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Wien Graphic Design class · Professor Oliver Kartak · University of Applied Arts Vienna 2014

What needs
to be told.
Exercises & Experiments
in Visual Storytelling
Stories provide a tool to transfer know­ Geschichten sind ein Werkzeug zur Über­
ledge in a social context. Storytelling is mittlung von Wissen im sozialen Kontext.
the means for sharing and interpreting this Durch das Erzählen von Geschichten teilen
knowledge. Visual Storytelling is the means und interpretieren wir dieses Wissen. Visual
of the graphic designer to tell what needs Storytelling ist das Mittel des Grafik Designs
to be told. um zu erzählen, was erzählt werden muss.

S D What
tudents of the class for Graphic Design, Univ. Prof. ie Studierenden der Klasse für Grafik Design von
Oliver Kartak, were confronted with 4 big thematic Univ. Prof. Oliver Kartak, wurden mit 4 großen The­
blocks about nutrition, privacy, home and women’s menblöcken zu Ernährung, Privatsphäre, Heimat und
rights. Discussions and workshops with experts, documenta­ Frauenrechten konfrontiert. Diskussionen und Workshops
ry films and excursions supported the research and the per­ mit ExpertInnen, Dokumentarfilme und Exkursionen unter­ is your
sonal focus within these themes. stützten die Recherche und den persönlichen Fokus innerhalb
We see it as the responsibility of the graphic designer to dieser Themen.
make facts accessible and contexts understandable, so as to Wir sehen die Aufgabe des Grafik Designers darin, Fakten home?
enable a clear and articulate look at our society. In this exhi­ zugänglich und Zusammenhänge verständlich zu machen,
bition you will be presented with works that intersect with um damit einen klaren und deutlichen Blick auf unsere Ge­
journalism, science, agitation and poetry. sellschaft zu ermöglichen. In dieser Ausstellung treffen Sie –
Journalism creates a compact and comprehensible cover­ auf Arbeiten, die sich mit den Bereichen Journalismus,

How
age of today’s topics; science dissects complex systems for a Wissenschaft, Agitation und Poesie überschneiden.
transparent view on our environment; agitation provokes pu­ Journalismus schafft einen kompakten und verständlichen
blic debate to shape personal opinions; poetry expands reality Rahmen für aktuelle Themen; Wissenschaft seziert komple­
through our own imagination. xe Systeme für eine transparente Sicht auf unsere Umwelt;
These young graphic designers not only give answers, they Agitation provoziert eine öffentliche Debatte zur Meinungsbil­
also ask questions. They do it by pushing boundaries and de­ dung; Poesie erweitert die Realität durch unsere eigene Vor­
do you
veloping a new vocabulary of visual language. And for that I stellungskraft.
say: Thank you. Diese jungen Grafik Designer geben nicht nur Antworten, eat?
sie stellen auch Fragen. Sie tun das durch das Überschreiten
von Grenzen und die Entwicklung neuer Formen in der visu­
ellen Sprache. Und dafür sage ich: Danke. –
Are
Univ. Prof. Oliver Kartak
Vienna, 2014

you a
feminist?

Where
is your
privacy?
2 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling

“Home” is much more than merely a Heimat ist nicht lediglich die
relation between people and their Beziehung zwischen Mensch
surroundings. und Raum.

What
We experience our home as a point of Wir erleben Heimat vielschichtig als Bezugs-
reference for our identity, our world view, punkt unserer Identität, unserer Weltauf­
our feelings of security and mutual cultural fassungen und unseres Gefühls für Sicherheit
understanding. Home is a place in our soul. und gegenseitiges kulturelles Verstehen.

is your
In times of economic and cultural glo­ Es ist ein Ort in unserer Seele.
balisation, of mass migrations caused by Dieser Ort steht unter Druck in Zeiten
wars and poverty, of escaping to virtual der wirtschaftlichen und kulturellen Globa­
communities, home, as a concept, has come lisierung, der Völkerbewegungen ausgelöst
under pressure. Nationalist ideologies fight durch Kriege und Armut, des Ausweichens
everything foreign, while a high youth un­ in virtuelle Gemeinschaften. Nationale

home?
employment rate in many European coun­ Gesinnungen kämpfen gegen das Fremde,
tries is forcing the most highly educated während eine hohe Jugendarbeitslosigkeit
to emigrate. in vielen europäischen Ländern die
Is home something we are born into, or Bestausgebildeten in die Emigration führt.


are we free to choose? Does our home stay Ist Heimat etwas Angeborenes oder kön­
in our heart, even when we are forced to nen wir sie wählen? Tragen wir sie immer
leave it? Can there be peaceful coexistence im Herzen, auch wenn wir gezwungen sind,
between people’s homes? sie zu verlassen? Kann es einen Frieden der
Heimaten zwischen den Menschen geben?

ExpertInnengespräch
zum Thema »What is your home?«
in der Klasse für Grafik Design.
What is your home? 3

Philipp Daun, Ana Yankova  – Website

Go get your damn clothes yourself!


Hol dein Scheiß-Gewand doch selber ab!
Shopping spree with a tour Kleiner Einkaufsbummel mit
of the factory Fabrikbesichtigung

C K
lothes are transported over enormous leidung legt auf dem Weg zum Käufer
distances until they reach their buyers. enorme Distanzen zurück. Das hat unter­
This has various reasons and not the best schiedlichste Gründe, nicht die besten
consequences for the environment, and there is Folgen für die Umwelt und noch lange kein Ende.
no end in sight. Therefore, we decided to reverse Daher werden hier die Bedingungen auf den
the process: What happens when buyers travel Kopf gestellt: Wie sieht es aus, wenn zur Ab­
to the producing countries and get their clothes wechslung der Käufer sich auf die Reise macht,
themselves for a change? um seine Kleidung in den Herstellungsländern
selbst abzuholen?

