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Chapter · September 2014

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Gerald Pohler
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Reiki im Test Gerald Pohler & Julia Kantor
Reiki im Test
Gerald Pohler & Julia Kantor

Einleitung

Reikibehandlung

Reiki ist eine weit verbreitete japanische Behandlungstechnik, deren Wirkung durch eine universelle Energie, die durch die Hände des Behandlers auf den Kor̈per des Behandelten ub̈ertragen wird, erklar̈t wird (1, 11). Um Reiki praktizieren zu kon̈ nen, bedarf es einer Ein- weihung durch einen Reiki Meister. Es gibt drei Grade, der 3. ist der Meistergrad (1). Bisherige Untersuchungen zur Efzienz der Behandlung von Kran- ken oder beschwerdefreien Personen zeigen kein einheitliches Bild (2 - 5). Das liegt einerseits daran, dass die Behandlungsdauer von 20 Minuten bis 150 Minuten variiert, ebenso an der Körper- position, die liegend oder sitzend sein kann. Die Han̈ de kon̈ nen auf dem bekleideten Körper au f iegen oder nur darüber gehalten wer- den. Zudem kommt auch, dass Patienten zusätzlich zur medizini-

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schen T erapie mit Reiki behandelt wurden, wobei niemand weiß, nach wie vielen Reikibehandlungen bei welchen Erkrankungen eine messbare Wirkung eintreten sollte. „What are clinically useful Reiki hand positions and what length of treatment and number of Reiki sessions are e fective?“ ( Zit. n. Vi- tale, 5).

Un t e r s u ch u ng

Von Behandelten wird subjektiv oft das Erleben von Wärme und Entspannung berichtet (10) und auch physiologische Befunde zei- gen dies auf (12, 13). Daher schien es uns ein sinnvoller Ansatz in der vorliegenden Studie das Erleben von Probanden, die eine erste Reikisitzung erhielten mittels Fragebogen (6, 7) vor und nach der Behandlung zu untersuchen. Zudem haben wir eine Hautwärme- messung bei Behandlerin und einigen Behandelten vorgenommen und bei Behandelten auch eine Messung des Hautleitwertes.

Hau t t e mp e r a tu r

Die im Körper gebildete Wärme wird durch das Blut zur Körper- ober fäche transportiert. Das ist nur möglich, wenn die Temperatur der Haut geringer ist als die des Körperkerns (15). Unter stressreichen Bedingungen führt die Ausschuẗtung von Adrenalin zu einer Verengung der peripheren Blutgefäße. Die Hauttemperatur sinkt, umgekehrt steigt die Haut- temperatur bei Entspannung an (21). Aus dem Autogenen Training bekannt ist der Anstieg der Hauttemperatur an den Fingern durch die erzielte Entspannung (19). Nach Mann (18) zeigte sich eine durchschnittliche Temperaturerhöhung an der Haut des Mittelf n- gers von 2,97 Grad Celsius, bei einer Kontrollgruppe nur um 0,99 Grad. Wardell & Engebretson (13) untersuchten die Hautwärme der Be- handelten vor, waḧ rend und nach einer Reikibehandlung. Eine sig-

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ni f kante Änderung ergab sich nur durch das Absinken der Tempe- ratur in der Zeit nach der Behandlung. Im Zeitraum vor und waḧ rend der Behandlung stieg die Temperatur nicht signifkant an. Rodriquez al. (12) fanden eine sign. erhöhte Körpertemperatur bei Behandelten nach Reikibehandlungen im Vergleich mit den Werten vor der Behandlung. Eine Kontrollgruppe (Reiki wurde simuliert) wies keine Signi f kanz auf. Unseres Wissens nach gibt es keine publizierte Studie, bei der die Handwärme der Behandlerin während des Reiki gemessen wurde. Dasselbe gilt für die simultane Messung bei Behandlerin und Be- handelten. Unsere Hypothese war, dass die Wärme der Hand der Behandlerin waḧ rend der Reikibehandlung ansteigt. Wird wie es in den Reikischulungen angegeben wird, Energie von der Behandlerin zum Behandelten ̈ubertragen, so kann ein entsprechender Ẅarme- anstieg ein Hinweis darauf sein. Zugleich vermuten wir einen si- multanen Ẅarmeanstieg bei Messung von Behandlerin und Behandelten.

