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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Unterrichtsreihe

Unterrichtskonzept zur Polymerchemie


Jahrgangsstufe: 12/13

- Grundlagen – Eigenschaften von Kunststoffen – Experimente -

Quelle: www.chempage.de Seite 1 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Impressum:
Titel: Kunststoffe
Autor: Michael Müller
Bildmaterial: © [2002-2005] by Chempage.de

bei Fragen zu dem Skript wenden Sie sich bitte an:


michael.mueller@rwth-aachen.de

Das Skript ist auch als Druckversion erhältlich. Die


Mappe enthält alle Kopiervorlagen sowie die Folien
(printable Transperency-Film).
Das Skript kann für 20€ unter: service@chempage.de
bestellt werden. Bitte geben Sie in der Betreffzeile den
Vermerk: Skript-Bestellung: Kunststoffe und vergessen
Sie nicht Ihre Adresse anzugeben.

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

A. Theoretischer Teil
1. Thermoplaste Seite
1.0.0 Allgemeine Eigenschaften der Thermoplasten 5
1.1.0 Polyolefine
1.1.1 Polyethylen (hart) 6
1.1.2 Polyethylen (weich) 7
1.1.3 Polypropylen 8

1.2.0 Styrol-Polymerisate
1.2.1 Polystyrol 9
1.2.2 Polystyrol-Schaum 10
1.2.3 Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer 11

1.3.0 Halogenhaltige Polymerisate


1.3.1 Polyvinylchlorid (hart) 12
1.3.2 Polyvinylchlorid (weich) 13
1.3.3 Polytetrafluoroethylen 14

1.4.0 weiter Thermmoplaste


1.4.1 Polymethycrylat 15

1.5.0 Thermische Polymere mit gemischtem Kettenbau


1.5.1 Cellulosepropionat 16
1.5.2 Polycarbonat 17
1.5.3 Polyamid 18
1.5.4 Polyethylenterephthalat 19

2. Duroplaste
2.0.0 Allgemeine Eigenschaften der Duroplasten 20
2.1.0 Phenoplaste
2.1.1 Phenolharz 21

2.2.0 Aminoplaste
2.2.1 Melamin-Schichtspressstoff 22

2.3.0 Ungesättigte Polyesterharze


2.3.1 Polyesterharz 23

3. Elastomere
3.0.0 Allgemeine Eigenschaften der Elastomere 24
3.1.0 Vernetzte Polyurethane
3.1.1 Polyurethane, gummielsatisch 24
3.1.2 Polyurethan-Schaum feinporig (weich) 25
3.1.3 Polyurethan-Schaum feinporig (hart) 26

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4. Silikone
4.1.1 Silikonkautschuk 27

5. Herstellung von Kunststoffen


5.1 Polykondensation 28
5.2 Polymerisation 28
5.3 Polyaddition 28

6. Verarbeitung der Kunststoffe 29

B. Praktischer Teil
1. Versuche zur Charakterisierung von Kunststoffen
1.1 Brennbarkeit 30
1.2 Dichtebestimmung 31
1.3 Wärmeleitfähigkeit 31
1.4 Löslichkeit 32

2. Versuche zur Herstellung von Kunststoffen


2.1 Herstellung von Acrylglas 33
2.2 Radikalische Polymerisation von Styrol 34
2.3 Kationische Polymerisation von Styrol 35
2.4 Copolymerisation von Styrol mit Maleinsäureanhydrid 36
2.5 Polykondensation von Glycerin mit Borsäure 37
2.6 Herstellung von weich PVC 38
2.7 Funktionsweise eines Superabsorbers 39

3. Recycling von Kunststoffen


3.1 Rückgewinnung von Methacrylsäuremethylester 40
3.2 Recycling eines Polyesters durch Hydrolyse 41
3.3 Recycling von Styropor 42

C. Anhang: Kopiervorlagen
Grundwissen: Kunststoffe 44
Grundwissen: Herstellung von Kunststoffen 45
Arbeitsanleitungen zu den Versuchen 46

D. Anhang: Folien 58

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

A) Theoretischer Teil

In diesem Teil des Skriptes sollen die theoretischen Grundlagen, sowie wichtige
physikalische und chemische Eigenschaften verschiedner Polymere behandelt
werden. Der theoretische Teil gliedert sich in 6 Kapitel.
Die ersten vier Kapitel behandeln die verschiedenen Polymerklassen:
Ü Thermoplasten
Ü Duroplasten
Ü Elastomeren
Ü natürliche Polymere

Das 5. Kapitel beschäftigt sich mit der Herstellung von Kunststoffen und beschreibt
die Reaktionsmechanismen:
Ü Polykondensation
Ü Polymerisation
Ü Polyaddition

Im letzten Kapitel des theoretischen Teils geht es um die Weiterverarbeitung der


Kunststoffe und ihre Einsatzmöglichkeiten.

1. Thermoplasten
1.0.0 Allgemeine Eigenschaften der Thermoplasten
Thermoplaste sind lange fadenförmige und unverzweigte
sowie vernetzte Polymere. Sie lassen sich durch Erwärmen
leicht formbar machen. Die unterschiedlich langen Polymer-
Stränge werden von physikalischen Wechselwirkungen wie
die Van-der-Waals-Kräfte und Wasserstoffbrückenbindungen
zusammen gehalten. Geraten die Moleküle beim Erhitzen in
Schwingung, so können die oben beschriebene
Wechselwirkung aufgehoben werden und der Kunststoff wird
formbar. Diese besonderen Eigenschaften der Thermoplaste
werden in der technischen Verarbeitung von Kunststoffen
ausgenutzt.

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1.1.0 Polyolefine

1.1.1 Polyethylen (hart)


Abkürzung: PE HD: Polyethylene High Density Abbildung:
Dichte 0,94-0,96 g/cm³

physikalische Polyethylen HD ist ein weicher, durchscheinender Kunststoff. Mit dem


Eigenschaften: Fingernagel lassen sich Kerben in den Kunststoff kratzen. Der Kunststoff
fühlt sich wachsartig an und ist bis zu Temperaturen von 90ºC belastbar.
chemische Polyethylen lässt sich bei Raumtemperatur in keinem Lösungsmittel lösen.
Eigenschaften Außerdem ist der Kunststoff gegenüber von Säuren sowie Laugen
beständig. Durch Erhitzen kann der Kunststoff in Form gebracht werden
und kann verschweißt werden.

H H
... C C ...
H H
n

Polyethylen
Das Polymer besteht aus langen unverzweigten Ketten. Die hohe Dichte
des Kunststoffs resultiert aus den vielen kristallinen Bereichen im Polymer.
Brennprobe: Bei der Brennprobe zeigt sich eine helle Flamme mit blauem Kern. Der
Kunststoff tropft brennend ab und brennt auch nach dem Entfernen der
Zündquelle weiter. Nach dem Erlöschen ist ein parafinartiger Geruch
wahrzunehmen.
Verarbeitungsverfahren: Der Kunststoff eignet sich zum Extrudieren von Profilen und Rohren sowie
zum Herstellen von Blas-Folien. Meist wird der Kunststoff zum Spritzgießen
von Werkstücken verwendet. Außerdem wird das Polyethylen HD zum
beschichten von Verpackungspapieren und -kartons verwendet.
Anwendungen: Aus dem Kunststoff werden Flaschen für Reinigungsmittel gefertigt sowie
höherwertige Massenware für Haushalt und Technik. Außerdem werden
Flaschenkästen, Lagertanks, Kanister sowie Folien und Rohre aus dem
Kunststoff gefertigt.

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.1.2 Polyethylen (weich)


Abkürzung: PE LD: Polyethylene Low Density Abbildung:
Dichte 0,91-0,94g/cm³

physikalische Polyethylen LD ist ein durchscheinender, leicht ritzbarer Kunststoff mit


Eigenschaften: wachsartigem Griff. Er ist bei Temperaturen von bis zu 70ºC belastbar.
chemische Polyethylen lässt sich bei Raumtemperatur in keinem Lösungsmittel lösen.
Eigenschaften Außerdem ist der Kunststoff gegenüber von Säuren sowie Laugen
beständig. Durch Erhitzen kann der Kunststoff in Form gebracht werden
und kann verschweißt werden.

H H
... C C ...
H H
n

Polyethylen
Das Polymer besteht aus langen unverzweigten Ketten. Die relativ niedrige
Dichte des Kunststoffs resultiert aus den wenigen kristallinen Bereichen im
Polymer.
Brennprobe: Bei der Brennprobe zeigt sich eine helle Flamme mit blauem Kern. Der
Kunststoff tropft brennend ab und brennt auch nach dem Entfernen der
Zündquelle weiter. Nach dem Erlöschen ist ein parafinartiger Geruch
wahrzunehmen.
Verarbeitungsverfahren: Der Kunststoff eignet sich zum Extrudieren von Profilen und Rohren sowie
zum Herstellen von Blas-Folien. Meist wird der Kunststoff zum Spritzgießen
von Werkstücken verwendet. Außerdem wird das Polyethylen HD zum
beschichten von Verpackungspapieren und -kartons verwendet.
Anwendungen: Aus dem Kunststoff werden vorallem Massenwaren wie Eimer, Schüsseln,
Elektroteile sowie Folien für Bau und Landwirtschaft hergestellt. Die
Kunststoff Tragetaschen in den Geschäften sind meist aus Polyethylen
hergestellt worden.

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1.1.3 Polypropylen
Abkürzung: PP: Polypropylene Abbildung:
Dichte 0,90-0,91g/cm³

physikalische Als dünne Verpackungsfolie ist Polypropylen durchscheinend. Der


Eigenschaften: Kunststoff ist steifer als Polyethylene und lässt sich mit dem Fingernagel
nicht einritzen. Der Kunststoff ist bis zu Temperaturen von 100ºC belastbar.
chemische Polyethylen lässt sich bei Raumtemperatur in keinem Lösungsmittel lösen.
Eigenschaften Außerdem ist der Kunststoff gegenüber von Säuren sowie Laugen
beständig. Durch Erhitzen kann der Kunststoff in Form gebracht werden
und kann verschweißt werden

H H
... C C ...
H CH3
n

Polypropylen
Das Polymer besteht aus langen unverzweigten Molekülsträngen.
Brennprobe: Bei der Brennprobe zeigt sich eine helle Flamme mit blauem Kern. Der
Kunststoff tropft brennend ab und brennt auch nach dem Entfernen der
Zündquelle weiter. Nach dem Erlöschen ist ein parafinartiger Geruch
wahrzunehmen.
Verarbeitungsverfahren: Der Kunststoff eignet sich zum Extrudieren von Profilen und Rohren sowie
zum Herstellen von Blas-Folien. Meist wird der Kunststoff zum Spritzgießen
von Werkstücken verwendet. Außerdem wird das Polyethylen HD zum
beschichten von Verpackungspapieren und -kartons verwendet.
Anwendungen: Viele Gebrauchsgegenstände sowie
Kofferschalen, Rohre und technische Teile mit
hoher Festigkeit werden aus dem Kunststoff
hergestellt. Außerdem werden die elastischen
Stoßfänger an Kraftfahrzeugen aus Polypropylen
gefertigt. Desweiteren bestehen
Verpackungsbänder, Säcke sowie
Teppichgrundgewebe und Verpackungsfolien
aus dem Kunststoff.

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.2.0 Styrol-Polymerisate

1.2.1 Polystyrol
Abkürzung: PS: Polystyrene Abbildung:
Dichte 1,05g/cm³

physikalische Polystyrol ist ein harter, spröder und leicht brechbarer Kunststoff, welcher
Eigenschaften: besonders durch seine hoher Transparenz besticht. Beim Fallenlassen
erklingt ein blechartiges Klingeln. Die Gebrauchstemperatur liegt bei 70ºC.
chemische Benzin sowie viele andere organische Lösungsmittel lösen den Kunststoff.
Eigenschaften Gegenüber von Säuren und Basen ist der Kunststoff beständig. Außerdem
ist es unempfindlich gegenüber von Ölen und Alkohol. Polystyrol ist klebbar

H H
... C C ...
H

Polystyrol
Polystyrol bilden lange fadenartige Polymerstränge.
Brennprobe: Polystyrol verbrennt flackernd mit gelber, stark rußender Flamme. Nach
dem Entfernen der Zündquelle brennt der Kunststoff weiter und setzt einen
süßlichen Geruch frei.
Verarbeitungsverfahren: Polystyrol wird im Wesentlichen über ein Spritzgussverfahren verarbeitet.
Seltener wird es zum Extrudieren von Profilen und Folien sowie beim
Warmformen eingesetzt.
Anwendungen: Der Kunststoff wird zur Herstellung von
transparenten Massenartikeln wie
Messbechern, Kühlschrankboxen, Folien
und Einweggeschirr benötigt.

