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Hildegard von Bingen

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St. Hildegard ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für der Heiligen geweihte Kirchen siehe Hildegardkirche

Hildegard von Bingen empfängt eine göttliche Inspiration und gibt sie an ihren Schreiber, den Mönch
Vollmar, weiter. Miniatur aus dem Rupertsberger Codex des Liber Scivias

Wandbehang mit einer Darstellung der hl. Hildegard in der Heilig-Geist-Kirche in Frankfurt-Riederwald

Hildegard von Bingen (* 1098 in Bermersheim vor der Höhe (Ort der Taufkirche) oder
in Niederhosenbach (damaliger Wohnsitz des Vaters Hildebrecht von Hosenbach); † 17.
September 1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen am Rhein) war Benediktinerin, Äbtissin,
Dichterin, Komponistin und eine bedeutende Universalgelehrte. In der römisch-katholischen
Kirche wird sie als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Daneben wird auch in der anglikanischen,
der alt-katholischen und der evangelischen Kirche mit Gedenktagen an sie erinnert.
Hildegard von Bingen gilt als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters. Ihre Werke
befassen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Sie war auch Beraterin vieler
Persönlichkeiten. Von ihr ist ein umfangreicher Briefwechsel erhalten geblieben, der auch
deutliche Ermahnungen gegenüber hochgestellten Zeitgenossen enthält, sowie Berichte über
weite Seelsorgereisen und ihre öffentliche Predigertätigkeit.
Am 7. Oktober 2012 erhob Papst Benedikt XVI. die heilige Hildegard zur Kirchenlehrerin (Doctor
Ecclesiae universalis)[1] und dehnte ihre Verehrung auf die Weltkirche
aus.[2] Ihre Reliquien befinden sich in der Pfarrkirche von Eibingen.

Inhaltsverzeichnis

• 1Leben
o 1.1Herkunft
o 1.2Kindheit
o 1.3In der Klause auf dem Disibodenberg
o 1.4Beginn der öffentlichen Wirksamkeit
o 1.5Meisterin vom Rupertsberg
• 2Wirken
o 2.1Religiöse und politische Bedeutung in ihrer Zeit
o 2.2Natur- und heilkundliche Schriften
o 2.3Bedeutung in der Musik
o 2.4Wirkung in der Musik
• 3Schriften
• 4Nachleben
o 4.1Wirkungsstätten
o 4.2Verehrung und Brauchtum
▪ 4.2.1Heiligsprechung
▪ 4.2.2Eibinger Reliquienschatz
▪ 4.2.3Hildegardisfest in Eibingen
▪ 4.2.4Gedenken
o 4.3Gesellschaften/Forschung
o 4.4Film/Bühne
• 5Siehe auch
• 6Literatur (Auswahl)
o 6.1Werkausgaben
o 6.2Sekundärliteratur
o 6.3Tonträger (CD)
o 6.4Film
• 7Weblinks
• 8Anmerkungen

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hildegard von Bingen wurde als Tochter der Edelfreien Hildebert und Mechtild geboren. Weder
der genaue Geburtstag noch der Geburtsort werden von ihr oder zeitgenössischen Biografen
genannt. Das wahrscheinliche Geburtsdatum lässt sich anhand ihrer Schrift Scivias näher
eingrenzen auf die Zeit zwischen dem 1. Mai 1098 und dem 17. September 1098. Da
ausgedehnter Besitz der Familie Hildegards aus Bermersheim vor der Höhe (bei Alzey) in ihre
spätere Klostergründung einging und in einem Dokument ein Hiltebertus von Vermersheim und
sein Sohn Drutwin (als Name von Hildegards Bruder bekannt) erwähnt werden, ist eine Geburt
oder zumindest Kindheit auf dem Gut Bermersheim wahrscheinlich.[3] Als zehntes Kind der Eltern
sollte sie ihr Leben der Kirche widmen (ein Zehnter an Gott).[4]
„[…] und meine Eltern weihten mich Gott unter Seufzern, und in meinem dritten Lebensjahr sah
ich ein so großes Licht, daß meine Seele erzitterte […]“
– Autobiographie[5]

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Hildegard wurde in ihrem achten Lebensjahr, wie damals üblich, von ihren Eltern
als Oblatin dargebracht und mit der acht Jahre älteren Jutta von Sponheim in religiöse Erziehung
gegeben. Jutta hatte bereits zwei Jahre zuvor im Alter von 14 Jahren von dem
Mainzer Erzbischof Ruthard die Jungfrauenweihe empfangen. Für drei Jahre übernahm diese
Erziehung die geweihte Witwe Uda von Göllheim.
„In meinem achten Jahr aber wurde ich zu geistlichem Leben Gott dargebracht (oblata) und bis
zu meinem fünfzehnten Jahr war ich jemand, der vieles sah und mehr noch einfältig aussprach,
so daß auch die, welche diese Dinge hörten, verwundert fragten, woher sie kämen und von wem
sie stammten.“
– Autobiografie[5]

In der Klause auf dem Disibodenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterruine Disibodenberg

Am 1. November 1112[6] wurde sie mit Jutta, von da an ihre Lehrmeisterin, und einer dritten
jungen Frau in einem Inklusorium an oder in dem seit 1108
von Benediktinermönchen bewohnten Kloster Disibodenberg eingeschlossen. Während Jutta an
diesem Tage vor Abt Burchard (1108–1113) auch ihre Profess ablegte, tat dies Hildegard später
vor dem Bischof Otto von Bamberg, der von 1112 bis 1115 den inhaftierten Mainzer
Erzbischof Adalbert vertrat.[7][8]
Nach dem Tode Juttas in der mittlerweile zum Kloster gewachsenen Klause wurde Hildegard
1136 zur Magistra der versammelten Schülerinnen gewählt. Mehrfach kam es zu
Auseinandersetzungen mit Abt Kuno von Disibodenberg, weil Hildegard die Askese, eines der
Prinzipien des Mönchtums, mäßigte. So lockerte sie in ihrer Gemeinschaft die
Speisebestimmungen und kürzte die durch Jutta festgelegten, sehr langen Gebets- und
Gottesdienstzeiten. Offener Streit brach aus, als Hildegard mit ihrer Gemeinschaft ein eigenes
Kloster gründen wollte. Die Benediktiner von Disibodenberg stellten sich dem entschieden
entgegen, da Hildegard deren Kloster Popularität verschaffte.
Beginn der öffentlichen Wirksamkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bei der Leitung ihrer Anhängerschaft und zur Begründung ihrer geschriebenen Texte beruft sich
Hildegard auf Visionen, die nach ihrer eigenen Darstellung 1141 unwiderstehlich stark wurden.
Unsicher über die göttliche Herkunft ihrer Visionen, suchte Hildegard in einem aufgewühlt
klingenden Brief Unterstützung bei Bernhard von Clairvaux, der sie beruhigte, zugleich aber
vorsichtig antwortete:
„Wir freuen uns mit dir über die Gnade Gottes, die in dir ist. Und was uns angeht, so ermahnen
und beschwören wir dich, sie als Gnade zu erachten und ihr mit der ganzen Liebeskraft der
Demut und Hingabe zu entsprechen. […] Was können wir übrigens noch lehren oder wozu
ermahnen, wo schon eine innere Unterweisung besteht und eine Salbung über alles belehrt?“[9]
Die beiden Briefe sind trotz gegenseitiger Hochschätzung die einzige Korrespondenz, die
zwischen Hildegard und Bernhard stattfand. Da der Brief Bernhards die Erwartung Hildegards
bzw. ihres Umfeldes nicht ganz erfüllte, wurde er für die Aufnahme in den Rupertsberger
Riesenkodex abgeändert. Daneben wird in der neueren Forschung darüber gestritten, ob dieses
kurze Zitat, das wie ein höfliches Ausweichmanöver gelesen werden kann, nicht genauso fiktiv
ist wie die Episode über den vergeblichen Besuch Bernhards in Rupertsberg, bei dem Hildegard
leider nicht anwesend sein konnte. Jedenfalls hat seine Anerkennung – ob fiktiv oder nicht – sehr
zur Anerkennung ihrer historischen Persönlichkeit beigetragen.[10]

Skulptur der Kirchenlehrerin im Foyer der Katholischen Schule Sankt Hildegard in Berlin-Marienfelde mit
der Scivias(„Wisse die Wege“), dem Namen ihres Hauptwerkes.

