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ABHANDLUNGEN

DER RHEINISCH-WESTFALISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFrEN

Sonderreihe
PAPYROLOGICA COLONIENSIA
Vol. XI

Katalog der Bithynischen Münzen


der Sarnınlung
des Instituts für Altertumskunde
der Universitat zu Köln

Band 1

Nikaia
Mit einer Untersuchung der
Pragesysteme und Gegenstempel

Von Wolfram Weiser


ABHANDLUNGEN
DER RHEINISCH-WESTFALISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN

Sonderreihe
PAPYROLOGICA COLONIENSIA
Herausgegeben von der
Rheinisch-Westfalischen Akademieder Wissenschaften
in Verbindung mit der Universitat zu Köln
Vol. XI
Band 1
ABHANDLUNGEN
DER RHEINISCH-WESTFALISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN

Sonderreihe
PAPYROLOGICA COLONIENSIA
Herausgegeben von der
Rheinisch-Westf<ilischen Akademieder Wissenschaften
in Verbindung mit der U niversitat zu Köln
Vol. XI

Katalog der Bithynischen Münzen


der Sarnınlung des Instituts
für Altertumskunde der U niversitat zu Köln

Band 1
PAPYROLOGICA COWNIENSIA · Vol. XI

Katalog der Bithynischen Münzen


der Sarnınlung
des Instituts für Altertumskunde
der U niversitat zu Köln

Band 1

Nikaia
Mit einer U ntersuchung der
Pragesysteme und Gegenstempel

Von Wolfram Weiser

SPRINGER FACHMEDIEN WIESBADEN GMBH


Das Manuskript
wurde der Klasse für Geisteswissenschaften
am 19. Oktober 1983
von der Papyruskommission vorgelegt.

CIP·Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek

Weiaer, Wolfram: Katalog der bithynischen Münzen der Sarnınlung


des Instituts für Altertumskunde der Universitit zu Köln/von Wolfram Weiser.
(Abhandlungen der Rheinisch-Westf'alischen Akademie der Wissenschaften:
Sonderreihe Papyrologica Coloniensia; Vol. 11)
NE: lnstitut für Altertumskunde (Köln); HST; Rheinisch-Westialische Akademie
der Wissenschaften (Düsseldorf): Abhandlungen der Rheinisch-Westialischen Akademie
der Wissenschaften 1Sonderreihe Papyrologica Coloniensia
Bd. 1. Nikaia: mit e. Unters. d. Prigesysteme u. GegenstempeJ. -1983.
ISBN 978-3-531-09919-4 ISBN 978-3~63-14393-2 (eBook)
DO! 10.1007/978-3-663-14393-2

© 1983 by Springer Fachmedien Wiesbaden


Ursprünglich erschienen bei Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1983

ISSN 0078-9410
V O R WO R T
Die vorliegende Arbeit dient dem Ziel, einerseits die
263 Münzen der bithynischen Stadt Nikaia zu publizieren,
die sich im Institut für Alterturnskunde der Universitat
zu Köln befinden, andererseits aber zur Lösung einiger
der vielen Problerne dieses interessanten Gebietes beizu-
tragen. Zu diesern Zweck wurden auch diejenigen Münzen be-
rücksichtigt, die bereits in Monographien und Katalegen
von Sarnrnlungen und Auktionen veröffentlicht sind.
Es ist dem Autor eine angenehrne Pflicht, denen Dank
zu sagen, ohne deren Mithilfe diese Untersuchung kaurn zu-
stande gekornrnen ware.
Prof.Dr.R.Merkelbach hat rneine Arbeiten durch rnanchen
wichtigen Rat in die richtigen Bahnen gelenkt. Für die
nurnisrnatischen Gesprache, die rnir halfen, die rnannigfal-
tigen Hürden der Münzkunde Kleinasiens zu nehrnen, bin ich
Dr.A.GeiBen dankbar; Dr.J.Nolle steuerte manche Hilfe zur
Bewaltigung epigraphischer Fragen bei. Der Gipsabdruck
einer wichtigen Münze wurde dem Autor von Dr.M.J.Price
(British Museum, London) zugesandt; der Hinweis auf den Auf-
bewahrungsort des Stückes ist Dr. H.-D.Schultz (Berlin) zu
verdanken.
Das Arbeiten wurde wesentlich erleichtert durch M.Klein,
M.A., der nicht rnüde wurde, dem Autor Kopien entlegener
Literatur aus den beneidenswerten Bestanden der Universi-
tat zu Frankfurt arn Main zuzusenden.
Die Fotos auf den Tafeln wurden vorn Autor in den Ge-
schaftsraurnen der Münzen und Medaillen-Galerie Köln auf-
genornrnen, was H.-J.Knopek, der Inhaber des Unternehrnens,
groBzügig gestattet hatter
SchlieBlich sei Benjarnin Guderian, Dr.W.Arneling und be-
sonders Dietlind Möller M.A. für das Lesen der Korrektur
gedankt.
Das Manuskript wurde im Januar 1982 abgeschlossen.

Wolfram Weiser
ME I N E N EL T E RN
1 NHAL T

V VORWORT
VII-X INHALTSVERZEICHNIS
XI-XXVI LITERATURVERZEICHNIS

1-6 EINLEITUNG
1-4 - Altere Veröffentlichungen von Münzen aus Nikaia
4-5 - Die Kölner Sarnınlung von Münzen aus Nikaia
5-6 - Die Ermittlung von Pragesystemen
6 - Die Gegenstempel auf bithynischen Münzen der Römischen
Kaiserzeit
7-17 ANHANG ZUR EINLEITUNG: Münzen aus Nikaia, die in Kata-
logen des Münzenhandels publiziert sind

19-186 TEIL I: BEIT~GE ZUR ERFORSCHUNG DER NUMISMATIK


BITHYNIENS IN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT
21-40 1.KAPITEL: DAS P~GESYSTEM IN NIKAIA UNTER
PHILIPPUS (244-249)
23-26 - Die Aversstempel mit dem Portrait des Philippus seni or
26-28 - Die Aversstempel mit dem Portrait der Otacilia Severa
29-30 - Die Aversstempel mit dem Portrait des Philippus Caesar
30-32 - Die Aversstempel mit dem Portrait des Philippus junior
als Augustus
33-36 - Zusammenfassung
37-40 ANHANG ZUM 1. KAPITEL
37 - Liste der Aversstempel
38-39 - Liste der Reversstempel
40 - Skizzierung des Pragesystems 244-249 in Nikaia

41-57 2.KAPITEL: DAS P~GESYSTEM IN NIKAIA UNTER


TREBONIANUS GALLUS (251-253)
43-49 - Münzen mit dem Portrait des Trebonianus Gallus
50-53 - Münzen mit dem Portrait des Volusianus
54 - Zusammenfassung
55-57 ANHANG ZUM 2.KAPITEL
55 - Liste der Aversstempel
55-56 - Liste der Reversstempel
57 - Skizzierung des Prageaufbaus 251-253 in Nikaia

59-104 3.KAPITEL: DAS P~GESYSTEM IN NIKAIA UNTER


VALERIAN UND GALLIENUS (253-ca.261)
67-68 - Pragephase I (253)
VIII Inhalt

68-69 - Pragephase II (253/255)


69 - Pragephase III (ca. 256)
70-76 - Pragephase IV (ca. 256)
76-77 - Pragephase V (256)
77-78 - Pragephase VI (ca.256)
78-79 - Pragephase VII (256)
80 - Pragephase VIII (ca. 256)
80-81 - Pragephase IX (ca. 256/257)
81-85 - Pragephase X (256/257)
85-87 - Pragephase XI (Mitte 258)
87-88 - Pragephase XII (ca. 259/260)
88-91 - Priigephase XIII (ca. 259/260)
91 - Pragephase XIV (ca.261)
92-93 - Zusammenfassung
94-104 ANHANG ZUM 3.KAPITEL
94 - Systematik der Pragephasen von 253 bis ca.261
95-97 - Liste der Aversstempel
97-100 - Liste der Reversstempel
1 O1-1 O4 - Skizzierung des Pragesystems
107-183 4.KAPITEL: DIE GEGENSTEMPEL AUF MUNZEN BITHYNIENS
IN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT
109-111 - zur Forschungsgeschichte
111-11 3 - vorbemerkungen
111-11 2 - Undeutlichkei t der Stempelungen
112-113 - Punzen auf Münzen mit hohen Reliefs
113 - Mehrfach-Punzierungen mit derselben Punze
113-117 - Monogramm-Gegenstempel in Bi thynien
117-140 - Bild-Gegenstempel in Bithynien
117-118 - Gruppe A (bartiger Kaiserkopf)
118 - Gruppe B (weiblicher Kopf (einer Kaiserin ?) )
118-12 7 - Gruppe C (N ike auf dem Avers)
127-128 - Gruppe D (Nike auf dem Revers)
1 28-13 7 - Gruppe E (Kopf eines Regenten ohne Bart)
130-131 - in Prusias am Hypios
13 2-13 3 - in Nikomedeia
13 4-13 6 - in Nikaia
13 7 - Zusammenfassung der Da tierungen der Gruppe E
Inhalt IX

137-140 - Zuweisungen und Interpretationen der Gruppen A-E


1 41-1 8 3 - Zahlen-Gegenstempel (Gruppe F)
143-150 - verzeichnis der erfaBten Münzen mit Zahlenmarkierungen
150-154 - Die Orte der Zahlen-Gegenstempelungen
154 - Hinweise zur Datierung von Zahlen-Gegenstempeln
154-183 - Die Pragung von Aesgeld in der Provinz Bithynia et
Pontus
16 1- 16 5 - Das Wertverhiil tnis zwischen Münzen mit Wertzeichen
und solchen ohne Wertangabe
165-173 Wiihrungspolitik im 3.Jhdt.n.Chr. in Bithynia et
Pontus am Beispiel der Stadt Nikaia
173-183 - Aesgeld-Aufwertung und Antoninian-Inflation
185 INDEX DER ST~DTE, DEREN MUNZEN IN TEIL I BE-
SPROCHEN WURDEN

187-331 TEIL II: KATALOG DER KÖLNER SAMMLUNG VON MUNZEN


AUS NIKAIA (mit Kornrnentaren und Indices)
189-193 - Zur Benutzung des Kataloges
195-308 - Katalog

311-331 INDICES ZUM KATALOG


313 - Index I: Liste der Prageherren
3 14 - Index II : Inedita
315-316 - Index III: Averslegenden (nicht aufgelöst)
317-318 - Index IV: Averslegenden (aufgelöst)
319 - Index V: Reverslegenden (nicht aufgelöst)
320 - Index VI: Reverslegenden (aufgelöst)
321 - Index VII: Namen von Proconsules
3 21-3 2 2 - Index VIII: Namen von Agonen
323-330 - Index IX: Darstellungen auf den Reversen
331 - Index X: Gegenstempel

333-370 BESCHREIBUNGEN DER MUNZEN AUF DEN TAFELN 25-36,


DIE NICHT IN DER KÖLNER SAMMLUNG VON MUNZEN AUS
NIKAIA LlEGEN
X Inhalt

TAFELN

1-19 Die Münzen aus Nikaia in der Kölner Sammlung


20-23 Die Gegenstempel auf den Münzen aus Nikaia in
der Kölner Sammlung (im MaSstab 2:1)
25-34 Münzen und andere Gegenstande, die sich nicht in
der Kölner Sammlung von Münzen aus Nikaia befin-
den, die aber zu Vergleichszwecken zitiert wurden
35 Das System der Narninale in der Römischen Kaiser-
zeit bis zur Inflation des dritten Jahrhunderts
(Denar bis Semis bzw. bis Hemiassarion)
36 VergröBerungen (im Verhaltnis 2:1) von sechs
Münzen aus Nikaia (3) und aus Nikomedeia (3)
LITERATURVERZEICHNIS
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nach der zweiten unveranderten Auflage in:
A.Alföldi (1967) S.123-154
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historischen Ereignisse im Osten zwischen
260 und 270 n.Chr., in: Berytus 5,1 (1938) S.
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Auflage in: A.Alföldi (1967) S.155-209
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krise des 3.Jahrhunderts nach Christus. Darm-
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satze stehen oben unter A.Alföldi (1938) und
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daillons (= AMuGS 6) Berlin 1976
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gung - Untersuchungen zu ihrer Bedeutung für
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Mainz 1978
F.Altheim (1938) F.Altheim. Die Soldatenkaiser. Berlin 1938
AMNG I,1 ->- B.Pick (1898)
AMNG I,2 ->- B.Pick/K.Regling (1910)
AMuGS Antike Münzen und geschnittene Steine (Die
einzelnen Bande dieser Reihe sind unter den
jeweiligen Autorennamen erfaBt).
ANRW H.Temporini/W.Haase (Hrsg.). Aufstieg und
Niedergang der römischen Welt. Geschichte
und Kultur Roms im Spiegel der neueren For-
schung. Berlin/New York 1972- (Die zitierten
Beitrage sind unter den Namen der jeweiligen
Autoren erfaBt).
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E. Weber (1979) E.Weber. Hostilius Marcellus - Priester des
Antinoos, in: Litterae numismaticae Vindobo-
nenses Roberto Goebl dedicatae. Wien 1979,
S.65-70
W.Weiser (1980) W.Weiser. Ein Denar des Uranius Antoninus ?
in: Geldgeschichtliche Nachrichten 79 (1980)
s.235-236
P.WeiB (1979) P.WeiB. Die Abkürzungen fB und rr auf den
spatkaiserzeitlichen Münzen von Tarses und
Anazarbos, in: Chiron 9 (1979) 8.545-552
P.WeiB (1980) P.WeiB. Zwei Münzen aus Nikaia und !lion, in:
Chiron 10 (1980) S.485-491
L.C.West (1957) L.C.West. The Relation of Subsidiary Coinage
to Gold under Valerian and Gallienus, in: Ame-
rican Numismatic Society, Museum Notes 7
(1957) s.95-123
L.Wickert (1926 Lic.46) = L.Wickert. RE 13.1 (1926) Artikel P.Licinius
Cornelius Saloninus Valerianus (= Licinius
46) Sp.236-239
L.Wickert (1926 Lic.47) = L.Wickert. RE 13.1 (1926) Artikel P.Licinius
Cornelius Valerianus (= Licinius 47) Sp.239-
247
R.Zahn (1904) R.Zahn. Siegerkrone auf einer Tonlampe, in:
ZfN 24 (1904) S.355-366
ZfN Zeitschrift für Numismatik
R.Ziegler (1977) R.Ziegler. Münzen Kilikiens als Zeugnisse
kaiserlicher Getreidespenden, in: JNG 27
(1977) s. 29-67
X~I Li teratur

R.Ziegler (1978) R.Ziegler. Die Münzpragung der römischen


Kolonie Cremna in Pisidien unter Aurelian,
in: Schweizer Münzblatter 112 (1978) 8.89-
92
ZPE Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik
E I N L E I T U NG
Im Institut für Altertumskunde der Universitat zu Köln
wird, neben einer groBen Sammlung agyptischer Münzen aus
der Römischen Kaiserzeit, eine weniger umfangreiche Kol-
lektion kleinasiatischer Pragungen aufbewahrt. Den wich-
tigsten Teil dieser Sammlung bilden 263 Münzen aus der
bithynischen Stadt Nikaia.
Das Ziel dieser Arbeit war zunachst nur, einen Kata-
log dieser Münzen zu erstellen. Aber bei der Ausarbeitung
ergaben sich neue Erkenntnisse, die darzustellen der Mühe
wert schien. So wurden dem Katalog der Münzen (Teil II)
als Teil I eine Reihe von Untersuchungen zur Numismatik
Bithyniens vorausgeschickt. In den ersten drei Kapiteln
dieses Teils wird versucht, die Pragesysteme zu rekonstru-
ieren, nach denen in Nikaia unter den Kaisern Philippus
(244-249) , Trebonianus Gallus (251-253) sowie Valerian und
Gallienus (253-ca.261) gepragt worden ist.
Das vierte Kapitel enthalt eine Untersuchung der Gegenstem-
pel auf den bithynischen Münzen der Römischen Kaiserzeit.
Dabei erwies sich die Untersuchung der Zahlenmarkierungen
als besanders aufschluBreich, da diese Wertzeichen mit der
Inflation des 3.Jhdts.n.Chr. zusammenhangen.
Die nun falgenden technischen Mitteilungen (s.1-17),
welche der eilige Leser überschlagen kann, sind für den
numismatischen Spezialisten nötig.

~LTERE VERÖFFENTLICHUNGEN VON MüNZEN AUS NIKAIA


C.Bosch hat in seinem Werk über bithynische Münzen ein Ver-
zeichnis des ihm bis 1935 verfügbaren Bestandes erstellt
(C.Bosch (1935) s.92). Er hatte aus den groBen Kabinetten der
Welt (vgl. ebd. s. v) 1993 Münzen aus Nikaia zusammengetragen.
Leider ging diese Kartei der Forschung verloren.
Seitdem sind zwei Werke erschienen, die viele Münzen
aus Nikaia enthalten (SNG Kopenhagen Band 18 Nr.465-544 und SNG
v.Aulock Band 2-3 Nr.531-735 und Band 15 Nr. 7010-7098). Darnit waren
374 Stücke mit beidseitigen Fotos veröffentlicht.
In K.Krafts posturo erschienenem Werk (1972) über die
Pragesysteme Kleinasiens unter Rom wurden 31 Münzen aus
2 Einleitung

Nikaia veröffentlicht, von denen 20 Stücke aus der SNG


v.Aulock stammen und in der entsprechenden Sylloge schon
abgedruckt waren 1
Die alteren l"laterialpublikationen genügen modernen Ansprü-
chen in den meisten Fallen nicht.
Das Corpus von Mionnet, das in Band 2 (T.E.Mionnet (1807) s.
449-465 mit Nr.201-297) 97 Pragungen aus Nikaia und im Supple-
mentband 5 weitere 569 Stücke verzeichnete (T.E.Mionnet, Sup-
pHıment 5 (1830) s.7B-165 mit Nr.395-963), enthalt fast keine Ab-

bildungen und ist inzwischen veraltet. Oft waren viele der


aufgeführten Münzen offenbar sehr schlecht erhalten~ des-
halb sind viele Legenden verlesen, Darstellungen falsch be-
stimmt und zweifelhafte Münzen als echt übernommen worden.
Weil wegen der fehlenden Abbildungen die Beschreibungen
nicht nachprüfbar sind, kann das Werk nur mit Vorsicht be-
nutzt werden, wenn es um Katalogzitate geht~ zur Untersu-
chung von Stempelkoppelungen scheidet es wegen der fehlen-
den Bebilderung ganzlich aus.
Im BMC wurden 160 Münzen aus Nikaia aufgeführt (Band 13 (1889)
s.152-178 Nr.1-160), aber nur neun Averse und 44 Reverse sind
in recht mangelhaften Fotos abgebildet, das sind weniger
als 17% der Averse und Reverse dieser Münzen.
Ein besonderes Problem stellt die Pulılika­
tion der Sammlung Waddington dar: Es werden zwar 873 Münzen
aus Nikaia katalogisiert (W.H.Waddington (1910) Nr.1-873) und
die meisten Reverse sind abgebildet, aber Mhnlich wie im
BMC werden nur sehr sporadisch Vorderseitenfotos geboten.
AuBerdem ist es leider bei der Vorbereitung dieses Werkes

1 ) K.Kraft (1972) Tafel 97 Abb.1 = SNG v.Aulock 7033; Tafel 97


Abb.2 = SNG v.Aulock 7035; Tafel 97 Abb.3 = SNG v.Aulock 7032; Tafel
97,10 = SNG v.Aulock 7041; Tafel 101 Abb.24 = SNG v.Aulock 7048; Tafel
102 Abb.39a = SNG v.Aulock 656; Tafel 103 Abb.46a = SNG v.Aulock 655;
Tafel 104 Abb.55 = SNG v.Aulock 7051; Tafel 104 Abb.60 = SNG v.Aulock
7054; Tafel 104 Abb.61 = SNG v.Aulock 7055; Tafel 105 Abb.73 = SNG v.
Aulock 7053; Tafel 106 Abb.80 = SNG v.Aulock 7057; Tafel 106 Abb.81 =
SNG v.Aulock 7058; Tafel 106 Abb.82 = SNG v.Aulock 7063; Tafel 106 Abb.
83 = SNG v.Aulock 7072; Tafel 106 Abb.86 = SNG v.Aulock 7060; Tafel 106
Abb.87 = SNG v.Aulock 1064; Tafel 107 Abb.101 = SNG v.Aulock 7087; Ta-
fe! 107 Abb.103 = SNG v.Aulock 7094; Tafel 107 Abb.105 = SNG v.Aul.7098
Nikaia 3

zu Verwechselungen gekommen: Im Einzelfall ist oft nicht


sicher, daB die Numerierung der Fotos mit den Katalognum-
mern übereinstimmt und daB die Avers- und Reversfotos
richtig sortiert wurden, von vielen Besti'mmungsfehlern
ganz zu schweigen (vgl. C.Bosch (1935) S.III-IV) 2 •
Von den 29 Münzen aus Nikaia, die Grose
sorgfaltig veröffentlicht hat, sind immerhin 25 Exemplare
mit Avers- und Reversfotos dokumentiert (S.W.Grose, Band 3
Nr.7480-7508).
Weitere Münzen der Stadt Nikaia sind an vielen versteckten
Orten publiziert. Bei der ErschlieBung dieser oft entlege-
nen Arbeiten und Erwahnungen hat E.Schönert-Geiss mit ih-
rem Literaturüberblick (E.Schönert-Geiss (1978) 8.607-658) im-
mer willkommene und nicht selten unentbehrliche Hilfe ge-
leistet.
Zur Katalogisierung der Kölner Sammlung hat sich der Autor
auBerdem bemüht, möglichst viele der modernen Auktionskata-
loge und Lagerlisten des Münzenhandels durchzusehen.
Die für den Autor erreichbaren Veröffentlichungen dieses
Genres enthalten über 400 Zitate von Münzen aus Nikaia
(s.u.S.7-17).
Solche Kataloge genügen manchmal höchsten Ansprüchen.
Im Bereich der antiken Numismatik Kleinasiens erreichen die
Bearbeitungen einiger Firmen den Rang wissenschaftlicher
Arbeiten 3 • Viele andere Unternehmen lassen dagegen Sorg-
falt und Aufwand bei den Beschreibungen und Abbildungen
soleber Münzen vermissen, weil sie - was durchaus verstand-

2)
Ein typisches Beispiel dafür ist die Nummer 787. Diese Münze
ist angeblich auf Tafel 86 alE Nummer 26 abgebildet. Die Fotos zeigen
aber die Nr.788, beider in der Beschreilıung kein Foto angegeben ist.
In Wirklichkeit ist also die Nr.788 abgebildet und nicht die 787. Das
ist umso bedauerlicher, als in der Beschreibung der Nr.787 eine für Ni-
kaia ansonsten unbekannte Averslegende angegeben ist, die sicher verle-
sen wurde. Der Katalog der Sammlung Waddington ist daher nur mit gröB-
ter Vorsicht zu verwenden.

J) Das gilt besonders für die Katalogeder deutschen Unternehmen


G.Kastner(t) in München und der Münzen und Medaillen-Galerie in Köln,
sowie den Schweizer Firmen F.Sternberg in Zürich, Bank Leu AG in Zürich
und Münzen und Medaillen-AG in Basel.
4 Einleitung

lich- wirtschaftlichen Zielen ersten Vorrang einraumen 4 •


Nur zu oft bleiben dadurch wichtige Münzen unerkannt und
eine angemessene Auswertung dieser Dokumente in der For-
schung wird nicht ermöglicht.
Dennoch wurden auch solche undifferenzierten. Zitate ..:. mit
der gebotenen Vorsicht - beachtet, um die Relikte der ni-
kaischen Münzpragung möglichst vollstandig zu erfassen.
Für Literaturzitate im Katalog der Kölner Sammlung standen
sornit etwa 2.500 höchst unterschiedlich publizierte Ver-
gleichsmünzen zur Verfügung.

DIE KöLNER SAMMLUNG VON MüNZEN AUS NIKAIA


Die 263 Münzen aus Nikaia in der Kölner Sammlung verteilen
sich auf die folgenden Epochen:
vor Augustus (vor 27) s
Augustus (27- ı4) ı
Claudius (4ı- S4) 2
Vespasian (69- 79)
Antoninus Pius (138-ı6ı) 2
Marcus Aurelius (16ı-ı80) 8
Septimius Severus (ı93-211) 3
Caracalla (2ıı-2ı7) 2
Macrinus (2ı7-2ı8) ı
Severus Alexander (222-23S) 8
Maximin us (23S-238) 32
Gordianus III. (238-244) ıs
Philippus (244-249) S2
Traianus Decius (249-2Sı) ı2
Trebonianus Gallus (2Sı-2S3) 24
Valerian mit Gallienus (2S3-260) 94
Macrianus mit Quietus (260-26ı) ı

Es fallt auf, daB besonders reichhaltig Münzen der Zeit


von 235 bis 260 vorhanden sind. Der Grund dafür ist, daB
sich sehr deutlich ein Fundkomplex vom Rest des Materials
abhebt. Dieser Fund enthalt 233 Münzen aus Nikaia (im Kata-
log die Nummern 20-22, 24-32, 34-73, 7S-ı04, ı06-ı43, ı4S-ı49, ısı-ı67,
ı7S-2S4 und 2S6-26ı) und auBerdem 166 Münzen anderer Stadte

4)
Die 79 Münzen aus Nikaia in der Sarnınlung Hollscheck z.B. wur-
den zu kauın 9% abgebildet und in den "Beschreibungen" standen nur die
Themen der Reverse (Teil ı Nr.436-4Sı und Teil 4 Nr.4S4-4S7 mit 70 bzw.
9 Münzen, die in Lots zusammengefaBt waren).
Nikaia 5

Bi thyniens (Apameia 1, Bi thynion 1, Prusa 1, Kalchedon 1, Kios 4,


Herakleia 1, Juliopolis 5 und Nikomedeia 150).
Die SchluBmünzen (Nr.222-224 und 254), die um 259/260 gepragt
wurden, weisen auf das Datum der Vergrabung des Geldes.
Da Münzen von Macrianus und Quietus fehlen, könnte dieser
Schatz in den Wirren der Usurpation dieser beiden Offizie-
re um 260/261 vergraben worden sein.
Alle diese Münzen sind relativ schlecht erhalten. Zwar
sind diese Stücke, je jünger sie sind, umso weniger abge-
griffen, aber eine brutale Saurereinigung durch einen der
Vorbesitzer hat die meisten hart in Mitleidenschaft gezo-
gen: Die Geprage wurden oftmals ihrer Patina beraubt; sie
weisen nur noch störende schwarze Flecken auf, andere wur-
den völlig blank geputzt.
Dieser Fundkomplex verteilt sich auf folgende Epochen:

bis zum Tod des Severus Alexander (235) 12


bis zum Tod des Gordianus III. (244) 46
bis zum Tod des Trebonianus Gallus (253) 84
bis zur Gefangenschaft des Valerian (260) 91

Je jünger die Münzen aus Nikaia sind, desto haufiger lagen


sie in diesem Fund; diese einleuchtende Beobachtung kann
man bei den meisten Münzschatzen machen.

DIE ERMITTLUNG VON PRAGESYSTEMEN


Durch die Kölner Sarnınlung von Münzen aus Nikaia ist das
publizierte Material der Zeit zwischen 235 und 260 bedeu-
tend erweitert worden.
Die Pragungen seit Philippus (244-249) sind ausreichend
gut erhalten, daB eine sichere Identifizierung der ver-
schiedenen Sternpel möglich war.
Unter Berücksichtigung der schon veröffentlichten Münzen
Nikaias dieser Zeit wurden durch die Untersuchung der
Stempelkoppelungen die Pragesysteme von drei Epochen er-
mittelt 5 •

5 ) zur Theorie der aus Stempelkoppelungen entwickelbaren Chro-


nologie vgl. U.Barth (1971).
6 Einleitung

Im ersten Kapitel belegt der Prageplan Nikaias unter Phi-


lippus (244-249) eine starke Emissionstatigkeit im Jahr
244. Ein Zusammenhang mit den Festspielen dieses Jahres
und dem Durchzug des Kaisers mit den von der üstfront
zurückkehrenden Verhanden ist offenkundig.
Die Münzpragung des Trebonianus Gallus und des Volusian
(251-253) in Nikaia wird im zweiten Kapitel untersucht.
Auch hier hat der reichlichste AusstoB an Münzpragungen
am Beginn der Regierung des Gallus stattgefunden.
Im Kapitel drei werden die umfangreichen Emissionen mit
den Portraits von Angehörigen der Familie des Kaisers Va-
lerian behandelt. Die langen Reihen dieser Münzen kumulie-
ren im Festspieljahr 256. Deutlich ist im Jahr 258 ein Nie-
dergang der Pragung zu beobachten. Der Grund dafür war si-
cherlich die Goteninvasion, in deren Verlauf Nikaia ge-
brandschatzt wurde. Darnit konnte diese Katastrophe ins
Jahr 258 datiert werden.

DIE GEGENSTEMPEL AUF BITHYNISCHEN MüNZEN DER RöMISCHEN


KAISERZEIT

Als viertes Kapitel schlieBt sich eine Untersuchung der


bithynischen Gegenstempel auf kaiserzeitlichen Münzen an.
Die seltenen Punzen mit Monogrammen wurden aufgelistet
und mit der gebotenen Vorsicht interpretiert.
Die vielen Bildgegenstempel, die entweder Nike oder Köpfe
von Personen der kaiserlichen Familie zeigen, lassen sich
oft recht genau datieren. Die Punzen sind im Zusammenhang
mit den groBen Agonen verwendet worden.
Besanders aufschluBreich war die Betrachtung der Zah-
len-Gegenstempel, die in reicher Fülle auf Münzen der Pro-
vinz Bithynia et Pontus auftreten.
An Hand dieser Kontermarken und anderer Wertmarkierungen
wird dargestellt, wann und wie damals in Bithyniens Stad-
ten der Inflation der reichsrömischen Wahrung begegnet
wurde.
A NHA NG ZUR E I N L E I T U NG
MüNZEN AUS NIKAIA~ DIE IN KATALOGEN DES MUNZHANDELS
PUBLIZIERT SIND
Diese Auflistung ist natürlich bei weitem nicht vollstan-
dig, sondern enthalt nach der Schatzung des Autors etwa
60% bis 80% der im Münzhandel veröffentlichten Münzen aus
Nikaia.
Es wurde bei der Anfertigung dieser Liste nicht darauf ge-
achtet, ob einzelne Münzen mehrfach angeboten wurden, also,
wie man in der Branche sagt, "gewandert" sind. Da viele
dieser Pragungen, besanders in sehr alten Katalogen, nicht
abgebildet sind, ware das ohnehin nur bei einem kleinen
Teil der Zitate möglich gewesen.
Wenn ein Katalogzitat mehrfach wiederholt aufgeführt wird
(z.B. bei den ersten drei Zitaten unter Gaius Papirius
Carbo), bedeutet das, daB mehrere Münzen unter einer ein-
zigen Katalognummer zusammengefaBt angeboten wurden.

GAIUS PAPIRIUS CARBO, PROCONSUL


a SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.3933
b SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.3933
c SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.3933
d SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.436a
e SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.436b
f Mabbott coZZection, Nr.1121 A
g Cahn 60, Nr.749
h Kress 107, Nr.86
i Hirsch 68, Nr.17?
j Hirsch 82, Nr.129
k Auctiones AG Nr.5, Nr.10? (= SNG v.AuZock Nr.532)
GAIUS VIBIUS PANSA, PROCONSUL
a Cahn 60, Nr.?49
GAIUS JULIUS CAESAR
a Cahn 3, Nr.106
b SammZuno HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.436c
c Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 204, Nr.20
d Auctiones AG ?, Nr.3?4 (= SNG v.AuZock 535)

THORIUS FLACCUS, PROCONSUL


a SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.436d
b Sternberg, Auktion 1981, Nr.248
8

CLAUDIUS
a SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.437a
b Mabbott coZZection, Nr.1121 A
c Hirsch 92, Nr.269
d Hirsch 97, Nr.343
e Veeahi 7, Nr.245
f Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 333, Nr.34
g Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 380, Nr.4
h Lanz, Auktion 16, Nr.334
MESSALINA -und BRITANNICUS
a Cahn 60, Nr.1335
b SammZung W.NiggeZer, Nr.592
NERO
a SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.437b
b Mabbott coZZection, Nr.1121 B
c Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 133, Nr.274
VESPASIAN
a Cahn 60, Nr.1336
b Hirsch 94, Nr.347
c MUZZer 26, Nr.522
d ZühZsdorf, Liste 10, Nr.52
e Mabbott coZZection, Nr.1122
f Münzen und MedaiZZen-AG, Auktion 41, Nr.353
g Auctiones AG 5, Nr.109 (= SNG v.AuZock Nr.537)
DOMITIAN
a SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.437c
b SammZung Hottscheck, Teit 1, Nr.437d
c SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.437e
d Mabbott coZZection, Nr.1122 A
e Cahn 60, Nr.1337
f Münzen und MedaiZZen-AG, Auktion 13, Nr.877
g Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 131, Nr. 74
h Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 408, Nr.38
i Auctiones AG 5, Nr.108 (= SNG v.AuZock 7015)
TRAIAN
a Cahn 60, Nr.1338
b Cahn 60, Nr.1338
ANTONINUS PIUS
a SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.438c
b SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.438d
c SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.439a
d Mabbott coZZection, Nr.1122 B
e Peus, Auktion 297, Nr.167
(weitere Zitate auf der nachsten Seite)
Zitate aus Katalegen des ~lünzhandels 9

weiter ANTONINUS PIUS


f Peus, Liste 39, Nr.2ıo
g Peus, Liste 39, Nr.2ıı
h Cahn 60, Nr.ı339
i Cahn 60, Nr.ı339
j Kress ı?2, Nr.?ı5
k Kress ı82, Nr.ı54ı
ı Kress ı69, Nr. ?58
ANTONINUS PIUS mit MARC AUREL
a Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.439b

MARC AUREL
a sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı, Nr.439a
b Sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı, Nr.439d
a sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı, Nr.440a
d Cahn 60, Nr.ı340
e Sahuıman, Juni ı924, Nr.45ı
f Mabbott aoııeation, Nr.ıı22 B
g Mabbott aoııeation, Nr.ıı23
h Mabbott aoııeation, Nr.ıı23 A
i Mabbott aoııeation, Nr.ıı23 B
j Cahn ?1, Nr. ?82
k Münzen und Medaiııen-AG, Liste 332, Nr.ı93
ı Kress ı68, Nr.949
m Athena, Liste ıı, Nr.20
FAUSTINA JUNIOR
a sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.440b
b Münzen und Medaiııen-AG, Liste 204, Nr.46
LUCIUS VERUS
a Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.440a
b sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.440d
a SammZung HoZZsaheak, TeiZ 1, Nr.441a
d Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.44ıb
e Mabbott aoııeation, Nr.ıı24
f Hirsah 95, Nr.324
g Münzen.und Medaiııen-AG, Liste ı83, Nr.225
h KBıner Münzzentrum, Auktion 36, Nr.52

COMMODUS
a Sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı. Nr.44ıa
b sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı, Nr.44ıd
a Sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı. Nr.44ıe
d Sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı. Nr.442a
e sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı. Nr.442b
f Sammıung Hoıısaheak, Te iZ ı, Nr.442a
g Sammıung Hoıısaheak, TeiZ ı, Nr.442d
h sammıung W.Niggeıer, Nr.593
weitere Zitate auf der nö.ahsten Se i te)
10 An hang

weiter COMMODUS
i Muııer30, Nr.502
j Mabbott aoııeation, Nr.1124 A
k Mabbott aoııeation, Nr.1125
ı Mabbott aoııeation, Nr.1126
m Mabbott aoııeation, Nr.1127
n Mabbott aoııeation, Nr.1128
o Cahn 60, Nr.1341
p Cahn 60, Nr.1341
q Hirsah 94, Nr.445
r Hirsah 97, Nr.456
s Hirsah 101, Nr.3337
t Münzen und Medaiııen-AG, Liste 357, Nr.227
u KBıner Münzkabinett, Auktion 20, Nr.197
v Karbaah, Liste 2, Nr.279
w Karbaah, Liste 4, Nr.139
x Zühısdorf, Liste 3, Nr.50
y Sternberg, Auktion 1977, Nr.682
z Auationes AG 4 Nr.126 (= SNG v.Auıoak 7030)
aa Numismatia Fine Arts, Liste 10, Nr.463
bb Numismatia Fine Arts, Liste 16, Nr.18
SEPTIMIUS SEVERUS
a sammıung Hoılsaheak, Te il 1, Nr.443a
b Sammıung Hoıısaheak, Teiı 1, Nr.443b
a Sammıung Hoıısaheak, Te il 1, Nr.443a
d sammıung Hoıısaheak, Te il 1, Nr.443d
e sammıung Hoıısaheak, Teiı 1, Nr.443e
f Mabbott aoııeation, Nr.1129
g Mabbott aoııeation, Nr.1130
h Mabbott aoııeation, Nr.1131
i Saheiner, Liste 21, Nr.4819
j Münzen und Medaiııen-AG, Liste 133, Nr. 275
k Münzen und Medaiııen-AG, Liste 183, Nr.226
ı Münzen und Medaiııen-AG, Liste 197, Nr.238
m Münzen und Medaiııen-AG, Liste 381, Nr.183
JULIA DOMNA
a sammıung Hoıısaheak, Te il 1, Nr.444a
b sammıung Hoıısaheak, Te il 1, Nr.444b
a sammıung Hoıısaheak, Teiı 1, Nr.444a
d sammıung Hoıısaheak, Teiı 1, Nr.444d
e Mabbott aoııeation, Nr.1131
f Mabbott aoııeation, Nr.1132
g Mabbott aoııeation, Nr.1132
h Hirsah 68, Nr.630
i Hirsah 102, Nr.377

CARACALLA
a Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3929
b sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3929
c Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3929
(weitere Zitate auf der naahsten Seite)
Zi ta te au s Katalegen des ~lünzhandels 11

weiter CARACALLA
d Sammlung Apostolo Zeno, Teil 3, Nr.3929
e Sammlung Apostolo Zeno, Teil 3, Nr.3929
f Sammlung Apostolo Zeno, Teil 3, Nr.3935
g Sammlung Apostolo Zeno, Teil 3, Nr.4390
h Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.445a
i Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.445b
j Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.445c
k Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.445d
ı Mabbott collection, Nr.1133
m Mabbott collection, Nr.1134
n Mabbott collection, Nr.1135
o Mabbott collection, Nr.1136
p Mabbott collection, Nr.1136
q Cahn 60, Nr. 1342
r Cahn 60, Nr.1343
s Cahn 60, Nr.1344
t Cahn71,Nr.783
u Schulman, Juni 1924, Nr.172
v Müller 28, Nr. 547
w Dombrowski, Liste 90, Nr.2121
x Auctiones AG 4 Nr.127 (= SNG v.Aulock 7040)
y Auctiones AG 7 Nr.375 (= SNG v.Aulock 588)
z Münzen und Medaillen-AG, Liste 357, Nr.228
aa Münzen und Medaillen-AG, Liste 380, Nr.5
bb Münzen und Medaillen-AG, Liste 183, Nr.227
cc Kress 118, Nr.439
dd Kress 130, Nr.399
ee Kress 152, Nr.599

PLAUTILLA
a Cahn 60, Nr.1345
b Wendt, Auktion 19, Nr.109

GETA
a Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.446a
b Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.446b
c Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.446c
d Cahn 60, Nr.1346
e Cahn 60, Nr.1346
f Scheiner, Sonderliste 1976, Nr.62
g Münzen und Medaillen-AG, Liste 132, Nr. 75

MACRINUS
a Cahn 60, Nr.1347
b Sammlung W.Niggeler, Nr.594
c Mabbott collection, Nr.1139
d Hirsch 94, Nr.464
e Hirsch 98, Nr.2811
f Peus, Liste 39, Nr.212
g Peus, Liste 39, Nr.213
h Peus, Auktion 291, Nr.675
i Peus, Auktion 297, Nr.167
j Peus, Auktion 297, Nr.444
k Münzen und Medaillen-AG, Liste 133 Nr.276
ı Münzen und Medaillen-AG, Liste 183 Nr.229
12 Anhang

ELAGABAL
a Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3935
b Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3935
a Mabbott aoııeation, Nr.ı137
d Mabbott aoııeation, Nr.ı137
e K!'ess ııB, Nr.440
f K!'ess 130, Nr. 400
g K!'ess ı39, Nr.30ı
h K!'ess ı64, Nr.ı239
i Peus, Liste 37, Nr.26
j Münzen und Medaiııen-AG, Liste ıB3, Nr.228
k Münzen und Medaiııen-AG, Liste ı97' Nr.239
ı Gorny, Auktion 22, Nr.549
JULIA MAESA
a Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.446d
JULIA PAULA
a Mabbott aoııeation, Nr.ıı3B

SEVERUS ALEXANDER
a Cahn 66, Nr. 282
b Müııer ı5, Nr.224
a Kress ı74, Nr.788
d Dombrowski 90, Nr.2ı22
e K~ıner Münzkabinett 26, Nr.260
f Zühısdorf B, Nr.ııa
g Tietjen 33, Nr.20
h Tietjen 33, N!'. 2ı
i Knopek, Auktion vom Dezember ı979, Nr.350
j Sternberg, Auktion 1979, Nr.99
k Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3930
ı Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3930
m Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3930
n Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3930
o Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3930
p Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3930
q Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.447a
r Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.447b
s Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.447a
t Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.447d
u Sammıung Hoıısaheak, Teiı ı, Nr.447e
v Wendt, Auktion 9, Nr.95
w Heııing, Liste vom November ı9Bı, ahne Nummer
x Peus, Liste 39, Nr.2ı4
y Peus, Liste 39, Nr.2ı5
z Peus, Liste 39, Nr.2ı6
aa Mabbott aoııeation, Nr.ıı40
bb Mabbott aoııeation, Nr.ıı4ı
aa Mabbott aoııeation, Nr.ıı4ı
dd Mabbott aoııeation, Nr.ıı42
(weitere Zitate auf der naahsten Seite)
Zitate aus Katalegen des l'!ünzhandels 13

weiter SEVERUS ALEXANDER


ee Mabbott aoZZeation, Nr.ıı43
ff Mabbott aoZZeation, Nr.ıı44
gg Mabbott aoZZeation, Nr.ıı44
hh Mabbott aoZZeation, Nr.ıı45
ii Mabbott aoZZeation, Nr.ıı45
jj Mabbott aoZZeation, Nr.ıı45
kk Mabbott aoZZeation, Nr.ıı46
ıı Dombrowski 98, Nr.8330
mm Lanz, Liste 23, Nr.ıı32
nn Peus, 297, Nr.ı67
oo Peus, 297, Nr.ı67
pp Hirsah 8, Nr.622
qq Hess, Liste von ı9ı3, Nr.553
rr Cahn, Liste 3ı, Nr.206
ss Cahn, Auktion 7ı, Nr.784
tt Cahn, Auktion 60, Nr.ı348
uu Kress, ı39, Nr.30ı
vv Kress, ı39, Nr.2587
ww Kress, ı56, Nr.697
xx Hirsah 53, Nr.3623
yy Hirsah 75, Nr. 795
zz Hirsah 75, Nr. 796
aaa Hirsah 98, Nr. 2832
bbb HeZbing 86, Nr.ı625
aaa Lempertz 237, Nr.345
ddd Dorau, Liste 68, Nr. 4ı
JULIA MAMAEA
a SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.393ı
b SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.393ı
a SammZung HoZZsaheak, Te iZ ı, Nr. 448a
d SammZung HoZZsaheak, Te iZ ı, Nr. 448b
e Hirsah 92, Nr.356
f Kress ı20, Nr.898
MAXIMINUS
a SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.393ı
b Mabbott aoZZeation, Nr.ıı47
a Cahn 7ı, Nr. 785
d Peus, Liste 39, Nr.2ı7
e Münzen und MedaiZZen-AG, Liste ı83, Nr.230
f ZühZsdorf 8, Nr.ıı9
g Karbaah ı, Nr.97
MAXIMUS
a SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.393ı
b SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.393ı
a SammZung HoZZsaheak, TeiZ ı, Nr.448a
d SammZung HoZZsaheak, TeiZ ı, Nr.448d
e Mabbott aoııeation, Nr.lı48
f WinkeZ, Auktion ıo, Nr.2547
g Knopek, Auktion vom Marz ı977, Nr.232
h Cahn 60, Nr.ı349
i Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 228, Nr.387
14 Anhang

GORDIAN III.
a Sammlung Apostolo Zeno, Teiı 3, Nr.3932
b Sammlung Apostolo Zeno, Teiı 3, Nr.3932
c Sammlung Apostolo Zeno, Teiı 3, Nr.3932
d Sammlung Apostolo Zeno, Teiı 3, Nr.3932
e Sammlung Apostolo Zeno, Teiı 3, Nr.3932
f Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.448e
g Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.449a
h Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.449b
i Mabbott collection, Nr.1149
j Dombrowski 90, Nr.2123
k Lanıı 10, Nr.818
ı Peus, Liste 39, Nr.218
m Münzen und Medaillen-AG, Liste 381, Nr.184
n Münzen und Medaillen-AG, Liste 183, Nr.231
o Auctiones AG 4 Nr.128 (= SNG v.Aulock 7050)
p Hamburger 90, Nr.334
q Senger 17, Nr.116
r Kress 139, Nr.301
s Hirsch 41, Nr.363
t Helbing 86, Nr.1797
u Lempertz 237, Nr.346

TRANQUILLINA
a Kölner Münzkabinett 29, Nr.285
b Monnaies de calleetion (Monaco) 1980, Nr. 770
c Hirsch 60, Nr.688
d Hirsch 63, Nr.2774
e Sammlung Apostolo Zeno, Teil 3, Nr.3936
f Gibbons, Liste 6, Nr.130
g Kress 120, Nr.904
h Kress 155, Nr.707
i Lanz 22, Nr.804

PHILIPPUS senior
a Sammlung Hollscheck, Teil 1, Nr.449c
b Mabbott collection, Nr.1151
c Mabbott collection, Nr.1152
d Mabbott collection, Nr.1153

OTACILIA SEVERA
a Mabbott collection, Nr.1154
b Mabbott collection, Nr.1154
c Mabbott collection, Nr.1155
d Mabbott collection, Nr.1156

PHILIPPUS junior
a Cahn 71, Nr. 786

TRAIANUS DECIUS
a Zühlsdorf 8, Nr. 120
Zitate aus Katalegen des Münzhandels 15

TREBONIANUS GALLUS
a SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.3936
b SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.449d
c Mabbott coZZection, Nr.ll57
d MUZZer 36, Nr.689
e Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 133. Nr.277
f Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 183, Nr.232
g Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 197, Nr.240
h KricheZdorf, Auktion 4, Nr.287

VOLUSIANUS
a KöZner Münzzentrum, Liste 30, Nr.2
b SammZung W.NiggeZer, Nr. 595
c Hirsch 97, Nr.670
d Hirsch 94, Nr.489
e KöZner Münzzentrum, Liste 26, Nr.l66
f Mabbott coZZection, Nr.ll58
VALERIANUS senior
a Sammıung HoZZscheck, Te iZ 1, Nr.449e
b SammZung HoZZscheck, Te iZ 1, Nr.450a
c SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.450b
d Mabbott coZZection, Nr.ll59
e Mabbott coZZection, Nr.ll60
f Mabbott coZZection, Nr.ll61
g Mabbott coZZection, Nr.ll62
h Mabbott coZZection, Nr.ll63
i SammZung W.NiggeZer, Nr.596
j Hirsch 60, Nr.723
k Hirsch 75, Nr.850
ı Hirsch 94, Nr.490
m Hirsch 98, Nr.2907
n Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 133, Nr.278
o Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 183, Nr.233
p Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 228, Nr.388
q Kress 113, Nr.539
1' Kress 113, Nr.540

VALERIANUS senior und CORNELIUS VALERIANUS CAESAR


a Kress 152, Nr.l67

VALERIANUS senior, GALLIENUS und CORNELIUS VALERIANUS


a SammZung ApostoZo Zeno, TeiZ 3, Nr.3936
b SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.450c
c SammZung HoZZscheck, TeiZ 1, Nr.450d
d Mabbott coZZection, Nr.ll64
e Mabbott coZZection, Nr.ll65
f Mabbott coZZection, Nr.ll66
g Mabbott coZZection, Nr.ll67
h Mabbott coZZection, Nr.ll68
i Mabbott coZZection, Nr.ll69
j Kress 150, Nr.l61
k Münzen und MedaiZZen-AG, Liste 204, Nr.69
ı Münzen und MedaiZZen-AG, Auktion 13, Nr.878 (hier Taf.27,5-6)
16 Anhang

GALLIENUS
a Sammıung Hoııscheck, Teiı 1, Nr.451a
b Sammıung Hoııscheck, Teiı 1, Nr.451b
c Sammıung Hoııscheck, Teiı 1, Nr.451c
d Mabbott coııection, Nr.11?0
e Mabbott coııection, Nr.11?1
f Mabbott coııection, Nr.11?2
g Mabbott coııection, Nr.11?3
h Mabbott coııection, Nr.11?4
i Mabbott coııection, Nr.11?5
j Cahn 60, Nr.1350
k Cahn 60, Nr.1351
ı Münzen und Medaiııen-AG, Liste 133, Nr.2?9
m Münzen und Medaiııen-AG, Auktion 41, Nr.354
n Hirsch 60, Nr.?29
o Münzen und Medaiııen-AG, Liste 35?, Nr.229
p Köıner Münzkabinett 24, Nr.296a
q Heııing, Liste vom November 1981, ohne Nummer
r Winkeı, Auktion 11, Nr.14?5 (hier Tafeı 25 Abb.1? und 18)

SALONINA
a Sammıung Hoııscheck, Teiı 1, Nr.451d
b Sammıung Hoııscheck, Teiı 1, Nr.451e
c Mabbott coııection, Nr.11?6
d Mabbott coııection, Nr.11??
e Mabbott coııection, Nr.11?8
f Schuıten, Auktion vom Marz 1981, Nr.1?6 (hier Taf.2?,11-12)
g Kress 113, Nr.559
h Kress 181, Nr.1325
i Münzen und Medaiııen-AG, Liste 133, Nr.280
MACRIANUS
a Sammıung Apostoıo Zeno, Teiı 3, Nr.3936
b Mabbott coııection, Nr.11?9
c Mabbott coııection, Nr.1180
d Kurpf~ızische Münzhandıung, Auktion 19, Nr.169
e Münzen und Medaiııen-AG, Liste 416, Nr.23
f Münzen und Medaiııen-AG, Liste 43?, Nr.115
g Münzen und Medaiııen-AG, Auktion 41, Nr.355
h Kricheıdorf, Auktion 1, Nr.412
i Athena, Liste 4, Nr.228
j Hess, Liste vom August 1980, Nr.86
k Lanz 20, Nr.823
ı Köıner Münzkabinett 23, Nr.199
m Auctiones AG 10, Nr.1?1
n Kress 119, Nr.311
o Kress 181, Nr.132?
p Hirsch 84, Nr.810
q Hirsch 84, Nr.811
Zitate aus Katalegen des Münzhandels 17

QUIETUS
a Mabbott aoııeation, Nr.1181
b Mabbott aoııeation, Nr.1182
a Hirsah 84, Nr.812
d Hirsah 84, Nr.813
e Hirsah 84, Nr.814
f Kriaheıdorf, Auktion 31, Nr.411
g Münzen und Medaiııen-AG, Liste 204, Nr.70
h MUnzen und Medaiııen-AG, Liste 204, Nr.71
i Köıner MUnzkabinett 23, Nr.200

TABELLARISCHE ÜBERSICHT DER ERFABTEN MONZEN AUS NIKAIA~


DIE IN KATALDGEN DES MONZHANDELS PUBLIZIERT SIND
Gaius Papirius Carbo, Proconsul 11
Gaius Vibius Pansa, Proconsul 1
Gaius Julius Caesar 4
Thorius Flaccus, Proconsul 2
Claudius 8
Messalina und Britannicus 2
Nero 3
Vespasian 7
Oornitian 9
Traian 2
Antoninus Pius 12
Antoninus Pius mit Marc Aurel 1
Marc Aurel 13
Faustina junior 2
Lucius Verus 8
Commodus 28
Septimius Severus 13
Julia Domna 9
Caracalla 31
Plautilla 2
Geta 7
Macrinus 12
Elagabal 12
Julia Maesa 1
Julia Paula 1
Severus Alexander 56
Julia Mamaea 6
Maximinus 7
Maximus 9
Gordian III. bis Tranquillina 30
Familie des Philippus 9
Traian Decius 1
Trebonianus Gallus bis Volusianus 14
Familie des Valerianus 58
Macrianus bis Quietus 26

Surome 417
TEI L

BEITR~GE

ZUR ERFORSCHUNG
DER NUMISMATIK BITHYNIENS
IN DER RöMISCHEN KAISERZEIT

1. KA P I T EL
DAS PRAGESYSTEM IN NIKAIA UNTER PHILIPPUS (244-249)

Die Münzen1 die in diesen Zeitraum gehören 1 tragen die


Portraits von Philippus 1 seiner Ehefrau Otacilia Severa
und deren Sohn Philippus.
Bisher waren kaum Münzen aus Nikaia mit diesen Portraits
bekannt; C.Bosch zum Beispiel hatte trotz umfangreicher
Recherchen nur 22 Exemplare nachweisen können (1935 1 s.56).
Zur Untersuchung der Stempelkoppelungen
standen die folgenden Münzen zur Verfügung:
Ein Stück aus der SNG Kopenhagen (Nr.530) 1 eine Münze bei
Grose (Nr.7505 Tafel 256 Abb.16)1 die drei vollstandig abgebil-
deten Exemplare der Sammlung Waddington (Nr. 731 Tafel 85 Abb.
20, Nr. 733 Tafel 85 Abb.21 und Nr. 739 Tafel 85 Abb.25) 1 34 Münzen
der SNG v. Aulock (Nr.666-694 und Nr. 7051-7055) 1 von denen vier
Exemplare auch bei K. Kraft aufgeführt sind (K. Kraft (1972)
Tafel 104 Nr.55 SNG v.Aulock 7051, Tafel 104 Nr.60 = SNG v.Aulock
7054, Tafel 104 Nr.61 = SNG v.Aulock 7055 und Tafel 105 Nr.73 = SNG
v.Aulock 7053~ und schlieBlich die 52 Geprage der hier publi-
zierten Kölner Sammlung.
Neben diesen 91 Münzen dienten neun weitere 1 nur mit Re-
versfotos publizierte Exemplare der Erganzung der Revers-
stempelliste (BMC Nr.131 Tafel 33 Abb.16; Waddington Nr.726 Tafel
85 Abb.15, Nr.727 Tafel 85 Abb.16, Nr.728 Tafel 85 Abb.17, Nr.729 Ta-
fe! 85 Abb.18, Nr.730 Tafel 85 Abb.19, Nr.735 Tafel 85 Abb.22. Nr.736
Tafel 85 Abb.23 und Nr.738 Tafel 85 Abb.24).
Die Münzen dieser Epoche aus Nikaia tragen keine Datierun-
gen; eine absolute Chronologie ist auf diese Weise also
nicht'abzulesen.
Eine sichere Datierung auf Grund der Reversthematik ist
leider nur bei wenigen Münzen möglich:
1. Philippus wird zu Pferd dargestellt 1 wie· er mit
eingelegter Lanze nach rechts - also in Feindrichtung -
zur Attacke angaloppiert (Kölner Saınmlung Nr. 91 und 92) und
wie er nach links reitet - also vom Schlachtfeld heimkeh-
rend - im Adventus-Gestus die Rechte zum GruB erhebt
(Kölner Sarnınlung Nr.81 und SNG v.Aulock Nr.677).
22 l.Kapitel

Diese Reverse gehören wegen der Darstellungen des Kaisers


mit Sicherbeit in die Zeit des einzigen Durchzuges des
Philippus nach der Beendigung des Perserkrieges 244 n.Chr.
Der dies imperii des Philippus wird ange-
nornrnen zwischen dem 13.Januar und dem 14.Marz dieses Jah-
res6. Nach Zosirnus I 19,2 begab sich der Kaiser von der
üstfront aus nach Rom. Er hat zweifellos den Landweg durch
Kleinasien genornrnen (C.Bosch (1935) s.56) und ist sehr wahr-
scheinlich mit Verhanden seines Heeres in der Gegend von
Nikaia gewesen. Das hat jüngst S.Şahin aus epigraphischen
Befunden geschlossen 7 •
Da die Reverssternpel 2,13,14 und 15, die jene Darstellungen
zeigen, im Jahr 244 zur Münzpragung verwendet wurden, gehö-
ren auch die Averssternpel B und I des Philippus, die mit
diesen Reversen gekoppelt sind, in dieses Jahr. Die Dauer-
benutzung des Sternpels I, zu dem, neben anderen, die Rever-
se 14 und 15 gehören, hat sornit bereits 244 begonnen.
Mit einern rnartialischen Medaillon aus Dorylaion kann belegt
werden, daB auch die ahnliche Kaiserbüste im Sternpel A ins
Jahr 244 gehört, ja daB Sternpel A sehr wahrscheinlich arn
Anfang der Praqung des Philippus in Nikaia stand (s.u.S.23).
2. Die Darstellungen der zwei Preiskronen auf Münzen
mit dem Kopf des Philippus (Revers 11: Köln Nr.89 und SNG v.Aulock
Nr.669) und der einzelnen Preiskrone auf Exernplaren mit dem
Portrait der Otacilia Severa (Revers 30: Köln Nr.107 und SNG v.
Aulock Nr.691) weisen auf Festspiele hin.
Diese Spiele haben entweder 244 oder 248 stattgefunden 8 •

6) X.Loriot (1975, Philippus) S.789


7)
S.Şahin (1981) S.159a mit Inschrift Nr.1015 und S.295b mit
Inschrift Nr.15 (als Addendum zu S.Şahin (1979))
8) C.Bosch (1950) S.80-99. Dort führt Bosch das Jahr 244 noch
im Festkalender der Regierung des Gordian III. auf (S.96); er gibt
aber auf S.99 in Anm.46 an, daB diese Festspiele kaum zu Lebzeiten des
Gordian veranstaltet wurden, weil der junge Kaiser schon Anfang 244 er-
mordet wurde (ebenso auf S.55). Die Münze des Gordian mit agonistischer
Rückseite (SNG Kopenhagen 528) ist also 244 gegen Ende der Regierung
des Jünglings gepragt worden.
Philippus 23

Aus dem Prageaufbau wird aber ersichtlich, daB nur der


Agon des Jahres 244 gemeint sein konnte (s.u.S.24).
Die mit jenen Reversen gekoppelten Aversstempel E und F
des Philippus und C der Otacilia Severa wurden also schon
244 benutzt. Sternpel C der Kaiserin unterlag wie Sternpel I
des Philippus der Dauerbenutzung, die ebenfalls schon 244
begonnen haben muB.

Weitere direkte Hinweise zur Datierung der Münzen Nikaias


zwischen 244 und 249 fehlen.
Es ist daher die Abfolge der Sternpel zu ermitteln, um die-
se relative Chronologie an jenen wenigen absoluten Fixpunk-
ten der Datierung "aufzuhangen".

DIE AVERSSTEMPEL MIT DEM PORTRAIT DES PHILIPPUS SENIOR

Die untersuchten Münzen Nikaias, die im Namen des Philippus


senior gepragt wurden, stammen aus nur neun Aversstempeln.
Alle diese Sternpel zeigen sein Portrait
nach rechts und tragen die Umschrift M(apxoç) IOYAIOC
~IAITITIOC AYf(oucrToç).
Sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen: in eine erste
Gruppe, in der Philippus einen Lorbeerkranz tragt (Stempel A
bis E) und in eine zweite, in der das Portrait des Kaisers
mit einer Strahlenkrone geschmückt i st (Sternpel F bis I).

STEMPEL A: Dieser Sternpel ist wahrscheinlich der er-


ste, der in Nikaia zur Pragung von Philippus-Münzen verwen-
det wurde. Ein Indiz dafür sind die deutlich sichtbaren
Trennungspunkte zwischen den zum Teil abgekürzten worten
der Umschrift. Der Graveur hat wegen der neuen, für ihn
ungewohnten Legende solche Hilfspunkte zur Aufteilung des
Raumes verwendet. Genauso verfuhr er bei einem Sternpel mit
dem Kopf des Philippus junior als Caesar (Kölner Sarnınlung 119).
Eine auffallende Parallele belegt die Da-
tierung dieses Stempels: Die Vorderseite eines Medaillons
aus der phrygischen Stadt Dorylaion (Tafel 25 Abb.l und 2) ist
dem Sternpel A des Philippus tauschend ahnlich. Der Kaiser
24 1.Kapitel

tr~gt einen Lorbeerkranz und einen Brustpanzer; sein Pa-


ludamentum liegt hinter dem Hals und Uber beiden Schul-
tern; die Büste ist von vorn dargestellt.
Die Rückseite des Medaillons hat ihre Entsprechung im Re-
versstempel 2, der den Kaiser im Adventus-Gestus zeigt.
Dieses reprasentative Medaillon aus Dorylaion wurde ohne
Zweifel 244 gepragt, als Philippus mit Verbanden seines
Heeres durch diese Gegend zog. Ohne einen solchen heraus-
ragenden Grund ware eine solche Emission in diesem Ort mit
seiner ansonsten unbedeutenden MUnzpragung kaum zu verste-
hen. Zwischen Dorylaion und Nikaia bestanden auch sonst
enge Beziehungen in der MUnzpr~gung, und vielleicht grenz-
ten die Territorien derbeiden Stadte aneinander 9 •
Die Sternpel B, c, D und E sind sich sehr
~hnlich. Bei allen vier Stempeln ist das Portrait des Kai-
sers mit Lorbeerkranz, Panzer und Paludamentum, von hinten
gesehen, abgebildet. Eine sichere Unterscheidung der Stern-
pel ist dennoch möglich:
STEMPEL B: Die Spitze des Lorbeerkranzes teilt die
Legende bei ... ~-IAIITITOC .•..

STEMPEL C: Die Spitze des Lorbeerkranzes teilt die


Legende bei ... IOYAIOC- ~IAIITITOC ••• ; das Kinn des Kai-
sers ist etwas voller medelliert als bei Sternpel B.
STEMPEL D:
Die Nasenspitze ist etwas dicker als bei B
und C; das r von IOYAIOr ahnelt einem E.

9)
Vgl. K.Kraft (1972) 5.74 mit Karte 18; - ~hnlich enge "Ver-
wandtschaften" zwischen Münzen mit den 5tadtnamen von Nikaia und Dory-
laion hat Kraft auch in anderen Epochen festgestellt, namlich zur Zeit
der Plautilla t202-205) (5.69), des Maximinus (235-238) (5.72) und des
Gordian III: (238-244) (5.72-74).
DaB die Territorien von Nikaia und Dorylaion aneinander grenzten, geht
vielleicht aus einer Inschrift hervor. 5ie ist jedoch nur so fragmen-
tarisch erhalten, daB sie nicht als eindeutiger und zweifelsfreier Be-
weis herangezegen werden kann (zuletzt aufgeführt in: 5.Şahin (1981)
5.21-22 mit Literaturangaben in der dortigen Anmerkung 2).
Philippus 25

STEMPEL E: Dieser Sternpel ist D so ahnlich, daB viel-


leicht der eine Sternpel aus dem anderen umgeschnitten wur-
de. Der auffalligste Unterschied zwischen beiden ist die
Stellung der Spitze des Lorbeerkranzes; sie sticht bei
Steıı1pel E in den Buchstaben w des Wortes UAIIIIIOC.

Alle Aversstempel des Philippus senior,


die auf diese Gruppe der Sternpel A bis E folgen, zeigen
statt des Lorbecrk~anzes die Strahlenkrone; ansonsten ist
der Typ des Portraits der gleiche wie bei Sternpel A bis E.
Die Büstenform und der Lorbeerkranz des Stempels A wurden
auf den spateren Stempeln von Philippus senior nicht mehr
verwendet. Diese Details wurden wenig spater zu "Erken-
nungszeichen" der Münzen des Philippus junior als Caesar
(Büste) bzw. als Augustus (Lorbeerkranz) (s.u.S.29-32).

STEMPE L F: Dieser Sternpel i st über Revers 11 (Preiskro-


nen) mit Sternpel E gekoppelt. Da E sicher ins Jahr 244 ge-
hört, können diese Preiskronen nur für die Spiele dieses
Jahres stehen. Die vier Spitzen der Strahlenkrone weisen,
im Gegensatz zu den weiteren Aversstempeln, genau auf die
Buchstaben A, I, o und C des Wortes IOYAIOC.
STEMPEL G: Dieser Sternpel unterscheidet sich von F nur
in Details. Das Kinn ist etwas langer, die Buchstaben sind
anders graviert (besonders deutlich zu sehen bei dem Wort IOYAIOC),
und die Schleife der Strahlenkrone zeigt zwei parallele
waagerechte Bandchen.
Wegen der abweichenden Legendenführung ist unwahrschein-
lich, daB G aus F umgeschnitten wurde; eher ist an eine ge-
meinsame Vorlage oder Patrize zu denken.
STEMPEL H:
Dieser Sternpel ist G sehr ahnlich, jedoch
sind die Spitzen der Strahlenkrone etwas anders graviert:
Sie zeigen auf Y und A, zwischen I und o und wieder genau
auf das C des Wortes IOYAIOC. Die bei dem ansonsten stem-
pelgleichen Stück SNG v.Aulock 677 deutlich sichtbaren zu-
satzlichen Kurzzacken der Krone könnten von einer fehler-
haften Stempelgravur herrühren; vielleicht sollte ursprüng-
26 l.Kapitel

lich das Portrait des Stempels G graviert werden: die


Stellung der Kurzzacken legt das jedenfalls nahe.
STEMPEL 1: Dieser Sternpel ist ein frappierendes Bei-
spiel für ein Ph~nomen, das bei kleinasiatischen Münzen
des hohen dritten Jahrhunderts bisweilen zu beobachten
ist: Der Sternpel wurde auBerordentlich lange benutzt, denn
er kommt mit 15 Reversstempeln gekoppelt ver und ist in
dieser langen Zeit einmal retouchiert worden von Ia zu Ib.
Charakteristisch für Sternpel Ia sind das leicht fliehende
Kinn und der höchste Zacken der Strahlenkrone, der in das
wie E geschriebene E von IOYAIOE hineinragt.
Da Sternpel Ia mit den Reversen 14 und 15 gekoppelt vor-
kommt (Philippus zu Pferd), hat die Benutzung des Stempels
schon 244 begonnen.
Die retouchierte Form dieses Stempels Ib ist mit fünf bis-
her bekannten Reversen korobiniert worden. Die Legendenfüh-
rung ist völlig gleich geblieben: die Gleichheit der Buch-
staben f~llt besanders bei der Passage AIITITOC auf. Der
kleine StempelriB zwischen dem C von IOYAIOC und dem ersten
Zacken der Strahlenkrone zeigt eindeutig, daB es sich nach
wie ver um den Sternpel I handelt.
Verandert wurde lediglich das Portrait: Das Kinn wurde wei-
ter nach vorn gezegen und die ptePyges des Panzers an der
rechten Schulter eingraviert. Da man aus einem kürzeren
Kinn durch Umgravieren nur ein l~ngeres schneiden kann
und nicht umgekehrt, ist sicher Ia ver Ib anzusetzen.
Dieser Sternpel I wurde bis zum Versiegen
der Pr~gungen von Philippus-Münzen in Nikaia weiterverwen-
det und verschliss dabei völlig.

DIE AVERSSTEMPEL MIT DEM PORTRAIT DER ÜTACILIA SEVERA


Mit dem Portrait der Otacilia Severa sind nur drei Sternpel
aus Nikaia bekannt. Von diesen sind die Sternpel A und B mit
nur jeweils einem einzigen Reversstempel gekoppelt, Sternpel
C hingegen mit der stattlichen Anzahl von 15 Reversen.
Philippus 27

STEMPEL A: Dieser Sternpel ist sicher der erste mit


dem Portrait der Otacilia Severa, der in Nikaia verwendet
wurde. Er tragt die Legende M(apx[a) OTAKEIAIA CEOYHPA.
Die Ehefrau des Philippus scheint damals noch nicht den
Titel Augusta getragen zu haben 10 •
Nur zwei Münzen sind bisher bekannt, die aus Sternpel A
starnrnen (Köln Nr.105 und SNG v.Aulock 7055).

STEMPEL B: Dieser Sternpel zeigt ein stilistisch von


Sternpel A abweichendes Portrait und tragt die Legende
MAPKIA OTAKI(ALa) CEOYHPA AYf(oüoTa). Die einzige Rücksei-
te, mit der dieser Sternpel korobiniert zu sein scheint, ist
der Reverssternpel 7, der auch mit einern Avers des Philip-
pus gekoppelt wurde (D). Dieser Aversstempel D des Philipp
gehörte noch in das Jahr 244 (s.o.S.24). Also werden auch die
Münzen der Otacilia Severa auf den Sternpeln B und 7 in die-
sern Jahr gepragt worden sein.
Sehr wahrscheinlich wurde Sternpel A unverzüglich aus der
Produktion gezogen, als die Erhebung der Otacilia Severa
zur Augusta bekannt war.

STEMPEL C: Dieser Sternpel unterscheidet sich von B nur


in Details. Die Büste wurde etwas anders geschnitten: Das
Kinn ist etwas voller, das ganze Gesicht ein wenig quadra-
tischer angelegt als bei B, und die Drapierung über der
linken Schulter liegt anders.
Noch deutlicher ist die abweichende Buchstabenführung:
Die Legende erfordert bei Sternpel C rnehr Raurn als bei B.
Das Y von CEOYHPA zurn Beispiel ist bei C auf das Auge, bei
B aber auf die Stirn der Kaiserin gerichtet, und das Leqen-
denende AYr schlieBt bei C im Gegensatz zu B direkt an die
Büste an. Da man einrnal geschnittene Buchstaben, die ja Ver-
tiefungen im Sternpel sind, nicht durch Urngravieren ver-
schwinden lassen, sondern allenfalls verstarken oder als

10 ) anders noch E.Stein (1930, Marcius 127) Sp.1607: Er schrieb,


daB der Name Augusta der Otacilia Severa auf Inschriften und Münzen
wahrend der ganzen Regierung des Philippus regelmaBig erschienen sei.
28 l.Kapitel

Teil einer veranderten Umschrift verwenden kann, ist aus-


geschlossen, C als Umschnitt von B aufzufassen. Man kann
schlieBlich nicht durch Umgravierungen Vertiefungen in
einem Sternpel wieder auffüllen.
Allerdings ist als gesichert anzunehmen, daB derselbe
Graveur für Sternpel B und C die gleiche Vorlage als Gra-
vurhilfe benutzt hat, die eine Skizze, eine Art Aufdruck
oder gar eine fertige Patrize gewesen sein kann.
Dieser Sternpel C wurde mit mindestens 15
Reversen kombiniert, woraus man ersehen kann, daB er wie
Sternpel I des Philippus bis zum ~uBersten verwendet wurde.
Relativ gut erhaltene Münzen (zum Beispiel das Kölner Exemplar
Nr.llO) zeigen, daB der Sternpel am Ende der Pragezeit stark
abgenutzt war: Risse stören wie Selılieren die Legende und
setzen sich bis ins Portrait hinein fort.
Die Benutzungsdauer dieses Stempels ist ungefahr anzugeben:
Er wurde mit der agonistischen Rückseite 30 und mit Phi-
lipps Revers 12 gekoppelt. Beide Rückseiten gehören in das
Jahr 244 (s.o.S.22-23).
Drei Reverse der Otacilia Severa (Nr.38, 39 und 40) wurden
auBerdem zur Pragung von Münzen des Philippus junior als
Augustus benutzt. Sie müssen also in der Nahe des Jahres
247 verwendet worden sein, denn Philippus junior war seit
dem Sommer dieses Jahres Augustus (s.u.S.29).
Die drei Reversstempel könnten aus der inzwischen einge-
stellten Produktion von Pragungen mit dem Bild der Otaci-
lia Severa stammen, oder sie wurden mehr oder weniger
gleichzeitig für Mutter und Sohn in einer parallelen Pra-
getatigkeit verwendet.
Zwar kann man das Ende der Auspragung von Münzen mit dem
Portrait der Otacilia Severa in Nikaia nicht sicher ange-
ben, aber alle Anzeichen sprechen für einen Termin um das
Jahr 247. Die meisten Münzen der Kaiserin sind ohne Zwei-
fel im Jahr 244 gepragt worden, wie das ja auch mit den
Gepragen des Philippus senior der Fall war (s.u.S.33-34).
Philippus 29

DIE AVERSSTEMPEL MIT DEM PORTRAIT DES PHILIPPUS CAESAR

Philipps gleichnamiger Sohn wurde zwischen dem 23.Juli


und dem 15.August 244 zum Caesar ernannt und behielt die-
sen Titel bis kurz vor den 30.August 247 11 • Der sornit zum
Thronfolger designierte Prinz erlangte damals die Würde
eines Augustus.
Mit dem Bild des Philippus Caesar sind aus Nikaia nunmehr
fünf Aversstempel bekannt.
Die Sternpel A, B, C und D sind mit nur wenigen Reversen
verbunden, wahrend Sternpel E das schon bei Philippus seni-
or und Otacilia Severa beobachtete Phanomen der Dauerbenut-
zung aufweist. Sternpel E ist daher spater als Sternpel A bis
D anzusetzen.
Sternpel A dürfte an den Anfang der Pragung in Nikaia im Na-
men des Philippus junior zu legen sein, weil zwischen den
zum Teil abgekürzten Worten der Umschrift starke Interpunk-
tionszeichen stehen. Die Legende war also für den Graveur
noch neu und ungewohnt.
Analog zur Münzpragung seiner Eltern wurden die Sternpel A
bis D schon 244 verwendet und auch die Dauerbenutzung des
Stempels E begann schon in diesem Jahr (s.o.S.26 und 28).
Alle Sternpel mit dem Bild des Prinzen
zeigen seine Büste ohne Kopfschmuck, von vorn gesehen, nach
rechts. Er tragt einen Brustpanzer und, über die linke
Schulter gelegt, ein Paludamentum. Sieht man von dem hier
fehlenden Lorbeerkranz ab, wurde also die Büstenform auf
Sternpel A des Philippus senior übernommen, wahrend für die-
sen eine andere Büste Verwendung fand.
Die fünf Sternpel des Philippus Caesar weisen folgende we-
sentlichen Unterschiede auf:

STEMPEL A: Das Portrait ist von der Legende M·IOYAIOC·


~IAIITITOC·K umrahmt und durch Interpunktionen getrennt.

11 )
X.Loriot (1975, Philippus) S.791-792
30 1.Kapitel

STEMPEL B: Der Sternpel ist dem Sternpel A nicht unahn-


lich, Philipps Nase ist aber kraftiger, und die Legende
wurde anders geschrieben. Zum Beispiel ist das End-~ des
Wortes 'IoÖA~os runder gezeichnet.

STEMPEL C: Die Pteryges der rechten Schulter sind


kraftiger graviert als bei A und B. Das Portrait mit seiner
leicht konkav gebogenen Nase sowie die fahrige, fast kur-
siv anmutende Schrift erinnern an Averse des Vaters Philipp.

STEMPEL D: Dieser Sternpel ist Sternpel c sehr ahnlich.


Der auffalligste Unterschied ist die Schreibung des End-~

von 'IoÖA~os, das wie bei den Aversen D, E und I des Vaters
als E gezeichnet ist.

STEMPEL E: Dieser Sternpel ist mit nunmehr acht Revers-


kombinationen bekannt. Er ahnelt Sternpel D, aber die Por-
traits der beiden Sternpel sind etwas unterschiedlich. Zum
Beispiel ist bei Sternpel E die Nase dicker, die Wangen- und
Kinnpartie etwas voller gezeichnet als bei Sternpel D.

Mit welchem Aversstempel das Exemplar der Sammlung


Waddington 736 korobiniert ist, welches aus dem Reversstempel 58 stammt,
ist nicht zu ermitteln, da nur die Rückseite der Münze abgebildet wurde
(Revers Waddington Tafel 85 Abb.23).

DIE AVERSSTEMPEL MIT DEM PORTRAIT DES PHILIPPUS JUNIOR


ALS AUGUSTUS

Philippus junior wurde kurz vor dem 30.August 247 zum Augu-
stus ernannt. Bis zu seinem und seines Vaters Tod zwischen
dem 29.August und dem 11.September 249 bekleidete der Prinz
den Augustus-Rang 12 •

Alle Münzen aus Nikaia, die in der Legende den Namen eines
Philippus Augustus nennen, wurden bislang dem Philippus
senior zugewiesen 13 •

12)
X.Loriot (1975, Philippus) 8.791-792
13)
Waddington Nr.728; SNG v.Aulock Nr.677-680
Philippus 31

C. Bo s ch (1935, s. 206) ha tt e seinerzei t angenoınınen, da B es in


Nikomedeia keine Münzen des Philippus junior als Augustus
gegeben hatte.
Aber zwei bislang unpublizierte Münzen in der Kölner Samm-
lung zeigen, daB es solche Pr~gungen in Nikomedeia gibt
(Tafel 25 Abb.3 und 4).
Das Problem liegt in der Schwierigkeit der einwandfreien
Differenzierung der Münzen des Philippus senior und des
Philippus junior als Augustus. ~hnlich wie schon bei Ves-
pasian und dessen ~ltestem Sohn Titus sollte anscheinend
der Gedanke manifestiert werden, daB der junge Caesar ein
jugendliches Pendant seines Vaters sei und daB im Fall des
Todes seines Vaters kein Regierungswechsel - also Unruhe -
stattf~nde, sondern nur das Regiment der Philippi prolon-

giert würde. So scheint crkl~rlich zu sein, daB man den


beiden Philippi auf reichsrömischen Münzen, abgesehen vom
Titel bis 247, die gleichen Legenden gab; seit der Ernen-
nung des Philippus junior zum Augustus ist die einzige Mög-
lichkeit der Unterscheidung das "jüngere" Portrait, das im
Gegensatz zum Bild des Vaters unb~rtig ist oder erst einen
leichten Bartflaum tr~gt (vgl. Tafel 25 Abb. 5 (Philippus senior)
und Abb.G (Philippus junior)). Besonders in der provinzialen
Münzpr~gung in Syrien und Mesopotamien, wo zwischen 247

und 249 groBe Mengen an Billon-Tetradrachmen und Aes-Klein-


geld hergestellt wurden, ist die Unterscheidung zwischen
Vater und Sohn nicht iınıner leicht zu treffen (vgl. Tafel 25
Abb.7 (Philippus senior) und Abb.B (Philippus junior)).
In Nikaia aber differieren zwei Averse,
die einen Philippus Augustus nennen, deutlich von den neun
Stempeln, die sicher zu Philippus senior gehören (s.o.S.23-
26). Diese beiden Sternpel zeigen das Kaiserportrait mit
Lorbeerkranz, wie es bei Philippus senior nur ganz am An-
fang der Pr~gung von Nikaia üblich war (s.o.S.23-25).
Die verwendete Büstenform der beiden Sternpel ist die glei-
che wie beim Sternpel A des Philippus senior: Der Kaiser
tr~gt Panzer und Paludamentum (über der linken Schulter)
32 l.Kapitel

und ist von vorn dargestellt (vgl. oben s.23-24).


Diese Büstenform gehörte also zuerst zu Philippus senior.
Wahrend dieser Darstellungsmodus wenig spater - sicher
noch im Sommer 244 - variiert wurde (s.o.S.24-25), bekam
Philipps ursprüngliche Büstenform (allerdings noch ohne
Kopfschmuck) auf Nikaias Münzen ausschlieBlich Philippus
junior als Caesar. Nach der Erhebung des Prinzen zum Augu-
stus behielt man jene für ihn reservierte Büstenform bei,
und der junge Augustus trug seitdem auf Nikaias Münzen den
ihm nun zustehenden Lorbeerkranz.
Eine Verwechselung mit Pragungen seines Vaters wurde ver-
mieden, da diesen ja seit Avers F (244) auf Münzen aus Ni-
kaia stets eine Strahlenkrone zierte (s.o.S.25-26).
Die Legende der beiden Averse des Philip-
pus junior als Augustus lautet in beiden Fallen MA(pxo~)

IOYAIOC ~IAIITITOC AYf(ovoTo~). Es wurde also Mapxo~ nicht


wie bei Aversen des Philippus senior als M abgekürzt, son-
dern als MA.
An diesen beiden Stempeln fallt besonders der für nikai-
sche Verhaltnisse ungewöhnlich schlechte Stil auf: Der
junge Kopf des Stempels A miBfallt zwar nur durch seine
allzu klein geratene Nase, doch das Portrait des Stempels
B mutet fast wie eine böswillige Karikatur des Prinzen an.
Ein Vergleich mit dessen Sternpel aus Nikomedeia (Tafel 25
Abb.3) laBt vermuten, daB dieser Sternpel in der Münzstattc
von Nikaia von reichlich unfahiger Hand kopiert wurde.
Die beiden Aversstempel des Philippus
junior als Augustus sind mit nur einer einzigen neuen
Rückseite verbunden, aber viermal mit Reversen der Otaci-
lia Severa gekoppelt. Es ist nicht auszuschlieBen, daB
sich auch jene singulare neue Rückseite als ein Sternpel
aus dem Repertoire der Münzpragung im Namen der Otacilia
Severa herausstellen könnte.
Der schlechte Stil der Averse und dieses Ausborgen einiger
Reversstempel vom "Arbeitsplatz Severa" weisen auf einen
EngpaB in der Münzstatte Nikaias hin.
?hilippus 33

ZUSAMMENFASSUNG

Das Resultat der Untersuchungen in diesern Kapitel ist ein


klares Pragesystcrn.
Unsere Kenntnis dieses Systerns ist wegen der unvollstandi-
gen Uberlieferung der gesarnten Münzen-Ernissionen sicher
nicht kornplett; dessen unerwartet deutliche Gliederung ist
allerdings eine Versicherung dafür, daB diese Systernatik
des Prageaufbaus durch neue Funde und Publikationen zwar
erweitert, nicht aber grundlegend verandert werden könnte.
Im AnschluB an den Durchzug des neuen Kai-
sers Philippus mit Teilen seines von der üstfront heirnkeh-
renden Heeres im Frühjahr 244 und im Zusarnrnenhang mit den
Festspielen desselben Jahres wurde in Nikaia eine erstaun-
lich urnfangreiche Pragetatigkeit entfaltet. Allein im Jahr
244 wurden alle neun Averssternpel des Philippus senior in
der Pragung verwendet, denn auch der letzte Sternpel I ist
mit zwei Reversen kornbiniert, die sicher ins Jahr 244 ge-
hören (s.o.S.22).
Die Phase der Dauerbenutzung von Averssternpeln hat schon
in diesern Jahr begonnen, denn Sternpel I wurde ihr seit 244
unterzogen (s.o.S.26). Seit 244 wurde also kein neuer Avers-
sternpel rnehr im Narnen des Philippus senior hergestellt,
sondern man retouchierte lediglich den alten Sternpel Ia zu
Ib und benutzte ihn trotz erheblicher Abnutzungserscheinun-
gen weiter und weiter.
Da aber Philipps Sternpel I schon 244 in der Münzstatte ver-
wendet wurde, gilt das gleiche auch für die Sternpel der an-
deren "prageberechtigten" Mitglieder des Kaiserhauses, de-
ren Sternpel ebenfalls eine solche Dauerbenutzung erkennen
lassen; auch mit Sternpel C der Otacilia Severa und mit
Sternpel E des Philippus Caesar hatte man schon 244 zu pra-
gen begonnen. Da der Sternpel E des Philippus Caesar mit
rnindestens acht Reversen korobiniert ist, yffirde der wesent-
liche Teil, wenn nicht der gesarnte AusstoB nikaischer Mün-
zen der Epoche vor dem Ende des Jahres 247 fertiggestellt.
34 l.Kapitel

Die Erhebung des Philippus junior zum Augustus im Hoch-


sommer 247 hat die Zustandigen in der nikaischen Prage-
werkstatt offensichtlich var enorme Probleme gestellt.
Wahrend ansonsten nur zwei Stempelkoppelungen zwischen
den Münzen der verschiedenen Personen des Kaiserhauses
zu beobachten sind 14 , wurden die beiden Averse des Philip-
pus junior als Augustus mit drei Reversen der Otacilia
Severa verbunden 15 • Nur ein einziger Sternpel (Revers 59)
ist bisher ausschlieBlich mit dem Avers des Philippus ju-
nior als Augustus bekannt. Es ist aber nicht unwahrschein-
lich, daB sich eines Tages auch dieser Sternpel als Teil
des Inventars vom "Arbeitsplatz Otacilia Severa" erweist.
Spatestens im Sommer 247 hat es in Nikaia demnach an einem
guten Graveur gefehlt, worauf schon die monotone Dauerbe-
nutzung der letzten Aversstempel von Philippus senior,
Otacilia ~evera und Philippus Caesar hinwies.
Als die von der Ostfront heimkehrenden Truppen die Stadt
geraumt hatten und die Festspiele des Jahres 244 vorüber
waren, bestand in Nikaia ein bedeutend geringerer Bedarf
an Wechselgeld. Es wurden weniger oder gar keine Münzen
gepragt und keine neuen Aversstempel mehr graviert.
Wahrscheinlich ist die Münzpragung Nikaias dieser Epoche
schon 247 und nicht erst 249 zu Ende gegangen, wie das
auch in Nikomedeia angenommen wurde (C.Bosch (1935 s.56).
Im Sommer 247 wurde Philippus junior zum Augustus ernannt;
die Nikaer konnten nun nicht mehr seinen Caesar-Stempel E
immer weiter verwenden, sondern es muBten Sternpel mit der
neuen Titulatur angefertigt werden. Diese neuen Sternpel
zeigen jedoch einen so klaglich schlechten Stil, daB sie
nicht Werke desselben Graveurs sein können, der die frühe-
ren Sternpel geschnitten hatte.

14 ) Sternpel D des Philippus senior über Revers 7 mit Sternpel B


der Otacilia Severa und Stempel G des Philippus senior über Revers 12
mit Sternpel C der Otacilia Severa; - Vgl. unten S.40.
15)
Sternpel A mit Revers 38 und 39, sowie Sternpel B mit Revers
39 und 40; alle Reverse auch gekoppelt mit Stempel C der Ota.Severa
Philippus 35

In Nikaia gab es demnach schon spatestens im Sommer 247


aus technischen und personellen Gründen keinen Gravier-
und Pragebetrieb mehr, der dem des Jahres 244 vergleich-
bar gewesen ware.
~lich ist sicher auch die Dauerverwendung von Aversstempeln in ande-
ren Stadten Kleinasiens zu verstehen. Im kilikischen Anazarbos zum
Beispiel kann man zur Zeit des ersten Durchzuges des Valerian mit sei-
nen Truppen an die Ostfront (253/254) eine rege Pragetatigkeit beob-
achten. Der damals gravierte Aversstempel wurde bis zur völligen Ab-
nutzung und trotz eines unschönen Risses immer weiter verwendet (s.u.
S.72-73 mit Anmerkung 51).
Offenbar hat man sich, selbst in einer so bedeutenden
Stadt wie Nikaia, keine dort fest installierte Münzstatte
nach dem Beispiel der Metropele Rom vorzustellen, sondern
nur eine bei Bedarf verpflichtete "Feldschmiede" (K.Kraft)
mit ihrem Fachpersonal. Denn die wichtigste Voraussetzung
zur Münzpra0ung war nicht die Ausstattung der Werkstatt,
sondern das Personal und insbesondere der Graveur der Pra-
gestempel. War ein soleber ScaZptor mit seinen Gehilfen
zur Stelle, konnte die Herstellung von Münzen zur Not in
jeder Dorfschmiede durchgeführt werden 16 •
Die lokale Münzpragung geschah normaler-
weise im Auftrag und zu Lasten der Stadte, deren Namen auf
den Reversen dieser Geldstücke standen 17 •
Der Bedarf an solchem Kleingeld - Goldstücke durften nie,
Silbermünzen nur selten und dann meist als Provinzialgeld
von Stadten gepragt werden - stieg bei den viel besuchten
Agonen und besanders beim Durchzug eines Kaisers mit Ge~
folge, TroB und Truppen sprunghaft und gewaltig an.
Diese Feldschmieden werden daher dem Zug der Heere gefolgt

16)
so auch zuletzt K.W.Harl (1978) S.125-134
17 l Es gab auch Emissionen der xot.v&, den "Provinziallandtagen"
(vgl. J.Deiniger (1965) S.170-172), und Münzen, die zwar im Namen von
Stadten oder Koina emittiert, aber von Privatpersonen finanziert wur-
den (vgl. dazu E.Weber (1979) 5.69-70).
36 1.Kapitel

sein oder sie reisten - noch wahrscheinlicher - als eine


Art Vorhut in diejenigen Stadte entlang der groBen Heer-
straBen, in denen die "Invasion" der Soldaten erwartet
wurde.
Im Fall der Münzpragungen für die Agone haben die zustan-
digen Honoratioren der Stadte sicher selbst rechtzeitig
vorgesorgt und die wandernden Münzmeister mit ihrem Perso-
nal aufgefordert, einige Zeit vor dem Beginn der Festspie-
le einzutreffen und die erforderlichen Münzen gemaB eines
befristeten und zweckgebundenen Vertrages zu pragen.
Da die Namen der Stadte fast immer 18 auf
den Reversen der Münzen standen, konnten die Aversstempel
ohne weiteres zur Münzpragung für mehrere Stadte nachein-
ander verwendet werden. Diese Aversstempel waren daher
sorgsam gehütete und intensiv genutzte Gegenstande des In-
ventars der Münzmeister.
Den Weg dieser mobilen Spezialistentrupps könnte man an
Hand solcher überregionaler Stempelkoppelungen verfolgen 19 •

18)
Zu den sehr seltenen Ausnahmen gehören eınıge Münzen der
lydischen Stadt Tripolis, bei denen Traians Titulatur nur auf den Re-
versen steht (z.B. SNG Kopenhagen 745; SNG v.Aulock 3318 und 8295).
19)
Konrad Krafts Entwürfe zur Dokumentierung dieses Phanomens
sind pastum publiziert worden (1972); vgl. K.W.Harl (1978) 5.125-134.
Philippus 37

AN HANG zu M 1. KAP ITEL: LISTE DER AVERSSTHlPEL

MIT DEM PORTRAIT DES PHILIPPUS SENIDR


A Köln 126 und 12?
B Köln Bl und 82; SNG Kopenkagen 530; SNG v.Aulock ?051 = Kraft
Tafel 104 Abb.55
C Köln 83
D Köln 84 und 85; Grose ?505; SNG v.Aulock 6?3
E Köln 86-89; Waddington ?31
F SNG v.Aulock 669
G Köln 90
H SNG v.Aulock 6?7
la SNG v.Aulock 6?0-6?2, 6?4 und 6?6; Köln 91-101
lb Köln 102-104; SNG v.Aulock 666, 668 und 6?5

MIT DEM PORTRAIT DER ÜTACILIA SEVERA


A Köln 105; SNG v.Aulock ?055 =Kraft Tafel 104 Abb.61
B SNG v.Aulock 689
C Köln 106-118; Waddington ?33; SNG v.Aulock 686-688, 690-694
und ?054 =Kraft Tafel 104 Abb.60

MIT DEM PORTRAIT DES PHILIPPUS JUNIOR ALS CAESAR


A Köln 119; SNG v.Aulock ?053 =Kraft Tafel 105 Abb.?3
B SNG v.Aulock ?052
G Köln 120
D SNG v.Aulock 683 und 684
E Köln 121-125; Waddington ?39; SNG v.Aulock 681, 682 und 685

MIT DEM PORTRAIT DES PHILIPPUS JUNIOR ALS AUGUSTUS


A Köln 128-130; SNG v.Aulock 6?8-680
B Köln 131 und 132; SNG v.Aulock 66?
38 Anhang zum l.Kapitel

LISTE DER REVERSSTEMPEL


1 (Philipp I.) Köln 126 und 127
2 (Philipp I.) Köln Bl und Waddington 730
3 (Philipp I.) SNG v.Aulock 7051
4 (Philipp I.) Köln 82
5 (Philipp I.) SNG Kopenhagen 530
6 (Philipp I.) Köln 83
7 (Philipp I.) Köln 84 und 85; Grose 7506; SNG v.Aulock 673
(Otacilia Severa) SNG v.Aulock 689
8 (Philipp I.) Köln 86; Waddington 725(?)
9 (Philipp I.) Köln 87
10 (Philipp I.) Köln 88
ll (Philipp I.) Köln 89; Waddington 731; SNG v.Aulock 669
12 (Philipp I.) Köln 90
(Otacilia Severa) Köln 106
13 (Philipp I.) SNG v.Aulock 677
14 (Philipp I.) Köln 91
15 (Philipp I.) Köln 92; Waddington 729
16 (Philipp I.) Köln 93; Waddington 726; SNG v.Aulock 671
17 (Philipp I.) SNG v.Aulock 670
18 (Philipp I.) Köln 94 und 95; Waddington 727; SNG v.Aulock 676
19 (Philipp I.) Köln 96
20 (Philipp I.) Köln 97
21 (Philipp I.) Köln 98 und 99
22 (Philipp I.) Köln 100; SNG v.Aulock 672
23 (Philipp I.) Köln 101; SNG v.Aulock 674
24 (Philipp I.) Köln 102; SNG v.Aulock 678
25 (Philipp I.) Köln 103
26 (Philipp I.) Köln 104
27 (Philipp I.) SNG v.Aulock 666
28 (Philipp I.) SNG v.Aulock 675
29 (Otacilia Severa) Köln 105; SNG v.Aulock 7055
30 (Otacilia Severa) Köln 107; SNG v.Aulock 691
31 (Otacilia Severa) Köln 108 und 109
32 (Otacilia Severa) SNG v.Aulock 687
Philippus 39

33 (Otacilia Severa) Köln 110 und lll; SNG v.Aulock 688


34 (Otacilia Severa) Köln 112
35 (Otacilia Severa) Köln 113
36 (Otacilia Severa) Köln 114; SNG v.Aulock 694
37 (Otacilia Severa) Köln 115; SNG v.Aulock 693
38 (Otacilia Severa) Köln 116; Waddington 733; SNG v.Aulock 686
(Philipp II. als Augustus) Köln 128
39 (Otacilia Severa) Köln 117
(Philipp II. als Augustus) Köln 129, 131 und 132
40 (Otacilia Severa) Köln 118
(Philipp II.Aug.) Waddington 728; SNG v.Aulock 667
41 (Otacilia Severa) SNG v.Aulock 690
42 (Otacilia Severa) SNG v.Aulock 692
43 (Otacilia Severa) SNG v.Aulock 7054
44 (Philipp II. Caesar) Köln 119
45 (Philipp II. Caesar) Waddington 738; SNG v.Aulock ?053
46 (Philipp II. Caesar) SNG v.Aulock 7052
47 (Philipp II. Caesar) Köln 120
48 (Philipp II. Caesar) SNG v.Aulock 683
49 (Philipp II. Caesar) SNG v.Aulock 684
50 (Philipp II. Caesar) Köln 121; BMC 131; Waddington 739
51 (Philipp II. Caesar) Köln 122
52 (PhiZipp II. Caesar) Köln 123
53 (Philipp II. Caesar) Köln 124
54 (Philipp II. Caesar) Köln 125; Waddington ?35 Tafel 85 Abb.22
55 (Philipp II. Caesar) SNG v.Aulock 681
56 (Philipp II. Caesar) SNG v.Aulock 682
57 (Philipp II. Caesar) SNG v.Aulock 685
58 (Philipp II. Caesar) Waddington ?36
59 (Philipp II. Augustus) Köln 130; SNG v.Aulock 6?8-680
SKIZZIERUNG DES PR~GESYSTEMS ZWISCHEN DEM FRÜHJAHR 244 UND DEM SP~TSOMMER 249 .,.
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2. KAP I T E L
DAS PRAGESYSTEM IN NIKAIA UNTER TREBONIANUS GALLUS

Trebanianus Gallus war nach neuerer Datierung Kaiser zwi-


schen Frühjahr/Sammer 251 und Ende August 253 20 •
Aus seiner Epache sind verhaltnismaBig viele Münzen aus
Nikaia bekannt.
Die Stücke zeigen entweder sein Partrait ader das seines
Sahnes Valusianus Caesar.
Traianus Decius, der Vorganger des Trebonianus Gallus, war zusammen
mit seinem altetten Sohn Herennius Etruscus 251 gefallen. Şein jünge-
rer Sohn Hostilianus lebte noch einige Monate nach dem Beginn der Re-
gierung des Gallus. Die Münzen aus Nikaia, die den Kopf des Hostilia-
nus tragen, zeigen durch GröBe und Stil, daB sie allesamt in die Zeit
des Decius gehören und nicht etwa des Gallus (vgl. z.B. die Kölner
Stücke Nr.142-144). Dagegen ist in der SNG v.Aulock (7131) eine Münze
aufgeführt, die aus Nikomedeia stammt und sehr wahrscheinlich gleich-
zeitig mit nikaischen Pragungen des Volusianus Caesar war (s.u.S.51).

MUNZEN MIT DEM PORTRAIT DES TREBONIANUS GALLUS


Für die varliegende Untersuchung standen die falgenden
Exemplare zur Verfügung; sie lagen im Original ader als
Avers- und Reversfatas var: Waddington 765, 775 und 776; Grose
Nr.7506; SNG Kopenhagen 531 und 532; SNG v.Aulock 700-709 und schlieB-
lich Kölner Sarnınlung Nr.145-164 21 •
Clemens Basch kannte seinerzeit, tratz akribischer Sammel-
tatigkeit, aus den graBen Kabinetten der Welt nur 45 Mün-
zen der Epache des Gallus aus Nikaia zusammentragen; die

20)
R.Hanslik (1958, Vibius 58) Sp.1984; G.Sotgiu (1975) S.798
21)
Die Münze Waddington 780 Tafel 86 Abb.21 gehört nicht nach
Nikaia, sondern nach Byzantion (E.Schönert-Geiss (1972) Tafel 109 Nr.
1838. Die beiden Stücke, die K.Kraft abbilden lieB, stammen aus der
Sammlung v.Aulock (K.Kraft (1972) Tafel 106 Abb.82 = SNG v.Aulock 7063
und Tafel 106 Abb.86 = SNG v.Aulock 7060). Die Münze Nr.5095 in der La-
gerliste 20 der Firma Scheiner (Ingolstadt) stammt nicht, wie dert an-
gegeben ist, aus Nikaia, sondern wohl aus dem kilikischen Syedra.
44 2.Kapitel

Basis jener 41 Stücke der vorliegenden Untersuchung laBt


hoffen, daB die wesentlichen Münzen erfaBt werden konnten.
Weitere zwölf Exemplare, von denen nur Reversfotos vorla-
gen, dienten zur Vervollstandigung der Liste der Revers-
sternpel (B~C 138; C.F.Hill (1913) Tafel 13 Abb.l; Waddington 766-769,
771-774, 777 und 778) 22 ; ins Pragescheme (s.o.S.57) waren diese
Belege nicht aufzunehmen wegen der nicht identifizierbaren
Aversstempel.
Aus Nikaia sind nunmehr sieben Aversstempel mit dem Por-
trait des Trebonianus Gallus bekannt:
STEMPEL A:
Dieser Sternpel tragt mit AYT(oxpaTwp)
K(~Lo~p) f(a~o~)BEIB(~o~) fAAAOC AYf(oUOTo~) die langste

Legende des Gallus in Nikaia. Das Portrait zeigt den Kai-


ser mit hoher Stirn und leichtem Bart; die Büste ist mit
Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von hinten gese-
hen, nach rechts gerichtet.
Dieses Gesicht hat kaum Ahnlichkeit mit den lebensnahen
Büsten des Gallus, die in Rom , Mediolanum und Antiochia
am Orontes geschaffen wurden (vgl. Tafel 25 Abb.9); es ahmt
vielmehr altere Portraits nach, namlich die Köpfe des He-
rennius Etruscus (vgl. Kölner Sammlung Nr.139-141) und des Ho-
stilianus (vgl. Kölner Sammlung Nr.142-144).
Sechs verschiedene Reverse sind mit diesem Sternpel
verbunden; sie zeigen eine Jagerin, die mit Artemis oder
der Nymphe Nikaia identifiziert werden kann, Pan-Ephial-
tes, Homonoia, Hades-Sarapis, Demeter und Zeus.
STEMPEL B: Die Averslegende wurde um einen Buchsta-
ben verkürzt; sie lautet auf diesem Sternpel AYT K r BEIB
rAAAOC AY. Das Portrait zeigt den gleichen Stil wie dasje-
nige auf Sternpel A. Es ahnelt aber dem Kopf des Gallus,
wie man ihn in Rom darstell te (vgl. Tafel 25 Abb. 9) schon et-
was mehr: Die Stirn ist niedriger, das Kinn weniger feist
medelliert als im Sternpel A.

22 ) Die Münzen Wadd.780-782 gehören nach Byzantion (E.Schönert-


Geiss (1972) Tafel 109 Nr.1839) und nicht nach Nikaia.
Trebonianus Gallus 45

Die Buchstaben-Führung der Legende ist bei Sternpel A und


B so ahnlich, daB hier sicher irgendeine Methode der
Stempel-Vervielfaltigung angewandt wurde; die nahezu
identische Form der Buchstaben wird besonders deutlich
bei der Partie BE IB und dem OC in r AAAOC (vgl. dazu unten s.
64). Sternpel B kann aber nicht als Umschni tt von Sternpel A
bezeichnet werden, denn es ist unmöglich, einen Sternpel
mit groBem Kaiserkopf in einen Sternpel mit kleinerem Por-
trait umzugravieren, ohne das Relief bedeutend abzuflachen.
Sternpel B wurde mit vier Reversen verbunden, die Athe-
ne, Demeter und Kybele zeigen; auf dem vierten Revers (Stern-
pel 9) wurde ZUID erstenmal die oı.ıovo La, "Eintracht", der
Stadte Nikaia und Byzantion hervorgehoben.
Sternpel B ist über Revers 10 mit Sternpel C gekoppelt.

STEMPEL C: Die Legende von Sternpel C ist gleichlautend


mit der auf Sternpel B verwendeten, allerdings ist hier das
Ende der Umschrift, AY, ligiert zu lV.
Von nun an wird in Nikaia nur noch ein dem Kaiser sehr
ahnliches Portrait graviert; charakteristisch ist das
kraftige Gesicht mit dem struppigen, kurz gehaltenen Sol-
datenbart (s.u.s.48-49).
Sternpel C ist unbeschadigt (Cal, aber auch mit einem RiB
(Cb) überliefert: Im Stadium Ca wurde er mit vier Reversen
kombiniert, die Demeter, Dikaiosyne, Kybele und Tyche zei-
gen. Im Laufe der Benutzung brach Sternpel C im Feld vor
dem Portrait auf. In diesem Zustand Cb verwendete man ihn
noch zusammen mit mindestens vier weiteren Reversen: Der
Ri B war wahrend der Benutzung von Revers 14 (SNG v .Aulock Nr.
702) so fein, daB er kaum zu erkennen ist; wahrend der Aus-
pragung der Münzen Nr.153-155 der Kölner Sammlung (Reverse
15-17) klaffte er aber schon recht weit auseinander.
Besonders auffallig ist, daB von den acht Reversen,
mit denen Sternpel C insgesamt gekoppelt ist, vier Sternpel
die Hornoncia mit Byzantion feiern. Diese Reverse sind aber
nie mit Ca kombiniert, sondern ausschlieBlich mit Cb; an-
dererseits wurde Cb offenbar nur mit diesem einen Thema
46 2.Kapitel

zusammen verwendet.
Vermutlich muBte der alte, geborstene Sternpel weiter be-
nutzt werden zur Bewaltigung der umfangreichen Pragungen
zur Feier der Homonoia mit Byzantion; er ware sonst sicher
ausgesondert worden.
STEMPEL D:Die Legende dieses Stempels lautet AYT K
r B-EIB fAAAOC A. Das Gesicht des Kaisers ist in der glei-
chen Manier geschnitten wie bei Sternpel C.
Mit Sternpel D sind nunmehr drei Revers-Kombinationen be-
kannt: Noch einmal wurde die Homonoia mit Byzantion be-
tont (Revers 18), auBerdem erschienen Sarapis (Revers 19) und
die Nymphe Nikaia mit zwei Preiskronen (Revers 20) auf den
Münzen. Es ist kein Zufall, daB Pragungen der Themenberei-
che der Homonoia mit Byzantion und der Festspiele von Ni-
kaia so nah beieinander lagen (vgl.u.S.47-48).

STEMPEL E: ~hnlich wie bei Sternpel C können auch bei


Sternpel E zwei Zustande unterschieden werden: Im Stadium
Ea lautet die Legende AYT K r BEIB fAAAOC AY.
Der Sternpel ahnelt auffallend dem Sternpel C. Die Darstel-
lung des Kaiserkopfes differiert nur in winzigen Details.
Ganz anders wirken aber die bedeutend kleiner geschriebe-
nen Buchstaben der Umschrift; das Doppel-A in rAAAOC zum
Beispiel steht bei Sternpel C auf der Höhe der Nase des
Kaisers, bei Sternpel E aber um einiges höher.
Einer der beiden mit Ea verbundenen Reversstempel
zeigt noch einmal die Nymphe Nikaia mit zwei Preiskronen
(stempel 21); der andere Sternpel stellt Dionysos dar, den
mythischen Begründer der Stadt (vgl. im Katalog die Kommentare
zu den Münzen Nr.16, 190 und 196). Die Festspiele, auf welche
die Nymphe Nikaia mit ihren beiden Preiskronen anspielt,
tragen unter anderem des Dionysos Namen (vgl. im Katalog die
Kommentare zu den Nummern 52, 190 und 196).
Im Stadium Eb ist die Legende des Stempels Ea kraftig
nachgraviert worden. Die Stellung der Buchstaben zu den
Spitzen der Strahlenkrone ist identisch. Das AY am Ende der
Trebonianus Gallus 47

Legende ist zur Ligatur N zusammengedrangt.


