Sie sind auf Seite 1von 12

AKUBIZ E.V.

!
KIRCHGASSE 2
01796 PIRNA
KULTURKISTE AUSSTELLUNG BILDUNGSFAHRT
FILME, FEIERN UND GESCHICHTE DES KZ GESCHICHTE IM
KONTAKT@AKUBIZ.DE
VIELES MEHR HOHNSTEIN NORDEN
WWW.AKUBIZ.DE

SACHBERICHT 2018
!
!
!
!
!
!
!

Einleitung

im Herbst 2001 legten wir, gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus Pirna und der
Region, den Grundstein zur Gründung des heutigen Vereins. Wir wollten eine Alternative
zu bestehenden rechten Strukturen schaffen und so ein Zeichen für Mitmenschlichkeit
und Solidarität setzen. In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf der Suche nach
eigenen Vereinsräumen. Wir alle organisieren ehrenamtlich Projekte
zur Erinnerungsarbeit, Bildungsveranstaltungen und Foto: 2018 kamen
antirassistische Kulturevents. So ist der anfangs kleine Verein nun über 50
ein fester Bestandteil sächsischer Zivilgesellschaft geworden, der Teilnehmende zur
sich immer wieder auch klar positioniert und mit kontinuierlichen „Rote- Bergsteiger-
Veranstaltungen für sich wirbt. Viele Projekte finden seit vielen Wanderung“, diesmal
Jahren statt und so konnten wir uns freuen 2018 bereits zum 11. in die Böhmische
Mal eine Rote-Bergsteiger-Wanderung anbieten.
Schweiz.

!
In einem kleinen Bericht möchten wir nun über einige
weitere Aktivitäten des AKuBiZ e.V. informieren:

Einblicke in die
26. Januar - Hohnstein-Projekt in Radebeul
Veranstaltungen
Nach dem im vergangenen Jahr eine Schulklasse des
Radebeuler Luisenstiftes mit uns auf Wandertour Jahr,
konnten nun de Ergebnisse präsentiert werden. Zuvor
nehmen Vertreter*innen des AKuBiZ an der
Gedenkveranstaltung für die Opfer des
Nationalsozialismus teil. Im Anschluss wurde in einer
Feierstunde vor rund 100 Teilnehmenden eine
Ausstellung zum Frühen KZ Hohnstein gezeigt. Dabei
erklärten die Schüler*innen in ihrer Schule die
Recherchen und warum sie diese Form der Ausstellung
gewählt hatten. Sie bedankten sich auch für unsere
Unterstützung und bildeten deshalb auch das Logo des
AKuBiZ auf der Ausstellung ab. Als Dank überreichten
uns die Schüler*innen eine digitalisierte Variante der
Häftlingskartei mit rund 600 Namen.

27. Januar - Gedenktag in Pirna und Heidenau

Die kreisweite Veranstaltung des Landratsamtes in


Kooperation mit der Stadt Pirna und dem VVN-BdA fand
am Denkmal in der Grohmannstraße in Pirna statt. Nach
der Rede von Vizelandrat Heiko Weigelt wurden den
etwa 100 Teilnehmenden drei Personen anlässlich dieser
Gedenkstunde vorgestellt.

Unter anderem Arthur Thiermann, antifaschistischer


Widerstandskämpfer, der im Jahre 1901 in Pirna-
Neundorf geboren wurde. 1920 half er bei der
Zerschlagung des Kapp-Putsches, 1921 nahm er an den
Abwehrkämpfen der Arbeiterklasse Mitteldeutschlands
gegen konterrevolutionäre Angriffe teil. Drei Jahre später
kehrte Thiermann nach Pirna zurück und wurde in die
KPD aufgenommen. Nach der Errichtung der
faschistischen Diktatur jagten sie ihn, bis er im März
1933 in ihre Hände fiel. Ihm gelang die Flucht aus dem
SA-Heim Struppen. Er organisierte den Transport
antifaschistischer Zeitungen, schleuste gefährdete
Genossen über die Grenze und hielt Verbindung
zwischen der Auslandsleitung der Partei und
Widerstandsgruppen. Am 4. Juli 1935 geriet er in
Altenberg zusammen mit drei Genossen in einen
Hinterhalt der SS und Gestapo und wurde im
Feuergefecht an der Schneise 31 ermordet.