Dennoch begann Hildegard 1141 in Zusammenarbeit mit Propst Volmar von Disibodenberg und
ihrer Vertrauten, der Nonne Richardis von Stade, ihre Visionen und theologischen wie
anthropologischen Vorstellungen in Latein niederzuschreiben. Da sie selbst die lateinische
Grammatik nicht beherrschte, ließ sie alle Texte von ihrem Schreiber (letzter Sekretär: Wibert
von Gembloux) korrigieren. Ihr Hauptwerk Scivias („Wisse die Wege“) entstand in einem
Zeitraum von sechs Jahren. Dieses Buch enthält 35 Miniaturen. Diese Miniaturen theologischen
Inhalts[11] sind äußerst kunstvoll in leuchtenden Farben gemalt und dienen hauptsächlich zur
Veranschaulichung des komplizierten und tiefsinnigen Textes.[12] Die Originalhandschrift gilt seit
Ende des Zweiten Weltkrieges als verschollen, in der Abtei St. Hildegard in Eibingen befindet
sich eine illuminierte Kopie aus dem Jahr 1939.
Während einer Synode in Trier bekam Hildegard 1147 schließlich von Papst Eugen III. die
Erlaubnis, ihre Visionen zu veröffentlichen. Diese Erlaubnis stärkte auch ihre politische
Bedeutung. Darüber hinaus stand sie mit vielen geistlichen und weltlichen Mächtigen in
Korrespondenz. Hildegard hatte zahlreiche Visionen. 1141 erlebte sie eine Erscheinung, die sie
als Auftrag Gottes verstand, ihre Erfahrungen aufzuzeichnen. Unsicher darüber, was diese
Vision bedeutete, wurde Hildegard krank. In der Niederschrift ihrer Visionen, Scivias („Wisse die
Wege“), schreibt Hildegard:
„Ich aber, obgleich ich diese Dinge hörte, weigerte mich lange Zeit, sie niederzuschreiben – aus
Zweifel und Missglauben und wegen der Vielfalt menschlicher Worte, nicht aus Eigensinn,
sondern weil ich der Demut folgte und das so lange, bis die Geißel Gottes mich fällte und ich ins
Krankenbett fiel; dann, endlich bewegt durch vielerlei Krankheit […] gab ich meine Hand dem
Schreiben anheim. Während ich's tat spürte ich […] den tiefen Sinn der Heiligen Schrift; und ich
erhob mich so selbst von der Krankheit durch die Stärke, die ich empfing und brachte dies Werk
zu seinem Ende – eben so – in zehn Jahren. […] Und ich sprach und schrieb diese Dinge nicht
aus Erfindung meines Herzens oder irgend einer anderen Person, sondern durch die geheimen
Mysterien Gottes, wie ich sie vernahm und empfing von den himmlischen Orten. Und wieder
vernahm ich eine Stimme vom Himmel, und sie sprach zu mir: Erhebe deine Stimme und
schreibe also!“
Hildegards sehr bildliche Beschreibungen ihrer körperlichen Zustände und ihrer Visionen
interpretiert der Neurologe Oliver Sacks als Symptome einer schweren Migräne, speziell
aufgrund der von ihr geschilderten Lichterscheinungen (Auren). Sacks und andere moderne
Naturwissenschaftler vermuten, dass Hildegard an einem Skotom litt, das diese
halluzinatorischen Lichtphänomene hervorrief.[13]
Meisterin vom Rupertsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Zwischen 1147 und 1150 gründete Hildegard das Kloster Rupertsberg auf dem Rupertsberg an
der linken Seite der Nahe. Die erhaltenen Kunstgegenstände, vor allem das gold-
purpurne Antependium, zeugen vom ehemaligen Reichtum Rupertsbergs.
Bereits 1151 kam es zu neuen Auseinandersetzungen mit geistlichen Amtsträgern: Der Mainzer
Erzbischof Heinrich und sein Bremer Amtsbruder Hartwig von Stade verlangten, dass Richardis
von Stade das neue Kloster verlasse. Richardis war die Schwester des Bremer Erzbischofs und
sollte Äbtissin des Klosters Bassum werden. Hildegard verweigerte zunächst die Freistellung
ihrer engsten Mitarbeiterin und schaltete Eugen III. ein. Dennoch setzten sich die beiden
Erzbischöfe schließlich durch, und Richardis verließ das Kloster Rupertsberg.
Nach dieser Einigung bestätigte Erzbischof Heinrich schließlich 1152 die Überschreibung der
durch Hildegards Ruf sehr umfangreich gewordenen Klostergüter. Dieser ansteigende Reichtum
wirkte sich auch auf das Leben der Gemeinschaft aus und rief Kritik hervor. So griffen mehrere
Geistliche, aber auch Leiterinnen anderer Gemeinschaften, zum Beispiel die Meisterin
Tengswich von Andernach, Hildegard an, weil ihre Nonnen entgegen dem evangelischen
Rat der Armut angeblich luxuriös lebten und nur Frauen aus adligen Familien in Rupertsberg
aufgenommen wurden.[14] Da die Zahl der Nonnen im Rupertsberger Kloster ständig zunahm,
erwarb Hildegard 1165 das leerstehende Augustinerkloster in Eibingen und gründete dort ein
Tochterkloster, in das Nichtadelige eintreten konnten, und setzte dort eine Priorin ein. Hildegard
von Bingen starb am 17. September 1179 im 82. Lebensjahr.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Hildegards Predigt-Reisen

Alphabet von Hildegard von Bingen, Litterae ignotae

Die Bedeutung Hildegards von Bingen lässt sich schlecht in einzelne Kategorien zwängen, da
sich das Weltbild seit der Aufklärung stark verändert hat. In ihrer Zeit waren bedeutende
Personen Universalgelehrte. Hildegard von Bingen gilt allgemein als Person, die durch eigene
Denkansätze neue Impulse setzte und damit einen umfassenden Blickwinkel ermöglichte.
Religiöse und politische Bedeutung in ihrer Zeit[Bearbeiten | Quelltext
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Ihr selbstbewusstes und charismatisches Auftreten führte zu ihrer großen Bekanntheit. Sie
predigte als erste Nonne öffentlich dem Volk die Umkehr zu Gott (u. a. auf Predigtreisen nach
Mainz, Würzburg, Bamberg, Trier, Metz, Bonn und Köln). Aus einem in seiner Echtheit
umstrittenen Brief des Kaisers Barbarossa an sie, der im Wiesbadener Riesenkodex überliefert
ist, wird geschlossen, dass dieser sich mit ihr als Beraterin in der Ingelheimer
Kaiserpfalz getroffen habe. Auch im hohen Alter unternahm sie noch Reisen zu verschiedenen
Klöstern.
Seite aus dem Liber divinorum operum