Reversstempel 23, der einzige, der mit Eb verbunden be-
kannt ist, stellt noch einmal die Nymphe Nikaia mit zwei
Preiskronen dar, weist also auf Agone hin.
STEMPEL F: Dem Sternpel Eb sehr ahnlich, unterscheidet
sich Sternpel F von diesem nur in der deutlich abweichenden
Stellung der Buchstaben: Die drei oberen Zacken der Strah-
lenkrone weisen genau auf r, B und E der Legendenpartie
r BEIB. Die vier Reverse zeigen Athena, Demeter, Nemesis
und Zeus. Nemesis ist als agonistische Gottheit anzusehen.
STEMPEL G: Dieser Sternpel ist Sternpel F sehr ahnlich.
Das Portrait unterscheidet sich nur in der etwas zu lang
geratenen Nase. Auch hier differieren wieder die Buchsta-
ben der Legende: Die fünf Zacken der Krone weisen auf die
Lettern K, r, B, E und I der Partie K r BEIB. Die drei Re-
verse zeigen einmal Demeter und zweimal Homonoia.
Die interessantesten Pragungen des Gallus in Nikaia
sind zweifellos die Münzen zur Feier der 6~6vo~a von Ni-
kaia und Byzantion sowie die Geprage anlaBlich der Fest-
spiele. Diese Agone fanden im Jahr 252 statt (C.Bosch (1950)
s.95-96). Das Thema der 6~6vo~a mit Byzantion nennen sieben
Reversstempel, also fast ein Fünftel aller bekannten Re-
verse des Gallus in Nikaia. Auf drei weiteren Reversen
wird die Nymphe Nikaia mit Preiskronen gezeigt.
Mit den Reversen des Homonoia-Themas werden die Aver-
se B, C und D verbunden; das Bild der Nymphe Nikaia ziert
die Rückseiten der Münzen aus den Aversstempeln D und E.
Da die Reihenfolge der Averse von A bis E gesichert ist,
kann daraus geschlossen werden, daB die Betonung der Horno-
ncia mit Byzantion zwar kurz vor dem Agon von 252 statt-
fand, aber offensichtlich mit diesem in engem, nicht nur
zeitlichem Zusammenhang stand.
Geprage der Stadte Nikaia und Byzantion, die auf die-
se Hornoncia anspielen, zeigen fünf verschiedene Reverse:
den Genius von Byzantion, der Nymphe Nikaia die Rechte
48 2.Kapitel

reichend, die Göttin Homonoia beim Opfern, zwei Fackeln


neben einem brennenden Altar, eine Preiskrone oder, als
Wahrzeichen von Byzantion, einen Delfin zwischen zwei
Thunf isehen 23

Diese Reverse sind so allgemein gehalten, daB daraus kein


Hinweis auf irgendwelche Hintergründe dieser Einigkeits-
bekundung zu entnehmen ist 24

Sicher ist nur, daB dieses Fest der Eintracht von Nikaia
und Byzantion als gemeinsar;ı ausgerichteter Agon gefeiert
wurde 25 , der vielleicht im Zusammenhang stand mit den ni-
kaischen Festspielen des Jahres 252.
Münzen, die sich auf diese Homonoia von Nikaia und
Byzantion beziehen, sind in Nikaia und Byzantion in min-
destens drei Epochen gepragt worden: unter Trebonianus
Gallus (251-253), unter Valerian und Gallienus (253-260)
und schlieBlich unter Macrianus und Quietus (260-261).

23 ) Vgl. E.Schönert-Geiss (1972) Tafel 109-112 mit einigen Bei-


spielen hier auf Tafel 25 Abb.17-18 und Tafel 28 Abb.2-3; vgl. auch
die Münzen Nr.146, 153-156, 178-180, 220 und 221 der Kölner Sammlung.
24)
Früher wurde eine dieser Rückseiten gedeutet als zwei
Fischreusen neben einem Altar. Daraus wurde geschlossen, zwischen Ni-
kaia und Byzantion sei ein Fischfangabkommen geschlossen worden (P.R.
Franke (1968) S.16-17). Diese "Reusen" sind aber Fackeln gewesen, die
beim Demeterkult Verwendung fanden (L.Robert in N.Firatli (1964) S.
155-156, genauso E.Schönert-Geiss (1972) s.36). Vgl. auch die Münz-
bilder aus Tios Waddington (Tios) Tafel 107 Abb.25 und 111 Abb.20-21.
25)
So auBerte sich schon K.Regling (Art.Homonoia, in: F.v.
Schrötter (1930) S.274-275). D.Kienast (1964) meinte dagegen, es wa-
ren irgendwelche Streitigkeiten der Stadte durch Homonoia-Vertrage
beigelegt worden. Das neue Einvernehmen sei zwar durch gemeinsame Age-
ne und Homonoia-Münzen betont worden, er hatte aber in erster Linie
handfesten wirtschaftlichen Charakter gehabt.
Allerdings sind keinerlei epigraphische Reste eines kaiserzeitlichen
Hoınonoia-Vertrages nachweisbar (D.Kienast (1964) s.62).
Schon früher war versucht worden, die Homonoia-Münzen von Amisos mit
Nikaia als Zeugnis einer regen Schiffahrt zwischen den beiden, auf
dem Seeweg ca. 650km(!) entfernten Orten zu werten (C.Bosch (1931) Sp.
438-441 als Deutung einer Münze des Maximinus: ebd. Abb.5 (stark ver-
kleinertl = Waddington (Amisos) Nr.130a Tafel H Abb.19 = A.G.Malloy
(1970) Nr.188). Dieser Ansatz führt in die Irre, denn es gibt auch
Homonoia-Münzen von Amisos mit dem ianisehen Milet (Waddington (Amisos)
Nr.130 Tafel 10 Abb.14 = A.G.Malloy (1970) Nr.187).
Trebonianus Gallus 49

K.Kraft hat für die Epoche des Trebonianus Gallus in


Nikaia zwei verschiedene Stile festgestellt, den Stil
"Nikaia-Midaion" und den Stil "Nikaia-Appia". Die Unter-
schiede seien jedoch nur an den Aversen zu beobachten,
"wahrend die Rs. -Stempel anscheinend im Stil einheitlich sind" (K.
Kraft (1972) s. 76-77). Kraft vermutete, daB damals zwei ver-
schiedene Graveure in derselben Hünzstatte tatig waren.
Darnit unterstellte er wohl stillschweigend, Sternpel beider
Stile seien gleichzeitig verwendet worden.
Krafts Beobachtungen werden durch die Münzen aus Ni-
kaia in der Kölner Sammlung bestatigt: Die beiden Avers-
Stile finden sich bei den Stempeln A-B bzw. bei den Stem-
peln C-G (s.o.S.44-47). Tatsachlich wurden Portraits beider
Stile in derselben Werkstatt verwendet, denn in der Kölner
Sammlung befindet sich eine Stempelkoppelung zwischen den
beiden Stilen (Die Münze Nr.147 aus Avers B (Stil "Nikaia-Midaion")
stammt aus dem Reversstempel 10. Die Nr.148 aus demselben Reversstem-
pel ist gepragt aus dem Aversstempel C (Stil "Nikaia-Appia")).
Es ist aber keineswegs so, daB beide Aversstile in
der Münzstatte parallel zur Anwendung kamen, denn der Gal-
lus-unahnliche Kopf wurde vor dem Gallus-ahnlichen Por-
trait benutzt (s.o.S.44-47 und u.S.50-53 sowie den Plan auf S.57).
Erst wurde das "Allzweckportrait" der Sternpel A und B ver-
wendet. Dann aber vollzog sich dessen baldige und vollstan-
dige Verdrangung durch Sternpel mit dem wirklichen Kaiser-
Portrait.
Krafts Unterscheidung in zwei unterschiedliche "Lieferbe-
zirke" ist sornit zu revidieren: Nach dem Eintreffen der
imago des Trebonianus Gallus wurde dessen Kopf auf Münzen
Nikaias individuell nach den Zügen des Kaisers gestaltet 26 •

26 ) Zur Reichs-imago allgemein vgl. K.W.Harl (1978) s.31.


so 2.Kapitel

MüNZEN AUS NIKAIA MIT DEM PORTRAIT DES VOLUSIANUS

Volusian, der Sohn des Trebonianus Gallus, wurde gleich-


zeitig mit der Augustus-Erhebung seines Vaters nach des
Decius Tod von dessen Heer im Frühjahr oder Sommer 251
mit der imperatorischen Akklamation geehrt. Der neue Au-
gustus Trebonianus Gallus erhob seinen Sohn zum Caesar,
was spater vom römischen Senat sanktioniert wurde.
Noch vor dem Oktober 251 und zu Lebzeiten des Hostilianus
Caesar, des letzten lebenden Sohnes des gefallenen Decius,
wurde Volusian zum Augustus ernannt; er bekleidete diese
Würde bis zu seinem und seines Vaters Untergang im Spat-
sommer des Jahres 253 27 •
Im Gegensatz zu Trebonianus Gallus erscheint Volusi-
anus recht selten auf Münzen Nikaias; nur zwölf vollstan-
pig verwertbare Exemplare standen dem Autor zur Verfügung,
kaum ein Viertel der Anzahl von Gallus-Münzen (s.o.S.43):
SNG v.Aulock 710-712 und 7064 = K.Kraft (1972) Tafel 106 Nr.87, Köl-
ner Sammlung Nr.165-168 sowie drei Geprage im Münzenhandel: Sammlung
W.Niggeler, Teil 2 (Auktion Basel 1966) Nr.596, Sammlung Hollscheck,
Teil 4 (Auktion Wendt GmbH in Wien 1978) Nr.456b und Lagerliste 30
der Albrecht + Hoffmann GmbH in Köln (1979) Nr.2; von den drei Münzen
der Sammlung Waddington ist nur Nr.784 beidseitig auf Tafel 86 Abb.23
publiziert und daher verwertbar 28 •
Diese zwölf Münzen stammen aus zwei Avers- und neun Revers-
stempeln. Beide Averse zeigen den gleichen Stil wie die
Sternpel C-G des Gallus, sind aber dennoch recht unter-
schiedlich.

27)
R.Hanslik (1958, Vibius 65) Sp.1996-1997; - S.o.S.43.
28) Waddington Nr.786 gehört nicht nach Nikaia, sondern nach
Byzantion (E.Schönert-Geiss (1972) Tafel 110 Nr.1850). nas Stück ist
sehr schlecht erhalten; es scheint eher zu Gallus als zu Volusian zu
gehören. Waddington Nr.785 Revers Tafel 86 Abb.24 ist dem Revers 13
des Gallus sehr ahnlich. Auch hier wird Tyche in sehr unüblichem Habi-
tus gezeigt (sie halt ihre Attribute in den ausgestreckten Armen) •
Weil es für Volusian in Nikaia offenbar nur Spezialreverse gab, gehört
auch diese Münze eher zu Trebonianus Gallus als zu Volusian.
Trebonianus Gallus sı

STEMPEL A: Die Legende lautet AY K BEIB rAAAOC


OYOAOCCIANOC. Sie umrahmt den Kopf, der nach rechts ge-
richtet und mit einer Strahlenkrone geschmückt ist.

STEMPEL B: Dieser Sternpel wurde zur Pragung eines


kleineren, aber nur unwesentlich leichteren Münztyps ver-
wendet. Volusian tragt Panzer, Paludamentum und Lorbeer-
kranz; seine Büste ist, von hinten gesehen, nach rechts
gerichtet. Die Umschrift, AY·rAAAOC·OYOAOCCIANOC·K, ist
kürzer als bei Sternpel A.
zu diesem Sternpel B gibt es zwei Parallelen:
Ein Stück mit dem Bild des Hastilian aus Nikomedeia ist
diesen Münzen Volusians aus Nikaia so ahnlich, daB beide
Typen sicher mehr oder weniger gleichzeitig hergestellt
wurden (Tafel 25 Abb.lO und 11) 29 • In Nikomedeia wurde also
im Namen des Hastilian offenbar auch nach der Ernennung
des Volusian zum Caesar noch gepragt, was in Nikaia nicht
der Fall gewesen zu sein scheint.
Ein anderes Exemplar mit frappierend ahnlicher Büste
stammt aus Byzantion und tragt die Legende AYT K r BEIB
OYOAOCCIANOC A (Avers Tafel 25 Abb.12). Das A am Ende der Le-
gende ist aus Platzmangel in die Büste des Volusian hin-
eingeschrieben; es ist aufzulösen zu AÜyouoToç.
Wie diese Münze aus Byzantion zeigt, wurde die Vorlage
der Büsten jener drei Münzen bis in die Zeit hinein be-
nutzt, als Volusian schon Augustus war.
Da sich für Sternpel A keine solchen Parallelen finden las-
sen, die bis in diese Zeit hineinreichten, wurde wohl A
vor B verwendet.
Die beiden Averslegenden der Volusian-Münzen aus Ni-
kaia lauten aufgelöst entweder AuTonpaTwp Ka~crap BELSLoç
raAAOÇ 0UOAOOOLav6ç oder AUTOXPUTWP raAAOÇ ÜUOAOOOLavÖç
Ka~crap. Das entspricht den lateinischen Titulaturen Impe-
rator Caesar Vibius GaZZus VoZusianus bzw. Imperator GaZ-
Zus VoZusianus Caesar. In beiden Fallen wurde Volusian

29)
Das bemerkte schon K.Kraft (1972) Tafel 106 Nr.84 und 87.
52 2.Kapitel

noch nicht als Augustus bezeichnet. Beide Averse gehören


also noch in die Epoche, als Volusian Caesar war, eben
vor den Herbst des Jahres 251.
Da keine Münzen des Volusian im Stil der Averse A
und B des Gallus existieren, muB die Benutzung dieser
Varderseiten des Gallus schon vor der Pragung des Volusi-
an zu Ende gegangen sein. Jene beiden Sternpel A und B des
Gallus wurden also sehr rasch aus der Produktion genarnmen
(s.o.S.49).

Die beiden sicher bezeugten Reverstypen des Volusian


aus Nikaia sind immer nur mit einem der beiden Averse ver-
bunden.
Sternpel A wurde nur in Verbindung mit dem Reversthema der
drei Chariten verwendet. Alle sechs erfaBten Sternpel die-
ses Typs sind sich sehr ahnlich, aber keiner kann aus ei-
nem der anderen umgeschnitten sein. Es handelt sich viel-
mehr um Gravuren nach der gleichen Vorlage oder Patrize.
Diese Gravierungen haben sehr unterschiedliche Qua-
litat: Wahrend die Chariten auf der Münze der Sammlung
Niggeler noch relativ gut proportioniert medelliert sind
und die göttlichen Damen noch recht kokett ihre wohlgerun-
deten Hüften wiegen, zeigen die anderen Sternpel betrüb-
liche Eingriffe in die weibliche Anatomie. Das traurigste
Beispiel bietet der Sternpel 6 (Kölner Sammlung Nr.166-167).
Auf den besseren Reversen ist die mittlere Figur nach
rechts blickend und von hinten zu sehen, wahrend die bei-
den anderen Damen sich von vorn zeigen. Auf jenem Sternpel
6 wendet die mittlere Person den Kopf aber nach links;
ihr Körper ist anscheinend aus einer Patrize mit Rücken-
ansicht zu einer Vorderansicht umgraviert worden, so weit
die plumpe, erstarrte Linienführung diese Interpretation
zulaBt.
Aversstempel B ist nur mit den drei Varianten eines ande-
ren Reverstyps verbunden, der im Lorbeerkranz das Ethni-
kon von Nikaia, NGxaGtwv, nennt.
Trebonianus Gallus 53

Das Repertoire der Reverstypen war in Nikaia ahnlich


knapp wie in Rom. Dort gab es offenbar nur drei Reverse
mit den Leg~nden PRINCIPI IVVENTVTIS, PAX AVGG und VOTIS
DECENNALIBVS 30 • Der letztgenannte Typ nennt im Lorbeer-
kranz die Gelübde, deren Einlôsung beim zehnjahrigen Re-
gierungsjubilaum versprochen wurde.
Diese Münze ist dem nikaischen Typ vergleichbar, auf des-
sen Revers der Stadtnamen im Lorbeerkranz steht. Da diese
Gelübde im lokalen Kontext der Pragung in Nikaia keinen
Raum hatten,.wurde das Ethnikon in den Kranz gesetzt.
Vielleicht ist auch die Rückseite der drei Chariten,
die mit so groBer Betonung für Volusians nikaische Münzen
verwendet wurde, eine lokale Ubersetzung der Idee, die
hinter dem rômischen Princeps-iuventutis-Ty~ steckt: In
Rom wurde der junge Volusian als "Anführer der Jugend"
gefeiert, und in Nikaia sind die Chariten möglicherweise
Tragerinnen e iner ganz ahnlichen Aussage, denn "aZs Schutz-
gottheiten der Jugend, zunachst der mannZichen, sind die Chariten
auch Schützerinnen des Staates, des Demos. So finden wir sie in Athen,
vereint mit Aphrodite nYE~6vn TOÜ ön~ou und dem Demos seZbst ••• " 31

30 ) PRINCIPI IVVENTVTIS: RIC 4,3 Nr.129, 130, 134, 241 und 242,
hier ein Beispiel auf Tafel 25 Abb.13-14; -FAX AVGG: RIC 4,3 Nr.133
und Nr.240; - VOTIS DECENNALIBVS: RIC 4,3 Nr.243; - Die Rückseite mit
IVNONI MARTIALI wird dert unter Nr.131 und 132 zwar aufgeführt, aber
als zweifelhaft eingestuft. Diese Münzen passen besser in den Kontext
der Pragungen des Volusian als Augustus als ins Repertoire der Emissi-
on des Volusian als Caesar. Vielleicht handelte es·sich bei diesen Mün-
zen um verfalschte Stücke: Mit wenigen Umgravierungen der Averslegende
ist es möglich, aus einem gangigen Typ des Volusianus Augustus eine "Ra-
ritat" des Volusianus Caesar zu schneiden. Diese Methode zum Betrug des
Samrolers wurde besonders im 18. und 19.Jahrhundert angewandt. Zum Bei-
spiel wurden Denare des Elagabal zu solchen des Uranius Antoninus(!)
umgraviert, Sestertii des Gordian III. wurden zu solchen des Carinus(!),
Aesmünzen des Magnentius zu solchen des Nepotian und Siliquen des Juli-
anus II. zu solchen des Procopius, um nur einige zu nennen (vgl. W.Wei-
ser (1980) 5.235-236 mit Referenzangaben).
31)
L.Escher (1899) Sp.2158; C.Habicht. Studien zur Geschichte
Athens in hellenistischer Zeit, Göttingen 1982 5.84-86
54 2.Kapitel

ZUSAMMENFASSUNG

Das Resultat der Untersuchung ist ein recht klar geglie-


dertes Pragesystern des Trebonianus Gallus und des Volusi-
anus in Nikaia.
Nach der sehr kurzen Benutzungsdauer der Gallus-Sternpel
A und B mit dem ihrn unahnlichen Portrait wurden Münzen-
reihen mit den Köpfen des Gallus und des Volusianus als
Caesar hergestellt.
Es gab aber nur wenige Stücke des Volusianus Caesar, und
Münzen des Volusian als Augustus fehlen offenbar völlig.
Daraus folgt, daB dessen Serien schon etwa im Spatherbst
251 abgeschlossen waren. Darauf weist auch die Knappheit
des Repertoires der Reverstypen hin.
In den abwechslungsreichen Ernissionen des Trebonia-
nus Gallus gab es besonders viele Sternpel mit der Horno-
ncia von Nikaia und Byzantion. Das Fest dieser Hornonoia
wurde nach Aussage der Münzen kurz vor oder im Zusarnrnen-
hang mit dem Agon des Jahres 252 in Nikaia gefeiert.
Wie schon bei der Münzpragung unter Philippus, wurde
unter Gallus in Nikaia nicht kontinuierlich gepragt; die
Ernissionen wurden schon um 252 beendet.
Das legen zwei Beobachtungen nahe: Die Ausgaben des Volu-
sian wurden schon früh eingestellt, und die Festspiele
von 252 sind das Therna einer Münze, die schon fast arn
Ende der Münzpragung des Trebonianus Gallus in Nikaia
stand.
Trebonianus Gallus 55

ANHANG: LISTE DER AVERSSTEMPEL

MIT DEM PORTRAIT DES TREBONIANUS GALLUS

A Waddington 765; SNG Kopenhagen 531 und 532; SNG v.Auloak 706,
707, 708 und 7063 (=Kraft Tafel 106 Abb.82)
B KBln 145-147; SNG v.Auloak 703-705
Ca KBln 148-152; SNG v.Auloak 700 und 701
Cb KBln 153-155; SNG v.Auloak 702
D KBln 156-158; SNG v.Auloak 7061 und 7062
Ea KBln 159; Waddington 776; SNG v.Auloak 7059
~ ~~1w
F Grase 7506; Köln 161 und 162; SNG v.Auloak 7060 (= Kraft
Tafel 106 Abb.86)
G KBln 163 und 164; Waddington 775; SNG v.Auloak 709

MIT DEM PORTRAIT DES VOLUSIANUS CAESAR

A Waddington 784; Hollsaheak IV Nr.456b; Niggeler 595; SNG v.


Auloak 712; KBln 165-167
B Köln 168; SNG v.Auloak 710, 711 und 7064; Albreaht + Hoffmann
GmbH/KBln, Lagerliste 30 (1979) Nr.2

LISTE DER REVERSSTEMPEL

FÜR MüNZEN MIT DEM PORTRAIT DES TREBONIANUS GALLUS


1 SNG v.AuZoak 706
2 SNG v.Auloak 707
3 SNG v.Auloak 708
4 SNG Kopenhagen 531; Hill NC 1913 8.265 Taf.13 Abb.2; SNG v.
Auloak Nr.7063 (=Kraft Tafel 106 Abb.82)
5 SNG Kopenhagen 532
6 Waddington 765 Tafel 86 Abb.8
7 Köln 145
8 SNG v.Auloak 705
9 Köln 146; SNG v.Auloak 703
10 KBln 147 und 148; SNG v.Auloak 704
ll Köln 149 und 150; SNG v.Auloak 700
56 Anhang zum 2.Kapitel

12 Köln 151; SNG v.Aulock ?Ol


13 Köln 152
14 SNG v.Aulock 702
15 Köln 153
16 Köln 154
17 Köln 155; Waddington ??8 Tafel 86 Abb.l?
18 Köln 156
19 SNG v.Aulock ?061
20 Köln 157 und 158; SNG v.Aulock 7062
21 Waddington ??6 Tafel 86 Abb.18
22 Köln 159; SNG v.Aulock ?059
23 Köln 160
24 Köln 161
25 Grose ?506 Tafel 256 Abb.l?
26 Waddington Taf.86 Abb.14; SNG v.Aul. ?060 (=Kraft 106,86)
27 Köln 162
28 Köln 163
29 Köln 164; Waddington ??4 Taf.86 Abb.16; SNG v.Aulock ?09
30 Waddington ??5 Tafel 86 Abb.l?
31 Waddington ?6? Tafel 86 Abb.lO
32 Waddington 768 Tafel 86 Abb.ll
33 Waddington ?69 Tafel 86 Abb.12
34 Waddington 771 Tafel 86 Abb. 13
35 Waddington 773 Tafel 86 Abb.15
36 Waddington ?77 Tafel 86 Abb.19
37 Waddington 766 Tafel 86 Abb. 9

FÜR MüNZEN MIT DEM PORTRAIT DES VOLUSIANUS CAESAR


1 Niggeler 595
2 Köln 165
3 SNG v.Aulock ?12
4 Waddington ?84
5 Hollscheck IV Nr.456b
6 Köln 166 und 16?
7 SNG v.Aulock ?10, 711 und ?064
8 Albrecht +Hoffmann GmbH/Köln, Lagerliste 30 (1979) Nr.2
9 Köln 168
SKIZZIERUNG DES PRAGESYSTEMS DER EPOCHE ZWISCHEN DEM FRüHJAHR 251 UND DEM SPATSOMMER 253 >-3
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VOLUSIANUS CAESAR

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3. KAP I T E L
DAS PRAGESYSTEM IN NIKAIA UNTER VALERIAN UND GALLIENUS

Die Ereignisse der turbulenten Epoche des Valerian und


des Gallienus sind nur schwer datierbar; sie werden in
der neueren Forschung folgendermaBen eingeordnet.
Valerian ist im Herbst 253 Augustus geworden und
machte seinen Sohn Gallienus zum Mitkaiser 32 •
253/254 durchzog Valerian Kleinasien 33 , um sich dem an
der Ostgrenze des Reiches angreifenden Sasaniden-Herr-
scher Sabuhr 34 zu stellen. Anfang 257 lieB Valerian eine
VictoPia PaPthica feiern 35 , geriet aber 259 oder 260 in
sasanidische Gefangenschaft; er konnte nicht mehr zurück-
kehren 36

32 ) T.Pekary (1962) s.127; M.Christol (1975) S.809; W.Kuhoff


(1979) Seite 10-11
33) Für diesen Durchzug wurden früher verschiedene Datierungen
angenommen, zurn Beispiel 255 (C.Bosch (1935) S.60 und 8.206), 256 (A.
Alföldi (1937) 8.143) und 257 (M.Christol (1975) 8.815).
In neueren Publikationen wird eine Inschrift berücksichtigt, die
beweist, daB Valerian am 18.Januar 255 in der syrischen Metropele An-
tiochia am Orantes weilte, also 253 oder 254 durch Kleinasien dcrthin
gezegen ist. Es handelt sich bei der Inschrift um die Kopie eines Erie-
fes an die Stadt Philadelphia in Lydien (J.Keil/F.Gschnitzer (1956) S.
226-228 Inschrift 8). Die Datierung des Dokurnents ist eindeutig:
npo IE KaAav6wv ~ESpouapLwv, TOL~ xup[o~~ n~wv OuaAEp~av~ TO r xat faA-
A~nv~ TO B. zu Dieser Inschrift vgl. T.Pekary (1962) 8.124-125; J.Dei-
ninger (1965) S.59 und 157 und W.Kuhoff (1979) 8.12 mit Anm.14.
H.R.Baldus (1971, 5.259-261) hat die Datierung von Valerians Rei-
se durch Kleinasien und Aufenthalt in Syrien auch auf Grund numismati-
scher Quellen gesichert.
34) Der Autor folgt bei der Schreibung der iranisehen Namen der-
jenigen bei R.Göbl (1978) 8.96-99. Es sind aber nach wie vor Varianten
gebrauchlich, zum Beispiel "Sassaniden" bzw. "ShapuP", "SchapuP" u.a.m.
35 ) A.Alföldi (1937) 8.145; M.Christol (1975) 8.814-815; - Vgl.
das Beispiel auf Tafel 27 Abb.22.

36 ) C.Bosch (1935, s.60 mit Anm.316) gab dafür das Jahr 257 an.
Heute wird entweder für 259 oder für 260 pladiert: 259 n.Chr. z.B. bei
M.Christol (1975) 8.820 und W.Kuhoff (1979) 8.16-17; 260 n.Chr. z.B.
bei A.Alföldi (1937) 8.150-151 und sehr vehement R.Göbl (1978) 8.47-
49; vgl. dazu auch R.A.G.Carson (1979) 5.461-465.
62 3.Kapitel

Im Zusammenhang mit der Gefangennahme des Valerian


ist die Usurpation des Macrianus und Quietus zu sehen,
welche 260 begann. Im Frühjahr 261 wurde der Aufruhr von
Macrianus durch Kleinasien bis in den Balkan getragen 37 ,

doch konnte ein General des Gallienus des Aufstandes


schnell Herr werden.
Gallienus wurde 268 von Offizieren seines Stabes ermordet.

Die Stadt Nikaia bekam die Unbilden der Zeit zu spü-


ren. Der Ort lag zwar weit hinten im "rückwartigen Vertei-
digungsraum", wie man heute sagen würde. Aber gerade des-
halb spielte Nikaia eine bedeutende Rolle als Verkehrskno-
tenpunkt und "StraBenkopf" für den Aufmarsch und den Nach-
schub der römischen Truppen an Donau- und üstfront 38 •

Nachdem Valerian 253/254 unter Mitnahme bedeutender


Truppenkontingente in den Osten weitergezogen war und die
groBen Festspiele des Jahres 256 in Nikaia gefeiert waren,
überfielen Goten-Verbande Bithynien und zogen unter ande-
rem Nikaia schwer in Mitleidenschaft 39 :
" Sie pZünderten Ni-
kaia, Kios, Apameia und Prusa, wobei sie in aZZen diesen Stadten
genauso schZimm wüteten wie varher (in Nikomedeia). Sie woZZten
nun gegen Kyzikos ziehen. Der Rhyndakos führte aber wegen der
RegenfaZZe so vieZ Hochwasser, da~ sie, unfahig, ihn zu über-
schreiten, den Rückzug antraten. Auf dem Rückweg zündeten sie
Nikomedeia und Nikaia an." 40

37 ) C.Bosch (1935) S.61; M.Christol (1975) 8.819; K.W.Harl


(1978) 8.452-453; W.Kuhoff (1979) S.25; A.Alföldi (1938) 8.180-187.
38 ) C.Bosch (1931) Sp.426-428; derselbe (1935) 8.94-99; E.Gren
(1941) 8.52-55; K.W.Harl (1978) 8.269-272; - Zum StraBensystem dieser
Gegend vgl. S.Şahin (1981) 5.5-20.
39)
Eine sehr ausführliche Übersicht der Literatur zu diesem
Thema bietet B.Scardigli (1976) 8.200-285. Die Autorin verweist auf
die beiden Ansatze der Datierung: 256 (z.B. bei A.Alföldi (1937) s.
142-143) und 258 (z.B. bei B.Rappaport (1899) 5.57-58).
40)
Zosimus I 35,2: 'EnLöpa~OVTE~ ÖE NLMaLq MaL KG~ MaL 'Ana-
~ELq MaL ITpoucr~, Ta napanAnoLa TE MaL EV TaUTaLÇ XEnoLnMOTEÇ, EnL Tnv
KuÇLMov wp~ncrav· Toü 'PuvöaMou ot xoTa~oü xoAAoO pEucravToç EM Twv yE-
vo~lvwv Ö~Spwv, xEpaLw~nvaL T00Tov &öuvaTncravTEç &vExwpncrav 6xGcrw,
MaL Tnv ~tv NLMo~nöELav EvEnpncrav MaL Tnv NLMaLav •••
Valerian und Gallienus 63

Im Frühjahr 261 kam Bithynien unter die Herrschaft


des Macrianus. Für ihn und seinen Bruder Quietus wurden
dort Aes-Münzen gepragt, aber schon wenig spater wurde
Macrianus im Balkan geschlagen und fand den Tod.

Die Untersuchung der nikaischen Münzen dieser Epoche


soll zeigen, ob, wann und wie sich diese turbulenten Er-
eignisse in der lokalen Münzpragung widerspiegeln.

Von Valerian und seiner Familie, namlich seinem Sohn


und Mitkaiser Gallienus, dessen Ehefrau Salonina und deren
Söhnen Cornelius Valerianus und Saloninus(?), existieren
viel mehr Pragungen aus Nikaia als aus Nikomedeia:

Nikomedeia Nikaia
C.Bosch (1935) S.92 64 287
Waddington 17 79
SNG v.Aulock 25 48
Kölner Sarnınlung 36 94

Summe 142 508

Es zeigt sich, daB damals in Nikaia bedeutend mehr Münzen


gepragt wurden als in der bithynischen Hauptstadt Nikome-
deia, von anderen Orten Bithyniens ganz zu schweigen.
Dieser Eindruck wird noch verstarkt, wenn man die
Reihen der Münztypen der beiden Stadte miteinander ver-
gleicht: Das Repertoire der Typen der Stadt Nikomedeia
ist bedeutend simpler und themenarmer als das der Stadt
Nikaia, obwohl Nikomedeia und nicht Nikaia die ~~Tp6noALS

BELBuvLas war.
Besanders zur Zeit der Festspiele des Jahres 256 emit-
tierte die Münzstatte in Nikaia eine gewaltige Fülle ver-
schiedener Typen. Auch für das keineswegs auBerordentlich
betonte Thema der Hornoncia der Stadte Nikaia und Byzantion
gab es in Nikaia mindestens zehn Avers- und neunzehn Re-
versstempel 41

41 ) Vgl. E.Schönert-Geiss (1972) Tafel 109-112 und Kölner Samm-


lung Nr.178-180 und Nr.220-221.
64 3.Kapitel

Diese für nik~ische Verh~ltnisse beispiellose Mas-


senpragung führte zu einer merklichen Rationalisierung
des Pragebetriebes. Die Sternpel wurden oft mit nur weni-
gen kraftigen Linien geschnitten. Zwar litten Stil und
Feinheit der Gravuren darunter, aber die Sternpel gewannen
dadurch an Haltbarkeit.
AuBerdem sind die Sternpel sehr oft nach irgendeiner Metho-
de vervielfaltigt worden; von einem einzigen Reversthema,
zum Beispiel den drei Preiskronen, gab es mindestens ein
Dutzend nur in Einzelheiten differierender Stempel, die
nicht durch die Umgravierung eines Stempels entstanden
sein können (Vgl. die Zitate zur Nr.262 der Kölner Sammlung).
Viele Reverse belegen, daB mehrere Sternpel mit ver-
schiedenen Themen bis zu einem bestimmten Stadium der Gra-
vur mit gleichen Schablonen angelegt worden sind. Die Köl-
ner Münzen Nr.176 und 177 zum Beispiel, die Hornoncia bzw.
Kybele zeigen, bieten eine so eklatante Identitat der
Buchstabenführung, daB die Legenden und Teile der Figuren
sicher mit einer einzigen Vorlage auf die Sternpel gebracht
worden sind.
Ein Paradebeispiel für diese Technik liefert die Münzpragung der lydi-
schen Stadt Philadelphia: Zwei groBe Aes-Münzen des Gallienus (Tafel
25 Abb.15 und 16) ahneln sich auBerordentlich: Die Köpfe, besonders
die Gesichter, sind nahezu gleich, genau wie ganz unwesentliche De-
teils (wie etwa die Stellung desEnd-C der Legende), andererseits
stellt man kleine Abweichungen fest (Der Kopf der Abb.15 hat einen
Bart, der auf Abb.16 nicht; die Legende von Abb.15 wird, im Gegensatz
zu der auf Abb.16, durch den Kopf getrennt; der Kopf von Abb.15 steht
etwas höher im Perlkreis als das Portrait von Abb.16).
Diese Stücke beweisen, daB damals in der Münzpragung Mo-
delle, Vorlagen eder Patrizen verwendet wurden. Bis zu ei-
nem bestimmten Arbeitsgang waren die Details des einzelnen
Stempels vorgegeben, und erst ab einem recht spaten Stadi-
um der Stempelherstellung wurden Bild und Umschrift vom
(Haupt?)-Graveur individuell vervollstandigt.
Valerian und Gallienus 65

Die enorme Fülle nikaischer Münzen der Epoche des


Valerian und des Gallienus ist leider nicht so gut publi-
ziert, daB sich ein ahnlich klares System errnitteln lies-
se wie für die Epochen des Philippus und des Gallus.
Allein mit dem Portrait des Valerian wurden in dem Katalog
der Sarnrnlung Waddington 23 Stücke nur mit Reversfotos vor-
gestellt (Nr.789-794,796,798,800,801,803,805-808 und 811-818).
Von diesen Reversen sind 13 weder unter den 22 Exemplaren
der SNG v.Aulock noch unter den 56 Valerian-Münzen der
Kölner Sarnrnlung vertreten. Diese Reverse weisen zwar oft
groBe Xhnlichkeiten auf mit Stempeln, die in den beiden
genannten Sarnrnlungen vorliegen, sie können aber nicht als
Umgravierungen von deren Stempeln benannt werden.
Erschwerend kornrnt hinzu, daB der Katalog der Sarnrnlung
Waddington leider nicht irnrner zuverlassig ist 42 •
Bedenkt man des weiteren, daB bei Boschs Auflistung
(1935, s.92) mit 287 von insgesamt 1993 Münzen aus Nikaia
über 14% des Materials in die Epoche von Valerian und Gal-
lienus fallen, so waren bei gleicher Haufigkeitsverteilung
allein in den angeblich über 3000 unpublizierten Münzen Ni-
kaias in Istanbul 43 über 430 Exemplare dieser Epoche zu
erwarten.
Daher ist für diesen Zeitraum eine komplette Rekonstrukti-
on des Pragesystems, wie sie oben für Philippus und für
Gallus erstellt wurde, noch nicht möglich.

42 ) Für Nr.788 wird das Foto Tafel 86 Abb.26 angegeben. Dieses


Bild zeigt aber die Nr.789, die angeblich nicht abgebildet wurde. Zu
allem UberfluB ist für die tatsachlich ohne Foto katalogisierte Nr.
788 in der Beschreibung die Averslegende AYT K IT AlKIN OYAAEPIANOC CE
angegeben, die es ansonsten in Nikaia nicht gab.
Nr.802 gehört nicht zu Valerian, sondern zu einem der Söhne des Galli-
enus, wohl zu Saloninus (s.u.S.85-86).
DaB Nr.818, deren Revers die Tafel 87 Abb.15 zeigt, wirklich eine Mün-
ze des Valerian ist, muB bezweifelt werden. Diese Rückseite wurde nam-
lich im Katalog der 11.Auktion der Münzhandlung Winkel (Bielefeld)
(1979) unter Nr.1475 als Revers einer Gallienus-Münze vorgestellt (hier
Tafel 25 Abb.17-18). In dieser Pragephase gab es aber keine Koppelungen
von Reversen des Valerian und des Gallienus.
43)
C.Artuk (1956) S.41 und 86; vgl. H.v.Aulock (1969) S.79-80.
66 3.Kapitel

Im Falgenden wird deshalb nur eine provisorische


Skizze des Pragesystems dieser Epoche aufgestellt, die
sich auf die 142 Münzen in der SNG v.Aulock und in der
Kölner Sammlung stützt. Besonderheiten, die an anderer
Stelle eindeutig und einwandfrei publiziert sind, werden
zwar erwahnt, erfahren aber keine Aufnahme in die vorlau-
fige Sternpelliste im Anhang zu diesem Kapitel.
Sicher sind bei den vielen Münzen dieser Epoche, die
noch nicht oder nicht ausreichend publiziert sind, eine
ganze Reihe neuer Averse und besanders vieler bislang un-
bekannter Reverse zu erwarten. Dennoch erlaubt das erfaBte
Material, die Grundzüge des Pragesystems zu erkennen und
zuverlassig darzustellen. Insbesondere bisher ungeklarte
Datierungsfragen lassen sich mit hinreichender Wahrschein-
lichkeit beantworten.
Wie schon erwahnt, ist die Untersuchung der inneren
Anordnung der nikaischen Münzen des Valerian und seiner
Familie schwierig, weil eine Unzahl von Stempeln verwendet
wurde und nur selten Koppelungen von Aversstempeln über
gemeinsame Reverse nachgewiesen werden können.
Viele der verrneintlich neuen Sternpel sind vielleicht aus
anderen Stempeln umgeschnitten worden. Die Retouchen sind
aber meist so vollstandig, daB nur der Tatbestand der Um-
gravierung klar ist; der "Urstempel" laBt sich aber nur in
zwei Fallen bestimmen (steınpel Ea des Valerian (Kölner Saıııınlung
Nr.175-180) ist umgraviert zu Eb (Kölner Sammlung Nr.181-182). Der
Averssteınpel des Gallienus in der Sammlung Mabbott Nr.1173 ist zum

Vorderseitenstempel vom Stück Grose Nr.7507 umgeschnitten).


Deshalb werden im Falgenden die Münzen bzw. die zu
deren Pragung verwendeten Sternpel in 14 deutlich voneinan-
der getrennte Gruppen eingeteilt, die sehr wahrscheinlich
chronologisch aufeinander folgen.
Zur Anordnung der vielen verschiedenen Münztypen ist
es notwendig, drei allgemein gültige Pramissen zu formu-
lieren:
Valerian und Gallienus 67

1.) Münzen mit Portraits des Valerian, die dem Kai-


ser unahnlich sind, werden früher angesetzt als solche,
die ein realistischeres Gesicht des Kaisers zeigen.
2.) Da die Averslegenden der Münzen mit unahnlichen
Valerian-Portraits auf AÜyoucrTO~ enden, die bei ihm ahn-
elnden Portraits aber auf CESacrT6~, ist analog zur ersten
Pramisse die erstgenannte Form der Legende früher verwen-
det worden als die zweitgenannte,
3.) Reverse mit agonistischen Themen sindin die Jah-
ren der Festspiele zu datieren. Je vollstandiger das Re-
pertoire der Münztypen einer der 14 Gruppen agonistisch
ist, umso naher liegen diese Emissionen bei den Terrninen
der Festspiele (Die meisten Münzen dieser Art wurden zu den Agonen
von 256 gepragt; nur ein einziges Stück (Kölner Sammlung 254) ver-
weist auf die Festspiele von 260).

Auf diesen drei Pramissen basiert die folgende Untertei-


lung der Münzen von Valerian und Gallienus aus Nikaia.

PRAGEPHASE (253) (s. u. s. 94, 95, 97, 98 und 101)

Die Aes-Pragung Nikaias des Valerian und seiner Familie


begann mit den Valerian-Aversen A, B, C und D, die mit
f(aLo~) TIOYB(ALO~) AIK(LVLO~) OYAAEPIANOC AYf(oucrTo~)

die langste für ihn in Nikaia verwendete Averslegende


tragen. Sie kopieren die Portraits auf alteren Münzen,
was man besanders deutlich bei einem Vergleich der Kölner
Münzen 169-174 mit den Stüeken 145-147 oder den Exemplar
der SNG v.Aulock 707 sehen kann.
Nur eine einzige Münze mit dem Bild des Gallienus
ist wohl gleichzeitig gepragt worden. Jedenfalls legen
die lange Legende f(aLo~) TIOYB(ALO~) AIK(LVLO~) Ef(vaTL-
o~) fAAAHNOC AY(youcrTo~) und die stilistische Xhnlich-

keit mit den Valerian-Gepragen dieser Gruppe eine Datie-


rung in diese Pragephase sehr n ah e (Kölner Sammlung Nr. 225).
Schon hier zeigt sich ein Charakteristikum der Pra-
68 3.Kapitel

gung Nikaias in dieser Epoche. Die parallel im Namen der


beiden Kaiser emittierten Münzen zeigen keine Portraits,
die realistische Merkmale beider Regenten wiedergeben.
Bis zur Pragephase III wurden beide Regenten vielmehr mit
dem "Allzweckportrait" dargestellt, so lange ihre wirkli-
che Physiognomie noch nicht bekannt war 44

PRAGEPHASE II (253/255) (s.u.s. 94, 95, 97-99 und 101)

Diese Phase, zu der die Kölner Münzen Nr.175-183 und Nr.


226-236 gehören, zeigt immer noch die den beiden Kaisern
unahnlichen Gesichter. Die Legenden sind bei Valerian die
gleichen wie in Phase I. Sie lauten bei Gallienus r ITOYB
AIK EfNA fAAAHNOC AYr, r ITOYB AIK EfN fAAAHNOC AYr und bei
einem kleineren Neminal ITOY AIK EfNA fAAAHNOC.
Die Büstenformen differieren zur ersten Pragephase:
Valerian ist mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone,
von vorn gesehen, abgebildet. Gallienus wird erst nur mit
seinem Kopf, dann aber genauso wie Valerian dargestellt.
Das merkwürdige Stück mit der kurzen Legende zeigt Gallie-
nus mit einem Lorbeerkranz.
In dieser Pragephase treten ausnahmsweise eine Reihe
von Reversstempeln auf, die mit Aversen beider Regenten
gekoppelt sind (Stempel 10 ist mit der Vorderseite Ea des Valerian
(Kölner Sammlung Nr.175) und dem Avers B des Gallienus verbunden (Köl-
ner Sammlung Nr.227). Genauso kommt Revers 16 mit Avers Eb des Valeri-
an (Kölner Sammlung Nr.181) und mit Avers D des Gallienus vor (Kölner
Sammlung Nr.231). Rückseite 18 schlieBlich ist gekoppelt mit Sternpel F
des Valerian (Kölner Sammlung Nr.183) und mit Sternpel E des Gallienus
(Kölner Sammlung Nr.232)).

44 l Als Beispiele für dieses Pranomen seien genannt: Die Gal-


lus-Münzen der Kölner Sammlung Nr.145-147 ahmen Portraits des Herenni-
us Etruscus und des Hostilianus nach (s.o.S.44 und 49); in Ephesos,
Nysa, Tralleis und Hypaipa wurden Valerian-Pragungen mit den alten
Philippus-Köpfen geschlagen (vgl. K.Kraft (1970) Tafel 25 Nr.138a-141);
in der syrischen Colonia Heliopolis zeigen Valerian-Münzen sogar das
Gesicht des Elagabal (vgl. SNG Kopenhagen Nr.38-40).
Valerian und Callienus 69

In Pragephase II sind viel rnehr Münzen mit dem Kopf


des Gallienus als mit dem Portrait des Valerian gepragt
worden. Damals wurde also die Münzstatte erweitert oder
das Repertoire differenziert: Vorn Arbeitsplatz "Valerian"
lieh man Reverssternpel an den Arbeitsplatz "Gallienus"
aus, bis auch dort genügend eigene Sternpel zur Verfügung
standen.
Mit dem Averssternpel Ea des Valerian wurden rnindestens die
sechs Reverse Nr.10 bis Nr.15 verbunden. Einzig bernerkens-
werte Ausnahrne unter den "Allerweltsrückseiten" ist Revers
Nr.13 mit der allegorischen Darstellung der 6~6voLa der
Stad te Nikaia und Byzantion (Kölner Sarnınlung Nr.178-180 u.a.m.).
Aus Sternpel Ea wurde durch Nachschneiden der Brust des
Valerian Sternpel Eb urngraviert.
Sternpel F ist ebenfalls urngeschnitten, wie die rnarkan-
ten, groben Linien zeigen.
Avers C des Gallienus ist rnöglicherweise aus Sternpel B urn-
graviert.
In diese Pragephase gehören wohl auch die kleinen Münzen
mit dem Bild des Gallienus ohne Nennung des Titels AÜyoucrTo~

(Kölner Sarnınlung Nr.236 und SNG v.Aulock 7092).

PRAGEPHASE III (CA.256) (s.u.s.94-97, 99 und 102l

Die dritte Pragephase ist von der ersten und zweiten Phase
deutlich unterschieden durch die ungewöhnlich flachen Por-
traits. Wieder ist die ~hnlichkeit der Gesichter von Vale-
rian und Gallienus so groB, daB sicher ein und derselbe
Graveur die "Allzwecikgesichter" geschnitten hat, die nur
durch die jeweilige Urnschrift unterschieden werden können
(Kölner Sarnınlung Nr.184-188 und 237-238) 45 •

Die rneisten Reverse dieser Phase zeigen agonistische Bil-


der, weisen also auf die groBen Festspiele von 256 hin.

45)
Das gleiche Phanomen laBt sich in anderen Stadten beobach-
ten, z.B. in Nikomedeia und in Tarsos (K.W.Harl (1978) S.31 und dersel-
be (1981) S.166).
70 3.Kapitel

PRAGEPHASE IV (CA.256) <s.u.s.94, 95, 97, 98 und 102l

Diese umfangreiche Gruppe umfaBt Valerians Aversstempel


J, K, L und M, die mit mindestens 15 Reversen gekoppelt
sind.
Die Rückseiten zeigen zum überwiegenden Teil agonistische
Themen und zweimal den von Marc Aurel und Lucius Verus
übernommenen Typ der ein Tropaion tragenden Nike mit der
Umschrift PnMAinN NIKHN NIKAIEIC; dieser Reverstyp nimmt
Bezug auf den Partherkrieg des Valerian 46 •
Eine besonders auffallige Eigenart zeigt die Rückseite des Ex-
emplars Nr.202 der Kölner Sammlung: Dort ist Revers 38, ein Tisch mit
Preiskronen, im Winkel von 180° über dem Sternpel 37 abgepragt worden.
Revers 37 ist also um ein weniges alter als Revers 38 (vgl. im Katalog
den Kommentar zu Nr.202).
Da die Reverse der Pragephase IV so viele agonisti-
sche Bilder zeigen, ist die Phase ohne Zweifel in die Na-
he des Festspieljahres 256 zu datieren.
Dieser Zeitansatz ist gesichert durch die Münzen der Prage-
phase VII, die allesamt agonistische Rückseiten haben und
auf den Vorderseiten, neben Valerian und Gallienus, den
neuen Caesar Cornelius Valerianus zeigen; dieser Gallienus-
Sohn war von etwa Mai 256 bis circa Mitte 258 Caesar (s.u.
S.79 und 86).
Die Varderseiten der Münzen der Phase IV sind anders ge-
staltet als die der hisberigen Pragephasen: Zur Legende
ITOY AIK OYAAEPIANOC AY wird ein dem Valerian ahnliches Por-
trait gezeigt: das Bild eines alteren Herrn mit schweren,
fast feisten Zügen, wie es auch in der Rundplastik bekannt
ist 47 • Mit den früher benutzten Stempeln, die jene dem Kai-
ser unahnlichen Larven trugen, wurde seitdem nicht mehr ge-
münzt.

46 1 Marc Aurel: F.Imhoof-Blumer (1908) S.33 Münze (Nikaia) Nr.2


und Lucius Verus: Waddington Nr.232-234; - vgl. auch den Kommentar im
Katalog zur Nr.189 der Kölner Sammlung.
47 ) Vgl. K.W.Harl (1978) S.31; W.Kuhoff (1979) 5.62-67.
Valerian und Gallienus 71

Man hat sich zu fragen, warum jetzt auf einmal die


Averse des Valerian sein wirkliches Gesicht in annahernd
realistischer Manier darstellen und die Pseudoportraits
der Pragephasen I, II und III aus der Münzproduktion gezo-
gen wurden.
Unwahrscheinlich ist jedenfalls die Hypothese, erst jetzt
seien die Reichs-imagines aus Rom in Nikaia eingetroffen,
denn dann hatte man auch für Gallienus auf nikaischen Mün-
zen ein realistischeres Portrait erwarten müssen 48 •

Aus diesem Grund kann die Veranderung des Valerian-


Portraits auch nicht auf.die Einstellung eines neuen, kom-
petenteren Aversstempel-Graveurs zurückgeführt werden.
Dieser neue Mann hatte namlich mit der Vorlage der imagi-
nes oder der in Mengen zirkulierenden Antoniniane der bei-
den Regenten (vgl. Tafel 25 Abb.19 und 20) lebensnahe Büsten
des Valerian und auch des Gallienus geschaffen, nicht aber
nur des Valerian allein 49 •

Mit aller Vorsicht sei daher die folgende Hypothese


zur Diskussion gestellt:
In Nikaia wurden 256 nach Aussage der Münzen Festspiele in
nie dagewesenem Prunk gefeiert; alle Agone waren ~gehei­

ligt" (LEpo~) und "pythisch~ (ITu&La), und neben den Namen


"Fest des Dionysos, des Augustus und des Severus" (ALov6-
0La, AuyouoTELa, LEounpELa) trugen diese Veranstaltungen
als erste die Ehrennamen "Fest von Valerian und Gallienus"
(ÜUaAEpLaVELa faAAnVELa) 50 •

48 ) Allgemein zur imago vgl. K.W.Harl (1978) S.31 mit Anm.58;


zum Portrait des Gallienus in der Rundplastik zuletzt W.Kuhoff (1979)
5.62-67; ein typisches Münzportrait hier auf Tafel 25 Abb.20.
49)
Diese Auffassung klingt bei K.Kraft (1972, 5.77-78) an. Es
reicht aber kaum aus, solche Veranderungen auf simple technische Vor-
gange zurückzuführen.
50)
C.Bosch (1950) 5.93-94; - Vgl. in der Kölner Sarnınlung die
Münzen Nr.190, 193, 195, 196, 198, 199, 201-206, 215, 237, 238, 244,
245 und 258 sowie den Index Nr.8 zum Katalog.
72 3.Kapitel

Es ware nur zu verstandlich, wenn bei so bedeutenden


Festspielen der im Osten agierende Kaiser anwesend gewe-
sen ware, zumal ja Nikaia eine wichtige Etappenstadt war.
Setzt man die Anwesenheit von Valerian und seinem Gefolge
bei den Festspielen von Nikaia voraus, kann man verstehen,
warum von nun an sein Münzportrait ein ihm ahnliches Ge-
sicht zeigt. Des weiteren wird einsichtig, warum die Por-
traits des "Westkaisers" Gallienus nach wie vor keineswegs
seinem Bild, sonderu dem neu gestalteten Kopf des in Nikaia
weilenden Valerian angeglichen wurden.
In Pragephase IV wurde offenbar nur Geld mit dem
Kopf des Valerian gepragt. Das ware mit Valerians Anwe-
senheit bei den Agonen leicht begründbar. Im Falle eines
Kaiserbesuches ware nur natürlich gewesen, daB die Münz-
statte ihre Kapazitat auf die Produktion von Valerian-Mün-
zen konzentriert hatte.
In severiseher Zeit hatte zum Beispiel die thrakische Stadt Pe-
rinthos Münzen pragen lassen, die einen Agon feierten und solche, die
den zweiten Besuch des Kaisers Septimius Severus in Perinthes herver-
hoben mit der Umschrift EITIL'ıHMIA B CEOYHPOY ITEPIN8HlN NEilKOPilN, "zwei-
ter Besuch des Severus, (Münze) der Bürger von Perinthos, (der Stadt)
mit (einem) Kaiserkult"(Tafel 26 Abb.l).
Interessante Parallelen sind auch aus Kilikien bekannt: In Tar-
sos waren Caracalla und Severus Alexander gewesen und wurden auf Mün-
zen als "Ehren-Demiurgen" dargestellt (R.Ziegler (1977) S.38-47).
Die Stadt Anazarbos lieB 253/254 umfangreiche Serien mit dem
Portrait des Valerian emittieren. Neben typischen agonistischen Bil-
dern (zum Beispiel Preiskronen: Tafel 26 Abb.2), sieht man Valerian
und Gallienus auf einer seZZa sitzen (Tafel 26 Abb.3), ja sogar Vale-
rian, als "Ehren-Gymnasiarch" von Anazarbos dargestellt (Tafel 26 Abb.
4). Da Valerian damals mit Stab, Gefolge und Soldaten durch diese Ge-
gend kam, dürfte diese Emission ein Indiz dafür sein, daB er bei den
Festspielen anwesend war. Die Pragungen aus diesem für die Stadt Ana-
zarbos so seltenen AnlaB sind recht haufig und tragen auf den Aversen
Valerian und Gallienus 73

fast ausschlieBlich (wohl zu 95%) das Portrait des Valerian und nur
sehr selten (wohl zu nur 5%) den Kopf des Gallienus 51 •
Ebenfalls auf der Münze datiert, brachte die Stadt Mopsos 255/
256 Pragungen heraus, die Valerian genauso darstellten wie das Stück
aus Anazarbos auf Tafel 26 Abb.3 (s.o.S.72) 52 • Weitere Münzbilder
dieser Emission zeigen die vom Kaiser gestiftete Brücke über den Py-
ramos, die als owpe:a, "Geschenk", bezeichnet wurde (Tafel 26 Abb.5)
und wieder die Preiskronen eines Agons 53 • Diese Münzen sindeinIndiz
für die Anwesenheit des Valerian bei den Festspielen in Mopsos aus
AnlaB der Brückenstiftung.
Auch für andere Stadte Kleinasiens sind in Valerians
Epoche Agone bezeugt, zum Beispiel im karisehen Aphrodisi-
as (SNG v.Aulock Nr.2470), im phrygischen Synnada (Tafel 26 Abb.
6), in den pamphylischen Orten Attaleia (Tafel 26 Abb. 7), Side
(Tafel 26 Abb.9) und Perge (Tafel 26 Abb.8), in Tralleis an der
lydisch-karischen Grenze (Tafel 26 Abb.ıoı sowie in den kili-
kischen Stadten Syedra (Tafel 26 Abb.ıı) und Tarsos (Tafel 26
Abb.ı2). Keiner dieser Orte hat jedoch eine mit nikaischen
Verhaltnissen vergleichbare Massenemission an agonisti-
schen Münzen aufzuweisen, und keiner dieser Orte hat Agone
feiern können, die eine solche Vielzahl von Ehrentiteln
trugen, wie das in Nikaia im Jahr 256 der Fall war.

51)
In den dem Verfasser zuganglichen Katalegen des Münzhandels
wurden 58 mal Valerian-Münzen aus Anazarbos angeboten, aber nur drei-
mal Stücke des Gallienus: Valerian: Auctiones AG (Basel) ıı Nr.ı84;
Ball (Frankfurt) 24 Nr.ı592 und 26 Nr.37ı; Cahn (Basel) 60 Nr.ı650 und
ı65ı (zwei Stücke); Elsen (Brüssel) Liste 49 Nr.ı49; Feuardent (Paris)
Auktion von ı9ı3 Nr.3ı9; Gorny (München) ı2 Nr.ı40; Hirsch (München)
84 Nr.789-79ı und ı27 Nr.3300; Knopek (Köln), Auktion vom Dezember '79
Nr.420; Kress (München) ıı3 Nr.537, ı46 Nr.246, ı58 Nr.ı5ı7, ı7ı Nr.
964-967, ı75 Nr.937, ı77 Nr.883-885, ı78 Nr.ı339 und ı79 Nr.975; Kri-
cheldorf (Freiburg/Br.) ı Nr.49ı, 3ı Nr.ı28, 32 Nr.ı29, 34 Nr.ı49, Li-
ste 75 Nr.47, Liste 82 Nr.86, Liste ıoı Nr.73 und Liste ıo2 Nr.ı4ı;
Kurpfalzische Münzhandlung (Mannheim) 2ı Nr.235; Lanz (München) 20 Nr.
8ıO; Müller (Solingen) 28 Nr.78ı, 36 Nr.468 und 39 Nr.378; Münzen und
Medaillen-AG (Basel) Liste ı32 Nr.95, Liste ı45 Nr.ı65 und Liste ı87
Nr.249; Münzkabinett Köln 2ı Nr.287-288 und 22 Nr.323; l1ünzzentrum
Köln 43 Nr.60ı, Liste 26 Nr.ı67, Liste 30 Nr.ı7 und Liste 36 Nr.70;
Schulman (New York) Mabbott coll. 2ı38-2ı40; Schulten (Frankfurt), Auk-
tion vom Marz ı98ı Nr.ı7ı; Waddell (Washington) ı Nr.483-484; Zühls-
dorf (Düsseldorf, jetzt Köln) Liste 6 Nr.ı23; - Gallienus: Kress (Mün-
74 3.Kapitel

Die auBerordentliche Bedeutung der Festspiele dieses


Jahres in Nikaia wird noch unterstrichen durch die Dürf-
tigkeit der Münzpragung der benachbarten Stadt Nikomedeia.
Die Typenreihen von Nikomedeia sind namlich gegenüber den
Emissionen der Nikaer ausgesprochen sparlich, obwohl Niko-
medeia die Hauptstadt Bithyniens war und, im Gegensatz zu
Nikaia, zwei, ja wohl ab 256 sogar drei Neokorien im Titel
führen durfte.
Unter den Münzen von Valerian und Gallienus auf Nikomedeia,
die den Titel ô~~ vEwnopo~ tragen, gibt es nur drei Typen;
sie gleichen im Stil den Münzen aus Nikaias Pragephasen I,
II und III ((ll Valerian reitet zur Attacke an (Waddington 404 und
414; SNG v.Aulock 7136, 7137, 7143 und 7144), (2) Valerian reitet im
Adventus-Gestus nach links (SNG v.Aulock 7142) und (3) Valerian und
Gallienus beim Opfer (SNG v.Aulock 7135; zur Deutung der Darstellung
s.u.S.82-85)).
Die spateren Münzen aus Nikomedeia mit dem selten verlie-
henen Titel <P~~ vEwn6po~ zeigen mit nur neun Reversen ei-
ne Pendant-Emission zur agonistischen Massenpragung in Ni-
kaia im Jahr 256 ( (1) Tyche mit drei Tempeln (Tafel 26 Abb.13), (2)
drei Tempel hinter einem Schiff (Tafel 26 Abb.14), (3) drei Tempel
(Tafel 26 Abb.15 sowie Tafel 34 Abb.9-10), (4) drei Preiskronen (Tafel
26 Abb.l6), (5) Demeter (Tafel 31 Abb.9-10 sowie Tafel 32 Abb.7-8),
(6) Artemis (SNG v.Aulock Nr.7150), (7) Tyche (SNG v.Aulock 863), (8)
!sis Pharia (Waddington 421) und (9) Homonoia (SNG v.Aulock 864-866) 5 ~.

chen) 158 Nr.1535; Schulman (New York),Mabbott coll. 2141; Schulten


(Frankfurt), Auktion vom Marz 1981 Nr.172.
52 ) H.v.Aulock (1963) Nr.84
53)
ebenda, Nr.86
54)
Die Typen Nr.6 bis Nr.9 kommen ausschlieBlich auf Münzen
mit dem Portrait der Salonina vor; für Typ Nr.S ist, neben Pragungen
der Salonina (Waddington 416 und 417 sowie SNG v.Aulock 861) auch ein
Sternpel des Gallienus bekannt (Tafel 31 Abb.9-10 und Tafel 32 Abb.7-8).
Diese Münzen waren Dreier, die zuweilen neben dem Ublichen Nomi-
nal des Vierers gepragt wurden (s.u.S.169-170). Solche Dreier trugen
so haufig den Kopf der Kaiserin, daB deren Portrait auf den Stüeken
als Ausweis des Dreiers ausreichte; folgerichtig wurde in den Sternpel
Valerian und Gallienus 75

Alle Reverse tragen nur den Stadtnamen und die Nen-


nung der dritten Neokorie als Aufschrift, heben also keine
besanderen nikomedeischen Festspiele hervor; das gilt auch
für den Reverstyp mit den drei Preiskronen (Nr.4).
Diese Agone blieben daher in Nikomedeia offenbar "im ge-
wohnten Rahmen" 55 , wahrend im benachbarten Nikaia, nach
dem AusmaB der agonistischen Pragung zu urteilen, "Super-
Spiele" abgehalten wurden. Es hat den Anschein, als hatten
die Bürger von Nikaia die Ehre der aywvE~ LEpo[ sozusagen
zum Ausgleich dafür erhal~en, daB 'den Bürgern von Nikome-
deia die seltene Auszeichnung 56 einer dritten Neokorie zu-
teil wurde. Die Ahnlichkeit zweier Münztypen (der Tyche von
Nikaia mit drei Preiskronen (Kölner Sarnınlung Nr.197 und 243) und der
Tyche von Nikomedeia mit den drei Neokorietempeln (Tafel 26 Abb.13)
legt diese Vermutung nahe.

des Gallienus-Dreiers im Laufe der Benutzung das Wertzeichen f(=3)


eingraviert (ohne f: Tafel 31 Abb.10ı mit f: Tafel 32 Abb.8). Etwas
früher war es in Untermoesien üblich gewesen, auf die gröBeren Nomina-
le den Kaiserkopf, auf die Dreier aber das Portrait der Kaiserin zu
setzen (B.Pick (1898) S.76, S.156 mit Anm.2 und S.189 mit Anm.4ı B.
Pick/K.Regling (1910) S.624-625).
Das Pragedatum dieser Münzen Nikomedeias setzte K.Kraft (1972,
S.77-78) in die Zeit zwischen 258 und 260. Es ist aber eher an ein Da-
tum um 256 zu denken: Die beiden genannten Münzen des Gallienus gehö-
ren namlich in den Kontext der Festemission zur Verleihung der dritten
Neokorieı der einzige bekannte Aversstempel des Gallienus-Dreiers be-
nennt den Kaiser noch als f~AAnv6~ und nicht als f~AALnv6~, wie es erst
seit der Pragephase V Nikaias üblich wurde (s.u.S.76-78)ı auBerdem ist
der Sternpel derselbe, aus dem die Vierer jener Festpragung stammen
(z.B: SNG v.Aulock 7145, 7148 und 7149).
Es sei daran erinnert, daB C.Bosch das Ende der Münzpragung von
Nikomedeia direkt nach den Festemissionen angenommen hatte (C.Bosch
(1935) S.296). Zu diesem SchluB hatte ihn die Erforschung der gröBten
Sarnınlung von Münzen aus Nikomedeia geführt, die je zusammengetragen wor-
den war (C.Bosch (1935) S.92: 996 Exemplare).
55)
Diese Festspiele sind inschriftlich bezeugt in der Sieger-In-
schrift des Valerius Eklektos aus Sinope, die in Athen gefunden wurde:
In einer langen "Litanei" werden die Siege des Athleten aufgezahlt, un-
ter anderem Erfolge in Nikomedeia bei den Severien und den dort abgehal-
tenen Spielen des Koinon von Bithynien: 1 ••• EEunPEL~ EV NELMo~n6E[I~
B MOLvov BEL~uv[~~ Ev NELMo~nöEL~ B ... (Zeile 21-22: IG II/III 3 s.71-
72 Nr.3169/3170 = L.Moretti (1953) S.263-268 Nr.90 = O.Liermann (1889)
S.153-154 Nr.30ı- Vgl. J.Deiningcr (1965) 5.64 mit Anm.3).
56)
(unter Valerian) Sardeis und Ephesos (K.Hanell Sp.2425-2426)
76 3.Kapitel

Pompöser als je zuvor wurden in Nikaia im Jahr 256


Festspiele gefeiert und im Zusammenhang darnit gewaltige
Münzenmassen emittiert; bestimmte Anzeichen sprechen so-
gar für eine Anwesenheit des Valerian bei diesem Fest.
Nikomedeia erhielt offenbar gleichzeitig die seltene
Ehre der dritten Neokorie.
In Nikomedeia wurden aber damals bedeutend weniger
Münzen und Münztypen herausgebracht als in Nikaia.
Die wirtschaftliche Bedeutung Nikaias scheint die der Me-
tropolis Nikomedeia übertroffen zu haben.

PRAGEPHASE V (256) (s.u.s.94-96, 98, 99 und 102)

Diese Pragephase bringt ein überraschend neues Aversdesign,


das geradezu modern anmutet. Man meint, eine Vorwegnahme
des tetrarchischen Stils zu erkennen, wie er vier Jahrzehn-
te spater zum Durchbruch kam (vgl. Tafel 27 Abb.1).
Die Büste des Valerian ist mit Strahlenkrone und Palu-
damentum ausgestattet und genau von der Seite gesehen. Der
menumental wirkende massige Kopf trennt die sehr kurze Le-
gende r rı AIK OY-AAEPIANOC CE. Das Auge ist "pietistisch"
nach oben gerichtet, wie es ebenfalls unter den Tetrarchen
und spater üblich wurde (vgl. Tafel 27 Abb. 2).
In ganz ahnlicher Manier wurde der Kopf des Gallienus
mit Lorbeerkranz, seinem Vater ahnlicher als sich selbst,
zwischen die Umschrift r rı AIK rAA-AIHNOC CEB gesetzt.
Unter der Nr.206 der Kölner Sammlung ist ein Probeabschlag des
Valerian-Stempels aufgeführt. Der Flan eines reduzierten Diassarions,
des haufigsten Neminals von 235-244, wurde auf beiden Seiten nachein-
ander mit dem Aversstempel bepragt. Solche erstaunlichen Curiosa sind
auch in der Münzstatte von Rom speziell für das 2.Jhdt.n.Chr. bezeugt
(vgl. Tafel 27 Abb.3 und 4) 57 •

57 l R.Göbl (1978) Band 2 S.141 Nr.315 und 316, abgebildet dort


auf Tafel 27; - Vgl. auch die Exemplare in der 4.Auktion der Firma
Lanz (Graz, heute München) (1974) Nr.226, 324 und 464.
Valerian und Gallienus 77

Seit der Pragephase V wurde in Nikaia der Titel AÜyou-


oTos durch CESaoT6s ersetzt. Von nun an hieB Gallienus in
Nikaia nicht mehr faAA~v6s, sondern (in den allermeisten
Fallen) der römischen Schreibung angeglichen, faAAL~v6s.

Von den fünf in der SNG v.Aulock und in der Kölner


Sammlung verwendeten Reversstempeln weisen beide Sternpel
des Valerian auf die Festspiele des Jahres 256 hin. Eine
weitere Rückseite dieser Pragephase, die sich auf die Horno-
ncia von Nikaia mit Byzantion bezieht, führt E.Schönert-
Geiss auf (1972, Tafel 110 Nr.1857).
Zwei der Reverse der Gallienus-Münzen nehmen Themen
aus Valerians Pragephase IV auf: die Nike der Römer (Revers
70 nach Valerians Reversen 24 und 36) und die sitzende Tyche mit
drei Preiskronen (Revers 71 nach Valerians Revers 33).
Es hat den Anschein, als hatte Phase V unter der Devi-
se gestanden, das Fehlen der Münzpragung mit dem Bild des
Gallienus in Phase IV nun durch eine erhöhte Produktion von
Gallienus-Münzen in Phase V zu kompensieren; in dieser Pha-
se sind doppelt so viele Gallienus- wie Valerian-Reverse
bekannt.
Die Datierung dieser bemerkenswerten Geldstücke ist durch
die Haufigkeit des agonistischen Themas gesichert, aber
auch durch Stempelkoppelungen (Wahrend Valerians Revers 38 auch
mit dem Aversstempel M der Phase IV vorkommt (Kölner Sammlung Nr.202
und 203), tritt Revers 72 des Gallienus auch in derspateren Phase X
auf (Kölner Sammlung Nr.250)}.

PRAGEPHASE VI (CA,256) (s.u.S.94, 96, 100 und 103)

Eine Gruppe von seltenen Münzen zeigt auf dem Avers die
Büsten von Valerian und Gallienus einander zugewandt; bei-
de Regenten tragen Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone.
Die Legende der beiden bekannten Aversstempel lautet
AYT(oxpaTOPES) OYAAEPIANOC (xaL) fAAAHNOC CEBB (für CESa-
OTOL). Die fünf Reverse in der SNG v.Aulock und in der Köl-
ner Sammlung zeigen dreimal Homer mit der Umschrift OMHPOC
78 3.Kapitel

NIKAIES"lN (Köln Nr.260 und 261; 8NG v.Aulock 7081) 1 einmal die
Nymphe Nikaia als Jagerin mit Dionysos als die OIKICTAI
NIKAIES"lN (8NG v.Aulock 7082, hier Tafel 27 Abb.9) und schlieB-
lich Dionysos allein inmitten der Umschrift TON OIKICTHN
NIKAIEIC (8NG v.Aulock 7080, hier Tafel 27 Abb.10). Die Nymphe
Nikaia und der Gott Dionysos werden als mythische Gründer
der Stadt Nikaia benannt; die Gründungssage ist überlie-
fert bei Nonnos, Dionysiaka 16.403-405 (vgl. denKomnıentarim
Katalog zu Nr.16).
Genau wie früher in Untermoesi~n üblich, weist das Doppel-
portrait diese ungewöhnlich groBen Münzen als Fünfer aus,
die neben dem üblichen Vierer-Nominal gepragt wurden 58

Der Emissionstermin laBt sich zwar nicht genau ange-


ben, aber er ist eingrenzbar in die Zeit um 256: Die Avers-
legenden enden schon auf CsSacrToC und nicht mehr auf AÜyou-
OTo~, und Valerians Kopf weist schon portraitahnliche Züge
auf; der Termin muB daher spater anzusetzen sein als der
von Pragephase III. Ein zu spates Datum ist allerdings un-
wahrscheinlich, da Gallienus noch faAA~v6~ genannt wurde.
Die betont lokalen Reverse und das seltene Fünfer-No-
minal weisen jedoch sicher auf die groBen Festspiele hin.

PRAGEPHASE VI I (256) (s.u.8.94, 96, 100 und 103)

Eine eng umgrenzte Gruppe nikaischer Münzen zeigt drei


Aversportraits: Zwischen den Büsten von Valerian und Galli-
enus wird die Büste des Cornelius Valerianus Caesar nach
rechts gezeigt; alle drei Regenten tragen Panzer, Paluda-
mentum und Lorbeerkranz.
Sozusagen als "Pilotstück" dieser Münzen kann ein ungewöhn-
liches Medaillon gelten (Münzen und Medaillen-AG (Basel), Auktion
13 (1954) Nr.878 = Mabbott calleetion 1164, hier Tafel 27 Abb.5 und 6).
Die Legenden der vier in der SNG v.Aulock und in der

58 ) Das Durchschnittsgewicht von 12.89g (fünf Wagungen) besta-


tigt den Wert dieser 8tücke. Zu den entsprechenden Münzen in Unte~oe­
sien vgl. B.Pick (1898) 8.77 und 8.188-189.
Valerian und Gallienus 79

Kölner Samrnlung befindlichen Stücke, die aus vier Sternpel-


paaren starnrnen, lauten AYT OYAAEPIANOC rAAIHNOC OYAAEPIA-
NOC K CEBBB (Kölner 5amınlung Nr.262), AYT OYAAEPIANOC fAAAIH-
NOC OYAAEPIANOC K CEBB (5NG v.Aulock 720), AYT OYAP.EPIANOC
rAAAIHNOC OYAAEPIANOC KAIC CEBB (5NG v.Aulock 721) und AYT
OYAAEPIANOC rAAAIHNOC OYAAEPIANOC KAI CEBBB (5NG v.Aulock
7083). Unbefangen hat sich der Graveur beider ersten und
vierten Legende über rörnische Titulatur-Vorschriften hin-
weggesetzt; durch die Dreiheit des B von CEBBB bezeichne-
te er alle drei Personen als c~sacrToC, obwohl dem Caesar
Cornelius Valerianus dieser Titel noch nicht zustand.
(Ahnlich verfuhr man in Antiocheia in 5yrien bei den 5tempeln für
Diadumenianus Caesar (217-218) (vgl. BMC 407-415)).
Die Ernission rnuB sehr urnfangreich gewesen sein; die
an vielen Stellen publizierten Münzen dieses Typs stamrnen
fast alle aus differierenden Sternpeln; Koppelungen der
Sternpel untereinander sind selten (s.o.5. 15 und unten 5.307).
Die Reverse der erfaBten vier Münzen zeigen drei
Preiskronen mit der Legende NIKAIEQN APICTQN MEriCTQN.
Auf der Vorderseite ist - neben anderen - Cornelius Vale-
rianus abgebildet, der zwischen etwa Mai 256 und circa
Mitte 258 als Caesar "arntierte" 59 ; die Reverse haben alle-
sarnt agonistische Thernen. Deshalb ist die Serie ahne Zwei-
fel im Festspieljahr 256 emittiert worden. Da Gallienus
schon ra\\Lnvos ader ra\Lnvos und nicht rnehr ra\\nvos ge-
nannt wurde, gehört diese Phase mittelbar ader unrnittelbar
binter die Pragephase V.
In der SNG v.Aulock ist unter Nr.7097 eine nikaische Münze
des Cornelius Valerianus aufgeführt (hier Tafel 27 Abb. 7/8).
Die Legende lautet IT(ouS\Los) A(LMCvLos) KOP(vn\Los)
OYAAEPIANOC K(aLcrap); ein Pragedaturn um die Mitte des
Jahres 256 ist wahrscheinlich, aber nicht sicher.

5 9 ) Zur Datierung der "Amtszei t" des Cornelius Valerianus vgl.


P.Meloni (1959) 5.135-147; das früheste gesicherte Datum ist der 18.
Mai 256; das Todesdatum wird in der ersten Jahreshalfte von 258 ange-
nomınen (L.Wickert (1926, Licinius 47) 5p.242-244).
80 3.Kapitel

PR~GEPHASE VIII (CA.256) (s.u.S.94, 96, 99 und 103)

Die Münzpragung mit dem Kopf von Cornelia Salonina, der


Ehefrau des Gallienus, begann in Nikaia mit einer Serie,
die ihre Büste mit Stephane nach rechts zeigt, umrahmt von
der fahrig geschnittenen Legende KOPN CAADNEINA CEB(!).
Von den vier in der SNG v.Aulock und in der Kölner
Sammlung erfaBten Reversstempeln sind zwei agonistisch.
Die Emission gehört daher sicher in die Zeit um 256.
Es ist aber bislang noch nicht möglich, sie einer der Pra-
gephasen von Valerian und/oder Gallienus mit Sicherbeit
zuzuordnen. Da Salonina den Titel rESaoTn und nicht Auyoü-
oTa tragt, ist diese Ausgabe jedenfalls nicht vor Pragepha-
se V anzusetzen.

PRAGEPHASE IX (CA, 256/257} (s.u.s.94-96, 98, 99 und 104)

Die stilistische Qualitat von Phase V wurde nicht wieder


erreicht. Die offensichtlich als allzu modern empfundenen
Averse degenerieren in Phase IX zu deutlich schlechteren
Bildern. Ob diese Münzen direkt oder nur indirekt auf Pha-
se V folgten, ist noch unklar.
Die neue Portraitauffassung von Phase V wirkte in die-
ser Gruppe nach: Valerians Averse O, P und Q zeigen seine
Büste ebenfalls genau von der Seite. Die kleine, spitze Na-
se ist in ein massiges Gesicht gesetzt. Stilistisch noch am
wenigsten schlecht mutet das Exemplar der Sammlung Wadding-
ton Nr.809, dort Tafel 87 Abb.6, an.
Wahrend Sternpel O wahrscheinlich die Legende r ITOY AIK
OYAAEPIANOC CEB tragt 60 , steht auf den Stempeln P und Q
nur noch r IT AIK OYAAEPIANOC CEB, wobei Q vielleicht aus P
umgeschnitten ist. Die Legende ist wieder geschlossen wie
vor der Pragephase V.

60)
Das Exemplar der SNG v.Aulock 7067 stammt aus demselben
Aversstempel wie die Kölner Münzen Nr.244 und 245; die Legende des
Stückes der SNG v.Aulock wurde in der dortigen Beschreibung verlesen.
Valerian und Gallienus 81

Für Gallienus ist nur ein Aversstempel, namlich J,


bekannt, der dem Avers Q des Valerian stark ahnelt. Der
schlechte Stil und die ungewöhnlich groBen Buchstaben der
Legende r n AIK rAAIHNOC CEB zeugen vom Grad der Degenera-
tion des Stils.
In dieser Praoephase wurde manchmal das M, auf den Kopf ge-
stellt, als W geschrieben, und das n kommt sehr oft als u
vor. Diese Erscheinung war schon in Pragephase IV spora-
disch zu beobachten (z.B. bei Nr.195, 196 und 201 der Kölner Samın­

lung) und trat in Phase IX auf fast allen Reversstempeln auf


(z.B. bei Nr.207-215 und 244-245 der Kölner Sarnınlung aus den Revers-
stempeln 41-44 (Valerian) und 74-75 (Gallienus)).
Wie bei Phase V nimmt eine der beiden Rückseiten der
Gallienus-Münzen ein Thema aus Valerians Pragephase IV auf,
namlich die agonistische Dionysos-Rückseite mit der Legende
lıiO(vuoLa) ITY8(La) CEB(~pna) NIKAIED.N (Nr.196 des Valerian und

Nr.244 des Gallienus).


Von den acht bekannten Reversen dieser Phase sind noch drei
agonistisch. Man wird daher am ehesten eine Datierung um
256, vielleicht bis nach 257 hinein, annehmen können.

PRMEPHASE X (256/257) (s.u.s.94-96, 98, 99 und 104)

In dieser Pragephase X werden Valerian und Gallienus in


herkömmlicher Weise dargestellt: Valerians Portrait zeigt
ihn als alteren, etwas korpulenten Herrn, und Gallienus
wird in der gleichen Manier dargestellt ohne Rücksicht auf
sein tatsachliches Aussehen.
Die Legenden lauten für Valerian ITOY AIK OYAAEPIANOC
CEB oder ahnlich. Gallienus wird ITOY AI Ef fAAAIHNOC CEB
genannt, wobei auch die Variante no AI ErN fAAAIHNOC CEB
auftritt sowie ein fehlerhafter Sternpel mit ITOY AIK fE(!)
rAAAIHNOC CEB. Ein Aversstempel der Salonina, der wegen der
Rückseite sicher in diese Gruppe gehört, nennt die Kaiserin
KOPN CAAnNEINA CEB (Tafel 27 Abb.11 und 12; s.u.S.82-85).
Nur für Valerian gibt es unter seinen fünf Aversstem-
82 3.Kapitel

peln drei (R, s und T), die seine Büste nach links zeigen,
und zwar im Panzer, bei S und T sogar mit Schild und Speer.
Diese martialischen Linksbüsten weisen auf Valerians Perser-
krieg hin. Die Sternpel U und V des Valerian, alle vier Vor-
derseitenstempel des Gallienus und natürlich auch der Avers-
stempel der Salonina zeigen das gewohnte Rechtsportrait oh-
ne martialische Accessoires. Dabei fallt die groBe Ahnlich-
keit von Valerians Avers R mit Avers K des Gallienus auf;
beide zeigen den Kopf des Regenten nach rechts, denn Gallie-
nus ist damals nicht in den Perserkrieg gezogen.
Die erfaBten 20 Reverse, die mit diesen Aversen verbun-
den wurden, bieten keinen einzigen Hinweis mehr auf die
groBen Festspiele von 256, sondern sie werden von einem neu-
en Thema beherrscht, das fast die Halfte der Reversstempel
darstellen: Zu der üblichen lapidaren Umschrift NIKAIE~N

werden drei stehende Gestalten gezeigt.


Der Stil dieser Reverse ist schlecht, und die Vielzahl
der nachlassig gravierten Sternpel weist auf den groBen Um-
fang der Emission hin: Kaum einmal finden sich stempelglei-
che Stücke (vgl. z.B. Grose Nr.7507 und 7508; Mabbott calleetion 1173;
Waddington Nr.805 und SNG Kopenhagen Nr.536 und 542).
Weil diese Reverse mit Aversen von Valerian, Gallienus
und Salonina korobiniert sind, müssen sie zwischen 253 und
260 benutzt worden sein, da Valerian spatestens 260 aus der
Münzpragung ausschied.
Wie eng umgrenzt dieser Teil der Phase X ist, kann man dar-
aus ersehen, daB anscheinend der Reverstyp der drei stehen-
den Gestalten immer mit Aversen gekoppelt ist, die aus-
schlieBlich für diesen Typ reserviert waren 61 •

Wir haben es also mit einem geschlossenen Teil von stili-


stisch sehr ahnlichen Münzen innerhalb der Phase X zu tun.
Das bedeutet, daB die drei Personen auf den Reversen

61 ) mit dem Kopf des Valerian: Sternpel R 46 (Köln 216) und S 47


(SNG v.Aulock 713); mit dem Kopf des Gallienus: Sternpel K 76 (Köln 246),
77 (Köln 247), K 78 (Köln 248 und SNG v.Aulock 722) und L 80 (Köln 249
und SNG v.Aulock 723); mit dem Kopf der Salonina: B 97 (SNG v.Aul.731)
Valerian und Gallienus 83

jeweils gleich benannt werden rnüssen, egal, ob auf der


Vorderseite der Kopf des Valerian, des Gallienus oder gar
der Salonina abgebildet ist.
Die rnittlere Figur steht etwas erhöht, um darnit eine
perspektivische Tiefe oder, wahrscheinlicher, einen höhe-
ren Rang der zentralen Person anzudeuten. Der Mann tragt
die Feldherrn-"Uniforrn" mit Stiefeln und eine Strahlenkro-
ne. Der Kornrnandeur ist ohne Zweifel der "Ostkaiser" Vale-
rian. Er halt in der Linken einen Speer und reicht die
Rechte der vor ihrn stehenden Person. Diese Figur ist genau-
so wie Valerian abgebildet und steht nach rechts, ihrn zu-
gewandt. Das kann nur Gallienus sein. Gestützt wird diese
Zuweisung durch die östliche Antoninianpragung der Zeit
zwischen 256 und 260, die in Antiochia arn Orontes und in
Sarnosata in der Kornmagene durchgeführt wurde (vgl. Tafel 27
Abb.13) 62•

Die rechte der drei Personen wird in zwei Arten gezeigt:


1.) Ein Togatus steht capite velato nach links und
opfert über einern brennenden Altar.
2.) Ein Togatus, der Stiefel und einen Lorbeerkranz
tragt, halt in der Linken eine Lanze (oder ein Sceptrurn)
und steht nach links; zwischen den beiden Kaisern neben
ihrn brennt ein opferbereiter Altar 63

62 ) Vgl. A.Alföldi (1937);- Material bei: D.R.Sear (1982),


Band 4 Nr.33-34, 152-163, 169-170 und 276-277 (die Nummern sind iden-
tiseh mit denjenigen bei H.Cohen, Band 5 (1885)); RIC Band 5,1 Nr.277,
280-281, 284-285 und 292; A.Alföldi (1937, zitiert naeh dem Neudruek
von 1967) Tafel 22 Abb.8-11 und 14; Tafel 24 Abb.l-20; Tafel 25 Abb.l
und 2; Tafel 26 Abb.12-14 und 20; Tafel 27 Abb.l-4,11,12 und 15-20
sowie Tafel 28 Abb.l
63)
Diese Reversdarstellungen wurden bisher auf nieht weniger
als neun versehiedene Arten interpretiert: (1) drei Kaiser (Grose S.34
zu Nr.7508), (2) zwei Kaiser und eine Frau(?) (SNG v.Auloek 722), (3)
zwei Kaiser und Homonoia(?) (SNG v.Auloek 722), (4) zwei Kaiser und ein
Priester(?) (SNG v.Aulock 722; Münzen und Meccillen-AG (Basel) Liste 133
(1954) Nr.278), (5) ein Kaiser zwisehen zwei Nemeseis (Mabbott eellee-
tion S.49 Nr.1173), (6) Gallienus, Salonınus und Salonina (Mionnet,
Suppl.5 S.162 Nr.940; Waddington S.507 Nr.844; Sarnınlung Hollseheek I Nr.
451d), (7) Gallienus, Saloninus und ein Priester (Waddington Nr.844;
Sarnınlung Hollseheek, Teil 1 Nr.451d), (8) Valerian, Gallienus und Salo-
84 3.Kapitel

Die Kleidung dieser dritten Figur zeigt eindeutig,


daB es sich um einen Mann oder Jüngling handelt und nicht
um eine Frau, wie zuweilen geauBert wurde (s.o.S.83 Arun.63).
Die Person tragt eine Toga, die immer die FüBe und zumeist
auch die Waden freilaBt. Diese Darstellungsweise war für
eine Dame damals ganz unmöglich, denn nur Artemis und die
Nymphe Nikaia wurden als Jagerinnen "kniefrei" dargestellt
(vgl. Tafel 27 Abb.9). Eine Dame und ganz besanders eine Augu-
sta trug selbstverstandlich "bodenlang".
Sehr deutlich wird das in der zeitgenössischen Antoninian-
pragung: Immer, wenn Salonina als Revers-Darstellung auf-
tritt, tragt sie ein Gewand, das so lang ist, daB es auf
dem Boden aufliegt (vgl. Tafel 27 Abb.14).
Jener Mann oder Jüngling wird in einer Variante der
Darstellung nicht opfernd gezeigt (s.o.S.83). Da er nicht
opfert, hat er die Toga nicht über den Kopf gezegen, und
man sieht, daB er einen Lorbeerkranz tragt (besonders deut-
lich auf Nr.249 der Kölner Sammlung).
Es kann sich also nur um einen der beiden nacheinan-
der zum Caesar avancierten Söhne des Gallienus handeln:
Zunachst fungierte als Caesar und "Kronprinz" Cornelius
Valerianus, namlich seit spatestens dem 18.Mai 256 bis in
die erste Halfte des Jahres 258 hinein, und nach dessen
Tod Saloninus Valerianus bis mindestens zum 27.o1.260 64 •
Beide Caesares waren pontifiees, wie Antoniniane mit der
Legende PIETAS AVGG und der Darstellung von Priestergera-
ten zeigen (vgl. Tafel 27 Abb.15 und 16) 6 5 • Be ide hatten als o
daher theoretisch als opfernde Priester dargestellt werden
können, wie das ja auf den in Rede stehenden Münzen Nikaias
meistens der Fall war.

nina (Sammlung Hollscheck, Teil 1 Nr.451d), (9) Valerian, Gallienus


und der Genius Senatus (Münzen und Medaillen-AG L.99 (1949) Nr.177).
64 ) L.Wickert (1926, Licinius 47) Sp.242 und 244; derselbe
(1926, Licinius 46) Sp.239
65 ) D.R.Sear (1982) Band 4 Nr.45-47, 50-52 und 56 (Cornelius
Valerianus) und Nr. 41 und 49 (Saloninus Valerianus)
Valerian und Gallienus 85

Auf Grund des Kontextes der Emissionen Nikaias ist


diese Ausgabe jedoch ganz sicher deutlich var die Jahres-
mitte von 258 zu datieren; der Caesar ist deshalb ahne
zweifel Cornelius Valerianus, der auf den nikaischen Mün-
zen als designierter Nachfolger neben den Kaisern Valeria-
nus und Gallienus steht.
Diese Münzen gehören alsa in den Zusammenhang der an-
deren "dynastischen" Pragungen, die diese drei Regenten im
Portrait zeigen (s.o.s. 78-79).
Die Rückseite der drei stehenden Regenten steht in
der Tradition severiseher Münzen. Eines dieser Stücke
tragt die bemerkenswerte Legende EIC AinNA TOYC KYPIOYC,
"Ewig soZZen unsere Herren Zeben". Dargestellt waren auf
dieser Münze Septimius Severus und dessen beiden Söhne Ca-
racalla und Ge ta (Tafel 27 Abb.17 und 18) 6 6 •
~hnliche Darstellungen erschienen auf Münzen aus Rom,

zumeist in Verbindung mit vata-Legenden (vgl. Tafel 29 Abb.8).


Das Motiv der opfernden Regenten wurde eine Generati-
on nach Valerian unter Diocletian zum stereotypen Revers-
bild auf römischem Silbergeld: Eintrachtig opfern die Te-
trarchen var einem Lagertor (vgl. Tafel 27 Abb.19).

PRAGEPHASE Xl (MITTE 258) (s.u.S.94, 96, 97, 99 und 104)

Die Pragephase XI ist bisher nur durch sehr wenige Münzen


reprasentiert. Die kleinen Geprage aus schabigem Metall,
das der Bodenkorrosion deutlich weniger widerstanden hat
als die alteren Geldstücke, sind aus Nikaia mit den Por-
traits von Salonina und Saloninus(?) bekannt. Alle diese
Münzen zeigen als einzigen Reverstyp eine nach rechts ge-

66)
SNG v.Aulock, dort beschrieben als "Septimius, Caracalla
und Homonoia"; genauso übernommen bei K.W.Harl (1978) 8.259-260.
Analog zu ahnlichen Pragungen in Rom sind jedoch ohne Zweifel die drei
Regenten Septimius Severus, Caracalla und Geta gemeint.
Zur Verwendung der Formel ELS aLwva TOUS xup[ous vgl. K.Regling
(1902) S.190-191; E.Peterson (1926) S.168-174 und K.W.Harl (1978) s.
249-250 mit Anmerkung 69.
86 3.Kapitel

hende Nike mit Kranz und Palmzweig.


Das letztgenannte Exemplar (Waddington 802 Revers Tafel
86 Abb.39, heute British Museum London, hier Tafel 27 Abb.20 und 21
und (Avers vergröBert) auf Tafel 36 Abb. 3) zeigt auf dem Avers
die Büste eines Jünglings mit Panzer,Paludamentum und Lor-
beerkranz nach rechts. Von der Legende ist lediglich noch
[ .... ] OYAAEPIANOC K(atcrap) sicher lesbar 67 •
Gemeint ist demnach ein Caesar, entweder Cornelius Valeri-
anus (256-258) oder Saloninus Valerianus (258-260).
Leider ist die Legende nicht vollstandig lesbar.
Als Auflösungen kamen vielleicht in Frage: entweder IT A K
OYAAEPIANOC K (wie in Prusa: Waddington 187 und SNG v.Aulock 884
und 7157) oder IT A C OYAAEPIANOC K (wie in Kios: Waddington 138
Tafel 53 Abb.21, hier Tafel 27 Abb.23). Unklar bleibt, ob der
dargestellte Caesar K(opvnALoç) oder C(aAwvEtvoç) hieB.
Offenbar wurde zwar Cornelius Valerianus nie Saloninus ge-
nannt, Saloninus aber nicht selten Cornelius 68 •
Aus dem Kontext der Münzpragung in Nikaia ergab sich,
daB diese Phase XI recht spat anzusetzen ist, sicherlich
nicht vor 258. Cornelius Valerianus war schon um die Mitte
des Jahres 256 auf mehreren Typen abgebildet (s.o.s. 78-79 und
s.82-85). Es ist nicht einzusehen, warum nun in Phase XI,
wo einiges auf eine Notzeit hindeutete, ausgerechnet im Na-
men dieses Prinzen ein weiteres Mal gepragt worden sein
sollte. Viel wahrscheinlicher ist, daB die Nikaer trotz ih-
rer Notsituation Münzen mit dem Bild des neuen Caesars,
eben des Saloninus, herstellen lieBen. Schon bei den ziem-
lich improvisiert anmutenden Emissionen mit dem Bild des
neuen Augustus Philippus junior ein Decennium früher konn-
te ja nachgewiesen werden, daB sich die Verantwortlichen

67 ) Die Umschrift ist bei Waddington verıesen als ... OYAAEPIA-


NOC C. Das Stück wurde daher irrtümlich dem Valerianus senior zugewie-
sen. Die Legende endet aber ganz eindeutig auf K(atcrap) und nicht auf
C(ESacrToç)(vgl. Tafel 27 Abb.20 und Tafel 36 Abb.3).
68 i L.Wickert (1926, Licinius 47) Sp.240-242
Valerian und Gallienus 87

der Münzstatte in Nikaia trotz offenkundiger Engpasse ge-


nötigt fühlten, den neuen Kaiser auf Münzen vorzustellen
(s.o.S.31-35).
Darnit ist die sparliche Emission in die Mitte des Jahres
258 datiert.
Um die Jahresmitte 259 kam also die Münzpragung von Nikaia
fast zum Erliegen, und nur noch Kleingeld minderer Quali-
tat wurde in anscheinend sehr geringer Stückzahl gepragt.
Der Grund für diese Zasur kann nur in der Invasion
jener Goten liegen, die nach Zosimus I 35,2 Nikaia erst
plünderten und dann in Brand setzten (s.o.S.62).
Diese Katastrophe wird in der modernen Literatur in
das Jahr 256 oder ins Jahr 258 datiert (s.o.S.62 Anm.39).
Da in der Jahresmitte von 256 in Nikaia die enormen Emissi-
onen der groBen Festspiele hergestellt wurden und der Münz-
ausstoB der Pragestatte noch eine ganze Weile weiterging,
ist die schwache Emission in der Pragephase XI ein indirek-
tes zeugnis dafür, daB Nikaia nicht 256, sondern erst im
Jahr 258 gebrannt hat.

PRAGEPHASE XI I (CA.259/260) (s.u.s.94-96, 98-100 und 104l

In dieser Pragephase sind elf Exemplare der SNG v.Aulock


und der Kölner Sammlung zusammengefaBt, die aus sieben
Aversen des Valerian (2), des Gallienus (3) und der Saloni-
na (2) stammen (Kölner Sarnınlung Nr.222-224, 254 und 255; SNG v.Au-
lock 7068, 7069, 7085, 7093 und 7095).
Die sehr kurzen Legenden lauten für Valerian ITOY AI OYAAE-
PIANOC CEB (oder ... CE); Gallienus wird ITO(?) AIK Er rAA-
AIHNOC CEB oder ITO AI Er rAAAIHNOC CE genannt; der Name der
Salonina lautet auf beiden Stempeln KOP CAAQNEINA CEB.
Die Sternpel w des Valerian und P des Gallienus sind
sich auBerordentlich ahnlich, genauso wie die Averse X des
Valerian und Q des Gallienus.
Die Portraits wirken sehr gedrungen und stilistisch
wenig überzeugend. Avers E der Salonina ahnelt im Stil den
88 3.Kapitel

Münzen des von K.Kraft so genannten Stilbereichs "Hera-


kleia", den er für die Farnilie des Valerian auf etwa 258
bis 260 datiert hat (K.Kraft (1972) s. 77-78, Taf.107 Nr.ll0-114).
Einen Hinweis auf die Datierung dieser Pragephase XII
bietet Revers 88 (Kölner Saıınıılung Nr. 254). Darauf i st e in
Tisch mit Preiskronen abgebildet. Die Wortstücke der Le-
gende sind kunterbunt auf der Rückseite der Münze verteiltı
sie lassen sich zusarnrnensetzen zu NIKAIEflN IEPOI Armmc JIY6IA.
Diese agonistische Rückseite kann sich auf die Fest-
spiele von 256 oder von 260 beziehen, denn diese pythi-
schen Agone waren, wie alle ııu~La, penteterisch, wurden al-
so alle vier Jahre gefeiert (vgl. c.Bosch (1950) s.94).
Die elf erfaBten Stücke dieser Pragephase wiegen im
Durchschnitt nur 6.63g, wahrend die 27 Stücke der Kölner
Sarnrnlung, die den HauptausstoB für die Festspiele von 256
reprasentieren, durchschnittlich 8.35g, sornit 26% rnehr Ge-
wicht erreichen (Kölner Saıınıılung Nr.189-205, 237-245 und 262).
Da also um 256 für die Kölner Münze Nr.254 kein Platz ist,
kann sie nur auf die Festspiele des Jahres 260 hinweisen.
Die ganze Ernission ist darnit in die Zeit um 259/260 da-
tiert. Bald nach der Brandkatastrophe wurden in Nikaia wie-
der Münzen hergestellt. Sie können zwar keinern Vergleich
mit den Ernissionen der Jahre 256/257 standhalten, sind aber
schon erheblich besser als die Notrnünzen von 258.
Lebenswille und Wirtschaftskraft der Stadt konnten durch
den Gotensturrn nicht völlig gebrochen werden. Sogar zur
Ausrichtung eines groBen Agons im Jahr 260 war noch (oder
wieder) Geld vorhanden.

PRMEPHASE XIII (CA.259/260) (s.u.s.94-96, 99 und 104)

Diese Phase ist nur durch wenige Exernplare belegt, die als
Revers die Ringrnauer von Nikaia mit der Legende NIKAIEnN
APICTflN MEfiCTflN darstellen.
Das Stück des Gallienus in der Kölner Sarnrnlung (Nr.255)
tragt ein Portrait, das sich stilistisch eng an die Phase
Valerian und Gallienus 89

XII anlehnt, aber etwas "gel!utert" und weniger karikie-


rend erscheint. Die Legende lautet TIOY AI Er rAMIHNOC CEB.
Ein anderes Exemplar mit dem gleichen Reverstyp
zeigt Valerian in recht gutem Stil; die Umschrift ist lei-
der nicht vollst!ndig lesbar; sie lautet r TIOY AIK OYAAE-
PIANOC CE oder ... CEB (Tafel 27 Abb.24 und 25) 69 •

Da also auch mit Valerians Portrait solche Ringmauer-


Münzen gepr!gt wurden, muB diese Pr!gephase XIII um 259/
260 datiert werden. Ein so spKtes Datum ist wahrschein-
lich, da offenbar mehr Exemplare von Gallienus als von Va-
lerian existieren 70

Ein weiteres Argument zur Datierung dieser Phase bie-


tet die Münzpr!gung Nikaias mit den Köpfen von Macrianus
und Quietus.
Der Usurpator Macrianus zog im Frühjahr 261 durch Bitbyni-
en nach Europa 71 • Für ihn und seinen Bruder Quietus wur-
den in Nikaia Münzen gepr!gt, die, neben wenigen anderen
Reversen 72 , fast ausschlieBlich die Ringmauer von Nikaia
zeigen (z.B. Kölner Sammlung Nr.263; dert weitere Zitate).

69)
W.Ruge (1936, Nikaia 7, Sp.233) erwahnt, daB unter Valerian
schon mindestens ein Sternpel mit der Ringmauer-Rückseite verwendet wur-
de. Als Quelle gibt er Waddington 818 an. In der Sammlung Waddington
findet sich aber kein einziges Stück des Valerian mit diesem Revers.
Dennoch hat Ruge das Richtige getroffen, wie eine solche Münze
in der Sarnınlung Niggeler (1966) Nr.596 zeigt (hier abgebildet auf Ta-
fe! 27 Abb.24 und 25).

70)
In der Sarnınlung Waddington wird zum Beispiel kein einziges
Exemplar von Valerian aufgeführt, aber gleich drei Stücke des Gallienus
(Waddington Nr.846-848).
71 ) zu den Ehrungen für Macrianus in Bithynien vgl. K.W.Harl
(1978) S.452-453.
72) Alle Reverse des Macrianus und des Quietus sind aus dem Pra-
gerepertoire der Zeit des Valerian übernornınen: Neben der sehr haufig
verwendeten Ringmauer-Rückseite sind bekannt: Das Thema der Hornoncia
mit Byzantion (Waddington S.510 Nr.869-871, dert Tafel 88 Abb.14, hier
abgebildet auf Tafel 28 Abb.2 und 3) sowie die Darstellung der drei
stehenden Regenten, die einst Valerian, Gallienus und Cornelius Vale-
rianus meinte (s.o.S.81-85). Dieser Typ muB nun vielleicht als Vorfüh-
rung von Macrianus senior (als pater Augustorum), Macrianus (junior)
90 3.Kapitel

Diese Münzen ahneln stilistisch stark den Gepragen


der Phase XIII und koromen in GröBe und Gewicht dem Valeri-
an-Stück der Sammlung Niggeler sehr nahe. Die Reverse zei-
gen eine so frappierende Entsprechung der Details, daB man
erwarten kann, eines Tages Stempelkoppelungen zwischen
Münzen von Valerian und Gallienus mit Pragungen des Macria-
nus und Quietus zu entdecken.
Darnit ist Pragephase XIII sehr nahe an das Frühjahr 261 ge-
rückt; sie ist sicher in die Zeit um 259/260 zu datieren.
Man kann an diesen Stüeken ersehen, daB sich Nikaia
vom Gotensturm des Jahres 258 erholt hat: Seit der Prage-
phase XII wurden die Münzen besser im Stil und schwerer.
AuBerdem bietet Pragephase XIII einen Datierungs-Hin-
weis für den Ausbau der Ringmauer von Nikaia.
Diese Mauer ist, mit einigen spateren Veranderungen, bis
heute erhalten. Sie legt ein beeindruckendes Zeugnis ab
von der GröBe der antiken Stadt Nikaia 73 •

Diese Mauer bestand in Teilen schon in der frühen Kaiser-


zeit; im Jahr 258 war sie aber noch nicht stark genug, die
plündernden und sengenden Goten aus Nikaia herauszuhalten.
Erst nach diesem "sacco di Nikaia" wurde die Mauer in gros-
sem Stil ausgebaut. Dieses Unternehmen und die darnit ver-
bundenen Anstrengungen waren so bedeutend, daB das Werk
zu einem deutlich bevorzugten Thema der Münzpragung jener
Epoche wurde 74•

und Quietus gedeutet werden. Möglicherweise ist die Verwendung dieses


Reverses aber nur ein "Fehlgriff" in das Sternpel-Arsenal der Münzstatte
gewesen. Diese bemerkenswerte Münze wird erwahnt im Katalog der Samm-
lung Apostolo Zeno, Teil 3, im Lot 3936 (dert falschlich beschrieben
als "Kaiser und Tyehe"(!), aber schon von F.Kenner (1871, S.112-114 mit
Tafel 4 Abb.1) richtig beschrieben und ausführlich kommentiert).
73)
Zur Ringmauer vgl. W.Ruge (1936, Nikaia 7) Sp.243; J.Sölch
(1925) S.175-176; M.J.Price/B.L.Trell (1977) S.104-105 mit den Abb.190-
192. Das beste Panoramafoto ist bei S.Şahin (1979) in den hinteren Ein-
band des suches eingelegt. Allgemein zum Bau von Stadtmauern gegen die
Gotengefahr vgl. F.Altheim (1938) S.191-199.
7 4)
Eine ahnliche Darstellung hatte es schon unter Philippus
(244-249) auf Medaillons der thrakischen Stadt Bizya gegeben (M.J.Price
Valerian und Callienus 91

Eines der Tore dieser imposanten Ringmauer von Nikaia wur-


de erst unter Claudius II. (268-270) fertiggestellt, wie
zwei Inschriften beweisen 75 •

PRAGEPHASE XIV (CA.261) (s.u.s.94, 96, 99 und t04l

In dieser Pragephase wurde nur noch im Namen des Gallienus


gepragt; alle sieben erfaBten Münzen zeigen sein Portrait
(SNG v.Aulock 724 und 725; Waddington Nr.836 Revers Tafel 37 Abb.30
und Nr.837 Revers Tafel 37 Abb.31; Sammlung Hollscheck, Teil 1 Nr.451a
(ohne Abb.); Kölner Münzkabinett, Auktion 24 Nr.296a (ohne Abb.) und
ein Stück aus deutschem Privatbesitz (hier Tafel 28 Abb.4 und 5).
Alle diese Münzen zeigen als Revers-Darstellung Dio-
nysos in einer Elefanten-Quadriga nach links fahrend, wie
er, aus Indien kommend, der Sage nach in Nikaia angekommen
se in so ll te 76•

Der Stil dieser Münzen ist ungewöhnlich schlecht.


Alle diese Geprage sind sicher nach 260 zu datieren, da
Münzen mit dem Kopf des Valerian fehlen, in dessen Namen
in ~gypten zuletzt im Jahr 260 gemünzt wurde.
Möglicherweise gehören diese Stücke der Phase XIV in die
Zeit kurz nach der Niederwerfung des Aufstandes von Macria-
nus und Quietus im Jahr 261.

(1971) 8.122-123 Nr.3 Tafel 24; derselbe/B.L.Trell (1977) S.24-25 Abb.


24; J.Jurukova (1981) 5.19,39 und 72-73 mit Tafel 21-23 Abb.135 und
137, hier Tafel 28 Abb.7 (nur Revers)).
Eine Gallienus-Münze aus der bithynischen Stadt Prusias am Hypi-
os zeigt ein Stadttor und weist darnit auf ein ahnliches, wenn auch we-
niger aufwendiges Projekt hin (SNG v.Aulock 915, hier Tafel 28 Abb.l).

75 ) IGR III 39-40; Dittenberger, Sylloge 3 845; S.Şahin


(1979) S.7b-11a Nr.11 und 12.- Die prachtige Ringmauer wurde nicht sel-
ten in Reiseberichten erwahnt, z.B. in: Die hoche Stein=klippen und Ge-
bl:irge Cyaneae, Olympus und Athos, ete. (Augsburg 1688) auf S.33: "Die
Statt ... 1 von den ~rcken Isnich genandt 1 deren Ringmauren und Thor 1
seyn noch zimblich im Wesen 1 hat vier Thor 1 die man mitten vor dem
Marckt se hen kan 1 ... ".
76) Vgl. dazu J.Sölch (1925) S.14 mit Anm.l und hier Tafel 34
Abb.7 sowie den Kommentar zu Nr.6 und Nr.16.
92 3.Kapitel

ZUSAMMENFASSUNG

Das komplexe System der Münzpragung Nikaias unter Valeri-


an und Gallienus kann in 14 Phasen eingeteilt werden.
In Phase I wurde fast ausschlieBlich im Namen des Va-
lerian gepragt. Wahrend der Phase II fand ein reger Aus-
tausch von Reversstempeln zwischen dem "Arbeitsplatz Vale-
rian" und dem "Arbeitsplatz Gallienus" statt, was auf eine
Erweiterung der Münzstatte hinweist; ab Phase III lief die
Produktion von Münzen der beiden Regenten nebeneinander her.
In Phase IV wurde ein umfangreiches Programm allein
mit Valerians Portrait emittiert, das im Wesentlichen die
Festspiele von 256 zum Thema hatte. Seit dieser Phase wurde
Valerian portrait-ahnlich dargestellt, aber des Gallienus
Büste erschien nach wie vor, ohne Rücksicht auf dessen tat-
sachliche Physiognomie, dem Gesicht des Vaters angepaBt.
Der für Nikaia einzigartige Umfang dieser Festspiel-
Emissionen weist vielleicht auf die Anwesenheit des Valeri-
an bei den Feierlichkeiten hin.
Im Zusammenhang mit diesen Agonen erschien in der Pra-
gephase V ein kühnes hochmodernes Design der Averse. Seit
dieser Phase wurde Gallienus fast ausschlieBlich nicht mehr
faAAnv6~, sondern faAA~nv6~ genannt; die Titulatur, die bis-
lang als AÖyoua~o~ auf Nikaias Münzen stand, wurde in allen
Fallen zu EESaa~6~ umgeandert.
Ebenfalls zu diesen Festemissionen von 256 gehören die
Münzen der Pragephasen VI mit dem Doppelportrait von Valeri-
an und Gallienus und betont lokalpatriotischen Reversen,
Phase VII mit den drei Portraits von Valerian, Gallienus und
dem neuen Caesar Cornelius Valerianus, die als einziges Re-
versthema die drei Preiskronen zeigt, auBerdem wohl ein Uni-
kum mit dem Kopf des neuen Caesars, und schlieBlich Phase
VIII mit den ersten Münzen der Salonina in Nikaia.
Phase IX dokumentiert einen deutlichen stilistisehen
Rückschritt gegenüber der Phase V, die nun ungeschickt nach-
geahmt wurde.
Valerian und Gallienus 93

In Phase X wurde besonders das Thema der drei neben-


einander stehenden Regenten Valerian, Gallienus und Corne-
lius Valerianus Caesar hervorgehoben.
Zwischen Phase X und Phase XI, um die Jahresmitte von
258, ist die Invasion der Goten zu datieren, welche zum
Brand von Nikaia geführt hat. Die wenigen Münzen der Phase
XI sind dürftige Erzeugnisse, die ein Zeugnis von der Not
dieser Zeit ablegen.
Phase XII, datierbar in die Zeit 259/260, dokumentiert den
raschen Aufschwung der Stadt; eine Münze mit agonistischer
Rückseite wies schon auf die Festspiele von 260 hin.
Phase XIII zeigt das Riesenprojekt der Ringmauer von
Nikaia, die einen wirksamen Schutz vor Angreifern bieten
sollte.
An diese Phase schloB ohne Lücke die Pragung der Usurpato-
ren Macrianus und Quietus an, die ins Frühjahr 261 gehört.
Phase XIV weist nur noch Münzen mit dem Portrait des
Gallienus auf. Der Stil ist sehr schlecht. Diese Münzen
sind in die Zeit der Alleinherrschaft des Gallienus zu da-
tieren, dürften aber nicht viel spater als 261 hergestellt
worden sein.
Die Münzpragung im Auftrag der Stadt Nikaia wurde unter
Gallienus, am wahrscheinlichsten um 261, eingestellt.
Dafür waren in erster Linie wirtschaftliche und ins-
besondere wahrungspolitische Gründe ausschlaggebend, was
im nachsten Kapitel ausführlich erlautert wird.

