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Buchung laufender Geschäftsvorfälle

(Quelle: Bornhofen, Buchführung1 ; SLP = Selbstlernphase; GP in Klammern: kein Unterrichtsstoff)

4.6 Besonderheiten der Industriebuchführung


 Vorbemerkung: Die Verbuchung von Geschäftsvorfällen im Industriebetrieb unterscheidet sich insofern von
der im Handelsbetrieb, dass hier andere Konten betroffen sind. Aus der Geschäftstätigkeit des
Industriebetriebs ergibt sich schon die Notwendigkeit der unterschiedlichen Kontenbenennung. Hier geht es
um den Einkauf von Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe, die dann im Laufe des Produktionsprozesses zu
Fertigerzeugnissen hergestellt werden.
 In Industriebetrieben ist die Kostenrechnung sehr wichtig, da sie den Entstehungsprozess der
Wirtschaftsgüter dokumentiert, vor allem zur Preisfindung
 Preisfindung (Kalkulation) steht im Mittelpunkt und somit die Ermittlung der Herstellkosten
(Herstellungskosten).
 Definition Kosten: bewerteter Verzehr von Wirtschaftsgütern (Gütern und Dienstleistungen) zum Zwecke der
betrieblichen Leistungserstellung

 Unterscheidung nach der Zurechenbarkeit in:


 Einzelkosten: dem Produkt direkt zurechenbar
 Gemeinkosten: dem Produkt nur indirekt über Zuschlagssätze zurechenbar

 Wesentlicher Bestandteil der Herstellkosten: Materialkosten:


 Kosten für Rohstoffe (Hauptbestandteile der Fertigerzeugnisse)
 Kosten für Hilfsstoffe (Nebenbestandteile der Fertigerzeugnisse)
 Kosten Betriebsstoffe (Keine Bestandteile der Fertigerzeugnisse, jedoch zur Herstellung erforderlich;
Bsp.: Strom)

 Ermittlung der Herstellkosten nach HGB:

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4.6.1 Kauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen
 Als Aufwand gebucht (wie der Wareneinkauf):
5010 Aufwendungen für Rohstoffe
5020 Aufwendungen für Hilfsstoffe
5030 Aufwendungen für Betriebsstoffe
 Beispiel: Buch S.216:

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 Anschaffungsnebenkosten werden auf entsprechende Bezugsnebenkostenkonten gebucht:
5801 Bezugsnebenkosten für Rohstoffe
5802 Bezugsnebenkosten für Hilfsstoffe
5803 Bezugsnebenkosten für Betriebsstoffe

 Beispiel: Buch S.217:

 Bezugsnebenkostenkonten werden über die Aufwandskonten 5010, 5020 und 5030 abgeschlossen.
Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 5010 Aufw. Rohst. 100,00€ 5801 BNK Rohstoffe
2 5020 Aufw. Hilfsst. 50,00€ 5802 BNK Hilfsst.
3 5030 Aufw. Betriebsst. 200,00€ 5803 BNK Betriebsst.

 Boni und Skonti werden zum Bsp. gebucht auf:


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5738 Skonti Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 19% Vorst und
5755 Boni Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 19% Vorst

und in 5010, 5020 und 5030 abgeschlossen.


 Übung: Buch S.221ff.: Aufgaben 1-2

4.6.2 Bestand der Stoffe und Bestandsveränderungen


 Meist stimmen während des Rechnungszeitraums eingekaufte und verbrauchte Stoffmengen an Roh-, Hilfs-
und Betriebsstoffen nicht überein.
 Bestandsveränderungen müssen am Ende des GJ berücksichtigt werden.

 Zu Beginn des GJ: Vortrag der Anfangsbestände auf Bestandskonten:


1010 Bestand Rohstoffe
1020 Bestand Hilfsstoffe
1030 Bestand Betriebsstoffe

 Zum Ende des GJ: Buchung der Schlussbestände auf den Bestandskonten.

 Bestandsveränderungen auf Bestandsveränderungskonten gebucht:


5881 Bestandsveränderung Rohstoffe
5882 Bestandsveränderung Hilfsstoffe
5883 Bestandsveränderung Betriebsstoffe

 Beispiel: Buch S.218f.:

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 Bestandsveränderungskonten werden über die Aufwandskonten 5010, 5020 und 5030 abgeschlossen.
Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 5010 Aufw. Rohst. 11.570,00€ 5881 BV Rohstoffe
2 5882 BV Hilfsst. 10.390,00€ 5020 Aufw. Hilfsst.
3 5030 Aufw. Betriebsst. 2.240,00€ 5883 BV Betriebsst.

 Übung: Buch S.221ff.: Aufgaben 3, 5

4.6.3 Bestandsveränderungen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen


 In der Regel sind am Ende des GJ nicht alle Erzeugnisse fertiggestellt bzw. verkauft
 Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen wird durch Inventur ermittelt und mit den
Herstellungskosten bewertet:
1050 Bestand unfertige Erzeugnisse
1100 Bestand fertige Erzeugnisse

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 Auf diesen Konten werden jeweils nur der Anfangs- und Schlussbestand und die sich daraus ergebende
Bestandsveränderung erfasst.
 Die Bestandsveränderung wird auf folgenden Konten erfasst:
Sie sind Erfolgskonten und werden über das GuVK abgeschlossen.

4810 Bestandsveränderung unfertige Erzeugnisse


4800 Bestandsveränderung fertige Erzeugnisse
 Beispiel: Buch S.220:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 4810 BV unfertige Erzeugn. 7.220,00 1050 Bestand unfertige Erzeugn.
2 1100 Bestand fertige Erzeugn. 19.870,00 4800 BV fertige Erzeugn.

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 9999 GuVK 7.220,00 4810 BV unfertige Erzeugn.
2 4800 BV fertige Erzeugn. 19.870,00 9999 GuVK

 Übung: Buch S.223: Aufgaben 4, 6

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5. Personalwirtschaft
5.1 Überblick über die Personalkosten
 Personalkosten: Aufwendungen, die durch die Beschäftigung von Arbeitnehmern (AN) verursacht werden
 Unterteilung der AN:
 Arbeiter (körperliche Arbeit) -> Lohn
 Angestellte -> Gehalt
 Die AN erhalten einen vereinbarten Bruttolohn bzw. –gehalt. Dies wird um die Abzüge vermindert und
ausbezahlt (=Nettolohn bzw. –gehalt)
 Abzüge sind Steuern (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag (5,5% von der Lohnsteuer), evtl. Kirchensteuer (9%
von der Lohnsteuer (Bayern und BW: 8%)) und die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung (Renten-,
Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung).
 Exkurs: Lohnsteuerklassen I-VI: Einteilung der AN nach grundlegender Lebenssituation und Einarbeitung von
Sondertatbeständen in die Steuertarife
Lohnsteuerklasse I: für Ledige und Verwitwete
Lohnsteuerklasse II: für Alleinerziehende
Lohnsteuerklasse III: für Ehepaare (mit großem Einkommensunterschied: Ehepartner mit hohem Eink.)
Lohnsteuerklasse IV: für Ehepaare (mit geringem Einkommensunterschied, Kombination IV + IV)
Lohnsteuerklasse V: für Ehepaare (mit großem Einkommensunterschied, Ehepartner mit geringerem Eink.)
Lohnsteuerklasse VI: bei mehreren Arbeitsverhältnissen

 (Exkurs: Der Solidaritätszuschlag wird erst erhoben, wenn die Lohnsteuer einen bestimmten Betrag
(Nullzone) übersteigt:
Nullzone Steuerklasse III Steuerklassen I, II, IV, V, VI
Monat 162,00 € 81,00 €
Tag 5,40 € 2,70 €

An diese Nullzone schließt sich ein Übergangsbereich an. In diesem Bereich wird der Solidaritätszuschlag
nicht sofort in voller Höhe erhoben. Erst nach diesem Übergangsbereich wird der Solidaritätszuschlag mit
5,5% von der Lohnsteuer berechnet. Die Nullzone und der Übergangsbereich sind bereits in die
Lohnsteuertabellen eingearbeitet.)