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.2.2 Polystyrol-Schaum
EPS: Exponded Polystyroleene (expandiertes Abbildung:
Abkürzung:
Polystyrol)
Dichte 0.015-0,1g/cm³

physikalische EPS ist aufgrund der eingeschlossenen Luftbläschen undurchsichtig. Die


Eigenschaften: dünnen Wände der Bläschen geben Druck leicht nach. Der Kunststoff ist
besonders aufgrund seiner geringen Dichte und seinen guten Wärme
isolierenden Eigenschaften interessant.
chemische Benzin sowie viele andere organische Lösungsmittel lösen den Kunststoff.
Eigenschaften Gegenüber von Säuren und Basen ist der Kunststoff beständig. Außerdem
ist es unempfindlich gegenüber von Ölen und Alkohol. Polystyrol ist klebbar

H H
... C C ...
H

Polystyrol
Polystyrol bildet lange fadenartige Polymerstränge.
Brennprobe: Polystyrol verbrennt flackernd mit gelber, stark rußender Flamme. Nach
dem Entfernen der Zündquelle brennt der Kunststoff weiter und setzt einen
süßlichen Geruch frei.
Verarbeitungsverfahren: Nach dem Vorschäumen wird der Kunststoff durch Wasserdampf in Block-
und Formteilen aufgeschäumt.
Anwendungen: Der Kunststoff wird als Baumaterial zur Wärmeisolierung eingesetzt.
Desweiteren wird er zum Abfangen von Stößen in Verpackungsmaterialien
verwendet.

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.2.3 Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer
Abkürzung: ABS: Acrylnitrile-Butadiene-Styrene Abbildung:
Dichte 1,06-1,12g/cm³

physikalische ABS ist ein undurchsichtiger, zäh-plastischer Kunststoff, welcher eine


Eigenschaften: Gebrauchstemperatur von 75-85ºC besitzt.
chemische Benzin sowie viele andere organische Lösungsmittel lösen den Kunststoff.
Eigenschaften Gegenüber von Säuren und Basen ist der Kunststoff beständig. Außerdem
ist es unempfindlich gegenüber von Ölen und Alkohol.

H H H H H H H H
... C C ... ... C C C C ... ... C C ...
H H H H C
n
N n
n

Styrol Butadien Acrylnitril


ABS ist ein langkettiges, unverzweigtes Polymer, welches aus Styrol-,
Butadien- und Acrylnitril-Monomeren besteht.
Brennprobe: ABS verbrennt flackernd mit gelber, stark rußender Flamme. Nach dem
Entfernen der Zündquelle brennt der Kunststoff weiter und setzt einen
süßlichen Geruch frei.
Verarbeitungsverfahren: ABS wird vorwiegend im Spritzgussverfahren verarbeitet. Seltener wird es
zum Extrudieren von Platten und Folien eingesetzt.
Anwendungen: Aus ABS werden die Gehäuse von Telefonapparate, Fernsehgeräten und
Radios gefertigt, sowie Kofferschalen und Schutzhelme.

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.3.0 Halogenhaltige Polymerisate

1.3.1 Polyvinylchlorid (hart)


Abkürzung: PVC U*: Polyvenylchloride; Nach der neuen Abbildung:
DIN-Norm heißt es statt PVC h jetzt PVC U
(unplastinized) und PVC w jetzt PVC P
(plastinzed)
Dichte 1,38-1,40 g/cm³

physikalische In reiner Form ist PVC ein klarer, durchsichtiger Kunststoff, welcher hart
Eigenschaften: und in der Kälte spröde ist. Beim Knicken einer PVC-Folie bleibt ein weißer
Streifen zurück, der Weißbruch entsteht durch Überanspruchung des
Kunststoffes. PVC kann bei Temperaturen von bis zu 65ºC eingesetzt
werden.
chemische Aceton sowie Ester und Fleckenreinigungsmittel lösen den Kunststoff.
Eigenschaften Gegenüber von Säuren, Basen, Alkoholen und Ölen ist PVC beständig.

H H
... C C ...
H Cl
n

Polyvinylchlorid
Polyvinylchlorid besteht aus langen, unverzweigten Polymersträngen.
Brennprobe: In der Flamme brennt PVC mit gelber, rußender Flamme und erlischt nach
dem Entfernen der Zündquelle. Beim Verbrennen wird ein stechender
Geruch freigesetzt (HCl). Die Beilsteinprobe ist bei PVC positiv.
Verarbeitungsverfahren: PVC wird zu Hartfolien kalandiert. Man verarbeitet außerdem in Spritzguss-
und Extrusionsblasverfahren.
Anwendungen: Aus dem Kunststoff werden Rohre, Profile, Dachrinnen sowie Rolladen
gefertigt. Desweiteren wird es zur Herstellung von Tafeln,
Rohrverbindungsstücken, Getränkeflaschen und Kunststoffbechern
verarbeitet.

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.3.2 Polyvinylchlorid (weich)


PVC P, Polyvinylchloride; Nach der neuen Abbildung:
DIN-Norm heißt es statt PVC h jetzt PVC U
Abkürzung:
(unplastinized) und PVC w jetzt PVC P
(plastinzed)
Dichte 1,20-1,35g/cm³

physikalische PVC P ist ein gummiartig flexibler, kratzfester Kunststoff, welcher beim
Eigenschaften: scharfen Knicken keinen Weißbruch aufweist. Bei gutem Weichmacher wird
das Polymer auch bei tiefen Temperaturen nicht spröde.
chemische Aceton sowie Ester und Fleckenreinigungsmittel lösen den Kunststoff.
Eigenschaften Gegenüber von Säuren, Basen, Alkoholen und Ölen ist PVC beständig.
Außerdem ist der Kunststoff schweißbar und klebbar.

H H
... C C ...
H Cl
n

Polyvinylchlorid
Das Polymer besteht aus langen, unverzweigten Molekülsträngen.
Brennprobe: PVC P brennt mit leuchtend gelber (wegen des Weichmachers), rußender
Flamme. Je nach Weichmachergehalt brennt der Kunststoff nach dem
Entfernen der Zündquelle weiter. Die Brandfläche verkohlt und es wird ein
stechender Geruch freigesetzt (HCl). PVC zeigt eine positive
Beilsteinprobe.
Verarbeitungsverfahren: PVC P wird über Spritzguss-, Extruder- sowie Kalandrierverfahren
verarbeitet.
Anwendungen: Aus dem Kunststoff werden Schläuche,
Stecker, Schuhsohlen sowie Folien zum
Beschichten von Geweben und
Oberflächen gefertigt. Durch Tauchen
von Textilien in PVC-Paste werden
beispielsweise Schutzhandschuhe
gefertigt. Außerdem werden aus dem Polymer Spielbälle, Spieltiere sowie
technische Teile und Bodenbeläge gefertigt.

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Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.3.3 Polytetrafluoroethylen
Abkürzung: PTFE: Polytetrafluoroethylene Abbildung:
Dichte 2,14-2,20g/cm³

physikalische PTFE ist ein milchig weißer, kaltbiegsamer Kunststoff mit wachsartigem
Eigenschaften: Griff. Das Polymer wird erst bei Temperaturen unterhalb von -200ºC spröde
und zersetzt sich bei 400ºC.
chemische Der Kunststoff kann nur durch Fluor und geschmolzene Alkalimetalle
Eigenschaften angegriffen werden. Da beim Verbrennen Flusssäure freigesetzt sollt man
auf die Brennprobe möglichst verzichten. Aufgrund seiner antiadhäsiven
Eigenschaften wird es für technische Anwendungen sowie für
Beschichtungen von Bratpfannen eingesetzt.

F F
... C C ...
F F
n

Polytetrafluoroethylen
Das Polymer besteht aus langen, unverzweigten Molekülsträngen.
Brennprobe: Das Polymer ist nicht brennbar. Es zeigt sich ein blaugrüner Flammensaum
am Kunststoff. Der Kunststoff verkohlt jedoch nicht. Beim Erhitzen auf
Rotglut wird Flusssäure freigesetzt.
Verarbeitungsverfahren: Aufgrund der unbeweglichen Schmelze muss kaltes PTFE-Pulver unter
starkem Druck zu Rohlingen gepresst werden, welche erst nach langem
Sintern (bei etwa 400ºC) ihre Festigkeit bekommen. Um Beschichtungen zu
erhalten werden feinkörnige Emulsionen auf dem Trägermaterial gesintert.
Anwendungen: Aufgrund seiner chemischen und
mechanischen Resistenz kann der
Kunststoff für Beschichtungen von
Oberflächen (Labormöbel),
Elektroisolierungen und für schmierfreie
Gleitlager eingesetzt werden.

Quelle: www.chempage.de Seite 14 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.4.0 weitere Thermoplaste

1.4.1 Polymethylmethacrylat
Abkürzung: PMMA Abbildung:
Dichte 1,18-1,32g/cm³

physikalische Polymethylmethacrylat ist ein klarer, hochglänzender Kunststoff, der sehr


Eigenschaften: hart und spröde ist. Die Gebrauchstemperatur liegt zwischen 90 und 100ºC.
chemische Nur wenige polare Lösemittel greifen das Acrylglas an. es ist gegenüber
Eigenschaften von Fetten und schwachen Laugen resistent.

H CH3
... C C ...
H C O
O
CH3
n

Polymethylmethacrylat
Das Polymer besteht aus unverzweigten Molekülketten.
Brennprobe: Der Kunststoff mit leuchtender und knisternder Flamme. Das Polymer
brennt auch nach dem Entfernen der Zündquelle weiter, wobei ein
fruchtiger Geruch freigesetzt wird.
Verarbeitungsverfahren: Gießen des Monomers zwischen hochglanzpolierten Werkzeugen, dann
Polymerisation. Außerdem wird es über Spritzguss- und Extruderverfahren
verarbeitet. Das PMMA lässt sich durch Warmformen in Form bringen.
Anwendungen: Aus dem Kunststoff werden Lampenschalen,
Badewannen, Flugzeug- und
Fahrzeugverglasungen gefertigt. Außerdem
wird es als schusssicheres Glas an
Bankschaltern und als Linsen sowie
Rücklichter eingesetzt.

Quelle: www.chempage.de Seite 15 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.5.0 Thermische Polymere mit gemischtem Kettenbau

1.5.1 Cellulosepropionat
Abkürzung: CP: Cellulosepropionate Abbildung:
Dichte 1,19-1,23g/cm³

physikalische Cellulosepropionat ist ein glasklarer, harter und sehr zäher Kunststoff. Die
Eigenschaften: Gebrauchtemperatur liegt zwischen 60 und 115ºC.
chemische Der Kunststoff ist nur in wenigen Lösungsmitteln löslich. Er ist beständig
Eigenschaften gegenüber von Fetten, wasser sowie Benzin. In Säuren und Laugen löst
sich der Kunststoff auf.

H
H C O R
C O
H
... CH HC O ...
H
C C
O O
R R n
R = -CO-CH2CH3
Cellulosepropionat
Brennprobe: Das Polymer verbrennt mit dunkelgelber, sprühender Flamme und brennt
auch außerhalb der Zündquelle weiter. Beim Verbrennen riecht es nach
verbranntem Papier.
Verarbeitungsverfahren: Spritzgießen und Extrudieren.
Anwendungen: Der Kunststoff wird zur Fertigung von
Brillengestellen, Kugelschreiberhülsen,
Kämmen, Schraubendrehergriffen und
Spielzeug eingesetzt.

Quelle: www.chempage.de Seite 16 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.5.2 Polycarbonat
Abkürzun Abbildung:
PC: Polycarbonate
g:
Dichte 1,20-1,24g/cm³

physikalische Polycarbonat ist ein transparenter, äußerst schlagfester Kunststoff. Die


Eigenschaften: Benrauchstemperatur liegt zwischen -140 und + 135ºC.
chemische Polycarbonat ist gegenüber von Öl, Benzin und verdünnter Säure
Eigenschaften beständig. Es ist jedoch anfällig gegenüber von starken Säuren und
Laugen sowie heißem Wasser. Chlorierte Kohlenwasserstoffe können den
Kunststoff lösen.