Als unter Diocletian eine Generation spater eine


Münzreform durchgeführt wurde, in der die Münzproduktion
"internationalen" Anstrich bekam, erhielt die alte Rivalin
Nikomedeia eine Reichsmünzstatte; Nikaia wurde dabei über-
gangen.
Erst in spatbyzantinischer Zeit gab es in Nikaia wieder
eine kurze Phase eigener Münzpragung.
94 3.Kapitel

ANHANG:
SYSTEMATIK DER PRXGEPHASEN ZWISCHEN 253 UND ETWA 261
(Münzen des Macrianus und Quietus sind nicht erfaBt)

PRAGEPHASE AVERS- AVERS- REVERS- PAAGEDATUM


PORTRAIT STEMPEL STEMPEL
VALERIAN A-D 1-9 253
GALLI ENUS A 59
II VALERIAN E-F 10-18 253/255
GALLI ENUS B-G 10~16~18~60-66

III VALERIAN G-1 19-23 UM 256


GALLIENUS H 67-69
IV VALERIAN J-M 24-38 256
V VALERIAN N 38-39 256
GALLI ENUS I 70-73
VI VAL.& GALL. A-B 103-107 UM 256
VII V.& G. & C.V. A-D 108-111 256
CORN.VAL. A 112
VIII SALONINA A 93-96 UM 256
IX VALERIAN 0-Q 40-45 CA.256/257
GALLIENUS j 74-75
X VALERIAN R-V 46-53
GALLIENUS K-N 72~76-85 256/257
SALONINA B 97
XI SALONINA c 98-100 MITTE 258
SALONINUS (Wadd. 802)

XI I VALERIAN W-X 54-58


GALLIENUS 0-Q 86-89 UM 259/260
SALONINA D-E 101-102
XI I I VALERIAN (Niggeler 596)
UM 259/260
GALLIENUS R 90
XIV GALLIENUS S-T 91-92 UM 261(?)
Valerian und Gallienus 95

LISTE DER AVERSSTEMPEL

MIT DEM PORTRAIT DES VALERIAN


A Köln 168-1?0; SNG v.Aulock ?0?1
B Köln 1?1; Waddington ?99; SNG v.Aulock ?16
C Köln 1?2 und 1?3; SNG v.Aulock ?0?3
D Köln 1?4; SNG Kop. 535; SNG v.Aulock ?0?2 und ?0?5
Ea Köln 1?5-180; SNG v.Aulock ?15, ?1?, ?0?0 und ?0?9
Eb Köln 181 und 182; SNG v.Aulock ?0?4
F Köln 183
G Köln 184
H Köln 185
I Köln 186-188
J Köln 189-194; Waddington 810; SNG v.Aulock ?14 und ?0?8
K Köln 195
L Köln 196; SNG v.Aulock ?0?6
M Köln 19?-203;
N Köln 204-206; SNG v.Aulock ?18 und ?19
O SNG v.Aulock ?06?
P Köln 20?-213; Waddington ?88 Tafel 86 Abb.26 (nicht Nr. ?8?!)
Q Köln 214; SNG Kopenhagen 533
R Köln 216
S Waddington 804; SNG Kopenhagen 536; SNG v.Aulock ?13
T Köln 21? und 218; SNG v.Aulock ?065 und ?066; Mabbott 1163
U Köln 219
V Köln 220 und 221
W SNG Kopenhagen 534; SNG v.Aulock ?068
X Köln 222-224; Waddington ?95; SNG v.Aulock ?069

MIT DEM PORTRAIT DES GALLIENUS


A Köln 225; Waddington 825
B Köln 226-229; SNG v.Aulock ?2? und ?089; Waddington 839
C Köln 230; SNG v.Aulock ?30(?)
D Köln 231; SNG v.Aulock ?26
E Köln 232-235; SNG v.Aulock ?28 und ?090
F Köln 236; Münzen und Medaillen AG/Basel 41 (19?0) Nr.354;
96 Anhang zum 3.Kapitel

G SNG v.Aulock 7092


H Köln 237 und 238; SNG v.Aulock 7091
I Köln 239-243; SNG v.Aulock 7084
J Köln 244 und 245
K Köln 246-248; SNG v.Aulock 722
L Köln 249; SNG v.Aulock 723
M Köln 250 und 251; SNG v.Aulock 7088
N Köln 252 und 253; SNG v.Aulock 7087
o SNG v.Aulock 7085
p SNG v.Aulock 729
Q Köln 254; SNG v.Aulock 7086
R Köln 255; Hollscheck Teil 1 Nr.451b
s SNG v.Aulock n4
T SNG v.Aulock 725

MIT DEM PORTRAIT DER SALONINA


A Köln 256-258; SNG v.Aulock 7096
B SNG v.Aulock 731
C Köln 259; SNG v.Aulock 732 und 7094; Waddington 860
D SNG v.Aulock 7095
E SNG v.Aulock 7093

MIT DEN PORTRAITS VON VALERIAN UND GALLIENUS


A Köln 260 und 261; SNG v.Aulock 7081 und 7082; Wadd.821
B SNG v.Aulock 7080

MIT DEN PORTRAITS VON VALERIAN, GALLIENUS UND


CORNELIUS VALERIANUS
A Köln 262; Mabbott calleetion 1167
B SNG v.Aulock 720
C SNG v.Aulock 721
D SNG v.Aulock 7083

MIT DEM PORTRAIT DES CORNELIUS VALERIANUS


A SNG v.Aulock 7097
Valerian und Gallienus 97

MIT DEM PORTRAIT DES SALONINUS VALERIANUS


Waddington 802 (im Text besprochen (s.o.S.86-87), aber nicht
in die Prageskizze aufgenommen)

LISTE DER REVERSSTEMPEL


1 (Valerian) Köln 169
2 (Valerian) SNG v.Aulock 7071
3 (Valerian) Köln 170
4 (Valerian) Köln 171
5 (Valerian) SNG v.Aulock 716
6 (Valerian) Köln 172
7 (Valerian) Köln 173; SNG v.Aulock 7073
8 (Valerian) Köln 174; SNG v.Aulock 7072; SNG Kop.535
9 (Valerian) SNG v.Aulock 7075
10 (Valerian) Köln 175; Waddington 792
(Gallienus) Köln 226; SNG v.Aulock 7089
ll (Valerian) Köln 176; SNG v.Aulock 7070
12 (Valerian) Köln 177
13 (Valerian) Köln 178-180; Waddington 817; SNG v.Aulock 7079
14 (Valerian) SNG v.Aulock 715
15 (Valerian) SNG v.Aulock 717
16 (Valerian) Köln 181; SNG v.Aulock 7074
(Gallienus) Köln 231; SNG v.Aulock 726; Waddington 830
17 (Valerian) Köln 182
18 (Valerian) Köln 183
(Gallienus) Köln 232
19 (Valerian) Köln 184
20 (Valerian) Köln 185
21 (Valerian) Köln 186; Waddington 794
22 (Valerian) Köln 187; Waddington 808
23 (Valerian) Köln 188
24 (Valerian) Köln 189; Waddington 801; SNG v.Aulock 714
25 (Valerian) Köln 190;
26 (Valerian) Köln 191
27 (Valerian) Köln 192; SNG v.Aulock 70?8
28 (Valerian) Köln 193; HCC 38
98 Anhang zum 3.Kapitel

29 (Valerian) Köln 194


30 (Valerian) Köln 195
31 (Valerian) Köln 196
32 (Valerian) SNG v.Aulock ?0?6
33 (Valerian) Köln 19?; Waddington 80?
34 (Valerian) Köln 198; Waddington 812
35 (Valerian) Köln 199
36 (Valerian) Köln 200; SNG v.Aulock ?O??
37 (Valerian) Köln 201 und 202
38 (Valerian) Köln 202-205; SNG v.Aulock ?18
39 (Valerian) SNG v.Aulock ?19
40 (Valerian) SNG v.Aulock ?06?
41 (Valerian) Köln 20?-209; Waddington ?91
42 (Valerian) Köln 210 und 211
43 (Valerian) Köln 212 und 213
44 (Valerian) Köln 214; SNG Kopenkagen 533
45 (Valerian) Köln 215
46 (Valerian) Köln 216
47 (Valerian) SNG v.Aulock ?13
48 (Valerian) Köln 21?
49 (Valerian) Köln 218
50 (Valerian) SNG v.Aulock ?065
51 (Valerian) SNG v.Aulock ?066
52 (Valerian) Köln 219
53 (Valerian) Köln 220 und 221
54 (Valerian) SNG v.Aulock ?068; Waddington ?95
55 (Valerian) Köln 222
56 (Valerian) Köln 223; Waddington ?98
57 (Valerian) Köln 224
58 (Valerian) SNG v.Aulock ?069
59 (Gallienus) Köln 225; Waddington 825
60 (Gallienus) Köln 22?-229; SNG v.Aulock ?2?; Wadd.839
61 (Gallienus) Köln 230
62 (Gallienus) Köln 233 und 234
63 (Gallienus) Köln 235; SNG v.Aulock ?090; Wadd.828
64 (Gallienus) SNG v.Aulock ?28
Valerian und Gallienus 99

65 ( Ga ıı ienus) KöZn 236


66 (GaZZienus) SNG v.AuZock ?092
67 (Gallienus) KöZn 23?
68 (Gallienus) KöZn 238
69 (GaZ Zienus) SNG v.AuZock ?091
70 ( Ga ıı ienus) KöZn 239-241
71 (Gallienus) SNG v.AuZock ?084
72 (Gallienus) KöZn 242 und 250; SNG v.AuZock ?088
73 ( Ga ıı ienus) KöZn 243
74 (GaZ Zienus) KöZn 244
75 (Gallienus) KöZn 245
76 (GaZ Zienus) KöZn 246
77 (Gallienus) KöZn 24?
78 ( Ga ıı ienus) KöZn 248; SNG v.AuZock ?22
79 entfallt
80 ( Ga ıı ienus) KöZn 249; SNG v.AuZock ?23
81 entfallt
82 (Gallienus) KöZn 251
83 (Gallienus) KöZn 252
84 (Gallienus) KöZn 253
85 (Gallienus) SNG v.AuZock ?08?
86 (GaZ Zienus) SNG. v.AuZock ?085
87 (GaZZienus) SNG v.AuZock ?29
88 (Gallienus) KöZn 254
89 (GaZ Zienus) SNG v.AuZock ?086
90 (Gallienus) KöZn 255
91 (GaZZienus) SNG v.AuZock ?24
92 (GaZZienus) SNG v.AuZock ?25
93 (SaZonina) KöZn 256
94 (SaZonina) KöZn 25?
95 (SaZonina) Köln 258
96 (SaZonina) SNG v.AuZock ?096
97 (SaZonina) SNG v.AuZock ?31
98 (SaZonina) SNG v.AuZock ?094
99 (SaZonina) SNG v.AuZock ?32
100 (SaZonina) KöZn 259
100 Anhang zuın 3.Kapitel

101 (Salonina) SNG v.Auloak 7093


102 (Salonina) SNG v.Auloak 7095
103 (Valerian mit Gallienus) KBln 260; Waddington 821
104 (Valerian mit Gallienus) KBln 261
105 (Valerian mit Gallienus) SNG v.Auloak 7081
106 (Valerian mit Gallienus) SNG v.Auloak 7082
107 (Valerian mit Gallienus) SNG v.Auloak 7080
108 (Valerian, Gallienus und Cornelius vaıerianus) KBln 262
109 (Valerian, Gallienus und Cornelius vaıerianus) SNG v.Aul.720
ııo (Valerian, Gallienus und Cornelius vaıerianus) SNG v.Aul.721
lll (Valerian, Gallienus und Cornelius Valerianus) SNG v.Aul.7083
l12 (Corneıius Valerianus) SNG v.Auloak 7097
SKIZZIERUNG DES PRAGESYSTEMS DER FAMILIE DES VALERIANUS
ZWISCHEN 253 UND ETWA 261 PRAGEPLAN I (PHASE l-ll)
(erfaBt sind nur die Sternpel der Münzen in der SNG v.Aulock
und der hier publizierten Sammlung der Universitat zu Köln.)

1+---PRAGEPHASE I --+1+----PRAGEPHASE I I______.,


(253) (253/255)

VALERIAN

GALLIENUS

I
SALONINA

VALERIAN
mit
GALLIENUS

VALERIAN
mit
GALLIENUS
und
CORN.VAL.

CORNELIUS
VALERIANUS
SKIZZIERUNG DES PRAGESYSTEMS DER FAMILIE DES VALERIANUS ZWISCHEN 253 UND ETWA 261 :
...o
N

PRAGEPLAN II (PRAGEPHASE III, IV UND V) (ErfaBt sind nur die S~empel der Münzen
in der SNG v.Aulock und der hier publizierten Sammlung der Universitat zu Köln.)

PRAGE- p ·· IV PRAGE-
1 PHASE I I I -.ı RAGEPHASE 1<- PHASE V---+ 1
(airaa 256) (airaa 256) (256)

fP ;ı .~ 9~
0

~~®®~ d~~cU~"'
VALERIAN

GALLIENUS

A\
(Münzen mit den Portraits anderer Personen sind aus Nikaias Pragephasen III, IV und V niaht bekannt.)
SKIZZIERUNG DES PRAGESYSTEMS DER FAMILIE DES VALERIANUS
ZWISCHEN 253 UND ETWA 261 PRAGEPLAN III (PHASE VI-VIII)
(ErfaBt sind nur die Sternpel der Münzen in der SNG v.Aulock
und der hier publizierten Sarnrnlung der Universitat zu Köln.)

PRAGE- PRAGE- PRAGE-


ı~PHASE VI-I .... PHASE VI I-I•PHASE VI I I --1
(ca.256) (ca.256) (ca.256)

VALERIAN

GALLIENUS

SALONINA

VALERIAN
mit
GALLIENUS

VALERIAN

IIr"'~
mit
GALLIENUS
und
CORN.VAL.
'ffl

CORNELIUS
VALERIANUS

I
.....
SKIZZIERUNG DES PRAGESYSTEMS DER FAMILIE DES VALERIANUS ZWISCHEN 253 UND ETWA 261 o

PRAGEPLAN IV (PRAGEPHASE IX BIS XIV)


""'
(ErfaBt sind nur die Sternpel der Münzen
in der SNG v.Aulock und der hier publizierten Sarnınlung der Universitat zu Köln.)

PPH.
Xl -+j--PHASE Xl 1 -+jf-- (ca. -ıj
PPH. PRAGE- XIII PPH.
PRAGE- PRAGEPHASE X
j+---PHASE IX--+--- (256/25?)
If-(258) (ca.259/260) 259/ 1--xıv -.ı
(e,;. 256/25? J 260) (261?)

VALERIAN

IJl~li I!AII 111 a


(/)
::ı
t;J

Lur JR
GALLIENUS

~4~~ IIA I i II ~
~

I ! II
o
>
UJ
SALONINA oc
lOS

AVERSLEGENDEN: ÜBERSICHT

VALERIANUS (Stempel)

r llOYB AIK OYAAEPIANOC AYr (A-C, E-F)


r llOYB AIK OYAAEPIANOC AY (D)
r llOY AIK OYAAEPIANOC AYr (G-I)
r ll OY AIK OYAAEPIANOC AY (J-M)
r ll OY AIK OYAAEPIANOC .CEB (0-Q)
r ll AIK OYAAEPIANOC CE (N)
ll OY AIK OYAAEPIANOC CEB (T-V)
ll OY AIK OYAAEPIANOC CE (R)
ll OY AIK OYAAEPIANOC(?) (S)
ll OY AI OYAAEPIANOC CEB (X)
ll OY AI OYAAEPIANOC CE (W)

GALLIENUS
r llOYB AIK Er NA rAAAHNOC AYr (B-C)
r llOYB AIK Er N fAAAHNOC AYr (D-E)
r llOYB AIK Er rAAAHNOC AY (A)
............... rAAAHNOC AYr (G)
r llOYB AIK Er rAt.AHNOC AY (H)
ll OY AIK Er NA rAAAHNOC (F)
r ll AIK rAAAIHNOC CEB (I)
r ll AIK rAAIHNOC CEB (J)
AIK Er rAAAIHNOC CEB (O)
ll OY AI Er N rAAAIHNOC CEB (N)
ll OY AI Er rAAAIHNOC CEB (L, R)
ll OY AI Er rAAAIHNOC (S-T)
ll OY AI Er rAAAIHNOC CE (K)
ll O AI Er rAAAIHNOC CEB (M)
ll O AI Er rAAAIHNOC CE (P-Q)

SALONINA
KOPN CAMINEINA CEB (A)

KOPN CAMINEINA CEB (B)

KOP CAMINEINA CEB (D)


KOP CAMINEINA CE (C)
106 Averslegenden

VALERIAN mit GALLIENUS


AYT OYAAEPIANOC rAAAHNOC CEBB (A-B)

VALERIAN mit GALLIENUS und CORNELIUS VALERIANUS


AYT OYAAEPIANOC fAAIHNOC OYAAEPIANOC K CE BBB (A)
AYT OYAAEPIANOC rAAAIHNOC OYAAEPIANOC K CEBB (B)
AYT OYAAEPIANOC rAAAIHNOC OYAAEPIANOC KAIC CEBB (C)
AYT OYAAEPIANOC rAAAIHNOC OYAAEPIANOC KAI CEBBB (D)

CORNELIUS VALERIANUS
ll A KOP OYAAEPIANOC K

SALONINUS VALERIANUS
............ OYAAEPIANOC K
4. KAP I T E L
DIE GEGENSTEMPEL AUF MüNZEN BITHYNIENS IN DER RöMISCHEN
KAISERZE IT

64 von den 263 Münzen Nikaias in der Kölner Sarnınlung tra-


gen Gegenstempel (Nr.15, 21, 22, 23, 26, 27, 28, 29, 31, 34, 35,
36, 37, 38, 39, 40, 41, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 51, 53, 54, 56,
57, 58, 59, 60, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 75,
76, 77, 90, 92, 98, 99, 100, 104, 106, 108, 111, 127, 128, 134, 149,
161, 209 und 259); fünf Exemplare sind mit zwei Punzen mar-
ki ert (Nr.28, 57, 67, 69 und 75) und ein Stück tragt sogar
drei unterschiedliche Kontermarken (Nr.21).
Mit Ausnahme der Stücke Nr.15 und 23, die aus deut-
schem Privatbesitz den Weg in die Kölner Sarnınlung gefunden
haben, starnınen alle anderen kontermarkierten Münzen aus
dem umfangreichen Fundkomplex, dem der gröBte Teil der Köl-
ner Sarnınlung von Münzen aus Nikaia entstammt (s.o.s.4-5).
Der hohe Anteil der kontermarkierten Münzen (24% der
Sarnınlung und 27% des Fundkomplexes) lieB eine Untersuchung die-
ser Gegenstempel erfolgversprechend erscheinen.

ZUR FORSCHUNGSGESCHICHTE

Gegenstempel auf antiken Münzen wurden lange Zeit hindurch


kaum beachtet, schon allein deswegen, weil meist besanders
schlecht erhaltene Münzen solche Markierungen tragen.
Je mehr Münzen aber in neuerer Zeit publiziert wurden,
desto klarer zeigte sich, daB diese Kontermarken als wich-
tige Dokumente für Kultur und Wirtschaft der damaligen Zeit
aufzufassen sind.
Bei der Erfassung eines Teils dieser schwierigen Mate-
rie - der Zahlenmarkierungen - leistete J.P.Callu (1969, s.
11-110) Pionierarbeit. Leider gab er weder Werte noch Refe-
renzen der einzelnen Münzen an. Seine statistischen Ergeb-
nisse konnten jedoch für Bithynien und Pontos durch das
Kölner Material bestatigt bzw. modifiziert werden.
Die Gegenstempel wurden auch von T. B. Jones (1963, s.308-
347, nur Zahlenınarkierungen) und von M. Caccamo Cal tabiana ( 1978)
110 4.Kapitel

untersucht. Die Autoren versuchten in diesen Publikatio-


nen auf gedrangtem Raum, die Problematik sozusagen kurso-
risch zu erfassen. Der Raster der "Indizien-Aufnahme" muB-
te dabei notgedrungen relativ grob sein. Deswegen sind
die Ergebnisse dieser Forschungen mit einiger Vorsicht zu
verwenden, besanders wenn es um Detailfragen geht.

In der Antike wurden nicht selten Münzen mit Konter-


markierungen versehen. Solche Gegenstempelungen begegnen
uns besanders haufig auf dem Kleingeld des römischen Ori-
ents im dritten Jahrhundert nach Christus.

Die Interpretationen dieser antiken Punzierungen sind


vielfaltig. Sie reichen von politischen Begründungen, etwa
dem Ausdruck einer damnatio memoriae, bis zu wirtschaftli-
chen Argumenten. Besanders oft liest man von dem Versuch,
die Kontermarkierungen als Methode zu verstehen, abgegrif-
fenes oder fremdes Geld dadurch kursfahig zu machen oder
durch die Punzierungen auf- bzw. abzuwerten 77 •

77)
Eine kleine Bibliographie, die keinerlei Anspruch auf auch
nur annahernde Vollstandigkeit erhebt, soll die Vielfaltigkeit der an-
tiken Gegenstempel und deren Interpretation zeigen:
a) allgemeine Darstellungen: 5anclementianum, Band 2 (1808) 5.109;
F.v.5chrötter (1930), Art. Gegenstempel (Antike) 5.211-212 (K.Regling);
R.Göbl (1978) 5.223-224; M.R.-Alföldi (1978) 5.36-37
a) 5IZILIEN: In Akragas wurde nach der Invasion der Karthager um
405 v.Chr. altes Kleingeld mit Kontermarkierungen versehen, um es kurs-
fahig zu erhalten. Vgl. dazu 5.C.Langher. Contributo alla storia della
antica moneta bronzea in 5icilia. Mailand 1964, 5.210. Im Katalog der
Auktion vom Dezember 1979 der Firma Knopek (Köln) ist unter Nr.41 ein
Bleistück publiziert, das einen solchen Sternpel tragt.
b) GALLIENU5 und GERMANIEN: BMC(Emp.) Band 1 5.XXXI, XXXV und
CLVII; RIC Band 1 5.14; -Der Versuch von M.Grünwald (Die römischen
Bronze- und Kupfermünzen mit 5chlagmarken im Legionslager Vindonissa.
Basel 1946, 5.99-106), diese Kontermarken zu Dokumenten eines "5tempel-
krieges" hochzuspielen, ist von K.Kraft in seiner Rezension (in:Germa-
nia 30 (1952) 5.223-225) abgelehnt worden.
cl VESPA5IAN-PUNZEN auf 5ILBERMÜNZEN: M.Thirion. Cistophores con-
tremarquees sous Vespasian, in: 5chweizer Münzblatter 49 (1963) 5.1-8
und 55 (1964) 5.148-149; C.H.V.5utherland. Zur Interpretation von Ci-
stophoren mit Gegenstempeln, in: 5chweizer Münzblatter 51-54 (1964)
auf den 5eiten 92-94
d) BÜRGERKRIEG 68/69: D.W.McDowall. The Roman Countermarks of
A.D.68, in: Numismatic Chronicle 6.20 (1960) 5.103-112; derselbe. ecun-
termarks of Early Imperial Corinth, in: Numismatic Chronicle 7.2 (1962)
Gegenstempel 111

Diese kontroversen Meinungen sollen bei der Betrach-


tung der bithynischen Gegenstempel zunachst auBer Acht
bleiben.
In dieser Untersuchung werden die gegengestempelten Münzen
zuerst aus Nikaia und dann aus ganz Bithynien bis hinein
nach Pontos möglichst reprasentativ erfaBt , um auf dieser
empirischen Basis aufbauend zu sicheren Ergebnissen zu ge-
langen.

VORBEMERKUNGEN
Die Bestirnrnung und Deutung von Gegenstempeln ist manchmal
durch spezielle technische Probleme erschwert.
Das gilt besonders, wenn nur wenige Exemplare und nicht
möglichst umfangreiche Münzenreihen vorliegen.

1,) UNDEUTLICHKEIT DER STEMPELUNGEN


Die gegengestempelten Münzen weisen keinerlei Schmelzspu-
ren auf. Manchmal aber hat die Punzierung Schrötlingsrisse
verursacht (z.B. bei Nr.21 der Kölner Sannnlung). Die Kontermar-
kierung wurde dernnach im Kalt- eder Warmprageverfahren auf-
gebracht, jedoch sicher nicht auf glühendheiBe Schrötlinge.
Diese Methode ist zeit- und energiesparend, da die
Münzen nicht erst lange vorerhitzt werden muBten. Aber wegen
der gröBeren Harte des kalten Metalls unterlag die Punze

S.113-123;- Vgl. auch Hess (Luzern), Katalog der Auktion 211 (Mai
1932) Nr.383 und Knopek (Köln), Auktion vom Dezember 1979 den Koromentar
zur Münze Nr.664 (As des Nero).
e) JUDAEA und SYRIEN: L.El.Kanitz. The Countermark on a Jewish
Coin in the British Museum, in: Schweizer Münzblatter 113 (1979) S.25-
30; A.Kindler. The "damnatio memoriae" of Elagabal on City-Co1ns of the
Near East, in: Schweizer Münzblatter 117 (1980) S.3-7; H,Seyrig. Anti-
quites Syriennes no.67: Monnaies contremarquees en Syrie, in: Syria 35
(1958) S.187-198; G.G.Brunk. A Hoard from Syria Countermarked by the
Roman Legions, in: American Numismatic Society, Museum Notes 25 (1980)
S.63-76; L.El.Kanitz. The Countermark KOB on Coins of Caesarea Mariti-
ma, in: Schweizer Münzblatter 101 (1976) S.2-6; - Vgl. auch im Katalog
der Auktion 6 (1976) der Firma F.Sternberg (Zürich) die Kommentare zu
den Nummern 455, 456, 651 und 701.
112 4.Kapitel

einer erhöhten Belastung und verschliB schneller.


Wenn das Bild der Punze so abgenutzt war, daB man es kaum
noch erkennen konnte (z.B. bei Nr.49 der Kölner Saınmlung (vergrös-
sert auf Tafel 22)), wurde der Sternpel entweder als "Blind-
pragung" ohne genau erkennbares Bild weiterverwendet (z.B.
be i Nr. 39 der Kölner Sanunlung (vergröBert auf Tafel 22)) oder nach-
graviert.
Diese Nachgravur ist zuweilen so grob, daB die ursprüngli-
che Darstellung grotesk persifliert erscheint: Nur an Hand
von Münzen mit ahnlichen Markierungen ist zum Beispiel
nachzuvollziehen, daB der Ste~pel der Münze 68 (vergröBert
auf Tafel 21) als stark nachgeschnittener Abdruck des Typs
der Nike-Punze zu interpretieren ist, wie ihn die Münze Nr.
70 zeigt (vergröBert auf Tafel 21). Auf einer anderen Münze ist
aus dem Gegenstempel "Regentenbüste" ein skurriles Bild ge-
worden (Nr. 59 (vergröBert auf Tafel 22)): Der dargestell te Regent
scheint eine merkwürdige dreispitzige Mütze zu tragen, wie
sie sich Honoratioren moderner Karnevalsvereine aufsetzen.
In Wirklichkeit handelt es sich aber um einen etwas miB-
glückten Nachschnitt des üblichen Regentenkopfes, wie der
Vergleich mit den Beispielen auf den Tafeln 21 und 22 ein-
deutig zeigt.
Bei der Deutung von Punzierungen ist daher umso gröBere
vorsicht geboten, je weniger Stücke zum Vergleich vorliegen.

2.) PUNZEN AUF MüNZEN MIT HOHEN RELIEFS


Oft ist der Gegenstempel in einen Bereich der Münze einge-
schlagen, der groBe Relief-Unterschiede aufweist. Nur sel-
ten ist die Punze so tief getrieben, daB diese Unebenheiten
egalisiert werden konnten. Deshalb kommt es haufig vor, daB
die Darstellung des Gegenstempels durch die darunterliegen-
den Bilder der Münze "gestört" wird.
Das ist zum Beispiel der Fall bei Nr. 65 (vergröBert auf
Tafel 21): Die Zeichnung des Gegenstempels des Nike-Typs
kommt wegen der starken Unebenheit des Münzreverses - hier
der Saulen des Tychetempels - fast nicht zur Geltung; nur
Gegenster.ıpel (i.lono<;ramme) 113

der Vergleich mit ahnlichen Stüeken (etwa Nr.64 und 66 auf Ta-
fel 21) erlaubt den SchluB, daB die Nike abgepragt wurde.
Ohne solche Vergleichsstücke würde man bei der Be-
stimmung soleber Stempelungen oft im Dunkeln tappen 78

3.) MEHRFACH-PUNZIERUNGEN MIT DERSELBEN PUNZE


Mehrfach kontermarkierte Münzen sind für die Datierung von
Gegenstempeln von groBer Bedeutung, wenn deutlich erkenn-
bar ist, in welcher Reihenfolge die verschiedenen Punzen
eingeschlagen wurden.
Auch hier ist Vorsicht am Platze, denn es koromen auch
mehrfache Abpragungen desselben Gegenstempels vor: Unter
dem stark nachgravierten Sternpel auf Münze 68 (vergröBert auf
Tafel 21) ist im oberen Bereich eine zweite Punzierung zu
erkennen. Bei genauerem Binsehen entpuppt sich jene fast
verdeckte Stempelung jedoch als Doppelschlag des Gegenstem-
pels. Be i Nr. 3 7 (vergröBert auf Tafel 22) i st e in und derselbe
Sternpel sogar dreimal in die Münze getrieben worden.

MONOGRAMM-GEGENSTEMPEL IN BITHYNIEN
Auf bithynischen Münzen der Römischen Kaiserzeit koromen
sehr vereinzelt Monogramm-Kontermarken vor. Bislang sind
nur acht verschiedene Punzierungen auf 15 Münzen bekannt.

a) Eine Münze des Claudius aus Herakleia tragt


auf dem Revers diese Punze (Waddington (Hera-
kleia Bl Tafel SB Abb.l, hier Tafel 2B Abb.9 (nur Revers)). Die bei
Waddington angegebene Lesung weicht etwas von dem auf dem
Foto lesbaren Teil des Monogramms ab. Analog zu den Punzen
b und d (s.u.S.l14-115) ware das Monogramm aufzulösen zu HPA-
KAEIAE. Diese Rekonstruktion ist aber vorerst hypothetisch.

78 1 Beim Stück SNG v.Aulock 629 wurde z.B. auf das Paludamentum
des Avers-Portraits die Regentenkopf-Punze eingeschlagen. Der Gegen-
stempel erscheint etwas undeutlich und wurde dort deshalb irrtümlich
als cista mystica interpretiert.
114 4.Kapitel

b) Dieser Sternpel ist bisher nur auf zwei Mün-


zen entdeckt worden. Er ist vor dem Avers-
portrait eingeschlagen auf einer Münze des Vespasian (Wad-
dington (Bithynien) 4 Tafel 41 Abb.10) und auf einem Stück des
Tj tus aus fast der gleichen Epoche (SNG v.Aulock 6910, hier Ta-
fel 28 Abb.10 (nur Avers)) 79 • Beide Münzen tragen kein Ethni-
kon, sondern die Namen von Proconsules: Das Stück des Ves-
pasian nennt Marcus Plancius Varus, das des Titus den Mar-
cus Maecius Rufus.
Das Monogramm besteht aus den Buchstaben M, H, T, P, B und
I; es ist aufzulösen zu MnTp6zoALç BL&uvıas, "Metropolis
von Bithynien", und wurde demnach in der Metropolis Niko-
medeia verwendet (so schon bei Waddington s. 269 Anm.1). Ahnlich
wie be i der Monogramm- Punze d (s. u. s .115) wurde diesen Münzen
ohne Ethnikon der Stadtname aufgepragt.
Es ist sehr wahrscheinlich, daB dieser Gegenstempel
nicht zufallig die Stadt Nikomedeia nennt, sondern daB die
Versammlung des KoLvov BL&uvıas, des "bithynisehen Landta-
ges", in dessen Auftrag jene Geldstücke ohne Ethnikon ge-
pragt wurden 80 , in diesem Jahr in Nikomedeia tagte.

c) Dieser Gegenstempel ist auf Münzen des Domi-


tian neben dem Portrait eingeschlagen. Auch
diese Münzen tragen kein Ethnikon.
Fünf Exemplare hat M. J. Price (1967) publiziert (ein Beispiel
hier auf Tafel 28 Abb.11).
In diesem komplexen Monogramm kann man zehn Buchstaben er-
kennen: A, Y, T, O, K, P, w, N (als UmriB desA, verbunden mit
der senkrechten Haste des P) und ı: (liegend in der unteren Halfte des
A). Daraus hat M.J.Price mit Recht AuToxpaTwp TpaLav6s
gelesen (1967, s.38-39). Diese Punze wurde sicher zu Beginn
der Regierung des Traian benutzt, um mit seinem Namen Geld

79)
Im Index der SNG v.Aulock (1981) ist auf S.184 irrtümlich
nur das Monogramm MB angegeben.
80)
Vgl. dazu J.Deininger (1965) S.170-172.
Gegenstempel (Monogramme) 115

des der damnatio memoriae verfallenen Oornitian zu "Traian-


Geld" zu stempeln (vgl. unten den Koromentar zu Monogramm-Punze d).
~hnlich sind Stücke aus der untermoesischen Stadt Tomis

mit der Punze ITP~ (= Tpa~av6~) zu interpretieren (Tafel


28 Abb. ı 2 (nur Avers)); au ch hi er wurde lokales Kleingeld zu
"Traian-Geld" gemacht.
Schon unter Vitellius waren in Rom Sestertii des geachte-
ten Nero mit~(= VITELLIV(s)) kontermarkiert worden
(Tafel 28 Abb.8 (nur Avers)}.

d) Auf drei Münzen tritt der Abdruck dieser Pun-


ze auf (M.J.Price (1967) Nr.3-5; ein Beispiel hier
auf Tafel 28 Abb.13 (nur Revers)). Alle drei Münzen wurden in
Prusias am Hypios gefunden. M.J.Price hat daher sicher
recht, wenn der das Monogramm auflöst zu ITPOY(cr~~wv),
"(GeZdJ der Bürger von PT'usias". Manchmal wurde diese Pun-
ze d in dieselben Münzen eingeschlagen, auf denen schon die
Punze c stand; d ist also etwas spater verwendet worden als
c. Zusammen mit c gelesen, tragt d die Aussage, daB unter
Traian in Prusias am Hypios eine Versammlung des Ko~vov
BE~~uvLa~ stattgefunden hat, anlaBlich derer die Domitian-

Münzen ohne Ethnikon den Ortsnamen von Prusias aufgepragt


bekamen (vgl. den Koromentar zu Monogramm-Punze c (oben S.114-115)}.

e) Eine Münze des Traian aus Prusa tragt einen


rechteckigen Gegenstempel vor dem Portrait,
dessen Buchstaben nicht mehr zu entziffern sind (SNG v.Au-
lock Nr.867, hier Tafel 28 Abb.14 (nur Avers)). Weitere Aussagen
über diese Punze sind vorerst nicht möglich.

f) Beide Exemplare aus Bithynien, die eine sol-


che Punze tragen, stammen aus der Stadt Bi-
thynion Klaudiopolis (Waddington (Bithynion) 20 (ohne Abbildung;
die Punze verıesen als B T, und SNG v.Aulock 298, hier Tafel 28 Abb.
15 (nur Avers)). Beide Münzen zeigen das Portrait des Anto-
ninus Pius (138-161).
Das Monogramm besteht aus den Buchstaben A, N, T, I, O und
116 4.Kapitel

~- Es ist sehr wahrscheinlich aufzulösen als 'AuTLvoo~.

Antinoos, der Favorit des Kaisers Hadrian, stammte aus


Bithynion Klaudiopolis und wurde nach seinem (Opfer?)-Tod
im Nil im Jahr 130 zum Heros erhoben 81 • Münzen und groBe
Medaillons seiner Geburtsstadt tragen die Aufschrift 'Av-
TLuoo~ ~pw~ oder 'AuTtvoov &Eav ~ naTPL~, "Antinoos der
Heros", "die Vaterstadt an den Gott Antinoos" 82 • In Bithy-
nion Klaudiopolis gab es offenbar Mysterien des Antinoos 83

Ob ein Sestertius des Tiberius aus Lugdunum mit der


gleichen Punze (Tafel 28 Abb.6 (nur Revers)) in den gleichen Zu-
sammenhang gehört, ist völlig ungewiB (Zur Konınıentierung vgl.
unten die Ausführungen zur Monogranını(?)-Punze g).

g) Diesen Gegenstempel tragt ein singulares


Stück des Marc Aurel, das wiederum aus Bithy-
nion stammt (Waddington 24 Tafel 42 Abb.4, hier Tafel 28 Abb.16).
Es handelt sich dabei um ein Monogramm oder, wahrscheinli-
cher, um ein Kryptogramm aus einem sechsstrahligen Stern
und einem agyptischen Himmelsschlüssel, einem Anch.
Das Symbol stünde für Antinoos: Cassius Dio schrieb,
daB der Kaiser Hadrian für seinen toten Freund Antinoos
maBlose Ehrungen einführte und daB er "schlie!3lich vorgab, mit
eigenen Augen einen Stern gesehen zu haben, den des Antinoos, und da/3
er nur zu gern seinen Begleitern lauschte, die phantasierten, da/3 der
Stern aus der Psyche des (sterbenden) Antinoos entsprungen und damals
zum erstenmal gesehen worden s ei" 8 4 •

81)
Cassius Dio LXIX 11,4 (Hadrian); eine Weihinschrift bei F.K.
Dörner (1952) 8.40 Nr.78 (Foto dort auf Tafel 16) = Annee epigraphique
1951 Nr.28; ein Hymnos auf Antinoos bei W.D.Lebek (1973) 5.101-137
82)
z.B.Waddington 13-18; ein Medaillon, zur 8onnenuhr umgear-
beitet, bei E.Buchner (1976) 5.330-336
831In CIG 3803 werden zwei Manner bezeichnet als AavnpoTaTo~
unaTLXO~ xa~ &u~xoo~ TWV T~ÖE VUOT~PLWV bzw. als xpaTLOTO~ VUOTapx~~;
vgl. dazu auch L.Robert (1980) 5.134-135.
841 Cassius Dio LXIX 11,4 (Hadrian): ... xa~ TEAO~ aOTEPU TLVa
UUTO~ TE opav W~ xa~ TOÜ 'AVTLVOOU OVTU ~A~y~, xa~ TWV ouu6VTWV oL VU-
&OAOYOUVTWV ~ÖEW~ nxoUEV ~X TE Tn~ ~uxn~ TOÜ 'AuTLVOOU ÖVTW~ Tav aOTE-
Gegenstempel 117

Der Zweck dieser Antinoos(?)-Punzen der Typen f und


g ist unklar. Vielleicht dienten die darnit punzierten Mün-
zen als Tesseren im Zusammenhang mit den Mysterien(festen)
(ausführlich unten auf 5.126-127, 131, 133 und 139-140).

h) Ein einziges Exemplar mit dieser Punze ist


bekannt: eine Münze des Severus Alexander
aus Nikaia (Waddington 604 Tafel 82 Abb.30, dort auf 5.475 verıesen
als Nı hier Tafel 28 Abb.17 (nur Avers)). Datum, Lesung und
Zweck der Markierung sind unklar.

BILD-GEGENSTEMPEL IN BITHYNIEN

Leichter zu entratseln als jene wenigen Monogramm-Gegen-


stempel sind die Punzen, die Bilder oder Zahlen tragen.
Die bithynischen Bild-Gegenstempel lassen sich in
fünf deutlich unterscheidbare Gruppen differenzieren:
Gruppe A (ein bartiger Kaiserkopf nach rechts)
Gruppe B (eine weibliche Büste nach rechts)
Gruppe C (eine Nike-Figur auf dem Avers)
Gruppe D (eine Nike-Figur auf dem Revers)
Gruppe E (ein (fast) unbartiger Regentenkopf)
Als Gruppe F werden weiter unten die Punzen mit Zahlen-
buchstaben behandelt.

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE A (BARTIGER KAISERKOPF)


Bisher sind nur zwei Münzen mit dieser Punze bekannt. In
beiden Fallen ist der bartige Kaiserkopf mit dem Lorbeer-
kranz nach rechts abgebildet. Die runde Kontermarke ist
sorgfaltig und tief vor dem Aversportrait eingeschlagen.
Ein Stück kommt aus Nikaia (Kölner 5ammlung Nr. 21; vergröBert
abgebildet auf Tafel 20). Das zweite Exemplar (M.J .Price (1967)
5.37 und 40-41 mit Abb.6) ist derart abgegriffen, daB weder
der Kopf auf dem Avers, noch Umschrift oder Darstellung
der Rückseite zu bestimmen sind.
118 4.Kapitel

Der Kaiser auf der Punze der Münze aus Nikaia zeigt
wahrscheinlich Septimius Severus; das Datum der Markie-
rung ist vermutlich 204 (dazu ausführlich unten 5.135).

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE B (KOPF EINER KAlSERIN ?)


Die se Punze i st nur e in einziges Mal belegt (M.J .Price (1967)
Nr.5; hier Tafel 29 Abl.ı.1). Die stark abgegriffene Münze tragt
auf der Rückseite die Monogramm-Punze des Typs d aus Pru-
sias am Hypios (s.o.S.115). Der Monogramm-Stempel ist durch
den Bild-Gegenstempel beschadigt worden; die Bild-Punze B
ist alsa jünger als die Monogramm-Punze d.
Bild-Punze B zeigt im runden Feld eine weibliche Bü-
ste nach rechts; sie ist, genau wie Gruppe A, var dem Vor-
derseitenportrait eingeschlagen. Die ondulierte und hoch-
gesteckte Frisur der Dame war seit Faustina junior (t 175)
modern. Leider ist die Münze so schlecht erhalten, daB we-
der Pragezeit noch Prageort zu ermitteln sind.
Wenn es sich bei der dargestellten Dame um eine Kaiserin
handelt, kann es sich nur um eine der zahlreichen Augustae
der Anton inen- ader Severerdynastie handeln (Faustina junior,
Crispina, Julia Domna, Plautilla, Julia Maesa, Julia Soaemias, Annia
Faustina, Julia Paula, Julia Mamaea oder Orbiana).
Eine genauere Zuweisung ist vorerst noch nicht möglich.

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE C (NIKE)


Dieser Gegenstempel ist hochoval und zeigt die Siegesgöttin
Nike nach rechts stehend und mit der Rechten einen Lorbeer-
kranz hochhaltend; manchmal erkennt man auch einen Palm-
zweig, den sie mit der Linken halt.
Wie bei den Gruppen A und B ist der Sternpel sorgfal-
tig auf der Vorderseite der Münzen eingeschlagen und zwar
in jedem Fall hinter dem Aversportrait; diese Punze kann
daher nicht mit der Nike-Punze D verwechselt werden, die
immer auf der Rückseite der Münze steht.
Die Kontermarkierungen der Gruppe C wurden ausschlieB-
lich auf nikaischen Münzen festgestellt (so schon M.Caccamo
Gegenstempel (Bilder) 119

Caltabiane (1978) s.145). Die Punze wurde daher sicher ledig-


lich in Nikaia verwendet.
Es konnten 26 Beleg-Exemplare erfaSt werden 85 •
Die Münzen erstreeken sich über die Epochen der Kaiser
Marc Aurel (161-180) bis Caracalla (198-217) .• Fast alle Stük-
ke sind severisch; nur sieben gehören zu Marc Aurel oder
zu Cornrnodus.
Der Termin der Punzierungen mit diesen Nike-Gegenstempeln
laSt sich bestimmen an Hand der "SchluSmünzen".
Geldstücke des Geta nennen ihn allesamt Caesar, sind
also vor seiner Ernennung zum Augustus im Jahre 209 herge-
stellt worden. Sein Bruder Caracalla wird ausschlieSlich
mit seinem frühen Knabenportrait dargestellt. Die letzte
Münze, die eine Punze vom Typ C tragt, ist also spatestens
209, wie sich zeigen wird aber bedeutend früher gepragt
worden.
Weitere Rückschlüsse auf die Termine der Gegenstempelungen
liefert die Uberlegung, daS der Abnutzungsgrad einer Münze
nach dem Zeitpunkt der Punzierung nicht besser, sondern
nur schlechter werden kann, je nach dem, wie lange das
Geldstück noch im Umlauf verblieb.
Da die kleinen Bilder der Gegenstempel recht tief in die
Münzen eingeschlagen wurden, nutzten sie im Umlauf erheb-
lich weniger ab als die Münze selbst.
Erst wenn die Münze nach Jahrzehnten des Geldumlaufes
durch das standige Abgreifen so dünn geworden ist, daS die
Münzoberflache und das Niveau der Einpunzung annahernd

85)
ıs fotografierte Münzen der sammlung Waddington (Nr.181 Ta-
fe! 71 Abb.13, Nr.192 Tafel 71 Abb.22, Nr.276 Tafel 74 Abb.20, Nr.320
Tafel 75 Abb.19, Nr.360 Tafel 76 Abb.lS, Nr.370 Tafel 76 Abb.23, Nr.
382 Tafel 76 Abb.32, Nr.395 Tafel 77 Abb.ll, Nr.397 Tafel 77 Abb.13,
Nr.417 Tafel 78 Abb.3, Nr.492 Tafel 80 Abb.l, Nr.495 Tafel 80 Abb.S,
Nr.S26 Tafel 80 Abb.26 und Nr.S27 Tafel 80 Abb.27), ein Exemplar der
SNG Kopenhagen (Nr.S02), drei Stücke der Kölner Sammlung (Nr.lS, 21
und 23) und sieben Münzen der SNG v.Aulock (Nr.SS3, 578, 589, 590,
598, 7032 und 7070; - Diese Stücke sind im Index der SNG v.Aulock
(1981) auf S.185 aufgeführt; die dort vorgenommene Differenzierung
nach "Nike" und "Nike mit Kranz" ist unnötig, denn immer ist Nike mit
Kranz und Palmzweig gemeint und abgebildet.
120 4.Kapitel

eine Ebene bildeten, wurde auch die Kontermarkierung ab-


genutzt. Eine fast völlig abgegriffene Münze mit gut er-
haltenem Gegenstempel kann also beim Datum der Punzierung
erheblich besser erhalten gewesen sein und wurde mögli-
cherweise erst spater derart abgenutzt. Das Pragedatum ei-
ner abgegriffenen Münze mit Kontermarke ist für die Datie-
rung der Punze demnach ein terminus post quem, der Jahr-
zehnte vor dem Datum der Kontermarkierung liegen konnte.
Ist eine gegengestempelte Münze allerdings besanders
gut erhalten, lagen die Zeitpunkte der Pragung der Münze
einerseits und der Punzierung andererseits nicht allzu
weit auseinander~ sie waren sich umso naher, je besser
die Münze erhalten ist.
Auf der Basis dieser Uberlegungen wird eine zuver-
lassige Datierung der Punzierungen auf den Münzen möglich.
Die gepunzten Stücke des Marc Aurel sind alle rela-
tiv schlecht erhalten~ das Kölner Exemplar Nr.15 ist so
abgegriffen, daB es kaum noch bestimmbar war. Zwei der
erfaBten Commodus-Münzen sind nicht viel besser erhalten.
Ein Exemplar ist aber so gut erhalten, daB der Prageter-
min und das Datum der Punzierung eng beieinander gelegen
haben mü s sen (Waddington 320, hi er Tafel 29 Abb. 2 und 3). Die

Rückseite der Münze zeigt drei Athleten und nennt in der


Umschrift die Spiele der Ko~6ôe~~. Diesem Fest hatte Com-
modus seinen Namen gegeben. Es ist auch epigraphisch
überliefert in der Siegerinschrift aus Neapel für Marcus
Aurelius Artemidoros aus Saittai (Lydien) 86

86)
C.Bosch (1950) 5.80 Nr.1 = IG 14 Nr.738 = IGR I Nr.443; -
L.Moretti (1953, 5.257-259 Nr.87) erwahnt eine andere Inschrift, in
der von Ko~6ôeL~ die Rede ist, und datiert die Inschrift in die Mit-
te des dritten Jahrhunderts; sie wurde in Delphoi am Eingang des
5chatzhauses der Athener gefunden (Fouilles de Delphes III 1 5.368-
369 Nr.555).
Ko~6ôEL~ werden auch auf Münzen der 5tadt Laodikeia am Lykos (Phry-
gien) aus severiseher Zeit genannt (K.Kraft (1972) Tafel 79 Nr.21c
(Julia Domna) und Tafel 84 Nr.69 (Revers stempelgleich) (Geta als
Caesar)).
Gegenste~pel (Nike) 121

Aus AnlaB dieser Festspiele kam es in Nikaia zum erstenmal


zu umfangreichen agonistischen Emissionen: Auf den "Son-
dermünzen" erscheinen Athleten, Preiskronen, Tische mit
Kampfpreisen und Amphoren mit Palmzweigen (Waddington Nr. 303-
329); nicht selten wurde der Name der Festspiele, Ko~66E~~.

in die Reverslegende aufgenommen (z.B. bei waddington Nr.305,


306, 310, 316 und 320; hier ein Beispiel auf Tafel 29 Abb.4 und 5).
Diese Agone wurden nur einmal, namlich im Jahr 188,
gefeiert (C.Bosch (1950) S.89 und 96).
Vielleicht stand dieses Fest mit den Decennalien des Com-
modus im Zusammenhang; zu diesem AnlaB wurden in Rom (Vgl.
RIC III 8.259-260; M.R.Kaiser-Raiss (1980) s.35-38; ein Beispiel hier
auf Tafel 29 Abb. 6) und in Alexandria (ein Beispiel hi er auf Ta-
fel 29 Abb. 7) Münzen gepragt, die den Princeps als Sieger
und Friedensbringer zeigen.
Auch in Nikaia wurden unter Commodus solche Siegesmünzen
hergestellt; auf diesen Stüeken erscheinen: der Adler zwi-
schen Standarten als Zeichen der römischen Truppenmacht,
die Siegesgöttin Nike, schlieBlich Commodus selbst zur At-
tacke anreitend ader als Sieger neben einem gefesselten
Kriegsgefangenen stehend (Waddington 283, 284 und 294-298).
Der Gegenstempel der Gruppe C wurde alsa in Nikaia
zuerst im Jahr 188 auf Münzen des Commodus und dessen Va-
ter Marc Aurel eingeschlagen. Die Stücke stehen im Zusam-
menhang mit den groBen Festspielen dieses Jahres, denn wie
dieses Fest in Bithynien nur in Nikaia begangen wurde, so
erscheint auch der Nike-Gegenstempel dieser Phase nur in
dieser Stadt.
Auch die zweite Phase der Benutzung des Punzentyps C
ist genau datierbar.
Die 19 Beleg-Exemplare stammen alle aus der Zeit der Seve-
rerdynastie und wurden irgendwann zwischen 193 und 209 ge-
pragt.
Viele dieser Münzen sind heute sehr schlecht erhalten,
aber je jünger die Stücke sind, desto haufiger koromen gute
Exemplare vor, und mit den Portraits des jungen Caracalla
122 4.Kapitel

als Augustus und des Geta als Caesar treten fast prage-
frische Münzen mit Nike-Punzen auf (z.B. Nr. 23 der Kölner saıııııı­
lung). Auch in dieser Phase der Kontermarkierungen liegt
der SchluB nahe, daB alle diese Exemplare gleichzeitig in
einer einzigen Aktion ihren Aufdruck bekamen.
Wenn es gelingt, die am besten erhaltene "SchluBmünze"
dieser punzierten Geldstücke zeitlich zu fixieren, ist da-
mit das Punzierungsdatum ermitteltı es ist nur sehr kurze
Zeit nach diesem terminus post quem anzusetzen.
Drei der erfaBten Münzen tragen das Bild der Plautil-
la. Dieses Madchen wurde im April 202 mit dem erst fünf-
zehnjahrigen Caracalla verheiratet, muBte aber schon 205
in die Verbannung gehen (E.Stein (1910) Sp.287-288). Die alte-
ste Münze der Plautilla ist alsa frühestens im April 202
gepragt worden. Da drei Münzen, die im April 202 ader spa-
testens 205 gepragt wurden, den Nike-Gegenstempel hinter
dem Portrait der P.lautilla tragen, ist der terminus post
quem dieser Punzierungs-Aktion der April 202.
Die Münze SNG v.Aulock 7040 sowie das Kölner Exemplar
Nr.23 zeigen Caracalla als Jüngling ahne Bart mit der Ti-
tulatur AuToxpaTwp Ka~oap Mapxo~ AupnA~o~ 'AvTwvE~vo~ A~youoTo~.
Dieses Jugendportrait wurde in der Münzpragung nur zwi-
schen 198 und etwa 205 benutzt (vgl. c.Bosch (1935) s.48) ı Mün-
zen mit dem Bild des Caracalla, die ihn alter zeigen, tra-
gen nie eine Nike-Kontermarke.
Weitere Datierungshinweise bieten die Reverse der ni-
kaischen Münzen mit Nike-Gegenstempeln.
Unter den 19 erfaBten Münzen finden sich sieben Stücke mit
agonistischen Reversen (Waddington 360, 395, 526 und 527; SNG Ko-
penhagen 502; SNG v.Aulock 7032 und 7040, hier Tafel 29 Abb.11 (nur
Revers)). Die Legenden dieser Exemplare weisen auf ein gres-
ses Fest hin, die EEounpE~a ~~AaôiA~E~a T& PEYaAa, "die
gro~en (FestspieıeJ des Severus und der eintraahtigen Brü-

der (Caraaaııa und Geta)". Dieses Fest wurde im Jahr 204


gefeiert (C.Bosch (1950) 8.90-91 und 95-96).
In demselben Jahr fanden in der Hauptstadt Rom die pompösen
Gegenstempel (llike) 123

Saecularspiele s ta tt (vgl. Tafel 29 Abb. ı 7) 87 •

Bezeichnenderweise zeigt das am besten erhaltene Stück mit


Nike-Gegenstempel als Revers eine Preiskrone (Waddington 526,
hi er Tafel 29 Abb 9 und 10). Da die se Münze 204 gepragt wurde,
kann der Gegenstempel nur um Tage oder Wochen spater auf
die Münze gekommen sein.
Wie bei den Stüeken der Ko~66ELa mit solchen Konter-
marken ist auch hier der Bezug zu den Festspielen von 204,
den zweiten bedeutsamen nach 188, ganz offensichtlich.
Wie schon 188 kann die kleine Nike in der Kontermarke Hin-
weise auf den Hintergrund dieser Kontermarkierungs-Aktion
bieten.
Nike hatte in vielen Bereichen des antiken Lebens ihren
Platz und ihren "Wirkungsbereich". Sie konnte zum Beispiel
auf einer zum Neujahrsgeschenk bestimmten öllampe als ganz
allgemeines Glückssymbol auftreten 88 • Nike war daneben ein
ganz vordergründig sprechendes Symbol für Nikaia, die "Nike-
(Stadt)" 89 • Besanders galt Nike als die Siegbringerin, im
Kleinasien der Kaiserzeit natürlich als die Siegbringerin
der Römer. Ein Victoria-Altar stand im Senatsgebaude, und
Victoria-Darstellungen finden sich in fast unübersehbarer
Fülle auf den Pragungen der Reichsmünzstatten (ein Beispiel
hier auf Tafel 27 Abb.22),

87 ) M.P.Nilsson (1920) Sp.l710-1718; BMC (Emp.) vol.S S.CXLIX-


CXLX; ; E.Diehl. Sitzungsberichte der preuBischen Akademie der Wissen-
schaften, phil.-hist.Klasse 27 (1932) 5.762-791; J.Gage. Les jeux se-
culaires de 204 ap.J.-C. et la dynastie des Severes, in: Melanges
d"archeologie et d"histoire de l"ecole Française deRome 51 (1934)
S.l-46; I.B.Pighi. De ludis saecularibus. Rom 1941, 5.137-194; F.Alt-
heim (1938) 5.261-263; P.V.Hill (1964) S.6 und 5.30-31; A.Birley.
Septimius Severus. London 1971 5.224-230.
88) A.Alföldi (1941) Tafel 70 Nr.41 und, besser erhalten, H.
Borger (1977) 5.178 Abb.234
89) Solche "sprechenden Gegenstempel" sind auch aus anderen Or-
ten bekannt, z.B. aus Diokaisareia (Kilikien), der "Zeus-Kaiser-
(Stadt)". Dort finden sich auf severisehen Münzen Blitzbündel und Adler
eingepunzt (SNG v.Aulock 5543-5545), beides Symbole des Zeus; auf Domi-
tian-Münzen aus Flaviopolis, "Flavier-Stadt", ist manchmal eine Athena-
büste eingepunzt (SNG v.Aulock 5556); Athena ist das griechische Pen-
124 4.Kapitel

Ein besonders deutliches Zeugnis für diese "Staatsgottheit"


Nike-Victoria ist eine Gemme, die zwei Victorien neben der
Lupa, die Romulus und Remus saugt, und dem Adler des Jupi-
ter zeigt (Tafel 29 Abb.14) 91 •

Genau im nikaischen Festspieljahr 204 wurden in Rom


die Saecularspiele gefeiert, und in Rom wie in Alexandria
wurden Victoria- bzw. Nikemünzen gepragt 92 als Hinweis auf
die Sieghaftigkeit der nun schon seit zehn Jahren regieren-
den Severerdynastie (vgl. Tafel 29 Abb.12 und 13).

Natürlich wurde die Punze C in Nikaia nicht aus purem


Zufall immer binter dem Aversportrait eingeschlagen; darnit
sollte namlich der Eindruck vermittelt werden, daB diese
kleine Nike die portraitierte Person bekranzt.
Dieser Darstellungsmodus ist seit langem gelaufig ge-
wesen: Erste Beispiele finden sich schon auf Münzen der
griechischen Welt, dann auf arsakidischen Drachmen (ein Bei-
spiel auf Tafel 29 Abb.15) 93 und auf Pragungen der Römischen
Republik (ein Beispiel auf Tafel 29 Abb.16).
Wahrend der Römischen Kaiserzeit erscheinen nicht sel-
ten Victorien, die den Kaiser bekranzen (z.B. Augustus (Tafel
29 Abb.18), Traian (Tafel 29 Abb.19 und Antoninus Pius (Tafel 30 Abb.1);
aus Alexandria: Commodus (Tafel 29 Abb.7; ein Stück des Jahres 28 (187/
188) bei A.GeiBen (1982) Nr.2230)).
Auch in der provinzialen Pragung gab es vergleichbare
Münzen (z.B.: Marc Aurel auf Münzen aus Hierapolis (Kilikien) (Tafel
30 Abb.2), Commodus auf Stüeken aus Elaia (Aeolis) (Tafel 30 Abb.5) und
Caracalla auf Münzen aus Hypaipa (Lydien(Tafel 30 Abb.4)).

dant zu Minerva, der Schutzgöttin Domitians, die in Rom fast alle Rever-
se der spateren Denare des Domitian zierte.
91)
A.Krug (1981) S.179 Nr.41; - Vgl. eine ahnliche Bleitessera
bei M.Rostovtzeff (1903) Tafel s Abb.49.
92 ) Rom: P.V.Hill (1964) 5.30-31 Nr.708-716; Alexandria: M.Fluss
(1923) Sp.1976; J.Vogt (1924) S.168
93 ) D.Sellwood (1981): Typ 36/19-27; 42/1-4; 49/1-3; 50/15-17;
52/10-39; 56/6-15; 57/1-18 und 58/1-13
Gegenstempel (Nike) 125

Auch als Kontermarke ist ein solches Nikebild in Kleinasi-


en schon früher einmal verwendet worden (Münzen des Tiberius
aus Amisos (Pontos) (Tafel 30 Abb.4)).
Neben der Nike als Göttin, die den militarischen Sieg
bringt, gibt es vielfaltige Dokumente für Nike als Sieges-
göttin im Agon 94 • Schon in früher Zeit lieBen Pindar 95 und
Bakchylides 96 die Göttin Nike den Sieg im Agon verschaf-
fen. Auch Menanders Komödie öocrxoAo~ endet mit einem Anruf
an Nike, daB dieses Stück den Sieg errange 97 •

Sehr oft wurde auf spatantiken Contorniaten (ein Bei-


spiel auf Tafel 30 Abb. 7) 98 und sogar auf Spiegeln (Tafel 30
Abb.8) die Göttin Nike-Victoria als Siegbringerin im Wagen-
rennen dargestellt, oder die Wettkampfer halten die Attri-
bute der Gottheit, Palmzweig und Lorbeerkranz.

94)
Bennent (1936) Sp.285-287 und 293-294
95 ) Pindar, Nemea v, 41-42: To 6' Aty[vaaE 6[~, Euau~EVE~,
N[xa~ EV ayxwVEOO~ ~[Tvwv ~o~x[AWV E~aucra~ ü~vwv.

96)
Das wird besonders deutlich in den Epinikien 12,4-8:
E~ yap OA~[av ı ~E[vo~cr[ ~E ~OTV~a N[xa ı vacrov Aty[va~ a~&pxE~ ı EA-
a6vTa xocr~ncra~ aE66~aTOV ~6A~V.
Vgl. auch ahnliche Anspielungen in den
Epinikien 3,5-8; 5,33-34; 6,11; 7,9; 8,25; 10,15; 11,1-7 und 13,59.
97 ) Menander, Dyskolos 969-970: n 6'Eu~aTE~pa ~~A6YEAW~ TE ~ap­
atvo~ ı N[xn ~Ea·n~wv EU~Evn~ E~o~•'aE[.
98)
Vgl. die Ausführungen in A.Alföldi (1941); die Tafeln sind
bedeutend erweitert worden in: A.Alföldi/E.Alföldi (1976): Tafel 3 Abb.
1-9, Taf. S Abb.4, Tafel 18 Abb.10-12, Tafel 19 Abb.1, Tafel 21 Abb.1
und 2, Tafel 31 Abb.1, Tafel 38 Abb.2-4 und 9-11, Tafel 42 Abb.2-4,
Tafel 47 Abb.1-12, Tafel 48 Abb.1-12, Tafel 51 Abb.8-12, Tafel 58 Abb.
1-9, Tafel 66 Abb.10-12, Tafel 69 Abb.2,3 und 5-9, Tafel 70 Abb.9-12,
Tafel 71 Abb.1-12, Tafel 72 Abb.1-7, Tafel 73 Abb.1-3, Tafel 81 Abb.S-
12, Tafel 82 Abb.1 und 2, Tafel 86 Abb.12, Tafel 87 Abb.1-12, Tafel 88
Abb.1-12, Tafel 89 Abb.1-6 , Tafel 94 Abb.6-8, Tafel 95 Abb.1-12, Tafel
96 Abb.1-9, Tafel 102 Abb.8 und 9, Tafel 115 Abb.1-12, Tafel 116 Abb.1-
12, Tafel 117 Abb.1-9, Tafel 118 Abb.S-12, Tafel 119 Abb.1 und 2, Tafel
120 Abb.1-7, Tafel 121 Abb.2 und 3, Tafel 122 Abb.4, Tafel 124 Abb.12,
Tafel 128 Abb.9, Tafel 139 Abb.2-12, Tafel 140 Abb.1-12, Tafel 141 Abb.
1-5, Tafel 144 Abb.1,2 und 7-9, Tafel 145 Abb.1-3, Tafel 153 Abb.3, Ta-
fel 154 Abb.8-11, Tafel 155 Abb.1-6, Tafel 156 Abb.10, Tafel 157 Abb.1-
4, Tafel 159 Abb.7-10, Tafel 160 Abb.1-8, Tafel 174 Abb.7-12, Tafel 175
Abb.1-12, Tafel 176 Abb.1-4, Tafel 179 Abb.9-10, Tafel 183 Abb.7,8 und
10, Tafel 185 Abb.4-10, Tafel 186 Abb.1-10, Tafel 187 Abb.2 und 5-9, Ta-
126 4.Kapitel

Die Nike-Gegenstempel auf den Aversen nikaischer Mün-


zen lassen sich alsa recht genau in die Zeit der groBen
Agone des Commodus (188) und des Septimius Severus (204)
datieren: die Nike-Punzen tragen einen deutlichen agoni-
stischen Akzent.
Es ist deshalb denkbar, daB durch diese Punzierungen die
Münze zur tessera, zum ou~SOAOV gemacht wurde, alsa ZU ei-
ner Berechtigungsmarke im weitesten Sinne 99 •
Vielleicht waren diese zur Tessera umfunktionierten
Münzen "Eintrittskarten" zu den Agonen: vielleicht wurden
sie wahrend der Festtage verteilt ader ausgeworfen und be-
rechtigten ihre Empfanger zur Annahme irgendwelcher Geschen-
ke ader Vergünstigungen.
Solche Funktionen erfüllten in Rom des öfteren Tesse-
ren aus Blei, auf denen manchmal die Victoria in ganz ahn-
licher Manier dargestellt ist wie auf den Punzen aus Ni-
kaia (ein Beispiel auf Tafel 30 Abb.6) 100 • Wahrend solche Bleites-
seren in Rom und Alexandria recht haufig gefunden werden,
sind fast keine aus Kleinasien bekannt: auch diese Beobach-
tung macht den Tessera-Charakter der Münzen mit Bildpunzen
wahrscheinlich.

fel 188 Abb.3-6,Tafel ı89 Abb.2-6, Tafel ı90 Abb.6-8, Tafel ı9ı Abb.ı-
9, Tafel ı92 Abb.ı-2, Tafel ı93 Abb.3-5, Tafel ı96 Abb.ı,2 und 4-ı2,
Tafel ı97 Abb.ı,2 und ı2, Tafel ı98 Abb.4-7, Tafel 200 Abb.ıo-ı2, Tafel
20ı Abb.ı-3 und 9-ı3, Tafel 203 Abb.4-6 und 8, Tafel 204 Abb.ı-ıo, Ta-
fe! 205 Abb.ı-ıo, Taf. 296 Abb.ı-9, Tafel 209 Abb.ı, Tafel 2ıo Abb.ı,
Tafel 2ıı Abb.ı und ıo sowie Tafel 2ı2 Abb.6 und ı2.
99 ) Vgl. dazu allgemein: F.v.Schrötter (ı930), Art.Tessera S.
686-687 (K.Regling); K.Regling (ı934) Sp.85ı-854; M.-R.Alföldi (ı978)
S.2ı6-2ı7; R.Göbl (ı978) S.3ı-32.

1 OO) M.Rostovtzeff (ı905) 5.49-50 Tafel ı Abb.6 und Tafel 2 Abb.


ıı; derselbe (ı903) Tafel ı Abb.3 und 29, Tafel 2 Abb.2ı und 22, Tafel
3 Abb.6ı, Tafel 4 Abb.24,30,3ı,49 und 5ı, Tafel 5 Abb.3ı,39 und 40, Ta-
fe! 6 Abb.24,25 und 33, Tafel 7 Abb.ı7-24,27-33,37-42 sowie Tafel ıı
Abb.42. Auf Tafel ı2 Abb.7 wird eine GuBform für neun.verschiedene Tes-
seren publiziert. Sie zeigt sechs Stücke, die nur Namen tragen, namlich
IVVENT(us), SECVRIT(as), FELICIT(as), PAX sowie MVNICIP(ium) und MN(ae-
us) ACILI(us); die drei anderen Exemplare zeigen nur Darstellungen:
Mars, Victoria stehend mit Kranz und Palmzweig sowie Victoria in einer
Biga nach rechts fahrend: Vgl. auch im dortigen Index die Fundstellen
zum Stichwort "Victoria" (s.4ı6-4ı7).
Gegenstempel (Nike) 127

Schon in hellenistischer Zeit berichtete eine In-


schrift aus der karisehen Stadt Iasos vom Gebrauch von
Tesseren als "Namensschilder" wahrend einer Versammlung 101 •
Da aber bisher in Kleinasien jegliches sichere Zeug-
nis für die Verwendung von kontermarkierten Münzen als
Tesseren fehlt, kann diese Hypothese vorerst noch nicht
bewiesen werden.

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE D: NIKE AUF DEM REVERS


Die Kontermarken dieser Gruppe zeigen wie Gruppe C die
Göttin Nike, meist nach rechts, seltener nach links ge-
richtet stehend. Anders aber als bei Gruppe C wurden die
Punzen des Typs D immer auf der Rückseite der Münze einge-
schlagen und zwar meist in den Randbereich, darnit die Re-
vers-Darstellung und das Aversportrait nach Möglichkeit
nicht in Mitleidenschaft gezegen werden muBte (Das ist beson-
ders deutlich beim Kölner 5tück Nr.76 zu sehen.).
Zur Untersuchung dieser Punzengruppe standen 25 Mün-
zen zur Verfügung 102 • von diesen 25 Stüeken stammen 24 aus
Nikaia~ nur ein einziges Exemplar (5NG v.Aulock 796) kommt

aus Nikomedeia~ diese Münze entspricht aber in Metall,


Format, Stil und Wert vollkommen den Geldstücken aus Ni-
kaia. Daher ist diese Punze sicher, genau wie Punze C, in

101 ) B.Haussoullier 1884) 5.218-222; E.L.Hicks (1887) 5.103-111


und 116-118; erwahnt auch bei K.Regling (1934) Sp.851-852; - Bis ins
Detail wird in dieser Inschrift die Organisation einer Versammlung re-
glementiert. Das geht bis zu Vorschriften über das "5tellen" der Was-
seruhr und die Benutzung der "Teilnehmer-Ausweise"; die ıte:oo6v genannt
werden. Diese ne:oo& haben die Teilnehmer zu signieren und in den Korb
ihrer Phyle hineinwcrfen zu lassen: .• TW\1 ö~ e:Loıtope:uo~tvwv ÖLÖOTW
~xaoTo~ ıte:oobv T~ ı ve:wıtoG~ Tn~ auToü ~u>.n~, EıtLYP&~a~ To auToü övo~a
ıtaTpo~e:v
,
xaTa' T0\1
'
vo~ov·o
, '
öe:' ve:wıtoLn~
,
e:~~aAAE:Tw
, Q ''\, ı' ' , '
e:L~ TO xLSWTL0\1 xaL
xa>.e:Go~w Ta 6v6~aTa ıtaTp6~e:v ••. (Z.15-18 nach Hicks).

102 ) Waddington Nr.665 Tafel 84 Abb.7, Nr.695 Tafel 84 Abb.30,


Nr.697 Tafel 84 Abb.32, Nr.702 Tafel 84 Abb.36, Nr.703 Tafel 84 Abb.
37; 5NG Kopenhagen 522, 523 und 525; Kölner 5ammlung 57,64,65,66,67,
68,69,71,72,73,75 und 76; 5NG v.Aulock 642,647,658,659 und 796 (im In-
dex der 5NG v.Aulock (1981, 5.184-186) ist nur 647 erwahnt.)
128 4.Kapitel

Nikaia verwendet worden: das singulare Stück aus Nikome-


deia ist sozusagen irrtümlich in diese nikaische Aktion
hineingeraten.
Von den 25 Stüeken entstammen neun Exemplare der Epoche
von 235-238, und 16 Stücke gehören in die Zeit 238-244.
Die Verteilung zeigt sornit eine deutliche Haufung unter
Gordian III. (238-244) an.
Die genaue Datierung der Punzen vom Typ D ist eini-
germaBen schwierig: sie kann nur in Verbindung mit dem
Termin der Punze E festgestellt werden:
Sternpel D tritt zweimal unter Sternpel E gepragt auf (beim
Kölner Stück 57 (vergröBert auf Tafel 20) wurde der Revers-Gegenstem-
pel D durch die spater auf dem Avers abgepragte Punze E beschadigtı
und beim Kölner Stück 75 (ebenfalls vergröBert auf Tafel 20) ist Pun-
ze E deutlich sichtbar über der Markierung D eingeschlagen worden).
Sternpel D ist also etwas früher benutzt worden als Punze
E, die unten auf 244 datiert wird (s.u.S.136).
Punze D, das wird sich dert zeigen, ist mit groBer Wahr-
scheinlichkeit im Zusammenhang des Agons von 244 verwendet
worden.

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE E (KOPF EINES REGENTEN)

Diese Gegenstempel zeigen im runden Feld der Punze einen


mannlichen Kopf eder eine Büste, zumeist nach rechts, sel-
tener nach links gerichtet. Die Person ist bartlos eder
tragt einen sehr kurzen "Soldatenbart" (man könnte diese
Stoppelbarte beinahe teethbrush-beards nennen) : lange Barte wie
bei der Bild-Punzen-Gruppe A (s.o.S.117-118) koromen nie vor.
Der Dargestellte tragt manchmal ein Paludamentum und hau-
fig einen Lorbeerkranz, dagegen aber nie eine Strahlenkro-
ne. Der am besten erhaltene Abdruck der Punzengruppe E
(Kölner Sammlung Nr.69 (vergröBert abgebildet auf Tafel 20)) stellt
einen Kopf ohne Lorbeerkranz dar, der mit seiner milita-
risch kurzen Frisur und der jugendlichen Erscheinung des
Portraitierten an einen der Caesares des hohen dritten
Gegenstempel 129

Jahrhunderts denken laBt.

Zur Untersuchung dieser Punzen-Gruppe standen 110


Münzen zur Verfügung 10 3 • Die se 11 O Stücke si nd auf se ch s
bithynische Orte verteilt:

Kaisareia Germanike
Ki os
Nikaia 78
Nikomedeia 9
Prusa 2
Prusias am Hypios 19

Aus anderen bithynischen Orten, deren Ethnikon im dritten


Jahrhundert erscheint (Colonia Apamea, Bithynion-Klaudiopolis,
Herakleia, Juliopolis, Kalchedon, Kreteia-Flaviopolis und Tios), sind
keine Münzen mit Gegenstempeln des Typs E bekannt; ledig-
lich im pontischen Amastris tauchen eigene Punzen dieser
Art auf (s.u.S.131).
Ob die Münzen in dem Ort, dessen Namen sie tragen,
auch ihre Punze erhielten, ist recht zweifelhaft. Hahr-
scheinlicher ist eine zentrale Aktion in Westbithynien (in
Nikomedeia und Nikaia) und wei ter östlich (in Prusias am Hypios).

103 ) die 30 mit Fotos publizierten Stücke der Sammlung Wadding-


ton (Nr.136 Tafel 79 Abb.3, Nr.181 Tafel 71 Abb.13, Nr.192 Tafel 71
Abb.22, Nr.342 Tafel 76 Abb.1, Nr.347 Tafel 76 Abb.5, Nr.370 Tafel 76
Abb.23, Nr.595 Tafel 82 Abb.22, Nr.642 Tafel 83 Abb.29, Nr.736 Tafel
85 Abb.23, Nr.755 Tafel 85 Abb.40, Nr.763bis Tafel 86 Abb.6, Nr.777
Tafel 86 Abb.19, Nr.790 Tafel 86 Abb.28, Nr.793 Tafel 86 Abb.31, Nr.
798 Tafel 86 Abb.35, Nr.800 Tafel 86 Abb.37, Nr.813 Tafel 87 Abb.10,
Nr.816 Tafel 87 Abb.13, Nr.826 Tafel 87 Abb.22, Nr.827 Tafel 87 Abb.23,
Nr.830 Tafel 87 Abb.26, Nr.841 Tafel 87 Abb.35, Nr.852 Tafel 87 Abb.43,
Nr.175 Tafel 93 Abb.6, Nr.190 Tafel 93 Abb.13, Nr.193 Tafel 93 Abb.16,
Nr.136 Tafel 102 Abb.2, Nr.49 Tafel 105 Abb.6, Nr.59 Tafel 105 Abb.14
und Nr.67 Tafel 105 Abb.22); fünf Münzen der SNG Kopenhagen (Nr.517,
524,568,573 und 609), 36 Stücke der SNG v.Aulock (Nr.479,512,604,606,
607,610,620,629,632,636,637,640,645,646,648,649,654,655,699,718,753,
768,776,900,901,902,903,904,905,906,908,909,7022,7166,7167 und 7168
(im Index der SNG v.Aulock (1981) sind in der entsprechenden Rubrik
die Nr.610,637 und 699 vergessen worden; die Regentenkopf-Punze auf Nr.
629 wurde irrtümlich als cista mystica interpretiert), zwei Stücke bei
M.J.Price (1967, Nr.6 und 7), die bemerkenswerte Münze der Münzen und
Medaillen-AG (Basel), Auktion 13 (1954) Nr.879 (hier Tafel 32 Abb.18)
und schlieBlich 36 Exemplare der Kölner Sarnınlung (Nr.26,27,28,32,34,
35,37,38,39,40,41,42,43,44,45,46,47,48,49,51,53,54,56,57,58,59,60,62,
63,67,69,71,75 und 77 sowie je ein Stück aus Nikomedeia und aus Prusa).
130 4.Kapitel

Die in der Statistik sehr gering vertretenen Geprage


anderer Orte fügen sich namlich vorzüglich in den Kontext
der erfaBten Belegstücke von Nikaia ein. Die Orte sind von
Nikaia nicht wei t entfernt (Kios 46km Luftlinie; Prusa 62km Luft-
linie und Kaisareia Germanike 11 Okm Luftlinie) • Ohnehin hangt j a
die Münzpragung dieser Orte irgendwie untereinander zusam-
men (vgl. K.Kraft (1972) s. 75-76).
Diese "Fremdgeldquote" Nikaias von knapp 5% ware nicht
problematisch. Es sind in Nikaia in diesem Fall alle hun-
dert Münzen fünf Stücke mit fremdem Ethnikon "dazwischen-
gerutscht" und bekamen die Punze des Typs E aufgepragt,
obwohl den Stüeken diese Punze eigentlich nicht "zustand".
SchlieBlich hat ja der Stadtname auf den Münzen keines-
falls ihr Umlaufgebiet auf diesen einen Ort beschrankt.
Zur weiteren Betrachtung dieser Gegenstempel wird das
Material nun in die drei Untergruppen aufgeteilt, für die
die mutmaBlichen Punzierungsorte Prusias am Hypios, Nikaia
und Nikomedeia stehen.

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE E IN PRUSIAS AM HYPIOS


Auf Münzen dieser Stadt in Mittelbithynien tritt Punze E
19mal auf und findet sich auf Münzen von zwölf Regenten:
Commodus (177-192) 1. (Waddington 49 Tafel 105 Abb.6)
Julia Domna (193-217) 2. (SNG v.Aulock 900)
Caracalla (198-217) 3. (SNG v.Aulock 901)
Plautilla (202-205) 4. (SNG v.Aulock 902)
Geta (209-212) 5. (SNG Kopenhagen 609)
Macrinus (217-218) 6. (Waddington 59 Tafel 105 Abb.14)
7. (SNG v.Aulock 903)
Diadumenian (217-218) B. (SNG v.Aulock 904)
Jul.Soaemias (218-222) 9. (SNG v.Aulock 905)
Sev.Alexand. (222-235) 10. (SNG v.Aulock 906)
Maximinus (235-238) 11. (Waddington 67 Tafel 105 Abb.22)
12. (SNG v.Aulock 7166)
Gordian III. (238-244) 13. (SNG v.Aulock 909)
14. (SNG v.Aulock 7167)
15. (MMAG Auktion 13 Nr.879)
16. (SNG v.Aulock 7168)
Ota.Severa (244-249) 17. (SNG v.Aulock 908)
? ? 18. (M.J.Price (1967) Nr.6)
? ? 19. (M.J.Price (1967) Nr.7)
Gegenstempel (Kopf) 131

Auf drei Münzen finden sich sogar zwei verschiedene Regen-


tenkopf-Gegensternpel (bei Waddington 49 (Commodus), auf SNG v.Au-
lock 900 (Julia Domna), hier Tafel 30 Abb.9, sowie auf SNG v.Aulock
909 (Gordian III.)).
Auf den beiden von M.J.Price publizierten Münzen ste-
hen im Gegensternpel neben der Büste die Buchstaben AN (ein
Beispiel hier auf Tafel 30 Abb.10). Dieses AN löste M. J. Price
auf zu AN(-rwve:'Cvoç) (M.J.Price (1967) s.40). Er dachte dabei
vielleicht an eine Parallele zu Kopf-Punzen der Stadt Arna-
stris, die von Prusias nur knapp 150 kın entfernt an der
Küste des Schwarzen Meeres lag. Dort wurden Punzen verwen-
det, die binter dem Regentenkopf die Buchstaben ro tragen,
den Dargestellten also zweifellos als ro(pô~av6ç) bezeich-
nen, den Kaiser Gordian III. (238-244) (z.B.: BMC 33 (Julia Domna)
und BMC 34, dort Tafel 20 Abb.13 (Julia Maesa)).
Das AN auf den Münzen aus Prusias ist aber vielleicht
nicht zu 'Av-rwve:'Cvoç aufzulösen~ der Kopf stellt unter Urn-
standen keinen Regenten dar, sondern Antinoos, dessen Name
als AN(-r[vooç) abgekürzt werden konnte. Dieser Antinoos,
der Favorit des Kaisers Hadrian, war nach seinern frühen
Tod zurn Heros geworden und galt als unter die Sterne ver-
setzt (s.o.S.115-116).
In der Kölner Sarnınlung befindet sich eine Münze des
Cornrnodus aus Prusa. Das Stück tragt im Gegensternpel binter
dem Kopf einen sechsstrahligen Stern oder das gleiche
Kryptograrnrn, das oben behandelt wurde (s.o.S.116-117) (Tafel
30 Abb.10). Prusa ist zwar von Bi thynion weit entfernt, da
aber Antinoos besanders in seiner Heirnat Bithynien an vie-
len Orten verehrt wurde, ist ein Zusarnınenhang mit den An-
tinoos(?)-Punzen aus Bithynion denkbar (vgl. oben 5.115-116).
Offensichtlich wurden in Prusias arn Hypios ıninde­
stens zwei Punzierungs-Aktionen mit Köpfen vorgenornrnen:
Das erste Daturn lag vielleicht um 218, das zweite um 244.
Aber sicher ist das alles noch nicht, da die wenigen er-
haltenen und erfaBten Stücke aus Prusias mit solchen Pun-
zen als Grundlage zuverlassiger Aussagen nicht ausreichen.
132 4.Kapitel

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE E (REGENTENKOPF) IN NIKOMEDEIA


Von den neun erfaBten Münzen aus Nikomedeia, die diesen
Gegenstempel tragen, gehören acht Exemplare zu einer zu-
sammenhangenden Gruppe:

Antoninus Pius {138-161} ı. {SNG v.Aulock 753}


Commodus {177-192} 2. {SNG Kopenhagen 568}
Sept.Severus {193-211} 3. {Waddington 175}
4. {Waddington 190}
5. {SNG v.Aulock 768}
Julia Domna {193-217} 6. {Waddington 193}
Ge ta Caesar {198-209} 7o {SNG Kopenhagen 573}
8. {SNG v.Aulock 776}
{Das neunte Stück, die Gallienus-Münze in der Kölner Sammlung,
gehört in diese spate Punzierungsphase in Nikaia und wird un-
ten berücksichtigt auf S.136).

Die früheste Münze der Gruppe E in Nikomedeia, ein Stück


des Antoninus Pius (SNG v.Aulock 753, hier Tafel 31 Abb.1 und 2)
ist eine völlig abgegriffene Metallscheibe. Andererseits
kommt der Gegenstempel auf nikomedeischen Münzen, die si-
cher nach 209 gepragt wurden, nie mehr var (Eine Ausnahme ist
nur das Gallienus-Stück, das aber wahrscheinlich in Nikaia punziert
wurde.). Die Punzierungen sinddaher ahne Zweifel in seve-
riseher Zeit vorgenommen worden und zwar wegen der beiden
Stücke des Geta Caesar frühestens im Jahr 198.
Unter Septimius Severus feierte man in Nikomedeia
ahnlich wie in Nikaia die Ee;oufıpe;Lc:x Ta ı.ıe;ya>.c:x (C.Bosch {1935}
S.233; vgl. auch unten S.122-123). Dieses Fest stand in Nikome-
deia vielleicht im Zusammenhang mit der feierlichen Ver-
leihung der zweiten Neokorie. Diese Ehre wurde den Bürgern
von Nikomedeia zuteil als kaiserlicher Dank für die Unter-
stützung in seinem Krieg gegen Pescennius Niger 104 •

104 ) Herodian III 2,9: XC:XTa IJEV oÖv Tnv BL~UV~C:XV e;u~uç IJE:Ta Ta
tv Kuç~x~.NL~oı.ın6e:~ç IJEV Ee:SıiP~ xpool~e:vTo xc:xt xploSe:Lç Exe:ı.ıxov, Tnv
Te; OTPC:XTLc:xv uxo6e;xoı.ıe;voL xc:xt xavTc:x xc:xpl~e;Lv uxLoxvouı.ıe:voL, NLxc:xLe;Cç 6E
T~ xpoç NLxoı.ın6lc:xç ı.ı~oe;L Tavc:xvT~c:x t~p6vouv xc:xt Tov oTpc:xTov Toü N~ypou
uxe:6lxovTo, e:C TE TLve:ç tx Twv ~uy6vTwv xc:xTl~e;uyov xpoç c:xuTouç, xc:xL
TOUç xe;ı.ı~~EVTC:XÇ uno TOÜ N~ypou ~poupe;Cv BL~uv~c:xv.(lO) EXC:XTEpw~e;v oöv
EX TWV x6>.e:wv WÇ &no OTPC:XTOREÔWV opı.ıwı.ıe:VOL OUVESC:XAOV &>.>.ıi>.oL~, XC:XL ı.ı&­
xnç xc:xpTe:paç ye;voı.ılvnç xo>.u xe:pLe:ylvovTo oL Toü Ee:Snpou.
Gegenstempel (Kopf) 133

Die Datierung dieser Verleihung ist gesichert 1 da auf den


Münzen des Niger nur eine Neokorie genannt wird (Waddington
168, hier Tafel 31 Abb. 7 und 8). Al le severisehen Münzen erwah-
nen dagegen die zwei Neokorien (ein Beispiel auf Tafel 31 Abb.3
und 4) 1 und schon für Caracalla als Caesar (196-198) sind
Münzen bekannt 1 d eren Reverslegende NIKOMHı'ıE>lN tıiC NE>JKOP>JN
lautet (Waddington 201-202, ein Beispiel hier Taf.31 Abb.S-6) 105 •

Wie bei den Nike-Gegenstempeln der Gruppen C und D


besteht also offensichtlich ein Zusammenhang mit einem
groBen Agon. Wie die kleinen Nikebilder könnten vielleicht
auch diese Kopfgegenstemp.el zur Umfunktionierung der Mün-
zen zu "Berechtigungsmarken" gedient haben. Kaiserbüsten
waren als Kampfpreise ausgesetzt (vgl. Tafel 29 Abb.4). Aus-
serdem trugen die Spiele den Namen des Kaisers. Es ware
daher leicht verstandlich1 wenn die nikomedeischen Organi-
sateren des Festes solche Punzen für ihre Agon-Tesseren
gewahlt hatten.
Beim Exemplar der SNG Kopenhagen 573 ist der Gegen-
stempel bildlosl ja offenbar ist nur ein Ring eingeschla-
gen worden. Solche "Kümmerformen" sind auch auf Münzen aus
Nikaia zu beobachten (s.u.S.140 und Tafel 22 Nr.37,39 und 47).
Wenn diese Kopfpunzen im Zusammenhang mit den Agonen stan-
den und wenn mit den Punzierungen Münzen zu Agon-Tesseren
gemacht wurden1 liegt der Verdacht nahe 1 daB diese primi-
tiven "Kümmerformen" als private Falschungen dieser Kopf-
punzen anzusehen sind. Die Tater hatten mit einem kleinen
Metallrohr den ringförmigen Abdruck hervorgerufen 1 um sich
diese Vergünstigungenl zu denen die originalen Kontermar-
kierungen berechtigtenl widerrechtlich zu verschaffen.
Diese Hypothese ist allerdings so wenig gesichert 1 daB
sie nur mit aller Vorsicht zur Diskussion gestellt sei.

105 ) C.Bosch (1935) 8.226-231; L.Robert (1977) S.35


134 4.Kapitel

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE E IN NIKAIA


Diese Untergruppe des Punzentyps E ist auf 83 Münzen be-
legt. Von diesen Stüeken tragen 78 den Stadtnarnen von Ni-
kaia, zwei den Narnen von Prusa und je ein Exernplar von
Kaisareia Germanike, Ki os und Nikornedeia (Waddington 136 ı Köln
Tafel 30 Abb.llı SNG v.Aulock 479 und 512 sowie Köln Taf.31 Abb.9-10).
Alle diese Stücke wurden wahrscheinlich in Nikaia gepunzt
(s.o.S.129-130).
Auf diesen 83 Belegstücken erscheinen 17 verschiedene Per-
sonen : Marc Aurel 4 (Waddington 136,181 und 192ı SNG v.Au-
lock 7022)
Commodus 1 (Köln, Tafel 30 Abb.ll)
Septimius Severus 2 (Waddington 342 und 347)
Julia Domna (Waddington 370)
Macrinus 1 (SNG v.Aulock 479)
Severus Alexander ll (Waddington 595 und 136(Prusa)ı SNG Ko-
penhagen 517ı SNG v.Aulock 604,606,607,
610 und 620ı Köln 26,27 und 28)
Julia Mamaea (Köln 32)
Maximinus 23 (Waddington 642ı SNG Kopenhagen 524ı
SNG v.Aulock 629,632,636,637 und 640ı
Köln 34,35,37,38,39,40,41,42,43,44,45,
46,47,48,49 und 51)
Maximus 13 (SNG v.Aulock 645,646,648 und 649ı Köln
53,54,56,57,58,59,60,62 und 63)
Gordian III. 7 (SNG v.Aulock 512,654 und 655ı Köln 67,
69,71 und 75)
Tranquillina (Köln 77)
Philippus II. Caesar 1 (Waddington 736)
Her.Etruscus Caesar 1 (Waddington 755)
Hostilianus Caesar 2 (Waddingtin 763bisı SNG v.Aulock 699)
Trebonianus Gallus 1 (Waddington 777)
Valerianus 7 (Waddington 790,793,798,800,813 und
816ı SNG v.Aulock 718)
Gallienus 6 (Waddington 826,827,830,841 und 852
sowie Köln Tafel 31 Abb.9-10)

Die Einteilung in Epochen zeigt die folgende Liste:


vor 192 5
193-211 3
217-235 13
235-244 44
244-253 5
253-261 13
Gegenstempel {Kopf) 135

Diese Werte zeigen, daB der Punzentyp E in Nikaia in drei


verschiedenen Epochen zur Anwendung karn, narnlich vor 211,
vor 244 und vor 261. Nur so sind die deutlichen Haufungen
in den 30er und 50er Jahren des dritten Jahrhunderts zu er-
kUiren.
Diese drei Phasen der Benutzung des Punzentyps E in Nikaia
unterscheiden sich nicht nur zeitlich, sondern auch in ei-
nigen Details des Erscheinungsbildes recht deutlich von-
einander.

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE E IN NIKAIA: ERSTE PHASE


Fünf der acht erfaBten Stücke dieser Untergruppe zeigen die
Konterrnarke auf dem Avers vor dem Portroit eingeschlagen,
genau wie der seltene Gegensternpel A (s.o.S.117-118).
Nur auf den Stüeken Waddington 342, 347 und 136 (Prusa) ist
die Markierung auf der Rückseite der Münzen zu finden.
Man hat den Eindruck, daB der Nike-Gegensternpel der
Gruppe C, der ja irnrner hinter dem Reversportrait steht (s.o.
5.118), nicht beschadigt werden sollte.
Münzen, die sicher nach 211 gepragt wurden, tragen die
Punze nie.
Der Gegensternpel wurde also unter Septirnius Severus verwen-
det, vielleicht wiederurn im Zusarnrnenhang mit den groBen
Festspielen des Jahres 204.

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE E IN NIKAIA: ZWEITE PHASE


Der Gegensternpel E tritt bei den 57 erfaBten Stüeken dieser
Untergruppe fast ausschlieBlich auf den Münzvorderseiten
auf; nur vierrnal steht er auf der Rückseite (Köln 45, 67, 69
und 75).
Die Punze wurde arn haufigsten in die Schulter oder den Hals
des Aversportraits eingeschlagen. Zurn erstenmal nahrn man
dabei keinerlei Rücksicht auf die Unversehrtheit des Kaiser-
kopfes; das war bei den Punzentypen A, B, C, D und der er-
sten Phase von E ganz anders gewesen.
Dreirnal steht Sternpel E deutlich sichtbar über Sternpel
136 4.Kapitel

D eingeschlagen (Köln 57, 67 und 75, vergröBert auf Tafel 20).


Die zweite Phase des Punzentyps E in Nikaia muB also etwas
spater anzusetzen sein als der Termin der Anwendung des
Gegenstempeltyps D.
Da die Münzen des Philippus und seiner Familie keine
Gegenstempel dieser Phase mehr tragen und weil die Por-
trai~s von Gordian und seinen Vorgangern meist durch die
Punzierung stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist
die Punzierungs-Aktion kurz nach Gordians Untergang im
Jahr 244 durchgeführt worden.

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE E IN NIKAIA: DRITTE PHASE


Die 18 Stücke mit Punze E dieser Phase tragen den Gegen-
stempel ohne Ausnahme auf dem Revers.
Der überwiegende Teil der Münzen, namlich mit 13 Exempla-
ren über 72%, stammen von Valerian und Gallienus, also aus
der Zeit zwischen 253 und 260. Vier dieser zwölf Münzen
haben agonistische Rücksei ten (Waddington 813, 816 und 852 und
SNG v.Aulock 718); e in fünftes Stück aus Nikomedeia stammt
aus einem Aversstempel, der auch zur Auspragung von Fest-
münzen des Jahres 256 gedient hat (Köln, Tafel 31 Abb.9-10; s.
o.s. 74-75 Anın.54). Das Jahr 256, in dem in Nikaia die groBen
Festspiele stattfanden, ist darnit als terminus post quem
gesichert.
Den terminus ante quem liefern zwei Beobachtungen: Der ge-
samte Fundkomplex, zu dem der überwiegende Teil der Kölner
Sammlung nikaischer Münzen gehört (s.o.s.4-5), enthalt kei-
nen einzigen Gegenstempel dieser dritten Phase (die Gallie-
nus-Münze Tafel 31 Abb.9-10 gelangte 1982 aus deutschem Privatbesitz
in die Kölner Sammlung). Der Vergrabungszeitpunkt des Schatzes
lag wahrscheinlich um 260, da Pragungen von Macrianus und
Quietus von Anfang 261 fehlen.
AuBerdem tragen die Münzen dieser Usurpatoren nie solche
Gegenstempel.
Die dritte Phase der Anwendung von Punzen des Typs E in
Nikaia ist daher irgendwann zwischen 256 und 261 zu datie-
ren.
Gegenstempel (Kopf) 137

BILD-GEGENSTEMPEL: GRUPPE E: ZUSAMMENFASSUNG DER DATIE-


RUNGEN DER ANWENDUNG IN BITHYNIEN
Die Termine der Anwendung von Punzen des Typs E in Bithy-
nien lassen sich recht genau fixieren.
In Nikomedeia wie in Nikaia wurde irgendwann unter Septi-
mius Severus diese Punze zum erstenmal verwendet. In Ni-
komedeia sicher vor 209, vielleicht im Zusammenhang mit
den Festspielen aus AnlaB der Verleihung der zweiten Neo-
korie zwischen 193 und 198; in Nikaia sicher vor 211,
wohl 204 anlaBlich der pompösen Festspiele dieses Jahres.
In Nikaia fanden spater noch zweimal solche Punzie-
rungen statt, namlich 244 unter Philippus und zwischen 256
und 261, noch unter Valerian und Gallienus oder schon un-
ter Macrianus und Quietus.
Die singularen Kontermarkierungen auf Münzen aus Kaisa-
reia Germanike, Kios und Prusa gehören in den Zusammenhang
der zweiten Aktion Nikaias; sie sind wohl dort punziert
worden und nicht in den relativ unbedeutenden Orten, deren
Namen sie tragen. Genauso wurde das eine Stück aus Niko-
medeia mit dem Kopf des Gallienus nicht dort, sondern in
der dritten Aktion in Nikaia punziert.
Die Termine der weiter im Osten liegenden Stadt Pru-
sias am Hypios sind noch nicht faBbar; möglich ware eine
Aktion unter Elagabal und eine zweite unter Philippus.

BILD-GEGENSTEMPEL: ZUWEISUNGEN UND INTERPRETATIONEN


Die Portrait-Gegenstempel in Nikomedeia wurden in severi-
scher Zeit verwendet. Die Jünglinge auf den Bildern sind
daher die Thronfolger: Wenn die Sternpel vor 198 benutzt
wurden, war Caracalla allein gemeint; nach 198 ware der
neue Caesar Geta hinzugekommen.
Ebenfalls in severiseher Zeit wurden zum erstenmal in Ni-
kaia solche Punzen benutzt, die Septimius Severus (A) und
die Thronfolger Caracalla und Geta (E, erste Phase) zeigen.
Vermutlich stehen diese Punzierungen im Zusammenhang mit
138 4.Kapitel

der zweiten Punzierungs-Aktion mit der kleinen Nike (C),


die sicher ins Festspieljahr 204 datiert werden konnte;
bereits im Jahr 188, als die Ko~oôE~a gefeiert wurden, war
mit solchen Nike-Punzen gearbeitet worden.
Zwischen der zweiten Phase der Benutzung des Punzen-
typs E in Nikaia und der Nike-Punze D besteht ein enger
zeitlicher Zusammenhang (s.o.s. 128 und 135-136). Wie Punze D
kommt Punze E der zweiten Phase nur auf Münzen des Gordian
und dessen Vorgangern vor, nicht mehr jedoch auf Stüeken
seines Nachfolgers Philippus. Sternpel E wurde dreimal über
D eingeschlagen, ist dlso etwas jünger als D.
Punze E dieser Phase stellt zwei Personen dar, einen
Mann mit Lorbeerkranz und einen Jüngling ohne dieses Attri-
but, also einen Augustus und einen Caesar.
Auf Grund der Datierung wird der SchluS zwingend, daS es
sich dabei um Philippus und seinen gleichnamigen Sohn han-
delt. Die Punzierungen nahm man vor 247 vor, denn im Som-
mer 247 wurde auch der jüngere Philippus zum Augustus und
trug seitdem auf Münzen Nikaias einen Lorbeerkranz (s.o.S.
32). Aber schon 244 hatte Philippus senior auf nikaischen
Münzen den Lorbeerkranz abgelegt und gegen die Strahlen-
krone ausgetauscht (s.o.S.25 und 32); auf Gegenstempeln ist
eine Strahlenkrone nie zu entdecken. Deshalb kann die Pun-
zierungs-Aktion des Philippus genau ins Jahr 244 datiert
werden.
Als Grund solcher Kopf-Gegenstempelungen wurde vermutet,
sie waren ııon ehrendem Charakter, ııieUeiaht eine Geste der Erge-
benheit anlaBliah des Regierungsantritts eines neuen Kaisers" 106 •
Sicher ist zutreffend, daS es sich bei den Portrait-
Punzen um Ehrungen der im Stempelbild dargestellten Perso-
nen handelte. Das ist aber nur ein Gesichtspunkt, denn le-
diglich zum Zweck einer Verbeugung vor den höchsten Expo-
nenten des Imperiums ist ein so drastischer Eingriff ins
Münzbild kaum zu erklaren.

1 06) " honoT'ific, perhaps a gesture of allegiance at the as-


sessination of a new Emperor." M.J.Price (1967) S.40ı vgl. auch K. W.
Harl (1978) S.31.
Gegenstempel (Kopf) 139

Wie bei den Nike-Punzierungen von 188 und 204 könnte man
auch bei diesen Portrait-Gegenstempeln an eine Umfunktio-
nierung der Münzen zu Wertmarken im Zusamrnenhang mit den
Agonen denken (s.o.S.126-127 und 133).
Mit der Punzierungs-MaBnahme des Jahres 244 wurden
am Anfang der Regierung des Philippus die Köpfe der neuen
Reprasentanten des Reiches auf das alte Geld gepragt. Es
sollte dadurch sicher das alte Münzgeld der Vorganger zu
"Philippus-Geld" gestempelt werden.
Als namlich in Nikaia begonnen wurde, im Namen des Philip-
pus zu münzen, wurde sofort ein recht groBes Neminal ein-
geführt, das im Verhaltnis von eins zu zwei zu den Münzen
des Maximinus und des Gordianus stand.
Die alten Münzen wurden aber keineswegs per Dekret für un-
gültig erklart, also verrufen, sondern verblieben weiter
im Umlauf. Sie besaBen zum einen ihren inneren Metallwert,
zum anderen war damals aus organisatorischen Gründen eine
vollstandige Einziehung des alten Kleingeldes und dessen
Ersatz durch neu gepragte Münzen unmöglich.
An der Kursfahigkeit der alten Münzen hat auch die
damnatio memoriae einiger Kaiser nichts geandert; aus die-
sem Grund vorgenomrnene Erasionen von deren Münzportraits
blieben bemerkenswerte Ausnahmen 107 •
Diese alten Münzen stellten noch einen bedeutenden Anteil
am Kölner Fundkomplex dar, der wohl um 260 vergraben wurde.
Der zweck der Regentenkopf-Punzen war daher bestimrnt
nicht die Erhaltung der Kursfahigkeit des noch umlaufen-
den alten Geldes.

107 ) Vgl. K.Regling (1904) s.134-144. Dort werden folgende Bei-


spiele aufgeführt: Nero in Alexandria (Xgypten); Dcrnitian in Silandos
(Lydien); Geta in Nikaia (Bithynien), in Pergamon und Perperene (Mysi-
en), in Ephesos, Klazomenai, Milet und Smyrna (Ionien), in Stratoni-
keia (Karien) und in Isaura (Kilikien); Maximinus in Elaia (Aeolis)
und in Pergamon (Mysien) . Die interessanten Münzen der Severer aus
Stratonikeia (Karien) , auf denen Getas Portrait oft getilgt ist, wur-
den ausführlich untersucht von K.W.Harl (1978) 5.30-31,93-96 und 553-
559:- Auf einem offenbar singularen Sestertius des Gordian III.(238-
244) aus Rom ist das Portrait durch die Punze S(enatus) P(oputusque)
R(omanus) zerstört (Tafel 31 Abb.11-12).
140 4.Kapitel

Eher ware denkbar, daB diese Münzen durch die Kantermar-


kierungen zu Agan-Tesseren gemacht wurden, genau wie das
bei den Nike-Punzen vermutet werden kann. Mit diesen Wert-
marken hatten deren Empfanger vielleicht irgendwelche Ver-
günstigungen nutzen können, etwa Zuschauerplatze bei den
Aganen, kastenlase Speisungen, Geschenke ader ahnliches.
Die wenigen "Kümmerfarmen" dieser Kapf-Punzen (Köln Nr.37,
39 und 47, vergröBert auf Tafel 22) waren vielleicht als Fal-
schungen dieser Punzen anzusehen (s.o.S.l33).
Ganz ahnliche Gründe hatte sicher auch die Kantermar-
kierungs-Aktian mit Regentenköpfen, die in Nikaia zum
dritten und letzten Mal zwischen 256 und 261 durchgeführt
wurde. Entweder erfüllten die Gegenstempel wieder den
Zweck, im Zusammenhang mit dem Agan des Jahres 260 Münzen
zu Wertmarken zu stempeln, ader diese Punzierungen wurden
erst im Frühjahr 261 verwendet, als Macrianus den Aufruhr
bis nach Bithynien und darüber hinaus trug. Mit den Kapf-
Stempeln ware das alte Geld, das weiter im Umlauf blieb
und bleiben muBte, zu "Geld des Macrianus" gemacht warden.
Jedenfalls ist der Zusammenhang der Kapfgegenstempel
allgemein mit den graBen Aganen des zweiten und dritten
Jahrhunderts ganz evident. Die umlaufenden Aes-Münzen eig-
neten sich varzüglich zur Verwendung als Tessera, und nach
den Aganen kannten diese Stücke als ganz narmales Geld
wieder zurück in den Umlauf gegeben werden, um, wie im
Kölner Fundkamplex, erst Jahrzehnte spater vergraben zu
werden.
141

ZAHLEN-GEGENSTEMPEL

Diese Gruppe von Punzen ist in der Provinz Bithynia et


Pontus bei weitern arn urnfangreichsten von allen Konterrnar-
kierungen vertreten.
Diese Punzierungen zeigen keine Monograrnrne wie die Sternpel
a bis h (s.o.S.113-117) und keine Bilder wie die Punzen-Ty-
pen A bis E (s.o.S.117-140), sondern die griechischen Buch-
stabenzahlen f(=3J, 1:1(=4), S(=6), H(=BJ, I(=lO), IB(=12)
und KM=24).
Solche Konterrnarken haben irnrner eine runde Form und wurden
ausschlieBlich in die Verderseiten der Münzen eingepragt.
Diese bithynisch/pontischen Zahlenrnarkierungen sind
in der rnodernen Literatur rnehrfach besprochen worden.
Eine grundlegende Untersuchung zu diesern Problernkreis hat
T.B.Jones verfaBt (1963, 5.336-344). Darin wurde auf engstern
Raurn eine fast "globale" Untersuchung der Zahlen-Punzen
versucht. Jones gewann darnit zwar einige wichtige Erkennt-
nisse; da er aber notgedrungen ein sehr grobes Raster zur
"Indizienaufnahrne" verwenden rnuBte, hat er eine Reihe Pha-
nornene übersehen 108 • ~hnliches gilt für den Aufsatz von M.
Caccarno Cal tabiane (1978).
J.P.Callu hat genaue Statistiken von Münzen mit Zah-
lenrnarkierungen erstellt (1969, für Bithynien und Pontos 5.67-
72). Leider sind seine Angaben aber nicht ohne weiteres
überprüfbar. Die Ergebnisse der vorliegenden Dissertation
konnten daher lediglich an den von Callu errnittelten Wer-
ten kontrelliert werden.