Wegen ihres Glaubens und ihrer Lebensart wurde sie für viele Menschen zur Wegweiserin.
Schon zu ihren Lebzeiten nannten viele sie eine Heilige. Hildegard begründete diese Auffassung,
indem sie sich für ihre theologischen und philosophischen Aussagen immer wieder auf Visionen
berief. Damit sicherte sie ihre Lehren gegen die Lehrmeinung ab, dass Frauen aus eigener Kraft
nicht zu theologischen Kenntnissen in der Lage seien. Sie selbst bezeichnete sich als
„ungebildet“. Unter anderem griff sie auf der Seite des Papstes in die theologische
Auseinandersetzung um die Wandlung des Altarsakraments ein.
Ihre moralische Lehre faszinierte zu ihrer Zeit nicht nur die Nonnen, sondern auch Mönche,
Adlige und Laien. Mit starkem Selbstbewusstsein setzte sie ihre Interessen gegen andere durch,
sowohl aus Überzeugung als auch zur Durchsetzung politischer Ziele (z. B. bei der Bestattung
eines begüterten Exkommunizierten oder dem Abstreiten der Besitzrechte des
Disibodenberges).
Vor allem sind es die drei theologischen Werke, die ihren damaligen Ruhm begründeten. Ihr
Hauptwerk Scivias („Wisse die Wege“) ist eine Glaubenslehre, in der Weltbild und Menschenbild
untrennbar mit dem Gottesbild verwoben sind. Die philosophisch-theologische Gesamtschau, die
in allen wesentlichen Punkten der Kirchenlehre entspricht, wird in 26 Visionen dargestellt. Das
zweite Visionswerk Liber vitae meritorum („Buch der Lebensverdienste“) könnte man als
visionäre Ethik beschreiben. In ihm werden 35 Laster und Tugenden gegenübergestellt. Das
dritte Buch Liber divinorum operum („Buch der göttlichen Werke“) ist Hildegards Schau über Welt
und Mensch. Sie beschreibt hier die Schöpfungsordnung gemäß der
mittelalterlichen Mikrokosmos-Makrokosmos-Vorstellung als etwas, in dem Leib und Seele, Welt
und Kirche, Natur und Gnade in die Verantwortung des Menschen gestellt sind. Damit schuf sie
auch eine frühe Form des Homo signorum.
Ebenfalls zum theologischen Gesamtwerk zu zählen ist ihre umfangreiche Korrespondenz mit
hohen geistlichen und weltlichen Würdenträgern (darunter auch Bernhard von Clairvaux), die in
ca. 300 Schriftstücken erhalten geblieben ist. Darin zeigt sie ihren außergewöhnlich starken
Charakter und Gottesglauben. Für ihre Zeit wirken ihre offenen Worte und Ermahnungen, die sie
gegenüber König und Papst führte, besonders bemerkenswert. Ihre Herkunft sowie die
Besetzung höchster Kirchenämter durch Verwandte (u. a. ihr Bruder Hugo als Domkantor von
Mainz) verschafften ihr den nötigen Einfluss, um angehört zu werden.
Natur- und heilkundliche Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hildegard hat zwischen 1150 und 1160 zwei natur- und heilkundliche Werke verfasst. Im
Gegensatz zu den visionären Schriften gibt es keine Abschriften, die auf Hildegard selbst bzw.
ihre unmittelbare Umgebung zurückgehen. Alle erhaltenen 13 Textzeugen (Handschriften) sind
erst 100 Jahre nach ihr oder noch später (vom 13. bis 15. Jh.) entstanden, so dass teilweise ihre
Autorschaft angezweifelt wurde. In den zweifellos ihr zuzuschreibenden Werken wird jedoch eine
Schrift zur Naturkunde mit dem Titel Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum (Das
Buch von den Geheimnissen der verschiedenen Naturen der Geschöpfe) erwähnt. Damit könnte
die große Schrift über die Eigenschaften und Wirkungen von Kräutern, Bäumen, Edelsteinen,
Tieren und Metallen gemeint sein, die später unter der Bezeichnung Physica gedruckt wurde. Ein
zweites Werk, Causae et curae (Ursachen und Behandlungen) genannt, ist nur in einer einzigen
Handschrift überliefert. Hier handelt es sich um eine allgemeine Darstellung der Schöpfung, der
Natur und insbesondere der menschlichen Natur. Im zweiten Teil ist von einzelnen Krankheiten
und ihrer Behandlung sowie von der Diagnostik die Rede. Der Begriff „Hildegard-Medizin“ wurde
als Marketing-Begriff erst ab 1970 eingeführt.[15][16]
Die Leistung Hildegards liegt unter anderem darin, dass sie das damalige Wissen über
Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem
der Volksmedizin zusammenbrachte und (wie schon zuvor ein Innsbrucker Kräuterbuch) die
deutschen Pflanzennamen[17] nutzte. Sie entwickelte vor allem aber eigene Ansichten über die
Entstehung von Krankheiten, Körperlichkeit und Sexualität. Weiterhin verurteilt sie jegliche
sexuellen Handlungen, die nach dem theologischen Verständnis gegen die göttliche
Schöpfungsordnung verstoßen. Eigene medizinische Verfahren entwickelte sie nicht, sondern
trug lediglich bereits bekannte Behandlungsmethoden aus verschiedenen Quellen zusammen.
Hildegards Krankheitstheorie ist der antiken Viersäftelehre sehr ähnlich, nur mit abweichenden
Bezeichnungen.[18] Die Kräuterkunde aus Causae et Curae beinhaltet viele sehr direkte
Anweisungen, die jeweils nach Symptomen geordnet sind. Sie sind daher auch für medizinische
Laien gut zu gebrauchen. So heißt es beispielsweise: „Vom Tränen der Augen: Wer nässende
Augen hat, wie wenn sie tränten, soll ein Feigenblatt pflücken, das in der Nacht vom Tau
gründlich benetzt worden ist, wenn die Sonne es an seinem Zweige bereits erwärmt hat, und so
warm auf seine Augen legen, um deren Feuchtigkeit einzuschränken…“ oder „Wenn das Gehör
eines Menschen von irgendeinem Phlegmastoff oder einer anderen Art des Krankseins zugrunde
gerichtet wird, nimmt man weißen Weihrauch, und lass aus ihm über lebendigem Feuer Rauch
aufsteigen und lass diesen Rauch in das sich obdurierende Ohr aufsteigen…“.
Der Gedanke der Einheit und Ganzheit ist auch ein Schlüssel zu Hildegards natur- und
heilkundlichen Schriften. Diese sind ganz davon geprägt, dass Heil und Heilung des kranken
Menschen allein von der Hinwendung zum Glauben, der allein gute Werke und eine maßvolle
Lebens-Ordnung hervorbringe, ausgehen könne. In diesen Punkten unterscheidet sich Hildegard
stark von den eher rationalen Werken der übrigen Klostermedizin. So heißt es bei Hildegard:
„Drei Pfade hat der Mensch in sich, in denen sich sein Leben tätigt: die Seele, den Leib und die
Sinne“. Nur wenn diese drei Aspekte der Lebensführung ausgewogen beachtet werden, bleibt
der Mensch gesund.
Bedeutung in der Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Hörbeispiel: «O frondens virga» (Antiphon)

Die unter dem Namen Symphonia armonie celestium revelationum („Symphonie der Harmonie
der himmlischen Erscheinungen“) überlieferte Sammlung geistlicher Lieder der Hildegard von
Bingen enthält 77 liturgische Gesänge mit Melodien in diastematischer Neumennotation[19] sowie
das in Text und musikalischer Notation erhaltene liturgische Drama (Geistliches Spiel) Ordo
virtutum, das in zwei Fassungen – unneumiert in der Visionsschrift Scivias sowie neumiert im
späteren sog. Rupertsberger Riesencodex (Wiesbaden) – vorliegt und das am reinsten die
visionäre Gedanken- und Bilderwelt Hildegards zum Ausdruck bringt. Das Spektrum der
Gesänge umfasst Antiphonen, Responsorien, Hymnen, Sequenzen, ein Kyrie, ein Alleluja sowie
zwei Symphoniae.
Hildegards Selbststilisierung als indocta oder illiterata wird heute häufig missverstanden.
Gemeint ist eine Abgrenzung gegenüber einem neuen Konzept von Bildung. Ihre Haltung zur
Schrift bezog sich dagegen auf das ältere monastische Handwerk der Gedächtniskunst, wobei
sie vor allem an ein Genre aus dem 5. Jahrhundert anknüpfte:[20] Prudentius' Psychomachia –
ein allegorischer Kampf zwischen den Tugenden und den Lastern, denen sie im Ordo
virtutum („Spiel der Kräfte“ wie die Seele, die Tugenden, die Engel usw.) durch Gesänge eine
musikalische Gestalt und eine Stimme gab – oft in einem ausgreifenden Ambitus, der
die plagale und authentische Tonart umspannt. Solche Inszenierungen der
Tugenden (virtutes) haben möglicherweise im Rahmen eines liturgischen Dramas die Kirche
ihrer Abtei belebt.[21] Hildegards Musik nimmt eine Sonderstellung in der Gregorianik ein; sie
zeichnet sich durch weiträumige Tonumfänge und große Intervalle wie Quart- und Quintsprünge
aus.
Wirkung in der Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Folgende jüngere Werke beziehen sich direkt auf Hildegard von Bingen, ihre Musik oder Texte:

• Sofia Asgatowna Gubaidulina


Aus den Visionen der Hildegard von Bingen, für Contraalt Solo, nach einem Text von
Hildegard von Bingen, 1994.[22]
• Peter Janssens
Hildegard von Bingen, ein Singspiel in 10 Bildern, Text: Jutta Richter, 1997.
• Tilo Medek
Monatsbilder (nach Hildegard von Bingen), Zwölf Gesänge für Mezzosopran, Klarinette und
Klavier, 1997. (Textfassung vom Komponisten)
• David Lynch mit Jocelyn Montgomery
Lux Vivens (Living Light): The Music of Hildegard Von Bingen, 1998.
• Alois Albrecht
Hildegard von Bingen, ein geistliches Spiel mit Texten und Musik von Hildegard von Bingen,
1998.
• Ludger Stühlmeyer
O splendidissima gemma, für Alt Solo und Orgel, Text von Hildegard von Bingen, 2011. (UA
8. Mai 2011 in Hof (Saale)).
• Wolfgang Sauseng
De visione secunda für Doppelchor und Schlaginstrumente, 2011. (UA 19. Juni 2011
in Graz im Rahmen des Symposiums Philipp Harnoncourt, durch Arnold Schoenberg
Chor Wien und studio percussion graz).
• Devendra Banhart
Für Hildegard von Bingen, 2013.
• Harald Feller
2 Geistliche Gesänge nach Hildegard von Bingen: O factura dei, O gloriosissimi.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


