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Art.-Nr.

56396641 G 3191 A

GEMEINSAMES
MINISTERIALBLATT Seite 801

des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie / des Auswärtigen Amtes / des Bundesministeriums des Innern
des Bundesministeriums der Finanzen / des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft / des Bundesministeriums der Verteidigung
des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend / des Bundesministeriums für Gesundheit
des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur
des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung / des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung / der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

HERAUSGEGEBEN VOM BUNDESMINISTERIUM DES INNERN

67. Jahrgang ISSN 0939-4729 Berlin, den 12. Oktober 2016 Nr. 41

INHALT

Amtlicher Teil Seite

Bundesministerium für Familie, Senioren,


Frauen und Jugend
RL v. 29.9.16, Richtlinie über die Gewährung von Zuschüssen und
Leistungen zur Förderung der Kinder- und Jugendhilfe durch den
Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 803
Nr. 41 GMBl 2016 Seite 803

Amtlicher Teil

Bundesministerium für Familie, Senioren,


Frauen und Jugend
Richtlinien
über die Gewährung von Zuschüssen und Leistungen zur Förderung
der Kinder- und Jugendhilfe durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP)
Vom 29. September 2016

Auf der Grundlage des § 44 in Verbindung mit § 23 der Bun-
deshaushaltsordnung (BHO) sowie der Allgemeinen Ver-
waltungsvorschriften zu § 44 BHO erlasse ich im Einverneh-
men mit dem Bundesministerium der Finanzen und nach
Anhörung des Bundesrechnungshofs und bundeszentraler
Träger der Kinder- und Jugendhilfe sowie nach Beratung mit
den obersten Jugendbehörden der Länder diese Richtlinien.

Inhaltsverzeichnis
I. Aufgaben des Kinder- und Jugendplans des Bundes
(KJP)
II. Partnerschaftliche Zusammenarbeit
III. Fördergrundsätze
1 Allgemeine Regelungen
2 Bundeszentrale Infrastruktur
3 Vorhaben zur Erfüllung besonderer Aufgaben des
Bundes, Modell- und Sondervorhaben
3.1 Vorhaben zur Erfüllung besonderer Aufgaben
des Bundes
3.2 Modellvorhaben
3.3 Sondervorhaben
3.4 
besondere fachliche Anforderungen bei An-
tragstellung für Modell- und Sondervorhaben
4 Bundesweite Förderung der individuellen Beglei-
tung junger zugewanderter Menschen
5 Internationaler Jugend- und Fachkräfteaustausch
IV. Förderungsarten
V. Finanzierungsarten
VI. Umfang und Höhe der Förderung
1 Personalkosten innerhalb der bundeszentralen Inf-
rastruktur
2 Aktivitäten innerhalb der bundeszentralen Infra-
struktur
2.1 Kurse und Arbeitstagungen
2.2 Internationale Begegnungen
2.3 Kleinaktivitäten
2.4 Großveranstaltungen
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im Sport, Kinder- und Jugendverbandsarbeit sowie inter- schaften und den bundeszentralen Trägern der freien Kin-
nationale Jugendarbeit), der- und Jugendhilfe durch.
–– Jugendsozialarbeit und Integration, (2) Für die Handlungsfelder werden Arbeitsgruppen unter
–– Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kin- Beteiligung bundeszentraler und sonstiger geeigneter Träger
dertagespflege, bzw. Trägergruppen vom Bundesministerium eingerichtet.
Sie dienen der kontinuierlichen Zusammenarbeit bei der Ge-
–– Hilfen für Familien, junge Menschen, Eltern und andere staltung und Weiterentwicklung der fachlichen Handlungs-
Erziehungsberechtigte, felder und der Erörterung der Förderung und der Zuwen-
–– weitere bundeszentrale Aufgaben der Kinder- und Ju- dungsverfahren.
gendhilfe.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppen sichern den Informati-
(3) Der KJP soll insbesondere dazu beitragen, dass onstransfer in die jeweiligen Handlungsfelder.
a) junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Ent- (3) Zur Weiterentwicklung des KJP bildet das Bundesminis-
wicklung gefördert werden und Benachteiligungen ver- terium aus Vertreterinnen und Vertretern der handlungsfeld-
mieden bzw. abgebaut werden, spezifischen Arbeitsgruppen eine gesonderte Arbeitsgruppe.
b) Eltern und andere Erziehungsberechtigte beraten und (4) Das Bundesministerium kann weitere Fachleute der Kin-
unterstützt werden, der- und Jugendhilfe in die Arbeitsgruppen hinzuziehen.
Unterarbeitsgruppen können eingerichtet werden.
c) Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl ge-
schützt werden,
d) förderliche Lebensbedingungen für junge Menschen und III. Fördergrundsätze
ihre Familien sowie eine kinder-, jugend- und familien-
1 Allgemeine Regelungen
freundliche Umwelt geschaffen und erhalten werden.
(1) Gefördert werden können im erheblichen Bundesinter-
(4) Das Leitbild beinhaltet die zentralen Zielfestlegungen für esse liegende Maßnahmen nichtstaatlicher Organisationen,
die KJP-Förderung und legt die fachlichen und politischen die für das Bundesgebiet als Ganzes von Bedeutung sind und
Rahmenbedingungen und Perspektiven fest. Die fach- und die ihrer Art nach nicht durch ein Land allein wirksam ge-
jugendpolitischen Inhalte und Zielstellungen der Richtlinie fördert werden können.
folgen dem Leitbild des KJP. Das Leitbild wird zusammen
mit der Richtlinie veröffentlicht. (2) Über die Gewährung der Zuwendung entscheidet das
Bundesministerium im Rahmen der zur Verfügung stehen-
(5) Der KJP unterstützt die Leistungen und die Wahrneh- den Haushaltsmittel nach pflichtgemäßem Ermessen. Ein
mung anderer Aufgaben zugunsten junger Menschen und Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.
Familien nach § 2 SGB VIII. Die Förderung und Anregung
durch den KJP schafft die Rahmenbedingungen für eine leis- (3) Bei der Förderung wird die Eigenständigkeit der Zuwen-
tungsfähige bundeszentrale Infrastruktur und unterstützt dungsempfänger gewahrt. Bei der Durchführung von Maß-
die Sicherung, Stärkung und Weiterentwicklung der Kinder- nahmen und allen diesbezüglichen Veröffentlichungen hat
und Jugendhilfe. der Zuwendungsempfänger in geeigneter Weise auf eine För-
derung durch den KJP des Bundes hinzuweisen.
(6) Ziele der Förderung sind die Sicherstellung der Zu-
(4) Die Regelungen zu den Voraussetzungen über die Förde-
kunftsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe und die Quali-
rung von Trägern der freien Kinder- und Jugendhilfe (§§ 74,
tätsentwicklung ihrer Aufgabenwahrnehmung in sämtlichen
75 SGB VIII) finden entsprechende Anwendung.
Handlungsfeldern.
(5) Die Förderung kann über ein Zentralstellenverfahren
Maßgebliche Aspekte hierbei sind insbesondere die Stär-
oder als unmittelbare Zuwendung erfolgen. Den Zentralstel-
kung der Rechte von Kindern und Jugendlichen auf Schutz,
len obliegen ein fachliches Qualitätsmanagement und die
Förderung und Beteiligung. Das gleichberechtigte Zusam-
Weiterleitung von Zuwendungen. Bei der Förderung im
menleben und die gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder und Zentralstellenverfahren wird die Eigenständigkeit aller be-
Jugendlichen in ihrer jeweiligen Lebenslage soll gestärkt teiligten Träger, Verbände und Fachorganisationen gewahrt.
werden. Auf den Abbau spezifischer Benachteiligungen soll Als Zentralstellen können auch Länder fungieren.
hingewirkt werden.
(7) Nicht gefördert werden Maßnahmen außerhalb der Kin- 2 Bundeszentrale Infrastruktur
der- und Jugendhilfe, insbesondere solche, die nach Inhalt, (1) Zur Sicherung und Stärkung der bundeszentralen Infra-
Methodik und Struktur überwiegend schulischen Zwecken, struktur bei den freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe
dem Hochschulstudium, der Berufsausbildung außerhalb können Verbände, Fachorganisationen sowie Aktivitäten ge-
der Jugendsozialarbeit, dem Breiten- und Leistungssport, fördert werden, die eine auf einen längeren Zeitraum ange-
der religiösen oder weltanschaulichen Erziehung, der partei- legte, überregionale fachliche Arbeit auf der Basis des
internen oder gewerkschaftsinternen Schulung, der Erho- SGB VIII in einem oder mehreren Handlungsfeldern bzw.
lung oder der Touristik dienen, sowie Maßnahmen und Pro- handlungsfeldübergreifend leisten.
jekte mit agitatorischen Zielen.
Der Bund trägt damit dazu bei, dass in der Breite der Hand-
II. Partnerschaftliche Zusammenarbeit lungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe fachliche und fach-
politische Weiterentwicklungen erfolgen und umgesetzt
(1) Das für Kinder und Jugendliche zuständige Bundesmi- werden können. Die bundeszentralen Verbände und Fachor-
nisterium führt den KJP im partnerschaftlichen Zusammen- ganisationen übernehmen dabei Aufgaben vor allem im Be-
wirken mit den Ländern, den kommunalen Gebietskörper- reich der Unterstützung, Weiterbildung und Anregung der
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regionalen Fachpraxis, der Herstellung verbandlicher Ent- gewährleistet die Erreichung der Ziele des SGB VIII durch
scheidungs- und Handlungsfähigkeit auf Bundesebene, der die Förderung der bundeszentralen Träger.
Vernetzung, der Umsetzung fachlicher Standards und der
(3) Förderfähig sind Personalkosten nach Nr. VI.1, Aktivitä-
fachpolitischen Interessenvertretung auf Bundesebene.
ten nach Nr. VI.2 sowie Sondervorhaben nach Nr. VI.3 (1) c).
Merkmale der bundeszentralen Infrastruktur sind insbeson-
dere: 3 Vorhaben zur Erfüllung besonderer Aufgaben des
Bundes, Modell- und Sondervorhaben
–– Beiträge zur überregionalen Entwicklung und Ausgestal-
tung von Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendhilfe 3.1 
Vorhaben zur Erfüllung besonderer Aufgaben des
in der Bundesrepublik Deutschland, Bundes
–– bundesweite Information und Beratung zu Fragen der Es können Vorhaben von bundesweit („gesamtstaatlich“) re-
Jugendpolitik und der Kinder- und Jugendhilfe, präsentativer Bedeutung sowie Vorhaben, die zur sachgemä-
–– aktive Beteiligung an der Weiterentwicklung von überre- ßen Erfüllung von Aufgaben des Bundes notwendig sind,
gionalen und bundeszentralen Aufgaben der Kinder- und gefördert werden.
Jugendhilfe und der Jugendpolitik des Bundes, 3.2 Modellvorhaben
–– überregionale und bundeszentrale Interessenvertretung
Modelle und die damit verbundene wissenschaftliche Beglei-
von Kindern und Jugendlichen über die Infrastruktur auf
tung, die der Entwicklung, Erprobung, Überprüfung und
Bundes-, europäischer und internationaler Ebene, Weiterentwicklung von Methoden, Konzeptionen und
–– überregionale Fort- und Weiterbildung von ehren- und Strukturen in der Kinder- und Jugendhilfe dienen, können
hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zeitlich begrenzt gefördert werden, soweit deren Ergebnisse
–– Durchführung von überregionalen oder bundeszentralen und Erfahrungen auf andere Träger bzw. Handlungsfelder
Veranstaltungen und Projekten mit bundesweiter, euro- übertragbar sind.
päischer oder internationaler Bedeutung, 3.3 Sondervorhaben
–– Erarbeitung und Herausgabe von Informationsmateriali-
Als Sondervorhaben können insbesondere gefördert wer-
en, Arbeitshilfen, Fachzeitschriften und Medien sowie
den:
fachliche und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit von bun-
deszentraler, überregionaler, europäischer und internati- a) Sonderveranstaltungen und Fachkongresse, bei denen
onaler Bedeutung, aufgrund besonderer Umstände die Finanzierung über
–– bundeszentrale innerverbandliche Evaluation und Quali- den in der Anlage ausgewiesenen Festbetrag für Groß-
tätssicherung, veranstaltungen nicht möglich ist,
–– überregionale Kooperation und Vernetzung mit anderen b) bundesweite Wettbewerbe und Preise,
Trägern der Kinder- und Jugendhilfe im bundesweiten,
c) Vorhaben zur einmaligen Überprüfung der Notwendig-
europäischen und internationalen Rahmen,
keit und der Ausgestaltung bestehender Gesetze sowie
–– bundeszentrale Kooperation mit der Fachkräfteausbil- zur Unterstützung anstehender Gesetzesvorhaben,
dung,
d) sonstige Forschungsvorhaben von bundesweiter Bedeu-
–– bundeszentrale Konzeptentwicklung zur Schaffung, Er-
tung sowie
haltung und Verbesserung von Diensten und Einrichtun-
gen, e) andere zeitlich befristete Projekte, die nicht nach den
–– bundeszentrale Initiierung von bedarfsgerechten Ange- Nr. VI.1 oder VI.2 gefördert werden können.
boten, 3.4 Besondere fachliche Anforderungen bei Antragstel-
–– bundezentrale Entwicklung, Erprobung und Auswer- lung für Modell- und Sondervorhaben
tung innovativer Modelle und neuer Wege und Metho- Für Modellvorhaben nach Nr. III.3.2 und Sondervorhaben
den der Kinder- und Jugendhilfe von überregionaler Be- III.3.3 sind dem Bundesministerium im Antrag insbesondere
deutung. folgende Punkte darzustellen:
(2) Die Förderung der bundeszentralen Infrastruktur wird –– die Zuordnung des Vorhabens zu der damit verfolgten
grundsätzlich über Rahmenvereinbarungen zur Sicherung bzw. daraus zu entwickelnden fachpolitischen Ausrich-
einer nachhaltigen jugendpolitischen Zusammenarbeit aus- tung,
gestaltet. Die Rahmenvereinbarung (öffentlich-rechtlicher
–– Zeitplan des Vorhabens,
Vertrag zwischen dem Bundesministerium und dem Ver-
band/der Fachorganisation) dient der längerfristigen Umset- –– Finanzierung,
zung gemeinsamer jugendpolitischer Schwerpunkte in der –– die beabsichtigte Umsetzung und Veröffentlichung der
freien Kinder- und Jugendhilfe als Instrument der partner-
Ergebnisse
schaftlichen Planung, Gestaltung und Steuerung sowie als
Verfahren der Qualitätsentwicklung. und zusätzlich bei Modellvorhaben
In den Rahmenvereinbarungen sowie den Jahresplanungsge- –– die Darstellung der Ausgangssituation, Bedarfslage und
sprächen mit den jeweiligen Verbänden bzw. Fachorganisati- Zielsetzung,
onen werden die Zielstellungen der Förderung konkretisiert –– Inhalt und Umfang der wissenschaftlichen Vorbereitung,
und festgelegt. Begleitung und Evaluierung,
Der Bund achtet die Selbständigkeit und die Selbstverant- –– eine Stellungnahme zur Übertragbarkeit nach Abschluss
wortung der Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe und des Vorhabens und der Finanzierung,
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–– fachliche Stellungnahme des Landes, in dem das Modell- des Zwecks in dem notwendigen Umfang nur bei Übernah-
vorhaben überwiegend durchgeführt werden soll, sowie me sämtlicher zuwendungsfähiger Ausgaben durch das Bun-
eine Erklärung zu dessen finanzieller Beteiligung. desministerium möglich ist. Eine Vollfinanzierung kommt
insbesondere nicht in Betracht, wenn der Zuwendungsemp-
3.5 Finanzierung
fänger an der Erfüllung des Zuwendungszwecks ein wirt-
Die Finanzierung der Vorhaben zur Erfüllung besonderer schaftliches Interesse hat.
Aufgaben des Bundes, Modell- und Sondervorhaben erfolgt
gem. Nr. VI.3. Die Förderung von Modellvorhaben erfolgt VI. Umfang und Höhe der Förderung
nur im Rahmen des im Zuwendungsbescheid festgelegten
Zeitrahmens. Eine Anschlussfinanzierung durch den KJP ist 1 Personalkosten innerhalb der bundeszentralen
ausgeschlossen. ­Infrastruktur
(1) Zur Durchführung von Aufgaben der Kinder- und Ju-
4 Bundesweite Förderung der individuellen gendhilfe können Zuschüsse zu den Personalkosten gegeben
­Begleitung junger zugewanderter Menschen werden.