108 ) Zu den bithynischen Zahlenmarkierungen schreibt T.B.Jones


(1963, s. 336) : "A most interesting series of countermarks, possibly
centered in Bithynia, appears in the third century. The principal
coins are those of Nicaea, Nicomedia, Heraclea Pontica, and Tium. The
countermarks used are delta, stigma, and eta. The first and the third
of these countermarks are used, or aprear, an the coins of all four
towns, while the stigma is used only on the coins of Tium and Hera-
clea."- Die seltenen Zahlenangaben auf den Münzen von Bithynion, Ju-
liopolis, Kios und Prusias arn Hypios hat Jones offenbar absichtlich
bei Seite gelassen. Es sind aber noch weitere Zahlenrnarkierungen be-
kannt: Für Nikaia und Nikornedeia I(=lO) (SNG v.Aulock 654, 812 und 7149,
142 4.Kapitel

Die vorliegende Untersuchung der Zahlen-Gegensternpel


auf Münzen aus der Provinz Bithynia et Pontus basiert im
wesentlichen auf dem Material der SNG Kopenhagen, der SNG
v.Aulock 109 und der Kölner Sarnrnlung. Einige Exernplare, die
an anderen Stellen ohne Gewichtsangabe publiziert sind,
wurden zwar berücksichtigt, konnten aber natürlich nicht
zu MünzfuB-Berechnungen herangezegen werden (Waddington (Pru-
sias) Nr.67 mit IB (hier Tafel 32 Abb.19) sowie Münzen und Medaillen-
AG (Basel), Auktion 13 (1954) Nr.879 mit Kô (hier Tafel 32 Abb.18)).
Mehrere Münzen bekarnen die Zahlen bereits im Revers-
sternpel aufgepragt: Dazu gehören Stücke aus Nikornedeia mit
der Zahl r(=3) (zehn Stücke in der SNG v.Aulock 110 und 16 Exemplare
in der Kölner Sammlung; fünfmal sind solche Münzen auf dem Avers zu-
satzlich mit der Zahl 8(=6) punziert worden (SNG v.Aulock 850-854)),
auBerdern je e in Stück mit H( =8) au s Herakleia (K.Kraft (1972)
Tafel 107 Nr.111, British Museum London, noch nicht im BMC erfaBt)
und aus Tios (SNG v.Aulock 7183 = K.Kraft (1972) Tafel 101 Nr.18
(Avers stempelgleich mit Waddington Tafel 21 Abb.15 aus Amastris und
SNG v.Aulock 322 aus Bithynion)) sowie sieben Münzen mit H(=B)
bzw. !J.(=4) aus Arnastris (BMC 35 = K.Kraft (1972) Tafel 105 Nr.
69a; SNG v.Aulock 178, 6816 und 6817; SNG Kopenhagen 260; Münzen und
Medaillen-AG (Basel), Auktion 41 Nr.345 und Waddell (Washington) Auk-
tion 1 Nr.80), ein Stück aus Ionopolis mit H(=B) (K.Kraft (1972)
Taf.107/106b) sowie eine Münze aus Sinope mit H(="denarius").

berücksichtigt bei J.P.Callu (1969) S.69), für Nikomedeia fünfmal S


(=6)(SNG v.Aulock 850~854, vgl. J.P.Callu (1969) S.70) und für Hera-
kleia wie für Tios auch r(=3)(SNG v.Aulock Nr.389, 415 und 956; vgl.
J.P.Callu (1969) s.69). Auf nikomedeischen Münzen findet sich sogar
zuweilen die Zahl r(=3) im Reversstempel.
109 ) Diese Stücke sind im Index der SNG v.Aulock (1981, 5.181
und 186) leider nur ungenau angegeben: 17 Münzen mit Zahlen-Gegenstem-
peln werden als solche nicht aufgeführt (SNG v.Aulock 338,377,407,413,
441,514,682,692,708,853,854,919,958,962,1027,1033 und 6963), vier Stük-
ke werden im Zahlenpunzen-Index aufgeführt, obwohl sie Bild-Gegenstem-
pel tragen (5NG v.Aulock 576,583,610 und 652), vier Zahlen sind verle-
sen (850-852 zeigen 8(=6) und nicht Z(=7); Nr.909 wird auf 5.184 erst
als Münze aus Tios mit !J.(=4) verzeichnet, taucht aber auf 5.186 als
5tück aus Prusias mit unkenntlichem Gegenstempel auf; in Wirklichkeit
tragt die Münze die Zahl IB(=12); durcheinen Druckfehler auf 5.184
wurde aus der Nummer 6965 mit der Zahl H(=B) die Nummer 6565.
Gegenstempel (Zahlen) 143

VERZEICHNIS DER ERFABTEN MüNZEN MIT ZAHLENMARKIERUNGEN

Alle in dieser Untersuchung ausgewerteten Münzen mit Zah-


lenmarkierungen in der Provinz Bithynia et Pontus werden
in dieser Liste aufgeführt und im Text nach der laufenden
Nummer in dieser Auflistung zitiert.
Dadurch sollen die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
überprüfbar gemacht werden.
Die Zitate sind folgendermaBen angeordnet: Als ober-
stes Kriteriuro galt der Name der Stadt: Die Münzen wurden
nach West-, Zentral- und Ostbithynien mit Pontos sortiert
(Westbithynien: Kios (A), Nikaia (B) und Nikomedeia (C); Zentralbithy-
nien: Bithynion-Klaudiopolis (D), Juliopolis (E), Kreteia-Flaviopolis
(F} und Prusias am Hypios (G); Ostbithynien mit Pontos (von Westen nach
Osten:) Herakleia (H), Tios (I), Amastris (J), Ionopolis (K) und Sino-
pe (L)). Innerhalb dieser Ordnung wurden die Pragungen nach
den Zahlen, die sie tragen, gestaffelt; dabei geht die höhe-
re der niedrigeren Zahl voran. Stücke mit gleicher Zahlen-
markierung werden chronologisch nach Herrscherepochen aufge-
führt, wobei anonyme Münzen, unabhangig von ihrem tatsachli-
chen Pragedatum, vor den Pragungen mit den Portraits der
Kaiser bzw. ihren Angehörigen stehen.
Ist eine Zahl mit Ausrufungszeichen versehen (zum Bei-
spiel: !f!), bedeutet das, daB diese Zahl nicht als Gegen-
stempel in die Geldstücke eingeschlagen wurde, sondern be-
reits in den Pragesternpel der Münze graviert war.

WESTBITHYNIEN
A) Kı os
ı) {', 6.32g Maximus (SNG v.Aulock 510)
2) {', 9.08g Tranquillina (SNG v .Aulock 514)

B) NI KAlA
3) I 20.09g Gordian III. (SNG v.Aulock 654)
4) I 2 ı. 48g Gordian III. (SNG v.Aulock 7049)
5) I ? Traian Decius (J.P.Callu (1969) s.70)

11 o) im Index der SNG v.Aulock (1981) nicht erfaBt


144 4.Kapitel

o6) H 10.20g Severus Alexander (Kölner Sarnınlung 29)


o7) H 12.75g Philipp I. (SNG v.Aulock 669)
o8) H ı ı. 82g Philipp I. (SNG v.Aulock 671)
o9) H 13.79g Philipp I. (SNG v.Aulock 673)
10) H 11 .44g Philipp I. (SNG v.Aulock 677)
ll) H 12.15g Philipp I. (SNG v.Aulock 680)
12) H ı ı. 55g Philipp I. (Kölner Sarnınlung 90)
13) H 12.20g Philipp I. (Kölner Sarnınlung 92)
14) H 9.76g Philipp I. (Kölner Sarnınlung 98)
15) H ı ı. 63g Philipp I. (Köln er Sarnınlung 99)
16) H ll. 86g Philipp I. (Kölner Sanınılung 100)
17) H 10.82g Philipp I. (Kölner Sanınılung 104)
18) H ı 1.15g Philipp I. (Kölner Sanınılung 127)
19) H ı ı. 59g Otacilia Severa (SNG v .Au lock 692)
20) H ı l.lOg Otacilia Severa (SNG v .Aulock 693)
21) H ll. 76g Otacilia Severa (Kölner Sarnınlung 106)
22) H 10.65g Otacilia Severa (Kölner Sanınılung 108)
23) H 12.57g Otacilia Severa (Kölner Sanınılung 111)
24) H ll .63g Philipp II. (nicht I.!) (SNG v .Aulock 667)
25) H 9.80g Philipp II. (SNG v.Aulock 682)
26) H 13.69g Philipp II. (SNG v.Aulock 683)
27) H 10.63g Philipp II. (Kölner Sanınılung 128)
28) H 7.54g Hestilian (SNG v.Aulock 697)
29) H 6.61g Trebenian us Gallus (SNG v.Aulock 708)
30) H 7.63g Trebenian us Gallus (Kölner Sanınılung 149)
31) H 7 .13g Trebenian us Gallus (Kölner Sarnınlung 161)
32) H 7.29g Trebenian us Gallus (Grose 7506 Tafel 256 Abb.17)
33) H 9.12g Valerian (SNG v .Aulock 714)
34) H 8.22g Valerian (SNG v.Aulock 716)
35) H 8.13g Valerian (Kölner Sanınılung 209)
36) H 7.26g Gallienus (SNG Kopenhagen 539)
37) H 4.82g Gallienus (SNG Kopenhagen 540)
38) H 9.34g Gallienus (SNG v.Aulock 727)
39) H 10.16g Gallienus (SNG v.Aulock 728)
40) H 6.71g Gallienus (SNG v.Aulock 729)
41) /::, ı 1.19g Septimius Severus (Kölner Sanınılung 21)
42) /::, ll.77g Julia Domna (Kölner Sanınılung 22)
43) /::, 7.37g Severus Alexander (SNG v. Aulo ek 605)
44) /::, 7. 72g Severus Alexander (SNG v.Aulock 608)
45) /::, 9.14g Severus Alexander (SNG v.Aulock 609)
46) /::, 9.45g Severus Alexander (SNG v.Aulock 621)
47) /::, 8.15g Severus Alexander (Kölner Sanınılung 28)
48) /::, 7.82g Maximin us (SNG V .Aulock 635)
49) /::, 7.30g Maximin us (SNG V .Aulock 637)
50) /::, 7.90g Maximinus (Kölner Sarnınlung 36)
51) /::, 8.47g Maximus (SNG v .Aulock 641)
52) /::, 5.89g Max imus ( SNG v • Aulock 644)
53) /::, 8.40g Max im us (SNG v .Aulock 645)
54) /::, 7.44g Max im us (SNG V .Aulock 646)
55) /::, 5.90g Maximus (SNG v.Aulock 647)
56) /::, 4.78g Tranquillina (SNG v.Aulock 660)
57) /::, 6.16g Tranquillina (SNG V .Aulock 662)
58) /::, 5.70g Tranquillina ( SNG v. Aulock 665)
Gegenstempel (Zahlen) ı45

59) 8.59g Traian Decius (Kölner Sarnınlung ı34)


60) 4.7ıg Volusian (SNG v.Aulock 7ıoı
6ı) 4.40g Salonina (SNG v.Aulock 732)
62) 4.50g Salonina (Kölner Sarnınlung 259)

C) NIKOMEDEIA
63) I 20.09g Gordian III. (SNG v.Aulock 8ı2)
64) I ıo.38g Valerian mit Gallienus (J.P.Callu (ı969} S.70)
65) H ıı.54g Philipp I. (SNG v.Aulock 830)
66) H 9.82g Philipp I. (SNG v.Aulock 833)
67) H ıo.9ıg Philipp I. (SNG v.Aulock 834)
68) H ı2.56g Philipp I. (Grose 75ı8 Tafel 257 Abb.ııı
69) H 9.64g Otacilia Severa (SNG v.Aulock 846)
70) H ı ı. 92g Otacilia Severa (SNG v.Aulock 847)
7ı) H ı2.54g Philipp II. (SNG v.Aulock 835)
72) H 11.55g Philipp II. (SNG v.Aulock 839)
73) H ıı.6ıg Philipp II. (SNG v.Aulock 840}
74) H 9.83g Philipp II. (SNG v.Aulock 842)
75) H ı 1. OOg Philipp II. (SNG v.Aulock 843)
76) H 6.60g Traian Decius (SNG v.Aulock 848)
77) H 6.ı2g Trebonianus Gallus (SNG v.Aulock 856}
78) H 6.8ıg Trebonianus Gallus (SNG v.Aulock 857)
79) s ı4.33g Gordian III. (J.P.Callu (ı969} S.67}
80) s 6.05g Traian Decius (SNG v.Aulock 850}
8ı ı s 5.62g Traian Decius (SNG v.Aulock 85ı)
82) s 5.36g Herennia Etruscilla (SNG v.Aulock 852)
83) s 6.07g Herennia Etruscilla (SNG v.Aulock 853}
84) s 6.20g Herennia Etruscilla (SNG v.Aulock 854}
85) /::, ı ı. 7ıg Septimius Severus (Kölner Sammlung)
86) /::, ı0.33g Julia Domna (Kölner Sarnınlung)
87) /::, 9.88g Severus Alexander (SNG v.Aulock 782)
88) /::, 7.86g Maximin us (SNG v.Aulock 79ıl
89) /::, 6.00g Maximin us (SNG v.Aulock 794)
90) /::, 7.88g Maximinus (SNG v.Aulock 795)
9ı) /::, 6.83g Maximin us (Kölner Sammlung}
92) /::, 7.60g Max im us (SNG v.Aulock 798)
93) 6 6.42g Maximus (SNG v.Aulock 800)
94} /::, 6.96g Maximus (SNG v.Aulock 80ı)
95) /::, 7.09g Max imus (Kölner Sarnınlung)
96} ı rı 6.05g Traian Decius (SNG v.Aulock 850}
97} ı rı 5.62g Traian Decius (SNG v.Aulock 85ı)
98) ı rı 5.36g Traian Decius (SNG v.Aulock 852)
99) ı rı 6.80g Traian Decius (SNG v.Aulock 7ı26}
ıooı ı rı 6.90g Traian Decius (SNG v.Aulock 7ı27)
ıoıı ı rı 7.63g Traian Decius (SNG v.Aulock 7ı28)
ıo2) ı rı 7.89g Traian Decius (SNG v.Aulock 7ı29)
ıo3) ı rı 7.46g Traian Decius (Kölner Sammlung, Taf.32/1-2)
ıo4) ı rı 6.59g Traian Decius (Kölner Sammlung)
ıo5) ı rı 6.56g Traian Decius (Kölner Sammlung)
ı 06) ı rı 7.29g Traian Decius (Kölner Sammlung)
ıo7) ı rı 5.83g Traian Decius (Kölner Sammlung}
146 4.Kapitel

108) !r! 6.22g Traian Decius (Kölner Sammlung)


109) !r! 5.16g Traian Decius iKölner Sammlung)
110) ır! 6.08g Traian Decius (Kölner Sammlung)
111 ı ı rı 5.89g Traian Decius (Kölner Sammlung)
112) ! rı 7.93g Traian Decius (Kölner Sammlung)
113) ı rı 6.12g Traian Decius (Kölner Sammlung)
114) ı rı 6.07g Herennia Etruscilla (SNG v.Aulock 853, Taf.32/3-4)
115) ! rı 6.20g Herennia Etruscilla (SNG v.Aulock 854)
116) !r! 7.45g Herennia Etruscilla (Kölner Sammlung)
117) !r! 5.09g Herennia Etruscilla (Kölner Sammlung)
118) !r! 5.75g Trebonianus Gallus (SNG v.Aulock 7132)
119) ı rı 4.97g Trebonianus Gallus (Kölner Sammlung, Taf.32/5-6)
120) !r! 4.50g Trebonianus Gallus (Kölner Sammlung)
121) !r! 4.29g Gallienus (Kölner Sammlung, Taf.32/7-8)

ZENTRALBITHYNIEN
D) BITHYNION-KLAUDIOPOLIS
122) 6. 4.72g Maximus (SNG v.Aulock 338)

E) JULIOPOLIS
123) H 11.50g Philipp I. (SNG v.Aulock 475)

f) KRETEIA-FLAVIOPOLIS
124) !B! 7.65g Gallienus (SNG v.Aulock 529)
125) !B! ? Gallienus (Waddington 42 Tafel 54/20)
126) !B! ? Gallienus (Waddington 43 Tafel 54/21)

G) PRUSIAS AM HYPIOS
127) Kb. ? Gordian III. (MMAG 13 Nr.879, hier Taf.32/18)
128) IB ? Maximinus (Waddington 67, hier Taf.32/19)
129) IB 16.20g Gordian III. (SNG v.Aulock 909)
130) H 11.60g Julia Domna (SNG v.Aulock 900)
131) H 13.66g Caracalla (SNG v.Aulock 7161)
132) H 9.29g Julia Soaemias (SNG v.Aulock 905)
133) H 6.44g Valerian (SNG v.Aulock 912)
134) H ? Valerian (Waddington 73 Tafel 105/27)
135) !H! 9.67g Gallienus (SNG v.Aulock 915)
136) !H! ? Gallienus (Waddington 78 Tafel 106/3)

ÜSTBITHYNIEN UND PONTOS


H) HERAKLEIA
137) H 14.80g Septimius Severus (SNG v.Aulock 376)
138) H 13.23g Septimius Severus (SNG v.Aulock 377)
139) H 15.24g Caracalla (SNG v.Aulock 386)
140) H 14.03g Caracalla (SNG v.Aulock 387)
141) H 14.34g Macrinus (SNG v.Aulock 398)
142) H 15.97g Severus Alexander (SNG v.Aulock 402)
Gegenstempel (Zahlen) ı47

ı43) H ı1.12g Severus Alexander (SNG v.Aulock 403)


ı44) H 8.46g Severus Alexander (SNG v.Aulock 404)
ı45) H 11.62g Maximin us (SNG v.Aulock 407)
ı46) H ı2.77g Maximinus (SNG v.Aulock 408)
ı47) H ? Maximin us (Waddington 192 Tafel 6ı/3)
148) H ? Maximin us (Waddington ı93 Tafel 6ı/4)
ı49) H ı1.69g Balbin us (SNG v.Aulock 412)
ı50) H 10.54g Gordian III. ( SNG v. Au lock 425)
ı51) H ı3.94g Gordian III. (SNG v.Aulock 427)
ı52) H ı3.ı3g Gordian III. (SNG v.Aulock 428)
ı53) H 9.93g Gordian III. (SNG v.Aulock 429)
154) H ı2.77g Gordian III. (SNG v.Aulock 430)
ı55) H 13.02g Gordian III. (SNG v.Aulock 6962)
ı56) H ? Gordian III. (Waddington 220bis, Taf.62/3)
157) H ı2.22g Tranquillina (SNG v.Aulock 438)
ı58) H 8.27g Tranquillina (SNG v.Aulock 440)
ı59) H ıo.98g Philipp I. (SNG v.Aulock 442)
ı60) H ı2.74g Philipp I. (SNG v.Aulock 443)
16ı) H ı 1.88g Philipp I. (SNG v.Aulock 444)
ı62) H 14.04g Philipp I. (SNG v.Aulock 445)
163) H 12.75g Otacilia Severa (SNG v.Aulock 446)
164) H ı2.35g Otacilia Severa (SNG v.Aulock 447)
165) H 12.57g Philipp II. (SNG v.Aulock 6965)
166) !H! ? Gallienus (K.Kraft (1972) Taf.ı07 /111)
167) !H! ? Gallienus (Waddington 243 Tafel 62/ı9)
ı68) s 11. 68g Julia Domna (SNG v.Aulock 38ı)
ı69) s ı ı. 72g Julia Domna (SNG v.Aulock 383)
170) s 8.88g Julia Maesa (SNG v. Au lock 40ı)
ı7ı) s 10.60g Maximus (SNG v.Aulock 6956)
172) s 7.54g Gordian III. (SNG v.Aulock 4ı8)
173) s 9.98g Gordian III. (SNG v.Aulock 420)
174) s 9.05g Gordian III. (SNG v.Aulock 42ı)
ı75) s 7.ı5g Gordian III. (SNG v .Aulock 43ı)
ı76) s ı2.4ıg Gordian III. (SNG v.Aulock 6963)
ını s 9.20g Tranquillina (SNG v.Aulock 439)
ı78) s 8.43g Tranquillina (SNG v.Aulock 44ı)
179) s ? Tranquillina (Waddington 228 Tafel 62/8)
180) s ? Tranquillina (Waddington 230 Tafel 62/10)
18ı) /; 7.50g Caracalla (SNG v.Aulock 388)
ı82) /; 8.25g Caracalla (SNG v.Aulock 6943)
183) /; 6.ıog Ge ta (SNG v.Aulock 393)
184) /; 7.40g Diadııınenian (SNG v.Aulock 399)
ı85) /; 7 .lOg Diadııınenian (SNG v .Aulock 400)
ı86) /; 9.24g Diadııınenian (SNG v.Aulock 6955)
187) /; 6.05g Balbin us (SNG v.Aulock 4ı3)
188) /; 6.29g Balbinus (SNG v.Aulock 4ı4)
ı89) /; 5.52g Balbinus (SNG v.Aulock 4ı5)
ı90) /; 7.03g Gordian III. (SNG v.Aulock 432)
191) /; 5.62g Gordian III. (SNG v.Aulock 433)
192) /; 6.ı2g Gordian III. (SNG v.Aulock 434)
ı93) /; 5.44g Gordian III. (SNG v.Aulock 436)
194) r 6.68g Caracalla (SNG v.Aulock 389)
148 4.Kapitel

195ı r 5.52g Balbin us (SNG v.Aulock 415ı

196ı B ? Septimi us Severus (J.P.Callu (1969ı S.69ı

I) Tıos
197ı H 15.12g anonym (SNG v.Aulock 922ı
198ı H 13.04g anonyın (SNG v.Aulock 7171ı
199ı H 17.64g Septimi us Severus (SNG v.Aulock 955ı
2ooı H ? Caracalla (Waddington 119 Tafel 109/14ı
201 ı H 10.04g Ge ta (SNG v.Aulock 969ı
202ı H 14.57g Elagabal (SNG v.Aulock 973ı
203ı H 16.22g Elagabal (SNG v.Aulock 974ı
204ı H 12.28g Julia Paula (SNG v.Aulock 979ı
205ı H 10.48g Julia Paula (SNG v.Aulock 981ı
206ı !H!? 11. 34g Julia Maesa (SNG v.Aulock 7183ı
207ı H 12.35g Julia Mamaea (SNG v.Aulock 988ı
208ı H 11. 93g Julia Mamaea (SNG v.Aulock 996ı
209ı H 12.48g Julia Mamaea (SNG v.Aulock 997ı
210ı H 11. 78g Gordian III. (SNG v .Aulock 1003ı
211ı H 10.00g Gordian III. (SNG v .Aulock 1004ı
212ı H 11.51g Gordian III. (SNG V .Aulock 1006ı
213ı H 13.18g Gordian III. (SNG v.Aulock 1007ı
214ı H 8.62g Gordian III. (SNG V .Aulock 1008ı
215ı H 11.50g Gordian III. (SNG V .Aulock 7187ı
216ı H 11.06g Tranquillina (SNG v.Aulock 1019ı
217ı H 17.20g Tranquillina (SNG v .Aulock 102oı
218ı H ? Tranquillina (Waddington 166 Tafel 111/10ı
219ı H 11.68g Philipp I. (SNG v.Aulock 1022ı
220ı H 10.83g Traian Decius (SNG v.Aulock 1026ı
221ı H 13.80g Traian Decius (SNG v.Aulock 1027ı
222ı H 12.66g Traian Decius (SNG v.Aulock 1028ı
223ı H ? Volusian(?ı (Waddington 168 Tafel 111/12ı
224ı H 13.29g Valerian (SNG v.Aulock 1033)
225ı H 7.54g Valerian (SNG v.Aulock 1034ı
226ı s 11.48g Caracalla (SNG V .Aulock 965ı
227ı s 9.80g Caracalla (SNG V .Aulock 966ı
228ı s 9.46g Ge ta (SNG v.Aulock 97oı
229ı s 10.15g Ge ta (SNG v .Aulock 971ı
23oı s 9.73g Elagabal (SNG v.Aulock 975ı
231) s 10.34g Elagabal (SNG V .Aulock 976ı
232ı s 8.20g Elagabal (SNG v.Aulock 978ı
233ı s 8.93g Julia Paula (SNG V .Aulock 98oı
234ı s 9.68g Julia Mamaea (SNG V .Aulock 99oı
235ı s 8.78g Julia Mamaea (SNG v .Aulock 991ı
237ı s 9.85g Julia Mamaea (SNG v .Aulock 992ı
238ı s 6.98g Maximus (SNG V .Aulock 10ooı
239ı s 8.34g Maximus (SNG v .Aulock 1001ı
24oı s 7.27g Gordian III. (SNG v.Aulock 1011ı
241 ı s 7.50g Gordian III. (SNG v.Aulock 1012ı
242ı s 7.25g Gordian III. (SNG v.Aulock 1013ı
243ı s 7.93g Gordian III. (SNG v.Aulock 1014ı
244ı s 8.70g Gordian III. (SNG v.Aulock 1015ı
245ı s 6.86g Gordian III. (SNG v.Aulock 1016ı
Gegenstempel (Zahlen) 149

246) s 7.54g Gordian III. (SNG v .Aulock 1017)


247) s 10.16g Tranquillina (SNG v .Aulock 1021)
248) s 8.96g Philipp I. (SNG V .Aulock 1023)
249) 6 5.18g ananyın (SNG V .Aulock 919)
250) 6 5.85g ananyın (SNG V .Aulock 925)
251) 6 5.14g ananyın (SNG V .Aulock 926)
252) 6 6.00g ananyın (SNG v .Aulock 927)
253) 6 6.14g ananyın (SNG V .Aulock 928)
254) 6 4.55g ananyın (SNG v.Aulock 929)
255) 6 7.24g ananyın (SNG v .Aulock 931)
256) 6 8.16g Julia Domna (SNG v.Aulock 957)
257) 6 8.01g Julia Domna (SNG v.Aulopk 958)
258) 6 7.40g Caracalla (SNG V .Aulock 7181)
259) 6 7.74g Caracalla (SNG v .Aulock 961)
260) 6 7.72g Caracalla (SNG v.Aulock 962)
261) 6 6.52g Caracalla (SNG v .Aulock 963)
262) 6 8.04g Plautilla (SNG v .Aulock 968)
263) 6 5.65g Severus Alexander (SNG v .Aulock 985)
264) 6 5.16g Julia Mamaea (SNG v.Aulock 994)
265) r 8.67g Septimius Severus (SNG V .Aulock 956)

J) AMASTRIS
266) !H! 13.56g Julia Maesa (SNG v.Aulock 6816)
267) !H! 13.51g Julia Maesa (MMAG 41 Nr.345)
268) !H! 13.47g Julia Maesa (Waddell 1 Nr.80)
269) !H! ? Julia Maesa (Waddington 157 Tafel 21/15)
270) !H! ? Maximin us (Waddington 159 Tafel 21/16)
271) !H! ? Maximin us (Waddington 160 Tafel 21/17)
272) !H! ? Maximin us (Waddington 161 Tafel 21/18)
273) H 15.36g Gordian III. (SNG v.Aulock 175)
274) !H! ? Tranquillina (K.Kraft (1972) Tafel 105/69a)
275) !H! ? Tranquillina (Waddington 163 Tafel 21/20)
276) H 13.03g Philipp I. (SNG V .Aulock 177)
277) !H! 10.55g Trebenian us Gallus (SNG v.Aulock 6817)
278) H 10.55g Trebenian us Gallus (SNG v.Aulock 6817)
279) !H! ? Trebenian us Gallus (Waddington 165 Tafel 21/21)
280) !H! ? Gallienus (Waddington 166 Tafel N/26)
281) !S! ? Salonina (Waddington 167 Tafel 21/22)
282) !6! 5.22g Gordian III. (SNG Kopenhagen 260)
283) !6! ? Gordian III. (Waddington 162 Tafel 21/19)
284) !6! ? Tranquillina (Waddington 164 (ahne Abb.))
285) ı rı 4.50g Gord. eder Tranquill. (J.P.Callu (1969) S.71)

K> IONOPOLIS-ABONUTEICHOS
286) !H! ? Trebonianus Gallus (K. Kraft (1972) Tafel 107/106b)
ıso 4.Kapitel

u SINOPE
287) !1{! ıo.4ıg Gallienus (SNG Fitzwilliam Museum 4084)
288) !1{! 8.80g Gallienus (SNG v.Aulock 24ı)
289) !1{! ? Gallienus (Waddington ı67 Tafel 28/27)
290) ! ){! ? Gallienus (Waddington ı68 Tafel 28/28)
29ıı ! ){! ? Gallienus (Waddington ı68a (ohne Abb.))
292) ! ){! ? Gallienus (Waddington ı68b (ohne Abb.))
293) ! ){! ? Gallienus (Cahn 7ı Nr.774 (ohne Abb.))
(Aus dem Exemplar SNG v.Aulock 24ı und weiteren drei Stüeken hat J.P.
Callu (ı969, S.7ı) ein Durchschnittsgewicht von ı2.64g ermittelt.)
Diese 293 Zahlenmarkierunqen stehen auf 287 Münzen; sechs Münzen tragen
sowohl einen Zahlen-C~genstempel als auch eine Zahl im Reversstempel:
C 80-84 sind dieselben Münzen wie C 96-98 und C ıı4-ııs; J 278 ist iden-
tisch mit J 279.

Seit langem ist klar, daB diese Buchstabenzahlen Wertzei-


chen sind.
Bevor darauf naher eingegangen wird, sollen nun die Orte
und die Termine dieser Markierungen untersucht werden.

DI E ÜRTE DER ZAHLEN-GEGENSTEt-lPELUNGEN

Zwar muB der Ort der Kontermarkierungen nicht automatisch


mit dem Prageort der Münzen identisch sein 111 ; der Stadt-
name auf den Geldstücken beschrankte deren Umlauf ja nicht
auf diesen jeweiligen Ort.
Andererseits aber waren die Markierungen wirtschaftliche
MaBnahmen der einzelnen Stadte. Der EntschluB der Bürger
einer Stadt, ihr Aesgeldsystem zu verandern und das durch
Zahlenmarkierungen zu verdeutlichen, hat sicher in ganz
überwiegendem wenn nicht ausschlieBlichem MaB die Münzen
mit dem Ethnikon dieser Stadt betroffen; der Stadtname auf
dem Geld war sozusagen die Unterschrift der Bürger(-Ver-
sammlung), inderen Zustandigkeit das Billigen solcher
Wertanderungen des stadtischen Aeskleingeldes fiel (s.u.s.
ı79-ı83).

111 )
Vgl. dazu T.B.Jones (ı963) S.336 und J.P.Callu (ı969)
Seite 70 mit der Anmerkung ı.
Gegenstempel (Zahlen) ısı

Spezielle Eigentümlichkeiten der Zahlenmarkierungen, die


von Stadt zu Stadt kleine Unterschiede aufweisen, bestati-
gen das (s.u.s.ı53).
Es können allerdings drei Gebiete unterschieden wer-
den, deren Wirtschaft sich in Art und Ausrichtung unter-
schied; diese Differenzen zeigen sich auch bei den Zahlen-
markierungen der lokalen Münzen.
Die wirtschaftlich starkste Gegend der Provinz Bithy-
nia et Pontus lag im Westen. Die führenden Stadte waren die
Metropolis Nikomedeia und Nikaia mit dem Seehafen Kios. Ni-
kaia scheint um die Mitte des dritten Jahrhunderts die Me-
tropolis Nikomedeia an wirtschaftlicher Bedeutung überflü-
gelt zu haben (s.o.s. 74-76). Nur in Nikomedeia aber gab es im
Westen Münzen, die ihr Wertzeichen mit dem Reversstempel
aufgepragt bekamen; das Zentrum der Wertmarkierungen im
Westen lag daher sicher in Nikomedeia.
In anderen Stadten wurden die Wertzeichen mit Gegen-
stempeln auf den Münzen eingeschlagen. Am haufigsten in Ni-
kaia und selten in Prusias am Hypios im Binnenland (nur dort
gab es Münzen mit den Zahlen IB(=12) und KM=24)). Ob die s ingula-
ren Punzierungen auf Münzen mit den Ortsnamen von Kios und
von Juliopolis tatsachlich ihre Gegenstempel dort erhielten
oder in Nikomedeia bzw. in Nikaia oder Prusias, ist nicht
zu entscheiden 112 •
Im Osten der Provinz Bithynia et Pontus lagen am
Schwarzen Meer einige Küstenstadte vor gebirgigem Hinterland.
Diese Orte spielten eine Rolle - unter anderem - im Seehan-
del der Region. Auf Münzen aus Herakleia, Tios, Amastris und
Ionopolis-Abonuteichos, ja zuletzt (260) auch auf Gepragen
der Colonia Sinope treten Zahlen- und Wertzeichen auf.
Die Stadte Herakleia und Tios werden heute üblicherweise zu Bi-
thynien gezahlt; Amastris, Ionopolis-Abonuteichos und Sinope, die einst

112 l Die Beziehungen der Münzpragung von Juliopolis und beson-


ders von Kios mit Nikomedeia und Nikaia waren eng. Vgl. dazu K.Kraft
(ı972) 8.68-69, 73-75, 77 und 89. Der frühe Gallienusstempel Nikaias
der Kölner Münzen Nr.232 und 235 ist wurde auch in Kios verwendet (SNG
v.Aulock 7008).
152 4.Kapitel

paphlagonisch waren, gehören in der Römischen Kaiserzeit zu Pontos.


Beide Lander, Bithynien und Pontos, wurden zur Provinz Bithynia et
Pontus zusammengelegt.
C.Bosch (1935, S.67-77) bezeichnete Herakleia und Tios als ponti-
sche Stadte, die zur Teilprovinz Pontus gehörten und Abgeordnete
in das pontische Koinon entsenden durften 113 •
Zur Entscheidung in dieser Frage muB eine sorgfaltige Sichtung der
dortigen Inschriften abgewartet werden.
Jedenfalls sind ohne Zweifel die Wertmarkierungen der Pragungen von
Herakleia, Tios, Amastris und Ionopolis-Abonuteichos koordiniert durch-
geführt worden, und zwar umso gründlicher, je weiter westlich die je-
weilige Stadt lag (s.u.S.153).
östlich von Ionopolis-Abonuteichos liegt als naclıster
bedeutenderer Ort die CoZonia JuZia FeZix Sinope. Die
Münzen dieser Colonia trugen lateinische Legenden 114 •
Vor 260 n.Chr. wurden auf keine der Münzen dieser Colonia
Wertzeichen gepragt. Uberhaupt waren Wertzeichen oder -be-
zeichnungen, die eine Auf- oder Abwertung dokumentieren,
auf Münzen aller Coloniae des Ostens auBerst selten.
Auch auf den Pragungen Roms, die den "Colonial"-Münzen
offenbar als Vorbild dienten, gab es solche Zeichen bis
ins spate dritte Jahrhundert nicht.
In Sinope setzten die zustandigen Bürger erst auf die
Pragungen des Jahres 330 der lokalen Ara (= 260 n.Chr.) e in
Wertzeichen, namlich *~ dieses Zeichen bedeutet auf römi-
schen Münzen seit der frühen Republik denarius. Nach die-
ser Emission wurde die Münzpragung von Sinope eingestellt.
Markierungen im Reversstempel der Münzen wurden erst
in Amastris, spater auch in Ionopolis-Abonuteichos, Hera-
kleia und Tios, ja auch in Prusias am Hypios verwendet.

113 ) zum Koinon von Pontos vgl. J.Deininger (1965) S.64-66ı


weitere Zitate finden sichim dortigen Index auf S.202.
114 ) Vgl. die Münzen bei BMC 52-62ı Waddington 74-168bı
SNG Kopenhagen 315-320 und SNG v.Aulock 232-241 sowie 6871-6877.
Gegenstempel (Zahlen) 153

Die Gegenstempel der Orte Herakleia, Tios und Amastris wei-


sen neben der lapidaren Zahlenangabe oft kleine Beizeichen
auf: Manchmal erkennt man eine Grundlinie 115 , eine kleine
Mondsichel 116 , ein Kreuzchen 117 oder Mondsichel und Kreuz
kombiniert 118 • Die Bedeutung dieser Zeichen ist ungewiB:
sie weisen jedenfalls weder auf eine lokale, noch auf eine
temporale oder metrologische Differenzierung hin.
Einige Orte im gebirgigen Binnenland versahen ihre
Münzen ebenfalls mit Zahlenmarkierungen: diese MaBnahmen
standen unter starkem EinfluB der Aktionen im Westen bzw.
im Osten der Provinz. Besonderheiten bieten nur die Münzen
zweier Orte: AusschlieBlich in Prusias am Hypios gab es
die Punzen mit den Zahlen IB(=12) und K~(=24). Auf Münzen
des Gallienus wurde die Zahl H(=BJ in den Pragestempel ge-
schnitten. Ebenfalls auf Gallienus-Münzen gab es in Kreteia-
Flaviopolis Wertzeichen. Im Reversstempel stand ein B, das
hier wegen des Kontextes mit den Münzen der anderen Orte
nicht als "zwei", sondern als "doppelt" gedeutet werden
muB 119 : eine Verwechselung mit einem Zweier war ausgeschlos-
sen, da es in Nordwestkleinasien Münzen mit einem B mit der
Bedeutung "Zweier" offenbar nicht gab.

115 ) Herakleia: S.146-147 Nr.137,140,142-144,149,152,154 und


163-165; Tios: S.148 Nr.211, 213 und 238; ein Beispiel auf Tafel Nr.
32 Abbildung 13
116 ) Herakleia: S.147 Nr.168; Tios: S.148 Nr.197,202,205,209,
215 und 220; ein Beispiel auf Tafel 32 Abb.14
117 ) Herakleia: S.146 Nr.139 und 141; Tios: S.148 Nr.212; ein
Beispiel auf Tafel 32 Abb.15
118)
Herakleia: S.146 Nr.138; Tios: S.148 Nr.201,203,204,214,
217,221 und 222; Amastris: s.149 Nr.273,276 und 278; Beispiele auf Ta-
fel 31 Abb.16 und Tafel 32 Abb.16
119 ) ~nliehe Münzen, deren metrologiseher Kontext nur eine Er-
klarung analog zu den Stüeken aus Kreteia-Flaviopolis ermöglieht, stam-
men aus Ephesos (SNG Kopenhagen 506,519 und 536), Priene (SNG Kopenha-
gen 1103) und aus Sardeis (SNG v.Auloek 3163); in der karisehen Stadt
Tabai waren Münzen versehiedener Wertstufen aussehlieBlich mit einem B
markiert (SNG Kopenhagen 566,570-575,577-581 und SNG v.Auloek 2734,
2735 und 8169).
154 4.Kapitel

HINWEISE ZUR DATIERUNG VON ZAHLEN-GEGENSTEMPELN

Bei der Datierung von Zahlen-Gegenstempeln gilt das glei-


che wie für die Terminierung der Bildpunzen: Je besser ei-
ne kontermarkierte Münze erhalten ist, desto naher lagen
die Daten der Pragung einerseits und der Punzierung ande-
rerseits beieinander. Dabei ist aber der UmkehrschluS nicht
zuUissig (s.o.S.119).
Einige Münzen mit Zahlen-Kontermarken sind fast pragefrisch
erhalten, zum Beispiel drei Stücke des Traian Decius aus
Tios (SNG v.Aulock 1026-1028) und eine Münze des Trebonianus
Gallus aus Nikaia (Kölner Saıııınlung 149).
Weitere Datierungshinweise lassen sich an überpragun-
gen mit mehreren verschiedenen Gegenstempeln ablesen.
Drei Münzen sind bekannt, die Zahlenpunzen tragen, welche
den verher eingeschlagenen Kopfgegenstempel der Gruppe E
beschadigt haben (SNG v.Aulock 637 und 646 sowie Kölner Saıııınlung Nr.
28; vergröBert auf Tafel 20). Der termin us post quem dieser Zah-
lenpunzen muS daher das Jahr 244 sein (s.o.S.136-137).
Den zuverlassigsten Ansatz zur Datierung der Zahlen-
punzen bieten jedoch Münzen, die ihre Zahl bereits mit dem
Pragestempel erhalten haben. Gleichzeitig wurden namlich
damals neue Münzen mit Wertzeichen gepragt und alte Geld-
stücke nach demselben MünzfuB kontermarkiert.
Die Untersuchung der Metrologie dieser Stücke im nach-
sten Abschnitt wird zeigen, daS nach ersten Aktionen im
frühen dritten Jahrhundert unter Valerian und Gallienus
das Aesgeldsystem der Provinz umfassend reformiert wurde.

DIE PR~GUNG VON AES-GELD IN DER PROVINZ BITHYNIA ET PONTUS


Betrachtet man Münzen mit Zahlen-Gegenstempeln, fallt so-
fert auf, daS die Werte der Geldstücke im Laufe der Zeit
ansteigen.
Eine Pragung des Marc Aurel hat das gleiche Format wie ein
Vierer des Maximus und ein Achter des Gallienus (Tafel 33 Abb.
7-·9). Eine Münze der Herennia Etruscilla, die den Wert r ( =3)
Lokales Aesgeld 155

im Reversstempel tragt, ist auf dem Avers mit der Zahl S


(=6) punziert worden (Tafel 32 Abb.3-4); eine unmarkierte Mün-
ze des Marc Aurel entspricht im Format einer mit ~(=4) ge-
punzten Münze der Julia Domna und einem Geldstück mit der
Marke H(=BJ des Philippus (Tafel 33 Abb.10-12).
Wie diese Aufwertungen des lokalen Aes-Geldes im ein-
zelnen vor sich ging, soll im falgenden gezeigt werden.

In den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus wur-


den in Bithynien und in Pontos Münzen gepragt, die den rö-
mischen Neminalen in GröBe, Format und Gewicht entsprachen.
Sie basierten auf dem 'AooapLov, der Entsprechung für ein
römisches As bzw. dessen auch im Lateinischen gebrauchli-
ches Diminutivum Assarius 120 •

Damals lief in Nordwestkleinasien das reichsrömische Edel-


metallgeld mit reichsrömischem und besanders reichhaltig
mit lokalem Kleingeld aus unedlem Metal! um.
Es ist anzunehmen, daB das lokale Kleingeld zum reichsrömi-
schen Edelmetallgeld in der gleichen Relation gestanden hat
wie das reichsrömische Kleingeld. Es muB namlich möglich
gewesen sein, lokales Kleingeld, zum Beispiel aus Nikaia,
genau wie römisches Kleingeld (8estertii, Dupondii, Asses u.s.w.)
in Silbermünzen (Denarii, spater (heute so genanntel Antoninianel
und Goldstücke (Aurei) umzuwechseln. Deshalb konnte Plinius
der Jüngere, als er aus Bithynien mit dem Kaiser Traian
korrespondierte, ohne Angabe irgendwelcher Wechselkurse
Surnrnen in Denaren und Sesterzen angeben 121 •

120 ) In der lateinischen Übersetzung der tabulae Alexandrinae


des Calvus von Ravenna steht zum Beispiel: "Denarius autem apud Roma-
nos dividitur in partes milenas centenas duas et quinquaginta; habet
numos sestertiosve quatuor, assaria vero seu asses sex et decem"
(sic) (Calvi versio tabularum Alexandrinarum 9, in: F.Hultsch (1866)
vol. II 8.144 Z.7-10);- vgl. auch Thesaurus, 8p.2222-2223 (8chmid:
'AooapLov); F.Hultsch (1882) 8.605; J.P.Callu (1969) 8.57-59.
121 ) Da in den Briefen des Plinius keinerlei Probleme mit
Wechselkursen erwahnt \'lerden, kann man schlieBen, daB die Kurs e da-
mals völlig klar waren, namlich genauso wie in Rom: 16 Asse/Assaria
= 1 Denar.
156 4.Kapitel

Diese Assaria stellten normalerweise 122 wie die römischen


Asse das Aquivalent für das Sechzehntel eines Denars dar.
Daher kann man das reichsrömische System der Narninale in
das entsprechende System des griechisch sprechenden Ostens
umschreiben (vgl.Tafel 35).

122)
Der Kurs von 1:16 wird gestützt durch Inschriften der In-
sel Syros. Dort werden Summen in Denaren und Assaria genannt, wobei
nur Betrage von vier oder von acht Assaria auftreten, die daher ~ bzw.
~ Denar entsprechen (IG XII 5, 659,16 (Antoninus Pius); Nr.663 Z.17-
19 (Commodus); Nr.664,15 (Septimius Severus) und Nr.665 Z.5,6,15,16).
Allerdings gibt es auch Belege für einen abweichenden Kurs von
1 Denar zu 18 Assaria.
1.) Dieser Kurs galt offenbar in Ionien. Das beweisen a) die Be-
trage der Stiftungsurkunde des Gaius Vibius Salutaris (die Inschrift
zuletzt bei H.Wankel, I.K.11,27 S.167-222, dort besonders Zeile 246-
251 und 532-539; - Vgl. auch Th.Reinach (1896) S.546-547 und besonders
R.Heberdey/G.Niemann/W.Wilberg. Forschungen in Ephesos, Teil II. Das
Theater in Ephesos. Wien 1912, S.127-147 und S.188-198)
b) die Münzen der Insel Chios, die Wertbezeichnungen tragen:
Es gibt Geldstücke zu ~ und 1 Assarion sowie zu 1~, 2 und 3 Assaria
(vgl. J.Mavrogordato (1918)). Mit diesen Neminalen ist sehr leicht
ein Denar zum Kurs von 18 Assaria zu s~~ieren: 1 Denar = 6 Dreier
= 9 Zweier = 12 Eineinhalber = 18 Einer = 36 Halber. Die Gleichung
ginge imFall eines Denarkurses von 1:16 an zwei 8tellen nicht glatt
auf: Beim Dreier und beim Eineinhalber bliebe ein Rest von einem As-
sarion übrig.
2.) Vielleicht galt der Kurs von 1:18 auch in Mysien. Das wird
jedenfalls von Vielen aus einer Inschrift eines Kaisers (Hadrian ?)
an die Pergamener herausgelesen (IGRR 352 = OGIS 484 mit Addendum
S.552 = E.M.8mallwood (1966) S.163-164 Nr.451 = R.Bogaert (1976) s.
37-41 Nr.28; - Vgl. S.Bolin (1958) S.238-243; T.R.S.Broughton (1938)
S.892-895; M.Crawford (1970) S.42; R.Bogaert (1968) S.231-234).
3.) In Untermoesien galt seit Gordian III. ebenfalls ein Kurs
von 1 Denar zu 18 Assaria. Es gab dort namlich im dritten Jahrhundert
Münzen mit dem Wert von 4~ Assaria (vgl. Th.Reinach (1896) S.547;
B.Pick/K.Regling (1910) 8.623). Dort wurde die Frage, wie die Produk-
tion eines so "krummen" Nominals zu erklaren sei, unbeantwortet ge-
lassen; nur der Vollstandigkeit halher erwahnten die beiden Autoren
eine irreführende Hypothese von Soutso (8.625 Anmerkung 2); T.B.Jones
(1963, S.335) hat diese Viereinhalber nicht berücksichtigt.
Schon 1896 hatte Th.Reinach jedoch erkannt, daB dieses Nominal deut-
lich für einen Denarkurs von 1:18 spricht; ein Viereinhalber ist in
einem 16er-System unbrauchbar, in einem 18er-System aber sehr nütz-
lich: Er entspricht in diesem System einem Viertel Denar.
Lokales Aesgeld 157

Das reichsrömische System der Neminale (Denar bis Semis):

1 Denar = 4 Sestertii 8 Dupondii 16 Asses 32 Semisses


Sestertius 2 Dupondii 4 Asses 8 Semisses
1 Dupondius 2 Asses 4 Semisses
1 As 2 Semisses

Das bithynische System der Neminale (Denar bis Hemiassarion):

1 De nar = 4 Tetrassaria 8 Diassaria 16 Assaria 32 Hemiassaria


Tetrassarion 2 Diassaria 4 Assaria 8 Hemiassaria
Diassarion 2 Assaria 4 Hemiassaria
Assarion 2 Hemiassaria

Es ist also ohne weiteres möglich, die nikaischen Aes-Mün-


zen mit ihren antiken Namen zu benennen:
Die Nr.20 der Kölner Sammlung, eine groBe Münze des Septimius Severus,
entspricht in Metal!, Gewicht und GröBe dem römischen Sestertius, ist
also als Vierer, als Tetrassarion anzusprechen. Nr.21 desselben Kai-
sers und Nr.22 der Julia Domna sind griechische Ausgaben des Dupondius
und sornit als Zweier, als Diassarion zu benennen usw.
Dieses einfache und effektive Gefüge der Neminale ge-
riet im spaten zweiten Jahrhundert in Bewegung.
Seit Commodus (177-192) wurden in allen Küstenstadten
Untermoesiens sowie in der Hauptstadt Markianopolis die mei-
sten Münzen mit Wertzeichen gepragt 123 • Wie E.Gren (1941, s.
88-155) detailiert ausgeführt hat, bestanden zwischen der
Nordwesttürkei, also insbesondere Westbithynien und Ost-
Pontos, und dem untermoesischen Hinterland der Donaufront
im dritten Jahrhundert intensive Wirtschaftsbeziehungen. Ein
groBer Teil des Nachschubes für die Truppen in Thrakien und
Moesien wurde in Kleinasien produziert, über den Seeweg
transpartiert und von den Küstenstadten an der Westküste
aus verteilt.

123 ) Vgl. B.Pick (1898) S.76-79 und 95-96 sowie B.Pick/K.Reg-


ling (1910) S.526 und 622-625. - Inwieweit diese MaBnahmen mit der In-
flation im Königreich Bosporos auf der Krim zusammenhangen, ist unge-
wiB. Die Wahrung dieses Landes bestand im ersten Jahrhundert aus Elek-
tron-Stateren, Silber-Drachmen und Aes-Kleingeld. Die Aes-Münzen trugen
meist im Revers Wertbezeichnungen wie IB(=12), K6(=24) und MH(=48). Die
Stücke wurden als Mehrfache der Onkia (= Unaia) aufgefaBt, wobei 12
Onkiai ein Assarion waren. Der Zwölfer entsprach also dem Assarion/As,
158 4.·Kapitel

Irgendwann, vielleicht unter Philippus (s.u.S.167-168),


ging man auch im Westen Bithyniens dazu über, einzelne
Münzen mit Zahlen zu versehen. Der Standart dieser Aufwer-
tung war identisch mit dem in Untermoesien gebrauchlichen
(vgl. die Werte bei T.B.Jones (1963) 5.335)~

Münzen aus dieser Punzierungsphase sind bislang nur in der


Kölner Sammlung nachweisbar. Alle vier Stücke sind alte
Diassaria, die nun mit der Zahl ~(=4) punziert wurden (Ni-
kaia: 5.144 Nr.41 und 42 (Tafel 33 Abb.11); Nikomedeia: 5.145 Nr.85
und 86).
Solche Punzen mit der Zahl ~(=4) koromen sehr vereinzelt
auch auf Münzen aus Untermoesien und Thrakien vor 12 ~; ob
die Punzierungen dort oder in Bithynien vorgenommen wurden,
ist unklar.
über den Aufwertungssatz kann kein Zweifel bestehen: Mit
den Gegenstempelungen wurden die Münzen um das Doppelte
aufgewertet; aus einem alten Diassarion wurde dadurch ein
Tetrassarion gemacht (vgl. Tafel 33 Abb.10-11).

Schon unter Elagabal (218-222) war es im Osten zu ei-


ner erstaunlichen Emission gekommen. Mit dem Portrait der
Julia Maesa, dargestellt als Demeter, wurden in Amastris,
Tios und Bithynion-Klaudiopolis Münzen gepragt, die Format
und Gewicht der alten Diassaria aufwiesen, aber im Revers-
sternpel sehr oft die Zahl H(=B) tragen 125 •

der 24er ein Diassarion/Dupondius und der 48er ein Tetrassarion/Sester-


tius. Unter König Sauromates II. (174-210) wurden zwischen 186 und 196
neue Neminale eingeführt, namlich Doppelsesterzen mit qs ( 96 Onkiai),
Dreifachsesterzen mit PM~(= 144 Onkiai), Aes-Denare mit dem Zeichen M
(~ 16 Assaria =192 Onkiai) und Aes-Doppeldenare mit BH(~ 32 Assaria =
384 Onkiai). Der neue Doppeldenar verfiel von 17g bis auf knapp 6g um
238 (vgl. dazu T.Pekary (1959) 5.452-454 und N.A.Frolova (1979) 5.7-8,
41-42 und 57-59).
124 ) z.B. in Markianopolis (SNB Evelpidis 823), in Bizya (B.
Pick (1898) 5.78 Anm.1 = BMC 15), in Byzantion und in Perinthes (J.P.
Callu (1969) S. 70 Anm.1).
125 ) Amastris: 5.149 Nr.266-269, ein Beispiel auf Tafel 31 Abb.
14-15; Tios: 5.148 Nr.206. Die Reverslegende dieses Stückes ist getrennt
als BOYAH ~-H-MOC TIA/NnN. Das H steht an exponierter stelle allein zwi-
Lokales Aesgeld 159

Der Aufwertungssatz im Osten war darnit schon vor 222 auf


1:4 fixiert. Nach demselben MünzfuB wurden Münzen der
Stadte Herakleia, Tios, Amastris und Ionopolis-Abonutei-
chos mit Zahlen versehen. Das wird besonders deutlich bei
den langen Reihen solcher Münzen aus Herakleia in der SNG
v.Aulock (Nr.376-447 und 6943-6965): Fast alle Münzen seit Sep-
timius Severus tragen Punzen mit den Zahlen ~(=4), S(=6)
und H(=B) und zwar allesamt nach dem gleichen MünzfuB.

Im reichen Westen Bithyniens hatte man damals das


lokale Kleingeld noch nicht derart drastisch aufgewertet.
Es wurde dagegen versucht, zumindest dem Anschein nach
den alten Aufwertungssatz von 1:2 zu halten; faktisch je-
doch stieg auch im Westen der Wert des Aesgeldes stetig.
Die Relation von Gewicht und Wert der Münzen wurde aber
fast unmerklich kleiner: Münzen des Gordian III. (238-244),
die man vom Format her eigentlich für Achter halten müBte,
bekamen die Punze I(=lO) aufgepragt (s.o.S.143 Nr.3-4 und S.145
Nr.63 und 64; vgl. Tafel 33 Abb.15). Die im Sternpel als Dreier
ausgewiesenen Münzen aus Nikomedeia zeigen das: Das Durch-
schnittsgewicht sinkt von 6.46g unter Traian Decius auf
4.57g unter Trebonianus Gallus und schlieBlich auf 4.29g
unter Gallienus, ohne daB sich das Format der Münzen an-
derte 126 • Dieser Standard wurde bis nach 256 gehalten,
denn der einzige bekannte Dreier des Gallienus ist aus dem-
selben Averssternpel gepragt wie die gröBeren Münzen zur
Feier der dritten Neokorie von Nikomedeia (s.o.s. 74-75 Anm.54).

schen den beiden dargestellten Figuren. Der Buchstabe ist deshalb wohl
gleichzeitig als Teil des Wortes ~HMOC und als wertzeichen H(=B) zu in-
terpretieren. Jedenfalls entspricht das Stück im Format den Oktassaria
aus Amastris; die Vorderseite ist überdies stempelgleich mit Pragungen
aus Amastris und aus Bithynion-Klaudiopolis (K.Kraft (1972) S.199 zu
Tafel 101 Nr.18: Amastris (Waddington Tafel 21 Abb.15) und Bithyrıion­
Klaudiopolis (SNG v.Aulock 322).
126 ) Diese Werte sind errechnet aus den Gewichten der Münzen
auf denSeiten 145-146 Nr.96-121; Abbildungen der Stücke finden sich
auf Tafel 21 Abb.3-6 und Tafel 32 Abb.7-8. J.P.Callu (1969) S.67-68
errechnete sehr ahnliche Durchschnittsgewichte.
160 4.Kapitel

Darnit war es wenig spater mit einem Schlag vorbei.


Auch im Westen wurde nun das dort umlaufende Geld mit
Wertzeichen punziert, und zwar nach demselben MünzfuB.
Nun bekamen Dreier des Traian Decius die Zahl S(=6)
eingeschlagen, und viele altere Geprage erhielten die
Wertzeichen 6(=4) und H(=B).
DaB es sich tatsachlich um eine einzige MaBnahme han-
delte, zeigen identische Punzen auf Münzen der Kölner Samm-
lung: Dieselbe Punze wurde zum Beispiel in die Nr.92 des Philippus und
in die Nr.161 des Trebonianus Gallus eingeschlagen; die Punzenabdrücke
der Münzen Nr.98 (Philippus) und der Nr.111 (Otacilia Several sind
gleich; eine dritte Kontermarke tritt sogar viermal auf Münzen der Köl-
ner Sammlung auf, namlich auf Nr.99 und 104 des Philippus, auf Nr.128
seines gleichnamigen Sohnes und auf Nr.139 des Trebonianus Gallus (alle
diese Beispiele sind vergröBert abgebildet auf Tafel 23).
Doch darnit nicht genug: zwischen 258 und 260 kam es
im Osten wie im Westen zu einer erneuten Aufwertung.
In dieser Zeit wurden Münzen eines neuen Stils gepragt. Die
Datierung ist sicher, da es in diesem Stil keine Münzen des
Cornelius Valerianus (256-258) gibt, aber solche des Saloni-
nus Valerianus (258-260) und von Macrianus und Quietus (260-
261) (vgl. K. Kraft (1972) s. 78).
Solche Stücke aus Herakleia, Prusias am Hypios und Amastris
tragen im Reversstempel oft die Zahl H(=B) und selten auch
S(=6), entsprachen im Format aber nur den alten Vierern be-
ziehungsweise Dreiern (s.146 Nr.135-136, s.147 Nr.166-167 und s.
149 Nr. 280-281). Gleichzei tig kam es in Kreteia-Flaviopolis
zu einer Emission, bei der die Verdoppelung des bisherigen
Münzwertes durch die Sigle B angedeutet wurde (S.146 Nr.124-
126). Die Colonia Sinope schlieBlich brachte in ihrem
Jahr 330 (= 260 n.Chr.) Münzen heraus, die in GröBe und Ge-
wicht alten Achtern nahe kamen, nun aber durch das Zei-
chen * als Denare (= 16 Assarial ausgewiesen waren (s.150 Nr.
287-293). Alle diese Münzen wurden nach demselben MünzfuB
ausgebracht.
Das Aes-Geld in Bithynien und Pontos wurde also ste-
Lokales Aesgeld 161

tig aufgewertet, wobei an einigen Stellen "Sprünge" zu


verzeichnen sind.
Im Westen kam es, analog zu den Usancen in Untermoesien,
zur Aufwertung im Verhaltnis 1:2.
Im Osten- in Amastris und in Tios(?) - wurde der Kurs da-
gegen schon zwischen 218 und 222 auf 1:4 festgesetzt und
bis circa 258 auf diesem Niveau belassen.
Im Westen wurden die markierten Münzen zwar zusehends um
ein weniges leichter, aber der Anschein eines Kurses von
1:2 wurde zu erhalten versucht. In Wirklichkeit war der
Kurs auch dert bald auf 1:4 angestiegen. (s.u.S.172).
In der Zeit kurz nach 258 kam es auch im Westen zu umfang-
reichen Punzierungen nach dem Aufwertungssatz 1:4; der We-
sten hatte sozusagen nachgezogen.
Nur wenig spater griff man in West und Ost gleichzeitig zu
einer erneuten Wertanhebung im Verhaltnis von 1:8.
Kurz darauf wurde die lokale Münzpragung in den meisten
Stadten der Provinz verboten; das gleiche galt für viele
andere Orte Kleinasiens.

DAS WERTVERH~LTNIS ZWISCHEN MUNZEN MIT WERTZEICHEN UND


SOLCHEN OHNE WERTANGABE
Es sind keineswegs alle umlaufenden Münzen mit Zahlen mar-
kiert worden; der Kölner Fundkomplex zeigt, daB unmarkier-
te Geldstücke und Münzen aus verschiedenen Aufwertungspha-
sen nebeneinander im Urnlauf waren.
Welchen Wert hatten die markierten, welchen die un-
markierten Münzen ?
Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
(1) Die unmarkierten Münzen behielten beim Termin der Auf-
wertung ihre alten Werte bei, eder (2) sie wurden in dem
gleichen MaBe aufgewertet wie die mit den Zahlen versehenen
Geldstücke.
Allein die zweite Möglichkeit kann unter lebenden Menschen
funktioniert haben, denn im anderen Fall ware eine lahmende
162 4.Kapitel

Unsicherheit im taglichen Zahlungsverkehr eingetreten.


Um das zu veranschaulichen, sei die erste der beiden Hypothesen (s.o.
5.161) in einem Modell durchgespielt: Der Einfachheit halber soll zu-
nachst die 5ituation zur Zeit der ersten Phase der Zahlenmarkierungen
in Westbithynien gelten.
Im Geldumlauf befindet sich also in diesem Modellfall zweierlei Aes-Cou-
rant, namlich mit Zahlen versehene und unmarkierte lokale Münzen.
Wenn gleichzeitig in einem Land zwei Geldsorten kursieren, die
den gleichen inneren, aber einen unterschiedlichen auBeren Wert aufwei-
sen, wird das sogenannte Gresham'sche Gesetz wirksam, wonach allein die
schlechtere Münze im Umlauf verbleibt; ohne Zweifel ware in kurzer Zeit
die unmarkierte Münze, die ja - im Verhaltnis - doppelt so wertvoll ge-
wesen ware wie das markierte Geldstück, durch Hortung oder AuBenhandel
aus dem Zahlungsverkehr der Provinz verschwunden 127 •
Die Münzfunde zeigen jedoch das Gegenteil: Die Pragungen der Kölner
5ammlung zum Beispiel belegen, daB noch nach. der Mitte des dritten Jahr-
hunderts in groBen Mengen unmarkierte Münzen im Umlauf waren.
AuBerdem ware im Fall der ersten Alternative zu erwarten gewesen, daB
private Falscher aktiv geworden waren, denn es ware einfach gewesen,
eine primitive Zahlenpunze herzustellen und durch Einschlagen kurzer-
hand das lokale Geldim Wert zu erhöhen 128 • Auch dieses Phanomen istim
Bithynien des dritten Jahrhunderts nicht zu beobachten.
Daher ist sehr wahrscheinlich, daB vom Zeitpunkt der jeweiligen Konter-
markierungsaktion an nicht nur die markierten Münzen, sondern alle Geld-
stücke, auch die unmarkierten, aufgewertet wurden.

127)
Vgl. dazu C.Bosch (1931) 5p.437-438 und allgemein zum Gre-
sham'schen Gesetz G.Mickwitz (1932) 5.27-29; G.5chmölders (1975) 5.52-53.
128 ) Eine ahnliche Methode wandten Falscher im Gallischen 5on-
derreich des Postumus (259-268) an: Dieser Kaiser hatte seine 5esterzen
zu Doppelsesterzen aufgewertet, indem er den Lorbeerkranz darauf durch
die 5trahlenkrone ersetzen lieB. Findige Burschen hackten 5trahlen in
den Kaiserkopf auf ihren Münzen und versuchten so, ihren Geldbesitz zu
verdoppeln (Vgl. dazu: P.Bastien (1967) 5.91-92 und Tafel 4 Abb.33c,
Tafel 5 Abb.41a, Tafel 16 Abb.85d und Tafel 20 Abb.100cı. - Falschungen
von Aes-Münzen des Ppstumus tragen stets die 5trahlenkrone (Vgl. P.Ba-
stien (1967) 5.58-61; T.V.Buttrey (1972) 5.47)).
Lokales Aesgeld 163

DaB dies tatsachlich der Fall gewesen sein muB, wird safort klar,
wenn man den Geldumlauf zur Zeit der groBen Markierungsphase im Westen
Bithyniens (um 258) betrachtet. waren namlich nur die markierten Mün-
zen, nicht aber auch die unmarkierten 5tücke aufgewertet worden, dann
hatten die Münzen mit veralteten Wertzeichen und ganz ahne Wertangabe
nicht teilgehabt an der jeweils aktuellen Aufwertung.
Der Fundkomplex in der Kölner 5ammlung hatte in diesem Fall ein heillo-
ses Durcheinander von Neminalien geboten:
1.) unmarkierte Hemiassaria (z.B. Nr.30)
2.) unmarkierte Assaria (z.B. Nr.55)
3.) unmarkierte Diassaria (z.B. Nr.81)
4.) unmarkierte Triassaria (z.B. Nr.137)
5.) unmarkierte Tetrassaria (z.B. Nr.20)
6.) unmarkierte Pentassaria (z.B. Nr.260)
7.) markierte Tetrassaria der ersten Phase (z.B. Nr.21)
8.) markierte Tetrassaria der letzten Phase (z.B. Nr.36)
9.) markierte Oktassaria der letzten Phase (z.B. Nr.98)
Alle punzierten Münzen sollten darüber hinaus im Verhaltnis von
4:2:1 konvertierbar sein: ein markiertes Tetrassarion der ersten Phase
sollte ein unmarkiertes Diassarion wert sein, ein markiertes Tetrassa-
rion der letzten Phase aber einem Assarion entsprechen usw.
Bei dieser Aufzahlung wird klar, daB ein solches Nominalien-"Tohowa-
bohu" einen funktionierenden Geldumlauf unmöglich gemacht hatte.
Auch die Beutelung dieser Münzen ware kaum effizient gewesen:
Zur Bezahlung und Lagerung gröBerer Geldbetrage wurde damals, in Er-
mangelung von Goldstücken, so haufig Kleingeld in plombierten Beuteln
mit festgesetztem Wert verpackt, daB der Name dieser Geldbeutel, foZZis,
seit Diocletians Münzreform zur Benennung eines Neminals wurde 129 •
Eine solche Beutelung von Münzen aus dem gleichen Metall war aber nur
dann praktikabel, wenn die Münzen alle auf demselben MünzfuB basierten.
Nur dann konnte man, ahne die Plomben brechen und den Beutel öffnen zu

129 ) Vgl. auch W.Giesecke (1938) 5.175; W.Hahn (1973) s.21.


5ehr anschaulich wird die Beutelung der Folles an archaologischen Re-
likten und Darstellungen vorgeführt bei J.Jahn. Folles in Lederrollen,
in: Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte 28/29 (1978/1979) 5.21-
25 mit den Tafeln 3-5.
164 4.Kapitel

müssen, vom Gewicht des gefüllten Beutels seinen Wert abschatzen 130 •
WP-nn aber Münzen mit gleichen Gewichten mehrere verschiedene
Werte gehabt hatten, hatte man jede einzelne Münze herausnehmen und
tarifieren müssen - ein ganz und gar unpraktikables Verfahren.
Die erste Möglichkeit des Wertverhaltnisses jener Münzen zuein-
ander ist daher abzulehnen; die zweite Alternative ist die zutreffende.
Die unmarkierten Münzen wurden also in demselben MaBe
aufgewertet wie die mit den neuen Zahlen versehenen Geprage.
Der BeschluB zur Anhebung des Geldwertes muB allgemein
gegolten haben und fand Ausdruck in der Markierung der neu-
en Werte auf einem Teil der umlaufenden Münzen.
Das Bild der Neminale im Kölner Fundkomplex ist sornit ein-
fach und klar: Der Fund wurde vergraben nach der groBen
Punzierungswelle im Westen und bestand daher nur aus sechs
Nominalen: im wesentlichen aus Achtern (Nr.21,22,24,25,29,81-
104,106-136,139-164,169-258,262 und 263) und aus Vierern (Nr.26-
28,31,32,34-73,75-80 und 259) und ganz vereinzelt aus Zweiern
(Nr.30), Sechsern (Nr.137,138und 165-168), Zehnern (Nr.260-261)
und einem Sechzehner (Nr.20). Mit diesem klugen System von
2, 4, 6, 8, 10 und 16 Assaria-Stücken laBt sich eine Fülle
von Kombinationen bilden, um auf den Antoninian im Kurs
von 32 Assaria zu kommen.
Da die Aufwertungssatze so simpel waren, bestand kei-
nerlei Notwendigkeit, alle unmarkierten Münzen mit Zahlen zu
versehen.
Auch eine Abpackung in normierte und verplombte Geldbeutel
war sehr sinnvoll und effektiv.
Die Entwicklung der Aes-Wahrung in Bithynien - und
nicht nur dort - kann also nicht nur an den mit Zahlen ver-
sehenen Münzen verfolgt werden, sondern auch an den Stüeken
ohne Zahlenzeichen (das tat schon J.P.Callu (1969) s.ıı-ııoı.

130 ) Das Verfahren wurde im Spatrömischen und im Byzantinischen


Reich jahrhundertelang praktiziert. Vgl. W.Hahn :1973) 8.22-27.
Lokales Aesgeld 165

Die Richtigkeit dieser These beweist schon der erste Au-


genschein.
Das alte System wird hier reprasentiert durch ein Assarion des An-
toninus Pius (Tafel 33 Abb.1-2) und ein Hemiassarion der Julia Oorn-
na (Tafel 33 Abb.3-4). Unter Traian Decius erreichten die letzten
Assaria, die noch gepragt wurden, nurmehr winzige Dimensionen (Tafel
33 Abb.5-6).
Auffallend ist die Bevorzugung der ansonsten seltenen Reversdarstel-
lung der Nemesis auf solchen kleinen Neminalen (Tafel 33 Abb.2,4,6);
vielleicht eine Reminiszenz an langst vergangene Zeiten, als Bild-
gleichheit noch Wertgleichheit bedeutete.
Eine solche Tendenz, im Laufe der Zeit spezielle Reversbilder
quasi als Wertkennzeichen für spezielle Neminale zu reservieren, laBt
sic h au ch an Assaria mit Feldzeichen (signa) auf dem Revers verfolgen.
Caracalla (198-217) 8.01g 22mm (SNG Kopenhagen 507)
Elagabal (218-222) 6.81g 22mm ( SNG Kopenhagen 512)
sev.Alex. (222-235) 4.61g 19mm (Kölner Sarnınlung 30)
Gord. III. (238-244) 3. 76g 18mm (SNG Kopenhagen 526)
Tr.Decius (249-251) ? 16mm (Waddington 746 Taf.85/32)
Cor.Vale. (256-258) ? 17mm (Waddington 866 Taf.88/11)

WAHRUNGSPOLITIK IM 3.JHDT.N.CHR. IN BITHYNIA ET PONTUS

Die Entwicklung der lokalen Geldwirtschaft in Bithynia et


Pontus verlief in allen prageberechtigten Orten ahnlich.
Diese Entwicklung soll nun arn Beispiel von Nikaia
vorgeführt werden, wo damals arn rneisten gepragt wurde.
Die Grundlage dieser Darstellung sei das Gewicht der
Münzen, eine statistisch leicht rneBbare GröBe.
Die Ergebnisse werden urnso sicherer, so rnehr Münzgewichte
erfaBt werden, weil das Kleingeld damals al marco herge-
stellt wurde. Aus einer bestimmten Metallmenge wurde eine festge-
setzte Anzahl von Münzen gepragt. Die einzelnen Stücke konnten daher
sehr unterschiedliche Gewichte aufweisen. Je gröBer aber die Anzahl der
Geldstücke ist, desto mehr nahert sich das Durchschnittsgewicht dem
Sollgewicht an. Diese Pragemethode bot sich an, da ein paar Gramm der
166 4.Kapitel

zur Kleingeldpragung verwendeten Kupferlegierungen einen sehr geringen


Metallwert reprasentierten. Noch im Maximalpreisedikt des Diocletian
wurden Kupfer und Orichalcum (Messing) als billige Materialien aufge-
führt131.
Natürlich wurde dieses Kleingeld deswegen weder bei der Pragung noch
bei der Punzierung Münze für Münze umstandlich abgewogen, sondern der
Verantwortliche sortierte die Geldstücke nach seiner Kenntnis des Münz-
systems - eben nach Gewichtsdimension, GröBe und Dicke - und lieB sie
sodann pragen bzw. die fertig gepragten Münzen mit Wertpunzen versehen.

Die Darstellung basiert auf dem Material der Kölner


Sammlung sowie der SNG Kopenhagen und der SNG v.Aulock 132 •

131 ) Im Maximalpreisedikt werden in 15,63-67 vier Aessorten be-


wertet: Orichalcum (Messing) kostete 100 denarii communes und Kupfer
50, 60 oder 75 denarii communes, je nachdem ob es unlegiert(50), verar-
beitet(60) oder von besonderer Qualitat(75) war. Vgl. dazu den Koromentar
in: Diocletian. Maximalpreisedikt (ed. S.Lauffer. Berlin 1971) S.258 und
L.H.Cope (1977) S.9 und s.11-12.
Es sei daran erinnert, daB Catull (5.3) ein römisches As - damals
eine Kupfermünze von immerhin rund 11 Gramm Gewicht - als ganz unbedeu-
dendes Geldstück nennt, ahnlich wie man heute davon redet, etwas sei kei-
nen Heller oder keinen Pfennig wert.
132 ) Septimius Severus bis Caracalla (193-217): Köln 20-24, SNG
v.Aulock 576-598 und 7032-7042; SNG Kopenhagen 498-509; Zeit des Macri-
nus (217-218): Köln 25; SNG Kopenhagen 510-511; SNG v.Aulock 599-601 und
7043; Zeit des Elagabal (218-222): SNG Kopenhagen 512-514; SNG v.Aulock
602,603 und 7044; Zeit des Severus Alexander (222-235): Köln 26-33; SNG
Kopenhagen 515-521; SNG v.Aulock 604-628 und 7045; Zeit des Maximinus
(235-238): Köln 34-65; SNG Kopenhagen 522-524; SNG v.Aulock 629-652 und
7046-7048; Zeit des Gordian III. (238-244): Köln 66-80; SNG Kopenhagen
525-528 (529 ohne Gewichtsangabe); SNG v.Aulock 653-665 und 7049-7050;
zeit des Philippus (244-249): Köln 81-132; SNG Kopenhagen 530; SNG v.
Aulock 666-694 und 7051-7055; Zeit des Traian Decius (249-251): Köln
133-144; SNG v.Aulock 695-699 und 7056-7058; Zeit des Trebonianus Gal-
lus (251-253): Köln 145-168; SNG Kopenhagen 531-532; SNG v.Aulock 700-
712 und 7059-7064; frühe Zeit des Valerian (253-ca.257; zur Einteilung
s.o.S.84-96): Köln 169-221,225-253,256-258 und 260-262; SNG Kopenhagen
533 und 535-542; SNG v.Aulock 713-723,726-728,730,731,7065-7067,7070-
7084,7087-7092 und 7096-7097; spate Zeit des Valerian (ca.258-ca.260;
zur Einteilung s.o.S.84-96): Köln 222-224,254,255 und 259; SNG Kopenha-
gen 534; SNG v.Aulock 724,725,729,732,7068,7069,7085,7086 und 7093-7095;
zeit des Macrianus (in Nikaia gepragt im Frühjahr 261): Köln 263; SNG
Kopenhagen 543-544; SNG v.Aulock 733-735 und 7098
Lokales Aesgeld 167

Noch unter Septimius Severus wurden in Nikaia fünf


Neminale hergestellt, namlich Tetrassaria, Diassaria, As-
saria, Hemiassaria und Chalkoi, also Münzen zu 4, 2, 1, i
und ~ As. Spater wurden in Nikaia nie mehr Neminale unter-
halb des Assarions gepragt.
Von Macrinus konnten in dieser Untersuchung nur Di-
assaria, von Elagabal nur Assaria erfaBt werden.
Zur Zeit des Severus Alexander gab es neue Assaria
und Diassaria, unter Maximinus Diassaria und unter Gordian
wieder Assaria und Diassaria, aber auch ein neues groBes No-
minal, wohl ein Oktassarion~ die herkömmlichen Neminale wa-
ren inzwischen so klein und leicht geworden, daB die Einfüh-
rung eines neuen groBen Neminals wünschenswert erschien.
Solche Oktassaria wurden in Nikaia aber nur unter Gordian
gepragt.
Das Basisgewicht des Assarions, auf dem diese Pragungen ba-
sierten, wurde von Emission zu Emission immer leichter.
In der Münzstatte arbeitete man al marao: Der Vorsteher ord-
nete an, aus einer Menge Metall, zum Beispiel einem römi-
schen Pfund (ca. 327g) eine bestimmte Anzahl Münzen zu pragen.
Unter Septimius Severus hatten aus dieser Menge 26 Diassaria
gepragt werden können, unter Macrinus 28, unter Severus Ale-
xander 36, unter Maximinus schon 44 und unter Gordian III.
schlieBlich 55.
Im Laufe der Zeit wurden also nur einige Münzen mehr aus
der zur Verfügung stehenden Metallmenge geschlagen, so daB
es dem "kleinen Mann" fast nicht auffiel. Die neuen Münzen
wurden ja ohnehin nur als Zusatz in den Münzumlauf der vie-
len alteren Geprage hinzugetan.
Gordians Nachfolger Philippus lieB in Nikaia aus-
schlieBlich recht ansehnliche Tetrassaria pragen, die aber
nur noch so viel wogen wie die alten Diassaria des Septi-
mius Severus. Wohl in dieser Zeit fanden die Punzierungen
dieser alten Diassaria mit der Zahl 6(=4) statt.
Das wird folgendermaBen vor sich gegangen sein:
168 4.Kapitel

Die irnmer kleiner und leichter ausgebrachten Diassaria


sollten genauso bewertet werden wie die alteren, die grös-
ser und schwerer waren.
Das funktioniert so lange, wie die Reduzierung nicht so of-
fenkundig ist, daB auf dem Markt neue Diassaria nicht rnehr
genauso tarifiert werden wie alte:
Ein Handler forderte für seine Ware einen Preis von, sagen wir, zwei
Assaria. Der Kunde besitzt in seinem Geldbeutel alte und neue Diassa-
ria: die alten abgegriffen, aber groB und schwer, die neuen klein und
leicht. Er wird dem Handler ein neues Diassarion geben wollen. Der aber
nalune viel lieber ein altes Diassarion, weil das einen gröBeren inneren
wert hatte als das neue. Der Handler wird nun sagen, daB sein Preis nur
für gutes altes Geld gilt. Wenn er also keine alten Münzen bekommt, sind
mehr von den neuen Diassaria zu bezahlen, zum Beispiel zwei; die Ware
sollte sornit ein altes Diassarion, aber zwei neue Diassaria kosten.
Der Kunde jedoch wird nun ·sagen, daB der Preis für neue Assaria zu gel-
ten habe. Wenn er in den alten Münzen bezahlte, hatte er einen niedri-
geren Preis zu zahlen, eben nur ein Assarion.
Diese Situation ist nur lösbar, indern man entweder die al-
ten Werte beibehalt und das neue Geld abwertet, oder indern
man die neuen Werte beibehalt, dafür aber die alten noch
urnlaufenden Münzen aufwertet.
Zu allen Zeiten war es den Machthabern peinlich, eingeste-
hen zu rnüssen, daB die neuen Münzen weniger wert sind als
die noch urnlaufenden alten Stücke. Deshalb wahlte man ganz
selbstverstandlich den Weg, den Sollwert des neuen Geldes
zu bestatigen und die alten Münzen mit dem höheren inneren
Wert entsprechend aufzuwerten.
Als unter Philippus also die neuen Tetrassaria gepragt wur-
den, die im Format vollstandig den severisehen Diassaria
entsprachen, bekarnen diese Diassaria folgerichtig den Wert
der Tetrassaria, was einige der Stücke mit ihrern Gegenstern-
pel n(=4) beweisen.
Darnit war das Norninaliengefüge wieder in Ordnung gebracht,
allerdings auf einern niedrigeren MünzfuB als früher.
Lokales Aesgeld 169

Unter Traian Decius wurden in Nikaia nur noch sehr


wenig Assaria hergestellt; der Vierer a la Philippus avan-
cierte zum Hauptnominal. Daneben gab es, mit dem Kopf der
Etruscilla, zum erstenmal Triassaria in Nikaia, wie auch
in Nikomedeia seitdem als Dreier ausgewiesene Münzen herge-
stellt wurden.
Der Usus, Dreier mit dem Kopf der Kaiserin oder des Thronfolgers aus-
zubringen, war in den untermoesischen Stadten üblich gewesen 133 • DaB
unter Traian Decius dieser Brauch in Bithynien eingeführt wurde, als
gerade die lokale Pragung in Untermoesien vollstandig eingestellt wor-
den war, ist sicher kein Zufall.
Auch unter Trebonianus Gallus und Valerian wurden im wesent-
lichen Vierer gemünzt, aber daneben auch noch sehr selten
Assaria (Waddington Tafel 88/11), einige Dreier und, unter Va-
lerian, Fünfer, die Doppelportraits tragen. Auch dieser Usus
ist aus Untermoesien entlehnt, wo der doppelte Kopf auf dem Avers immer
den Fünfer ausgewiesen hatte 134 •
Um 258 waren die Münzen so leicht geworden, daB ein neues
Tetrassarion das Format eines severisehen Assarions er-
reicht hatte. In dieser Zeit wurden viele der alten Münzen
mit Gegenstempeln versehen. Neu gepragt wurden lediglich
Achter, die aber - noch einmal reduziert - nur noch ein
Achtel des ursprünglichen Assarion-FuBes erreichten.
Wenig spater wurde die Pragung der letzten Oktassaria Ni-
kaias um 261 endgültig eingestellt.
Die Relation von Gewicht und Wert der Münzen sank
also standig. Das AusmaB dieses Absinkens laBt sich anschau-
lich darlegen an Hand des Gewichtes des theoretischen Assa-
rions, das den Pragungen zu Grunde lag.

133 ) B.Pick (1898) S.76, 159 mit Anm.1 und 189 mit Anm.4; B.
Pick/K.Regling (1910) 8.624-625
134 ) B.Pick (1898) S.77 und 8.188-189
NOMINALE IN NIKAIA (von Septimius Severus his Macrianus (193-261)) ....
...ı
o
(ErfaBt wurden die Münzen der Kölner Sammlung sowie der SNG Kopenhagen und der SNG v.Aulock;
die Zahl in Klammern vor den einzelnen Gewichten gibt die Anzahl der gewogenen Münzen an.)

~ Assarion ! Assarion 1 Assarion 2 Assaria 3 Assaria 4 Assaria 5 Assaria 8 Assaria

(193-217) (3) 2.37g (2) 3.98g (6) 7.19g (37) 12. 31g - (3) 25.54g
(217-218) - - - (7) 11.75g
(218-222) - - (6) 5.63g
(222-235) - - (11) 4.51g (30) 8.92g
(235-238) - - - (62) 7.34g
(238-244) - - (3) 3.42g (26) 5.94g - - - (5) 20.39g
(244-249) - - - - - (87) 11.55g
(249-251) - - (1) 2.85g - (2) 5.59g (17) 8.60g
1251-253) - - - - (8) 5.07g (37) 7.83g
(253-258) - - - - (3) 4.67g (132) 8.39g (5) 12.89g
(258-260) - - - - - - - (15) 6.38g
(261) - - - - - - - (7) 6.78g

""'
~
1-'·
ıT
f1)
1-'
Lokales Aesgeld ı7ı

Aus der Statistik auf 8.170 laBt sich das Gewicht des Ba-
sis-Assarions ermitteln. Die Methode dieser Berechnungen
ist eine verfeinerte Form des Weges zur Ermittlung von ge-
wichteten arithmetischen Mittelwerten ı 35

135 ) Die Münzen derselben Wertstufe xı, xı, ••• , xi werden ad-
diert zu xı + xı + ••• + xi (ı bezeichnet das erste, ı das zweite, i das
letzte Glied der arithmetischen Reihe). Diese 8umme wird durch die je-
weilige Anzahl der erfaBten 8tücke einer Wertstufe nı, nı, ... ,ni di-
vidiert. Daraus ergenen sich die jeweiligen Mittelwerte der einzelnen
Wertstufen xı, xı, ... , Xi. Diese Mittelwerte werden nun durch die Wer-
te der Münzen aı, aı, •.. ,ai dividiert zu xı : aı, xı : aı, ...•.... ,
xi : ai. Diese arithmetischen Mittelwerte werden nun in gewichtete arith-
metische Mittelwerte umgerechnet. Zu diesem Zweck werden sie mit der Hau-
figkeit der Münzen der einzelnen Wertstufen nı, nı, ... ,ni multipli-
ziert. Diese GröBen werden nun addiert und durch die Gesamtzahl der er-
faBten Münzen dividiert.
Das Gewicht des gesuchten Basis-Assarions Yı-i kann alsa durch die fal-
gende Formel dargestellt werden: ı - _ _
Yı-i = -(nı~ + nı~ + ••• + nix~)
n aı aı aı.

Als Beispiel sei die Berechnung des durchschnittlichen Assarion-Gewich-


tes der Zeit des Trebonianus Gallus (25ı-253) vorgeführt:
Es finden sich in der Kölner 8ammlung, der 8NG Kopenhagen und
der 8NG v.Aulock 8 Dreier (mit den Gewichten 6.48g; 5.58g; 4.66g; 5.76g;
4.7ıg; 3.77g; 5.06g und 4.52g) und 37 Vierer (mit den Gewichten 7.86g;
6.54g; 7.33g; 8.84g; 7.63g; 9.28g; 9.04g; 7.64g; 7.66g; 7.2ıg; 8.ııg;
8.84g; 6.46g; 6.76g; 8.55g; 9.45g; 7.ı3g; 9.22g; 7.ı8g; 7.52g; 7.79g;
6.3ıg; 7.53g; 8.68g; 7.23g; 7.02g; 7.38g; 8.07g; 6.75g; 8.65g; 6.6ıgı
7.88g; 8.ı8g; 9.04g; 8.ı4g; 8.25g und 7.99g) (zum Material vgl. 8.ı66
Anm.ı32).
Es sind die Werte xı = 5.07g und xı = 7.83g; n= nı +nı = 8 + 37 = 45;
aı = 3; aı = 4.
Diese Werte sind nun in die Formel einzusetzen:

Y(ısı-ıs3) = _!_(8· 5 " 07 g + 37· 7 "83 gl


45 3 4
ı
45(ı3.52g + 72.43g)

ı
= 45 . 85.95g

1.9ıg

Das durchschnittliche Assarion-Gewicht der erfaBten 45 Münzen der Epo-


che von 25ı bis 253 betragt alsa ı.9ıg.
Nach dieser Formel sind die Werte der Tabelle auf 8.ı72 ermit-
teltı die Fundstellen der dazu ausgewerteten Münzen sind oben auf 8eite
ı66 in der Anmerkung ı32 aufgeführt.
172 4.Kapitel

DAS GEWICHT DtS BASIS-ASSARIONS


(zur Methode s.o.S.171 mit Anm.135)
Aufwer-
Epoche Anzahl Gewicht in %
tungssatz
(193-217) (51) 6.22g 100 %

(217-218) (7) 5.88g 95 %


(218-222) (6) 5.63g 91 %
(222-235) (41) 4.47g 72 %
( 235-238) (62) 3.67g 59 % fast 2-fach
(238-244) (34) 2.95g 47 % ca. 2-fach
(244-249) (87) 2.89g 46 %
(249-251) (20) 2.25g 36 % fast 3-fach
( 251-253) ( 45) 1.91g 31 % über 3-fach
(253-258) (140) 2.10g 34 %
( (258-260) (18) 1. 57g 25 %) 4-fach
-t i- (zur Erlauterung s.u.S.173)
(258-260) (18) o. 79g 13 % ca. 8-fach
(261) (7) o.85g 14 % ca. 8-fach

An dieser Tabelle kann der Verfall des inneren Wertes der


Aes-Münzen aus Nikaia abgelesen werden.
Bis um 238 hatte sieh das Assarian-Gewieht halbiert, der
naminelle Assarian-Wert alsa verdappelt. Als 244 die graBen
Tetrassaria eingeführt wurden, bekarnen die alten Diassaria
severiseher zeit mit dem gleiehen Gewieht ihre Punzen mit
6(=4) eingesehlagen. Langsam aber stetig sank das Assarion-
Gewieht ab. Nur kurze Zeit naeh Gardians Tad wurden seine
neuen Oktassaria mit der Zahl I(=lO) punziert und als Dek-
assaria bewertet.
Die Entwieklung sehien zwisehen 253 und ea.258 abgebremst
warden zu sein, ja das Assarian-Gewieht der graBen Mengen
jener Münzen stieg sagar wieder leieht an.
Wenig spater verfiel der Kurs aber in Nikaia wie überall in
der Pravinz katastraphal. Das Assarian-Gewieht der Münzen
zwisehen 258 und 260 entspraeh, bei herkömmlieher Bewertung,
nur naeh exakt einem Viertel des severisehen Assarians.
Damals wurden viele der umlaufenden Münzen mit Wert-
Lokales Aesgeld 173

zeichen punziert; das Assarion-Gewicht dieser Stücke lag


nur noch bei 1. 45g (errechnet aus den Münzen, die oben zitiert
sind auf 5.144 Nr.G-40 und 43-58 sowie 5.145 Nr.59-62).
Diese MaBnahme wurde in vielen Stadten der Provinz
nach demselben MünzfuB durchgeführt.
Gleichzeitig oder nur wenig spater wurde der MünzfuB um
die Halfte reduziert; die neu gepragten Geldstücke in der
GröBe bisheriger Vierer sollten nun als Achter gelten, wie
die Punze H(=BJ auf solchen Münzen des Trebonianus Gallus,
des Valerian und des Gallienus zeigt 136 • Der MünzfuB war so-
mit auf ein Achtel des alten FuBes abgesunken.
Der Achter war nun das Hauptnominal in Bithynien.
Aber nur kurze Zeit nach dieser rigorosen Aufwertung wurde
in Nikaia und in den meisten anderen hisher prageberechtig-
ten Stadten der Provinz die Münzpragung eingestellt.

AESGELD-AUFWERTUNG UND ANTONINIAN-lNFLATION

Wie die mit Zahlen markierten Münzen beweisen, ist im 3.


Jahrhundert der Wert des lokalen Kleingeldes erheblich ge-
stiegen.
Dieser Wertzuwachs ist sicher nicht von selbst oder, ökono-
misch ausgedrückt, autonom entstanden; die Metallpreise für
Kupfer, Zinn, Zink und Blei sind nicht derart angewachsen.
Vielmehr ist sicher, daB der imrner höher deklarierte
Wert des Aesgeldes nur eine relative Anhebung bezeichnet,
die in Beziehung stand zu einem übergeordneten Nominal.

136 ) Das sieht man besanders deutlich bei der Nr.177 der 5NG
v.Aulock. Das Stück tragt den Gegenstempel H(=B). Neben diesem 5tück
ist die Nr.178 abgebildet, eine Gallienus-Münze mit der gleichen Zahl
im Reversstempel. Dieses 5tück ist aber erheblich kleiner als die Nr.
177 und noch nicht einmal halb so schwer.
174 4.Kapitel

Diese BezugsgröBe war der damals als einziges Geldstück


in groBen Mengen im Römischen Reich umlaufende Antoninian,
was in der neueren Forschung oft hervorgehoben wurde 137 •
Mit diesem Antoninian wurde die Inflation des reichsrömi-
schen Geldes im 3.Jhdt.n.Chr. wesentlich beschleunigt.
Das Nominal wurde im Jahr 215 von Caracalla eingeführt; die
Münze sollte als Doppeldenar umlaufen (vgl. Tafel 34 Abb.1-2
(Antoninian) und Abb. 3-4 (Denar)). Der An taninian erreichte aber
nur ein Sollgewicht von 5.11g, gerade so viel wie 1! Denare;
Denar wie Antoninian bestanden damals schon aus Silber, das
mit etwa 50% Kupfer legiert war (D.R.Walker, vol.3 (1978) 8.19-
22). Caracalla hat darnit ein Experiment wiederholt, das ei-
ne Generatian früher in der Provinz Kappadokien unternommen
worden war 1 3 8 •
In diese Zeit wird eine Inschrift aus der karisehen
Stadt Mylasa datiert. In dieser kaiserlichen Order werden
Personen, die ohne Erlaubnis Silbergeld wechseln - sicher
mit überhöhtem Profit- drakonische Strafen angedroht 139 •

137) L.C.West (1957) 8.110; T.B.Jones (1963) 8.341-344; J.P.


Callu (1969) 8.110 und 5.287-407.

138 ) Das haben schon T.Pekary (1959, 8.451-452) und D.R.Walker


(vol.II (1977) 8.84-85) bemerkt. Kürzlich ist ein umfangreicher 8chatz
kappadokischer 8ilbermünzen geborgen worden; er enthielt groBe Mengen
von 8ilbermünzen der Epochen von Vespasian bis Commodus. Der Fund wurde
in kleine und kleinste Partien zersplittert in den Handel geschleust.
Ein Pesten von 258 Exemplaren wurde in Köln angeboten. Der gegenwartige
Besitzer, Herr H.U.8eifert, hat dem Autor groBzügig gestattet, diesen
Teil des 8chatzes auszuwerten (eine Publikation darüber ist in Vorberei-
tung).
Die 190 8ilberstücke von Vespasian bis Marc Aurel basieren auf einem
Drachmengewicht von 3.28g; die 64 reduzierten Didrachmen des Commodus
erreichen aber nur noch ein Drachmengewicht von durchschnittlich 2.15g.
Das entspricht annahernd der MaBnahme des Caracalla: Auch in Kappadokien
waren die neuen 8ilberstücke zwar zwei Drachmen wert, wogen aber kaum so-
viel wie 1~ alte Drachmen; Denar und kappadokische Drachme waren im übri-
gen bis Marc Aurel gleichgestellt. Mit den Commodus-Didrachmen wurde die
provinziale 8ilberpragung Kappadokiens beendet; kleine Emissionen der 8e-
verer, des Macrinus und des Gordian III. hatten stadtisch-kaisareischen
Charakter.
139) OGI8 II 8.160-165 Nr.515; .
Th.Reınach (1896) 5.523-548; +
Lokales Aesgeld 175

Die Ausmünzung dieser Antoniniane wurde zwischen 219 und


238 ausgesetzt. Erst 238 begannen Balbinus und Pupienus
und dann besonders Gordian III., in groBen Mengen Antoni-
niane mit deutlich reduziertem Gewicht herstellen zu las-
sen.
Die Pragung von Denaren wurde schon 242 fast völlig einge-
stellt, denn sie ware unrentabel gewesen: Man konnte aus
derselben Metallmenge entweder drei Denare oder aber zwei
Antoniniane (= 4 Denare) pragen und wahlte natürlich den
zweiten Weg.
Im einzelnen ging die Entwicklung des Wertverfalls der An-
toniniane folgendermaBen vor sich 140 :
Pragezeit- ungefahres durchschnittlicher
ra um Gewicht Silbergehalt
215-218 5.11g so %
219 4.89g 46 %
238-239 4.45g 48 %
243-244 4.06g 42 %
249-251 3.85g 42 %
251-253 3.56g 35 %

Aus dieser Auflistung laBt sich der effektive Feinsilber-


anteil und darnit der Verlust des Antoninians an innerem
Wert ermitteln:
Pragezeit- ungefahrer Restbestand an
raum Silberanteil innerem Wert
215-218 2.555g 100 %
219 2.249g 88 %
238-239 2.136g 84 %
243-244 1. 705g 67 %
249-251 1. 617g 63 %
251-253 1.246g 49 %

T.R.S.Broughton (1938) S.895-897; R.Bogaert (1968) s.265-268 und der-


selbe (1976) S.27-30 Nr.24
140 ) Die werte sind errechnet aus den Angaben bei D.R.Walker,
vol.3 (1978): für die Epoche 215-218 (Caracalla-Macrinus) S.19-22; für
die Emissionen des Jahres 219 (unter Elagabal) S.23; für die Epoche
238-239 (Balbinus mit Pupienus bis in den Anfang der Regierung des Gor-
dian III.) S.36; für die spaten Emissionen des Gordian III. (243-244)
s.37-38; für die Epoche des Traian Decius (249-251) S.42-44 und für
die Epoche des Trebonianus Gallus (251-253) S.44-47.
176 4.Kapitel

Gewicht und Feingehalt des Antoninians sanken bis zur Jahr-


hundertmitte zusehends in kleineren Schritten, darnit der
öffentlichkeit nach Möglichkeit der EntwertungsprozeB ver-
schleiert wurde; eine typische Erscheinung, die zeigt, daB
den Menschen trotz der Inflation eine Geldillusion vorge-
gaukelt werden sollte - ein damals wie heute ahne Skrupel
geübtes Verfahren 141 •
Unter Valerian schwankte der Silbergehalt des Antoni-
nians schlieBlich zwischen etwa 20% und 10% (P.Tyler (1975)
s.17), und die Münzen von Macrianus und Quietus wiesen nur
noch 13% bis 15% an Silber auf (P.Tyler (1975) S.19).
Damals weigerten sich Geldwechsler in Agypten, das
alte, vollwertige Aesgeld gegen die neuen, verraterisch
kupfern schimmernden "Silber"-Münzen einzuwechseln. Dem zu-
standigen Strategos fiel auBer Drohungen nichts zur Lösung
des Problems ein 142 •
In der Zeit der Alleinherrschaft des Gallienus (260-268) be-
stand der Antoninian nur noch aus Kupfer mit wenigen Pro-
zenten Silber. Den erbarmlichen Münzen wurde durch die Me-
thode des WeiBsiedens ein silbriges Aussehen gegeben, aber
nach kurzer Zeit des Umlaufs trat das Kupfer deutlich zu
Tage; von den unglaublichen Mengen an Gallienus-Antoninia-
nen, die heute noch erhalten sind, weisen nur wenige Exem-
plare Reste des Silbersudes auf.
Sowohl dieser Silbersud, die AgÔxwo~~, als auch das
Strecken des Edelmetalles waren damals in der Alchimie be-
kannt; mehrere Rezepte sind überliefert 143 •

141) Vgl. dazu W.Gieşecke (1938) S.175-176 und prinzipiell


G.Schmölders (1975) S.45-68
142)
P.Oxy XII S.23-25 Nr.1,411ı - Vgl. auch M.Rostovtzeff
(o.J.) S.179 Anm.5; T.R.S.Broughton (1938) S.449-450; A.S.Hunt/C.C.
Edgar. Select Papyri II (1934) S.126-129 Nr.1411; M.-R.Alföldi
(1978) vol.1 S.159.
143) .
O.Lagercrantz (1913) S.147-157ı H.Dıels (1920) S.142ı -
Vgl. auch J.Hengstl (1978) S.274-275 Nr.112.
Lokales Aesgeld 177

Erst unter Aurelian wurde mit einer Münzreform be-


gonnen. Doch ganz erholt hat sich das Imperium Romanuro von
der fahrlassigen Vernichtung der Silberwahrung im dritten
Jahrhundert und deren verheerenden Folgen nie mehr.
Die Entwertung des Antoninians vollzog sich also in
vielen kleinen Schritten, ahnlich wie die Aufwertung des
lokalen Aesgeldes.
Die Silber- und Goldmünzen der römischen Kaiser hatten in
einem festen Verhaltnis zu den Aespragungen der Provinz-
stadte gestanden. Nun war der innere Wert der Reichsmünzen
drastisch vermindert worden, wahrend die Münzen der Stadte
ihren Metallwert behielten. Der bisherige Wechselkurs war
unrealistisch geworden; die Menschen müssen in Versuchung
gewesen sein, das wertbestandige Kleingeld der Stadte zu
horten. Der Fundkomplex in der Kölner Sarnınlung bestand
ja eben nicht aus Antoninianen, sondern aus Massen dieser
lokalen Aesmünzen. Man hat also den veranderten inneren
Wert der beiden Geldsorten berücksichtigt und das Aesgeld
der Stadte gegenüber dem Reichsgeld aufgewertet.
Es wurde nicht mehr vorgegaukelt, der inflationierende An-
toninian hatte noch den gleichen Wert in alten Assaria ge-
habt wie eine Generatian früher, sondern seine Silberver-
minderung wurde durch die Kurserhöhung des lokalen Aesgel-
des wieder mehr als ausgeglichen: Der Vergleich der beiden
Statistiken (s. o.S.172 bzw. s.175) zeigt, da B die lokalen Aes-
münzen schneller aufgewertet wurden als der Verfall des
Antoninians vor sic h ging: (die inneren \ver te in %)
Antonini an Aesgeld aus Nikaia
um 218 100 % 100 %
um 219 88 % 96 %
um 238 84 % 49 %
um 244 67 % 48 %
249-251 63 % 38 %
251-253 49 % 33 %
Die zweite und bei weitem umfangreichste Phase der Wertmar-
178 4.Kapitel

kierungen fand um 258 statt. Der innere Wert des Antonini-


ans war auf kaurn rnehr als ein Viertel seines ursprünglichen
Wertes abgesunken: Aus den Messungen von P.Tyler (1975, s.17)
ergibt sich ein Feinsilberanteil von durchschnittlich nur
noch o.567g je Antoninian. Das sind 23% der 2.555g Silber,
die in den Antoninianen des Caracalla einst im Durchschnitt
enthalten waren.
Gleichzeitig hatte die Aufwertung des bithynischen Aesgel-
des auch im Westen das vierfache des Wertniveaus der alten
Münzen aus der severisehen Zeit erreicht. Im Osten, beson-
ders in Arnastris, war mit den Aufwertungen schon bedeutend
früher begonnen worden; nun folgten die Aufwertungssatze
im Westen und im Osten demselben MünzfuB.
Wahrend das alte Geld konterrnarkiert wurde, erschei-
nen auf den neu gepragten Münzen oft Wertzeichen.
Diese falgen einern anderen MünzfuB: Noch einrnal ist der
MünzfuB halbiert worden, und seit 258 war das Kleingeld
der Provinz Bithynia et Pontus auf das achtfache seines
ursprünglichen Wertes angehoben.
Diese Wertrnarkierungen sind also als Zeugnisse aufzu-
fassen für beherzte Versuche, die aus den Fugen geratenen
Wertrelationen von Antoninian und lokalern Kleingeld wieder
"in den Griff zu bekornrnen" und so zu fixieren, daB die Geld-
wirtschaft funktionsfahig erhalten werden konnte.
Als in Bithynia et Pontus nach 258 die urofassende Pun-
zierungsaktion mit einer rigorosen Wertanhebung des lokalen
Aesgeldes korobiniert wurde, trat dort neben den allgerneinen
Grund des Sturzes des Antoninians in Bodenlose sicher noch
ein spezieller Grund: die Finanzierung des Wiederaufbaues
und der neuen Verteidigungsausgaben nach der groBen Goten-
invasion dieses Jahres, der unter anderern die beiden wich-
tiqsten Stadte, Nikornedeia und Nikaia, zurn Opfer fielen.
Lokales Aesgeld 179

Es bleibt zu fragen, welche Instanz diese Geldpoli-


tik der Provinzialen angeordnet, getragen oder zumindest
sanktionierend geduldet hat.
Letztlich hatte der Kaiser darüber zu befinden bzw.
sein Statthalter, der Proconsul von Bithynia et Pontus.
Dieser Statthalter wurde für die Provinz Bithynia et Pon-
tus seit Marc Aurel unmittelbar vom Kaiser bestimmt; er
war natürlich ein enger Vertrauter des Kaisers.
In den ersten beiden Jahrhunderten n.Chr. war die Geldwirt-
schaft der römischen Regierung gesund und ausgeglichen.
Der römische Kaiser hatte, wie er es in vielen anderen Din-
gen tat, den Stadten Kleinasiens das Pragerecht belassen
oder dieses den Stadten gar erst zuerkannt.
Dieses Recht war eingeschrankt durch das Verbot, Sil-
bermünzen oder Goldstücke zu pragen; Gold wurde in Klein-
asien nie lokal ausgemünzt; Silberpragungen gab es dort nur
als überregionales Geld (z.B. Kistophoren ohne Ethnika und kappa-
dokisches Provinzialgeld) oder als besandere stadtische Fest-
pragungen bei Kaiserbesuchen; solche Münzen wurden aber
nur sehr sel ten gepragt (z .B. in Aınisos, Mopsos und Aigeai un ter
Hadrian und in Ta:tsos unter Caracalla). Die kaiserliche Regierung
wollte sich aus verstandlichen Gründen das Monopol der
Edelmetallpragung nicht nehmen lassen.
AuBerdem muBte das Portrait des Kaisers oder eines
anderen Mitgliedes der kaiserlichen Familie auf den aller-
meisten Münzen abgebildet sein.
AusschlieBlich quasi autonome Münzen ohne Kaiserportrait
zu pragen, war ein seltenes kaiserliches Privileg, dessen
sich nur wenige Stadte erfreuen durften (z.B. Athen, Chios,
Termessos meizon u. a.m.); in vielen anderen Orten wurden solche
Münzen allenfalls als Erganzung der Kaiserserien herge-
stellt (z.B. in Tios, Byzantion, ~aodikeia am Lykos und in vielen an-
deren Stadten).
Ansonsten war die stadtische Münzpragung offenbar nur wenig
reglementiert.
180 4.Kapitel

Das gilt besanders für den wirtschaftlichen Bereich.


In den ersten beiden Jahrhunderten lieferte die lo-
kale Münzpragung Kleinasiens nur das Kleingeld zu den gol-
denen und silbernen Reichsmünzen. Die Kaiser waren sicher
froh, daB ihnen die Sorge um die Aesgeld-Versorgung des
wirtschaftlich hoch entwickelten griechischen Ostens von
den Provinzialen abgenommen wurde: die römische Regierung
hatte ohne Zweifel Wichtigeres zu tun, als sich um die Her-
stellung der "Pfennige" für den reichen Osten zu kümmern.
Der wirtschaftliche Nutzen dieser lokalen Aesgeld-
Pragung kam den emittierenden Stadten zu Gute.
DaB die Stadte beim Auspragen von Münzen einen Gewinn er-
zielten, ergibt sich klar aus einer hellenistischen In-
schrift der Stadt Sestas am Hellespont 144 •
Neben dem "Schlagschatz" 145 , also derDifferenz aus den
Material- und den Pragekosten und dem - natürlich höhe-
ren - Wert der Münzen, hatten die Stadte sicher noch an-
dere Vorteile, wenn sie eigene Münzen pragten.

Im dritten Jahrhundert hatte sich die Situation


grundlegend geandert:
Die Reichswahrung war zerrüttet und die lokale Aesgeld-
Pragung an ihre Stelle getreten. Die Stadte emittierten
ihr eigenes wertbestandiges Aesgeld in bislang unerreich-
ten Mengen.

144)
Marshall. Greek Inscriptions in the British Museum IV 2, Nr.1000 =
J.Krauss, I.K.19 (1980) 5.14-63 Nr.1, darin 5.34 Z.44-48ı - vgl. auch
den Koromentar ebd. 5.54-SSı - 5iehe auch L.Robert. Monnaies Grecques
(1967) 5.104 und ders. Revue Numismatique VI 15 (1973) 5.49-53ı K.W.
Harl (1978) 5.98-99.
145 ) zur Definition vgl. F.v.5chrötter (1930) 5.603-604.
Lokales Aesgeld 181

Wie die Aesmünzen von den Stadten weitgehend selb-


standig gepragt wurden, so nahmen die Verantwortlichen
in den Stadten auch die Tarifierung der eigenen Münzen
vor; sie hatten sich dabei natürlich an bestimmte Richt-
linien zu halten. Sonst ware die metrologische Gleichartig-
keit der kleinasiatischen Aesmünzen nicht zu verstehen.
Dieses stadtische Münzrecht helegen lokale Eigenheiten der
Wertmarkierungen 146 •
Andererseits macht die überregionale Verwendung gleicher
Münzf~6~wahrscheinlich, daS die Aufwertung des Aesgeldes

koordiniert durchgeführt worden war.


Wahrscheinlich wurde die lokale Geldpolitik auf den Koi-
noboulia, den provinzialen "Landtagen" angeregt, heraten
und beschlossen 147 •
Einen Hinweis darauf könnte man darin sehen, daS die Auf-
wertungssatze in Bereich des bithynischen Koinon gleich wa-
ren, aber sich bis unter Valerian und Gallienus von denen
des pontischen Koinon unterschieden. Zu diesem pontischen
Koinon gehörten wohl auf die Stadte Herakleia und Tios, die
heute üblicherweise zu Bithynien gezahlt werden (s.o.s.151-
152). Aber solche Aktionen bedurften sicher der Sanktio-
nierung von seiten des Proconsuls.