• Liber Scivias (um 1150) („Wisse die Wege“)
• Liber vitae meritorum (1148–1163) („Der Mensch in der Verantwortung“)
• Liber divinorum operum (1163–1174) („Welt und Mensch“)
• Liber simplicis medicinae oder Physica (1151–1158) („Naturkunde“[23])
• Das Buch von den
• Tieren
• Vögeln
• Fischen
• Steinen[24]
• Elementen[25]
• Bäumen
• Pflanzen
• Liber compositae medicinae oder Causae et curae („Heilkunde“[26])
• Carmina („Lieder“), darunter sieben Sequenzen und die Symphoniae harmoniae caelestium
revelationum
• Epistulae („Briefwechsel“)
• Vita sancti Ruperti
• Vita sancti Disibodi
• Lingua Ignota (Hildegard of Bingen's Unknown Language: An Edition, Translation, and
Discussion, ed. Sarah Higley)

Nachleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Wirkungsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Kloster Disibodenberg wurde infolge der Reformation aufgelöst und verfiel. Heute sind dort
ausgedehnte Ruinen zu besichtigen.
Das Kloster Rupertsberg wurde während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1632 von
schwedischen Truppen zerstört. Die vertriebenen Ordensschwestern übersiedelten in das
Kloster Eibingen. Die Ruinen wurden später überbaut. Heute befinden sich dort Reste von fünf
Arkadenbögen der ehemaligen Klosterkirche. Der um das Kloster Rupertsberg entstandene
Ort Bingerbrück gehört zu Bingen am Rhein.
Das Kloster Eibingen wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben und teilweise
abgebrochen. Ein Flügel des Klosters ist erhalten. Die Klosterkirche wurde die Pfarrkirche St.
Hildegard des Ortes Eibingen. Sie hat heute auch Bedeutung als Wallfahrtskirche, da sich dort
der Schrein mit den Gebeinen Hildegards befindet. Die oberhalb von Eibingen bestehende Abtei
St. Hildegard ist eine Neugründung von 1904. Diese Abtei besitzt jedoch die Rechte der beiden
Abteien Rupertsberg und Eibingen. Die Äbtissin von Rupertsberg und Eibingen steht dadurch in
der Nachfolge der heiligen Hildegard.
Verehrung und Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Heiligsprechung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bereits zu Lebzeiten wurde Hildegard wie eine Heilige verehrt. 1228 wurde ein erster Antrag
auf Heiligsprechung gestellt. Ein offizielles Heiligsprechungsverfahren wurde bereits von
Papst Gregor IX. (1227–1241) durch eine von ihm veranlasste Untersuchung begonnen, aber
nicht abgeschlossen. In einer original erhaltenen Urkunde aus dem Jahr 1233 bescheinigen drei
Mainzer Kleriker, dass sie im Auftrag des Papstes Hildegards Lebenswandel, Ruf und Schriften
mit positivem Ergebnis überprüft hätten; es werden auch zahlreiche Wunder an Hildegards Grab
erwähnt.[27] Aufgrund von Widerständen des bischöflichen Mainzer Domkapitels dauerte das
Verfahren so lange an, dass selbst der letzte bekannte Versuch eines ordentlichen
Kanonisationsverfahrens unter Papst Innozenz IV. im Jahre 1244 zu keinem Ergebnis führte. Der
bischöfliche Widerstand scheint nicht in der Person Hildegards, sondern in der Kompetenzfrage
für eine Kanonisation begründet gewesen sein, denn erst seit dem 12. Jahrhundert hatte Rom
die Zuständigkeit für Heiligsprechungen an sich gezogen. Dafür spricht das aus der ersten Hälfte
des 13. Jahrhunderts stammende Antependium der Rupertsberger Klosterkirche, auf dem
Hildegard mit Heiligenschein und der Bischof von Mainz als sie verehrender Stifter abgebildet ist.
Ohne dass heute der Abschluss eines damals auch nicht notwendigen Kanonisationsverfahren
bekannt ist, erfolgte die Kanonisation (Aufnahme in den Kanon) Hildegards spätestens 1584 mit
der Aufnahme in die Erstausgabe des Martyrologium Romanum (Verzeichnis der Heiligen der
römisch-katholischen Kirche).[28] Ihr Gedenktag in der Liturgie der katholischen Kirche sowie in
den Heiligen- und Namenkalendern der anglikanischen Kirche, der evangelischen Kirche in
Deutschland und der evangelisch-lutherischen Kirche in Amerika ist der 17. September.[29][30] In
einigen katholischen Diözesen Deutschlands ist der Gedenktag ein Fest.
Die zu größeren Festlichkeiten oder Jubiläen der Heiligen übersendeten päpstlichen Bullen
zeugen von der großen Bedeutung Hildegards; auch Joseph Ratzinger (der spätere Papst
Benedikt XVI.) hat sich in seiner Zeit als Professor in Bonn (1959–1963) intensiv mit dem Leben
und den Schriften Hildegards beschäftigt.

Schrein mit den Gebeinen der heiligen Hildegard von Bingen in der Pfarrkirche von Eibingen

Am 10. Mai 2012 dehnte Papst Benedikt XVI. die Verehrung der hl. Hildegard auf die ganze
Kirche aus und schrieb sie in das Verzeichnis der Heiligen ein.[31] Am 7. Oktober 2012 folgte ihre
Erhebung zur Kirchenlehrerin.
Die Reliquien der hl. Hildegard befanden sich bis 1631 im Kloster Rupertsberg bei Bingen.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden sie von der Äbtissin Anna Lerch von Dirmstein vor der
Vernichtung gerettet, und seit 1641 befinden sie sich in der Kirche des alten Klosters Eibingen.
Der Reliquienschrein befindet sich im Altarraum des alten Klosters, der heutigen Pfarrkirche von
Eibingen.
Eibinger Reliquienschatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hildegard hat als eine der bedeutendsten Frauen des Mittelalters eine große Anzahl von
Reliquien geschenkt bekommen und zusammengetragen. Diese als Eibinger
Reliquienschatz bezeichneten Reliquien befinden sich, wie der Hildegardisschrein selbst, in der
Pfarrkirche St. Hildegard und St. Johannes d. T. in Eibingen. Der Reliquienschatz wird in dem
südlichen Teil des Hauptschiffes in einem gläsernen Altar aufbewahrt. Auch er wurde 1631/1632
von der Rupertsberger Äbtissin Anna Lerch von Dirmstein vor der Vernichtung durch die
Schweden bewahrt.
Hildegardisfest in Eibingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Am 17. September, dem Gedenktag der hl. Hildegard, in der Abtei St. Hildegard und der Stadt
Eibingen ein Hochfest, wird in Eibingen das Hildegardisfest gefeiert. Es gliedert sich traditionell in
das am Morgen gehaltene Pontifikalamt und mittags die Reliquienprozession, die seit 1857
stattfindet (begründet von Pfarrer Ludwig Schneider). Der Reliquienschrein ist an diesem Tag für
die Gläubigen zugänglich, die Tür an der Vorderseite des Schreines wird ausschließlich an
diesem Tag geöffnet. Das Fest schließt mit der Vesper.
In den Bogenfeldern auf der linken Seite des Mittelschiffs der Klosterkirche von St. Hildegard
befindet sich ein Freskenzyklus mit Szenen aus dem Leben der Hildegard im Stil der Beuroner
Kunstschule.

• Szenen aus der Vita der Hildegard von Bingen



4

5
Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Sondermarke zum 900. Geburtstag, Hildegards Vision vom Lebenskreis.