Angebote der Kinder- und Jugendhilfe zur Erfüllung der (2) Diese können auf der Grundlage eines genehmigten Stel-
Aufgaben des Bundes nach § 45 Aufenthaltsgesetz können lenplans als nicht rückzahlbare Zuschüsse im Wege der Fest-
gefördert werden. Durch  migrationsspezifische Hilfen sol- betragsfinanzierung gewährt werden. Grundlage für die Be-
len die Zugangschancen von jungen zugewanderten Men- rechnung der Festbeträge sind 80 v. H. der Pauschalen für
schen in die Gesellschaft und insbesondere am Übergang Personal-, Personalgemein- und Sachkosten der jeweiligen
von der Schule in den Beruf verbessert werden. Entgeltgruppen im höheren (E 13 – E 15 Ü), gehobenen
(E 9 B – E 12) und mittleren Dienst (E 5 – E 9 A) des nach-
Die Finanzierung erfolgt gemäß Nr. VI.1 und VI.2. geordneten Bereichs, die sich aus der Tabelle des Bundesmi-
nisteriums der Finanzen (BMF) „Personalkostensätze für
5 Internationaler Jugend- und Fachkräfteaustausch ­Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen: Verwaltungsangestellte
Im Rahmen des Internationalen Jugend- und Fachkräfteaus- (nachgeordnete Bundesbehörden)“ ergeben. Bei den Sach-
tausches können Maßnahmen zur Umsetzung bilateraler kosten wird der vom Bundesministerium für den Förderbe-
Vereinbarungen, völkerrechtlicher Abkommen, von EU- reich behördenspezifisch ermittelte Wert zugrunde gelegt.
Verordnungen oder als Teil der auswärtigen Kultur- und Bil- Für anteilig oder zeitweise eingesetztes Personal werden die
dungspolitik des Bundes in Deutschland oder im Ausland Pauschalen entsprechend der für das Projekt geleisteten Ar-
sowie zeitlich befristete Aktivitäten, insbesondere im Rah- beitszeit berechnet. Die Festlegung der Zuschüsse erfolgt
men von bi- oder multilateralen, auf Gegenseitigkeit ausge- mit KJP-Rundschreiben. Die Beträge werden jeweils auf
richtete Maßnahmen, gefördert werden. volle Eurobeträge abgerundet.
Die Finanzierung erfolgt gemäß Nr. VI.3 (1).
2 Aktivitäten innerhalb der bundeszentralen
Maßnahmen können nicht gefördert werden, wenn sie zu ­Infrastruktur
den Aufgabenbereichen von binationalen Jugendwerken ge-
hören und der Art nach von diesen gefördert werden kön- Folgende Aktivitäten können gefördert werden:
nen. –– Kurse und Arbeitstagungen (KuA),
–– Internationale Begegnungen (intB),
IV. Förderungsarten
–– Kleinaktivitäten (KlA),
(1) Zuwendungen werden grundsätzlich als Projektförde- –– Großveranstaltungen (GrV) und
rung nach §§ 23 und 44 BHO zur Deckung von Ausgaben
des Zuwendungsempfängers für einzelne abgegrenzte Vor- –– Sonstige Aktivitäten (SoA).
haben gegeben. Dabei ist insbesondere die Förderung der 2.1 Kurse und Arbeitstagungen
bundeszentralen Infrastruktur grundsätzlich auf einen län-
geren Zeitraum angelegt. (1) Kurse sind Veranstaltungen mit überwiegendem Lehr-
und Fortbildungscharakter. Sie müssen wenigstens eine Pro-
(2) Mit Zustimmung des Bundesministeriums der Finanzen grammdauer von einem Tag haben und werden höchstens bis
kann eine Zuwendung als institutionelle Förderung nach zu 28 Tage gefördert.
§§ 23 und 44 BHO auf der Grundlage eines genehmigten
Wirtschaftsplans zur Deckung der gesamten Ausgaben oder (2) Arbeitstagungen sind Veranstaltungen mit einem ausge-
eines Teils der Ausgaben des Zuwendungsempfängers gege- wählten Teilnehmerkreis, der die fachliche Arbeit des Trä-
ben werden. gers konzipiert, plant, umsetzt oder auswertet. Zuwendun-
gen werden nur für solche Arbeitstagungen gegeben, die we-
V. Finanzierungsarten nigstens einen Tag dauern und an denen mindestens fünf und
in der Regel weniger als 100 Personen teilnehmen.
(1) Die Zuwendungen werden grundsätzlich als Teilfinan-
zierung (Anteilfinanzierung, Fehlbedarfsfinanzierung)  in (3) Die Förderung erfolgt über nicht-rückzahlbare Zuschüs-
Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen gegeben. Festbe- se als Festbeträge:
tragsfinanzierung wird nur in den in dieser Richtlinie vorge- a) Zur Deckung der Ausgaben je Veranstaltungstag und
sehenen Fällen und bei besonders begründeten Ausnahmen Teilnehmenden. Der für Teilnehmende geltende Festbe-
gewährt. trag kann auch für Fortbildende/Referierende, Lehr-
(2) Eine Zuwendung kann in begründeten Ausnahmefällen gangsleitende sowie für Mitarbeitende gegeben werden,
als Vollfinanzierung bewilligt werden, wenn die Erfüllung soweit sie nicht ständig an der Einrichtung tätig sind, an
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der die Kurse und Arbeitstagungen durchgeführt werden 2.4 Großveranstaltungen


(externe Fortbildende).
Großveranstaltungen (beispielsweise Jugendtreffen, Konfe-
b) Zur Deckung der Honorare für externe Fortbildende pro renzen, Bundeslager, Fachtagungen) sind Veranstaltungen
Veranstaltungstag und Fortbildenden/Referierenden (so- im In- oder Ausland mit mindestens 100 Teilnehmenden.
weit die Fortbildenden nicht aus öffentlichen Zuschüssen Die Förderung erfolgt über nicht-rückzahlbare Zuschüsse
gefördert werden und die Fachexpertise aus dieser Tätig- als Festbeträge entsprechend Nr. VI.2.1 (3) bzw. VI.2.2 (4).
keit erwachsen ist).
c) Zur Deckung der Fahrtkosten der Teilnehmenden und 2.5 Sonstige Aktivitäten
externen Fortbildenden pro Teilnehmenden/Fortbilden- Sonstige Aktivitäten sind Aktivitäten, die aufgrund ihrer Art
den bei Kursen und Arbeitstagungen. An die Teilneh- und Umstände nicht nach den Nr. VI.2.1 – VI.2.4 gefördert
menden/Fortbildenden dürfen Mittel nur insoweit aus- werden können. Die Förderung erfolgt in der Regel auf der
gezahlt werden, als ihnen entsprechende Aufwendungen Grundlage eines Kosten- und Finanzierungsplanes im Wege
selbst entstanden sind und sie diese gegenüber dem Trä- der Anteils- oder Fehlbedarfsfinanzierung. Bei Teilfinanzie-
ger geltend gemacht und belegt oder glaubhaft gemacht rung können Personalkosten pauschaliert in Anlehnung an
haben. Dabei dürfen die zulässigen Sätze des Bundesrei- Nr. VI.1 (2) gewährt werden. Die Bezuschussung von Reise-
sekostengesetzes (BRKG) nicht überschritten werden. kosten richtet sich nach BRKG.
d) Zur Deckung der Honorare für Sprachmittelnde/Dol-
metschende.
3 Vorhaben zur Erfüllung besonderer Aufgaben des
Die Festbeträge werden in einer Anlage zu dieser Richtlinie Bundes, Modell- und Sondervorhaben
festgelegt.
(1) Die Förderung von Vorhaben im Rahmen von:
(4) An- und Abreisetag gelten jeweils als ein voller Tag.
a) Vorhaben zur Erfüllung besonderer Aufgaben des Bun-
2.2 Internationale Begegnungen des nach Nr. III.3.1,
(1) Internationale Begegnungen sind bi- und multilaterale b) Modellvorhaben nach Nr. III.3.2 und
Begegnungen von Kinder- und Jugendgruppen oder von
Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe sowie internatio- c) Sondervorhaben nach Nr. III.3.3
nale Workcamps. erfolgt grundsätzlich im Wege der Anteils-, Fehlbedarfs-
(2) Begegnungen von Kinder- und Jugendgruppen und oder Vollfinanzierung auf der Grundlage eines Kosten- und
Workcamps dauern mindestens fünf Tage und höchstens 30 Finanzierungsplanes.
Tage. Teilnehmende an Jugendbegegnungen und Workcamps
(2) Bei Teilfinanzierung können Personalkosten pauschaliert
sind in der Regel nicht jünger als acht Jahre und nicht älter
in Anlehnung an Nr. VI.1 (2) gewährt werden.
als 26 Jahre.
(3) Begegnungen von Fachkräften der Kinder- und Jugendhil- (3) Die Bezuschussung von Reisekosten richtet sich nach
fe können insbesondere in Form von Hospitation und Prakti- BRKG.
ka bis zu 90 Tagen dauern. Programme für Fachkräfte weisen
einen unmittelbaren fachlichen Bezug zur Kinder- und Ju-
VII. Verfahren
gendhilfe bzw. zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf.
(4) Die Förderung erfolgt über nicht-rückzahlbare Zuschüs- 1 Termine der Antragstellung
se als Festbeträge: Anträge sollen dem Bundesministerium bis zum 30. Novem-
a) Zur Deckung der Ausgaben je Tag und Teilnehmenden, ber des Vorjahres für das folgende Haushaltsjahr eingereicht
Teamer, Gruppenleitenden, Fachkraft. werden.
b) Zur Deckung der Fahrtkosten der Teilnehmenden, Tea-
mer, Gruppenleitungen, Fachkräfte für Begegnungen im
2 Antragsverfahren
Ausland.
c) Zur Deckung der Honorare für Sprachmittelnde/Dol- (1) In den Anträgen sind die angestrebten bundeszentralen
metschende gemäß Nr. VI.2.1 (3) Buchst. d). Wirkungen der geplanten Maßnahmen, die Zuwendungsfä-
higkeit der Ausgaben sowie die Sicherstellung der Gesamtfi-
(5) An- und Abreisetag gelten jeweils als ein voller Tag. nanzierung darzulegen.
2.3 Kleinaktivitäten (2) Anträge sind dem Bundesministerium mit den entspre-
(1) Aktivitäten, die ihrer Art nach keine Kurse, Arbeitsta- chenden Formblättern vorzulegen, sofern der Antragsteller
gungen nach VI.2.1 oder Modellvorhaben nach Nr. III.3.2 nicht dem Zentralstellenverfahren angeschlossen ist.
sind, können auch als Kleinaktivitäten mit einem Zuschuss
(3) Ein Träger, der sich einer Zentralstelle angeschlossen hat,
von höchstens 1.000 € gefördert werden.
legt dieser seinen Antrag vor. Die Zentralstelle reicht dem
(2) Bei Aktivitäten zur Konzeption, Gestaltung, Weiterent- Bundesministerium Sammelanträge mit ihrer Stellungnahme
wicklung oder Anpassung sowie Wartung von Medien, die ein, sofern keine Rahmenvereinbarung abgeschlossen wur-
die Arbeit der bundeszentralen Infrastruktur gemäß Nr. III.2 de. Das Gleiche gilt für die von ihr geprüften Verwendungs-
unterstützen, beträgt der Zuschuss höchstens 3.000 €. nachweise. Ein Träger, der sich dem Zentralstellenverfahren
(3) Es sind jeweils mindestens 10 % der Gesamtausgaben aus angeschlossen hat, darf in der Regel Zuwendungen weder di-
Eigenmitteln zu decken. rekt noch über verschiedene Zentralstellen beantragen.
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3 Bewilligung und Auszahlung (4) Durch Unterschrift bestätigt der Zuwendungsempfänger,


dass die Fördermittel für förderfähige Maßnahmen im Sinne
(1) Zuwendungen werden durch schriftlichen Zuwendungs-
des KJP verwendet worden sind, dass die Ausgaben notwen-
bescheid gewährt.
dig waren, dass wirtschaftlich und sparsam verfahren wor-
(2) Im Zentralstellenverfahren werden die Zuwendungen den ist und die Angaben mit den Büchern und gegebenen-
der Zentralstelle bewilligt. Die bewilligten Mittel sind bei ih- falls mit den Belegen übereinstimmen.
rer Weitergabe als Zuwendungen aus dem Kinder- und Ju-
gendplan des Bundes zu kennzeichnen.
5 Nebenbestimmungen und Prüfungsrecht
(3) Die Zentralstelle kann unmittelbar gegenüber dem Letzt-
empfänger keine Verwaltungsaufwendungen geltend ma- Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zu-
chen. wendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Ver-
wendung und die ggf. erforderliche Aufhebung des Bewilli-
(4) Die Auszahlung der Mittel richtet sich nach den BNBest- gungsbescheids und die Rückforderung der gewährten Zu-
mittelbarer Abruf BMFSFJ. Soweit das mittelbare Abrufver- wendung gelten die §§ 23, 44 BHO und die hierzu erlassenen
fahren nicht zur Anwendung kommt, richtet sich die Aus- Verwaltungsvorschriften sowie die §§ 44 bis 50 des Zehnten
zahlung nach ANBest-P/ANBest-I. Buches Sozialgesetzbuch – Sozialverwaltungsverfahren und
Sozialdatenschutz, soweit nicht in diesen Richtlinien Abwei-
chungen zugelassen worden sind.
4 Verwendungsnachweis
Der Bundesrechnungshof ist gemäß §§ 91, 100 BHO zur
4.1 Allgemeine Regelungen
Prüfung berechtigt.
(1) Die bestimmungsgemäße zweckentsprechende Verwen-
dung der Zuwendung zur Projektförderung ist mit einem VIII. Sonstiges
Verwendungsnachweis ohne Vorlage von Belegen nachzu-
weisen. 1 Formblätter