146 ) Als Beispiele seien genannt: Al Bithynien: In Kreteia-


Flaviopolis wurde nicht der Wert, sondern der Aufwertungssatz (B =
"doppelt") verwendet (s.o.S.146 Nr.124-126); in Prusias am Hypios
gab es Zahlen von 12 und von 24 Assaria (s.o.S.146 Nr.127-129);-
B) Pontos: In der Colonia Sinope taucht die Denarsigle M als Wertzei-
chen auf (s.o.S.150 Nr.287-293); -C) Pisidien: In Ariassos wurden die
Wertzeichen nicht, wie sonst üblich, als erhabene Chiffren in die Mün-
zen geschlagen, sondern als vertiefte Zeichen (H.v.Aulock (1977) Nr.
401,416-419,423,434-436 und 471);- D) Kilikien: In Soloi-Pompeiopolis
steht auf Münzen neben der Wertzahl 8(=6) immer das Neminal A(oo&pLov)
(SNG Kopenhagen 247-249 und SNG v.Aulock 5892-5896).

147 l Besonders im ersten Jhdt.n.Chr. hatten kleinasiatische Koi-


na Münzen pragen lassen (vgl. J.Deininger (1965) 5.170-172). Spater
stellten die Stadt.e, in denen die Landtage stattfanden, oft Münzen her,
die auf die Koinon-Sitzungen eder die damit verbundenen Festlichkeiten
Bezug natunen.
182 4.Kapitel

Aber diese Regulierung der Wertverhaltnisse von Münz-


sorten kam praktisch darauf hinaus, daB man die Wirkungen
der Geldpolitik der Reichsregierung zu beeinflussen ver-
suchteı mit Hilfe des lokalen Geldes wurde die inflationi-

stische Wahrungspolitik der Römischen Kaiser immer wieder


neutralisiert: Was half es schlieBlich den Regierenden,
wenn sie sich durch die Verschlechterung der Münzen neue
Einkünfte zu verschaffen suchten, solange die reichen
Stadte Kleinasiens diese MaBnahme durch ihr eigenes Münz-
geld egalisierten und darnit den Gewinn zunichte machten,
welchen sich die Verwalter des staatlichen Fiscus von der
Münzverschlechterung erhofft hatten ?
Darnit war schlieBlich eine relative Abwertung der Reichs-
wahrung verbunden, und insofern standen die geldpolitischen
Aktivitaten der Stadte des Ostens im Widerspruch zur Wah-
rungspolitik der Zentralregierung.
Solange die Antoninian-Inflation kaum merklich schlim-
mer wurde und die Aufwertung des lokalen Aesgeldes genauso
unauffallig vor sich ging, haben die Kaiser den Kurs der
Provinzialen offenbar geduldet.
Aber schlieBlich hat Gallienus den Eigenmachtigkeiten der
Stadte rigoros einen Riegel vorgeschoben und kurzerhand
den meisten der prageberechtigten Stadte die lokalen Münz-
emissionen untersagt. Das geschah nur kurze Zeit nach der
allgemeinen Aufwertung auf den achtfachen Satz, die eine
Folge des Gotensturms gewesen war. Münzen, die sicher nach
259 gepragt sind, gibt es in Bithynien nur aus Nikaia (z.B.
Kölner Saımnlung 263) , bzw. au s Herakleia (Macrianus: SNG v .Aulock
465). Die letzten Münzen der anderen Stadte tragen über-
raschend haufig Wertzeichen bereits im Münzstempelı die
letzten Münzen der Colonia Sinope sind nach der lokalen
1\.ra datiert ins Jahr 260 n. Chr. (s.o.s.ıso Nr. 287-293). Aber
kaum hatten die Zustandigen in Sinope zum erstenmal in ih-
rer Geschichte Wertzeichen auf ihre Münzen gesetzt (namlich
die Denar-Sigle M) , wurde ihnen die Münzpragung untersagt.
Lokales Aesgeld 183

Es scheint daher sicher zu sein, daB die Goteninva-


sion von 258 nur mittelbar der Grund des Versiegens der
lokalen Münzpragung in dieser Gegend war. Der eigentliche
AnlaB war die rigorose Aufwertungspolitik der Verantwort-
lichen in den prageberechtigten Stadten. Diese Politik
wollte die zentrale Regierung nicht mehr dulden.
Dieses Ende der lokalen Münzpragung kam nicht frei-
willig zu stande; nur auf kaiserlichen Druck hin werden
die Stadter auf dieses Wirtschafts- und Kommunikations-
medium verzichtet haben.
Seitdem wurde von den Kaisern das Ziel verfolgt,
die Münzpragung zu rationalisieren und vollstandig zu
kontrollieren.
Die letzten lokalen Münzstatten Kleinasiens muBten unter
Aurelian (270-275) und unter Tacitus (275-276) schlieBen.
Diocletian (284-305) hat die Münzpragung schlieBlich ganz-
lich vereinheitlicht; er hat sogar die seit Jahrhunderten
eigenstandige Pragung in ~gypten untersagt.

Von nun an wurden in nur wenigen und leicht über-


schaubaren Reichsmünzstatten weitgehend uniforme Geprage
in groBen Stückzahlen hergestellt.
Die Münzen aus Nikomedeia zum Beispiel, der einzigen Münz-
statte auf bithynischem Boden, lassen nichts mehr verspüren
von den abwechslungsreichen, erfrischend lokalen Emissionen
der alten Zeit.
INDEX DER STXDTE~ DEREN MUNZEN BESPROCHEN WURDEN (auBer
Nikaia)

AIGEAI 179 LAODIKEIA (Phryg.) 120,179


AKRAGAS 110 LUGDUNUM 116
ALEXANDRIA (Aeg.) 121,124,126,
MARKIANOPOLIS 157,158
139,183
MEDIC-.ANUM 44
AMASTRIS 129,131,142,143,149,
MIDAION 49
151-153,158-161,173
MILET 48,139
AMISOS 48,125,179
MOPSOS 73,179
ANAZARBOS 35,72,73
MYLASA 174
ANTIOCHIA (Syr.) 44,61,83
APAMEIA Ml~LEIA 5,62,129 NIKOMEDEIA 1,5,31,32,34,43,51,
APHRODISIAS 73 62,63,69,74-76,93,
APPIA 49 114,127,130,132,134,
ARIASSOS 181 136,137,141-143,145,
ATHENAI 53,179 146,151,155,158-160,
ATTALEIA (Pamph.) 73 178,183
NYSA 68
BITHYNION KLAUDIOPOLIS 5,115,
116,129,131,141-143, PERGAMON 139,156,180
146,158 PERGE 73
BIZYA 90,91,158 PERINTHOS 72,158
BYZANTION 43-48,50,51,54,63, PERPERENE 139
69,77,89,158,179 PHILADELPHIA (Lyd.) 61,64
PRIENE 153
CAESAREA MARITIMA lll PRUSA 5,62,115,129,131,
CHIOS 156,179 134,135,137
DELPHOI 120 PRUSIAS am Hypios 115,118,129-
DIOKAISAREIA 123 131,137,141-143,146,
DORYLAION 22-24 151,153,160,181
ELAIA 124,139 ROM 44,53,76,85,110,115,
EPHESOS 68,75,139,153,156 121-124,126,138,155-
157,174-183
FLAVIOPOLIS 123
SAITTAI 120
HELIOPOLIS 68 SAMOSATA 83
HERAKLEIA FONTIKE 5,88, 113, SARDEl S 75,153
129,141-143,146-148, SESTOS ıso
151-153,159,160,182 SIDE 73
HIERAPOLIS KASTABALA 124 S ILANDOS 139
HYPAIPA 68,124 SINOPE 75,142,143,150-152,
I AS OS 127 160,181,182
IONOPOLIS ABONUTEICHOS 142, SMYRNA 139
143,149,151,152,159 SOLOI POMPEIOPOLIS 181
ISAURA 139 STRATONIKEIA (Kar. ) 139
JULIOPOLIS 5,129,141,143,146, SYEDRA 43,73
ısı SYNNADA 73
SYROS 156
KAISAREIA GERMANIKE 129,130,
134,137 TABAI 153
KAISAREIA (Kapp.) 174,179 TAR SOS 69, 72, 73,179
KALCHEDON 5,129 TERMESSOS MEIZON 179
KIOS 5,62,129,130,134, TIOS 48,129,141-143,148,
137,141,143,151 149,151-154,158,159,
KLAZOMENAI 139 179
KORINTH ll 0, TOMIS 115,156
KRETEIA FLAVIOPOLIS 129,143, TRALLEIS 68,73
146,153,160,181 TRIPOLIS (Lyd.) 36
KYZIKOS 62 VINDONISSA 110
TE I L II

KA T A L OG
MI T

K O MME N T A R E N
189

ZUR BE N U T Z U N G DES KA T A L O G E S
Nür~INALE Die 263 Münzen wurden mit ihren antiken Namen
bezeichnet, die sie im Zeitpunkt ihrer Pragung
trugen. Diese Benennungen sind ein Ergebnis der metrologi-
schen Untersuchungen oben auf 8.141-183.
In der Kölner Sarnrnlung von Münzen aus Nikaia befinden
sich Pragungen der falgenden Nominale:
griechisch r8misch
Chalkus (~ Assarionl Quadrans
Hemiassarion n Assarionl Semi s
Assarion As
Diassarion (2 Assarial Dupondius
Triassarion (3 Assarial
Tetrassarion (4 Assarial Sestertius
Pentassarion (S Assarial
Oktassarion (8 Assarial Doppelsestertius
Alle Münzen, die nicht mehr nach dem vollgewichtigen Assa-
rionfuB des 1. und 2. Jhdts. n. Chr. ausgebracht word en si nd,
erhielten in der Beschreibung den Vermerk REDUZIERT.

STEMPELSTELLUNG Die Stempelstellung bezeichnet den


Grad der Abweichung der Achsen des
Avers- und des Reversstempels zueinander.
Die Stempelstellung ist in Winkelgraden angegeben.

METALL Alle 263 Münzen bestehen aus unedlem Metall.


Fast alle Stücke haben eine goldgelbe Metall-
farbe, bestehen also aus Orichalcum, dem Messing der An-
tike.

ZUSTAND Der Zustand der Münzen ist differenziert nach


Abnutzungsgrad und Korrosionsgrad vermerkt:
An erster Stelle wird der Grad der Abnutzung der jeweili-
gen Münze angegeben, sedann gegebenenfalls die Patinasor-
te. Die meisten Stücke starnrnen aus einem Fundkomplex und
sind durch eine scharfe Reinigung stark in Mitleidenschaft
gezegen worden (s.o.s.4-Sl.
190 Katalog

TECHNISCHE BESONDERHEITEN
GEGOSSENE MüNZEN 262 Exemplare sind gepragt; nur ein
einziges Exemplar (Nr.258) ist ge-
gossen worden. Der GuB einer Münze ist erheblich weniger
aufwendig als die Pragung. Deshalb wurden in Kleinasien
hin und wieder, trotz der technischen Mangel des Gusses
gegenüber der Pragung, Münzen gegossen. Das Verfahren
fand Anwendung bei groBem Bedarf an lokalen Geldstücken
und einer zu geringen Kapazitat der Münzstatte.

ÜBERPRAGUNGEN Eine überpragung liegt vor, wenn zur


Herstellung einer Münze kein neuer
Schrötling verwendet wurde, sondern eine fertig gepragte
Münze (Nr.206).
Zuweilen wurde die Rückseite einer Münze zuerst mit einem
Reversstempel gepragt und sogleich mit einem anderen ein
zweitesmal (Nr.202).

DOPPELSCHLAG Wenn beim Pragevorgang zwischen den Hammer-


schlagen der Pragestempel abspringt oder
die Münze verrutscht, werden die Münzbilder doppelt auf
den Schrötling gepragt (z.B. bei Nr.99 und 125).

SCHRÖTLINGSRIB War der Schrötling beim Pragevorgang


zu sehr erkaltet, riB er am Rand auf
(zum Beispiel bei Nr.99, 133 und 206).

STEMPELBRUCH Es kam vor, daB ein Pr~gestempel wahrend


der Benutzung schadhaft wurde.
Er riB manchmal auf. Der STEMPELRIB hinterlieB auf der
Münze einen erhabenen Grat (~.B. bei Nr.153-155).
Brach der Sternpel auf oder brachen Stücke des Sternpel-
bildes aus oder ab, lag ein STEMPELBRUCH vor (z.B. Nr.101).
zur Benutzung 191

ZENTRIERPUNKT Fast alle 263 Münzen weisen sogenannte


Zentrierpunkte auf.
Es handelt sich dabei um konische Einhiebe auf beiden
Seiten der Münzen.
Der Name wurde für ein Phanomen der ptolemaischen Aes-
pragung eingeführt. Er hat sich auch als Bezeichnung
für jene kleinen Löcher im Feld der meisten griechischen
Aesmünzen der römischen Kaiserzeit eingebürgert.
Obwohl die Bezeichnung nicht unproblematisch ist, wird
sie daher beibehalten.
Diese "Zentrierpunkte" finden sich nie genau in der Mitte
der Münzen, sondern etwas zum Rand hin versetzt. Es korn-
men auch einige auffallend dezentrierte Löcher vor (nur
auf dem Avers: Nr.220; nur auf dem Revers: Nr.178, 183,
191, 204 und 231 und auf beiden Seiten: Nr.53, 54, 78,
100, 104, 139, 174, 189, 199, 212, 224 und 254).
In keinem der Falle liegen diese Löcher auf Avers und
Revers genau übereinander; sie bilden keine gedachte
Linie durch die Münze hindurch. Daher können sie nicht
von einer Zange herrühren.
Die Tiefe der Löcher ist auBerordentlich unterschiedlich.
Es kommen sehr tiefe "Zentrierpunkte" vor (Nr.37, 57, 118,
119, 193, 196, 199, 224, 235, 239 und 246), aber auch sol-
che, die so winzig sind, daB man sie kaum erkennen kann
(z.B. Nr.96, 112, 144, 159, 200, 215 und 242).
Vereinzelt finden sich auf den Münzen sogar zwei dieser
Punkte (nur auf dem Avers: Nr.90 und 135; nur auf dem
Revers: Nr.188 und 225; auf beiden Seiten: Nr.12).
Anbringung und Zweck dieser "Zentrier-
punkte" sind bislang ungeklart (vgl. B.Pick/K.Regling
(1910) S.621 mit Anm.2).
An Hand der Kölner Sammlung lassen sich jedoch einige
Aussagen treffen.
Der Dorn, mit dem diese Löcher geschlagen wurden, war
nicht Bestandteil des Pragestempels, denn dann müBten
diese Löcher bei stempelgleichen Münzen an jeweils der
gleichen Stelle des Münzbildes auftreten. Das ist aber
nie der Fall.
192 Katalog

weiter zum Diese "Zentrierpunkte" waren wohl eher


ZENTRIERPUNKT die Nebenwirkung eines Arbeitsganges
bei der Vorbereitung der 8chrötlinge.
Es ist zum Beispiel an den folgenden ProzeB zu denken:
Die 8chrötlinge wurden hergestellt, in-
dem man von einer 8tange Teile abhackte und diese 8tücke
auf sogenannten Tüpfelplatten zu Linsen oder Kugeln zu-
sammenschmolz. Der Arbeitsgang war sehr einfach und wenig
zeitraubend (vgl. C.v.Ernst (1902) 8.311-312).
Die 262 gepragten Münzen aus Nikaia wurde alle aus solchen
Linsen hergestellt. Das zeigen die meist auffallend runden
und gleichmaBigen Rander der Münzen, die keinerlei Feil-
spuren aufweisen (vgl. c~v.Ernst (1902) 8.308-309).
Von diesen 8chrötlingen muBten in glühendem Zustand
8chlacke und andere Verunreinigungen entfernt werden.
Vielleicht hat man zu diesem Zweck die heiBen Linsen auf
eine Platte gelegt, provisorisch zwei 8eiten (die spatere
Vorder- und Rückseite) mit dem Hammer abgeflacht und einen
groBen, nagelartigen Dorn hineingeschlagen.
Mit diesem Dorn konnte der Münzarbeiter das glühende Me-
tallstück festhalten, wahrend er es sauberte. War die
eine 8eite gereinigt, wurde der gleiche Vorgang auf der
anderen 8eite wiederholt.
Der so praparierte 8chrötling konnte nun mit einer Zange
aufgenommen und der eigentlichen Pragung zugeführt werden.
Diese Deutung ist geeignet, die stark
variierenden 8tellen und Tiefen der "Zentrierpunkte" auf
den Münzen zu erklaren.
zur Benutzung 193

LEGENDEN Die Legenden werden in aufgelöster Form


geschrieben.
Die Wortteile, die auf der jeweiligen Münze stehen,
sind in Majuskeln aufgeführt, Erganzungen jedoch in Mi-
nuskeln, wobei die Akzente berücksichtigt werden.
Auflösungen stehen in runden Klammern ( ) ; Buchstaben,
die auf der Münze ader auf dem Sternpel standen, aber
nicht mehr lesbar sind, werden in eckige Klammern [ ]
gesetzt.
Beispiel (Nr.106): MAPKIA OTAKI(ALa)- CE[OYHPA A]Yf(oDoTa).
Auf der Münze stehen die Buchstaben MAPKIA OTAKI - CEOYHPA
AYr, von d~nen der Teil OYHPA A nicht mehr lesbar ist.

GEGENSTEMPEL Die Richtung, in der ein Gegenstempel in


eine Münze eingeschlagen ist, wird in Win-
kelgraden angegeben. Der Begriff "Richtung" ist analog zur
Verwendung bei der Stempelstellung gebraucht: Der Terminus
gibt an, um wieviel die gedachte Vertikalachse des Gegen-
stempelbildes von der des Münzstempelbildes abweicht.

ZlT I ERWE I SEZur Auffindung von Katalogzitaten wurden


alle Publikationen durchgesehen, die in der
Literaturliste angegeben sind.
AuBerdem wurden eine Fülle von Auktionskatalogen und Li-
sten des Münzhandels berücksichtigt.
Es sind bei der jeweiligen Münze nicht alle die Publika-
tionen aufgeführt, in denen eine solche Münze NICHT auf-
geführt ist.
Beispiel (Nr.107): "SNG v.Aulock 691 (stempelgleichl"
Das heiBt: Ein stempelgleiches Exemplar
findet sich in der SNG von Aulock unter der Nummer 691;
die Münze ist ansonsten unpubliziert und weder in wis-
senschaftlicher Literatur noch in Katalagen und Listen
des Handels abgebildet, beschrieben ader erwahnt.
GAIUS PAPIRIUS CARBO (PROCONSUL 62-59 V.CHR,(?))
001 DICHALKON (= HEMIASSARION)(?)J 3.46g, Jahr 222 der
bithynischen ~ra (= 62/61 v.Chr.?), Stempelstellung
360°, glatte, grüne "Malachit"-Patina, Metall Ori-
chalcum, nicht sehr abgegriffen
Vs: Kopf des Apollon mit Lorbeerkranz nach rechts,
dahinter NIKAIEnN, darunter die Datierung BKE
und das Monogramm~
Rs: EITI rAIOY 1 ITAITIPIOY 1 [K]APBQNO[E]
Ein Thyrsos , geschmückt mit Bandern
Mit dieser Rombination von Datierung und Beizeichen
ist das Stück lediglich aufgeführt in: Knopek/Köln,
Katalog der Auktion vom Mai 1979 Nr.197 (dieses Ex-
emplar)
In anderer Rombination wurden solche Münzen haufig
zitiert: Mionnet, Band 2 Typ 207 Mionnet, Suppl.S
Typ 398 BMC Typ 7 Waddington Typ 8 SNG Kopenha-
gen Typ 467 HCC Typ 2 SNG v.Aulock Typ 534
zum Proconsul Gaius Papirius Carbo: Münzer (1949) Sp.
1021-1022; T.R.S.Broughton (1952) S.173, 181, 185 und 191.
zur bithynischen ~ra: Das Epoahenjahr der bithynisahen lira
wurde früher ins Jahr 288 v.Chr. gelegt (Sanalementianum, Band
III, 8.235-241). R.Fruin (1933, S.29-36) nahm dagegen das Todes-
jahr des Lysimaahos als Anfang der lira an, deren erstes Jahr da-
naah 283/282 v.Chr. gewesen ware. G.Perl (1968, 8.299-330)
sahlug als Epoahenereignis den Abfall der Maahthaber in Bithynien
von Lysimaahos vor. Das erste Jahr der bithynisahen lira datierte
er sornit auf 282/281 v.Chr.
zu den Darstellungen: Im Museum von Iznik (Nikaia) befinden
siah ein dem Apollon geweihter Altar (S.Şahin (1979) S.31b Nr.33)
und mehrere Weiheinsahriften für Apollon (S.Sahin (1981) S.169a-
169b, Nr.1032 und 1033, S.171a Nr.1034 (Apolıon Garzaios) und
S.171b Nr.1035 (Apollon Lykios)); vgl. auah TAM 4,1 Nr.d7-51.
Der ~yrsos war Attribut und Bestandteil des Dionysoskultes.
Dionysos wurde als sagenhafter Gründer der Stadt Nikaia ange-
sehen. Vgl. dazu den Kormıentaro zu Nro.16.
Zu Datierung und Beizeichen: Diesen Typ kennt man in der
Faahliteratur bislang nur mit der Datierung 6KE (= Jahr 224, bei
SNG Kopenhagen und BMC 6 unleserliah) und dem Beizeiahen M neben
dem Thyrsos. Das Monogromm auf dem Avers ist ~ (BMC 5-6; SNG
v.Auloak 534 und Waddington 8) oder unleserliah (BMC 7 und SNG
Kopenhagen 467), Mionnet führte ein Exemplar mit 6KE und M (Band
2 Nr.207) und eines ohne M auf (Suppl.5 Nr.398).
Auf einem anderen Typ (hier Nr.4 und 5) tritt das Monogramm~
bei der Datierung BKE auf (Waddington 2; SNG Kopenhagen 465;
SNG v.Auloak 531, 533 und 7010).
Diese komplexen Monogramme sind "faksimilierte Untersahriften"
irgendLıelaher "Beamter", die für die Münzpriigung zustiindig
waren.
196 Katalog

002 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 7.01g, Stempelstellung 360°,


schwarze Patina mit einigen hellgrünen Flachen, et-
was korrodiert, Metall Orichalcum, starker abge-
griffen
003 EIN DRITTES EXEMPLAR, 7.96g, Stempelstellung 360°,
glatte, dunkelgrüne Patina, vor dem Aversportrait
eine tiefe Korrosionsstelle, starker abgegriffen,
Metall Orichalcum; Datum und Beizeichen unleserlich

oo4 TETRACHALKON (= ASSARION)(?)~ 11.29g, Jahr 223 der


bithynischen Ara(= 61/60 v.Chr.?), Stempelstellung
360°, glatte, schwarze Patina mit wenigen Korrosions-
stellen, nicht besonders abgegriffen, Orichalcum
Vs: Kopf des Dionysos mit Efeukranz nach rechts, da-
hinter NIKAIEQN, darunter die Datierung fKE (=
Jahr 223), davor das Monogramm ~
Rs: ETII fAIOY 1 TIATIIPIOY 1 KAPBQNOE
Roma sitzt in Chiton und Peplos mit Aegis, Helm
und Kothurnen auf einem Schildhaufen nach J.inks •
. Sie halt in der Linken einen Speer und auf der
Rechten eine Victoriola, darunter PQMH
mit der Datierung rKr (=223) sind hisher keine Münzen
aus Nikaia bekannt.
der Typ wird aufgeführt bei: Mionnet, Band 2 Nr.208-
209 Mionnet, Supp1.5 Nr.396-397 Imhoof-Blumer (1901/
1902)Nr.2 BMC 2 HCC 1 Waddington 6 SNG Ko-
penhagen 465 SNG v.Aulock 531 Hollscheck, Teil 1
Nr.436a und b (ungenau beschrieben) Slg.Weber, Teil 3
Nr.4897 Tafel 178 (Datierung unleserlich und nicht an-
gegeben) Slg. Walcher de Moltheim Nr.1840 (ohne Abb.,
ohne Angabe der Datierung; das Monogramm wurde zu ITAP
aufgelöst.
zur Avers-Darstellung: VgZ. die Kommentare ııu den Münııen
Nr. 1 und Nr. 16.
zur Revers-Darstellung: Zur Unterscheidung der GBttin von
Athene wurde sie auf diesen Münııen expressis verhis aıs 'Pw~n
benannt. Zu dieser Darsteııungsweise der Roma vgı. C.C.Vermeuıe
(1959) TafeZ 2 Abb.1-14; TafeZ 3 Abb.1-12 und TafeZ 4 Abb.12-14
und 19-21. Eine Inschrift im Museum von Iıınik (Nikaia) beııeugt
den Kuıt der 9~a 'Pw~n in der Zeit des Kaisers EZagabaı (218-
222)(S.Şahin (1979) S.61a-67a Inschrift Nr.60, Zeiıe 6).
zu Monogrammen und Datierung: Das Avers-Monogramm ist mit
der Datierung 8KE (=224) bekannt, und ııwar mit dem Beiııeichen M
und ohne dieses Beiııeichen (mit dem M: Mionnet, Band 2 Nr.208-
209 und wohı auch Mionnet, SuppZ.5 Nr.396; BMC 4; HCC 1, Wadding-
ton 7; SNG Kopenkagen 466 und SNG v.Auıock 532 - ohne das M:
Waddington 6 und ~onnet, SuppZ.5 Nr.397).
005 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 7.16g, Stempelstellung 360°,
Patina und Erhaltung ahnlich wie bei Nr.oo4; nicht
genau datierbar, da das Datum auBerhalb des Schröt-
lings war.
Carbo - Flaccus 197

Die Bronzemünzen, die in Nikaia im Namen des Proconsuls


Gaius Papirius Carbo gepragt wurden, kommen alsa in den
vier falgenden Beizeichen-Kombinationen var:
BK~ (=222) mit~ (Waddington 2 und 5; SNG Kopenkagen 465; SNG v.
Aulock 531, 533 und 7010; Kölner Sammlung 1
(= Knopek/Köln, Auktion vom Mai 1979 Nr.197,
dieses Exemplar))
rK~ (=223) mit ıw (Kölner Sammlung Nr.4)
tıK~ (=224) mit ~ (Mionnet, Suppl.5 Nr.398; Waddington Nr.6)
tıK~ (=224) mit ı<t1
(Mionnet, Band 2 Nr.207-209; Mionnet, Suppl.5
und M Nr.396; BMG 4-6; Waddington 7-9; SNG v.Aulock 532
und 534; SNG Kopenkagen 466)
Alle anderen Zitate sind unsicher ader unvollstandig.

THORIUS FLACCUS (PROCONSUL UNTER ÜCTAVIAN BZW.AUGUSTUS)


006 DICHALKON (= HEMIASSARION)(?)~ 6.32g, Stempelstellung
30°, dicke, hellgrüne Patina, die an vielen Stellen
weggeschabt worden ist, darunter das blanke Orichal-
kum; nicht besonders abgegriffen, aber verkratzt
Vs: Kopf des Dionysos mit Efeukranz nach rechts, da-
hinter NIKAIE~N, davor vielleicht ein unleserli-
ches Monogramm
Rs : E [Il I ı 1 AN eY IlA T [OY ı 1 e~ P I [OY ı 1 HA ( ıt ıt o u )
Ein Elefantenkopf nach rechts, darüber & , dahin-
ter .a-K und \
Imhoof-Blumer (1901/1902) 8.502 Nr.1var. Wadding-
ton 17 Tafel 65 Nr.15 (stempelgleich) Slg.Hollscheck,
Teil 1, Nr.436d (ungenau beschrieben und nicht abge-
bildet)
zum Proconsul Thorius Flaccus: Vgl. PIR III 1 , S. 313-314,
T.134; M.Fluss (1936) Sp.346-347.
Thorius Flaccus war Proconsul in Bithynien unter Octavian/Augu-
stus und zwar wohl recht früh, da auf Münzen aus Nikaia sein
Name neben dem Kopf des Octavian ahne Lorbeerkranz erscheint
(Waddington 13-16), ja sogar das Portrait des Flaccus auf Pra-
gungen vorkommt (Waddington 19-21). Wahrend F.Imhoof-Blumer
(1890) das Datum des Proconsulates offen ıa~t, kommt C.Bosch
(1935, 8.78) wegen der Ahnlichkeit einer Münze aus Nikomedeia
mit dem PAX-Kistophoros des Jahres 28 v.Chr. zu dem Schlu~, da2
Flaccus 29/28 ader 28/27 v.Chr. Proconsul in Bithynien gewesen
sei und der besagte Kistophoros des Octavian aus Nikomedeia
stamme. B.Thomae (1978, 8.3) folgte Bosch, indem er als Datum
28 v.Chr. (mit Fragezeichen) vorschlug.
C. H. V.Sutherland (1970, 8.88-90) hat jedoch mit guten Gründen
die Pragestatte der PAX-Kistophoroi nach Ephesos gelegt, womit
ein Zusammenhang mit den Bronzen den Flaccus fraglich wurde.
Die exakte Datierung des Proconsulates des Thorius Flaccus ist
daher nach wie var offen.
198 Katalog

zur Avers-Darstellung: Vgl.die Kommentare zu den Münzen


Nr. 1 und Nr. 16.
zur Revers-Darstellung: In heUenistisaher Zeit war der
Elefant und der Kopf des Elefanten ein Zeiahen für die Mili-
tarmaaht der 8eleukiden (vgl.E.T.Neweıı (1936) 8.10-15).
Auf dieser Münze bezieht siah der Elefantenkopf aber sicher
auf die Gründungssage der 8tadt Nikaia: Auf dem Rüakweg aus
Indien hat Dionysos Nikaia gegründet; sein Gefahrt war, wie
spatere Münzen zeigen (s.o.8.91 mit Anm.76 sowie Tafel 34
Abb. 7 und Tafel 28 Abb.5), eine Elefantenquadriga.

C L A U D I U S <41-54)
GAIUS CADIUS RUFUS (PROCONSUL ZWISCHEN 43 UND 48)
Ou7 TETRASSARION (= SESTERTIUS), 21.98g, Stempelstellung
360°, dünne, dunkelbraune Patina, unter der stellen-
weise das blanke Orichalcum durchschimmert,
etwas abgegriffen mit einigen Schlagstellen auf
beiden Seiten, fast in der Mitte je ein Zentrierpunkt
Vs: [TI(~EpGoç) KA]AY6IOL KAIEAP EEBAETOE fEPM[ANIKOE]
Kopf mit Lorbeerkranz nach links
Rs: r(&Goç)·KA6IOE POY~O-E·AN8YITATOE
Ein zweistöckiges, verschlossenes Tor, zu dem
zwei Stufen hinauf führen. Rechts und links sind
fünf Lagen einer aus groBen Quadern errichteten
Mauer sichtbar. Der dreieckige Torgiebel tragt
als Akrothere drei Palmetten. Auf der untersten
Stufe steht NEIKAIEQN
Mionnet, Band 2 Nr.212var. (unter dem Portrait zwei
~hren) BMC- Rs.13 (Münze der Messalinal Wadding-
ton- Rs.33 Tafel 66 Abb.9 (Messalina) M.J.Price/
B.L.Trell (1977) Rs.183 Abb.183 (Messalina) Hirsch/
München, Auktion 97 (1976) Nr.343(? nicht abgebildet
und ungenau beschrieben) Lanz/München, Auktion 16
(1979) Nr.334var. (aus anderen Stempeln) Hirsch/Mün-
chen, Auktion 92 Nr.269 (dieses Exemplar)
zum Proconsul Gaius Cadius Rufus: Vgl. 8anaıementianum,
Band II, 8.89-91 (veraltet); PIR 1 1 8.245 C Nr.5; PIR 2 2 8.1-2
C Nr.6; Groag (189?) 8p.1170; C.8eltman (1928) 8.100-103;
C.Bosah (1935) 8.82; B.Thomae (1978) 8.15.
Die genauen Daten des Proaonsuıates des Gaius Cadius Rufus sind
unbekannt. Er kann frühestens im Jahr 43 Proaonsuı von Bithynien
und Pontus geworden sein, da es Münzen mit den Portraits von
Messalina und Britanniaus gibt, die seinen Namen tragen (Wad-
dington 31-35). 8eine 8tatthaıtersahaft muS spatestens Ende 48
zu Ende gegangen sein, da er im naahsten Jahr abberufen und
in einem RepetundenprozeS verurteiıt wurde: Damnatus et ıege
repetundarum CADIU8 RUFU8 aaausantibus Bithynis (Taaitus, Anna-
len 12,22).
zur Revers-Darstellung: Das dargesteUte Tor hat groSe Jfhn-
Ziahkeit mit dem Tor des Heiligtums der Athena Polias in Perga-
mon (heute in Berıin/DDR). M.J.Priae/B.L.Treıı (19?7, 8.99f)
vermuteten, es handeıe siah um das Tor des Gymnasions von Nikaia.
Flaccus - Vespasian 199

PUBLIUS PASIDIENUS FIRMUS (PROCONSUL 49(?))


008 HEMIASSARION, 4.41g, Stempelstellung 180°, dunkel-
grüne Patina, bedeckt mit hellgrünen Korrosionsflek-
ken, Metal! Orichalcum, ziemlich abgegriffen
Vs: [TI(Stp~o~) KAAY~IOE EEB)AETOE fEPMA[NIKOE)
Kopf nach rechts
Rs: ITAEI~(IHNOE IIPMOE IT)ATPQN ITO(AEw~)
im Feld: AN9Y/ITATOE und das Monogramm der Stadt
Nikaia: ~
BMC 12 Waddington 26 HCC 4var. (Kaiserkopf nach
links) Mabbott calleetion 1121 A Slg.Hollscheck,
Teil 1, Nr.437a (ungenau beschrieben und nicht abge-
bildet)
zum Proconsul Publius Pasidienus Firmus: Vgl. PIR III 1
5.14 P 103; M.Hofmann (1949) 5p.2058-2059; C.T.5eltman (1928)
5.100-103; C.Bosch (1935) 5.80-82; B.Thomae (1978) 5.15.
Münzen mit dem Portrait der Messalina erschienen im Namen des
Proconsuls Gaius Cadius Rufus, der spatestens 49 abberufen
wurde, und des Publius Pasidienus Firmus. 5eltman (1928, 5.101)
vermutete, er sei der Nachfolger des Cadius Rufus gewesen.
C.Bosch (1935, 5.80-82) datiert sein Proconsulat ins Jahr 49,
als in Nikaia zwar der 5turz der Messalina schon bekannt war,
aber noch niemand von der Heirat des Claudius mit Agrippina
junior wu2te.
B.Thomae (1978, 5.15) hat sich von diesen Konstruktionen nicht
überzeugen lassen und verzichtete auf eine Datierung, die exak-
ter ist als die der Regierungszeit des Claudius.

V E S P A S I A N US (69-79)
MARCUS PLANCIUS VARUS (PROCONSUL)
009 DIASSARION, 10.39g, Stempelstellung 180°, grasgrüne
Patina mit einigen Korrosionsstellen, Metal! Orichal-
cum, kaum abgegriffen
Vs: AYTOKPATOPI KAIEAPI EEBAETQ OYEEITAEIANg
NEI(xa~twv)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: EITI MAPKOY ITAANKIOY OYAPOY AN8YITATO(u)
Kopf des Dionysos mit Efeukranz nach links
unpublizierte Variante
mit den Endungen der Legende des Reverses auf
A~8YITATOY: Waddington 47 Tafel 67~bb.4
mıt den Endungen der Legenden auf NEIKAEI und auf
AN8YITATOY: Mionnet Suppl.5 Nr.418 Mabbott callee-
tion 1122 Münzen und Medaillen-AG/Basel, Auktion
41 (1970) Nr.353 Müller/Solingen, Auktion 26(1979)
Nr.522 = Zühlsdorf/Düsseldorf, Liste 10 Nr.52
mit den Legendenendungen auf NEIKAEIE und auf
AN8YITATOY: SNG v.Aulock 536
nicht abgebildet und ungenau beschrieben: Hirsch/
München, Auktion 94 Nr.347
200 Katalog

zum Proconsul Marcus Plancius Varus: vgı.PIR III 1


3.42-43 P 334; W.Hoffmann (1950) Sp.2015-2016; B.Piak (1891)
3.77-78; C.Bosch (1935) 3.87-88; 3.Jameson (1965) 3.56;
W.Eak (1970) 3.231 Anm.506; W.Eck (1974) Sp.385-386; B.Kreiıer
(1975) 3.131 -136; B.Thomae (1978) 3.23; H.Haıfmann (1979)
3.104-105; 3.Şahin (1979) 3.19b; 3t.Mitaheıı (1974) 3.27-39;
C.P.Jones (19~6) 3.231-237.
In Nikaia befinden siah vier identisahe Weiheinschriften des
~oconsuıs an Kaiserhaus und 3tadt (3.Şahin (1978) 3.12-14
Nr.1 =3.Şahin (1979) 3.19a-19b Nr.25, identisah mit 3.Şahin
(1979) 3.21a-23b Nr.26-28) und drei Inschriften, in denen er
aıs ~oconsuı und aıs IT&;pwv IT6Aews geehrt wird von seinen
Freunden Gaius Cassius Chrestus (3.Şahin (1979) 3.47a Nr.51)
und Tiberius cıaudius Quintianus (3.Şahin (1978) 3.14-15 Nr.2
und 3 und 3.Şahin (1979) 3.47b Nr.52).
Trotz der umfangreiahen Literatur zu den Pıanaii in Kıein­
asien (Bibıiographien besanders in W.Eak (1974) 3p.385-386 und
3.Şahin (1979) 3.19b), ist es bisher niaht mögıiah, die 3tatt-
haitersahaft des Maraus Pıanaius Varus innerhaıb der Regierung
des Vespasian exakt zu datieren.

Unter den Kaisern Traian und Hadrian wurden in Nikaia


wahrscheinlich keine Münzen mit diesem Stadtnamen ge-
pragt (die beiden Stücke im Lot 1338 der Auktion Cahn 60 sind offen-
bar falsch bestimmt worden).

Neue Inschriftenfunde haben bewiesen, daB die Stadt Ni-


kaia unter Hadrian eine Neokorie erhielt und diesen Ehren-
titel erst unter Septimius Severus im Jahr 194 n.Chr. ver-
ler (S.jahin (1978) 5.18-19 und 22-24 Nr.5; derselbe (1979) S.25a-
25b und 27a-29b Nr.29-30a; derselbe (1981) Addendum zu Teil 1: S.305b
Nr.89; zu den Erasionen unter Septimius Severus derselbe (1978) S.26
und derselbe (1979) S.21a (Nr.25, 26, 29, 30, 53 und 54)).

A NT O N I N US P I US (138-161)
010 HEMIASSARION~ 3.57g, Stempelstellung 345°, dicke,
dunkelbraune Patina, Metall Orichalcum, kaum abge-
griffen, aber etwas verkratzt
Vs: AYT(oxpa;wp} KAI(oap} T(ı<os) AI(ALOS) A~P(Lav~s)
ANTQNEINOC
Kopf nach rechts
Rs: EITI~(aVEL) TEAE(o~6p~) - NIKAIEIC
Der Telesphoros-Knabe steht im Kapuzenmantel
von vorn
Waddington 97var. Tafel 69 Abb.S (die Averslegende
endet auf ANTQNEINO) Slg. Weber 4900var. Tafel 178
(die Averslegende endet auf CE(~ao<6s))
Vespasian - Antoninus Pius 201

zur Reverslegende: Die Reverslegende wurde in dieser Form


aufgelöst von B.Pick (1890, S.190-191).
Zur Revers-Darstellung: Der Telesphoros-Knabe ist der
Begleiter der Gesundheits-Gottheiten Asklepios und Hygieia.
S.Şahin (1979) hat einen Grabstein in Nikaia publiziert
(S.143a Nr.194), der einem Kind namens TEAEo~6poç gesetzt war,
das nur sieben Jahre gelebt hatte. Dargestellt ist dieser Jun-
ge mit seiner Schultasche. Şahin hat den Stein wegen des
schwachen Stils ins zweite Jahrhundert n.Chr. datiert.
Zum AnlaS der Pragung solcher Telesphoros-Münzen vgl. den Korn-
mentar zu Nr.oll.
Oll (HALKUS (= ~ ASSARION), 3.55g, Stempelstellung 345°,
dicke, hellbraune Patina, im "Fond" mit dunkelbrauner
"Haut" und dunkelgrünen Flecken, Metall Bronze(!),
etwas abgegriffen
Vs: AYT(oMpa<wp) KAI(oap) T(~<o~) AI(ALO~)
AôP(Lav~~) - ANTONINOC CE(Sao<6~)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: CQTHPI - ACKAH(nL~) / NIKAIEIC
Ein Altar, um den sich eine Schlange windet
SNG v.Aulock 547 (stempelgleich)
mit der Averslegende AYT KAI T AlA AôP ANTQNEINOC
CEB: Mionnet, Suppl.5 Nr.462; Sanclementianum, II,
5.227 (Reverslegende angeblich CQTHPI ACAH NIKAIEIC)
mit der Averslegende AYT K T AIA AöP ANTQNINOC:
Mionnet, Suppl.5 Nr.468
m~t der Averslegende AYT KAI T AI AôP ANTONINOC CEB
und ohne Lorbeerkranz: BMC 29 Revers Tafel 32 Abb.3;
SNG Kopenhagen 475; Waddington 101
ungenau beschrieben: Slg.Hollscheck, Teil 1, Nr.438d
zur Revers-Darstellung: Un ter Antoninus Pius breitete sich
an vielen Orten eine Seuche aus. In dieser Zeit erschienen in
Nikaia in ungewöhnlicher Fülle Münzen mit Reversen, die Heil-
götter (Asklepios, Hygieia, Telesphoros) oder die Schlange der
Hygieia und des Asklepios darstellen. Oft steht die Reversle-
gende im Dedikationsdativ. Ein Beispiel ist diese Münze, auf
der "dem Retter Asklepios" gehuldigt wird. Diese Ausgaben sind
daher als Dank oder Beschwörung der göttlichen Hilfe gegen die
Epidemie zu interpretieren (ahnlich W.Ruge (193?, Nikaia ?,
Sp.232); Münzen bei Waddinoton Nr.B3-106).
S.Şahin (1981) hat drei Weiheinschriften für Asklepios und eine
für Asklepios und Hygieia publiziert: S.1?3a-b und 1?5a-b Nr.
1041-1044.
Derselbe Autor hat jüngst (1982) zwei Grabinschriften für Manner
mit Namen 'AoMAT)nL6~ veröffentlicht: S. ?la (Nr.130?) und S. 95a-
9?a (Nr.1326).
202 Katalog

MA R C U S A U R E L I US (161-180)

012 DIASSARION, 14.29g, Stempelstellung 210°, dünne,


hellbraune Patina mit einigen dunklen, rotbraunen
Flecken auf dem Avers, Metall Orichalcum, recht abge-
griffen; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zen-
trierpunkt, zu dessen Bohrung zweimaı angesetzt wurde
Vs: [AY(ıoxp&ıwp)]·K(atoap)•M(5pxo~)·AYP(nA~o~) -
ANTQNEINOC
Büste mit Panzer und Lorbeerkranz, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: [NI]KA-[IEQ]N
Herakles steht nach rechts. Er stützt die Keule
auf einen Fels und halt im linken Arm das Löwen-
fell
SNG v.Aulock 555 (stempelgleich); Slg.Hollscheck,
Teil 1, Nr.440a (ungenau beschrieben); desgleichen
Cahn 60 (1928) Nr.1340var.
zur Revers-Darstellung: Der Herakıes ist dargesteııt im
JYpus des sogenannten HerakZes Farnese des Lysippos (vgZ. da-
zu Rosaher I 8.598 mit Abb.639 und 8.670; J.v.8ahZosser
(1891) 8.27).
HerakZes wurde aZs Gründer der 8tadt Kios angesehen. Waddingtons
8ammZung z.B. enthaZt kaiserzeitZiahe Münzen, die den Kopf des
HerakZes zeigen inmitten der Legende TON KTHTHN ,"an den Grün-
der"(Waddington 1908, 8.316 Nr.28-30). Kios diente der 8tadt
Nikaia aZs 8eehafen.
Auf einer Insahrift tritt aıs 8tadtgründer Nikaias neben Dionysos
der Heroe HerakZes (8.yahin (1979) 8.25a-25b, Nr.29, ZeiZe 2:
..• &~~ 6~ovÖoou [xaı HpaxAl]ou~ ... ).
013 DIASSARION, 17.25g, stempelstellung 30°, dicke,
schwarze Patina mit we~gen grünen und rostroten
Korrosionsflecken, Metall Orichalcum, auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: stempelgleich mit Nr.12
Rs: N-IKA-I-EQN
Hygieia steht in Chiton und Peplos nach rechts.
Sie halt im rechten Arm eine Schlange und füt-
tert sie aus einer Patera, die sie in der Linken
halt.
SNG v.Aulock 559 (stempelgleich); Waddington 171;
Mionnet, Suppl.5 Nr.485var. (Der Kaiser tragt keinen
Panzer und die Averslegende endet auf ANTQNINOC)
Zu Hygieia: 8.Şahin (1981) hat eine Weiheinsahrift für AskZe-
pios und Hygieia pubZiziert (8.175b Nr.1044). VgZ. auah den Korn-
mentar zu Nr.11.
Marc Aurel 203

014 DIASSARION, 10.62g, Stempelstellung 210°, dunkel-


braune Patina; Metal! Orichalcum; auf beiden Sei-
ten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.12-13, jedoch tragt Marcus Aurelius
keinen Panzer
Rs: NIKA-IEQN
Darstellung wie bei Nr.13
Mionnet, Suppl.5 Nr.485var. (Die Averslegende endet
auf ANTrlNINOC); SNG v.Aulock 559var. (Das Stück stammt
aus demselben Aversstempel wie die Nr.12-13 der Köl-
ner Sammlung.); Waddington 171 (ungenau beschrieben)
Zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu Nr.ll und
zu Nr.13.

015 DIASSARION, 16.29g, Stempelstellung 215°, scharf


gereinigt; Metall Orichalcum; sehr schlecht er-
halten; auf beiden Seiten, fast in der Xitte, ein
Zentrierrıunkt
Vs: [ ... -. ..... ] - [ANT]rlNEINOC
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts; hinter dem
Kopf ein Nike-Gegenstempel des Typs C
Rs: Ein Adler steht auf einem Cippus mit ausgebrei-
teten Flügeln nach rechts und wendet den Kopf
nach links; rechts und links daneben je eine
Standarte; im Abschnitt NIKAIErl[N]
Mionnet, Suppl.5 Nr.510
andere Rückseite: der Adler wendet den Kopf nach
rechts: Debiel 32 Revers auf Tafel 4; Waddington
195; SNG v.Aulock 554
zum Gegenstempel: Der Gegenstempel, dereine Nike zeigt
und hinter dem Aversportrait eingeschlagen wurde, stammt aus
dem Jahr 188. Damals wurde ein gro2er Agon in Nikaia gefeiert,
der mit diesen Punzierungen in engem Zusammenhang stand (s.o.
5.118-127).
Zur Revers-Darstellung: Der Adler war das begleitende Tier
des Zeus und das Symbol der römischen Militarmacht. Die Münzen
mit solahen signa-Reversen weisen darauf hin, daB Nikaia damals
eine bedeutende Rolle als "Stra2enkopf" und zentraler Ort des
Nachschubes der Römer im Krieg an Donau- und Ostfront spielte
(s.o.S.62 mit Anm.38).

016 ASSARION, 7.24g, Stempelstellung 215°, scharf gerei-


nigt, Metal! Orichalcum, schlecht erhalten
Vs: AY(ToHpaTwp) K[A(Loap) M(apHoç)] AY(p~A~oç) -
ANT[QN]EIN[O]C
Kopf nach rechts
Rs: Dionysos sitzt halbnackt nach links. Er halt in
der Rechten seinen Thyrsos und wendet den Kopf
nach rechts. Hinter ihm geht ein Satyr nach
rechts, der im linken Arm ein Pedum halt und
grüBend die Rechte erhebt; im Abschnitt NIKAIE[rlN]
204 Katalog

Mionnet, Band 2 Nr.229: Mionnet, Suppl.5 Nr.491:


Waddington 153: Bernhart (1949) Nr.991 Revers auf
Tafel 6 Abb.29
Zur Revers-Darstellung: Dionysos ist der mythisahe
GrUnder der Stadt Nikaia. Das ist numismatisah, epigraphisah
und Ziterarisah belegt:
Zuweilen wird Dionysos auf Münzen Nikaias als (Stadt)-Gründer,
K<Lcr<n~. benannt (z.B. Waddington Nr.78,80,219,269,270 und 696).
In einer bedeutenden Insahrift aus der Zeit Hadrians wird die
Stadt Nikaia aıı~ L':.LovÜcrou, "von Dionysos (begründet)" genannt
(S.Şahin (1979) S.25a-25b Nr.29, Zeile 2).
Nonnos hat in seinen Dionysiaka die Begleitumstande der Stadt-
gründung gesahildert:
Die Nymphe Nikaia wurde vom JUngling Hymnos stürmisah umworben,
sie aber ersaho~ ihn (15.204-269).
Eros sahwor, sie zur Strafe dem sahlimmsten "Weiberhelden", dem
Gott Dionysos, gefügig zu maahen (15.384-385). Zu diesem Zweak
verzauberte Eros das Wasser einer Quelle zu Wein. Nikaia trank
von dem vermeindliahen Wasser, sahlief ein und wurde von Diony-
sos begattet. Neun Monate spater gebar sie Telete (= "dionysi-
sahe Weihe")(15.250-400). Spater gründete Dionysos die Stadt:
xat ıı61Lv EÖla[yya ~LlaxpA<~ xapa ıCpv~
TEO~E ~EO~ NLHaLav, EllWVUpOV nv &xo vup~n~
~cr;axCn~ Ex&lEcrcrE xat 'Iv6o~6vov pETa vCxnv.(16.403-405).
zur Darstellung des Dionysos mit dem Satyr sahrieb M.Bernhart
(1949, 8.32): " ••• Satyrn erscheinen als Genossen des Diony-
sos, sie begleiten und umspielen ihn, sie unterhalten und be-
dienen ihn." (vgl. Nonnos, Dionysiaka 16.309-311).
Für die Stadt Nikaia hatte der Satyr noah eine besandere Bedeu-
tung: Satyros wurde einmal als Sohn von Dionysos und Nikaia be-
zeiahnet (F.Jaaoby, Band 3 (1950) XXIV Herakleia am Pontos 434.
Memnon von Herakleia 28.9-11).

017 CHALKUS (=~ ASSARION), 3.34g, Stempelstellung 215°,


dicke, dunkelbraune Patina, stellenweise von grüner
Patina überdeckt, Metal! Bronze, recht abgegriffen,
auf beiden Seiten korrediert
Vs: [ ......... ] - ANTnNI(vo~)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: NIKAI-EnN
Eine cista mystica mit offenem Deckel. Aus der
cista kriecht eine Schlan0e hervor
SNG v.Aulock 563 (stempelgleich): Waddington 154var.
(Averslegende M AYPHAIOC AYr): ein Irrtum liegt vor
beim Zitat Mionnet, Suppl.5 Nr.448: Mionnet hatte
ein Stück des jungen Commodus für eine Münze des
Marc Aurel gehalten.
Zur Revers-Darstellung: Die aista mystiaa gehörte zum
Kult des Dionysos (vgl. Mau, RE 3,2 (1899) Cista 1, Sp.2591-
2593). Sie wurde stereotyp als Bild auf den naah ihr benann-
ten Kistophoren der Attaliden von Pergamon vom 2.Jahrhundert
v.Chr. bis in augusteisahe Zeit hinein verwendet (val. dazu
P.R.Franke (1968) Abb.469-473).
Marc Aurel - Commodus 205

L U C I US V E RUS <161-169)
018 DIASSARIONJ 9.50g, Stempelstellung 190°, dieke,
sehwarze Patina; Metall Oriehaleum; auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: AYT(oxpnTwp) KAI(oap) A(oux~o~) A-YPHAI(o~)
OYHPOC
Büste mit Panzer und Paludamentum über der lin-
ken Sehulter, von vorn gesehen, naeh reehts
Rs: NIKA-I-EPN
Athena Promaehos steht in Chiton und Peplos
naeh links. Sie tragt einen Helm, halt in der
Linken Sehild und Speer und auf der Reehten
eine Eule
Hirseh 95 Nr.324 (stempelgleieh)
mit der Averslegende AYT A AYPHAIOC OYHPOC:
Mionnet, Suppl.5 Nr.524; Waddington 212 (Büste mit
Lorbeerkranz)
nieht abgebildet und ungenau besehrieben:
Mabbott eelleetion Nr.1124; Slg.Hollseheek, Teil 1,
Nr.440e
vgl. aueh die Rückseite von SNG Kopenhagen Nr.490
Zur Revers-Darstellung: Diese Rüakseite nirrorıt Bezug auf
den Partherkrieg, den Luaius Verus zu korrorıandieren hatte: Wie
Athena Promaahos einst Athen in den Perserkriegen zum Sieg ver-
haZfen hatte, so soııte sie auah nun der gemeinsamen Armee der
Grieahen und Römer zum Sieg über die Parther verheZfen.
Vgı. dazu auah den Korrorıentar zu Nr.189 der KöZner Sarrorııung.
S.Şahin hat einen Stein aus dem MUseum von Iznik (Nikaia)
pubıiziert, der Zeus, Hera und Athena geweiht war (1979, S.33a
Insahrift Nr.34).

C O MMO D U S (177-192)
019 HEMIASSARION, 3.05g, Stempelstellung 215°, hell-
braune Patina, auf dem Avers etwas krustig, auf den
höehsten Stellen des Portraits abgesehliffen, Metall
Oriehaleum
Vs: AY(ToMpnTwp) K(al-oap) M(apxo~) AYPH(A~o~) -
K [OMOLI .. ]
Jugendliehe Büste mit Panzer, von hinten gese-
hen, naeh reehts
Rs: NIKAIEn-N - OMHPOC
Dle drapierte Büste des Homer mit Kranz, von
vorn gesehen, naeh reehts
unpubliziert; vgl. die Rüekseite von Waddington 190
(Mare Aurel); Waddell, Auktion 1 Nr.108var.
zur Revers-Darstellung: Homer wurde un ter Corrorıodus reaht
haufig auf Mvn~en dargesteııt (vgı. K.A.Esdaiıe (1912) S.312,
zu den Darsteııungen von Romers Kopf ader Büste ebenda, 5.315-
322.). VgZ. auah die Nr.260 und 261 der KöZner Sarrorııung.
206 Katalog

Homer hat Nikaia indirekt erwahnt: Im SchiffskataZog der


IZias (B 862/863) wurde der Gründer Askanios genannt und
Askania, das Gebiet am Askanischen See, an dessen Ufer Nikaia
Ziegt. Der Name Askania für Nikaia seZbst ist in der spa-
&eren Lyrik geZaufig (vgZ. S.Şahin (1981) S.309a).
Die Nennung bei Homer aZZein kann aber schıiierZich der Grund
dafür gewesen sein, daS unter Commodus in Nikaia so vieZe
Münzen mit der DarsteZZung des Homer gepragt wurden.
VieZZeicht hatten die Nikaer versucht, es ihren Zeitgenossen
in vieZen Orten gZeich zu tun und Homer in irgendeiner, heu-
te vergessenen Weise für sich ''mit BeschZag zu beZegen" (vgZ.
dazu Raddatz, RE 8.2 (1913) Homeros 1, TeiZ 1, Sp.2188-2213,
darin Sp.2191-2199).

S E P T I MI U S S E V E RUS (193-211)

020 TETRASSARION, 22.69g, Stempelstellung 190°; Metall


Orichalcum, ziemlich abgegriffen und korrodiert;
Reste schwarzer Patina mit rastreten Flecken, an
den erhabenen Stellen weggerieben; auf beiden Sei-
ten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: AYT(oxpaTwp) K(aLoap) A(oUMGO~) CEIT(TG~Goç) -
CEOYHPOC IT(EpTGva~)
Büste mit Strahlenkrone nach rechts
Rs: NI-KAI-EflN
Zeus sitzt halb nackt im Himation nach links;
er halt in der Rechten eine Patera und mit der
Linken ein Sceptrum
unpublizierte Variante
Ein ahnlicher Typ wird in alten Publikationen auf-
geführt: Die Averslegende endet auf ITE, der Kaiser
tragt einen Lorbeerkranz und Zeus ist ganz beklei-
det: Debiel (1734) Nr.73 Revers Tafel 7; Mionnet,
Suppl.5 Nr.583; Waddington 322.
zur Revers-Darstellung: Im Museum von Iznik (Nikaia)
befinden sich auffaZZend vieZe Steininschriften mit Weihungen
an Zeus. S.Şahin führt nicht weniger aZs 68 ExempZare auf
((19?9) Nr.34 (zusammen mit Hera und Athena); (1981) Nr.1054-
105?, 1061-106?, 10?1, 10?6, 1080-1085, 108?-1105, 1110, 1114,
1115, 1118, 1119, 1121, 1123, 1125, 112?-1132, 1136 und 1141
(Jupiter Optimus Maximus), 1151 und 1152(?); (1982) Nr.1502-
1513).
Zeus tragt auf diesen Inschriften eine FüZZe verschiedener
Beinamen: Agathios, Archagathos, Aretarchos, Bennios, Bronton,
Dimenenos, Epouranios, Karpodotes, Lidaios, Okkonenos, Panto-
krator, Pappoos(?), Patroos, Pithe(kos?), Sabazios, Sarnende-
nos, Sebastos, Syngenikos und Soter. S.Şahin vermutet in
Akta~ im Territorium der Stadt Nikaia ein HeiZigtum des Zeus
(1981, S.25 und S.255a).
Vgl. auch die Inschriften TAM 4,1 Nr.55-62.
Commodus - Julia Domna 207

021 DIASSARION, 11.19g, Stempelstellung 215°, abge-


griffen und scharf gereinigt. Nur stellenweise haf-
ten noch schwarze Patinareste auf dem Orichalcum
Vs: [AYT(oxp&Twp)] K(aGcrap) A(ouxLoç) CEIT[TI(~Loç)]
- CEYHP[OC IT(EPTLVaÇ)]
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
drei Gegenstempel: vor dem Portrait ein runder
Sternpel mit dem Kopf des Septimius Severus mit
Lorbeerkranz nach rechts, auf dem Hals ein run-
der Sternpel mit der Zahl ~(=4) und hinter dem
Kopf ein hochovaler Sternpel mit einer Nike nach
rechts
Rs: NI[KAI]-ErlN
Eine weibliche Gottheit steht in Chiton und Pep-
los nach links. Sie halt in der Linken ein Seep-
trum oder eine Fackel. Ob sie in der Rechten ei-
nen Gegenstand halt, ist nicht zu erkennen.
Variante von Waddington 324 (Averslegende AYT K A
C CEYHPOC IT) , ansonsten unpubliziert; Avers stempel-
gleich mit SNG v.Aulock 578
zu den Gegenstempeln: Die drei Gegenstempe ı si nd oben aus-
führlich untersucht worden: Die Punze mit dem Kaiserkopf wurde
vielleicht 204 aufgepragt (s.o.S.117-118), wahrend die Nike
sicher in dieses Jahr datiert werden kann (s.o.S.118-127). Mit
diesen Kontermarken wurde die Münze wahrscheinlich zur Wertmarke
im Zusammenhang mit den Festspielen gemacht.
Mit der Punze, die den Wert 6(=4) zeigt, wurde dieses Diassarion
irgendwann um 240/250 um das Doppelte, zum Tetrassarion, aufge-
wertet (s.u.S.165-173).

J UL I A D OMN A (193-217)

022 DIASSARION, 11.77g, Stempelstellung 170°, etwas ab-


gegriffen; wegen der scharfen Reinigung ist das Ori-
chalcum nur noch an wenigen Stellen von schwarzen
Patinaresten bedeckt; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: IOYAIA - AYfOYCTA
Drapierte Büste, von vorn gesehen, nach rechts;
auf dem Hals ein runder Gegenstempel mit der
Zahl 6(=4)
Rs: NIK[AI]-ErlN
Tyche steht in Chiton und Peplos nach links; sie
tragt auf dem Kopf einen Kalathos und halt im
linken Arm ein Füllhorn, in der Rechten ein Ruder
unpubliziert
vgl.Waddington 379 (Averslegende IOYAIA ITIA AYfOYCTA);
Avers stempelgleich mit SNG v.Aulock 586
zum Gegenstempel: Mit der Kontermarke wurde das Diassarion
irgendwann um 240/250 um das Doppelte, zum Tetrassarion, aufge-
wertet (s.o.S.165-173).
208 Katalog

zur Revers-Darstellung: Es handeZt sich wn die übZiche


Art der Darstellung der Göttin JYche. Sie stellt sozusagen
den Archetypus der Stadtgöttin seit hellenistischer Zeit dar.
Auch in einer Inschrift am Stadttor von Nikaia
wird sie als aya~~ Tux~ angerufen (S.Şahin (1978) 8.26-28 Nr.6).
Im Musewn von Iznik (Nikaia) ist eine Weihinschrift für sie er-
halten; die Göttin tragt darauf den lateinischen Namen Fortuna
(S.Şahin (1981) S.261a Nr.1142).

CA RAC AL L A MIT G E T A C A E S A R (198-209)


023 DIASSARION, 12.07g, Stempelstellung 195°, dicke
schwarze Patina, Metal! Orichalcum, wenig abgegrif-
fen, auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: [AYT(oxpaTwp)]·K(aLcrap)•M(apxo~)·AYPH(ALo~)·
ANTQNINOC·AYf(oucrTo~)
Jugendlicher Kopf des Caracalla mit Lorbeerkranz
nach rechts; dahinter ein hochovaler Gegenstem-
pel mit einer Nike nach rechts
Rs: fETA[N KA]ICA-PA [NI]KAIEIC
Geta Caesar steht in Tunika und Toga mit Seep-
trum und Patera nach links
Nur ein einziges stempelgleiches Stück ist bekannt:
Es stammt aus der Sammlung Mandl/Budapest und wurde
publiziert bei B.Pick (1891) 8.78-79 Nr.29 Tafel 3
Abb.10 = Waddington 491.
zum Revers: B. Pick (1891) schrieb zu diesem JYp: "Diese
neue Münze von Nikaia gehört zu einer grö~eren Gruppe von Mün-
zen, welche gleichzeitig zur Feier des severisehen Hauses ge-
schlagen zu sein scheinen, vermutlich im Jahr 198, als Cara-
calla zwn Augustus und Geta zwn Caesar ernannt wurde. Auf die
Eintracht derbeiden Brüder feierte Nikaia .•• die ~IAAnEA~EIA
.•. "(8.78-79 zu Nr.29). (Zwn Agon dieses Namens vgl. L.Robert
(1977) S.30).
In Rom erschienen 198 Ausgaben zu diesen Ernennungen. 199 kamen
weitere JYpen anıa~lich der Ernennung des Geta zwn Pontifex hin-
zu. Die Patera, die Geta auf der Münze der Kölner Sammlung halt,
spielt auf diese Pontifex-Würde an.
Solche "dynastischen" Münzen wurden in Rom bis mindestens 204
gepragt, dem Jahr der Saecularspiele (vgl. P. ~Hill (1964)
S.10, 23-33 und oben 8.118-127).
Das Diassarion dürfte daher zwischen 199 und 204 gepragt
worden sein.
zum Gegenstempel: Der Nike-Gegenstempe ı wurde im Zusammen-
hang mit dem Agon des Jahres 204 aufgepragt; die Münze wurde
dadurch wohl zur Wertmarke gemacht (s.o.S.118-127).
Julia Domna - ııacrinus 209

P L A UT I L L A (202-205)
024 DIASSARION 1 12.04g, Stempelstellung 180°, dünne,
dunkelbraune Patina , stellenweise mit rostroten
und schwarzgrünen Verkrustungen, Metal! Orichalcum,
kaum abgegriffen
Vs: ~OYA(ou[~)·ITAAYTIAAA·CEB(~otn)
Drapierte Büste der Plautilla, von vorn gesehen,
nach rechts
Rs: NIKAI-Eı;IN
Hornoncia steht in Chiton und Peplos nach links;
auf dem Kopf tragt sie einen Kalathos; im linken
Arm halt sie ein Füllhorn und in der Rechten eine
Patera, aus der sie über einem brennenden Altar
opfert.
unpubliziert; Waddell, Auktion 1 Nr.J12var.
an zwei Stellen ist ein ahnliches Stück publiziert
mit der Legende OMONOIA NIKAIEnN :,Cahn, Auktion 60
(1928) Nr.1345 K.Kraft (1972) Tafel 98 Abb.15; die
Vorderseite dieses Stückes stammt aus demselben Stern-
pel wie die der Kölner Münze.
zu Plautilla: Das Madchen Plautiıla, Tochter des Praetorianer-
praefecten Plautianus, wurde 202 mit Caracalla verheiratet. Im
Zusammenhang mit dem 8turz ihres Vaters wurde sie 205 verbannt
und spater beseitigt (s.o.8.121 mit Anm.112 und 113).
Im Museum von Iznik (Nikaia) befindet sich eine Weihinschrift,
auf der Plautillas Name getilgt worden ist (8.yahin (19?9)
8.5?b-59b Nr.59).
zur Revers-Darstellung: Durch ahnliche Münzen mit der Le-
gende OMONOIA NIKAIEnN ist die Gottheit eindeutig als Homonoia
zu benennen. Homonoia, das griechische Pendant der römischen
Concordia, ist eine der "Personifikationen schicksallenkender,
guter, staatserhaltender Krafte"(C.Bosch (1935) 8.156).
Diese Münze korrespondiert sehr deutlich mit den umfangreichen
Concordia-Pragungen, die in Rom anla~lich der Verheiratung von
Caracaııa und PZautiZZa im Jahr 202 ausgegeben wurden (vgZ.
dazu P. V.Hill (1964) 8.28 Nr.610, 613, 615, 618-621, 623-629).

r·1ACRINUS (217-218)
025 DIASSARIQN, 11.82g, stempelstellung 30°; Metall
Orichalcum; kaum abgegriffen, aber durch die scharfe
Reinigung in Mitleidenschaft gezegen; über dem Por-
trait ein breiter SchrötlingsriB
Vs: AYT(oMp&twp) K(~Lo~p) M(apMo~) OITEA(~o~)
CEOYHP(o~) MAKPEINOC AY-f(ouoto~)
Büste des Macrinus mit Lorbeerkranz, von hinten
gesehen, nach rechts
Rs: N-I-KAIEnN
(weiter auf der nachsten Seite)
210 Katalog

Athena Promachos steht in Chiton und Peplos


nach links. Sie tragt einen Helm und halt in
der Linken ein transversales Sceptrum (oder
einen Speer). Den linken Ellenbogen stützt sie
auf einen Schild, der auf einem Felsbrocken
steht. Auf der Rechten halt sie efne Eule, die
ihr zugewandt ist; vor der Göttin ein brennender
Alta.r.
unpubliziert
vielleicht wurde eine solche Münze angeboten bei
Hirsch 94 Nr.490 und Hirsch 98 Nr.2811; in beiden
Fallen ist die Münze nicht abgebildet und nur unge-
nau beschrieben. Es ist weder festzustellen, ob
zweimal dasselbe Exemplar angeboten wurde, noch, ob
es sich um den gleichen Typ wie bei dem Kölner stück
handel te.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr.18 und
C.Bosch (1935) 8.155.

E L A GAB A L (218-222)
In der Kölner Sarnrnlung befindet sich keine Münze mit dem
Kopf des Elagabal.
Auf einem Meilenstein an der antiken StraBe von Nikaia
nach Dableis wurde der Name dieses Kaisers in Folge der
damnatio memoriae getilgt (s.şahin f1981) S.165b Nr.1022).

S E V E RUS A L E X A ND E R (222-235)
026 DIASSARION (reduziert), 8.80g, Stempelstellung 20°,
etwas abgegriffen, Metall Orichalcum, durch die
schar~e Reinigung ist nur noch stellenweise schwarze
Patina erhalten geblieben, auf beiden Seiten fast in
der Mitte ein Zentrierpunkt
Vs: M(apxoç) AYP(nALoç) CEYPH(oç)(!) A-AE~ANAPOC
AY(youcr-roç)
Büste des Severus Alexander mit Panzer, Paluda-
mentum und Lorbeerkranz, von hinten gesehen,
nach rechts; darunter ein runder Gegenstempel
mit der Büste des Philippus (244-249) mit Lor-
beerkranz nach rechts
Rs : NI K- AI [E ~ıN ]
Helios tragt Chlamys und Strahlenkrone und fahrt,
die Peitsche schwingend, in einer Quadriga nach
rechts
Waddington 586 Tafel 82 Abb.15 (stempelgleich; fehler-
haft beschrieben)
zum Gegenstempel: Die Kontemıarke wurde im Jahr 244 im Zu-
sammenhang mit den FestspieZen verwendet: s.o.S.134-140.
Macrinus - Severus Alexander 211

zur Revers-Darstellung: Heıios, der 8onnengott und die


8onne, wird dargestellt, wie er in der Quadriga unterwegs
ist, t~gliah von Osten naah Westen am Himmel entlang zu
ziehen.
Ganz ~hnliah wird der Gott dargestellt auf einem Medaillon
des Maraus Aurelius aus Nikaia (Waddington 138 Tafel ?O Abb.5,
stark Uberarbeitet). Dieses repr~sentative 8tüak steht in der
~adition fast identisaher Medaillons der Münzst~tte Rom
(F.Gneaahi (1912), Band 2, 8.16-1? Nr.6? Tafel 50 Abb.6 (Anto-
ninus Pius) und 8.52 Nr.3-4 Tafel ?B Abb.J-4 (Commodus)).

027 DIASSARION (reduziert), 7.08g, Stempelstellung 210°;


wegen der scharfen Reinigung sind nur an wenigen
Stellen grüne und schwarze Patinareste stehengeblie-
ben; Metal! Orichalcum, stark abgegriffen
Vs: M(apxos) AYP(nA~os) CEYH(pos) - AAE3{AN~POC]
AYf(OUO'l"OS)
Büste und Gegenstempel wie bei Nr.o26
Rs: NIKAIEQN / CAfAPIC
Der FluBgott Sagaris (= Sangarios) liegt halb
nackt nach links und stützt den linken Arm auf
ein GefaB, aus dem der FluB Sangarios "entspringt";
dahinter Schilfpflanzen
Waddington 607; SNG v.Aulock 613; Kölner Münzkabinett,
Auktion 26 (1979) Nr.260
zum Gegenstempel: s. o. Kommentar zu Nr. o26
zur Revers-Darstellung: Der Flu13gott ist in der typisahen
Manier dargestellt. Memnon von Herakleia sahrieb an einer 8telle,
Nikaia sei die Toahter Von 8angarios und Kybele gewesen: n ~~v
o~v vats n N~xa~a AtYETa~ ~Ova~ Eayyap~ou 'l"OÜ xa;& <nu xwpau
ôuv&o;ou xat KuStAns ... (F.Jaaoby (1950), Band 3, XXIV Herakleia
am Pontos, 434 Memnon 28.9 (8.35? Z.21-22).
Die 8tadt Nikaia lag zwar niaht direkt am Fluf3 8angarios, aber
der 8angarios lag im Territorium der 8tadt.
Zur Bedeutung des 8angarios sahrieb C.Bosah (1931, Sp.438-439):
"··· In Nikaia erscheint zuweilen als Münztyp das Bild
des Flu13gottes Sangarios. Die Bilder zeigen ihn einmal, wie
er ein kleines 8ahiff auf der ausgestreakten Hand h~lt, ein
andermal mit einer Prora zu seinen Füf3en . •.. Das bedeutet
... , daf3 auf dem 8angarios 8ahiffahrt getrieben wurde und
daf3 dieser 8ahiffsverkehr für Nikaia wiahtig genug gewesen
sein muf3, um in dieser Weise auf den Münzen hervorgehoben
werden zu kBnnen. Die grof3e 8traf3e von Nikaia naah Ankyra
trifft etwa da auf den 8angarios, wo der GaZlos in diesen
mündet .•. , und 8trabon beriahtet, der 8angarios sei für
8eesahiffe fahrbar gewesen bis zur Mündung des Gallos.
Dies alles heif3t: Die auf dem 8ahwarzen Meer fahrenden
Handelssahiffe konnten ihre Güter den 8angarios hinauf-
bringen bis zur Mündung des Gallos, dort wurde die Fraaht
gelBsaht und auf der Landstraf3e in vier 8tunden oder weni-
ger naah Nikaia gesahafft. Mit anderen Worten: Nikaia, das
durah den Askanios und seine Hafenstadt Kios eine direkte
Verbindung mit der Propontis hatte, konnte durah Vermitt-
lung des 8angarios auah auf dem 8ahwarzen Meer indirekt
212 Katalog

Seehandel treiben." - VgZ. dazu J. Harduinus (_1684) S. 350-


351; L.Robert (1980) S.82 und 99; S.Şahin (1981) S.18-19 und
21-22; eine Münzrückseite mit Sangarios hier auf Taf.34 Abb.16.

028 DIASSARION (reduziert)l 8.15gl Stempelstellung 30° 1


Metall Orichalcum 1 abgegriffen und scharf gereinigt
Vs: wie bei Nr. 27
auf dem Hals der gleiche Gegenstempel wie bei
Nr.26 und 27; darüber eingeschlagen ein runder
Gegenstempel mit der Zahl ~(=4)
Rs: N-IK-AIES1N
Die Nymphe Nikaia sitzt auf einem Fels nach links;
sie tragt Chiton und Peplos und auf dem Kopf einen
Kalathos; in der ausgestreckten Rechten halt sie
eine Blume; zu ihren FüBen der FluBgott Sangarios,
der zu ihr aufblickt und die Rechte erhebt.
unpubliziert
eine ganz ahnliche Rückseite einer Münze des Elagabal
bei Waddington 550 Tafel 81 Abb.20
zu den Gegenstempeln: Die Kopfpunze steııt einen PhiZippus
dar und wurde 244 aufgepragt (s.o.S.134-140).
Mit der ZahZenpunze wurde dieses Diassarion um das DoppeZte,
zum Tetrassarion, aufgewertet; das geschah irgendwann unter
VaZerian, vieZZeicht um 258 (s.o.S.165-1?3).
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kormıentar zu Nr.2?.
029 DIASSARION (leicht reduziert) 1 10.20g(!) 1 Stempelstel-
lung 210°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber
durch die scharfe Reinigung in Mitleidenschaft gezo-
gen; auf dem Avers schwarze und rote Patinareste
Vs: wie bei Nr.27 und 28
auf dem Hals ein runder Gegenstempel mit der Zahl
H(=BJ
Rs: NIKA-IE/rlN
Prometheus sitzt halb nackt im Himation auf einem
Baumstumpf nach rechts; ihm gegenüber steht auf
einem Erdhaufen der von ihm erschaffene Mensch,
dem er die Linke auf die rechte Schulter legt
und dessen linken Unterarm er mit der Rechten um-
faBt; hinter dem Mensch steht Athena in Chiton und
Peplos und einem Helm auf dem Kopf nach links und
halt die Rechte über den Kopf des Menschen; hinter
Athena ein Strauch.
unpubliziert
zum Gegenstempel: Mit der ZahZ H(=8J wurde dieses Diassarion
um das Vierfache, zum Oktassarion, aufgewertet. Das Stück ist·
so schwer ausgebracht, daB es wie ein aZtes Diassarion anmutet
(s.o.Nr.21-22). Die AufWertung geschah um 258 (s.o.S.165-1?3).
zur Revers-Darstellung: Die Darstezıung ist für Nikaia his-
her unbekannt. Nur eine sehr schZecht erhaZtene Münze des Maxi-
minus ist publiziert, die Prometheus bei der Erschaffung des
Menschen zeigt (Waddington 652 Revers TafeZ 83 Abb.36).
Severus Alexander - Julia ı~aea 2ı3

Den Vorgang sahildert Luaian (Prometheus 13): "Und dann, mit


den Worten des Diahters "Erde und Wasser misahend"(Hesiod, Wer-
ke und Tage 61), und sie knetend, formte iah die Mensahen, und
iah bat auah noah Athena, miah bei dem Werk zu unterstützen"
... xat ô~ xaT& Tav no~nT~xav l6yov "yatav GôE~ ~Öpa~' xat ô~a­
pal&~a~ QVERlaoa TOU~ av%pwnou~. ET~ xat T~V 'A%nvav napaxalEoa~
ouvEn~la~Eo%a~ pot TOÜ &pyov.
Die Dreiergruppe ist ansonsten nur auf einem MedaiZZon des
Antoninus Pius bekannt (Vatikan; hier TafeZ 34 Abb.6). Weitere
Darsteııungen dieser Art, besonders auf spatrBmisahen Sarkopha-
gen, bei L.Eakhart (1957) Sp. 723-727 und A.Baumeister 1 1413.

030 ASSARION (reduziert), 4.61g, Stempelstellung 30°;


scharf gereinigt; auf beiden Seiten schwarze und rote
Patinareste; abgegriffen; Metall Orichalcum
Vs: M(5pxo~) AYP(nl~o~) CEY(npo~) AAE3ANAPOC
AY(youoTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz,
von hinten gesehen, nach rechts
Rs: NI-K-AI-E/QN
drei Standarten
BMC 102; HCC 28; Waddington 617 Tafel 83 Abb.9
Dieser Typ war und ist der bei weitem haufigste aus
der Münzstatte von Nikaia. Er wurde in einer Fülle
von Varianten in groBen Mengen über einen langeren
Zeitraum hin gepragt.
Vgl. zum Beispiel: BMC 99-ı04; Waddington 6ı6-6ı7; Mionnet, Sup-
plement S Nr.79S; SNG Kopenhagen sı9-S20; HCC 27-30; SNG v.Au-
loek 623-626; Mabbott eelleetion ıı44; Slg.Hollseheek, Teil ı
Nr.447e; Wendt (Wien) Auktion 9 Nr.9S; Helbing 86 (ı942) ı62S;
Cahn 66 (ı930) Nr.282; Zühlsdorf Liste 8 (ı976) Nr.ıı8; Dorau,
Liste 68 Nr.4ı; Müller (Solingen) Auktion ıs (ı97S) Nr.224; Dom-
browski (Münster) Liste 90 (ı980) Nr.2ı22; Tietjen (Hamburg),
Auktion 33 (ı980) Nr.20-2ı; Knopek (Köln) Auktion vom Dezember
ı979 Nr.3SO; Sternberg (Zürieh) Auktion 9 (ı979) Nr.99; Sammlung
Weber Nr.4906; Hirseh (Münehen), Auktion 98 Nr.2832; Lempertz
(Köln), Auktion 237 Nr.346; Kress (Münchenl, Auktion ı39 Nr.
2S87; Kress (Münehen), Auktion ıs6 Nr.697; Hirseh (Münehen),
Auktion 8 (ı903) Nr.622; Cahn, Liste 3ı (ı934) Nr.206; Cahn,
Auktion 7ı Nr.784 und viele andere mehr.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr.15 und
oben 8.62 mit Anmerkung 38; zum Nominaı vgı. oben 8.165.

J UL I A MA M A E A (222-235)
031 DIASSARION (reduziert), 8.17g, Stempelstellung 30°;
Metall Orichalcum; scharf gereinigt; nicht besanders
abgegriffen; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: IOYAIA MA-MAIA CEB(aoTn)
Drapierte Büste mit Stephane, von vorn gesehen,
nach rechts
214 Katalog

Rs: [NI] KAI-E!"lN


Dikaiosyne steht in Chiton und Peplos nach
links; sie halt im linken Arm ein Füllhorn und
in der Rechten eine Waage
unpubliziert
zur Revers-Darstellung: C. Bosch (1935) interpretiert die
vielen Personifikationen auf den Münzen der römischen Kaiser-
zeit, die JYche, Homonoia, Dikaiosyne ader Nemesis darstellten,
folgenderma~en (8.158-159):
"Die Bilder erinnern dauernd daran, da~ das Schick-
saı, Fortuna-Tuxn,Rom zur Herrschaft über die Welt berufen
hatte, da~ das gegenwartige Weltregiment gottgewollt sei,
da~ nur die Eintracht, Concordia-·o~bvo~a, das Reich erhal-
te und ihm Blühen und Gedeihen sichere, da~ das Regiment ge-
reeht sei und jeder Versto~ gegen die WeZtordnung von den
wagenden, mesdenden und zügelnden Maehten der Gereehtig-
keit und Vergeıtung, Dike und Nemesis, gesühnt werde. 11
Im Museum von Iznik (Nikaia) befindet sieh ein Grabepigramm,
das bezeugt, da~ ö~xa~oauvn aueh aZs Frauennamen verwendet
wurde (S.Şahin (19?9) S.13?b Nr.1?5).
032 DIASSARION (reduziert), 10.00g, Stempelstellung
210°; Metall Orichalcum; scharf gereinigt und völlig
abgegriffen
Vs: IOYAIA MAM[AIA ... ]
Drapierte Büste der Julia Mamaea nach rechts;
auf dem Hals ein runder Gegenstempel mit einem
Kopf nach rechts
Rs: NI-KA/[IE!"lN]
Der Tychetempel von Nikaia, dargestellt mit
sechs Saulen, von vorn gesehen; auf dem drei-
eckigen Giebelfeld eine Scheibe
unpubliziert
zum Gegenstempel: Der GegensterrrpeZ wurde 244 irr. Zusammen-
hang mit dem Agon in Nikaia verwendet (s.o.S.134-140).
zur Revers-Darstellung: Auf einigen Münzen Nikaias, zum
BeispieZ auf dem Stüek Nr.46 der KöZner SammZung, steht in die-
sem TerrrpeZ die tyehe, dargesteZZt wie z.B. auf Nr.22.
Darnit ist die Benennung des TerrrpeZs gesiehert (vgl. aueh M.J.
Priee/B.L.TreZZ (19??) S.99).
033 ASSARION (reduziert), 4.46g, Stempelstellung 30°,
Metall Orichalcum, nicht besanders abgegriffen, sehr
dünne braune Patina
Vs: IOYAIA MAMAIA AYf(oüa<a)
Drapierte Büste der Julia Mamaea, von vorn ge-
sehen, nach rechts
Rs: N-IK-AI-E/flN
Drei Standarten
Mionnet, Suppl.S Nr.807; Grose 7498; Waddington 628
mit der Legendentrennung NI-KA-IE/flN: BMC 106; SNG Ko-
penhagen 521; SNG Fitzwillian Museum 4116
ungenau beschrieben: Slg. Hollscheck, Teil 1 Nr.448a;
Hirsch 92 Nr.356
Julia ~amaea - Naximinus 215

zur Revers-Darstellung: Vgı. den Kommentar zu Nr. 30; zur


Probıematik der signa-Münzen vgı. den Kommentar zu Nr.15 und
oben 8.62 mit Anm.38; zum Nominaı vgı. oben 8.165.

MA X I MI N U S (235-238)
034 DIASSARION (reduziert), 7.43g, Stempelstellung 30°,
Metall Orichalcum, abgegriffen und scharf gereinigt
Vs: [ ......... ) MA-SIMEINOC AY(yoUOTOS)
Büste des Maximinus mit Panzer, Paludamentum
und Lorbeerkranz, von binten gesehen, nach
rechts: auf dem Hals ein runder Gegenstempel
mit der Büste des Philippus mit Paludamentum
nach rechts
Rs: NIKA- [IEQN]
Asklepios steht im Himation mit seinem Schlangen-
stab von vorn und wendet den Kopf nach links
Mionnet, Suppl.S Nr.813var (Averslegende AY MASIMEI-
NOC, verlesen?): Slg. Apostolo Zeno, Teil 3, Nr.3931?
(nicht abgebildet und ungenau beschrieben)
zum Gegenstempel: Die Punze wurde 244 im Zusammenhang mit
den Festspieıen in Nikaia verwendet (s.o.8.134-140).
zur Revers-Darstellung: Vgı. den Kommentar zu Nr.oll.
035 DIASSARION (reduziert), 7.00g, Stempelstellung 30°,
Metall Orichalcum, ziemlich abgegriffen und scharf
gereinigt: auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: r(&Los) IOY(ALOS) OYH(pos) MA-SIME[INO]C
AY( YOUOTO s)
Büste wie bei Nr.34: vor dem Portrait ein runder
Gegenstempel mit einem Kopf (des Philippus)
nach rechts
Rs: [NI ]-KA- IErlN
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos
nach links: sie tragt einen Helm und halt in
der Linken ein transversales Sceptrum (oder ei-
nen Speer): den linken Ellenbogen stützt sie auf
einen Schild, der auf einem Felsbrocken steht:
in der ausgestreckten Rechten halt die Göttin
eine Patera
unpubliziert
zur Rückseite vgl. Waddington 634 Tafel 83 Abb.23
zum Gegenstempel: 8.o.8.134-140.
zur Revers-Darstellung: Vgı. den Kommentar zu Nr.lB
216 Katalog

036 DIASSARION (reduziert), 7.90g, stempelstellung 30°,


Metall Orichalcum, abgegriffen und scharf gereinigt
Vs: wie bei Nr.35
vor dem Portrait ein runder Gegenstempel mit
der Zahl 6( =4 J
Rs: NIKA-1-Er!N
Darstellung der Athena Promachos ahnlich wie
bei Nr.35, jedoch halt die Göttin an Stelle
der Patera eine kleine Nike-Figur
Mionnet, Suppl.S Nr.811; Waddington 633; Sanclemen-
tianum, Teil 3 S.65
zum Avers-Gegenstempel: Dieses reduzierte Diassarion
wurde durch die Zahı 6(=4) um das Doppeıte, namıich zum Tetras-
sarion aufgewertet. Das geschah irgendwann um 258 n.Chr.
(s.o.S.165-173).
zur Revers-Darstellung: vgı. den Kommentar zu Nr.18.
o37 DIASSARION (reduziert), 6.o3g, Stempelstellung 30°;
Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen und scharf
gereinigt; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
tiefer Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.35
auf dem Hals ist eine undeutliche Punze dreimal
über- und nebeneinander eingeschlagen worden
Rs: NI-KA-IEQN
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos nach
links; sie tragt einen Helm und halt in der Lin-
ken einen zum Boden gerichteten Speer; in der
ausgestreckten Rechten halt sie eine Patera; vor
der Göttin steht ein Schild
Waddington 634 Revers Tafel 83 Abb.23; SNG v.Aulock
7046var. (Legendentrennung NIKAI-Er!N)
zu den Gegenstempeln: S.o.S.134-140.
zur Revers-Darstellung: Vgı. den Kommentar zu Nr.o18.
038 DIASSARION (reduziert), 8.36g, Stempelstellung 360°,
Metall Orichalcum, rostbraune Patina, ziemlich ab-
gegriffen, auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: f(&~oç) IOY(A~oç) O(u)H{poç) MA~-IMEINOC
AYf(OUOTOÇ)
Büste wie bei Nr.34; auf dem Hals ein runder
Gegenstempel mit einem Kopf (des Philippus)
nach rechts (Richtung 140°)
Rs: NI-KA-I-EriN
Demeter steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen ~hrenkranz und halt in der Lin-
ken eine lange Fackel; in der ausgestreckten
Rechten halt sie ~hren
unpublizierte Variante; mit der Averslegende r !OY
OYH MA~IMEINOC AYr: Waddington 637; SNG v.Aulock
629-630
zum Gegenstempel: S.o.S.134-140.
Maximinus 217

zur Revers-Darstellung: In dem f'I'Uchtbaren Gebiet um Nikaia


war Demeter natürlich eine der wichtigsten Gottheiten. Als Be-
schützerin der Felder und Feldfrüchte sorgte sie für die Lebens-
mittel in fester Form (snPa tpo~nJ, wahrend Dionysos für die Nah-
'l'ıtngsmittel in flüssiger Form (uypa tpocıınJ "zustandig" war. Vgl.
dazu Kern, RE 4.2 (1901) Demeter, Sp.2?13-2?6?, darin Sp.2?4?-
2?50 und 2?54-2?55.
Weiheinschriften an Demeter aus Bithynien bei S.Şahin (1982)
Nr.1514 und in TAM 4,1 Nr.53-54.

039 DIASSARION (reduziert), 7.23g, Stempelstellung 30°,


Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf ge-
r~inigt; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: f(a~os) IOY(A~os) OYH(pos) MA-~IMEINOC
AIT(oucrtos}
Büste wie bei Nr.34; dahinter ein runder, kon-
kaver Gegenstempel ohne Bild(!)
Rs: N-IKAI-EQN
Dikaiosyne steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt Stephane, Füllhorn und Balkenwaage
unpublizierte Variante
mit der Legende NI-KAI-EQN: Waddington 650 Tafel 83
Abbildung 3 5
zum Gegenstempel: Es handeıt sich um eine "Kümmerform" des
Kopfgegenstempels, der im Zusammenhang mit dem Agon des Jahres
244 verwendet wurde; s.o.S.134-140.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr. 031.

040 DIASSARION (reduziert), 8.31g, Stempelstellung 30°,


Metall Orichalcum, ziemlich abgegriffen, scharf gerei-
nigt, auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zen-
trierpunkt
Vs: wie bei Nr.39;
im Genick ein runder Gegenstempel mit einer mann-
lichen Büste nach rechts (Richtung 100°)
Rs: N I K-AI- [EQN]
Hornoncia steht in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arm ein Füllhorn und in der
ausgestreckten Rechten eine Patera
unpublizierte Variante;
mit der Legendentrennung NI-KA-IEQN: Waddington 649
Revers Tafel 83 Abb.34
zurn Gegenstempel: Die Kontermarke steııt einen der Phiıippi
dar und wurde im Zusammenhang mit dem Agon des Jahres 244 ver-
wer,det. Damit wurde die Münze wahrscheinlich zur Wertmarke qe-
macht; vgl. dazu 8.131-110. ·
zur Revers-Darstellung: Die Benennung der Göttin ist ein-
deutig. Die Darstellung entspricht reichsrömischen Vorbildern.
Diese Homonoia-Reverse wurden in Nikaia nur verwendet, wenn
mehrere Personen gleichzeitig Augzıstus bzw. lıugusta oder Caesar
waren, da natürlich Homonoia nur zwischen mindestens Zweien be-
atehen kann.
Reverse, auf denen Homonoia dargestelıt ist und der•en Legende
218 Katalog

auf die Eintracht von Stadten, nicht von Regenten, hinweist


(z.B.Nr.153-156), gehören ineinen anderen Zusammenhang.
VgZ. auch C.Bosch (1935) S.156-159.
041 DIASSARION (reduziert), 7.45g, Stempelstellung 30°,
Metall Orichalcum, scharf gereinigt, stellenweise
schwarze Patina- und weiBe Sinterreste
Vs: r(&~os) [IOY]A(~os) OYH(pos) MA-EIMEINOC
AYf(oua-roı;) ·-
Büste wie bei Nr.34
auf dem Hals ein runder Gegenstempel mit einem
mannlichen Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
(Richtung 270°)
Rs: NI-KAI-EQN
Hygieia sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie stützt den linken Ellenbogen auf die Thron-
lehne und halt in der ausgestreckten Rechten
eine Patera, aus der sie eine Schlange füttert
Grose 7500 Tafel 256 Abb.11 (stempelgleich);
mit der Averslegende r !OY OYH MAEIMEINOC AY:
Mionnet, Band 2 Nr.282; Waddington 643
mit der Averslegende r !OY OYH MAEIMEINOC AYf:
Waddington 644
zum Gegenstempel: Es handeıt sich um den Kopf von PhiZippus.
Die Punze wurde 244 im Zusammenhang mit dem Agon in Nikaia ver--
wendet (s.o.S.134-140).
zur Reversdar s tellung: Hygieia ist in der typischen Manier
dargesteZZt, wie sie auf griechischen und römischen Münzen (aZs
SaZus) sehr haufig zu finden ist.
Im MUseum von Iznik (Nikaia) befindet sich eine Weiheinschrift
für AskZepios und Hygieia (S.Şahin (1981) S.175b Nr.1044).
042 DIASSARION (reduziert), 7.84g, Stempelstellung 40°,
Metal! Orichalcum, abgegriffen und scharf gereinigt
Vs: f(a~os) IOY(A~os) OYH(pos) MAE(~)MEINOC
AYf(oua-ros)
Büste wie bei Nr.34; auf dem Hals ein runder
Gegenstempel mit einem mannlichen Kopf (mit Lor-
beerkranz?) nach rechts
Rs: NIKAIE-QN
Nemesis sitzt in Chi.ton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arm ein Füllhorn und in der
ausgestreckten Rechten eine Patera; unter ihrem
Thron ein Rad.
unpublizierte Variante;
eine Münze mit der Legendentrennung NI-KAI-EnN in der
SNG v.Aulock 639 (in der Beschreibung ist das OYH(pos)
der Averslegende, das auf dem Foto klar zu erkennen
ist, ausgelassen worden).
zum Gegenstempel: S. o. s. 134-140.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr. 31 und
C.Bosch (1935) S.156-159.
Maximinus 219

043 DIASSARION (reduziert), 8.27g, Stempelstellung 30°,


Metall Orichalcum, nicht sehr abgegriffen, scharf
gereinigt
Vs: f(aLoç) IOY(ALoç) OYH(poç) M-A~(L)MEINOC
AIT(ouo-roç)
Büste wie bei Nr.34; auf dem Hals ein runder
Gegenstempel mit der Büste des Philippus Caesar
nach links
Rs: NIKAIE-s:JN
Die Nymphe Nikaia sitzt in Chiton und Peplos
nach links und wendet den Kopf nach rechts; auf
dem Kopf tragt sie eine Mauerkrone; im linken
Arm halt sie ein Füllhorn und in der Rechten
einen Thyrsos
unpublizierte Variante;
ein Stück mit der gleichen Averslegende wie Nr.39
bei Waddington 648 Revers Tafel 83 Abb.33;
nicht abgebildet und ungenau beschrieben wurde ein
solches Stück angeboten bei: Münzen und Medaillen-AG/
Basel, Liste 183 (1958) Nr.230
zum Gegenstempel: Die Punze wurde 244 im Zusammenhang mit
dem Agon in Nikaia verwendet; s.o.S.134-140.
zur Revers-Darstellung: Nikaia wird hier als Stadtgöttin
dargestellt, ahnlich wie auf der Münze Nr.28 der Kölner Samm-
lung: Als Stadtgottheit tragt sie die Mauerkrone, das Füllhorn
weist auf Wohlstand und UberfluS hin, wahrend der Thyrsos auf
das Verhaltnis von Dionysos zu Nikaia anspielt.
Es ist ein Grabstein für eine Frau namens
Nikaia bekannt (S.Şahin (19?8) 5.44 Inschrift Nr.14).

044 DIASSARION (reduziert), 6.47g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; abgegriffen; durch die scharfe
Reinigung sind nur auf der Rückseite der Münze
schwarze Patinareste übrig geblieben; auf beiden
Seiten , fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: f(aLoç) IOY(ALüç) OYH(poç) MA~I-MEINOC
[AYf(oUoTos)]
Büste wie bei Nr.34; auf dem Hals ein runder
Gegenstempel mit einen Kopf mit Lorbeerkranz
nach rechts (Richtung 260°)
Rs: [NIKA)-IEs:J[N)
Roma sitzt in Chiton und Peplos nach links; sie
tragt einen Helm, halt in der Linken einen Speer
und auf der ausgestreckten Rechten eine Nike-
figur
unpubliziert
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze, die Philippus darstellt,
wurde diese Münze im Zusammenhang mit dem Agon des dahres 244
wahrscheinlich zur Wertmarke gemacht (s.o.S.134-140).
zur Reversdarstellung: v'gl. SNG v.Aulock 655 und 660 und
den Koromentar zur Nr.o4 der Kölner Sammlung.
220 Katalog

045 DIASSARION (reduziert), 7.68g, Sternpelstellung 30°;


Metall Orichalcurn; scharf gereinigt; ziernlich abge-
griffen; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: f(aLoç) IOY(ALoç) O(u)H(poç) MA~IMEINOC
AIT(ouoToı;)
Büste wie bei Nr.34
Rs: NIK-A-IEQN
Sarapis steht im Hirnation von vorn und wendet
den Kopf nach links;auf dem Kopf tragt er einen
Kalathos; in der Linken halt er ein Sceptrurn
und in der erhobenen Rechten zwei ~hren(?);
im unteren Bereich der Darstellung ein runder
Gegensternpel mit einern rnannlichen Kopf nach
rechts (Richtung 45°)
Waddington 630 Tafel 83 Abb.21 (sternpelgleich);
mit der Legende r IOY OYH MA~IMEINOC AYf: Mionnet,
Suppl.S Nr.810
zurn Gegensternpel: Die Punze stelZt Philippus dar und wurde
im Zusammenhang des Agons von 244 verwendet; die Münze wurde
dadurch wohl zur Wertmarke; s.o.S. 134-140.
zur Revers-Darstellung: Zu Sarapis und der Verbreitung
seines Kultes in Kleinasien vgl. Roeder, RE 1 A 2 (1920) Sa-
rapis 1, Sp.2394-2426, darin Sp.2417, und C.Bosch (1935) 5.150f.
Zu dieser Daretellung bemerkte R.Münsterberg
(1921, 5.139), der Gott hielte keine Ahren in der Rechten,
sondern eine Taenie, und verweist auf eine ahnliche Münze aus
Kios (Waddington (1908) 5.331 Nr.133 Tafel 53 Abb.17).

046 DIASSARION (reduziert), 8.33g, Sternpelstellung 10°;


Metall Orichalcurn; nicht besonders abgegriffen;
scharf gereinigt; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: f(aLoç) IOY(ALoç) OYH(poç) M-A~(L)MEINOC
AYr(ouoTod
Büste wie bei Nr.34; auf dem Hals ein runder
Gegensternpel mit dem Kopf des Philippus mit Lor-
beerkranz nach rechts (Richtung 140°)
Rs: Ein Teropel mit sechssauliger Front, von der Seite
gesehen (Fassade links); darin steht die Statue
der Tyche in Chiton und Peplos mit Kalathos,
Füllhorn und Ruder; im Abschnitt NIK[AIE]n/N
unpubliziert
zurn Gegensternpel: Mit dieser Punze wurde die Münze 244
im Zusammenl:ana mit dem Agon in Nikaia wahrscheinlich zur Wert-
marke gemacht; s. o. S. 134-140.
zur Revers-Darstellung: Der Tempel ist durch die 5tatue,
die in ihm steht, eindeutig als der Tempel der JYche gekenn-
zeichnet. Vgl. die Darstellungen der Tyche auf Nr.22 und vielen
anderen Münzen der Kölner 5ammlung und die Tempel-Darstellung
auf Nr.32 und anderen. Vgl. auch M.J.Price/B.L.Trell (1977)
5.99 und C.Bosch (1935) 5.156-159.
Maximin us 221

047 DIASSARION (reduziert), 8.04g, Stempelstellung 190°;


Metall Orichalcum mit deutlicher Zinnbeimengung (röt-
licher Schimmer); ziemlich abgegriffen; die scharfe
Reinigung hat nur dünne schwarze Patinaflecken übrig
gelassen; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.39 (nicht stempelgleich); hinterdem
Hals ein runder Gegenstempel ohne Bild (Es wurde
nur ein Ring eingeschlagen, da im Stempelfeld
die Einzelheiten der darunter liegenden Kaiser-
büste klar zu erkennen sind.);
Der Schrötling ist zwei~al bepragt worden: hin-
ter dem Kopf, auf der Nasenlinie und einen Milli-
meter davor sieht man drei parallele kurze Linien;
es handelt sich um die Saulen des Tychetempels
der Rückseite Nr.46-51.
Rs: Der Tychetempel, dargestellt wie bei Nr.46, je-
doch ohne die Statue der Tyche; im Abschnitt
NIKAIErlN
unpubliziert
zum Gegenstempel: S. o. S. 134-140.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kornmentar zu Nr. 46.

048 DIASSARION (reduziert), 9.80g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gereinigt;
groBe schwarze und rostrote Patinaflecken; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.36 (stempelgleich)
auf dem Hals ein runder Gegenstempel mit einem
jugendlichen, mannlichen Kopf mit Lorbeerkranz(?)
nach rechts (Richtung 315°)
Rs: wie bei Nr.47, jedoch ist die Fassade des Tempels
nicht nach links, sondern nach rechts gewandt
M.J.Price/B.L.Trell (1977) 5.99 Revers Abb.187;
mit der Averslegende f IOY OYH MA~IMEINOC: BMC 109
Revers Tafel 33 Abb.13; Waddington 657 Tafel 83 Abb.
40
zum Gegenstempel: Die Punze wurde 244 verwendet; sie steZZt
PhiZippus dar und machte die Münze wohZ zur Wertmarke im Zusam-
menhang mit dem Agon dieses Jahres (s.o.S.134-140).
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kornmentar zu Nr. 46.

049 DIASSARION (reduziert), 8.18g, Stempelstellung 190°,


Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gereinigt;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt
Vs: wie bei Nr.47 (stempelgleich); auf dem Hals ein
runder Gegenstempel mit einer jugendlichen, mann-
lichen Büste nach rechts (Richtung 315°)
Rs: wie bei Nr.48 (nicht stempelgleich)
Zitate wie bei Nr.48
222 Katalog

o50 DIASSARION (reduziert), 7.98g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf ge-
reinigt; auf dem Revers groBe rote und hellgraue
Patinaflecke; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: •r((hos;) HlY(hos;)(!) OYH(pos;) MA-[:!IMEINOC]
AYr(oucr-ros;)
Büste wie bei Nr.34
Rs : [N ] I - K/ AI E>ı N
Die Fassade des Tyche-Tempels, dargestellt mit
sechs Saulen
BMC 110; Waddington 658 Revers Tafel 83 Abb.41;
Slg.Weber, Teil 3, Nr.4909;
mit der Legendentrennung NI-KA/IE>JN: SNG v.Aulock
632
zu den Punkten am Beginn der Averslegende: Diese
Punkte seheinen daher zu rühren, da~ der Stempelsehneider
die Buehstaben der Legende an den beiden Stellen nieht mit
den Punkt-Markierungen in Deekung braehte, die zur Raumauf-
teilung der Aufsehrift dienen sollten. Das O mit dem Zentral-
punkt in IOY(ALos;) ist als keineswegs als 8 zu verstehen.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kormıentar zu Nr. 46.

051 DIASSARION (reduziert), 7.40g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum, ziemlich abgegriffen; scharf ge-
reinigt; besanders auf dem Avers schwarze Patina-
flecken; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: [r(&Los;) IOY(ALos;)] OYH(pos;) MA-ZIMEINOC
AYr(oucr-ros;)
Büste wie bei Nr.34; hinterdem Portrait ein
runder Gegenstempel mit der Büste des Philippus
mit Paludamentum und Lorbeerkranz nach rechts
(Richtung 310°)
Rs: N-IK/AIE>JN
Die Fassade des Tyche-Tempels, dargestellt mit
sechs Saulen
unpublizierte Variante
mit der Averslegende r IOY OYH MA:!-IMEINOC AYf:
BMC 111
mit der Reverslegende NI-K/AIE>JN: Kölner Sammlung
Nr.50; Waddington 658 Revers Tafel 83 Abb.41
mit der Reverslegende NI-KA/IE>JN: SNG v.Aulock 632
zum Gegenstempel: S.o.S.134-140.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kormıentar zu Nr. 46.

052 DIASSARION (reduziert), 7.47g, Stempelstellung 200°;


Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; scharf gerei-
nigt; auf beiden Seiten groBe schwarze Patinaflecke
mit restreten und hellgrünen "Ausblühungen"; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Maxirninus - i-laximus 223

Vs: wie bei Nr.47


Rs: NIK[AIEnN] 1 AYfOYCTIA 1 CEOYHPE/IA
Zwei Preiskronen mit einem durch Punkte ange-
deuteten Schriftband; in den Kronen je ein Palm-
zweig; zwischen den Kronen ein Geldbeutel
Waddington 659 Tafel 84 Abb.1; SNG v.Aulock 640
(stempelgleich); Slg.Weber, Teil 3 Nr.4908 Tafel 178
zur Revers-Darstellung: Bei den abgebiZdeten Gegenstö.nden
handeZt es siah um Preiskronen, reaht groBe GebiZde, die siah
die Sieger naah dem Agon aufsetzen durften. Das steZZte sahon
R.Zahn (1904) fest. Der Vorgang ist auah auf MUnzen abgebiZdet
(ein BeispieZ hier auf TafeZ 34 Abb.14; vgZ. auah O.Bernhard
(1929) 8.86). Dennoah werden diese Preiskronen bis in jUngste
Zeit hinein naah der veraZteten Interpretation, wie sie zum
BeispieZ im BMC zu Zesen ist, immer und immer wieder aZs agoni-
stisahe Urnen bezeiahnet.
Die FestspieZe, die auf dieser MUnze genannt werden, heis-
sen Auyoı'ıcnELa ııaL EEouıiPELa, "Augustus- und Severusfest". Sie
wurden im Jahr 236 gefeiert, wodurah diese MUnze siaher in die-
ses Jahr datiert werden kann (vgZ. C.Bosah (1950) 8.80-99).
Zu den Auyoı'ıoTELa vgZ. H.KarZ (19?5) 8.25-26; Karı hat
Ubersehen, daB es in Nikaia sahon vor VaZerian MUnzen gab, die
jene Festnamen trugen. Zu den EEouıiPELa vgZ. H.KarZ (19?5) S.
124-126. Die beiden Festnamen sind auah epigraphisah fUr Nikaia
bezeugt: C.Bosah (1950) Nr.4 =L.Moretti (1953) Nr.80 (Auyooo-
TELovJ bzw. C.Bosah (1950) Nr.2 und 5 =L.Moretti (1953) Nr.82
und 90 (EEouıiPELaJ; O.Liermann (1889) 8.146-152 Nr.28.
Bei dem Gegenstand zwisahen den Preiskronen handeZt es
siah ohne ZweifeZ um einen GeZdbeuteZ. Das zeigen ParaZZeZen
bei L.Anson (1910-1916) Band 1 TafeZ ll Abb.?14, ?16 und ?24
sowie TafeZ 12 Abb.?68; die anders Zautende Bemerkung bei C.
Bosah (1950) 8.86 ist unzutreffend.

MAXI~lUS CAES AR (235-238)


053 DIASSARION (reduziert), 6.94g, Stempelstellung 210°,
Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen; groBe
schwarze Patinaflecken mit rastreten Partien; auf
beiden Seiten, ungewöhnlich dezentriert, ein Zentrier-
punkt
Vs: r(&Lo~) IOY(ALO~) OYH(po~) MA=IMOC K(atoap)
Büste mit Panzer und Paludamentum, von hinten
gesehen, nach rechts; dahinter ein runder Gegen-
stempel mit einem mannlichen Kopf nach rechts
(Richtung 45 o)
Rs: NI-K[A]-IEnN
Ein bartiger Gott steht halb nackt im Himation
nach links; er halt in der Linken ein Sceptrum
und in der ausgestreckten Rechten einen Zweig
unpubliziert
Die Vorderseite ist stempelgleich mit Nr.59.
224 Katalog

zum Gegenstempel: Die Punze stellt einen der Philippi dar;


sie wurde 244 aufgepragt, wohl um die Münze zu einer Wertmarke
im Zusammenhang mit den Festspielen dieses Jahres in Nikaia zu
machen (s.o.S.134-140).
zur Revers-Darstellung: Die Benennung des Gottes ist un-
sicher. Der Zweig in der Rechten des Gottes deutet auf Apollon.
Dieser Gott wurde aber damals als Jüngling dargestellt.
Am wahrscheinlichsten ware die Interpretation als Zeus, obwohl
auf bithynischen Münzen bislang nur Patera, Lorbeerkranz, Nike-
figur und Adler als Attribute des Zeus bekannt sind.
Möglicherweise ist dieser Zeus als statuarische Darstellung
eines der durch vielerlei Epitheta differenzierten Zeus zu ver-
stehen. Solche Beinamen sind in Bithynien aueerordentlich reich-
haltig; vgl. dazu den Kommentar zu Nr.20 mit den Zitaten aus
s.şahin (1978, 1979, 1981 und 1982).