Victoria Preuer  – Book

Der Heimkehrer
H M
ow did people live during the War? I think it is about enschen im Krieg? Wenn nicht bald jemand nach­
time somebody asked, or these stories will die with fragt, sterben diese Geschichten mit ihren Protago­
their protagonists. So I visited people from my home nisten, dachte ich mir. So ging ich in meinem Heimat-
town who remember the Second World War. Oberneukirchen ort zu Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs. Oberneukirchen
during the War? Suddenly, it all felt close, no longer a tale of im Krieg? Plötzlich war alles richtig nah, nicht mehr irgend-­
some forgotten time and place. I knew these people and places. wann und irgendwo. Ich kannte diese Leute und Plätze.
And this is how I met the old blacksmith, whose story I am Und so lernte ich den alten Schmied und dessen Geschichte
telling in this book. kennen, die ich in diesem Buch erzähle.

Downloadlink derheimkehrer.klassekartak.com
4 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling

How
The way we eat has changed Unsere Ernährungsgewohn­heiten
drastically in the course of haben sich im Laufe des 20. Jahr-
the 20th century. hunderts drastisch verändert.

Eating has become a sensory, cultural and Sie wurden zu einem sensorischen,

do you
social phenomenon. We now expect food kulturellen und sozialen Phänomen. Wir
to not only appease our hunger, but also to erwarten heutzutage von Nahrung nicht
provide enjoyment, improve our health and mehr nur, dass wir satt werden, sondern
increase our well-being. auch, dass sie uns Freude bereitet,
All this is done at the expense of our zugleich unsere Gesundheit verbessert

eat?
environment, as food consumption is an und unsere Zufriedenheit steigert.
essential factor in our ecological footprint. Wir tun dies auch auf Kosten unserer
Industrial livestock farming alone accounts Umwelt, denn Nahrungsmittelverbrauch
for 18% of global greenhouse gas emissions. ist ein wesentlicher Faktor unseres ökolo­


Given a global population of more than ­ gischen Fußabdrucks. Die industrielle
7 billion people, we would need 2.5 earths Viehwirtschaft alleine ist für 18% der globa­
if everyone had our standards of living, len Treibhausgasemissionen verantwortlich.
and it would take the earth more than Bei einer Weltbevölkerung von mehr als
18 months to provide for the supply con­ sieben Milliarden Menschen benötigten
sumed by humankind in one year. wir 2,5 Erden, wenn jeder Mensch so lebte
So, why don’t we change the way we eat, wie wir, und die Erde bräuchte über ein
in the light of food waste in industrialised Jahr und sechs Monate um den Verbrauch
countries, famine in poor parts of the world, der Menschheit eines Jahres zu decken.
ecological problems, animal suffering and Wieso ändern wir unsere Ernährungs­
major health risks? gewohnheiten nicht, angesichts der Lebens­
mittelverschwendung in den industrialisier­
ten Ländern, des großen Hungers in armen
Teilen der Welt, der ökologischen Belastun­
gen, des Tierleids und der enormen gesund­
heitlichen Gefahren?

How can
design
help to Warum ist das Thema »How

bring a do you eat?« wichtig und


muss jetzt erzählt werden?
Der ökologische Fußab­
druck des Essens in den ent­

Why is “How do you eat” an


positive wickelten Ländern ist nach
der Mobilität eines der größ­
ten Probleme unseres Lebens­

change?
important question? What stils. Während in anderen
makes it a tale that needs to Bereichen, wie der Mobilität
be told now? oder dem Wohnen, durch
After mobility, the ecologi­ technischen Fortschritt eine
cal footprint of food is one of erhebliche Reduktion des
the biggest problems of our lifestyle in indust­ Fußabdrucks in Zukunft möglich ist, kann beim
rialised countries. While technological progress Essen nur durch die Änderung unseres Essver­
may lead to a considerable reduction of the eco­ haltens eine nachhaltige Lebensweise eingeleitet
logical footprint in other areas, such as mobili­ werden.
ty or residential buildings, we must change our
habits in order to achieve a sustainable lifestyle Wie haben Sie die Arbeit in der Klasse für
when it comes to eating. Grafik Design wahrgenommen? Was war Ihre
Motivation mit der Klasse zusammenzuarbeiten?
What was it like for you to work with the Graphic Wir haben gemeinsam gegessen, gute und in­
Design class? What was your motivation for teressante Diskussionen geführt und ein sehr
working with the class? schönes Projekt auf den Weg gebracht. Koope­
We have eaten together, had good and interes­ rationen sind für das IDRV – Institute of Design
ting debates and launched a very nice project. For Research Vienna eine gute Gelegenheit Wissen Harald Gruendl (*1967)
the IDRV – Institute of Design Research Vienna, zu teilen, aber auch selbst zu lernen. studied industrial design at the Uni­ studierte Industrial Design an der
collaborations are a great opportunity to share versity of Applied Arts Vienna and Universität für angewandte Kunst in
our knowledge, but also to learn new things our­ Was war überraschend bei den Projekten mit co-founded the studio EOOS in 1995 Wien und gründete 1995 zusammen
selves. der StudentInnen? with Martin Bergmann and Gernot mit Martin Bergmann und Gernot
Am Anfang des Projekts stehen Zahlen und die Bohmann. He completed his post­ Bohmann das Atelier EOOS. 2005
What was surprising about the students’ projects? Idee einer solidarischen Welt. Die Studierenden graduate studies with a PhD in 2005 schloss er sein postgraduales Studi­
The starting points for the project were facts haben durch die Idee ein Spiel aus dem »Welt­ and a habilitation on the theory and um mit dem Doktor der Philosophie
and the notion of global solidarity. The students’ essen« zu machen einen Weg gefunden, nicht zu history of design in 2009. Gruendl ab und habilitierte 2009 in Theorie
idea to turn “global eating” into a game makes moralisieren, aber zu informieren. Ich denke, founded the IDRV – Institute of und Geschichte des Designs. Das
it possible to inform visitors without moralising. das ist ein guter Weg um einen Wandel unserer Design Research Vienna in 2008. außeruniversitäre IDRV – Institute
I believe this is a good strategy to bring about a Lebensweise herbeizuführen. The non-university institute de­ of Design Research Vienna wurde
change in our lifestyle. signs interdisciplinary strategies of 2008 von Harald Gruendl mit den
Welche Fragen haben Sie mit nach Hause ge- knowledge production and transfer Forschungsschwerpunkten Sustain­
Which questions will you continue to ponder? nommen? and focuses on research in the areas able Design und Designgeschichte
How can design help to bring about a positive Was kann Design für einen positiven Wandel of sustainable design and design gegründet und erarbeitet interdiszi­
change? What will the role of designers be in the tun? Was ist die Rolle von DesignerInnen in der history. plinäre Strategien der Wissenspro­
future? Zukunft? duktion und -vermittlung.
How do you e at? 5