(2) Der Verwendungsnachweis besteht aus einem Sachbe- Für die dem Bundesministerium vorzulegenden Anträge,
richt und einem zahlenmäßigen Nachweis nach Nr. 6 AN- Verwendungsnachweise und Mitteilungen sind die im Form-
Best-P bzw. Nr. 7 ANBest-I. blattverzeichnis (Anlage 2) aufgeführten Formblätter ver-
bindlich.
(3) Die Regelungen der Nr. VII.4.2 und VII.4.3 sind dem Zu-
wendungsempfänger im Zuwendungsbescheid aufzuerlegen. 2 Verfahrensprofile
4.2 Sachbericht Für die Instrumente und Verfahren der Planung, Gestaltung
Der Sachbericht ist entsprechend den Vorgaben des Bundes- und Steuerung der durch den KJP geförderten Maßnahmen
ministeriums vorzulegen. Im Zentralstellenverfahren erstellt erfolgen nähere Festlegungen in Verfahrensprofilen (Anla-
die Zentralstelle den Gesamtsachbericht für die ihr ange- ge 1).
schlossenen Träger.
4.3 Zahlenmäßiger Nachweis 3 Ausnahmeklausel
(1) Bei Förderung im Rahmen von Festbeträgen nach Das Bundesministerium kann in besonders begründeten
Nr. VI.2 sind die entsprechenden KJP-Formblätter sowie Ausnahmefällen, soweit nach den Allgemeinen Verwal-
Beleglisten vorzulegen. Davon unberührt bleibt die Ver- tungsvorschriften zu § 44 BHO erforderlich im Einverneh-
pflichtung des Zuwendungsempfängers, alle Belege mindes- men mit dem Bundesministerium der Finanzen bzw. im Ein-
tens fünf Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises vernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen und
(gem. Nr. 6.5 ANBest-P/ANBest-I) für eine eventuelle Prü- dem Bundesrechnungshof, von den Richtlinien des Kinder-
fung aufzubewahren. und Jugendplans des Bundes abweichen.
(2) Bei Kleinaktivitäten erfolgt die Abrechnung im Verwen-
dungsnachweis durch zahlenmäßige Aufstellung der Ausga- 4 Übertragung von Aufgaben
ben und der eingesetzten Eigenmittel mit dem entsprechen- Das Bundesministerium kann die Durchführung dieser
den KJP-Formblatt sowie Beleglisten. Richtlinien ganz oder teilweise auf andere Stellen übertra-
(3) Im Übrigen sind die Einnahmen und die Ausgaben von- gen.
einander getrennt entsprechend der Gliederung des Finan-
zierungsplans auszuweisen. Der Nachweis muss alle mit
5 Inkrafttreten
dem Zuwendungszweck zusammenhängenden Einnahmen
(Zuwendungen, Leistungen Dritter, eigene Mittel) und Aus- Diese Richtlinien gelten mit Wirkung vom 1. Januar 2017.
gaben enthalten. Dem Nachweis ist eine tabellarische Beleg- Die Richtlinien des Kinder- und Jugendplans des Bundes
übersicht beizufügen, in der die Ausgaben nach Art und in vom 16. Januar 2012 treten mit Ablauf des 31. Dezember
zeitlicher Reihenfolge getrennt aufgelistet sind (Beleglisten). 2016 außer Kraft.

Berlin, den 29. September 2016


505-2411/000
Bundesministerin für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend
Manuela Schwesig
Nr. 41 GMBl 2016 Seite 809

Anlagen A. Präambel
1 – Leitbild – KJP Junge Menschen haben ein Recht auf Bildung und Erzie-
2 – Verfahrensprofile hung, Beteiligung, Förderung und Schutz. Sie benötigen
3 – Formblattverzeichnis Freiräume, die sie selbst gestalten können. Eine kinder‐ und
4 – Höhe der Förderbeträge jugendgerechte Gesellschaft investiert in die Zukunft junger
Menschen.
Anlage 1 Politik für junge Menschen setzt auf rechtliche Rahmen-
bedingungen und auf eine angemessene Förderung der Kin-
Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) der- und Jugendhilfe. Sie soll die Bedürfnisse und Interessen
Leitbild von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktiv
aufgreifen. Es gilt Politik für, mit und von jungen Menschen
Inhalt zu gestalten. Die umfassende Umsetzung des Übereinkom-
mens über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen
A. Präambel (UN-Kinderrechtskonvention) ist in allen Bereichen der
B. Leitziele der Kinder- und Jugendhilfe Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene eine zentrale Vor-
gabe.
1. Persönlichkeitsbildung
Außerschulische Lern- und Bildungsorte befähigen junge
2. Förderung demokratischen und rechtsstaatlichen Menschen zu einer aktiven Beteiligung und Teilhabe, indem
Wertebewusstseins sie ausgehend von den Lebenslagen junger Menschen die
3. Chancengerechtigkeit Entwicklung sozialer, kultureller, interkultureller, politi-
scher sowie Gender- und Medienkompetenzen fördern. Sie
4. Beteiligung bieten im Zusammenspiel mit familiären und formalen Bil-
5. Teilhabe dungsprozessen eine Voraussetzung dafür, dass junge Men-
schen eigene Standpunkte entwickeln und vertreten sowie
6. Schutz von Kindern und Jugendlichen und Befähi- ihre Verantwortung für eine demokratische Gesellschaft der
gung zum kritischen Umgang mit Risiken Vielfalt und für deren Weiterentwicklung wahrnehmen kön-
7. Stärkung jugendpolitischer Anliegen auf nationaler nen. Der Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) soll jun-
und europäischer Ebene ge Menschen unterstützen Räume außerhalb formaler Bil-
dung zu nutzen, die sie in ihren individuellen, sozialen und
8. Stärkung europäischer und internationaler Begeg- kulturellen Bedarfen anerkennen, in der Entwicklung ihrer
nungen und Erfahrungen Stärken fördern und ihnen Kompetenzen für ein selbstbe-
stimmtes und gemeinschaftsfähiges Handeln vermitteln.
9. Qualitätsentwicklung
Kinder- und Jugendhilfe unterstützt die gesellschaftliche
10. Entwicklung von innovativen Konzepten in der
Teilhabe und Teilhabegerechtigkeit für alle jungen Men-
Kinder- und Jugendhilfe
schen. Sie ist darauf ausgerichtet, dass junge Menschen befä-
C. Zielstellungen und Anforderungen bei den Leistungen higt werden, mit den Herausforderungen moderner Gesell-
und anderen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe schaften eigenständig und verantwortungsbewusst umzuge-
hen und junge Menschen mit zeitgemäßen Konzepten vor
I. Kinder- und Jugendarbeit Gefahren für ihr Wohl zu schützen. Die Förderung aus dem
1. Politische Jugendbildung KJP soll die dafür auf Bundesebene erforderlichen fachli-
chen Voraussetzungen schaffen und dazu beitragen, dass alle
2. Kulturelle Jugendbildung jungen Menschen gleiche Chancen erhalten, Benachteiligun-
3. Kinder- und Jugendarbeit im Sport gen abgebaut werden und Risiken präventiv begegnet wird.
Dies schließt die in Deutschland geborenen Kinder und Ju-
4. Kinder- und Jugendverbandsarbeit gendlichen aus Familien mit Migrationshintergrund sowie
5. Internationale Jugendarbeit alle nach Deutschland zugewanderte und geflohene junge
Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus ein. Jun-
II. Jugendsozialarbeit und Integration ge Menschen und ihre Familien, die vor Krieg und Terror
1. Jugendsozialarbeit geflohen sind, bedürfen einer besonderen Unterstützung.

2. Integration junger Menschen mit Migrationshinter- Der Kinder- und Jugendplan des Bundes
grund Der Bund hat nach § 83 des Achten Buches Sozialgesetzbuch
III. Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und (Kinder- und Jugendhilfe) – SGB VIII – die Aufgabe, die Tä-
Kindertagespflege tigkeit der Kinder- und Jugendhilfe anzuregen und zu för-
dern, soweit sie von überregionaler Bedeutung ist und ihrer
IV. Hilfen für Familien, junge Menschen, Eltern und andere Art nach nicht durch ein Land allein wirksam gefördert wer-
Erziehungsberechtigte den kann. Der Kinder- und Jugendplan (KJP) ist das zentra-
1. Frühe Förderung und weitere Hilfen für Familien le Instrument des Bundes zur Erfüllung dieser Aufgaben auf
und Erziehungsberechtigte dem gesamten Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe.
Aus dem KJP werden bundeszentrale Verbände und Fach-
2. Hilfen zur Erziehung und Teilhabe am Leben in der
organisationen der Kinder- und Jugendhilfe gefördert, die
Gesellschaft
ihre Aufgaben in ihren jeweiligen Strukturen und mit ihren
3. Schutz und Stärkung junger Menschen angeschlossenen Gliederungen und Einrichtungen sowie
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entsprechend ihres verbandlichen Auftrages und Selbstver- ter Bedeutung wichtige Instrumente im Sinne der Anre-
ständnisses umsetzen. gungsfunktion dar.
Die bundeszentrale Infrastruktur der Kinder- und Ju- Der KJP fördert Maßnahmen mit bundeszentralen Wir-
gendhilfe wird mit den hierfür vorgesehenen finanziellen kungen in allen Bereichen und Handlungsfeldern der Kin-
Mitteln gesichert und gestärkt. Der Bund trägt damit dazu der- und Jugendhilfe:
bei, dass in der Breite der Handlungsfelder der Kinder- und
Jugendhilfe fachliche und fachpolitische Weiterentwicklun- –– Kinder- und Jugendarbeit und außerschulische Kinder-
gen erfolgen und umgesetzt werden können. Die bundes- und Jugendbildung (politische Jugendbildung, kulturelle
zentralen Verbände und Fachorganisationen übernehmen Kinder- und Jugendbildung, Kinder- und Jugendarbeit
dabei Aufgaben vor allem im Bereich der Unterstützung, im Sport, Kinder- und Jugendverbandsarbeit sowie inter-
Weiterbildung und Anregung der regionalen Fachpraxis, der nationale Jugendarbeit),
Herstellung verbandlicher Entscheidungs- und Handlungs-
fähigkeit auf Bundesebene, der Vernetzung, der Umsetzung –– Jugendsozialarbeit und Integration,
fachlicher Standards und der fachpolitischen Interessenver-
–– Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kin-
tretung auf Bundesebene.
dertagespflege,
Die Kinder- und Jugendhilfe basiert auf dem Subsidiari-
tätsprinzip sowie auf der Anerkennung der Autonomie ihrer –– Hilfen für Familien, junge Menschen, Eltern und andere
freien Träger. Hierbei sind die Vielfalt von Trägern unter- Erziehungsberechtigte,
schiedlicher Wertorientierungen und die Vielfalt von Inhal- –– weitere bundeszentrale Aufgaben der Kinder- und Ju-
ten, Methoden und Arbeitsformen zentrale Grundprinzipi-
gendhilfe.
en der Bundesförderung in der Kinder- und Jugendhilfe. Die
Förderung der bundeszentralen freien Träger der Kinder-
und Jugendhilfe dient vor diesem Hintergrund sowohl der B. Leitziele der Kinder- und Jugendhilfe
Sicherung der Pluralität der Angebote wie auch dem Anlie-
gen, angemessen und wirkungsvoll auf spezifische Situatio- Über den KJP sollen die nachfolgenden handlungsfeldüber-
nen und sich verändernde Rahmenbedingungen des Auf- greifenden Ziele unterstützt und gestärkt werden:
wachsens von jungen Menschen reagieren zu können.
Der KJP trägt durch Förderung überregionaler Veranstal- 1. Persönlichkeitsbildung
tungen, Strukturen und anderer Aufgaben zur Weiterent-
wicklung der Kinder- und Jugendhilfe bei. In diesem Kon- Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Ent-
text wird die Tätigkeit gesetzlicher Gremien nach § 83 (Bun- wicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, ei-
desjugendkuratorium) und § 84 (Jugendberichtskommissi- genverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlich-
on) SGB VIII nachhaltig gesichert. keit. Zur Verwirklichung dieses Rechts fördern die Angebo-
te der Kinder- und Jugendhilfe die Persönlichkeitsbildung
Eine Förderung wird auf der Grundlage der §§ 23 und 44
junger Menschen, indem sie Selbstbestimmung, Selbstorga-
Bundeshaushaltsordnung einschließlich der dazu ergange-
nisation sowie soziale, kulturelle und politische Beteiligung
nen Verwaltungsvorschriften gewährt. Das Förderverfahren
und Teilhabe unterstützen. Angebote der Kinder- und Ju-
richtet sich nach den jeweils geltenden Richtlinien zum Kin-
der- und Jugendplan des Bundes (RL-KJP). gendhilfe schaffen Möglichkeiten nonformalen und infor-
mellen Lernens, die auf die Lebenslagen und Interessen jun-
Auf der Grundlage von Regierungsabkommen bzw. Ab- ger Menschen eingehen und sozialräumliche Lebenswelten
sichtserklärungen werden Koordinierungszentren für die ju- sowie Peer- und Familienkontexte berücksichtigen. Sie set-
gendpolitische Zusammenarbeit und den Jugendaustausch
zen bei den individuellen Stärken jedes einzelnen jungen
unterstützt.
Menschen an und befähigen junge Menschen zur gesell-
Der KJP setzt in ausgewählten Bereichen Schwerpunkte, schaftlichen Teilhabe und zur Nutzung eigener Potenziale.
die von besonderer jugend(hilfe)politischer Bedeutung sind:
–– Erziehung zu Toleranz, Respekt und Demokratie, 2. Förderung demokratischen und rechtsstaatlichen
–– Schutz vor Gefährdungen, Missbrauch und Gewalt, Wertebewusstseins