054 DIASSARION (reduziert), 7.74g, Stempelstellung 30°,


Metal! Orichalcum; abgegriffen; scharf gereinigt;
bedeckt mit schwarzen Patinaflecken; auf beiden Sei-
ten, ungewöhnlich dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: f(aLoç) IOY(ALoç) OYH(poç) MA~[IMOC K(atoap)]
Büste des Maximus mit Panzer und Paludamentum,
von vorn gesehen , nach rechts; dahinter ein
runder Gegenstempel mit dem Kopf eines Regenten
mit Lorbeerkranz nach links (Richtung 225°)
Rs: NIKA-IE>JN
Asklepios steht halb nackt im Himation von vorn
und wendet den Kopf nach links; in der Rechten
halt er seinen Schlangenstrab;
am Rand links unten ist vom Pragestempel ein
groBes Stück weggebrochen
Waddington 672 Revers Tafel 84 Abb.13; Slg.Hollscheck,
Teil 1 Nr.448c; HCC 32
zum Gegenstempel: Vgl. den Kommentar zu Nr. 53 und oben
s. 134-140.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr. 11.
055 DIASSARION (reduziert), 6.85g, Stempelstellung 30°,
Metal! Orichalcum, nicht sehr abgegriffen; scharf
gereinigt; am Beginn der Reverslegende einige dunkel-
grüne Verkrustungen; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o54 (nicht stempelgleich)
Rs: NIK-AI-E>JN
Homonoia steht in Chiton und Peplos nach links;
sie lı~ilt im linken Arm ein Füllhorn und in der
ausgestreckten Rechten eine Patera
Waddington 676 (Das im Text angegebene Foto auf Tafel
84 Abb.16 zeigt eine andere Münze); SNG v.Aulock 645;
Slg. Apostolo Zeno, Teil 3, Nr.3931?(nicht abgebildet
und ungenau beschrieben)
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr. 24.
f·1aximus 225

056 DIASSARION (reduziert), 6.69g, Stempelstellung 30°,


Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gereinigt;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt
Vom gleichen Typ wie Nr.55, jedoch nicht stempel-
gleich; auf dem Hals des Aversportraits ein runder
Gegenstempel mit der Büste des Philippus Caesar
nach rechts (Richtung 60°)
Die Vorderseite ist stempelgleich mit Nr.64
zum Gegenstempel: Vgl. den Kommentar zu Nr. 53.

o57 D!ASSARION (reduziert), 7.08g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gerei-
nigt; auf beiden Seiien, fast in der Mitte, ein Zen-
trierpunkt, der auf der Vorderseite ungewöhnlich
tief ist
Vs: wie bei Nr.54 (nicht stempelgleich); vor der
Büste ein runder Gegenstempel mit der Büste ei-
nes Regenten mit Lorbeerkranz nach rechts
(Richtung 320°)
Rs: wie bei Nr.55 und 56 (nicht stempelgleich);
links im Feld ein hochovaler Gegenstempel mit
einer Nike nach links (Richtung 100°)
Zitate wie bei Nr.55
zu den Gegenstempeln: zum Nike-Gegensterrrpel s.o.8.127-128
und 8.137-140. Dieser 8terrrpel ist um ein weniges alter als der
Kopfgegensterrrpel; beide Punzen wurden in Verbindung mit dem
Agon des Jahres 244 verwendet, wohl um die Münze zu einer Art
Wertmarke zu sterrrpeln (s.o.8.134-140).

058 DIASSARION (reduziert), 6.87g, Stempelstellung 30°;


Metall: schlechtes, stark korrodiertes Orichalcum;
scharf gereinigt; schwarze und rote Patinaflecken;
nicht besonders abgegriffen; auf beiden Seiten, et-
was dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.54 (nicht stempelgleich); auf dem
Hals ein runder Gegenstempel mit einem Regenten-
kopf mit Lorbeerkranz nach rechts (Richtung 310°)
Rs: NIK-AI-ErlN
Nemesis sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arm ein Füllhorn und in der
Rechten eine Patera; unter dem Thron ein Rad
unpublizierte Variante
mit der Legende NIKAIE-rlN: BMC 116; Waddington 677
Revers Tafel 84 Abb.17; SNG v.Aulock 646-647
zum Gegenstempel: Vgl. den Kommentar zu Nr. 54
zur Revers-Darstellung: Das unter dem Thron befindZiche
Rad definiert die Göttin eindeutig als Nemesis (vgl. den Korn-
mentar zu Nr.31 und C.Bosch (1935) 8.156-159).
226 Katalog

059 DIASSARION (reduziert), 6.84g, Stempelstellung


210°: Metall Orichalcum: nicht besonders abgegrif-
fen: dünne braune Patina: auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.53 (stempelgleich): auf dem Hals ein
runder Gegenstempel mit der Büste eines Regenten
mit Paludamentum und Lorbeerkranz nach rechts
(Richtung 30°)
Rs: wie bei Nr.43 (nicht stempelgleich)
Mionnet, Suppl.S Nr.847: Waddington 678: Sanclementi-
anum, Teil 3 S.69 Tafel 31 Abb.324:
mit der Legende NIKAI-EQN: F.Imhoof-Blumer (1901/02)
S.10 Nr.4: SNG v.Aulock 643 und 644
zum Gegenstempel: Vgl. den Korrrnentar zu Nr. 53.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Korrrnentar zu Nr. 43.
060 DIASSARION (reduziert), 7.17g, Stempelstellung 360°,
Metall: stark zinnhaltiges Orichalcum (rötliche F~r­
bung): abgegriffen: scharf gereinigt und stark kor-
rodiert: auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.54 (nicht stempelgleich): auf dem
Hals ein runder Gegenstempel Regentenbüste nach
rechts (Richtung 270°)
Rs: NI K-AI -EQN
Roma sitzt in Chiton und Peplos nach links: sie
tr~gt einen Helm, h~lt in der Linken einen Speer
und in der ausgestreckten Rechten eine Patera:
hinter ihr steht ein Schild
unpubliziert
Die Vorderseite ist stempelgleich mit Nr.63
zum Gegenstempel: VgZ. den Korrrnentar zu Nr. 53.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Korrrnentar zu Nr.o4.
061 DIASSARION (reduziert), 5.89g, Stempelstellung 210°,
Metall Orichalcum: nicht besanders abgegriffen: dünne
dunkelbraune Patina: auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.54 (nicht stempelgleich)
Rs: NIKA-I-EQN
Roma sitzt in Chiton und Peplos nach links: sie
tr~gt einen Helm und stützt den linken Ellenbogen
auf einen Schild: in der ausgestreckten Rechten
h~lt sie einen Lorbeerkranz
unpubliziert
zur Revers-Darstellung: Eine tihnliahe Rüakseite zeigt eine
niktiisahe Münze des Commodus (Waddington Nr.268 Tafel 74 Abb.6).
Vgl. auah C. C. Vermeule (1959) Tafel 1 Abb.11 und oben den Korn-
mentar zu Nr. o4.
11aximus 227

062 DIASSARION (reduziert)l 6.47gl Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
scharf gereinigt; auf der Rückseite schwarze Patina-
reste; auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.53 (nicht stempelgleich); auf dem
Hals ein runder Gegenstempel mit einem jugend-
lichen Kapf nach rechts (Richtung 80°)
Rs: NIKA-IEQN
Tyche steht in Chitan und Peplas nach links; sie
halt im linken Arm ein Füllharn und in der Reelı­
ten ein Ruder
Miannet 1 Suppl.5 Nr.843;
mit der Legende NI-KA-IEnN: Waddingtan 673 Revers
Tafel 84 Abb.14
zum Gegenstempel: VgZ. den Kommentar zu Nr. 53.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu Nr. 22, 31
und 46.

063 DIASSARION (reduziert) 1 9.21g(!) 1 Stempelstellung


210°; Metall Orichalcum; scharf gereinigt; nicht
besanders abgegriffen; schwarze und rate Patinareste;
auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein Zentrier-
punkt
Vs: wie bei Nr.60 (stempelgleich); auf dem Hals ein
runder Gegenstempel mit einem Regentenkapf mit
Larbeerkranz nach rechts (Richtung 45°)
Rs: NI- [K)A-IEQN
Zeus sitzt halb nackt im Himatian nach links; er
halt in der Linken ein Sceptrum und in der ausge-
streckten Rechten eine Patera
Waddingtan 661 Revers Tafel 84 Abb.3
zum Gegenstempel: VgZ. den Kommentar zu Nr. 53
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu NI'. 20 und 53.

064 DIASSARION (reduziert) 1 4.92g(!) 1 Stempelstellung 30° 1


Metall Orichalcum 1 nicht besonders abgegriffen; scharf
gereinigt; braune Patinaflecken mit dunkelgrünen Ver-
krustungen; auf beiden Seitenl fast in der Mitte 1 ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.56 (stempelgleich)
Rs: Die Fassade des Tyche-Tempels; wie bei Nr.50
(nicht stempelgleich); Gegenstempel Nike n.r. (10°)
Miannet 1 Band 2 Nr.284; Miannet 1 Suppl.5 Nr.849;
Debiel 207 Revers Tafel 15 Abb.207; Waddingtan 683
Revers Tafel 84 Abb.22; SNG v.Aulack 648
mit der Legende N-IK/AIEQN: BMC 117
zum Gegenstempel: VgZ. den Kommentarzu Nr. 5'1.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr. 46.
228 Katalog

065 DIASSARION (reduziert), 6.02g, Stempelstellung 360°;


Metal! Orichalcum; scharf gereinigt, stark abgegrif-
fen; schwarze und rostrote Patinaflecken
Vs: r(&~oç) IOY(A~oç) OY(npoç) MA-:IMOC K(aLcrap)
Büste mit Panzer und Paludamentum, von vorn ge-
sehen, nach rechts
Rs: NI-K/ AIEQN
Die Fassade des Tyche-Tempels, dargestellt mit
sechs Saulen; links ein hachavaler Gegenstempel
mit einer Nike nach rechts (Richtung 45°; stark
abgenutzte Punze)
unpublizierte'variante des Stückes Nr.64; s.dort die
Zitate und Hinweise.

G O RD I A N U S I I I. (238-244)
066 DIASSARION (reduziert), 5.85g, Stempelstellung 225°;
Metal! Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf ge-
reinigt; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: M(apHoç) ANT(wv~oç)•fOP~IANOC AYf(oucrToç)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz,
von hinten gesehen, nach rechts
Rs: NIKA-I-EQN
Hera thront in Chiton und Peplos nach links; sie
halt in der Linken ein Sceptrum und in der ausge-
streckten Rechten eine Patera;
davor ein hachavaler Gegenstempel mit einer Nike
nach rechts (Richtung 120°)
Waddington 709 Tafel 85 Abb.2 (stempelgleich)
zum Gegenstempel: Der Gegenstempel wurde 244 im Zusammenhang
mit den Festspielen in Nikaia Vei'Wendet, wohl um die Münze zu
einer Wertmarke zu machen; s. o. 8.12'1-128 und 13'1-140.
zur Revers-Darstellung: In der reichsrömischen Numismatik
wirdin dieser Weise die Göttin Juno dargestellt (vgZ. D.R.8ear
(19'10) 8.18).
Auf kaiserzeitlichen Münzen der 8tadt Chalkis auf Euboia wird
die derart dargestelıte Göttin expressis verhis als "Hpa bezeich-
net (BMC 8.118 Nr.112 Tafel 21 Abb.12; zuletzt vorgestellt in:
T.Hackens. A propos de la couronne fleurie de la deesse Hera,
in: O.M~rkholm/N.M.Waggoner (Hrsg.), Greek numismatics and ar-
chaeology. Essays in Honor of Margaret Thompson. Wetteren 1979,
8.63-69 mit Tafel 40 Abb.1).
Andererseits vermutet C.Bosch (1935, 8.157), da~ die Göttin zu
den gan.z allgemeinen Personifikationen guter, staatserhaıtender
Kr~fte gehörte und als Homonoia anzusehen sei.
Dennoch sollte die Göttin auf dieser Münze als Hera bezeichnet
sein, da kein Grund besteht, diese differenzierte Benennung ab-
zulehnen.
Eine Weihinschrift im Museum von Iznik (Nikaia), die Zeus Li-
daios, Hera und Athena gewidmet war, publizierte 8.Şahin (19'19)
8.33a Nr.34; vgl. auch die Weihung in TAM 4.1 Nr.65.
11aximus - Gordian III. 229

o67 DIASSARION (reduziert) 1 6.8Sg1 Sternpelstellung 210° 1


Metall Orichalcurn; scharf gereinigt; nicht besanders
abgegriffen
Vs: M(&pxoç) ANT(wvLoç) fOP6IANOC A[Y(yovoToç)J
Büste wie bei Nr.o66
Rs: NIK-AI-[E]-QN
Hornoncia steht in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arrn ein Füllhorn und in der
ausgestreckten Rechten eine Patera;
auf dem Kopf ein hachavaler Gegensternpel mit ei-
ner Nike nach links (Richtung 360°); über diesen
Sternpel geschlagen ein runder Gegensternpel mit
dem Kopf eines Jünglings nach rechts (Richtung
240°); links im Feld ein erhabener Punkt
unpubliziert;
Es sind nur zwei Stücke bekannt 1 die den Kaiser mit
einer Strahlenkrone zeigen: Mionnet 1 Suppl.5 Nr.857;
SNG v.Aulock 657
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Korronentare zu den Nummern
24 und 31.
zu den Gegensternpe ln: Be ide Gegenstempe ı wurden nacheinan-
der im Jahr 244 aufgepragt. Dadurch wurde die MUnze wohZ zu ei-
ner Wertmarke im Zusammenhang mit den FestpieZen dieses Jahres
in Nikaia gemacht; s.o.3.127-128 und 134-140 (Nike) und 3.134-
140 (Regentenkopf).

068 DIASSARION (reduziert) 1 5.33gl Sternpelstellung 170°;


Metall Orichalcurn; abgegriffen und scharf gereinigt;
auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein Zentrier-
punkt
Vs: [M(&pxoç) ANT(wvLoç) f0]P-6IANOC AY(yovoToç)
Büste mit Panzer 1 Paludarnenturn und Strahlenkrone 1
von hinten gesehen 1 nach rechts
Rs : [N I K] -AI- EQ N
Darstellung der Hornoncia wie bei Nr.o67;
links im Feld ein runder Gegensternpel mit einer
Nike nach links; der auBerordentlich grob nach-
geschnittene Sternpel wurde erst in der Richtung
40° eingeschlagen 1 sedann ein zweitesrnal 1 nur um
weniger als zwei Millirneter daneben 1 in der Rich-
tung 15°
SNG v.Aulock 657; Mionnet 1 Suppl.5 Nr.857
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Nummern
24 und 31.
zu den Gegensternpeln: Beide GegenstempeZ wurden nacheinan-
der im Jahr 244 aufgepragt. Dadurch wurde die MUnze wahrschein-
Zich zur Wertmarke fUr die FestspieZe dieses Jahres in Nikaia
gestempeZt; s.o.3.127-128 und 134-140 (Nike) und 3.134-140
(Regentenkopf).
230 Katalog

069 DIASSARION (reduziert), 6.10g, Stempelstellung 190°;


Metall Orichalcum; abgegriffen und scharf gereinigt;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt
wie Nr.o68 (nicht stempelgleich)
auf dem Revers zwei Gegenstempel: ein hochovaler Ge-
genstempel mit einer Nike nach rechts (Richtung 210°)
und ein runder Gegenstempel mit der drapierten Büste
des Philippus Caesar nach rechts (Richtung 160°)
zu den Gegenstempeln: Vgl. den Komnıentar zu Nr.o67.
070 DIASSARION (reduziert), 6.11g, Stempelstellung 45°;
Metall Orichalcum; scharf gereinigt; abgegriffen; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o68
Rs: NIK[AI]E-I!N
Nikaia sitzt in Chiton und Peplos nach links und
wendet den Kopf nach rechts; sie tragt auf dem
Kopf einen Kalathos, im links Arm ein Füllhorn
und in der Rechten einen Thyrsos; links vor ihr
ein hochovaler Gegenstempel mit der Nike nach
links (Richtung 60°)
unpubliziert
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Komnıentar zu Nr. 43.
zum Gegenstempel: Vgl. den Komnıentar zu Nr. o66.
Bei dieser Münze wird besanders deutliah, in welah brutaler
Weise die Unversehrtheit des Aversportraits beim Aufpragen der
KontePmarke vernaahlassigt wurde.
Es sei daran erinnert, da~ 244 der Name des ePmordeten Gordianus
im Auftrag seines MBrders und Naahfolgers Philippus bei dessen
Durahzug auf einem Meilenstein der Stra~e Nikaia-Nikomedeia
eradiert worden ist (S.Şahin (1981) S.295b, Addendum zur In-
sahrift Nr.15 in s.şahin (1979); vgl. auah S.Şahin (1981) S.159a).
071 DIASSARION (reduziert), 6.37g, Stempelstellung 30°;
Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gereinigt; auf
der Vorderseite stellenweise schwarze Patinareste;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt ~
Vs: [M(apxo~)] ANT(wVLo~) fOP-ô!ANOC AYf(ouoTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone,
von vorn gesehen, nach rechts; auf dem Hals ein
runder Gegenstempel mit dem Kopf des Philippus
Caesar nach rechts (Richtung 330°)
Rs: wie bei Nr.o70 (nicht stempelgleich); links im
Feld ein erhabener Punkt
Zitate wie bei Nr.o70
zum Gegenstempel: Vgl. den Komnıentar zu Nr. o67.
Cordian III. 231

o72 D!ASSARION (reduziert) 1 6.41gl Stempelstellung


240°; Metall Oriehaleum; abgegriffen; seharf ge-
reinigt; auf beiden Seitenl etwas dezentriert 1 ein
Zentrierpunkt
Vs: M(apxoç) ANT(wvLoç) fOPniANOC AYf(oVoToç)
Büste wie bei Nr.o71
Rs: NI [K]-AIES"lN
Sarapis steht halb naekt im Himation von vorn
und wendet den Kopf nach links; auf dem Kopf
tragt er einen Kalathos und in der Linken ein
Seeptrum; die Reehte hat er grüBend erhoben;
links im Feld ein runder Gegenstempel mit einer
Nike naeh reehts (Riehtung 210°); links neben
Sarapis ein brennender Altar
unpublizierte Variante;
ein Stüek ohne Altar: Waddington 687;
die gleiehe Darstellung auf einem Oktassarion bei:
K.Kraft (1972) Tafel 102 Abb.38a
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr.45.
zum Gegenstempel: Vgl. den Kommentar zu Nr. o66.

073 D!ASSARION (reduziert) 1 6.46gl Stempelstellung


220°; Metall Oriehaleum; nieht besanders abgegrif-
fen; seharf gereinigt; auf beiden Seiten 1 fast in
der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o66 (stempelgleieh)
Rs: N[IK]A-IES"lN
Tyehe steht in Chiton und Peplos von vorn und
wendet den Kopf naeh links; sie halt im linken
Arm ein Füllhorn und in der Reehten ein Ruder;
reehts im Feld ein erhabener Punkt; links im
Feld ein runder Gegenstempel mit einer Nike
naeh reehts (Riehtung 200°)
vielleieht Tempelhofer Münzenhaus H.Senger 1 Katalog
der Auktion 17 (1982) Nr.116 (nieht abgebildet und
ungenau besehrieben);
ein Stück mit der Legende M ANT fOP-~IANOC AYf:
Mabbott eelleetion 1149;
vgl. aueh SNG v.Auloek 658
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu 22, 31, 46.
zum Gegenstempel: Vgl. den Kommentar zu Nr. o66.

074 DIASSARION (reduziert) 1 5.63gl Stempelstellung 30°;


Metall Oriehaleum; seharf gereinigt; fast unzirku-
liert
Vs: wie bei Nr.o70 (nieht stempelgleieh)
Rs: NIKAI- [ES"lN]
Darstellung wie bei Nr.o73
Zitate wie bei Nr.o73
232 Katalog

075 DIASSARION (reduziert), 3.92g(!), Stempelstellung


30°~ Metall Orichalcum~ abgegriffen~ scharf gerei-
nigt~ auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o71 (stempelgleich)
Rs: NIKA-IE-r!N
Darstellung wie bei Nr.o73 und o74~
links im Feld zwei Gegenstempel~ ein hochovaler
Gegenstempel mit einer Nike nach rechts (Rich-
tung 220°)~ dieser Sternpel ist fast völlig "ge-
löscht" worden durch einen runden Gegenstempel
mit einer mannlichen Büste nach rechts (Rich-
tung 360°)
Zitate wie bei Nr.o73 und o74
zu den Gegenstempeln: VgZ. den Korrunentar zu Nr.o6?.
076 DIASSARION (reduziert), 5.59g, Stempelstellung 200°~
Metall: zinnhaltiges Orichalcum~ nicht besonders
abgegriffeni scharf gereinigt~ stellenweise rot-
braune und dunkelgrüne Patinareste~ auf beiden Sei-
ten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.67 (nicht stempelgleich)
Rs: [N]-I/KAIEQN
Die Fassade des Tychetempels von Nikaia, darge-
stellt mit sechs Saulen, von vorn~ im Zentrum
und im Giebelfeld je ein Punkt~ links ein hoch-
ovaler Gegenstempel mit einer Nike nach rechts
(Richtung 210°)
Mionnet, Suppl.5 Nr.863~ Waddington 707 Revers Tafel
85 Abb.1
zum Gegenstempel: VgZ. den Korrunentar zu Nr. o66.
zur Revers-Darstellung: VgZ. N:r. o64 und o65 und den
Korrunentar zu Nr.o46.

T R A N Q U I L L I NA (242-244)
077 DIASSARION (reduziert), 6.82g, Stempelstellung
340°~ Metall Orichalcum~ abgegriffeni scharf gerei-
nigti auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: CAB(E~v[a) TPAN-KYAAINA C(ESao<n)
Drapierte Büste mit Stephane, von vorn gesehen,
nach rechtsi darauf ein runder Gegenstempel
mit einem Regentenkopf mit Lorbeerkranz nach
rechts (Richtung 360°)
Rs: [NI]-KA-IErlN
Demeter steht in Chiton und Peplos nach links~
wie tragt einen ~hrenkranz, in der Linken eine
lange Fackel und in der Rechten ~hren
Mionnet, Suppl. 5 Nr. 8 7 4 i l•!addin<Jton 7 2 Oi SNG v. Au-
lock 662 (stempelgleichi das End-C wurde dort in der
Beschreibung vergessen.)
Gordian III. - Tranquillina 233

zur Revers-Darstellung: VgZ. den Korrmentar zu Nr. o38.


zum Gegenstempel: VgZ. den Kommentar zu Nr. o67.

078 DIASSARION (reduziert), 5.86g, Stempelstellung


340°; Metall: Bronze(!); nicht besanders abgegrif-
fen; scharf gereinigt; stellenweise schwarze Pati-
nareste; auf dem Revers, stark dezentriert, ein
Zentrierpunkt
Vs: CAB(ELv[a) TPA-NKYAAINA C(ESaoTn)
Büste wie bei Nr.o77
Rs: NIKA-IEQN
Herakles steht nackt nach rechts; er stützt
sich mit dem linken Arm auf Keule und Löwen-
fell
unpubliziert
zur Revers-Darstellung: ,VgZ. den Korrmentar zu Nr.o12.
079 DIASSARION (reduziert), 5.63g, Stempelstellung
170°; Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gerei-
nigt; stellenweise fleckig; auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o77 (nicht stempelgleich)
Rs: NIK-A-IEQN
Hygieia steht in Chiton und Peplos nach links;
im linken Arm halt sie eine Schlange, die sie
aus einer Patera füttert, die sie in der Reelı­
ten halt
unpubliziert
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Korrmentar zu Nr.o13.
080 DIASSARION (reduziert), 6.66g, Stempelstellung 180°;
Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf ge-
reinigt; auf dem Avers schwarze Patinaflecken; auf
dem Revers, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o78 (nicht stempelgleich)
Rs: NI-K-A-IE/llN
Tyche steht im Teropel von vorn; der Teropel ist
als Fassade mit sechs Saulen dargestellt
Waddington 722 Tafel 85 Abb.13; BMC 129 (falschlich
"statue holding sceptre"); SNG v.Aulock 665; Slg.
Apostolo Zeno, Teil 3, Nr.3936?(ungenaue Beschrei-
bung)
zur Revers-Darstellung: Deutıiah bemerkt man, da!J der Gra-
veur des ReveversstempeZs bei dessen Gestaıtung unter PZatz-
mangeZ Zitt. Die Attribute der GBttin, FüZZhorn und Ruder -
sind so winzig dargesteııt, da!J die Figur bei Waddington und
im BMC verkannt wurde. Die Paraııeıe zu Nr.46 ist jedoah ein-
deutig: Die Gottheit im Tempeı ist ohne ZweifeZ aıs Tyahe an-
zuspreahen.
234 Katalog

P H I L I P P US S ENI OR (244-249)
Durch die PubZizierung der KöZner 8ammıung ist der Umfang
der bekannten Münzen der Epoche des PhiZippus aus Nikaia
bedeutend erweitert worden. Es geıang mit dieser Basis an
Materiaı, den Aufbau der Münzpragung und die innere Chro-
noıogie dieser Emissionen zu rekonstruieren (s.o.8.21-40).
Die Münzen mit den Portraits von PhiZippus, seiner Ehefrau
Otaciıia 8evera und beider 8ohn PhiZippus sind daher nicht
in der von Theodor Mommsen einst so treffend "aZphabetische
Unordnung" genannten Weise aufgeführt, sondern in der chro-
noıogischen AbfoZge.
Erst nach dem Montieren der FototafeZn steııte sich heraus,
dae die Nummern 126 und 127 an den Anfang der Pragung der
8tadt Nikaia im Namen des PhiZippus gehören. Um Verwirrun-
gen zu vermeiden, wurde die Numerierung beibehaıten; die
beiden Münzen wurden aber im Kataıog an die richtige 8teııe
gesetzt.

126 TETRASSARION (reduziert) 1 11.80g 1 Stempelstellung


340°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf
gereinigt; groBe schwarze Patinaflecken; auf beiden
Seiten 1 etwas auBerhalb der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: M(apxo~) IOYAIOC - $IAIITITOC AYf(ouaTo~)
Büste mit Panzer 1 Paludamentum über der linken
Schulter und Lorbeerkranz 1 von vorn gesehen 1
nach rechts
Rs: NI-KA-IEQN
Demeter steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Ahrenkranz 1 halt in der Linken
eine lange Fackel und in der Rechten Ahren
unpubliziert
aus anderen Stempeln: Waddington 727 Revers Tafel
85 Abb.16; SNG v.Aulock 676
zum Aversstempel: 8tempeı A (stempeZgZeich mit Nr.127; s.o.
8.23-24 und 37
zum Reversstempel: 8tempeı 1 (stempeıgıeich mit Nr.127; s.o.
8.38; zur Darsteııung vgı. den Kommentar zu Nr.o38
127 EIN Z\'1EITES EXEMPLAR (stempelgleich) 1 11. 15g 1 Stempel-
stellung 340°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen;
scharf gereinigt; einige schwarze und rostrote Patina-
flecken; auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein
Zentrierpunkt:
auf der Vorderseite ein runder Gegenstempel mit H
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wurde das Tetrassarion
in der Zeit um 258 n.Chr. um das Doppeıte, zum Oktassarion,
aufgewertet; für einen InfZations-Antoninian soııten seitdem
nicht mehr acht, sondem nur noch vier soıcher Münzen gezahıt
werden; s.o.8.165-173.
Philipp I. 235

081 TETRASSARION (reduziert) 1 10.73g; Stempelstellung


20°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen;
scharf gereinigt; einige Patinaflecken; auf beiden
Seiten 1 fast in der Mittel ein Zentrierpunkt
Vs: M(apxoç) IOYAIOC ~-IAIITITOC AYf(ouoToç)
Büste mit Panzer1 Paludamentum und Lorbeerkranz 1
von hinten gesehen 1 nach rechts
Rs: N- [I] K-A I E lt N
Philippus tragt Rüstung und Lorbeerkranz und
reitet im Schritt nach links; er halt im linken
Arm ein Tropaion und erhebt grüBend die Rechte
Waddington 730 Revers Tafel 85 Abb.19 (stempelgleichi;
Mabbott collection 1151
aus einem abweichenden Aversstempel: SNG v.Aulock 677
zum Aversstempel: StempeZ B (stempeZgZeich mit Nr. 82, SNG
Kopenhagen 530 und SNG v.Aulock 7051 = K.Kraft (1972) TafeZ 104
AbbiZdung 55); s.o.S.23-24 und 37
zum Re\·ersstempel: Stempe Z 2 ( stempe ZgZeich mit Waddington
730 Revers TafeZ 85 Abb.19); s.o.S.38; zur DarsteZZung s.o.
Seite 21-22.

082 TETRASSARION (reduziertl 1 12.31gl stempelstellung


20°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf
gereinigt; rote und schwarze Patinaflecken; auf bei-
den Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o81 (stempelgleich)
Rs: wie bei Nr.126 und 127 (nicht stempelgleich)
unpubliziert
aus anderen Stempeln: Waddington 727 Revers Tafel 85
Abb.16; SNG v.Aulock 676
nicht abgebildet und ungenau beschrieben: Sarnınlung
Hollscheck 1 Teil 1 1 Nr.449c
zum Aversstempel: StempeZ B (stempeZgZeich mit Nr.o81, SNG
Kopenhagen 530 und SNG v.Aulock 7051 = K.Kraft (1972) TafeZ
104 Abb.55); s.o.S.23-24 und 37
zum Reversstempel: StempeZ 4; zur DarsteZZung vgZ. den Korn-
mentar zu Nr.o38.

083 TETRASSARION (reduziert) 1 10.95gl Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf
gereinigt; besonders auf dem Avers groBe rostrote Ver-
krustungen mit hellgrünen "Ausblühungen"; auf beiden
Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: M(apxoç) IOYAIOC - ~IAIITITOC AYf(ouoToç)
Büste wie bei Nr.o81 und o82
Rs: NI-KA- IE>lN
Tyche steht in Chiton und Peplos von vorn und
wendet den Kopf nach links; sie tragt ~uf dem
Kopf einen Kalathos 1 im linken Arm ein Füllhorn
und in der Rechten cin Ruder
unpublizierte Variante
aus einem anderen Aversstempel: Mabbott coll.1153
236 Katalog

zum Aversstempel: Stempel C; s.o.S.24 und 37.


zum Reversstempel: Stempel 6; s.o.S.38; zur Darstellung
vgl. die Kommentare zu den Nummern 22, 31 und 46.
084 TETRASSARION (reduziert), 11.58g, Stempelstellung
20°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen;
scharf bis aufs blanke Metall gereinigt; auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o83 (nicht stempelgleich)
Rs: NI-KA-IEflN
Hornoncia sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arm ein Füllhorn und in der
ausgestreckten Rechten eine Patera
Grose 7505 Tafel 256 Abb.16; SNG v.Aulock 673 (beide
stempelgleich)
zum Aversstempel: Stempel D (stempelgleich mit Nr.o85,
Grose 7505 und SNG v.Aulock 673); s.o.S.24 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 7 (stempelgleich mit Nr.o85,
Grose 7505, SNG v.Aulock 673 und 689 (Otacilia SeveraJJ; s.o.
s. 38.
Schon früher wurde die Darstellung auf MUnzen Nikaias verwen-
det, ja sogar benannt als OMONOIA NIKAIEQN (Tafel 34 Abb.15).
Eine solche thronende Homonoia-Concordia gibt es auch haufig in
der gleichzeitigen MUnzpragung der Reichsmünzstatten Rom und
Antiochia am Orontes (RIC 4.3 8.57-58 und 61 Nr.109,110,119,125,
126,129,143,203,204 und 241; Cohen Nr.2-4,8,9,14,16,17,34 und
35 und Otacilia Severa Nr.5-7 und 10-15); vgl. auch die Kommen-
tare zu den Nummern 24, 31 und 40 dieser Sammlung.
085 EIN ZWEITES EXEMPLAR (stempelgleich), 11.36g; Stem-
pelstellung 20°; Metall Orichalcum; stark abgegrif-
fen; scharf gereinigt; auf dem Revers ein groBer
schwarzer Patinafleck; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
zum Revers sternpel: Das Stück ist stempelgleich mit Nr. o84.
Die Münze Nr.o85 ist aber jünger als Nr.o84: Auf der Rückseite
ist bei Nr.o85 im Bereich des Legendenbeginns ein Stempelri~
aufgebrochen, der bei Nr.o84 noch nicht zu sehen ist.
086 TETRASSARION (reduziert), 13.50g, Stempelstellung
360°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf
gereinigt; auf beiden Seiten groBe schwarze und rost-
rote Patinaflecken; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: [M(npxoç) IOYA]IOB ~IAIITITOC AYf(ouoToç)
Büste wie bei Nr.o81
Rs: NIKA-IEQN
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos
nach links; sie tragt einen Helm und halt in der
Linken einen Speer und auf der Rechten eine Eule
unpubliziert
Philipp I. 237

zum Aversstempel: Stempel E (stempelgleich mit Nr. 87-89


und Waddington 731); s.o.S.24 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 8 (stempelgleich vieUeicht
mit Waddington 725); s.o.S.o38; zur Darstellung vgl. den Korn-
mentar zu Nr.o18.

o87 TETRASSARION (reduziert), 10.15g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gerei-
nigt bis auf das blanke Metall; auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o86 (stempelgleich)
Rs: NI-KA-IE>JN
Dikaiosyne steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und halt im
linken Arm ein Füllhorn und in der ausgestreckten
Rechten eine Balkenwaage
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel E ( stempelgleich mit Nr. o86, o88
und o89 und Waddington 731); s.o.S.24 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 9; s.o.S.38; zur DarsteUung
vgl. Nr.39 und den Kommentar zu Nr.31.

088 TETRASSARION (reduziertl, 10.63g, Stempelstellung


10°; Metall Orichalcum; stark abgegriffen; scharf
gereinigt bis auf das blanke Metall; an wenigen Stel-
len schwarze Patinareste; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o86 (stempelgleich)
Rs: NIKA-IE>JN
Tyche, dargestellt wie bei Nr.83
unpublizierte Variante
ein Stück aus einem anderen Reversstempel: SNG Kopen-
hagen 530
zum Aversstempel: Stempel E (stempelgleich mit Nr.86, 87 und
89 und Waddington 731); s.o.S.24 und 37.
zum Revers sternpel: Stempel 10; zur Darstellung vgl. die
Kommentare zu Nr.22, 31 und 46.

089 TETRASSARION (reduziert), 10.51g, Stempelstellung


10°; Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gereinigt
bis auf das blanke Metall; stellenweise rote und
schwarze Flecken
Vs: wie bei Nr.86 (stempelgleich)
Rs: NIKAIE>JN 1 AYfOYCT[IA] 1 CEYHP[IA]
Zwei Preiskronen und ein Geldsack, dargestellt
wie bei Nr.52
Waddington 731 Tafel 85 Abb.20 (stempelgleich);
Mionnet, Suppl.5 Nr.877
ein Stück aus dem Aversstempel I: SNG v.Aulock 669
zum Aversstempel: Stempel E ( stempelgleich mit Nr. 86-88
und Waddington 731); s.o.S.24 und 37.
zum Reversstempel: Stempel ll (stempelgleich mit Wadding-
ton 731 und SNG v.Aulock 669); s.o.S.22, 24 und 38; zur Dar-
stellung vgl. den Kommentar zu Nr.52.
238 Katalog

090 TETRASSARION (reduziert) 1 11.55gl Stempelstellung


10°; Metall Orichalcum; abgegriffen; scharf gerei-
nigt; auf dem Revers ein groBer schwarzer Patina-
fleck; auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein
Zentrierpunkt bzw. zwei (Avers)
Vs: M(üpxoç) IOYAI0[6] ~IAIITITOC AYf(ouoToç)
Büste mit Panzer 1 Paludamentum und Strahlen-
krone1 von binten gesehen 1 nach rechts; auf
dem Hals ein runder Gegenstempel mit H(=8)
Rs: NIK-AI -HlN
Kybele tragt Chiton 1 Peplos und Kalathos und
sitzt auf einem Löwen 1 der nach rechts geht 1
von vorn und wendet den Kopf nach rechts
unpubliziert
zum Aversstempel: 5tempel G; s.o.5.24 und 3?.
zum Reversstempel: 5tempel 12 (stempelgleich mit Nr.106
der OtaciZia 5evera); s.o.5.38. - Zur Darstellung vgl.
C.Bosch (1935) 5.138.
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wurde das Tetrassarion
um 258 n.Chr. um das Doppelte, zum Oktassarion, aufgewertet;
vgl. den Kommentar zu Nr.12? und oben 5.163-1?5.

091 TETRASSARION (reduziert) 1 11.77gl Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; etwas abgegriffen; scharf
gereinigt; wenige rostrote Verkrustungen; auf bei-
den Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: M(üpxoç) IOYAI06 ~IAIITITOC AYf(ouoToç)
Büste mit Panzer 1 Paludamentum und Strahlenkro-
ne1 von hinten gesehen 1 nach rechts
Rs: NI-K-AI-En-N
Philippus galoppiert mit eingelegter Lanze
nach rechts
unpublizierte Variante
ein Stück aus dem Reversstempel 15 (Kölner Sarnrnlung
Nr.92): Waddington 729 Revers Tafel 85 Abb.18
zum Aversstempel: 5tempel Ia (stempelgleich mit 5NG v.Aulock
h?0-6?2, 6?4 und 6?6 und mit Nr.91-101 der KöZner 5ammlung; re-
touchiert weiterverwendet zur Pragung der 5tücke Köln 102-104
und 5NG v.Aulock 666, 668 und 6?5).
zum Reversstempel: 5tempel 14; s.o.5.21-22 und 38.

092 TETRASSARION (reduziert)1 12.20g; Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; etwas abgegriffen; scharf
gereinigt; auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.o91 (stempelgleich); auf dem Hals ein
runder Gegenstempel mit H(=8J
Rs: NI-KAI-E-nN
Philippus galoppiert mit eingelegter Lanze
nach rechts
Waddington 729 Revers Tafel 85 Abb.18 (stempelgleich)
zum Aversstempel: 5tempel Ia ( stempelgleich mit Köln o91
und o93-101 sowie 5NG v.Aulock 6?0-6?2, 6?4 und 6?6; retou-
chiert weiter verwendet für Köln 102-104 und 5NG v.Aul.666 u.a.)
Philipp I. 239

zurn Gegensternpel: Mit dieser Punze wurde das Tetrassarion um


258 n.Chr. um das Doppelte, zum Oktassarion, aufgewertet. Die
Kontermarke ist identisch mit derjenigen auf Nr.161 des Trebo-
m:anus Gallus; s.o.S.160 und 165-1?3.
zurn Revers sternpel: Sternpel 15 ( sternpelgleich mit Waddington
729 Tafel 85 Abb.18); s.o.S.21-22 und 38.

093 TETRASSARION (reduziert), 8.92g, Sternpelstellung


350°; Metall Orichalcurn; etwas abgegriffen; scharf
gereinigt bis auf das blanke Metall; auf beiden Sei-
ten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.91 (sternpelgleich)
Rs: NEI-KA-[IE]~N
Athena Prornachos steht in Chiton und Peplos von
vorn und wendet den Kopf nach links; sie tragt
einen Helm, halt in der Linken Schild und Speer
und in der ausgestreckten Rechten eine Patera
Waddington 726 Revers Tafel 85 Abb.15; SNG v.Aulock
671 (beide sternpelgleich)
zurn Averssternpel: Sternpel Ia ( sternpelgleich mit Köln o91-
o92 und o94-101, sowie SNG v.Aulock 670-672 und 676; retou-
chiert weiter ver~endet für Köln 102-104 sowie SNG v.Aulock
666, 668 und 675).
zurn Revers sternpel: Sternpel 16 (Der Speer der Athena ist
erst im ıaufe der Benutzung dieses Sternpels eingraviert wor-
den: Er ist bei den Exernplaren der Kölner Sammlung und bei
Waddington 726 deutlich zu sehen, fehıt aber noch beim anson-
sten sternpelgleichen Stück SNG v.Aulock 671).
Die Schreibung des Stadtnamens NEIKAIE~N statt NIKAIE~N ist
auf Münzen von Nikaia ungewöhnlich; in dieser Art wurde immer
die Stadt Neikaia der Kilkianoi in Lydien genannt.
Zur Revers-Darstellung vgl. den Kommentar zu Nr.18.

094 TETRASSARION (reduziert), 10.81g, Sternpelstellung


350°; Metall Orichalcurn; etwas abgegriffen; scharf
gereinigt bis auf das blanke Metall; auf beiden Sei-
ten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt; in der
Richtung 45° bzw. 315° (Revers) ein tiefer Schröt-
lingsriB
Vs: wie bei Nr.91 (sternpelgleich)
Rs: NI-KA-IE~N
Derneter, dargestellt wie bei Nr.126-127 u.a.
Waddington 727 Revers Tafel 85 Abb.16; SNG v.Aulock
676 (beide sternpelgleich); ungenau beschrieben und
nicht abgebildet bei Slg. Hollscheck, Teil 1 Nr.449c

095 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 10.07g, sternpelgleich


zurn Averssternpel: Sternpel Ia (sternpelgleich mit Köln o91-
101 und SNG v.Aulock 670-672 und 676; retouchiert weiter ver-
wendet für Köln 102-104 und SNG v.Aulock 666, 668 und 675).
zurn Reverssternpel: Sternpel 18 (sternpelgleich mit Köln 94-
95, Waddington 727 und SNG v.Aulock 676).
Zur Darstellung vgl. den Kommentar zu Nr.38.
240 Katalo~

096 TETRASSARION (reduziert), 12.10g, Stempelstellung


150°; Metall Orichalcum; scharf gereinigt bis auf
das blanke Metall; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein winziger Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.91 (stempelgleich)
Rs: NI-KAl-EliN
Demeter sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen ~hrenkranz, halt in der Linken
eine lange Fackel und in der ausgestreckten
Rechten ~hren
unpubliziert
zur Rückseite vgl. SNG v.Aulock 7053 (Philippus II.)
zum Aversstempel: Sternpel Ia (sternpelgleich mit KBZn o91-
101 und SNG v.Aulock 6?0-6?2 und 6?6; retouchiert weiter ver-
wendet fUr KBln 102-104 und SNG v.Aulock 666, 668 und 6?5);
vgl. oben S.25 und 3?.
zum Reversstempel: Sternpel 19; zur Darsteııung vgl. den
Kommentar zu Nr.38.

097 TETRASSARION (reduziert), 11.98g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
fen; scharf gereinigt und etwas rauh; kleinere Pati-
naflecken; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.91 (stempelgleich)
Rs: NI-KAl-EliN
Dikaiosyne, dargestellt wie bei Nr.87
unpubliziert
zum Aversstempel: Sternpel Ia (sternpelgleich mit KBln o91-
101 und SNG v.Aulock 6?0-6?2 und 6?6; retouchiert weiter ver-
wendet für KBln 102-104 und SNG v.Aulock 666, 668 und 6?5);
s.o.S.25 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 20; zur Darstellung vgl. die
Kommentare zu Nr.31, 39 und 8?; zum Stempel vgl. oben S.38.
098 TETRASSARION (reduziert), 9.76g, Stempelstellung
360°; Metall Orichalcum; scharf gereinigt bis auf
das blanke Metall; schwarze und rote Patinaflecken;
ziemlich abgegriffen; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.91 (stempelgleich); Gegenstempel H
Rs: [N] I-KA-IEIIN
Dionysos steht von vorn und wendet den Kopf
nach links; er tragt einen Efeukranz und eine
Chlamys; er halt in der Linken einen mit Ban-
dern geschmückten Thyrsos und in der ausge-
streckten Rechten einen Kantharos
unpubliziert
zum Revers vgl. SNG v.Aulock 7054 (Otacilia Several
zum Aversstempel: Stempel Ia (stempelgleich mit KBln o91-
101 und SNG v.Aulock 670-672 und 6?6; retouchiert weiter ver-
wendet für KBln 102-104 und SNG v.Aulock 666, 668 und 675).
Plıili:rıp I. 241

zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wurde das Tetrassarion um


258 n.Chr. zum Oktassarion aufgewertet; dieselbe Punze wurde in
die Nr.111 der Otacilia Severa eingeschlagen; die Münzen wurden
darnit ein Viertel Antoninian wert; s.o.S.160 und 165-1?3.
zum Reversstempel: Sternpel 21 (stempelgleich mit Köln 99);
zur Darstellung vgl. M.Bernhart (1949) S.24-2? und oben den
Kommentar zu Nr.o16; zum Sternpel vgl. oben S.38.

099 EIN ZWEITES EXEMPLAR (stempelgleich), 11.63g, Stem-


pelstellung 10°; sehr abgegriffen; scharf gereinigt;
groBe Flachen schwarz verfarbt; auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt; in Richtung
10° (Avers) ein breiter SchrötlingsriB; starker Re-
vers-Doppelschlag: Dionysos ist in der rechten Half-
te der Münze in Richtung 320° ein zweites Mal abge-
pragt
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wurde um 258 n. Chr. die-
ses Tetrassarion um das Doppelte, zum Oktassarion, aufgewertet;
derselbe Gegensternpel wurde auf den Kölner Münzen Nr.104 (Phi-
lippus senior), 128 (Philippus junior) und 149 (Trebonianus
Gallus) eingeschlagen; s.o.S.160 und 165-1?3.
zu Reversstempel und - darstellung: s.o.unter Nr.o98.

100 TETRASSARION (reduziert), 11.86g, Stempelstellung


350°; Metall Orichalcum; scharf gereinigt; schwarze
und kupferrote Verfarbungen; auf dem Revers rostrote
Patina mit hellgrünen "Ausblühungen"; ziemlich abge-
griffen; auf beiden Seiten, etwas dezentriert, ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.91 (stempelgleich); auf dem Hals ein
runder Gegenstempel mit H(=8)
Rs: NIKAI-EQN
Homonoia, dargestellt wie auf Nr.84
SNG v.Aulock 672 (stempelgleich)
zum Aversstempel: Sternpel Ia ( sternpelgleich mit Köln o91-
101 und SNG v.Aulock 6?0-6?2 und 6?6; retouchiert weiter ver-
wendet fUr Köln 102-104 und SNG v.Aulock 666, 668 und 6?5).
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wurde das Tetrassarion um
258 n.Chr. um das Doppelte, zum Oktassarion, aufgewertet; s.o.
S.165-1?3.
zum Reversstempel: Sternpel 22 ( sternpelgleich mit SNG v.Au-
lock 6?2); s.o.S.38; zur Darstellung vgl. oben den Kommentar
zur Nummer 84.

101 TETRASSARION (reduziert), 13.16g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; scharf gereinigt; schwarze
Verfarbungen mit hellgrünen "Ausblühungen"; ziemlich
abgegriffen; auf dem Revers im Bereich des Endes der
Legende ein groBer Ausbruch im Stempel; auf beiden
Seiten, etwas dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.91 (stempelgleich)
Rs: [NI- K] A-IEQN
Homonoia, dargestellt wie bei Nr.24
242 Katalog

SNG v.Aulock 674 (stempelgleich)


zum Aversstempel: Stempel Ia (etempelgleich mit Köln o91-
101 und SNG v.Aulock 670-672, 674 und 676; retouchiert weiter
verwendet für Köln 102-104 und SNG v.Aulock 666, 668 und 675);
vgl. oben S.25 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 23 (etempelgleich mit SNG v,Au-
lock 674); zur Daretellung vgl. die Kommentare zu Nr.24, 31
und 40. In Rom wurden im Namen der Otacilia Severa Antoniniane
gepragt, die Concordia eitzend mit Füllhorn und Patera vor ei-
nem brennenden Altar zeigen; die Legende lautet CONCORDIA
AVGG (vgl. RIC 126).

102 TETRASSARION (reduziert), 10.50g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen,
aber durch die scharfe Reinigung aufgerauht; auf bei-
den Seiten kupferrote Verfarbungen mit hellgrünen
"Ausblühungen"; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.91, jedoch ist der Sternpel retouchiert
worden
Rs: NIKA-IES"lN
Asklepios, dargestellt wie bei Nr.54
SNG v.Aulock 668 (stempelgleich)
zu Waddington 728: In der Sammlung Waddington wird unter
Nr. 728 (Revere Tafel 85 Abb.17) eine ahnliche Münze aufgeführt
und dem Philippus eenior zugeordnet. Ein Stück mit stempelglei-
cher Rückseite findet sich in SNG v.Aulock unter Nr.667.
Diese Münzen gehören aber zu Philippus junior (s.o.S.29-32).
zum Aversstempel: Stempel Ib (stempelgleich mit Köln 103
und 104 und SNG v.Aulock 666, 668 und 675; der Stempel wurde
retouchiert aus Stempel Ia, mit dem die Münzen Köln o91-101
und SNG v.Aulock 6?0-6?2, 6?4 und 6?6 gepragt wurden).
zum Reversstempel: Stempel 24 (stempelgleich mit SNG v.Au-
lock 668; zur Daretellung vgl. Nr.34, 54 und den Koromentar zu
Nr.11; das Reversthema wurde auch zur Pragung von Münzen im
Namender Otacilia Severa verwendet (s.u.Nr.118).

103 TETRASSARION (reduziert), 8.27g, Stempelstellung


15°; Metall Orichalcum; scharf gereinigt, ziemlich
abgegriffen; groBe schwarze Verfarbungen; auf bei-
den Seiten, etwas dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.102 (stempelgleich)
Rs: NIK-AI-ES"lN
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos
nach links; sie tragt einen Helm, halt in der
Linken einen Speer und in der ausgestreckten
Rechten eine Patera
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel Ib ( etempelgleich mit Köln 10,~
und 104 und SNG v.Aulock 666, 668 und 675; retouchiert aue
Stempel Ia, der verwendet wurde zur Pragung von Köln o91-101
sowie SNG v.Aulock 670-672, 674 und 676).
Philipp I. - Otacilia Severa

zum Reversstempel: Stempel 25; ııur DarsteZZung vgl. den


Kommentar ııu Nr.18.
104 TETRASSARION (reduziert), 10.82g, Stempelstellung
360°; Metal! Orichalcum; gereinigt, aber wieder
gelbbraun angelaufen; ziemlich abgegriffen; schlie-
rige Schrötlingsfehler; auf beiden Seiten, stark
dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.102 (stempelgleich); auf dem Hals
ein runder Gegenstempel mit H(=8)
Rs: NI-KA-IES"JN
Demeter, dargestellt wie bei Nr.126-127 und
anderen Münzen; im unteren Bereich der Fackel
ein Stempelbruch
Waddington 727 Revers Tafel 85 Abb.16; SNG v.Aulock
676; Slg. Hollscheck, Teil 1 Nr.449c (ungenau be-
schrieben und nicht abgebildet)
zum Aversstempel: Stempel Ib ( stempelgleich mit Köln 102
und 103 und SNG v.Aulock 666, 668 und 6?5; retouchiert aus
Stempel Ia, der ııur Pragung der MUnııen Köln 91-101 und SNG v.
Aulock 6?0-6?2, 6?4 und 6?6 verwendet wurde).
zum Gegenstempel: Mit dieser Punııe wurde um 258 n. Chr. die-
ses Tetrassarion ııum Oktassarion aufgewertet; solche Münııen wa-
ren seitdem nicht mehr ein Achtel, sondern ein Vierteı Antoni-
nian wert; dieselbe Punııe wurde in die ftfflnııen 99, 128 und 149
eingeschlagen; s.o.S.160 und 165-1?3.
zum Reversstempel: Stempel 26; ııur DarsteZZung vgl. den
Kommentar ııu Nr.38.

OT AC I L I A S E V E RA (244-249)

105 TETRASSARION (reduziert), 12.31g, Stempelstellung 5°;


Metal! Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
scharf gereinigt, dadurch dunkelbraun, hellrot und
türkisfarbig verf~rbt; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: M(apxLa) OTAKEIA-IA CEOYHPA
Drapierte Büste mit Stephane, von vorn gesehen,
nach rechts
Rs: NIK-AI-ES"JN
Homonoia, dargestellt wie auf Nr.84
SNG v.Aulock 7055 = K.Kraft (1972) Tafel 104 Abb.61
(stempelgleich)
aus dem Aversstempel C: Waddington 734; Mabbott
calleetion 1154
zum Aversstempel: Stempel A (stempelgleich mit SNG v.Aulock
?055 =K.Kraft(19?2) Tafel 104 Abb.61); s.o.S.26-28 und 3?.
zum Reversstempel: Stempel 29 (stempelgleich mit SNG v.Aulock
?055 = K.Kraft (19?2) Tafel 104 Abb.61); ııur Darstellung vgl.
die Kommentare ııu Nr.24,31,40 und 84.
244 Katalog

106 TETRASSARION (reduziert), 11.76g, Stempelstellung


5°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf
bis auf das blanke Metall gereinigt; auf dem Avers
schwarze Flecken; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: MAPKIA OTAKI(A~a) - CE[OYHPA A]Yf(oDcrTa)
Drapierte Büste mit Stephane, von vorn gesehen,
nach rechts; auf dem Hals ein runder Gegenstem-
pel mit H(=8)
Rs: Kybele, dargestellt wie bei Nr.90 (stempelgleich)
vielleicht R.Münsterberg (1921) 5.139, ansonsten
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel C (stempelgleich mit Köln Nr.107-
118, Waddington 733 und SNG v.Aulock 686-688, 690-694 und
7054 = K.Kraft (1972) Tafel 104 Abb.60); s.o.S.26-28 und 37.
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wurde das Tetrassarion
um 258 n.Chr. zum Oktassarion aufgewertet; für den Antoninian
waren seitdem vier Roleher Münzen zu zahlen; s.o.S.165-173.
zum Reversstempel: Stempel 12 (stempelgleich mit Nr.90 des
Philippus senior); vgl. den Kommentar zu Nr.90.

107 TETRASSARION (reduziert), 10.24g, Stempelstellung


190°; ~etall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; bis
auf das blanke Metall scharf gereinigt; auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs: NIKAIES"l/N
eine Preiskrone mit drei durch Punkte angedeute-
ten Spruchbandern; in der Krone zwei Palmzweige
SNG v.Aulock 691 (stempelgleich)
zum Aversstempel: Stempel C (stempelgleich mit Köln 106
und 108-118, Waddington 733 und SNG v.Auloek 686-688, 690-694
und 7054 = K.Kraft(1972) Tafel 104 Abb.60); s.o.S.26-28 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 30 (stempelgleieh mit SNG v.Au-
loek 691); die Preiskrone spielt auf die Agone des Jahres 244
an; vgl. dazu die Kommentare zu Nr.52 und 89.

108 TETRASSARION (reduziert), 10.65g, Stempelstellung


190°; netall Orichalcum; scharf gereinigt, dadurch
schwarze und rostrote Verfarbungen; stark abgegrif-
fen; auf beiden Seiten kaum sichtbare Zentrierpunkte
Vs: wie bei Nr. 106 (stempelgleich); auf dem Hals
ein runder Gegenstempel mit H(=8)
Rs: Zwei Teropel mit fünfsauliger Fassade, einander
gegenüber, darunter NIKAIES"lN
Mabbott calleetion 1155 (stempelgleich); ansonsten
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel C (stempelgleich mit Köln 106,
107 und 109-118, Waddington 733 und SNG v.Auloek 686-688, 690-
694 und 7054 = K.Kraft (1972) Tafel 104 Abb.60); s.o.S.26-28,37.
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wurde das Tetrassarion
um 258 n.Chr. zum Oktassarion aufgewertet; von solahen Münzen
waren seitdem nicht mehr acht, sondern nur noch vier Stücke je
Antoninian zu zahlen; s.o.S.165-173.
Otacilia Severa 245

zum Reversstempel: Sterrrpel 31 (sterrrpelgleich mit Mabbott


calleetion 1155 und Köln 109).
zur Revers-Darstellung: Es handelt sich um die Kopie eines
typs aus der gleichzeitigen Münzpragung von Nikomedeia.
Dort standen die beiden Terrrpel für die zwei Neokorien, die der
Stadt von Augustus und von Septimius Severus verliehen worden
waren. Die Bürger von Nikomedeia waren so stolz darauf, da~
sie diese Ehre stereotyp auf ihren Münzen·manifestierten.
Nikaia hat diesen Titel nie führen dürfen. Eine
Neokorie war der Stadt von Hadrian verliehen, aber von Septi-
mius Severus aberkannt worden (s.o. im Kommentar zur Zeit des
Traian und Hadrian oben im Katalog über Nr.10 und S.Bosch
(1935) 5.226-232).
Die Münze zeigt, wie vorsichtig man sein mu~ bei dem Versuch,
von Münzbildern auf die reale Existenz des Dargestellten zu
schlie~en.

109 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 12.78g, Stempelstellung 170°;


Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen; bis
auf das blanke Metall scharf gereinigt; auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.108; dort Zitate und Koromentar

110 TETRASSARION (reduziert), 14.08g, Stempelstellung


190°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
gelbbraune Patina; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs: NIK-AIE-nN(!)
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos von
vorn und -wendet den Kopf nach links; sie tragt
einen Helm und halt in der Linken Schild und
Speer und in der ausgestreckten Rechten eine
Pa tera
Waddington 732; SNG v.Aulock 688 (stempelgleich)
zum Aversstempel: Sterrrpel C (sterrrpelgleich mit KtJln 106-
109 und 111-118, Waddington 733 und SNG v.Aulock 686-688,
690-694 und 7054 = K.Kraft (1972) Tafel 104 Abb.60); s.o.S.26ff.
zum Reversstempel: Sterrrpel 33 ( sterrrpelgleich mit KtJln lll
und SNG v.Aulock 688); vgl. den Kommentar zu Nr.18.
An diesem Stück ist gut er erkennen, in welcher Weise die Legen-
de in den Sterrrpel vorgraviert wurde: Die Schraghaste des ersten
N ist falsch herum angelegt, aber in der Hauptgravierung richtig
geschnitten worden. Bei dem letzten N ist es genau anders herum.
Die beiden fehlerhaft vorgravierten Hasten sind noch deutlich
zu erkennen.

lll EIN ZWEITES EXEMPLAR, 12.57g, Stempelstellung 190°;


Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; scharf ge-
reinigt; groBe braune und rostrote Patinaflecken;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt; auf dem Avers ein runder Gegenstempel mit H
stempelgleich mit Nr.110; zur Punze vgl. oben Nr.108.
246 Katalo~

112 TETRASSARION (reduziert), 11.70g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; bis
auf das blanke Metall scharf gereinigt, daher ist
die Oberflache stellenweise porös und durch schwar-
ze Flecken verunstaltet; auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein kaum sichtbarer Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs: NIKA-IES"lN
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos
nach rechts; sie tragt einen Helm und halt mit
dem linken Arm einen runden Schild; die Rechte
hat sie erhoben, um ihren Speer zu werfen
vielleicht Mabbott calleetion 1156 (irrtümlich wurde
unter dieser Nummer Stück 1126 abgebildet; ein Foto
dieser Münze fehlt); ansonsten unpubliziert
zum Aversstempel: StempeZ C ( etempeZgZeich mit Köln 106-
111 und 113-118, Waddington ?33 und SNG v.AuZock 686-688, 690-
694 und ?054 =K.Kraft (19?2) TafeZ 104 Abb.60); e.o.S.26-28.
zum Reversstempel: StempeZ 34; zur DareteZlung vgZ. den
Kommentar zu Nr.18.

113 TETRASSARION (reduziert), 10.94g; Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
bis auf das blanke Metall scharf gereinigt; stellen-
weise schwarz, rostrot und kupferrot verfarbt; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs: NI-KA-IES"lN
Demeter, dargestellt wie bei Nr.126 (nicht
stempelgleich)
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel C (stempelgleiah mit K8ln 106-
112, 114-118, Waddington ?33 und SNG v.AuZock 686-688, 690-
694 und ?054 =K.Kraft (19?2) TafeZ 104 Abb.60); e.o.S.26-28.
zum Reversstempel: StempeZ 35; zur DareteZlung vgZ. den
Kommentar zu Nr.38.

114 TETRASSARION (reduziert), 11.14g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
bis auf das blanke Metall scharf gereinigt; an weni-
gen Stellen schwarz verfarbt; auf der Rückseite im
Bereich der Konturen etliche Kratzer; auf beiden Sei-
ten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs: NI-KA-IES"lN
Dikaiosyne, dargestellt wie bei Nr.87
SNG v.Aulock 694 (stempelgleich), sonst unpubliziert
zum Aversstempel: StempeZ C ( etempeZgZeich mit Köln 106-113
und 115-118, Waddington ?33 und SNG v.AuZock 686-688, 690-694
und ?054 = K.Kraft (19?2) TafeZ 104 Abb.60); e.o.S.26-28.
zum Reversstempel: StempeZ 36 ( etempeZgZeich mit SNG v.Au-
Zock 694); e.o.S.39; zur DareteZlung vgZ. die Kommentare zu
Nr.31, 39 und 8?.
Otacilia Sevcra 2'!.7

115 TETRASSARION (reduziert), 10.26g, Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; starker abgegriffen; bis
auf das blanke Metall scharf gereinigt; stellen-
weise kupferrot verfarbt; auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs : [ NI ) - KA- I E ri N
Homonoia, dargestellt wie bei Nr.67
vielleicht Waddington 734 (nicht abgebildet; die
Averslegende endet sicher nicht auf AY, wie dort
steht); SNG v.Aulock 693 (stempelgleich)
eine Variante aus anderen Stempeln (stempelgleich
mit Köln 105): SNG v.Aulock 7055 = K.Kraft (1972)
Tafel 104 Abb.61.
zum Aversstempel: Stempel C (stempelgleich mit Köln 106-
114 und 116-1.18, Waddington 733 und SNG v.Aulock 686-688,
690-694 und 7054 =K.Kraft (1972) Tafel 104 Abb.60); s.o.S.26ff.
zum Reversstempel: Stempel 37 (sterrrpelgleich mit SNG v.Au-
lock 693); s.o.S.39; zur Darstellung vgl. die Kommentare zu
Nr.24, 31, 40 und 84.

116 TETRASSARION (reduziert), 12.66g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
scharf gereinigt; groBe schwarze Flecken; auf dem
Avers etliche Kratzer; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs: NIKA-IEriN
Nike steht im Chiton nach links; sie halt in der
Linken ein Palmzweig und in der erhobenen Rechten
einen Lorbeerkranz
Waddington 733 Tafel 85 Abb.21; SNG v.Aulock 686
(beide stempelgleich) ; vielleicht Mabbott eelleetion
1154 (nicht abgebildet und ungenau beschrieben)
zum Aversstempel: Sterrrpel C (sterrrpelgleich mit Köln 106-115,
117 und 118, Waddington 733 und SNG v.Aulock 686-688, 690-694
und ?054 =K.Kraft (1972) TafeZ 104 Abb.60); s.o.$.26-28 und 3?.
zum Reversstenpel: Sterrrpel 38 (sterrrpelgleich mit Waddington
733 Tafel 85 Abb.21, SNG v.Aulock 686 und der Kölner MUnze Nr.
128 im Namen des Philippus junior als Augustus); s.o.S.26-28,39.
zur Revers-Darstellung: Die Nike kann sich sowohl auf miZi-
tarische als auch auf agonistische Siege beziehen. Beide Themen
warden am besten ins Jahr 244 passen. In diesem Jahr zogen die
siegreichen Truppen des Philippus auf ihrer RUckkehr von der
Ostfront durch Bithynien und in demselben Jahr wurden in Nikaia
glanzvolle Festspiele gefeiert. Im Zusammenhang mit diesen Ago-
nen wurden alte MUnzen mit Nike-Konte~arken punziert; vgl.
dazu oben 8.127-128 und 134-140.
S.Şahin hat jUngst ein Grabepigramm aus Nikaia fUr eine Frau
namens Nike publiziert (S.Şahin 1982 Nr.1369).
248 Katalo~

117 TETRASSARION (reduziert), 14.06g, Stempelstellung


190°; Metall Orichalcum; bis auf das blanke Metall
scharf gereinigt; ziemlich abgegriffen; auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs: NIKA-IErlN
Tyche steht in Chiton und Peplos von vorn und
wendet den Kopf nach links; auf dem Kopf tragt
sie einen Kalathos; im linken Arm halt sie ein
Füllhorn und mit der Rechten ein Ruder
unpubliziert
zum Aversstempel: Sternpel C ( sternpelgleieh mit KtJln 106-
116 und 118, Waddington 733 und SNG v.Auloek 686-688, 690-
694 und 7054 =K.Kraft (1972) Tafel 104 Abb.60); s.o.S.26-28.
zum Reversstempel: Sternpel 39 ( sternpelgleieh mit den Köl-
ner Münzen 129, 131 und 132, alle mit dem Portrait von Philip-
pus junior als Augustus); s.o.S.39.
zur Revers-Darstellung: Vgl. oben die Kommentare zu den
Nummern 22, 31 und 46.

118 TETRASSARION (reduziert), 10.73g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; bis
auf das blanke Metall scharf gereinigt; auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein tiefer Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.106 (stempelgleich)
Rs: NIKA-IErlN
Asklepios steht halb nackt im Himation von vorn
und wendet den Kopf nach links; in der Rechten
halt er seinen Schlangenstab
unpubliziert
zum Aversstempel: Sternpel C (sternpelgleich mit Köln 106-
117, Waddington 733 und SNG v.Aulock 686-688, 690-694 und
7054 = K.Kraft (1972) Tafel 104 Abb.60); s.o.S.26-28 und 37.
zum Reversstempel: Sternpel 40 (sternpelgleieh mit Wadding-
ton 728 und SNG v.Auloek 667, beide mit dem Kopf des Philip-
pus junior als Augustus); s.o.S.39.
zur Revers- Darstell ung: Vgl. oben die Kommentare zu den
Nummern ll, 34 und 54.
Otacilia Severa - Philipp II. 2tl9

P H I L I P P US CA E S A R (244-247)
119 TETRASSARJON (reduziert) 1 9.47gl Stempelstellung
30°; Metall Orichalcum; bis auf das blanke Metall
scharf gereinigt; kupferrote und schwarze Flecken;
ziemlich abgegriffen; auf beiden Seiten 1 fast in
der Mitte 1 ein tiefer Zentrierpunkt
Vs: M(apxoç)·IOYAIOC·~IAIIT[ITOC·K(atoap)] ·
Büste mit Panzer und Paludamentum über der
linken Schulterl von vorn gesehenl nach rechts
Rs: NIKA-IH2N
Demeter sitzt in Chiton und Peplos auf einem
Getreidekorb nach links; sie tragt einen Ahren-
kranz und halt im linken Arm eine Fackel und
in der ausgestreckten Rechten Ahren
Waddington 738 Revers Tafel 85 Abb.24; SNG v.Aulock
7053 = K.Kraft (1972) Tafel 105 Abb.73 (Avers stem-
pelgleich)
zum Aversstempel: SterrrpeZ A (sterrrpeZgZeich mit SNG v.AuZock
7053 =K. Kraft (1972) TafeZ 105 Abb. 73); vgZ. 5.28-29 und 37.
zum Reversstempel: SterrrpeZ 44; s.o.S. 39.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr. 38.

120 TETRASSARION (reduziert) 1 11.15gl Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
scharf gereinigt bis auf das blanke Metall; kupfer-
rote Flecken; auf beiden Seiten 1 fast in der Mittel
ein Zentrierpunkt
Vs: M(apxoç) IOYAIOC ~IAIITITOC K(atoap)
Büste wie bei Nr.119
Rs: NI-KA-IE>JN
Demeter stehend 1 dargestellt wie bei Nr.126
unpubliziert
zum Aversstempel: StempeZ C; s.o.S.28-29 und 37.
zum Reversstempel: SterrrpeZ 47; s.o.S.39; zur DarsteZZung
vgl. den Rommentar zu Nr.38.

121 TETRASSARION (reduziert)l 11.96gl Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abqegriffen;
scharf gereinigt bis auf das blanke Metall; kupfer-
rote und schwarze Flecken mit hellgrünen "Ausblühun-
gen"; auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.120 1 aber aus einem anderen Sternpel
Rs: [N]IK-AIE>l[N]
Pan Ephialtes steht nach links; er ist darge-
stellt mit Bocksbeinen 1 ityphallisch und mit
einem kleinen Schwanz; er tragt einen Pilos 1
halt in der Rechten einen Zweig hoch und tragt
mit der Linken einen Weinschlauch
BMC 131 Revers Tafel 33 Abb.16 (stempelgleich);
Waddington 739 Tafel 85 Abb.25 (stempelgleich)
250 Katalog

zurn Averssternpel: Sterrrpeı E ( sterrrpeZgZeich mit KöZn


NP.122-125, Waddington 739 und SNG v.Auıock 681, 682 und
685); vgı. oben S.28-29 und 37.
zurn Reverssternpel: Sterrrpeı 50 (sterrrpeZgZeich mit BMG
131 TafeZ 33 Abb.16 und Waddington 739 TafeZ 85 Abb.25);
vgı. oben S. 39.
zur Revers-Darstellung: Dazu schPieb M. BernhaPt ( 1949)
S.45-46: "BPonzemünzen ... ,die in ••• Nikaia ••• ge-
pPagt WUPden, zeigen bisweiıen eine baPtige, bocksfüs-
sige, geschwanzte Gestaıt in geduckteP Haıtung, aıs
woııte sie schZeichen adeP zum SpPUng ansetzen. Auf
dem Kopf tPagt sie eine spitz zuıaufende Kappe, in deP
einen Hand haıt sie einen Zweig, mit deP andePen zieht
sie einen dicken WeinschZauch hinteP sich heP ... .
In deP numismatischen LitePatuP WUPde diese FiguP aıs
Pan bezeichnet, bis sie B.Pick"(Jahpbuch deP Goethe-Ge-
seUschaft 4, 8.153-164)" auf GPUnd deP füP Pan ungewöhn-
Zichen AttPibute deP Kappe und des WeinschZauchs, haupt-
sachZich abeP auf GPUnd eineP die Gestaıt ePkZaPenden
InschPift E<I>IAIITHN EIIQ<I>EAHN"(Waddington NP.15? TafeZ ?O
Abb.22)" zum Namen deP StadtbewohneP NIKAIEH aıs den
AZpdamon Ephiaıtes nachgewiesen hat.
EphiaZtes ist deP NützZiche, deP HeZfeP. Es daPf nicht
übePPaschen, da2 EphiaZtes dem Pan ahnZich daPgesteZZt
wiPd; die AZten haben nach deP UbePZiefePUng eine Vep-
bindung zwischen Pan und Ephiaıtes angenommen ••. "
Die Gestaıt WUPde zuıetzt bei P.Wei2 (1980) S.486-48? aıs
Ephiaıtes benann-t.
VePmutıich handeıt es sich bei deP Legende E~~aATnv E~w~cAnv
um zwei Adjektive, die sich auf Pan beziehen, auf den "HeZfeP
beim Damuf-SpPingen im SchZaf", denn E~~aATns; ist, etymoıo­
gisch duPchsichtig, von EnL und aAAO~aL abzuleiten.
Dionysos hatte die Queııe, aus deP die Nyrrrphe
Nikaia zu tPinken pfZegte, in eine Weinqueııe verwandeZt; aıs
die Nyrrrphe daPaus tPank, fieı sie bepauscht in schwePen SchZaf
und Dionysos konnte die voPheP widePspenstige, nun abeP wehP-
ıose Nikaia begatten; bei Nonnon, Dionysiaka 16.309-340, sahau-
en Pan und ein SatyP aıs "voyeuPs" zu und pPeisen den Dionysos
gZückZich; füP die übePtöZpeıte Nikaia waP das aııes aııer-­
dings ein wiPkıicheP TPaum-Incubus, ein echteP "Ephiaıtes".
Das AttPibut des WeinschZauches auf dieseP Münze
deutet dapauf hin, da2 es vieııeicht eine VePsion des Mythos
gegeben hat, in deP Pan und deP SatyP aus Weinschıauchen Wein
in die Queııe gegossen haben, aus deP Nikaia tPank. Eine soZche
Episode kommt bei Nonnos nicht VoP, weiı eP die Geschichte deP
Nikaia - an sich eine seZbstandige EPzahıung - in den Zug des
Dionysos nach Indien eingeschoben hat: Nonnos ePzahıt am Ende
von Buch 14, da2 Dionysos das WasseP eineP Queııe in Wein veP-
wandeıt hat, um die IndeP darnit tPUnken zu machen. EP geht dann
zup Nikaia-Episode übeP und am Ende kommt Nikaia zufaZZig an
deP Queııe VOPbei und tPinkt daPaus.
In deP seZbstandigen EPzahıung wePden Pan und Ephiaıtes füP
diese "VePgiftung" deP QueUe in Bithynien gesoPgt haben.
Philipp II. 251

122 TETRASSARION (reduziert) 1 8.35gl Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; bis
auf das blanke Metall scharf gereinigt; besonders
auf dem Revers groBe schwarze Flecken mit türkis-
farbenen "Ausblühungen"; auf beiden Seiten 1 fast
in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr. 121 (stempelgleich)
Rs: NIKA- [IErlN]
Homonoia sitzend 1 dargestellt wie bei Nr.84.
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel E (stempelgleich mit K()ln 121
und 123-125, Waddington 739 und SNG v.Aulock 681, 682 und
685); s.o.S. 28-29 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 51; s.o.S. 39.; zur Darstel-;
lung vgl. die Kommentare zu Nr.24, 31 und 40.

123 TETRASSARION (reduziert)l 10.01gl Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen; bis
auf das blanke Metall scharf gereinigt; kleine
kupferrote und schwarze Flecken; auf beiden Seiten 1
fast in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.121 (stempelgleich)
Rs: NIKA-[IErlN]
Sarapis geht nach rechts; er tragt ein Himation
und auf dem Kopf einen Kalathos; in der Linken
halt er ein Sceptrum; die Rechte hat er zum
GruB erhoben
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel E ( stempelgleich mit Köln 121,
122, 124 und 125, Waddington 739 und SNG v.Aulock 681, 682
und 685); s.o.S.28-29 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 52; s.o.S.39; zur DarsteUung
vgl. den Kommentar zu Nr.45.

124 TETRASSARION (reduziert) 1 11.34g 1 Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
fen; fleckige 1 hellbraune Patina mit türkisfarbe-
nen1 schlierigen "Ausblühungen"; auf beiden Seiten 1
fast in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.121 (stempelgleich)
Rs: NI-KA- IErlN
Tyche steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Kalathos und halt in der aus-
gestreckten Rechten eine Patera; im linken Arm
halt sie ein Ruder
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel E (stempelgleich mit Köln 121-
123 und 125, Waddington 739 und SNG v.Aulock 681, 682 und
685); s.o.S.28-29 und 37.
zum Reversstempel: Stempel 53; s.o.S.39.
zur Revers-Darstellung: Tyche hö.ıt auf dieser Münze nicht
wie üblich ein schweres Steuerruder, sondern ein leichteres
Ruder, mit dessen Hilfe Ruderschiffe angetrieben wurden. Die
Art der Darstellung ist von nikomedischen Münzen übernommen
(Waddington Tafel 90 Abb.19, vgl. auch Tafel 93 Abb.19).
252 Kataloq

125 TETRASSARION (reduziert) 1 12.11g 1 Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; stark abgegriffen; gelbe 1
dünne Patina mit schwarzen Flecken; auf beiden
Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.121 (stempelgleich)
Rs: NI-KA-IErl(N]
Zeus sitzt halb nackt im Himation nach links;
er tragt einen Kranz und halt in der Linken
ein Sceptrum und in der ausgestreckten Rechten
eine Patera
Mionnet 1 Suppl.5 Nr.879; Waddington 735 Revers Taf.
85 Abb.22 (stempelgleich)
Die Münze weist auf beiden Seiten einen Doppel-
schlag auf: Vor der Aversportrait ist der Hinter-
kopf des Philippus noch einmal zu sehen (Richtung
30°); unter dem FuB des Zeus sind derKopfund der
erhobene linke Arm des Gottes zu erkerınen (Rich-
tung 315°).
zum Aversstempel: Stempel E ( stempelgleich mit Köln 121-
124, Waddington ?39 und SNG v.Aulock 681, 682 und 685);
s.o.S.28-29 und 3?.
zum Reversstempel: Stempel 54 ( stempelgleich mit Wadding-
ton ?35 Revers Tafel 85 Abb.22); s.o.S.39.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu den Num-
mern 20 und 53.

P HI L I P P US II. A U GU S T U S (247-249)

DIE MüNZEN NR.126 UND 127 STEHEN OBEN VOR NR.81; SIE GE-
HÖREN AN DEN ANFANG DER PRAGUNGEN NIKAIAS IM NAMEN DES
PHILIPPUS I. AUGUSTUS,

128 TETRASSARION (reduziert) 1 10.63gl Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
bis auf das blanke Metall scharf gereinigt; beson-
ders auf dem Avers schwarze und rostrote Flecken;
auf beiden Seitenl fast in der Mitte 1 ein Zentrier-
punkt
Vs: MA(pxoç) IOYAIOC 4IAIITITOC AY(youoToç)
Büste mit Panzer 1 Paludamentum über der linken
Schulter und Lorbeerkranz 1 von hinten gesehen 1
nach rechts; davor ein runder Gegenstempel mit
der Buchstabenzahl H(=8)
Rs: NIKA- lEri N
Nike1 dargestellt wie auf Nr.116 (stempelgleich)
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel A (stempelgleich mit Köln 129
und 130 und SNG v.Aulock 6?8-680); s.o.S.29-32 und 3?.
zum Reversstempel: Sternpel 38 ( stempelgleich mit drei
Münzen der Otacilia Severa: Köln 116, Wadd. ?33 u.SNG v.Aul.686).
Philipp II. 253

zur Revers-Darstellung: Vgt. oben den Korrmıentar zu 116.


zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wurde das Tetrassarion
um 258 n.Chr. zum Oktassarion aufgewertet. Mit demseıben Gegen-
sterrrpe ı bekamen die Münzen Nr. 99 und .104 (PhiZippus I.) und 149
(Trebonianus Gaııus) ihren Aufdruck; seitdem waren vier soıcher
Münzen einen Antoninian wert; s.o.S.160 und 165-1?3.

129 TETRASSARJON (reduziert), 13.80g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
bis auf das blanke Metall scharf gereinigt; auf bei-
den Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.128 (stempelgleich)
Rs: NIKA- IES"lN
Tyche, dargestellt wie bei Nr.117 (stempelgleich)
unpubliziert
zum Aversstempel: Sterrrpeı A (sterrrpeıgıeich mit Köın 128
und 130 und SNG v.Auıock 6?8-680); s.o.S.29-32 und 3?.
zum Reversstempel: Sterrrpeı 39 (sterrrpeıgıeich mit Köın 131
und 132 und der Münze ll? der Otaciıia Severa); s.o.S.39.
zur Revers-Darstellung: Vgı. die Korrmıentare zu den Num-
mern 22, 31 und 46.

130 TETRASSARION (reduziert), 9.41g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; starker abgegriffen; bis
auf das blanke Metall scharf gereinigt; rastrate
Flecken mit hellgrünen "Ausblühungen"; auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.128 (stempelgleich)
Rs: NIK-A-IES"l[N]
Eine Jagerin (Artemis ader Nikaia) lauft im
Chitan nach links; sie halt in der Rechten
einen Bagen und zieht mit der Linken einen
Pfeil aus dem Köcher; zu ihren FüBen lauft
eine Hindin (Hirschkuh) nach links
SNG v.Aulack 678-680 (stempelgleich), dart falsch-
lich Philipp I. zugewiesen
zum Aversstempel: Sterrrpe ı A ( sterrrpeıgıeich mit Köın 128-
129 und SNG v.Auıock 6?8-680); s.o.S.29-32 und 3?.
zum Reversstempel: Sterrrpeı 59 (sterrrpeıgıeich mit SNG v.
Auıock 6?8-680); s.o.S.3?.
zur Revers-Darstellung: Bei Nonnos wird die Nyrrrphe Nikaia
var ihrer Uberrurrrpeıung durch Dionysos aıs keusche Jagerin ge-
schiıdert, die der Artemis gıeicht und mit dieser Göttin zusam-
men jagt (Dionysiaka 15.1?1, 15.1?9 und 16.149-154). Nonnos
ıa~t den verıiebten Dionysos seıbst der Nikaia schmeicheın, sie
sei die jüngere Artemis: 'Ao-rcı.ıt~~ oııAo-rtpıı ıtEAE~ "ApTEIJ~~
(Dionysiaka 16.125). Obwohı sich die Darsteııung auf dieser
Münze in nichts von dem kanonischen Biıd der Jagerin Artemis
unterscheidet, ist darnit hier sicher auch Nikaia gemeint.
In ahnıicher Aujmachung wurde Nikaia, zusarrmıen mit Dionysos,
auf Münzen aıs eine der OIKILTAI Nikaias bezeichnet (Tafeı 2?
Abb.9; F.Imhoof-Bıumer (1908, Nyrrrphen) S.155 Nr.443). Eine
Weihung an Artemis bei S.Şahin (~982) Nr.1501; ein Aıtar des
Artemiskuıtes in TAM 4.1 Nr.52.
254 Katalog

131 TETRASSARION (reduziert), 10.15g, Stempelstellung


30°; Metal! Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen; bis auf das blanke Metal! scharf gereinigt;
in der Revers-Darstellung eine Druckstelle; auf bei-
den Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: MA(pxo~) IOYAIOC ~-IAITITIOC AY(youcrto~)
Büste wie bei Nr.128
Rs: Tyche, stempelgleich mit Nr.129
unpubliziert
zum Aversstempel: Sternpel B (sternpelgleiah mit K8ln 132
und SNG v.Auloak 667); s.o.S.29-32 und 37.
zum Reversstempel: Sternpel 39 (sternpelgleiah mit K8ln 129,
132 und Nr.117 der Otaailia Severa); s.o.S.39. Zur Darstel-
lung vgl. die Kommentare zu Nr.22, 31 und 46.
132 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 9.49g, Stempelstellung 30°;
Metal! Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
scharf gereinigt; von der Patina sind nur schwarze
und rostrote Reste übrig; auf beiden Seiten, fast
in der !-ii tte, e in Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.131

T R A I A N US D E C I US (249-251)

133 TETRASSARION (reduziert), 9.30g, Stempelstellung


30°; Metal! Orichalcum; nicht besanders abgegriffen,
aber durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke
Metal! stark zerfressen; ein tiefer SchrötlingsriB
(Richtung 270°); auf beiden Seiten, fast in der Mit-
te, ein zentrierpunkt
Vs: AY(toxp&twp)•KAI(oap)•TPAIAN(o~)·6EKIOC·
AYr(oucrtoç)·CE(Sacrt6ç)
Büste mit Paludamentum und Strahlenkrone, von
hinten gesehen, nach links
Rs: NIKAI-EQN
Nikaia steht in Chiton und einem Peplos mit
lang herabfallenden Enden nach rechts; sie halt
auf der Linken eine Preiskrone und gieBt mit
der Rechten aus einer Patera ein Trankopfer aus
unpubliziert
zur Revers-Darstellung: Das Gewand mit den über den Armen
lang herabfallenden Enden ist in Nikaia auf eine G8ttin be-
sahrankt, die entweder im Zusammenhang mit Agonen gezeigt
wird (K8ln 133, 157, 158 und 160) ader als Stadtg8ttin auf Ho-
monoia-Pragungen, gegenüber dem Genius von Byzantion stehend,
zu finden ist (K8ln 178-180). Man wird die G8ttin daher als
eine spezielle Stadtg8ttin, Tuxn, der Stadt Nikaia aufzufassen
haben, die siaher als Nikaia zu benennen ist. Sie wird auah
sitzend dargestellt, mit dem Thyrsos des Dionysos im Arm
(KOln 28, 43, 59, 70 und 71).
Philipp II. - Traian Decius 255

134 TETRASSARION (reduziert), 8.59g, Stempelstellung


10°ı Metall Orichalcumı nicht besanders abgegrif-
fenı scharf gereinigtı auf beiden Seiten "Nester"
mit schwarzen Patinarestenı auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.133 (stempelgleich) ı hinterdem
Kopf ein runder Gegenstempel mit 6(=4)
Rs: [N I K] A- IE ~~N
Tyche thront in Chiton und Peplos nach linksı
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos, halt
im linken Arm ein Füllhorn und in der ausge-
streckten Rechten ein Ruder
vielleicht Zühlsdorf/Düsseldorf, Liste 8 (1976)
Nr.120 (ungenau beschrieben und nicht abgebildet) ı
ansonsten unpubliziert
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze, die um 258 aufge-
pragt wurde, ist diese Münze als Vierer, als Tetrassarion
bezeichnet. Wegen der Stempelgleichkeit der Vorderseite mit
dem vorhergehenden Stück ist aber klar, daS die Münze 134
schon im Pragezeitpunkt ein, wenn auch etwas zu klein gera-
tenes, Tetrassarion war. Zu solchen "Fehlpunzierungen" vgl.
oben S.166.

135 TETRASSARION (reduziert), 9.62g, Stempelstellung


10°ı Metall Orichalcumı nicht besanders abgegrif-
fenı scharf gereinigt: wahrend auf der Vorderseite
die schwarze Patina fast vollstandig erhalten ist,
sind davon auf der Rückseite nur noch Reste zu fin-
denı auf beiden Seiten, fast in der Mitte, zwei(!)
Zentrierpunkte
Vs: AYT(oxpaTwp) KAI(crap) T(a~oç)(!) MEC(cr~os)
KY(~vToç) TPAIAN(oç) 6EKIOC AYf(ouoToç)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von hinten gesehen, nach rechts
Rs: NIKAI-E>JN
Sarapis, dargestellt wie bei Nr.45
unpubliziert
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr. 45.
zur Avers-Legende: Das r von r&~oç ist als T verschrieben.

136 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 10.46g, Stempelstellung 10°ı


Metall Orichalcum, nicht besanders abgegriffen;
braunschwarze Patinaresteı auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.135
256 Katalog

HE R E NN I A E T R U S C I L L A (249-251)

137 TRIASSARION (reduziert), 6.05g, Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; nicht besanders abge-
griffen; dicke, dunkelbraune Patina, stellenweise
mit weiBer Versinterung; auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt; im oberen Bereich
der Rückseite eine ovale Mulde (kein Gegenstempel-
abdruck~sondern ein Schrötlingsfehler)
Vs: EPENNIA"ETPO-YCKIA"AA"AYr(ouoT~)·C(ES~o<n)
Drapierte Büste mit Stephane, von vorn gesehen,
nach rechts
Rs: N-IKA-IEQN
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos
nach links; sie tragt einen Helm, halt in der
Linken einen Speer und in der ausgestreckten
Rechten eine Patera; an ihrem rechten Knie
lehnt ein Schild
Waddington 747 Tafel 85 Abb.33 (stempelgleich)
zur Reversdarstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr.18.
138 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 5.14g, Stempelstellung 180°;
stempelgleich mit Nr. 13 7 und ·im gleichen Zustand

H E R E N N I US ETRUSCUS (249-251)

139 TETRASSARION (reduziert), 7.48g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; dunkelbraune Patina, stel-
lenweise mit rostroten Flecken; ziernlich abgegrif-
fen; auf beiden Seiten, stark dezentriert, ein
Zentrierpunkt
Vs: r(&Lov)·MEC(oLov)·KYI(vTov)·EPE(vv(ov)·
ETPOY(oxov)·~EKION•K(~to~p~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von hinten gesehen, nach rechts
Rs: NI K-A (I )-EQN
Hornoncia steht in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arm ein Füllhorn und in der
ausgestreckten Rechten eine Patera
Waddington 758 Tafel 85 Abb.43 (stempelgleich)
zum Aversstempel: Der StempeZ ist gZeiah bei den Münzen
KöZn 140 und 141 und SNG v.AuZoak ?05?.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Nwn-
mern 24, 31 und 40.
Herennia Etruscilla - Hastilian 257

140 TETRASSARION (reduziert) 1 11.76gl Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen1 aber durch eine scharfe Reinigung bis auf das
blanke Metall stark zerfressen; auf beiden Seiten 1
fast in der Mittel ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.139 (stempelgleich)
Rs: NI-KA-IE[~]N
Homonoia 1 dargestellt wie auf Nr.139 (nicht
stempelgleich)
Waddington 758 var. (aus einem anderen Reversstem-
pel1 Avers stempelgleich)
zum Aversstempel: Der Stempel ist gıeich bei den Münzen
Köın 139 und 141, Waddington 758 und SNG v.Auıock 7057.
Nr.140 ist spater gepragt worden aıs Nr.139, dennder Stem-
peıri~, der auf dem Avers zwischen der Strahıenkrone und
dem Anfang der Legende aufgebrochen ist, ıa~t sich bei Nr.
139 noch nicht feststeııen.

141 TETRASSARION (reduziert) 1 6.48g 1 Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen;
scharf gereinigt; auf beiden Seiten 1 fast in der
Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.140 (stempelgleich 1 mit demselben
StempelriB)
Rs: NI-KAI-E~N
Homonoia 1 dargestellt wie bei Nr.139 und 140
Vgl. Waddington 758 (Avers stempelgleich 1 aus ei-
nem anderen Reversstempel)
Vgı. die Kommentare zu Nr.140, zur Darsteııung der Rückseite
Nr.24, 31 und 40.

H O S T I L I A N US C AE S A R (251)

DIE MüNZEN NR.142-144 SIND ALLE IM JAHR 251 ZU LEBZEITEN


DES TRAIANUS DECIUS GEPRAGT WORDEN (s.o.S.43).
142 TETRASSARION (reduziert) 1 8.19gl Stempelstellung
30°; Metall Orichalcum; rostrote Patina mit roten
und hellgrünen Flecken; nicht besanders abgegriffen;
auf beiden Seiten 1 fast in der Mjttel ein Zentricr-
punkt
Vs: f(a~ov)·OYAAENT(a)•MECCI(ov)·KYINTON·K(aGoapa)
Büste mit Paludamentum und Strahlenkrone 1 von
hinten gesehen 1 nach rechts
Rs: NIK-A-IE~N
Hygieia steht in Chiton und Peplos nach rechts
und füttert aus einer Patera eine Schlange; ihr
gegenüber steht Asklepios im Himation mit seinem
Schlangenstab von vorn und wendet den Kopf nach
links; zwischen den beiden steht der Knabe Te-
lesphoros im Kapuzenmantel von vorn
258 Katalog

Waddington 762 Revers Tafel 86 Abb.4 (stempelgleich)


zur Revers-Darstellung: Auf dieser Münze ist die Dreiheit
der heUenistischen HeiZgötter, AskZepios, Hygieia und TeZespho-
roB versammeZt; vgZ. die Kommentare zu Nr.11 und 13.

143 EIN ZWEITES EXEMPLAR 1 8.09g 1 Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; nicht besonders abgegriffen 1 aber
durch eine scharfe Reinigung stark in Mitleidenschaft
gezogen; braune und rote Flecken; auf beiden Seiten 1
stark dezentriert 1 ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.142

144 TETRASSARION (reduziert) 1 7.74g 1 Stempelstellung


200°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; schwarze
Patina; auf beiden Seiten 1 kaum sichtbarl etwas de-
zentriert ein Zentrierpunkt
Vs: r(&~ov) OYAAENT(a) OCT(~A~avov) MEC(o~ov)
KYINTON K(a[oapa)
Büste wie bei Nr.142
Rs: NIKAI-ES"lN
Homonoia sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und halt
in linken Arm ein Füllhorn und in der ausgestreck-
ten Rechten eine Patera
SNG v.Aulock 698 (Avers stempelgleich); Waddington
763bis var. (Averslegende mit ... KYINT)
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Num-
mern 24, 31 und 40.

T RE B ON I ANUS GAL L US (251-253)

DIE MüNZEN IM NAMEN DES TREBONIANUS GALLUS SIND IN DER


CHRONOLOGISCHEN REIHENFOLGE AUFGEFÜHRTJ DIE OBEN AUF
$,43-57 ENTWICKELT WURDE.
145 TETRASSARION (reduziert) 1 7.86g 1 Stempelstellung
10°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegriffen 1
aber durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke
Metall in Mitleidenschaft gezogen; auf beiden Sei-
ten1 fast in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: AYT(oxpaTwp)•K(a~oap)•f(a~oç)·BEIB(~oç)•fAAAOC·
AY( YO\JOT oç)
Büste mit Panzer 1 Paludamentum und Strahlenkrone 1
von binten gesehen 1 nach rechts
Rs : NI- KA- I E S"2 N
Demeter 1 dargestellt wie bei Nr.126
SNG Kopenhag.532 (nicht stgl.); ungenau beschrieben
und nicht abgebildet bei Slg.Hollscheck 1 Teil 1, Nr.
449d; Varianten: Waddington 1157 (AYT K f BE-IB fAAAOL
AY und NI-KAI-ES"2N) 1 genauso SNG v.Aulock 700;
Hestilian - Trebonianus Gallus 259

ahnlich auch das Stück Grose 7056 Tafel 256 Abb.17


zurn Averssternpel: 8tempel B (.<ıtempelgleich mit Köln 146
und 147 und 8NG v.Aulock 703-705); s.o.8.44-45, 55 und 57.
zurn Reverssternpel: 8tempel 7; s.o.8.45, 55 und 57.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr. 38.

146 TETRASSARION (reduziert), 6.54g, Sternpelstellung


10°; Metall Orichalcurn; nicht besanders abgegrif-
fen; scharf gereinigt; auf beiden Seiten dunkel-
braune Patinareste; beidseitig ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.145 (sternpelgleich)
Rs: NIKAIEnN B-Y-ZANTIQN - OM/ON/OI/A
Zwei Fackeln neben einern brennenden Altar
SNG v.Aulock 703 (sternpelgleich); E.Schönert-Geiss
(1972) 1848-1849 (sternpelgleich); Waddington 781
(das Foto, das angeblich die Rückseite der Nr.781
auf Tafel 86 Abb.22 zeigt, ist verwechselt worden;
die dort abgebildete Münze ist ein Stück aus Byzan-
tion) .
zurn Averssternpel: 8tempel B ( stempelgleich mit Köln 145
und 147 und 8NG v.Aulock 703-705); s.o.8.44-45, 55 und 57.
zurn Reverssternpel: 8tempel 9 (stempelgleich mit 8NG v.
Aulock 703); s.o.8.45 und 55.
zur Revers-Darstellung: Die Fackeln !JJUrden bisher zuwei-
len als Fischreusen gedeutet; da~ es sich aber sicher um Fak-
keln handelt, ist zweifelsfrei festgestellt (s.o.8.47-48 mit
Anm.23-25 und vgl. die Darstellungen bei Waddington (Tios)
Tafel 107 Abb.25 und besanders Tafel 111 Abb.20 und 21).

147 TETRASSARION (reduziert), 7.33g, Sternpelstellung


190°; Metall Orichalcurn; nicht besanders abgegrif-
fen; durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke
Metall in Mitleidenschaft gezegen; stellenweise
rotbraun verfarbt; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.145 (sternpelgleich)
Rs: NIKA-IE!1N
Kybele sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos, stützt
den linken Ellenbogen auf eine Trornrnel und halt
in der ausgestreckten Rechten eine Patera; zu
beiden Seiten des Thrones sitzt je ein Löwe
nach links
SNG v.Aulock 704 (sternpelgleich); BMC 137; Wadding-
ton 767 Revers Tafel 86 Abb.10
zurn Averssternpel: 8tempel B ( stempelgleich mit Köln 145 und
146 und 8NG v.Aulock 703-705); s.o.8.44-45, 55 und 57.
zurn Revers sternpel: 8tempel 10 ( stempelgleich mit Köln 148
und 8NG v.Aulock 704); s.o.8.45 und 55.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu Nr. 90 und
106 und C.Bosch (1935) 8.138.
260 Katalog

148 TETRASSARION (reduziert), 8.84g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; scharf gereinigt; rost-
rote Patinaflecken; ziemlich abgegriffen; auf bei-
den Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: [AYT(ollpchwp) ·K(ai:oııp)]·f(chos;) ·BE-IB( Los;)·
fAAAOC•AY(youoTos;)
Büste wie bei Nr.145
Rs: Kybele, wie bei Nr.147 (stempelgleich)
BMC 137; SNG v.Aulock 704; Waddington 767 Revers
Tafel 86 Abb.10
zum Aversstempel: Sternpel Ca ( sternpelgleich mit KBln 149-
152 und SNG v.Aulock ?00 und ?Ol; im Zustand Cb weiteP
VePWendet zup ?Pagung von KBln 153-155 und SNG v.Aulock ?02);
s.o.S.45-46, 49, 55 und 5?.
zum Reversstempel: Sternpel 10 ( sternpelgleich mit KBln
14? und SNG v.Aulock ?04); s.o.S.46,55 und 5?.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die KommentaPe zu NP. 90 und
106 und C.Bosch (1935) S.l38.

149 TETRASSARION (reduziert), 7.63g, Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; dünne
schwarzbraune Patina; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.148 (stempelgleich); auf dem Hals
ein runder Gegenstempel mit H(=8)
Rs: NI-KAI-EQN
Demeter, dargestellt wie bei Nr.126
SNG v.Aulock 700; Mabbott coll. 1157 (beide stem-
pelgleich) ;nicht abgebildet und ungenau beschrieben
in Slg. Hollscheck, Teil 1 Nr.449d; Varianten bei
Grose 7506 (Aversstempel F) und SNG Kopenhagen 532
(Aversstempel A)
zum Aversstempel: Sternpel Ca (sternpelgleich mit KBln 148
und 150-151 und SNG v.Aulock ?00 und ?Ol; im Zustand Cb
weiteP VePWendet zuP ?Pagung von KBln 153-155 und SNG v.Aulock
?02); s.o.S.45-46, 49, 55 und 5?.
zum Avers-Gegenstempel: Mit dieseP Punze wuPde das Te-
tPassaPion um 258 n.ChP. um das Doppelte, zum OktassaPion,
aufgewePtet; mit dePselben Punze WUPden die Münzen 99 und 104
(beide Philippus senioP) und 128 (Philippus junioP) kontePmaP-
kiePt; seitdem galt ein Antoninian nicht mehP acht, sondePn
nup noch vieP dieseP Münzen; s.o.S.l60 und 165-1?3.
zum Reversstempel: Sternpel ll (sternpelgleich mit KBln 150
und SNG v.Aulock ?00); s.o.S.46, 55 und 5?.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den KommentaP zu NP. 38.
150 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 9.28g; Stempelstellung 360°;
Metall Orichalcum; fast nicht abgegriffen; auf dem
Avers rostbraune, auf dem Revers rostbraune und
dunkelgrüne Patina; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.149 (ohne Gegenstempel)
Trebonianus Gallus 261

151 TETRASSARION (reduziert), 9.04g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
fen; scharf gereinigt bis auf das blanke Metall;
rostbraune Patinaflecken; auf dem Revers grünweiBe
"Ausblühungen"; im Randbereich auf beiden Seiten
gedrückt (Avers: rechts oben; Revers: links oben);
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt
Vs: wie bei Nr.148 (stempelgleich)
Rs: N-IKA[I]-EQN
Dikaiosyne, dargestellt wie bei Nr.87
SNG v.Aulock 701 (stempelgleich); eine Variante
bei Waddington 773 Revers Tafel 86 Abb.15 (aus dem
Reversstempel 37 mit der Legende NI-KA-IEQN); ein
sicher verlesenes Stück bei Mionnet, Suppl.5 Nr.903
(Legende angeblich AYT K r OYIB fAAAOE A)
zum Aversstempel: Stempeı Ca (stempeZgZeich mit KöZn 148-
150 und 152 und SNG v.Auıock 700 und 701; im Zustand Cb
weiter verwendet zur Pragung von KöZn 153-155 und SNG v.Auıock
702); s.o.S.45-46, 49, 55 und 57.
zum Reversstempel: Stempeı 12 (stempeZgZeich mit SNG v.Au-
ıock 701); s.o.S.46 und 56-57.
zur Revers-Darstellung: Vgı. die Korrunentare zu den Nwn-
mern 31, 39 und 87.

152 TETRASSARION (reduziert), 7.64g, Stempelstellung


10°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegriffen;
etwas verbogen; bis auf das blanke Metall scharf ge-
reinigt und stark in Mitleidenschaft gezogen; rost-
rote Flecken; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.148 (stempelgleich)
Rs: N-IKA-IEQN
Tyche steht in Chiton und Peplos von vorn und
wendet den Kopf nach links; sie tragt auf dem
Kopf einen Kalathos und halt in der Rechten ein
Steuerruder; im linken Arm halt sie ein Füllhorn,
dessen Spitze nicht, wie üblich, nach innen, son-
dern nach auBen gerichtet ist
vielleicht Kricheldorf 4 Nr.287, sonst unpubliziert
zum Aversstempel: Stempeı Ca (stempeZgZeich mit KNn 148-
151 und SNG v.Auıock 700 und 701; im Zustand Cb weiter ver-
wendet zur Pragung von Köın 153-155 und SNG v.Auıock 702);
s.o.S.45-46, 49, 55 und 57.
zum Reversstempel: Stempeı 13; s.o.S.46 und 56-57.
zur Revers-Darstellung: Im Kataıog 4 der Firma Kricheı­
dorf ist unter Nr.287 eine soıche Rückseite aufgeführt; die
Gottheit wird Sarapis genannt, obwohı deren Attribute für
Tyche sprachen; eine Entscheidung ist nicht mögZich, da dieses
Stück nicht abgebiZdet worden war;,zur Darsteııung vgı. die
Korrunentare zu Nr.22, 31 und 46.
262 Katalog

153 TETRASSARION (reduziert), 7.66g, Stempelstellung


360°: Metall Orichalcum: nicht besonders abgegrif-
fen, aber durch eine scharfe Reinigung stark in .
Mitleidenschaft gezogen: rostbraune Flecken: auf
beiden Seiten, etwas dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.148 (stempelgleich, jedoch mit einem
StempelriB im Feld vor dem Portrait)
Rs: [NIKAI]EnN BY-ZANTinN OMO(vot.a)
Homonoia steht in Chiton und Peplos nach links:
sie tragt eine Stephane auf dem Kopf und halt
im linken Arm ein Füllhorn: in der ausgestreck-
ten Rechten halt sie eine Patera: links neben
der Göttin ein brennender Altar
aus diesem Reversstempel unpubliziert: aus anderen
Reversstempeln: SNG v.Aulock 702 (Sterqpel 14); E.
Schönert-Geiss (1972) Nr.1840
zum Aversstempel: Stempeı Cb (stempeıgıeiah Köın 154 und
155 und SNG v.Auıaak 702; der Stempeı wurde früher, n~ıiah
ahne den Stempeıri~. zur Pragung der Münzen Köın 148-152 und
SNG v.Auıaak 700 und 701 verwendet); s.a.S.45-46,49,55,57.
zum Reversstempel: Stempeı 15; s.a.S.45-46 und 8.56-57.
zur Revers-Darstellung: Vgı. aben S. 4 7-48 und die Karrorıen­
tare zu Nr.24 und 40; der Rüakseitentyp ist auah mit dem Na-
men der thrakisahen Stadt Perinthas bekannt (s.sıg.Weber Nr.
2598 mit dem Kapf der Juıia Maesa).
154 TETRASSARION (reduziert), 7.21g, Stempelstellung
360°: Orichalcum: nicht besonders abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung fast bis zur Unkennt-
lichkeit veratzt: auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.153 (stempelgleich)
Rs: NIKAIEnN BYZ-AN[TIUN OMONOIA]
Homonoia, dargestellt wie bei Nr.153
E.Schönert-Geiss (1972) 1841-1842 (wohl stempel-
gleich): aus einem anderen Reversstempel: SNG v.Au-
lock 702 (Stempel 14)
zum Aversstempel: Stempeı Cb (stempeıgıeiah mit Köın 153
und 155 und SNG v.Auıaak 702; der Stempeı wurde früher, n~­
ıiah ahne den StempeıriB, zur Pragung der Münzen Koın 148-152
und SNG v.Auıaak 700 und 701 verwendet); s.a.S.45-46,49,55,57.
zum Reversstempel: Stempeı 16 ( stempeıgıeiah wahı mit E.
Sahönert-Geiss (1972) Nr.1841-1842); ansansten vgı. den Karrorıen­
tar zu Nr. 153.

155 TETRASSARION (reduziert), 8.11g, Stempelstellung


360°: Metall Orichalcum: nicht besonders abgegriffen,
aber durch eine scharfe Reinigung etwas in Mitleiden-
schaft gezogen; stellenweise rostrote Flecken: auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.153 (ste~elgleich)
Rs: [NIKAI]EnN BYZA-NTinN OMON(OI(a)]
Homonoia, dargestellt wie bei Nr.153
Trebonianus Gallus 263

Waddingtan 778 Revers Taf. 86 Abb.10 (stempelgleich);


E.Schönert-Geiss (1972) Nr.1843 (Avers stempelgl.)
zum Aversstempel: Stempel Cb (stempelgleich mit Köln 153
und 154 und SNG v.Aulock 702 sowie E.Schönert-Geiss (1972)
Nr.1843; der Stempel wurde früher, namlich ohne StempelriS,
verwendet zur Pragung der Münzen Köln 148-152 und SNG v.AuZ.ock
700 und 701); s.o.S.45-46, 49, 55 und 57.
zum Reversstempel: Stempel 17 ( stempelgleich mit Wadding-
ton 778 Tafel 86 Abb.10); ansrmsten vgl. oben den Kommentar
zu Nummer 153.

156 TETRASSARION (reduziert), 8.84g, Stempelstellung


340°; Metall Prichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen; scharf gereinigt; graBe rastbraune Flecken;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt
Vs: (AYT(oHpchwp)·K(cıi:crcıp)]·f(choç)·B-EIB(Los;)·
rAAAOC·A(ÜyoucrToç)
Büste wie bei Nr.145
Rs: NIKAIEnN•BY-ZANTinN· (OMO(voLcı)]
Hamanaia, dargestellt wie bei Nr.153
unpublizierte Variante; aus anderen Stempel: SNG v.
Aulack 702 (Cb 14); E.Schönert-Geiss (1972) Nr.1840
zum Aversstempel: Stempel D (stempelgleich mit Köln 157 und
158 und SNG v.Aulock 7061); s.o.S.46, 55 und 57.
zum Reversstempel: Stempel 18; ansonsten vgl. den Kommen-
tar zu Nr. 153.