Theresa Hattinger, Victoria Preuer, Rita Sammer, Michal Slatinsky – Browser Game

Dinner
An educational
Quest
online gaming project
Ein Educational-
Online-Game-Projekt

W U
e will need to drastically reduce our m der Klimaerwärmung entgegenzuwir­
consumption of resources to combat ken, müssen wir unseren Ressourcen­
climate change. Infrastructure, mo­ verbrauch deutlich einschränken. Neben
bility, residential buildings and consumer goods Infrastruktur, Mobilität, Wohnen und Konsum
can be key factors in this context – as can a con­ kann das vor allem durch überlegte Ernährung
scious approach to food. The total limit should gelingen. Insgesamt sollte ein Tonne CO2 pro
be 1 t of CO2 per person and year, or about 0.7 kg Jahr und Person nicht überschritten werden,
CO2 per lunch. This online game offers a prac­ das entspricht etwa 0,7 kg CO2 pro Mittagessen.
tical experience of the CO2 limit and playfully Das Online-Game macht diese Grenze erfahr­
creates awareness for climate-neutral eating. bar und schafft damit auf spielerische Weise ein
Bewusstsein für klimaneutrales Essverhalten.
6 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling

 Rita Sammer  – Installation

Alles für DIE Fisch.


The effects of chemical substances on the Über die Auswirkungen chemischer Sub­
hormonal systems of fish and humans stanzen auf das Hormonsystem von Fisch
und Mensch

P F
lenty more female fish in the sea. This project explains orelle Blau bald nur als Frau. Erzählt wird, wie sich Che­
how chemicals in groundwater and drinking water may mikalien in Grund- und Trinkwasser auf den Hormon­
affect the hormonal systems of fish, which are consid­ haushalt von Fischen auswirken. Die hormonaktiven
ered an ecological early warning system. Endocrine disrup­ Substanzen finden sich in der Umwelt, und hier besonders im
tors can now be found in our environment, and especially in Wasser.
our water. Die Wirkung auf den Menschen ist bisher wenig erforscht,
Their effects on humans are still largely unexplored, but doch bei Fischen – einem ökologischen Frühwarnsystem –
there are more and more reports about peculiar deformities häufen sich die Berichte über merkwürdige Missbildungen.
in fish. Experts speak of a feminisation of male fish. Existing Man spricht von einer Verweiblichung männlicher Fische.
fish permutations are here presented in the form of a menu. Vorliegende Fischpermutationen werden in Form einer Spei­
sekarte gezeigt.
How do you e at? 7

 Sebastian Kubik, Linus Merlin Resch  – Installation

How much water is in your orange juice?


Wie viel Wasser steckt in deinem Saft?

T D
his interactive installation uses 1.5-litre PET bottles and ie interaktive Installation visualisiert, mittels farbig be­
coloured lighting to visualise how much water is needed leuchteten 1,5 Liter PET Flaschen, wie viel Wasser für
to produce a single 0.5-litre PET bottle of orange juice. die Produktion einer 0,5 Liter PET Flasche Orangensaft
The colour codes show the amount of water collected from aufgebracht werden muss.
rain (green), the water added by artificial irrigation (blue) Die farbige Codierung zeigt, welche Menge davon aus Regen
and the amount of water contaminated by fertilisers and bezogen wird (grün), wie viel Wasser durch künstliche Be­
pesticides (red). By pushing the buttons, visitors can examine wässerung aufgewendet werden muss (blau) und wie groß
the differences between the respective cultivating/producing die Menge ist, die durch Anwendung von Düngemitteln und
countries. Pestiziden verunreinigt wird (rot). Durch das Drücken der
vorhandenen Schalter werden die Unterschiede der einzelnen
Anbau-/Herkunftsländer sichtbar.
8 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling

Are
you a
feminist?
– While our natural sex is determined
by the biological differences
between male and female bodies,
Das biologische Geschlecht (»Sex«)
benennt den biologischen
Unterschied zwischen männlichen
und weiblichen Körpern.
our social gender is a matter of cultural Das soziale Geschlecht (»Gender«) benennt
and social interpretations of “male” and die kulturellen und sozialen Interpretationen
“female”. Gender is continually created von »Männlichkeit« und »Weiblichkeit«.
and presented by women and men in their Gender wird von Frauen und Männern in
daily lives – making it a social construct ihren alltäglichen Handlungen immer wieder
that can be altered. hergestellt und inszeniert – und deshalb als
The concepts of how women and men soziale Konstruktion verstanden, die verän­
act, what is permissible for them and what derbar ist.
is expected of them are changing. Women Was Frauen und Männer tun, was dabei
have started to rise to leading positions erlaubt ist und was erwartet wird, ist im
and to acquire a level of wealth that is Wandel. Frauen beginnen in Führungseta­
comparable to that of men; nevertheless, gen aufzusteigen und zu ähnlichem Reich­
it should not be forgotten that most tum zu gelangen wie Männer. Das sollte
women are paid less than men for doing aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass
the same jobs and are not given the same die meisten Frauen für die gleiche Arbeit
career opportunities either. schlechter bezahlt werden als Männer und
A report by the World Health Organisa­ auch nicht dieselben Aufstiegschancen
tion describes violence against women, bekommen.
including rape, human trafficking or domes­ Die World Health Organisation erklärte
tic violence, as a “global epidemic health in einem Bericht die Gewalt gegen Frauen
problem”. Such abuse is experienced at zu einem »epidemisch globalen Gesund­
least once in life by one in three women, i.e. heitsproblem«. Dazu gehören unter anderem
more than a billion people. Vergewaltigung, Menschenhandel und häus­
Why are many young women reluctant to liche Gewalt. Jede dritte Frau, und damit
call themselves feminists? Whose interests weit mehr als eine Milliarde Menschen,
does this serve? And what good are “rights” erfährt zumindest einmal in Ihrem Leben
without opportunities? Missbrauch dieser Art.
Warum scheuen es viele junge Frauen,
sich als Feministin zu bezeichnen? In wessen
Interesse ist das? Wozu dienen »Rechte«,
Why is “Are you a feminist?” an important question? What
wenn die Möglichkeiten fehlen?
makes it a tale that needs to be told now?
“Feminism” and “feminist” are terms that are widely used
in the general public discourse, but most frequently only as
buzzwords, and often with a negative connotation. Asked
about their associations and contextual knowledge, most peo­
ple will merely produce clichés about the women’s movement
Asked
of the last few decades and will not interpret feminism as a
theoretical basis of social and political acts in a context of Warum ist das Thema »Are you a femi- about their kreative Umsetzung komplexer Fra­
equal rights. This is why it is now extremely important to fight nist?« wichtig und muss jetzt erzählt gestellungen, das Herausarbeiten ein­
these preconceptions and clearly define our terminology. The
achievements of the women’s and human rights movements
werden?
Der Begriff »Feminismus« und die
associations zelner konkreter Fakten und Zusam­
menhänge in visuellen Konzepten

and contextual
that are part of our daily lives in Europe should not make us Bezeichnung »Feminist_in« sind zwar legten nicht nur die differenzierte
overlook the remaining “obstacles” on the path to equal rights weit verbreitet, finden allerdings in Herangehensweise der Studierenden,
and equal opportunities. der allgemein-öffentlichen Diskussi­ sondern auch die Vielzahl der zu Grun­

What was it like for you to work with the Graphic Design class?
What was your motivation for working with the class?
on meist nur als Schlagworte Verwen­
dung und gehen häufig mit negativen
Konnotationen einher. Wird jedoch
knowledge, de liegenden Teilaspekte offen. Die ge­
meinsame Auseinandersetzung mit
gesellschaftspolitischen Phänomenen,
The Graphic Design class’s commitment to and interest in de­
aling with the vast topic of feminism and gender created many
hinterfragt, was Personen damit ver­
binden und darüber wissen, dann most people medienrelevanten Performanzen so­
wie individuellen Zugängen in offener
new impressions for me. Their creative discussion of complex werden oftmals lediglich Klischees und reflektierter Atmosphäre trug be­
questions and their presentation of individual facts and con­
texts in visual concepts reflected the students’ differentiated
über die Frauenbewegung der letzten
Jahrzehnte reproduziert, ohne Femi­
will merely sonders zum allgemeinen Verständnis
der thematischen Grundlagen sowie

produce
approaches as well as the great variety of underlying thematic nismus als theoretische Grundlage zur wahrnehmbaren Erweiterung
aspects. Our joint examination of socio-political phenomena, gesellschaftlichen und politischen der studentischen Perspektiven und
media-related performances and individual views in an atmo­ Handelns in einem gleichberechtigten Handlungsspielräume bei. Dies zu
sphere of openness and awareness added to a better general
understanding of the matter and resulted in a perceptible ex­
pansion of the students’ perspectives and scope for action. Ob­
Sinn zu verstehen. Daher ist es gerade
heutzutage von besonderer Bedeutung,
diese Vorurteile abzubauen und die
clichés. beobachten und in Teilen zu beglei­
ten machte die Kooperation zu einem
spannenden Erlebnis.
serving and, partially, accompanying these developments was Begrifflichkeiten zu klären. Die Errun­
what made the collaboration a thrilling experience. genschaften der Frauen- und Menschenrechtsbewegung, die Was war überraschend bei den Projekten mit den Student­
wir in unserem europäischen Lebensraum als alltäglich er­ Innen? Welche Fragen haben Sie mit nach Hause genommen?
What was surprising about the students’ projects? Which ques- leben, sollten uns daher nicht dazu verführen, die noch ver­ Besonders beeindruckt hat mich die detaillierte Herange­
tions will you continue to ponder? bleibenden »Baustellen« auf dem Weg zur Gleichberechtigung hensweise der Studierenden, die sich für mich vor allem in
I was especially impressed with the students’ love of detail und Chancengleichheit unbeachtet zu lassen. der konkreten, visuellen Darstellung komplexer Sachverhal­
in their approaches. To me, this was expressed primarily in te, gesellschaftsrelevanter Problematiken und theoretischer
the exact visual representation of complicated matters, prob­ Wie haben Sie die Arbeit in der Klasse für Grafik Design wahr- Zugänge widerspiegelt und klare Wahrnehmungseffekte er­
lems of great social relevance and theoretic concepts, enabling genommen? Was war Ihre Motivation mit der Klasse zusam- möglicht. Die Frage der Notwendigkeit und der Möglichkeit
clear observations. I will continue to reflect on the necessity menzuarbeiten? der Reduktion von Komplexität in der grafischen Entwick­
and the possibility of reducing complexity in the development Die engagierte und interessierte Bearbeitung des vielfäl­ lung öffentlichkeitswirksamer Veranschaulichung gesell­
of graphic visualisations of socio-political issues for a public tigen Themas Feminismus und Gender der Klasse für Gra­ schaftspolitischer Thematiken wird mich auch weiterhin
audience. fik Design brachte für mich zahlreiche neue Eindrücke. Die beschäftigen.
Are you a feminist? 9