 Personalkosten des Arbeitgebers (AG):


1. Löhne und Gehälter (incl. Urlaubs-, Weihnachtsgeld, Überstundenvergütung, VwL, Sachbezüge)
2. Gesetzliche soziale Aufwendungen: Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege-
und Arbeitslosenversicherung, Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung.
3. Exkurs Umlagen: alle Umlagen werden vom Arbeitgeber alleine getragen!
 Die Umlage U1 in Deutschland ist ein finanzieller Pflichtbeitrag der Arbeitgeber (bis 30 AN) zur
solidarischen Finanzierung eines Ausgleichs für die Arbeitgeberaufwendungen im Falle der
Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall an Arbeitnehmer. An dem Umlageverfahren nehmen
diejenigen Arbeitgeber teil, die in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen. Haben
die teilnehmenden Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern Entgeltfortzahlung bei Krankheit zu leisten,
erstatten ihnen die Krankenkassen auf Antrag aus der Umlage zwischen 40 und 80 % der
Aufwendungen. Die Höhe des Erstattungssatzes richtet sich nach der vom Arbeitgeber
gewählten Prämiensatz der jeweiligen Krankenkasse. Es handelt sich also um eine
Entgeltfortzahlungsversicherung für Arbeitgeber.
 Die Umlage U2 – Mutterschaft ist ein Verfahren für Arbeitgeber zum Ausgleich der finanziellen
Belastungen aus dem Mutterschutz. Die Arbeitgeber erhalten durch dieses Ausgleichsverfahren
alle nach dem Mutterschutzgesetz zu zahlenden Bezüge von der für die Arbeitnehmerin
zuständigen Krankenkasse erstattet. Dazu werden von allen Arbeitgebern Beiträge – die Umlage
– erhoben. Rechtsgrundlage ist das Gesetz über den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen für
Entgeltfortzahlung (§ 7 AAG). Die Umlage U2 ist seit dem 1. Januar 2006 für alle Arbeitgeber
Pflicht. Zuvor waren größere Arbeitgeber von Beitragszahlung und Leistungen ausgeschlossen.
 U1 und U2 sind nicht zu erheben bei einmalig gezahlten Arbeitsentgelten.
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 Die Umlage U3 (Insolvenzgeldumlage) ist in Deutschland ein Ausgleichsverfahren zur
Finanzierung des Insolvenzgeldes, die von allen insolvenzfähigen Arbeitgebern, die nicht
Verbraucher sind, in Höhe von 0,6% Prozentsatzes vom jeweiligen rentenversicherungs-
pflichtigen Bruttoarbeitsentgelt ihrer Arbeitnehmer zu zahlen ist. Die Umlage wird von den
Einzugsstellen zusammen mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag eingezogen und an die
Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet.
Wie bei der U1 und der U2 ist auch die Insolvenzgeldumlage allein vom Arbeitgeber zu tragen.
Sie wird mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag fällig. Die Umlage ist zusammen mit dem
Gesamtsozialversicherungsbeitrag über die Krankenkassen als Einzugsstellen monatlich am
drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats zu entrichten. Die Einzugsstellen führen die
Umlage an die Bundesagentur für Arbeit ab.

Bei geringfügig Beschäftigten (450-EUR-Jobs und kurzfristige Beschäftigungen) wird der


Umlagesatz zusammen mit den Pauschalabgaben und den Umlagen U1 und U2 an die Minijob-
Zentrale abgeführt.
(Die Umlagen werden bei den folgenden Buchungsbeispielen aus Gründen der rechnerischen Vereinfachung
vernachlässigt; Ausnahme: bei geringfügiger Beschäftigung.)

 Beitragssätze zur gesetzlichen Sozialversicherung:

6.500
6
5.800
4333
4.425
4333

4333 2
4.425 5 5 2
0
6.500
5.800
4333
37 37
4333
762 37

1,1%
Arbeitgeber: 0,775%, Rest für Arbeitnehmer
 Der ermäßigte Beitragssatz zur KV von 14% gilt für Mitglieder ohne Krankengeldanspruch (freiwillig
Versicherte) 4333

 Übersteigt das Bruttogehalt eines Arbeitnehmers die Beitragsbemessungsgrenze (BBG), werden die Beiträge
für die Sozialversicherung gedeckelt, d.h. die steigen nicht mehr weiter, sondern bleiben konstant. In der
Praxis heißt es, dass maximal die BBG für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge herangezogen
werden kann.
 Überschreitet das Jahresarbeitsentgelt die Grenze von 59.400€ (4.950€ monatl.), kann der Arbeitnehmer in
die private Krankenversicherung wechseln

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 (Zum Fälligkeitstag (drittletzter Bankarbeitstag des laufenden Monats) der Sozialversicherungsbeiträge wird
der Prognosebeitrag auf dem Konto
3759 Voraussichtliche Beitragsschuld gegenüber Sozialversicherungsträgern im Soll gebucht
 Am Monatsende wird die tatsächliche Beitragsschuld auf dem Konto 3759 im Haben gebucht. Der sich
daraus ergebende Saldo ist der verbleibende Restbetrag oder Erstattungsbetrag, der zum nächsten
Fälligkeitstermin mit überwiesen wird.); Beispiel: Buch S.227f.:

5.2 Buchungsmethoden für Personalkosten


 Bei den folgenden Personalkostenbuchungen wird unterstellt, dass die Prognosebeiträge mit den
tatsächlichen Beiträgen zur Sozialversicherung übereinstimmen. Somit entfällt das Konto 3759!

Bruttomethode
 Bruttolohn bzw. –gehalt wird in einem Betrag als Aufwand gebucht auf die Konten:
6010 Löhne
6020 Gehälter
 Einbehaltene, noch nicht abgeführte Abzüge werden auf folgende Konten gebucht:
3730 Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer
3740 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit
 Bis zur Auszahlung ist Nettolohn bzw. -gehalt eine Verbindlichkeit:
3720 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt

 Beispiel: AN, Lohnsteuerklasse I, kinderlos, evangelisch, Zusatzbeitrag KV: 1,1%


Bruttogehalt 2.000,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 210,41 €
- SoliZ - € 11,57 €
- KiST - € 18,94 €
- € 240,92 € - 240,92 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 146,00 €
- KV (8,4%) 168,00 €
- PV (1,525%) 30,50 €
- PV (1,275%) 25,50 €
- RV (9,3%) 186,00 € 186,00 €
- AV (1,5%) 30,00 € 30,00 €
387,50 € 414,50 € - 414,50 €
Nettogehalt 1.344,58 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 2.000,00
240,92 3730 Verb. LSt und KiSt
414,50 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
1.344,58 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

 Buchung des Arbeitgeberanteils auf:


6110 Gesetzliche soziale Aufwendungen
Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 6110 Gesetz. Soz. Aufw 387,50 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit

 Überweisungen zu den jeweiligen Zahlungszeitpunkten


Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt 1.343,58 1800 Bank
2 3730 Verb. LSt und KiSt 240,92 1800 Bank
3 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit 802,00 1800 Bank
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 (Sonderfall der Bruttomethode: Verrechnungsmethode (Bsp. S.231f.): Zwischenschalten eines
Verrechnungskontos 3790 Lohn- und Gehaltsverrechnung)

Nettomethode
 Alle Positionen werden zum Zeitpunkt der Zahlung einzeln verbucht; die Verbindlichkeitskonten entfallen.
 Beispiel: Buch S.232:

 Übung: Buch S.264f.: Aufgaben 1-4

5.3 Gesetzliche Unfallversicherung


 Arbeitgeber trägt die Beiträge an die Berufsgenossenschaft für die gesetzliche Unfallversicherung alleine. Sie
sind Teil der Personalkosten und werden als Aufwand verbucht: 6120 Beiträge zur Berufsgenossenschaft
 Beispiel: Buch S.233:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6120 Beitrag zur Berufsgen. 500,00 1800 Bank

5.4 Geringverdiener (Auszubildende)


 Der Arbeitgeber trägt bei Auszubildenden mit einem monatlichen Arbeitsentgelt bis 325€ die Beiträge zur
gesetzlichen Sozialversicherung alleine.
 Beispiel: Buch S.234:
Bruttogehalt 325,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € - €
- SoliZ - € - €
- KiST - € - €
- € - € - €
SV-Beiträge: - KV (14,6%) 47,45 € - €
- €
- PV (2,55%) 8,29 €
- RV (18,6%) 60,45 € - €
- AV (3%) 9,75 € - €
125,94 € - € - €
Nettogehalt 325,00 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 325,00 1800 Bank
2 6110 Gesetz. Soz. Aufw. 125,94 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
 Übung: Buch S.265: Aufgaben 8, 9

5.5 Vorschüsse
 Vorschüsse: Vorauszahlungen an Arbeitnehmer für zukünftiges Arbeitsentgelt. Somit sind Vorschüsse nicht
Verbindlichkeiten sondern Forderungen des Unternehmens an Arbeitnehmer, die später verrechnet werden.
 Je nach Fristigkeit zu buchen:
1340 Forderungen gegen Personal
1345 Forderungen gegen Personal – Restlaufzeit größer 1 Jahr

 Beispiel: Buch S.235: Die ledige kinderlose Angestellte erhält Vorschuss von 500€.
Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 1340 Ford. gegen Personal 500,00 1600 Kasse

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 Rückzahlung mit der nächsten Gehaltsabrechnung: Bruttogehalt: 2000€, Auszahlungsbetrag: Nettogehalt –
Vorschuss: (2000€ - 238,81€ - 392,50 = 1.368,69€) -500€ = 868,69€
Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 6020 Gehälter 2.000,00
238,81 3730 Verb. LSt und KiSt
392,50 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
500,00 1340 Ford. gegen Personal
868,69 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt
 Übung: Buch S.267: Aufgabe 10, 11

5.6 Vermögenswirksame Leistungen


 Vermögenswirksame Leistungen (VwL) sind Geldleistungen, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer in
einer geförderten Anlageform nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) anlegt.
 Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen) für die Sparzulage: 20.000€ im Jahr
(Zusammenveranlagung von Ehegatten: 40.000€)
 (Staatliche Förderung: Arbeitnehmer-Sparzulage (steuer- und sozialversicherungsfrei):
 2 Förderarten, die parallel genutzt werden können
 Für Bausparen bis 470€ p.a.: 9% Zulage
 Für andere begünstigte Anlageformen bis 400€ p.a.: 20% Zulage)

 Zahlt der Arbeitgeber VwL, sind diese für den Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungspflichtig; für den
Arbeitgeber sind diese Zahlungen freiwillig, es sei denn sie sind tariflich geregelt.
 Annahme für die folgenden drei Beispiele: Bausparen: 470€ jährlich -> 39,17€ monatlich; AN kinderlos

