrohr/ Tag ihren Betrieb
aufgenommen haben. Die Zuckerindustrie ist relativ konzentriert. Das private Unternehmen MUMIAS ist mit einem
Anteil von 45% an der landesweiten Produktion Marktführer, gefolgt von West Kenya (12,9%) und den staatlichen
Unternehmen Nzoia (12,7%) und Sony Sugar (11,6%).

35
Abbildung 13: Struktur der kenianischen Zuckerindustrie

Quelle: KSB-Kenya Sugar Borad (heute: Sugar Directorate)m, zur Verfügung gestellte Statistiken, Interview April 2014

Butali hat im Jahr 2012 mit lediglich 9,74 Tonnen Zuckerrohr eine Tonne Zucker produziert und erzielte damit den
Bestwert in der gesamten Industrie in Bezug auf diesen Effizienz-Indikator – im Vergleich zu dem staatlichen
Unternehmen Chemilil, das über 18 Tonnen Zuckerrohr für die Produktion einer Tonne Zucker einsetzen musste.

Sektorstruktur Tansania

Im Zeitraum 2000/01 – 2013/14 hat sich die Zuckerproduktion in Tansania verdoppelt, nämlich von 135.535 Tonnen
Zucker auf 294.419 Tonnen.

Abbildung 14: Zuckerproduktion

Zuckerproduktion
350.000
300.000
250.000
Quelle: Tansania
200.000 Sugar Board,
Statistiken, die
150.000
im Rahmen des
100.000 Interview gege-
50.000 ben wurden,
Februar 2014
0

36
Die Zunahme in der Zuckerproduktion spiegelt fast 1:1 das Wachstum in der Gewinnung von Zuckerrohr wider. Das
heisst, dass die gestiegene Produktion nicht das Ergebnis einer höheren Produktionseffizienz ist: In 2000/01 wurde mit
9,8 Tonnen Zuckerrohr 1 Tonne Zucker hergestellt; in 2012/13 wurden für 1 Tonne Zucker 9,9 Tonnen Zuckerrohr
verarbeitet.

Abbildung 15: Struktur der tansanischen Zuckerindustrie


Im Vergleich zu Kenia ist die tansanische
Zuckerindustrie konzentrierter: Es gibt
100% 13% 15% lediglich 4 Zuckerunternehmen:
19%
17% 13% KSL Kilombero,TPC, Mtibwa Sugar Estates
80%
29% (MSE) und Kagera Sugar Ltd (KSL).
60% 22% 29% MSE
40% TPC Während MSE und KSL zu 100% in
52% 48% 43% Privathänden ist, hat der tansanische
20% Kilombero
Staat bei TPC und Kilombero noch einen
0% Anteil von jeweils 25%. Die restlichen
2002/03 2007/08 2012/13 75% gehören Illovo aus Südafrika
(Kilombero) bzw. Sukari Investments aus
Quelle: Interview mit Sugar Board Tanzania, Februar 2014

Mauritius (TPC).
Kilombero ist mit einem Produktionsanteil von 43% der größte Zuckerhersteller, wenngleich die Firma in den letzten 5
Jahren Anteile vor allem an TPC verloren hat. Zusammen haben Kilombero und TPC einen Anteil von 71%. Im Gegensatz
zu Kenia wetteifern die Unternehmen nicht um ihre Zuckerrohr-Lieferanten, da sie tendenziell Monopolisten in ihrer
jeweiligen Region sind und nicht im Revier der anderen „wildern“. Allerdings leidet die tansanische Zuckerindustrie,
ähnlich wie Kenia, unter Billigimporten: Derzeit werden ca. 42% der Zuckernachfrage durch Zuckereinfuhren aus dem
Ausland gedeckt (220.000 Tonnen/ Jahr). Der Zuckerpreis in Tansania (ab-Fabrik) ist mit 950 USD/ Tonne im
Vergleich zum Preis in Südafrika (683 USD) relativ hoch, wenngleich geringfügig niedriger als in Kenia (1162 USD/
Tonne). Der Weltzuckerpreis liegt leicht unter 600 USD/ Tonne.12

Als Antwort auf das Defizit in der Zuckerversorgung wird zwar ständig die heimische Produktion, wie gezeigt wurde,
erhöht, kann aber nicht mit dem steigenden Verbrauch Schritt halten: Die Bevölkerung wächst jährlich um 3 % und mit
steigendem Wohlstand nimmt auch der Pro-Kopf-Zuckerkonsum zu, der noch bei weniger als 10 kg liegt (im Vergleich
Südafrika: 32 kg pro Kopf).

Um die heimische Produktion auszuweiten, gibt es 2 Möglichkeiten: Zum einen die Ausweitung der
Produktionskapazitäten und zum anderen die Erhöhung der Produktionseffizienz.

Die erste Option wird u.a. durch die Verfügbarkeit von Zuckerrohr limitiert. Eine Erweiterung der Anbaufläche wird
durch Regularien derzeit eingeschränkt: So gibt es eine Obergrenze von 10.000 ha für den Zuckerrohranbau pro Investor,
ganz davon abgesehen, dass es grds. nicht einfach ist, Landrechte zu erwerben, weil es kaum Grundstücksurkunden gibt
und die Verteilung der Landtitel somit nicht transparent ist. Hinzu kommt, dass in Tansania der Zuckerrohrertrag weit
geringer als im Rest der Region Ostafrika ist. Wesentliche Ursache ist, dass weniger als die Hälfte der Zuckerrohr-Felder
bewässert werden. Besonders die sog. „outgrowers“ verlassen sich bei ihren Zuckerrohr-Anbau auf den Regen und
bewässern nicht ihre Felder. So ernten sie 710.000 Tonnen Zuckerrohr auf 27.000 ha, was einen Ertrag von nur 26
Tonnen/ ha ergibt – landesweit wird der Ertrag pro ha mit durchschnittlich 68 Tonnen angegeben13; das Unternehmen

12 Vgl. Brian Chisanga et al., Competition in the regional sugar sector; the case of Kenya, South Africa, Tanzania and
Zambia, April 2014; p.18
13 Vgl. Rabobank Industry Note #386, June 2013

37
TPC, das sich komplett mit Zuckerrohr von eigenen Plantagen versorgt und diese auch bewässert, hat mit 102 MT/ ha
einen rd. doppelt so hohen Ertrag wie etwa Kilombero (55 Mt/ha) und Mtibwa (54 Mt/ha).

Die Einführung von sog. „Block-Farming“, bei dem die Ernten mehrerer outgrowers synchronisert werden und somit der
Einsatz von Equipment wirtschaftlich wird, soll die Einführung u.a. von Bewässerungssystemen erleichtern. Davon
abgesehen planen alle 4 Zuckerhersteller Investitionen und Erweiterungen. Die Nationale Zucker-Strategie der
tansanischen Regierung identifiziert 9 „greenfield“ –Projekte, mit denen sich die jährliche Zuckerproduktion bis 2016
verdreifachen soll. Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über einige der geplanten Projekte.

Tabelle 18: Geplante Investitionen in der tansanischen Zuckerindustrie


Zuckerunternehmen/ Investoren Investition Status
Mahakaushal Sugar and Power Zuckerfabrik in Rufiji/ Küste; Zuckerproduktions- Landerwerb
Industuies (Indien), Kapazität: 125.000 Tonnen/ Jahr; Erweiterung auf 12.000 ha
Kooperation mit tansanischen 250.000 in 3 Jahren nach Inbetriebnahme
Partnern
Das anstehende Projekt umfasst eine komplette
Zuckermühle mit Distillerie at 5,000 TCD zur
Weiterverarbeitung von Zuckerrohr. Die daraus
entstehenden Abfallprodukte können genutzt werden,
um Ethanol-Kraftstoff herzustellen.
AgroEco Energy Rd. 8000 ha werden als farm-eigene zuckerrohr- Seit Mai 2013
Tochtergesellschaft der schwedischen Plantage genutzt; 3.000 – 4.000 ha werden für werden die
EcoEnergy Africa AB outgrowers in den nächsten 6 Jahren entwickelt Landflächen mit
einer Pachtdauer
Innerhalb der ersten 3 Betriebsjahre soll eine von 99 Jahren
Produktion von 130.000 Tonnen/ Jahr erreicht verpachtet
werden. Ausserdem sollen 100,000 MWh in das
Stromnetz eingespeist und mit den Abfällen aus der
Zuckerproduktion 10 Mio. Liter Ethanol hergestellt
werden.
TPC Erweiterung von 100.000 Tonnen Zucker/ Jahr auf
125.000 Tonnen geplant (lt. Interview mit dem Plant
Manager in 02/2014)
Mtibwa Sugar Erweiterung der Kapazität geplant: Antrag auf
Von derzeit 700.000 Tonnen Zuckerrohr auf 1 Mio. Landmiete
Tonnen/ Jahr 10.000 ha bei
Regierung
gestellt
(03/2014)
Dubai Firma City Energy & Errichtung einer Zuckerfabrik mit der Kapazität Projekt war in
Infrastructure LLC - 600.000 Tonnen Zucker/ Jahr 2011 angekündigt
- Verarbeitung von 20.000 Tonnen worden
Zuckerrohr/ Tag
Quelle: Interview mit Plant Manager in 02/2014; weiter Infos aus div. Internetquellen zusammengestellt:
http://www.ecoenergy.co.tz/get-to-know-us/background/; http://www.abc.net.au/news/2014-03-13/msf-sugar-
expansion/5318214, http://www.reuters.com/article/2011/10/24/ozabs-tanzania-investment-copper-
idAFJOE79N0AS20111024

Aus diesen geplanten Investitionen ergeben sich natürlich Chancen für Technologie-Lieferanten. TPC äußerte im
Interview klares Interesse an neuen Technologien wie Fallstromverdampfern und kontinuierlichen
Verdampfungskristallisatoren.

38
Abgesehen von den Neu- und Erweiterungs- Investitionen lässt sich die landesweite Produktion natürlich auch über eine
bessere Produktionseffizienz erhöhen. Allerdings haben offenbar die meisten Rehabilitierungen der bestehenden
Zuckerfabriken stattgefunden. TPC erwartet, dass durch die geplante Erweiterung der Kapazitäten dank erzielbarer
Skaleneffekte der Dampfbedarf von derzeit 400 kg/ Tonne Zuckerrohr auf 300 kg gesenkt wird.

Energieeinspar-Potenzial

Die spezifische Energieintensität liegt bei den Zuckerfabriken, in denen Energie-Audits durchgeführt wurden, zwischen
30 und 43 kWh/ MT Zuckerrohr. Gegenüber internationalen Benchmarks (25-32 kWh/ t Zuckerrohr14) sind kenianische
Zuckermühlen somit wesentlich energieintensiver.

Energie-Audits haben ergeben, dass alleine durch Einsatz


Abb. 16: Stromverbrauch Zuckermühle von Antriebssystemen mit variabler Frequenz 7,5% der
gesamten elektrischen Energie eingespart werden kann.
Co- Licht; 2% Zucker- Investitionen sind in einigen Fällen bereits nach 5
Generatio rohr Monaten amortisiert, wie im Fall eines Antriebssystems
n; 20% Vorberei- mit variabler Frequenz für einen Boiler-Ventilator
tung; 23% (Secondary Air Fan) (Tabelle 19). Herausragend sind die
erzielbaren Einsparungen besonders durch Einsatz eines
Prozess; Mühle;
Dampf-Turbo-Generators im Zentrifugen-Bereich, mit
31% 24%
dem sich der gesamte Stromverbrauch der Zuckerfabrik
um 5,3% reduzieren lässt. Die Investition in Höhe von 10
Mio. KSH ist bereits nach einem halben Jahr amortisiert.

Quelle: Investment Grade Energy Audit Report (vertraulich), 2012

In einen privaten Zuckerunternehmen wurden als sinnvolle Energieeffizienz-Maßnahmen das Ersetzen der
Wassereinspritzpumpe und von Spritzdüsen im Kondensator-Wasserkühlsystem: Damit lassen sich jährlich 467.100 kWh
Strom einsparen (3,3% des gesamten Stromverbrauchs), was Kosteneinsparungen von 4,2 Mio. KSH entspricht. Bei einer
Investition von 5,5 Mio. KSH ergibt sich hieraus eine Amortisationszeit von 15 Monaten.

Tabelle 19: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem staatlichen Zuckerunternehmen (Auswahl)


Potential Estimated
Savings Payback Return on
Maßnahme annual energy investment cost
(Kshs p.a) period investment (%)
savings (kWh) (ksh)
Antriebssystem mit
variabler Frequenz,
378.000 6,8 Mio. 2,5 Mio. 5 Monate 792%
Boiler-Ventilator
1 (Secondary Air Fan)
Antriebssysteme mit
variabler Frequenz 344.088 6,2 Mio. 9,7 Mio. 20 Monate 119%
2 für Einspritzpumpen
Antriebssysteme mit
variabler Frequenz
509.184 9,17 Mio. 6,5 Mio. 9 Monate 376%
für Kesselspeise-
3 Wasserpumpen
200 kW Dampf-
Turbo-Generator 1.281.600 23,1 Mio. 10 Mio. 6 Monate 629%
4 (zentrifugen-

14 Vgl. Vortrag IPRO,Energy Efficient Sugar Production Schemes, 23.Juni 2014 in München

39
Sektion)
Quelle: Investment Grade Energy Audit Report (vertraulich), 2012

Über die in den Energie-Audits empfohlenen Maßnahmen hinaus, die die Querschnittstechnologien betreffen (z.B.
Kessel, Motoren, Beleuchtung etc.), lassen sich durch prozess-spezifische Maßnahmen Energieeinsparungen
erzielen, besonders wenn man berücksichtigt, dass viele Zuckerunternehmen recht alte Anlagen haben.

Abbildung 17: Flussdiagramm Zuckerproduktion

Quelle: http://www.fastonline.org/CD3WD_40/HDLHTML/ENVMANL/GIF/P31.GIF , 2014

Prozess-spezifische Maßnahmen umfassen zum Beispiel den Einsatz von Fallstromverdampfern an Stelle von
Steigfilmverdampfern oder Roberts Verdampfern. Durch den Einsatz von Diffusern kann zudem der Strombedarf im
Bereich der Saft-Extraktion um 50% gesenkt werden. Und durch Automatisierung der Verdampfungskristallisatoren
kann der Dampfbedarf und somit der Energiebedarf in diesem Bereich erheblich gesenkt werden – nicht unwesentlich,
berücksichtigt man, dass die Kristallisation der grösste Dampfverbraucher in einer Zuckerfabrik ist. In Bezug auf diese
Prozesstechnologie steht die kenianische Zuckerindustrie noch am Anfang.

40
4.2.3. Weitere Lebensmittelindustrie: Speiseölindustrie

Kenia

Die Pflanzenölindustrie unterteilt sich grundsätzlich in 2 Prozesse, zum einen die Gewinnung des Pflanzenöls aus den
Samen und zum anderen die Aufarbeitung und Raffinierung zu Speiseöl. In Kenia wird hauptsächlich Palmöl importiert
und dieses dann zu Speiseöl verarbeitet. Lokale Pflanzenöle (z.B. Kokosöl) werden im wesentlichen für industrielle
Zwecke genutzt, d.h. zur Herstellung von Seife, Reinigungs- und Waschmitteln sowie Farben.

Im Jahr 2010 wurden ca, 225.000 Tonnen Speiseöl aus importiertem Palmöl in Kenia hergestellt. Dies waren 96% des
lokalen Bedarfs. Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über führende Speisölhersteller:

Tabelle 20: Führende Speiseölhersteller, Kenia


Unternehmen Kurzprofil
BIDCO Oil  Familien-Besitz
 Grösster Speiseölhersteller in Kenya mit einer Kapazität: 1000 Tonnen/
Tag
 Produktionsstätten auch in Uganda, Tanzania und Rwanda; 50% des
Umsatzes im Ausland
 Geplante Investitionen von 200 Mio. USD im Zeitraum 2014-2017.

Kapa Oil  Familienbesitz; ca. 2500 Mitarbeiter


 Scope: kochfette, Speiseöle, Margarine, Backpulver; Seifen und
Reinigungs-/ Waschpulver
 Erstes Unternehmen nach HACCP UK zertifiziert (für den
Speiseölbereich)
 Produkte ohne Hydrierung
 Exportiert in COMES und SADC
Menengai Oil Erweiterung von 300 Tonnen/ Tag auf 600 Tonnen/ Tag
Diamond Industries
Quelle: German Energy Desk, eigene Zusammenstellung auf Basis von Interviews mit den Firmen und aus einer
Vielzahl von Webseiten, August 2014

Es gibt in Kenia rd. 10 Speiseölhersteller, darunter Bidco Oil, Diamond Industries, Kapa Oil und Menengai Oil Refineries.
Die Produktionskapazität des Marktführers BIDCO beläuft sich auf 1000 Tonnen/ Tag, andere Firmen sind kleiner, aber
expandieren, z.B. weitet Menengai Oil seine Kapazitäten von derzeit 300 Tonnen/ Tag auf 600 Tonnen/ Tag aus.

Die meisten Unternehmen betrachten die Energieversorgung als ein Problem, so dass sie nach kosteneffektiven
Alternativen zur Versorgung aus dem Stromnetz schauen. Menengai Oil ist z.B. Ausfällen von 6-8 Stunden/ Woche
ausgesetzt; in dieser Zeit muss die Firma ihren Betrieb auf Basis von 2 Dieselgeneratoren fahren, 1850 kVA und 1000
kVA.

Sektorstruktur Tansania

Der Verbrauch von Speiseöl pro Jahr wird mit ca. 300.000 Tonnen beziffert, wobei der Konsum um 3% jährlich
zunimmt. Dabei werden lediglich rd. 50% lokal produziert – dies gibt ausreichend Raum für den Ausbau bestehender
Kapazitäten, was von den führenden tansanischen Herstellern in der Tat genutzt wird: Alle betrachteten 3 führenden
Unternehmen METL, Murzah Oil und Mount Meru Millers steigerten in jüngster Vergangenheit ihre Kapazitäten um
mindestens 100%.

41
Der größte des Teil des Speiseöls basiert immer noch auf importiertem Palmöl; lokale Sonnenblumen tragen mit 40% zur
nationalen Speiseölproduktion bei. Das liegt an der nachwievor recht schwachen Wertschöpfungskette bei
Sonnenblumen (und Sesam): Erträge beim Sonnenblumenanbau sind relativ niedrig und die Kleinfarmer (ca. 250000
mit jeweils ca. 1-5 acres) haben keinen Zugang zu den Märkten. Geber wie die holländische SNV unterstützen seit
mehreren Jahren die Stärkung der Wertschöpfungsketten. Dabei wurde zum Beispiel das „Contract Farming“ eingeführt,
bei dem die Ölproduzenten mit den Farmern feste Vertragsbeziehungen eingehen und die Farmer unterstützen, gute
landwirtschaftliche Praktiken einzusetzen und qualitativ bessere Saat zu verwerten.

Tabelle 21: Führende Speiseölhersteller, Tansania


Unternehmen Kurzprofil
METL/ East Coast Edible Oil  Unternehmen der METL-Unternehmensgruppe mit 25
Fertigungsbetrieben (Herstellung von Textilien, Saft etc.);
Speiseölherstellung einer der 3 größten Fertigungsbereiche
 Marktanteil von 55%
 Raffinerie von Palmöl, das importiert wird; Raffinerie , d.h. deodorization,
bleaching und Filtration
 Kapazität: 500 Tonnen/ Tag (zum Zeitpunkt des Interviews im Februar
2014); geplanter Ausbau auf 1500 Tonnen/ Tag – sollte im Juni in Betrieb
gehen; EPC: DESMET/ BELLESTRE
 Spezifischer Stromverbrauch: 41-47 kWh/ Tonnen Öl
 Größter Energieverbrauch (Strom und Dampf): Deodorization mit ca. 60%
 EnergieeinsparMaßnahmen bislang: Niedrigdruckkessel mit Feuerholz,
Absorptionskälteanlage statt strombetriebene Kälteanlage, Nutzung von
Kondensat

Mount Meru Millers


 Extraktion von Öl aus Sonnenblumen und Verarbeitung zu Speiseöl, d.h.
Prozessschritte umfassen auch degumming, dewaxing und decolorization
 Fabriken auch in Sambia, Uganda und Rwanda
 In Tansania: Raffinerie von 1oo Tonnen/ Tag, weitere 200 Tonnen/ Tag in
Singida zukünftig (hier bislang nur Extraktion)

Murzah Oil  Raffinerie von Palmöl


 Marktanteil von 40%
 Ausbau der Kapazitäten von 400 Tonnen auf 800 Tonnen/ Tag

Mukwano  Ugandische Unternehmensgruppe: Herstellung von Plastikprodukten,


Trinkwasser, Seifen und Reinigungsmitteln, Speisölen, Tierfutter
 Herstellung von Speiseöl in Tanzania/ Dar es Salaam
Quelle: German Energy Desk, eigene Zusammenstellung auf Basis von Interviews mit den Firmen und aus einer
Vielzahl von Webseiten, August 2014

Energieeinspar-Potenzial

Laut Audit in einem der größeren Unternehmen, das Speiseöl, Fette und Seifen herstellt, wird für die Herstellung einer
Tonne folgende Energie benötigt: 86 kWh, 8,5 Liter Schweröl und 135 kg Biomasse. Nach Installation eines Biomasse-
Kessels wurden 70% des Energiebedarfs im Unternehmen mit diesem Kessel abgedeckt. Insgesamt belaufen sich die
Energiekosten der Firma auf knapp 290 Mio. KSH/ Jahr.

42
Tabelle 22: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Speiseölunternehmen (Auswahl)
Potential annual Estimated
Savings Payback Return on
Maßnahme energy savings investment cost
(Kshs p.a) period investment
(kWh) (ksh)
Leckagen im
Kompressorensystem
1 16.662 226.415 150.000 0,7 Jahre 151%
(einschl. Leitungsnetzwerk)
reparieren
Isolierung von
2 319.841 kg oil 1.129.503 922.000 0,8 Jahre 122,5%
Dampfleitungen
Einsatz drehzahlvariabler
3 317.641 4.316.328 3.100.000 0,7 Jahre
Antriebe
Ersetzen von Standard-
4 Effizienz Motoren durch 483.692 6.572.746 25.629.504 3,9 Jahre
Hoch-Effizienz-Motoren
Einsatz von
5 1.061 GJ 4.005.596 3.500.000 0,9 Jahre
Absorptionskältemaschinen
Verbesserung des Biomass-
2.049 Tonnen
6 Kessels (Einsatz von 6.607.921 3.000.000 0,5 Jahre
(Biomasse)
Sauerstoff-Analysator, etc.)

7 Thermostate im Kühlturm 777.967 300.000 0,4 Jahre

8 Kondensat-Rückgewinnung 446.978 kg 1.635.267 700.000 0,4 Jahre

Quelle: Investment Grade Energy Audit Report (vertraulich), 2013

Die größten Einsparungen lassen sich im betrachteten Unternehmen laut Energieaudit durch Optimierung des
Biomasse-Kessels erzielen, nämlich hauptschlich durch Einsatz von Sauerstoff-Analysatoren. Auf diese Weise lassen sich
bereits 2% der gesamten jährlichen Energiekosten einsparen. Mit dem Einsatz von Hoch-Effizienzmotoren,
drehzahlvariablen Antrieben sowie von Absorptionskältemaschinen können die Energieausgaben um weitere 5% gesenkt
werden.

43
4.2.4. Teeindustrie

Sektorstruktur Kenia

Die Teeindustrie zählt zu den ertragsreichsten Märkten in Kenia, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate
von ca. 4% über die letzten zehn Jahre. Die Industrie ist nach dem Hortikultursektor und dem Tourismus der größte
Devisenbringer für das Land. Seit 2003 hat sich die Produktion von 293 Mio. Kg auf 432 Mio. Kg in 2013 fast verdoppelt
(siehe Abb. 18). Zur Zeit ist Kenia der größte Teeproduzent Afrikas und ist mit einem Anteil von 10% an der weltweiten
Teeproduktion nach China und Indien der führende Hersteller.