Ab 1741 gibt es Aufzeichnungen über den Bau der Hildegardisschule in Rüdesheim.[32]


Eine Gedenktafel für sie fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.
Seit 1995 wird jährlich von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz der Hildegard-von-
Bingen-Preis für Publizistik verliehen.
Die Bundesvereinigung Gesundheit verleiht die Hildegard von Bingen-Medaille.[33]
Das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium im Kölner Stadtteil Sülz, das Hildegard-von-Bingen-
Gymnasium in Twistringen (Niedersachsen), das Hildegardisgymnasium Bochum, das
Hildegardisgymnasium Duisburg, die Hildegardis-Schule Hagen sowie die Hildegardisschule
Bingen am Rhein (Gymnasium und Berufsbildende Schule), die Hildegardisschule Münster und
die Hildegardisschule in Rüdesheim am Rhein (Realschule) wurden nach ihr benannt.
Für eine Auflistung der Kirchen, die der heiligen Hildegard von Bingen geweiht sind,
siehe Hildegardkirche.
Der Hildegard-von-Bingen-Pilgerwanderweg verläuft entlang ihrer Lebensstationen.
Gesellschaften/Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Hildegard-Forschung hat mittlerweile weltweite Bedeutung gewonnen. In Deutschland und
Europa befassen sich unzählige Diplomarbeiten, Forschungsgruppen und Hildegard-
Gesellschaften mit den Schriften und dem Wirken der Heiligen. In den letzten Jahren hat
verstärkt Interesse an den Hildegard-Werken aus den Vereinigten Staaten und Asien eingesetzt.
Hildegard-Kongresse in den USA oder Asien zeugen vom weltumspannenden Interesse am
Thema der Nonnenklöster im Allgemeinen und Hildegard im Besonderen.
Film/Bühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Februar des Jahres 1982 wurde vom Westdeutschen Rundfunk Köln (WDR) ein Kolloquium
über die Musik der Hildegard von Bingen veranstaltet. Als Ergebnis brachte im Mai desselben
Jahres das Ensemble für Musik des Mittelalters „Sequentia“ unter der Leitung von Barbara
Thornton (1950–1998) und Benjamin Bagby das Mysterienspiel Ordo virtutum („Reigen der
Tugendkräfte“, „Spiel der Kräfte“) in der romanischen Kirche Groß St. Martin zu Köln auf die
Bühne, und am Heiligen Abend desselben Jahres wurde diese Produktion im Deutschen
Fernsehen ausgestrahlt. Im selben Jahr erschien auch die Einspielung auf Tonträger
(Aufnahmeort: Klosterkirche Knechtsteden) als Doppel-LP Ordo virtutum. Das Konzept stammte
von Barbara Thornton und die Ausführenden waren die Mitglieder des Ensembles „Sequentia“
sowie die Schauspieler Carmen-Renate Köper als Hildegard und William Mockridge als
Diabolus.[34]
Zum 900. Geburtstag der hl. Hildegard wurde der Ordo Virtutum von „Sequentia“ neu eingespielt
mit Franz-Josef Heumannskämper als Diabolus und Regisseur. Die Produktion kam beim Lincoln
Center Summer Festival, in der Royal Albert Hall in London, in der Kirche Notre Dame de
Paris und beim Melbourne Festival zur Aufführung.
Die Regisseurin Margarethe von Trotta (Produzent: Markus Zimmer) verfilmte im Jahr 2008 das
Leben der Hildegard von Bingen mit dem Titel Vision – Aus dem Leben der Hildegard von
Bingen. Hildegard wird dabei von der Schauspielerin Barbara
Sukowa verkörpert.[35] Der Concorde Filmverleih brachte den Film am 24. September 2009 in die
deutschen Kinos.
Bereits 2008 erschien eine Audio-CD mit dem Hildegard-Musical „Ich sah die Welt als EINS“
von Musiktheaterautor Pilo.[36]
Zehn Jahre zuvor brachte die Berliner Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Nadja
Reichardt[37] das Leben der Hildegard von Bingen unter dem Titel Eine Schwalbe im Krieg auf die
Theaterbühne. Seit der Premiere 1998 wird das Ein-Personen-Stück jährlich aufgeführt. Eine
Hörspiel-Version gibt es ebenfalls.
Der Autor und Regisseur Rüdiger Heins schrieb und inszenierte auf der Grundlage von
Hildegards Texten 2010 ein Theaterstück. In Vision der Liebe beschäftigt er sich mit den
Visionen Hildegards. Aktuelle Themen wie Umweltverschmutzung, Kriege und Integrationsfragen
werden auf dem Hintergrund ihrer Schriften in die heutige Zeit übertragen. Die Uraufführung fand
am 10. Dezember 2010 in Bingen statt. Das Stück ist als Art in Process konzipiert, das heißt, es
soll sich im Laufe der Jahre ständig verändern.
Die Mediävistin Hildegard Elisabeth Keller integrierte Hildegard als eine von fünf weiblichen
Hauptfiguren in die Trilogie des Zeitlosen, die Ende September 2011 erschien. Sie hat,
ausgehend von Hildegards Briefen, Visionen und Visionshandschriften, ein Hörspiel geschrieben
und inszeniert, in dem sich Hildegard mit drei anderen Autorinnen in einer fiktiven Begegnung
außerhalb der Zeit über Leben und Werk unterhält.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


• Walburga

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Werkausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• Riesencodex. Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain, abgerufen am 15. Oktober 2017.


• Paul Kaiser (Hrsg.): Hildegardis Causae et curae. Leipzig 1903 (in der Reihe Bibliotheca
scriptorum graecorum et romanorum Teubneriana) – erste neuzeitliche Ausgabe.
• Jacques Paul Migne: S. Hildegardis Abbatissiae Opera omnia. Paris 1882 (= Patrologiae
cursus completus: Series latina, 197)
• Migne: Patrologiae Cursus Completus 197 vollständig auf dem Portal: Documenta
Omnia Catholica
• Elektronische Ausgaben auf dem Portal: Bibliotheca Augustana
• Walter Berschin mit H. Schipperges: Hildegard von Bingen: Symphonia. Gedichte und
Gesänge. Lateinisch und deutsch. Gerlingen 1995.
• Maura Böckeler: Hildegard, Saint, 1098–1179. Wisse die Wege. Scivias. Nach dem
Originaltext des illuminierten Rupertsberger Kodex ins Deutsche übertragen und bearbeitet
von Maura Böckeler, Otto Müller Verlag, Salzburg 1954
• Adelgundis Führkötter OSB (Übers. u. Hrsg.), Hildegard von Bingen: „Nun höre und lerne,
damit du errötest…“ Briefwechsel nach den ältesten Handschriften übersetzt und nach den
Quellen erläutert. (= Herder spektrum 5941). Verlag Herder, Freiburg u. a. 2008, ISBN 978-
3-451-05941-4.
• Mechthild Heieck (Hrsg.): Hildegard von Bingen: Das Buch vom Wirken Gottes. Liber
divinorum operum. Erste vollständige Ausgabe, Pattloch, Augsburg 1998, ISBN 3-629-
00889-5.
• Alfons Huber: Der Aebtissin St. Hildegardis myst. Tier- u. Artzeneyen-Buch […]. Durch ihren
Caplan den Mönch Volmarus niedergeschrieben in den Jahren des Herrn 1150–1160. Nach
dem Text der Pariser Handschrift aus dem Lateinischen übertragen, erläutert und mit
Tierzeichnungen aus dem XII. Jahrhundert versehen von Dr. Alfons Huber, Wien o. J.
• Bernward Konermann (Hrsg.): Hildegard von Bingen: Ordo Virtutum – Spiel der Kräfte.
Augsburg 1991, ISBN 3-629-00604-3.
• Peter Riethe: Hildegard von Bingen. Das Buch von den Pflanzen. Nach den Quellen
übersetzt und erläutert von Peter Riethe. Otto Müller Verlag, Salzburg, 2007, ISBN 978-3-
7013-1130-9.
• Peter Riethe: Hildegard von Bingen. Das Buch von den Bäumen. Nach den Quellen
übersetzt und erläutert von Peter Riethe, Otto Müller Verlag, Salzburg, 2001, ISBN 3-7013-
1033-5.
• Peter Riethe: Hildegard von Bingen. Das Buch von den Steinen. Nach den Quellen übersetzt
und erläutert von Peter Riethe, Otto Müller Verlag, Salzburg, 3., völlig veränderte Auflage.
1997, ISBN 3-7013-0946-9.
• Peter Riethe: Hildegard von Bingen. Von den Elementen, von den Metallen. Herausgegeben,
erläutert und übersetzt von Peter Riethe unter Mitarbeit von Benedikt Konrad Vollmann. Otto
Müller Verlag, Salzburg, Wien, 2000, ISBN 3-7013-1015-7.
• Peter Riethe: Hildegard von Bingen. Das Buch von den Tieren. Nach den Quellen übersetzt
und erläutert von Peter Riethe, Otto Müller Verlag, Salzburg, 1996, ISBN 3-7013-0929-9.
• Peter Riethe: Hildegard von Bingen. Das Buch von den Vögeln. Nach den Quellen übersetzt
und erläutert von Peter Riethe, Otto Müller Verlag, Salzburg, 1994, ISBN 3-7013-0579-9.
• Peter Riethe: Hildegard von Bingen. Das Buch von den Fischen. Nach den Quellen übersetzt
und erläutert von Peter Riethe, Otto Müller Verlag, Salzburg, 1991, ISBN 3-7013-0812-8.
• Ortrun Riha (Übers.), Hildegard von Bingen. Werke Band II. Ursprung und Behandlung der
Krankheiten. Causae et Curae. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2012, ISBN 978-3-87071-248-
8.
• Ortrun Riha (Übers.), Hildegard von Bingen. Werke Band V. Heilsame Schöpfung – Die
natürliche Wirkkraft der Natur. Physica. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2012, ISBN 978-3-
87071-271-6.
• Walburga Storch OSB (Übersetzung u. Hrsg.), Hildegard von Bingen: Scivias. Wisse die
Wege. Eine Schau von Gott und Mensch in Schöpfung und Zeit. Pattloch, Augsburg
1990, ISBN 3-629-00563-2.
• Barbara Stühlmeyer OblOSB (Übers.): Hildegard von Bingen. Werke Band IV. Lieder.
Symphoniae. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2012, ISBN 978-3-87071-263-1.
• Luca Ricossa: Hildegard von Bingen: Ordo Virtutum. Vollständige kommentierte Ausgabe mit
Musik in Originalnotation und französische Übersetzung. Genf (www.lulu.com), 2013.
Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• Tilo Altenburg: Soziale Ordnungsvorstellungen bei Hildegard von Bingen. Stuttgart