 Beispiel: Arbeitnehmer trägt VwL:


Bruttogehalt 2.000,00 €
Sachbezug - €
+ vwL - €
'= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 2.000,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 210,41 €
- SoliZ - € 11,57 €
- KiST - € 16,83 €
- € 238,81 € - 238,81 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 146,00 € 146,00 €
- PV (1,525%) 30,50 €
- PV (1,275%) 25,50 €
- RV (9,3%) 186,00 € 186,00 €
- AV (1,5%) 30,00 € 30,00 €
387,50 € 392,50 € - 392,50 €
Nettogehalt 1.368,69 €
- Sachbezug - €
- abzuführende vwL - 39,17 €
 = Auszahlungsbetrag 1.329,52 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 2.000,00
238,81 3730 Verb. LSt und KiSt
392,50 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
39,17 3770 Verb. aus Vermögensbildung
1.329,52 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

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 Beispiel: Arbeitgeber trägt VwL:
Bruttogehalt 2.000,00 €
Sachbezug - €
+ vwL 39,17 €
''= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 2.039,17 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 219,41 €
- SoliZ - € 12,06 €
- KiST - € 17,55 €
- € 249,02 € - 249,02 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 148,86 € 148,86 €
- PV (1,525%) 31,10 €
- PV (1,275%) 26,00 €
- RV (9,3%) 189,64 € 189,64 €
- AV (1,5%) 30,59 € 30,59 €
395,09 € 400,19 € - 400,19 €
Nettogehalt 1.389,96 €
- Sachbezug - €
- abzuführende vwL - 39,17 €
= Auszahlungsbetrag 1.350,79 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 2.000,00
6080 VwL 39,17
249,02 3730 Verb. LSt und KiSt
400,19 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
39,17 3770 Verb. aus Vermögensbildung
1.350,79 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

Beispiel: Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen VwL hälftig

Bruttogehalt 2.000,00 €
Sachbezug - €
+ vwL 19,59 €
'= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 2.019,59 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 214,91 €
- SoliZ - € 11,82 €
- KiST - € 17,19 €
- € 243,92 € - 243,92 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 147,43 € 147,43 €
- PV (1,525%) 30,80 €
- PV (1,275%) 25,75 €
- RV (9,3%) 187,82 € 187,82 €
- AV (1,5%) 30,29 € 30,29 €
391,30 € 396,34 € - 396,34 €
Nettogehalt 1.379,33 €
- Sachbezug - €
' - vwL AG-Anteil - 19,59 €
- abzuführende vwL AN - 19,59 €
= Auszahlungsbetrag 1.340,15 €

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Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 6020 Gehälter 2.000,00
6080 VwL 19,59
243,92 3730 Verb. LSt und KiSt
396,34 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
39,17 3770 Verb. aus Vermögensbildung
1.340,15 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

 Übung: Buch S.267f.: Aufgaben 13, 14

5.7 (Geringfügige Beschäftigung (Mini-Job))


 Geringfügige Beschäftigungen können in geringfügig entlohnte Beschäftigungen (maximal 450€ monatlich) und
in kurzfristige Beschäftigungen unterteilt werden (§8 SGB IV)

5.7.1 Geringfügig entlohnte Beschäftigung

5.7.1.1 Geringfügig entlohnte Beschäftigung in Unternehmen


 Arbeitsentgelt darf 450€ monatlich nicht überschreiten (Mindestlohn: 8,84€/h)
 Auszubildende gelten nicht als geringfügig Beschäftigte
 Die wöchentliche Arbeitszeit ist dabei unerheblich
 Der Arbeitgeber muss hierfür pauschale Abgaben bis zum drittletzten Arbeitstag des Monats an die Minijob-
Zentrale entrichten:
1. 30% des Arbeitsentgelts (15% RV, 13% KV, 2% pauschale Lohnsteuer); für die Erhebung der einheitlichen
Pauschsteuer ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zuständig. Die Deutsche
Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See hat die einheitliche Pauschsteuer auf die erhebungs-
berechtigten Körperschaften aufzuteilen.
2. Umlage U1 für Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit: 0,9% des Bruttoarbeitsentgelts
(nur für AG mit maximal 30 Beschäftigten und nur bei einer Beschäftigungsdauer von mehr als 4
Wochen).
Hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Entgeltfortzahlung bei Krankheit zu leisten, erstatten ihm die
Krankenkassen auf Antrag aus der Umlage zwischen 40 und 80 % der Aufwendungen.
3. Umlage U2 für Ausgleich bei Schwangerschaft und Mutterschaft: 0,24% des Bruttoarbeitsentgelts.
Aus dem U2-Verfahren erhalten Arbeitgeber 100 % der Entgeltfortzahlung bei individuellen
Beschäftigungsverboten sowie 100 % der darauf entfallenden Arbeitgeberanteile zum
Gesamtsozialversicherungsbeitrag von der für die Arbeitnehmerin zuständigen Krankenkasse erstattet.
Außerdem erhalten sie während der Mutterschutzfrist (grundsätzlich 6 Wochen vor der Geburt und 8
Wochen nach der Geburt) den von ihnen ausgezahlten Zuschuss zum Mutterschaftsgeld in voller Höhe
erstattet.
4. Umlage U3, Insolvenzgeldumlage: 0,06% des Bruttoarbeitsentgelts

 Exkurs: Die Minijob-Zentrale ist die zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen.
Zum Aufgabenspektrum der Minijob-Zentrale gehört neben dem Meldeverfahren zur Sozialversicherung und
dem Einzug der Pauschalabgaben bei allen gewerblichen Minijobs auch die Durchführung des
Haushaltsscheck-Verfahrens für Minijobs in Privathaushalten.
Die Minijob-Zentrale gehört dem Verbund der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See an.

 Für den Arbeitnehmer ist das Arbeitsentgelt steuer- und sozialversicherungsfrei.


Ausnahme: Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 2013 einen Minijob aufnahmen, sind
versicherungspflichtig in der RV und müssen die Differenz zum allgemeinen Beitragssatz ausgleichen (zurzeit
18,6%, also 3,6%); sie können von der Versicherungspflicht auf Antrag befreit werden (Arbeitsaufnahme
nach 31.12.2013).

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 Der Arbeitgeber hat das Wahlrecht, auf die Pauschalierung des Arbeitsentgelts zu verzichten und stattdessen
nach Lohnsteuerkarte abzurechnen.

 Beispiel: AG unter 30 AN: Minijob für 450€ (AN familienversichert und von der RV-Pflicht befreit):
Bruttogehalt 450,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. (2%) 9,00 € - €
- SoliZ - € - €
- KiST - € - €
9,00 € - € - €
SV-Beiträge: - KV (13%) 58,50 € - €
- €
- RV (15%) 67,50 € - €
Summe: 126,00 € - €
Umlagen: U1 (0,9%) 4,05 € - € - €
U2 (0,24%) 1,08 €
U3 (0,06%) 0,27 €
Summe: 5,40 €

Nettogehalt 450,00 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6035 Löhne für Minijobs 450,00 1600 Kasse
6035 Löhne für Minijobs 126,00 1800 Bank
6036 Pausch. St. U. Abg. an Mi. 14,40 1800 Bank

 Beiträge zur RV und KV werden besser über Konto 6110 gebucht: 15% RV und 13% KV, die Pauschalsteuer
von 2% und U1-U3 auf das Konto 6036.
 Übung: Buch S.268: Aufgabe 17 nach der Netto-Methode

5.7.1.2Geringfügig entlohnte Beschäftigung in Privathaushalten


Arbeitsentgelt darf 450€ monatlich nicht überschreiten
Bei haushaltlichen Tätigkeiten
AG zahlt Pauschal 14,74% des Arbeitsentgelts an die Minijob-Zentrale (5% RV, 5% KV, 2% Pauschalsteuer,
0,9% U1, 0,24% U2, 1,6% Unfallversicherung), buchhalterisch als Privatentnahme gebucht.
 Beispiel: Buch S.244

66,33 14,74 66,33

66,33

Seite 14 von 60
 Übung: Buch S.269: Aufgabe 18

5.7.1.3 Mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen bei einem Arbeitgeber


 AN arbeitet sowohl im Unternehmen als auch privat:
 generelle Belastung des AG mit 30% Pauschalabgaben und Umlagen
 keine Aufteilung in unternehmerischen und privaten Anteil (-> keine Privatentnahme)
 Buchung: siehe GP 5.7.1.1

 Übung: Buch S.269.: Aufgabe 19

5.7.1.4 Mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern


 Summe der einzelnen Arbeitsentgelte dürfen 450€ nicht überschreiten
 Buchung wie in GP 5.7.1.1 für jeden Arbeitgeber
 Bei Überschreiten: volle Sozialversicherungspflicht, unter Beachtung der Gleitzone (450,01€ bis 850€),
steuerrechtliche Möglichkeit: 20% Pauschalbesteuerung zzgl. Solidaritätszuschlag von 5,5% und evtl.
Kirchensteuer nach Landesrecht, soweit das Arbeitsentgelt bei dem einzelnen AG 450€ nicht überschreitet.