Abbildung 18: Jährliche Teeproduktion in Kenia

Quelle: Kenya Tea Board, 2014

Lediglich 5% der gesamten Produktion wird im Land konsumiert, die restlichen 95% werden exportiert. Im weltweiten
Exportgeschäft nimmt Kenia zusammen mit Sri Lanka, China und Indien die führenden Positionen ein. Insbesondere Sri
Lanka ist Kenias stärkster Konkurrent und die Spitzenposition wechselt regelmäßig zwischen den beiden Ländern.
Abbildung 2 zeigt, das Kenia 2010 noch gut ¼ des weltweit konsumierten Tees exportiert hat, Sri Lanka und China gut
1/5.

Abb. 19: Verteilung der weltweiten Tee Exporte, 2010 Abb. 20: Kenias Exportpartner für Tee (in %),
2005 - 2010

Quellen: United Nations Development Programme: Greening the Kenya Tea Industry and the Road to Durban - COP 17
und Monitoring African Food and Agricultural Policies (MAFAP); MAFAP POLICY BRIEF #5; June 2013

44
Über 84% des kenianischen Tees werden über die Mombasa Teebörse verkauft, das zweitgrößte Tee Auktions-Zentrum
der Welt. 10% werden direkt über private Verhandlungen an Tee Importeure der ganzen Welt verkauft.

Die Abnehmermärkte reduzieren sich auf einige wenige, vor allem Pakistan, Ägypten, das Vereinigte Königreich,
Afghanistan, Jemen und den Sudan (Siehe Abb. 20). Zu dieser Abhängigkeit von wenigen Ländern kommt die
Abhängigkeit von den wenigen Großabnehmern: Es gibt weltweit nur sieben Unternehmen, die 85% des
gesamten konsumierten Tees kontrollieren. Die meisten dieser sieben Unternehmen sind vertikal integrierte
Mulitnationals und haben einen großen Einfluss auf die gesamte nationale sowie internationale Wertschöpfungskette,
vom Produktionsstandort über Verpackung bis hin zum Einzelhandel. Allein sechs dieser Unternehmen kontrollieren 2/3
des gesamten Tees, der über die Mombasa Teebörse erworben wird und haben somit auch einen äußerst starken Einfluss
auf die Auktionspreise. Die größten Unternehmen im Teegeschäft sind Unilever (Lipton, Brook Bond, Elephant, PG Tips),
Associated British Foods (Twinnings), India‟s Tata Tea (Tetley), Van Rees (Teehändler) und James Finlay (Tee-
Verpackungsunternehmen).

Hinzu kommt, dass diese großen Unternehmen, den Tee in großen Mengen unverarbeitet aufkaufen, um ihn für die
Weiterverarbeitung, d.h. zum Mischen und Verpacken, in die Abnehmerländer exportieren. Diese stark wertschöpfenden
Prozesse machen ca. 80% des Einzelhandelspreises aus, der durch die Verlagerung dem Abnehmerland zugutekommt
und nicht dem Anbauland, wie z.B. Kenia.
BOX 1 Außerdem mischen diese Großkonzerne den
hochqualitativen kenianischen Tee mit anderen
Die “Ethical Tea Partnership (ETP) “ ist eine Vereinigung Teesorten, so dass die Qualität des Endprodukt
von 30 internationalen Teefirmen. Sie verfolgt das Ziel, die entsprechend vermindert ist. Das drückt
Teeindustrie entlang der Wertschöpfungskette in ihrer weiteren insgesamt den internationalen Teepreis ebenso
schliesslich auch des kenianischen Tees und
Entwicklung unter Nachhaltigkeitsaspekten zu unterstützen.
beeinträchtigt die Gewinnmarge für den Verkauf
des „Pure Kenyan Tea“.
Seit 5 Jahren arbeitet die ETP mit der Kenya Tea Development
Agency (KTDA) zusammen, um die Kleinfarmer bei der
So ist für kenianische Teeproduzenten die
Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Nachdem im
Herausforderung, bei sinkenden
Auftrag der ETP Energieaudits in ausgewählten Teefabriken Marktpreisen wettbewerbsfähig zu
durchgeführt worden sind, wurde nun im Juli 2014 eine bleiben. Die Sicherung der
Vereinbarung mit KTDA getroffen, um deren Fabriken zu helfen, Wettbewerbsfähigkeit der kenianischen
 Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz zu Teeindustrie ist eines der wichtigen
identifizieren und zu kommunizieren strategischen Ziele des Kenya Tea Board. Da
 Eine nachhaltige Brennholzversorgung sicherzustellen (z.B. Kenia mit 2500 kg/ ha/ Jahr bereits mit Abstand
Errichtung von Speichern, damit das Holz nicht zu nass ist die höchste Produktivität im Vergleich zu Sri
etc.) und Lanka (1600), Indien (1600 kg), Indonesien (ca
 Alternative Energieversorgungssysteme zu bewerten (Biogas, 900 kg) und China (700 kg) aufweist, ist die
Solar PV und Einsatz von Briketts aus Sägespänen) Teeverarbeitung die entscheidende
Eingriffsebene zur Senkung der
Wesentliche Instrumente sind neben Audits und der Produktionskosten: Denn während der auf der
entsprechenden Kosten-Nutzenanalyse von identifizierten Teeauktion Mombasa erzielbare Marktpreis
Maßnahmen vor allem die Durchführung von Trainings sowie die zwischen November 2012 und Mai 2014 von
Erarbeitung von Investitionsplänen. 368,11 USCent/ kg auf 219,52 USCent/ kg
gesunken ist, d.h. ein Fall von 40%!!15, steigen
Die AHK prüft zur Zeit, inwieweit sich deutsche Unternehmen die Produktionskosten für Tee in Kenia
sich stellenweise einbringen können. permanent.

Im Zeitraum 2005 – 2010 sind die Kosten von 4857 KSH/ Tonne auf 7190 KSH/ Tonne in die Höhe geschnellt. Schuld
daran sind Arbeitskosten, Preise für Dünger sowie Energiekosten: Zwischen 1998 und 2010 sind laut Tea Research
Foundation of Kenya (TRFK) die Arbeitskosten um 148% gestiegen; die Energiekosten haben dies mit einer
Steigerungsrate von 200% im gleichen Zeitraum noch übertroffen. Da die Energiekosten 30% der

15 Vgl. http://www.indexmundi.com/commodities/?commodity=tea&months=360

45
Gesamtproduktionskosten ausmachen, schlagen die hohen Energiepreise entsprechend zu Buche. Um diese zu
reduzieren, haben viele Teefabriken ihre Kesseltechnik von Kesselöl auf Holz umgestellt. Aber dieser Prozess ist wegen
der hierfür erforderlichen Abholzungen nicht unbedenklich, auch wenn inzwischen die Teefirmen eigene Baumplantagen
(mit schnell wachsenden Hölzern) anbauen. Eine Vereinigung der internationalen Teekäufer , die sog. „Ethical Tea
Partnership“ unterstützt inzwischen die kenianische Teeindustrie in Bezug auf die Energieeffizienz (s. Textkasten 1).

Insgesamt gibt es 107 registrierte Teeproduzenten in Kenia, zum einen große private Teefirmen wie Unilever und James
Finlays und zum anderen 63 Teefabriken, die unter der Kenya Tea Development Agency (KTDA) zusammengefasst sind.
Der Anteil der großen Plantagen, den sog. Tea Estates, am landesweiten Teeanbau beläuft sich auf 40%, während die
restlichen 60% auf die 560.000 Kleinbauern (sog. Smallholders) entfallen, die ihren Tee an die KTDA-Fabriken liefern.
Alle kenianischen Kleinfarmen unterliegen der gesetzlichen Verpflichtung, ihren Tee über die Kenya Tea Development
Agency (KTDA) zu vermarkten. Die KTDA ist eine im Jahr 2000 gegründete Vereinigung der kenianischen Teebauern,
deren Anteilseigner ausschließlich aus ca. 150 000 individuellen Teebauern besteht. Als privates Unternehmen
übernimmt die KTDA die Anbaukontrolle, bietet Dienste zum Erwerb von Betriebsmitteln wie Dünger oder
Erntemaschinen und organisiert das Einsammeln der Teeblätter sowie die Weiterverarbeitung und Vermarktung der
Produkte.

Die privaten großen Teeunternehmen in Kenia sind:

Tabelle 23: Private große Teeunternehmen, Kenia


Unternehmen Profil
Unilever ist der größte Teeproduzent in Kenia und hat 7 Teefabriken
landesweit. Es hat über 8.250 Ha and Land und beschäftigt ca. 12.500 Arbeitnehmer
in der Region Kericho. In Ostafrika hat es außerdem weitere Plantagen in Tansania
und ist zudem in Uganda, Tansania, Simbabwe,Sambia, Mosambique und Malawi
Unilever
tätig.

http://www.unilever.com/sustainable-living-2014/our-approach-to-
sustainability/responding-to-stakeholder-concerns/kericho-tea-estates/

In Kericho, im Osten Kenias produziert James Finlay jährlich ca. 23 Mio. Kg Tee und
beschäftigt 9.000 Arbeitnehmer. In 7 Fabriken wird der Tee verarbeitet.

James Finlay Die Firma ist die einzige in Kenia, die Instant-Tee herstellt. In dieser Fabrik wird im
Herbst 2014 eine 700 kW Biogas-Anlage in Betrieb genommen.

http://www.finlays.net/tea-estates/kenya

Eastern Produce Kenya betreibt sieben Teefabriken in Kenia, von denen fünf zur
eigenen Produktion gehören und zwei für externe Kunden laufen; Tee von 7.500
Eastern Produce
Kleinbauern und 7 eigenen Plantagen wird zu schwarzem Tee verarbeitet.
Kenya Ltd.

Quelle: http://www.easternproduce.com/tea/kenya
Williamson Tea Kenya Ltd. baute im Jahr 2013 auf über 2.100 Ha Farmland Tee an
und produzierte fast 16,5 Mio. Kg Tee. Es operiert in Kenia an den Standorten
Williamson Tea Changoi, Kapchorua, Kaimosi und Tinderet.

Die F irma hat jüngst in eine 1 MW Solar PV Anlage investiert.


Weitere  Sasini (Teil der SAMEER Group): hat 4 Teeplantagen und 2 Teefabriken
 Nayayo Tea Zones Development Corp : hat 2 Teefabriken (Kipchabo and
Gatitu); Kipchabo factory is designed as a three line factory with an annual capacity
of 18 Mio. kg of green leaf (4 Mio. kg of made tea) per year

46
 Nnandi Tea Estates: ca 1000 ha eigene Plantagen, mit denen 4 Mio. kg Tee
(CTC) jährlich verarbeitet werden, das sind 2/3 des gesamten verarbeiteten Tees
der Nandi Fabrik. Der Rest wird von „outgrowers“ geliefert.
 Ngorongo Tea Factory
 Igembe Tea Factory

Quelle: Energy Desk AHK Kenia, eigene Zusammenstellung, August 2014

Sektorstruktur Tansania

Mit 33.700 Tonnen Tee (2012/2013) ist Tansania nach Kenia, Malawi und Uganda Afrikas viertgrößter Teeproduzent; in
den Jahren 2001/02 wurden lediglich 26.000 Tonnen produziert. Die Anbaufläche beläuft sich auf insgesamt 22.720 ha
und verteilt sich im wesentlichen auf drei Regionen, nämlich Southern Highlands, North East Zone und North West
Zone.

Der Tee wird zu 67% (2012/13) von großen Teeplantagen produziert, die 50% der Anbaufläche halten und im
Durchschnitt mehr als 1000 ha jeweils halten; die restlichen 33% werden von Kleinfarmern angebaut und produziert, die
im Durchschnitt weniger als 1 ha bewirtschaften. Die größten Hersteller sind Unilever (31% Marktanteil, 3 Fabriken),
Mufindi Tea (19% Marktanteil, 3 Fabriken), Kibena Ltd (9%) und Eutco (7%). Obwohl die Kleinfarmer ebenfalls 50% der
gesamten Anbaufläche in Tansania nutzen, stellen sie nur gut 1/3 der gesamten Teeproduktion her. Ein Grund ist die
unzureichende bzw. fehlende Bewässerung: Während der Ertrag pro Ha bei einer Tröpfchenbewässerung in Tansania
8500 kg/ ha und bei Sprinkleranlage 4000 kg/ ha erreichen kann, beläuft er sich bei fehlender künstlicher Bewässerung
(also „rain fed“) auf lediglich 500 kg/ ha! Schwierigkeiten für die Kleinbetriebe ergeben sich insbesondere auch aus
rückständiger Infrastruktur, d.h.vor allem schlechtem Strassennetzwerk und unzuverlässigen Transportmitteln, so dass
die frisch geernteten Blätter nicht rechtzeitig zu den Fabrikstandorten geliefert werden. Auch die schlechte
Stromanbindung mit unzuverlässiger Versorgung und regelmäßigen Stromausfällen ist für Kleinbauern ohne
Notstromaggregaten ein Hindernis.

Tabelle 24: Tee Produktion in Tansania von Juli 2012 bis Juni 2013

S/no. Unternehmen Fabrik KG


Estate Smallholder
1 G.D Estates Chivanjee 1,099,446 556,603
2 Watco Katumba 604,409 4,196,565
3 Dhow Merchantile Lupembe - -
4 Kibena Tea Ltd. Kibena 2,503,984 613,569
5 Mufindi Tea Co. Ltd. Luponde 1,080,863 112,102
6 Mufindi Tea Co. Ltd. Ikanga 17,331 1,215,822
7 Mufindi Tea Co. Ltd. Itona 2,983,799 1,058,156
8 Unilever Kibwele 2,795,387 14,938
9 Unilever Kilima 2,920,599 58,354
10 Unilever Lugoda 4,649,038 163,392
11 Kisigo Tea Co. Kiganga 193,717 662,498
12 Arc Mountain Estates Ambangulu 594,800 381,905
13 Balangai Tea Estates Dindira 349,060 370,251
14 Eutco Bulwa 742,280 17,295
15 Eutco Kwamkoro 1,443,090 274,809
16 Bbtc Marvera 202,903 46,532

47
17 Bbtc Herkulu 147,841 398,879
18 New Mponde Tea Co. Ltd. Mponde - 659,153
19 Kagera Tea Co. Ltd. Bukoba 397,080 173,616
TOTAL 22,725,627 10,974,439
Gesamt TOTAL 33,700,066
Quelle: Tea Board of Tanzania, 2014

Erwähnenswert ist, dass Unilever, die Nr. 1 in der tansanischen Teeproduktion, im Februar 2014 angekündigt hat, im sog.
„Southern Agricultural Grwoth Corridor“ (SAGCOT), einer für industrielle Landwirtschaft ausgewiesenen Fläche von 7,5
Mio. ha, investieren zu wollen. Damit soll die Teeproduktion der Fa. in Tansania um das Dreifache steigen.

Energieeinspar-Potenzial

Teeverarbeitung ist relativ energieintensiv: Trocknung, Grading und Verpackung erfordern 4-18 kWh/ kg fertigen Tees.
85% des Gesamtenergieverbrauchs entfällt auf thermische Energie und die restlichen 15% ist Strom. Die
energieintensivste Stufe ist die Trocknung.

Ein Energie-Audit in einer der KTDA-Teefabriken hat Folgendes ergeben:

Tabelle 25: Energiebedarf Teefabrik Abbildung 21: Stromverbrauch KTDA-Teefabrik


(kWh; Prozent)
Parameter
Kessel; Pumpen; Beleuch-
8,29 – 12,86 MJ/ kg Sortieren;
Spezifischer 200640; 17520; 1% tung;
fertigen Tees verpacken 32244; 1%
Energieverbrauch 8%
(2,3 - 3,6 kWh) 184800;
7%
80% thermische Energie Welken;
Energiemix 20% Strom Trockner; 1006080;
507840; 39%
54% Strom 20% CTC;
37% Brennholz 503040;
Energiekosten Fermenta-
8% Öl 20%
tion;
2% Diesel 113280;
4%
Stromverbrauch 2,6 Mio. kWh/ Jahr
Quelle: zusammengestellt aus Tea Factory Energy Audit
Report, March 2013 (vertraulich)

Strom hat zwar einen Anteil von nur 20% am gesamten Energieverbrauch, aber in Bezug auf die Energiekosten hat er
einen Anteil von über 50%. Der Großteil der Elektrizität (59%) wird in den Prozessstufen des Welkens (Withering) und
im CTC-Verfahren16 verbraucht.

Ein Problem für die betrachtete Teefabrik ist, dass sie sich am Ende einer Verteilungsleitung befindet und der Betrieb
daher stark durch Netzinstabilitäten und Spannungsschwankungen beeinträchtigt wird. Standby-Generatoren müssen
viele Stunden laufen.

16
Beim CTC-Verfahren (crush-tear-curl bzw. zerbrechen-zerreissen-rollen) werden die Blätter nach dem Welken mit einer
Dornenwalze aufgebrochen, bevor der Tee oxidiert wird. Durch das vorherige Aufbrechen der Zellwände muss der Tee nicht
mehr so lange in der Oxidationskammer bleiben

48
Nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Energieeffizienz-Maßnahmen, die im Rahmen des Audit-Berichts
empfohlen wurden:

Tabelle 26: Mögliche Energieeffizienz-Maßnahmen in einer Teefabrik, Kenia


Energieeffizienz-Maßnahmen Beschreibung
(Auswahl)
Die Teeblätter haben unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehalt
Drehzahlvariable Antriebe und die Raumtemperatur schwankt nicht zuletzt wegen der
(Ventilatoren/ Gebäse) in der Sektion des Abwärme; dem sich hieraus ergebenden schwankendem
Welkens (“Whistering”) Energiebedarf für das Welken der Blätter kann mit
drehzahlvariablen Antriebe Rechnung getragen werden
Zum Teil sind die Gebläse/ Ventilatoren 40 Jahre alt; rating:
Ersetzen der alten und 7,5 kW.
energieintensiven Ventilatoren
Isolierung des Kondensat-Tanks und
aller Dampf- und
Kondensatzsleitungen
Im Welk-Prozess muss der Feuchtigkeitsgehalt von ca. 80% auf
66% gesenkt werden. Der hierfür nötige Strombedarf/
Einsatz von Solarheizungen
Ventilatoren hängt stark von der Umgebungstemperatur ab;
diese kann durch Solarheizungen erhöht werden.
Ersetzen der konventionellen
Keilriemenantriebe (für Gebläse/
Ventilatoren) durch Sychron-
Riemenantriebe
Quelle: Zusammengestellt aus Tea Factory Energy Audit Report, March 2013 (vertraulich)

49
4.2.5. Hortikultur-Sektor

Sektorstruktur Kenia

Der Hortikultur-Sektor umfasst den Anbau von Gemüse, Obst, Nüssen und Blumen. Er ist wichtiger Sub-Sektor der
Landwirtschaft und trägt mit 21% zu den gesamten landwirtschaftlichen Exporten bei; die Landwirtschaft insgesamt
erwirtschaftet 30% des landesweiten BIP und ist Arbeitgeber für 80% der Beschäftigten in Kenia. Neben Hortikultur sind
die Milchwirtschaft und die Teeindustrie die Säulen der Landwirtschaft.

Abbildung 22:

Die Hortikultur-Wirtschaft entwickelt sich


Hortikultur-Produktion 2012 recht dynamisch: So ist die Produktion im
(Anteile an der wertmäßigen Produktion) Zeitraum 2010-2012 um 65% gestiegen,
nämlich von 7,6 Mio. Tonnen auf 12,6 Mio.
Sonstiges; Tonnen. Da im gleichen Zeitraum die
2% Anbaufläche nur um 15% gewachsen ist,
Blumen; 18% resultiert der Produktionszuwachs
Nüsse; 3% offensichtlich aus einem höheren Ertrag pro
Gemüse;
48% ha. Die Exporte sind wertmäßig zwischen
2010-2012 um 55% gestiegen.
Obst; 28%
Den größten wertmäßigen Anteil an der
Produktion hat Gemüse (48%), gefolgt von
Obst (28%) und Blumen (18%). In Bezug auf
das Gewicht (in Tonnen) verschiebt sich das
Bild: Während die Blumenproduktion nur
einen Anteil von 7% hat, betragen die Anteile
Quelle: HCDA and USAID, Horticulture validated Report 2012

von Gemüse und Obst 48% bzw. 41%.

Auch wenn sich der Hortikultur-Sektor gut entwickelt, muss er auf dem internationalen Markt mit wachsender
internationaler Konkurrenz kämpfen. So ist Ecuador zu einem starken Wettbewerber bei Schnittblumen
herangewachsen; Ägypten macht Kenia im Bereich grüner Bohnen und Süßkartoffeln vor allem auf dem EU-Markt
Konkurrenz. Herausforderungen, mit denen sich kenianische Farmer auseinandersetzen müssen, sind vor allem relativ
hohe Lohnkosten: Während die Arbeitskosten in Tansania ca. 1,4 USD/ Tag betrugen, mußten kenianische Farmer rd. 2,7
USD für eine Arbeitsstunde zahlen, also fast den doppelten Betrag. Berücksichtigt man, dass die Arbeitskosten 35-45%
Anteil an den gesamten Betriebskosten haben, sind die hohen Lohnkosten auf jeden Fall ein großer Wettbewerbsnachteil.
Der Übergang zu arbeitssparenden Produktionsweisen, z.B. durch Mechanisierung und Einsatz effizienter
Landmaschinen, wird daher immer wichtiger.

Dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt ist vor allem die Blumenindustrie, die fast ihre gesamte Produktion
exportiert. In 2012 wurden Blumen im Wert von 42,9 Mrd. KSH exportiert, das waren annähernd 50% aller Hortikultur-
Exporte.

BLUMEN

Die Blumenindustrie Kenias hat sich vor allem zwischen 1988 und 2009 stark entwickelt, wie auch Abbildung 23 zeigt.
Seitdem ist das Wachstum abgeflacht, mit jährlichen Wachstumsraten zwischen 1 -2%. In 2013 wurden 124.858 Tonnen
Blumen exportiert, ein Plus von 1,1% gegenüber dem Vorjahr. Ähnlich wird sich der Sektor auch in den nächsten 5 Jahren
entwickeln: Für diesen Zeitraum wird ein Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Blumen von 5% prognostiziert. Der

50
Blumensektor hat große volkswirtschaftliche Bedeutung: Nach Angabe des Kenya Flower Council sind ca. inzwischen eine
halbe Million Menschen in der Blumenindustrie tätig.

Abbildung 23: Kenias Blumenexporte

Quelle: German Energy Desk/ Badelt (2014), zusammengestellt auf Basis von Informationen auf der Website des Kenya
Flower Council, http://www.kenyaflowercouncil.org/index.php/2013-03-24-08-12-08/floriculture-in-kenya

Mehr als die Hälfte der Blumen sind Rosen. In Deutschland strammt mittlerweile jede dritte Valentinsrose aus Kenia. In
2012 wurden insgesamt 83.990 MT Rosen auf einer Fläche von 2.164 ha geerntet.

Insgesamt gibt es in Kenia ca. 150 registrierte Blumenfarmen, davon sind 50% (d.h. genau 72) Mitglied beim Kenya
Flower Council. Ca. 50% der Blumenfarmen befinden sich in internationaler Hand, die meisten Besitzer stammen aus
den Niederlanden und Großbritannien, sowie nachrangig aus Israel und Südamerika. Daneben gibt es Tausende von
kleinen „outgrowers“. Der Sektor zieht immer noch neue Investoren an, sowohl ausländische als auch inländische.
Relativ solide Infrastruktur, günstiges Klima ebenso wie recht produktive lokale Arbeitskräfte sind die am meisten
genannten Gründe. Ausserdem gibt es etliche bestehende Farmen, die die Anbaufläche für Blumen auszuweiten planen,
wie Gespräche mit einigen Farmen ergeben haben. In Gebieten wie Naivasha und Nakuru sind die Farmen recht stark
untereinander vernetzt, was von Technologieanbietern bei der Verbreitung ihrer Lösungen genutzt werden kann bzw.
sollte.