Ha u t le itwe r t

Der Hautleitwert ist ein oftmals verwendeter Parameter in der Psy- chophysiologie. Er ver̈andert sich durch mentale Aktiviẗat, Atmung, Stress und Bewegung (14, 21). Der Hautleitwert gemessen in Mikrosiemens zeigt den Grad der Aktivierung an. Unsere Hypothese war ein Sinken des Hautleitwertes ẅahrend der Reikibehandlung. Das entspr̈ache einer Entspannung. Wardell & Engebretson (13) konnten zwischen vor -ẅahrend- und nach dem Reiki keine sign. Ver̈anderung f nden.

St u d i en d e s ig n

Wir haben auf eine Kontrollgruppe aus mehreren Gr̈unden verzich- tet – Eine Kontrollgruppe, bei der eine Reikibehandlung simuliert

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wird, ẅare sehr aufwendig und schwierig zu gestalten. Insbesondere die Authentiziẗat des Behandlers, die die Behandelten wahrnehmen k̈onnen, ẅare hier nicht gegeben. Erfahrungen aus der Psychothe- rapie (8) zeigen das auch deutlich auf, wenngleich in weiteren Stu- dien mit Patienten unterschiedlicher Diagnosen ein Vergleich mit anderen Terapieformen durchaus sinnvoll ẅare. Die vorliegende Untersuchung entspricht somit einer Phase 1 Studie (9).

Ablauf der Reikibehandlung

Anfangs verbindet sich die Behandlerin (geistig) mit der universellen Energie. Zu Beginn der Behandlung wird die Aura des Behandelten, der auf dem R̈ucken liegt, ausgestrichen. Daraufhin legt die Be- handlerin ihre Ḧande auf bzw. ̈uber bestimmte K̈orperstellen: Sie beginnt bei den Augen des Behandelten, worauf die Schl̈afen und die Ohren folgen. Dann kommt der Hinterkopf (Medulla oblon- gata). Weiters die Schultern, der Brustkorb, der Solarplexus (obere Magenregion), die linke und die rechte Bauchḧalfte, die Ḧuftregion, die Oberschenkel, die Knie, die Unterschenkel, die Kn̈ochel und die Fußsohlen. Daraufhin wird der Behandelte gebeten, sich umzudrehen und auf den Bauch zu legen. Nun legt die Behandlerin die Ḧande auf den Hinterkopf, dann auf die Schultern, die Schulterbl̈atter, den hinte- ren Brustkorb, die Nierenregion, die Lendenwirbel, das Steißbein, ̈uber das Ges̈aß, die R̈uckseite der Oberschenkel, der Knie, der Un- terschenkel und der Kn̈ochel und schließlich die Fußsohlen. Dann wird erneut die Aura ausgestrichen bzw. „geschlossen“. Danach trennt sich die Behandlerin energetisch von dem Behan- delten, indem sie ihre Ḧande reibt und dazwischen pustet. Sie ber̈uhrt den Behandelten leicht an der Schulter, um sie/ihn zu in- formieren, dass die Behandlung zu Ende ist. Insgesamt dauert eine Behandlung 50-60 Minuten. Die jeweilige Position wird 3-4 Mi- nuten gehalten. In manchen F̈allen, d.h. wenn die Behandlerin

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sp̈urt, dass der Behandelte an einer Stelle mehr Energiézieht́- dies versp̈urt sie u.a. durch ein mehr oder weniger starkes „Kribbeln“ auf den Hand f̈achen- bleibt sie auch l̈anger in einer bestimmten Position. Die Reikibehandlung wurde von Frau Kantor in ihrer Pra- xis durchgef̈uhrt.

St ud ie nt e il ne h m e rIn ne n

An der Fragebogenuntersuchung haben 34 Personen davon 21 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 38,6 Jahren und 13 M̈anner mit einem Durchschnittsalter von 36,6 Jahren teilgenom- men. Diese wurden ̈uber Annoncen im Internet und ̈uber soziale Netzwerke auf die Studie aufmerksam gemacht. Keine dieser Per- sonen war der Behandlerin bekannt. Alle hatten ihre erste Reikibe- handlung.