–– Stärkung der Beteiligung und der Durchsetzung von Be- Die Förderung eines demokratischen und rechtsstaatlichen
teiligungsrechten junger Menschen, Wertebewusstseins und Verhaltens befähigt junge Menschen
zu Urteilsbildung über gesellschaftliche Vorgänge und Kon-
–– Aufbau und Weiterentwicklung inklusiver Angebote und
flikte und stellt einen Beitrag zur Sicherung der demokrati-
Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe,
schen Grundlagen des Gemeinwesens dar. Sie regt zur Wahr-
–– Gestaltung von positiven Bedingungen für das Aufwach- nehmung eigener Rechte und Interessen ebenso wie der
sen junger Menschen mit Migrationshintergrund. Pflichten und Verantwortung gegenüber Mitmenschen, Ge-
Die bundeszentralen Träger der Kinder- und Jugendhilfe sellschaft und Umwelt sowie zur Mitwirkung an der Gestal-
gewährleisten auf Bundesebene die strukturellen und fachli- tung einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsord-
chen Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Fach- nung an. Durch die Verbindung von Lernen und Handeln
praxis. Darüber hinaus stellen Bundesmodellprojekte und sollen junge Menschen befähigt werden, ihre Zukunft zu ge-
-programme zur Weiterwicklung der Fachpraxis der Kinder- stalten, selbstbestimmt zu leben, gesellschaftliche Mitverant-
und Jugendhilfe sowie Forschungsvorhaben von bundeswei- wortung zu übernehmen und sich zu engagieren.
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3. Chancengerechtigkeit Mit ihrem menschenrechtlichen Ansatz stärkt die UN-