Angesichts der Bedeutung des Sektors für die kenianische Volkswirtschaft wird viel getan, um international
wettbewerbsfähig zu sein. Viele Blumenfarmen müssen Anforderungen besonders von europäischen Käufern an eine
saubere, „grüne“ Lieferkette, einschließlich der Einhaltung von sozialen und umweltfreundlichen Standards, gerecht
werden. Daher hat der Kenya Flower Council einen „Code of Conduct“ mit einem entsprechenden Auditierungs- und
Zertifizierungswesen eingeführt. Der vom Kenya Flower Council (KFC) eingeführte „Code of Practice“ und die
entsprechende Zertifizierung von Farmen ist inzwischen international anerkannt; laut diesem Verhaltenskodex werden
regelmäßig u.a. das Human Ressource Management (Sozialstandards), die Hygieneverhältnisse, landwirtschaftliche
Praktiken, Produkt-Qualitätsmanagement, Umweltfreundlichkeit etc. überprüft. In diesem Zusammenhang wird mittels
einem „Carbon calculator“ der Carbon Footprint von einzelnen Blumenfarmen erfasst. Hiermit wird das Bewußtsein für
klimafreundliche Produktion geschärft und ein guter Nährboden für das Thema Energieeffizienz geschaffen.

Die Blumenfarmen haben hohe Management-Standards erreicht und bewegen sich auf recht hohem technischem Niveau;
viele nutzen computergesteuerte Tröpfchen-Bewässerung und Belüftungssysteme für ihre Treibhäuser, Dünger-
Recycling-Systeme, Abwasserbehandlungsanlagen etc. Mehr und mehr Blumenfarmen erwägen auch, in erneuerbare
Energien zu investieren. Auf 2 Rosenfarmen (Simbi Roses und P.J. Dave) wurden Biogasanlagen mit einer Kapazität von
60 bzw. 100 kW als Pilotprojekt und auch mit Bezuschussung durch die kenianische Regierung installiert; seit 2 Jahren

51
zeigen Rosenfarmen zunehmendes Interesse an Solar PV: Uhru (72 kW), Tambuzi (60 kW), Timaflor und Olij (100 kW)
haben in entsprechende Systeme investiert.

GEMÜSE & OBST

Gemüse und Obst machen 76% an der wertmäßigen Produktion und sogar 89% an der mengenmäßigen Produktion
(Tonnen) im gesamten Hortikultur-Sektor aus. Allerdings werden nur ca. 2-3% exportiert. Führende Exportgemüse sind
Brechbohnen und Zuckerschoten; Exportfrüchte sind vor allem Mangos, Avocados und Passionsfrüchte.

Abb. 25: Export Gemüse und Obst (in kg)

Abb. 24: Gemüse- und Obstproduktion 300


(in Mio. MT)
250
79
8 78,4 65,4
6,1 200

in Mio.
5,3 32,5
6 4,6 150 37,1 45,1
4,6 35,7
38,3 30,6
4 2,8 2,9 100

50 123,8 103,4
2 92,2
0
0 2010 2011 2012
2010 2011 2012 Gemüse, frisch Gemüse, verarbeitet
obst, frisch Obst, verarbeitet
Gemüse-Produktion Obst-Produktion

Quelle: HCDA/ Ministry of Agriculture, Horticulture validated report, 2012

Die Gemüseproduktion ist zwischen 2010 und 2012 um 14% auf 6,1 Mio. MT angestiegen. Kartoffeln, Tomaten, Kohl,
Süßkartoffeln und Grünkohl allein machen hiervon 89% aus. Von den 134.000 Tonnen Gemüseexporten sind 23%
verarbeitetes Gemüse.

Tabelle 27: Gemüse-Produktion in Kenia, nach Gemüsearten (in `000 MT)


2010 2012 Wachstum
2012/2011
Kartoffeln 2.725 2.915 + 23,3%
Kohl 761 684 +14,6%
Tomaten 375 397 -1%
Süßkartoffeln 311 365 +21,7%
Grünkohl 354 367 +6,1%
Erbsen (Garden peas) 108 234 +134%
Grüner Mais 4 111 +2200%
Karotten 69 95 +30,1%
Brechbohnen 37 44 +10%
Stangenbohnen 5 31 +675%
Butternut 7 21 +200%
Süßer Pfeffer 6 17 +183%
TOTAL 4.660 5.313 + 14%
Quelle: HCDA/ Ministry of Agriculture, Horticulture Validated Report 2012

52
Die Obstproduktion hat sich im Zeitraum 2010 – 2012 fast verdoppelt, von 2.848.028 MET auf 5.236.365 MET.
Besonders hierzu beigetragen hat der Produktionszuwachs bei den Mango: Während in 2010 noch 593.499 MET lediglich
geerntet wurden, waren es im Jahr 2012 2.781.706 MET. Das sind fast 50% der gesamten Obstproduktion.

Tabelle 28: Obst-Produktion in Kenia, nach Obstarten


2010 2011 2012 Wachstum
2012/2011
Mango 593.499 636.535 2.781.706 +337%
Bananen 1.253.494 1.197.988 1.394.412 +16,4%
Ananas 328.219 371.310 465.938 +25,5%
Avocado 202.294 201.478 186.292 -7,6%
PawPaw 98.144 118.372 117.903 -0,4%
Orangen 101.853 125.531 98.342 -21,7%
Melone 57.400 66.196 86.833 +31,2%
Passionsfrucht 104.437 122.362 37.634 -69,3%
TOTAL 2.768.435 2.848.028 5.236.365 +83,9%
Quelle: HCDA/ Ministry of Agriculture, Horticulture Validated Report 2012

Laut FPEAK gab es eine Konzentration bei den Gemüsefarmen und –produzenten: Hatten die Kleinfarmer bis vor 2
Jahren noch einen Anteil von 70%, ist dieser Anteil auf 30% gesunken. Gemüsefarmen unter 10 ha gibt es immer
weniger. Große Farmen wie East Africa Growers (EAC) ziehen vor, mit „outgrowers“ mit einer Anbaufläche von 10 ha
zusammenzuarbeiten. Grund dafür ist, dass sich bei größeren leichter internationale Standards – genannt wird vor allem
die Höchstmengen für Pestizidrückstände MRL - einführen lassen.

Führende Gemüsefarmen sind: East Africa Growers (insgesamt 250 MT Produktion/ Woche in der Hochsaison), Vegpro,
AAA Growers mit 30 MT/ Tag auf einer Fläche von 650 ha und KHE (Kenya Horticulture Exporters).

Sektorstruktur Tansania

Tansanias Hortikultur baut auf einer Gesamtfläche von 50.000-100.000 ha Feldfrüchte und Blumen an und hat eine
jährliche Produktion von ca. 1,3 Mrd. Tonnen. Während der vergangenen fünf Jahre hat der Sektor einen deutlichen
Wachstumsschub mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 9-12% pro Jahr erhalten.

Abbildung 26: Hortikultur-Produktion Abbildung 27:

Anteil an Hortikultur-Produktion, 2012


3.000.000
2.500.000
Blumen
2.000.000
Blumen 1%
1.500.000
1.000.000 Gemüse Gemüse
500.000 28%
0 Obst
Früchte
71,40%
71%
Quelle: Draft Investment potential for Horticultural &
Floricultural Industry, 2013

53
Exporteinnahmen sind in Tanzania von 10 Mio. USD in 2000 auf rd. 50 Mio. USD in 2006/07 und 130 Mio. USD in 2011
gestiegen. Allerdings spielt Tansania immer noch eine weit kleinere Rolle im Exp0rt seiner Hortikultur-Produkte als
Kenia: So gehört Tansania zwar in Bezug zum Beispiel auf Frisch-Gemüse zu den weltweit führenden 20 Produzenten
(China und Indien ausgenommen), ist aber nicht unter den führenden 20 Exporteuren in diesem Bereich, während Kenia
der 8-größte Exporter von Frisch-Gemüse ist, obwohl das Land nicht unter den Top-Produzenten zählt. Tansania
erwirtschaftet lediglich 10% der Exporteinnahmen von Kenia.

Hauptproblem ist in diesem Zusammenhang, dass die Vielzahl der Kleinfarmer, die den Markt dominieren, keinen
ordentlichen Marktzugang haben. So gibt es zum Beispiel ein riesiges Infrastrukturdefizit, das die Transportwege
verlängert und die Kosten erhöht: Trotz der guten Flugverbindungen von Kilimanjaro und Dar es Salaam nach Europa
und dem Nahen Osten werden ca. 80% der gesamten Hortikultur Export-Produkte über Kenia transportiert, weil die
Flüge aus Tansania unzuverlässig sind und der Transport über Kenia außerdem günstiger ist. Außerdem beträgt die
Minimumfracht für Exporte in die EU 40 Tonnen; eine sehr hohe Zahl, die kleine und mittelständische Anbieter nicht
liefern können und deshalb auf kommerzielle Fluganbieter ausweichen müssen. Ein weiteres Hindernis ist der Mangel an
Finanzierungsmöglichkeiten. Hortikultur gilt generell als hohes Risiko, weshalb viele Bauern nur selten Darlehen
bekommen, bzw. diese zu sehr unvorteilhaften Bedingungen mit kurzen Lauf- und Tilgungszeiten und hohen Zinsraten
abschließen.

Um den Kleinbauern bei der Entwicklung ihrer Farmen zu unterstützen, den Zugang zu Krediten und letztlich auch zum
(Export-)Markt zu erleichtern, wird der Ansatz von der Regierung und den internationalen Gebern gefördert, dass private
Unternehmen Farmer-Gruppen bilden, die Kleinbauern in Anbautechniken und –praktiken trainieren, ihnen Zugang zu
Krediten und Fazilitäten wie Speichern und Kühlräumen verschaffen; im Gegenzug verpflichten sich die Kleinbauern ihre
Produkte alle an das Unternehmen zu verkaufen und zu liefern. Eines dieser tansanischen Privatunternehmen ist
HomeVeg (http://www.homevegtz.com/about_us.html) .

Obst hat mit mehr als 70% den größten Anteil an der Produktion im Sektor; Blumen, die in Kenia mit 7% zur Produktion
beitragen, spielen in Tansania mit 1% Anteil in Tansania eine nur geringe Rolle, haben aber ganz im Gegensatz zum
Gemüse und Obst mit 75-85% einen sehr hohen Exportanteil. Zurzeit noch kleinere, aber mit Wachstumspotential
versprechende Abnehmerländer sind die USA, Japan und der Nahe Osten.

Der Blumensektor wird hauptsächlich von holländischen Unternehmen dominiert und beschäftigt direkt und indirekt ca.
20.000 Arbeitnehmer. Tabelle 29 zeigt einige der führenden Blumenproduzenten in Tansania.

Tabelle 29: Führende Blumenproduzenten, Tansania (Auswahl)

Anbaufläche
Firma Eigentümer Gründungsjahr Produkte
(in ha)
Holland (Basitan
Tanzania Flowers Ltd 21 1980 Cut Flower Roses
Bruins)
Austria (Herwiq
Mount Meru Flowers 15 1998 Cut Flower Roses
Tretter)
Dekker Bruins Holland (Dekker &
18 2001 Flower cuttings
Kilimanjaro Bruins Family)
Tanzania Flowers - Holland (Bastian
15 2006 Cut Flower Roses
Dolly Bruins)
Holland (Dekker & Flower cuttings
Dekker Bruins (T) 18 1998
Bruins Family) (Chrysantheum)
Holland (Dekker &
Dekker Bredding 0.334 2003 Cuttings
Bruins Family)

54
Cut Flower Roses, Fillers,
Kiliflira (Nduruma) Share Holders 53 1993
Flower Nursery
China, England and Cut Flower Roses, Fillers,
Kiliflira (Loliondo) 53 1993
Holland (Share Holders) Flower Nursery
Fides Tanzania Ltd. Holland (Private) 8 2005 Flower cutting
Vegetable seeds
Q-SEM Ltd. Belgium (Private) 8 2002 (Cucumber, tomato and
pepper)
Tanzania (Share
Arusha Blooms 15 1996 Cut Flower Roses
Holders)
Quelle: Tanzania Plantation and Agricultural Worker Union (TPAWU): Action Research Report: Factors Affecting
Labor Conditionsin Horticulture, 2011

Energieeinspar-Potenzial

Die spezifische Energieintensität variiert von Blumenfarm zu Blumenfarm sehr stark: Nachfolgende Tabelle zeigt die
Energieverbräuche von 4 verschiedenen Farmen, deren Namen vertraulich behandelt werden müssen.

Tabelle 30: Energieverbrauch auf ostafrikanischen Blumenfarmen

Farm Energieverbrauch Produktion Spezifischer Anm.


Energieverbrauch
Farm 1 1.902,73 GJ/ Jahr 60.489.727 8,74 kWh/ 1000
d.h. 528.756 kWh/ Jahr Stämme/ Jahr Stämme

(Strom und Diesel)


Farm 2 511.292 kWh/ Jahr 32.394.564 15,8 kWh/ 1000
Strom Stämme/ Jahr Stämme (nur Strom)

10.497 Liter Diesel/ Jahr


Farm 3 1.071.588 kWh/ Jahr 10.863.936 98,6 kWh/ 1000
Strom Stämme/ Jahr Stämme (nur Strom)

0,63 GJ/ 1000 Stämme


(Strom und Diesel)
Farm 4 731.789 kWh/ Jahr 50.400.000 14,5 kWh/ 1000
(Strom und Diesel) Stämme/ Jahr Stämme (Strom und
(140.000 pro Tag) Diesel)
641.564 kWh/ Jahr Strom
90.225 kWh/ Jahr
Strom equivalent Diesel
Quelle: Zusammenstellung und eigene Berechnungen aus 4 Energie-Audit-Berichten (vertraulich), August 2014

So variiert der spezifische Energieverbrauch im wesentlichen zwischen 8,7 kWh bis zu 15 kWh/ 1000 Stämme; die 98
kWh/ 1000 Stämme fällt extrem aus dem Rahmen. Eine wesentliche Ursache für diese großen Unterschiede wird am
nötigen Pumpenaufwand für die Wasserversorgung und der Wasseraufbereitung gesehen, der offenbar sehr
unterschiedlich ist. Bei kleineren Farmen können die Pumpen um die 77% des gesamten Stromverbrauchs ausmachen;
auf größeren Farmen (mit Treibhäusern) tragen Pumpen mit ca. 40% zum Stromverbrauch bei, gefolgt von den
Ventilatoren für die Treibhäuser (33%).

55
Abbildung 28:

EnergieeinsparMaßnahmen werden laut mehrerer


Energie-Audit-Berichte vor allem im Einsatz
energieeffizienter Motoren, effizienter
Bewässerungspumpen, im Einsatz von
drehzahlvariablen Antrieben in Bewässerungs- und
Düngesystemen sowie im Einsatz von LED-
Lichtsystemen gesehen.

Ein Audit auf der Farm2 hat ergeben, dass allein durch
solche recht einfachen Maßnahmen 254.000 kWh von
insgesamt 511.292 kWh/ Jahr eingespart werden
können, d.h. knapp die Hälfte.

Quelle: Investment Grade Energy Audit Report (vertraulich), Oktober 2012

Tabelle 31: Empfohlene Energieeffizienz-Maßnahmen auf einer Blumenfarm (Farm 2, s.o.)


Potential Estimated
Savings
Maßnahme annual energy investment cost Payback period
(Kshs p.a)
savings (kWh) (ksh)
Optimierung der Pumpen
(Einsatz hoch effizienter
119.149 1.463.500 2,8 Mio. 23 Monate
Pumpen, Stop Leckagen,
1 Laststeuerung etc.)
Ersetzen von 250 W
Qucksilberdampf-
Sicherheits- und 41.333 499.113 930.000 22 Monate
Strassenleuchten durch 50W
2 LED-Leuchten
Ersetzen von T8
Leuchtstofflampen durch T5
Lampen; Ersetzen von
35.957 414.500 845.000 24 Monate
elektromagnetischen
Vorschaltgeräten durch
3 elektronische
Ersetzen von Standard
Motoren durch 2 Premium- 16.681 189.598 392.000 25 Monate
4 Effizienz-Motoren
Steuerung der Treibhaus-
Ventilatoren (mit 12.711 164.362 286.000 21 Monate
5 Feuchtigkeitskontrolle)
GESAMT 253.494 3.086.703 6.128.630 24 Monate
Quelle: Investment Grade Energy Audit Report (vertraulich), Oktober 2012

47% aller erfassten Einsparungen lassen sich durch Optimierung der Pumpensysteme realisieren. Auf mehreren
Blumenfarmen wurde festgestellt, dass die Effizienz von Bewässerungssystemen bei lediglich 10% liegt, obwohl sie 65%
betragen sollte. Die Amortisationszeit aller Maßnahmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von gut 60.000 EURO
liegt bei rd. 2 Jahren.

56
Auf anderen Farmen wie der Farm 4 aus Tabelle X ergibt sich ein ähnliches Bild: Hier kann der Stromverbrauch durch
kleinere Auslegung von Pumpen und die Installation drehzahlvariabler Antriebe in den Pumpensystemen um 267.150
kWh jährlich reduziert werden, d.h. um 37% des gesamten Verbrauchs gesenkt werden. Hier zahlen sich die Maßnahmen
bereits nach 3-4 Monaten aus.

4.2.6. Zementindustrie

Sektorstruktur Kenia

Kenia produziert jährlich annähernd 6 Mio. MT Zement, Tendenz steigend: Zwischen 2006 – 2012 ist die Produktion um
durchschnittlich 11,6% p.a. gewachsen, von 2,4 Mio. Tonnen auf 4,6 Mio. Tonnen.

Abbildung 29:
Laut Standard Investment Bank (Abb. 29) wird mit
einem relativ stetigen Wachstum von jährlich sogar
15% gerechnet.Die steigende Nachfrage ergibt sich
zum einen aus der stark wachsenden Mittelklasse,
die sich einem Wohnungsmangel gegenübersieht.
Zum anderen treibt der öffentliche Sektor immer
mehr den Zementkosnum an, der Anteil ist von 5%
in 2005 auf inzwischen 25% angestiegen. Hierzu
tragen Großprojekte in der Infrastruktur erheblich
bei, zum Beispiel Strassenbau, Ausbau von Häfen
etc.

Quelle: Standard Investment Bank, East Africa Cement Sector, Juni 2012

Kenia ist Ostafrikas größter Exporteur von Zement: Im Jahr 2012 wurden 748,4 Mio. Tonnen, d.h. 16% des produzierten
Zements, exportiert. Absatzmärkte sind vor allem Uganda (472 Mio. Tonnen) und Tansania (88 Mio. Tonnen).

Tabelle 32: Marktanteile von Zementunternehmen


Die Marktstruktur ändert
Kenya Shareholder Marke 2005 2011 2015 sich seit 2008 erheblich.
Bamburi Lafarge 58% Nguvu 55,0% 40,5% 38,0% Während bis 2008 der Markt
East African Regierung Kenia Blue sehr eindeutig von
Portland Cement 52,3%; Lafarge Triangle multinationalen Zement-
Company 41,7% 38,4% 24,0% 18,0% giganten, mit Lafarge an der
Rhino Spitze, beherrscht wurde,
Athi River Paunrana family wird die Zunahme von
Mining(ARM) 45,9% 6,6% 15,5% 16,0% Produktionskapazitäten
Mombasa Cement Tororo cement Nyumba 13,0% 14,0% immer mehr von neuen
National Cement Devki Group Simba 7,0% 4,0% Marktakteuren getrieben.
40% Savannah Savannah
heights; 40% Quelle: Standard Investment
Savannah Cement Chinese Wan-Ho 10,0% Bank, East Africa Cement
Sector, Juni 2012

57
Tabelle 32 ist zu entnehmen, dass der Marktanteil von Bamburi (zu 58% von Lafarge gehalten) zwischen 2005 und 2011
von 55% auf 40,5% gesunken ist. Mombasa Cement, National Cement und Savannah Cement sind neu in den Markt
eingetreten. Es wird erwartet, dass der Anteil dieser neuen, lokalen Marktakteure im Jahr 2015 auf rund 30% anwachsen
wird. Darunter ist Mombasa Cement der grösste, nicht-gelistete Marktplayer. Tendenziell beschränken sich die lokalen
Unternehmen auf die Errichtung von Klinkermühlen (grinding mills) statt in komplett integrierte Zementwerke zu
investieren. So wurden die Mahlkapazitäten zwischen 2007 – 2011 um 66% ausgebaut, während die
Klinkerproduktionskapazität lediglich um 32% gewachsen ist. Das bedeutet, dass die lokalen Zementunternehmen zum
großen Teil Klinker importieren.

Abbildung 30: Zementproduktion, Kenia

Angesichts des stärkeren Wettbewerbs wird erwartet,


dass die Gewinnmargen fallen werden, die im Zeitraum
2008-2011 mit durchschnittlich 27 % (EBITDA) üppig
ausgefallen waren, aber auch schon gefallen sind (z.B.
für EAPV von rd. 30% auf 20% zwischen 2007-2011, für
Bamburi sogar von über 45% auf ca. 28%!). Der
wachsende Wettbewerb baut allmählich Druck auf, die
Effizienz in der Produktion zu verbessern und somit die
Produktionskosten zu senken.

Da die Zementindustie grundsätzlich eine der


energieintensivsten Sektoren einer Volkswirtschaft ist –
Quelle: Standard Investment Bank, East Africa Cement Sector, Juni 2012

Energiekosten haben einen Anteil von rd. 40% an den Gesamtproduktionskosten – spielt das Thema der Energieeffizienz
für die Erhöhung der Produktionseffizienz natürlich eine entscheidende Rolle.

Sektorstruktur Tansania

Abbildung 31:
Die tansanische Zementindustrie ist um rd. 50% kleiner
als in Kenia: Die Kapazitäten belaufen sich auf ca. 3
Mio. MT pro Jahr; tatsächlich produziert wurden im
Jahr 2011 aber nur 2,24 Mio. Mt, was einer Auslastung
von 74.5% entspricht, ähnlich der Situation in Kenia.

Da die Kapazitäten teils um 20% (2010) – 29% (2009)


ausgebaut wurden und der Verbrauch aber nicht in
gleicher Weise zugenommen hat, konnte die
Abhängigkeit von Zementimporten drastisch reduziert
werden: von 27% im Jahr 2009 auf knapp 11% im Jahr
2011, was aber immer noch wesentlich höher ist als die
Importrate im Nachbarland (1,5%).