CH3
... O C O C ...
CH3 O
n

Polycarbonat
Das Polymer besteht aus langen, unverzweigten Molekülketten.
Brennprobe: Polycarbonat verbrennt mit leuchtend, rußender Flamme und erlischt
außerhalb der Zündquelle. Es bilden sich Blasen und der verkohlte
Kunststoff riecht nach Phenol.
Verarbeitungsverfahren: Spritzgießen, Extrudieren.
Anwendungen: Der Kunststoff wird zu Herstellung von
schussfesten Verglasungen, Blinker,
Rückleuchten und Sicherheits- sowie
Schutzhelmen gebraucht.

Quelle: www.chempage.de Seite 17 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.5.3 Polyamid
Abkürzung: PA: Polyamide Abbildung:
Dichte 1,04-1,15g/cm³

physikalische Polyamid ist ein milchig-weißer, zäh-elastischer Kunststoff, dessen


Eigenschaften: Gebrauchstemperatur bei 80-100ºC liegt.
chemische Polyamid ist in Ameisensäure löslich und beständig gegenüber Öl, Benzin,
Eigenschaften Ester und Ketone. Der Kunststoff ist gegenüber von Säuren unbeständig.

H O H H O
... N (CH2) C ... ... N (CH2)6 N (CH2)z C ...
z

n n
z = 5 PA 6 z = 4 PA6.6
z = 10 PA 11 z = 8 PA 6.10
z = 11 PA 12
Polyamide

Das Polymer besteht aus langen, unverzweigten Molekülketten.


Brennprobe: Polyamid brennt mit bläulicher Flamme mit gelben Rand. Der Kunststoff
zieht Fäden und brennt nach dem Entfernen der Zündquelle weiter.
Verarbeitungsverfahren
Spritzgießen, Extrudieren, Sintern.
:
Anwendungen: Polyamid dient zur Herstellung von Zahnrädern, Laufrollen, Propellern,
Benzinleitungen, Textilien sowie chirurgischen Nahtmaterial.

Quelle: www.chempage.de Seite 18 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.5.4 Polyethylenterephthalat
Abkürzung: PET: Polyethylenterephthalat Abbildung:
Dichte 1,33-1,37g/cm³ (amorph-teilkristallin)

physikalische In kristallinem Zustand ist PET weiß und sehr hart, im amorphen Zustand
Eigenschaften: hingegen transparent mit geringer Härte. Gebrauchstemperatur liegt bei
100ºC.
chemische PET ist gegenüber von Ölen, Fetten und Treibstoffen beständig. es ist
Eigenschaften jedoch unbeständig gegenüber von heißem Wasser, Hydrolyse,
konzentrierten Laugen und Säuren. Der Kunststoff ist klebbar und
schweißbar.

O O
... C C O (CH2)2 O ...
n

Polyethylenterephthalat
Das Polymer besteht aus langen, unverzweigten Strängen.
Brennprobe: PET ist nur schwer entflammbar. Es brennt mit gelb-oranger, knisternder
Flamme. Dabei wird Ruß gebildet sowie ein aromatischer Geruch
freigesetzt.
Verarbeitungsverfahren: Spritzgießen, Extrudieren, Spritzblasen und Warmformen.
Anwendungen: Aus dem Kunststoff werden Zahnräder,
Gehäuse, Pumpen sowie
Getränkeflaschen hergestellt.

Quelle: www.chempage.de Seite 19 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2. Duroplasten
2.0.0 Allgemeine Eigenschaften der Duroplaste
Bei Duroplasten sind die Monomere netzartig mit
einander Verknüpft. Im Gegensatz zu den
Thermoplasten liegen hier nicht nur physikalische
Wechselwirkungen der einzelnen Polymerstränge vor,
sondern es bestehen reale Atombindungen zwischen
den verschiedenen Strängen des Makromoleküls. Es
bildet sicht somit eine Netzstruktur. Da die
Atombindungen nicht so leicht durch Hitze zu Spalten
sind wie die Wechselwirkungen bei Thermoplasten, sind
Duroplasten auch bei höheren Temperaturen in ihrer
Struktur unverändert und formstabil. Bei sehr hohen
Temperaturen zerreißt das Netz, das heißt die
Atombindungen werden gespalten und der Kunststoff zersetzt sich in kleiner
Moleküle, welche dann mit dem Luftsauerstoff reagieren. Der Kunststoff verkohlt also
bei hohen Temperaturen und seine ursprüngliche Struktur ist nicht wieder herstellbar.

Quelle: www.chempage.de Seite 20 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2.1.0 Phenoplaste

2.1.1 Phenolharz
Abkürzung: PF Abbildung:
Dichte 1,40g/cm³

physikalische Der Kunststoff ist nur in dunklen Farben herzustallen. Die


Eigenschaften: Gebrauchstemperatur von Phenolharzen liegt zwischen 100 und 160ºC.
chemische Phenolharz ist gegenüber von Säuren, Laugen, Ölen, Benzin und
Eigenschaften chlorierten Kohlenwasserstoffen beständig. Der Kunststoff ist jedoch gegen
starke Säuren und Laugen empfindlich.

R R
HO HO

R C R
H2
R = -CH2-Ph
Phenolharz
Polymer bilden vernetzte Strukturen.
Brennprobe: PF brennt mit heller, rußender Flamme und erlischt nach dem Entfernen
der Zündquelle. Beim Verbrennen wird ein Phenolgeruch freigesetzt.
Verarbeitungsverfahren: Phenolharze werden vorallem durch Pressen und Spritzgießen verarbeitet.
Anwendungen: Der Kunststoff wird zur Herstellung von
hitzebeständigen und elektroisolierten Griffen
für Töpfe und Bügeleisen verwendet.
Außerdem verwendet man es zum Herstellen
von Aschenbechern, Knöpfen und Hartpapier.

Quelle: www.chempage.de Seite 21 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2.2.0 Aminoplaste

2.2.1 Melamin-Schichtpressstoff
Abkürzung: PF und MF Abbildung:
Dichte 1,40g/cm³

physikalische Der Kunststoff ist hart und undurchsichtig. Beim Fallenlassen "scheppert"
Eigenschaften: es.
chemische MF ist schon gegenüber von schwachen Säuren und Laugen empfindlich.
Eigenschaften Gegenüber von Ölen, Benzin und chlorierten Kohlenwasserstoffen ist es
beständig.

NH CH2OH

N N
HOCH2 HN NH CH2OH
N
Trimethylolmelamin (unvernetzte Zwischenstufe)
Das Polymer bildet Netzstrukturen aus.
Brennprobe: Das Polymer ist schwer entflammbar und verbrennt mit leicht gelber
Flamme unter Verkohlen der Kanten und freisetzen eines fischartigen
Geruches.
Verarbeitungsverfahren: Harzgetränkte Papierbahnen werden in beheizten Etagenpressen zwischen
Pressblechen gepresst.
Anwendungen: Der Kunststoff wird zur Verzierung von Oberflächen (von Tischen und
Möbelstücken) verwendet.

Quelle: www.chempage.de Seite 22 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2.3.0 Polyesterharze

2.3.1 Polyesterharz
Abkürzung: UP Abbildung:
Dichte 2,00g/cm³

physikalische Der Kunststoff ist hart und undurchsichtig. Beim Fallenlassen "scheppert"
Eigenschaften: es. Die Gebrauchstemperatur des Kunststoffs liegt bei 90ºC.
chemische Eigenschaften Polyesterharze sind gegenüber von schwachen Säuren und Basen
resistent. Außerdem sind Sie beständig gegen Benzin und Öl. Sie lösen
sich allerdings in starken Säuren und Laugen sowie in Estern, Ketonen
und chlorierten Kohlenwasserstoffen.

O O
... C (CH2) O C C C C O ...
H2 m H H
n

unvernetzter Polyesterstrang

HC
O CH2 O
... O R O C C CH C O R O ...
H
CH2
HC
CH2
HC

mit Styrol vernetztes UP-Harz


Polyesterharze bilden lange, unverzweigte Polymere, welche jedoch
auch vernetzt werden können (siehe vernetztes Harz mit Styrol).
Brennprobe: Polyesterharze verbrennen mit leuchtend gelber, rußender Flamme,
wobei sie verkohlen. Außerhalb der Zündquelle brennen sie weiter und
setzten einen Styrol-Geruch frei.
Verarbeitungsverfahren: Pressen und Spritzgießen.
Anwendungen: Der Kunststoff wird zur Herstellung von
hitzebeständigen und elektroisolierten Griffen für
Töpfe und Bügeleisen verwendet. Außerdem
verwendet man es zum Herstellen von
Apparategehäuse und Autoelektrik.

Quelle: www.chempage.de Seite 23 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

3. Elastomere
3.0.0 Allgemeine Eigenschaften der Elastomere
Elastomere sind Kunststoffe, die sich bei mechanischer Belastung
wie Gummi verhalten. Sie lassen sich bei Raumtemperatur durch
Druck oder Zug verformen und kehren aufgrund ihrer hohen
Elastizität in ihre vorherige Struktur zurück. Die Polymerstränge
eines Elastomers sind wie Duroplasten mit realen Atombindungen
verknüpft. Jedoch ist die Netzstruktur der Elastomere
weitmaschiger. Erwärmt man Elastomere im gespannten Zustand,
so stellt man fest, dass sich der Kunststoff zusammen zieht. Der
Grund dafür liegt in der stärkeren Schwingung der Netzfäden bei hohen
Temperaturen. Die Netzknoten rücken dabei näher aneinander. Bei sehr starkem
Erhitzen verhalten sich Elastomere ähnlich wie Duroplasten.

3.1.0 Vernetzte Polyurethane

3.1.1 Polyurethan (gummielastisch)


Abkürzung: PUR Abbildung:
Dichte 1,26g/cm³

physikalische Das Polymer ist je nach Vernetzung gelb bis dunkelbraun, gummielsatisch
Eigenschaften: und kratzfest. Man kann den Kunststoff nur dunkel, deckend einfärben. Die
Gebrauchstemperatur liegt bei 80-100ºC.
chemische Polyurethane sind beständig gegenüber von Benzin, Öl, schwachen
Eigenschaften Säuren sowie Laugen. In starken Laugen und Säuren sowie in heißem
Wasser lassen sich die Polyurethane lösen.
lineare Polyester oder lineare Polyether
+ Diisocyanat wie beispielsweise:
CH3 NCO
NCO

NCO NCO
Toluylen-2,4- Naphthalen-1,5-
diisocyanat diisocyanat
Sie bilden vernetze Strukturen aus.
Brennprobe: Beim Verbrennen von Polyurethanen zeigt sich eine leuchtende Flamme
und es wird ein stechender, unangenehmer Geruch freigesetzt.
Verarbeitungsverfahren: Die Urethan-Komponentengemische werden gegossen.
Anwendungen: Man verwendet Polyurethane zur Herstellung von federnden
Maschinenteilen, Faltenbelägen, Sportplätzen und Skistiefeln.

Quelle: www.chempage.de Seite 24 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

3.1.2 Polyurethan-Schaum (feinporig, weich)


Abkürzung: PUR Abbildung:
Dichte 0,015-0,06g/cm³

physikalische Der Kunststoff ist weich und federnd. Die Gebrauchstemperatur liegt bei
Eigenschaften: 80-100ºC.
chemische Polyurethane sind beständig gegenüber von Benzin, Öl, schwachen
Eigenschaften Säuren sowie Laugen. In starken Laugen und Säuren sowie in heißem
Wasser lassen sich die Polyurethane lösen.
lineare Polyester oder lineare Polyether
+ Diisocyanat wie beispielsweise:
CH3 NCO
NCO

NCO NCO
Toluylen-2,4- Naphthalen-1,5-
diisocyanat diisocyanat
Sie bilden vernetze Strukturen aus.
Brennprobe: Beim Verbrennen von Polyurethanen zeigt sich eine leuchtende Flamme
und es wird ein stechender, unangenehmer Geruch freigesetzt.
Verarbeitungsverfahren: Die Urethan-Komponentengemische werden gegossen.
Anwendungen: Weiche Polyurethan-Schäume werden zum Herstellen von Matratzen,
Polster, Kopfstützen und Schuhsohlen verwendet.