Behindertenrechtskonvention das Recht von Menschen
Chancengerechtigkeit für junge Menschen ist eine prioritäre
gesamtgesellschaftliche Aufgabe – und damit auch eine zen- mit Behinderung bzw. Beeinträchtigung auf Chancenge-
trale Herausforderung der Kinder- und Jugendhilfe. Ihr vor- rechtigkeit, gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe
rangiger Beitrag besteht in der individuellen und sozialen und Freiheit zur Selbstbestimmung. Dieser gesamtgesell-
Förderung sowie der Überwindung von Benachteiligungen schaftliche Auftrag stellt auch für die Kinder- und Ju-
junger Menschen. Durch die Eröffnung von Teilhabemög- gendhilfe eine große Herausforderung dar und muss of-
lichkeiten soll Chancengerechtigkeit gefördert sowie Tole- fensiv und gemeinsam mit den anderen beteiligten
ranz und Vielfalt, auch in Bezug auf kulturelle Ausdrucks- Rechtskreisen vorangetrieben werden. Die Teilhabe und
formen, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität, Partizipation junger Menschen mit Behinderungen und
gelebt und selbstverständlich werden. Beeinträchtigungen sind durchgängige Aufgaben in allen
Noch immer wirkt sich die soziale Herkunft stark auf Bil- Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe.
dung, Teilhabe und auf die spätere berufliche Entwicklung Hierfür sind barrierefreie Bedingungen im weitesten Sin-
aus. Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist es, alle jungen ne erforderlich als auch ein Klima von Wertschätzung,
Menschen auf dem Weg in eine gelingende Zukunft zu för- Respekt und der Akzeptanz von Behinderung bzw. Be-
dern, Zugänge zu ihren Leistungen und Angeboten zu ge- einträchtigung als Teil der menschlichen Vielfalt. Bei der
währleisten und dabei besonders jene mit belastenden Bio- Umsetzung geförderter Maßnahmen gilt es zu berück-
grafien und aus benachteiligenden bzw. gefährdenden Rah-
sichtigen, dass Behinderung bzw. Beeinträchtigung keine
menbedingungen zu unterstützen.
Ausschlusskriterien darstellen und Zugang bzw. Teilhabe
gewährleistet sind.
4. Beteiligung –– Inklusion junger Menschen mit Migrationshintergrund
Junge Menschen haben ein Recht auf Beteiligung. Zugleich
Teilhabe und Anerkennung sind wichtige Voraussetzung
sind Demokratie und Zivilgesellschaft auf die Beteiligung
für die Persönlichkeitsentwicklung sowie für eine selbst-
junger Menschen angewiesen. Möglichkeiten zu schaffen,
ständige und eigenverantwortliche Lebensführung aller
sich einzumischen, aktiv an der Ausgestaltung der eigenen
Lebenslagen und der Angebote der Kinder- und Jugendhilfe jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft bzw.
mitzuwirken und sich ggf. beschweren zu können, ist ein der Herkunft ihrer Eltern. Angebote der Kinder- und Ju-
zentraler fachlicher Standard der Kinder- und Jugendhilfe. gendhilfe haben die kulturelle Vielfalt unter jungen Men-
schen zu berücksichtigen. Notwendig sind der Abbau
Das erfordert beteiligungsorientierte Strukturen und Ver- von Zugangshemmnissen, die interkulturelle Öffnung
fahren vorzuhalten und zu entwickeln, die junge Menschen der Einrichtungen und Dienste und die Weiterentwick-
einladen, ihre Anliegen offensiv und wirksam zu vertreten.
lung der Angebotsprofile. Dabei gilt es die besonderen
Möglichkeiten zur Beteiligung zu schaffen, bedeutet auch,
Belange junger Menschen mit Migrationshintergrund
junge Menschen zu ermutigen und zu befähigen, sich einzu-
und jener mit Fluchterfahrung zu berücksichtigen, das
bringen und ihre Interessen zu vertreten. Verantwortungs-
übernahme und das dafür notwendige Selbstvertrauen wol- Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen, die
len erfahren und gelernt sein, sodass es eine Aufgabe der Chancen von Mehrsprachigkeit und Transkulturalität zu
Kinder- und Jugendhilfe darstellt, die hierfür unterstützen- fördern sowie interkulturelles Lernen zu ermöglichen.
den, jeweils altersgerechten Angebote zur Verfügung zu stel- –– Gender Mainstreaming
len und – wo erforderlich – zu entwickeln oder auszubauen.
Die Berücksichtigung unterschiedlicher Belange der Ge-
schlechter mit dem Ziel der tatsächlichen Gleichstellung
5. Teilhabe ist Querschnittsaufgabe in allen Handlungsfeldern der
Neben dem Recht auf Beteiligung haben junge Menschen Kinder- und Jugendhilfe. Der Abbau von Benachteili-
auch ein Recht auf aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Le- gungen aufgrund sexueller Orientierungen und ge-
ben. Teilhabe von jungen Menschen bezieht sich dabei, über schlechtlicher Identität werden bei allen Maßnahmen be-
Teilhabe an formeller Bildung und den Zugang zum Arbeits- sonders berücksichtigt. Es bedarf auch weiterhin starker
markt hinaus, insbesondere auf kulturelle, politische und Impulse zum Ausbau einer geschlechtergerechten, dis-
sportliche Bildung sowie Teilhabe als Bürgerinnen und Bür- kriminierungsfreien Kinder- und Jugendhilfe sowie der
ger. gezielten Berücksichtigung des Gender Mainstreaming in
Im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe bedeutet Teilha- allen Angeboten.
be, neben dem Zugang zu ihren Angeboten, auch die gesell-
schaftlichen Teilhabebedingungen von jungen Menschen 6. Schutz von Kindern und Jugendlichen und
durch ihre Angebote zu verbessern und gesellschaftliche Ex- ­Befähigung zum kritischen Umgang mit Risiken
klusion abzubauen bzw. zu verhindern.
Das Aufwachsen junger Menschen ist begleitet durch eine
Besondere Aufmerksamkeit kommt der Inklusion junger
Reihe von Risiken. Mit ihnen kompetent und konstruktiv
Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, jun-
umzugehen, gehört heute zu den wesentlichen Vorausset-
ger Menschen mit Migrationshintergrund und ggf. Fluchter-
zungen eigenständiger Lebensführung. Deshalb gilt es nicht
fahrung sowie der Berücksichtigung von Geschlechterge-
nur, Kinder und Jugendliche entsprechend ihres Alters vor
rechtigkeit zu.
den unterschiedlichen Risiken und Gefährdungen zu schüt-
–– Inklusion junger Menschen mit Behinderungen und Be- zen, sondern sie auch zu befähigen, soweit zulässig, mit ih-
einträchtigungen nen selbstständig und verantwortungsbewusst umzugehen.
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In unserer Medien- und Wissensgesellschaft sind die schen und Fachkräften Angebote unterbreiten, Europäisie-
Kompetenzen zur Erschließung und Bewertung von Infor- rungs- und Globalisierungsprozesse zu erfahren und sich
mationen, zur Nutzung der medial verfügbaren Ressourcen differenziert mit ihnen auseinanderzusetzen.
sowie der kompetente Umgang mit den Angeboten speziell
Die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen ist eng
auch der digitalen Medien zentrale Schlüsselqualifikationen
verknüpft mit der Befähigung, auf die globalisierte und eu-
und für die Entwicklung der Persönlichkeit von großer Be-
ropäisierte Lebenswirklichkeit überzeugende Antworten in
deutung. Die Vermittlung und Stärkung der Medienkompe-
Bezug auf die eigene Lebensführung und das soziale Umfeld
tenz ist deshalb eine durchgängige Aufgabe der Kinder- und
zu finden. Die europäische und internationale Jugendarbeit
Jugendhilfe.
soll weiterentwickelt werden, um allen jungen Menschen
Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Medien- den Zugang zu grenzüberschreitenden Lernerfahrungen zu
inhalten, die ihre Entwicklung beeinträchtigen, und vor den ermöglichen. Die Erfahrung mit Andersartigkeit hilft, eigene
Gefahren des Missbrauchs von legalen und illegalen Sucht- Ansichten zu reflektieren, Fremdes kennenzulernen und
mitteln sind – ergänzend zu Anpassungen der gesetzlichen Vorurteile abzubauen. Konzepte und Erfahrungen von in-
Bestimmungen – Sensibilisierungs- und Aufklärungsmaß- ternationalen Partnern sollen hierzu eingebunden werden.
nahmen notwendig.
Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist darüber hinaus, 9. Qualitätsentwicklung
den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor (sexualisier-
ter) Gewalt mit wirksamen Schutzkonzepten als zentralem Qualitätsmaßstäbe für die Überprüfung und Weiterentwick-
Qualitätsmerkmal zu gewährleisten und mit Maßnahmen lung der Praxis sollen in diskursiven beteiligungsorientierten
der Prävention, Intervention und Aufarbeitung zu sichern Verfahren entwickelt, festgelegt und kontinuierlich über-
und zu stärken. prüft und angepasst werden. Die Erarbeitung und Überprü-
fung von Qualitätsmaßstäben schließt Verfahren mit ein,
durch die die Beteiligung von jungen Menschen und ihren
7. Stärkung jugendpolitischer Anliegen auf nationaler Familien gewährleistet wird.
und europäischer Ebene
Eigenständige Jugendpolitik nimmt die Lebensphase Jugend
10. Entwicklung von innovativen Konzepten in der
als eigenständigen und prägenden Lebensabschnitt mit eige-
­Kinder- und Jugendhilfe
nen Herausforderungen, Interessen und Bedürfnissen in den
Blick. Eigenständige Jugendpolitik bezweckt Perspektiven Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die An-
und Teilhabemöglichkeiten für alle Jugendlichen und jungen forderungen und Ansprüche an die Kinder- und Jugendhilfe
Erwachsenen, damit sie ihr Leben mit Zuversicht und selbst- entwickeln sich stetig weiter. Durch die Implementierung ei-
bestimmt gestalten können. Besondere Unterstützung bei nes Innovationsfonds werden künftig verstärkt bedarfsge-
erschwerten Bedingungen gehört ebenso dazu wie geeignete rechte und anlassbezogene Anregungen zur fachpolitischen
Verfahren und Strukturen, damit Jugendliche ihre Interessen Weiterentwicklung gegeben. Über die Förderung von fach-
wirksam geltend machen können. Eigenständige Jugendpo- lich innovativen Projekten werden konkrete Konzeptent-
litik erfordert nicht nur ein Zusammenwirken mit der jun- wicklungen für eine moderne Kinder- und Jugendhilfe in
gen Generation selbst, sondern z. B. auch mit Schule, Kin- Deutschland unterstützt, die örtliche und zielgruppenspezi-
der- und Jugendhilfe, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Medien fische Bedarfe gezielt berücksichtigen.
und Wissenschaft. Nicht zuletzt steht dieser Ansatz für eine
bessere Darstellung und Wahrnehmung „der Jugend“ in Po-
litik und Öffentlichkeit. C. Zielstellungen und Anforderungen bei den
­Leistungen und anderen Aufgaben der Kinder- und
Unter dem Dach der Jugendstrategie „Handeln für eine Jugendhilfe
jugendgerechte Gesellschaft“ gehören die Eigenständige Ju-
gendpolitik und die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Zur Sicherung und Stärkung der Kinder- und Jugendhilfe
Deutschland zusammen. Beide Prozesse werden unter Wah- werden in allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugend-
rung der politischen Besonderheiten stärker aufeinander be- hilfe bundeszentrale Verbände und Fachorganisationen ge-
zogen, um Synergieeffekte zu erzielen. Mit der EU-Jugend- fördert, um deren fachliche und verbandliche Funktionen
strategie sollen europäische Identitäten gestiftet, die Lebens- auf Bundesebene zu unterstützen. In allen Bereichen werden
welten und Perspektiven junger Menschen durch grenzüber- über geförderte Maßnahmen Anregungen für eine Weiter-
schreitende Mobilität erweitert, Fachkräfte für europäisches entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe gegeben. Nachfol-
Handeln gewonnen, Politik und Praxis durch europäische gend werden die handlungsfeldspezifischen Zielstellungen
Impulse unterstützt und jugendpolitische Initiativen aus und Anforderungen festgelegt.
Deutschland auf die europäische Ebene transportiert wer-
den.
I. Kinder- und Jugendarbeit
Kinder- und Jugendarbeit beinhaltet soziale, kulturelle, in-
8. Stärkung europäischer und internationaler
terkulturelle und politische Bildung sowie die Gestaltung
­­Begegnungen und Erfahrungen
von Freizeit, in selbst organisierter Form und in von jungen
Internationaler Austausch trägt dazu bei, Wissenshorizonte Menschen gewählten Zusammenschlüssen sowie in beson-
zu öffnen, Handlungskompetenzen in einer globalisierten deren Formen offener Einrichtungen. Ihre Orte sind Plätze
Welt zu erweitern, Mitverantwortung für Frieden, Freiheit der non-formalen und informellen Bildung sowie der geziel-
und soziale Gerechtigkeit zu stärken sowie für den Umgang ten Jugendbildungsarbeit. Zugleich ist Kinder- und Jugend-
mit Diversität zu befähigen. Die Träger sollen daher in allen arbeit ein von unterschiedlichen Trägerinteressen und Ange-
Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe jungen Men- botsformen geprägtes Arbeitsfeld, das inhaltlich, regional
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und trägerspezifisch vielseitig ausgestaltet ist. Als Bildungs- 3. Kinder- und Jugendarbeit im Sport
ort hat die Kinder- und Jugendarbeit eine Qualität entwi-
Die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit im Sport leisten
ckelt, die junge Menschen zusammenführt, ihnen Räume
einen Beitrag zum gesunden Aufwachsen junger Menschen,
gibt, Gelegenheitsstrukturen eröffnet und sie in der Ent-
indem sie Spaß und Freude an körperlicher Bewegung ver-
wicklung ihrer Persönlichkeit fördert.
mitteln und die Entwicklung von Körperkompetenz anre-
Angesichts sich fortlaufend verändernder Rahmenbedin- gen. Die Beteiligung an gemeinsamen sportlichen Aktivitä-
gungen bei Bildungsorten und Zeitressourcen nimmt die ten stärkt zudem das soziale Verhalten und bietet Möglich-
Notwendigkeit der Kooperation von Kinder- und Jugend- keiten, Werte wie Vielfalt und Respekt zu vermitteln und To-
hilfe und Schule zu. Es gilt die Kooperation zu befördern. leranz zu fördern.
Über den KJP werden insbesondere Maßnahmen in den Gemeinsames Ziel all derjenigen, die den Sport in Schulen
folgenden Bereichen gefördert: und Vereinen gestalten, ist es, über möglichst qualifizierte
und attraktive Angebote junge Menschen mit und ohne Be-
hinderungen und Beeinträchtigungen zu motivieren, sich
1. Politische Jugendbildung
dauerhaft sportlich zu betätigen. Gemeinschaftserlebnisse
Die politische Jugendbildung vermittelt jungen Menschen und das Miteinander-Wetteifern stellen wichtige Prinzipien
durch vielfältige Themen und Angebote Kenntnisse über des Sports dar.
politische Zusammenhänge und zeigt ihnen Möglichkeiten
Auch den Bundesjugendspielen kommt bei der Realisie-
der Mitwirkung an gesellschaftspolitischen Prozessen. Sie
hat zum Ziel, demokratisches Bewusstsein und politische rung dieser Zielsetzung eine wesentliche Rolle zu. Sie sollen
Teilhabe von jungen Menschen zu fördern und sie zu befähi- dazu beitragen, junge Menschen für ein sportliches Engage-
gen, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der demokrati- ment zu gewinnen.
schen Kultur zu leisten.
Die Pluralität und Vielfalt einer demokratischen Gesell- 4. Kinder- und Jugendverbandsarbeit
schaft kommt in diesem Feld durch ein breites Spektrum von Kinder- und Jugendverbände sind selbstorganisierte Zusam-
Organisationen und Einrichtungen zum Ausdruck, deren menschlüsse von jungen Menschen. Die Arbeit in Kinder-
bundeszentrale Aufgaben aus Mitteln des KJP gefördert und Jugendgruppen, auf Freizeiten oder in offenen Angebo-
werden. Diese bundeszentral organisierte Praxis politischer
ten ist insbesondere durch ehrenamtliches Engagement,
Jugendbildung wird durch Dach- und Fachverbände, bil-
Freiwilligkeit der Teilnahme und der Möglichkeit einer un-
dungsbezogene Initiativen und Vereine, Akademien und Bil-
mittelbaren Ausgestaltung der Angebote geprägt und setzen
dungsstätten sowie thematisch spezialisierte Fachstellen ge-
an den Bedürfnissen und Interessen junger Menschen an.
staltet. Deren Aufgabenschwerpunkte liegen zum einen in
Ein Ziel jugendverbandlicher Arbeit ist es, junge Menschen
Auf- und Ausbau bundesweiter Kommunikations- und Ko-
zu befähigen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und zi-
operationsstrukturen, zum anderen in der fachlichen und
vilgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
konzeptionellen Weiterentwicklung sowie einer fachlich
qualifizierten Umsetzung politischer Jugendbildung. Die Struktur der Kinder- und Jugendverbandsarbeit auf
Bundesebene spiegelt die Vielfalt thematischer Interessen so-
wie weltanschaulicher Bezüge wider. Der KJP fördert in die-
2. Kulturelle Jugendbildung sem Bereich die Arbeit bundeszentraler Jugendverbände so-
Angebote kultureller Bildung schaffen für junge Menschen wie gemeinsamer Dachverbände und Arbeitsgemeinschaf-
aktive und rezeptive Zugänge zu ästhetischen, künstleri- ten. Die bundeszentrale Infrastruktur soll die Entschei-
schen und kulturellen Ausdrucksformen, fördern ihre eigene dungs- und Handlungsfähigkeit in den Jugendverbänden
ästhetisch-kulturelle Praxis und befähigen sie, sich die Welt herstellen und die Voraussetzungen zur Gewährleistung,
über Kunst und Kultur differenziert zu erschließen sowie Unterstützung und fachlichen Weiterentwicklung selbstor-
sich aktiv gesellschaftlich zu engagieren. Sie fördern die ge- ganisierter Jugendarbeit schaffen. Zudem vertreten die Ju-
sellschaftliche Teilhabe junger Menschen sowie gleicherma- gendverbände die Interessen junger Menschen gegenüber
ßen personale, soziale und methodische Kompetenzen. Die der Politik und gestalten mit dieser gemeinsam die Jugend-
Landschaft der kulturellen Kinder- und Jugendbildung um- politik auf Bundesebene.
fasst alle künstlerischen Sparten und Formen ästhetisch-kul-
tureller Praxis. Die Kulturelle Jugendbildung zeichnet sich
durch vielfältige Angebotsformen, Bildungsorte, Zugangs- 5. Internationale Jugendarbeit
formen und Zielgruppen aus. Die europäische und internationale Jugendarbeit ist integra-
Neben bundesweiten Angeboten der kulturellen Teilhabe ler Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe und gleichzeitig
von jungen Menschen (Festivals, Wettbewerbe, Preise, Ju- Teil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Internati-
gendorchester etc.) werden über den KJP die bundeszentra- onale Jugendarbeit ermöglicht die Begegnung junger Men-
len Fachverbände, Akademien und Fachzentren sowie deren schen aus verschiedenen Ländern, den Erfahrungsaustausch
Dachverband gefördert. Die Fachorganisationen sollen fach- von Fachkräften sowie die Zusammenarbeit von Trägern der
liche Unterstützung, Qualifizierung und Weiterentwicklung Kinder- und Jugendhilfe über nationale Grenzen hinaus. Sie
in den jeweiligen Sparten bieten. Die kulturelle Jugendbil- trägt bei zur Erweiterung der persönlichen und beruflichen
dung wird auf der Bundesebene spartenübergreifend durch Erfahrungen, zum Erwerb von Wissen und Kompetenzen,
Vernetzung sowie die fachliche und fachpolitische Vertre- zur Entwicklung und Festigung von tolerantem und solida-
tung der Kinder- und Jugendhilfe gestärkt und gesichert so- rischem Handeln, zur Prävention gegenüber Extremismus
wie darüber hinaus auch gegenüber Partnern in der Kultur- und Fremdenfeindlichkeit und eröffnet Wege, mit den An-
und Bildungspolitik vertreten. forderungen der Globalisierung umzugehen.
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Durch den KJP soll die europäische und internationale Ju- deutschen Sprache und ergänzende Unterstützung erhalten.
gendarbeit von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und ih- Diese Maßnahmen der Sprachförderung sollen junge Men-
ren Zusammenschlüssen auf Bundesebene in Form von Kin- schen dazu befähigen, die Hochschulreife zu erwerben, ein
der- und Jugendbegegnungen und Fachkräfteprogrammen Hochschulstudium aufzunehmen oder eine im Herkunfts-
sowie entsprechender Informationen und erforderlicher Inf- land begonnene Hochschulausbildung in Deutschland fort-
rastruktur gefördert werden. zusetzen.
Die Träger der Kinder- und Jugendhilfe sollen verstärkt
solche jungen Menschen in Deutschland an internationale III. Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und
Projekte heranführen, die sonst kaum Möglichkeiten für
Kindertagespflege
entsprechende Erfahrungen haben. Für junge Menschen wie
Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sollen die Zugänge Kindertageseinrichtungen und Angebote der Kindertages-
zu internationalen Begegnungsformen verbessert und Hin- pflege eröffnen Kindern bis zum Abschluss der Grundschu-
dernisse abgebaut werden. le neben der Familie Möglichkeiten der Bildung, Erziehung
und Betreuung. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung und
-pflege soll mit bundeszentralen Maßnahmen im KJP aktiv
II. Jugendsozialarbeit und Integration
unterstützt werden, um die Qualität der Bildung, Erziehung
1. Jugendsozialarbeit und Betreuung von Kindern zu verbessern und Rahmenbe-
dingungen zu schaffen, so dass alle Kinder frühe Bildungs-
Die Förderung gesellschaftlicher Teilhabe aller jungen Men- chancen erhalten und Eltern in ihrer Erziehungsverantwor-
schen steht im Zentrum der Jugendsozialarbeit. Um soziale tung effektiv unterstützt werden.
Benachteiligungen auszugleichen und individuelle Beein-
trächtigungen zu überwinden, begegnet Jugendsozialarbeit Über den KJP sollen geeignete Forschungs- und Modell-
den unterschiedlichen, teilweise prekären Lebenslagen von projekte über Zukunftsfragen der Kindertagesbetreuung ge-
jungen Menschen mit niedrigschwelligen, passgenauen, fördert werden. Im Rahmen eines fortlaufenden Monito-
schul- und arbeitsweltbezogenen sowie sozialräumlich ori- rings soll der Forschungsstand unter Einbezug der Bildungs-
entierten Ansätzen und Angeboten. berichte und Berichte zur Evaluierung des Kinderförde-
Jugendsozialarbeit auf Bundesebene hat den Auftrag, jun- rungsgesetzes dargestellt werden. Zudem sollen Erkenntnis-
gen Menschen individuell zugeschnittene Hilfen zur Über- se aus der internationalen Forschung sowie die Erfahrungen
windung sozialer Benachteiligungen und/oder individueller mit frühkindlichen Bildungs- und Betreuungssystemen und
Beeinträchtigungen anzubieten. Die jungen Menschen sollen deren Weiterentwicklung in anderen Ländern aufgearbeitet
soweit aktiviert und gestärkt werden, dass ihnen eine alters- und genutzt werden.
gerechte soziale Integration gelingt und sie schulische Her-
ausforderungen meistern und berufliche Ziele verwirklichen
IV. Hilfen für Familien, junge Menschen, Eltern und
können.
­andere Erziehungsberechtigte
Jugendsozialarbeit fördert Chancengerechtigkeit und tritt
Diskriminierung und Ausgrenzung vor allem am Übergang 1. Frühe Förderung und weitere Hilfen für Familien
von der Schule in den Beruf und im Bildungs- und Berufsbil- und Erziehungsberechtigte
dungssystem entgegen. Sie stärkt und begleitet junge Men- Ziel der bundeszentralen Angebote früher Förderung ist es,
schen bei ihrem Weg von der Schule in die Arbeitswelt und die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in-
befähigt sie zu einem selbstständigen Leben. Die notwendige nerhalb der Familie und im gesellschaftlichen Umfeld früh-
fachliche Kooperation angrenzender Systeme und Einrich- zeitig und nachhaltig zu verbessern. Neben der Begleitung in
tungen der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik er- Alltagsfragen zielen sie auf die Förderung und Stärkung der
fährt bei der Integration von jungen Menschen und Familien
Beziehungs- und Erziehungskompetenzen von (werden-
mit Fluchterfahrung eine wichtige neue Bedeutung.
den) Müttern und Vätern. Angebote zur Unterstützung von
Eltern und zur Stärkung der Erziehungskompetenz sollen
2. Integration junger Menschen mit Migrations­ sowohl allgemein familienbildend angelegt als auch in Bezug
hintergrund auf besondere Problem- und Förderkonstellationen ausge-
staltet sein.
Durch Integrationsangebote zielt der KJP auf eine Erhö-
hung der Chancengerechtigkeit und Verbesserung gesell- Kinder müssen von Anfang an faire Chancen auf eine ge-
schaftlicher Teilhabe junger Menschen mit Migrationshin- sunde Entwicklung haben und wirksam vor Gewalt und
tergrund. Gefördert wird eine bundesweite Infrastruktur auf Vernachlässigung geschützt werden. Durch Frühe Hilfen
lokaler Ebene, die – in Form von Jugendmigrationsdiensten sollen für Eltern bereits in der Phase der Schwangerschaft
und weiteren Integrationsprojekten – eine flächendeckende und in den ersten drei Lebensjahren des Kindes nieder-
Beratungs- und Angebotsstruktur für junge Migrantinnen schwellige Unterstützungsangebote zur Verfügung gestellt
und Migranten zur Verfügung stellt, um diese bei der sozia- werden. Die Interdisziplinarität der Frühen Hilfen erfordert
len, sprachlichen, schulischen und beruflichen Integration eine enge Kooperation aller befassten Berufsgruppen, Insti-
zu unterstützen. Vor allem in Form der Netzwerkarbeit tutionen und Verantwortungsträger und die Bildung ver-
kommt den Jugendmigrationsdiensten zusätzlich eine ju- bindlicher Netzwerke.
gendpolitische, strukturbildende Funktion zu.
2. Hilfen zur Erziehung und Teilhabe am Leben in der
Darüber hinaus sollen junge Asylberechtigte und junge
Gesellschaft
ausländische Flüchtlinge sowie Spätaussiedlerinnen und
Spätaussiedler, aufbauend auf den Integrationskursen nach Der Auftrag der ganzheitlichen Förderung der Entwicklung
dem Aufenthaltsgesetz, Sprachförderung zum Erlernen der junger Menschen (einschließlich der Stärkung der Erzie-
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hungskompetenz ihrer Eltern) nimmt alle Kinder und Ju- brauch und die Ziele des Aktionsplans 2011 der Bundesre-
gendlichen in den Blick. gierung zum Schutz von jungen Menschen vor sexualisierter
Gewalt und Ausbeutung unterstützen. Es sollen Maßnah-
Ausgerichtet am Leitbild der sozialen Inklusion soll sich
men gefördert werden, die in erster Linie der Entwicklung
die KJP-Förderung daran orientieren bei den bundeszentra-
von Schutzkonzepten in Einrichtungen, insbesondere der
len Verbänden und Fachorganisationen sowie bei den in die-
Fachkräftequalifizierung in Schule, Kinder- und Jugendhilfe
sem Kontext durchgeführten Bundesmodellprojekten und
und Behindertenhilfe, der Stärkung der Kinderrechte und
-programmen auf die Gestaltung eines Leistungssystems,
der direkten Ansprache und Beteiligung von Kindern und
das in seinen rechtlichen Grundlagen ebenso wie in den fak-
Jugendlichen, der Verbesserung der Beratungs- und Hilfe-
tischen Bedingungen der Rechtsumsetzung die Vorausset-
strukturen für Betroffene und der Verhinderung der sexuel-
zung für die gemeinsame Nutzung und gesellschaftliche
len Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im nationa-
Teilhabe durch heterogene Gruppen junger Menschen
len wie im internationalen Kontext dienen. Dazu ist es auch
schafft und damit ihre Vielfalt als Normalität begreift.
wichtig, aktuelle Datengrundlagen zu schaffen und Ursa-
Impulse, Anregungen und Erprobungen von Leistungs- chen und Folgen sexualisierter Gewalt an allen Geschlech-
settings bzw. -arten, Leistungselementen und Leistungs- tern zu untersuchen.
kombinationen in ambulanter, teilstationärer und stationärer
b) Jugendmedienschutz/Gutes Aufwachsen mit digitalen
Form sollen den Bedarfslagen junger Menschen und ihrer
Familien entsprechen und damit auch sozial effizient sein. Medien
Im Hinblick auf die Entwicklung von Kindern und Jugend- Digitale Medien prägen das Aufwachsen von jungen Men-
lichen kommt hierbei Leistungen zu deren Erziehung eine schen in Freizeit, Kommunikation und Bildung. Sowohl bei
besondere Bedeutung zu, die vor allem als Leistungen zur den Internetangeboten als auch im Nutzungsverhalten von
Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern umzusetzen Kindern und Jugendlichen überwiegen internationale Platt-
sind. Eine stärkere Sozialraumorientierung unterstützt die formen des Web 2.0. Junge Menschen sollen befähigt wer-
engere Anbindung der Leistungsangebote an die Lebensorte den, Medien ihrem Alter entsprechend selbstbestimmt, ver-
der jungen Menschen. Individualleistungen sollen mit Infra- antwortungsbewusst, kritisch und kreativ zu nutzen.
strukturangeboten und auch Gruppenangeboten verknüpft
werden; niedrigschwellige, unmittelbare Leistungszugänge Dies stellt besondere Anforderungen an die Unterstüt-
sollen sichergestellt werden. zung von Familien und Fachkräften in der Medienerziehung
sowie an die Zukunftsfähigkeit des Jugendmedienschutzes.
Der Weiterentwicklung von strukturellen Planungsinstru- Kinder- und Jugendpolitik steht vor der Aufgabe, den Ju-
menten kommt – gerade auch in Bezug auf spezifische Be- gendmedienschutz zu modernisieren, damit er neue Medie-
darfslagen wie der von jungen Menschen mit Behinderun- nentwicklungen berücksichtigt, international anschlussfähig
gen/Beeinträchtigungen oder jungen Flüchtlingen – beson- ist und im Familienalltag besteht.
dere Bedeutung zu.
Deshalb sollen Maßnahmen zur Information von Kin-
Wesentlicher Gegenstand der KJP-Förderung soll auch dern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften sowie modell-
die Wahrnehmung des Schutzauftrags bei Kindswohlgefähr- hafte Maßnahmen, die fortlaufend den inhaltlichen, struktu-
dung durch die öffentliche und freie Kinder- und Jugendhil- rellen und technischen Entwicklungen der Medienwelt und
fe in sämtlichen Handlungsfeldern und Leistungsprozessen, dem aktuellen Nutzungsverhalten von Kindern und Jugend-
in präventiver und intervenierender Form sein. lichen anzupassen sind, verstärkt gefördert werden. Die Pro-
Sofern Leistungen anderer Leistungsträger oder die Struk- jekte sollen die Medienerziehungskompetenz von Eltern
turförderung anderer Systeme vorranging sind, bezieht sich und Fachkräften stärken, altersgerechte und gute Medienan-
der Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene gebote für Kinder und Jugendliche unterstützen und den
und damit auch die KJP-Förderung auf die Sicherstellung ei- kreativen und eigenverantwortlichen Umgang mit Medien
ner funktionierenden Kooperation und Vernetzung mit an- fördern.
deren für das Wohlergehen junger Menschen zuständiger Die Förderung von Maßnahmen zur Stärkung von Medi-
Systeme sowie der reibungslosen Gestaltung von Übergän- enkompetenz erfolgt vor dem Hintergrund verfügbarer me-
gen zwischen den Systemen. Von besonderer Bedeutung dienpädagogischer Ansätze und hat das Ziel, diese entspre-
hierbei sind die Schnittstellen zum Gesundheitswesen, dem chend der aktuellen Entwicklungen zu überprüfen sowie da-
Bildungssystem (Schule), der Eingliederungshilfe und der raus innovative Weiterentwicklungen abzuleiten. Deshalb
Arbeitsverwaltung. Aber auch der Zusammenarbeit mit dem sollen über den KJP anlassbezogen auch Forschungsvorha-
Familien- und dem Jugendgericht kommt mit Blick auf ein ben und der regelmäßige wissenschaftliche Austausch zu ak-
konzertiertes Zusammenwirken für das Wohl der Kinder tuellen Fragen der Mediennutzung in der Familie und medi-
und Jugendlichen eine herausragende Rolle zu. enpädagogischen Praxis gefördert werden.
c) Gesetzlicher Jugendschutz
3. Schutz und Stärkung junger Menschen
Im Bereich des Jugendschutzes sind Eltern und Erziehungs-
Auf allen Verantwortungsebenen in der Kinder- und Ju- verantwortliche gefragt, aber auch alle anderen Personen, die
gendhilfe ist der Schutz von jungen Menschen ein zentrales für den Schutz von jungen Menschen verantwortlich sind.
Anliegen, das sich vorrangig in folgenden drei Schwerpunk- Dies bezieht die Sensibilisierung für gesetzliche Zugangs-
ten konkretisiert: und Abgabebestimmungen (z. B. von altersgekennzeichne-
ten Bildträgern, Alkohol, Tabak und E-Shishas) und die För-
a) Schutz vor (sexualisierter) Gewalt
derung der Akzeptanz bei der Umsetzung, nicht zuletzt bei
Der KJP soll die Umsetzung eines Gesamtkonzeptes für den Gewerbetreibenden und Handel, ein. Aus dem KJP sollen
Schutz von jungen Menschen vor sexueller Gewalt, die daher Maßnahmen gefördert werden, welche die Jugend-
Empfehlungen des Runden Tisches sexueller Kindesmiss- schutzregelungen bei allen Zielgruppen bekannt machen
Seite 816 GMBl 2016 Nr. 41