Quelle: Standard Investment Bank, East Africa Cement Sector, Juni 2012

58
Tabelle 33: Marktanteile führender Zementfirmen
Tanzania Shareholder 2005 2011 2015 Tansania hat inzwischen 4 große
Tanzania Portland Heidelberg cement Zementhersteller, Marktführer mit ca.
Cement Company (69%), 30% Regierung 40,0% 42,8% 35,0% 42,8% Marktanteil ist die Tanzania
(Twiga) Tansania Portland Cement Company, einer
Holcim (62%), 35,4% Tochtergesellschaft des deutschen
Konzern HeidelbergCement. Lafarge ist
Tanga Streubesitz; 2,1% 40,0% 36,4% 31,1%
über die Mbeya Cement Company Ltd.
Belegschaft
ebenfalls in Tansania vertreten, sowie
Mbeya Lafarge 20,0% 11,8% 8,7%
die Tanga Cement Company Ltd., deren
Athi River Mining Paunrana Family 0,0% 0,0% 22,4% größter Shareholder Holcim aus
Imports 0,0% 9,0% 2,8% Mauritius ist.
Quelle: Standard Investment Bank, East Africa Cement Sector, Juni 2012

Diese 3 internationalen Zementfirmen haben mit dem Markteintritt des kenianischen Unternehmens Athi River
Mining in 2012 Marktanteile verloren: In 2012 gingen Klinkermühlen mit einer Gesamtkapazität von 1,75 MT/Jahr in
Betrieb; eine weitere Anlage mit 1,2 MT/Jahr wurde in Tanga errichtet. Es wird erwartet, dass der Marktanteil von ARM
in 2015 22-25% erreichen wird. In 2015 wird ein weiterer Akteur den etablierten Firmen Konkurrenz machen: Dangote
Cement aus Nigeria wird in den nächsten Monaten mit 3 Mio. Tonnen/Jahr Zementproduktion an den Start gehen.
Angesichts der für die gesamte ostafrikanische Region erwarteten Nachfragesteigerung nach Zement – für den Bausektor
wird ein jährliches Wachstum von 13 % erwartet – bauen auch die etablierten, internationalen Unternehmen ihre
Kapazitäten aus: Tanga Cement Company will im ersten Quartal 2015 eine neue Klinkerproduktionsstätte in Betrieb
nehmen, um seine Mühlen, die zuletzt in 2010 um 73% auf eine Kapazität von 1,3 MT/ Jahr erweitert wurde, besser mit
eigenem Klinker versorgen zu können. HeidelbergCement bzw. Tanzania Portland Cement Company (TPCC) wird
Ende 2014 eine weitere Zementmühle mit einer Kapazität von 700.000 Tonnen fertigstellen; damit wird die das
Unternehmen in der Lage sein, pro Jahr 2 Mio. Tonnen Zement zu produzieren. Last but not least: Mbeya Cement
Lafarge Tanzania , der kleiner Player im Sektor, erweitert bis zum 2.Quartal 2015 seine bestehenden Kapazitäten von
700.000 Tonnen/ Jahr um eine weitere Mühle.

Ähnlich wie in Kenya verzeichnen auch die tansanischen Zementwerke sinkende Gewinnmargen. Betroffen ist vor allem
TANGA, deren Netto-Profitmarge von 25% in 2009 auf 9,5% in 2011 gesunken ist. TPCC kann sich der größten Gewinne
erfreuen und die Marke ist im gleichen Zeitraum nur geringfügig von 26,8 auf 23,3% gesunken. Dies mag daran liegen,
dass sich die Kosten pro Tonne Zement bei TPCC lediglich auf 80,4 USD (cash cost) belaufen, während Tanga und ARM
Werte von 131 bzw. 132,9 aufweisen.

Auch in Tansania verursacht die Energieversorgung den Zementunternehmen Kopfzerbrechen: Zum einen hat die
Branche von 2012-2013 unter 1782 registrierten Strom-Rationierungen gelitten (Abschaltungen/ Lastabwürfe etc.). Und
trotz heftigen Widerstands sind auch für Zementfirmen die Stromtarife um rd. 40% am 1.1.2014 gestiegen: TWIGA
Cement, das mehr als 66.000 kWh verbraucht und direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen ist (/T3-HV), zahlt
inzwischen 159 TSH (9,8 USCent)/ kWh statt 106 TSH (6,5 USCent), eine Steigerung um sogar 50%! Demzufolge sind
die Zementwerke für alle Alternativen offen, die halfen, die Energiekosten zu senken.

TWIGA Cement investiert in eine 5 MW-Solar PV-Anlage; TANGA Cement hat ein eigenes Umspannwerk errichtet, um
direkt 40 MVA von TANESO zu beziehen und damit die vielen Unterbrechungen auf der Ebene 20 MVA zu vermeiden.
Darüber hinaus ist man offensichtlich auch an Investitionen interessiert, die die Energieeffizienz (wie auch
Produktionseffizienz) steigern: So hat Tanga Cement bei der deutschen Firma LOESCHE 2 Vertikalmühlen in Auftrag
gegeben17, die im Laufe von 2014 geliefert werden.

17 Vertikalmühlen verbrauchen durchschnittlich nur 50% der Energie, die Kugelmühlen erfordern.

59
Energieeinspar-Potenzial

Die spezifische Energieintensität liegt bei einem lokalen kenianischen Zementmahlwerk laut Energie-Audit bei
durchschnittlich 36,99 kWh/ MT Zement.

Der größte Teil des Stroms wird im ausgewählten Zementwerk von der Kugelmühle verbraucht: Bei einer Gesamtlast von
4, 07 MW trägt diese 3,3 MW bei, also 80%. 5,2% der Gesamtlast entfällt auf den Sichter zur Mahlguttrennung (213,2
KW). Die restlichen knapp 15% der Last verteilen sich auf Kompressoren, BDC Ventilatoren und andere elektrische
Anlagen und Geräte.

Tabelle 34: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Zementmahlwerk (Auswahl)


Potential Return on
Savings Estimated investment Payback
Maßnahme annual energy investment
(Kshs p.a) cost (ksh) period
savings (kWh) (%)
Geringfügig, da
Maßnahme in
Einführung eines Kooperation mit
3,2 Mio. 39 Mio.
Algorithmus in die Software-Anbieter
Software zur durchgeführt werden
1 Prozesssteuerung kann
Antriebssystem mit
12
variabler Frequenz 80.000 1,2 Mio. 1,2 Mio. 237%
Monate
2 für Ventilator
Antriebssystem mit
variabler Frequenz 32
116.560 1,75 Mio. 5,7 Mio. 54%
für Kompressor Monate
3 (Packaging)
Quelle: Energie-Audit-Bericht, Dezember 2011 (vertraulich)

Die größte „low-hanging-fruit“ ist die Verbesserung der Prozess-Steuerung (Einführung eines zusätzlichen Algorithmus):
Hierdurch lassen sich 3,2 Mio. kWh pro Jahr einsparen, was 10% des gesamten Stromverbrauchs entspricht. Die
Maßnahme kann in Kooperation mit dem Software-Anbieter durchgeführt werden und erfordert weder Investitionen in
Hardware noch ein neues Steuerungssystem. Andere Energieeffizienz-Maßnahmen wie der Einsatz von Antriebssystemen
mit variabler Frequenz sind bei weitem nicht so bedeutsam (Einsparungen von weniger als 1 %).

Mit Blick auf internationale Benchmarks und best-verfügbare Technologien stellt sich die Frage nach (weiteren)
prozessspezifischen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Im Zusammenhang mit dem Mahlwerk sind hier
vor allem der Einsatz von Hochdruck-Walzpressen und von Hochleistungs-Sichtern zu erwähnen: In kenianischen
Zementunternehmen (Mahlwerken) werden laut Recherchen hauptsächlich noch Kugelmühlen eingesetzt. Laut LBNL
verbrauchen diese bis zu doppelt so viel Energie wie Hochdruck-Walzenpressen. Bei 3.900cm2/gm (Blaine) zum Beispiel
verbraucht eine Kugelmühle 35,2 kWh/Tonne, während sich der Energieverbrauch bei einer Vertikalmühle auf nur 18,3
kWh beläuft. Darüber hinaus kann die Energieeffizienz erheblich auch durch Hochleistungs-Sichter gesteigert werden:
Hier können 6 kWh/ Tonne Zement eingespart werden, so haben offenbar Studien in Großbritannien ergeben18. Bei
einem spezifischen Energieverbrauch von rd. 36 kWh entspräche dies in einem kenianischen Zement-Mahlwerk 16,7%!.
Eine Möglichkeit, weitere 5-10% der Energie im Mahlwerk einzusparen, besteht schliesslich in verschleiss-robusterem
Material bei den Kugeln wie auch bei dem Mühlenbelag. Eine Option ist zum Beispiel der Einsatz hochschromhaltigen
Stahls.

Hier wurde sich nur auf Energieeffizienz-Maßnahmen bei den Mahlwerken beschränkt. Natürlich gibt es zahlreiche
Möglichkeiten in integrierten, umfassenden kenianischen Zementwerken, die auch Klinker produzieren, den
Energieverbrauch zu senken.

18 Vgl. LBNL, Energy Efficiency Improvement and Cost Saving Opportunities for Cement Making, 2008, S. 33.

60
Durchschnittlich erfordert die Produktion von 1 Tonne Klinker 95 kWh Energie; die Produktion einer Tonne Zement
(Zerkleinerungsprozess/ grinding) verbraucht lediglich 45 kWh, also weniger als die Hälfte.

4.2.7. Stahlindustrie

Sektorstruktur Kenia

Abbildung 32:
Kenia ist Spitzenreiter in der Produktion von Stahl
und Stahlprodukten: Die Stahlwalzkapazitäten
belaufen sich auf rd. 600.000 Tonen/ Jahr; die
Schmelzkapazitäten im Land liegen bei 95.000
Tonnen/ Jahr.

Das Gros der kenianischen Stahlproduktion ist die


Herstellung von Stahlprodukten, d.h. ist auf die sog.
Sekundär-Produktion beschränkt, wie zum Beispiel
Schmelzen von Schrott und Verarbeitung (in
Lichtbögenöfen) zu Halbprodukten oder das Walzen
von Halbfertigprodukten zu Blechen, Stangen und
Profilen.

Quelle: Kenya National Bureau of Statistics, Facts &Figures 2012

Lokale Eisenerz-Vorkommen gibt es zwar (hauptsächlich in Kishushe, Marimanti und Samia), aber das abgebaute
Eisenerz wird nicht verarbeitet und stattdessen exportiert. Aus der Wanjala Mine (Kishushe/ Teita Region) zum Beispiel
werden monatlich 7.500 MT Eisenerz abgebaut und exportiert. Allerdigs gibt es seit ca. 2 Jahren Bestrebungen und
Untersuchungen, das Eisenerz vor Ort zu Stahl zu verarbeiten.

Ungeachtet der eigenen Eisenerzvorkommen werden Eisen und Stahl (einschl. Schrott) importiert: Im Zeitraum 2008 –
2011 sind die Importe von Eisen und Stahl um 82% gestiegen, von knapp 35 Mrd. KSH auf gut 63 Mrd. KSH.

Der deutlich gestiegene Bedarf an Stahl lässt sich auf starke Investitionen im Bau- und Infrastruktursektor zurückführen,
die vielfach Teil des von der Regierung eingeführten ambitionierten Entwicklungsprogrammes „Kenya Vision 203“ sind.
Vergleichsweise ist die Anzahl der genehmigten Baupläne in den vergangenen fünf Jahren ebenfalls um 18% gestiegen.
Die Nachfrage nach Stahl bzw. Stahlprodukten wird weiterhin steigen: Der Pro-Kopf-Stahlverbrauch liegt in Kenia bei
45-50 kg, während weltweit 300 kg Stahl pro Kopf verbraucht werden. Zusätzlich profitiert Kenia von seinem Anschluss
in die East African Community (EAC) und den Common Market for Eastern and Southern Africa (COMESA), die den
Export in benachbarte Länder, vor allem nach Ruanda, Tansania, Uganda und die Dem. Rep. Kongo vereinfachen.

Die kenianische Stahlindustrie ist größtenteils privatisiert und geführt von kenianischen Unternehmern indischen
Ursprungs. Die größten kenianischen Anbieter sind:

Tabelle 35: Führende Stahlfirmen, Kenia (Auswahl)


Umsatz Kapazität Bemerkung
(Tonnen pro Jahr)
Devki Steel Produktion von Bewehrungsstäben,
n/a 250.000
Mills Ltd. Walzdrähten, Platten, Profilen etc.
Athi River Steel 18 Mio. USD 120.000

61
Ltd.
200.000 Kaltwalzwerke;
Tochter der Safal Group, Afrikas
Mabati Rolling 150.000
n/a größter Anbieter von
Mills Metallbeschichtungen,
Stahldachdeckungen
40.000 Farbbeschichtung
Quelle: Internetauftritt der Unternehmen, EAST AFRICA SPECIAL REPORT: Meet the market movers

Weitere Stahlfirmen in Kenia sind:


 Accurate Steel Mills Ltd.
 Elgo Steel Fabricators Ltd.
 Iron Africa Ltd.
 Simba Products Ltd.
 Corrugated Sheets
 Tuffsteel
 Standard Rolling Mills (Kaltwalzwerk)
 ROLMIL (steel smelting/ hot rolling process)
 Kenya United Steel ((steel smelting/ hot rolling process)
 Brollo Kenya Ltd.

Da Kenia, wie bereits erwähnt, ein attraktiver Standort mit steigender Stahlnachfrage ist, zieht er die Konkurrenz aus
dem Ausland an. Kenianische Unternehmen müssen zunehmend mit importierten Produkten aus der Türkei, Ägypten,
Südafrika und Indien mithalten.

Viele der internationalen Wettbewerber können Stahl und Stahlprodukte zu niedrigeren Preisen anbieten, nicht zuletzt da
sie von ihren jeweiligen Regierungen unterstützt werden (z.B. durch steuerfreien Strombezug). Etliche kenianische
Unternehmen konnten sich nicht mehr gegenüber dem internationalen Wettbewerb durchsetzen und mussten ihre Tore
schliessen. Beispiele sind Special Steel Mills, Emco Steel Billets, Emco Steel Works etc. Viele bestehende Stahlfirmen
leiden unter Überkapazitäten, was natürlich die Kosten und Preise für Stahlprodukte in die Höhe treibt: So beläuft sich
die Kapazitätsauslastung in Kenia auf durchschnittlich 46%, während der weltweite Durchschnitt mit 72% erheblich
höher liegt.

Zudem beeinträchtigen hohe Energiekosten, die lt. internationaler Erfahrung 40% der Produktionskosten ausmachen,
die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Stahlindustrie: Eine Stahlfirma, die in die Kategorie CI-2 fällt (Kommerzielle
Kunden, 11 kV), zahlte im Januar 2014 rd. 20 USCent/ kWh (17 KSH). Vom Stromtarif abgesehen leider die
Stahlfirmen auch unter häufigen Ausfällen und hohen Spannungsschwankungen. Besonders Stahlschrott-Schmelzen sind
auf eine zuverlässige, kontinuierliche Stromversorgung angewiesen. Ausser den Stromkosten sind die Lade- und
Transportkosten relativ hoch: Kostet das Entladen von 2500 Tonnen Stahl im Hafen Mombasa rd. 3000 KSH, sind die
Kosten in Singapur um 75% (!) niedriger.

Schliesslich setzen viele Stahlfirmen veraltete Technologien ein: Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass bei den meisten
Stahl-Schmelzbetrieben die Blockguss-Technologie zum Einsatz kommt, obwohl diese mit 40-50% Produktivität bei
weitem weniger effizient ist als das Strangguss-Verfahren (90% Produktivität).

Angesichts der steigenden Nachfrage nach Stahl und Stahlprodukten und ungeachtet der Unter-Auslastung bestehender
Kapazitäten, fördert die Regierung den Ausbau dieser Industrie, die als tragende Säule für das verarbeitende Gewerbe
und als Schlüssel für die Realisierung aller Infrastrukturprojekte im Rahmen der Vision 2030 gesehen wird : So soll das
Staatsunternehmen Numerical Machining Complex (NMC) ein integriertes Stahlwerk auf seinem Land in Athi River
errichten; Anfang Juli 2014 wurde ein EOI für die Durchführbarkeitsstudie veröffentlicht. Der Plan ist eine
Wiederbelebung der Idee von 2011/2012, als die Errichtung eines Werks mit der Kapazität von 100.000 Tonnen/ Jahr
erwogen worden war. Damals war auch ein MoU mit dem koreanischen Stahlunternehmen POSCO für eine 3,75 Mrd
USD Investition unterzeichnet worden, das nur auf dem Papier besteht.

62
Sektorstruktur Tansania

Auch in Tansania erfährt die Stahlindustrie einen Nachfrageschub. Die Produktion von Stahlblechen und –blöcken hat
sich von 2009 bis 2012 fast verdreifacht (Wachstum um 269%), und auch die Produktion von Wellblech stieg um
insgesamt 73% zwischen 2009 und 2012 (Siehe Abbildung 33).

Abbildung 33:

Quelle: Tanzania
National Bureau of
Statistics, Quarterly
Production of Industrial
Commodities 2004 - 2012

Insgesamt hat die Produktion um 36% im betrachteten Zeitraum zugenommen.

Tabelle 36: Profile ausgewählter Stahlunternehmen

Unterneh Shareholder Kapazität Umsatz Mitar- Kommentar


-men (USD) beiter
ALAF Ltd. Tansanische AG, kalt gewalzte Stahlcoils 100 Mio. 550 Tansanias ältestes und
größter Shareholder und Stahlbleche verzinkte führendes
ist SAFAL Flachbleche und Stahlunternehmen,
Investments Wellbleche, Dachfirste/
(Mauritius, 76%), Regenrinnen, Rohre,
gefolgt von 24% der Aluminiumprodukte
tansanischen
Regierung 70.000 Tonnen/ Jahr
Metallbeschichtung
Kamal Indisches 80.000 Tonnen/ Jahr 9-10 600 Stahlprodukte aus Schrott
Steel Familienunterneh- Mio. des nationalen
men Baugewerbes, beliefert
unter anderem die
National Housing
Corporation (Tansanias
staatlicher Bauinvestor)
MM Teil der Motisun 35.000 Tonnen Wellblech 60 Mio. 650 Investitionen auch in
Integrate Holding (Subhash pro Jahr; Zambia und Uganda
d steel Patel)
Mills Produktion auch von
beschichteten Blechen,
Bewehrungsstäben,
Schwarzrohren etc.
Quelle: zusammengestellt aus East Africa Special Report: meet the market movers,
http://www.steelfirst.com/Article/3273397/EAST-AFRICA-SPECIAL-REPORT-Meet-the-market-movers.html

63
Weitere Stahlunternehmen in Tansania sind:

Tabelle 37: Stahlunternehmen, Tansania


Unternehmen Beschreibung
Steel Masters Ltd
Sayona Steel Installierte Kapazität: 2.400 MT/ Jahr;
Mehr als 100 Angestellte
Gehört zur Demeter Group
Standort: Mwanza
Sita Steel Rollings
Nyakato Steel Mills
Tanzania Steel Pipes
Trishalla Steel Rolling
Mills
Quelle: Div. Internetquellen, 2014

Schwierigkeiten der tansanischen Stahlhersteller sind einerseits das Fehlen ausreichender Vorräte an Schrott zur
Wiederverwertung, schlechter und unzuverlässiger Zugang zu Elektrizität, hohe Energie- und Transportkosten sowie
Korruption. Außerdem sind einige Stahlprodukte von sehr schlechter Qualität, was sich negativ auf die gesamte Branche
auswirkt. Die Kontrolle der Hersteller nimmt stark zu, insbesondere seit im März 2013 ein 16- stöckiges Gebäude in Dar-
Es Salaam wegen mangelhafter Stahlfassaden einstürzte und 36 Menschen ums Leben kamen. Im Mai 2013 wurden zwei
Unternehmen, AMS Steel Mills und Dar Steel bar and sheet factories, geschlossen, da sie ohne ausreichende Lizenzen
arbeiteten.

Was die Energiekosten anbelangt, sind diese auch für die Stahlbranche um mind. 40% mit B eginn 2014 angestiegen.
Nach Aussage eines Stahlunternehmens in Arusa, LODHIA, die seit 2004 bereits Stahl bzw. Stahlprodukte herstellen,
haben allein die Stromkoten einen Anteil von 20% an den gesamten Produktionskosten. Hinzukommen die Kosten für
thermische Energie, d.h. 75l Kesselöl/ Tonne Stahlstangen bzw. 1100 TSH/ Liter Kesselöl.

Energieeinspar-Potenzial

Die spezifische Energieintensität liegt bei einem lokalen kenianischen Stahlwerk laut Energie-Audit bei 3,95 GJ/ Tonne
Stahl: Das betrachtete Unternehmen schmelzt Stahlschrott in einem Induktionsofen und stellt Blöcke und Stangen her:
Für die Produktion von 40.455 Tonnen müssen 17.959.010 kWh elektrische Energie (64.652 GJ) und 2.276.570 Liter
Heizöl (94.975 GJ ) eingesetzt werden. Demnach entfallen 59% der verbrauchten Energie auf Heizöl. Die spezifische
Stromverbrauch (kWh/ Tonne Stahl) beträgt 446 kWh.

Bei einem Stromtarif von 19,2 KSH/kWh belaufen sich die Stromkosten auf jährlich rd. 325 Mio. KSH; die gesamten
Energiekosten betragen 445,5 Mio. KSH bzw. 5,2 Mio. USD.

Der größte Teil der Energie wird verbraucht von: Stahlwalzrollen, Induktionsofen, Deckenkränen, Kompressoren,
Pumpen und Wärmebehandlungsöfen; in letzteren kommt das Heizöl zum Einsatz.

Tabelle 38: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Stahlwerk (Auswahl)


Potential Return on
Savings Estimated investment Payback
Maßnahme annual energy investment
(Kshs p.a) cost (ksh) period
savings (kWh) (%)
Verbesserungen am
1 1.029.600 19,9 Mio. 30 Mio. 1,5 Jahre 66,1
Induktionsofen
Einsatz
2 drehzahlveränderbarer 569.353 11 Mio. 25 Mio. 2,3 Jahre 43,9%
Antriebe

64
Einsatz von LED
3 140.843 2,7 Mio. 5,3 Mio. 1,9 Jahre 51,4%
Leuchten
Motor Retrofit/
4 Einsatz hocheffizienter 114.088 2,2 Mio. 5 Mio. 2,3 Jahre 44%
Motoren
5 Kühlturm Thermostat 64.605 1,2 Mio. 450.000 0,4 Jahre 277%

6 Steuerung Kühlwasser 46.276 891.670 200.000 0,2 Jahre 445,8%

Verbesserungen am
7 Wärmebehandlungs- 2 Mio. 800.000 0,4 Jahre 248,4%
ofen
Quelle: Energie-Audit-Bericht, August 2012 (vertraulich)

Das Energie-Audit im Stahlunternehmen hat bei bestehender Technologie ein Einspar-Potential von 9% ergeben, das
bedeutet eine Reduzierung der jährlichen Energiekosten um 41,1 Mio. KSH bzw. 477.000 USD. Die größten
Einsparungen lassen sich mit Abstand durch Verbesserungen am Induktionsofen und durch Einsatz
drehzahlveränderbarer Antriebe erzielen; mit diesen beiden Maßnahmen lassen sich bereits 31 Mio. Einsparungen
bzw. 75% des Einsparpotenzials realisieren. Am besten schneiden Verbesserungen am Induktionsofen ab: Bei iner
Investition von 30 Mio. KSH kann ein IRR von 62% erzielt werden bei einer Amortisationszeit von 1,5 Jahren; der
Nettobarwert beträgt 71,7 Mio. KSH. Die Energieeffizienz des Induktionsofens kann vor allem durch Einsatz eines
Vorschubförderers, die Vermeidung manueller Steuerung sowie durch die Zerkleinerung des Schrotts vor Speisung des
Ofens gesteigert werden.

Über diese beispielhaft identifizierten Maßnahmen hinaus lassen sich sicherlich auch erhebliche Energieeinparungen
durch Umstellung auf insgesamt effizientere Technologien erzielen: Wie bereits erwähnt wurde, würde sich mit dem
Strangguss-Verfahren (statt Blockguss-Technologie) nicht nur die Produktivität von Stahlwerken steigern lassen,
sondern auch die Energieeffizienz.

4.2.8. Baugewerbe (Gebäudesektor)

Sektorstruktur Kenia

Mit einem Anteil von 4,1% am landesweiten BIP spielt das Baugewerbe eine relativ gering Rolle in der kenianischen
Volkswirtschaft. Dabei hat sich der Anteil am BIP in den letzten 5 Jahren kaum verändert und schwankte zwischen 3,8%
und 4,3% zwischen 2008 und 2012.

Zweifelsohne entfällt das Gros der Bautätigkeiten auf den Infrastruktursektor: Strassenbau und Energieektor allein
tragen mit 89% (60 Mrd. bzw. 52 Mrd. KSH) zu den gesamten Ausgaben in diesem Sektor bei (126 Mrd. KSH,
2011/2012). Der Gebäudesektor, der eine weit geringere Rolle als der Infrastruktursektor im Baugewerbe spielt, wird
vor allem von Investitionen im Einzelhandel und in Bürogebäude angetrieben.