Fra ge b̈og e n :

1.) Mehrdimensionaler Be fndlichkeitsfragebogen (7). Dieser misst gute Stimmung, Wachheit und Ruhe mit jeweils 8 Items auf einer 5er Skala von „̈uberhaupt nicht“ bis „sehr“. Die einzelnen Items sind aus der Tabelle 1 ersichtlich:

Tabelle1: Items des Mehrdimensionalen Befndlichkeitsfragebogens

Items des Mehrdimensionalen Be f ndlichkeitsfragebogens INFOMED - Die Weisheit des Heilens - Pohler & Kantor

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2.) Der Reikifragebogen besteht aus dem f̈ur Reiki adaptierten Fra- gebogen zur Erfassung von Bewusstseinsver̈anderung ẅahrend Ent- spannungs̈ubungen (6). Gefragt wird nach dem Erleben von Schwere, Ẅarme, ruhigerem Herzschlag, weiteren K̈orperwahrneh- mungen, sowie dem Auftreten von traum̈ahnlichen Erlebnissen. Die Fragen 1 bis 3 sind mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten, 4 und 5 sind schriftlich zu beantworten.

Hau tẅa rm e s e n s o r

Zur Ẅarmemessung haben wir den eSense Temperature Biofeed- back-Sensor (17) verwendet.

eSense Temperature Biofeed- back-Sensor (17) verwendet.  Abbildung 1: W ̈ armesensor am Finger der Behandlerin.

Abbildung 1: Ẅarmesensor am Finger der Behandlerin.

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Abbildung 2: W ̈ armesensor an der Hand eines Behandelten. Fünf Messwerte pro Sekunde wurden

Abbildung 2: Ẅarmesensor an der Hand eines Behandelten.

Fünf Messwerte pro Sekunde wurden damit aufgezeichnet und sp̈ater von uns mit dem SPSS (23) ausgewertet.

Ha ut l e i t we r ts e n s o r

Gemessen haben wir den Hautleitwert mittels des eSense SkinRe- sponse Biofeedback-Sensor (16). Er speichert f̈unf Messwerte pro Sekunde, die wir mit dem SPSS (23) statistisch ausgewertet haben.

Hy p o th es e n

Hypothese 1: Nach der Reikibehandlung ist im Vergleich mit vor der Reikibehandlung eine bessere Be f ndlichkeit erhebbar.

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Abbildung 3: Hautleitwertmessung Hypothese 2: W ̈ ahrend der Reikibehandlung wird von den behan- delten

Abbildung 3: Hautleitwertmessung

Hypothese 2: Ẅahrend der Reikibehandlung wird von den behan- delten Personen Entspannung erlebt, insbesondere Ẅarme, Schwere und ruhiger Herzschlag.

Hypothese 3: Im Verlauf der Reikibehandlung steigt die Ẅarme der Ḧande bei der Behandlerin, gemessen mit einem Ẅarmsensor.

Hypothese 4: Im Verlauf der Reikibehandlung steigt die K̈orperẅarme der Behandelten, gemessen mit einem Ẅarmesensor an der Hand.

Hypothese 5: Der Hautleitwert gemessen mit Fingersensoren sinkt bei den Behandelten ẅahrend der Reikibehandlung.

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Durchführung

Nach telefonischer Anfrage der Probanden wurde ein Termin ver- einbart. Nach einem kurzen Einf̈uhrungsgespr̈ach und der Einwil- ligung zur Teilnahme an der Studie (ein Abbruch war den Probanden jederzeit m̈oglich) wurde der Befndlichkeitsfragebogen vorgegeben und im Anschluss an die Reikibehandlung noch einmal und zus̈atzlich der Reikifragebogen. Zur Messung der physiologi- schen Daten erhielten die Probanden nach ihrer Einwilligung einen Sensor auf Zeige- und Mittel f nger der dominanten Hand bzw. auf die Handf̈ache (vgl. Abb. 2 und 3). Wurde die Hautẅarme der Behandlerin erfasst, wurde ein Ẅarme- sensor am Ring f nger der dominanten Hand angebracht (Abb.1). Die so erfassten Daten wurden gespeichert und dann mit dem SPSS (23) statistisch ausgewertet.