5.7.1.5 Geringfügig entlohnte Beschäftigung neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung


 Das Arbeitsentgelt für die geringfügig entlohnte Beschäftigung (max. 450 €) wird nicht mit dem der
Hauptbeschäftigung zusammengerechnet.
 AG trägt Pauschalabgaben und Umlagen alleine, für den AN steuer- und sozialversicherungsfrei
 Buchung: siehe GP 5.7.1.1
 Anmerkung: §3, Nr.51 EStG: Steuerfrei sind Trinkgelder, die anlässlich einer Arbeitsleistung dem
Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem
Betrag gegeben werden, der für diese Arbeitsleistung zu zahlen ist.
 Übung: Buch S.269: Aufgaben 21

Kurzfristige Beschäftigung (Aushilfskräfte)


 Lohnsteuerliche Voraussetzung:
1. Nur gelegentliche Beschäftigung
2. Dauer max. 18 zusammenhängende Arbeitstage
3. Arbeitsentgelt max. 72€ pro Arbeitstag (bei Dringlichkeit auch höher)
4. Durchschnittlicher Stundenlohn max. 12€

 Sozialversicherungsfrei, wenn Dauer max. drei Monate im Kalenderjahr (bei 5 Arbeitstagen pro Woche)
oder 70 Arbeitstage im Jahr (bei weniger als 5 Arbeitstagen pro Woche)
 Bei berufsmäßiger Ausübung, keine kurzfristige Beschäftigung mehr
 Pauschale Lohnsteuer von 25% des Arbeitslohns zzgl. Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer
werden vom Arbeitgeber getragen.

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 Beispiel: Buch S.248:

68

5.8 Gleitzone bei Arbeitsentgelten zwischen 450,01€ und 850€ (Midi-Job)


 Gilt nicht für Ausbildungsverhältnisse
 AN muss Lohnsteuerkarte vorlegen zur Besteuerung (Arbeitsentgelt i.d.R. bis 800€ steuerfrei)
 AG trägt innerhalb der Gleitzone den vollen Beitragsanteil zur Sozialversicherung), AN gleitend ansteigend

 Berechnung in drei Schritten:


1. Berechnung des Gesamtbeitrags: Bemessungsgrundlage * Gesamtbeitragssatz
2. Berechnung des Arbeitgeberanteils: 19,375% vom Arbeitsentgelt (nicht von der Bemessungsgrundlage!)
3. Berechnung des Arbeitnehmeranteils = Gesamtbeitrag – Arbeitgeberanteil

 zu 1.: Gesamtbeitrag = Bemessungsgrundlage * Gesamtbeitragssatz


 Bemessungsgrundlage für 2018: 1,2759625 * Arbeitsentgelt - 234,568125€
 Gesamtbeitragssatz für Nicht-Kinderlose: 38,75% (bei Zusatzbeitrag 1%: 39,75%)
 Gesamtbeitragssatz für Kinderlose: 39% (bei Zusatzbeitrag 1%: 40%)
 Beispiel: Arbeitsentgelt pro Monat: 600€, nicht kinderlos, kein Zusatzbeitrag:
Bemessungsgrundlage: 1,2759625 * 600€ - 234,568125€ = 531,01€
Gesamtbeitrag: 531,01€ * 38,75% = 205,77€ (mit Zusatzbeitrag 1%: 211,08€)

 zu 2.: AG-Anteil: 19,375% vom Arbeitsentgelt (nicht von der Bemessungsgrundlage!):


Bsp.: 600€ x 19,375%= 116,25€

 zu 3.: Arbeitnehmeranteil = Gesamtbeitrag – Arbeitgeberanteil = 205,77 – 116,25 = 89,52€ (mit


Zusatzbeitrag 1%: 211,08€ - 116,25€ = 94,83€)
 Auszahlungsbetrag: 600€ - 89,52€ = 510,48€ (mit Zusatzbeitrag 1%: 600€ - 94,83€ = 505,17€)

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Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 6010 Löhne 600,00
89,52 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
510,48 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt
2 6110 Gesetzl. soz. Aufw. 116,25 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
 Übung: Buch S.270: Aufgabe 22 (ohne Zusatzbeitrag), ÜA-Gleitzone

5.9 Sachzuwendungen an Arbeitnehmer


 Exkurs geldwerter Vorteil:
1. Grundsatz: alle Güter, die in Geld- oder Geldeswert bestehen, z.B. die verbilligte oder unentgeltliche
Überlassung von Waren durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer (vorausgesetzt, die Vorteilsgewährung
beruht auf einem Dienstverhältnis). Geldwerte Vorteile sind gemäß § 8 I EStG ebenso als Einnahme
anzusehen wie eine Geldzahlung; deswegen bilden geldwerte Vorteile, die im Rahmen einer Einkunftsart
zufließen, automatisch einen Teil des steuerpflichtigen Einkommens. Nach § 2 I LStDV sind geldwerte
Vorteile deswegen auch grundsätzlich Arbeitsentgelt. Anders als bei Bargeld muss man jedoch bei
geldwerten Vorteilen erst eine Umrechnung in Geld vornehmen
2. Steuerliche Bewertung von geldwerten Vorteilen: Die Erfassung erfolgt zu den, um übliche Preisnachlässe
geminderten, üblichen Endpreisen am Abgabeort (§ 8 II EStG). Sachbezüge werden ignoriert, wenn der
geldwerte Vorteil hieraus im Kalendermonat 44 Euro nicht übersteigt (§ 8 II EStG; Freigrenze). (Für die
Gestellung eines Firmen-Pkw auch zu Privatzwecken des Arbeitnehmers gelten Sonderregelungen: 1%-
Regelung.)
Bietet der Arbeitgeber seine Waren oder Dienstleistungen den eigenen Arbeitnehmern unentgeltlich oder
verbilligt an, dann ist ein Rabatt bis zu 4 Prozent stets steuerfrei (§ 8 III EStG), für den darüber
hinausgehenden Betrag gilt ein Rabattfreibetrag von 1.080 Euro pro Kalenderjahr.
Die Rabattfreibetragsregelung von 1.080€ p.a. für Waren und Dienstleistungen gilt nur, wenn diese auch
normalerweise an Kunden abgegeben werden (z.B. zinsverbilligtes Darlehen bei Kreditinstituten).

 Sachbezüge (=geldwerter Vorteil) sind dem Arbeitsentgelt zuzurechnen


 Ausnahme: Geringfügigkeitsgrenze von 44€
 Abhängig von der Steuerbarkeit werden Sachbezüge auf folgende Konten gebucht:

4948 Verrechnete sonstige Sachbezüge 19% USt


4947 Verrechnete sonstige Sachbezüge 19% USt, Kfz
4949 Verrechnete sonstige Sachbezüge ohne USt

 Bsp. Mitarbeiterdarlehen: Bei höheren Summen und/oder längerer Frist wird aus dem Vorschuss ein
Mitarbeiterdarlehen:
 Gewährung eines zinslosen bzw. zinsverbilligten Darlehen:
 Versteuerung des geldwerten Vorteils: Differenz zwischen berechneten und marküblichen Zinssatz
(Effektivzinssatz der Deutschen Bundesbank)
 Effektivzinssatz kann um 4% des Zinssatzes vermindert werden
 Keine Anwendung des Rabattfreibetrags (außer bei Kreditinstituten)!
 keine Versteuerung:
 Zinsvorteil unter der der Geringfügigkeitsgrenze von 44€
 Restdarlehenssumme am Ende des Lohnzahlungszeitraums maximal 2600 €

 Beispiel: AN (26 Jahre, kinderlos, katholisch, Bruttogehalt: 2.300€) erhält ein zinsloses
Darlehen von 20.000€ über 4 Jahre zum 1.4.; Tilgung in gleichen Raten jeweils zum 30.06.
Buchung der Darlehensaufnahme:
Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 1345 Ford. geg. Personal >1 Jahr 20.000,00 1800 Bank

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 Gehaltsabrechnung April: Marktzinssatz: 6%, 4% Abschlag: 4% von 6 = 0,24% -> 6% -
0,24% = 5,76%
 Monatlicher Zinsvorteil: jährlicher Zinsvorteil geteilt durch 12:
(5,76% * 20.000€) / 12 = 96€
 Oder: Monatlicher Zinsvorteil: (6% * 20.000€) / 12 = 1.200/12 = 100€, abzüglich 4%
Rabatt: 100€ -4€ = 96€

Bruttogehalt 2.300,00 €
Sachbezug 96,00 €
'= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 2.396,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 304,75 €
- SoliZ - € 16,76 €
- KiST - € 24,38 €
- € 345,89 € - 345,89 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 174,91 € 174,91 €
- PV (1,525%) 36,54 €
- PV (1,275%) 30,55 €
- RV (9,3%) 222,83 € 222,83 €
- AV (1,5%) 35,94 € 35,94 €
464,23 € 470,22 € - 470,22 €
Nettogehalt 1.579,90 €
- Sachbezug - 96,00 €
= Auszahlungsbetrag 1.483,90 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 2.396,00
345,89 3730 Verb. LSt und KiSt
470,22 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
96,00 4949 Verr. Sonst. Sachbez. ohne USt
1.483,90 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

 Übung: ÜA-AN-Darl: Beispiel wie oben; erstellen Sie die Gehaltsabrechnung für den Monat Juli (1. Rate von
5.000€ wurde bezahlt, Zinssatz konstant bei 6%, Steuern: 340,12€) und die Buchungssätze.