Quelle: www.chempage.de Seite 25 von 59


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3.1.3 Polyurethan-Schaum (feinporig, hart)


Abkürzung: PUR Abbildung:
Dichte 0,03-0,08g/cm³

physikalische Der Kunststoff besitzt in etwa die Härte von Holz und lässt sich leicht
Eigenschaften: brechen. Die Gebrauchstemperatur liegt bei 80-100ºC.
chemische Polyurethane sind beständig gegenüber von Benzin, Öl, schwachen
Eigenschaften Säuren sowie Laugen. In starken Laugen und Säuren sowie in heißem
Wasser lassen sich die Polyurethane lösen.
lineare Polyester oder lineare Polyether
+ Diisocyanat wie beispielsweise:
CH3 NCO
NCO

NCO NCO
Toluylen-2,4- Naphthalen-1,5-
diisocyanat diisocyanat
Sie bilden vernetze Strukturen aus.
Brennprobe: Beim Verbrennen von Polyurethanen zeigt sich eine leuchtende Flamme
und es wird ein stechender, unangenehmer Geruch freigesetzt.
Verarbeitungsverfahren: Die Urethan-Komponentengemische werden gegossen.
Anwendungen: Der Kunststoff wird zur Herstellung von Dämmaterial, Fensterrahmen, Ski
und Tischtennisschlägern verwendet.

Quelle: www.chempage.de Seite 26 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

4. Silikone
4.1.1 Silokonkautschuk
Abkürzung: VMQ Abbildung:
Dichte 1,65-1,75g/cm³

physikalische Kautschuk ist in verschiedenen Konsitenzen herstellbar (von zähflüssig bis


Eigenschaften: hin zu festen und sehr harten Werkteilen). Der Kautschuk zeigt in einem
sehr großen Temperaturbereich ekastische Eigenschaften (-60 bis
+200ºC).
chemische Durch entsprechende Rezepturgestaltungen können die physikalischen
Eigenschaften sowie die chemischen Eigenschaften stark variiert werden. Man so
Silikonkautschuk elektrisch leitend oder resisitent gegenüber bestimmter
Chemikalien machen. Ersetzt man die Reste des Moleküls durch
Fluorgruppen, so erhält man ein Polymer, welches gegenüber von
chlorierten Kohlenwasserstoffen beständig ist. Durch Anhängen von
Phenylgruppen wird der Kunststoff beständiger bei tiefen Temperaturen.

R R R
... Si O Si O Si O ...
R R R
n
R = organische Reste wie -CH3
Siliconkautschuk
Das Polymer ist strahlenartig vernetzt.
Brennprobe: Silikonkautschuk ist schwer entflammbar. Beim verbrennen entstehen
keinerlei toxische Gase und weiße Kieselsäure bleibt als Rückstand übrig.
Verarbeitungsverfahren: Kautschuk wird über Extrusion, Spritzgießen, Kalandieren sowie
Pressvulkanisation verarbeitet.
Anwendungen: Kautschuk eignet sich besonders zur Herstellung von Dichtungsringen,
Schläuchen, elektrischen Isolierungen und als Abformmaterial im
Modellbau.

Quelle: www.chempage.de Seite 27 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

5. Herstellung von Kunststoffen


5.1 Polykondensation
Die Grundlage für Polykondensate sind Monomere mit mindestens zwei funktionelle
Gruppen. Für die Polykondensation eigenen sich besonders Hydroxyl-, Carboxyl-
und Aminogruppen. Zunächst erfogt eine Verknüpfung zu Dimeren, welche sich dann
schließlich zum Polymer verknüpfen. Bei jedem Reaktionsschritt spalten sich ein
kleines Molekül ab (z.B.: Wasser).

5.2 Polymerisation
Grundlage für Polymerisate sind ungesättigte Monomere. Die Reaktion verläuft als
Kettenreaktion, die durch Initiatoren wie Radikale oder Ionen ausgelöst werden. Bei
der radikalischen Polymerisation reagiert ein Radikal mit einem Monomer, wobei ein
neues Radikal entsteht, welches wiederum mit einem Monomer reagieren kann, so
dass sich ein Polymer bildet.

5.3 Polyaddition
Polyaddukte entstehen durch eine Additionsreaktion der Endgruppen der Monomere.
Das setzt voraus, dass die Endgruppe eine Doppelbindung besitz, welche mit einem
bifunktionellen Monomer reagieren kann. Bei dieser Reaktion werden jedoch nicht
wie bei der Polykondensation kleiner Moleküle abgespalten.

Quelle: www.chempage.de Seite 28 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

6. Verarbeitung von Kunststoffen


Urformverfahren
In der technischen Verarbeitung von Kunststoffen spricht man von Formmassen. Dies sind granulat-,
pulverförmige, oder flüssige, verarbeitungsfertige Kunststoffe. Anschließend wird diese formlose
Masse durch Umformverfahren in die gewünschte Position gebracht.
Härtbare Formmassen (Duroplasten) werden zunächst im unvernetzten Zustand in Pressformen
geführt. Unter Wärmezufuhr härtet der Kunststoff aus. Man unterscheidet beim presseverfahren
zwischen verschiedenen Formen: Formpressen, Spritzpressen und Schichtpressen. Ein neueres
Verfahren ist das Spritzgießverfahren.
Flüssige Duroplaste werden auch in Formen ohne Druck gefüllt. Die Aushärtung erfolgt dabei auf
chemischem Wege.
Thermoplastische Formmassen werden über das Spritzgieß-, Extrusions- und Extrusionblasverfahren
verarbeitet. Die feste Formmasse wird in einer so genannten Plastifiziereinheit (Zylinder mit
rotierenden Schnecken) unter Wärmezufuhr in den thermoplastischen Zustandsbereich überführt. Die
Formgebung erfolge dann auf verschiedene Weisen:
Spritzgießen: Die plastische Masse wird durch eine Düse in ein geschlossenes zweiteiliges
Werkzeug gespritzt. Durch Abkühlen im Werkzeug entsteht das Formteil
Extrudieren: Der Thermoplast wird durch eine formgebende Düse (Rohr, Profil, Tafel) in eine
Kalibriervorrichtung und anschließend in ein Kühlbad gefördert. Es entsteht ein formstabiles Extrudat.
Extrusionsblasen: Mit Hilfe eines Extruders wird ein Rohr geformt, welches anschließend in ein
zweiteiliges Werkzeug geführt wird. Dort wird das Rohr abgeschnitten und aufgeblasen. In dem
gekühlten Werkzeug entsteht dann der stabile Hohlkörper.

Umformverfahren.
Schon geformte Thermoplasten können durch erwärmen in eine andere Form gebracht werden. Je
nachdem wie das umzuformende Material beansprucht wird spricht man von:
Biegeformen - Abkanten, Biegen
Druckumformen - Prägen
Zugumformen - Streckziehen
Zug-Druck-Umformen - Tiefzeihen
Problematisch ist das Umformen von amorphen Thermoplasten. Beim Umformen (besonders auch
beim Streckziehen) treten Molekülorientierungen auf, d.h. die mechanischen Eigenschaften erhalten
eine Richtungsabhängigkeit.

Fügeverfahren - Schweißen
Das Verbinden von thermoplastischen Polymeren wird als Kunststoffschweißen bezeichnet. Dabei
wird unter Anwendung von Wärme oder Kraft im thermoplastischen Zustandsbereich geschweißt. Es
kann mit und ohne Zusatzstoffe geschweißt werden. Man unterscheidet je nach Art der Erwärmung
verschiedene Schweißverfahren:
- Warmgasschweißen (Tafeln und Rohre)
- Heitzelementschweißen (Rohre für Wasserleizungen)
- Hochfrequenzschweißen (für PVC weich-Folien und beschichteten Geweben)
- Ultraschallschweißen (Formteile in der Serienfertigung)

Fügeverfahren - Kleben
Klebstoffe sind nichtmetallische Substanzen, welche Körper durch Oberflächenhaftung (Adhäsion)
und innerer Festigkeit (Kohäsion) verbinden können. Die Eignung eines Klebers zum verbinden von
Kunststoffen ist abhängig von den Löslichkeitseigenschaften eines Kunststoffes. Man unterscheidet
beim Kleben zwischen Adhäsions- und Diffusionsklebung.
Adhäsionsklebung: Hier spielen nur die Adhäsionskräfte zwischen Fügeteil und Klebstoff eine Rolle.
Die im Klebstoff enthaltenen Lösemittel greifen den Kunststoff beim Kleben nicht an. Mit
Adhäsionsklebung lassen sich viele Kunststoffe miteinander verbinden (PE, PP, PTFE und SI jedoch nicht).
Diffusionsklebung: Bei der Fügeklebung diffundieren Lösemittel sowie andere Bestandteile des
Klebers in den Kunststoff ein. Man unterscheidet verschiedene Kunststoffkleber. Der Unterschied liegt
darin, wie die Kleber abbinden (physikalisch durch Verdunsten, Abkühlen oder chemische durch eine
Reaktion.

Quelle: www.chempage.de Seite 29 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

B. Praktischer Teil
In diesem Teil des Unterrichtsskriptes werden Versuche beschrieben, welche
theoretisches Wissen festigen sollen und zum Verständnis der Polymerchemie
beitragen sollen.
Die Versuche sind in 3 Kategorien eingeteilt. Im ersten Kapitel geht es um die
charakteristischen Eigenschaften von Kunststoffen und ihre Unterscheidung
aufgrund von physikalischen oder chemischen Merkmalen.
Im zweiten Kapitel bekommen die Schüler die Möglichkeit selbst Polymere
herzustellen. Dies soll zum Verständnis der Synthesemechnismen beitragen.
Das dritte Kapitel behandelt ein aktuelles Thema der Kunststoffchemie – Recycling
von Kunststoffen. Da Kunststoffe aus Erdöl gewonnen werden und die weltweiten
Vorkommen an Erdöl stetig schrumpfen ist es wichtig Recyclingverfahren zu
entwickeln um aus Kunststoffmüll wieder hochwertige und nützliche Produkte zu
fertigen.

1. Versuche zur Charakterisierung von


Kunststoffen
1.1 Brennbarkeit
Brennbarkeit von Kunststoffen
Geräte: Chemikalien:
Bunsenbrenner Polyethylen
Tiegelzange Polyvinylchlorid
brandfest Unterlage eventuell weitere Kunststoffe
Schutzbrille

Durchführung:
Der Kunststoffstreifenstreifen wird mit Hilfe der Tiegelzange in die
leuchtende Bunsenbrennerflamme gehalten. Durch vorsichtiges
Fächeln wird der Geruch festegestellt.

Beobachtung:
Polyethylen entzündet sich in der Bunsenbrennerflamme und beginnt zu tropfen.
Auch nach dem Entfernen der Zündquelle brennt der Kunststoff weiter. Es ist ein
parafinartiger Geruch wahrzunehmen.
In der Flamme brennt PVC mit gelber, rußender Flamme und erlischt nach dem
Entfernen der Zündquelle. Beim Verbrennen wird ein stechender Geruch freigesetzt
(HCl). Die Beilsteinprobe ist bei PVC positiv.

Entsorgung:
Der Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden

Quelle: www.chempage.de Seite 30 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.2 Dichtebestimmung
Dichtebestimmung von Kunststoffen
Geräte: Chemikalien:
Polyethylen
Polystyrol
Becherglas (500ml) Polyvinylchlorid
Phenoplast
Polyester
Polymethylmethaycrylat
Spülmittel, Kochsalz

Durchführung:
Das Becherglas wird zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Anschließend werden einige
Tropfen Spülmittel zugegeben. Die Kunststoffstreifen werden nun in das Wasser
gegeben.
In einem anderen Becherglas werden die Kunststoffstreifen in das Wasser gegeben.
Nun wird vorsichtig Kochsalz zugegeben. Nach und nach tauchen die
Kunststoffstreifen auf. Die Reihenfolge ist zu notieren.

Beobachtung:
Im ersten Versuch schwimmt nur Polyethylen (Dichte 0,92g/cm³)
Im zweiten Versuch schwimmt wiederum Polyethylen. Durch Zugabe des Kochsalzes
wird die Dichte der Lösung erhöht. Es steigen dann auch Polystyrol (Dichte
1,05g/cm³), Polymethylmethacrylat (Dichte 1,18g/cm³), Polyvinylchlorid (Dichte
1,38g/cm³) und Phenoplast (Dichte 1,40g/cm³) auf. Polyester taucht aufgrund seiner
hohen Dichte nicht auf (Dichte 2,00g/cm³).