Der Einzelhandel floriert in Nairobi wie auch in sich entwickelnden urbanen Einkaufszentren wie Mombasa, Kisumu,
Nakuru und Eldoret. In Milindi wurde Ende 2012 die Oasis Mall eingerichtet; etwa zur gleichen Zeit öffnete Tuskys
Mtwapa Mall nördlich von Mombasa seine Tore. Es ist in der Region das das erste und bisher einzige
Einzelhandelszentrum mit drei Etagen und über 10.000 m2 Ladenfläche, sowie 120 Parkplätzen. Das Zentrum beherbegt
mehrere große Anbieter wie Bata, Eldochem, Optica, Bamburi Meats, Agha Khan, TB, Chase Bank, Avenue Fox. In
Nairobi sind die Garden City Mall an der Thika Road und Two Rivers in Runda prominente Shopping Mall-Projekte, die

65
sich im Bau befinden. Ende Dezember 2012 waren bereits 50% der Garden City vermietet, Investor ist der britische
Equity Fonds ACTIS. Übertroffen wird die Garden City (50.000 m2) von Two Rivers: Der Complex, in den die Firma
CENTUM investiert, wird Kenias grösste Shopping Mall umfassen (58.000 m2) ebenso wie ein 5-Sterne-Hotel,
Bürogebäude und Wohnhäuser. Kontraktor ist die China National Aero-Technology International Engineering
Corporation. Neben diesen Neuprojekten werden bestehende Malls wie der beliebte Village Market ausgebaut: Im Village
Market, der Greenhills Investments Ltd. gehört, werden 75 neue Läden und ein Hotel mit Konferenzzentrum
eingerichtet; mit der Umsetzung des Projektes ist die Seyani Brothers Company beauftragt.

Die Errichtung von Einkaufzentren ist die Antwort auf die wachsende Oberschicht und Mittelklasse, die vorzugsweise in
diesen Malls einkaufen geht. Laut Knight Frank verzeichnete der kenianische high-end Immobilienmarkt allein im Jahr
06/2011 – 06/2012 ein Wachstum von knapp 22%, die höchste Rate aller afrikanischen Städte.

Neben dem Sub-Sektor der Einkaufszentren entwickelt sich der Bürogebäude-Sektor dynamisch, nachdem es in den
letzten Jahren tendenziell ein Überangebot gegeben hatte. In 2011 und 2012 entstanden etliche neuen Bürogebäude vor
allem in Westland und am Waiyaki Highway: Ende 2012 wurden mit Delta Corner (Kontraktor: Seyani Brothers & Co)
und den Skypark Towers 32.000 neue Quadratmeter Bürofläche fertiggstellt. Nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht
über einige Projekt im Bürogebäude-Sektor.

Tabelle 39: Geplante Büro-Gebäude


Projekt Kosten Beschreibung Ort Investor Kontraktor Status
Britam 4.2 Mrd 30 –Stock Bürogebäude + Upper Hill British American Acorn In Planung;
Tower KES Parkhaus; ca. 33.000 m2 Nairobi Insurance Company Group geplant für
12/2015
KCB Plaza 21-Stock Bürogebäude + Upper Hill KCB group China Wu Yi Kurz vor
Parkhaus mit 450 Nairobi Company Fertigstellung
Plätzen; 16.000 m2 Ltd. (06/2014)
Parliamen 5,8 Mrd 26- Stock Bürogebäude Nairobi Kenyan Parliament China Im Bau
t Tower KES (Service Jiangxi (2014)
Commission) Constructio
n company
Kenya RE- 7 Mrd. Upper Hill
Insurance KSH Nairobi
Hazina 7,1 Mrd 40- Stock Bürogebäude Monrovia National Social China Im Bau
Trade KES Street Security Fund Jiangxi (2014)
Center Nairobi (NSSF) Internation
al-Kenya
Konza 850 Mrd 2.000 Ha Internet- und Konza Kurz vor
Technolog KES Komminukationszentrum (60 km Baubeginn
y City südlich (2014)
Nairobi)
Quelle: German Energy Desk; eigene Zusammenstellung, August 2014

Ein Stadtteil, der sich derzeit sehr dynamisch entwickelt und in das viele große Firmen ziehen, ist UPPER HILL: Coca
Cola, Citi Bank, PWC, Weltbank und IFC sind bereits dort. Wie der Tabelle zu entnehmen ist, ziehen weitere nach, wie
z.B. KCB, die wie viele (multinationale) Unternehmen und Institutionen aus der CBD (Central Business District)
wegziehen.

Ein Bauprojekt im kommerziellen/ industriellen Sektor, das für Aufsehen eregt, ist vor allem die geplante Konza
Technology City: Nachdem das Projekt vor 2 Jahre vom damaligen Präsidenten Kabaki ins Leben gewrufen worden war,
sollen die Bauarbeiten Mitte des Jahres 2014 endlich aufgenommen werden. Die erste Bauphase soll Ende 2017
abgeschlossen sein (209 Mrd. KSH). Konza, genannt auch „Africa`s Silicon Savannah“, soll ein Hub für Informations-
und Kommunikationsfirmen werden und insgesamt 200.000 Arbeitplätze schaffen. Damit ist das Projekt wichtiger
Bestandteil der „Vision 2030“. Das Projekt wird überwacht und koordiniert von der „Konza Technolopolis Development
Authority“. Um das Vertrauen von Privatinvestoren zu gewinnen, wurden erste InfrastrukturMaßnahmen durchgeführt

66
wie z.B. die Errichtung von Stromübertragungs-Leitungen und der Bau von Strassen. Ganz wichtig ist das Anlagen eines
Land-Kastasters in digitaler Form, was den Erwerb von Land erleichtern soll – ein riesiger Vorteil in einem Land, in dem
der Erwerb von Landtitel eines der grössten Hindernisse für Investoren darstellt.

Der Wohnungsbau entwickelt sich im Vergleich zum kommerziellen Bau eher verhalten und nachwievor ist
Wohnraum relativ knapp, was sich auch im Preisniveau wiederspiegelt. Bis zum Jahr 2020 soll Nairobis Bevölkerung von
derzeit ca. 3,5 Mio. auf gut 5 Mio. ansteigen; als Antwort darauf sollen jährlich 200.000 Wohnungseinheiten geschaffen
werden. Dieses Ziel wurde bislang weit verfehlt: Im Jahr 2013 wurden gerade mal 15.000 Einheiten gebaut. Ein Grund
sind die astronomischen Baugenehmigungs-Gebühren und die Landpreise. Zugleich ist der Zugang zu langfristiger
Finanzierung für Entwicklung schwer: Verfügbares Eigenkapital ist unzureichend und Fremdfinanzierung passt von den
Konditionen (Grace period, Zinsniveau, Laufzeit etc.) nicht unbedingt zu den relativ langen Bauperioden. Schliesslich
wird der Wohnungsbau durch den immer noch sehr kleinen Hypotheken-Markt ausgebremst: In Kenya machen
ausstehende Hypotheken lediglich 2,5% des BIP aus, während diese in Südafrika und Namibia 26% bzw. knapp 20%
ausmachen. Ursachen sind die hohen Zinsen und die geringe Verfügbarkeit langfristiger Finanzierung.

Da der Wohnungsbau vor diesem Hintergrund als äußerst preissensitiv einzuodnen ist, wird er unter dem Aspekt der
Energieeffizienz und mit Blick auf Chancen deutscher Unternehmen nicht weiter betrachtet.

Sektorstruktur Tansania

Der Bausektor hat in Tansania inzwischen einen Anteil von 7,1 % (2012) am landesweiten BIP; dies ist gegenüber 2002
eine Steigerung um knapp 2 Prozentpunkte. Dies resultiert aus einer durchschnittlichen jährlichen
Wachstumsrate von 9,1%, im Vergleich zur Wachstumsrate des BIP um durchschnittlich 6,8%. Zum industriellen
Bruttoinlandsprodukt trägt das Baugewerbe 37% bei.

Die Entwicklung der Infrastruktur durch die Regierung ist das grösste Segment im Bausektor. Es umfasst den Bau von
Strassen, Bewässerungssystemen, Dämmen, Wasser- und Energieversorgungssstemen ebenso wie die Errichtung
öffentlicher Einrichtungen (Schulen, Krankenhäuser etc.).

Der Immobiliensektor hat sich in den letzten Jahren nicht sehr dynamisch entiwckelt, wenngleich laut Knight Frank eine
„zunehmende Entwicklungstägigkeit zu beobachten ist“. Demnach ist der größte Markt für Investoren das Segment der
kommerziellen (Büros/ Einzelhandel) Gebäude. Dabei spielt Dar es Salaam die größte Rolle. Nachfolgende Tabelle listet
einige der Bauprojekte, die kürzlich abgeschlossen wurden oder im Bau bzw. in Planung sind.

Tabelle 40: Kürzlich abgeschlossene und laufende Bauprojekte im kommerziellen Sektor (Auswahl)
Projekt Beschreibung Ort Kontraktor Status
PSPF 35 Stockwerke; Büros Dar Im Bau
Commercial
Towers
Viva Towers 23-Stockwerke; Reaustrants, Shops, Dar COWI abgeschlossen
Büroflächen
GEPF Tower 15 Stockwerke Dear Architekt: Arthi abgeschlossen
Institute (2014)
Millennium 27 Stockwerke; hotel, Büros, Architekt: OGM Abgeschlossen
Tower Geschäfte und Restaurant Consultants (2014)
Fakyat 14 Stockwerke; Büros und 2015
Tower Wohnungen
29-Stockwerke; 250 Hotelzimmer, Dar China Railway
8200 m2 für Büros + Geschäfte; Jiancheng
teils IFC finanziert ( 22 Mio. USD); Engineering Co.
IFC green building-Standards sollen
berücksichtigt werden
Quelle: German Energy Desk; eigene Zusammenstellung, August 2014

67
Obwohl 97% aller Bauunternehmen tansanisch sind (z.B. Afriq Engineering & Co. Ltd., Estim Construction Company
Ltd., Southern Link, Namis Corporate oder Shibat Enterprise Ltd.), führen ausländische Kontraktoren 60% aller
Aufträge (gemessem am den Projektkosten) aus, angeführt von chinesischen Unternehmen. Die größten sind China
Railway Jianchang Engineering Co. Ltd., Noremco Construction und Konoike Construction Company Ltd.).
Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die größerern Baununternehmen in Tansania.

Tabelle 41: Führende Bauunternehmen in Tansania


Unternehme Umsat Angestellt
Sitzland Kurzbeschreibung
n z e
China Railway
Jianchang
Engineering 102 Hat den Bau verschiedener Großprojekte wie das 30- stöckigen
Co. Ltd China Mio. 472 Millenium Towers Phase II Projekt, den Uhuru Height
USD Complex, den NSSF Waterfront, etc. übernommen

Konoike
Construction Global Player, der mittlerweile die meisten Aufträge an lokale
Company Ltd. 8 Mio. Subunternehmen weitergibt (wie bspw. an Estim Construction
Japan 100
USD Company, Ravji Construction Co. Ltd, Mac Contractors, Kibafu
Construction Co. Ltd., Highland Estates Co. Ltd.)

Southern Link
Ltd. Lokale Baufirma mit für den lokalen Markt außergewöhnlich
Tansania
guter corporate governance Struktur und Leistungsrekord
Afriq
Engineering &
Construction 12 Mio.
Co. Ltd Tansania 40
USD

Noremco
Construction Nor- Eine der wenigen langfristigen ausländischen Investoren, die
wegen sich trotz chinesischer Konkurrenz auf dem Markt halten

Namis
Corporate Spezialisiert auf elektrische und spezielle Bauten mit
Tansania
Hochspannungstechnik

Inter- Consult
Ltd. Multidisziplinäres Unternehmen, das eine ganze Reihe von
Tansania Service in Architektur, Bauweisen, Quantity Surveying und
Projekt Management anbietet
Estim
Construction
Company 75 Mio. Lokales Unternehmen, das vielfach Aufträge von Koinoke
Tansania
USD annimmt

Kiure Kleines und schnell wachsendes lokales Unternehmen in


1 Mio.
Tansania 25 Arusha, tätig im Bereich Häuser, Straßen, Brücken, Tore,
USD
Mauern, etc.
Quelle: German Energy Desk; eigene Zusammenstellung, August 2014

68
Energieeffizienz im Gebäudesektor

Der Gebäudesektor hinkt zwar dem Industriesektor in Punkto Energieeffizienz erheblich hinterher, aber dank einiger
Initiativen wird das Thema immer mehr von den Architekten, Projektentwicklern und Bauherren aufgegriffen.

Die Anreizsysteme, die es in Kenia gibt, wie z.B. die Energieeffizienz-Preisverleihung, strahlt inzwischen auf den
Gebäudesektor aus: In 2014 wurde die Catholic University of Eastern Africa für ihre Neue Bibliothek mit dem Preis „Best
Green Building in the country“ von der Kenya Association of Manufacturers (KAM) ausgezeichnet. Das Geböude, das von
8 am bis 5 pm für die Studenten geöffnet isr, kommt ganz ohne künstliches Licht aus; das Gebäude wird aufgrund seiner
Ausrichtung entlang der Ost-West-Achse der Sonne ausschliesslich mit natürlichem Licht ausgeleuchtet. Ausserdem
absorbieren die Steine im Keller die Feuchtigkeit des Boden und sorgen für ein kühles Klima im Gebäude, so dass keine
Klimanalgane erforderlich sind. Der Energiebedarf wird auf diese Weise minimiert.

Auch LEED Gebäude (Leadership in Energy & Environmental Design) werden bereits in Ostafrika gebaut und zertifiziert
(s. Liste der kenianischen LEED registrierten Gebäude ). Die Liste registrierter Gebäude (insgesamt 6 in Kenia) umfasst
das World Bank Commercial Fit-out (in Bau), ein neues Gebäude der Nairobi Standard Chartered Bank (von Triad
gebaut) und die Strathmore University Phase III. Ebenfalls bezeugen die in diesem Bereich verliehenen Preise der African
Real Estate and Housing Finance Academy, wie aktiv Kenia ist: In der Kategorie „Best Green Building Development in
Africa“ gewann die neue Strathmore Business School. Nominiert waren ebenfalls die Community Cooker Foundation -
Kenya, Fedha Plaza - Kenya, The Bridge City Shopping Centre - South Africa, The Atrium - Kenya und The Coca-Cola
Plaza – Kenya.

Ebenfalls sollte erwähnt werden, dass es neue Regularien gibt, wonach solare Wassererhitzer in neuen Gebäuden
verpflichtend sind. Dies wird in der Praxis leider aufgrund der unzureichenden Qualität von Solarwarmwasserbereitern,
fehlender Kapazitäten der Hersteller, Distributoren sowie der Bauwirtschaft nur unzureichend umgesetzt.

Weitere Möglichkeiten eröffnen sich im Rahmen des Programms “Promoting Energy Efficiency in Buildings in East
Africa”, das eine Initiative von UN-Habitat in Kooperation mit UNEP, GEF und den ostafrikanischen Staaten ist. Das Ziel
dieses Programms ist es, Richtlinien und Gebäude-Standards in Bezug auf Energieeffizienz einzuführen sowie Praktiken
des nachhaltigen Bauens zu fördern. In diesem Zusammenhang versucht UN-Habitat auch, Finanzierungen für
ökologisches Bauen zu mobilisieren, z.B. durch eine Konferenz zu diesem Thema im September 2013. Erste Gelder stehen
schon zur Verfügung: die IFC wird bis 20 Mio. USD der Housing Finance Company in Kenia bereitstellen, welche
Bauherren zum ökologischen Bauen ermutigen sollen. Darüber hinaus werden Trainings zum Thema „Green Building“
durchgeführt (Solar-Geometrie, passives Bauen, Thermischer Komfort etc.); ein Handbuch zur nachhaltigen Architektur
wurde im Herbst 2013 erarbeitet.

Audits in Gebäuden, z.B. in einem der führenden internationalen hotels in Nairobi, zeigen, dass mindestens 30% aller
Energiekosten eingespart werden können.

Tabelle 42: Energieeffizienz-Maßnahmen in einem Hotel (Auswahl)


Potential annual Estimated
Savings Payback
Maßnahme energy savings investment cost
(Kshs p.a) period
(kWh) (ksh)
Umwandlung bzw. Ersetzen
des Schweröl-Kessels durch ein 626.800 Liter
1 15,5 Mio. KSH 21 Mio. KSH 15 Monate
Kessel, der mit Agro-Briketts Schweröl
befeuert wird
Rückgewinnung der Wärme
55.400 Liter
2 der Klimaanlagen/ 3,6 Mio. KSH 7,2 Mio. KSH 24 Monate
Schweröl
Kälteanlagen zur Gewinnung

69
von Warmwasser
Ersetzen von 900 20W/50W
Halogen-Leuchten durch 1 W-
3 LED Lampen; Ersetzen von 246.387 kWh 3,69 Mio. KSH 5,66 Mio. KSH 8-9 Monate
800 60W incandescent
Glühbirnen durch 11 W - CFLs
Installation einer 12.700 Liter
4 825.500 KSH 5,76 Mio. KSH 84 months
Solarthermieanlage Schweröl
Quelle: Energie-Audit-Bericht, November 2011 (vertraulich)

Die größten Ersparnisse lassen sich durch die Umstellung des Kessels von Schweröl auf Briketts erzielen, wie Tabelle 42
zu erkennen gibt.

70
5. Engagement und Positionierung der deutschen
Unternehmen
Der Markt in Kenia und Tansania ist kein neuer, auch wenn selbst die größeren Firmen in den meisten Fällen (noch)
keine eigene Tochtergesellschaft haben, sondern über Agenten und lokale Partner agieren. Es gibt bereits etliche
deutsche Unternehmen – u.a. Anlagenbauer und Systemlieferanten - mit Engagement auf dem Markt, wie nachfolgende
Tabelle zeigt.

Tabelle 43: Deutsche Unternehmen und ihr Engagement in Kenia


Firma Engagement
Bitzer Hersteller von Kältemittel-Verdichtern
Circa 3.000 Mitarbeiterin mehr als 90 Ländern

Führende kenianische Kontraktoren von Kälteanlagen kaufen System von Bitzer;


Kenia wird über Tochtergesllechaft Dubai versorgt;
Kenia- lokaler Agent: FRIGITEC SUPPLIES LTD.

GEA Group GEA Process Engineering: Konstruktion und Entwicklung von Prozesslösungen
für die Milch- und Brauereiwirtschaft, für die Nahrungsmittelindustrie sowie für die
pharmazeutische und chemische Industrie.

GEA Refrigeration Technologies: industrielle Kältesysteme, spezialisiert auf


Entwicklung, Bau, Installation und Wartung von Schlüsselkomponenten und
technischen Lösungen. Zu den Anwendungen gehören Kühlprozesse für
Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, Schifffahrt, Öl-/Gasindustrie,
Gebäudetechnik und Freizeitanlagen, wie Skihallen und Eislaufzentren.

Tochtergesellschaft Tanzania: GEA Refrigeration Africa (PTY) Ltd.; GEA


Process Engineering setzt Projekte in kenianischen Brauereien wie Keroche
Breweries um.
Bosch (Kesseltechnik) Dampfkessel, Heizkessel, BHKW-Systemlösungen, Abhitzesysteme
Kenia: Partnerschaft für Vertrieb & Service mit Krones

SEW - Eurodrive Anbieter von Antriebstechnik


Tochtergesellschaft in Tanzania/ Dar es Salaam

BMA BMA Braunschweigische Maschinenbauanstalt liefert Maschinen und


Ausrüstungen für die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe im industriellen
Maßstab in den strategischen Geschäftsfeldern Sugar and Sweeteners und
Biomasse.

BMA Zentrifugen werden in etlichen keniaisnchen und tansanischen Zuckerfabiken


eingesetzt.
In Kenia: Vertretung über ACHELIS.
DHybrid Herstellerunabhängiges Generalunternehmen: Distribution,
Projektentwicklung, Engineering, Installation, O&M Service, Beratung;
netzgebundene und –ungebundene Hybrid-Systeme mit intelligenter
Steuerungseinheit zur Koordinierung von Solar PV-System, Dieselgenerator (und
Netz)

Vertreten in Kenia / Ostafrika von Harmonic Systems Ltd.


(http://www.harmonicafrica.com/), seit 2012

71
Erste 1 MW netzgebundenes Solar-PV-Hybridsystem auf dem Dach von Namibia
Breweries
Lodge-Elektrifizierung 5,5 kWp, Kenia
Hybride Elektrifizierung eines Flüchtlingslagers 15 kWp, Kenia (mit Diesel-
Generator)
5 netzunabhängige Systeme für WE!Hub, Kenia, derzeit mit insgesamt 90 kWp bei
der Inbetriebnahme

Juwi Juwi ist ein Projektentwickler und ein EPC, auch im Bereich der netzfernen
Solarsysteme

Vertreten durch DREAMPOWER, Nairobi


z. B. Solar-PV-System für Blumenfarm; 10 PV-Anlagen für Geldautomaten einer
führenden lokalen Bank, Kenia
Interesse am Geschäft im Bereich der Hybrid-Systeme, u.a. Installation einer 10
kWp Solaranlage zur Hybridisierung eines Diesel-Inselnetzes
AKUT Seit > 20 Jahre Ingenieurbüro für Umwelttechnik in den
Arbeitsgebiete Bereichen: Biogas und Nahwärmesysteme, Abwassertechnik,
technischer Umweltschutz für Industrie und Gewerbe etc.

Bereits seit vielen Jahren in Kenia tätig, vor allem im Zusammenhang mit dem
landwirtschaftlichen Programm der GIZ: Durchführbarkeitsstudien für Biogas-
Anlagen für Schlachthäuser;

Planung und Errichtung der 180 KWel Biogas-Anlage für Finlays/ Kericho;
Hauptsubstrat Teeblattabfälle aus der Instanttee-Produktion

AgriKomp Planungsunternehmen, Turnkey-Unternehmen und Komponentenlieferant,


spezialisiert auf Biogasanlagen;

350 MA; hat bislang 600 Anlagen in der Grössenordnung zwischen 30 kW – 20


MW errichtet.

Kenia : Joint Venture BIOPOWER (51% lokale Firma, weitere Partner im JV die
deutsche Fa. Schnell)

Errichtung der ersten Anlage (150 kW) auf der Sisalfarm Kilifi;
Errichtung der 2 MW Biogasanlage für Del Monte in Planung

Snow Leopard spezialisiert auf Biogasanlagen mit speziellen Einsatzstoffen wie Pferdemist,
Weintrester, Kälbermist, etc.

Enge Kooperation mit Partnern, u.a. Hersteller von Rührwerken und von
Anlagensteuertechnik

Kenia: baut als Contractor die 2 MW-Biogasanlage für Vegpro/ Biojoule; kleine
Biogasanlagen mit 10 kW in einem Flüchtlingslager
Quelle: German Energy Desk, August 2014

Allerdings haben deutsche Unternehmen nur eine Chance, wenn sie bereits sind, ihre Anlagenkonzepte an den
lokalen Markt anzupassen. In vielen Fällen wird von kenianischen und tansanischen Endkunden beklagt, dass
deutsche Unternehmen relativ angebotsgetrieben und entsprechend unflexibel seien. Anpassung bedeutet auch zu
prüfen, inwieweit Systemkomponenten lokal beschafft werden können – dies auch aus Kostengründen. Denn
internationale Wettbewerber, wie z.B. indische Anlagen- und Maschinenlieferanten sind recht stark in Kenia und
Tansania vertreten, zum einen weil etliche Unternehmen in Kenia und Tansania in indischen/ indisch-kenianischen bzw -
tansanischen Händen sind, zum anderen aber auch, weil die indischen Anbieter einen eindeutigen Preisvorteil haben
(teils bis zu 50%).