Wohnung und Unterkunft


 Nutzt AN eine Wohnung oder Unterkunft des AG kostenlos oder verbilligt, entsteht ein geldwerter Vorteil,
der dem Arbeitsentgelt zugerechnet werden muss
 Unterscheidung Wohnung/Unterkunft zur Bestimmung der Höhe des geldwerten Vorteils:
Wohnung: geschlossene Einheit von Räumen, in denen ein Haushalt selbstständig geführt werden kann,
ansonsten Unterkunft; Bsp.: Einzimmerappartement mit gemeinsamen Bad/Küche -> Unterkunft)
 Nutzung von Wohnung/Unterkunft ist umsatzsteuerfrei (§4 Nr.12a UStG)

5.9.1.1 Wohnung
 Bei kostenloser Überlassung einer Wohnung des AG, ist als geldwerter Vorteil die ortsübliche Miete und
Preise für Nebenkosten anzusetzen
 Wenn die Ermittlung des ortsüblichen Mietpreises große Schwierigkeiten bereitet gelten laut
§ 2 Sozialversicherungsentgeltverordnung feste Quadratmeterpreise. Für 2018 gelten folgende
bundeseinheitliche Quadratmeterpreise:
3,97 € je Quadratmeter monatlich bzw.
3,24 € je Quadratmeter monatlich bei einfacher Ausstattung (ohne Sammelheizung oder ohne Bad oder
Dusche)
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 Beispiel: AN, kinderlos, kein Zusatzbeitrag KV, Wohnung kostenfrei, Vergleichsmiete (incl. NK): 500€
Bruttogehalt 2.500,00 €
Sachbezug 500,00 €
'= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 3.000,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 463,16 €
- SoliZ - € 25,47 €
- KiST - € 37,05 €
- € 525,68 € - 525,68 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 219,00 € 219,00 €
- PV (1,525%) 45,75 €
- PV (1,275%) 38,25 €
- RV (9,3%) 279,00 € 279,00 €
- AV (1,5%) 45,00 € 45,00 €
581,25 € 588,75 € - 588,75 €
Nettogehalt 1.885,57 €
- Sachbezug - 500,00 €
= Auszahlungsbetrag 1.385,57 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 3.000,00
525,68 3730 Verb. LSt und KiSt
588,75 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
500,00 4949 Verr. Sonst. Sachbez. ohne USt
1.385,57 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

 Bei verbilligter Überlassung einer Wohnung des AG, ist als gelwerter Vorteil der Unterschiedsbetrag
zwischen dem vereinbarten Preis und der ortsüblichen Miete incl. Preisen für Nebenkosten anzusetzen

 Beispiel: Buch S.254: AN kinderlos, gezahlte Miete: 375€, ortsüblich: 500, Sachbezug -> 125€

Bruttogehalt 2.500,00 €
Sachbezug 125,00 €
'= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 2.625,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 362,16 €
- SoliZ - € 19,91 €
- KiST - € 32,59 €
- € 414,66 € - 414,66 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 191,63 € 191,63 €
- PV (1,525%) 40,03 €
- PV (1,275%) 33,47 €
- RV (9,3%) 244,13 € 244,13 €
- AV (1,5%) 39,38 € 39,38 €
508,59 € 515,16 € - 515,16 €
Nettogehalt 1.695,18 €
- Miete - 375,00 €
- Sachbezug - 125,00 €
= Auszahlungsbetrag 1.195,18 €

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Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 6020 Gehälter 2.625,00
414,66 3730 Verb. LSt und KiSt
515,16 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
125,00 4949 Verr. Sonst. Sachbez. ohne USt
375,00 4860 Grundstückserträge
1.195,18 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

 Meist Überweisung der Miete: Ausbezahlungsbetrag um Mietzahlung höher als bei obigen Bsp.
Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 6020 Gehälter 2.625,00
414,66 3730 Verb. LSt und KiSt
515,16 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
125,00 4949 Verr. Sonst. Sachbez. ohne USt
1.570,18 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt
2 1800 Bank 375,00 4860 Grundstückserträge

5.9.1.2 Unterkunft
 Bei kostenloser oder verbilligter Überlassung einer Unterkunft durch den AG, ist als geldwerter Vorteil der
amtliche Sachbezugswert von monatlich 226€ in 2018 (kalendertäglich:7,53€).
 Bei Belegung mit 2AN: 40% Abschlag, 3AN->50%, mehr als 3AN -> 60%
 15% Abschlag bei Auszubildenden und AN, die in den Haushalt des AG aufgenommen wurden

 Beispiel: kinderlose Haushälterin wohnt im Haus (Bruttolohn: 700€, Kein Zusatzbeitrag KV); Sachbezug: 226€
- 33,90€ (15%) = 192,10€
Bruttogehalt 700,00 €
Sachbezug 192,10 €
'= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 892,10 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € - €
- SoliZ - € - €
- KiST - € - €
- € - € - €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 65,12 € 65,12 €
- PV (1,525%) 13,60 €
- PV (1,275%) 11,37 €
- RV (9,3%) 82,97 € 82,97 €
- AV (1,5%) 13,38 € 13,38 €
172,84 € 175,07 € - 175,07 €
Nettogehalt 717,03 €
- Sachbezug - 192,10 €
= Auszahlungsbetrag 524,93 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 889,55
174,57 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
192,10 4949 Verr. Sonst. Sachbez. ohne USt
525,43 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

 Übung: ÜA-Sachbezug-Wohnung (3 Teilaufgaben!)

Seite 20 von 60
Verpflegung
 Geldwerter Vorteil für Verpflegung nach amtlichen Sachbezugswerten (incl. USt) festgelegt:
 Sachbezugswerte 2018 Frühstück Mittagessen Abendessen Gesamt
monatlich 51,00 € 97,00 € 97,00 € 246,00 €
kalendertäglich 1,73 € 3,23 € 3,23 € 8,20 €

 Beispiel: 20jährige Auszubildende, Bruttogehalt: 600€, erhält freie Verpflegung.


Bruttogehalt 600,00 €
Sachbezug (netto 206,72€, USt 39,28€) 246,00 €
'= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 846,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € - €
- SoliZ - € - €
- KiST - € - €
- € - € - €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 61,76 € 61,76 €
- PV (1,525%) - €
- PV (1,275%) 10,79 € 10,79 €
- RV (9,3%) 78,68 € 78,68 €
- AV (1,5%) 12,69 € 12,69 €
163,91 € 163,91 € - 163,91 €
Nettogehalt 682,09 €
- Sachbezug - 246,00 €
= Auszahlungsbetrag 436,09 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 846,00
163,91 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
206,72 4948 Verr. Sonst. Sachbez. 19% USt
39,28 3806 USt
436,09 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt
 Übung: ÜA-Sachbezug-Verpflegung

Gestellung von Kraftfahrzeugen


 Bei einer Privatnutzung von mehr als fünf Tagen im Monat ist ein geldwerter Vorteil nach der 1%-Regelung
oder Fahrtenbuchmethode anzusetzen (keine Geringfügigkeitsgrenze von 44€):
1. 1%-Regelung:
 1% des Bruttolistenpreises bei Erstzulassung (auf volle 100€ abgerundet) für reine Privatfahrten
 Bei Nutzung des Fahrzeugs für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kommen noch 0,03%
des Bruttolistenpreises pro Kilometer dazu (einfache Wegstrecke) oder 0,002% vom Bruttolistenpreis
pro km der tatsächlich pro Tag gefahrenen km ( als Ausgleich für die Pendlerpauschale, die der AN in
der Steuererklärung ansetzt)
 Der geldwerte Vorteil enthält USt, ein 20%iger Abschlag ist nicht zulässig
 Beispiel: Buch S.258f.:

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Bruttogehalt 2.500,00 €
Sachbezug (netto 325,71, USt 61,89€) 387,60 €
= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 2.887,60 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 424,83 €
- SoliZ - € 23,36 €
- KiST - € 33,98 €
- € 482,17 € - 482,17 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 210,79 € 210,79 €
- PV (1,525%) 44,04 €
- PV (1,275%) 36,82 €
- RV (9,3%) 268,55 € 268,55 €
- AV (1,5%) 43,31 € 43,31 €
559,47 € 566,69 € - 566,69 €
Nettogehalt 1.838,74 €
- Sachbezug - 387,60 €
= Auszahlungsbetrag 1.451,14 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 2.887,60
482,17 3730 Verb. LSt und KiSt
566,69 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
325,71 4947 Verr. Sonst. Sachbez.19% USt, Kfz
61,89 3806 USt
1.451,14 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

2. Fahrtenbuchmethode:
 Voraussetzung: ordnungsgemäßes Fahrtenbuch zur Ermittlung des Privatanteils und Belege zur
Ermittlung der tatsächlichen Aufwendungen
 Der geldwerte Vorteil enthält USt, ein Abschlag für nicht mit Vorsteuer belastete Kosten ist nicht
zulässig
 Bsp.: monatliche Aufwendungen für das Fahrzeug: 1.000€; Gesamtkilometer/Monat: 500 km, Private
km: 100 km.
Privatanteil: 100/500= 20%; gelwerter Vorteil: 20% von 1.000€: 200€
 Buchung analog zur 1%-Regelung

 Zusatzinfo:

Seite 22 von 60
ab 1.1.2014: „regelmäßige Arbeitsstelle“ durch den Begriff „erste Tätigkeitsstätte“ ersetzt:
In mehreren Entscheidungen hat der BFH begründet, dass die „0,03%-Regel“ lediglich als Korrektur des
Werbungskostenabzuges anzusehen ist, damit der Arbeitnehmer nicht, nachdem er ohne eigene
Aufwendungen mit dem Betriebs-PKW zur Arbeitsstätte fährt, auch noch zusätzlich die Pendlerpauschale in
Abzug bringen kann. Insofern soll die Doppelbegünstigung eliminiert werden. Ein geldwerter Vorteil ist darin
nicht zu sehen.
Leitsätze:
1. Die Anwendung der 1 %-Regelung setzt voraus, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer tatsächlich
einen Dienstwagen zur privaten Nutzung überlassen hat. Denn der Ansatz eines lohnsteuerrechtlich
erheblichen Vorteils rechtfertigt sich nur insoweit, als der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gestattet, den
Dienstwagen privat zu nutzen.
2. Allein die Gestattung der Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs für Fahrten zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte begründet noch keine Überlassung zur privaten Nutzung i.S. des § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG.)