Ergebnisse

Mehrdimensionaler Be f ndlichkleitsfragebogen Die Daten von 34 Personen konnten analysiert werden und es ergab sich auf jeder Skala eine statistisch signi fkante ( p= 0,00 t -test f. gepaarte Stichproben ) Besserung der Be f ndlichkeit.

Tabelle 2: Mittelwerte der Skalen des Mehrdimensionalen Be f nd- lichkeitsfragebogens

Skalen des Mehrdimensionalen Be f nd- lichkeitsfragebogens INFOMED - Die Weisheit des Heilens - Pohler &

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Reikifragebogen

Die Daten der 34 Personen wurden mittels Binominaltest ausge- wertet. Schwere erlebten 23 der 34 Personen. Das Ẅarmeerleben (32 ), ein ruhigeren Herzschlag ( 26 ), andere K̈orpererfahrungen (30 ) und traum̈ahnliche Fantasien (26). Mit Ausnahme des Schwereerlebens hochsigni f kante Ergebnisse (Testanteil 50, exakte Signi f kanz 2-seitig Schwere p= 0,58; Ẅarme p= 0,00; Herz p= 0.03, andere K̈orperwahrnehmungen p= 0,00; Fantasien p=0,003).

Messung der Hautẅarme bei der Behandlerin

Wir fanden einen durchschnittlichen Anstieg der Hautẅarme um mehr als 7 Grad Celsius gemessen bei 10 Reikibehandlungen. Die Raumtemperatur lag immer zwischen 23 und 23,5 ° C; die Behan- delten waren bekleidet, aber nicht mit einer Decke zugedeckt. Die Temperatur stieg im Mittel von 24,12° C auf 31,59° C an. Dieser Anstieg war hoch signi f kant ( t-test f gepaarte. Stichproben p =

0,001).

Die Sicht der Reikimeisterin:

Zu Beginn der Behandlung erẅarmen sich die Ḧande der Behandlerin, da nun vermehrt Energie bzw. Reiki f ießt. Diese Energie/Reiki ist der wahréBehandleŕund wirkt durch die Ḧande deŕBehandlerińvoll- kommeńselbsẗandiǵ, d.h. Reiki wirkt unabḧangig von deḿWilleń der Behandlerin: die Behandlerin kann die Wirkung oder Ausrichtung von Reiki nicht absichtlich steuern oder beein f ussen. Reiki f ießt dort- hin, wo es gebraucht wird, und gibt bzw. nimmt dem Klienten die Energie, die er/sie braucht (=zu wenig hat), bzw. nicht braucht (=zu viel hat). Die Ḧande der Behandlerin erẅarmen sich im Laufe der Behandlung, da Reiki nun aktiv wird. Die Wirkungsweisen sind unterschiedlich, da

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jeder Klient in einem anderen energetischen Zustand ist z.B. in einem Energie-De fzit oder einem Energie-Überschuss. Ab Beginn der Behandlung wirkt Reiki nun entweder Energie- gebend oder Energie-nehmend - je nachdem, ob der Klient einen energetischen Überschuss oder ein De fzit hat. Dies geschieht so lange, bis der Klient an den f̈ur ihn individuellen Punkt der energetischen Harmonie ge- kommen ist. Auf diesem Level ´bleibt´ er/sie dann bis zum Ende der Behandlung

Level ´bleibt´ er/sie dann bis zum Ende der Behandlung Abbildung 4: Hautw ̈ armeverl ̈ aufe

Abbildung 4: Hautẅarmeverl̈aufe (°C ) der Behandlerin gemessen bei 10 Probanden.

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Si mu l t a nm e s s u n g e n

Mit demselben Sensortyp haben wir die Hautẅarme auch simultan bei Behandlerin und Behandelten gemessen. Es sind uns aus der Li- teratur hier keine vergleichbaren Studien bekannt.

Aus Sicht der Reikimeisterin geht es bei der Behandlung darum, dass sich der Energielevel des Behandelten harmonisiert bzw. auf die richtige Stufe gebracht wird. Dann kann diese „gehalten werden“, sie ist indi- viduell unterschiedlich und entspricht Harmonie und Gleichgewicht. Unter den jeweiligen Abbildungen wird jeweils die Sichtweise des Ge- schehens aus Sicht der Reikimeisterin angegeben.