Am Abend nahmen Vereinsmitglieder auch an der


Gedenkveranstaltung in Heidenau statt, wo vor rund 50
Gästen dem Kommunisten Arno Hering gedacht wurde.

3. Februar - Ausstellung in Pirna

Ab dem 3. Februar zeigten wir in der K2-Kuturkiste die


Ausstellung „Freiheit Kontra Hitlerjugend“. Sie zeigt
bislang wenig bekannte oder völlig neu entdeckte
Beispiele von sächsischen Jugendlichen, die sich in den
Jahren von 1933 bis 1945 der Vereinnahmung durch die
Nationalsozialisten entzogen und ihre Freiheit zu
bewahren versuchten.

Texte, Bilder und Dokumente machen deutlich, wie


vielfältig die Formen von gruppenbezogener
Nichtanpassung, Opposition und Widerstand waren.
Widerstand war keine Sache übernatürlicher Helden,
sondern fand auch im Kleinen, in der Nachbarschaft, an
Orten, an denen man es bislang nicht vermutete, statt.
Die Ausstellung trägt zur Entmythisierung dieses
Abschnitts sächsischer Geschichte bei und zeigt, wie
sich Jugendliche erfolgreich dem NS-Regime entzogen.

Die Ausstellung wurde vom Schulmuseum Leipzig


konzipiert und war bis Ende März zu sehen.

23. Februar - Filmvorführung in Pirna

Sie kommen in der Nacht, sie reißen Familien aus dem


Schlaf und setzen sie in ein Flugzeug: Sogenannte
Zuführkommandos von Polizei und Ausländerbehörden
haben im vergangenen Jahr 25.000 Asylbewerber aus
Deutschland abgeschoben.

Der 85-minütige, preisgekrönte Dokumentarfilm


DEPORTATION CLASS zeichnet ein umfassendes Bild
dieser staatlichen Zwangsmaßnahmen: Von der Planung
einer Sammelabschiebung über den nächtlichen
Großeinsatz in den Unterkünften der Asylsuchenden bis
zu ihrer Ankunft im Heimatland und der Frage, was die
Menschen dort erwartet. Die Filmvorführung fand in der
K2-Kulturkiste in Pirna statt.

24. Februar - Diskussion in Pirna

Bei einem Besuch der Bad Schandeuer Pfadfinderinnen-


Gruppe Wildkatzen erzählten wir über unsere
Vereinsarbeit und erinnerungspolitische Projekte. Die 12
Teilnehmerinnen erfuhren dabei auch über NS-
Geschichte im Landkreis.

2. März - Historische Stadtführung in Pirna

Im Rahmen der Ausstellung "Freiheit Kontra


Hitlerjugend" fand ab 16.30 Uhr ein Stadtspaziergang zur
Geschichte Pirnas während des Nationalsozialismus
statt. Etwa 20 Personen erfuhren dabei an welchen
Orten Widerstandskämpfer*innen wohnten und wo
Verbrechen durchs die Nazis begangen wurde. Im
Anschluss gab es einen kleinen Imbiss und nette
Gespräche.

10. März - Gedenktag in Hohnstein

Am 10. März 2018 erinnerten fast 100 Teilnehmende den


Verbrechen im Frühen KZ Hohnstein. Vor 85 Jahren - am
8. März 1933 - besetzte die Schutzabteilung (SA) die
Burg und verhaftete den Leiter der damaligen
Jugendburg, Konrad Hahnewald. Eine Woche später
kamen die ersten LKW mit Häftlingen auf dem
Marktplatz an.

Zu einer Veranstaltung in Erinnerung an die Verbrechen,


luden wir deshalb am Samstag ein. Der Tag begann mit
einer kleinen Gedenkwanderung um Hohnstein.
Überrascht waren wir vom großen Interesse. Mit etwa 40
Personen hatten wir gerechnet, allein 70 kamen zur
Wanderung. Darunter waren eine Reihe von Angehörigen
ehemaliger Häftlinge. Im Anschluss an die Wanderung Fotos: auf Wanderung mit
stieg die Zahl der Teilnehmenden noch einmal auf fast Interessierten in der
100 Personen an. Nach der Begrüßung durch Sächsischen Schweiz,
Bürgermeister Daniel Brade legten wir Blumen und Veranstaltung in Hohnstein.
Gebinde an der Gedenkstele nieder. Es folgte eine
Führung zur Geschichte des Frühen KZ Hohnstein über
die Burg. Dabei wurden historische Fotos gezeigt und
Zitate ehemaliger Häftlinge verlesen. Die Veranstaltung
endete mit Präsentationen und Live-Musik durch den
Pirnaer Laien-Chor PirMoll.