2007, ISBN 978-3-7772-0711-7.
• Friedrich Wilhelm Bautz: HILDEGARD von Bingen. In: Biographisch-Bibliographisches
Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 846–851.
• Barbara Beuys: Denn ich bin krank vor Liebe: Das Leben der Hildegard von Bingen. Piper,
München, ISBN 3-492-23649-9.
• Maura Böckeler: Der heiligen Hildegard von Bingen Reigen der Tugenden Ordo Virtutum; ein
Singspiel; Barth, Prudentiana (Musik); Böckeler, Maura, Berlin: Sankt Augustinus, 1927.
• Christine Büchner: Hildegard von Bingen : eine Lebensgeschichte. Insel-Verlag, Frankfurt
am Main; Leipzig 2009, ISBN 978-3-458-35069-9.
• Harald Derschka: Die Viersäftelehre als Persönlichkeitstheorie. Zur Weiterentwicklung eines
antiken Konzepts im 12. Jahrhundert. Thorbecke, Ostfildern 2013, ISBN 978-3-7995-0515-4,
S. 123–217.
• Michaela Diers: Hildegard von Bingen. 5. Auflage. Dtv, München 2005 (=dtv porträt), ISBN 3-
423-31008-1.
• Michael Embach: Die Schriften Hildegards von Bingen. Studien zu ihrer Überlieferung und
Rezeption im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. (Erudiri Sapientiae. Band 4). Akademie,
Berlin 2003, ISBN 3-05-003666-4.
• Edeltraut Forster u. a. (Hrsg.): Hildegard von Bingen. Prophetin durch die Zeiten. Zum 900.
Geburtstag. Verlag Herder, Freiburg u. a. 1997, 2. Auflage. 1998, ISBN 3-451-26162-6.
• Hiltrud Gutjahr OSB u. Maura Záthonyi OSB: Geschaut im lebendigen Licht. Die Miniaturen
des Liber Scivias der Hildegard von Bingen. erklärt und gedeutet. Mit einer kunsthistorischen
Einführung von Lieselotte Saurma-Jeltsch. Hrsg. von der Abtei St. Hildegard,
Rüdesheim/Eibingen, Beuroner Kunstverlag, Beuron 2011, ISBN 978-3-87071-249-5.
• Alfred Haverkamp (Hrsg.): Hildegard von Bingen in ihrem historischen Umfeld.
Internationaler wissenschaftlicher Kongress zum 900-jährigen Jubiläum. 13. bis 19.
September 1998. Bingen am Rhein. Mainz 2000.
• Josef Heinzelmann: Hildegard von Bingen und ihre Verwandten. Genealogische
Anmerkungen. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 23 (1997), S. 7–88.
• Sarah L. Highley (Hrsg.): Hildegard of Bingen's unknown language. An edition, translation
and discussion. Palgrave macmillan, New York 2007, ISBN 978-1-4039-7673-4.
• Helene M. Kastinger Riley: Hildegard von Bingen. Rowohlt, Reinbek 1997, 4. Auflage.
2011, ISBN 978-3-499-50469-3.
• Gundolf Keil: Hildegard-von-Bingen-Rezeption. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage,
Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter,
Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 595 f.
• Hildegard Elisabeth Keller: Der Ozean im Fingerhut. Hildegard von Bingen, Mechthild von
Magdeburg, Hadewijch und Etty Hillesum im Gespräch. Mit Beiträgen von Daniel Hell und
Jeffrey F. Hamburger. Zürich 2011 (Trilogie des Zeitlosen 3), ISBN 978-3-7281-3437-0.
• Monika Klaes (Hrsg.): Vita sanctae Hildegardis. Leben der heiligen Hildegard von Bingen.
Canonizatio Sanctae Hildegardis. Kanonisation der heiligen Hildegard. (= Fontes Christiani.
Band 29). Herder, Freiburg u. a. 1998, ISBN 3-451-23376-2.
• Ursula Koch: Die Meisterin vom Rupertsberg: Hildegard von Bingen – eine Botin der Liebe.
Historischer Roman (2009), ISBN 978-3765517129.
• Antonius van der Linde: Hildegard von Bingen. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB).
Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 407 f.
• Christel Meier: Hildegard von Bingen. In: Verfasserlexikon, 2. Aufl., Band III, 1981, Sp.
1257–1280.
• Barbara Newman: Hildegard von Bingen, Schwester der Weisheit. Verlag Herder, Freiburg
u. a. 1997, ISBN 3-451-23675-3.
• Barbara Newman (Hrsg.): Voice of the Living Light. Hildegard of Bingen and Her World.
Berkeley u. a. 1998.
• Hermann Multhaupt: Hildegard von Bingen – in seinem Leben. Romanbiografie. St. Benno-
Verlag, Leipzig 2013, ISBN 978-3-7462-3737-4.
• Régine Pernoud: Hildegard von Bingen. Ihre Welt, Ihr Wirken, Ihre Vision. Verlag Herder,
Freiburg u. a. 1997, 2. Auflage, ISBN 3-451-23677-X.
• Marianne Richert Pfau, Stefan J. Morent: Hildegard von Bingen: Der Klang des
Himmels. In: Annette Kreutziger-Herr, Melanie Unseld (Hrsg.): Europäische
Komponistinnen. Band 1, Böhlau, Köln 2005, enthält CD Ordo Virtutum – Fassung
nach Scivias (Ensemble für Musik des Mittelalters, Leitung Stefan Morent), ISBN 3-412-
11504-5.
• Marianne Richert Pfau: Hildegard von Bingen's Symphonia: An Analysis of Musical Process,
Modality, and Text-Music Relations. Dissertation, Stony Brook University, 1990.
• Peter Riethe: Hildegard von Bingen. Eine aufschlussreiche Begegnung mit ihrem
naturkundlich-medizinischen Schrifttum. Tectum Verlag, Marburg 2011, ISBN 978-3-8288-
2553-6.
• Hermann Josef Roth: Missverstandene Klostermedizin. Spektrum der Wissenschaft, März
2006, S. 84–91 (2006), ISSN 0170-2971.
• Heinrich Schipperges: Hildegard von Bingen. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9,
Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 131–133 (Digitalisat).
• Heinrich Schipperges: Die Welt der Hildegard von Bingen. Freiburg 1997.
• Hartmut Sommer: Die wahre Schau – die Klöster der Hildegard von Bingen an Rhein und
Nahe. In: Die großen Mystiker Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2008, ISBN
978-3-534-20098-6.
• Christian Sperber: Hildegard von Bingen. Eine widerständige Frau. Aichach 2003, ISBN 3-
929303-25-6.
• Barbara Stühlmeyer: Die Kompositionen der Hildegard von Bingen. Ein
Forschungsbericht. In: Beiträge zur Gregorianik. 22. ConBrio Verlagsgesellschaft,
Regensburg 1996, ISBN 3-930079-23-2, S. 74–85.
• Barbara Stühlmeyer: Musik im 12. Jahrhundert. In: Hans-Jürgen Kotzur: Hildegard von
Bingen 1098–1179. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1998, ISBN 3-8053-2445-6, S. 178–
181.
• Barbara Stühlmeyer: Die Gesänge der Hildegard von Bingen. Eine musikologische,
theologische und kulturhistorische Untersuchung. Olms, Hildesheim 2003, ISBN 3-487-