72
Es gibt aber Platz für alle auf dem Markt - dennoch besteht die Notwendigkeit, zum einen Bewußtsein für Qualität zu
schaffen und sich vor allem flexibel zu verhalten.

Strategische Ansätze der deutschen Unternehmen können wie folgt sein:

 Produkte entwickeln, die den spezifischen Bedürfnissen des ostafrikanischen Marktes entsprechen.
Produkte werden nicht adäquat gegenüber Kunden vermarktet, die langlebige und wartungsarme Lösungen
brauchen. Die Anpassung von Produkten und Geschäftskonzepten wird von deutschen Programmen wie dem
CLIENT-Programm des BMBF und dem ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) des BMWI gefördert.

 “Einen Unterschied machen”, speziellen Mehrwert für den Kunden schaffen.

 Nutzen aus dem guten Ruf Deutschlands “Made in Germany” ziehen und die Vorteile von
Qualität in Wert setzen: Viele deutsche Produkte sind nicht preisgünstig, aber ihren höheren Preis wert. Es
sollten sich diejenigen Marktsegmente ausgesucht werden, in denen die Vorteile besonders in Wert gesetzt
werden können und von den Kunden geschätzt werden. Zudem sollten die Unternehmen in der Lage sein, den
Qualitätsvorteil dem Kunden gegenüber klar in monetärem Wert zu kalkulieren bzw. die konkreten Nachteile
von Anlagen geringerer Qualität aufzuzeigen. Längere Garantiezeiten können Ausdruck der höheren Qualität
sein.

 Einen Beitrag zur Schulung und Ausbildung leisten: Die Effizienz einer Anlage hängt nicht nur davon ab,
wie diese ausgestaltet und gebaut wurde, sondern auch wie sie dann betrieben wird. Personal des Kunden und
Anlagenbetreibers muss entsprechend geschult werden. Im Interesse des Anlagenbauers ist es, durch Schulung
lokalen Betriebspersonals die Qualität des Betriebs und Effizienz der Anlage sicherzustellen. Um die
Errichtungskosten zu reduzieren, ist es zudem wichtig, mittelfristig lokale Partnerfirmen und Kontraktoren zu
stärken und zu trainieren. Dies ist besonders mit Blick auf eine systematische Markterschliessung über 1-2
Pilotprojekte hinaus wichtig.

Deutsche Firmen können Schulungen im Zusammenhang mit einzelnen Projekten geben; sie können aber auch
in Kooperation mit AHK und GIZ sowie lokalen Akteuren/ Multiplikatoren Trainings und Schulungen für einen
größeren Kreis von potenziellen Kunden und Partnern anbieten, um darüber letztlich auch Nachfrage zu
generieren und geeignete lokale Partner zu finden.

 Nicht nur ein Produkt oder eine Lösung anbieten, sondern ein Geschäftsmodell: Eine der
entscheidenden Herausforderungen in Kenia ist die Finanzierung der anfänglichen Investitionskosten. Natürlich
sind hier auch ESCO-Modelle attraktiv, weil die Kunden in diesem Fall nur die laufenden Betriebskosten tragen,
während die Investitionen von Energie-Dienstleistungsunternehmen übernommen werden.
Erste Erfahrungen mit dem ESCO-Ansatz wurden bereits in Kenia gesammelt: So investiert die lokale Firma
Lean Energy Solutions in das Ersetzen von fossil-befeuerten Industriekessel durch Kessel, die mit Briquettes aus
Bagasse befeuert werden; sie re-finanziert sich auf Basis von „performance contracts„ aus den Einsparungen von
Energiekosten, die die Kunden verzeichnen..

 Den Kunden beim Zugang zur Finanzierung unterstützen: Dies ist der wichtigste Erfolgsfaktor, sich auf
dem Markt zu behaupten. Deutsche Unternehmen sollten sich über die verfügbaren Mittel informieren, die
Kunden mit Eigen- und Fremdkapitalgebern in Verbindung bringen und sie auch in der Kommunikation sowie
Akquisition von Geldern aktiv unterstützen. Die folgende Tabelle umfasst einige der relevanten Fonds:

73
Tabelle 44: Quellen zur Finanzierung von Energieeffizienz-Projekten
Agentur/ Projekt Art des Projekts oder Beschreibung der Projektaktivitäten
Firma
AFD/KAM RTAP Kreditlinie 30Mio $ AFD Programm für den Privatsektor, zur Finanzierung
(zinsgünstige Darlehen) von Investitionen in Energieeffizienz
und erneuerbare Energien.

Kredite werden von der Partnerbank Coop zu konzessionären


Bedingungen (Zinsen) zur Verfügung gestellt. AFD/ KAM prüft
im Groben technische und finanzielle Durchführbarkeit, bevor
Projektvorschläge an die Partnerbanken weitergeleitet werden.

2. Phase hat im Juni 2014 begonnen.


Coop Bank Finanzinstitution Partnerbank der AFD zur Durchleitung der Kreditlinie

PTA Bank/ KfW Finanzinstitution Partnerbank der KfW Kreditlinie (60 Mio. USD) für
Kreditlinie Investitionen in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

PTA Bank ist in 18 Ländern in Afrika vertreten, hauptsächlich in


Ostafrika.
Seit 01/2011 starker Fokus auf finanzierung von Infrastruktur,
einschl. Energieversorgung, z.B. Finanzierung von 4
Windprojekten, e.g. 30 MW Windpark in Mauritius

KfW Kreditlinie:
 Status: Entwicklung einer project-Pipeline
 60 Mio. USD für COMESA Region
 Für RE Projekte: mind. 5 Mio. USD als Kreditvolumen
 Für Energieeffizienz-Projekte zur Zeit keine Mindestgrenze
 Fazilität hat ausschliesslich Eigenmittel der KfW, d.h.
Kreditlinie und entsprechend die einzelnen Kredite
werdenzu kommerziellen Zinsraten gegeben
IFC Climate Geberprojekt Inkubatoren-Zentrum: Projekt will kleine kenianische
Investment Center (WB) Unternehmen bei der Kommerzialisierung „grüner“
Innovationen unterstützen: Unterstützung bei der Entwicklung
von Geschäftsplänen und –modellen, Coaching, kleinere
Zuschüssen und Beteiligung durch Eigenkapital-Fonds

responsAbility Equity-Fond für „Grüne  Ziel: 40-60 Mio $, Investitionen in innovative Energie-
Energie“ Ostafrika (in Unternehmen und in Projekte der Erneuerbaren Energien
Entstehung)  „First closure“: Mai 2014
 Eigenkapital-Beitrag von durchschnittlich 2-4 Mio.$ ,
rund 25% des jeweiligen Gesamt-Projektvolumens
 bis jetzt sind keine Biogas-Projekte unter den Projekten
 Fond ist aber offen für Biogas-Projekte, z. B. Beitrag von
Eigenkapital für ESCOs, die in Biogas-Anlage investieren
und Strom an Kunden liefern

GIZ Geber-Projekt Unterstützung der kenianischen Strathmore Universität, ein


Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien und
Energieeffizienz einzurichten.

Laufende Maßnahmen: u.a. Entwicklung eines Curriculums für


Energie-Auditoren

Quelle: German Energy Desk, eigene Zusammenstellung, Augsut 2014

74
 Mit deutscher Finanzierung kommen: Exportkredite (einschließlich Abdeckung) sind eines der wichtigsten
Finanzierungsinstrumente, das deutsche Unternehmen und vor allem die Verantwortlichen von
Geschäftsentwicklung und Vertrieb sehr gut kennen sollten. Die Abdeckung bietet Schutz gegen Zahlungsausfälle
und andere Geschäftsrisiken (z.B. Insolvenz) sowie politische Risiken (z.B. kriegerische Ereignisse). Die
kreditgebende Bank fungiert als Versicherungsnehmer. Euler Hermes Deutschland AG und
PricewaterhouseCoopers verwalten die offiziellen Exportkreditgarantien im Auftrag der Bundesregierung. Euler
Hermes fungiert als führender Partner in diesem Konsortium.

Im Gegensatz zu einem Lieferantenkredit hat der Exportkredit den Vorteil, dass die kreditgebende Bank die
Bedingungen mit dem Kreditnehmer (ausländische Käufer oder Bank) verhandelt. Die deutschen
Lieferanten sollten bereits frühzeitig eine kreditgebende Bank (z.B. Hausbank) bitten, einen
vorläufigen finanziellen Vorschlag vorzubereiten, den der deutsche Anbieter zusammen mit dem
technischen Vorschlag zu Gesprächen mit dem (potenziellen) Käufer mitnehmen kann. Das spart Zeit und erhöht
deutlich das Interesse der Kunden. Amerikanische oder chinesische Import-Export Banken sind sehr schnell und
in der Regel folgt der Kunde dem Ansatz „Wer-zuerst-kommt-wird belohnt“. Die folgende Tabelle zeigt die
empfohlene Vorgehensweise:

Tabelle 45: Empfohlene Vorgehensweise (Exportkredit-Finanzierung)


Aktivität Verantwortung

Grobe Informationen über das Projekt sammeln, z.B.: Lieferant


• Gesamtes Auftragsvolumen
• Potenzielle Kunden (privat oder öffentlich; falls privat : evt. schon Bilanz / (kann von lokalen Partnern
Jahresbericht) oder der Deutschen
• ….... Handelskammer unterstützt
werden)
Zusammen mit der potenziellen kreditgebenden Bank Prüfung der Lieferant mit kreditgebender
Förderungswürdigkeit des Projekts / der Bestellung für die Export-Kredits Bank;
(und entsprechender Abdeckung)
Kreditgebende Bank mit Euler
Grobe Schätzung der Bedingungen (Kreditlaufzeit, Zinssatz, Hermes (für die Abdeckung)
Versicherungsprämie etc.)
Erstes Treffen mit dem potenziellen Kunden, technische Präsentationen Anbieter/ Käufer
(zusammen mit den vorläufigen Informationen über die
Finanzierungsmöglichkeit)

Ausführliche Projektbeschreibung und weitere erforderliche Informationen, Lieferant


die für den technischen und finanziellen Vorschlag erforderlich sind, (falls erforderlich ggf. mit
einfordern Unterstützung der Deutschen
Handelskammer im Zielland)
Dem Kunden den detaillierten technischen und finanziellen Vorschlag Lieferant
vorlegen

Follow-up Lieferant

Verhandlung und Abschluss des Darlehensvertrags zwischen kreditgebender Kreditbank/ Käufer


Bank und Kunden

Abschluss des Export-Vertrages Lieferant/ Käufer

Bewerbung um Kreditversicherung Kreditbank

Quelle: German Energy Desk, Augsut 2014

Die Deckungspolitik (einschliesslich Prämie für Versicherung) unterscheidet sich von Land zu Land und hängt
von der Risikokategorie des jeweiligen Landes ab. Kenia ist in der Kategorie 6.

75
Tabelle 46: Deutsche Deckungspolitik für Kenia
Parameter / Kategorie Beschreibung

Kurzfristige Kredite Es gibt keine formalen Einschränkungen für eine


Abdeckung

Mittel-/ langfristig Kleinere, devisenbringende Transaktionen können von


Fall-zu-Fall gedeckt werden
Sicherheiten Zusatzsicherheiten sind normalerweise nicht erforderlich

Länderrisiko-Kategorie 6

Source: http://www.agaportal.de/en/aga/deckungspolitik.html
Es gibt keine klare Definition von "kleineren" Transaktionen” (aus Erfahrung geschätzt: kleiner als 10 Mio. €).
Das bedeutet nicht, dass die Abdeckung von Transaktionen mit höheren Volumen nicht möglich ist. Aber dies
wird wahrscheinlich komplizierter und erfordert mehr Argumentation. Die Grundzüge der Deckungs-Politik
werden durch einen Interministeriellen Ausschuss (IMA) festgelegt und im Falle höherer Transaktionsvolumina
kann es vielleicht eine Hilfe sein, das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi), das die leitende Funktion hat,
zu kontaktieren.

Die Versicherungsprämie wird unter Berücksichtigung der Risikokategorie des Landes und der Kreditlaufzeit des
Kredits berechnet, d.h. sie wird von Fall zu Fall berechnet. Der Zinssatz des Kredits wird nach der CIRR
(Commercial Interest Reference Rate) der OECD festgelegt. Wichtige Voraussetzung eines deutschen Export-
Kredits und der Kredit-Abdeckung ist, dass in der Regel 70% des Auftragsvolumens ursprünglich aus
Deutschland zu kommen hat (mit entsprechendem Ursprungszeugnis). Komponenten, die von
Tochtergesellschaften eines deutschen Unternehmens im Ausland hergestellt werden, werden nicht als Teil des
„German Content“ berücksichtigt.

 Die Nachfrage formen: Energieeffizienzlösungen sind oft noch innovative Lösungen für Kenia/ Ostafrika.
Durch Informationskampagnen, Schulungen und Pilotprojekte kann die Nachfrage nach entsprechenden
Anlagen generiert werden.

 Sorgfältige Auswahl lokaler Partner (z.B. für Montage und Service sowie für Vertrieb/
Geschäftsentwicklung): Die AHK bietet deutschen Unternehmen an, in Abstimmung eines klaren Suchprofils
potenzielle Geschäftspartner zu identifizieren und eine erste Evaluierung nach definierten Kriterien durchzuführen,
um schliesslich zu einer soliden „Short-List“ zu kommen.

 Akzeptieren, dass die Erschließung der afrikanischen Märkte Zeit und Geduld erfordert: Dies
bedeutet, dass Unternehmen zunächst in den Aufbau von Netzwerken und Kontakten sowie die Entwicklung eines
angemessenen Geschäftsmodells investieren müssen, ohne dass schon nach 1 Jahr Einnahmen zu erwarten sind.

 Fokussierung auf ein Marktsegment: Nicht alles gleichzeitig angehen.

76
6. Profile der Marktakteure

Institution Beschreibung Kontaktperson Kontaktdetails

KENIA
Regierung
Ministry of Energy Energieministerium Isaac Kiva E-Mail: isaackiva@energy.go.ke
Director RE Dept. Tel.: +254 20 310 112
Renewable Energy department Tel.: +254 20 535 3664

Rural Electrification Regierungsbehörde verantwortlich für die James Muriithi, E-Mail: jMuriithi@rea.co.ke
Authority Verwaltung von netzgebundenen/ netzentfernten Renewable Energy department Tel.: +254 725 607728
ländlichen Elektrifizierungsprojekten

KPLC (Kenya Power and Staatliche Netzbetreibungsgesellschaft: Verteilung Henry Gichungi, Chief Tel.: +254 95551 / +254 703070707 / +254
Lighting Company) und bestehendes Übertragungsnetz Engineer in charge of Off-Grid 732170170
power stations
Peter Mungai, PPA http://www.kplc.co.ke
Department
Ministry of Trade and Ongubo Nyakundi E-mail: ongubon@gmail.com
Industry Department of External Trade Tel: +254 20 315 001/4
Tel: +254 714 009 920
Energy Regulatory Energieregulierungsbehörde; u.a. verantwortlich Pavel Robert Oimeke, Director Tel.: +254 20 284 7000/200
Commission für die Preisgestaltung (Stromtarife, Feed-in- Renewable Energy Fax: +254 20 2717603
Tarife) und für Lizenzen zur Stromerzeugung und Mobil: +254 722 200947/734-414333
–verteilung; Vergabe von Lizenzen für E-Mail: robert.pavel@erc.go.ke
Energieauditoren
www.erc.go.ke
www.renewableenergy.go.ke
Multiplikatoren
KEPSA Dachverband und Interessensvertretung der Carole Kariuki Email: ceo@kepsa.or.ke
Privatwirtschaft in Kenia CEO

Kenya Association of Verband der Verarbeitenden Industrie; größter Jeff Murage, E-mail: Jeff.murage@kam.co.ke
Manufacturers (KAM) Industrieverband in Kenia Projektkoordinator RTAP/ Tel.: +254 20 3746022 / +254 722 201368 / +254
KAM beheimatet das CEEC – Center for Energy AFD-Kreditlinie 70 661 2384 / +254 73 4646005 / +254 7202 61149
Effiiency and Conservation: Es wurde bereits im
Rahmen eines Kooperationsprojektes mit GEF E-mail: Mary kiemakam.co.ke
(2001-2006) beim Industrieverband eingerichtet. Tel.: +254 722 628896
Das CEEC implementiert das Energie-
Auditprogramm der Regierung, vergibt die Mary Kiema, Leiterin des
jährlichen Energy Awards und ist lokaler Partner CEEC – Center for Energy

77
für die AFD Conervation

Kenya Renewable Energy NGO zur Unterstützung der Entwicklung und Charles Muchunku , Chairman Tel.: +254 20 201 4401 / +254 715116738
Association (KEREA) Ausweitung von Erneuerbaren Energien in Kenia Aisha Abdulaziz E-Mail: chairman@kerea.org,
E-Mail: aisha@kerea.org,
E-Mail: administrator@kerea.org

www.kerea.org
Kenya Flower Council Verband der unabhängigen Blumen-Produzenten Jane Ngige, CEO E-Mail: ceo@kenyaflowercouncil.org
und Exporteure, ca. 80 Mitglieder; setzt sich stark Tel: +254 720 692 477
für „Code of Conduct“ unter Berücksichtigung von Tel: +254 733 639 523
Sozial- und Umweltstandards ein.

Sugar Board Verwaltet den Sugar Development Fund (SDF). Rose Mkok E-mail: rmkok@kenyasugar.co.ke /
Dieser stellt Mittel für die Realisierung von CEO rosewke@yahoo.com
Modernisierungs-Investitionen zur Verfügung. Tel: +254 20 8018758
Der SDF speist sich aus einer 7%-Abgabe auf alle
Zuckerverkäufe, sowohl lokal hergestellten als
auch importierten Zucker.

Tourist Board Kammer zur Regulierung der Tourismusindustrie Muriithi Ndegwa Email: Muriithi Ndegwa muriithi@ktb.go.ke
CEO

Kenya Federation of Erstgründung 1995 (Neugründung 2004); David Jomeli Email: info@kenyafmb.org
Master Builders (KFMB) Mitgliedsorganisation für kleine und Tel: +254 20 4442602 | 4454248
mittelständische Kontraktoren im Baugewerbe;
Unterstützung von kleinen und mittleren
bauausführenden Unternehmen in Bezug auf die
Steigerung von Qualität, Effizienz in
Bauprojekten, z.B. durch Trainings.

Kenya Property KPDA wirkt als Verband für Bauprojektentwickler. Mrs. Robyn T. Emerson Email: info@kpda.or.ke, ceo@kpda.or.ke
Developers Association Durch Forschung und Bildungsaktivitäten CEO Tel: +254 20 523 4923
(KPDA) versucht die Organisation, die heute annähernd
100 Mitglieder umfasst, privatwirtschaftliche
Akteure in entwicklungs- und sozialpolitische
Fragen das Umsetzen von Bauvorhaben sowie der
Grundstückserschließung betreffend
miteinzubeziehen.

Kenya Association of Verband kenianischer Hoteliers Herr Vohra, Sarova Hotels E-mail: jsvohra@sarovahotels.com
Hoteliers (KHAC) Vorstandsvorsitzender von
KAHC

Kenya Chamber of Mines Gegründet 2000; Arbeitgeberverband der Tel: +254 735 119 075, +254 20 386 1217

78
Bergbauindustrie, Mineralien-Händler und Email: info@kenyachambermines.com
Bodenerkundungsgesellschaften/-unternehmen

Kenya Meat Commission It is a public institution and by far the oldest and James Tendwa Email: pa@kenyameat.co.ke
the most experienced meat processor in Kenya and Ag. Managing Director Email: jtendwa@kenyameat.co.ke
the larger East African region. Largest Tel: +254-20-2424050/1+254-45-6626041/3/4
slaughterhouse in Kenya.

Kenya Tea Development Management von 63 individuellen Teefabriken; Lucas Maina, CEO KTDA Email: lmaina@ktdateas.com
Agency (KTDA) hat mit KTDA Power eine Tochtergesellschaft, die Power Email: fmiano@ktdateas.com
sich ausschliesslich um die Energieversorgung der Herr Miano
Teefabriken kümmert; Partner eines Projektes mit
der Ethical Tea Partnership zum Thema
Energieeffizienz.

Ethical Tea Partnership Vereinigung von 30 internationalen Teefirmen; Frau Jane Phone: +254 722 234228
verfolgt das Ziel, die Teeindustrie entlang der
Wertschöpfungskette in ihrer weiteren
Entwicklung unter Nachhaltigkeitsaspekten zu
unterstützen.
Respons Ability Schweiz-basierte Fonds-Management-Fa; Patrick Huber Email: patrik.huber@responsability.com
Management eines RE+EE-Equity Fonds in Joseph Nganga Email: joseph.nganga@responsability.com
Ostafrika mit Schwerpunkt zunächst auf Kenia.

Agence Francaise de Entwicklungsbank mit Schwerpunkt auf Yves Terracol Email: afdnairobi@afd.fr
Development (AFD) erneuerbare Energien ; hat in Ostafrika eine Manager Phone: +254 20 271 84 52/7
Kreditlinie zur Förderung von RE + EE vor 3
Jahren lanciert

Co-operative Bank Finanzinstitut und lokale Partnerbank der AFD Reuben Kipkururi Email: Rkipkururi@co-opbank.co.ke
Kreditlinie Tel: +254 726 949695

Frankfurt School of Forschungsbasierte Wirtschaftshochschule in Tobias Panofen Email: t.panofen@fs.de


Finance and Management Frankfurt a.M., Deutschland. Tel: +254 712 742 659

Kooperationspartner von AFD/ KAM (Kreditlinie


Erneuerbare Energien und Energieeffizienz); ist
als Partner bzw.Consultant in die Vor-Evaluierung
von Projektvorschlägen involviert

Kenyan Climate Inkubator und Beratungsfirma im Bereich Patrick Kimathi Muguna Tel: +254 703 034 000
Innovation Center (KCIC) erneuerbare Energien.

Gesellschaft für Staatseigenes Unternehmen; Aregash Asfaw Email: aregash.asfaw@giz.de


Internationale Durchführungsorganisation deutscher
Zusammenarbeit (GIZ) Entwicklungszusammenarbeit (vor allem der

79
technischen Zusammenarbeit) ; über das
Programm develoPPP.de Zusammenarbeit mit der
deutschen Wirtschaft

Deutsche Investitions- Tochterunternehmen der Kreditanstalt für Eric Kaleja, Landesdirektor Kaleja, Eric Eric.Kaleja@deginvest.de
und Wiederaufbau (KfW); beauftragt mit der
Entwicklungsgesellschaft finanziellen Förderung sowie Beratung privater
(DEG) unternehmerischer Initiativen und Projekte in
Entwicklungs- und Schwellenländern mit dem Ziel
zu nachhaltigem Wachstum und besseren
Lebensbedingungen beizutragen.