Entsorgung:
Der Kunststoff kann für weitere Versuche weiter verwendet werden.

1.3 Wärmeleitfähigkeit
Wärmeleitfähigkeit von Kunststoffen
Geräte: Chemikalien:
Metallbecher heißes Wasser.
Kunststoffbecher
Uhr, Thermometer

Durchführung:
Das etwa 70°C heiße Wasser wird in einen Metall- und in einen Kunststoffbecher
gefüllt. Die Temperatur in den Bechern wird jede Minute erfasst. Nach 15min wird der
Versuch abgebrochen. Mit erhaltenen Messwerten werden
Temperaturverlaufskurven in Abhängigkeit von der Zeit erstellt.
Beobachtung:
Das Wasser im Kunststoffbecher kühlt langsamer ab als das Wasser im
Metallbecher.

Quelle: www.chempage.de Seite 31 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

1.4 Löslichkeit
Löslichkeit von Kunststoffen
Geräte: Chemikalien:
Streifen verschiedener Kunststoffe
Bechergläser (100ml)
Lösungsmittel: Aceton, Benzin, Etanol,
Wasser, Essigsäureethylester.

Schutzbrille

Durchführung:
Die Kunststoffe werden für 10min in ein mit dem jeweiligen
Lösungsmittel gefülltes Becherglas gegeben. Anschließend wird
der Kunststoffstreifen herausgenommen und abgetrocknet. Die
Oberfläche des Kunststoffs wird untersucht.

Beobachtung:
Wenn ein Kunststoff in dem Lösungsmittel löslich ist wird die Oberfläche matt.

Quelle: www.chempage.de Seite 32 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2. Versuche zur Herstellung von Kunststoffen


2.1 Herstellung von Acrylglas
Herstellung von Acrylglas
Anmerkungen:
Achtung: Methacrylsäuremethylester ist leicht entzündlich und sollte deshalb von offenen
Zündquellen (Bunsenbrenner) ferngehalten werden. Da die Dämpfe des Esters die Schleimhäute reitzt
sollte der Versuch unter einem Abzug durchgeführt werden.

Geräte: Chemikalien:
Reagenzglas mit Adsorptionsstopfen
Stativ, Muffe, Klemme (Xi, O) Härtepaste 1g
Heizplatte
Becherglas mit Wasser (Wasserbad)
(Xi, F) Methacrylsäuremethylester
Spatel, Uhrglas, Alufolie 10ml
Waage Sudanrote ca. 1 Spatelspitze
Messzylinder
Thermometer (Xi, F) etwas Aceton

Durchführung:
Zunächst füllt man 1g der Härtepaste zusammen mit 10ml
Methacrylsäuremethylester in ein Reagenzglas. Zum Anfärben des
Kunststoffes kann man noch 1 Spatelspitze Sudanrot dem Gemisch zufügen.
Da der verwendete leicht flüchtig ist sollte man ein Adsorptionsstopfen auf das
Reagenzglas setzen (Achtung: Methacrylsäuremethylester ist schädlich für die
Atemwege; den Versuch unbedingt unter dem Abzug durchführen). Nun stellt
man das Reagenzglas in ein 80- 90°C heißes Wasserbad.

Nach etwa 20 Minuten ist die Lösung deutlich viskos geworden und kann zum
Aushärten auf das Uhrglas gegeben werden, welches mit Alufolie bespannt ist. Falls der Kunststoff
schon im Reagenzglas Aushärten sollte, kann man diesen mit Hilfe von etwas Aceton aus dem
Reagenzglas gelöst werden. Nun muss der Kunststoff auf dem Uhrglas aushärten, dazu stellt man das
Uhrglas auf das Becherglas (nicht in das Becherglas!!!). bei circa 90- 100°C kann der Kunststoff nun
aushärten.

Damit das so entstandene Acrylglas vollständig aushärten kann die Heizquelle nach beliebiger Zeit
ausgeschaltet werden. Der Kunststoff sollte anschließend 24 Stunden an der Luft aushärten. Danach
kann die Alufolie vom Kunststoff entfernt werden.

Beobachtung:
Als Produkt erhält man ein Stück hartes und rotes Acrylglas.

Entsorgung:
Der hergestellte Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Welche physikalische Eigenschaften hat dieser Kunststoff?
2. Handelt es sich um ein Thermoplast oder Duroplast? Begründe!
3. Zeichnen Sie einen sinnvollen Polymerausschnitt!

Quelle: www.chempage.de Seite 33 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2.2 Radikalische Polymerisation von Styrol


Radikalische Polymerisation von Styrol
Anmerkungen:
Styrol ist eine farblose, aromatisch riechende Flüssigkeit, welche brennbar und leicht
polarimerisierbar ist. In Wasser lässt sich der Kohlenwasserstoff nur schlecht lösen.
In den Methanol, Ethanol sowie Aceton und Ether hingegen lässt sich Styrol gut
lösen. Die Styrol-Dämpfe reizen die Augen und Schleimhäute.
Polymerisation: Durch Licht-, Wärme- und Sauerstoffeinfluss lassen sich die
Polymerisationsvorgänge beschleunigen. Um diese Polymerisation zu verhindern
werden oft Stabilisatoren wie Cinnamol oder Hydrochinon zugesetzt, welche sich
durch Destillation entfernen lassen. Reines Polystyrol ist sehr spröde und leicht
brüchig. Man verwendet daher oft Copolymere des Styrols.
Als Initiator für die Polymerisation wird bei diesem Versuch die Härtepaste zugesetzt,
welche 50% Benzoylperoxidanteil enthält.

Geräte: Chemikalien:
Reagenzglas
Stativ, Muffe, Klemme
Heizplatte (oder Magnetrührer mit (Xi, O) Härtepaste 2g
Heizplatte), Waage
Becherglas mit Wasser (als Wasserbad)
(Xn) Styrol 10ml
Messzylinder 10ml und 50ml, Glasstab
Thermometer, Holzklammer,
Schutzbrille
Pasteurpipette

Durchführung:
Zunächst muss man die Temperatur eines Wasserbads auf circa
80°C bringen. Danach gibt man 10ml Styrol sowie 2g
Härterpaste in ein Reagenzglas und stellt dieses in das
Wasserbad (in das Stativ einspannen). Mit dem Rührstab sollte
das Gemisch vorsichtig umgerührt werden. Nun muss man die
Temperatur 20 Minuten lang bei 80°C halten. Anschließend setzt
die Reaktion ein welche sich durch heftiges Aufwallen erkennbar
macht.

Beobachtung:
Bei der Reaktion entsteht ein leicht blasiger Stoff

Entsorgung:
Der hergestellte Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Zeichnen Sie einen sinnvollen Ausschnitt des Polystyrols!
2. Handelt es sich um einen Duroplasten oder Thermoplasten? Begründe!
3. Geben Sie die Strukturformel des Benzoylperoxids an!

Quelle: www.chempage.de Seite 34 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2.3 Kationische Polymerisation von Styrol


Kationische Polymerisation von Styrol
Anmerkungen:
Eine kationische Polymerisation kann durch die Anwesenheit von Protonen initiert
werden. Die nötigen Protonen werden in diesem Fall von der Reaktion des
wasserfreien Eisen(III)-chlorids mit Wasser freigesetzt.
FeCl3 + 6H2O [Fe(OH2)6]3+ + 3 Cl- [Fe(OH2)5OH]3+ + 3 Cl- + H+

Geräte: Chemikalien:
2 Reagenzgläser (schwer schmelzbar)
Gasbrenner
Holzklammer (Xn) Styrol 2ml
Spatel, Messzylinder (10ml)

(Xn) Eisen-(III)-chlorid x 6 H2O

(Xi, F) Aceton

Schutzbrille

Durchführung:
Zunächst gibt man eine Spatelspitze kristallwasserhaltiges Eisen-(III)-chlorid in ein
schwer schmelzbares Reagenzglas und erhitzt. Durch das Erhitzen entweicht und
verdampft das Kristallwasser, was sich durch das Beschlagen der
Reagenzglaswände bemerkbar macht. Das kondensierte Wasser sollte größtenteils
mit einem Papiertuch aus der Reagenzglasmündung entfernt werden.
Anschließend muss solange weiter erhitzt werden, bis sich kleine, dunkle,
glänzende Kristalle in der Mitte des Reagenzglases gebildet haben.

Mit einem trockenen Spatel müssen jetzt einige Kristalle in ein zweites schwer schmelzbares
Reagenzglas überführt werden. Jetzt müssen 2ml Styrol hinzu gegeben werden. Das Reagenzglas
wird danach verschlossen und gut geschüttelt, um eine gelbliche Lösung zu erhalten.

Anschließend wird der Stopfen wieder abgenommen und das Reagenzglas wird mehrmals vorsichtig
bei kleiner, blauen Flamme für einige Sekunden erhitzt (Reagenzglas dabei schräg halten). Dabei
sollte man das Reaktionsgemisch genau beobachten. Aufsteigenden Blasen zeigen das Einsetzten
der Reaktion an. Die Reaktion kann unter Umständen sehr heftig verlaufen.

Beobachtung:
Nach dem Abkühlen erstarrt das Gemisch zu einem gelblichen, harzartigen Feststoff.

Entsorgung:
Der hergestellte Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
Formulieren Sie die Reaktionsgleichung für den Ablauf der kationischen Polymerisation von Styrol.

2.4 Copolymerisation von Styrol mit Maleinsäureanhydrid


Copolymerisation von Styrol mit

Quelle: www.chempage.de Seite 35 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Maleinsäureanhydrid
Anmerkungen:
An einer Copolymerisation nehmen zwei oder mehr Monomere teil. Je nach
gewünschter Eigenschaft des Kunstoffs werden die Monomere ausgewählt.
Im folgenden Versuch soll ein alternierender (die beiden Monomere wechseln sich
ab) Kunststoff dargestellt werden.
Aus Experimenten weiss man, dass bei der Polymerisation von Maleinsäure mit
Styrol (unabhängig von der Konzentration) sich 50:50-Polymere bilden. Ein
Überschuss an Styrol führt dazu, dass die Kettenenden mit Styrol besetzt sind und
ein Überschuss an Maleinsäure bleibt aufgrund der geringen Reaktivität zurück. Der
Grund für die Bildung von alternierenden Ketten ist, das zunächst jeweils ein Styrol-
Molekül mit einem Maleinsäure-Molekül reagiert und der entstandene Komplex
radikalisch zur alternierenden Kette verknüpft wird.

Geräte: Chemikalien:
Reagenzglas
Gasbrenner
Holzklammer (Xn) Styrol 2ml
Spatel, Messzylinder (10ml)
(C) Maleinsäureanhydrid 3g

(Xi, F) Aceton

Schutzbrille

Durchführung:
In einem Reagenzglas werden 3g Maleinsäureanhydrid sowie
2ml Styrol vorgelegt. Anschließend wird über kleiner
Bunsenbrennerflamme bis zur Auflösung des
Maleinsäureanhydrids erhitzt. Das Gemisch wird weiter unter
gutem Schütteln (und zeitweiliger Abkühlung) erhitzt.

Wenn das Gemisch zähflüssig wird und sich Blasen bilden wird
der Ansatz endgültig abgekühlt.

Beobachtung:
Nach dem Abkühlen erstarrt das Gemisch zu einem farblosen, harzartigen Feststoff.

Entsorgung:
Der hergestellte Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Geben Sie die Strukturfomel von Styrol sowie von Maleinsäureanhydrid
(Maleinsäure ist Butendisäure) an.
2. Geben Sie einen charakteristischen Ausschnitt aus dem Polymer an.