 Übung: ÜA-Sachbezug-KFZ-1%und ÜA-Sachbezug-KFZ-Fahrtenbuch

Bezug von Waren


 Bemessungsgrundlage sind die Endpreise (incl. USt), zu denen den Endverbraucher die Waren angeboten
werden.
 Bei Waren ist der Geldwert der um 4% geminderte Endpreis. Als Arbeitsentgelt zu versteuern ist dann die
Differenz zwischen Geldwert und vom AN gezahltem Entgelt (= geldwerter Vorteil).
 Rabattfreibetrag pro Kalenderjahr: 1.080€; bis zu dieser Grenze sind geldwerte Vorteile für Sachbezüge
steuerfrei
 Aufmerksamkeiten (z.B. Blumen, Genussmittel, Bücher) zu besonderen persönlichen Ereignissen (z.B.
Geburtstag, nicht Weihnachten!) sind bis zu einem Wert von 60€ (incl. USt) steuerfrei; Ausnahme:
Geldzuwendungen zählen stets zum Arbeitslohn.

 Beispiel: Buch S.260f.:

Seite 23 von 60
Bruttogehalt 2.500,00 €
Sachbezug (netto 1.579,83, USt 300,17€) 1.880,00 €
'= steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt 4.380,00 €
AG-Anteil AN-Anteil
Steuern: - Lohnst. - € 871,00 €
- SoliZ - € 47,90 €
- KiST - € 69,68 €
- € 988,58 € - 988,58 €
SV-Beiträge: - KV (7,3%) 319,74 € 319,74 €
- PV (1,525%) 66,80 €
- PV (1,275%) 55,85 €
- RV (9,3%) 407,34 € 407,34 €
- AV (1,5%) 65,70 € 65,70 €
848,63 € 859,58 € - 859,58 €
Nettogehalt 2.531,85 €
- Sachbezug - 1.880,00 €
= Auszahlungsbetrag 651,85 €

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6020 Gehälter 4.380,00
988,58 3730 Verb. LSt und KiSt
859,58 3740 Verb. i.R. der soz. Sicherheit
1.579,83 4948 Verr. Sonst. Sachbez.19% USt
300,17 3806 USt
651,85 3720 Verb. aus Lohn und Gehalt

 Übung: Buch S.271: Aufgabe 27 + ÜA-Sachbezug-Kfz

6. Kreditwirtschaft
6.1 Kaufmännische Zinsrechnung (SLP)
Zinsberechnung
 Zinsen sind der Preis für die Nutzung von Kapital (Geldbetrag) für eine bestimmte Zeit.
 Der Zinssatz (Zinsfuß) bezieht sich auf ein Jahr und entspricht dem Prozentsatz in der Prozentrechnung.
 Das Kapital ist der Grundwert in der Prozentrechnung.
 Die Zinsrechnung wird im Normalfall über einen Dreisatz durchgeführt
Seite 24 von 60
1. Berechnung der Jahreszinsen:
𝑲𝒂𝒑𝒊𝒕𝒂𝒍 × 𝒁𝒊𝒏𝒔𝒔𝒂𝒕𝒛
Z=
𝟏𝟎𝟎
𝑲×𝒑
Z= , K= Kapital, p= Zinssatz
𝟏𝟎𝟎

Bsp.: ein Darlehen von 100.000€ wird mit 4% verzinst. Die jährliche Zinsbelastung beträgt 4.000€ (100.000 x
4 /100)

2. Berechnung der Tageszinsen


𝑲𝒂𝒑𝒊𝒕𝒂𝒍 × 𝒁𝒊𝒏𝒔𝒔𝒂𝒕𝒛 × 𝑻𝒂𝒈𝒆
Z=
𝟏𝟎𝟎 𝒙 𝟑𝟔𝟎

𝑲×𝒑×𝒕 𝐊×𝐩 𝐭
Z= = × ; K= Kapital, p= Zinssatz, t= Zeit in Tagen
𝟏𝟎𝟎 𝒙 𝟑𝟔𝟎 𝟏𝟎𝟎 𝟑𝟔𝟎

Kaufmännische Zinsformel:
𝒁𝒊𝒏𝒔𝒛𝒂𝒉𝒍 (#)
Z= ; Zinszahl= 1% des Kapitals x Tage,
𝒁𝒊𝒏𝒔𝒕𝒆𝒊𝒍𝒆𝒓
Zinsteiler= 360/Zinssatz

Bsp.: Das Bankkonto wird mit 3.000€ für 30 Tage bei einem Sollzinssatz von 15% überzogen. Die
Zinsbelastung beträgt 37,50€ (3.000 x 15/100 x (30 / 360))

3. Berechnung der Zinstage:


In der kaufmännischen Zinsrechnung wird das Jahr mit 360 Tagen und jeder Monat mit 30 Tagen
gerechnet (Ausnahme: Zeitraum bis Ende Februar, dann tag genau).
In der bürgerlichen Zinsrechnung wird das Jahr mit 365 Tagen und jeder Monat genau gerechnet.

Berechnung von Kapital, Zinssatz und Zeit


𝑲×𝒑 𝒕
 Grundformel: Z= × ; durch Umformen errechnen sich die gesuchten Werte:
𝟏𝟎𝟎 𝟑𝟔𝟎

𝒁 × 𝟏𝟎𝟎 𝟑𝟔𝟎
 Kapital: K= ×
𝒑 𝒕

𝒁 × 𝟏𝟎𝟎
 Tage (Zeit): t= × 𝟑𝟔𝟎
𝑲×𝒑

Summarische Zinsrechnung
 Bei verschiedenen Kapitalbeträgen mit verschiedenen Laufzeiten, aber gleichem Zinssatz werden die Zinsen
summarisch ermittelt:
𝑺𝒖𝒎𝒎𝒆 𝒅𝒆𝒓 𝒁𝒊𝒏𝒔𝒛𝒂𝒉𝒍𝒆𝒏 (#)
Z= Zinszahl= 1% des Kapitals x Tage; Zinsteiler= 360/Zinssatz
𝒁𝒊𝒏𝒔𝒕𝒆𝒊𝒍𝒆𝒓

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 Beispiel: Buch S.277.:

 Übung: Buch S.278ff.: Aufgaben 1, 2, 4, 10

6.2 Zahlungsverkehr (SLP)


Geldverrechnungskonten
 In der Praxis wird bei der EDV-Buchführung in Buchungskreisen gebucht, z.B. Kasse, Bank

 Beispiel: Buch S.281.:

 Problem: doppelte Verbuchung; daher Einführung eines Zwischenkontos:


1460 Geldtransit

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 Beispiel: Buch S.281f.:

Personenkonten
 Führung von Sachkonten (Hauptbuch) und Personenkonten (Nebenbücher)
 Personenkonten (=Kontokorrentkonten) werden unterteilt in Debitoren (Kunden, Schuldner) und Kreditoren
(Lieferanten, Gläubiger)
 Übersicht: Buch, S.283:

6.2.2.1 Buchen mit Debitoren


 Das Konto 1200 Forderungen weist den Gesamtbestand der Forderungen aus, aber nicht wie viel der
einzelne Kunde dem Unternehmen schuldet.
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 Das Forderungskonto wird in einzelne Kundenkonten (Debitoren) aufgeteilt.
 Jeder Kunde erhält ein eigenes Konto; dafür sind die Kontennummern 10000 bis 69999 reserviert.
 Allgemeiner Hinweis: Programmfunktionen vor den Kontonummern: KU=keine Umsatzsteuer,
AV=automatische Errechnung der Vorsteuer, AM= automatische Errechnung der Umsatzsteuer
 Beispiel: Buch S.284:

 Oder in bisherigen Buchungssätzen:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 K10116 Müller 2.380,00
2.000,00 4200 Erlöse
380,00 3806 USt

2 1800 Bank 2.380,00 K10116 Müller

 Kundenschecks, die der Bank noch nicht vorgelegt wurden, werden gebucht auf dem Konto:
1550 Schecks

6.2.2.2 Buchen mit Kreditoren


 Jeder Lieferer erhält ein eigenes Konto; dafür sind die Kontennummern 70000 bis 99999 reserviert.
 Beispiel: Buch S.285f:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 5200 Wareneingang 1.000,00
1406 Vorst. 190,00
1.190,00 K70001 Bäcker

2 K70001 Bäcker 1.190,00 1800 Bank

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6.2.2.3 Abschluss der Personenkonten
 Während des Geschäftsjahres Buchung auf Personenkonten
 Beim Abschluss der Personenkonten werden die Endbestände automatisch nach den Kontokorrentziffern auf
die Konten 1200 bzw. 3300 gebucht

6.3 Darlehen
 Begriff: (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon)
Darlehen ist ein schuldrechtlicher Vertrag, durch den einem Darlehensnehmer Geld (Gelddarlehen §§ 488-
498 BGB) oder vertretbare Sachen (Sachdarlehen (§§ 607-609 BGB) auf Zeit zum Gebrauch überlassen
werden. Im allg. Sprachgebrauch werden die Begriffe Darlehen und Kredit im gleichen Sinn gebraucht. Im
Kreditgewerbe versteht man unter Darlehen mittel- und langfristige Kredite, die in einer Summe ausgezahlt
und für die eine regelmäßige Tilgung vereinbart werden. Damit reicht der rechtliche Begriff des Darlehens
weiter als die bankgeschäftliche Bezeichnung. Jedoch wird auch der Kreditbegriff rechtlich sehr weit gefasst,
so gibt es neben den vielen Kreditarten, die auch Darlehen sind, noch andere Formen wie Garantien und
Bürgschaften, die keine Darlehen sind.