Jana Frantal – Installation

either/or/neither/nor
An interactive installation about Eine interaktive Installation zum
the myth of the two genders Mythos der zwei Geschlechter

I E
s the binary gender system really true to ntspricht das binäre Geschlechtersystem
our nature? Our gender is often less clearly unserer Natur? Welches Geschlecht wir
defined than we might think. Looking at all haben, ist oft nicht so eindeutig, wie wir
men and all women, the anatomical, hormonal, denken. Die anatomischen, hormonellen, geneti­
genetic and social differences within one gender schen und sozialen Unterschiede zwischen allen
group may be wider than the differences tradi­ Männern und zwischen allen Frauen sind größer
tionally associated with man and woman. This als die zwischen Mann und Frau. Die Übergänge
means that there are no clear-cut borders and sind also fließend und Geschlechtlichkeit ist kei­
gender is no question of “either – or”. ne Frage von Entweder – Oder.
This interactive installation calls on visitors to Die interaktive Installation fordert auf, sich
reflect on their own gender. The “either – or” of mit dem eigenen Geschlecht zu beschäftigen. An
man and woman is replaced by a spectrum invi­ Stelle des Entweder – Oder von Mann und Frau
ting visitors to position themselves – a choice we tritt ein Spektrum, mit der Möglichkeit, sich
may rarely make this freely. selbst darauf zu positionieren – eine Entschei­
dung, die wir selten so frei treffen.

Barbara Korb
managing director of Trainerei TBW, Geschäftsführerin der Trainerei TBW
group and communications coach und Gruppen- und Kommunikations­
with a focus on the following areas: trainerin mit den Schwerpunkten:
gender, diversity, team development, Gender, Diversity, Teamentwicklung,
internal administrative communica­ interner Organisationskommunika­
tions and knowledge transfer tion und Wissensvermittlung
… gives lectures in administrative … arbeitet als Universitätslektorin an
communications, science teaching der Universität Wien im Bereich Or­
and team work at the University of ganisationskommunikation, Wissen­
Vienna and schaftsdidaktik und Teamarbeit und
… develops, manages and supervises … entwickelt, leitet und supervidiert
projects in academic learning sup­ Projekte zu akademischer Lernbe­
port and interdisciplinary knowled­ gleitung und überfachlichem Wis­
ge transfer (tutoring, mentoring) in senstransfer (Tutoring, Mentoring)
the university and non-university im universitären und außeruniver­
settings and sitären Kontext und
… works as a free-lance theatre artist. … ist als freie Theaterschaffende tätig.
barbara.korb@trainerei barbara.korb@trainerei
10 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling

Valerija Ilchuk  – Digital Artwork

Venus on a diet
Venus auf Diät
A closer look at diets in women’s Eine Untersuchung von Diäten
magazines in Frauenmagazinen

T D
his project discusses the phenomenon and as Projekt befasst sich mit dem Phäno­
the arbitrariness of diets in women’s mag­ men von Diäten in Frauenmagazinen
azines. The nutritional values given by und deren inhaltlicher Beliebigkeit. Die
various diets differ greatly from each other and Nährwertangaben der verschiedenen Diäten
there are no medical reports. The biggest prob­ differieren voneinander und es gibt keine ärztli­
lem is that these publications create an illusory chen Expertisen. Die Problematik besteht darin,
female image, which disregards individual body dass durch diese Publikationen eine Illusion des
characteristics. Frauenbildes entsteht, die individuelle Körperei­
The topic is examined in an experimental gra­ genschaften dabei aber keine Rolle mehr spielen.
phic work, using one of the best-known “beauty Das Thema wird anhand eines der bekann­
ideals”. For each diet, a matching “filter” is used testen »Schönheitsbilder« in Form einer experi­
to present the effects of the respective diet on the mentellen grafischen Arbeit behandelt. Für jede
“Venus”. Diät wird auf dieselbe Weise ein entsprechender
»Filter« gebaut, der den Einfluss der einzelnen
Diäten auf die »Venus« veranschaulicht.
Are you a feminist? 11

Sarah Podbelsek – Photo Installation

Labia Minora
The Perfect Slit Der makellose Schlitz

C U
urrent youth protection acts in some countries regard im­  nter den Jugendschutzbestimmungen einiger Länder
ages of visible inner lips as a detailed representation of können sichtbare innere Schamlippen als detailgetreue
female genitalia, and such images may prevent the un­ Darstellung der Genitalien verstanden werden und den
restricted sale of erotic magazines. This is how “the perfect slit” freien Verkauf von Erotikzeitschriften verhindern. So findet
has become a beauty ideal, especially for young people, lead­ »Der makellose Schlitz« seinen Weg in die Idealvorstellungen
ing to a massive increase in labia minora reduction surgeries. vor allem junger Menschen und führt zu einem massiven An­
stieg an Operationen zur Schamlippenverkleinerung.
12 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling
Are you a feminist? 13