Die folgende Abbildung zeigt die Daten einer 58 j̈ahrigen Frau und der Behandlerin.

die Daten einer 58 j ̈ ahrigen Frau und der Behandlerin. 556 INFOMED - Die Weisheit

556 INFOMED - Die Weisheit des Heilens - Pohler & Kantor

Aus Sicht der Reikimeisterin sieht man, dass Frau D. anfangs ein Ener- giedef zit hat. Die Behandlerin gibt ihr viel Ẅarme bzw. Energie ab, damit sie hinauf zu ihrem Harmoniepunkt kommen und dort gemein- sam mit der Behandlerin bleiben kann.

Ein anderes Beispiel zeigt die folgende Abbildung einer Simultan- messung bei Behandlerin und einer 32 j̈ahrigen Probandin.

messung bei Behandlerin und einer 32 j ̈ ahrigen Probandin. Abbildung 5 (links): Simultaner W ̈

Abbildung 5 (links): Simultaner Ẅarmeverlauf bei Behandlerin (J) und Behandelter. Hier zeigt sich ein relativ simultaner Anstieg des Ẅarmeverlaufes, wie wir es erwartet haben. Nach dem Lagewechsel (R̈ucken auf Bauchlage) ist der Verlauf spiegelbildlich. Abbildung 6 (oben): Simultaner Ẅarmeverlauf bei Behandlerin (J) und Behandelter. Hier sehen wir einen beinahe spiegelbildlichen Verlauf. Ẅahrend bei der Behandlerin die Ẅarme absinkt, steigt sie bei der Behandelten und umgekehrt.

INFOMED - Die Weisheit des Heilens - Pohler & Kantor

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Aus Sicht der Reikimeisterin sieht man, dass die Klientin anfangs ein Energiede f zit hat. Zuerst nimmt sie durch die Behandlerin Reiki (Ẅarme /Energie) auf, erreicht dann ihren Punkt der Harmonie ge- meinsam mit der Behandlerin und bleibt dort.

Wieder ein anderes Ẅarmeverlaufsmuster zeigt die Behandlung bei einem 55j̈ahrigen Probanden (E).

zeigt die Behandlung bei einem 55j ̈ ahrigen Probanden (E). Abbildung 7: Simultaner W ̈ armeverlauf

Abbildung 7: Simultaner Ẅarmeverlauf bei Behandlerin (J) und Be- handelten. Hier sehen wir ein drittes Muster: Die Ẅarmeverl̈aufe spiegeln sich bis zu einem Umkehrpunkt (Lagewechsel von R̈ucken zu Bauch- lage), dann folgt ein simultaner Anstieg.

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Aus Sicht der Reikimeisterin hat der Behandelte einen Überschuss an Energie, der durch die Reikibehandlung ausgeglichen wird. NachWech- sel in die Bauchlage erreicht er seinen Punkt der energetischen Harmo- nie und bleibt dort gemeinsam mit der Behandlerin.

Ha u t le i twe r t

Die folgende Abbildung zeigt die Mikrosiemensverl̈aufe von 8 Be- handelten, 4 M̈annern ( B, R, C, A Durchschnittsalter 38 Jahre) und 4 Frauen (I, M, O, Ra Durchschnittsalter 31 Jahre ) ẅahrend

(I, M, O, Ra Durchschnittsalter 31 Jahre ) w ̈ ahrend Abbildung 8: Hautleitwertver ̈ anderung

Abbildung 8: Hautleitwertver̈anderung bei 8 Probanden

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der Reikibehandlung. Gut erkennbar sind hohe Amplituden, die auf Bewegung oder Atmung zur̈uckzuf̈uhren sind. Dar̈uber hinaus zeigt sich bei den Verl̈aufen ein Absinken des Hautleitwertes, wie er bei Entspannung zu erwarten ist. Nach einer Adaptionszeit von ca. 10 Minuten sinken die Werte (mit Ausnahme von Ra und B) bis auf ca. 29 Minuten ab, dann folgt der Wechsel von der R̈uckenlage in die Bauchlage, wodurch die Werte wieder ansteigen. Anschließend sinken sie wieder (mit Aus- nahme von Ra). Besser dargestellt und ̈ubersichtlicher wird es, wenn man einzelne Mikrosiemensverl̈aufe betrachtet, die von Bewegungen oder heftiger Atmung weitgehend unbeein f usst geblieben sind.

heftiger Atmung weitgehend unbeein f usst geblieben sind. Abbildung 9: Mikrosiemensverlauf von Hrn. R. Sch ̈

Abbildung 9: Mikrosiemensverlauf von Hrn. R. Scḧon zu sehen ist die Senkung des Hautleitwertes von 1,5 auf 1 Mikrosiemens im Verlauf der Behandlung. Wechsel in R̈uckenlage nach 29 Minuten, dann wieder Absinken des Hautleitwertes.