Es begann die 10. Klasse des Radebeuler Gymnasiums


Luisenstift mit der Vorstellung ihres Projektergebnisses.
Sie gestalteten mehr als 20 Tafeln zur Burg-Geschichte,
die sie nun an den Hohnsteiner Bürgermeister übergeben
konnten. Darauf folgte die Vorstellung von
Rechercheergebnissen zum Kriegsgefangenenlager durch
die Schwarz-Roten Bergsteiger*innen aus Dresden. Viele
Teilnehmende hätten später gern noch weitere Gespräche
gesucht und Informationen getauscht. Vielleicht werden
wir dafür zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal einen
"Raum" zur Verfügung stellen.

Wir danken allen für das große Interesse, die Offenheit


und Hilfe. Die Veranstaltung wurde unterstützt durch die
VVN-BdA Sachsen und gefördert durch die Rosa-
Luxemburg-Stiftung Sachsen.

24. März - Wanderung in Hohnstein

Zum zweiten Mal reiste eine Schulklasse des


Hoyerswerdaer Johanneum für ein Wanderseminar mit
uns in die Sächsische Schweiz. Mit der 8. Klasse
wanderte wir dann vom Hockstein über die Wolfsschlucht
bis zur Burg Hohnstein. Dort trafen wir Roland Hering,
Enkel des in Hohnstein ermordeten Martin Hering. Er
berichtete über seine Familie und gab damit einen sehr
emotionalen Beitrag zum Seminar. Im Anschluss
besuchte die Klasse noch die Gautschgrotte und
wanderte zurück ins Polenztal.

2. April - Ostermarsch in Bad Schandau


Fotos: Gedenken auf der
Zur 5. Osterfriedenswanderung in der Sächsische
Burg Hohnstein - einem
Schweiz trafen sich rund 100 Teilnehmende. Sie Frühen Konzentrationslager.
spazierten von Ostrau nach Bad Schandau in den Unten: Über 100 Gäste bei
Kurpark. Zum abschließenden Friedensfest sprach der Friedenswanderung in
Steffen über die erinnerungspolitischen Wanderungen Bad Schandau.
unseres Vereins und geschichtsrevisionistische
Tendenzen in der Politik. Zuvor trat der Laienchor PirMoll
auf, dem mehrere Vereinsmitglieder angehören. Er
interpretiert „fast vergessene Lieder“ und bot diese
während der Wanderung dar.

13. April - Infostand in Leipzig

Zu einer kleinen Vereinsvorstellung durften wir nach


Leipzig reisen, wo die bekannten Musik-Bands
„Turbostaat“ und „Beatsteaks“ auftraten. In der
ausverkauften Arena konnten wir uns mit anderen Anti-
Rechts-Initiativen präsentieren.

12. Mai - mit der FAU in Hohnstein

Wir begleiteten eine Wandergruppe der Dresdener FAU zu


einem Rundgang über die Burg Hohnstein. Dort sprachen
wir über die Geschichte des ehemaligen Frühen
Konzentrationslagers und die derzeitige Situation des
Ortes. Die Gruppe der rund 20 Teilnehmenden wanderte
später noch weiter durch die Sächsische Schweiz…

17. Mai - Rainbowflash in Pirna

Ebenfalls eine kleine Tradition ist die Durchführung des


Pirnaer Rainbow-Flash. Gemeinsam mit dem CSD e.V.
setzten wir ein Zeichen der Verbundenheit mit den
Menschen in den über 70 Ländern, in denen
Homosexualität noch immer illegal ist und mit
Gefängnisstrafen belegt wird. In sieben Ländern steht für
homosexuelle Handlungen sogar die Todesstrafe.