11845-9.
• Barbara Stühlmeyer: In einem Meer von Licht. Heilende Gesänge der Hildegard von
Bingen. Mit Illustrationen von Sabine Böhm. Butzon & Bercker, Kevelaer 2004, ISBN 3-7666-
0593-3.
• Barbara Stühlmeyer: Die musikalische Kirchenlehrerin. Zur Heiligsprechung Hildegards von
Bingen. In: Musica sacra (Zeitschrift) Nr. 5, Bärenreiter Kassel 2011, S. 298. ISSN 0179-
356X.
• Barbara Stühlmeyer: Die unbequeme Lehrerin oder: warum Hildegard von Bingen so spät
heilig wurde. In: Karfunkel 96 Oktober/November 2011, S. 27–31.
• Barbara Stühlmeyer: Tugenden und Laster. Wegweisung im Dialog mit Hildegard von
Bingen. Mit Illustrationen von Sabine Böhm. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2012, ISBN 978-
3-87071-287-7.
• Barbara Stühlmeyer: Wege in sein Licht. Eine spirituelle Biografie über Hildegard von
Bingen. Beuroner Kunstverlag, Beuron 2013, ISBN 978-3-87071-293-8.
• Barbara Stühlmeyer: Hildegard von Bingen. Leben – Werk – Verehrung. Topos plus
Verlagsgemeinschaft, Kevelaer 2014, ISBN 978-3-8367-0868-5.
• Josef Sudbrack: Hildegard von Bingen: Schau der kosmischen Ganzheit. Echter, Würzburg
1995, ISBN 3-429-01696-7.
• Victoria Sweet: Rooted in the Earth, Rooted in the Sky: Hildegard of Bingen and Premodern
Medicine. New York: Routledge 2006, ISBN 0-415-97634-0.
• Melitta Weiss-Amer [= Melitta Weiss Adamson]: Die 'Physica' Hildegards von Bingen als
Quelle für das 'Kochbuch Meister Eberhards'. In: Sudhoffs Archiv. 76 (1992), 1, S. 87–96;
vgl. dazu: Anita Feyl: Das Kochbuch des Eberhard von Landshut (erste Hälfte des 15.
Jahrhunderts). Ostbairische Grenzmarken 5 (1961), S. 352–366.
• Berthe Widmer: Heilsordnung und Zeitgeschehen in der Mystik Hildegards von
Bingen (= Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft. Band 52). Helbing & Lichtenhahn,
Basel/Stuttgart 1955 (Dissertation, Universität Basel, 1953).
Tonträger (CD)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• A feather on the breath of God – sequences and hymns by Abbess Hildegard of Bingen.
Gothic Voices with Emma Kirkby, Ltg. Christopher Page. Hyperion 1982.
• Hildegard von Bingen – Ordo virtutum/Spiel der Kräfte. Sequentia, Ltg. Barbara Thornton,
Benjamin Bagby. Deutsche Harmonia Mundi 1982.
• Hildegard von Bingen – Symphoniae/Geistliche Gesänge. Sequentia, Ltg. Barbara Thornton,
Benjamin Bagby. Deutsche Harmonia Mundi 1985.
• Hildegard von Bingen und ihre Zeit. Ensemble für Frühe Musik Augsburg. Christophorus
1990.
• Hildegard von Bingen – Canticles of ecstasy/Gesänge der Ekstase. Sequentia, Ltg. Barbara
Thornton, Benjamin Bagby. Deutsche Harmonia Mundi/BMG 1994.
• Hildegard von Bingen – Voice of the blood/Stimme des Blutes. Sequentia, Ltg. Barbara
Thornton, Benjamin Bagby. Deutsche Harmonia Mundi/BMG 1995.
• Symphony Of The Harmony Of Celestial Revelations – The Complete Hildegard Von Bingen
– Volume One Sinfonye, Ltg. Stevie Wishart. Celestial Harmonies 1996.
• Hildegard von Bingen – Femina Forma Maria. Marienlieder des Villarenser Kodex. Ensemble
Mediatrix, Ltg. Johannes Berchmans Göschl. Calig, Augsburg 1996.
• Hildegard von Bingen – O vis aeternitatis. Vesper in der Abtei St. Hildegard. Schola der
Benediktinerinnenabtei St. Hildegard, Eibingen, Ltg. Johannes Berchmans Göschl, Sr.
Christiane Rath OSB. Ars Musici, Freiburg 1997.
• Hildegard von Bingen – O Jerusalem. Sequentia, Ltg. Barbara Thornton, Benjamin Bagby.
Deutsche Harmonia Mundi/BMG 1997.
• Hildegard von Bingen – Ordo virtutum. Spiel der Kräfte – Fassung nach Scivias. Ensemble
ordo virtutum, Ltg. Stefan Morent. Bayer Records 1997.
• Hildegard von Bingen – Ordo virtutum. Sequentia, Ltg. Barbara Thornton, Benjamin Bagby.
Deutsche Harmonia Mundi/BMG 1998.
• Hildegard von Bingen – Saints. Sequentia, Ltg. Barbara Thornton und Benjamin Bagby.
Deutsche Harmonia Mundi/BMG 1998.
• Hildegard von Bingen – Ordo virtutum – ein mittelalterliches Mysterienspiel. Ensemble A
Cappella, Köln, Ltg. Dirk van Betteray. OKK, Waldbröl 1998.
• Hildegard von Bingen und Birgitta von Schweden. Les Flamboyants. Raumklang 1998.
• Lux Vivens (Living Light) – The Music of Hildegard von Bingen. Jocelyn Montgomery und
David Lynch. Mammoth Records 1998.
• Aurora (The Complete Hildegard Von Bingen Volume Two) Sinfonye, Ltg. Stevie Wishart.
Celestial Harmonies 1999.
• Hildegard von Bingen – Ordo virtutum. Cantoria Alberto Grau, Ltg. Johannes Berchmans
Göschl. Legato 1999.
• The Complete Hildegard von Bingen volume 3 – O nobilissima viriditas Sinfonye, Ltg. Stevie
Wishart. Celestial Harmonies 2004.
• Seraphim – Hildegard von Bingen. Ensemble Cosmedin, Stephanie und Christoph Haas.
Animato 2005.
• Visions of Paradise – A Hildegard von Bingen Anthology. Sequentia. Deutsche Harmonia
Mundi/SONY Classics 2009.
• Der Ozean im Fingerhut. Hildegard von Bingen, Mechthild von Magdeburg, Hadewijch und
Etty Hillesum im Gespräch. Hörspiel von Hildegard Elisabeth Keller. 2 Audio-CDs. VDF-
Verlag 2011.
• Hildegard von Bingen – Du aber sei ohne Angst. Ensemble Cosmedin. Zweitausendeins
Edition, 2012.
• Hildegard von Bingen – Inspiration. Ensemble VocaMe, Ltg. Michael Popp. Berlin Classics
2012.
• Hildegard von Bingen – Celestial Hierarchy. Sequentia, Ltg. Benjamin Bagby. Deutsche
Harmonia Mundi (SONY) 2013.
• Lebendiges Licht – Lieder von Hildegard von Bingen und Improvisationen, Margarida Barbal
(Gesang), Catherine Weidemann (Psalterium), Psalmos 2016.
• Hildegard von Bingen – The Complete Edition. Sequentia, Ltg. Barbara Thornton, Benjamin
Bagby. SONY 2017.
Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
• Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen, deutsch-
französischer Historienfilm von Margarethe von Trotta (2009)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Wikiquote: Hildegard von Bingen – Zitate
Commons: Hildegard von Bingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