157 TETRASSARION (reduziert), 6.46g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; fleckige rastrate und dun-
kelgrüne Patina; nicht besanders abgegriffen; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.156 (stempelgleich)
Rs: [NI]KA-I-EDN
Nikaia steht im Chitan und einem Peplas mit
lang über den Armen herabfallenden Enden nach
links; sie tragt eine Stephane auf dem Kapf
und halt in ihren ausgestreckten Handen je eine
Preiskrane; auf den Kranen ein durch Punktierung
angedeutetes Schriftband; in den Kranen Palm-
zweige
Waddingtan 776var.(?) Revers Tafel 86 Abb.18 (Revers
nicht stql.; die Averslegende sall angeblich AYT K
r BEIB rAAAOE AYr lauten); SNG v.Aulack 7062 (stem-
pelgleich); Miannet, Suppl.5 Nr.901var. (?) (Aversle-
gende angeblich AYT K r BEIB rAAAOE AYr;
die Preis-
kranen wurden kuriaserweise für Sanne und Mand ge-
halten(!)); SNG v.Aulack 7062 (stempelgleich)
zum Aversstempel: Stempel D (stempelgleich mit Köln 156
und 158 und SNG v.Aulock 7061); s.o.S.46, 55 und 57.
zum Reversstempel: Stempel 20 (stempelgleich mit Köln 158
und SNG v.Aulock 7062); s.o.S.46 und 56-57.
zur Revers-Darstellung: Es wird auf die Agone des Jahres
252 angespielt; s.o.S.46, 56-57 und den Kommentar zu Nr.133.
264 Katalog

158 TETRASSARION (reduziert), 6.76g; Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
fen; durch eine scharfe Reinigung stark veratzt;
stellenweise rostrote Patinareste; auf beiden Sei-
ten, stark dezentriert, ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.157
159 TETRASSARION (reduziert), 8.55g, Stempelstellung
345°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
'fen; durcheine scharfe Reinigung veratzt; besonders
auf dem Avers rostbraune Patinaflecken; auf beiden
Seiten ein kaum sichtbarer Zentrierpunkt
Vs: AYT(oMphwp)·K(cı'Ccrcıp)•r(ıhos;)•BE-IB(~os;)•
fAAAOC•AY(youcrTos;)
Büste wie bei Nr.145
Rs: NIKAI-ErlN
Dionysos steht nach links; er ist unbekleidet
mit Ausnahme einer Chlamys über den Schultern;
der Gott halt ~it der Linken einen Thyrsos, der
mit Bandern geschmückt ist, und in der ausge-
streckten Rechten einen Kantharos
SNG v.Aulock 7059 (stempelgleich); M.Bernhart (1949)
Nr.40 (Münchener Sammlung); Müller/Solingen, Katalog
der 36.Auktion, Nr.689 (stempelgleich; mit dem Gegen-
stempel H auf dem Avers)
zum Aversstempel: Stempel Ea (stempelgleieh mit Waddington
??6 und SNG v.Auloek ?059; der Stempel wurde zu Eb umgraviert
und zur Pragung der Münze Köln 160 weiter verwendet); s.o.S.
46-4?, 55 und 5?.
zum Reversstempel: Stempel 22 ( stempelgleieh mit SNG v.
Auloek ?059); s.o.S.4? und 56-5?.
zur Revers-Darstellung: vgı. die Komnıentaroe zu Nro. 16 und
unter zu Nummer 196.

160 TETRASSARION (reduziert), 9.45g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; etwas abgegriffen; scharf
gereinigt und etwas veratzt; rostrote Patinaflecken;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt
Vs: wie bei Nr.159 (stempelgleich, allerdings ist
die Legende nachgraviert worden zu AYT(oMpa<~p)·
K(cı'Ccrcıp)· rc&~os;)· BEIB( ~os;)· rAAAOC· AY(youcrTos;))
Rs: Nikaia, wie bei Nr.157 (nicht stempelgleich)
unpublizierte variante; aus den Stempeln Ea 21:
Waddington 776, aus D 20: Köln 157
zum Aversstempel: Stempel Eb (umgraviert aus dem Stempel
Ea der Stüeke Köln 159, Waddington ??6 und SNG v.Auloek ?059);
s.o.S.46-4?, 55 und 5?.
zum Reversstempel: Stempel 23; s.o.S.4? und 56-5?.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr.133.
Trebonianus Gallus 265

161 TETRASSARION (reduziert), 7.13g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
fen, aber durch eine scharfe Reinigung stark ver-
atzt; rostbraune Patinaflecken; auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: AYT(oJtp<hwp)·K(a'Ccrap)·r(ıho~;)·BEIB(~o&)·
fAAAOC·AY{youcrTo~;)
Büste wie bei Nr,145; auf dem Hals ein runder
Gegenstempel mit H(=BJ
Rs: NIKAI-EQN
Athena thront in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Helm auf dem Kopf und halt mit
der Linken ein Sceptrum und in der ausgestreck-
ten Rechten eine Patera
unpublizierte Variante; aus dem Reversstempel 33:
Waddington 769 Revers Tafel 86 Abb.12
zum Aversstempel: Sternpel F (sternpelgleich rrrit Grose ?506,
Köln 162 und SNG v.Aulock ?060 =K.Kraft (19?2) Tafel 106
Abb.86); s.o.S.4?, 55 und 5?.
zum Reversstempel: Sternpel 24; s.o.S.4? und 56-5?.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kormıentar zu Nr.18.
zum Gegenstempel: Dieses Tetrassarion ıJurde mit der Punze um
258 n.Chr. zum Oktassarion aufgeıJertet. Die Punze ist sternpel-
gleich mit derjenigen auf Nr.92 des Philippus senior. Beitdem
galt ein Antoninian nicht mehr acht, sondern nur noch vier sol-
aher MUnzen; s.o.S.160 und 165-1?3.

162 TETRASSARION (reduziert), 9.22g, Stempelstellung


10°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen; scharf gereinigt; auf dem Revers rostbraune
Flecken; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.161 (stempelgleich); ohne Gegenstem-
pel
Rs: [NIK] AIE-QN
Zeus thront nach links; er tragt einen
Kranz ader Kalathos auf dem Kopf; sein Himation
laBt den aberkörper frei; mit der Linken halt. er
ein Sceptrum und in der ausgestreckten Rechten
eine Patera
unpubliziert
ein ahnliches Stück aus den Stempeln A 6: Waddington
765 Tafel 96 Abb.8
zum Aversstempel: Sternpel F (sternpelgleich mit Ki:Jln 161,
Grose ?506 und SNO v.Aulock ?060 =K.Kraft (19?2) Tafel 106
Abb.B6); s.o.S.4?, 55 und 5?.
zum Reversstempel: Sternpel 2?; s.o.S.4? und 56-5?.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kormıentare zu 20 und 53.
266 Katalog

163 TETRASSARION (reduziert) 1 7.18gl Stempelstellung


200°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen; rostbraune und schwarze Patina; auf beiden
Seiten 1 etwas dezentriert 1 ein Zentrierpunkt
Vs: AYT(oxp&twp)·K(a~oap)·rc&~o~)·BEI·B(~o~)·
[fAAAO]C·AY(youoto~)
Büste wie bei Nr.145
Rs: NI-KA-IES"lN
Demeter sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Ahrenkranz und halt in der Lin-
ken eine transversale Fackel 1 in der ausge-
streckten Rechten eine Patera
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel G ( stempelgleich mit Köln 164,
Waddington ??5 und SNG v.Aulock ?09); s.o.S.4?,55 und 5?.
zum Reversstempel: Stempel 28; s.o.S.4? und 56-5?.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den KoTTUnenta:r> zu N:r>. 38.

164 TETRASSARION (reduziert) 1 7.52gl Stempelstellung


200°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; verbogen;
rostbraune Patina; durch eine scharfe Reinigung et-
was veratzt; auf beiden Seitenl fast in der Mitte 1
ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.163 (stempelgleich)
Rs: NI [K]-AI-ES"lN
Homonoia steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und halt
im linken Arm ein Füllhorn und in der ausge-
streckten Rechten eine Patera
SNG v.Aulock 709 (stempelgleich); Waddington 774
Revers Tafel 86 Abb.16 (Revers stempelgleich);
vielleicht Mionnetl Suppl.5 Nr.904 (Averslegende an-
geblich AYT K r OYIB rAAAO~ A 1 wohl verlesen)
zum Aversstempel: Stempel G (stempelgleich mit Köln 163,
Waddington ??5 und SNG v.Aulock 709); s.o.S.4?, 55 und 5?.
zum Reversstempel: Stempel 29 ( stempelgleich mit Wadding-
ton Nr.??4 Tafel 86 Abb.16 und SNG v.Aulock ?09); s.o.S.4?
und 56-5?.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die KoTTUnenta:r>e zu den Num-
mern 24 und 40.
Trebonianus Gallus - Volusian 267

VO L US I ANUS CAESAR (251)


165 TRIASSARION (reduziert), 6.58g, Stempelstellung
210°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; rost-
braune Patina, stellenweise mit grünen "Ausblühun-
gen"; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: AY(Toxp&Twp) - K(aGoap) BEIB(Goç) fAAAOC
O[YOAOC]CIANOC
Büste mit Strahlenkrone nach rechts
Rs: NIKA-I-ErlN
die Gruppe der drei Chariten; alle drei nackt;
die mittlere von hinten, die beiden anderen
von vorn dargestellt
Mionnet, Suppl.5 Nr.908; BMC 139 und 140; Waddington
784 Tafel 86 Abb.23 (Avers stempelgleich); SNG v.
Aulock 712 (Avers stempelgleich); Mabbott calleetion
1158 (Avers stempelgleich); Sarnınlung Niggeler, Teil
2 Nr.595 (Avers stempelgleich); Slg. Hollscheck,
Teil IV Nr.456b (Avers stempelgleich)
zum Aversstempel: Stempeı A (stempelgleich mit KtJln 166
und 16?. Waddington ?84. Slg. Hollscheck. Teil IV Nr.456b.
Slg. Niggeler. Teil 2 Nr.595. SNG v.Aulock ?12); s.o.S.50-5?.
zum Reversstempel: Stempeı 2; s.o.S.50-5?.
zur Revers-Darstellung: vgı. oben S. 52-53 und F. Imhoof-
Blumer (1908. Nymphen) S.201.

166 TRIASSARION (reduziert), 5.58g, Stempelstellung


190°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen; rostbraune Patina, stellenweise durch eine
scharfe Reinigung weggeatzt; auf beiden Sciten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.165 (stempelgleich)
Rs: die drei Chariten, dargestellt wie bei Nr.165
(nicht stempelgleich)
Zitate wie bei Nr.165
zum Aversstempel: Stempeı A (stempelgleich mit KtJln 165 und
16?. Waddington ?84. Slg.Hollscheck. Teil IV. Nr.456b. Slg.
Niggeler. Teiı 2. Nr.595. SNG v.Aulock ?12); s.o.S.50-5?.
zum Reversstempel: Stempeı 6 (stempelgleich mit KtJln 16?);
s.o.S.52-53 und 56-5?.
zur Revers-Darstellung: vgı. oben S. 52-53 und F. Imhoof-
Blumer (1908 Nymphen) S.201.

167 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 4.66g, Stempelstellung 180°;


Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
scharf gereinigt; stellenweise rostrote Patina mit
weiBen Versinterungen; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.166
268 Katalog

168 TRIASSARION (reduziert), 5.76g, Stempelstellung


10°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen; dünne, hellbraune Patina; auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: AY(ToxpaTwp)·fAAAOC·OYOAOCCIA·NOC·K(aLoap)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz,
von hinten gesehen,· nach rechts
Rs: Im Lorbeerkranz: NI/KAIE/~N
SNG v.Aulock 710, 71i und 7064; Kraft (1972) Tafel
106 Abb.87; Münzzentrum Köln, Liste 30 (1979) Nr.2
(bei allen Zitaten ist die Vorderseite stempelgleich);
ungenau beschrieben und nicht abgebildet bei: Hirsch
9 7 ( 1 9 7 6) Nr. 6 7 O
zum Aversstempel: Stempel B (stempelgleich mit SNG v.Aulock
710, 711 und 7064; K.Kraft (1972) Tafel 106 Abb.B7; Münzzen-
trum Köln, Liste 30 (1979) Nr.2); s.o.S.52-55 und 57.
zum Reversstempel: Stempel 9; s.o.S.52-53 und 56-57.
zur Revers-Darstellung: S. o. S. 52-53.

VA L E R I A N US S ENI OR (253-260)

Durch die Publizierung der Kölner Sammlung ist der Umfang


der bekannten Münzen der Epoche des Valerianus senior und
seiner Familie erweitert worden. Auf dieser Basis konnte
das Gerüst der inneren Chronologie der Pragungen dieser
Zeit rekonstruiert werden (s. o. S. 59-104).
Die Mü;;zen mit den Portraits von Valerian, GaZ li"'nus und
Salonina sind daher nicht in der alphabetischen, sondern
in der chronclogischen Abfolge zusammengestellt.

PRAGE P HAS E (253)

169 TETRASSARION (reduziert), 10.71g, Stempelstellung


340°; Metall Orichalcum; ziemlich abgegriffen;
dunkelbraune Patina mit weiBen Versinterungen;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt
Vs: f(aLoç) ITOYB(ALoç) AIK(~vLoç) OYAAEPIANOC
AYf(ovoToç)
Büste mit Paludamentum und Strahlenkrone, von
hinten gesehen, nach rechts
Rs : ı; I - KA- I E ~N
Demeter steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Ahrenkranz und ha]t mit der Lin-
ken eine lange Fackel und in der ausg~streckten
Rechten Ahren
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel A (stempelgleich mit Nr.170 und
SNG v.Aulock 7071); s.o.S.67-68, 92-95 und 101.
zum Reversstempel: Stempel 1; s.o.S.97 und 101; zur Dar-
stellung vgl. den Kommentar zu Nr.38.
Volusian - Valerian I. 269

170 TETRASSARION (reduziert), 10.56g, Stempelstellung


160°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
fen, aber bis auf das blanke Metall scharf gerei-
nigt; fleckige schwarze Patinareste; auf beiden
Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.169 (stempelgleich)
Re• NIKA-I-E-~N
Tyche steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und auf
ihren ausgestreckten Handen je eine Preiskrone
unpubliziert
vgl. Waddington 809
zum Aversstempel: Stempel A ( stempelgleiah mit Nr.169
und SNG v.Auloak ?0?1); s.o.S.6?-68, 92-93 und 101.
zum Reversstempel: Stempel 3; s.o.S.9? und 101.
zur Revers-Darstellung: Die Göttin ist wohl niaht als
Nikaia zu bezeiahnen, wie bei Waddington 809 steht, sondern
als Tyahe, weil die aharakteristisahen lang herabfallenden
Enden des Peplos hier fehlen (s.o.Nr.15? und Nr.133 mit Kom-
mentar). Beide Göttinnen, Nikaia und die JYehe, sind Personi-
fikationen der Stadt Nikaia, die durah das Hinzufügen der
Attribute der Preiskronen einen besanderen agonistisahen
Akzent tragen.

171 TETRASSARION (reduziert), 8.06g, Stempelstellung


160°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
fen, aber bis auf das blanke Metall gereinigt; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.169, aber aus einem anderen Sternpel
Rs: NI-KA-IEriN
Hygieia steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Kranz und halt mit der Linken
ein Sceptrum; in der ausgestreckten Rechten
halt sie eine Patera, aus der eine Schlange
friBt, die sich um ihren rechten Arm ringelt
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempeı B (stempeıgıeiah mit Wadding-
ton ?99 und SNG v.Auloak ?16); s.o.S.6?-68, 92-95 und 101.
zum Revers sternpel: Stempel 4; s. o. S. 9? und 101.
zur Revers-Darstellung: vgl. den Kommentar zu Nr.·13.
172 TETRASSARION (reduziert), 8.47g, Stempelstellung
180°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke
Metall aufgerauht; auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.169, aber aus einem anderen Sternpel
Rs: NI-[K]A-I-EQN
Demeter sitzt in Chiton und Peplos auf einem
KornmaB nach links; sie tragt einen Kranz und
halt im linken Arm eine lange Fackel und in
der ausgestreckten Rechten Xhren
unpublizierte Variante
aus anderen Stempeln: Mionnet, Suppl.S Nr.913;
270 Katalog

Waddington 790 Revers Tafel 86 Abb.28; SNG v.Au-


lock 7074

zum Aversstempel: Stempeı C ( stempeZgZeich mit Nr.173


und SNG v.Auıock 7073); s.o.S.67-68, 92-94 und 101.
zum Reversstempel: Stempeı 6; s.o.S.97 und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgı. den Kommentar zu Nr. 38.

173 TETRASSARION (reduziert), 10.07g, Stempelstellung


190°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke
Metall aufgerauht; auf beiden Seiten, etwas dezen-
triert, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.172 (stempelgleich)
Rs: N-IKA-I-EriN
Kybele sitzt auf einem Thron mit hoher Lehne
in Chiton und Peplos nach links; auf dem Kopf
tragt sie einen Kranz; den linken Ellenbogen
stützt sie auf eine Trommel; in der ausgestreck-
ten Rechten halt sie eine Patera; zu beiden Sei-
ten des Thrones je ein Löwe nach links, von de-
nen der zur Rechten der Göttin sich zu ihr um-
wendet
SNG v.Aulock 7073 (stempelgleich)
Varianten aus anderen Reversstempeln (nur ein Löwe
und Legende NI-KA-IE&-ıN) Mionnet, Suppl.5 Nr.911;
Waddingtcn 789 Revers Tafel 86 Abb.27
zum Aversstempel: Stempeı C (stempeZgZeich mit Nr.172
und SNG v.Auıock 7073); s.o.S.67-6B, 92-95 und 101.
zum Reversstempel: Stempeı 7 ( stempeZgZeich mit SNG v.
Auıock 7073); s.o.S.97 und 101.
zur Revers-Darstellung: VgZ. Nr.147 und 148 und die Kom-
mentare zu den Nummern 90 und 106.

174 TETRASSARION (reduziert), 7.86g, Stempelstellung


190°; Metall Orichalcum; dünne, dunkelgrüne Patina;
nicht besanders abgegriffen; auf dem Avers einige
Kratzer; auf beiden Seiten, ungewöhnlich dezen-
triert, ein Zentrierpunkt
Vs: f(a~oç) ITOYB(A~oç) A[IK(Cv~oç) OYAAE]PIANOC
AY(youcnoç)
Büste mit Paludamentum und Strahlenkrone, von
hinten gesehen, nach rechts
Rs: NI-KAl-EriN
Tyche steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Kalathos auf dem Kopf und im
linken Arrn ein Füllhorn; mit der ausgestreck-
ten Rechten halt sie ein Steuerruder
SNG Kopenhagen 535; SNG v.Aulock 7072; Kraft (1972)
Tafel 106 Abb.83 (alle drei stempelgleich);
aus anderen Stempeln: vgl. Mionnet, Suppl.5 Nr.914
und Waddington 803 Revers Tafel 86 Abb.40
zum Aversstempel: Stempeı D (stempeZgZeich mit SNG Ko-
penhagen 535; Kraft (1972) Tafeı 106 Abb.83 und SNG v.Auıock
7072 und 7075); s.o.S.68, 92-95 und 101.
Valerian I. 271

zum Reversstempel: Sterrrpel B (stempelgleich mit SNG Ko-


penhagen 535; Kraft (19?2) Tafel 106 Abb.B3 und SNG v.Aulock
?0?2); s.o.S.9? und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu den Num-
mern 22, 31 und 46.

PR AG E P H A S E II (253/255)

175 TETRASSARION (reduziert), 7.95g, Stempelstellung


300°; Metall Orichalcum; stark abgegriffen, bis auf
das blanke Metall scharf gereinigt und verkratzt;
stellenweise schwarze Patinareste; auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: f(aLo~) ITOYB(ALo~) AIK(GvLo~) [OYAA]EPIANOC
AYr(ouo<o~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NIK-AI-EflN
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos
von vorn und wendet den Kopf nach links; auf
dem Kopf tragt sie einen Helm; mit der Linken
halt sie einen Speer und einen Schild und mit
der ausgestreckten Rechten eine Patera
Waddington 792 Revers Tafel 86 Abb.30 (stempelgleich);
Mionnet, Suppl.S Nr.910 (die Averslegende ist verle-
sen als [ .......... ]AIANOC AYr. Diese Münze wurde da-
her falschlich für ein Geprage des Aemilianus gehal-
ten).
zum Aversstempel: Sterrrpel Ea (sterrrpelgleich mit Nr.1?6-180
und SNG v.Aulock ?15, ?1?, ?0?0 und ?0?9; zu Eb umgeschnitten
wurde der Sterrrpel verMenJet zur Prar;ung der Münzen Nr.181 und
182 und SNG v.Aulock ?0?4); s.o.S.6?-68, 92-95 und 101.
zum Reversstempel: Sterrrpel 10 (sterrrpelgleich mit Wadding-
ton ?92 Tafel 86 Abb.30 und den Mün~en mit dem Portrait des
Gallienus Nr.226 und SNG v.Aulock ?089); s.c.S.69, 9? und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr.18.
176 TETRASSARION (reduziert), 7.09g, Stempelstellung
30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen,
aber durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke
Metall stark aufgerauht; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.175 (stempelgleich)
Rs : NI K- AI [E ] - fl N
Homonoia sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und halt
im linken Arm ein Füllhorn und in der ausge-
streckten Rechten eine Patera
SNG v.Aulock 7070 (stempelgleich)
Varlanten aus anderen Stempeln: Mionnet, Suppl.S
Nr.916; Waddington 798 Revers Tafel 86 Abb.35 und
SNG Kopenhagen 534
272 Katalo<J

zum Aversstempel: Stemvel Ea ( stempelgleich mit Nr. 1 ?5


und 1??-180 und Sı'iG v.Aulock ?15, ?1?, ?0?0 und ?0?9; zu Eb
umgestJhnitten wurde der Sternpel verwendet zur Pragung der
Munzen Nr.181 und 182 und SNG v.Aulock ?0?4); s.o.S.68-69,
92-95 und 101.
zum Reversstempel: Stempel ll (stempelgleich mit SNG v.
Aulock ?0?0); s.o.S.9? und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu den Nwrı­
mern 24 und 40.

177 TETRASSARION (reduziert) 1 8.91gl Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen1 aber durch eine scharfe Reinigung bis auf das
blanke Metall aufgerauht; auf beiden Seiten 1 fast
in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.176 (stempelgleich)
Rs: NIK-AI-E-&<N
Kybele sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und stützt
den linken Ellenbogen auf eine Trommel; in der
ausgestreckten Rechten halt sie eine Patera;
zu ihrer Rechten steht ein Löwe nach links 1 der
sich zu ihr umwendet
Mionnet 1 Suppl.S Nr.911
Varianten aus anderen Gtempeln: Waddington 789 Revers
Tafel 86 Abb.27; SNG v.Aulock 7073
zum Aversstempel: Stempel Ea (stempelgleich mit Nı•.1?5,1?6,
1?8-180 und SNG v.Aulock ?15, ?1?, ?0?0 und ?0?9; zu Eb umge-
schnitten wurde der Stempel verwendet zur Pragung der Münzen
Nr.181 und 182 und SNG v.Aulock 70?4); s.o.S.68-69, 92-95, 101.
zum Reversstempel; Stempel 12; s.o.S.9? und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgl. Nr.14?, 148 und 1?3 und die
Konmentare zu Nr.90 und 106.

178 TETRASSARION (reduziert)l 9.39gl Stempelstellung


300°; Metall Orichalcm.ı; nicht besanders abgegrif-
fen; scharf gereinigt; stellenweise Patinaflecken;
auf beiden Seiten - auf dem Revers stark dezen-
triert - ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.175 (stempelgleich)
Rs: NIKAIEQ-N BYZANTIQN 1 0/MO/NOIA
der Genius von Byzantion steht in einem kurzen
Gewand nach links; er tragt auf dem Kopf einen
Kalathos und an den FüBen Kothurne; er reicht
die Rechte der ihm gegenüber stehenden Nikaia
1
die einen Chiton und einen Peplos mit lang
herabfallenden Enden tragt
Mionnet Suppl.S Nr.928; SNG v.Aulock 7079 (stempel-
gleich); E.Schönert-Geiss (1972) Nr.1858 (stempel-
gleich); Waddington 817 Revers Tafel 87 Abb.14
(stempelgleich)
zum Aversstempel: Stempel Ea (stempelgleich mit Nr.l?5-
l??, 1?9 und 180 und SNG v.Aulock ?15 ?1? ?0?0 und ?079 so-
wie E.Schönert-Geiss (19?2) Nr.1858; ;u Eb'umgraviert wurdP
der Stempel zur Pragung der Münzen Nr.l81 und 182 und SNG v.
Aulock ?0?4 verwendet); s.o.S.68-69, 92-95 und 101.
Valerian I. 273

zum Reversstempel: Sterrrpeı 13 ( sterrrpeZgZeich mit Nı•.179


und 180, Waddington 817 TafeZ 87 Abb.14, SNG v.AuZock 7079
und E.Schönert-Geiss (1972) Nr.1858); s.o.S.68, 97 und 101.
zum Reversthema: VgZ. oben S. 47-48 und den Korrmentar zu
Nwruner 133.

179 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 7.36g, Stempelstellung 210°;


Zustand wie bei Nr.178
stempelgleich mit Nr.178
180 EIN DRITTES EXEMPLAR, 8.4Cg, Stempelstellung 210°;
Zustand abnlich wie von Nr.178
stempelgleich mit Nr.178
181 TETRASSARION (reduziert), 7.27g, Stempelstellung 10°;
Metal! Orichalcum; kaum abgegriffen, aber scharf ge-
reinigt; stellenweise rostrote Patinaflecken; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte angesetzt, ein Zen-
trierpunkt
Vs: wie bei Nr.175 (stempelgleich, aber der Sternpel
wurde etwas Uberarbeitet)
Rs: NI-KA-I-EQN
DeMeter sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arm eine transversal stehen-
de Fackel und in der ausgestreckten Rech~en
Xhren
SNG v.Aulock 7074 (stempelgleich)
Varianten aus anderen Stempeln: Mionnet, Suppl.5
Nr.913; Waddington 790 Revers Tafel 86 Abb.28
zum Aversstempel: Sterrrpeı Eb ( sterrrpeZgZeich mit Nr.182
und SNC v.AuZock 7074; der Sterrrpeı ist umgeschnitten aus Ea,
mit dem die MUnzen Nr.175-180 und SNG v.AuZock 715, 717, 7070
und 7079 gepragt wurdenJ; s.o.S.68-69, 92-95 und 101.
zum Reversstempel: Sterrrpeı 16 ( sterrrpeZgZeich mit SNG v.
AuZock 7074; der Stempeı wurde auch mit Aversen des GaZZienus
gekoppeZt: Nr.231 und SNG v.Auıoak 726); s.o.S.97 und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgı. den Kommentar zu Nr. 38.
182 TETRASSARION (reduziert), 9.56g, Stempelstellung
300°; Metal! Orichalcum; kaum abgegriffen; dünne
braune Patina mit wenigen weiBen Versinterungen; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte angesetzt, ein Zen-
trierpunkt
Vs: wie bei Nr.181 (stempelgleich)
Rs: NI-KA-I-EQN
Tyche, dargestellt wie bei Nr.174
unpublizierte Variante
aus anderen Stempeln: Mionnet, Suppl.5 Nr.914;
Waddington 803 Revers Tafel 86 Abb.40; SNG Kopenha-
gen 535; SNG v.Aulock 7072; K.Kraft (1972) Tafel
106 Abb.83
274 Katalog

zurn Averssternpel: Stempeı Eb ( stempeıg·ıeich mit Nr. 181


und SNG v.Auıock ?0?4; der Stempeı ist umgeschnitten aus Ea,
mit dem die Münzen Nr.1?5-180 und SNC v.Auıock ?15, ?1?, ?0?0
und ?0?9 gepragt wurden); s.o.S.68-69, 92-95 und 101.
zurn Reverssternpel: Stempeı 1?; s.o.S.9? und 101
zur Revers-Darstellung: Vgı. die Korrunentare zu den Num-
mern 22, 31 und 46.

183 TETRASSARION (reduziert), 7.38g, Sternpelstellung


10°; Metall Orichalcurn; kaurn abgegriffen, aber durch
eine scharfe Reinigung bis auf das blanke Metall
aufgerauht und fleckig verfarbt; auf beiden Seiten,
auf dem Avers stark dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: r(a~oç) ITOYB(ALoç) AIK(Lv~oç) - 0-YAAEPIANOC
AYr(ouoToç)
Düste mit Panzer, Paludarnenturn und Strahlenkrone,
von binten gesehen, nach rechts
Rs: NI-KA-I-EriN
Demeter sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen ~hrenkranz und halt mit der Lin-
ken eine lange Fackel und in der ausgestreckten
Rechten ~hren
unpublizierte Variante
aus anderen Sternpeln: Mionnet, Suppl.S Nr.913;
Waddington 790 Revers Tafel 86 Abb.28; SNG v.Aulock
7074
zum Averssternpel: Stempeı F; s.o.S.68-69, 92-95 und 101.
zurn Reverssternpel: Stempeı 18 (stempeıgıeich mit der Münze
Nr.232 mit dem Kopf des Gaııienus); s.o.S.9? und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgı. den Korrunentar zu Nı'. 33.

PRAGE P HAS E III (CA,256)

184 TETRASSARION (reduziert), 6.73g, Sternpelstellung


220°; Metall Bronze(!); kaurn abgegriffen, aber durch
eine scharfe Reinigung aufgerauht; rostrote Patina-
reste; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: f(a~oç) ITOY(~A~oç) AIK(Lv~oç) OYAAEPIANOC
A[Yr(ouoToç)]
Büste mit Panzer, Paludarnenturn und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NI-[KA]-I-E~N
Hornoncia steht in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arın ein Füllhorn und in der
~usgestreckten Rechten eine Patera
Waddington 797
eine Variante aus anderen Sternpeln: SNG v.Aulock
707i; ungenau beschrieben und nicht abgebildet bei
Slg. Hollscheck, Teil 1 Nr.450a
Valerian I. 275

zum Aversstempel: Sternpel G; s.o.S.69, 92-95 und 102.


zum Reversstempel: Sternpel 19; s.o.S.97 und 102.
zur Revers-Darstellung: Vgı. die Kommentare zu Nr. 24 ur.d
Nr.40.

185 TETRASSARION (reduziert) 1 7.16gl Stempelstellung 10°;


Metal! Bronze(!); kaum abgegriffen; rostrote Patina;
auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein Zentrier-
punkt
Vs: rc&~oç) IIOY(Shos) !IIK([noç) OYA!IE[PIANOC]
AYf(ouoroç)
Büste wie bei Nr.184
Rs: [N] IKA-IEQN
Sarapis steht im Himation von vorn und wendet
den Kopf nach links; er hal t mit der r.inken e in
Sceptrum und erhebt grüBend die Rechte; links
neben ihm ein brennender Altar
unpubliziert
aus anderen Sternpeln: Waddington 787 Tafel 86 Abb.26;
SNG v.Aulock 7068
zum Aversstempel: Sternpel H ; s. o. S. 69, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: Stempel 20; s. o.S.97 und 102:
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr. 45.

186 TETRASSARION (reduziert) 1 7.52gl Stempelstellung


360°; Metal! Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
scharf gereinigt; schwarze Patinareste; auf beiden
Seiten 1 fast in der Mitte 1 ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.184 (nicht stempelgleich)
Rs: NIKAIE-QN
Athena sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Helm und halt in der Linken ei-
nen Speer und auf der ausgestreckten Rechten
eine kleine Nike 1 die ihr einen Lorbeerkranz ent-
gegenhalt; links ein Schild
Waddington 794 Revers Tafel 86 Abb.32 (stempelgleich);
sonst unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel I ( stempelgleich mit Nr.187-188);
s.o.S.69, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: Stempel 21 (stempelgleich mit Wadding-
ton 794 Tafel 86 Abb.32); s.o.S.9? und 102.
zum Reversthema: Vgl. den Kommentar zu Nr.18.

187 TETRASSARION (reduziert) 1 7.39gl Stempelstellung 30°;


Metal! Orichalcum; kaum abgegriffenl aber durch eine
scharfe Reinigung aufgerauht; etwas verbogen; auf
beiden Seiten 1 fast in der Mittel ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.186 (stempelgleich)
Rs : [ NI K] A I - E Q N
Tyche sitzt in Chiton und Peplos nach links; sie
halt auf der ausgestreckten Rechten eine Preis-
krone1 hat sich gerade mit der Linken eine zwei-
te auf den Kopf gesetzt und stützt den linken
Ellenbogen auf einer dritten Krone
276 Katalog

Mionnet, Suppl.S Nr.915; Waddington 808 Revers Tafel


87 Abb.S (stempelgleich)
eine Variante aus einem anderen Reversste~nel (Avers
nicht abgebildet) bei: F.Imhoof-Blumer (1910) S.42
Nr.14 Tafel 3 Abb.28 = O.Bernhard (1929) Tafel 7
Abb.16 (Gotha)
zum Aversstempel: StempeZ I ( stempeZgZeiah mit den Nummern
186 und 188); s.o.S.69, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: StempeZ 22 (stempeZgZeiah mit Wadding-
ton 808 TafeZ 87 Abb.5J; s.o.S.69, 97 und 102.
zur Revers-Darstellung: Zur Benennung der ®ttin sahrieb
F.Imhoof-BZumer (1910, S.42): "Die Frau mit den Preiskronen
steZZt ohne ZweifeZ eine Personifikation aus dem agonistisahen
Kreise dar. Filr sie einen Namen zu finden, i·st niaht Zeiaht;
wahrsaheinZiaher aZs ıhwvıcı ist vieZZeiaht crTE:qıcıvrıqıopıcı."
O.Bernhard sah in der Figur eine "Ehrendame oder Kranz-
jungfer, wie soZahe noah heute bei SportsanZassen, ... , die
Kranze reiahen."(1929, S.97 Anm.lJ.
Inzwisahen sind vieZe DarsteZZungen von G~ttinnen mit
Preiskronen aus Nikaia bekannt.
Diese Damen sind entweder aZs Nikaia oder aZs T;yahe zu benen-
nen. Die Nymphe Nikaia, erkennbar an den Zang herabfaZZenden
Enden ihres Gewandes, haZt manahmaZ zwei Preiskronen (Nr.133,
157, 158 und 160). Die T;yahe von Nikaia wird zuweiZen mit ei-
ner Krone, zwei oder drei Preiskronen dargesteZZt, wobei ihre
sonstigen Attribute (FilZZhorn und Steuerruder) aus komposito-
risahen Grilnden fehZen konnten (Nr.170,188,197 und 243).
VgZ. dazu auah den Kommentar zu Nr.188.

188 TETRASSARION (reduziert), 7.94g, Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; scharf
gereinigt, einige rostrote Patinareste: auf beiden
Seiten ein Zentrierpunkt, zu dessen Bohrung auf dem
Revers zweimal angesetzt wurde
Vs: wie bei Nr.187 (stempelgleich)
Rs: [N]IK-A[I]-EQN
Tyche steht in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arm ein Füllhorn, auf dem
eine Preiskrone liegt; auf der ausgestreckten
Rechten halt sie eine zweite, auf dem Kopf wohl
eine dritte Krone
unpubliziert
vielleicht angeboten bei der Münzen und Medaillen-
AG (Basel) in Liste 183 (1958) Nr.233 und in der
Liste 228 (1963) Nr.388 (nicht abgebildet und unge-
nau beschrieben)
zum Aversstempel: StempeZ I (stempeZgZeiah mit Nr.186 und
187); s.o.S.69, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: StempeZ 23; s. o. S. 69, 97 und 102.
zur Revers-Darstellung: Diese Rilakseite zeigt deutZiah,
daB die G~ttin mit den Preiskronen eine Variante der T;yahe-
biZder ist; vgZ. dazu den Kommentar zu Nr.187.
Zu DarsteZZungen der T;yahe ganz aZZgemein vgZ. die Kommentare
zu den Milnzen Nr.22, 31 und 46.
Valerian I. 277

P R ~ G E P H A S E IV (CA.256)

189 TETRASSARION (reduziert), 8.82g, Stempelstellung 180°;


Metall Orichalcum; micht besanders abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke Metall
stark in Mitleidenschaft gezegen; etwas verbogen; auf
beiden Seiten, ungewöhnlich dezentriert, ein Zentrier-
punkt
Vs: [r(&~oç)] ITOY(SA~oç) AIK(Gv~oç) OYAAEPIANOC
AY(yoııoToç)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkro-
ne, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: POMAir.N - NIKHN - NIKAIEIC
Nike steht im Chiton mit ausgebreiteten Flügeln
von vorn und wendet den Kopf nach rechts; sie
halt mit der Linken ein Tropaion und legt die
Rechte auf einen Schild, der als Schildzier ein
Gorgoneion tragt
Waddington 801 Rev.stgl.; SNG v.Aul.714 (stempelgl.);
Mionnet, Suppl.5 Nr.920 (Reverslegende verlesen);
eine Variante aus anderen Stempeln: SNG v.Aulock 7077
züm Aversstempel: StempeZ J (stempeZgZeich mit Nr.190-194,
Waddington 810 und SNG v.AuZock 714 und 7078); s.o.S. 70-76, 92-
95 und 102.
zum Reversstempel: StempeZ 24 (stempeZgZeich mit Waddington
801 und SNG v. AuZock 714); s. o. S. 70, 97 und 102.
zur Revers-Darstellung: Der Reverstyp l;JUrde übernommen aus
der Pragung Nikaias zwischen 161 und 169: im Namen des Mara Au-
reZ (F.Imhoof-;BZumer (1908) S.33 Nr.2) und im Namen des Lucius
Verus (Waddington 232-234). DamaZs iZZustrier-te der Typ den
Krieq qeqen die Parther (vgZ. dazu oben den Kommentar zu Nr.18).
Aus ahnZichen Gründen W'..1.rde unter VaZerian diese Parale "die Ni-
kiler: an den Sieg/die SiegesgtJttin der RtJmer" wieder aufgenom-
men. Um 255/256 Ziefen die Vorbereitungen des FeZdzuges der RtJ-
mer gegen die Basaniden "auf voZZen Touren". Nikaia hatte daran
aZs wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Etappe bedeutenden An-
teiZ (s.o.S.62 mit Anm.38)(vgZ. dazu C.Bosch (1931) Sp.445-447
und K.W.HarZ (1978) 8.275).

190 TETRASSARION (reduziert), 8.00g, Stempelstellung 180°;


Metall Bronze(!); nicht besanders abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung aufgerauht; auf beiden
Seiten etwas gedrückt; beidseitig, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.189 (stempelgleich)
Rs: (OY]A(A](Ep~&vE~a) 1 fAAA(nvE~a) 1 NIKAIE/ON
drei Preiskronen, in denen je zwei Palmzweige
stecken; auf der ersten steht [AYf/OY(oT~a)],
auf der zweiten vielleicht [ITY9IA] und auf der
dritten CEO(unp~a) 1 Ar(wv)
unpublizierte variante
Stücke aus anderen Reversstempeln: Waddington 810
Tafel 87 Abb.7; HCC 38 Revers Tafel 46 Abb.16
278 Katalog

zum Aversstempel: 8tempeı J (stempeZgZeiah mit Nr.189 und


191-194, Waddington 810 und 8NG v.Auıoak 714 und 7078);
s.o.8.70-76, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: 8tempeı 25; s.o.8. 70-76, 9? und 102.
Die Aufsahrift auf der ersten Krone ist aus der Anaıogie mit
Reversstempeı 28 (Nr.193) ersahıossen; die Aufsahrift der
zweiten Krone ist niaht ıesbar und kann nur vermutet werden.
In Frage kommen die Namen TIÔ~~a und ~~ovôcr~a.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr. 52.
zu den genannten Agonen: 8ahon in neronisaher Zeit (vieı­
ıeiaht 60 n. Chr. J wurden in Nikaia aıs Veranstaıtung des "Kon-
gresses" des Koinon der Bithynier penteterisahe Agone veran-
staıtet. Das beweist eine 8iegerinsahrift far Tiberius CZaudius
Patrobius aus Rom (L.MOretti (1953) 8.174-1?9 Insahrift Nr.65
=Insariptiones Graeaae urbis Romae Nr.249): T~S~p~o~ KAaÔö~o~ ı
Kupe:ıvcr TiaTp6S [~o~] ı . . . ı ... ve:~ıdıcra~ avöpôiv ıtaAT}V T Uıv
ıte:pıo] \ôov· .•. ı (10 ZAiZen mit Aufzahıungen von 8iegen) ı
[ ••• , ııo~vov] ı Be:~~uvta [~ E:]v Ne:~ııatq. ıte:vT [ae:Trıp~ıı6v,] ı ....
Weitere epigraphisahe BeZege stehen in den Kommentaren zu Nr.52
und Nr.196.
H.Karı hat diese Agone in seiner Dissertation (19?5) erwahnt:
AuyoÔcrT~a auf 5.25-26, Ce:ounpe:~a auf 5.124 und 126, OuaAe:p~&ve:~a
auf 8.106, nô~~a auf 8.110-121, ~~ovucr~a auf 8.36-38 und raAAn-
ve:La auf 8.2?-28. H.Karı gZaubte, diese Festpieıe seien in Ni-
kaia nıs Dank fUr den Mauerbau gefeiert worden, den er in das
Jahr 264 datiert (8.38). Diese groBen Agone wurden aber ahne
ZweifeZ im Jahr 256 veranstaıtet. MUnzen mit der Ringmauer von
Nikaia wurdı:m J.agE:gen erst naah dem Gotensturm von 258 herge-
steııt (s.o.8.71-?6, 88-91 und 93).

191 TETRASSARION (reduziert), 8.21g, Stempelstellung


360°~ Metall Orichalcum~ nicht besonders abgegrif-
fen, aber durch eine scharfe Reinigung bis auf das
blanke Metall stark aufgerauht und stellenweise
fleckig verfarbt; auf beiden Seiten, auf der Rück-
seite ungewöhnlich dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.189 (stempelgleich)
Rs: NI-KAI-EQN
Dikaiosyne steht in Chiton und Peplos nach links;
sie halt im linken Arm ein Füllhorn und in der
ausgestreckten Rechten eine Balkenwaage
Waddington 800 Revers Tafel 86 Abb.37 (stempelgleich);
ansonsten unpubliziert
zum Aversstempel: 8tempeı J (stempeZgZeiah mit Nr.189, 190
und 192-194, Waddington 810 und 8NG v.Auıoak ?14 und ?078);
s.o.8. ?0-?6, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: 8tempeı 26; s.o.8.9? und 102.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Nwn-
mern 31, 39 und 8?.
Valerian I. 279

192 TETRASSARION (reduziert) 1 8.06g1 Stempelstellung


180"; Metall rötliches Orichalcum 1 fast wie Branze
anmutend; fast unzirkuJiertl aber durc~ eine schar-
fe Reinigung etwas aufgerauht; stellenweise rostrate
Patinaflecken; auf beiden Seiten 1 fast in der Mitte 1
ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.189 (stempelgleich)
Rs: NIK-AIES"lN
Tyche sitzt in Chitan und Peplas nach links; sie
tragt auf dem Kapf einen Kalathas und halt im
linken Arm ein Füllharn und mit der ausgestreck-
ten Rechten ein Steuerruder
SNG v.Aulack 7078 (stempelgleich); ansansten unpubli-
ziert
zum Aversstempel: Sternpel J (sterrrpelgleich mit Nr.189-191,
193 und 194, Waddingt0n 810 und SNG v.Aulock 714 und 7078);
s.o.S.70-76, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: Sternpel 27 (stempelgleich mit SNG v.
Aulock 7078); s.o.S.97 und 102.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu den Num-
mern 22, 31 und 46.

193 TETRASSARION (reduziert) 1 8.92gl Stempelstellung


200"; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen1 aber durch eine scharfe Reinigung bis auf das
blanke Metall aufgerauht; auf beiden Seiten 1 fast in
der Mitte 1 ein tief gebahrter Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.189 (stempelgleich)
Rs: wie bei Nr.190 (nicht stempelgleich)
HCC 38 Revers Tafel 46 Abb.16 (stempelgleich);
eine Variante aus einem anderen Revcrsstempel:
Waddingtan 810 Tafel 87 Abb.7
zum Aversstempel: Sternpel J (stempelgleich mit Nr.189-192
und 194, Waddington 810 und SNG v.Aulock 714 und 7078);
s.o.S. 70-76, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: Sterrrpel 28 (sterrrpelgleich mit HCC 38
Tafel 46 Abb.16J; s.o.S. 70-76, 97 und 102.
zur Revers-Darstellung und zu den Aganen: Vgl. die
Kommentare zu Nr.52 und 190.

194 TETRASSARION (reduziert) 1 9.23gl Stempelstellung 10";


Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen; etwas
verbagen; scharf gereinigt; stellenweise rastrate und
dunkelgrüne Patinareste mit türkisfarbenen "Ausblü-
hungen"; auf beiden Seiten 1 etwas dezentriert 1 ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.189 (stempelgleich)
Rs: NIKAI- [ES"lN]
Kybele 1 dargestellt wie bei Nr.173
unpubltzierte Variante;
aus anueren Reversstempeln: Miannetl Suppl.S Nr.911;
ıvaddingtan 789 Revers Tafel 86 Abb.27; SNG v.Aulack
7073
280 Katalog

zum Aversstempel: Sternpel J (stempelgleich mit Nr,189-193,


Waddington 810 und SNG v.Aulock 714 und 7078);
s.o.S. 70-76, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: Sternpel 29 , s.o.S.98 und 102.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kormıentare zu den Num-
mern 90 und 106.

195 TETRASSARION (reduziert), 8.34g, Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; fast unzirkuliert; scharf
gereinigt; stellenweise rostrote Patinareste mit
türkisfarbenen "Ausblühungen"; auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.189, aber nicht stempelgleich
Rs: IEPOC 1 A-f-~-N 1 ITY8IA 1 NIKAIE~N
drei P~eiskronen, in denen Palmzweige stecken
(in der mittleren Krone zwei, in den beiden
auBeren nur einer); die Aufschriften der Kronen
sind durch Punktbander angedeutet
unpublizierte Variante
aus anderen Stempeln: Mionnet, Suppl.S Nr.925;
Waddington 812 Revers Tafel 87 Abb.9
zum Aversstempel: Sternpel K; s.o.S.70-76, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: Sternpel 30; s.o.S.70-76, 98 und 102.
zur Revers-Darstellung: zu den Preiskronen vgl. den Kommen-
tar zu Nr.52, Zu den ITu~La vgl. H.Karl (1975) S.ll0-121.
Zu den Agonen in Nikaia vgl. den Kommentar zu Nr.190.

196 TETRASSARION (reduziert), 7.95g, Stempelstellung


180°; Metall Orichalcurr; rostrote Patina; fast un-
zirkuliert; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein tief gebohrter Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.189, aber nicht stempelg-leich
Rs: 6IO(v6oLa) ITYB(~a) CEB(~p~a) N-I-KAIEUN
Dionysos steht nackt nach links; er tragt um die
Schultern eine Chlamys und auf dem Kopf einen
Efeukranz; mit der Linken halt er einen Thyrsos
und in der ausgestreckten Rechten einen Kantharos
P.V.Hill (1913) Revers Taf.13 Abb.3 (stempelgleich);
M.Bernhart (1949) Nr.44~; ansonsten unpubliziert
zum Aversstempel: Sterrrpel L; (stgl. SNG v.Aul. 7076)
zum Reversstempel: Sternpel 31; s. o. S. 70-76, Bl, 98 und 102.
zur Revers-Darstellung: P. V. Hill hat 1913 (S. 265) die Re-
verslegende nicht lesen können, weil bei seinem Exernplar die
Legende vor dem Ethnı"kon verderbt war. Das g[eiche Stück wurde
von R.Münsterberg publiziert (1921, S.133), der die Umschrift
als ... B NI-K/'.IE [üN] las und die Münze der Stadt N<:Cxa~a 1wv
K~:\Swvwv im Kaystrostal (Hintei•land von Ephesos) zuwies.
Das gleiche StfJck hat so verkannt Eingang in M.Bernharts Corpus
deı' Dionysospragungen gefunden (1949 Nr. 444).
Die ausgezdcl;net erhaltene Münze 196 zeigt die F!everslegendP
endlich gut lesbar.
Beim ersten Binsehen könnte man an die Legende 6IONYO CEB ...
denken; auf einer quasi autonomen Münze der paphlagonischen
Stadt Amastris aus der Antoninenzeit steht eine ahnliche Um-
schri[t, namlich LıiONYCOC CEBACTOC (Sammlung Weber 4801).
Valerian I. 281

weiter zur Revers-Darstellunq:


Bei einer solchen Interpretation der Legende würde man einiqe
m~thcgrapl,ische Ungenauigkeiten in Kauf nehmen müssen:
lıLovuooç ware, ganz und gar ungewölmUch, als lıiONY(o)O( ç)
abgekür~t, oder als lıiONY(ooç), wobei das folgende O als
Artike ı aufgefa13t werden könnte: lıiONY(ooç) O L:EB(aoToç).
Diesen Ungereimtheiten geht man aus dem Wege,
wenn man die Legende liest als lıiO(vuoLa) ITY8(La) CEB(ApLa)
NIKAIErlN. E.s handeıt sic h wn ei ne Erweiterung der ebenfaUs
unter Valerian in Nikaia benutzten Umschrift lıiONYCIA NIKAIErlN
(Nr.246. Münze des Gaııienus, gepragt zur Zeit der gemeinsamen
Herrschaft mit seinem Vater Valerian). Bei dieser Nummer 196
wurde also nicht nur ein Name der Festspiele genannt, sondern
es erscheinen gleich drei Agon-Bezeichnungen. Die Schreibung
CEBHPEIA für CEOYHPEIA oder CEOYHPIA für dieses Fest in Nikaia
ist epigraphisch bezeugt bei W.H.Buckler (1917) 5.88-90 In-
schrift Nr.l Zeile 11.
Eine Inschrift aus Nikcia bezeugt einen ITaTpoıüAs, der unter
Hadrian 'Aywvo0sTnç lıLovuoLa6oç, Ausrichter eines Agons zu
Ehren des Dionysos, war (S.Şahin (1979) S.5lb-53a Inschrift
Nr. 56, Zeile 4).
Zu Dionysos vgı. den Kommentar zu Nr.l6.
Zu den lıLovuoLa vgı. H.Karı (1975) 5.36-38. Weitere Hinweise
dazu sind zu finden im Kommentar zu Nr.l90.

197 TETRASSARION (reduziert), 9.31g, Stempelstellung 10°;


Metall Oriehaleum; nieht besanders abgegriffen; rost-
rote Patina; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.189 (nieht stempelgleieh)
Rs: NIK-AIErlN
Tyche sitzt in Chiton und Peplos nach links; sie
hMlt im linken Arın ein Füllhorn, auf dem eine
Preiskrone mit zwei Palm7weigen liegt; mit der
Rechten halt sie ein Steuerruder; links im Feld
und über ihrem Kopf zwei weitere Preiskronen
BMC 145; Waddington 807 Revers Tafel 87 Abb.4 (stem-
pelgleich) ; ungenau beschrieben und nicht abgebildet
bei: Mabbott eelleetion 1160; Hirseh, Auktion 60
(1968) Nr. 723
zum Aversstempel: Sternpel M (sterrrpelgleich mit Nr.l98-203
und SNG v.Aulock 7077); s.o.S. 70-76, 92-95 und 102.
zum Revers sternpel: Sterrrpel 33 ( sterrrpe lgleich mit Waddington
807 Tafel 87 Abb.4); s.o.S. 70-76, 98 und 102.
zur Revers-Darstellung: T'gl. die Kommentare zu den Num-
mern 187 und 188. F.Imhoof-Blwner (1911, S.2) hat ausgefUhrt,
da/3 es sich wn die Spielgöttin mit Attributen der Tyche han-
deln soııte. Wahrscheinlicher ist aber die Benennung der Göttin
als Tyche, der die Nikaer spezieııe agonistische Attribute bei-
gegeben haben.
282 Katalog

198 TETRASSARION (reduziert), 9.02g, Stempelstellung


360°i Metall Orichalcumi kaum abgegriffeni scharf
gereinigti stellenweise schwarze Patinafleckeni
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein kaum
sichtbarer Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.197 (stempelgleich)
Rs: IEPOC / Af-~N / TIY8IA / NIKAIE~N
Drei Preiskronen, dargestellt wie bei Nr.195
Waddington 812 Revers Tafel 87 Abb.9 (stempelgleich) i
vgl. Mionnet, Suppl.S Nr.925
zum Aversstempel: Stempel M ( stempelgleich mit Nr.19? und
199-203 und SNG v.Aulock ?O??); s.o.S.?0-76, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: Stempel 34 (stempelgleich mit Wadding-
tcn 812 Tafel 8? Abb.9); s.o.S. ?0-?6, 98 und 102.
Der Stempel ist dem Stempel 30 (Nr.195) au(jerordentlich ahntich;
unterschiedlich sind nur Details, wie zum Beispiel die Schrei-
bung des ~.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgl. die
Kommentare zu den Nummern 52, 190 und 195.

199 TETRASSARION (reduziert), 6.79g, Stempelstellung 10°i


Metall: rötliches Orichalcumi nicht besanders abge-
griffeni scharf gereinigti stellenweise rostrote Pa-
tinaf~eckeni auf beiuen Seiten, ungewöhnlich dezen-
triert, ein tief gebohrter Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.197 (stPmpelgleich)
Rs: ~IONY-CIA - TIY8IA 1 NIK/AIE/~N
Drei Preiskronen liegen auf einem Tischi die
Aufschrift der e~sten ist unleserlich (vielleicht
TIY8(La) oder TIY(BLa)) i auf der zweiten steht
CEO(unpELa) und auf der dritten AYr(ovoTLa)i in
der mittleren Krone stecken zwei Palmzweige, in
den beiden auBeren jeweils nur ein zweig; auf der
Tischkante steht OYA·AE(pLaVELa) und auf den bei-
den Tischbeinen fAA-AHN(ELa).
unpublizierte Variantei
aus anderen Stempeln: Mionnet, Band 2 Nr.292i F.Im-
hoof-Blumer (1890) S.79 Nr.133i Waddington 815 Re-
vers Tafel 87 Abb.12i SNG v.Aulock 719
zum Aversstempel: Stempel M (stempelgleich mit Nr.19?,198
und 200-203 und SNG v.Aulock ?O??); s.o.S. ?0-?6, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: Stempel 35; s. o. S. ?0-?6, 98 und 102.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgl. die Kom-
mentare zu den Nummern 52, 190 und 195.

200 TETRASSARION (reduziert), 9.06g, Stempelstellung


190°i Metall Orichalcumi kaum abgegriffeni dünne
braune Patina mit tlirkisfarbenen "Ausblühungen"i auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein kaum sichtba-
rer Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.~ (stempelgleich)
Rs: P~MAI~-N NIKHN - NIKAIE-IC
Nike, dargestellt wie bei Nr.189
SNG v.Aulock 7077 (stempelgleich)i
vgl. auch Mionnet, Suppl.S Nr.920 und Wadd.801
Valerian I. 283

zum Aversstempel: StempeZ M (stempeZgZeic.h mit Nr.19'l-199


und 201-203 und SNG v.AuZock ?O??); s. o. S. ?0-?6, 92-D5 und 102.
zum Reversstempel: Sternpel 36 (stempeZgZeich mit SNG v.Au-
Zock ?O??); s. o. S. ?O, 98 und 102
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Korronentar zu Nr.189.

201 TETRASSARION (reduziert), 8.18g, Stempelstellung 15°;


Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
fleckige rostrote Patina mit türkisfarbenen "Ausblü-
hungen"; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
kaum sichtbarer Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.197 (stempelgleich)
Rs: IEPOC - Af1JN / IIYS/IA / NIKA/IEUN
Drei Preiskronen liegen auf einem Tisch; die
Aufschriften der Kronen sind durch Punktbander
angedeutet; in der mittleren Krone stecken zwei
Palmzweige, in den beiden auBeren jeweils nur
ein Zweig; auf der Tischkante steht OY[AA(Ep~a­
VE~~) r]AA(A~VE~a); die Tischbeine sind als Lö-
wenbeine gearbeitet und mit Löwenköpfen ver-
ziert.
unpubliziert
zum Aversstempel: StempeZ M ( stempeZgZeich mit Nr.19?-200
und 202-203 und SNG v.AuZock ?O??); s.o.S.?0-?6, 92-95 und 102.
zum Reversstempel: StempeZ 3? (stempeZgZeich mit Nr. 202);
s.o.S. ?0-?6, 98 und 102.
zur Revers-Darstellung und zu den Aqonen: VgZ. die Kom-
mentare zu den Nurronern 52, 190 und 195.

202 TETRASSARION (reduziert), 9.57g, Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen; scharf gereinigt; stellenweise schwarze Patina-
flecken; zwei tiefe, sehr feine Schrötlingsrisse;
auf beiden Seiten, kaum sichtbar, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.197 (stempelgleich)
Rs: t.IO-N-YCIA Il- [YSIA] / NIK/ [AIE/flN]
Drei Preiskronen liegen auf einem Tisch; in der
mittleren Krone stecken zwei Palmzweige, in den
beiden auBeren Kronen nur ein Zweig; auf der
Tischkante steht [OYAAE(p~avE~a)], auf den bei-
den Tischbeinen [rAA-AHN(E~a)].
Dieser Reversstempel wurde über einen anderen Ab-
druck geschlagen:
In der Richtung 195° ist unter dem Abdruck das
Bild des Stempels 37 (von Nr.201) zu erkennen:
Drei Preiskronen auf einem Tisch; am rechten
Rand ist der Beginn der Legende dieses Stempels
{I]EPOC deutlich zu lesen.
unpubliziert
aus anderen Stempeln: Mionnet, Band 2 Nr.292; F.Im-
hoof-Blumer (1890) S.79 Nr.133; SNG v.Aulock 719
zum Aversstempel: StempeZ M (stempeZgZeich mit Nr.19?-201
und 203 und SNG v.AuZock ?O??); s.o.S.?0-?6, 92-95 und 102.
284 Katalog

zu den be iden Revers sternpeln: Die be iden ühereinander


gepragten Reverssternpel sind Nr.37 und Nr.38. Sternpel 37 wur-
de ebenfalls verwendat zur Pragung von Nr.201, Sternpel 38 zur
Pragung von Nr.203-205 und SNG v.Aulock 718; s.o.S.70-76,
98 und 102.
Der Grund für diese eigentümliche Uberpragung ist unklar, zu-
mal beide Reverssternpel nahezu identisch sind.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgl. die
Kommentare zu Nr.52, 190 und 195.
203 TETRASSARION (reduziert), 8.79g, Sternpelstellung
180°; Metall Orichalcum; durch die scharfe Reini-
gung etwas aufgerauht; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.197 (sternpelgleich)
Rs: wie bei Nr.202 (sternpelgleich, aber nicht über
Sternpel 37 geschlagen)
Zitate wie bei Nr.202
zurn Averssternpel: Sternpel M ( sternpelgleich mit Nr, 197-
202 und SNG v.Aulock 7077); s.o.S.70-76, 92-95 und 102.
zurn Rev:erssternpel: Sternpel 38 (sternpelgleich mit Nr.202,
204 und 205 und SNG v.Aulock 718); s.o.S.70-76, 98 und 102.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgl. die
Kommentare zu Nr.52, 190 und 195.

PRAGE P HAS E V (256)

204 TETRASSARION (reduziert), 8.08g, Sternpelstellung 30°;


Metall Orichalcurn; stellenweise dünne dunkelbraune
Patina; auf beiden Seiten ein Zentrierpunkt, der auf
der Rückseite stark dezentriert gebohrt ist
Vs: r(&~o~) IT(oÖSA~o~) AIK(Lv~o~) OY-AAEPIANOC
CE(SaoT6~)
Büste mit Paludarnenturn und Strahlenkrone, von der
Seite gesehen, nach rechts; das Auge ist "pieti-
stisch" nach oben gerichtet
Rs: wie bei Nr.202 und 203 (sternpelgleich)
Mionnet, Band 2 Nr.292; SNG v.Aulock 718 (sternpel-
gleich)
aus anderen Sternpeln: Waddington 815 Revers Tafel 87
Abb.12; F.Irnhoof-Blurner (1890) S.79 Nr.133
zurn Averssternpel: Sternpel N ( stempelgleich mit Nr. 205 und
206 und SNG v.Aulock 718 und 719); s.o.S.76-77, 92-96 und 102.
zurn Reverssternpel: Sternpel 38 (sternpelgleich mit Nr. 202,
203 und 205 und SNG ıı.Aulock 718); s.o.S. 70-77, 98 und 102.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgl. die
Kommentare zu Nr.52, 190 und 195.
205 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 8.01g, sternpelgleich rnir Nr.
204; Zustand, Beschreibung, Zitate und Kornrnentare
wie bei Nr.204.
Valerian I. 285

206 DIASSARION (reduziert), 4.40g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; durcheine scharfe Reinigung
bis auf das blanke Metall stark aufgerauht; zwei tie-
fe Schrötlingsrisse; etwas verbogen; einige wenige
schwarze Patinareste; kaum abgegriffen
Vs: wie bei Nr.204 (stempelgleich)
Rs: wie die Vorderseite (stempelgleich)
unpubliziert
Der beidseitig benutzte StempeZ ist StempeZ N (stempeZgZeich
mit Nr.204 und 205 und SNG v.AuZock 718 und 719).
OffensichtZich wurde in der MUnzstatte ein aZtes Diassarion
von Maximinus oder Gordian III. benutzt, um den StempeZ N
zu erproben: Erst wurde er m1f der einen Seite abgq.pragt,
dann wurde der "Test-SchrötZing" umgewendet und StempeZ N
kam auch auf der anderen Seite zur Abpragung. VgZ. dazu oben
S. 76-77, 92-95, 98 und 102.

PRAGEPHASE VI BIS VIII


In diesen Pragephasen wurden Pragungen im Namen von va-
lerian mit Gallienus (Phase VI), Valerian mit Gallienus
und Cornelius Valerianus Caesar (VII) und von Salonina
(VIII) zusammengefaBt; s.o.S.77-80 und 103.

PRAG E P H A S E IX (CA.256/257)
207 TETRASSARION (reduziert), 7.76g, Stempelstellung 30°;
kaum abgegriffen; Metall Orichalcum; rostbraune Pati-
na; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zen-
trierpunkt
Vs: [r(&~o~) IT(oÜSA~o~) A]IK(Gv~o~) OYAAEPIANOC
CEB(cıoT6~)
Büste mit Paludamentum und Strahlenkrone, von
der Seite gesehen (!), nach rechts
Rs: NIKAI-El.l[N]
Demeter steht in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen ~hrenkranz und halt mit der Lin-
ken eine lange Fackel und in der ausgestreckten
Rechten ~hren
BMC 141 (stempelgleich); Waddington 791 Revers Tafel
86 Abb.29 (stempelgleich)
aus anderen Stempeln: SNG v.Aulock 715
zum Aversstempel: StempeZ P (stempeZgZeich mit Nr.208-213
und Waddington 788); s.o.S.80-81, 92-95 und 104.
zum Reversstempel: StempeZ 41 (stempeZgZeich mit Nr.208-209,
BMC 141 und Waddington 791); s.o.S.98 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr. 38.
208 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 7.58g, stempelgleich mit Nr.
207; Zustand, Zitate und Kommentare wie bei Nr.207.
286 Katalog

209 EIN DRITTES EXEMPLAR, 8.13g, stempelgleich mit


Nr.207 und 208, im gleichen Zustand;
auf dem Avers ein runder Gegenstempel mit H(=BJ
zum Gegenstempel: Mit dieser Punze wrde das Tetrassarion
um 25B n.Chr. zum Oktassarion gestempeZt, aZso um das DoppeZte
aufgewertet. Seitdem waren fUP einen InfZations-Antoninian
niaht mehr aaht, sondern nur noah vier dieser GeZdstüake zu
bezahZen; s.o.S.165-1?3.
weitere Kommentare unter Nr.207
210 TETRASSARION (reduziert), 7.92g, Stempelstellung
360°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen, aber etwas gedrückt und durch eine scharfe Rei-
nigung bis auf das blanke Metall aufgerauht; stellen-
weise rostrote Verfarbungen; auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.207 (stempelgleich)
Rs: NIKAI-E1JN
Tyche steht in Chiton und Peplos nach rechts;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und halt
im rechten Arm ein Füllhorn und mit der Linken
ein Steuerruder
unpubliziert
zum Aversstempel: StempeZ P ( stempeZgZeiah mit Nr. 20?-209
und 211-213 und Waddington ?BB); s.o.S.BO-B1, 92-95 und 104.
zum Reversstempel: StempeZ 42 (stempeZgZeiah mit Nr. 211);
s.o.S.9B und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Korrmentare zu den Num-
mern 22, 31 und 46.
211 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 6.89g, Stempelgleich mit Nr.
210; Zustand, Bestimmung und Kommentare wie dert.

212 TETRASSARION (reduziert), 8.44g, Stempelstellung 10°;


Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung aufgerauht; hellbraune
fleckige Patinareste; auf beiden Seiten, stark dezen-
triert, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.207 (stempelgleich)
Rs: NIKA-IE1JN
Sarapis steht im Himation von vorn und wendet den
kopf nach links; er halt mit der Linken ein Seep-
trum und in der erhobenen Rechten ~hren(?)
Waddington 788 (stempelgleich); vgl. SNG v.Aulock 7068
zum Aversstempel: StempeZ P ( stempeZgZeiah mit Nr. 20?-211
und 213 der KBZner SammZung und Waddington ?BB); s.o.S.BO-B1,
92-95 und 104.
zum Reversstempel: StempeZ 43 ( stempeZgZeiah mit Nr. 213 und
Waddington ?BB); s.o.S.9B und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr. 45.
213 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 7.97g, stempelgleich mit Nr.212;
Zustand und Kommentare wie unter Nr.212.
Valerian I. 287

214 TETRASSARION (reduziert), 7.62g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber durch eine
scharfe Reinigung bis auf das blanke Metall aufge-
rauht; stellenweise rote Flecken mit türkisfarbenen
"Ausblühungen"; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: rC&~o,) IT(oÖBA~o,) AIK(Gv~o,) [OYAAE-PI]ANOC
CEB ( cıcrT6d
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von der Seite gesehen, nach rechts
Rs: NI-KAI-EöN
Zeus sitzt halb nackt im Himation nach links;
er tragt einen Lorbeerkranz und halt mit der
Linken ein Sceptrum und in der ausgestreckten
Rechten eine Pate~a
SNG Kopenhagen 533 (stempelgleich, allerdings ist
die Vorderseite dieser Münze bearbeitet und ver-
falscht worden); ansonsten unpubliziert
zum Aversstempel: Sternpel Q ( stempelgleich mit Nr. 215 und
SNG Kopenhagen 533); s.o.S. 80-81, 92-95 und 104.
zum Reversstempel: Sternpel 44 (stempelgleich mit SNG Ko-
penhagen 533); s.o.S. 98 und 104.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu den Num-
rnern 20 und 53.

215 TETRASSARION (reduziert), 8.70g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber durch eine
dilettantische Reinigung über und über mit roten,
schwarzen und grünen Versinterungen bedeckt; auf bei-
den Seiten, fast in der Mitte, ein kaum sichtbarer
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.214 (stempelgleich)
Rs: NIKA-[IEöN] / ~I/ON(Öcr~cı) / ITY8(~cı)
Drei Preiskronen auf einem Tisch; in allen drei
Kronen stecken je zwei Palmzweige; auf der Tisch-
kante steht OYAA(Ep~&vE~cı) fAA(A~nvE~cı); die
beiden sichtbaren Tischbeine sind als Löwenbeine
gestalten, ahnlich wie bei Sternpel 38 (Nr.202-205)
Mionnet, Suppl.S Nr.924; Waddington 816 Revers Tafel
87 Abb.13 (stempelgleich)
zum Aversstempel: Sternpel Q ( stempeZgleich mit Nı>. 214 und
SNG Kopenhagen 533); s.o.S.B0-81, 92-95 und 104.
zum Revers sternpel: Sternpel 45 ( stempelgleich mit Waddington
816 Revers TafeZ B? Abb.13); s.o.S.98 und 104.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgl. die Korn-
rnentare zu den Nummern 52, 190 und 195.
288 Katalog

PR ~ G E P H A S E X (256/257)
216 TETRASSARION (reduziert), 10.31g, Stempelstellung
10°; Metal! Orichalcum: kaum abgegriffen, aber durch
eine scharfe Reinigung aufgerauht: stellenweise
schwarze und rote Flecken: auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: ITOY(~A~oç) AIK(Lv~oç) OYAAE[PIA]NOC CE(~acrT6ç)
Büste mit Panzer und Strahlenkrone, von hinten
gesehen, nach links
Rs: NIK-A-I-EQN
Valerian und Gallienus stehen sich als Komman-
deure gegenüber und reichen sich die Rechte;
beide tragen Panzer, Paludamentum, Strahlenkrone
und Kothurne und halten in der Linken je ein Seep-
trum oder einen Speer: rechts daneben steht Cor-
nelius Valerianus Caesar in Tunica und Toga, der
naoh links steht und über einem brennenden Altar
opfert
Mionnet, Suppl.5 Nr.919
aus anderen Aversstempeln: Waddington 804 Tafel 87
Abb.1; SNG Kopenhagen 536 ; SNG v.Aulock 713;
nicht abgebildet und ungenau beschrieben: Slg. Holl-
scheck, Teil 1 Nr.450b; Münzen und Medaillen-AG/Basel
Liste 133 (1954) Nr.278; Kress, Auktion 113 Nr.539
und Nr.540
zum Aversstempel: Stempeı R; s. o. S. 81-85, 92-96 und 104.
zum Reversstempel: Stempeı 46; s.o.S.81-85, 98 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. oben S. 81-85.
217 TETRASSARION (reduziert), 9.32g, Stempelstellung 45°;
Metall Orichalcum; nicht besonders abgegriffen, aber
gereinigt wie Nr.215 mit ahnlich unbefriedigendem Er-
gebnis; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: IT-OY(~A~oç) AIK([v~oç) OYAAEPIANOC CEB(acrT6s)
Büste mit Paludamentum, Schild, Speer und Strah-
lenkrone, von hinten gesehen, nach links
Rs: NIKA-IEQN
Dionysos steht nackt mit einer Chlamys über den
Schultern nach links; er tragt einen Efeukranz
und halt mit der Linken einen Thyrsos und in
der Rechten einen Kantharos
SNG v.Aulock 7065 (Avers stempelgleich)
zum Aversstempel: Sterrrpeı T (stempeZgZeiah mit Nr.218,
SNG v.AuZoak 7065 und 7066 und Mabbott aoııeation 1163); s.o.
5.81-85, 92-96 und 104.
zum Reversstempel: Stempeı 48; s.o.S. 98 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Num-
me:rn 16 und 196.
Valerian I. 289

218 TETRASSARION (reduziert), 8.66g, Stempelstellung 45°;


Metall Orichalcum; gedrückt; ziemlich abgegriffen;
scharf gereinigt bis auf das blanke Metall; auf bei-
den Seiten, fast in der Mitte eingebohrt, ein Zen-
trierpunkt
Vs: wie bei Nr.217 (stempelgleich)
Rs: NI-K[AI-E]QN
Dikaiosyne steht in Chiton und Peplos nach
links; sie halt im linken Arm ein Füllhorn und
in der ausgestreckten Rechten eine Balkenwaage
unpubliziert
zum Aversstempel: StempeZ T (stempeZgZeich mit Nr.217,
SNG v.AuZock 706b und 7066 und Mabbott coZZection 1163);
s.o.S. 81-85, 92-96 und 104.
zum Reversstempel: StempeZ 49; s. o. S. 98 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Num-
mern 31, 39 und 87.

219 TETRASSARION (reduziert), 7.66g, Stempelstellung 10°;


Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; dünne braune Pa-
tina, stellenweise mit türkisfarbenen "Ausblühungen";
auf beiden Seiten, fast in der Mitte eingebohrt, ein
Zentrierpunkt
Vs: TIOY(SA~o~) AIK(ıv~o~) OYAAEPIANOC CEB(aoT6~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vqrne gesehen, nach rechts
Rs: N-IKAI-EQN
Dikaiosyne, dargestellt wie bei Nr.218
unpubliziert
aus anderen Stempeln: Waddington 800 Revers Tafel
86 Abb.37
zum Aversstempel: StempeZ U; s.o.S.81-85, 92-96 und 104.
zum Reversstempel: StempeZ 52; s.o.S.98 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Num-
mern 31 , 39 und 87.
220 TETRASSARION (reduziert), 6.78g, Stempelstellung
180°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
schwarze Versinterungen; auf beiden Seiten ein Zen-
trierpunkt, der auf dem Avers ungewöhnlich stark de-
zentriert ist
Vs: wie bei Nr.219 (nicht stempelgleich)
Rs: NIKAIEQN B-[YZANT]IQN / OM/ON/01/A
Ein brennender Altar zwischen zwei Fackeln
Waddington 818 Revers Tafel 87 Abb.15; E.Schönert-
geiss (1972) Nr.1866
zum Aversstempel: StempeZ V (stempeZgZeich mit Nr.221);
s.o.S.81-85, 92-96 und 104.
zum Reversstempel: StempeZ 53 (stempeZgZeich mit Nr.221);
s.o.S.98 und 104.
zur Revers-Darstellung und zur Homonoia mit Byzan-
tion: s.o.S.47-48.
290 Katalog

221 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 8.58g, Stempelstellung 200°;


kaum abgegriffen, aber bis auf das blanke Metall
scharf gereinigt; wenige schwarze Patinaflecken;
aufgerauht; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.220
Zitate und Kommentare wie bei Nr.220

P R AG E P H A S E XII (CA.259/260)

222 ÜKTASSARION (reduziert), 6.53g, Stempelstellung


210°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; scharf
gereinigt; mit rostbraunen Flecken verfarbt; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: ITOY(SA~os) AI(xCv~os) OYAAEPIANOC CEB(ao<bs)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NIKA-IEQN
Asklepios steht im Himation halb nackt von vorn
und wendet den Kopf nach links; er halt mit der
Rechten seinen Schlangenstab
Waddington 795 Tafel 86 Abb.33 (stempelgleich)
zum Aversstempel: Sternpel X ( stempelgleich mit Nr. 223 und
224, Waddington ?95 und SNG v.Aulock ?069); s.o.S.8?-88,
92-96 und 104.
zum Reversstempel: Sternpel 55 ; s.o.S. 98 und 104.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Korrunentar zu Nr.11.
223 ÜKTASSARION (reduziert), 6.72g, Stempelstellung
180°; Metall Orichalcum; Zustand wie bei Nr.222
Vs: wie bei Nr.222 (stempelgleich)
Rs: NI-KAI-(EQN]
Hornoncia sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und halt
im linken Arm ein Füllhorn und in der ausge-
streckten Rechten eine Patera
Waddington 798var. Revers Tafel 86 Abb.35 (stempel-
gleich)
weitere Varianten: Mionnet, Suppl.5 Nr.916; SNG Ko-
penhagen 534; SNG v.Aulock 7070 (wie Köln Nr.176)
zum Aversstempel: Sternpel X ( stempelgleich mit Nr. 222 und
224, Waddington ?95 und SNG v.Aulock ?069); s.o.S.8?-88, 92-
96 und 104.
zum Reversstempel: Sternpel 56 ( stempelgleich mit Waddington
?98 Tafel 86 Abb.35); s.o.S. 98 und 104.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu den Num-
mern 24 und 40.
Valerian I. - Gallienus 291

224 ÜKTASSARION (reduziert), 7.54g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke
Metall aufgerauht; auf beiden Seiten, ungewöhnlich
stark dezerrtriert, ein tief gebohrter Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.222 (stempelgleich)
Rs: NIKA-[IEr:2N]
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos von
vorn und wendet den Kopf nach links; sie tragt
einen Helm, halt mit der Linken Schild und Speer
und auf der ausgestreckten Rechten eine kleine
Nike, die ihr zugewandt ist.
P.V.Hill (1913) 5.266 Tafel 13 Abb.S (Revers stempel-
gleich); ansonsten unpubliziert
zum Aversstempel: Sternpel X ( stempelgleich mit Nr. 222, 223,
Waddington ?95 und SNG v.Aulock ?069); s.o.S.87-88, 92-96, 104.
zum Reversstempel: Sternpel 5?; s.o.S.98 und 104.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu den Num-
mern 18 und 189.

GA L L I E NUS (253-268)

PR AG E P H A S E (253)

225 TETRASSARION (reduziert), 7.63g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke Me-
tall etwas aufgerauht; stellenweise schwarze Versin-
terungen; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt; auf dem Revers wurde die Bohrung
zweimal durchgeführt
Vs: f(aLoç) ITOYB(\Loç) AIK(LVLoç) Ef(vaTLoç)
fAAAHNOC AY(youoToç)
Büste mit Paludamentum und Strahlenkrone, von hin-
ten gesehen, nach rechts
Rs: NI-KA-I-Er:2N
zeus sitzt halb nackt im Himation nach links; er
halt mit der Linken ein Sceptrum und in der aus-
gestreckten Rechten eine Patera
Waddington 825 Tafel 87 Abb.21 (stempelgleich; die
Averslegende wurde in der Beschreibung falschlich
als r ITOYB AIK Er fAAAIHNOC CE angegeben).
zum Aversstempel: Sternpel A (sternpelgleich mit Waddington
825 Tafel 8? Abb.21); s.o.S.6?-68, 92-95 und 101.
zum Reversstempel: Sternpel 59 (sternpelgleich mit Waddington
825 Tafel 9? Abb.21); s.o.S.94, 98 und 101.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Nummern
20 und 53.
292 Katalog

P RAGE P HAS E II (253/255)


226 TETRASSARION (reduziert), 9.70g, Stempelstellung
360°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke Me-
tall aufgerauht; auf beiden Seiten, etwas dezen-
triert, ein Zentrierpunkt
Vs: r(&~o~) ITOYB(A~o~) AIK(~v~o~) - EfNA(T~o~)
fAAAHNOC AYf(oUOTO~)
Kopf mit Strahlenkrone nach rechts
Rs: NIK-AI-EQN
Athena, dargestellt wie bei Nr.175 (stempel-
gleich)
SNG v.Aulock 7089 (stempelgleich);
aus anderen Stempeln: Waddington 827 Revers Tafel
87 Abb.23
zum Aversstempel: Stempel B ( stempelgleich mit Nr. 22 7-
229, Waddington 839 und SNG v.Aulock ?2? und ?089); s.o.S.
68-69, 92-95 und 101.
zum Revers sternpel: Stempel 10 (stempelgleich mit SNG v.
Aulock ?089 und den MUnzen des Valerian Nr.1?5 und Waddington
?92); s.o.S.94, 9? und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr.18.

227 TETRASSARION (reduziert), 11.02g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber scharf
gereinigt; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.226 (stempelgleich)
Rs: NI-KA-IEQN
Hornoncia sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt auf dem Kopf einen Kalathos und halt
im linken Arm ein Füllhorn und in der ausge-
streckten Re ch ten eine Patera; im Abschnitt ein
Palmzweig
Mionnet, Suppl.S Nr.943; Waddington 839 Revers Tafel
87 Abb.33 (stempelgleich); SNG v.Aulock 727 (stempel-
gleich)
zum Aversstempel: Sternpel B (stempelgleich mit Nr.226, 228
und 229, Waddington 839 und SNG v.Aulock ?2? und 7089); s.o.S.
68-69, 92-95 und 101.
zum Revers sternpel: Sternpel 60 ( stempelgleich mit Nr. 228
und 229, Waddington 839 Tafel 8? Abb.33 und SNG v.Aulock ?2?);
s.o.S.69, 94, 98 und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Kommentare zu den Num-
mern 24 und 40.

228 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 11.18g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen;
bis auf das blanke Metall scharf gereinigt und auf
dem Avers poliert(!); auf beiden Seiten, fast in der
Mitte, ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.227
Gallienus 293

229 EIN DRITTES EXEMPLAR, 8.88g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; etwas verbogen; kaum abgegrif-
fen, aber dilettantisch gereinigt: stellenweise
schwarze Patinareste, auf der Vorderseite starke
Veratzungen; auf beiden Seiten, etwas dezentriert,
ein Zentrierpunkt
stempelgleich mit Nr.227 und 228

230 TETRASSARION (reduziert), 7.62g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber
durch eine scharfe Reinigung bis auf das blanke Me-
tall veratzt; stellenweise schwarze Patinareste; oben
ein Schrötlings-Ausbruch; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: f(a~o~) ITOYB(\~o~) AIK([v~o~) E[fN]A(T~o~)
fAAAHNOC AY-f(ouoTo~)
Kopf mit Strahlenkrone nach rechts
Rs: NIK-AI-E~N / IITITAPX(o~)
Hipparchos sitzt im Himation auf einer sella
nach links; er weist mit der Rechten auf einen
Globus, der vor ihm auf einer kurzen Saule
liegt
unpublizierte Variante;
aus anderen Stempeln: Waddington 843 Revers Tafel
87 Abb.36; F.Imhoof-Blumer (1908) S.34 Nr.6;
SNG v.Aulock 730 (das Foto 730 stellt eine Münze
aus Nikomedeia dar.)
zum Aversstempel: Sterrrpel C; s. o. S. 68-69, 92-95 und 101.
zum Reversstempel: Stempel 61; s.o.S.94, 98 und 101.
zur Revers-Darstellung: Hipparchos, ein gro!Jer Astronom
des zweiten Jahrhunderts vor Christus, stammte aus der Stadt
Nikaia. Vgl. dazu Rehm (1913) Sp.1666-1681. Zu den Darsteı­
lungen des Hipparchos vgl. J.J.Bernoulli (1901) Teil 1 Münz-
tafel 2 Abb.15 und 16 und Teil 2 5.186-187.

231 TETRASSARION (reduziert), 7.71g, Stempelstellung 10°;


Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; scharf gerei-
nigt; auf dem Avers rostrote und grüne Verkrustungen;
auf beiden Seiten ein Zentrierpunkt: auf der Vorder-
seite fast in der Mitte, jedoch auf der Rückseite
stark dezentriert
Vs: r(a~o~) ITOYB(\~o~) AIK([v~o~) EfN(aT~o~)
fAAAHNOC AYf(oUOTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkro-
ne, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NI-KA-I-E~N
Demeter, dargestellt wie bei Nr.181 (stempel-
gleich)
Waddington 830 Revers Tafel 87 Abb.26 (stempel-
gleich); SNG v.Aulock 726 (stempelgleich);
aus anderen Stempeln: Mionnet, Suppl.S Nr.935;
nicht abgebildet und ungenau beschrieben bei Münz-
kabinett Köln, Auktion 24 (1978) Nr.229
294 Katalog

zum Aversstempel: StempeZ D ( stempeZgZeich mit SNG v.


AuZock 726); s.o.S.68-69, 92-95 und 101.
zum Reversstempel: StempeZ 16 ( stempeZgZeich mit Wadding-
ton 830 TafeZ 87 Abb.26 und SNG v.AuZock 726; dieser StempeZ
wurde auch zur Pragung von MUnzen mit dem Portrait des VaZerian
verwendet, namZich der Nr.181 und SNG v.AuZock 7074); s.o.S.
69, 94, 97 und 101.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr. 38.

232 TETRASSARION (reduziert), 7.21g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; dunkelbraune Pa-
tina, stellenweise mit türkisfarbenen "Ausblühungen";
auf beiden Seiten, fast in der Mitte eingebohrt, ein
Zentrierpunkt
Vs: f(a~oç) ITOYB(A~oç) AIK([v~oç) EfN(aT~oç)
fAAAHNOC AYf(ovoToç)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkro-
ne, von hinten gesehen, nach rechts
Rs: NI-KA-I-EriN
Demeter, dargestellt wie bei Nr.183 (stempel-
gleich)
P.V.Hill (1913) Tafel 13 Abb.6 (Revers stempelgleich);
Varianten bei: Mionnet, Suppl.5 Nr.935 und Waddington
830; vgl. auch SNG v.Aulock 726
zum Aversstempel: StempeZ E (stempeZgZeich mit Nr.233-235
und SNG v.AuZock 728 und 7090); s. o. S. 6B-69, 92-95 und 101.
zum Reversstempel: StempeZ 18 ( stempeZgZeich mit Nr.183,
einer MUnze mit dem Portrait des VaZerian); s.o.S.94, 97, 101.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr. 38.

233 TETRASSARION (reduziert), 6.59g, Stempelstellung 30°;


Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber scharf ge-
reinigt und stark veratzt; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.232 (stempelgleich)
Rs: NIK-A-ISQN / IITITAPX(oç)
Hipparchos, dargestellt wie bei Nr.230 (nicht
stempelgleich)
unpubliziert
aus anderen Stempeln: Waddington 843 Revers Tafel
87 Abb.36; F.Inmoof-Blumer (1908) 8.34 Nr.6
zum Aversstempel: Stempe ı E ( stempe ZgZeich mit Nr. ?32, 234
und 235 und SNG v.AuZock 728 und 7090); s.o.S.68-69, 92-95, 101.
zum Reversstempel: Sterrrpel 62 ( stempeZgZeich mit Nr. 234);
s.o.S.94, 98 und 101.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar :ıu Nr. 230.

234 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 6.50g, Zustand wie Nr.233


stempelgleich mit Nr.233
Gallienus 295

235 TETRASSARION (reduziert), 9.17g, Stempelstellung 10°;


Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; scharf gereinigt
bis auf das blanke Metall; auf beiden Seiten ein tie-
fer Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.232 (stempelgleich)
Rs: NI-KA-IE!1N
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos
von vorn und wendet den Kopf nach links; sie
tr~gt einen Helm und h~lt mit der Linken ein
Sceptrum und in der ausgestreckten Rechten
eine Patera; vor ihr steht ein Schild
Waddington 828 Revers Tafel 87 Abb.24 (stempel-
gleich); SNG v.Aulock 7090 (stempelgleich)
zum Aversstempel: Stempel E ( stempelgleiah mit Nr. 232-
234 und SNG v.Auloak 728 und 7090); s.o.S.68-69, 92-95, 101.
zum Reversstempel: Stempel 63 (stempelgleieh mit Wadding-
ton 828 Tafel 87 Abb.24 und SNG v.Auloak 7090); s.o.S.94, 98
und 101.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr.18.
236 TRIASSARION (reduziert), 7.14g, Stempelstellung 30°;
Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber bis auf das
blanke Metall scharf gereinigt und ver~tzt; stellen-
weise rostbraun verf~rbt; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: ITOY(SA~o~) AIK(ıv~o~) EfNA(T~o~) fAAAHNOC
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz,
von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NIK-A[I-E]!1N / IITITAPX(o~)
Hipparchos sitzt halb nackt im Himation auf einer
sella nach links; er stützt sich mit der Linken
ab und weist mit der Rechten auf seinen Mund;
vor ihm liegt ein Globus auf einer kurzen S~ule
Münzen und Medaillen AG/Basel, Auktion 41 (1970)
Nr.354 (Avers stempelgleich);
vgl. Waddington 843 Revers Tafel 87 Abb.36 (Avers
nicht abgebildet, aber wohl stempelgleich); aus an-
deren Stempeln: F.Imhoof-Blumer (1908) S.34 Nr.6
zum Aversstempel: Stempel F (stempelgleiah mit Münzen und
Medaillen AG/Basel, Auktion 41 (1970) Nr.354 und Waddington
843?); s.o.S.67-69, 91-95 und 101. Die Vorderseite ist der
Münze SNG v.Auloak 916 aus Prusias auBerordentliah ahnliah.
zum Reversstempel: Stempel 65; s.o.S.'68-69, 94, 99, 101.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr. 230.
zum Nominal: Der Aversstempel ist kleiner als bei den übZi-
ahen Tetrassaria dieser Zeit. Man hat diese Milnze daher wohl
für ein Triassarion zu halten.
Zwar spriaht das hohe Gewiaht von 7.14g eigentliah dagegen;
ein sehr ahnliahes Stüak aus Prusias am Hypios wiegt aber nur
5.78g (SNG v.Auloak 916, hier abgebildet auf Tafel 34 Abb.13
(nur Avers)J.
296 Katalog

PRAGE P HA S E III (256)


237 TETRASSARION (reduziert), 6.98g, Stempelstellung
30°; Metall Bronze(!); fast unzirkuliert; scharf ge-
reinigt; auf dem Avers stellenweise rostbraune Ver-
krustungen; im oberen Bereich der Rückseite ein
SchrötlingsriB; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein Zentrierpunkt
Vs: f(a~o~) ITOYB(A~o~) AIK(Gv~o~) Ef(va;~o~)
rAtıAHNOC(!) AY(youo;os)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: AfQ[N]EC IEP[OI] / NIKA[IE]/QN
Drei Preiskronen, in denen je zwei Palmzweige
stecken; die Kronen liegen auf einer Platte mit
der Aufschrift [IT]Y8[IA]
Mionnet, Suppl.5 Nr.953; SNG v.Aulock 7091 (Avers
stempelgleich); vgl. auch Waddington 853 Revers Ta-
fel 88 Abb.1
zum Aversstempel: Stempeı H (stempeıgıeiah mit Nr.238 und
SNG v.Auıoak 7091); s.o.S.69, 92-94, 96 und 102.
zum Reversstempel: Stempeı 67; s.o.S.69, 94, 99 und 102.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgı. die
Kommentare zu den Nummern 52 und 190.

238 TETRASSARION (reduziert), 7.25g, Stempelstellung


360°; Metall Orichalcum mit rötlichem Schimmer;
nicht besanders abgegriffen; scharf gereinigt; stel-
lenweise rostbraune Verkrustungen; auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.237 (stempelgleich)
Rs: ahnlich wie bei Nr.237, jedoch liegt auf der
mittleren Krone eine Pyramide von fünf ~pfeln
unpubliziert
aus anderen Stempeln (ahne die ~pfel auf dem Revers) :
Mionnet, Suppl.5 Nr.953; Waddington 853 Revers Tafel
88 Abb.1; SNG v.Aulock 7091 (Avers stempelgleich)
zum Aversstempel: Stempeı H (stempeZgZeiah mit Nr.237 und
SNG v.Auıoak 7091); s.o.S.69, 92-94, 96 und 102.
zum Reversstempel: Stempeı 68; s.o.S.69, 94, 99 und 102.
zur Revers-Daistellung: Die Pyı>amide der 1!pjeı auf
der mittıeren Preiskrone wurde von L.Robert (1949) 8.100-101
aıs Symboı für die ITÜ{}~cı, die "Pythischen SpieZe" gedeutet.
Vgı. dazu auah C.Bosah (1950) S.86.
zu den Agonen: vgı. die Kommentare zu Nr. 52 und 190.

P R AG E P H A S E IV
Aus Pragephase IV sind bisher nur Münzen des Valerianus
senior bekannt (vgl. dazu oben 5.70-76).
Gallienus 297

P R AG E P H A S E V (256)
239 TETRASSARION (reduziert), 9.36g, Stempelstellung
360°; Metal! Orichalcum; kaum abgegriffen; dünne
rostbraune Patina, auf dem Revers weggeatzt; auf bei-
den Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: f(a~oç) IT(ouSA~oç) AIK([v~oç) fAA-AIHNOC
CEB(acrT6ç) Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: PQMAIQN- NIKH-N NIKAIEI[C]
Nike, dargestellt wie bei Nr.189
unpubliziert
zum Aversstempel: Stempel I (stempelgleich mit Nr. 240-243
und SNG v.AuZock ?084); s. o. S. ?6-??, 92-94, 96 und 102.
zum Reversstempel: StempeZ ?O (stempelgZeich mit Nr.240 und
241); s. o. S. ?6-??, 94, 99 und 102.
zur Revers-Darstellung: Vgl. den Kommentar zu Nr. 189.

240 EIN ZWEITES EXEMPLAR, 9.30g, stempelgleich mit 239

241 EIN DRITTES EXEMPLAR, 8.79g, Stempelstellung 360°;


kaum abgegriffen, aber durch eine scharfe Reinigung
bis auf das blanke Metal! stark veratzt; an wenigen
Stellen fleckig~ Patinareste
stempelgleich mit Nr.239 und 240

242 TETRASSARION (reduziert), 8.61g, Stempelstellung


200°; Metal! Orichalcum; nicht besonders abgegriffen,
aber auf dem Avers stark veratzt durch eine scharfe
Reinigung; auf beiden Seiten ein kaum sichtbarer Zen-
trierpunkt
Vs: wie bei Nr.239 (stempelgleich)
Rs: NIKA-[I]EQN
Tyche steht in Chiton und Peplos von vorn und
wendet den Kopf nach links; sie tragt einen
Kalathos und halt im linken Arm ein Füllhorn
und mit der ausgestreckten Rechten ein Steuer-
ruder
unpubliziert
aus anderen Stempeln: Waddington 841 Revers Tafel
87 Abb.35; SNG Kopenhagen 540; SNG v.Aulock 7088;
Münzen und Medaillen AG/Basel, Liste 357 (1974)
Nr.229
zum Aversstempel: Stempel I ( stempelgleich mit Nr. 239-
241 und 243 und SNG v.Aulock ?084); s.o.S.?6-??, 92-94, 96
und 192.
zum Reversstempel: Stempel ?2 (stempelgleich mit Nr. 250
und SNG v.Aulock ?088); s.o.S. ?6-??, 94, 99 und 102.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Num-
mern 22, 31 und 46.
298 Katalog

243 TETRASSARION (reduziert), 8.19g, Stempelstellung


200°; Metal! Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen, aber durch eine scharfe Reinigung auBerst
stark veratzt; stellenweise rostbraune Flecken mit
türkisfarbenen "Ausblühungen"
Vs: wie bei Nr.239 (stempelgleich)
Rs: [NI]-KAIESlN
Tyche mit drei Preiskronen, dargestellt wie
bei Nr.197 (nicht stempelgleich)
unpublizierte Variante;
aus anderen Stempeln: Waddington 850 Revers Tafel
87 Abb.41; SNG v.Aulock 7084
zum Aversstempel: SterrrpeZ I ( sterrrpeZgZeiah mit Nr. 239-
242 und SNG v.AuZoak 7084); s.o.S.76-77, 92-94, 96 und 102.
zum Reversstempel: Sternpel 73; s. o. s. 76-77, 94, 99, 102.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Korrunentare zu den Nwn-
mern 187 und 188. Zur DarsteZZung der ıyahe ganz aZZgemein
vgZ. die Korrunentare zu den Nurrunern 22, 31 und 46.

P R ~ G E P HA S E VL VII UND VIII


In diesen Pragephasen wurden Pragungen im Namen von Va-
lerian mit Gallienus (Phase VI), Valerian mit Gallienus
und Cornelius Valerianus Caesar (Phase VII) und von Salo-
nina (Phase VIII) zusammengefaBt; s.o.S.77-80 und 103.

P R ~ G E P H A S E IX (CA.256/257)

244 TETRASSARION (reduziert), 7.75g, Stempelstellung


30°; Metal! Orichalcum mit rötlichem Schimmer;
kaum abgegriffen; scharf gereinigt; stellenweise
rostbraune Patinaflecken; auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: r(&~os) IT(oÖSA~os) AIK(Cv~os) fAAIHNO[C(!)
CE] B( cıa-ı: os)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: [ôiO(vÖa~cı) IT]Y8(~cı) CEB(np~cı) N-I-KAIEöN
Dionysos, dargestellt wie bei Nr.196
unpubliziert
zum Averssternpel: SterrrpeZ J (sterrrpeZgZeiah mit Nr.245);
s.o.S.80-81, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: SterrrpeZ 74; s.o.S.81, 94, 99 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Korrunentare zu den Num-
mern 16 und 196 (dort besanders zur ReversZegende).
Gallienus 299

245 TETRASSARION (reduziert), 7.59g, Stempelstellung


30°; Metall Bronze; nicht besanders abgegriffen;
braunrote dünne Patina; auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.244 (stempelgleich)
Rs: 6IONYCIA - NIKAIEUN
Dionysos, dargestellt wie bei Nr.244
unpubliziert
zum Aversstempel: Sternpel J (sternpelgleiah mit Nr.244);
s.o.S.80-81; 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Sternpel 75; s.o.S.81, 94, 99 und 104.
zur Revers-Darstellung und zum Agon: Vgl. die Kommen-
tare zu den Nummern 16, 52, 190 und 196.

PR AGE P H A S E X (256/257)

246 TETRASSARION (reduziert), 10.38g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegriffen,
aber durch eine scharfe Reinigung stark veratzt;
stellenweise rostrote Verfarbungen; auf beiden Sei-
ten, fast in der Mitte, ein tief gebohrter Zentrier-
punkt
Vs: ITOY(~A~o~) AI(Mıv~o~) Ef(v&<~o~) fAAAIHNOC
CE ( BaoT 6 d
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NIKA-IES'lN
Valerian und Gallienus stehen sich gegenüber
und reichen sich die Hand; sie tragen Strahlen-
kronen, Kürasse, Paludamenta und Stiefel, und sie
halten mit der Rechten je einen Speer; rechts
daneben steht Cornelius Valerianus Caesar in
Tunica und Toga aapite velato nach links; er
halt in der ausgestreckten Rechten eine Patera
aus der er über einem brennenden Altar opfert
Mionnet, Suppl.S Nr.942; SNG v.Aulock 722 (Avers
stempelgleich; Reverslegende NIK-A-I-ES'lN)
vgl. auch Waddington 844 Revers Tafel 87 Abb.37;
Grose 7508; Münzen und Medaillen-AG/Basel, Liste
133 (1954) Nr.279; Slg. Weber Nr.4911 Tafel 178
zum Aversstempel: Sternpel K (sternpelgleiah mit Nr.247 und
248 und SNG v.Auloak 722); s.o.S.81-85, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Sternpel 76; s.o.S.81-85, 94,99 und 104.
zur Revers-Darstellung: Vgl. oben S. 81-85.
300 Katalog

247 TETRASSARION (reduziert), 10.65g, Stempelstellung


30°; Metall Orichalcum; nicht besanders abgegrif-
fen; auf beiden Seiten etwas gedrückt; scharf ge-
reinigt und veratzt; stellenweise rostbraune Ver-
farbungen; auf beiden Seiten, fast in der Mitte,
ein tief gebohrter Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.246 (stempelgleich)
Rs: NIKA-IE-Q-N
Valerian, Gallienus und Cornelius Valerianus
Caesar, dargestellt wie auf Nr.246
Zitate wie bei Nr.246
zum Aversstempel: Stempeı K (stempeZgZeiah mit Nr.246 und
248 und SNG v.Auıoak 722); s.o.S.B1-85, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Stempeı 77; s.o.S.B1-85, 94, 99 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. oben S. 81-85.
248 TETRASSARION (reduziert), 9.47g, Stempelstellung
200°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; rostbraun
verkrustet mit türkisfarbenen "Ausblühungen"; auf
beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.246 (stempelgleich)
Rs: [NIK]-A-I-[E]QN
Valerian, Gallienus und Cornelius Valerianus
Caesar, dargestellt wie bei Nr.246
SNG v.Aulock 722 (stempelgleich): ansonsten die glei-
chen Zitate wie bei Nr.246
zum Aversstempel: Stempeı K (stempeZgZeiah mit Nr.246 und
247 und SNG v.Auıoak 722); s.o.S.B1-85, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Stempeı 78; s.o.S.81-85, 94, 99 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. oben S. 81-85.
249 TETRASSARION (reduziert), 8.56g, Stempelstellung 5°;
Metall Orichalcum mit rötlichem Schimmer; kaum abge-
griffen; rostbraune und schwarze krustige Patina;
auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrier-
punkt
Vs: TIOY(~ALO~) AI(~ıvLo~) Ef(v&tLo~) fAAAIHNOC
CEB(etato~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone,
von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NIKAI-E-[Q]N
Valerian, Gallienus und Cornelius Valerianus Cae-
sar, dargestellt ahnlich wie bei Nr.246, jedoch
ist der Caesar nicht aapite veıato dargestellt;
er tragt einen Lorbeerkranz; zwischen Valerian
und Gallienus ein brennender Altar
SNG v.Aulock 723 (stempelgleich); vgl. auch die va-
rianten: Mionnet, Suppl.5 Nr.940-942; Waddington 844
Revers Tafel 87 Nr.37; Grose 7508 Tafel 257 Abb.1
zum Aversstempel: Stempeı L (stempeZgZeiah mit SNG v.AuZoak
723); s.o.S.B1-85, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Stempeı BO (stempeZgZeiah mit SNG v.Au-
ıoak 723); s.o.S.B1-85, 94, 99, 104; zur Darsteııung: S.81-85.
Gallienus 301

250 TETRASSARION (reduziert), 7.36g, Stempelstellung


200°; Metall Orichalcum; nicht besonders abgegrif-
fen, aber scharf gereinigt und veratzt; etwas ge-
drückt; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: ITO(ÖBALOS) AI(•tvLos) Ef(v&TLOS) fAAAIHNOC
CEB(cxOT6s)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NIKA-IEQN
Tyche, dargestellt wie bei Nr.242 (stempel-
gleich)
SNG v.Aulock 7088 (stempelgleich);
vgl. auch die Varianten: Waddington 841 Revers Ta-
fel 87 Abb.35; SNG Kopenhagen 540; Münzen und Medail-
len AG/Basel, Liste 357 (1974) Nr.229
zum Aversstempel: Sterrrpel M (sterrrpelgleiah mit Nr.251 und
SNG v.Auloak 7088); s.o.S.81-85, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Sterrrpel 72 ( stempelgleiah mit Nr. 242
und SNG v.Auloak 7088); s.o.S.94, 99 und 104.
zur Revers-Darstellung: Vgl. die Komnıentare zu den Num-
mern 22, 31 und 46.

251 TETRASSARION (reduziert), 9.29g, Stempelstellung


200°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; etwas ge-
drückt; fleckige rostbraune Patina; auf beiden Sei-
ten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.250 (stempelgleich)
Rs: NI-KAI-EQN
Dikaiosyne steht in Chiton und Peplos von vorn
und wendet den Kopf nach links; sie halt im lin-
ken Arm ein Füllhorn und in der ausgestreckten
Rechten eine Balkenwaage
unpubliziert
vgl. Waddington 840 Revers Tafel 87 Abb.34 und
SNG v.Aulock 728
zum Aversstempel: Sterrrpel M (sterrrpelgleiah mit Nr.250
und SNG v.Auloak 7088); s.o.S.81-85, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Sterrrpel 82; s.o.S.94, 99 und 104.
Der Sternpel ist dem von Nr.250 auSerordentliah ahnliah. Beide
Sterrrpel wurden vom gleiahen Graveur naah derselben Sahablone
oder Skizze angelegt. Vgl. dazu oben S.64.

252 TETRASSARION (reduziert), 7.81g, Stempelstellung


210°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; etwas ge-
drückt; dünne dunkelbraune Patina, stellenweise mit
hellgrünen "Ausblühungen"; auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: ITOY(BALOS) AI(•tvLOS) EfN(aTLOS) fAAAIHNOC
CEB(cxoT6s)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: [NI]-KAI-EQN
Dikaiosyne, dargestellt wie bei Nr.251
(nicht stempelgleich)
302 Katalog

Zitate wie bei Nr.251


zum Aversstempel: StempeZ N ( sterrrpeZgZeich mit Nr. 253
und SNG v.AuZock ?08?); s.o.S.81-85, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: StempeZ 83; s.o.S.94, 99 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Komrnentare zu den Num-
mern 31, 39 und 8?.

253 TETRASSARION (reduziert), 7.56g, Stempelstellung


210°; Metal! Bronze(!); kaum abgegriffen; scharf ge-
reinigt und veratzt; stellenweise rostbraune Patina-
reste; auf beiden Seiten, fast in der Mitte, ein
Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.252 (stempelgleich)
Rs: NIKAI-EIIN
Dionysos steht nackt nach links; er tragt einen
Efeukranz und eine Chlamys um die Schultern; mit
der Linken halt er einen Thyrsos, der mit Ban-
dern geschmückt ist; in der Rechten halt er einen
Kantharos; links zu seinen FüBen ein Panther nach
links, der den Kopf zu Dionysos umwendet
SNG v.Aulock 7087 = K.Kraft (1972) Tafel 107 Abb.101
(Avers stempelgleich); Waddington 835 Revers Tafel
87 Abb.29
zum Aversstempel: StempeZ N (stempeZgZeich mit Nr.252 und
SNG v.AuZock ?08?); s.o.S.81-85, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: StempeZ 84; s.o.S.94, 99 und 104.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Komrnentar zu Nr.16.

P R AG E P H A S E XI
Aus dieser Pragephase sind hisher lediglich Münzen mit
den Portraits von Salonina und Saloninus Caesar(?) be-
kannt; s.o.S.85-87.

P RA GE P HAS E XI I (CA,259/260)

254 ÜKTASSARION (reduziert), 7.26g, Stempelstellung


15°; Metal! Orichalcum mit rötlichem Schimmer;
fast unzirkuliert; stellenweise fleckige rostbraune
.Patina mit türkisfarbenen "Ausblühungen"; auf beiden
Seiten, stark dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: (IT0(6SALo~) AI(xLVLo~) Ef(vaTLD~)] fAAAIHNOC
CE(SaoT6~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NIKA-IEIIN- I-EPOI- A/f/(11]/NEC- ITY/8I/A
Drei Preiskronen liegen auf einen perspektivisch
darge~tgl1ten Tisch; auf der mittleren Krone
eine Pyramide von sechs Apfeln; in den beiden
auBeren Kronen stecken je zwei Palmzweige
Gallienus 303

unpubliziert
zum Aversstempel: Sternpel Q (stempelgleich mit SNG v.
Aulock 70B6); s.o.S.B7-BB, 92-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Sternpel BB; s.o.S.B7-BB, 94, 99, 104.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgl. obe;;
S.B7-BB und die Kommentare zu den Nummern 52, 190 und 23B.

PRA GE P HAS E XI I I (CA.259/260)

255 ÜKTASSARION (reduziert), 5.94g, Stempelstellung


185°; Metal! Orichalcum; fast unzirkuliert; dünne
braune Patina : auf beiden Seiten, fast in der Mit-
te, ein Zentrierpunkt
Vs: ITOY(SALO~) AI(xLvLo~)·Ef(vaTLo~) fAAAIHNOC
CEB(aoT6~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: NIKAIE~[N] 1 APICT~N 1 MEf(LoTwv)
Die Ringmauer von Nikaia .
Slg. Hollscheck, Teil 1 Nr.451b (Avers stempelgl.);
Varianten bei: Mionnet, Band 2 Nr.294; Mionnet,
Suppl.S Nr.954 und 955; Waddington 847 Revers Tafel
87 Abb.39; Mabbott calleetion 1175; M.J.Price/B.L.
Trell (1977) 190; Cahn, Auktion 60 (1928) Nr.1350
zum Aversstempel: Sternpel R (sternpelgleich mit Slg. Hall-
scheck Teil 1 Nr.451b); s.o.S.BB-94, 96 und 104.
zum Reversstempel: Sternpel 90; s.o.S.BB-91, 94, 99 und 104.
zur Revers-Darstellung: Vgl. oben S. BB-91.

P RA GE P HAS E XIV (261 ODER SPATER?)

Aus dieser wohl letzten Pragephase in Nikaia befinden


sich keine Münzen in der Kölner Sammlung. Ein Exemplar
aus einer deutschen Privatsammlung ist abgebildet auf
Tafel 28 unter den Nummern 4 und 5.
Vgl. dazu oben 8.91, 93-94 und 104.
304 Katalog

S A L O N I NA (253-268)

PR~ GE P HAS E VI I I (CA.256)

256 TETRASSARION (reduziert), 7.97g, Stempelstellung


165°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; scharf
gereinigt; einige rostbraune Patinaflecken, zum
Teil mit türkisfarbenen "Ausblühungen"; auf beiden
Seiten ein Zentrierpunkt, auf dem Avers stark de-
zentriert
Vs: KOPN(nAta)·CAA-QNEINA(!) CEB(aa~n)
Drapierte Büste mit Stephane, von vorn gesehen,
nach rechts
Rs: NIK-11!-EQN(!)
Athena Promachos steht in Chiton und Peplos
von vorn und wendet den Kopf nach links; sie
tragt einen Helm und halt mit der ausgestreck-
ten Linken einen Schild und einen Speer und in
der ausgestreckten Rechten eine Patera
unpubliziert
zum Aversstempel: StempeZ A (stempeZgZeiah mit Nr.257 und
258 und SNG v.AuZoak 7096); s.o.S.80, 92, 94, 96 und 103.
zum Reversstempel: StempeZ 93; s. o. S. 94, 99 und 103.
zur Revers-Darstellung: VgZ. den Kommentar zu Nr.18.
257 TETRASSARION (reduziert), 6.84g, Stempelstellung
165°; Zustand und Erhaltung wie bei Nr.256; auf bei-
den Seiten, fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.256 (stempelgleich)
Rs: NI-KAI-EQN
Homonoia sitzt in Chiton und Peplos nach links;
sie tragt einen Kalathos auf dem Kopf und halt
im linken Arm ein Füllhorn und in der ausgestreck-
ten Rechten eine Patera
unpubliziert
zum Aversstempel: StempeZ A (stempeZgZeiah mit Nr. 256 und
258 und SNG v.AuZoak 7096); s.o.S.BO, 92, 94, 96 und 103.
zum Reversstempel: StempeZ 94; s. o. S. 94, 99 und 103.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Kommentare zu den Num-
mern 24 und 40.