19. Mai - Workshop in Doksy/CZ

Über 400 Teilnehmende treffen sich jedes Jahr zum


Pfingstcamp der Linksjugend Sachsen. Dort gibt es
mehrere Tage Vorträge, Workshops und
Diskussionsrunden. Sechs Mitglieder unseres Laienchors
PirMoll trafen sich zu einem Workshop und boten das
Foto unten: Lust am
Einstudieren historischer Lieder an. Insgesamt 20 Musizieren und gemeinsamen
Sänger*innen probten so fünf unterschiedliche Lieder, die Singen. Seit Herbst 2017
in Konzentrationslagern geschrieben wurden. Am Ende probt in Pirna ein Laienchor
des Workshops wurden sie vor den Gästen des Camps mit dem Namen PirMoll.
vorgetragen.
Initiiert wurde er von
Mitgliedern unseres Vereins.
!
5. Juni - Konferenz in Hohnstein

Die Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag führte


eine Veranstaltung in Hohnstein durch. Dabei ging es um
die Frage: Wie weiter mit dem Kulturgut Burg Hohnstein?

Wir beteiligten uns dabei mit einer Führung zur


Geschichte der Burg während des NS und nahmen im
Anschluss an der öffentlichen Diskussion teil.

8.-10. Juni - 11. Rote-Bergsteiger-Wanderung

Zur 11. "Rote Bergsteiger - Wanderung" fanden sich in


Ostrov (Tschechien) ca. 65 Teilnehmende ein, um mehr
über den grenzübergreifenden Widerstand von
Bergsteiger*innen und Naturfreund*innen in der
Sächsischen und Böhmischen Schweiz zur Zeit des
Nationalsozialismus zu erfahren. Zum diesjährigen
Seminar standen Widerstandshandlungen im Gebiet in
und um Tisá und den Hohen Schneeberg im Mittelpunkt.

Besonders das Volkshaus in Tisá war für die


Widerstandsbewegung ein sehr bedeutender Ort. Im
Volkshaus fanden durch Nationalsozialisten verfolgte
Emigraten Unterschlupf, Waffen und Literatur wurden dort
versteckt. Betrieben wurde es von der Pirnaerin Elisabeth
Morche (geb. Mildner), auch deren sechs Söhne waren im
antifaschistischen Widerstand. Auf den Wanderungen
erfuhren die Teilnehmenden Interessantes zu einigen in
der Region sportlich und politisch aktiven
Bergsteiger*innen. Nach dem am ersten Tag ein
Einführungsvortrag stattfand, liefen die Teilnehmenden
am Samstag in einer ca. 13 Kilometer langen Wanderung
auf den Hohen Schneeberg, der mit fast 723 m der
höchste Berg in der Böhmischen Schweiz ist. Am
Sonntag führte die rund 10 Kilometer lange Tour in das
Tisaer Felsengebiet.

Besonders gefreut haben wir uns, dass Eva Mendl über Fotos: Jährlich findet für ein
das Wirken ihres Vaters Johannes Müller berichtet und Wochenende das „Rote
uns auf der Samstags-Wanderung begleitet hat. Bergsteiger“ Wanderseminar
Johannes Müller überlebte als einziger Antifaschist den statt. In diesem Jahr
wanderte die Reisegruppe
Überfall der Gestapo an der Altenberger Schneise 31.

dabei auf den Schneeberg.


!
30. Juni - Protesttag in Pirna
Foto unten: Stolpersteine
Unter dem Motto „Die wahren Trojaner“ luden Pirnaer putzen in Hamburg. 2019
werden wir dann auch in
Bürger*innen auf den Marktplatz ein. Dort wurde über die
Pirna die Verlegung von
Themen „Rassismus“, „Egoismus“ und „Nationalismus“ Stolpersteinen initiieren.
diskutiert. Es gibt keine eindimensionalen Antworten auf
die komplizierten Fragen unserer Gesellschaft, so wie es
populistisch agierende Politiker*innen gern behaupten.

11. Juli - NS-Geschichte in Leichter Sprache

Nach einem umfassenden Konzept für die Vermittlung


von NS-Geschichte in leichtem Zugang, konnten wir im
Juli unsere ersten praktischen Erfahrungen sammeln.
Begleitet wurde die Veranstaltung durch unsere
Handreichung, die den wissenschaftlichen Background
zu den Projekten gibt. Die 15 Teilnehmenden waren von
9.-13. Juli in der Sächsischen Schweiz und besuchten
mit uns das Gelände des Frühen Konzentrationslagers
auf der Burg Hohnstein.