 Gelddarlehen:
a) Vertrag: Mit einem Darlehensvertrag verpflichtet sich der Darlehensgeber, dem Darlehensnehmer einen
Geldbetrag in vereinbarter Höhe zur Verfügung zu stellen und zur Nutzung zu überlassen (§ 488 I S. 1
BGB). Der Darlehensnehmer ist wiederum verpflichtet, den geschuldeten Zins zu entrichten und bei
Fälligkeit den Geldbetrag zurückzuzahlen (§ 488 I S. 2 BGB) und sofern vereinbart, Sicherheiten zu
bestellen. Darlehensverträge kommen wie andere Verträge durch zwei übereinstimmende
Willenserklärungen zustande (§§ 145 ff. BGB), für Verbraucherdarlehen ist mit Ausnahme der
Überziehungskredite die Schriftform vorgeschrieben (§ 492 I S. 1 BGB).
b) Zinsen und Entgelte: Im Regelfall hat der Darlehensnehmer für das Darlehen Zinsen zu zahlen.
Allerdings kann ein Darlehen auch zinslos gewährt werden. Die Höhe der Zinsen richtet sich nach den
getroffenen Vereinbarungen oder den Sätzen im Preisverzeichnis, fehlen solche, so ergibt sich der Zins
aus § 246 BGB (gesetzlicher Zinssatz). Zulässig und banküblich ist es, neben den Zinszahlungen zusätzlich
Entgelte zu verlangen (z.B. Bearbeitungsgebühren, Bereitstellungszinsen). Darüber hinaus ist die Angabe
des effektiven Jahreszinses (Effektivzins) verpflichtend, durch den die Gesamtbelastung als Prozentsatz
ausgedrückt wird.
c) Kündigung und Rückzahlung: Das Darlehensverhältnis endet mit dem Ablauf der Zeit, für die es
eingegangen ist oder durch Kündigung (§ 488 III BGB). Bei Darlehen mit unbestimmter Dauer beträgt die
Kündigungsfrist für beide Seiten drei Monate, ansonsten ist eine ordentliche Kündigung nur durch den
Darlehensnehmer in den in § 489 BGB geregelten Fällen möglich. Eine außerordentliche Kündigung ist
sowohl seitens des Darlehensgebers als auch seitens des Darlehensnehmers (ggf. gegen Zahlung einer
Vorfälligkeitsentschädigung) möglich (§ 490 BGB).

Darlehensaufnahme
 Je nach Laufzeit werden folgende Konten verwendet:

3151 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – Restlaufzeit bis 1 Jahr

3160 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre

3170 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – Restlaufzeit größer 5 Jahre

Die Bereitstellung des Darlehens erfolgt auf dem Bankkonto.

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 In der Praxis ist oft der Ausgabebetrag niedriger als der Rückzahlungsbetrag. Die Differenz ist das
Darlehensabgeld, auch Disagio, Damnum oder Kreditgebühren genannt.
 Steuerrechtlich besteht ein Aktivierungsgebot für das Damnum, handelsrechtlich ein Aktivierungswahlrecht:
Das Damnum wird als Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert und planmäßig über die Laufzeit des
Darlehens wertgemindert, im Jahr der Aufnahme taggenau (§250 Abs.3, HGB: Ist der Erfüllungsbetrag einer
Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, so darf der Unterschiedsbetrag in den Rechnungsabgrenzungs-
Posten auf der Aktivseite aufgenommen werden. Der Unterschiedsbetrag ist durch planmäßige jährliche
Abschreibungen zu tilgen, die auf die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt werden können). Bei
Nicht-Aktivierung wird das Damnum bei Darlehensaufnahme komplett als Zinsaufwand gebucht.
 Beispiel: Buch S.288f:

das GJ

oder:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 7324 Abschreibung auf Disagio 100,00 1940 Disagio
Übung: ÜG-Disagio

Darlehensrückzahlung
 Nach der Tilgungsart wird generell in folgende Darlehensarten unterschieden:
1. Fälligkeitsdarlehen
2. Ratendarlehen
3. Annuitätendarlehen

zu 1.: Fälligkeitsdarlehen: Darlehen wird nach Ablauf der Laufzeit in einer Summe zurückbezahlt. Die
Buchung erfolgt umgekehrt wie bei der Aufnahme. Eventuelle Zinsen während der Laufzeit werden auf das
Konto 7320 Zinsaufwendungen gebucht.

zu 2.: Ratendarlehen: Das Darlehen wird in gleichbleibenden Raten getilgt. Die Zinsen werden berechnet
und separat auf das Konto 7320 Zinsaufwendungen gebucht.

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zu 3.: Annuitätendarlehen: Die Summe aus Zinsen und Tilgung ist konstant (= Annuität). Da sich innerhalb
der Annuität der Zins- und Tilgungsbetrag ständig ändern (nämlich nach jeder Zahlung), ist
dementsprechend der Zinsbetrag neu zu berechnen und auf das Konto 7320 Zinsaufwendungen zu buchen.

 Exkurs: Annuitätendarlehen (Quelle: Wikipedia):

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 Beispiel: Buch S.291:

FolgeJ

FolgeJ

 Buchungssatz Zinsen:

Tz.Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 7320 Zinsaufwand 5.000,00 1800 Bank
(oder Buchung der Annuität in einem Buchungssatz)
 Berechnung im 2. Jahr: 5% Zinsen von 92.000€ (Restschuld): 4.600€; Tilgung: Annuität-Zinsen=
13.000€ - 4.600€= 8.400€ => neue Restschuld für das 3. Jahr: 92.000€ - 8.400€= 83.600€

 Wenn das Damnum (Disagio) aktiviert wird, wird es anteilig auf die Laufzeit des Darlehens verteilt:
Damnum 2.000€, 10Jahre:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 7324 Abschreibung auf Disagio 200,00 1940 Disagio

 Übung: Buch S.292f: Aufgaben 1-4

6.4 Leasing (SLP)


Grundlagen
 Leasing: mietähnliche Gebrauchsüberlassung von Wirtschaftsgütern gegen Entgelt
 Für Zwecke der Buchführung und Bilanzierung wird bei beweglichen Wirtschaftsgütern
insbesondere zwischen den folgenden Leasingarten unterschieden:
 Operating-Leasing:
Das Operating-Leasing (auch Operate-Leasing genannt) umfasst Leasingverträge,
die entweder nur für eine kurze Zeit abgeschlossen oder von beiden
Vertragspartnern kurzfristig unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist
aufgelöst werden können („echte Miete“). Der Leasinggeber (Vermieter) bleibt
rechtlicher und wirtschaftlicher Eigentümer des Gegenstands.
Beispiel:
Der Unternehmer L. mietet einen Lkw für den eigenständigen Transport einer
Fracht von Koblenz nach München. Nach dem Transport gibt er den Lkw an den Vermieter zurück.
 Finanzierungs-Leasing
Das Finanzierungs-Leasing (auch Finance-Leasing genannt) hat überwiegend
langfristigen Charakter. Die Vertragslaufzeit beträgt in der Regel mehrere
Jahre. Diese Form des Leasings ist als Alternative zum Erwerb des Gegenstands
zu sehen. Das Finanzierungs-Leasing existiert in vielen verschiedenen
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Varianten, insbesondere im Hinblick auf die Rechte des Käufers nach Beendigung
der „Grundmietzeit“ (z. B. Kaufoptions- oder Mietverlängerungsoptionsrecht).
• Grundmietzeit ist die vertraglich festgelegte Zeit, während der der Vertrag
bei ordnungsgemäßer Vertragserfüllung von beiden Vertragsparteien nicht
gekündigt werden darf. Sie beträgt zum Beispiel 24, 36, 48 oder 60 Monate.
• Ein vereinbartes Kaufoptionsrecht (Option = Wahlrecht) gewährt dem Leasing-
Nehmer (Mieter) die Möglichkeit, nach dem Ablauf der Grundmietzeit den
Leasing-Gegenstand vom Vermieter zu erwerben. Die Höhe des Kaufpreises
wird in der Regel bereits beim Abschluss des Leasingvertrages festgelegt.
• Ein vereinbartes Verlängerungsoptionsrecht gewährt dem Leasing-Nehmer
die Möglichkeit, die Vertragslaufzeit nach dem Ablauf der Grundmietzeit – in
der Regel zu einer günstigen Folgemiete – zu verlängern.
 Spezial-Leasing
Hierbei handelt es sich regelmäßig um Verträge über Leasing-Gegenstände, die
speziell auf die Verhältnisse des Leasing-Nehmers zugeschnitten sind.
Nach dem Ablauf der Grundmietzeit sind diese Gegenstände nur noch beim
Leasing-Nehmer wirtschaftlich sinnvoll verwendbar