Quelle: www.chempage.de Seite 36 von 59


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2.5 Polykondensation von Glycerin mit Borsäure


Polykondensation von Glycerin mit Borsäure
Anmerkung:

H H H
HO B OH
HO C C C OH
OH
H OH H
Borsäure 1,2,3-Propantriol

Geräte: Chemikalien:
Spatel, Pipette
Borsäure
Schwer schmelzbares Reagenzglas,
wasserfreies Glycerin, Propantriol
Siedesteinchen
Gasbrenner
Schutzbrille
dünner Holzspan, Holzklammer

Durchführung:
Zunächst wird das Reagenzglas 1cm hoch mit Borsäure gefüllt
und zusammen mit der gleichen Menge an Glycerin gut
durchgeschüttelt. Dabei wird das Gemisch solange leicht erwärm
bis sich eine klare Lösung bildet. Dazu gibt man ein
Siedesteinchen und erwärmt das Gemisch über entleuchteter
Flamme. Dabei sollte das Reagenzglas waagerechte gehalten
werden. Nach 5 Minuten wird die Flüssigkeit gelblich und zäh.

Beobachtung:
Aus dem gelben, zähflüssigen Produkt lassen sich nachdem Abkühlen mit Hilfe eines
Holzstabes Fäden ziehen.

Entsorgung:
Das Reagenzglas mit dem Kondensat kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt
werden

Aufgaben:
1. Geben Sie die Strukturformel für Borsäure und Glycerin an.
2. Aus Borsäure und Glycerin entsteht ein vernetzter Polyester. Gib einen sinnvollen
Formelausschnitt des Makromoleküls an.

Quelle: www.chempage.de Seite 37 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2.6 Herstellung von weich PVC


Herstellung von weich PVC
Anmerkungen:
PVC ist im Handel als weich und als Hart-PVC
O C2H5 erhältlich. Hart-PVC ist chemikalienbeständig und
O C C C C C CH3 korrosionsfest. Weich-PVC wird in Bodenplatten und
H2 H H2 H2 H2 Folien eingesetzt. Der weiche Kunststoff wird
H gewonnen indem man das PVC-Pulber bei
O C C C C C CH3
H2 H H H Temperaturen von 150-200°C mit Weichmachern
O C2H5 2 2 2 wie Dioctylterephthalat versetzt. Diese Weichmacher
schieben Alkylreste zwischen die PVC-Ketten und
Dioctylphthalat verringern somit die Wechselwirkungen zwischen
den langen Polymerketten.
1987 stellte die Stiftung Warentest fest, dass Weichmachermolekülen in den Lebensmitteln
zu finden sind, welche mit PVC eingepackt waren (vor allem bei fetthaltigen Lebensmitteln).

Geräte: Chemikalien:
PVC-Pulver
Porzellanschale, Holzspatel Dioctylphthalat (=Weichmacher)
Heizplatte Silokonöl
Dreibein, Ceranplatte
2 Zangen F Aceton
Messzylinder (25ml), Waage, Papiertücher
Schutzbrille

Durchführung:
Der Versuch sollte im Abzug durchgeführt werden. 9g des PVC-
Pulvers und 6g des Weichmachers werden in einer
Porzellanschale verrührt, bis ein gleichmäßiger Brei entstanden
ist.
Anschließend wird die Ceranfläche mit dem Silikonöl bestrichen
und auf die Heizplatte gelegt. Die Farblose PVC-Masse wird auf
die Ceranfläche gegossen und es wird bis maximal 150°C erhitzt.
Die Massse sollte solange erhitzt weden, bis sie transparent ist,
anschließend entfernt man die Hitzequelle. Die Folie kann nach dem Abkühlen von
der Ceranplatte gezogen werden.

Beobachtung:
Man erhält eine lederartige, transparente Folie.

Entsorgung:
Die Produkte können zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Zeigen Sie die Wirkungsweise des Weichmachers an Hand der Strukturformel.
2. Informieren Sie sich über die Verwendung des weich PVC.
3. Inwiefern ist PVC aus Umweltaspekten ein problematischer Kunststoff?

Quelle: www.chempage.de Seite 38 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

2.7 Funktionsweise eines Superabsorbers


Die Funktionsweise von Superabsorber
Anmerkungen
Superabsorber sind Natallsalze einer Polysäure. In diesem Experiment wurde das Natriumsalz der
Polyacrylsäure verwendet. Sie sind lange vernetzte Polymere die aus einigen hundert Monomeren
aufgebaut sind. Superabsorber sind Natallsalze einer Polysäure. In diesem Experiment wurde das
Natriumsalz der Polyacrylsäure verwendet. Sie sind lange vernetzte Polymere die aus einigen hundert
Monomeren aufgebaut sind.
Funktionsweise: Gibt man den Superabsorber in Wasser so löst sich sofort das Natrium-Kation von
der Polyacrylsäure. Dieser Vorgang stellt ein chemisches Gleichgewicht dar, welches in destilliertem
Wasser stark auf der Seite der Produkte (Polyacrylsäure-Anion und Natrium-Kation) liegt.

Dadurch entsteht ein langes Polymehr mit vielen negativ geladenen Carboxylgruppen. Da die
umgebenen Wassermoleküle Dipole darstellen lagern diese sich (mit den Wasserstoffatomen) an das
Makromolekül an, den Vorgang des Anhaftens bezeichnet man auch als Absorbtion. Der
Absorbtionsvorgang ist beendet, wenn durch sterische Gründe ein weiteres Anlagern
Wassermolekülen verhindert wird.

Im Experiment mit der Kochsalzlösung wird das oben beschriebene Gleichgewicht in Richtung der
Edukte verschoben. Dies liegt daran, dass eine hohe Konzentration an Natrium-Kationen vorliegt,
sodass diese die hohe Ladungsdichte am Polymer durch Anlagerung ausgleichen. Somit wird die
Absorbtion des Wassers verhindert.

Geräte: Chemikalien:
Superabsorber (2 Spatel)
2 Bechergläser destilliertes Wasser
5%-ige Kochsalzlösung

Durchführung:
Es wird ein Becherglas mit 100ml destilliertem Wasser und ein
Becherglas mit 5%-iger Kochsalzlösung (100ml) vorbereitet.
Danach gibt man in jedes Becherglas einen Spatel
Superabsorber.

Beobachtung:
Nach einigen Sekunden ist das Wasser im ersten Becherglas zu einer festen
geleartigen Masse ersteift, das Wasser ist somit absorbiert worden. Im zweiten
Becherglas (mit NaCl) hingegen ist keine Absorption des Wassers erfolgt.

Entsorgung:
Die Produkte können zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Vergleichen Sie das Aufnahmevermögen für destilliertes Wasser und
Kochsalzlösung. Geben Sie eine Erklärung für die beobachtete Abweichung.
2. Zeichnen Sie die Strukturformel eines Polyacrylsäure-Monomers.

Quelle: www.chempage.de Seite 39 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

3. Recycling von Kunststoffen


3.1 Rückgewinnung von Methacrylsäuremethylester
Rückgewinnung von Methacrylsäuremethylester
Anmerkungen:
Methacrylsäuremethylester ist eines der wenigen Polyolefine, welches sich durch
Zuführen von thermischer Energie in seine Monomere spalten lässt. Bereits bei einer
Temperatur von 150°C setzt die Zersetzung ein, welche bei Temperaturen oberhalb
von 300°C quantitativ durchgeführt werden kann. Durch Destillation kann der Ester
dann gereinigt werden. Der entstandene Methacrylsäuremethylester kann dann zur
Herstellung von hochwertigen Kunststoffprodukten per Polymerisation eingesetzt
werden.

Geräte: Chemikalien:
2 Reagenzgläser
Gasbrenner, Holzklammer
passender durchbohrter Stopfen 10g zerkleinerte
rechtwinklig gebogenes Glasrohr Polymethacrylsäuremethylester-Reste
Becherglas mit kaltem Wasser (zur (z.B. Kfz-Rückleuchten)
Kühlung)

Durchführung:
Diesen Versuch sollte man am besten in einem Abzug durchführen.

Zunächst füllt man 10g der Kfz-Rückleuchten in ein Reagenzglas. Danach wird der
durchbohhrte Stopfen mit dem rechtwinkligen Glasrohr aufgesetzt. Nun wird das
Reagenzglas langsam erhitzt. Die Gase werden in einem zweiten Reagenzglas
aufgefangen, welches sich in einem Wasser gefüllten Becherglas steht. Wenn sich
an einigen stellen blasige Schmelzen gebildet haben erhitzt man stärker. Um eine
stärkeres Schäumen zu vermeiden beginnt man mit der Pyrolyse am oberen Teil des
Reagenzglases.

Beobachtung:
Es bildet sich eine sehr stark riechende Flüssigkeit im zweiten Reagenzglas.

Entsorgung:
Die für die Depolymerisation verwendeten Reagenzgläser sollten gut verschlossen
aufgehoben werden, um sie für diesen Versuch wieder zu verwenden. Der
gewonnene Ester wird wieder polymerisiert (siehe Herstellung von Acrylglas). Das
dabei entstehende Polymerisat kann mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:

Quelle: www.chempage.de Seite 40 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

3.2 Recycling eines Polyesters durch Hydrolyse


Recycling eines Polyesters durch Hydrolyse
Geräte: Chemikalien:

Magnetrührer mit Rührfisch


Heizpilz, Rundkolben (250ml) C Salzsäure (32%ig)
Zweihalsaufsatz, Rückflusskühler
Saugflasche, Nutsche, Filterpapier F Ethanol 45ml
Messzylinder (100ml)
Becherglas (400ml)
Wasserstrahlpumpe C Natriumhydroxid 18g
Schere
Stoffreste aus Trevira destilliertes Wasser

Durchführung:
Zunächst muss eine Apparatur aufgebaut werden, in der das Gemisch unter
Rückfluss gekocht werden kann.
Anschließend werden 18g Natriuhydroxid gelöst in 90ml Wasser und 45ml Ethanol im
Rundkolben vorgelegt. Unter Rühren wird bis zum Sieden erhitzt und 3g zerkleinerter
Stoffrest (Trevira). Die Zugabe des Stoffes kann durch den zweiten Ansatz der
Zweihalsaufsatzes geschehen.
Nach 20min werden weitere 3g des Stoffes zugesetzt. Der Vorgang wird insgesamt
5mal durchgeführt.
Nach der letzten Zugabe wird der Ansatz für 30min gekocht und anschließend in ein
Becherglas überführt. Es wird nun soviel Wasser hinzu gegeben bis sich das
Natriumsalz der Terephthalatsäure gerade wieder auflöst.
Mit konzentrierter Salzsäure wird der Ansatz nun vorsichtig angesäuert. Beim
Ansäuern fällt die Terephthalatsäure als farbloser Feststoff aus. Der Feststoff wird
nun abfiltriert.

Beobachtung:
Beim Ansäuern fällt ein farbloser Feststoff aus.

Entsorgung:
Die Lösungen werden neutralisiert und über das Waschbecken entsorgt. Die
benutzten Geräte sind mit destilliertem Wasser zu reinigen.

Aufgaben:
1. Formulieren Sie einen Polymerausschnitt.
2. Geben Sie die Strukturformeln der Monomere an.

Quelle: www.chempage.de Seite 41 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

3.3 Recycling von Styropor


Recycling von Styropor
Geräte: Chemikalien:
Gasbrenner
Dreibein mit Drahtnetz
großes Becherglas (800ml) Styropor
Tee-Ei aus Metall
Korkstopfen
Stativmaterial
Siedesteinchen

Durchführung:
Das Styropor wird zerkleinert. Anschließend werden die Styropor Bruchstücke in das
Tee-Ei gefüllt (sodass sich das Tee-Ei gerade noch unter leichtem Druck schließen
lässt). Der Korkstopfen wird nun so am Griff des Tee-Eis angebracht, dass es nicht
bei Erwärmung nachgibt.
Das Becherglas wird zu einem Drittel mit Wasser gefüllt und zum Sieden
(Siedesteinchen) erhitzt. Mit Hilfe eines Stativs wird das Tee-Ei nun so im Becherglas
befestigt, dass es über der Wasseroberfläche dem heißen Wasserdampf ausgesetzt
ist.
Nach 5 Minuten wird das Tee-Ei entfernt und abgekühlt.

Beobachtung:
Man erhält eine Styroporkugel deren Oberfläche nicht ganz glatt ist. Je feiner die
mechanische Zerkleinerung des Styropors erfolgt, umso glatter wird dir Kugel.