1.-9. September - Antifaschistische Bildungsreise

Polen, Italien, Griechenland, Spanien, Belgien,


Luxemburg, Niederlande, Frankreich, Slowenien, ... und
jetzt auch Dänemark. Die diesjährige Bildungsfahrt führte
uns also in den Norden. Nach einer etwas verstauten
Fahrt kamen wir am Abend in der Antifaschistischen
Erholungsstätte an und wurden herzlich begrüßt. Der Ort
wurde 1926 von Hamburger Antifaschist*innen
gegründet, die damit die Tradition beibehielten, am
Wochenende zur Erholung in Wochenendhäuser der
Lüneburger Heide zu fahren. In Heideruh liegt auch das
Motorboot "Charlotte". Auf ihr sollen Antifaschist*innen
bei einer illegalen Tagung am 7. Februar 1933 vor den
Nazis gerettet wurden sein. An dieser Tagung nahm auch
Siegfried Rädel aus Pirna teil. Er war während der
Novemberrevolution Mitglied des Arbeiter- und
Soldatenrates in Pirna. 1919 wählten ihn seine Kollegen
zum Betriebsratsvorsitzenden im Kunstseidewerk in
Pirna, wenig später wurde er Mitglied der KPD. Rädel
wurde am 25. Februar 1943 vom Volksgerichtshof wegen
Hochverrats zum Tode verurteilt und am 10. Mai 1943 im
Zuchthaus Brandenburg enthauptet.

14. September - Vortrag zu Datenschutz

Cornelia Ernst (MdEP) war zu Gast in der Kulturkiste und


informiert unter dem Thema "Datenschutz, wie weiter?
Einblicke zur neuen Datenschutzgrundverordnung.“

14.-16. September - Widerständige Wege

Vom 14.-16. September durften wir wieder Menschen


begrüßen, die sich für unser Angebt zur NS-Geschichte
in der Region interessieren. Mit ihnen verbrachten wir ein
Wochenende auf den Spuren des NS im Landkreis. Dazu
gehörte auch der Besuch des ehemaligen KZ Hohnstein,
welches von März 1933 bis August 1934 Folter- und
Mordstätte war. Wir besuchten auch das Richard-
Wagner-Denkmal im Liebethaler Grund, welches kurz
nach der Machtübernahme der Nazis eingeweiht wurde.
Mit seinen mehr als 12 Metern Höhe, ist es das größte
Wagner-Denkmal der Welt. Es zeigt sehr deutlich die
völkische Ausrichtung des Bildhauers Richard Fuhr, der
nicht zufällig Wagner für sein Denkmal auswählte.

23. September - Erinnerung • Stadtspaziergang

Gemeinsam mit dem CSD e.V. Pirna unternahmen wir


einen Spaziergang in Erinnerung an einen Pirnaer Bürger.
Karl Emil Heinrich (1892-1941) war einer der vielen
Homosexuellen, die im Nazi-Regime verurteilt,
eingesperrt, verschleppt und ermordet wurden. Im
nächsten Jahr möchten wir Karl Emil Heinrich mit einem
Stolperstein in Pirna gedenken.

September - #guscheaufgegenrechts

Die AfD bedroht das friedliche Zusammenleben aller


Menschen in unserer Gesellschaft. Die Kampagne
#guscheaufgegenrechts wurde bisher von über 100
Initiativen unterzeichnet.

13./14. Oktober - Widerständige Wege

Am 13. und 14. Oktober besuchten uns Freund*innen


aus Leipzig. Die Gruppe von Fans der BSG Chemie
Leipzig besuchte mit uns unter anderem den Gedenkort
auf der Burg Hohnstein und weitere Orte des Erinnerns.

15. Oktober - Rede in Yad Vashem


Fotos: Unser digitaler Atlas
Auf einer Israel-Reise konnte ein Mitglied unseres Vereins unter gedenkplaetze.info
wurde im Oktober durch die
einige Worte an die Reisegruppe richten. In der
Stiftung-Auschwitz-Komitee
Gedenkstätte Yad Vashem, genauer gesagt im Tal der in Hamburg ausgezeichnet.
Gemeinden, sprach sie über den Pirnaer Juden Esra
Jurmann.

