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Palace of Whitehall

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Palace of Whitehall, das Banqueting Housebefindet sich ganz links (Gemälde von Hendrick Danckerts)

Der Palace of Whitehall (deutsch Whitehall-Palast) war ab 1530 die Hauptresidenz der
britischen Monarchen in London. Im Jahr 1698 zerstörte ein Großbrand den gesamten Palast bis
auf das Banqueting House. Vor dem Brand war er mit mehr als 1.500 Räumen einer der größten
Paläste Europas.
Nach dem Palast wurden die umliegende Gegend und eine Straße benannt – Whitehall in
der City of Westminster. Hier konzentrieren sich heute die wichtigsten Regierungsstellen des
Landes.
In seiner größten Ausdehnung bedeckte der Palast ein Gebiet mit einer Fläche von rund 93.000
m², das heute von der Northumberland Avenue im Norden zur Downing Street und dem Derby
Gate im Süden sowie von der Horseguards Road im Westen zum Ufer der Themse im Osten
reicht.

Inhaltsverzeichnis

• 1Geschichte
• 2Was übrig blieb
• 3Weblinks
• 4Einzelnachweise

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Plan des Palastes aus dem Jahr 1680. Der Buchstabe „A“ im Zentrum markiert das Banqueting House.
Von Punkt „B“ bis „C“ läuft die heutige Whitehall.
Teil eines Entwurfs von Christopher Wren für den Wiederaufbau des Palastes (1698); dieses Projekt wurde
nie ausgeführt

Bis zum 13. Jahrhundert hatte sich der Palace of Westminster zum Zentrum der englischen
Regierung entwickelt. Seit 1049 war dieser Palast die Londoner Residenz der englischen
Könige gewesen. Die nähere Umgebung wurde bald ein sehr beliebtes und auch ein sehr teures
Wohngebiet. Walter de Gray, der Erzbischof von York, kaufte nach 1240 ein Haus und nannte
es York Place.
Eduard I. (1272–1307) weilte mehrmals in diesem Gebäude, während im Palace of Westminster
Arbeiten durchgeführt wurden. Er ließ York Place erweitern, um seinen Hofstaat unterbringen zu
können. Kardinal Thomas Wolsey ließ den Palast derart erweitern, dass er bald das zweitgrößte
Gebäude in ganz London war, übertroffen nur vom Lambeth Palace, der Londoner Residenz
des Erzbischofs von Canterbury. Als König Heinrich VIII. im Jahr 1530 die Macht der
katholischen Kardinäle brach, erwarb er York Place und machte ihn zu seiner neuen Residenz;
ein Jahr zuvor war ein Teil des Palace of Westminster durch ein Feuer zerstört worden.
Heinrich VIII. ließ den Palast völlig umgestalten und mehrmals erweitern. Inspiriert durch
den Richmond Palace wurde ein Erholungsgebiet geschaffen, mit einem Bowling Green, einem
Tennisplatz, einer Grube für Hahnenkämpfe (wo sich heute Downing Street No. 10 befindet) und
einem Hof für Tjosten(Lanzenstechen). Es wird geschätzt, dass während der 1540er Jahre über
30.000 Pfund Sterling ausgegeben wurden.
Unter James I. erfolgte eine weitere Ausdehnung, darunter das Banqueting House, das 1622
nach Plänen von Inigo Jones entstand. Es beherbergt den Bankettsaal und wurde 1634
vollendet. Das Deckengemälde stammt von Peter Paul Rubens. König Karl I. wurde 1649 vor
dem Banqueting House hingerichtet. Um 1650 war der Palast der größte weltliche
Gebäudekomplex in ganz England und umfasste mehr als 1.500 Räume. Der Grundriss war
höchst unregelmäßig, die einzelnen Gebäudeteile unterschiedlich groß und in verschiedenen
Baustilen errichtet. Der Palast glich somit eher dem Gepräge einer Kleinstadt.
Christopher Wren baute eine neue Kapelle (1687), die Gemächer der Königin (1688) und das
Gästehaus der Königin (1689). Ein Feuer zerstörte im April 1691 die ältesten Teile des
Gebäudekomplexes. Ein weiteres Feuer am 4. Januar 1698 vernichtete fast den gesamten
Palast. Aufgrund leerer Staatskassen erfolgte kein Wiederaufbau; das geräumte Gelände wurde
verpachtet und für den Bau von Stadthäusern freigegeben.

Was übrig blieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Das 1622 errichtete Banqueting House ist das einzige Gebäude, das den Großbrand überstand,
wurde seither aber umgebaut. Auf dem östlichen Teil des Geländes entstand ab 1938 das neue
Gebäude des Verteidigungsministeriums. Ein Teil von Thomas Wolseys Keller ist in dieses
Gebäude integriert worden. Ein Teil der Marmorschnitzereien der ehemaligen Palastkapelle
von Grinling Gibbons konnte gerettet werden, wurde ab 1706 zunächst in der Westminster
Abbey aufbewahrt und dann 1820 in die Kirche St. Andrew’s von Burnham on
Sea in Somerset integriert.[1]
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Commons: Palace of Whitehall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


1. ↑ standrewsbos.org abgerufen am 1. November 2014
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Königliche Paläste und Residenzen im Vereinigten Königreich


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https://de.wikipedia.org/wiki/Palace_of_Whit
ehall