Danish International Zuständig für die Verwaltung der dänischen Joe Okudo Email: nboamb@um.dk
Development Assistance bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Programme Manager, Tel: +254 20 4253299/2195096
(DANIDA) Business Sector Programme
International Finance Unterstützt die Privatsektorentwicklung durch Oumar Seydi Tel: +254 20 275-9000
Corporation (IFC) Investments und beratende Programme; finanziert Director
zum Teil Energie-Audits

United Nation Industrial Sonderorganisation der UN mit dem Ziel, die Patrick Kimathi Muguna Tel: +254 20 762 5302
Development industrielle Entwicklung Programmkoordinator, Clean Tel: +254 722 615 808
Organization (UNIDO) in Entwicklungsländern und Lighting Initiative
Reformstaaten nachhaltig zu fördern.
Paul Njuguna Tel: +254 20 762 5301
National renewable energy Email: p.njuguna@unido.org
expert

Ola Altera Tel: +254 20 762 4369


Email: o.altera@unido.org
United Nations Human Wohn- und Siedlungsprogramm der VN mit Vincent Kitio Email: Vincent.kitio@unhabitat.org
Settlements Hauptsitz in Nairobi, Kenia; U.a. Umsetzung des
Programme (UN– Projektes "Promoting Energy Efficiency in Sebastian Lange Email: Sebastian.lange@unhabitat.org
Habitat) Buildings in East Africa”, einer Initiative in
Kooperation mit UNEP, GEF und den
ostafrikanischen Staaten. Ziel ist es Richtlinien
und Gebäude-Standards in Bezug auf
Energieeffizienz einzuführen sowie Praktiken des
nachhaltigen Bauens zu fördern, z.B. durch
Finanzierung von ökologischem Bauen

Potential Clients
Food Processing
Agrochemicals and Food Staatseigenes Unternehmen unter der Aufsicht des Ashok Agrawal, Tel: +254 20 205447
Company Ltd (ACFC) Agrarministeriums; Produzent von Spiritus, Director/Chief Executive
Trockenhefe, Energie, etc. unter der Anwendung
nachhaltiger und umweltfreundlicher

80
Technologien.

Bidco Oil Refineries Girendra Nath Sigh Email: Girendra.singh@bidco-oil.com


Ostafrikas führender Vermarkter von Speiseöl,
Group incharge-Maintenance Tel: +254 733570599
Seifen, Reinigungsmittel, Margarine und
and Energy Management
Backpulver und besitzt eine Produktionskapazität
von 1000 Tonnen/Tag.
Diamond Industries Ltd, Bedeutender Kenianischer Hersteller von Seifen, Herr Paresh Email: php@dilpanga.com
Panga Soap Pflanzenöl, Fetten und Tierfutter Directors

Giloil Company Ltd Produzent von Pflanzenöl und Speisefett Micheal Kombo Email: kombo@gill-group.com
Production Manager Tel: +254 733606319

Kapa Oil Refineries Familienunternehmen mit ca. 2500 Angestellten; Shah Kishore Email: kishore@kapa-oil.com, production@kapa-
Herstellung von Kochfetten, Speiseölen, Production Manager oil.com
Margarine, Backpulver, Seifen und Reinigungs-/ Tel: +254 –20-6420000
Waschpulver; Erstes Unternehmen nach HACCP
UK zertifiziert (für den Speiseölbereich);

Menengai Oil Refineries Menengai Oil Refineries Ltd, Experts in Herr Deepak Email: deepak@menengaigroup.com
Manufacturing and Exporting Laundry bar soap, Tel: +254 512212356
and cooking fat

New Kenya Co-Operative War bis zur Liberalisierung (1992) Monopolist in Dr. Kikirui Arap Lang‟at Email: kipkirui.langat@newkcc.co.ke
Creameries Ltd (New Milchverarbeitung; immer noch staatliches Managing Director Tel: 254 20 398 0000
KCC) Unternehmen; exportiert v.a. Butter, Sahne und Damaris Chirchir Head of Email: damaris.chirchir@newkcc.co.ke
Ghee nach Tanzania und hat bei diesen Produkten Production
einen Marktanteil von 42% bzw. 87%

Kenyan Brookside Dairy David L. Heath Email:

Anteil von 44% am Markt der Muhoho Kenyatta Email: mdk@enke.co.ke;


Milchverarbeitungsindustrie Kenia – nach (Chairman)
Aufkäufen diverser Milchunternehmen; Email: johng@brookside.co.ke
John Gethi

Kinangop Dairies Eine von sechs führenden Herr Ndunyi Email: faiz.ndunyi@kinangopdairy.co.ke
Milchverarbeitungsfabriken Tel: +254 707561992 /0

Kevian Etablierter mittelständischer Produzent von Mr. Richard Kimani Email: md@keviankenya.com
Fruchtsäften, in erster Linie Mangos, Tomaten, Email: info@keviankenya.com
Karotten, Ananas und Passionsfrüchte. Tel: +254 722 398 802

81
Delmonte Hersteller und Vermarkter von industriell Wayne Cook Email: wcook@freshdelmonte.com
verarbeiteteten Lebensmitteln, insb. von Production Manager Tel: +254 727544221
konserviertem Gemüse sowie Früchten
George Gichia Email: GGichia@freshdelmonte.com
Engineering Manager Tel: +254 714614928

East African Breweries Ostafrikas grösster Produzent alkohol- und non- Brenda Mbathi Email: brenda.mbathi@eabl.com
Ltd (EABL) alkoholhaltiger Getränke. Group Corporate Relations Tel: +254 020 864 4000, +254 711 018000,
Director

Amos Shihundu Email: amos.shihundu@diageo.com


Head of Engineering

Jean Kiarie Email: jean.kiarie-Ngumo@eabl.com


Tel: +254 722719070
Equator Bottling Ltd. EBL ist ein Franchise situiert in Kisumu, Kenia, Enrique Huguet Email: ehuguet@equatorbottlers.com
(EBL) das mit Produkten unter dem Label “The Coca- Managing Director Tel: +254 57-2020540/1 0737822480
Cola Company” handelt.
James Finlay Kenya Tochterunternehmen der Swire Group; die Firma Justin Coleman Email: Justin.Coleman@finlays.net
fokussiert sich auf die Gewinnung und den Export CEO
von Tee. Hauptabsatzmärkte sind UK, USA, Asien
sowie zusehends auch Mitteleuropa. John Cheruiyot Email: johncheruiyot@finlays.co.ke
Head of Training Tel: +254 70808 3522
Kakuzi Ltd Geschäft umfasst Ackerbau und Forstwirtschaft. Richard Collins Email: rcollins@kakuzi.co.ke
Damit verbunden fokussiert Kakuzi Ltd sich auf CEO Tel: +254 60 2033012
Viehzucht sowie den Anbau von Tee, Avocados
und Ananas.

KenAfric Industries Herausragend aktives Unternehmen in Bezug auf Herr Saravanan Email: saravanan@kenafricind.com
betriebliche Energieeffizienz: Group Technical general Tel: +254 737126985
Manager
Mumias Sugar Das private Zuckerunternehmen mit einem Anteil Josephat Asira Email: jasira@mumias-sugar.com
von 45% an der landesweiten Produktion ist Factory Operations Director Phone: +254 734 605 009
Marktführer in diesem Segment.
Produziert auch Ethanol für industrielle
Anwendungen.

Chemilil Sugar Company Staatlicher Zuckerproduzent Charles Owelle Email: md@chemsugar.co.ke,


Managing Director caowelle25@yahoo.com
Tel: 020-2031950 0733793490

www.chemsugar.co.ke
Kibos Sugar Privater Zuckerproduzent mit einer installierten Mohammed Maqsoon Ali EMAIL: environment@kibossugar.com;
Tageskapazität von 1800 Tonnen Zuckerrohr Chief Engineer
Joyce Opondo EMAIL: environment@kibossugar.com;
Transmara Privater Zuckerproduzent mit einer installierten Mr. Ramesh Kumar Email: rameshkumarr@transmarasugar.co.ke

82
Tageskapazität von 1500 Tonnen Zuckerrohr Tel: +254 704651784

Butali Zuckerproduzent; hat im Jahr 2012 mit lediglich Pratap Keshwala Tel: +254 722620195
9,74 Tonnen Zuckerrohr eine Tonne Zucker Administration director
produziert und erzielte damit den Bestwert in der Fred Oketch Jonam Email: info@butalisugar.co.ke
gesamten Kenianischen Industrie in Bezug auf Email: fredoketch@yahoo.com
diesen Effizienz-Indikator. Tel: +254 723842730

Sony sugar Company Staatliches Zuckerunternehmen mit einem Patrick Mugenya Email: pmugenya@sonysugar.co.ke
Marktanteil von 11,6%.
Nzoia Sugar Staatliches Zuckerunternehmen mit einem Saun Wasilwa Email: md@nzoiasugar.com
Marktanteil von 12,7%. MD Tel: +254 733800500

Sukari Privater Zuckerproduzent mit einer Mr. David Okuth Email: accounts@sukarisugar.co.ke
Tageskapazität 1500 Tonnen Zuckerrohr Tel: +254 722442219

Pembe Flour Mills Mehl- und Getreideproduzent Marjan Mohammed Email: marjan@pembe.co.ke
Production Manager Tel: +254 733880303/ 0724257064
Premier Flour Mills Hersteller von Weizenvollkornmehl Ranesh Kumar Email: ramesh.kumar@premierflour.co.ke,
GM Operations Tel: +254 736901649
Unga Group Kenianischer Mehlhersteller sowie Anbieter Bet Cheruiyot Email: bcheruiyot@unga.com
hochqualitativer Nahrungsmitteln für Mensch und EngineeringMgr Tel: +254 20 532471
Tier.
Sameer Agriculture and Eines der sechs führenden Herr Sanjay Email: sanjaysharma@sall.co.ke ,
Livestock Limited (SALL) Milchverarbeitungsunternehmen Kenias Production Manager Tel: +254 20 8016161, 0202385757
Superloaf Unternehmen spezialisiert auf die Herstellung von Hafeez Manji Tel: +254 733514019
Backprodukten Email:operations@minibake.com

Trufoods Marktführer bei der Produktion und Vermarktung Herr Njiru Tel: +254 20 238 85880
regionaler Nahrungsmittel. Production Manager Email: mwanginjiru@trufoods.biz

Cement Factories
Mombasa Cement Einer der großen neuen Marktakteure und der Jitu Joshi Email: jitujoshi@mombasacement.com
grösste, nicht-gelistete Marktplayer Head Of Engineering

Bamburi Cement Mit 38% Marktführer im Zementsektor Zahir Saleh Email: zahir.saleh@bamburi.lafarge.com
Head Of Engineering
Athi River Mining (ARM) Gegründet 2012; wird 2015 voraussichtlich einen Pradeep Panurana Email: pradeep.paunrana@armafrica.com
Marktanteil von 22-25% halten.

East Africa Portland Mehrheitlich vom kenianischen Staat Kephar L. Tande Email: : customercare@eapcc.co.ke
Cement kontrolliertes Unternehmen mit einem Managing Director Tel: +254 722- 203 076
Marktanteil von 18%.

National Cement Mitglied der Devki Gruppe, die 2008 gegründet Email: sales@nccke.com

83
Company Ltd. wurde, um eine Zementfabrik am Athi River zu
bauen und zu betreiben; Marktanteil von 4%.

Hotels
Sarova Group Hotelgruppe, die Hotels in privater Rabindra Poudel Email: rabindrapoudel847@gmail.com
Eigentümerschaft umfasst; ist mehrfach in Bezug Phone: +254 717 011 749
auf Energieeffizienz ausgezeichnet worden.

Severin Hotel Deutsche Hotelgruppe in Mombasa und Tsavo Andrew Muir Email: severin@severinsealodge.com
West Phone: '+254412111800

Voyager Hotel Strandresort in Mombasa Mr. Wasike Phone: '+254733626280/725626280

Serena Hotel Internationale Hotelkette mit neun Hotels in Mr. Harrison Tuva Email: nairobi@serena.co.ke
Kenia Tel: 254-20-2710511

Tamarind Hotels Hotel- und Restaurantkette in Kenia Email: tamarind@tamarind.co.ke


Tel: + 254 (0) 713 824835/6
Steel and Plastic
Safal group The Safal Group is the leading manufacturer of flat Rakesh Bhatnagar Email: bhatnagar@safalgroup.com
and long steel products in Africa. Group Managing Director Mob: +254 734-976225

Hi-Plast Ltd Hi-Plast industries Limited is a major plastic Mahesh Dodhia Email: mahesh@hiplast.com
manufacturing company in Kenya

Highlands Plastics The Kenyan Highlands comprise one of the most Ashwin Padia Email: ashwin@highlandske.com
successful agricultural production petroleum
products, motor vehicles, iron and steel, resins and
plastics.

Brollo Kenya Ltd Brollo manufactures a wide range of value added L.P Doshi Email: info@brollokenya.com
steel and tubular products for the building and Chairman Tel: +254 (41)2312123/4/5
construction, manufacturing, automotive and
packaging industries.

Academic Institutions/ Bildung


Kiambu Institute of Technological Industrial, vocational and Mr. Nicholas Muriithi Email: principal@kist.ac.ke
Science and Technology Entrepreneurship Training (TVET) Institute Principal
(KIST)
Jomo Kenyatta University Dr. Stanley I. Kamau Email: skamau@eng.jkuat.ac.ke
Die Universität befindet sich im Nordosten
of Agriculture and Chairman, Dept of Electrical
von Nairobi. Schwerpunkte bilden die Ingenieur-,
Technology (JKUAT) and Electronics Engineering
Natur und Agrarwissenschaften

84
Kenyatta University (KU) Nach der University of Nairobi die Prof. Olive Mugenda Email: vc@ku.ac.ke
zweitgrößte Universität in Kenia Vice Chancellor
Eng. Martin Nzomo Email: nzomo.martin@ku.ac.ke
Dean School of Engineering

Jeremiah Kiplagat Email: kiplagat.jeremiah@ku.ac.ke


Inoorero University Ursprünglich Kenya School of Professional Studies Mary Mugure Email: dvc-ars@iu.ac.ke
(KSPS); zielt auf die Bildung lösungsorientierter
Unternehmer ab.

Strathmore University Private NFP-Professional School; Partnerschaft Izael da Silva Email: idasilva@strathmore.edu
mit der GIZ zur Einrichtung eines Geoffrey Ronoh Email: GRonoh@strathmore.edu
Kompetenzzentrums für Erneuerbare Energien
und Energieeffizienz.

Eldoret Polytechnic Technische Hochschule Kennedy Munyole Email: kmsitati@yahoo.com


Head of Department of Tel: +254 721 157666
Mechanical Engineering
Centurion Systems Ltd. Fortbildungen zur Automatisierung in der Kevit Desai Email: kevitdesai@gmail.com
Industrie, in strategischen Partnerschaften mit CEO
Akteuren aus der Wirtschaft (z.B. Siemens)

Potenzielle Geschäftspartner
Energy Auditors / Partners
Rencon Associates Beratungsunternehmen spezialisiert auf die Kiremu Magambo Email: info@rencon.co.ke
Bereiche erneuerbare Energien, Netzausbau und
Energieeffizienz.

Lean Energy Solutions Energiemanagement Consultancy; Dinesh Krishnarao Email: dinesh@leansolutions.co.ke


Arbeitsportfolio umfasst u.a. umfassende Tembhekar
Energieaudits, Training im Energiemanagement, CEO
Heißwasserspeicher, etc. Erstes esco in Kenya.

Libros Engineering Ingenieursfirma und Consulting; führt Julius Ogallo Email: jogallo@libroseng.edu
Services Ltd Energieaudits durch und Beratungen für div. Director Tel: +254 728 608 000
Internationale Geber.

Sustainable Energy Zertifizierte energie-Auditorin Keren Kanuthu Gitundu Email: kkkanuthu@yahoo.com


Initiative Tel: +254 722 671232
Pharos Architects Hat in Kenia und Süd Sudan LEED Gebäude, die Andrew Gremly Email:andy@pharosarchitects.com
netzgebundene und netzentfernte Solar PV Managing Director Tel: +254 720 203 030
enthalten, entworfen und gebaut.

UrkoSanchez Architects Arbeitete mit am SOS Djibouti Gebäude, das Urko Sanchez Email: urko@urkosanchez.com
spezielle Kühlungssysteme gebraucht hat. Chief Executive Officer Tel: + 254 (0) 721243387

85
Actis Es ist angekündigt, dass Actis„ Thikastraßen- Michael Turner Email: info@act.is; mturner@act.is
Projekt grüne Technologien und Director, East Africa Office Tel: +254 (0) 20 2219 952
Energiegewinnung miteinschließen wird.

86
Tanzania
Government
Ministry of Energy and Mr. James Andilile Email: andilile@gmail.com
Minerals Assistant Commissioner for Tel: +255 22 213 5159
Energy Development Tel: +255 759 804 559
Eliakim C Maswi Email: ps@mem.go.tz
PS Tel: +255 715 555555
Tel: +255 22 211 2793
Ewura Regulates the Energy and Water Services in a Lutengano U.A. Email: Imwakahesya@rea.go.tz
Transparent, Effective and Efficient Manner that Mwakaheshya, Director Tel: +255 784291801
Promotes Investments and Enhances the Socio General
Economic Welfare of the Tanzanian Society. Boniface Gissima Nyamo- Email: Bnyamo-hanga@rea.go.tz
Hanga Tel: +255 787 472737
Technical Assistance Manager Tel:+255 713 200 998
Advera Mwijage
Technical Assistance Officer Email: kokwegomba@gmail.com
Tel: +255 22 2412001/1
Tel: +255 788 590 669

TANESCO Tanzania Electric Supply Company Limited Eng, Emmanual Manirabona, Email: emmanuel.manirabona@tanesco.co.tz
(TANESCO) is a parastatal organization under the Manager Projects T&D Tel: +255 763511182
Ministry of Energy and Minerals. The Company Eng. Felchesmi J. Mramba,
generates, transmits, distributes and sells Deputy Managing Director, Email: felchesmi.mramba@tanesco.co.tz
electricity to Tanzania Mainland and sells bulk Distribution & Customer Tel: +255 767042009
power to the Zanzibar Electricity Corporation Services
(ZECO) which in turn sells it to the public in Francis M. Maze, Manager
islands_ Unguja and Pemba. TANESCO owns Large Power Users Email: francis.maze@tanesco.co.tz
most of the electricity generating, transmitting Eng. Sophia S. Mgonja, Senior Tel: +255 762450226
and distributing facilities in Tanzania Mainland Manager Distribution Email: sophia.mgonja@tanesco.co.tz
Tel: +255 767902 312
Mining Advisory Board legal and regulatory framework for mining Richard Kasesela, Chairman Email: rkasesela@gmail.com
companies Tel: +255 767777151

Chamber of Mining Tanzania Chamber of Minerals and Energy Mr. Jengo, Executive Director Email: emmanueljengo@ymail.com
represents the interests of its members in the Mob.: +255 713322692
Tanzanian mineral sector

Tanzania Building Tanzania Buildings Agency(TBA) is goverment's Fares Wilfred Tarimo Email: farestarimo@yahoo.com
Agency Execative Agency under the Ministry of Tel: +255 784 683 959 / +254 715 151522
Works(MoW) with a primary mandate of
providing quality accomodation to Goverment and
public servants as well as building consultancy
services to Government

Multipliers
87
EABC The East African Business Council (EABC) is the Andrew Luzze Email: aluzze@eabc-online.com
apex body of business associations of the Private CEO
Sector and Corporates from the 5 East African Lilian Awinja Email: lawinja@eabc-online.com
Countries. It was established in 1997 to foster the
interests of the Private Sector in the integration
process of the East African Community.

CTI Business association aiming to represent its Mrs. Christine kilindu, Email: christineKilindu@cti.co.tz
members and promote a competitive, minimally Executive Director Mobile: +255744404161
regulated business environment in Tanzania

Tanzania Private Sector An effective apex private sector organization, Godfrey Simbeye, Executive Email: simbeye@tpsftz.org
Foundation providing a focal point for the articulation of Director
private sector led approaches to Tanzania‟s
economic and social development

East African Cement An association representing the cement factories Pascal Lesoinne
Producers Association in East Africa.

Horticultural Association The Tanzania Horticultural Association (TAHA) is Jacqueline Mkindi, Executive Email: ed.taha@habari.co.tz
of Tanzania (TAHA) a Business Association grouping together all director Tel: +255 27 2544568
Arusha aspects of the Horticulture Industry in Tanzania. Email: taha@habari.com
Email: admin@tanzaniahorticulture.com
www.tanzaniahorticulture.com

TANEXA – Tanzania Tanzania Exporters Association (TANEXA) is a Mtemi Naluyaga Email: mteminaluyaga@rocketmail.com,
Exporters Association private, non governmental EXECUTIVE DIRECTOR Email: naluyaga@tanexa.com
Apex Association, which serves as Mob: +255 754 869 838
a focal point for uniting and giving
voice to Tanzanian exporters Mob: +255 713 615 434
Mr.Issac Dallushi Email:isaacdallushi@yahoo.com
CHAIRMAN
Sugar Board of Tanzania The Sugar Board of Tanzania (SBT) is under the Email: sugar@sbt.go.tz
Ministry of Agriculture, Food Security and Tel: +255 (22) 211 1523, 22 213 0598
Cooperatives.

Tanzania Dairy Board The Tanzania Dairy Board is mandated to develop, Charles M.D. Mutagwaba Phone : +255 22 2450425
regulate and promote the dairy industry in Email: tzdairyboard@bol.co.tz
Tanzania mainland. http://www.tzdairyboard.org/ ...

TAMPRODA - Tanzania TAMPRODA is the acronym for Tanzania Milk Phone: +255 23 2600778
Milk Producers Producers Association which was established in Email : tamproda_office@yahoo.co.uk
Association June 2002 by milk producers and registered with
the Ministry of home affairs

TAREA The objective of TAREA is to promote the Matthew Matimbwi Email: matimbwi@tarea-tz.org,

88
sustainable developement of Renewable Energy in Email:matimbwi@gmail.com
Tanzania Mainland.
TAREA cooperates with all important enterprises
in Tanzania, as well as (inter-)national
organisations.
Tanzania Chamber of The Tanzania Chamber of Commerce, Industry Daniel Machemba, Exceutive
Commerce, industry and and Agriculture (TCCIA) was established in 1988. Director
Agriculture It was initiated with the support of the Tanzanian
Government to strengthen the private sector. Dirk Smelty Email: dirk.smelty@smelty.com

Architects Association of Architects Association of Tanzania (AAT) is a body Dudlet Mawalla Email: joe@raha.com
Tanzania of Architects established in 1982 and boasting a Director Tel: +255 51 211 6623
total membership of 566 countrywide. These
include 328 corporate members, 40 graduate
members, 191 student members and 7 technician
members. AAT is a largest family of Architects in
Tanzania giving support in lines of continuing
professional Development (CPD), networking and
access to International Architects Organizations.

Association of ACET actively promotes the interests of its Tel: +255 22 513 851, +255 22 514 6750
Consulting Engineers members, and acts a conduit for the dissemination
Tanzania of relevant information between members

KfW The KfW, formerly KfW Bankengruppe, is a Wolfgang Solzbacher Email: wolfgang.solzbacher@kfw.de
German government-owned development bank, Office: +255 22 21 28 1-89 / 90
based in Frankfurt. Its name originally comes
from Kreditanstalt für Wiederaufbau, meaning
Reconstruction Credit Institute

GIZ Staatseigenes Unternehmen; Dr. Regine Qualmann Email: regine.qualmann@giz.de


Durchführungsorganisation deutscher Mobile: +255 754788225, +255 222115901
Entwicklungszusammenarbeit (vor allem der Marius Siebert Email: marius.siebert@giz.de
technischen Zusammenarbeit) ; über das Mob.: +25568399228
Programm develoPPP.de Zusammenarbeit mit der Jonne Brücher Email: jonnebruecher@web.de
deutschen Wirtschaft.