und dafür sorgen, dass rechtliche Regelungen zum Jugend- Rahmenvereinbarung über die kinder-
schutz von allen Verantwortlichen konsequent eingehalten und jugendpolitische Zusammenarbeit
werden.
geschlossen.

Anlage 2
I. Inhalt und Ziel
Anhang 1
Die Rahmenvereinbarung nach Nr. III.2 (2) RL-KJP wird als
öffentlich-rechtlicher Vertrag (§ 54 VwVfG) geschlossen.
Verfahrensprofil
Sie dient der längerfristigen Umsetzung gemeinsamer kin-
Rahmenvereinbarungen der- und jugendpolitischer Schwerpunkte in der freien Kin-
der- und Jugendhilfe als Instrument zu deren partnerschaft-
Zur Fortentwicklung einer kohärenten partnerschaftlichen lichen Planung, Gestaltung und Steuerung sowie Verfahren
Planung, Gestaltung und Steuerung sowie zur Modernisie- der Qualitätsentwicklung.
rung der Finanzierungsinstrumente sollen „Rahmenverein-
barung über die kinder- und jugendpolitische Zusammenar-
beit“ als Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium II. Aufgabe des Bundes
(Zuwendungsgeber) und den bundeszentralen Verbänden
Mit dem KJP und der damit verbundenen Förderung bun-
und Fachorganisationen in der Infrastrukturförderung (Zu-
desweit agierender Träger kommt die Bundesregierung ih-
wendungsempfänger) abgeschlossen werden.
rem gesetzlichen Auftrag nach, die Tätigkeit der Kinder-
und Jugendhilfe, insbesondere gemäß § 83 SGB VIII, anzu-
1. Funktion/Einordnung regen und zu fördern.

Zuwendungsrechtlich handelt es sich bei der Rahmenverein- Die Erreichung der im SGB VIII genannten Ziele wird
barung um einen öffentlich-rechtlichen Vertrag (§  54 unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips mit den freien Trä-
VwVfG), der zwischen dem Zuwendungsgeber und dem gern der Kinder- und Jugendhilfe vereinbart.
Zuwendungsempfänger auf der Grundlage des SGB VIII Der Bund achtet die Selbständigkeit und die Selbstverant-
und den Richtlinien zum KJP geschlossen wird. wortung der Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe in
Das Förderinstrument Rahmenvereinbarung soll die län- besonderem Maße und gewährleistet die Erreichung der Zie-
gerfristige Umsetzung gemeinsamer kinder- jugendpoliti- le des SGB VIII durch die Förderung der bundeszentralen
scher Schwerpunkte in der freien Kinder- und Jugendhilfe Träger.
auf der Grundlage des SGB VIII unter Achtung des Grund-
satzes der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der Trä-
III. Aufgabe des Trägers/übergreifende Zielstellung
gerautonomie (§ 4 SGB VIII) sichern und stärken.
[Darstellung der satzungsgemäßen Aufgaben des Trägers in
Die Rahmenvereinbarung dient einer verbesserten Nut-
Bezug auf die kinder- und jugendpolitischen Schwerpunkte
zung der finanziellen Ressourcen des KJP und der Eigenmit-
des Bundesministeriums im Rahmen der KJP-geförderten
tel der Träger durch eine flexible Mittelbewirtschaftung und
Leistungen und Aufgaben in der bundeszentralen Kinder-
Verwaltungsvereinfachung. Durch das vereinfachte Antrags-
und Jugendhilfe als Beitrag zur Schaffung und Sicherung ei-
verfahren entfallen i. d. R. unterjährige Umwidmungen.
ner pluralen bundeszentralen Infrastruktur]
Dieser Vertrag wird konkretisiert durch den jährlich zu
Zuordnung der geförderten Maßnahmen zu den Handlungs-
erteilenden Zuwendungsbescheid. Aus der Rahmenverein-
feldern in der Kinder- und Jugendhilfe:
barung folgt kein einklagbarer Anspruch auf Förderung.
¨ Kinder- und Jugendarbeit und Außerschulische Jugend-
bildung
2. Muster für eine Rahmenvereinbarung über die
kinder- und jugendpolitische Zusammenarbeit ¨ Jugendsozialarbeit
¨ Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kin-
Rahmenvereinbarungen dertagespflege
Zwischen ¨ Schutz von Kindern- und Jugendlichen, Förderung der
Erziehung in der Familie, Hilfen zur Erziehung
der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und ¨ Weitere bundeszentrale Aufgaben der Kinder- und Ju-
Jugend, gendhilfe.
Glinkastr. 24, 10177 Berlin,
im Folgenden Bundesministerium genannt,
IV. Jahresplanungsgespräche
und
Die Jahresplanungsgespräche sind ein zentrales fachpoliti-
Träger sches und zuwendungsrechtliches Steuerungsinstrument
[Adresse] der „Rahmenvereinbarung über die kinder- und jugendpoli-
im Folgenden […] oder Träger genannt, tische Zusammenarbeit“.
wird auf der Grundlage des Achten Buches Sozialgesetz- In den Jahresplanungsgesprächen werden vor dem Hin-
buch – Kinder- und Jugendhilfe – (SGB VIII) und des Kin- tergrund der in den Vorjahren gemeinsam vereinbarten in-
der- und Jugendplan des Bundes (KJP) folgende haltlichen Ziele die Sachberichte ausgewertet, der Umset-
Nr. 41 GMBl 2016 Seite 817