• Literatur von und über Hildegard von Bingen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Werke von und über Hildegard von Bingen in der Deutschen Digitalen Bibliothek
• Hildegard von Bingen im Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“
• Lexikalischer Artikel über Hildegard von Bingen bei MUGI (Musik und Gender im Internet)
• Abtei St. Hildegard Eibingen Webseite der Abtei St. Hildegard
• Literatur über Hildegard von Bingen in der Hessischen Bibliographie
• Werke von Hildegard von Bingen im Projekt Gutenberg-DE
• Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz, 2012
• Land der Hildegard von Bingen - Das Portal Informationsportal der Stadtverwaltung Bingen
am Rhein
• Hildegard von Bingens Werke in Bibliotheca Augustana
• Modelle des ehemaligen Klosters von Bingen
• Diskografie
• Karl Kardinal Lehmann am 3. Juni 2012 im SWR 2: „Hl. Hildegard von Bingen –
Kirchenlehrerin“
• Projektionsfläche Hildegard Beitrag in: Herder Korrespondenz Nr. 6, 2012.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


1. ↑ Apostolisches Schreiben Benedikts XVI. vom 7. Oktober 2012 auf Lateinisch und
auf Deutsch
2. ↑ Predigt von Papst Benedikt XVI. zur Eröffnung der Bischofssynode und Erhebung des
hl. Johannes von Avila und der hl. Hildegard von Bingen zu Kirchenlehrern am 7.
Oktober 2012;Radio Vatikan vom 27. Mai 2012: "Hildegard von Bingen wird
Kirchenlehrerin" (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als
defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.;Hildegard von Bingen
und Johannes von Avila neue Kirchenlehrer
3. ↑ Marianna Schrader, Adelgundis Führkötter: Die Herkunft der Heiligen
Hildegard. In: Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte. Band
43, 2. Auflage. Mainz 1981, S. 14, 18.
4. ↑ Dagmar Heller: Hildegard von Bingen. (1098–1179). In: Helmut Burkhardt und Uwe
Swarat (Hrsg.): Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde. Band 2. R.
Brockhaus Verlag, Wuppertal 1993, ISBN 3-417-24642-3, S. 907.
5. ↑ Hochspringen nach:a b Klaes 1998, S. 125.
6. ↑ Jahreszahl nach Juttas Vita (Franz Staab: Reform und Reformgruppen im Erzbistum
Mainz. Vom ‚Libellus de Willigisi consuetudinibus‘ zur ‚Vita domnae Juttae
inclusae‘. In: Reformidee und Reformpolitik im spätsalisch-frühstaufischen Reich, Hg.
Stefan Weinfurter unter Mitarbeit von Hubertus Seibert, Mainz 1992 (Quellen und
Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 68)). Dagegen berichtet
Hildegards Vita, sie sei im Alter von acht Jahren auf dem Disibodenberg eingeschlossen
worden. (Monika Klaes (Hrsg.): Vita Sanctae Hildegardis. (Corpus Christianorum,
Continuatio mediaevalis 126). Brepols, Turnholti 1993., ISBN 2-503-04261-9, I, 1, S. 6)
7. ↑ Alfred Haverkamp: Hildegard von Disibodenberg-Bingen. Von der Peripherie zum
Zentrum. In: Alfred Haverkamp (Hrsg.): Hildegard von Bingen in ihrem historischen
Umfeld. Internationaler wissenschaftlicher Kongress zum 900-jährigen Jubiläum. 13. bis
19. September 1998. Bingen am Rhein. Mainz 2000. Anm. 5 und 73
8. ↑ Klaes 1998, S. 14.
9. ↑ Hildegard von Bingen: Im Feuer der Taube: die Briefe. Übers. und hrsg. von Walburga
Storch. Pattloch, Augsburg 1997, ISBN 3-629-00885-2, S. 21; vgl. die Interpretation des
Briefwechsels bei Christian Sperber, Hildegard von Bingen. Eine widerständige Frau,
Aichach 2003, S. 92–115.
10. ↑ Michael Embach: Die Schriften Hildegards von Bingen: Studien zu ihrer Überlieferung
und Rezeption im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Habilitation Universität Trier,
Berlin 2003.
11. ↑ Michael Zöller: Gott weist seinem Volk seine Wege. Die theologische Konzeption
des Liber Scivias der Hildegard von Bingen (1098–1179). Tübingen 1997 (= Tübinger
Studien zur Theologie und Philosophie, 11).
12. ↑ Ute Mauch: Hildegard von Bingen und ihre Abhandlungen zum dreieinen Gott im Liber
Scivias (Visio II, 2). Ein Beitrag zum Übergang vom sprechenden Bild zu Wort, Schrift
und Bild. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 23, 2004, S. 146–158.
13. ↑ Oliver Sacks: Migraine: Understanding a Common Disorder. Berkeley, 1985, S. 106–
108; Ines Perl: Der Migräne-Aura auf der Spur, Uni Magdeburg, Januar 2001
14. ↑ Den Brief von Tengswich beantwortete Hildegard recht kühl, ohne auf die einzelnen
Vorwürfe einzugehen. Lediglich zur Trennung von adligen und nichtadligen Nonnen
bemerkt sie, ein konfliktfreies Zusammenleben der verschiedenen Stände sei schwierig.
Vgl. Hildegard von Bingen: Im Feuer der Taube: die Briefe. Übers. und hrsg. von
Walburga Storch. Pattloch, Augsburg 1997, ISBN 3-629-00885-2, S. 110–114.
15. ↑ Die fragwürdigen Tipps der heiligen Hildegard. In: Die Welt, 4. Oktober 2012.
16. ↑ Das große Geschäft mit Hildegard von Bingen. In: Der Standard, 5. Juli 2013.
17. ↑ Vgl. auch Barbara Fehringer[-Tröger]: Das „Speyerer Kräuterbuch“ mit den
Heilpflanzen Hildegards von Bingen. Eine Studie zur mittelhochdeutschen „Physica“-
Rezeption mit kritischer Ausgabe des Textes. Königshausen & Neumann, Würzburg
1994 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, Beiheft 2).
18. ↑ Irmgard Müller: Die pflanzlichen Heilmittel bei Hildegard von Bingen. Heilwissen aus
der Klostermedizin (1. Aufl. Salzburg 1982); Neudruck Freiburg im Breisgau/Basel/Wien
1993 (= Herder/Spektrum, 4193). 2. Auflage. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2008, ISBN
978-3-451-05945-2, S. 13.
19. ↑ Barbara Stühlmeyer: Die Gesänge der Hildegard von Bingen. Eine musikologische,
theologische und kulturhistorische Untersuchung, Dissertation, Olms 2003.
20. ↑ M. Carruthers: The Craft of Thought, Cambridge etc. 1998.
21. ↑ M. R. Pfau, S. J. Morent: Hildegard von Bingen: Der Klang des Himmels, Köln 2005.
22. ↑ Gubaidulina, Aus den Visionen
23. ↑ Hildegard von Bingen: Naturkunde. Das Buch von dem inneren Wesen der
verschiedenen Naturen in der Schöpfung, übersetzt und erläutert von Peter Riethe,
Salzburg 1959, 3. Aufl. ebenda 1980.
24. ↑ Raimund Struck: Hildegardis De lapidibus ex libro simplicis medicinae: Kritische Edition
unter Vergleich anderer Lapidarien. Medizinische Dissertation Marburg 1985.
25. ↑ Heinrich Schipperges: Die Welt der Elemente bei Hildegard von Bingen. In: Josef
Domes, Werner E. Gerabek, Bernhard Dietrich Haage, Christoph Weißer, Volker
Zimmermann (Hrsg.): Licht der Natur. Medizin in Fachliteratur und Dichtung. Festschrift
für Gundolf Keil zum 60. Geburtstag. Kümmerle, Göppingen 1994 (= Göppinger Arbeiten
zur Germanistik, 585), ISBN 3-87452-829-4, S. 365–383.
26. ↑ Hildegard von Bingen: Heilkunde, nach den Quellen übersetzt und erläutert von
Heinrich Schipperges, Salzburg 1957.
27. ↑ Digitalisat der Urkunde beim Virtuellen Deutschen Urkundennetzwerk. Ein Regest der
Urkunde ist abrufbar über die Website des Landeshauptarchivs Koblenz (durchklicken
zu: Bestände → Landeshauptarchiv Koblenz → A Die Zeit des alten Reiches → A.2
Klöster und Stifte → Bestand Nr. 164 Rupertsberg → Findbuch → Urkunden → Urkunde
Nr. 14).
28. ↑ Martyrologium romanum, 9. Auflage. Rom 1749, Kapitel
September: http://www.breviary.net/martyrology/mart09/mart0917.htm (Memento vom
20. Mai 2012 im Internet Archive).
29. ↑ Äbtissin, Mystikerin, abgerufen am 3. November 2012.
30. ↑ Eintrag im ökumenischen Heiligenlexikon, abgerufen am 17. September 2013.
31. ↑ Promulgazione di decreti della congragazione delle cause Dei Santi. 10. Mai 2012
32. ↑ Homepage der Hildegardisschule Rüdesheim Geschichte (Memento vom 14. Juni 2008
im Internet Archive)
33. ↑ Notiz im Ärzteblatt Nordrhein 6/97 (Zugriff Juli 2009) (PDF; 40 kB)
34. ↑ Beiheft der Doppel-LP Ordo virtutum von 1982 bzw. der Doppel-CD Ordo virtutum von
1990.
35. ↑ Mittelalter-Epos: Margarethe von Trotta hatte ihre Vision von Hildegard von
Bingen. Margarethe von Trotta hatte ihre Vision von Hildegard von Bingen.
In: Moviepilot. 26. September 2009, abgerufen am 28. Februar 2018.
36. ↑ Hildegard-Musical (Memento vom 5. Januar 2014 im Internet Archive)
37. ↑ Kurzportrait (Memento vom 17. Juli 2014 im Internet Archive) Nadja Reichardt beim
Verlag DMP Doku-Medienproduktion