BANK OF AFRICA Is a commercial bank providing banking services Eric Ouattara, Deputy Mob: +255783625222,
to corporate, SME and retail clientele General Manager Email: eric.ouattara@boatanzania.com

Potential clients
Food Processing
21st Century Food and MeTL Group is a leading economic force in Vijay Raghavan R. Email: vijay@metl.net
Packaging Ltd (METL) Tanzania with major investments and successful CEO Tel: +255 22 2851175/ 0860

89
DAR operating companies in all key business sectors. +255 755 030101
The Group employs more than 24,000 people Nitin Vishwakarma Email: nitin@metl.net
across the country and has diverse interests in Assistant CEO +255 222 122 830
trading, agriculture, manufacturing, energy and +255 763 092 092
petroleum, financial services, mobile telephony, Casmir Joackim Email: casmir@metl.net
infrastructure and real estate, transport and Assistant CEO +255 222 122 830
logistics and distribution. +255 713 718 002/ +255 752 007 870
Sudi Mwanasala
Projects Consultant Email: mwanasala@metl.net
+255 786 293 322
+255 655 293 322
+255 222 126 833

+255 (22)2123316
info@metl.net
Alliance One Tobacco Alliance One Tanzania Limited (AOTL) is a Tel: +255 (23) 2603494/ 3416/ 3516/ 4611/ 12
Ltd company, which owns a tobacco factory facility Email: Tz-morogoro@aointl.com
Morogoro
Anjari Soda Factory Ltd Produces Beverage Products, Sodas, Soft Drinks
Tanga Tel: +255 (27) 264 3296, 27 264 2992
Email: anjaris@kaributanga.com

Asas Dairies Ltd ASAS Dairies Ltd ASAS Dairy Farm ... Asas Group Mr. Fuad Jaffar Email: fuad@asasgrouptz.com
of Companies is one of the oldest and biggest Director of ASAS Dairies Email: asasdairies@hotmail.com
business groups in Tanzania Tel: +255 26 2725200

Azam Bakeries Co. Ltd Azam Bakeries Limited. Azam Bakeries, one of the Tel: +255 (22) 284 2503
largest bakery in Tanzania, produces the popular Email: azam@raha.com
Azam brand bread, cakes and donuts.
Banana Investment LTD Banana Investments Ltd is a leading producer and Mr. Adolf Olomi Tel: +255 754 258 258/ +255 27 250 6475
distributor of banana alcoholic beverages in East Managing Director Email: olomiar@banana.co.tz / olomiar@gmail.com
Africa.
Bakhresa Food Products Bakhresa The Home of Azam ... of Africans by Salim Aziz Tel: 022 286 1797
Ltd providing them with essential products and 022 286 5072
DAR services of global quality at affordable prices Email: salimaziz@bakhresa.com
Mr. Patil sn Email: patil@bakhresa.com
Tel: +255 (22) 286 4313, 22 286 1940, 22 2843077
Mr Said Muhammad Abeid Email: azam@raha.com
General Manager Tel:+255 787 036422/ 22 286 1116
Email: abeid@bakhresa.com

Chai Bora Ltd Chai Bora blends, packs and makes high quality Tel: +255 (22) 286 2173, (22) 286 1298
brands of tea. Email: infdar@chaibora.com
Coast Millers Ltd Coast Millers Limited is a manufacturer of wheat Suresh Bhupathi Tel: +255733400777
DAR flour based in Dar es Salaam, Tanzania C. Engineer +255715400700

90
Email: Suresh_bhupathi@yahoo.co.in
Mr. Raval Tel: +255 (22) 240 0777, 211 4757, 2114406
Email: cmlnyati@gmail.com
Email: cml_nyati@raha.com

DarBrew Ltd Manufacture of alcoholic beverages Margareth Mlwale Tel: +255 (22) 2450143/4, 22 245 0380/2
DAR Email: Margareth.mlwale@chibuku.co.tz
Darsh Industries Ltd is leading processor of fruits and vegetables in Tel:+255 736 500 525/ 547
Tanzania Tel:+255 783 866 700, +255 752 866 700, +255 776
866 700, +255 658 866 700
Email: info@redgold.co.tz
Email: fm@redgold.co.tz
East Coast Oils And Fats East Coast Oils and Fats Ltd. East Coast Oils and Tel: +255 (22) 2850860/ 2851175
Ltd Fats is a state of the art facility for the Email: info@metl.net/ vijay@metl.net
DAR manufacture of edible oils, soaps and fats

Birchand Oil Mills Edible oil maunfacturers Mr. Parwinder singh Email: Birchandgroupnza@gmail.com
Tel: +255282500607/ +255282570259
Super Sip Ltd Tanzania‟s well known Beverage Bottlers and Mr. Prashad Email: coo@savannahgroup.co
producers of the famous Sippy and Chunky brands Tel: +255222172323/ +277712658985
of soft drinks
GFP Company Ltd GFP Limited (GFP) is a Tanzanian company based Tel: +255 278 254 8322
ARUSHA in Arusha – the gateway to Tanzania‟s northern Email: gfp@habari.co.tz
tourist circuit – that has since 1998 been engaged
in the manufacture and delivery to local and
export markets of exceptionally high quality,
exotic and natural fruit, nuts and honeys spreads
products.
Kagera Sugar Ltd Zuckerunternehmen; halt einen Marktanteil von Tel: +255282222206
15%
Kilombero Sugar Kilombero ist mit einem Produktionsanteil von Mr. Fred Northcoombes Tel: +255757585320
43% der größte Zuckerhersteller; hat in den +255232626193
letzten 5 Jahren jedoch Anteile v.a. an TPC
(Marktanteil 29%) verloren hat
Megatrade Investment Tel: +255 (27) 254 4588, 27254 4728
Ltd Email: megatrade@bol.co.tz

Mount Meru Millers Ltd Extrahiert Öl aus Sonnenblumen; Atul Mittal Tel: +255 0715400400
ARUSHA Weiterverarbeitung zu Speiseöl, d.h. Group Managing Director info@mountmeru.co.tz, atul@mountmeru.co.tz
Prozessschritte umfassen auch degumming,
dewaxing und decolorization; Fabriken auch in
Sambia, Uganda, Rwanda und Tanzania.
Mukwano Industries Ltd Ugandische Unternehmensgruppe: Hersteller von Tel: +255 (22) 784 786 515
Plastikprodukten, Trinkwasser, Seifen und Email: spwalji@gmail.com
Reinigungsmitteln, Speisölen, Tierfutter
Herstellung von Speiseöl in Tanzania

91
Mtibwa Sugar Estate Mtibwa Sugar Estate Ltd (subsidiary Of Tanzania Tel: +255232620019/91
Sugar Industries Co Ltd. Sugarcane growing and
the production of sugar and related products are
the main activities of Mtibwa Sugar Estates Ltd.
Murzah Oil Mills Raffinerie von Palmöl mit einem Marktanteil von Mr. Lakshmi Narayana Tel: +255 22 2843288/ 784 769944
40%; Ausbau der Kapazitäten von 400 Tonnen auf G.E Email: chl@murzah.co.tz
800 Tonnen/Tag.
Mwanza Fishing Fish Processing plant in Mwanza located on the Tel: +255 (28) 256 0868, 256 0885
Industries Ltd shore of Lake Victoria info@mwanzafish.com
MWANZA
NESTLE Equatorial Manufactures baked goods, milk flavorings, soups, Tel: +255 22 2781351, 767 637 853
African Region Ltd refrigerated pasta, beverages, juices, jams, baby Email: Faiz.rasool@ke.nestle.com
food, frozen meals, coffee creamers, cat food and
desserts.
Nyanza Bottling Co. Ltd Nyanza Bottling Company Ltd., [NBCL], Tel: +255 (28) 275 2562, (028) 257 1447
Mwanza incorporated in 1984, a joint venture between Email: nbcl@nbcl.biz
SUMARIA and CMG group, is one of the largest
Coca-Cola Franchises in East Africa. NBCL is
engaged in bottling & distributing Coca-Cola
products in the Lake Zone of Tanzania, comprising
Mwanza, Shinyanga, Mara, Kagera, Tabora &
Kigoma regions.
REnna Holdings Ltd Fish Processing, Fishing, Prawns. Tel: +255 754 277 462
DAR Email: norahussiri@yahoo.com
S + C Ginning Co. Ltd In 1996, Sumaria Group established a new Jayant/ Diral Tel:+255 (28) 262 1230
(Sumaria). Oil Milling & company S&C Ginning Limited, for producing Email: jayant@sumaria.biz
Cotton Ginning. cotton lint ... The company has an oil mill which Email: diral@sumaria.biz
produces quality edible oil out of the cotton seed
Said Salim Bakhresa and Bakhresa The Home of Azam ... of Africans by Mr. Abeid Email: Abeid@bakhresa.com
Co. Ltd providing them with essential products and Email: abeid@raha.com
Maize Flour/ Wheat services of global quality at affordable prices Tel: +255 (22) 286 1116/7/8
Flour Milling
SBC (T) Ltd PEPSI SBC Tanzania Limited was incorporated on April Mr. Michael Hunter, CEO Email: Michaelhunter@sbctz.com
Beverages and 5th, 2001 with the mission to “revive the Pepsi
Carbonated Drinks Cola business in Tanzania and to transform Pepsi
brands into sizeable and serious contenders for
volume and share of mind in the Tanzanian
market
Serengeti Breweries Ltd Serengeti Breweries Limited produces mild and Mr Steve Gannon Tel: +255 689 999 678
strong beers, and energy drinks CEO Tel: +255 (22) 286 0347/8
Email: Steve.Gannon@daigeo.com
Email: info@serengetibrew.com
Email: ajay@serengetibrew.com

Tan Dairies Ltd Tan Diaries Ltd (TDL) is a Tanzanian, small-scale Mr. Mmari, Managing Email: tandairiesltd@yahoo.com
milk processing private company based in Dar es Director Tel: +255 (22) 246 1084

92
Salaam Email: info@desamilk.com
Tanga Fresh Ltd Tanga Fresh is the main Dairy processor in Alnoor, MD Email: alnoorh@kaributanga.com
Tanzania and co-owned by Tanzania Dairy Tel: +255 (27) 264 4238, 718 990 006
Cooperative Union(TDCU). +255 (0) 784 607 511
Email: tangafresh@kaributanga.com
Tanzania Breweries Ltd Tanzania Breweries Ltd. engages in production, Mr. Robin Goetzsche, Email: robingoetzsche@sabmiller.com
distribution and sale of malt beer, non-alcoholic Managing Director Tel: +255 (22) 218 2779/82, 22 218 3090
malt beverages and alcoholic fruit beverages in Email: Emma.oriyo@tz.sabmiller.com
Tanzania.
TPC Sugar Situated in the Kilimanjaro region, TPC is one of Tel: +255272754389
Tanzania's largest sugar estates; of the 16,000ha
estate, about 8,000ha. of land is used for cane
plantation.
Tanzania Distilleries Ltd Tanzania Distilleries Limited (TDL) was David Mgwassa Tel: +255 (22) 286 4374, 22 286 0510/3
established in 1968 and is currently the market Email: david.mgwassa@tz.sabmiller.com
leading spirit and wine distributor and distillery in Tel: +255 767 266762/ 22 2860510
Tanzania.
Tanzania Meat Products Source a Large Selection of Meat Products at Beef, Mr. Maembe Tel:+255 (22) 246 0021/2
Ltd Pork from Tanzania +255 611 531, 754 481 068
Email: emaembe@yahoo.com
Email: info@tanmeats.co.tz
Tanzania Cigarette Tanzania Cigarette Company Limited (TCC) is a Tel: +255 (22) 286 0150/ 4
Company Ltd Tanzania-based company engaged in the Email: pmakanza@jti.com
manufacture, marketing and sale of cigarette and
tobacco products
Truck Africa Ltd Produces Edible Oils Tel:+255 (22) 212 5091
Edible Oils Tel:+255 755 666 700, 786 260 338
Email: tanoil@raha.com

Unilever Tea Tanzania Unilever Tea Tanzania Limited is a plantation Francis Kiragu Tel:+255 26 2765005/ 2765016
company operating under Unilever Tea, East Email: Francis.kiragu@unilever.com
Africa (UTEA). UTIL employs over 5,500
employees ...
Vegetable Oil Industries Produces Cooking & edible oils Direct line of production manager: +255688810555
(T) Ltd Email: Ddt1465@gmail.com
Mwanza
Tel: +255 (28) 250 0914, 28 250 2621
Email: voil@thenet.co.tz,
Email: voilmwz@voiltz.com
Vicfish, Mwanza supplier of Seafood Mr. Tiwari Email: tiwari@bahatibounty.com
Tel: +255 (28) 255 1596, 255 2306
Email: ashok@baharibounty.com
baharibounty.com

Hotels
Sopa Management Ltd The Sopa Lodges of Kenya and Tanzania have all Mr. Karim Wissanji Tel:+255 27 250 0630/9

93
ARUSHA been individually designed to compliment and Email:info@sopalodges.com
blend in with the magnificent surroundings Email: md-office@sopalodges.com

Protea Hotels Protea Hotel Courtyard is a 3 star hotel and offers Dinish Antony Tel:+255 (22) 213 0 130
affordable accommodation in Dar es Salaam, Group General Manager +255 784 206 350
Email: gm@proteadar.com

Elewana Offers accommodation in Serengeti Migration Mike Sanders Tel:+255 782 333 555
Camp, Tarangire Treetops, Arusha Coffee Lodge, Email: msanders@elewana.com
the Manor at Ngorongoro and other luxury lodges.

Textiles
Sunflag (T) Ltd Sunflag (Tanzania) Limited is a fully integrated Tel:+255 (27) 250 3897, 27 250 7270, 27 250 3497
Arusha textile and clothing company located in Arusha Email: sunflag@habari.co.tz, ajay@sunflag-tz.com
(Tanzania).

Steel
Lodhia Steel Industries Seit 2004 Hersteller von Stahl bzw. Tel: +255 (27)2548504, 272548520
Ltd Stahlprodukten Email: trishala@bol.co.tz,
ARUSHA Email: cfo@lodhiagroup.com,
Email: imports@lodhiagroup.com
MM Integrated Steel Teil der Motisun Holding (Subhash Patel); Mr. Subhash Patel Tel: +255 (0)2139158
Mills Ltd Produzent von Wellblech, beschichteten Blechen, Managing Director Email: motisunhl@cats-net.com
DAR Bewehrungsstäben, Schwarzrohren, etc.;
Investitionen auch in Zambia und Uganda

ALAF Ltd Tansanias ältestes und führendes Mr. Pankaj Kumar Tel:+255(0)2864017
Stahlunternehmen; AG, Produktion kalt gewalzter CEO Email: pankaj@alaf.co.tz
Stahlcoils, Stahlbleche, verzinkter Flachbleche,
Wellbleche, Dachfirste/ Regenrinnen, Rohre sowie
Aluminiumprodukte

Sita Steel Rollings Ltd They Manufacture various types of hollow Email: jai@sita-steel.com
Sections, Black Pipes, Z-Purlins and cut to length Tel: +255 (22)2807761/4
mild steel plate Email: info@sita-steel.com

Aluminium Holloware Produces Aluminium Collapsible Tubes, Mr. N G S P Deraniyagala Tel: +255 (0)2860425
Industries Ltd Aluminium Foils, Aluminium Furniture Technical Manager Email: Alhol_tz@ctvsatcom.net

A M Steel & Iron Mills The A.M Group is comprises of companies dealing Mr. Shikh Shahid Majeed Email: amsteeltz@gmail.com
Ltd in manufacturing of iron Bars of 10 different Managing Director
specifications and trading of different type of
commodities including import & export of ferrous
/ non-ferrous metal scrap, aluminum ingots, Agri
Products(Sunflower Oil Cake, Chana, Mung,

94
Pigeon Peas, etc.) & textile products (bed sheets,
pillows, towels, cotton fabric, etc.).

Jeje Industries Ltd Manufactures steel wool and steel mills Mr. Suresh Manek Tel: +255 (0) 2130471/2
Managing Director Email: jeje@bol.co.tz

Kamal Steel Ltd Kamal Steel is an established name in steel Mr. Gagan S Gupta Tel: +255 (0) 2862975/2864255
industry and has proficiency in manufacturing Managing Director Email: kamalsteel@hotmail.com
Integrated Steel, High tensile Deformed Bars
(Grade 460) and Mild Steel Deformed and Round
Bars, Angled, Flat and Squared Bars etc.

Steel Masters Ltd Steel Masters Limited is an integrated hot steel Mr. H M Patel Tel: +255 (0) 8263170, +255(22)2863170
rolling mill with smelter of 60 MT/per ... rolling Managing Director Email: hitesh@steelmastersltd.com
mill of 150 MT/per day capacity located in Dar es
Salaam,

Cement
Tanga Cement Co. Ltd Zementfabrik mit 31,1% prognostiziertem Mr. Erik Westerberg Tel: +255 2602784
Marktanteil für 2015; will im ersten Quartal 2015 Managing Director Email: westerberg@simbacement.co.tz
eine neue Klinkerproduktionsstätte in Betrieb
nehmen, um seine Mühlen besser mit eigenem
Klinker versorgen zu können.

Tanzania Portland Markführer; mehrheitlich im Besitz von Mr. Pascal Lesoinne Tel: +255 2630138
Cement Co. Ltd Heidelberg Cement (69%); der Tansanische Staat Managing Director Email: tpcc@twigacement.com
hält ca. 30%.

Lake Cement Ltd Cement manufacturing company Mr. Sajiv P S Kumar Tel: +255 2139610
General Manager Email: sajivkps@gmail.com

Mbeya Cement Co. Ltd Prognostizierter Marktanteil von 8,7% in 2015; Ms. Catherine Langreney Tel: +255 2124569
erweitert seine bestehenden Kapazitäten von General Manager Email: Kheri.libaba@lafarge-tz.lafarge.com
700.000 Tonnen/Jahr bis zum 2. Quartal 2015 um
eine weitere Mühle.

Mining
African Barrick Gold Tansanias größter Goldproduzent.
Email: Syadav@africanbarrickgold.com
(ABG) Drei aktive Minen (Bulyanhulu, Buzwagi, North Shailendr Yadav
Mob: +255 767565672
Mara) und Tulawaka).
Shanta Gold Eine netzentferne Anlage. Sucht nach Alternativen
zur Kostenreduzierung von 30%. Zieht 1MWp Steve Quigley, Administration Email: steveq@shantagold.com
Solar in Erwägung. Manager

Kabanga Nickel Eine Anlage in der Vorbereitung (liegt im Kevin Olshefsky Tel: +255 767 566 602

95
Nordwesten Tansanias, südlich des Victoriasees General Manager Email: kolshefsky@xstratanickel.ca
und nahe der Grenze zu Burundi).
Baubeginn in 2015 nach der Umsiedlung der
Gemeinden.
Williamson Diamonds Williamson Diamond Mine in Mwadui Charl Barnard Tel: 028 2763850,0754 643596
Ltd. (Shinyanga) ist der größte Produzent Tansanias. Country Manager and General Tel:028 2763849,0754 208614
Manager Tel: 028 2763853,0784 540166
Tel: +255 22 2151609,2152170
Mantra Uranium Voraussichtlicher Betriebsbeginn 2015

Potenzielle Geschäftspartner
Achelis As a German trading house we pride ourselves in Dino Stengel, Managing Email: dstengel@achelis.co.tz
supplying a wide range of equipment as well as Director Mobile +255 784 506095
after sales service. Achelis (Tanganyika) Limited is
build on various divisions from the supply of
Technical and material handling equipment to
Healthcare(supply of hospital & laboratory
equipment), Industrial equipment as well as
Water and Energy.
Architectural Pioneering Grüne Gebäude für den privaten Sektor. Dark Gummerich Email:Dark.Gummich@gmx.net
Consultants Ltd Tel: +255 756 592 327

PharmConsult Dr. Mtandu


Email: rugola.mtandu@pharmkonsult.com
IPP Symbion Symbion is an American Independent Power Peter Gathercole Email: peter.gathercole@symbion-power.com
Producer with power plant assets in Email: petergathercole@jaag.biz
Africa. Through our offices across the African Email: petergathercole@ymail.com
continent, Symbion builds, owns and Mob. +255 754785340
operates electrical power infrastructure. Our
power plants supply electricity to some
of the world‟s most critically underserved regions.

IPP, Jacobsen Elektro AS Jacobsen Electro has established itself as an Shaun Moore, Project Mob: +255 689906239
Independent Power Producer (IPP) Manager

IPP, Wartsila Tanzania Wärtsilä supplies power to Tanzania. Jaska Kaihua, Country jaakko.kaihua@wartsila.com
Contract Manager Mob: +255 754788113
G A K Patel & Co. Ltd Civil Engineers Tel:+255 (22) 2136657, 222116595
DAR Email: gakphq@gakp.net

CSI Electricals CSI Electrical Limited has completed a significant Chris Glasson Tel: +255 786 467591
number of complex commercial, power and Managing Director Email: chris.glasson@csielectrical.com
industrial projects in the East Africa.

Derm Electrics Derm Electrics is a professional electrical Mr. Mringo Email: Mringo@dermtz.com
contracting company committed to technical Managing Director Tel: +255 2777 4508

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competence, reliable workmanship and ethical
business practices

Mollel Electrical Mollel Electrical Contractors Limited has been Mr. Adam Mollel Email: amollel@mec.co.tz
Contractors involved in all facets of Electrical and Electro –
Mechanical Engineering, specialising primarily in
Commercial and Industrial Installation of all
Electrical

Catic International Electrical Contractors Mr. Chen Tel: +255 22 21 20210


Engineer Ltd Email: tailaibi@hotmail.com
DP Shapriya Service Provider of Architectural & Civil Kishore Shapriya Email:kbs@dpshapriya.com
Engineering, Tel: +255 22 286 5409

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7. Quellenverzeichnis
1) ESD. “Kenya Energy Atlas, Energy for Sustainable Development Africa, 2008.”
2) Kenya Ministry of Energy and Petroleum, Least Cost Power Development Plan, March 2011
3) Tanzania energy Ministry, Tanzania Power System Master Plan, 2012 update
4) ERC. “The Energy (Energy Management) Regulation, 2012.” Legal Notice No.10. 28th Sept. 2012.
5) ERC, The Solar Water Heater Regulations”, April 2012
6) ERC. “Application to Energy Regulatory Commission (ERC) for Approval of Proposed Electricity Tariffs and
Tariff Structure.” Daily Nation 21st Feb. 2013: 38-39.
7) KPLC. “Annual Report and Financial Statements 2011/2012.” 30th June 2012.
8) Ministry of Energy. “The Energy Act, 2006”
9) Ministry of Energy. “National Energy Policy-Third Draft-May 11 2012”
10) [Waiguru, Anne. “Economic Survey 3013 Highlights, Kenya National Bureau of Statistics, 2013.”
11) http://www.capitalfm.co.ke/business/2013/06/kam-pushes-for-more-green-energy/
12) Ministry of Energy. “Feed –in-Tariffs Policy for Wind,Biomass,Small Hydro,Geothermal,Biogas and
Solar.”Dec.2012: 2nd rev.
13) KPLC. “Standardised PPA for Small Renewable Energy Generators( Less than and including 10 MW)”
14) Ministry of Energy. “Connection Guidelines for Small Scale Renewable Generating Plant.” Dec 2012
15) Ministry of Energy. “Feed –in-Tariffs Policy for Wind,Biomass,Small Hydro,Geothermal,Biogas and
Solar.”Jan.2010: 1st rev.
16) Kenya Dairy Board, http://www.kdb.co.ke/ , marketing information
17) COWI, Evaluation of the EU Support to the National Sugar Adaptation Strategy in Kenya, January 2014,
Draft
18) Brian Chisanga et al., Competition in the regional sugar sector; the case of Kenya, South Africa, Tanzania
and Zambia, April 2014
19) KETS, Baseline Study for Sugar Agribusiness in Kenya, Draft Report 2013
20) United Nations Development Programme: Greening the Kenya Tea Industry and the Road to Durban - COP
17
21) Monitoring African Food and Agricultural Policies (MAFAP); MAFAP POLICY BRIEF #5; June 2013
22) http://www.indexmundi.com/commodities/?commodity=tea&months=360
23) Kenya Flower Council, http://www.kenyaflowercouncil.org/index.php/2013-03-24-08-12-08/floriculture-
in-kenya
24) HCDA and USAID, Horticulture validated Report 2012
25) Tanzania Plantation and Agricultural Worker Union (TPAWU): Action Research Report: Factors Affecting
Labor Conditionsin Horticulture, 2011
26) Standard Investment Bank, East Africa Cement Sector, Juni 2012
27) LBNL, Energy Efficiency Improvement and Cost Saving Opportunities for Cement Making, 2008
28) Kenya National Bureau of Statistics, Facts &Figures 2012
29) Tanzania National Bureau of Statistics, Quarterly Production of Industrial Commodities 2004 – 2012
30) http://www.agaportal.de/en/aga/deckungspolitik.html