zungsstand der geförderten Maßnahme erörtert und weitere lichkeit, weitere Fördermittel nach Nr. III.3, 4 und 5 der
für die Förderung vorgesehene Ziele und Schwerpunkte be- RL-KJP außerhalb dieser Vereinbarung zu beantragen.
raten und festgelegt.
In den Jahresplanungsgesprächen werden Themen von be- VIII. Förderverfahren
sonderer fach- und förderpolitischer Bedeutung behandelt.
Die Ausrichtung und Perspektiven des KJP-Leitbildes sind 1. Die Förderung erfolgt durch jährlichen Bewilligungsbe-
einzubinden. scheid auf Grundlage der §§ 23, 44 Bundeshaushaltsord-
nung (BHO), der dazu erlassenen Allgemeinen Verwal-
Die Durchführung folgt dem Verfahrensprofil Jahrespla- tungsvorschriften zur BHO, der Allgemeinen Nebenbe-
nungsgespräche. stimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung
(ANBest-P), der BNBest-mittelbarer Abruf BMFSFJ,
V. Fördergrundsätze des SGB VIII, der Richtlinie des KJP, dieser Rahmenver-
einbarung und auf schriftlichen Antrag einschließlich des
Die Förderung folgt den allgemeinen Förderzielen und Auf- Ergebnisprotokolls über das Jahresplanungsgespräch.
gaben des KJP, die in dem KJP-Leitbild und in den RL-KJP
festgelegt sind. 2. Der Antrag wird an die Bewilligungsbehörde gerichtet
und enthält die Höhe der beantragten Förderung für die
Das Bundesministerium entscheidet jährlich auf der in Abschnitt III. aufgeführten KJP-Handlungsfelder. Ein
Grund­lage des Jahresplanungsgespräches und des Antrags vorzeitiger Maßnahmebeginn oder Abweichungen vom
über die Förderung. regelmäßigen Förderzeitraum sind rechtzeitig zu bean-
Aus der Rahmenvereinbarung folgt kein einklagbarer An- tragen.
spruch auf Förderung. 3. Bewilligungsbehörde ist das Bundesministerium oder
eine von ihm beauftragte Stelle.
VI. Bestandteile des Antrags 4. Der Träger wird ermächtigt, Mittel auf der Grundlage ei-
Der Antrag auf Zuwendung besteht aus dem Stammblatt nes Weiterleitungsvertrages gemäß VV Nr.  12.5 zu
(Formblatt S), einer zahlenmäßigen Aufstellung der bean- § 44 BHO weiterzuleiten. Das Verfahrensprofil Zentral-
tragten Förderung (Formblatt A) sowie dem Ergebnisproto- stellenverfahren findet Anwendung.
koll des Jahresplanungsgespräches. Dieser ist vor Beginn des
Förderjahres fristgerecht gem. Nr. VII.1 RL-KJP beim Bun- IX. Nachweis- und Berichtswesen
desministerium oder der von ihm bestimmten Behörde ein-
zureichen. 1. Der Verwendungsnachweis ist entsprechend Nr. VII. 4
der RL-KJP vorzulegen. Das Verfahrensprofil Sachbe-
richt findet Anwendung.
VII. Umfang der Förderung
2. Daten zu den unter Punkt III. genannten KJP-Hand-
1. Die Förderung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass Förder- lungsfeldern werden vom Träger erhoben und dem Bun-
mittel zur Verfügung stehen. desministerium jährlich bis zum 30. Juni mitgeteilt. Die
2. Die Höhe der jährlichen Zuwendung wird unverzüglich im Einzelnen zu erhebenden Daten werden im Rahmen
nach Verabschiedung des Bundeshaushaltes festgelegt. der Jahresplanungsgespräche festgelegt.
Die Festlegung der Zuwendungshöhe zu den einzelnen 3. Eine Rücklagenbildung ist nicht zulässig, vgl. Subsidiari-
in III. genannten KJP-Handlungsfeldern erfolgt unter tätsgrundsatz in § 23 BHO.
Berücksichtigung der im jeweils vorangegangenen Haus-
haltsjahr gewährten Zuwendungen.
X. Sonstiges
Sofern die Vorlage von Verteilvorschlägen mit einer Trä-
gergruppe vereinbart ist, wird dieser bei der Festlegung 1. Nebenabsprachen bedürfen der Schriftform.
der Höhe der Zuwendungen berücksichtigt. 2. Wird die Zuwendung nicht für den in diesem Vertrag
3. Umfang und Art der Zweckbindung der Mittel werden festgelegten Zweck verwendet oder erfüllt der Zuwen-
jährlich im Jahresplanungsgespräch vereinbart. Soweit dungsempfänger andere Verpflichtungen aus diesem Ver-
Beträge für die einzelnen KJP-Handlungsfelder und/ trag nicht, so hat der Zuwendungsgeber neben seinen
oder Personalkosten/Aktivitäten innerhalb der bundes- Ansprüchen auf Erfüllung, Schadenersatz wegen Nicht-
zentralen Infrastruktur (vgl. Nr. VI. RL-KJP) etc. verein- erfüllung und positiver Vertragsverletzung das Recht,
bart wurden, sind diese im Bewilligungsbescheid auszu- vom Vertrag zurückzutreten. Das Rücktrittrecht besteht
weisen. Dies gilt ebenso für Vereinbarungen zur gegen- auch, wenn der Zuwendungsempfänger die Zuwendung
seitigen Deckungsfähigkeit der Zweckbindungen. durch Angaben erwirkt hat, die in wesentlicher Bezie-
hung unrichtig oder unvollständig waren, insbesondere,
4. Die geförderten Personalkosten dürfen den im Jahrespla- wenn er zuwendungserhebliche Tatsachen verschwiegen
nungsgespräch festgelegten Anteil der Gesamtbewilli- hat. Zuwendungserheblich sind Tatsachen, von denen die
gungssumme nicht überschreiten. Der Personalkosten- Bewilligung, Gewährung, Rückforderung, Weitergewäh-
anteil darf maximal 90 Prozent betragen. rung oder das Belassen einer Zuwendung abhängig sind.
5. Die Förderung weiterer Aktivitäten aus dem KJP ist Tritt das Bundesministerium vom Vertrag zurück oder
durch diese Vereinbarung nicht ausgeschlossen. Für die wird der Vertrag infolge Eintritts einer auflösenden Be-
verschiedenen KJP-Handlungsfelder besteht die Mög- dingung unwirksam, so hat der Zuwendungsempfänger
Seite 818 GMBl 2016 Nr. 41

die ohne Rechtsgrund erhaltene Zuwendung zu erstatten. –– Vorstellung der aktuellen jugend- und förderpolitischen
Der Erstattungsanspruch ist mit fünf Prozentpunkten Schwerpunkte des Ministeriums,
über dem Basiszinssatz nach § 247 BGB jährlich zu ver-
–– Vereinbarung über die inhaltlichen Ziele im Folgejahr
zinsen. Von der Zinsforderung kann abgesehen werden,
und die für eine Förderung vorgesehenen Aktivitäten,
wenn der Zuwendungsempfänger die Umstände, die zum
Rücktritt oder der Unwirksamkeit des Vertrages geführt –– Identifizierung von Themen oder Fragestellungen zur
haben, nicht zu vertreten hat und er die Erstattung inner- weiteren Behandlung in der handlungsfeldspezifischen
halb der festgesetzten Frist leistet. Arbeitsgruppe (HsAG) oder der handlungsfeldübergrei-
fenden Arbeitsgruppe (HüAG).

XI. Inkrafttreten und Geltungsdauer Die Jahresplanungsgespräche finden regelmäßig jeweils im


zweiten Halbjahr statt. Das Bundesministerium lädt alle be-
Diese Vereinbarung tritt mit Wirkung vom 1. Januar 20XX teiligten Akteure frühzeitig ein. Dies gilt insbesondere für
in Kraft. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monaten zum Jahresplanungsgespräche mit Trägern, die in mehreren
Ende des Kalenderjahres. Handlungsfeldern tätig sind. Die Dauer der Jahresplanungs-
[…], den […], den gespräche hat das geförderte Aufgabenspektrum des Trägers
angemessen zu berücksichtigen. Auf eine detaillierte Vor-
............................................ ...................................................... stellung aller einzelnen Aktivitäten kann verzichtet werden.
Unterzeichnende/r Träger Unterzeichnende/r Die Jahresplanungsgespräche sind so zu gestalten, dass sie
(Bundesministerium) die in den RL-KJP begründete partnerschaftliche Zusam-
menarbeit zwischen dem Bundesministerium als Zuwen-
Anhang 2 dungsgeber und dem Träger als Zuwendungsempfänger un-
terstützen und fördern. Die Sitzungsleitung obliegt der Re-
Jahresplanungsgespräche
feratsleitung bzw. Vertretung des für die Bewilligung fach-
Die Jahresplanungsgespräche sind ein zentrales fachpoliti- lich zuständigen Referates im Bundesministerium. Die regel-
sches und zuwendungsrechtliches Steuerungsinstrument mäßige Teilnahme der bewilligenden Behörde1 sowie des ge-
der „Rahmenvereinbarung über die kinder- und jugendpoli- hobenen Dienstes (Sachbearbeitungen) des Bundesministe-
tische Zusammenarbeit“. riums sind sicherzustellen.

In den Jahresplanungsgesprächen werden vor dem Hin- Der Träger legt zwei Wochen vor dem Jahresplanungsge-
tergrund der in den Vorjahren gemeinsam vereinbarten in- spräch einen Gesprächsführungsvorschlag mit den wesentli-
haltlichen Ziele die Sachberichte ausgewertet, der Umset- chen Angaben zu den Zielen und Vorhaben des Folgejahres
zungsstand der geförderten Maßnahmen erörtert und weite- vor. Soweit im Jahresplanungsgespräch des Vorjahres eine
re für die Förderung vorgesehene Ziele und Schwerpunkte Vereinbarung zur Vorlage von spezifischen Daten getroffen
beraten und festgelegt. wurde, sind diese beizufügen.

In den Jahresplanungsgesprächen werden Themen von be- Zur Sicherung der Ergebnisse aus dem Jahresplanungsge-
sonderer fach- und förderpolitischer Bedeutung behandelt. spräch und als verbindliches Dokument als Teil der Antrags-
Die Ausrichtung und Perspektiven des Leitbildes zum KJP stellung wird ein Ergebnisprotokoll erstellt. Der Träger
sind einzubinden. stimmt das Ergebnisprotokoll, das auf der Grundlage des
Gesprächsführungsvorschlages und der im KJP-Leitbild
Die Jahresplanungsgespräche umfassen: vorgegebenen Schwerpunkte erstellt wird, mit dem Bundes-
–– Kurzbericht des Trägers über die Umsetzung der geför- ministerium ab. Das Ergebnisprotokoll umfasst in der Regel
nicht mehr als vier Seiten (ohne Präsentation2).
derten Maßnahmen sowie die Ziele und Schwerpunkte
seiner Arbeit im Vorjahr (gem. Verwendungsnachweis
Anhang 3
und Sachbericht, Daten gem. IX.2 der RV)
–– Darstellung der Prüfung des Bundesministeriums zur zu- Sachberichte
wendungsrechtlichen und fachpolitischen Erfolgskont- Der Sachbericht stellt ein wesentliches Instrument für die
rolle sowie zur Bewertung des Sachberichtes und Ver- Darstellung und Prüfung über die Einhaltung der zuwen-
wendungsnachweises, dungsrechtlichen Anforderungen dar. Als Teil des Verwen-
dungsnachweises nach VV Nr. 10.2 zu § 44 BHO stellt er –
–– Erörterung von innerverbandlichen Entwicklungen
neben dem zahlenmäßigen Nachweis – als inhaltlicher Nach-
(Größe, Struktur etc.) sowie, soweit zutreffend, der Er-
weis die Tätigkeit des Zuwendungsempfängers sowie das er-
füllung der Zentralstellenfunktion,
zielte Ergebnis dar. Dies dient im Kontext der zuwendungs-
–– Kurzbericht des Trägers und Austausch über die im lau- rechtlichen Ausgestaltung sowie materiell der Planung, Ge-
fenden Jahr geförderten und vereinbarten Schwerpunkte staltung und Steuerung kinder- und jugendpolitischer
sowie zu den darüber hinaus stattfindenden verbandli- Schwerpunktthemen in der partnerschaftlichen Zusammen-
chen Aktivitäten (Verlaufskontrolle), arbeit von Bundesministerium und den Zuwendungsemp-
fängern und unterstützt dabei auch die innerverbandliche
–– Bericht des Trägers zur Umsetzung seiner satzungsgemä- Steuerungsfunktion der Zentralstellen.
ßen Aufgaben in Verbindung mit den kinder- und ju-
gendpolitischen Schwerpunkten des Bundesministeri- 1 BAFzA, BVA oder BAMF
ums sowie zu den darüber hinaus stattfindenden ver- 2 Der Träger kann für das Jahresplanungsgespräch eine Präsentation vorbe-
bandlichen Aktivitäten im kommenden Jahr, reiten, die dem Ergebnisprotokoll als Anlage beigefügt wird.
Nr. 41 GMBl 2016 Seite 819

In diesem Kontext sollen bei der auf einen längeren Zeit-


raum angelegten bundeszentralen Infrastrukturförderung:
–– die Zugehörigkeit, Aufgaben und Funktion des Trägers
in Bezug auf das KJP-Leitbild sowie
–– perspektivische Entwicklungspotenziale des Handlungs-
feldes oder der Handlungsfelder
dargestellt werden.
Im Zentralstellenverfahren erstellt die Zentralstelle den
Gesamtbericht für die gesamte Zuwendung. Einzelne Sach-
berichte der Letztempfänger werden dem Bundesministeri-
um nicht vorgelegt.