Entsorgung:
Die Produkte können zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:

Quelle: www.chempage.de Seite 42 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

C. Anhang: Kopiervorlagen
Grundwissen
Grundwissen: Kunststoffe
Grundwissen: Herstellung von Kunststoffen

Arbeitsanleitungen
1. Versuche zur Charakterisierung von Kunststoffen
1.1 Brennbarkeit
1.2 Dichtebestimmung
1.3 Wärmeleitfähigkeit
1.4 Löslichkeit

2. Versuche zur Herstellung von Kunststoffen


2.1 Herstellung von Acrylglas
2.2 Radikalische Polymerisation von Styrol
2.3 Kationische Polymerisation von Styrol
2.4 Copolymerisation von Styrol mit Maleinsäureanhydrid
2.5 Polykondensation von Glycerin mit Borsäure
2.6 Herstellung von weich PVC
2.7 Funktionsweise eines Superabsorbers

3. Recycling von Kunststoffen


3.1 Rückgewinnung von Methacrylsäuremethylester
3.2 Recycling eines Polyesters durch Hydrolyse
3.3 Recycling von Styropor

Quelle: www.chempage.de Seite 43 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Grundwissen: Kunststoffe

Kunststoffe sind Makromoleküle, welche durch Verknüpfung von vielen kleineren Moleküle entstanden
sind. Die einzelnen Bausteine eines Kunststoffes nennt man Monomere, entsprechend bezeichnend
man ein ketten- oder netzförmige Verknüpfung der Monomere als Polymere.

Kunststoffe sind aufgrund ihrer vielfältigen Eigenschaften in nahezu allen Bereichen des täglichen
Lebens zu finden. So besteht beispielsweise ein Großteil der Innenverkleidung im Automobil aus
Kunststoff oder Gerbrauchgegenstände wie Zahnbürste, Schwamm und Besen bestehen aus
Kunststoff.

Kunststoffe lassen sich aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften und ihrer chemischen Struktur in
drei Klassen einteilen.

Thermoplaste: Thermoplaste sind lange fadenförmige und


unverzweigte sowie vernetzte Polymere. Sie lassen sich durch
Erwärmen leicht formbar machen. Die unterschiedlich langen
Polymer-Stränge werden von physikalischen Wechselwirkungen wie
die Van-der-Waal-Kräfte und Wasserstoffbrückenbindungen
zusammen gehalten. Geraten die Moleküle beim Erhitzen in
Schwingung, so können die oben beschriebenen Wechselwirkungen
aufgehoben werden und der Kunststoff wird formbar. Diese
besonderen Eigenschaften der Thermoplaste werden in der
technischen Verarbeitung von Kunststoffen ausgenutzt.

Duroplast: Bei Duroplasten sind die Monomere netzartig mit


einander Verknüpft. Im Gegensatz zu den Thermoplasten liegen
hier nicht nur physikalische Wechselwirkungen der einzelnen
Polymerstränge vor, sondern es bestehen reale Atombindungen
zwischen den verschiedenen Strängen des Makromoleküls. Es
bildet sicht somit eine Netzstruktur. Da die Atombindungen nicht
so leicht durch Hitze zu Spalten sind wie die Wechselwirkungen
bei Thermoplasten, sind Duroplasten auch bei höheren
Temperaturen in ihrer Struktur unverändert und formstabil. Bei
sehr hohen Temperaturen zerreißt das Netz, das heißt die
Atombindungen werden gespalten und der Kunststoff zersetzt
sich in kleinere Moleküle, welche dann mit dem Luftsauerstoff
reagieren. Der Kunststoff verkohlt also bei hohen Temperaturen
und seine ursprüngliche Struktur ist nicht wieder herstellbar.

Elastomere: Elastomere sind Kunststoffe, die sich bei mechanischer


Belastung wie Gummi verhalten. Sie lassen sich bei Raumtemperatur
durch Druck oder Zug verformen und kehren aufgrund ihrer hohen
Elastizität in ihre vorherige Struktur zurück. Die Polymerstränge eines
Elastomers sind wie Duroplasten mit realen Atombindungen verknüpft.
Jedoch ist die Netzstruktur der Elastomere weitmaschiger. Erwärmt
man Elastomere im gespannten Zustand, so stellt man fest, dass sich
der Kunststoff zusammen zieht. Der Grund dafür liegt in der stärkeren
Schwingung der Netzfäden bei hohen Temperaturen. Die Netzknoten
rücken dabei näher aneinander. Bei sehr starkem Erhitzen verhalten
sich Elastomere ähnlich wie Duroplasten.

Quelle: www.chempage.de Seite 44 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Grundwissen: Herstellung von Kunststoffen

Kunststoffe sind Polymere die durch die Verknüpfung vieler kleiner Monomere
entstehen. Die Monomere bestimmen aufgrund ihres Aufbaus und chemischen
Eigenschaften die Gesamteigenschaft des späteren Makromoleküls. Die Synthese
von Kunststoffen kann auf drei verschiedene weisen erfolge:

Polykondensation: Die Grundlage für Polykondensate sind Monomere mit


mindestens zwei funktionelle Gruppen. Für die Polykondensation eigenen sich
besonders Hydroxyl-, Carboxyl- und Aminogruppen. Zunächst erfogt eine
Verknüpfung zu Dimeren, welche sich dann schließlich zum Polymer verknüpfen. Bei
jedem Reaktionsschritt spalten sich ein kleines Molekül ab (z.B.: Wasser).

Polymerisation: Grundlage für Polymerisate sind ungesättigte Monomere. Die


Reaktion verläuft als Kettenreaktion, die durch Initiatoren wie Radikale oder Ionen
ausgelöst werden. Bei der radikalischen Polymerisation reagiert ein Radikal mit
einem Monomer, wobei ein neues Radikal entsteht, welches wiederum mit einem
Monomer reagieren kann, so dass sich ein Polymer bildet.

Polyaddition: Polyaddukte entstehen durch eine Additionsreaktion der Endgruppen


der Monomere. Das setzt voraus, dass die Endgruppe eine Doppelbindung besitz,
welche mit einem bifunktionellen Monomer reagieren kann. Bei dieser Reaktion
werden jedoch nicht wie bei der Polykondensation kleiner Moleküle abgespalten.

Quelle: www.chempage.de Seite 45 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Brennbarkeit von Kunststoffen


Geräte: Chemikalien:
Bunsenbrenner Polyethylen
Tiegelzange Polyvinylchlorid
brandfest Unterlage eventuell weitere Kunststoffe
Schutzbrille

Durchführung:
Der Kunststoffstreifenstreifen wird mit Hilfe der Tiegelzange in die
leuchtende Bunsenbrennerflamme gehalten. Durch vorsichtiges
Fächeln wird der Geruch festegestellt.

Beobachtung:

Entsorgung:
Der Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden

Dichtebestimmung von Kunststoffen


Geräte: Chemikalien:
Polyethylen
Polystyrol
Becherglas (500ml) Polyvinylchlorid
Phenoplast
Polyester
Polymethylmethaycrylat
Spülmittel, Kochsalz

Durchführung:
Das Becherglas wird zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Anschließend werden einige Tropfen Spülmittel
zugegeben. Die Kunststoffstreifen werden nun in das Wasser gegeben.
In einem anderen Becherglas werden die Kunststoffstreifen in das Wasser gegeben. Nun wird
vorsichtig Kochsalz zugegeben. Nach und nach tauchen die Kunststoffstreifen auf. Die Reihenfolge ist
zu notieren.

Beobachtung:

Entsorgung:
Der Kunststoff kann für weitere Versuche weiter verwendet werden.

Quelle: www.chempage.de Seite 46 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Wärmeleitfähigkeit von Kunststoffen


Geräte: Chemikalien:
Metallbecher heißes Wasser.
Kunststoffbecher
Uhr, Thermometer

Durchführung:
Das etwa 70°C heiße Wasser wird in einen Metall- und in einen Kunststoffbecher
gefüllt. Die Temperatur in den Bechern wird jede Minute erfasst. Nach 15min wird der
Versuch abgebrochen. Mit erhaltenen Messwerten werden
Temperaturverlaufskurven in Abhängigkeit von der Zeit erstellt.

Beobachtung:

Löslichkeit von Kunststoffen


Geräte: Chemikalien:
Streifen verschiedener Kunststoffe
Bechergläser (100ml)
Lösungsmittel: Aceton, Benzin, Etanol,
Wasser, Essigsäureethylester.

Schutzbrille

Durchführung:
Die Kunststoffe werden für 10min in ein mit dem jeweiligen
Lösungsmittel gefülltes Becherglas gegeben. Anschließend wird
der Kunststoffstreifen herausgenommen und abgetrocknet. Die
Oberfläche des Kunststoffs wird untersucht.

Beobachtung:

Quelle: www.chempage.de Seite 47 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Herstellung von Acrylglas


Geräte: Chemikalien:
Reagenzglas mit Adsorptionsstopfen
Stativ, Muffe, Klemme (Xi, O) Härtepaste 1g
Heizplatte
Becherglas mit Wasser (Wasserbad) (Xi, F) Methacrylsäure-
Spatel, Uhrglas, Alufolie methylester 10ml
Waage Sudanrote ca. 1 Spatelspitze
Messzylinder
Thermometer
(Xi, F) etwas Aceton

Durchführung:
Zunächst füllt man 1g der Härtepaste zusammen mit 10ml
Methacrylsäuremethylester in ein Reagenzglas. Zum Anfärben
des Kunststoffes kann man noch 1 Spatelspitze Sudanrot dem
Gemisch zufügen. Da der verwendete leicht flüchtig ist sollte
man ein Adsorptionsstopfen auf das Reagenzglas setzen
(Achtung: Methacrylsäuremethylester ist schädlich für die
Atemwege; den Versuch unbedingt unter dem Abzug
durchführen). Nun stellt man das Reagenzglas in ein 80- 90°C
heißes Wasserbad.

Nach etwa 20 Minuten ist die Lösung deutlich viskos geworden und kann zum
Aushärten auf das Uhrglas gegeben werden, welches mit Alufolie bespannt ist. Falls
der Kunststoff schon im Reagenzglas Aushärten sollte, kann man diesen mit Hilfe
von etwas Aceton aus dem Reagenzglas gelöst werden. Nun muss der Kunststoff auf
dem Uhrglas aushärten, dazu stellt man das Uhrglas auf das Becherglas (nicht in das
Becherglas!!!). bei circa 90- 100°C kann der Kunststoff nun aushärten.

Damit das so entstandene Acrylglas vollständig aushärten kann die Heizquelle nach
beliebiger Zeit ausgeschaltet werden. Der Kunststoff sollte anschließend 24 Stunden
an der Luft aushärten. Danach kann die Alufolie vom Kunststoff entfernt werden.

Beobachtung:

Entsorgung:
Der hergestellte Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Welche physikalische Eigenschaften hat dieser Kunststoff?
2. Handelt es sich um ein Thermoplast oder Duroplast? Begründe!
3. Zeichnen Sie einen sinnvollen Polymerausschnitt!

Quelle: www.chempage.de Seite 48 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Radikalische Polymerisation von Styrol


Geräte: Chemikalien:
Reagenzglas
Stativ, Muffe, Klemme
Heizplatte (oder Magnetrührer mit (Xi, O) Härtepaste 2g
Heizplatte), Waage
Becherglas mit Wasser (als Wasserbad) (Xn) Styrol 10ml
Messzylinder 10ml und 50ml, Glasstab
Thermometer, Holzklammer, Schutzbrille
Pasteurpipette

Durchführung:
Zunächst muss man die Temperatur eines Wasserbads auf circa
80°C bringen. Danach gibt man 10ml Styrol sowie 2g
Härterpaste in ein Reagenzglas und stellt dieses in das
Wasserbad (in das Stativ einspannen). Mit dem Rührstab sollte
das Gemisch vorsichtig umgerührt werden. Nun muss man die
Temperatur 20 Minuten lang bei 80°C halten. Anschließend setzt
die Reaktion ein welche sich durch heftiges Aufwallen erkennbar
macht.

Beobachtung:

Entsorgung:
Der hergestellte Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Zeichnen Sie einen sinnvollen Ausschnitt des Polystyrols!
2. Handelt es sich um einen Duroplasten oder Thermoplasten? Begründe!
3. Geben Sie die Strukturformel des Benzoylperoxids an!