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Abbildung 10: Mikrosiemensverlauf bei Frau O. Gut erkenbar ist wieder ist die Senkung des Hautleitwertes

Abbildung 10: Mikrosiemensverlauf bei Frau O. Gut erkenbar ist wieder ist die Senkung des Hautleitwertes von 1,5 auf 1 Mikrosiemens im Verlauf der Behandlung. Wechsel in R̈uckenlage nach ca. 30 Minuten, dann wieder Absinken des Haut- leitwertes.

Die statistische Analyse aller acht Verl̈aufe zeigte keine Signi fkanz beim Vergleich von vier Zeitpunkten (nach 6 Minuten, vor und nach dem Wechsel in die R̈uckenlage, nach 37 Minuten).

Fr a g e b̈o g e n Wie unsere Ergebnisse der Frageb̈ogen zeigen, f̈uhrt die Reikibe- handlung zu einer besseren Be f ndlichkeit. Die Skalen Gute Stim- mung, Wachheit und Ruhe zeigen im Vergleich vor und nach der Reikibehandlung signi f kant bessere Werte an. Im Reikifragebogen angegeben, erleben die Untersuchten Ẅarme, ruhigeren Herzschlag,

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andere K̈orperpḧanomene und traum̈ahnliche Fantasien. Zu einem geringeren Teil auch Schwere. Auf die angegebenen anderen K̈orperpḧanomene und die ẅahrend des Reiki auftretenden Fanta- sien wollen wir in einer anderen Publikation eingehen. Insgesamt zeigt sich hier ein Ergebnis, dass Entspannung und Wohlf̈uhlen bei den Untersuchten aufzeigt.

Ha ut ẅarm e Bemerkenswert ist der Temperaturanstieg gemessen an der Hand der Behandlerin. Ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von 7° Celsius hat uns ̈uberrascht. Benson et al. (22) fanden bei ihrer Un- tersuchung des Tum-moYoga bei drei tibetischen M̈onchen mit sehr ausgepr̈agter Meditationserfahrung Anstiege der Fingertemperatur um 5,9; 7,2 und um 3,2° Celsius. Benson et al. schreiben: „ T e subjects in the current experiment exhibited a greater capacity to warm f ngers than has been previously recorded during hypnosis and after biofeeedback training.“ Beim Autogenen Training sind es durchschnittlich nur knapp 3 Grad C (16). Wir k̈onnen also sagen, dass in dieser Studie die Ẅarme an der Hand der Behandlerin ẅahrend der Reikibehandlung ansteigt. Die Simultanmessung, f̈ur die wir aus der Literatur keine Vergleichs- werte gefunden haben, zeigt, dass die Hautẅarme simultan gemes- sen bei Behandlerin und Behandelten unterschiedliche Verl̈aufe ergibt. Unsere Hypothese, dass die Hautẅarme simultan ansteigt, m̈ussen wir ablehnen. Wir fnden unterschiedliche Verl̈aufe von si- multanem Anstieg bis hin zu einem spiegelbildlichen Verlauf. Wir sind dar̈uber nicht entẗauscht, sondern f nden es zu weiterer For- schung anregend. F̈ur eine statistische Auswertung simultan gemes- sener Hautẅarmeverl̈aufe ẅahrend des Reiki bedarf es noch einer gr̈oßeren Anzahl von Probanden.

Ha ut le it we r t Die Messungen des Hautleitwertes, der sich im Falle von Entspan- nung senkt, waren bei den von uns Untersuchten nicht signi f kant.