Rape
Vanessa Eck, Maria Kanzler  – Fake Catalogue

Katalog zum Thema


A domestic violence catalogue häusliche Gewalt

A E
study on the living situation of women ine Studie zum Thema der Lebenssituation
shows that women rarely suffer violence von Frauen zeigt auf, dass es eher selten
in typical “scary places”. Rather, violence die typischen Angst-Orte sind, an denen
happens in places where women feel safe and at Frauen Gewalt tatsächlich erleben. Vielmehr
home. sind es jene Orte, an denen sie sich sicher und
The images of a well-known furniture store geborgen fühlen.
create a feeling of safety and comfort. We use Die Bilder eines bekannten Einrichtungshau­
this feeling in our work, combining it with the ses erzeugen ein Gefühl von Behaglichkeit, wel­
facts of the study. The result is a disturbing ver­ ches wir in unserer Arbeit nutzen und mit Fak­
sion of a furniture catalogue that is intended to ten der Studie kombinieren. Das Ergebnis ist
provoke an emotional reaction from the reader. eine irritierende Variante eines Möbelkatalogs,
Our work is intended to create awareness for die den Leser zu einer emotionalen Stellungna­
domestic violence and its full extent. We have no me bewegen soll.
intention of causing detriment to the reputation Mit dieser Arbeit möchten wir das Ausmaß
of the IKEA brand in any way. häuslicher Gewalt aufzeigen und dafür sensibili­
sieren. Es ist nicht unsere Absicht, das Ansehen
der Marke Ikea in irgendeiner Weise zu schädigen.
14 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling

The publishing of classified NSA Die Veröffentlichung geheimer


documents by former intelligence Unterlagen des amerikanischen
service contractor Edward Snowden Staatssicherheitsdiensts durch den
has created a public awareness for ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter
the radical loss of civil rights and Edward Snowden hat eine globale
personal privacy and has sparked Öffentlichkeit über den radikalen
a global debate. Verlust gesetzlicher Bürgerrechte
und persönlicher Privatsphäre
The comprehensive international surveil­ informiert und damit eine breite
lance of our communication and collection Debatte ausgelöst.
of our data, which is made possible in co­
operation with foreign governments and Die flächendeckende und internationale
big private technology groups, is not subject Überwachung und Speicherung unserer
to any democratic control mechanisms. Kommunikation, die durch die Zusammen­
Google, Facebook, Skype, Apple and arbeit mit Regierungen anderer Länder
Microsoft are just a few of the best-known und mit großen Technologiekonzernen des
companies managing our daily communi­ privaten Sektors möglich gemacht wird,
cation and passing on our data. untersteht keiner demokratischen Kontrolle.

Where
Do we really want to live in a world of total Google, Facebook, Skype, Apple, Microsoft
surveillance, in which every statement, every sind nur ein paar der bekanntesten Firmen,
location, every contact to other people is die das Rückgrat unserer täglichen Kom­
a potential grounds for suspicion? What munikation bilden und unsere Daten wei­
future will pluralism, freedom of expression tergeben.

is your
and democracy face, if we voluntarily censor Wollen wir in einer überwachten Welt
ourselves out of fear of a possible prosecu­ leben, in der jede Äußerung, jeder Aufent­
tion? Will we take action against this archi­ haltsort, jeder Kontakt zu anderen Menschen
tecture of tyranny? eine Grundlage für Verdacht bilden kann?
Welche Zukunft haben Pluralismus, Mei­

privacy?
nungsfreiheit und Demokratie, wenn wir uns
aus Angst vor möglicher Verfolgung freiwil­
lig den Mund verbieten? Werden wir etwas
tun gegen die Architektur der Tyrannei?


Why is “Where is your privacy?” an important Warum ist das Thema »Where is your privacy?«
question? What makes it a tale that needs to be wichtig und muss jetzt erzählt werden?
told now? Technologie führt zu einer exponentiell fort­
Technology makes many aspects of our socie­ schreitenden Beschleunigung vieler Aspekte un­
ty and personal lives happen exponentially fas­ serer Gesellschaft und unseres Privatlebens. In
ter as time goes on. This can be wonderful in so vielerlei Hinsicht ist das wunderbar, aber histo­
many ways, but one of the things tech has histo­ risch gesehen hat sich Technologie auch schon
rically been used extremely well for is surveillan­ immer besonders gut für Zwecke der Überwa­
ce and control. Tyranny is ever present in some chung und Kontrolle einsetzen lassen. In irgend­
form, so this theme is unfortunately timeless einer Form ist Tyrannei immer präsent. Daher
and no less important than it has always been. ist dieses Thema leider zeitlos und heute genau­
We may have escaped nature’s food chain but we so wichtig wie eh und je. Wir mögen zwar der
are still apes, and there are those who want to be Nahrungskette der Natur entkommen sein, aber
the alpha, at any cost. It is the longest war in his­ wir sind immer noch Affen und es gibt immer
tory, the fight for true individual freedom. Pick jene, die um jeden Preis das Alpha-Tier sein wol­
up your weapon. len. Der Kampf um individuelle Freiheit ist der
längste Krieg in der Geschichte. Zu den Waffen!
What was it like for you to work with the Graphic
Design class? What was your motivation for Wie haben Sie die Arbeit in der Klasse für Grafik
working with the class? Design wahrgenommen? Was war Ihre Motiva-
I enjoyed my short time with your class very tion mit der Klasse zusammenzuarbeiten?
much, and it was Mr Kartak who made me want Ich habe die kurze Zeit mit eurer Klasse sehr
to join you. I’ll tell you a secret, I am envious of genossen, und Herr Kartak war der Grund dafür,
teachers who are good at their job, it’s one thing dass ich mit euch arbeiten wollte. Ich verrate
that can’t be taught. Oliver is one of these rare euch ein Geheimnis: Ich beneide Lehrer, die gut
ones. in ihrem Job sind. Das ist etwas, das man nicht
lernen kann. Oliver ist so ein Sonderfall.
What was surprising about the students’ pro-
jects? Which questions will you continue to Was war überraschend bei den Projekten mit
ponder? den StudentInnen? Welche Fragen haben Sie
Without naming any particular student, I was mit nach Hause genommen?
very pleased with the variety of work and thin­ Ohne einzelne Studierende beim Namen zu
king that I saw in your class. Some approached nennen, möchte ich sagen, dass ich über die Viel­
the project with humour, others with bold and falt der Arbeits- und Denkweisen in eurer Klasse Benjamin Posch
unflinching work. Everyone seemed to learn sehr erfreut war. Einige gingen mit Humor an I have been in the creative end of Ich bin seit 15 Jahren im kreativen