25. Oktober - Hans-Frankenthal-Preis 2019

Der Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung-Auschwitz-


Komitee ging dieses Jahr zu gleichen Teilen an unseren
Verein für das Projekt Digitale Geschichtskarte für
Sachsen und an den Dokumentarfilm „Liza ruft!" über die
Partisanin Fania Brantsovskaya.

27. Oktober - 25 Jahre VVN Leipzig

Auf der Veranstaltung der VVN Leipzig konnte der Pirnaer


Laienchor PirMoll einige Lieder zum Besten geben. An
der anschließenden Diskussionsrunde waren wir auf dem
Podium beteiligt. Dabei ging es um die Frage, wie sich
die Situation nach der kommenden Landtagswahl in
Sachsen für zivilgesellschaftliche Initiativen verändern
könnte und welche Strategien dafür benötigt werden.

16.-19. November - Reise nach Katalonien

Am 16. November 1938 endete die Schlacht am Ebro -


die letzte große Offensive der Internationalen Brigaden
während des Spanischen Bürgerkriegs. Mit zahlreichen
Verlusten leitete sie die Niederlage der Spanischen
Republik und den Sieg des faschistischen General
Francisco Francos ein. Dieser begann zwei Jahre zuvor
einen Putsch gegen die gewählte Regierung des
Linksbündnisses. Zur Teilnahme an einem internationalen
Treffen wurden wir in die katalanische Stadt La Fatarella
eingeladen und durften von 16. bis 18. November an
verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen. Dabei
brachten wir im Ehrenhain von La Fatarella vier
Gedenktafeln für Interbrigadisten aus der Region an -
unter ihnen Arno Hering aus Struppen.

Zu den über 30 internationalen Gästen gehörten unter


anderem John Kailin (Sohn eines Spanienkämpfers USA),
Mario Kloostra und Hetty van der Hall (Sohn/Tochter von
Spanienkämpfern aus den Niederlanden), Ulrike Rom Reise nach Katalonien und
Geburtstag des Pirnaer
(Witwe eines Spanienkämpfers aus Deutschland) und die
Laienchor PirMoll.
Tochter des republikanischen Offiziers Manuel Tagüeña
aus Mexiko. Weitere Teilnehmende kamen aus Russland,
Schottland, Frankreich, Österreich und Dänemark.

19. November - Gedenken an die Pogrome 1938

Zum Gedenktag (9.11.) luden der Laienchor PirMoll und


AKuBiZ in das IBZ Pirna ein. Dort wurden bei einer
Veranstaltung lokale Biografien und Lieder „gegen das
Vergessen“ präsentiert. Die rund 40 Teilnehmenden
hörten beispielsweise die Geschichte des Pirnaers Ernst
Noack, der im KZ Buchenwald inhaftiert wurde.

1. Dezember - Gedenken an Georg Schwarz

Zu einem Gedenktag lud die BSG Chemie Leipzig in den


Georg-Schwarz-Sportpark ein, der eigentlich den Namen
Alfred-Kunze-Sportpark trägt. Zur Unterstützung wiesen
wir in Hohnstein auf diese Aktion hin. Dort war Georg
Schwarz 1934 im ehemaligen Konzentrationslager
inhaftiert, bevor er im Januar 1945 in Dresden ermordet
wurde.

Auch diesmal endete das Vereinsjahr mit einer


Abschlussveranstaltung. Diese fand am 23.12. in der K2-
Kulturkiste statt. Wenige Tage später wurde unsere
Eingangstür durch einen Angriff beschädigt. Der rechte
Mob feierte im Internet die Zerstörung unserer Scheibe.
Sowohl im Internet, als auch persönlich erhielten wir jede
Menge Solidarität und Unterstützung. Allerdings meldeten
sich weder die Stadt Pirna, noch der Landkreis bei uns.

Sie können, wenn Sie möchten, uns


auch auf unser Bankkonto
spenden:

AKuBiZ e.V.
Volksbank Pirna e.G.
IBAN: DE34850600001000933180
BIC: GENODEF1PR2
Barcelona, November 2019