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Ein gleichlautendes Resultat hat die Untersuchung von Wardell & Engebretson (13) erbracht. F̈ur weitere Untersuchungen ẅare es

vielleicht sinnvoll phasische Ver̈anderungen herauszufltern und zu- gleich weitere Parameter der Hautelektriziẗat zu messen. Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die Reikibe- handlung mit einer Dauer von 40 bis 50 Minuten, wie bei uns be- schrieben, zu einer angenehm erlebten Entspannung f̈uhren kann, und jedenfalls f̈ur den Wellnessbereich und f̈ur Gesundheitspr̈aven- tion eine sinnvolle und wohltuende Methode darstellen kann. Unsere Messungen zeigen auch auf, dass es beim Reiki zu physio- logischen Ver̈anderungen bei Behandler und Behandelten kommt. Um die physiologischen Abl̈aufe noch genauer zu erfassen, bedarf

es allerdings weiterer gut konzipierter Studien. Gleiches gilt, wenn

es darum geht, die Auswirkung von Reikibehandlungen auf Krank- heitsverl̈aufe zu untersuchen.  Literatur und Quellen:

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INFOMED - Die Weisheit des Heilens - Pohler & Kantor

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Zusammenfassung Reiki ist eine weit verbreitete Handaufege-Behandlungstechnik aus Japan, deren Wirkung durch eine universelle Energie, die durch die Hände des Behandlers auf den Körper des Behandelten übertragen wird, erklärt wird (Klatt & Linder 2006). Bisherige Untersuchun- gen zur Efzienz der Behandlung von Kranken zeigen kein einheit- liches Bild (Lee et al. 2008). Von Behandelten wird subjektiv oft das Erleben von War̈me und Entspannung berichtet. Dieses Erleben wurde mit einem prä/post Design mit entsprechenden Fragebögen (Steyer etal, 1997, Pohler 2013) bei 34 Reiki unerfahreren Proban- den untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine bessere Bef ndlichkeit nach der Reikibehandlung. Zusätzlich haben wir physiologische Daten bei Behandlerin und Behandelten gemessen. Ein signi fkan- ter Wärmeanstieg an der Hand der Behandlerin sowie unterschied- liche Wärmeverläufe von simultaner Messung bei Behandlerin und Behandelten werden dargestellt. Ebenso die Ergebnisse der Haut- leitwertmessung bei Behandelten. Die physiologischen Ablaü fe wer- den von der Reikimeisterin interpretiert.

Schlagwor̈ter Reiki, Be fndlichkeit, Entspannung, Evaluation.

Abstract Testing Reiki Dr. Gerald Pohler & Julia Kantor, MSc Reiki is a widely used Japanese hand-lay treatment. Te healing ef- fect of the treatment is seen in the transfer of a universal energy through the hands of the reiki practitioner (Klatt & Lindener 2006) onto the patient. Previous studies of efciency of the treatment show mixed pictures (Lee et al. 2008). Patients often experience warmth and relaxation during the treatment. In the present study, the expe- riences of 34 test persons were examined before and after the treat- ment by questionnaires (Steyer et al, 1997, Pohler 2013). After Reiki treatment the scores for Wellness, Awakness and Quietude

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were stat. sign. better. Also the experience of warmth, reduced hart- beat, other body sensations and dreamlike fantasies during the Rei- kitreatment was stat.sign. Moreover physiological parameters were measured. T e hand warmth of the Reiki practitioner rose signi f - cantly. Simultanious measurement of warmth by practitioner and participants showed di f erent courses. At least EDA during Reiki was studied. Physiological processes are interpreted by the Reiki master.

Key wo rd s Reiki, treatment, mental state, relaxation, physiology.

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Autoren

Autoren Dr. Gerald Pohler Psychotherapeut und klinischer Psy- chologe studierte Psychologie (Dr.phil.) und Verhaltens, -
Autoren Dr. Gerald Pohler Psychotherapeut und klinischer Psy- chologe studierte Psychologie (Dr.phil.) und Verhaltens, -

Dr. Gerald Pohler Psychotherapeut und klinischer Psy- chologe studierte Psychologie (Dr.phil.) und Verhaltens, - Neuro- und Kognitionsbiologie (MSc) doc.pohler@aon.at http://members.aon.at/doc.pohler/

Julia Kantor MSc, Reikimeisterin studierte Ma- nagement hat den Reiki Grad 3 (nach Usui) Praxis fur̈ Energetic Consulting info@energeticconsulting.co.at www.energeticconsulting.co.at

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