Tyranny
from it, myself inclu­ das Projekt heran, andere mit einer unerschro­ advertising for 15 years in New York Arm der Werbung tätig, in New York
ded. My questions are, ckenen und unerschütterlichen Arbeitsmoral. Und and Vienna, working for clients of und Wien, für Kunden jeder Größe
what will they do next? es scheint, als hätten dabei alle etwas gelernt, all sizes and budgets. Recently, I und jeden Budgets. Vor kurzem be­
Will they dare to take mich eingeschlossen. Meine Fragen sind: Was decided to fight the machine I hel­ schloss ich, den Kampf gegen jene

is ever
their projects out of werden die Studierenden als Nächstes machen? ped build and have been working Maschinerie aufzunehmen, die ich
the classroom and into Werden sie es wagen, ihre Projekte aus dem Klas­ ever since to make people aware of miterschaffen habe. Seitdem arbei­
the real world? senzimmer hinaus in die reale Welt zu tragen? the methods of manipulation and te ich daran, die Menschen über die
control used in both the advertising Methoden der Manipulation und

present industry and government propa­ Kontrolle aufzuklären, die sowohl


ganda. Given the opportunity to in der Werbung als auch in poli­
travel back in time and assassinate tischer Propaganda Anwendung

in some
an influential person, many choose finden. Auf die Frage, wen sie um­
Hitler. My choice would be Edward bringen würden, wenn sie die Mög­
Louis Bernays. lichkeit hätten in der Zeit zurück­
zureisen und eine einflussreiche

form.
Persönlichkeit zu ermorden, nen­
nen viele Hitler. Meine Wahl fiele
auf Edward Louis Bernays.
Where is your privacy? 15

Francesco Ciccolella – Postcards

POSTSNOWDENCARDS
Safer than your e-mails Sicherer als eure E-Mails

T D
he NSA reads 3 out of 4 e-mails (Die Zeit, ie NSA liest 3 von 4 E-Mails mit (Die Zeit,
21/8/2013). “POSTSNOWDENCARDS” reacts 21.8.2013). »POSTSNOWDENcards« reagiert
with a range of postcards for visitors of mit einer Postkartenserie für Ausstel­
the exhibition. In the age of digital surveillance, lungsbesucherInnen. Mit etwas Ironie wird aus
ironic observers may come to view the seemingly der vermeintlich unsicheren Postkarte im Zeital­
unsafe postcard as a safe alternative to e-mails. ter digitaler Überwachung eine sichere Alterna­
tive zur E-Mail.

Lizzy Martens – Web Installation

My name is Lizzy
and this is my life
in pictures
You know where, but Du weißt wo, aber
do you know who? weißt du auch wer?
60 pointers on Google Maps 60 Marker auf Google Maps
are showing my life in Google zeigen mein Leben in Google-
Streetview pictures. Streetview-Bildern.
16 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling

Hera
Malte Zander, Benjamin Zivota  – Installation

S D
patially isolated and shielded from electro­ urch räumliche Isolation und Abschir­
magnetic waves, a common camping tent mung elektromagnetischer Wellen ent­
becomes a protected space. steht in einem gewöhnlichen Camping­
Modelled on the tents of the US government’s zelt ein geschützter Ort.
“Sensitive Compartmented Information Facilities”, Nach dem Vorbild der Zelte einer »Sensitive
the tent offers an escape from the scrutiny of so­ Compartmented Information Facility« der US-Re­
ciety and a unique experience of protected privacy. gierung kann man den Argusaugen der Gesell­
Inside the tent, the exhibition visitor can feel schaft entkommen und gesicherte Privatsphäre
what it is like to be the Big Brother. erfahren.
Im Inneren des Zelts wird der Besucher selbst
zum Big Brother der Ausstellungssituation.
Where is your privacy? 17

Noémi Anna Ördög – Street Art

iAm watched – Unter Beobachtung


I
asked myself how I could most effectively
inform people about the negative sides of
our surveillance society. I decided to use the
tools and language of street art. The first reason
is because street art communicates directly and
immediately with passers-by on the street. The
second reason is the simplicity of the language.
Street art mostly unites two different objects/
things far from each other in order to create a
new, third meaning, in the form of a revelation.
The five images I created use the same technique.
I combined images and famous quotes to call at­
tention to the problem at hand.

