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Innovation chemie report 01+02.

2019

Alleinstellungsmerkmal: Das CIF führt


­Wissenschaft und Wirtschaft zusammen.

Chemical Invention Factory

Zukunftsfabrik in Berlin
Der Transfer von Wissen und transfer als unabhängige Zukunftsfabrik
­Technologien zwischen Wissen- werden“, so der TU-Chemiker Professor
schaft und Wirtschaft hat sich in Dr. Matthias Drieß, der gemein­sam mit
ver­schiedenen Industrien als effek- seinem Kollegen Professor Dr. Reinhard
tiver Weg zur Förderung des Nach- Schomäcker die CIF als wissenschaft­
wuchses sowie innovativer Produkt- liche Direktoren initiierte.
und G ­ eschäftsideen etabliert. Der Die Idee der „Grünen Chemie“ durch ein Coaching- und Mentoring­
­Wissenschaftsstandort Berlin punk- wurde bereits vor rund 20 Jahren entwi­ programm auf ihren ersten Schritten in
tet dabei im Bereich der Chemie mit ckelt, ist damit aber ein vergleichsweise die unternehmerische Selbständigkeit.
einem Alleinstellungsmerkmal bei junges Gebiet der Chemie. Im Fokus Gründungsinteressierte Absolventen in
der Förderung neuer Karrierewege: steht die Entwicklung von Produkten, der Vorgründungsphase werden in
ein eigenes ­Vorgründungszentrum die nicht umwelt- und gesundheitsschä­ direktem Anschluss durch Hochschul­
für „Grüne Chemie“ entsteht. digend sind. Einer der Begründer ist lehrer am Institut für Chemie der Techni­
John C. Warner, der Namensgeber der schen ­Universität Berlin betreut.
Eine erfolgreiche Transformation von CIF. Er formulierte mit seiner Publikation Aktuell entwickelt etwa „Porosil“, so
Forschungsergebnissen zu hochinno­ „Green Chemistry: Theory and Practice” der Projektname eines Vorgründungs­
vativen Unternehmensausgründungen bereits im Jahr 1998 die zwölf Leitprin­ teams, hochwertige Materialien, die
im Feld der „Grünen Chemie“, der zipien der „Grünen Chemie“. nachhaltigere und effizientere Produkti­
Material­wissenschaften oder der Nano­ onsprozesse in der Chemie- und Phar­
technologie ermöglichen. So lautet das SPIN-OFF VON EXZELLENZ­CLUSTERN maindustrie ermöglichen. Von ihrer
zentrale Ziel der „Chemical Invention Startpunkt für die CIF an der TU Anwendung in katalytischen Prozessen
Factory“ (CIF), dem „John Warner Cen­ Berlin war das erfolgreiche Pilot­projekt über die Abtrennung von Verunreini­
ter for start-ups in Green Chemistry“, INKULAB. Das INKULAB ermöglicht gungen bis hin zur Rückgewinnung von
das als unab­hängiges Vorgründungszen­ ­Studierenden und Forschen­den die wertvollen Chemikalien weisen diese
trum an der Technischen Universität (TU) ­Nutzung kostenfreier Laborarbeits­ silicabasierten Materialien ein breites
Berlin im Jahr 2018 ins Leben gerufen plätze, um innovative Ideen im Bereich Anwendungsspektrum auf und sorgen
wurde. der Chemie Realität werden zu lassen. bei etlichen chemischen Herstellungs­
„Das Center soll zu einem Modell für Zu Beginn begleitet sie das universitäts­ prozessen für Kostensenkungen sowie
Nachwuchsförderung und Technologie­ eigene Centre for Entrepreneurship eine Verminderung von Abfällen. Im

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01+02.2019 chemie report Innovation

„Das Center soll zu einem Modell


für Nachwuchsförderung
und Technologietransfer als
­unabhängige Zukunftsfabrik
­werden.“
Professor Dr. Matthias Drieß,
Wissenschaftlicher Direktor der Chemical Invention
Factory

nächsten Schritt plant „Porosil“ in die (wieder)vereint, hat die Berliner Kata­ ration mit einem Industrie- und Start-up-
Ausgründungsphase überzugehen und lyseforschung in eine neue Ära geführt Partner.
wird dabei von der Universität intensiv (siehe Abbildung). Die CIF baut diesen
betreut. Schwung in der Vorgründung in grö­ CIF MIT ALLEINSTELLUNGSMERKMAL
Hervorgegangen ist das INKULAB, ßerem Maßstab aus und ist eine nach­ Das Vorgründungszentrum CIF soll
das von der Berliner Industrie- und haltige strukturelle Maßnahme des im sowohl graduierten Entre­preneuren als
­Handelskammer finanziert wird, aus dem Rahmen der Exzellenz­strategie der auch Intrapreneuren, also Vordenkern
Berliner Exzellenzcluster UniCat (Uni­ Länder und des Bundes neu bewilligten innerhalb von Unternehmen, durch
fying Concepts in Catalysis, 2007 bis Exzellenzclusters UniSysCat (Unifying Transferwissen den Weg zu Ausgrün­
2018), in dem die Gemein­samkeiten und ­Systems in Catalysis, 2019). Zudem wird dungen sowie inno­vativen Prozess- und
Unterschiede von chemischer und biolo­ die zukünftige Relevanz von Digitali­ Produktentwicklungen ebnen. Mit Blick
gischer Katalyse erforscht wurden. Der sierung in der Chemie in der Lehre auf die externen Partner richtet sich das
mit Berlin und Potsdam länderübergrei­ implementiert. Ab dem Wintersemester Center sowohl an Industriekonzerne als
fende Exzellenzcluster UniCat, der bio­ 2019/20 initiiert die TU Berlin den Uni­ auch kleine und mittelständische Unter­
logische und chemische Katalyse versitätskurs „Data Analytics“ in Koope­ nehmen. Dieses Zusammenführen der
Zielgruppen aus der Universität und der
Wirtschaft macht das Alleinstellungs­
HIGHLIGHTS DER KATALYSEFORSCHUNG IM BERLINER RAUM merkmal der Berliner Nachwuchsförde­
rung und den neuen Ansatz der
2007 Chemie-Nobelpreis für Gerhard Ertl (Fritz-Haber-Institut und TU Berlin) ­Chemical Invention Factory aus.
2007 – Gastbeitrag von Sebastian Müller,
Exzellenzcluster UniCat (Unifying Concepts in Catalysis)
2018 Managing Director Chemical Invention Factory
2007 Gründung der BIG-NSE (contact:@chemicalinventionfactory.com)
(Berlin International Graduate School of Natural Sciences and Engineering)

2013 Erste erfolgreiche Spin-off-Gründung aus UniCat: DexLeChem GmbH

2017 Eröffnung des INKULAB für weitere Spin-offs


ab Service:
Exzellenzcluster UniSysCat (Unifying Systems in Catalysis)
2019
Weitere Informationen unter:
www.chemicalinventionfactory.com
Quelle: CIF Twitter: @boostfounders

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