Anhand der folgenden Gliederungspunkte sollen die


Ergebnisse wie folgt dargestellt werden:
1. Darstellung des zuwendungsrechtlichen Nachweises
als Ergänzung zum rechnerischen Teil des Verwen-
dungsnachweises (max. drei Seiten)
Es ist zusammenfassend auszuführen, ob die vereinbar-
ten/beantragten Maßnahmen/Aktivitäten umgesetzt
werden konnten. Wenn nicht oder nicht vollständig, wel-
che Probleme/Hindernisse gab es? Wie wurden diese ge-
löst? Auf gesonderte Vorlage von Berichten zu einzelnen
geförderten Aktivitäten soll verzichtet werden.
Außerdem ist hier Raum für Aussagen zur perspektivi-
schen Fortentwicklung der Förderverfahren.
2. Darstellung der bundeszentralen Wirkungen/Ergeb-
nisse/Resonanzen bezogen auf das KJP-Leitbild bzw.
die Zielstellungen bei Vorhaben zur Erfüllung beson-
derer Aufgaben des Bundes (Überprüfung des mit Be-
willigungsentscheidung festgestellten erheblichen
Bundes­interesses) (max. drei Seiten je Handlungsfeld)
Bei Vorhaben zur Erfüllung besonderer Aufgaben des
Bundes, Modell- und Sondervorhaben sind die Wirkun-
gen, Ergebnisse und Resonanzen bezogen auf die Zielstel-
lung/en des Vorhabens darzustellen.
Bei der bundeszentralen Infrastrukturförderung sollen
die Leistungen auch in Bezug auf die jeweiligen Förder-
formate (Personal, Kurse, Arbeitstagungen, Veröffentli-
chungen, bzw. Einzelmaßnahmen u. a.) dargestellt wer-
den:
Hier sind Aussagen zu treffen, wie sich der Träger in die
Handlungsfelder und bundeszentralen Aktivitäten der
Kinder- und Jugendhilfe eingebracht hat (z. B. durch Mit-
wirkung in Arbeitsgruppen/Gremien oder der Erarbei-
tung gemeinsamer Konzepte/Strategien).
Dazu gehören auch Aussagen über die Art und Weise der
Ausfüllung der Zentralstellenfunktion – insbesondere
über die Qualitätssteuerung.
Hier besteht auch Raum über wichtige Arbeitsschwer-
punkte zu berichten, die nicht durch den KJP finanziert
wurden.
3. Darstellung der infrastrukturell geförderten Träger
über die Tätigkeiten/Aktivitäten im Bereich der
kinder- und jugendpolitischen Schwerpunktthemen
­
des Bundesministeriums (max. drei Seiten je Schwer-
punkt)
Seite 820 GMBl 2016 Nr. 41

über künftige Planungen sowie kinder- und jugendpolitische fahrensprofile Rahmenvereinbarung, Planungsgespräche,
Schwerpunkte und Forderungen erfolgen kann. Sachberichte, Zentralstellenverfahren).
Durch das Zentralstellenverfahren sollen die Bewirtschaf- Es werden folgende HsAG gebildet:
tungsverfahren gesichert und gestärkt werden.
–– Kinder- und Jugendarbeit,
–– Jugendsozialarbeit,
3. Regelungen
–– Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kin-
Das Zentralstellenverfahren des KJP ist insbesondere durch
dertagespflege,
folgende Merkmale gekennzeichnet:
–– Hilfen für Familien, junge Menschen, Eltern und andere
a. Die Zentralstellenfunktion erfordert und ermöglicht ein
Erziehungsberechtigte,
Agieren als ein eigenständiger Partner gegenüber dem
Bundesministerium und den bewilligenden Behörden in –– Weitere bundeszentrale Aufgaben der Kinder- und Ju-
partnerschaftlicher Zusammenarbeit. gendhilfe.
b. Die Zentralstelle bewirtschaftet die bewilligten Zuwen- Die HsAG erörtert insbesondere die Entwicklung und Ge-
dungen auf der Grundlage der Förderrichtlinien und der staltung des Handlungsfeldes innerhalb des KJP:
Rahmenvereinbarungen als Mittler zwischen Bundesmi-
–– Die Mitwirkung bei der Formulierung der Verfahren und
nisterium und den Letztempfängern.
Zielstellungen für die Fortentwicklung des Handlungs-
c. Sie gestaltet die bundeszentrale Infrastruktur mit und si- feldes sowie des KJP-Leitbildes.
chert die Koordination und dialogische Steuerung bun-
desweiter Arbeitszusammenhänge des bundeszentralen –– Die Erarbeitung von Anregungen und Empfehlungen für
Verbandes bzw. der Fachorganisation auf der Grundlage die Schaffung von angemessenen Rahmenbedingungen
geschlossener Rahmenvereinbarungen; sie unterstützt für die Umsetzung der geförderten Vorhaben.
damit die bundesweite Ausrichtung und Reichweite der –– Die Sammlung und Erörterung von Themenvorschlägen
Tätigkeit der Letztempfänger. für zentrale Projekte im Handlungsfeld.
d. Im Zusammenwirken mit den Letztempfängern erarbei- –– Die Sammlung und Erörterung von Hemmnissen und
tet sie konzeptionelle Schwerpunkte für die praktische möglichen Lösungsvorschlägen bei der Planung, Gestal-
Arbeit, die regelmäßig überprüft und weiterentwickelt tung und Steuerung von KJP-Maßnahmen, soweit diese
werden. Bedeutung über den Einzelfall hinaus haben.
e. Sie organisiert einen systematischen Austausch innerhalb Dabei fließen die spezifischen Erfahrungen der Mitglieder
der bundeszentralen Infrastruktur. Sie bündelt Erfahrun- der HsAG aus ihrer Arbeit innerhalb und außerhalb des KJP
gen und Erkenntnisse der praktischen Arbeit in fachli- ein.
cher, methodischer, kinder- und jugendpolitischer sowie
in förderpolitischer Perspektive und führt entsprechende Die Sitzungen der HsAG finden unter Leitung des Bun-
Fortbildungsveranstaltungen durch. desministeriums mindestens einmal jährlich statt. Sie sind so
zu gestalten, dass sie die in den RL-KJP begründete partner-
f. Sie berät im Rahmen der bundeszentralen Infrastruktur schaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministe-
die Letztempfänger in fachlichen, förderrechtlichen und rium und den Mitgliedern unterstützen und fördern. Die re-
administrativen Fragen. gelmäßige Teilnahme der zuständigen Personen des gehobe-
nen Dienstes des Bundesministeriums und der bewilligen-
g. Sie ist für die Entwicklung von Verfahren des Qualitäts-
den Behörden sind sicherzustellen.
managements und der (Selbst)Evaluation sowie für die
kontinuierliche Überprüfung der Umsetzungen der Rah- Die Zusammensetzung der HsAG wird unter Berücksich-
menvereinbarung verantwortlich. tigung der Vorschläge der jeweiligen bundeszentralen Ver-
bände und Fachorganisationen durch das Bundesministeri-
h. Sie sichert und organisiert den Transfer von Erfahrungen
um bestimmt. Dabei ist eine ausgewogene Vertretung aller
und Erkenntnissen aus der praktischen Arbeit gegenüber
im Handlungsfeld tätigen bundeszentralen Verbände und
dem Bundesministerium und in die Fachöffentlichkeit.
Fachorganisationen und Fachinteressen unter Berücksichti-
gung verbandlicher Strukturen zu gewährleisten.
Anhang 5
Zur Sicherung der Arbeits- und Handlungsfähigkeit der
Arbeitsgruppen (HsAG, HüAG) HsAG soll die Vertretung der bundeszentralen Verbände
und Fachorganisationen durch max. 15 Personen wahrge-
Handlungsfeldspezifische Arbeitsgruppe (HsAG)  nommen werden.
Die Handlungsfeldspezifischen Arbeitsgruppen (HsAG) Die Mitglieder sichern den Informationsfluss von und zu
stellen innerhalb der kohärenten Steuerungsprozesse des den KJP-geförderten Verbänden und Fachorganisationen
KJP den fachlichen und förderpolitischen Rahmen für die und ermöglichen eine adäquate Beteiligung an den fachli-
thematische Bündelung und Aufbereitung der Ergebnisse chen Diskursen. Dazu sind in der HsAG geeignete Verfah-
und Erfahrungen aus der Umsetzung der KJP-geförderten
ren zu entwickeln.
Maßnahmen und den Entwicklungen in der Kinder- und Ju-
gendhilfe dar. Von dort fließen Impulse und Empfehlungen Die Federführung im Bundesministerium sowie die Sit-
zu fachlichen, fachpolitischen und zuwendungsrechtlichen zungsleitung obliegen den Referatsleitungen (bzw. deren
Belangen zurück in die Instrumente zur partnerschaftlichen Vertretungen) der in diesem Profil ausgewiesenen zuständi-
Planung, Gestaltung und Steuerung im KJP (siehe auch Ver- gen Fachreferate.
Nr. 41 GMBl 2016 Seite 821

Das Bundesministerium lädt zur Sitzung der HsAG ein boten erscheint, können handlungsfeldbezogene Trägerkon-
und legt den Entwurf einer Tagesordnung vor, der von den ferenzen durchgeführt werden.
Mitgliedern ergänzt werden kann. Für die Sitzung ist unter
Berücksichtigung der Anzahl der Akteure im Handlungsfeld
sowie der Breite und Vielfalt der zu behandelnden Themen Handlungsfeldübergreifende Arbeitsgruppe (HüAG) 
ein angemessener Zeitrahmen vorzusehen. In Abhängigkeit Zur Weiterentwicklung des KJP bildet das Bundesministeri-
von der Tagesordnung können auf Vorschlag der Mitglieder um aus Vertreterinnen und Vertretern der handlungsfeldspe-
oder durch das Bundesministerium weitere Teilnehmende
zifischen Arbeitsgruppen eine gesonderte Arbeitsgruppe (II.
als Gäste eingeladen werden.
Abs. 3 RL-KJP).
Es können auf Dauer oder zeitlich befristet Unterarbeits-
gruppen (UAG) gebildet werden. Sie berichten der HsAG Sie wird von dem Bundesministerium auch dazu gehört,
über ihre Arbeit. ob die Voraussetzungen für die Förderung eines Zuwen-
dungsempfängers entfallen sind, weil er keine Gewähr für
Die Ergebnisse der Sitzungen sind mit konkreten Verein-
eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit mehr
barungen, Verantwortlichkeiten und Terminsetzungen in ei-
nem Protokoll festzuhalten. Der Stand der Erfüllung wird in bietet. Eine Anhörung entfällt, wenn bei offenkundigem
jeder Sitzung überprüft. Verstoß gegen die Fördervoraussetzungen eine sofortige
Entscheidung geboten ist.
Sofern eine Erörterung grundsätzlicher und übergreifen-
der Themen mit allen Akteuren eines Handlungsfeldes ge- Die Verfahrensregelungen der HsAG gelten entsprechend.

Anlage 3
Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) Formblattverzeichnis

Bezeichnung
S Stammblatt
AV Gesamtantrag/Gesamtverwendungsnachweis
AV1 Kurse und Arbeitstagungen (KuA)
AV1-Z Zusammenstellung Kurse und Arbeitstagungen
AV1-PF Prüfung der Förderfähigkeit von Kursen
AV2 Internationale Begegnungen (IntB)
AV2-Z Zusammenstellung Internationale Begegnungen
A2-AMB Internationale Jugendarbeit – Antrag für Vorhaben in Sonderprogrammen
AV3 Kleinaktivitäten (KlA)
AV3-Z Zusammenstellung Kleinaktivitäten
AV3-K Kleinaktivitäten – Kosten- und Finanzierungsplan
AV4 Großveranstaltungen (GrV)
AV4-Z Zusammenstellung Großveranstaltungen
AV5 Sonstige Aktivität (SoA)
AV-K1 Kosten- und Finanzierungsplan Sonstige Aktivitäten und Vorhaben, hier: Veranstaltungen
AV-K2 Kosten- und Finanzierungsplan Sonstige Aktivitäten und Vorhaben
AV-K3 Kosten- und Finanzierungsplan Sonstige Aktivitäten und Sondervorhaben, hier: Publikationen
AV6 Personalkosten
AV6-Z Zusammenstellung Stellenübersicht
AV7 Institutionelle Förderung
AV8 Vorhaben zur Erfüllung besonderer Aufgaben des Bundes, Modell- und Sondervorhaben
P1 Arbeitsplatzbeschreibung, Seiten 1 bis 3
P2 Personalbogen
P3 Personalkostenberechnung
V-Bli Belegliste
L Liste der Teilnehmenden
RM Rechtsbehelfsverzicht/Einräumung Nutzungsrechte /Mittelanforderung
M Statistische Mitteilung für Aktivitäten/Vorhaben der Internationalen Jugendarbeit
Seite 822 GMBl 2016 Nr. 41

Anlage 4

Höhe der Förderbeträge nach den Richtlinien des KJP


Die Festbeträge betragen:
–– nach Nr. VI.2.1 (3) a) (Kurse) und (Arbeitstagungen) pro TN/Tag 40 Euro
sowie nach Nr. VI.2.2 (4) a) (internat. Begegnungen in D*)) pro TN/Tag

* für intern. Begegnungen von Kinder- und Jugendgruppen sowie Workcamps nach
VI.2.2 (2) wird ein Anteil von 60 % des Betrages nicht überschritten

–– nach Nr. VI.2.1 (3) b), VI.2.2 (4) c) (Honorare bei Kursen, Arbeitstagungen und intern. 305 Euro
Begegnungen) und VI.2.1 (3) d) (Honorare für Sprachmittelnde/Dolmetschende)

–– nach Nr. VI.2.1 (3) c) (Fahrtkosten bei Kursen und Arbeitstagungen) 60 Euro


–– nach Nr. VI.2.2 (4) b) (Fahrtkosten bei intern. Begegnungen im Ausland)
a) für Maßnahmen im europäischen Ausland1 12 Eurocent/km
b) für Maßnahmen im außereuropäischen Ausland 8 Eurocent/km
Die ermittelten Zuwendungsbeträge für die Gruppe werden auf volle Euro abgerundet.
Zuschlag für Teilnehmende aus Deutschland an Veranstaltungen im Ausland 50 Euro
[höchstens 500 Euro je Maßnahme]
* für intern. Begegnungen von Kinder- und Jugendgruppen sowie Workcamps nach
VI.2.2 (2) wird ein Anteil von 60 % des Betrages nicht überschritten

GMBl 2016, S. 803

1 Geografisches Europa.
Seite 824 GMBl 2016 Nr. 41

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2016
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