258 TETRASSARION (reduziert), 8.49g, Stempelstellung


180°; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen; stellen-
weise rostbraune Patina; auf beiden Seiten, fast in
der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr.256 (stempelgleich)
Rs: AfQNEC IEPOI / NI[KA]IE/ON
Drei Preiskronen liegen auf einer Platte; in je-
der der Kronen stecken zwei Palmzweige; auf der
Kante der Platte steht OY[AA(Ep~&vE~a) r]AAA(~n­
VE ~a)
unpubliziert
Salonina 305

Diese Münze ist nicht gepragt, sondem gegossen. Das wird


deutlich an dem flauen Relief und an dem Rand, der abgefeilt
worden ist, um die Gu~naht zu beseitigen; einer der Gu~kanale
ist noch sichtbar.
In ?,eiten besanders starken Bedarfs an Kleingeld wurden in der
Antike nicht selten Münzen gegossen, denn diese Herstellungsart
ist weniger zeitraubend und schwierig als die Pragung.
Es wurde eine geprögte Münze in Ton gedrückt. der getı•ocknete
Ton wurde zu einer Gu~form aus zwei Halften (für die Varder-
und Rückseite der Münze) zusammengesetzt und mit Metall ausge-
gossen.
zum Aversstempel: Sternpel A ( sternpelgleich mit Nr. 256 und
257 sowie SNG v.Aulock 7096); s.o.S.BO, 92, 94, 96 und 103.
zum Reversstempel: Sternpel 95; s.o.S.94, 99 und 103.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: Vgl. die
Kommentare zu den Nummern 52 und 190.

PR A G E P HA S E XI (CA. MITTE 258)

259 TRJASSARION (reduziert), 4.50g, Stempelstellung 30°;


Metall: schlechtes Orichalcum; kaum abgegriffen, aber
bis auf das blanke Metall scharf gereinigt und stark
veratzt; stellenweise schwarz verfarbt; auf beiden
Seiten, etwas dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: [K]OP(vnA[a) CAAnNE[INA] CE(BaoTn)
Drapierte Büste mit Stephane, von vorn gesehen,
nach rechts; davor ein runder Gegenstempel mit
der Zahl M=4)
Rs: [NI]K(A]-IEnN
Nike eilt im Chiton nach rechts; sie halt mit
der Linken einen Palmzweig und in der erhobenen
Rechten einen Lorbeerkranz
Mionnet, Suppl.S Nr.957; Waddington 860 Tafel 88
Abb.6 (Avers stempelgleich); SNG v.Aulock 7094 =
K.Kraft (1972) Tafel 107 Abb.103 (Avers sternpel-
gleich)
zum Aversstempel: Sternpel C (sternpelgleich mit Waddington
860 und SNG v.Aulock 732 und 7094); s.o.S.84-86, 93, 94, 96
und 103.
zum Gegenstempel: Der Gegensternpel mit der Zahl M=4J wurde
wenig spater, noch vor 261 jedenfalls, auf diese Münze gepragt.
Darnit erhielt diese Münze einen Wert von vier Assaria. Seitdem
waren für einen Antoninian nicht mehr zehn dieser Stücke (zu-
züglich einem Diassarion), sondern nur noch acht solcher Geld-
stücke zu zahlen; vgl. dazu oben S.165-173.
zum Reversstempel: Sternpel 100; s.o.S.84, 94, 99 und 103.
306 Katalog

V A L E R I A NUS MIT G A L L I E N U S (253-260)

PRAGE P H A S E VI (CA, 256)

260 PENTASSARION (reduziert), 13.74g, Stempelstellung


1S 0 ; Metall Orichalcum; kaum abgegriffen, aber durch
eine scharfe Reinigung auBerst stark veratzt; stel-
lenweise rostrote und schwarze Patinareste; auf bei-
den Seiten, etwas dezentriert, ein Zentrierpunkt
Vs: [AYT(oxp&<opEç)] OYAAE[PIANOC (xaL) fAAAHNOC
CEBB] für CESao<OL
die Büsten der beiden Kaiser mit Panzer, Palu-
damentum und Strahlenkrone, von hinten gesehen,
einander gegenüber
Rs: [OMHP]OC N-IK[AIEn-N]
Homer sitzt im Himation auf einem Cippus nach
links und erhebt die Rechte
Waddington 821 Tafel 87 Abb.17 (stempelgleich):
aus einem anderen Reversstempel: SNG v.Aulock 7081
zum Aversstempel: StempeZ A ( stempeZgZeich mit Nr. 261,
Waddington 821 TafeZ 87 Abb.17 sowie SNG v.AuZock 7081 und
7082); s.o.S.77-78, 92, 94, 96 und 103.
zum Reversstempel: StempeZ 103 (stempeZgZeich mit Wadding-
ton 821 TafeZ 87 Abb.17); s.o.S.77, 92, 94, 100 und 103.
zur Revers-Darstellung: VgZ. K.A.EsdaiZe (1912) S. 312-314.
261 PENTASSARION (reduziert), 10.34g, Stempelstellung
15°; Metall Orichalcum mit rötlichem Schimmer; kaum
abgegriffen; scharf gereinigt; stellenweise rostbrau-
ne Patina mit roten Verkrustungen; auf beiden Seiten,
fast in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: wie bei Nr. 260 (stempelgleich)
Rs: OMHPOC N-IKAIEn/N
Homer, dargestellt wie bei Nr.260
Waddington 821 Tafel 87 Abb.17 (Avers stempelgleich):
SNG v.Aulock 7081var. (Avers stempelgleich)
zum Aversstempel: StempeZ A (stempeZgZeich mit Nr.260,
Waddington 821 TafeZ 87 Abb.17 sowie SNG v.AuZock ?081 und
7082); s. o. S. 77-78, 92, 94, 96 und 103.
zum Reversstempel: StempeZ 104; s. o. S. 77, 92, 94, 100
und 103.
zur Revers-Darstellung: VgZ. die Anmerkung unter Nr.260.
zu den Neminalen von 260 bis 261: VgZ. oben S. 169.
Valerian I. mit Gallienus und Valerian II. 307

VA L E R I A NUS MIT G A L L I E NUS UND


C O R NE L I US V A L E R I A N U S (256-258)

P RA GE P HAS E VI I (256)
262 TETRASSARION (reduziert), 7.39g, Stempelstellung
225°; Metall Orichalcum; stark abgegriffen; schwarze
Patina; auf beiden Seiten, etwas dezentriert, ein
Zentrierpunkt
Vs: AY[T(oxpaTopEç) O)YAAE[P)IANO[C) 1 (xa~)
rAAIHNOC(!) 1 (xa~) OYAAEPI!ANOC K(al:oap) 1
[CEBBB) für CESaoToL
Die Büsten der drei Regenten mit Panzer, Palu-
damentum und Strahlenkrone, die Büste des Cor-
nelius Valerianus Caesar in der Mitte nach
rechts, die des Valerianus nach rechts, die des
Gallienus nach links
Rs: NIKAIEQN 1 [AP I CT) QN [MEriCTQN)
Drei Preiskronen; in der mittleren stecken zwei
Palmzweige, in den beiden auBeren nur ein Zweig
BMC 151; Waddington 823 Revers Tafel 87 Abb.19 und
20; Mabbott calleetion 1167 (Avers stempelgleich);
vgl. auch die Varianten: Mionnet, Suppl.5 Nr.
929; Mionnet, Band 2 Nr.293; HCC 31; SNG Kopenhagen
537; SNG v.Aulock 720, 721 und 7083; Sanclementia-
num, Band 3 Tafel 34 Abb.382; Riechmann, Liste 1 Nr.
649 (stempelgleich) ; - nicht abgebildet und ungenau
beschrieben bei: Kress, Auktion 150 (1970) Nr.161
(Foto Nr.162?); Münzen und Medaillen-AG/Basel, Liste
204 (1960) Nr.69; Sammlung Hollscheck, Teil 1 Nr.
450c; Sammlung Apostolo Zeno, Teil 3 Nr.3936; Samm-
lung Hollscheck, Teil 4 Nr.456c
zum Aversstempel: StempeZ A (stempeZgZeiah mit Mabbott aoZ-
Zeation 1167); s. o. S. 78-79, 94, 96 und 103.
zum Reversstempel: Ste:rpeZ 108; s.o.S. 79, 92, 94, 100, 103.
zur Revers-Darstellung und zu den Agonen: VgZ. die
Kommentare zu den Numrneı•n 52 und 190.
308 Katalog

MA C R I A N U S (260-261)

263 ÜKTASSARION (reduziert), 7.20g, Stempelstellung


10°; Metall Orichalcum: kaum abgegriffen: dunkel-
grüne Patina mit hellgrünen Versinterungen: auf
dem Avers einige Kratzer: auf beiden Seiten, fast
in der Mitte, ein Zentrierpunkt
Vs: TIT(os) ~[OYA(ou~os) I]OY(A~os) MAKPJANOC
CE- B ( a en 6 s )
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz,
von vorn gesehen, nach rechts
Rs: [NIK] AIES1N
Die Ringmauer von Nikaia
Waddington 867 Revers Tafel 88 Abb.12; Mabbott cal-
leetion 1180 (stempelgleich); Kurpfalzische Münzhand-
lung/Mannheim, Auktion 19 (1980) Nr.169 = Hess AG/Lu-
zern, Liste vom August 1980 Nr.86 (stempelgleich):
Varianten aus anderen Stempeln: Mtonnet, Band 2 Nr.
296: BMC 157-159: SNG Kopenhagen 543: SNG v.Aulock
733 (734: Avers stempelgleich): Athena-GmbH, Liste
4 (ahne Jahr) Nr.228: Lanz/München, Auktion 20 (1981)
Nr.823: Münzen und Medaillen AG/Basel, Auktion 41
(1970) Nr.355: Auctiones AG/Basel, Auktion 10 (1979)
Nr.171: Münzen und Medaillen AG/Basel,. Liste 416
(1979) Nr.23; Hirsch 84 Nr.810. Waddell, L.2 Nr.20
zu Münzen der Stadt Nikaia im Namen des Macrianus:
VgZ. oben 8.62, 89, 93 und 104.
zur Ringmauer von Nikaia: VgZ. oben 8.89-91 und Nr. 255.
I N D I C E S

Z U M

K A T A L O G
ÜBE RS I CHT

I Liste der Prageherren 313

II Inedita 314

III Averslegenden (nicht aufgelöst) 315-316

IV Averslegenden (aufgelöst) 317-318

V Reverslegenden (nicht aufgelöst) 319

VI Reverslegenden (aufgelöst) 320

VII Namen von Proconsules 321

VIII Namen von Agonen 321-322

IX Darstellungen auf den Reversen 323-330

X Gegenstempel 331

Beschreibungen der Münzen auf den


Tafeln 25-36, die nicht in der Kölner
Sammlung von Münzen aus Nikaia liegen 333-370
313

I ND E X 1
LISTE DER PRAGEHERREN

Katalognummer Prageherr
1 - 5 Gaius Papirius Carbo, Proconsul
6 AUGUSTUS
6 - Thorius Flaccus, Proconsul
7 - 8 CLAUDIUS
7 - Gaius Cadius Rufus, Proconsul
8 - Publius Pasidienus Firmus, Proconsul
9 VESPASIAN
9 - Marcus Plancius Varus, Proconsul
10 - 11 ANTONINUS PIUS
12 - 17 MARCUS AURELIUS
19 - Commodus
18 LUCIUS VERUS
20 - 21 SEPTIMIUS SEVERUS
22 - Julia Domna
23 - Caracalla
24 - Plautilla
25 MACRINUS
26 - 30 SEVERUS ALEXANDER
31 - 33 - Julia Mamaea
34 - 42 MAXIMINUS
53 - 65 - Maximus Caesar
66 - 76 GORDIANUS III.
77 - 80 - Tranquillina
81 - 104 PHILIPPUS senior
126 - 127 PHILIPPUS senior
105 - 118 - Otacilia Severa
119- 125 - Philippus junior als Caesar
128 - 132 - Philippus junior als Augustus
133 - 136 TRAIANUS DECIUS
137 - 138 - Herennia Etruscilla
139 - 141 - Herennius Etruscus Caesar
142 - 144 - Hostilianus Caesar
145 - 164 TREBONIANUS GALLUS
165 - 168 - Volusianus Caesar
169 - 224 VALERIANUS senior
225 - 255 - GALLIENUS
256 - 259 - Salonina
260 - 261 VALERIANUS senior mit GALLIENUS
262 VALERIAN mit GALLIENUS und Cornelius Valerianus
263 MACRIANUS
314

I ND E X 2

INEDITA

UNEDIERTE TYPEN
Die in diese Liste aufgenommenen Münzen sind bisher niaht
in irgendweZahen dem Autor zug~ngZiahen PubZikationen
aufgeführt worden.
Zum sahwierigen Begriff des Typs vgı. R.G~bZ (1978) Teiı 1 8.43-44.
19 24 25 28 29 31 32 35 44 46 47 53
60 61 70 71 78 79 86 87 90 96 97 98
99 103 106 112 117 118 120 122 123 124
128 129 131 132 133 134 135 136 140 152
163 169 170 171 188 201 206 210 211 218
239 240 241 244 245 251 252 254 256 257
und 258

UNEDIERTE VARIANTEN
In dieser Liste sind aııe Münzen aufgeführt, deren Typ
bisher bekannt ist, die aber in DetaiZs der Legenden und
Darsteııungen von den pubZizierten Stüeken abweiahen.
(Da vieZe az~eren Ka~aZoge und besanders LagerZis~en des ManzhandeZs
seZbst jUngeren Datums oft sehr ungenaue Besahreibungen und zu wenige
AbbiZdungen bieten, ist die AnzahZ der tatsaahZich unpubZizierten Va-
rianten siaherZiah noah bedeutend h~hen.)
4 5 7 9 10 14 18 20 21 22 27 34
35 38 39 40 42 43 51 58 65 67 72
73 74 75 126 127 82 83 88 91 140
141 153 156 160 161 162 172 182 183
185 190 194 195 199 202 203 219 223
230 233 234 238 242 und 243

Von den 263 in diesem Katalog aufgeführten Münzen sind


also 65 Exemplare hisher unpublizierte Typen und weitere
57 Stücke bislang unpublizierte Varianten.
22% der Kölner Sarnınlung von Münzen aus Nikaia
sind neue Varianten und mit 25% der Sarnınlung werden neue
Typen vorgestellt.
315

I ND E X 3
AVERSLEGENDEN (NICHT AUFGELÖST)
Die Legenden sind ahronoZogisah naah Prageherren angeord-
net; bei jeder LeerzeiZe weahseZt der Prageherr.
InnerhaZb dieser Absahnitte sind die Legenden in der Rei-
henfoZge ihres ersten Auftretens in diesem Katalog aufge-
führt. Legendentrennungen und Interpunktionszeiahen bZie-
ben unberüaksiahtigt; Ligaturen wurden aufgeZ~st.
Die ZahZen geben die jeweiZigen KataZognummern an.
NIKAIEQN BKE 1-3
NIKAIEQN fKE 4 5?
NIKAIEQN 6
TI KAAY~IOE KAIEAP EEBAETOE fEPMANIKOE ?
TI KAAYbiOE EEBAETOE fEPMANIKOE 8
AYTOKPATOPI KAIEAPI EEBAETQ OYEEITAEIANQ NE! 9
AYT KA! T AI A~P ANTQNEINOC 10
AYT KA! T AI A~P ANTONINOC CE 11
AY K M AYP ANTQNEINOC 12 13 14 15?
AY KA M AY ANTQNEINOC 16
[ ...••..•.. ] ANTQNI 1?
AYT KA! A AYPHAI OYHPOC 18
AY K M AYPH KOMO~[ •..•• ] 19
AYT K A CEIT CEOYHPOC IT 20 21
IOYAIA AYfOYCTA 22
AYT K M AYPH ANTQNINOC AYf 23
~OYA ITAAYTOAAA CEB 24
AYT K M OITEA CEOYHP MAKPEINOC AYr 25
M AYP CEYPH(!) AAE~AN6POC AY 26
M AYP CEYH AAE~AN~POC AYr 2?-29
M AYP CEY AAE~AN~POC AY 30
IOYAIA MAMAIA CEB 31 32?
IOYAIA MAMAIA AYr 32? 33
r !OY OYH MA~IMEINOC AY 34? 35-3? 48
r !OY OYH MA~IMEINOC AYr 39 40 44 4? 49 50 52
r !OY OH(!) MA~IMEINOC AYf 38 45
r !OYA OYH MA~IMEINOC AYf 41
r !OY OYH MA~MEINOC(!) AYf 42 43 46
r !OY OYH t1AZIMEINOC(!) AYf 51
r !OY OYH MA~IMOC K 53-64
r !OY OY MA~IMOC K 65
M ANT fOP~IANOC AYr 66 ?0-?6
M ANT fOP~IANOC AY 6?-69
CAB TPANKYAAINA C ??-BO
316 Index 3

M IOYAIOC ~IAinnOC AYr 81-85 126 127


M IOYAIOe(!) ~IAinnoc AYr 86-104
M OTAKEIAIA CEOYHPA 105
MAPKIA OTAKI CEOYHPA AYr 106-118
M IOYAIOC ~IAinnoC K 119 120
M IOYAIOe(!) ~IAinnoc K 121-125
MA IOYAIOC ~IAinnoC AY 128-132
AY KAI TPAIAN ~EKIOC AYr CE 133 134
AY KAI T MEC KY TPAIAN ~EKIOC AYr 135 136
EPENNIA ETPOYCKIAAA AYr 137 138
r MEC KYI EFE ETPOY ~EKION K 139-141
r OYAAENT MECCI KYINTON K 142 143
r OYAAENT OCT MEC KYINTON K 144
AYT K r BEIB rAAAOC AY 145-149 153-155 159-164
AYT K r BEIB rAAAOC A 150-152 156-158
AY K BEIB rAAAOC OYOAOCCIANOC 165-167
AY rAAAOC OYOAOCCIANOC K 168
r nOYB AIK OYAAEPIANOC AYr 169-173 175-180 183
r nOYB AIK(!) OYAAEPIANOC AYr 181 182
r nOYB AIK OYAAEPIANOC AY 174
r nOY AIK OYAAEPIANOC AYr 184-188
r nOY AIK OYAAEPIANOC AY 189-203
r n AIK OYAAEPIANOC CE 204-206
r n AIK OYAAEPIANOC CEB 207-215
noY AIK OYAAEPIANOC CE 216
nOY AIK OYAAEPIANOC CEB 217-221
nOY AI OYAAEPIANOC CEB 222-224
r nOYB AIK Er rAAAHNOC AY 225
r nOYB AIK ErNA rAAAHNOC AYr 226-230
r nOYB AIK ErN rAAAHNOC AYr 231-235
noY AIK ErNA rAAAHNOC 236
r nOYB AIK Er rA~AHNOC(!) AY 237 238
r n AIK rAAAIHNOC CEB 239-243 245
r n AIK rAAIHNOC(!) CEB 244
noY AI Er rAAAIHNOC CE 246-248 254
noY AI Er rAAAIHNOC CEB 249 255
no AI Er rAAAIHNOC CEB 250 251
noY AI ErN rAAAIHNOC CEB 252 253
KOPN CAAQNEINA(!) CEB 256-258
KOP CAAQNEINA CE 259
AYT OYAAEPIANOC rAAAHNOC CEBB 260 261
AYT OYAAEPIANOC rAAIHNOC(!) OYAAEPIANOC K CEBB 262
TIT ~OYA IOY MAKPIANOC CEB 263
<JU-8Gl SoıonOAQV Sonn;y~~ SO~YQOI, SoKd2W
'iGl-6[[ dUD2U~ Sonn;y~~ SO~YQOI, SOKd2W
8rl-90l uıDQOAQV Ud~n03~ u;y~KUıQ, u;KdUW
'i Ol ud~no3~ u;y~3Kuıo, u;Kduw
ar 9Gr t7or-re SoıonOAQV Sonn;y~~ SO~YQOI, SOKd2W
08-U ~ıoog3~ U02YYOKnUdl u;n~3gu~

96-99 soıonoAQV s~nu~gdoJ so~n~ınv, SoKd2W


[79-f:'i dUD2U~ Sort~3~W Sod~QO SO~YQOI, So~~J

<J'i-l7f: SoıonOAQV S0023rt~3UW Sod~QO SO~YQOI, So~~J

ç:ç: ~gç: uıoQOAQV u;urtuw u;ynor,


~(Jf: lf: ~ıoug3~ u;urtuw u;ynor,
Of:-9<J SoıonOAQV Sodgnu3tYV, Sod~n3~ So~y~dQV SOKd2W
Y<J SoıonOAQV S0023dKUW SOd~n03~ SO~Ytll0, SOKd2W dUD2U~ dmı~dKOıQV

l7<J ~ıoug3~ uyy;ınuyu u;noyno~

f:(J SoıonOAQV Son2nmınv, So~y~dQV SOKd2W dU02U~ dmı~dKOıQV

(J(J uıoQOAQV u;ynor,


l<J O<J jun~ıdtll Sod~n03~ So~rt;ın3~ SO~KQOV dUD2U~ dmı~dKOıQV

6l [···ı Sogort9~ So~y~dQV SOKd2W dUD2~~ dmı~dKOıQV

Bl Sod~QO So~y~dQV SO~KQOV d~02U~ dmı~dKOıQV

n s on2nmınv, ( • · • • · · · · · • • · ····ı
9l ~qr n-u S0023nmınv, So~y~dQV SOKd2W dUD2U~ dmı~dKOıQV
ll s9ıoug3~ son2nmınv, s~nu~d9V, so~y~v soı;ı duo2u~ dmı~dKOıQv
Ol son23nmınv, s~nn~d9V, so~y~v soı;ı duo2u~ dmı~dKOıQv

6 nm,~uK~3N ~nu~ounD3QO ~ıoug3~ ~duo;u~ ~doı~dKOıQv

8 S9K~nurtd3J S~ıoug3~ SO~ÇQUY~ So~dt8~l


6 S9K~nnrtd3J S~ıoug3~ dUD2U~ SO~ÇQUY~ So~dt8~l

9 nmt1UK~N

~q l7 ~~J snoı;ı nmt1UK~N

f:-l ~~g snoı~ nmt~UK~N

·uv Udawwnuôoıvıvx a~p uaqaô uaı~vz a~a


·uaqa~d~osaô ~ sıv daww~ ıs~ o
!ıd~nJaôjnv uawvN dap
uo~sdaA ua~o~ıqn aına~ dap u~ uapdnM uaıuv~dvaq~ad~os
·uaô~dQ~aôuv
-ua~ı~wvg uadap pun das~vx dap sı~vdıdod uap ı~w 6 "dN qv
'sosfiuo~a dapo uoııodv uoa jdox wap ı~w aı~as a~p 9-l"dN
~aq ıs~ sva ·apdnM ıô~ddaB ıadwaısdaıun wap ı~w a~p 'ag
-unw dap aı~as a~p Sdaav sıv ıı~ô ç: xapur u~ a~~ ·ısgıaô
-Jnv uapdnM uadnıvô~7 !ıô~ı~o~s~ondaqun ua~o~agsuo~ı~und
-daıur pun uaôunuuadıuapuaôa7 uaqa~ıq f7 xapur u~ ~onv
·ç: xapur u~ a~M ıaupdoaôuv osnvuaô pu~s uapuaôa7 a~a

(lSQ139dnV) N3aN393lS~3A~

tT X3 a N I

LtE
318 Index 4

AuToxpaTwP KaCoap TpaLavo~ 6EXLO~ AÜyouoTo~ EESao16~ 133 134


AuToxpaTwP KaCcrapruLo~ MtcroLo~
KuLvTo~ TpaLavo~ 6EXLO~ AÜyouoTo~ 135 136
'EpEvvLa 'ETpouoxLAAa AuyoüoTa EESaoTn 137 138
r&Lov MtcrcrLov KuLvTov 'EpEvvLov
'ETpoüoxov 6EXLOV KaGcrapa 139-141
faLov OuaAEVTa MtooLov KuGvTov KaGoapa 142 143
faLOV ÜUUAEVTU 'OoTLALUVOV
MtooLov KuLVTOV KaGcrapa 144
AuToxpaTwp KaCoap faLo~ BELSLo~
raAAo~ AüyouoTo~ 145-164
AuToxpaTwp KaCoap BELSLo~ raAAO~ OuoAoooLav6~ 165-167
AuToxpaTwp raAAo~ OuoAoooLavo~ KaCcr~p 168
raLo~ rrouSALo~ ALxLvLo~ ouaAEPLavo~ AÜyouoTo~ 169-203
ruLo~ rrouSALo~ ALxLvLo~ ouaAEPLavo~ EESaoT6~ 204-215
rrouSALo~ ALxLvLo~ OuaAEPLavo~ EESaoT6~ 216-224
r&Lo~ rrouSALo~ ALxLvLo~ 'EyvaTLo~ raAAnvo~ AÜyouoTo~ 225-235 237 238
rrouSALo~ ALxLvLo~ 'EyvaTLo~ raAAnv6~ 236
ruLo~ rrouSALo~ ALxLvLo~ raAALnvo~ EESacrT6~ 239-245
rrouSALo~ ALxLvLo~ 'EyvaTLo~ raAALnvo~ EESaoT6~ 246-255

KopvnALa EaAwvECva EESaoTn 256-259


AÜToxpaTOPE~ OuaAEPLavo~ xat
raAAnvo~ EESaoToL 260 261
AuToxpaTopE~ OuaAEPLavo~ xat faALnvo~ xat
OuaAEpLavo~ KaGoapE~ EESaoTOL 262
TLTo~ ~ouAouLo~ 'IouALO~ MaxpLavo~ EESaoT6~ 263
319

I ND E X 5
REVERSLEGENDEN (NICHT AUFGELÖST)
Die Legenden sind alphabetisch angeoPdnet; bei jedeP
Leepzeile wechselt die Initiale. LegendentPennungen
und IntePpunktionszeichen blieben unbePücksichtigt; Li-
gatuPen wuPden aufgelöst.
Analog zu den Indices 3 und 4 wiPd in diesem Index dieje-
nige Seite deP Münze RevePs genannt, die mit dem Obep-
stempel gepPagt WuPde. Auf dieseP Seite stehen bei den
NummePn 1 bis 9 die Namen deP PPoconsules, bei den Num-
mePn 10 bis 263 das Ethnikon mit etwaigen Zusatzen wie
Göttep- adeP Agonnamen.
Die Zahlen geben die jeweiligen KatalognummePn an.

Ar~NEC IEPOI OYAA rAAA NIKAIE~N 258


Ar~NEC IEPOI ITY8IA NIKAIE~N 237 238
AYrOYCTIA CEOYHPEIA NIKAIE~N 52
AYrOYCTIA CEOYHPIA NIKAIE~N 89
rETAN KAICAPA NIKAIEIC 23
r KAbiOE ITOY~OE AN8YITATOE NEIKAIE~N 7
biONYCIA NIKAIE~N 245
b!ONYCIA ITY8IA OYAAE rAAAHN NIKAIE~N 202-206
b!ONYCIA ITY8IA [ ... ) CEO AYr OYAAE rAAAHN NIKAIE~N 199
b!ON ITY8 OYAA rAA NIKAIE~N 215
blO ITY8 CEB NIKAIEUN 196 244
ETI! AN8YITATOY 8~PIOY ~AA 6
ETI! rAIOY ITAITIPIOY KAPB~NOE 1-3
ETI! rAIOY ITAITIPIOY KAPB~NOE P~MH 4 5
ETI! MAPKOY ITAANKIOY OYAPOY AN8YITATO 9
ETI!~ TEAE NIKAIEIC 10
IEPOI Ar~NEC ITY8IA NIKAIE~N 254
IEPOC ArUN ITY8IA NIKAIEUN 195
IEPOC Ar~N ITY8IA NIKAIE~N 198
IEPOC An-JN ITY8JA OYAA rM NIKAIESIN 201
IITITAPX NIKAIEDN 230 233 234 236
NEIKAIE~N 93
NIKAIE~N 12-18 20-22 24-26 28-51 53-88 90-92 94-109 112-145
147-152 157-177 181-188 197 216-219 222-229 231 232
235 242 243 246-253 256 257 259 und 263
NIKAIE~N 110 lll
NIKAIEtSN 207-214
NIKAIE~N APICT~N MEr 255
NIKAIE~N APICT~N MEriCT~N 262
NIKAIE~N BYZANTHlN OMO 153 156
NIKAIE~N BYZANTI~N OMONOI 155
NIKAIE~N BYZANTI~N OMONOIA 146 l.S4 178-180 i120 221
OMHPOC NIKAIE~N 19 260 261
OYAA rAAA AYrOY [ ... ) CEO Ar NIKAIE~N 190 193
ITAEI~IHNOE ~IPMOE ITATP~N ITO AN8YITATOE NEIK 8
P~MAI~N NIKHN NIKAIEIC 189 200 239-241
CAJ'APIC NIKAIE~N 27
C~THPI ACKAH NIKAIEIC ll
320

I ND E X 6
REVERSLEGENDEN (AUFGELÖST)
Die ReversZegenden sind aZphabetisah angeordnet; bei
jeder LeerzeiZe weahseZt die Initiale. Legendentrennun-
gen und Interpunktionszeiahen bZieben unberaaksiahtigt;
Ligaturen wurden aufgeZöst.
Sahreibvarianten, die in Index 5 angegeben sind, wurden
in diesem Index 6 unter der heute UbZiahen Sahreibung
zusammengefa~t; C wird immer aıs E gesahrieben.
Die ZahZen geben die KataZognummern an.
'AywvEs tEpot ouaAEp~avE~a raAAnvE~a N~~a~Ewv 258
'AywvEs LEpot ITuQ~a N~~a~Ewv 23'1 238
AÜyoUOTE~a EEounpE~a N~~a~EWV 52 89
r&~os Kaö~os Poüqıos 'Avı}uııaTos Nl.~a~e·wv '?
fETav Ka~oapa N~~a~E~S 23
~Lovuo~a N~~a~Ewv 245
~~ovuo~a rru~~a OuaAEp~aVE~a fetAAnVE~a N~~a~EWV 202 206 215
~~ovuo~a rru~~Ct [ •.• ] EEounpE~a AuyoUOTE~a
ouaAEp~avE~a faAAnvE~a N~~a~ewv 199
~~ovuo~a ITU~~a EEounpE~a N~~a~EWV 196 244
'Eııt 'Av~uııaTou 8wp~ou $Aa~~ou 6
'Eııt fa~ou ITaıı~p~ou K4pSwvos 1-3
'Eııt fa~ou ITaıı~p~ou KapSwvos 'p~~n 4 5
'Ext M&p~ou ITAav~~ou ou&pou 'Av~uııaTou 9
'Eıı~qıavE~ TEAEoqı6p~ N~~a~E~S 10
• IEpo1. aywVES rruha N~~a~EWV 254
'IEPOS aywv ITÜ~~a N~~a~EWV 195 198
'Irpos aywv ITu~~a OuaAEP~OVE~a fa~AnVE~a N~~a~EWV 201
"Iııııapxos N~~a~Ewv 230 233 234 236
NE~~a~EWV 93
N~~a~Ewv 12-18 20-22 24-26 28-51 53-88 90-92 94-145 147-152
15'1-1'1'1 181-188 19'1 20'1-214 216-219 222-229 231 232
235 242 243 246-253 256 25'1 259 und 263
N~~a~EWV aptOTWV ~EY~OTWV 255 262
N~~a~EWV BuÇaVT~WV o~6vo~a 146 153-156 1'18-180 220 221
·o~npos N~~a~Ewv 19 260 261
ouaAEP~avE~a raAAnvE~a AuyouaTE~a
[ .•• ] EEoUnPE~a aywv N~~a~EWV 190 193

'Pw~a~wv N~~nv N~~a~E~S 189 200 239-241


rayapCs N... ~a~Ewv 2'1
ZwT~P~ 'Ao~Anıı~~ N~~a~E~S 11
321

I ND EX 7
NAMEN VON PROCONSULES (AUFGELÖST)
Die Namen der Proconsules sind chronologisch geordnet.
Die kompletten Legenden, deren Bestandteiı diese Namen
sind, wurden in den Indices 5 und 6 aufgelistet.
Die Zahlen geben die Katalognummern an.
r&~o~ rrautp~o~ Kapawv 'Av~uua•o~ 1-5
Owp~o~ ~Aaxxo~ 'Av~uua•o~ 6
r&~o~ Ka6~o~ Poü~o~ 'Av~uua•o~ 7
rraa~6~nvb~ ~tp~o~ 'Av~uua•o~ ITa<pwv IT6Atw~ 8
Mapxo~ ITAavx~o~ ou&po~ 'Av~oua•o~ 9

I NDE X 8
NAMEN VON AGONEN
Dieser Index ist in drei Abschnitte gegliedert.
Im ersten Abschnitt stahen in der ersten Spalte die
Nam~n d~r Agone aufgelöst. In der aweiten Spalte stehen
die Namen nicht aufgelöst, und awar in der Form, wie sie
auf den MUnaen ersaheinen.
Im aweiten Abschnitt werden die Kombinationen dieser Namen
in aufgelöster Schreibweise alphabetisch geordnet aufge-
fUhrt.
Die Zahlen geben die jeweiligen Katalognummern an.
Im dritten Abschnitt werden Inschriften aufge-
Zistet, in denen diese Agone genannt sind.

ABSCHNITT 1
Aoyoua<t~a AYr 199
AYrOY 190 193
AYrOYCTIA 52 89
rAA 201 215
rAAA 190 193 258
rAAAHN 199 202-206
lı IO 196 244
lı ION 215
lıiONYCIA 199 202-206 245
'Ie:pÖs clyCÜv I EP OC ArQN 195 198 201
'Itpot ayi.iivt~ IEPOI ArQNEC 237 238 254 258
oüaAtp~avt~a OY AA 190 193 201 215 258
OYAAE 199 202-206
ITYO 196 215 244
ITYOIA 195 198 199 201-206 237 238 254
I:touıipt~a CEB 196 244
CEO 190 193 199
CEOYHPIA 89
CEOYHPEIA 52
[ ... ı [... ı 190 193 199
322 Index 8

ABSCHNITT 2
NAMEN VON AGONEN KOMBINATIONEN

Ein Name
ll~ovucr~a 245
'Aywv LEpoç nı'ı~~a 195 198
'AywvEç LEpoL n{ı~~a 23? 238 254

Zwei Narnen
AuyouaTE~a EEounpE~a 52 89
'AywvEç LEpoL ovaAEP~avE~a raAAnvE~a 258

Drei Narnen
ll~ovucr~a nu~~(X EEoUnPE~CX 196 244
'Aywv LEPOÇ rru~~(X ÜUCXAEp~aVE~CX fCXAAnVE~CX 201

Vier Narnen
ll~ovucr~a Tiu~~a ÜUCXAEp~avE~a fCXAAnVE~CX 202-206 215

Fünf Narnen
ouaAEp~avE~a raAAnvE~a AuyouaTE~a [ ... ] EEounPE~a aywv J90 193

Sechs Narnen
ll~ovucr~a nu~~(X [ ... ] EEoUnPE~CX
AÜyOUOTE~a ÜUCXAEp~aVE~CX fCXAAnVE~a 199

ABSCHNITT 3

NAMEN VON AGONEN INSCHRIFTEN


Agone in Nikaia sind insahriftZiah bezeugt:
AuyoucrTE~a - C.Bosch (1950) Nr.4 L.Moretti (1953)
Nr.80 (vgl. unten den Koromentar zu Nr.52)
Koıı6ôE~a - C.Bosch (1950) Nr.1
- s.şahin (1979) Nr.56 (vgl. unten den Koro-
mentar zu Nr.196)
- C.Bosch (1950) Nr.2 und Nr.5 = L.Moretti
(1953) Nr.82 und Nr.90 (vgl. unten den
Koromentar zu Nr.52)
ahne Namensnennung - zwei Inschriften bezeugen Aqone
des Ko[vov BE~~uv~a$ in der Zeit
des Nero bzw. des Caracalla: C.Bosch (1950)
Nr.3 und L.Moretti (1953) Nr.65 = IGR 249.
323

I ND E X 9
DARSTELLUNGEN AUF DEN REVERSEN
Bei den Münzen Nr.l bis 6 ist die Differenzierung nach
Avers und Revers nicht unprobıematisch. Deshaıb wurden
die Dionysos- bzw. Apoııonk8pfe dieser Münzen ebenfaııs
in diesem Index aufgenommen.
Die Zahıen geben die jeweiıigen Kataıognummern an.

AD LER
Ein Adler steht auf einem Cippus mit
ausgebreiteten Flügeln nach rechts und
wendet den Kopf nach links; rechts wie
links daneben je eine Standarte 15 (Mara AureıJ

ALT AR
Ein Altar, um den sich eine Schlange
windet 11 (Antoninus Pius)
Ein Altar zwischen zwei gro8en
Fackeln (des Demeterkultes) 14 6 (Trebo. Gaııus)
220 221 (Vaıerian)

APOLLON
Kopf des Apollon mit Lorbeerkranz
nach rechts tauf dem Avers) 1-3 (C.Pap.Carbo)

ARTEMIS(?)
Eine Jagerin (Artemis oder Nikaia)
lauft im Chiton nach links; sie
halt in der Rechten einen Bogen und
zieht mit der Linken einen Pfeil
aus dem Köcher; zu ihren Fü8en lauft
eine Bindin nach links 130 (Philipp II. J

ASKLEPIOS
Asklepios steht halb nackt im Himation
von vorn und wendet den Kopf nach links;
mit der Rechten halt er seinen
Schlangenstab 34 (Maximinus)
54 (Maximus); 102 (Phiıippus senior);
118 (Otaciıia Severa); 222 (Vaıerian I.)
Asklepios, dargestellt zusammen mit
Hygieia und Telesphoros 142 143 (Hostiıianus)
324 Indi c es

ATHENA
stehend nach links mit Schild, 18 (Lucius Verus)
Speer und Eule 86 (Phiıippus I.)
stehend nach links mit Schild,
Sceptrum (oder Speer) , Eule
und Altar 25 (Macrinus)
stehend nach links mit Schild, 3 5 3 7 ( Maximinus)
Speer und Patera 93 (Phiıippus I.)
110 111 (Ota.Severa); 137 138 (Herennia
EtrusciZZa); 175 (VaZerianus I.)
stehend nach links mit Schild, 36 (Maximinus)
Speer und Nikefigur 224 (VaZerianus I.)
stehend nach links mit Speer
und Patera 1 03 (Phiıippus I.)
in Angriffshaltung nach rechts
stehend mit Schild und Speer 112 (Otaciıia Severa)
sitzend mit Sceptrum und Patera 1 6 1 ( Trebonianus Ga ı Zus)
sitzend mit Schild, Speer und
Nikefigur 186 (VaZerianus I.)
stehend, dargestellt zusammen
mit Prometheus bei der Erschaf-
fung des Menschen 2 9 ( Severus A Zexander)

CHARITEN
die Chariten stehend, nackt, in
einer Dreiergruppe 165-167 (VoZusianus)

CISTA MYSTICA 17 (Marcus Aureıius)

DEMETER
stehend, mit Ahrenkranz, Ahren 38 (Maximinus)
und langer Fackel 77 (TranquiZZina)
126 127 82 94 95 104 (Phiıippus I.)
113 (Ota. Severa) 120 (Phiıippus II. Caes.)
145 149 150 (Trebonian. GaZZus)
169 207-209 (VaZerianus I.)
sitzend, mit Ahrenkranz, Ahren 96 (PhiZippus I.)
und langer Fackel 119 (Phiıippus II. Caes.)
163 (Trebonian. GaZZus)
172 181 183 (VaZerianus I.)
231 2 3 2 ( GaZUenus)

DIKAIOSYNE
stehend mit Füllhorn und Waage, 39 (Maximinus)
rneist mit Kalathos 87 97 (PhiZippus I.)
114 (OtaciZia Severa)
151 (Trebonian. GaZZus)
191 218 219 (Va Zerianus I. )
251 252 ( GaZZienus)
Index 9 325

DIONYSOS
- Kopf mit Lorbeerkranz 4-6 (C.Pap. Carbo)
9 (Vespasianus)
- stehend, mit Thyrsos und 98 99 (Philippus I.)
Kantharos 159 (Trebonianus Gallus)
196 217 (Valerianus I.)
244 (Gallienus)
- stehend mit Thyrsos, Kantharos
und Panther 253 (Gallienus)
- sitzend, dargestellt zusammen
mit einem Satyr 16 (Marcus Aurelius)

ELEFANTENKOPF 6 (Thorius FlaccusJ

EPHIALTES -+ PAN EPHIALTES

FACKELN -+ ALTAR

GENIUS MIT NIKAIA


der Genius von Byzantion reicht
der Stadtgöttin Nikaia die Hand 178-180 (Valerianus I.)

GETA
Geta Caesar stehend nach links 23 (Caracalla)

GRAZIEN -+ CHARITEN

GRUPPEN -+ ASKLEPIOS mit Hygieia u. Telesphoros


-+ ATHENA mit Prometheus u. "Adam"
-+ DIONYSOS mit einem Satyr
-+ GENIUS von Byzantion mit Nikaia
-+ CHARITEN
-+ NIKAIA mit Sangarios
-+ VALERIAN mit Gallienus u.Cor.Valer.

HELlOS
in Quadriga nach rechts
fahrend 26 (Sever>Us Alexander)

HERA
sitzend mit Sceptrum und Patera 66 (Gordianus III.)

HERAKLES
stehend mit Keule und Löwenfell 12 (Marcus Aurelius)
("Herakles Farnese") 78 (Tranquillina)

HIPPARCHOS
sitzend, var ihm Globus auf
einer Saule 230 233 234 236 (Gallienus)
326 Indices

HOMER
Büste nach rechts 19 (Commodus)
sitzend nach links 260 261 (Valer1:an u. Gallienus)

HOMONOIA
stehend, mit Füllhorn und 24 (Plautilla)
Patera, davor ein Altar 1 O1 (Ph i lippus I. )
153-156 (Trebon. Gallus)
stehend, mit Füllhorn und 40 (Maximinus)
Pa tera 55-57 (Maximus Caesar)
67-69 (Gordianus III.)
115 (Otacilia SEvera)
1 3 9- 1 4 1 (Her. Etruscus)
164 (Trebo. Gallus)
184 (Valerianus I.)
sitzend, mit Füllhorn und 84 85 1 00 (Philippus I.)
Pa tera 105 (Otacilia Severa)
122 (Philippus Caesar)
144 (Hostilianus)
176 223 (Valerianus I.)
227-229 (Gallienus)
257 (Salonina)

HYGIEIA
stehend, mit Patera und einer 13 14 (Marcus Aurelius)
Schlange 79 (Tranquillina)
stehend, mit Sceptrum, Patera
und Schlange 1 71 (Valerianus I.)
sitzend, mit Patera und Schlange 41 (Ma:riminus)
stehend, dargestellt mit
Asklepios und Telesphoros ~ ASKLEPIOS mit Hygieia
und Telesphoros

INSCHRIFT
NIKAIEQN 8 (Claudius)
NIKAIEQN im Kranz 1 68 ( Volusianus)

KOPF
Kopf des Apollon ~ APOLLON
Kopf des Dionysos ~ DIONYSOS
Kopf des Homer ~ HOMER

KRANZ ~ INSCHRIFT im Kranz


Index 9 327

KYBELE
auf einem Löwen reitend 90 (PhiZippus I.)
106 (Otacilia Severa)
sitzend, mit Trommel und 147 148 (Trebo. GaUus)
Patera, daneben Löwe(n) 173 177 194 (Valerianus I.)

NEMESIS
sitzend, mit Füllhorn, 42 (Maximinus)
Patera und Rad 58 (Maximus Caesar)

NI KAlA
sitzend, mit Füllhorn und 43 (Maximinus)
Thyrsos 59 (Maximus Caesar)
70 71 (Gordianus III.)
stehend, mit Preiskrone
und Patera 133 (Traian Decius)
stehend, mit zwei
Preiskronen 157 158 160 (Trebo. GaUus)
als Jagerin -+ ARTEMIS ( 130)
stehend, mit dem Genius -+ GENIUS mit Nikaia
sitzend, mit Blume, davor Sangarios 28 (Sever.Alexander)

NIKE
stehend nach links, mit Lorbeer- 116 (Otaciı.Severa)
kranz und Palmzweig 1 28 (Philipp II.Aug.)
stehend, mit Tropaion 189 200 (Valerianus I.)
und Schild 239-241 (GaUienus)
gehend nach rechts, mit Lorbeer-
kranz und Palmzweig 259 (Salonina)

PAN EPHIALTES
gehend nach links, mit
Kappe und Weinschlauch 121 (Philippus Caesar)

PH I LI PPUS
reitend nach links (Adventus) 81 (Philippus I.)
reitend nach rechts (Attacke) 91 92 (PhiZippus I.)

PREISKRONE(N)
eine Preiskrone 107 (Otaciı.Severa)

zwei Preiskronen mit einem 52 (Maximinus)


Geldbeutel 89 (Maximus Caesar)
drei Preiskronen 190 193 195 198 (Valcrianus I.)
262 (Valerian, GaUienus u. Valer.II.)
328 Indices

weiter PREISKRONEN

drei Preiskronen auf 237 238 (Gaııienus)


einer Platte 258 (Salonina)
drei Preiskronen auf 199 201-205 215 (Valerianus I.)
einem Tisch 254 (Gallienus)
Preiskrone(n) als + NIKAIA mit Preiskrone(n)
Attribut(e) + TYCHE mit Preiskrone(n)

PROMETHEUS
Prometheus mit Athena + ATHENA mit Prometheus

QUADRIGA
Quadriga mit Helios + HELlOS in Quadriga

RINGMAUER
Ringmauer von Nikaia 255 (Gallienus)
263 (Macrianus)

ROMA
sitzend, mit Speer und 4 s (C.Pap.Carbo)
Victoriola 44 (Maximinuc)
sitzend, mit Schild, S pe er
und Pa tera 60 (Maximus Ca e sar)
sitzend, mit Schild und Kranz 61 (Maximus Caesar)
ahnliche Darstellungen + ATHENA

SAGARIS + SANGARIOS

SANGARIOS
nach links ruhend 27 (Sever.Alexander)
Sangarios mit Nikaia + NIKAIA mit Sangarios

SARAPIS
stehend, mit Sceptrum 45 (Maximinus)
und Ahren(?) 135 136 (Traian Decius)
212 213 (Valerianus I.)
stehend, mit Sceptrum, 72 (Gordianus III.)
daneben ein Altar 185 (Valerianus I.)
gehend nach rechts, mit Sceptrum 123 (Philippus Caes.)

SATYR
Ein Satyr bei Dionysos + DIONYSOS und ein Satyr
Index 9 329

SCHLANGE
in Cista mystica + CISTA MYSTICA
um einen Altar + ALTAR mit Schlange
als Attribut der Hygieia + HYGIEIA

ST ANDARTEN
drei Standarten 30 (Sever.Alexander)
33 (Julia Mamaea)
neben einem Adler + ADLER zwischen Standarten

STADTMAUER + RINGMAUER von Nikaia

TELESPHOROS
stehend, im Kapuzenmantel 1O (Antoninus Pius)
stehend, zwischen
Asklepios und Hygieia + ASKLEPIOS mit Hyg.u.Telesph.

TEMPEL
Ein Teropel mit sechssauliger 32 ( Julia Mamaea)
Fassade 47-51 (Maximinus)
64 65 (Maximus Caesar)
76 (Gordianus III.)
Ein Teropel mit sechssauliger
Fassade, darin die Statue der 46 (Maximinus)
Tyche mit Füllhorn und Ruder 80 (Tranquillina)
Zwei Teropel mit fünfsauligen
Passaden 108 109 (Otacil.Severa)

THYRSOS
Thyrsos mit Pinienzapfen und
Bandern 1-3 (C.Pap. CarboJ
als Attribut des Dionysos + DIONYSOS

TISCH
Tisch mit Preiskronen + PREISKRONEN auf einem Tlsch

TüR 4 ( Claudius)
330 Index 9

TV CHE
- stehend, mit Füllhorn 22 (Julia Domna)
und Ruder 62 (Maximus Caesar)
73-75 (Gordianus III.)
83 88 (Philippus I.)
117 (Otaciı.Severa)
129 131 132 (Philipp II.Aug.)
152 (Trebo. Gallus)
174 182 210 211 (Valerianus I.)
242 (Gallienus)
- stehend, mit Ruder und Patera 124 (Phiıippus Caes.)
- stehend, mit zwei Preiskronen 170 (Valerianus I.)
- stehend, mit Füllhorn und
zwei ader drei Preiskronen 188 (Valerianus I.)
- stehend, im Teropel + TEMPEL mit Tychestatue
- sitzend, mit Füllhorn 134 (Traianus Decius)
und Ruder 192 (Valerianus I.)
- sitzend, mit drei Preiskronen 187 (Valerianus I.)
- sitzend, mit Füllhorn 197 (Valerianus 1.)
und drei Preiskronen 243 (Gallienus)

VALERIAN, GALLIENUS UND VALERIAN II.


Valerianus I., Gallienus und 216 (Valerianus 1.)
Cornelius Valerianus beirn Opfer 246-249 (Gallienus)

ZEUS
sitzend, mit Sceptrurn 20 (Septim.Severus)
und Patera 63 (Maximus Caesar)
125 (Philippus Caes.)
162 (Trebo.Gallus)
214 (Valerianus I.)
225 (Gallienus)
stehend, mit Sceptrurn und Zweig 53 (Maximus Caesar)
331

I ND E X 10
GEGENSTEMPEL

A Kopf eines bartigen Kaisers 21

c Nike nach rechts (Avers) 15 21 23

D Nike (Reversgegenstempel)
nach rechts 57 64-66 69 72 73 75 76
nach linKs 67 68 70

E Kopf eines (fast) unbartigen Regenten


nach rechts 26-28 31 34 35 40-42 44-46 48 49
51 53 57-60 62 63 67 69 71 75 77
nach links 43 53 56
"Kümmerformen" 37 39 47

F Zahlen-Gegenstempel

Zahl t:, 4 21 22 28 36 134 259

Zahl H 8 29 90 92 98-100 104 106 108


111 127 128 149 161 209

MEHRFACH GEGENGESTEMPELTE MüNZEN

Münzen mit zwei verschiedenen Gegenstempeln


28 57 67 69 75
Münzen mit drei verschiedenen Gegenstempeln
21
BE S C H R E I B U N G E N D E R MU N Z E N
AUF D E N T A F E L N 25 - 361 D I E
N I C HT I N D E R K Ö L NE R
SAMMLUNG VON MUNZEN
A US NI KA I A L I E G E N
335

TAFEL 25
ABB,l/2 Medaillon des Philippus (244-249) aus Dorylaion in Phrygi-
en (Gewicht nicht angegeben)
Vs: M(apxo~) IOYAIOC - ~IAIITITOC AYf(oucrTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum (hinter den Hals und über die Schul-
tern gelegt) und Lorbeerkranz, von vorn gesehen, nach rechts; auf
dem Brustpanzer ein Gorgoneion
Rs: EITI TIMAIOY - APX(ouTo~) ~OPYAAE/QN
Philipp reitet nach links und erhebt grüBend die Rechte
SNG v.Aulock 8359 (stempelgleich); ex: Kress, Auktion 158 Nr.1468
Kress, Auktion 162 Nr.1560 = Kress, Auktion 165 Nr.1189
Das Stück wird oben erwahnt auf 5.22 und 23.
ABB.3/4 Tetrassarion (reduziert), 9.36g, des Philippus II. als Au-
gustus (247-249) aus Nikomedeia in Bithynien
Vs: M(apxo~) IOYAIOC ~IAIITITOC AYf(oucrTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum (hinter den Hals und über die Schul-
tern gelegt) und Lorbeerkranz, von vorn gesehen, nach rechts; auf
dem Panzer ein Gorgoneion
Rs: NIKOMH~EQN ~IC NEQKOP-QN
Demeter sitzt in Chiton und Peplos nach links auf einem Baumstumpf;
sie tragt einen Ahrenkranz und halt mit der Linken eine lange Fak-
kel und in der ausgestreckten Rechten Alıren und einen Mohnstengel;
vor dem Baumstumpf eine Patera und eine Schlange (Attribute der
Hygieia)
unpubliziert; Kölner Sarnınlung (dort auch ein zweites, stempelgleiches
Exemplar).
Das Stück wird oben erwahnt auf 5.31.
ABB,5 Antoninian, 3.73g, des Philippus I.(244-249), gepragt in
Rom im Jahr 248 n.Chr.
Vs: IMP(erator) PHILIPPVS AVG(ustus)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von hinten gese-
hen, nach rechts
Rs: (hier nicht abgebildet) SAECVLV-M NOVVM
Jupiter thront in der cella eines sechssauligen Tempels von vorn;
er halt in der Linken ein Sceptrum und auf der Rechten eine Victo-
riola
Cohen 198; RIC 25(b); ex: Peus Nf. Auktion 299 (1980) Nr.638
Das Stück wird oben erwahnt auf Seite 31.
~BB.6 Antoninian, 4.09g, gepragt im Namen von Philipp II. als
Augustus (247-249) in Rom im Jahr 248 n.Chr.
vs: wie bei der Münze auf Abb.5, jedoch ist das Gesicht jünger
Rs: (hier nicht abgebildet) SAECVLARES AVGG (für Augustorum)
Eine Ziege geht nach links; im Abschnitt das Emissionszeichen III
Cohen 72; RIC 224; ex: Peus Nf. Auktion 299 (1980) Nr.644
Das Stück wird oben erwahnt auf Seite 31.
336 Beschreibungen

ABB,7 Billon-Tetradrachme, ohne Gewichtsangabe, gepragt unter


Philippus I. (244-249) in Antiochia am Orontes (Syrien)
Vs: AYTOK(paTwp) K(atoap) M(apxo~) IOYAI(o~) ~IAIITITOC CEB(aoT6~)
Büste mit Panzer und Lorbeerkranz, von vorn gesehen, nach links
Rs: (hier nicht abgebildet) 8HMAPX(~xn~) EEOYCIAC YITATO(~ TO) 8
Ein Adler steht mit ausgebreiteten Flügeln nach linksı er tragt
einen Kranz im Schnabelı im Abschnitt ANTIOXIA 1 S(enatus)
C(onsuıto)
BMC - ı ex: Peus Nf. Liste 34 (1973) Nr.105
Das Stück wird oben erwahnt auf Seite 31.

ABB.8 Billon-Tetradrachme, 12.13g, gepragt unter Philippus II.


als Augustus (247-249) in Antiochia am Orontes (Syrien)
Vs: wie beider Münze auf Abb.7, jedoch mit jüngerem Gesicht
Rs: (hier nicht abgebildet) wie beider Münze auf Abb.7
BMC - ı SNG Fitzwilliam Museum 5915 ı ex: Peus Nf. Auktion 301 (1981)
Nr.945
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 31.

ABB.9 Sestertius, 21.62g, gepragt unter Trebonianus Gallus


(251-253) in Rom
Vs: IMP(erator) CAES(ar) C (für Gaius) VIBIVS TREBONIANVS GALLVS
AVG(ustus)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: PIETAS AVGG (für Augustorum) - S(enatus) - C(onsuıto)
Pietas steht capite velato mit zum Gebet erhobenen Handen nach
li~ksı neben ihr steht ein brennender Altar (hier ist die Rück-
seite der Münze nicht abgebildet)
Cohen 86ı RIC 116aı ex: Sternberg, Auktion 1981 Nr.766
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 44.

ABB,10/11 Triassarion (reduziert), 4.55g, gepragt im Namen des Ho-


stilianus Caesar (250-251) unter Trebonianus Gallus (251-
253) im Jahr 251 in Nikomedeia in Bithynien
Vs: r(a~ov) OYA(AEVTa) OCTI(A~avov) MEC(o~ov) KYINTON K(aLoapa)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von vorn gesehen,
nach rechts
Rs: Im Lorbeerkranz: NIKOM/H8EQN 8!/C NEQKO/PQN
ex: SNG v.Aulock 7131
Die Münze wird oben erwahnt auf denSeiten 43 und 51.

ABB.l2 Tetrassarion (reduziert), 8.20g, gepragt unter Volusian


als Augustus (251-253) in Byzantion in Thrakien
Vs: AYT(oxpaTwp) K(atoap) f(a~o~) BEIB(~os) OYOAOCCIANOC A(ÜyouoTos)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten gese-
hen, nach rechts
Rs: (hier nicht abgebildet) EITI ICAYPIKOY B-YZANTI-QN
ein Delfin nach rechts zwischen zwei Thunfischen nach links
ex: E.Schönert-Geiss (1972) Tafel 107 Nr.1808 (=Paris 492)
Das Stück wird oben erwahnt auf Seite 51.
Tafel 25-36 337

ABB. 13/14 Antoninian, (ohne Gewichtsangabe publiziert), gepragt


unter Trebonianus Gallus (251-253) im Namen des Volusia-
nus Caesar (251) in Rom
Vs: C (für Gaio) VIBIO VOLVSIANO CAES(ari)
Kopf mit Paludamentum und Strahlenkrone nach rechts
Rs: PRINCIPI IVVENTVTIS
Volusian steht als princeps iuventutis mit Speer und einem kur-
zen Stab nach links
Cohen 100; RIC 134 Tafel 14 Abb.1 (dieses Exemplar)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 53.

ABB.15 Aesmünze, 18.10g, gepragt unter Gallienus (253-268) in


Tripolis in Lydien (zur Lage: J.Keil (1939) Sp.203)
Vs: AY(ToxpaTwp)•K(aLoap)•IT(ou~ALOç)·-A-1(xGvLoç) - fAAA1HNO/C
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: (hier nicht abgebildet) TP1-ITO-AE1/TnN
Ein viersauliger Tempel mit "syrischem" Giebel; darin Leto in
Chiton und Peplos von vorn thronend mit dem Kopf nach rechts; in
den Armen halt sie ihre beiden Kinder Apollon und Artemis
ex: SNG v.Aulock 3327
Die Münze wird oben erwahnt auf Seitc 64.

ABB.16 Aesmünze, 15.71g, gepragt unter Gallienus (253-268) in


Tripolis in Lydien (zur Lage: J.Keil (1939) Sp.203)
Vs: AY(ToxpaTwp)•K(aLoap)•IT-O(u~ALoç)•A-1K(GvLoç)·fAAA1HNO/C
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: (hier nicht abgebildet) TP1ITO-AE1Tn/N
Ein Tisch mit Beinen in der Form von Löwenbeinen, daran kleine
Löwenköpfe (vgl. die Münzen Nr.201 und 215 der Kölner Sammlung);
dazwischen ITY/91/A; auf dem Tisch eine Preiskrone mit der Auf-
schrift AHTn/E1A
ex: SNG v.Aulock 3328
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 64.

ABB, 17/18 Tetrassarion (reduziert) , (ohne Gewichtsangabe publi-


ziert), gepragt unter Gallienus (253-268) in Nikaia in Bi-
thynien irgendwann um 256 n.Chr.
Vs: ITO(U~ALoç) A1(xGvLoç) EfN(aTLoç) fAAA1HNOC CEB(aoT6ç)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: N1KA1EQN- BYZANT1nN 1 OM/[ON/01]/A
Ein brennender Altar zwischen zwei Fackeln
ex: Winkel/Bielefeld, Auktion 10 Nr.1475
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 16 und 65 Anm.42.
338 Beschreibungen

ABB.l9 Antoninian, 3.32g, gepragt unter Valerian (253-260) in


Mailand, etwa im Jahr 257
Vs: IMP(eratori) P(ubıio) LIC(inio) VALERIANO AVG(usto)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: (hier nicht abgebildet) VIRT-VS AVG(usti)
Virtus steht in Rüstung nach links; sie halt in der Linken Schild
und Speer; auf der ausgestreckten Rechten tragt sie eine Victo-
riola
Cohen 257; RIC 266; ex: Münzen und Medaillen-Galerie Köln, Auktion 19
(1982) Nr.267
Die Münze wird oben erwahnt auf der Seite 71.

ABB,20 Antoninian, 3.16g, gepragt unter Gallienus (253-268) in


Rom, etwa um das Jahr 254
Vs: IMP(erator) [C(aesar) P(ubıius)) LIC(inius) GALLIENVS AVG(ustus)
Büste mit Panzer und Strahlenkrone, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: (hier nicht abgebildet) CONCORDIA EXERCIT(us)
Concordia steht nach links; sie halt im linken Arın ein Doppelfüll-
horn und in der ausgestreckten Rechten eine Patera
Cohen 131; RIC 132; ex: Münzen und Medaillen-Galerie Köln, Auktion 19
(1982) Nr.272
Die Münze wird oben erwahnt auf der Seite 71.

TAFEL 26
ABB,l Aesmünze, (ahne Gewichtsangabe publiziert), gepragt unter
Septimius Severus (193-211) in Perinthas in Thrakien
Vs: (hier nicht abgebildet) AY(toxp&twp) K(a~oap) A(oux~oç)
CEIT(tG~~oç) - CEYHPOC IT(€pt~va;)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: E-ITI-~HMIA·B•CEYHPOY 1 ITEPIN8IQN 1 NEQKOPQN
Bine Galeere, von deren Ruderbanken zehn sichtbar sind, wird nach
links gefahren; auf dem Bug steht Septimius Severus grüBend nach
links; im Hintergrund ein Tempel mit achtsauliger Fassade
ex: E.Schönert-Geiss (1965) Tafel 26 Nr.463 = BMC 33
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 72.

ABB.2 Aesmünze, 16.77g, gepragt unter Valerian (253-260) in


Anazarbos in Kilikien im Jahr 272 (=253/254 n.Chr.}
Vs: (hier nicht abgebildet) AYT(oxp&twp) K(a~oap) IT(ouSA~oç)
AIK(Gv~oç)(!) OY-AAEPIANOC CE(Saot6ç)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von vorn gesehen,
nach rechts; unter der Nase eine Verletzung des Stempels
Rs: ANAZ-APBOY MH-TPOIT(6AEwç) -·A (für ~pwtnç)•M(EyLotnç)•K(aAALotnç)
T(wv)·/ r (für TP~WV E~apxE~WV K~A~MLaç 'IoaupGaç AvxaovGaç
~poxa~EÇO~€vnç) - f (für TP~WV VEwx6pwv) / ET(ouç)·B·OC
Sechs Preiskronen
SNG v.Aulock 5508 (stempelgleich); ex: Deutsche Privatsammlung;
zur Auflösung der stadtischen Ehrentitel vgl. P.Weiss (1979) S.545-
552
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 72.
Tafel 25-36 339

ABB.3 Aesmünze, 17.90g, gepragt unter Valerian (253-260) in


Anazarbos in Kilikien im Jahr 272 (=253/254n.Chr.)
Vs: wie bei der Münze Taf. 26 Abb.2 (stempelgleich) (hier nicht abge-
bildet
Rs: AYT(oMpaTwp) K(atoap) OYAA-EPIAN-OC ANAZAPB(ou) / AYT(oMpaTwp)
fAAAI/HNOC- A (für xpwTn~) / M(EyıoTn~) - K(aAAıoTn~) - (~TOU~)
BO/C
Valerian und Gallienus tragen Tunica, Toga und Lorbeerkranz und
sitzen auf einer sella nach links
SNG v.Aulock 5507 = P.R.Franke (1968) Nr.21 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 72.

ABB,4 Aesmünze, (ohne Gewichtsangabe publiziert), gepragt unter


Valerian (253-260) in Anazarbos in Kilikien im Jahr 272
(=253/254n.Chr.)
Vs: (hier nicht abgebildet; nach der Beschreibung bei O.Bernhard
(1929) zitiert): AYT(oMpaTwp) K(atoap) IT(ooaA~o~) AIK(ıv~o~)
OYAAEPIANOC CEB(aoT6~)
Büste mit Panzer und Lorbeerkranz nach rechts
Rs: ANAZAPB MHTPO-ITO ET BOC - A M K / r r (Auflösung wie bei der Münze
Tafel 26 Abb.2); im Abschnitt fYMNACI/APXIA
Ein groBer Uter ("Gemeinschaftswaschbecken") eines Gymnasions;
links ein Lorbeerkranz, rechts ein gefüllter Weinschlauch (als
Kampfpreise); rechts daneben steht Valerian nach links; er halt
in der Rechten eine Tellerfackel und in der Linken einen Hahn
(Anspielungen an Wettkampfe im Gymnasion: Fackellauf und Hahnen-
kampf)
ex: O.Bernhard (1929) Revers Tafel 7 Abb.20 (Provenienz: Berlin)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 72.

ABB.5 Aesmünze, 20.90g, gepragt unter Valerian (253-260) in


Mopsos in Kilikienim Jahr 323 (=255/256n.Chr.)
Vs: (hier nicht abgebildet) AYT(onpaTwp) K(atoap) OYAAEPIANOC
CE(aao•6~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: AfiPI(avwv) MO~[EAT]QN
Eine Brücke mit fünf Bögen, in denen 6-Q-P-E-A s~eht; darauf ein
Torbau und der FluBgott Pyramos mit Schilfstengeln nach links la-
gernd; im Feld die Datierung ET(ou~) f/KT; unter der Brücke der
FluB Pyramos, darunter ITYPAMOC
H.v.Aulock (1963) Nr.84 = SNG v.Aulock 5747 = P.R.Franke (1968) Nr.
84 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf der Seite 73.
340 Eeschreibun~en

ABB.6 Aesmünze, 15.83g, gepragt unter Gallienus (253-268) in


Synnada in Phrygien
Vs: (hier nicht abgebildet) AYT(oxp&Twp)·K(aLoap)•IT(ouSALOç)·
AI(x~vLoç)•Ef(vaTLoç)•fAAAIHNOC
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: C-Y-NNA~-EQN
Zwei Gladiatoren im Kampf: Ein Retiarius springt nach links und
versucht, sich mit seinem Dreizack eines Secutors zu erwehren,
der Helm und Schild tragt; im Hintergrund ein Behalter, aus dem
zwei Palmzweige heraushangen
SNG v.Aulock 3998 = P.R.Franke (1968) Nr.264 (dieses Foto); zur In-
terpretation des Palmzweigbehalters vgl. R.Ziegler (1978) 8.89-92.
Die Münze ist oben erwahnt auf Seite 73.

ABB,7 Dekassarion, 14.32g, gepragt unter Valerian (253-260)


im Namen des Cornelius Valerianus Caesar (256-258) in
Attaleia in Pamphylien
Vs: (hier nicht abgebildet) ITOY(SALOV) AIK(~VLOV)•K(a~oapa)•
OYAAEPIANON·EY(otSnv)•CEB(aoTov)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten ge-
sehen, nach rechts; davor das Wertzeichen !(=10)
Rs: Im Lorbeerkranz: IEPOC (aywv) / ATTAAEQN / OAYMITIA / OIKOYME/NI-
KOC
SNG v.Aulock 4633 = P.R.Franke (1968) Nr.256 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 73.

ABB,8 Dekassarion, 14.o8g, gepragt unter Valerian (253-260) im


Namen des Saloninus Valerianus Caesar (258-260) in Perge
in Pamphylien
Vs: (hier nicht abgebildet) ITO(uSALoç) AIK(~vLoç)·CAAQN(ELVoç)·
OYAAEPIANO(ç) CEB(aoToç)
Büste mit Paludamentum und Lorbeerkranz nach rechts; darunter
ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln, der den Kopf nach rechts
richtet; rechts im Feld das Wertzeichen !(=10)
Rs: ITEPfAIQN·NEQKOPQN
Drei Geldbeutel auf einer Truhe
SNG v.Aulock 4755 = P.R.Franke (1968) Nr.262 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 73.

ABB.9 Hendekassarion, 15.72g, gepragt unter Gallienus (253-


268) in Side in Pamphylien
Vs: (hier nicht abgebildet) AYT(oxp&Twp) KAI(oap) ITO(uSALoç)
AI(x~VLoç)(!) fAAAIHNOC CE(SaoToç)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten ge-
sehen, nach rechts; über dem Kopf ein Stern; vor dem Portrait
das Wertzeichen IA(=11), das spater durch den Gegenstempel E(=5)
getilgt wurde
Rs: CI~HTQN - [NE]QKOPQN
ein DreifuB, darauf eine Preiskrone mit Palmzweigen
F.Imhoof-Blumer (1901/2) S.345 Nr.43, sonst unpubliziert; ex: Deutsche
Privatsammlung; die Münze wird oben erwahnt auf Seite 73.
Tafel 25-36 341

ABB.lÜ Aesmünze, 16.73g, gepragt unter Valerian (253-260) in


Tralleis an der lydisch-karischen Grenze
Vs: (hier nicht abgebildet) AYT(oxpaTwp) K(a~oap) ITO(uSA~o~)
AIKINN(~o~) BAAEPIANOC
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: TPAAAIANnN:rrPnTnN·EAAAôOC
Ein Tisch mit Kampfpreisen; rechts eine Preiskrone mit der Auf-
schrift ITY8IA; in der Mitte zwei Palmzweige; links daneben ein
Lorbeerkranz, darin die Legende 0/AYM/ITIA; unter dem Tisch eine
Amphore
SNG v.Aulock 3297 P.R.Franke (1968) Nr.245 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 73.

ABB.ll Hendekassarion, 15.39g, gepragt unter Gallienus (253-


268) in Syedra in Kilikien
vs: (hier nicht abgebildet) AYT(oxpaTwp) KAI(oap) ITO(uSA~o~)
AIK(~v~o~) fAAAIHNOC CE-B(aoT6~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten ge-
sehen, nach rechts; davor das Wertzeichen IA(=ll)
Rs: CYEôPEnN 8EMIC
zwei Athleten beim Ringkampf
SNG v.Aulock 5905 = P.R.Franke (1968) Nr.259 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 73.

ABB.l2 Aesmünze, 16.oog, gepragt unter Valerian (253-260) in


Tarsos in Kilikien
Vs: (hier nicht abgebildet) AY(ToxpaTwp) KAI(oap) ITOY(S\~o~)
AI(x[v~o~) OYAAEPIANOC CE(SaoTO~) - IT(a<nP) - IT(aTp~6o~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: TAPCOY 1 MHTPOITO/AEnC
ein Tisch mit drei Preiskronen; darunter CEOYHPIA OAYM-IT(~a) 1
AôPIANIA ITY(~~a)(?) 1 AYfOYC(T~a)·AKT-I(a); über den Preiskronen
A (für npwT~~) M(Ey[oT~ç) K(aAA~OT~~)
SNG v.Aulock 6077 = P.R.Franke (1968) Nr.251 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 73.

ABB.l3 Tetrassarion (reduziert), 7.70g, gepragt unter Gallienus


(253-268) in Nikomedeia in Bithynien im Jahr 256
Vs: (hier nicht abgebildet) ITO(uSA~o~) AI(x[v~o~) EfN(aT~o~)
fAAAIHNOC AYf(ouoTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: NIKOMHôEnN - TPIC NEnKOPnN
Tyche sitzt in Chiton und Peplos nach rechts und halt auf ihren
ausgestreckten Handen je einen Neokorietempel; ein dritter Tempel
ist über ihrem Kopf abgebildet
SNG v.Aulock 7146 = P.R.Franke (1968) Nr.177 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf der Seite 74.
342 Beschreibungen

ABB.l4 Pentassarion (reduziert) , 10.26g, gepragt unter Valerian


und Gallienus (253-260) in Nikomedeia in Bithynien, 256
Vs: (hier nicht abgebildet) AYT(oxpaTopE~) OYAAEPIANOC (xaL) fAAAHNOC /
CEBB (für CESaoToL)
die Büsten der beiden Kaiser in Panzer, Paludamentum und mit Strah-
lenkronen einander gegenüber
Rs: Eine Galeere fahrt nach linksı dahinter die drei Neokorietempel
der Stadtı darunter NIKOMH~EQ/N TPIC NEQK/OPQN
SNG v.Aulock 858 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 74.

ABB.l5 Tetrassarion (reduziert), 9.12g, gepragt unter Valerian


(253-260) in Nikomedeia in Bithynien im Jahr 256 n.Chr.
Vs: ITO(uSALo~) AIK(LVLo~) OYAAE(PIA]NOC AYf(ouoTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts (die Vorderseite der Münze ist hier nicht abge-
bildet)
Rs: NIKOMH~EQN / [TP]IC NEQK/(O]PQN
die drei Neokorietempel von Nikomedeiaı der mittlere von vorn,
der rechte nach links, der linke nach rechts gerichtetı als Akro-
there auf dem mittleren Teropel der Kaiser mit Sceptrumı auf den
beiden anderen je eine Nike mit Lorbeerkranz und Palmzweig
SNG v.Aulock 7139 (stempelgleich) ı ex: Kölner Sammlung
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 74.

ABB.l6 Tetrassarion (reduziert), 6.88g, gepragt unter Valerian


(253-260) in Nikomedeia in Bithynien im Jahr 256 n.Chr.
Vs: (hier nicht abgebildet) ITO(uSALo~) A(I]K(LVLo~) OYAAEPIANOC
AYf(ouoTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: NIKO/MH~EQN / TPIC NCQ/KOPQN(!)
Drei Preiskronen mit durch Punkte angedeuteten Schriftbandern;
in der mittleren Krone zwei Palmzweigeı in den beiden auBeren
nur je ein zweig
SNG v.Aulock 7140 (stempelgleich, aber Reversstempel nachgraviert)ı
ex: Kölner Sammlung
Die Münze wird oben erwahnt auf der Seite 74.

TAFEL 27
ABB,l Multiplum im Wert von zwei Solidi, 10.65g, gepragt unter
Galerius Maximianus (305-311) in Alexandria in Agypten
Vs: IMP(erator) G(aZerius) MAXIMI-ANVS P(ius) F(eZix) AVG(ustus)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: (hier nicht abgebildet) IOVI CON-SERVATORI
Jupiter steht nackt mit einer Chlamys über den Schultern von vorn
und wendet den Kopf nach linksı er tragt einen Kranz, halt mit der
Linken ein Sceptrum und auf der Rechten einen Victoriolaglobusı
im Feld das Beizeichen r, im Abschnitt ALE(xandria)
ex: M.R.-Alföldi (1963) Tafel 1 Abb.13 (Provenienz: Sammlung Montagu)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 76.
Tafel 25-36 343

ABB.2 Solidus (etwas vergröBert; Originaldurchmesser 20mm),


(ahne Gewichtsangabe publiziert), gepragt unter Constan-
tin I. (307-337) in Constantinopel im Jahr 328
vs: CONSTANTI-NVS MAX(imus) AVG(ustus)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Rosettendiadem, von vorn gese-
hen, nach rechts; das Auge "pietistisch" nach oben gerichtet
Rs: (hier nicht abgebildet) CONSTANTINI-ANA DAFNE
Victoria sitzt nach links und wendet den Kopf nach rechts; sie
halt in den Handen einen Palmzweig und einen Schilfstengel; var
ihr ein Tropaeum und ein am Beden kauernder Kriegsgefangener;
links im Feld das Beizeichen B; im Abschnitt CONS*
ex: M.R.-Alföldi (1963) Tafel 18 Abb.227 (Provenienz: Kopenhaqen)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 76.

ABB.3/4 As, 10.14g, gepragt 117 in Rom unter Hadrian (117-138)


"Vs": IMP( erator) CAESAR TRAIANVS HADRIANVS AVG(ustus)
Büste mit Lorbeerkranz und Paludamentum über der linken Schulter,
von vorn gesehen, nach rechts
"Rs": wie auf der anderen Seite, jedoch tragt die Büste kein Paluda-
mentum und ist von hinten gesehen
unpubliziert; vgl. Cohen 844; RIC 996-997; R.Göbl (1978) Tafel 27
Abb.315-316; zur Datierung P.V.Hill (1970) 8.119-124; ex: Deutsche
Privatsammlung - Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 76.

ABB,S/6 Medaillon, (ahne Gewichtsangabe publiziert), gepragt


unter Valerian und Gallienus mit Cornelius Valerianus
(256-258) in Nikaia im Jahr 256
Vs: AYT(oxp&TopEç) K(aLcrapEç) OYAAEPIANOC /•fAAAIHNOC · / OYAAEPI-
ANOC 1 CEBBB (für GE~acrToL) die Büsten von Valerian (links, nach
rechts), von Cornelius Valerian (in der Mitte, nach rechts) und
von Gallienus (rechts, nach links); alle drei tragen Paludamenta
und Lorbeerkranze
Rs: MEfiC/TQN APIC/T-Q-N 1 NIKAIEQN
drei Preiskronen; in jeder stecken zwei Palmzweige
ex: Mabbott calleetion 1164 = Münzen und Medaillen AG/Basel, Auktion
13 (1954) Nr.878 (diese Fotos)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 78.

ABB,7/8 Triassarion (reduziert), 5.05g, gepragt unter Valerian


(253-260) im Namen des Cornelius Valerianus Caesar (256-
258) um das Jahr 256 in Nikaia
Vs: IT(ouSALOç) A(LXLVLOç) KOP(vnALoç) OYAAEPIANOC K(aCcrap)
Büste mit Panzer und Paludamentum, von vorn gesehen, nach rechts
Rs: IITITAPXOC - NIK[AIEQN]
Hipparchos, dargestellt ahnlich wie bei den Münzen Nr.230, 233
und 234 der Kölner Sarnınlung (s.o.S.293-294)
ex: SNG v.Aulock 7097 (diese Fotos)
Die Münze wird oben erwahnt auf der Seite 79.
344 Beschreil.ıungen

~BB.9 Pentassarion (reduziert), 14.14g, gepragt unter Valerian


und Gallienus (253-260) in Nikaia um 256
Vs: (hier nicht abgebildet) stempelgleich mit den Kölner Stüeken 260
und 261 (s.o.S.306), SNG v .Aulock 7081 und Waddington 821
Rs: OIKIC-TAI N-IKAI/EnN
Die Jagerin Nikaia steht nach rechts; sie tragt einen Kalathos,
einen kurzen Chiton und Stiefel; mit der Linken halt sie einen
Bogen; die Rechte reicht sie Dionysos, der ihr gegenüber nach
links steht; der Gott tragt ebenfalls einen kurzen Chiton und
eine Chlamys; er halt mit der Linken einen mit Bandern geschmück-
ten Thyrsos; vor ihm steht ein Panther in "Vorstehhaltung", der
den Kopf zu Dionysos umwendet
ex: SNG v.Aulock 7082 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 77-78.

ABB.10 Pentassarion (reduziert), 11.85g, gepragt unter Valerian


und Gallienus (253-260) in Nikaia um 256 n.Chr.
Vs: AYT(oxpaTOPE~) - OYAAEPIANOC (xa~) fAAAHNOC CEBB (für CESaoToL)
Büste des Valerian nach rechts, gegenüber der Büste des Gallienus
nach links; beide Kaiser tragen Panzer, Paludamentum und Strahlen-
krone (Die Vorderseite ist hier nicht abgebildet.)
Rs: TON OIKI-C-THN NIKAIEIC
Herakles steht nackt von vorn und wendet den Kopf nach links; er
halt in der Linken sein Löwenfell und im rechten Arın eine Keule;
links zu seinen FüBen der Kopf eines androkephalen Stieres nach
links
ex: SNG v.Aulock 7080 (dieses Foto)
zur Rüakseite: Der Kopf des androkephaZen Stieres könnte auf eines der
zwölf Abenteuer des HerakZes hinweisen, auf die Bezwingung des Kreti-
sahen Stieres. Dieser Stier wurde aber nie mit einem Mannerkopf dar-
gesteııt (vgı. H. VögtZi (19??) 8.30-33).
Der androkephaıe Stier ist dagegen eine weitverbreitete DarsteUungs-
art von Flu~göttern. Vielleicht gab es einen heute vergessenen loka-
Zen MYthos, in dem HerakZes den Gott Sangarios des gZeiahnamigen FZus-
ses im Territorium von Nikaia besiegt hat. Naah Memnon von Herakleia
wurde Nikaia aıs Toahter von Sangarios und Kybeıe angesehen (s.o.S.
211-212 im Kommentar zu Nr.2? der KöZner SammZung).
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 77-78.

ABB, 11/12 Tetrassarion (reduziert), 8. 71g, gepragt un ter Gallienus


(253-268) im Namen der Salonina in Nikaia und 256/257
Vs: KOPN(nALa) CAAnNEINA CEB(aoTn)
Drapierte Büste mit Stephane, von hinten gesehen, nach rechts
Rs: NIKA-I-EnN
Valerian und Gallienus, beide in Panzer und Paludamentum mit
Strahlenkrone, Stiefeln und Speer, geben sich die Hand; rechts
daneben steht der Caesar Cornelius Valerianus in Tunica und Toga
ex: SNG v.Aulock 731 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 81-82.
Tafel 25-36 345

ABB.13 Antoninian, 3.68g, gepragt unter Gallienus (253-268) in


Samosata (Kommagene) zwischen ca.255 und 258
Vs: (hier nicht abgebildet) IMP(erator) C(aesar) P(ublius) LIC(inius)
GALLIENVS P(ius) F(elix) AVG(ustus)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von hinten ge-
sehen, nach rechts
Rs: PIETAS AVGG (für Augustorum)
Valerian und Gallienus stehen sich gegenüber und opfern über ei-
nem brennenden Altar
Cohen 792; RIC 447; A.Alföldi (1967) S.128-130 Tafel 24 Abb.20 und
Tafel 25 Abb.1 und 2; ex: Münzen und Medaillen-Galerie Köln, Auktion
19 (1982) Nr.279 (dieses·Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 83.

ABB.14 Antoninian, 3.38g, gepragt unter Gallienus (253~268) im


Namen der Salonina in Samosata (Kommagene) ca.258-260
Vs: (hier nicht abgebildet) CORN(elia) SALONINA AVG(usta)
drapierte Büste mit Stephane auf einer Mondsichel nach rechts
Rs: CONCORDIA AVGG (für Augustorum)
Gallienus und Salonina reichen sich die Hand; darüber ein Stern
Cohen 31a; RIC 63; A.Alföldi (1937) S.130-131 Tafel 28 Abb.5-7;
ex: Deutsche Privatsammlung
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 84.

ABB.15/16 Antoninian, 2.77g, gepragt unter Valerian (253-260) im


Namen des Cornelius Valerianus Caesar (256-258) in Rom
Vs: P(ubl-ius) LCI (für LIC(inius)) VALERIANVS CAES(ar)
Büste mit Paludamentum und Strahlenkrone, von hinten gesehen,
nach rechts
Rs: PIETAS AVGG (für Augustorum)
Priestergerate: Lituus, Stilum, Capis, Simpulum und Aspergillum
mit P LIC: Cohen 45-47; RIC 19; ex: Peus Nf., Auktion 299 (1980)678
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 84.

ABB, 17/18 Diassarion, 13. 39g, gepragt un ter Septimi us Severus ( 193-
211) im Namen des Caracalla als Augustus (198-217) in Ni-
kaia zwischen 198 und ca.204
Vs: AYT(oxp&Twp)[·K(atoap)]·M(apxos)·AYPH(A~os)·- ANT~NEINOC
AYr(ouoTos)
Büste mit Lorbeerkranz, von hinten gesehen, nach rechts; dahinter
ein hochovaler Gegenstempel mit einer Nike mit Kranz und Palm-
zweig nach rechts
Rs: EIC AI~NA TOYC KYPI[OYC]/ NIKAIE~N
Septimius Severus und Caracalla, beide in Panzer und Paludamentum
mit Stiefeln, Speer und Lorbeerkranz, geben sich die Hand; rechts
neben ihnen steht Geta in Tunica und Toga nach links und opfert
aus einer Patera über einem brennenden Altar
ex: SNG v.Aulock 590 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 85.
346 Besclıreibungen

ABB,l9 Argenteus, 3.41g, gepragt unter Maximianus Herculeus


(286-310) in Siscia um 295
Vs: (hier nicht abgebildet) MAXIMIA-NVS AVG(ustus)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: VIRTVS - MILITVM
Die Tetrarchen (Diocletian, Maximian, Constantius und Galerius)
opfern vor einem Lagertor; im Abschnitt (sacra moneta) SIS(ciana)
Cohen 627; RIC 52b; ex: Leu AG, Auktion 45 (1970) Nr.639
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 85.

ABB, 20/21 Triassarion (reduziert) , (ohne Gewichtsangabe publi-


ziert), gepragt unter Valerian (253-260) im Namen des
Saloninus Valerianus(?) (258-260) in Nikaia um die Jahresmitte 258
Vs: [ •...•.. OY] AAEPIANOC K(a'Coap)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: NIKAI-HlN
Nike eilt im Chiton mit Kranz und Palmzweig nach rechts
Waddington 802, Revers Tafel 86 Abb.39, dort verkannt als Münze des
Valerianus I.; heute im British Museum; Foto vom Gips.
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 64, 65 Anm.42, 84-85 und
94; die Vorderseite ist vergröBert abgebildet auf Tafel 36 Abb.3.

ABB,22 Antoninian, 4.o7g, gepragt unter Valerian (253-260) in


Antiochia (Syrien) ca.256-258
Vs: (hier nicht abgebildet) IMP(erator) VALERIANVS P(ius) F(elix)
AVG(ustus)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: VICTORIA AVGG (für Augustorum)
Victoria steht auf einem Globus nach links; sie halt in der Rech-
ten einen Lorbeerkranz und mit der Linken einen Palmzweig
Cohen 236; RIC 288; A.Alföldi (1937) 8.125-128 Tafel 21 Abb.20;
ex: Deutsche Privatsammlung
Die Münze wird oben erwahnt aus Seite 123.

ABB,23 Triassarion (reduziert), (ohne Gewichtsangabe publiziert),


gepragt unter Valerian (253-260) im Namen des Saloninus
Valerianus Caesar (258-260) in Kios in Bithynien wohl im Jahr 258
Vs: IT(ouSALO~) A(LH~VLO~) C(aAWVE'Cvo~) OYA-AEPIANOC K(a'Coap)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: (hier nicht abgebildet) KIA-NnN
Zwei Ziegenböcke stehen sich gegenüber; sie haben ihre Vorder-
hufe auf den Rand eines groBen Volutenkraters gestellt.
ex: Waddington (Kios) Nr.138 Tafel 53 Abb.21 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 86.
Tafel 25-36 347

ABB,24/25 Oktassarion (reduziert), 8.28g, gepragt unter Valerian


(253-260) um 259/260 in Nikaia
Vs: ITOY(SA~os) AIK(Gv~os) OYAAEPIANOC CE(Sacr<6s) eder CEB(acr<6s)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn ge-
sehen, nach rechts
Rs: Die Ringmauer von Nikaia, darin APICTQN 1 ME-f(~crTwv), darunter
NIKAIEQN
ex: Sammlung Walter Niggeler Nr.596, ansonsten unpubliziert
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 15, 89-90 und 94.

TAFEL 28
ABB,l Oktassarion (reduziert), 9.67g, gepragt unter Gallienus
(253-268) ca.256-261 in Prusias ad Hypium in Bithynien
Vs: (hier nicht abgebildet) [ ..•.• ] AIK(~v~os)- fAAAIHNOC
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz nach rechts
Rs: [ITPOYC]IEQN ITPOC YIT[IQ]
Ein Stadttor mit zwei Türmen, darunter ·H·(=BJ
ex: SNG v.Aulock 915 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf denSeiten 91, 146 und 153.

ABB,2/3 Oktassarion (reduziert), 5.70g, gepragt unter Macrianus


(260-261) im Frühjahr 261 in Nikaia
Vs: TIT(os) ~OYA(ou~os) IOY(A~os) MAKPIANOC CE-B(acr<6s)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: NIKAIEQN - BYZANTIQN 1 OM/ON/OI/A
Zwei Fackeln neben einem brennenden Altar
ex: SNG v.Aulock 734 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 48 und 89.

ABB,4/5 Oktassarion (reduziert), 5.82g, gepragt unter Gallienus


(253-268) in Nikaia wohl 260 eder 261
Vs: ITOY(SA~os) AI(H~V~os) Ef(va<~os) fAAAIHNOC
Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: NIKAI/EQN
Dionysos fahrt in einer Elefanten-Quadriga nach links; er halt
in der Linken einen Thyrsos und in der Rechten einen Kantharos
SNG v.Aulock 724 (Avers stempelgleich); ex: Deutsche Privatsammlung
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 91 und 93.

ABB.6 Sestertius, (ohne Gewichtsangabe publiziert), gepragt


unter Augustus (27-14) im Namen des Tiberius zwischen 10
und 14 n.Chr. in Lugdunum in Gallien
Vs: (hier nicht abgebildet) [TI(berius) CAESAR A]VGVSTI F(ilius)
IMPE[RATOR V eder VII] Kopf des Tiberius nach links
Rs: Die ara Lugdunensis, darunter ROM(ae) ET AVG(usto); rechts dane-
ben ein rechteckiger Gegenstempel mit einem Monogramm
ohne Gegenstempel: Cohen 28-30 bzw. 35-36; RIC 365 bzw.369; ex:
Numismatic Fine Arts Ine., Liste 10 (1978) Nr.348 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 116.
348 Leschreibun~en

ABB.7 Medaillon, 40.65g, gepragt unter Philippus (244-249) in


der thrakischen Stadt Bizya
Vs: (hier nicht abgebildet) AYT(oxpaTwp) M(apxoç) IOYA(~oç) -
~IAITITIOC AYf(ouoToç)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von vorn gese-
hen, nach rechts
Rs: Die Ringmauer von Bizya; das Torgebaude ist zweigeschossig; in
den beiden Nischen neben dem Tor figürliche Darstellungen; über
dem Torbogen (im ObergeschoB) sieben Nischen mit Plastiken oder
Büsten von Personen oder Göttern; im Torbogen ein zur Halfte her-
untergelassenes Fallgatter; die Ringmauer hat zwei Tore und ins-
gesamt zehn Türme mit Zinnen; im Inneren der Stadt Hauser, Tempel,
drei Statuen auf hohen Postamenten und eine Szene aus einem
Wagenrennen; darunter BIZYHNnN
ex: J.Jurukova (1981) Tafel 23 Abb.137 (Berlin, Slg.Löbbeckel
Das Medaillon wird oben erwahnt auf Seite 90-91 Anm.74.

ABB.8 Sestertius, (ohne Gewichtsangabe publiziert), gepragt


unter Nero (54-68) in Rom zwischen 64 und 66(?)
Vs: NERO CLAVD(ius) CAESAR AVG(ustus) GER(manicus) P(ontifex)
M(aximus) TR(ibunicia) P(otestate) IM(perator) P(ater) P(atriae)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts; dahinter ein rechteckiger
Gegenstempel mit dem Monogramm des Vitellius (69)
Rs: (hier nicht abgebildet) DECVRSIO 1 S(enatus) C(onsuZto)
Nero reitet mit eingelegter Lanze nach rechts; er wird von einem
Adjutanten begleitet
mit ••• IMP PP und ohne Gegenstempel: Cohen 84; RIC 128; BMC 311-313;
ex: Ratto/Mailand, Auktion von 1956 Nr.65 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 115.

ABB.9 Assarion oder Diassarion, (ohne Gewichtsangabe publiziert),


gepragt unter Claudius (41-54) in Herakleia in Bithynien
Vs: (hier nicht abgebildet) Legende nicht mehr lesbar ( •... TIBEPI-
nı ... ?) Kopf mit Strahlenkrone nach rechts
Rs: (Fortsetzung der Averslegende:) KAAYöl(~) - KAICAPI / HPA(xA~aç?)
Poseidon steht nach links; er tragt über der linken Schulter eine
Chlamys, halt in der Linken einen Dreizack und auf der Rechten
einen Delfin(?) oder eine Patera(?); rechts unten ein rechtecki-
ger Gegenstempel mit einem Monogramm
ex: Waddington (Herakleia) 81 Tafel 58 Abb.1 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 113.

ABB,lÜ Assarion oder Diassarion, 11.72g, gepragt unter Vespasian


(69-79) im Namen des Titus Caesar, wohl in Nikomedeia
Vs: AYTOKP(aTwp) T[IT)O~ KAI~AP ~EBA~(Toü) YIO~
Kopf nach rechts; dahinter ein rechteckiger Gegenstempel mit einem
Monogramm, das aufzulösen ist zu MnTp6noA~ç BE~~uv(aç
Rs: (hier nicht abgebildet) (EnL) M(apxou) MAIKIOY POY~O[Y AN)9YTIATOY
MH(Tpon6AEWÇ BE~~uv(aç)
Eine Palme, ein Brustpanzer und ein Helm, ein Schild und zwei Lan-
zen (Anspielungen auf den gewonnenen Jüdischen Krieg)
ex: SNG v.Aulock 6910 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 114.
Tafel 25-36 349

ABB.ll Assarion oder Diassarion, 11.01g, gepragt unter Oornitian


(81-96) in Bithynien (Nikomedeia oder Prusias ad Hypium ?)
Vs: [AYT( Ol!P(lTWP) l\OMIT] IANOl: KAH [AP LEBAl:TOl:]
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts; davor ein rechteckiger Gegen-
stempel mit dem Monogramm des Traian
Rs: (hier nicht abgebildet) [KAliETlti\10-N l:EBAl:TON]
Der Tempel des Jupiter Capitolinus mit viersauliger Fassade von
vorn
ex: M.J.Price (1967) Tafel 3 Abb.2 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 114-115.

ABB.l2 Hemiassarion, 4.o1g, gepragt im 1.Jahrhundert n.Chr. in


Tomis in Untermoesien
Vs: Die Büste des "groBen Gottes von Tomis" nach rechts; ins Gesicht
eingeschlagen ein rechteckiger Gegenstempel mit TPA(Lav6~)
Rs: (hier nicht abgebildet) TOMITıtN
Ein Adler steht mit ausgebreiteten Flügeln nach links und wendet
den Kopf nach rechts
B.Pick/K.Regling (1910) S.628 und S.659 Nr.2508; sonst unpubliziert;
ex: Deutsche Privatsammlung
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 115.

ABB. 13 Eine Aesmünze vom gleichen Typ wie das Stück Tafel 28
Abb.11, 9.03g
Vs: (hier nicht abgebildet); wie Tafel 28 Abb.11
Rs: wie die Rückseite von dem Stück Tafel 28 Abb.11, jedoch ein qua-
dratischer Gegenstempel mit dem Monogramm l!POY(OLEWV) der Stadt
Prusias ad Hypium
ex: M.J.Price (1967) Tafel 3 Abb.3 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 115.

ABB.l4 Tetrassarion, 20.73g, gepragt unter Traian (98-117) in


Prusa in Bithynien
Vs: AYT(ol!paTwp) NEP(oua~) TPAIANOC KAICAP CEBA(oTo~) fEPM(aVLl!6~)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts; davor ein rechteckiger
Gegenstempel
Rs: (hier nicht abgebildet) EIP-HNH - CEBAL:TH - li-P(ouoatwv)
Eirene steht in Chiton und Peplos von vorn und wendet den Kopf
nach links; sie halt im linken Arm ein Füllhorn und in der aus-
gestreckten Rechten einen Zweig
ex: SNG v.Aulock 867 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 115.

ABB,l5 Diassarion, 20.15g, gepragt unter Antoninus Pius (138-


161) in Bithynion Klaudiopolis
V~: AYTO(l!paTwp) KAICAP - ANTQNEINOC
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts; davor ein fast quadratischer
Gegenstempel mit dem Monogramm des Antinoos(?)
Rs: (hier nicht abgebildet) Al\PI-ANQN / BI8YNIEQN
Asklepios und Hygieia stehen sich gegenüber
ex: SNG v.Aulock 298 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 115-116.
350 Beschreibungen

ABB.l6 Assarion(?), (ohne Gewichtsangabe publiziert), gepragt


unter Antoninus Pius (138-161) im Namen des Marcus Aure-
lius Caesar (141-161) in Bithynion Klaudiopolis
Vs: M(apxo~) AYPHAIOC - OYHPOC K[AICAP]
Kopf nach rechts; davor eine fast quadratische Kontermarke mit
dem Stern des Antinoos(?)
Rs: (hier nicht abgebildet) A6PIANQN - BI9YNIEQN
Hermes geht nackt nach rechts; um die Schultern tragt er eine
Chlamys, die im Wind flattert; in der Rechten halt er sein Kery-
keion
ex: Waddington (Bithynion) 24 Tafel 42 Abb.4; ein sehr ahnliches
Stück in besserer Erhaltung (ohne Gegenstempel) in: SNG Kopenh.339
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 116-117.

ABB.l7 Diassarion (reduziert) (ohne Gewichtsangabe publiziert),


gepragt unter Severus Alexander (222-235) in Nikaia
Vs: [M(apxo~) AYP(nAGo~) CEY]H(po~) AAE~AN[6PO]C AY(youoTo~)
Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten gese-
hen, nach rechts; davor ein rechteckiger Gegenstempel mit einem
Monogramm
Rs: (hier nicht abgebildet) NI-KAI-EQN
Homonoia steht in Chiton und Peplos nach links; sie halt im linken
Arın ein Füllhorn und in der ausgestreckten Rechten eine Patera
ex: Waddington 604 Tafel 82 Abb.30 (dieses Foto); aus anderen Stem-
peln: SNG v.Aulock 618
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 117.

TAFEL 29
ABB.l Eine Aesmünze des Domitian vom gleichen Typ wie die Stük-
ke auf Tafel 28 Abb.11 und 13, 9.35g
Vs: wie bei Tafel 28 Abb.11; jedoch ein hochovaler Gegenstempel mit
einem Frauenkopf nach rechts
Rs: wie bei Tafel 28 Abb.13 (mit dem gleichen Gegenstempel) (die Rück-
seite ist hier nicht abgebildet)
ex: M.J.Price (1967) Tafel 3 Abb.5 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 118.

ABB.2/3 Diassarion, (ohne Gewichtsangabe publiziert), gepragt


unter Commodus (177-192) in Nikaia, wohl um 188
Vs: AY(ToxpaTwp)·M(apxo~)·AY(pnAGO~)·KO(~o6og)·- A[NTQNEI]N(o~)
Büste mit Panzer und Paludamentum, von hinten gesehen, nach
rechts; hinter dem Kopf ein hochovaler Gegenstempel mit einer
Nike mit Kranz und Palmzweig nach rechts
Rs: KOM0-6EIA / [NIKAIE]QN
In der Mitte steht eine agonistische Losurne; dahinter zwei nack-
te Athleten, die sich ihre soeben gezogenen Losnummern ansehen
oder den Bizeps des rechten Armes anspannen; rechts ein dritter
Athlet nach links, der in der Linken eine Rute(?) halt und gerade
eine Losnummer gezogen hat
ex: Waddington 320 Tafel 75 Abb.19 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 120-121.
Tafel 25-36 351

ABB.4 Tetrassarion, (ohne Gewichtsangabe publiziert), gepragt


unter Commodus (177-192), wohl um 188 in Nikaia
Vs: (weder hier noch bei Waddington abgebildet; die Legende lautet
nach Waddington:) [ ••• ) M(&pxo~) AY(pnA~os) KOM(o6o~) ANT~N(Etvo~)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: NIKA-[IE~N)
Ein Tisch mit Kampfpreisen: auf dem Tisch in der Mitte eine Büste
des Commodus mit Lorbeerkranz nach rechts; daneben rechts und
links eine Preiskrone mit je einem Palmzweig darin; auf der Tisch-
kante eine nicht mehr lesbare Aufschrift; auf einer Platte in hal-
her Höhe der Tischbeine drei kleinere Kampfpreise, vielleicht
Geldbeutel
ex: Waddington 303 Revers Tafel 75 Abb.7 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 121 und 133.

ABB.5 Tetrassarion, 25.o9g, gepragt unter Commodus (177-192)


in Nikaia, wohl um 188
vs: (hier nicht abgebildet) A(uToxpaTwp) K(a~oap) M(apxo~) AY(pnA~o~)
KO(vo6o~)·-·ANTWNIN(o~)·
Büste mit Paludamentum und Lorbeerkranz, von hinten gesehen,
nach rechts
Rs: NIKA-IEWN
Zwei Preiskronen mit je einem Palmzweig liegen auf einem Tisch;
zwischen den Tischbeinen KOMO/fiEIA
ex: SNG v.Aulock 7030 = P.R.Franke (1968) Nr.243 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 121.

ABB.6 Sestertius, 27.88g, gepragt unter Commodus (177-192) in


Rom zwischen Dezember 188 und Dezember 189
Vs: (hier nicht abgebildet) M(arcus) COMMODVS ANT(oninus) P(ius) -
FELIX AVG(ustus) BRIT(annicus)
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: [P(ontifex) M(aximus) TR(ibunicia) P(otestate) XII]II IMP(erator)
VIII- VICT(oriae) [FELI(ci)]
Zwei Schilde, auf denen S(enatus) bzw. C(onsulto) zu lesen ist,
stehen auf einer Basis mit CO(n)S(ul) V P(ater) P(atriae);
von rechts kommt Victoria angeflogen und halt eine Girlande über
die Schilde
Cohen 948; RIC 530; ex: BMC IV Nr.633 Revers Tafel 108 Abb.8 (dieses
Foto); die Münze wird oben erwahnt auf Seite 121.

ABB.7 Tetradrachme, 9.71g, gepragt unter Commodus (177-192) in


Alexandria in Agypten im (fiktiven) Jahr 29 des Marcus
Aurelius 188/189 n.Chr.
vs: (hier nicht abgebildet) M(apxo~) A(upnA~o~) KOM(o6o~) ANTQ(vE~vo~)
- CEB(aoTo~) EYCEB(n~) Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts
Rs: LK8 Commodus steht in Tunica und Toga nach links; er tragt einen
Lorbeerkranz, den ihm gerade die hinter ihm stehende Nike aufge-
setzt hat; mit der Linken halt Commodus ein Sceptrum; in der
Rechten eine Patera, aus der er über einem brennenden Altar
opfert
Dattari 3856; BMC 1434; HCC 582; Milne 2682; GeiBen Band 3 Nr.2239;
ex: Kölner Sammlung; oben erwahnt auf Seite 121.
352 :Ueschreibunı:en

ABB.8 Denar, 3.37g, gepragt unter Septimius Severus (193-211)


im Namen des Caracalla als Augustus (198-217) in Rom im
Jahr 206 n.Chr.
Vs: (hier nicht abgebildet) ANTONINVS - PIVS AVG(ustus)
Büste mit Lorbeerkranz, von hinten gesehen, nach rechts
Rs: VOTA SVSCEPTA XX
Caracalla (links) opfert capite velato über einern brennenden Al-
tar; daneben Geta (rechts) als Princeps iuventutis; hinter dem
Altar (v.vorn) ein Flötenspieler
Cohen 693; RIC 181; P.V.Hill (1964) Nr.847 und 870 (ahnliche Pragun-
gen zu den Decennalien bei P.V.Hill (1964) Nr.544, 550 und 552)
ex: Deutsche Privatsammlung
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 85.

ABB, 9/10 Tetrassarion, (ahne Gewichtsangabe publiziert), gepragt


unter Septimius Severus (193-211) im Namen des Geta als
Caesar (198-209) in Nikaia, um 204n.Chr.
Vs: [C]EITTIMIOC- fETAC·KAICAP
Büste mit Panzer und Paludamentum, von hinten gesehen, nach
rechts; dahinter ein hachavaler Gegenstempel mit einer Nike mit
Kranz und Palmwedel nach rechts
Rs: CEOYHPEIA ~IAA~EA[~EIA] 1 NIKAIEnN
Eine Preiskrone, darin zwei Palmzweige
ex: Waddington 526 Tafel BO Abb.26 (diese Fotos)
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 123.

ABB,ll Tetrassarion, 28.85g, gepragt unter Septimius Severus


(193-211) im Namen des Caracalla als Augustus (198-217)
in Nikaia, um 204 n.Chr.
Vs: (hier nicht abgebildet) [AYT(oxp&Twp) K(a~oap) M(apxo~)]
AYPHAIOC- ANTnNINO(C AYf(ouoTo~)J
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts; dahinter ein hachavaler Gegen-
stempel mit einer Nike mit Kranz und Palmzwe!g nach rechts
Rs: CEOYH[PEIA ~IAA~EA~EIA] 1 NIKAIEnN
Ein Regent (Septimius Severus ader Caracalla) fahrt in einer
Quadriga nach links; er halt mit der Linken ein Sceptrum und auf
der Rechten eine Preiskrone
ex: SNG v.Aulock 7040 = P.R.Franke (1968) Nr.53 (dieses Foto)
Die Münze wird oben erwahnt auf den Seiten 121-122.

ABB,l2/13 Aureus, 7.22g, gepragt unter Septimius Severus mit Cara-


calla als Augustus (198-211) in Rom im Jahr 204
Vs: IMPP (für Imperatores) IMVICTI PII AVGG (für Augusti)
Büste des jugendlichen Caracalla mit Paludamentum und Lorbeer-
kranz, von vorn gesehen, nach rechts; davor die Büste des Septi-
mius Severus mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz, von hin-
ten gesehen, nach rechts
Rs: VICTORIA PARTRICA MAXIMA
Victoria geht mit Kranz und Palmzweig nach links
Cohen 8; RIC 311; ex: BMC V Nr.265 Tafel 33 Abb.12 (diese Fotos)
= A.R.Bellinger/M.A.Berlincourt (1962) S.60 Tafel 11 Abb.9
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 123-124.
Tafel 25-36 353

ABB.l4 Eine Gemme aus Sarder, gefaBt in einem schweren Silber-


ring: Die Römische Wölfin steht nach links und saugt Ro-
mulus und Remus; darüber steht ein Adler nach rechts, der den Kopf
nach links wendet und einen Lorbeerkranz im Schnabel tragt; rechts
und links daneben je eine Victoria auf einem Globus; beide Victorien
halten je einen Lorbeerkranz auf die Lupa
ex: A.Krug (1981) S.179 Nr.41 =Köln, Römisch-Germanisches Museum,
Inv.-Nr.1071; Foto auf dem Cover (dieses Foto)
Die Gemme wird oben erwahnt auf Seite 124.

ABB.l5 Drachme, 3.60g, gepragt unter dem Arsakiden-König


Phraatakes (2v.Chr.-4n.Chr.) in Ekbatana
Vs: Büste des Königs im Ornat mit Diadem nach links; von beiden Sei-
ten fliegen zwei kleine Nikai heran, die ihn bekranzen wollen
Rs: (hier nicht abgebildet) BACIAE[nC] 1 BACIAEQN ll AP-CAKOY ll
EYEPfETOY 1 ö!KAIOY ll (~]IAEAAHNOC
Arsakes sitzt nach rechts und halt einen Bogen in den ausgestreck-
ten Armen; davor das Münzstattenzeichen ~
D.R.Sellwood Typ 57/13; ex: Peus Nf., Auktion 284 (1974) Nr.529
Die Münze wird oben erwahnt auf Seite 124.

ABB.l6 Denar, 3.83g, gepragt im Namen des Münzmeisters Gaius


Terentius Lucanus in Rom im Jahr 147 v.Chr.
Vs: Kopf der Roma mit Flügelhelm nach rechts; dahinter eine kleine
Victoria, die sie bekranzt; darunter das Wertzeichen X(=10)
Rs: (hier nicht abgebildet) Die beiden Dioscuren reiten mit eingeleg-
ten Lanzen nach rechts, darunter C (für Gaius)·TER(entius)·
LVC(anus) / ROMA
Babelon, Terentia 10; M.Crawford (1974) Nr.217/1