I
ch stellte mir die Frage, wie ich die Men­
schen am wirksamsten über die negativen
Seiten unserer Überwachungsgesellschaft
aufklären könnte, und entschied mich für die
Mittel und Ausdrucksformen der Straßenkunst.
Erstens, weil Straßenkunst eine direkte und un­
mittelbare Kommunikation mit den Passanten
auf der Straße herstellt, und zweitens wegen
der Einfachheit der Ausdrucksform. Straßen­
kunst vereint meist zwei voneinander verschie­
dene und entfernte Gegenstände/Dinge, um eine
dritte Bedeutung zu kreieren, mit einem gewis­
sen »AHA-Effekt«. Die fünf von mir geschaffe­
nen Bilder bedienen sich derselben Methode.
Ich kombiniere Bilder und bekannte Zitate, um
auf die vorliegende Problematik aufmerksam zu
machen.
18 What needs to be told. Exercises & Experiments in Visual Storytelling

Roman Buchberger, Jakob Zerbes – Promotion Video

You give us your data,


we give you a date.

T
hanks to the ”Snowden leaks“, we all know
that surveillance is everywhere. Private
e-mail correspondence can be accessed,
as can bank account data. All online communi­
cation can and will be recorded. Modern algo­
rithms and powerful computers are now making
it possible to process this data. But what hap­
pens if the data is put into meaningful context?
”NSA Dating Service“ shows how transparent we
become in the light of Big Data.

S
pätestens seit den sogenannten »Snowden-
Leaks« ist bekannt: Überwachung ist allge­
genwärtig. Der Zugriff auf privaten Mail­
verkehr ist ebenso möglich wie auf Kontoda­
ten. Die gesamte Online-Kommunikation kann
aufgezeichnet werden und wird aufgezeichnet.
Moderne Algorithmen und leistungsfähige Com­
puter machen eine Auswertung dieser Daten
erstmals möglich. Doch was passiert, wenn diese
Daten sinnvoll miteinander verknüpft werden?
»NSA Dating Service« zeigt, wie gläsern wir wer­
den, wenn Big Data im Einsatz ist.
Where is your privacy? 19

Philipp Daun, Sebastian Kubik – Information Campaign

Public Pools –
Öffentliche Bäder
“If you have something that you »Wenn es etwas gibt, von dem Sie
don’t want anyone to know, maybe nicht wollen, dass es irgendjemand
you shouldn’t be doing it in the first erfährt, sollten Sie es vielleicht
place.” — Eric Schmidt, Executive ohnehin nicht tun.« — Eric Schmidt,
Chairman Google Google-Geschäftsführer

P D
“ ublic Pools” combines two online services ie Arbeit »Öffentliche Bäder« bietet durch
(the satellite image function of Google Maps die Kombination zweier Onlinedienste (der
and the telephone directory auskunft.at) to Satellitenbildfunktion von Google Maps
invade the privacy of individuals. We found 120 und der Telefonnummerndatenbank auskunft.at)
roof-terrace pools in Vienna’s inner districts and die Möglichkeit, in die individuelle Privatsphä­
are presenting them in a directory – with the ex­ re einzudringen. In den inneren Bezirken Wiens
act addresses and the names and phone wurden rund 120 Dachterrassen-Pools ausfindig
numbers of the people living in the gemacht und gesammelt präsentiert – mit genau­
houses. er Adresse sowie Namen und Telefonnummern
der Hausbewohner.
Imprint Acknowledgements Photography
Bettina Brandtner, Harald Gründl, Jakob Zerbes, Francesco Ciccolella
Barbara Korb, Miriam S. Koller, Noémi Anna Ördög, Benjamin Zivota,
Ivana Martinovic, Anna Ixy Noever, Malte Zander, Victoria Preuer
Maria Pimminger, Benjamin Posch,
Max Schrems, Ernst Strouhal, http://www.googlemaps.com
Walpurga Weiss
This publication accompanies the contribution © IKEA, in: 
of the Graphic Design class to The Essence 2014, Teachers http://presse.professional.at/index.php?op-
an exhibition of the University of Applied Arts Oliver Kartak, Erwin K. Bauer, tion=com_g2bridge&view=gallery&Itemid=116;
Vienna at the Vienna Künstlerhaus. Katharina Uschan Letzter Zugriff am: 28. Mai 2014
© IKEA, in: 
Participating students Copyright 2014 http://images.ikea.com/assetbank-ikea/ac-
Roman Buchberger, Francesco Ciccolella, tion/viewHome;
Vanessa Eck, Philipp Daun, Jana Frantal, Publisher Letzter Zugriff am: 28. Mai 2014
Linus Merlin Resch, Noémi Anna Ördög, Klasse für Grafik Design / Prof. Oliver Kartak
Maria Kanzler, Valerija Ilchuk, Michal Slatinsky, Universität für angewandte Kunst Wien Proofreading & Translations
Theresa Hattinger, Lizzy Martens, Ana Iankova, Oskar Kokoschka-Platz 2 Teresa Krainer
Sebastian Kubik, Sarah Podbelsek, Jakob Zerbes A-1010 Wien
Victoria Preuer, Benjamin Zivota, Malte Zander, Printer
Rita Sammer www.klassekartak.com Holzhausen Druck GmbH
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Vanessa Eck, Jana Frantal, Valerija Ilchuk, Editorial staff Cyclus Offset 70g part thereof, may not be reproduced, stored in
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Publication design Projectcoordination Gotham Narrow of Applied Arts, Graphic Design class /
Theresa Hattinger, Maria Kanzler Maria Calligaris Ingeborg Prof. Oliver Kartak.