Quelle: www.chempage.de Seite 49 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Kationische Polymerisation von Styrol


Geräte: Chemikalien:
2 Reagenzgläser (schwer schmelzbar)
Gasbrenner
Holzklammer (Xn) Styrol 2ml
Spatel, Messzylinder (10ml)
(Xn) Eisen-(III)-chlorid x 6 H2O

(Xi, F) Aceton

Schutzbrille

Durchführung:
Zunächst gibt man eine Spatelspitze
kristallwasserhaltiges Eisen-(III)-chlorid in ein schwer
schmelzbares Reagenzglas und erhitzt. Durch das
Erhitzen entweicht und verdampft das Kristallwasser, was
sich durch das Beschlagen der Reagenzglaswände
bemerkbar macht. Das kondensierte Wasser sollte
größtenteils mit einem Papiertuch aus der
Reagenzglasmündung entfernt werden. Anschließend
muss solange weiter erhitzt werden, bis sich kleine,
dunkle, glänzende Kristalle in der Mitte des
Reagenzglases gebildet haben.

Mit einem trockenen Spatel müssen jetzt einige Kristalle in ein zweites schwer
schmelzbares Reagenzglas überführt werden. Jetzt müssen 2ml Styrol hinzu
gegeben werden. Das Reagenzglas wird danach verschlossen und gut geschüttelt,
um eine gelbliche Lösung zu erhalten.

Anschließend wird der Stopfen wieder abgenommen und das Reagenzglas wird
mehrmals vorsichtig bei kleiner, blauen Flamme für einige Sekunden erhitzt
(Reagenzglas dabei schräg halten). Dabei sollte man das Reaktionsgemisch genau
beobachten. Aufsteigenden Blasen zeigen das Einsetzten der Reaktion an. Die
Reaktion kann unter Umständen sehr heftig verlaufen.

Beobachtung:

Entsorgung:
Der hergestellte Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
Formulieren Sie die Reaktionsgleichung für den Ablauf der kationischen
Polymerisation von Styrol.

Quelle: www.chempage.de Seite 50 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Copolymerisation von Styrol mit


Maleinsäureanhydrid
Geräte: Chemikalien:
Reagenzglas
Gasbrenner
Holzklammer (Xn) Styrol 2ml
Spatel, Messzylinder (10ml)
(C) Maleinsäureanhydrid 3g

(Xi, F) Aceton

Schutzbrille

Durchführung:
In einem Reagenzglas werden 3g Maleinsäureanhydrid sowie
2ml Styrol vorgelegt. Anschließend wird über kleiner
Bunsenbrennerflamme bis zur Auflösung des
Maleinsäureanhydrids erhitzt. Das Gemisch wird weiter unter
gutem Schütteln (und zeitweiliger Abkühlung) erhitzt.

Wenn das Gemisch zähflüssig wird und sich Blasen bilden wird
der Ansatz endgültig abgekühlt.

Beobachtung:

Entsorgung:
Der hergestellte Kunststoff kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Geben Sie die Strukturfomel von Styrol sowie von Maleinsäureanhydrid
(Maleinsäure ist Butendisäure) an.
2. Geben Sie einen charakteristischen Ausschnitt aus dem Polymer an.

Quelle: www.chempage.de Seite 51 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Polykondensation von Glycerin mit Borsäure


Geräte: Chemikalien:
Spatel, Pipette
Schwer schmelzbares Reagenzglas, (C) Borsäure
Siedesteinchen wasserfreies Glycerin, Propantriol
Gasbrenner
dünner Holzspan, Holzklammer Schutzbrille

Durchführung:
Zunächst wird das Reagenzglas 1cm hoch mit Borsäure gefüllt
und zusammen mit der gleichen Menge an Glycerin gut
durchgeschüttelt. Dabei wird das Gemisch solange leicht erwärm
bis sich eine klare Lösung bildet. Dazu gibt man ein
Siedesteinchen und erwärmt das Gemisch über entleuchteter
Flamme. Dabei sollte das Reagenzglas waagerechte gehalten
werden. Nach 5 Minuten wird die Flüssigkeit gelblich und zäh.

Beobachtung:

Entsorgung:
Das Reagenzglas mit dem Kondensat kann zusammen mit dem Hausmüll entsorgt
werden

Aufgaben:
1. Geben Sie die Strukturformel für Borsäure und Glycerin an.
2. Aus Borsäure und Glycerin entsteht ein vernetzter Polyester. Gib einen sinnvollen
Formelausschnitt des Makromoleküls an.

Quelle: www.chempage.de Seite 52 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Herstellung von weich PVC


Geräte: Chemikalien:
PVC-Pulver
Porzellanschale, Holzspatel Dioctylphthalat (=Weichmacher)
Heizplatte Silokonöl
Dreibein, Ceranplatte
2 Zangen F Aceton
Messzylinder (25ml), Waage, Papiertücher
Schutzbrille

Durchführung:
Der Versuch sollte im Abzug durchgeführt werden. 9g des PVC-
Pulvers und 6g des Weichmachers werden in einer
Porzellanschale verrührt, bis ein gleichmäßiger Brei entstanden
ist.
Anschließend wird die Ceranfläche mit dem Silikonöl bestrichen
und auf die Heizplatte gelegt. Die Farblose PVC-Masse wird auf
die Ceranfläche gegossen und es wird bis maximal 150°C erhitzt.
Die Massse sollte solange erhitzt weden, bis sie transparent ist,
anschließend entfernt man die Hitzequelle. Die Folie kann nach dem Abkühlen von
der Ceranplatte gezogen werden.

Beobachtung:

Entsorgung:
Die Produkte können zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Zeigen Sie die Wirkungsweise des Weichmachers an Hand der Strukturformel.
2. Informieren Sie sich über die Verwendung des weich PVC.
3. Inwiefern ist PVC aus Umweltaspekten ein problematischer Kunststoff?

Quelle: www.chempage.de Seite 53 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Die Funktionsweise von Superabsorber


Geräte: Chemikalien:
Superabsorber (2 Spatel)
2 Bechergläser destilliertes Wasser
5%-ige Kochsalzlösung

Durchführung:
Es wird ein Becherglas mit 100ml destilliertem Wasser und ein
Becherglas mit 5%-iger Kochsalzlösung (100ml) vorbereitet.
Danach gibt man in jedes Becherglas einen Spatel
Superabsorber.

Beobachtung:

Entsorgung:
Die Produkte können zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Aufgaben:
1. Vergleichen Sie das Aufnahmevermögen für destilliertes Wasser und
Kochsalzlösung. Geben Sie eine Erklärung für die beobachtete Abweichung.
2. Zeichnen Sie die Strukturformel eines Polyacrylsäure-Monomers.

Quelle: www.chempage.de Seite 54 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Rückgewinnung von Methacrylsäuremethylester


Geräte: Chemikalien:
2 Reagenzgläser
Gasbrenner, Holzklammer
passender durchbohrter Stopfen 10g zerkleinerte
rechtwinklig gebogenes Glasrohr Polymethacrylsäuremethylester-Reste
Becherglas mit kaltem Wasser (zur (z.B. Kfz-Rückleuchten)
Kühlung)

Durchführung:
Diesen Versuch sollte man am besten in einem Abzug durchführen.

Zunächst füllt man 10g der Kfz-Rückleuchten in ein Reagenzglas. Danach wird der
durchbohrte Stopfen mit dem rechtwinkligen Glasrohr aufgesetzt. Nun wird das
Reagenzglas langsam erhitzt. Die Gase werden in einem zweiten Reagenzglas
aufgefangen, welches sich in einem Wasser gefüllten Becherglas steht. Wenn sich
an einigen stellen blasige Schmelzen gebildet haben erhitzt man stärker. Um eine
stärkeres Schäumen zu vermeiden beginnt man mit der Pyrolyse am oberen Teil des
Reagenzglases.

Beobachtung:

Entsorgung:
Die für die Depolymerisation verwendeten Reagenzgläser sollten gut verschlossen
aufgehoben werden, um sie für diesen Versuch wieder zu verwenden. Der
gewonnene Ester wird wieder polymerisiert (siehe Herstellung von Acrylglas). Das
dabei entstehende Polymerisat kann mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Quelle: www.chempage.de Seite 55 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Recycling eines Polyesters durch Hydrolyse


Geräte: Chemikalien:

Magnetrührer mit Rührfisch


Heizpilz, Rundkolben (250ml) C Salzsäure (32%ig)
Zweihalsaufsatz, Rückflusskühler
Saugflasche, Nutsche, Filterpapier F Ethanol 45ml
Messzylinder (100ml)
Becherglas (400ml)
Wasserstrahlpumpe C Natriumhydroxid 18g
Schere
Stoffreste aus Trevira destilliertes Wasser

Durchführung:
Zunächst muss eine Apparatur aufgebaut werden, in der das Gemisch unter
Rückfluss gekocht werden kann.
Anschließend werden 18g Natriuhydroxid gelöst in 90ml Wasser und 45ml Ethanol im
Rundkolben vorgelegt. Unter Rühren wird bis zum Sieden erhitzt und 3g zerkleinerter
Stoffrest (Trevira). Die Zugabe des Stoffes kann durch den zweiten Ansatz der
Zweihalsaufsatzes geschehen.
Nach 20min werden weitere 3g des Stoffes zugesetzt. Der Vorgang wird insgesamt
5mal durchgeführt.
Nach der letzten Zugabe wird der Ansatz für 30min gekocht und anschließend in ein
Becherglas überführt. Es wird nun soviel Wasser hinzu gegeben bis sich das
Natriumsalz der Terephthalatsäure gerade wieder auflöst.
Mit konzentrierter Salzsäure wird der Ansatz nun vorsichtig angesäuert. Beim
Ansäuern fällt die Terephthalatsäure als farbloser Feststoff aus. Der Feststoff wird
nun abfiltriert.

Beobachtung:

Entsorgung:
Die Lösungen werden neutralisiert und über das Waschbecken entsorgt. Die
benutzten Geräte sind mit destilliertem Wasser zu reinigen.

Aufgaben:
1. Formulieren Sie einen Polymerausschnitt.
2. Geben Sie die Strukturformeln der Monomere an.

Quelle: www.chempage.de Seite 56 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Recycling von Styropor


Geräte: Chemikalien:
Gasbrenner
Dreibein mit Drahtnetz
großes Becherglas (800ml) Styropor
Tee-Ei aus Metall
Korkstopfen
Stativmaterial
Siedesteinchen

Durchführung:
Das Styropor wird zerkleinert. Anschließend werden die Styropor Bruchstücke in das
Tee-Ei gefüllt (sodass sich das Tee-Ei gerade noch unter leichtem Druck schließen
lässt). Der Korkstopfen wird nun so am Griff des Tee-Eis angebracht, dass es nicht
bei Erwärmung nachgibt.
Das Becherglas wird zu einem Drittel mit Wasser gefüllt und zum Sieden
(Siedesteinchen) erhitzt. Mit Hilfe eines Stativs wird das Tee-Ei nun so im Becherglas
befestigt, dass es über der Wasseroberfläche dem heißen Wasserdampf ausgesetzt
ist.
Nach 5 Minuten wird das Tee-Ei entfernt und abgekühlt.

Beobachtung:

Entsorgung:
Die Produkte können zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Quelle: www.chempage.de Seite 57 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Folie charakteristische Polymerausschnitte einiger


Kunststoffe (1/2)
Kunststoff Strukturformel
Polyethylen H H
... C C ...
H H
n

Polypropylen H H
... C C ...
H CH3
n

Polystyrol H H
... C C ...
H

Polyvinylchlorid H H
... C C ...
H Cl
n

Polytetrafluoroethylen F F
... C C ...
F F
n

Quelle: www.chempage.de Seite 58 von 59


Unterrichtsreihe – Kunststoffe

Folie charakteristische Polymerausschnitte einiger


Kunststoffe (2/2)
Kunststoff Strukturformel
Polymethylmethacrylat

H CH3
... C C ...
H C O
O
CH3
n

Cellulosepropionat H
H C O R
C O
H
... CH HC O ...
H
C C
O O
R R n
R = -CO-CH2CH3

CH3
... O C O C ...
CH3 O
n

Polycarbonat

Quelle: www.chempage.de Seite 59 von 59


Darstellung von Kunststoffen

Polykondensation
O O O O
HO C C OH + HO C (CH2) C OH O C C O C (CH2) C O
H2 H2 H2 H2

Polymerisation
H
R + H2C CH R C CH + H2C CH R C C C CH
H2 H2
H2
CH3 CH3 CH3 CH3 CH3

Polyaddition

O C N N C O C N N C O C C O
+ HO CH2 CH2 OH H2 H2
O H O