 Wichtig für die Buchführung: Zurechenbarkeit der Leasinggegenstände zu Leasinggeber oder Leasingnehmer,
dementsprechend Aktivierung und Abschreibung.
 Im Folgenden nur Erläuterungen ohne Kauf- und Verlängerungsoption

Zurechnung des Leasinggegenstandes zum Leasinggeber


 Bei Leasingverträgen ohne Kauf- und Verlängerungsoption wird der Leasinggegenstand dem Leasinggeber
zugeordnet, wenn die Grundmietzeit (Zeit, in der der Leasingvertrag nicht gekündigt werden kann)
mindestens 40% und höchstens 90% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer beträgt.
 Beim Leasinggeber: Aktivierung des Leasinggegenstandes mit AK/HK und AfA nach betrieblicher ND;
Leasingrate = Betriebseinnahme (Ertrag)
 Beim Leasingnehmer: Leasingrate = Betriebsausgabe (Aufwand)
 Beispiel: Buch S.295f.:

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Übung: S.298, Aufg. 1, ÜA-Leasing

(Zurechnung des Leasinggegenstandes zum Leasingnehmer)


 Bei Leasingverträgen mit Vollamortisation (ohne Kauf- und Verlängerungsoption) wird der
Leasinggegenstand dem Leasingnehmer zugeordnet, wenn die Grundmietzeit (Zeit, in der der
Leasingvertrag nicht gekündigt werden kann) mehr als 90% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer
beträgt, also die Grundmietzeit mit der ND annähernd übereinstimmt.
 Beim Leasingnehmer:
1. Aktivierung des Leasinggegenstandes mit AK/HK und AfA nach betrieblicher ND
2. Bildung einer Verbindlichkeit über die AK des Leasinggegenstands
3. Aufteilung der Leasingrate in einen Zins-/Kostenanteil (Aufwandsbuchung aus der ARAP) und Tilgung
(aufwandsneutral bereits in der Leasingrate gebucht)
 Beim Leasinggeber:
1. Aktivierung der Summe der AK/HK bzw. gesamten Leasingraten (je nach Buchung) als Forderung
2. Aufteilung der Leasingrate in einen Zins-/Kostenanteil und Tilgung

 (Der Zins-/Kostenanteil des jeweiligen Jahres kann mit der Barwertvergleichsmethode oder der
Zinsstaffelmethode berechnet werden.) (SLP Ende)

6.5 Wertpapiere

 Wertpapiere verbriefen ein Vermögensrecht.


 Arten:
 Warenwertpapiere (Lagerscheine)
 Kapitalwertpapiere (Aktien, Anleihen)
 Geldwertpapiere (Schecks, i.w.S. Banknoten)

 Erträge aus Wertpapieren (Kapitalerträge) werden im Privatbereich mit 25% versteuert, zzgl.
Solidaritätszuschlag von z.Zt. 5,5% und ggf. Kirchensteuer (= Abgeltungssteuer).
 Betriebliche Kapitalerträge unterliegen auch einer Kapitalertragssteuer von 25% und Solidaritätszuschlag von
z.Zt. 5,5%.

Buchmäßige Einteilung der Wertpapiere


 Wertpapiere des Betriebsvermögens werden in Wertpapiere des Anlagevermögens und in Wertpapiere des
Umlaufvermögens eingeteilt.

6.6.1.1 Wertpapiere des Anlagevermögens


 Zum dauerhaften Verbleib im Unternehmen bestimmt
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 In der Bilanz unter Finanzanlagen
 Abgrenzung zu Beteiligungen: dauerhafte Bindung zu den Unternehmen mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht (Beteiligungsabsicht, aktive Einflussnahme)
 Konten: 0820 Beteiligungen
0910 Wertpapiere mit Gewinnbeteiligungsansprüchen
0920 Festverzinsliche Wertpapiere

6.6.1.2 Wertpapiere des Umlaufvermögens


 Kurzfristiger Verbleib im Unternehmen
 Jederzeit veräußerbar
 Konto: 1510 Sonstige Wertpapiere

Buchen von Dividendenpapieren (Aktien)


 Aktie: Beteiligung am Grundkapital einer Aktiengesellschaft (Anteilsschein)
 Der Aktionär erhält eine Gewinnausschüttung (Dividende)
 Grundlegende Buchungen: Kauf, Dividendenerträge und Verkauf

6.6.2.1 Kauf von Aktien


 Anschaffungskosten für Aktien (Kaufpreis = Kurswert zzgl. Anschaffungsnebenkosten) sind auf Konto
1510 Sonstige Wertpapiere zu buchen
 Beispiel: Buch S.311:

 Übung: Buch S.325, Aufgabe 1, 2

6.6.2.2 Dividendenerträge
 Das ausschüttende Unternehmen behält Kapitalertragssteuer von 25% und Solidaritätszuschlag von z.Zt.
5,5% ein (in der Regel übernimmt die Bank den Einzug der Steuern und schreibt den Nettobetrag dem
Dividendengläubiger gut).
 Dividenden werden als Ertrag gebucht auf dem Konto:
7103 Laufende Erträge aus Anteilen an Kapitalgesellschaften (Umlaufvermögen)

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 Buchung der Steuerbeträge:
 Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften:
2150 Privatsteuern
 Beispiel: Buch S.313:

 Bei Kapitalgesellschaften:
7630 Kapitalertragssteuer 25%
7608 Solidaritätszuschlag

 Beispiel: Buch S.314:

6.6.2.3 Verkauf von Aktien


 Beim Verkauf werden die Anschaffungskosten der Aktien ausgebucht (Konto 1510 im Haben)
 Als Eingang auf dem Bankkonto wird der Nettoerlös aus dem Aktienverkauf (Kurswert abzgl.
Veräußerungskosten) gebucht.
 Je nachdem ob der Nettoerlös größer oder kleiner als die Anschaffungskosten ist, wird ein
Veräußerungsgewinn oder ein Veräußerungsverlust erzielt und auf folgende Konten gebucht:
4901 Erträge aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften bzw.
6903 Verluste aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften

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 Veräußerungsgewinne für nach dem 31.12.2008 erworbene Wertpapiere werden wie Dividendengewinne
behandelt (Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag):
 bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften kann eine Freistellung beantragt werden
 Ausnahme: bei Kapitalgesellschaften wird vom Veräußerungsgewinn beim Aktienverkauf keine
Kapitalertragssteuer einbehalten (nicht bei festverzinslichen Wertpapieren!)

 Beispiel: Buch S.315f:

des GJ

Seite 37 von 60
des GJ
des GJ

 Übung: Buch S.325, Aufgabe 3, ÜA-WP

7. Anlagenwirtschaft
7.1 Sachanlagenverkehr
Überblick
 AV: Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen, Finanzanlagen
 Sachanlagen: bebaute Grundstücke, unbebaute Grundstücke, Geschäftsbauten, Fabrikbauten, Wohnbauten,
techn. Anlagen und Maschinen, BGA und Anlagen im Bau

Buchen der Anschaffung von Sachanlagen


 Anschaffungskosten nach HGB: § 255 Abs.1: Bewertungsmaßstäbe:
(1) Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu
erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand
einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die
nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen sind abzusetzen.
 Die Anschaffungskosten werden aktiviert. Zu den AK gehören auch die Nebenkosten, wie
Grunderwerbsteuer, Gebühren, Provisionen, Frachten, Transportkosten, Montagekosten, etc.
 Beim Erwerb von bebauten Grundstücken, werden der anteilige Grundstückswert vom Kaufpreis auf 0235
bebaute Grundstücke und der anteilige Gebäudewert auf 0240 Geschäftsbauten gebucht.
Auch die Anschaffungsnebenkosten sind dementsprechend zu trennen.
Anschaffungsnebenkosten: Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5% vom Kaufpreis
incl. Gebäude, Grundbucheintrag, Vermessungsgebühren, Notargebühren, Maklerprovisionen: Beispiel: Buch
S.332:

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Übung: ÜA-AK-Grundstück und Buch, S.385, Aufg. 2 +3

 Die AK werden um die Anschaffungspreisminderungen (Rabatte, Skonti, Boni, etc.) gekürzt.


 Finanzierungskosten gehören nicht zu den AK.
 Beispiel: Buch S.333:

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Übung: ÜA-AV-AK

Buchen der zu aktivierenden Eigenleistungen


 Wenn Unternehmen Wirtschaftsgüter herstellen, die dem eigenen Betrieb dienen, sind diese mit den
Herstellkosten zu aktivieren.
 (Exkurs: Herstellungskosten nach HGB: § 255 Abs.2: Bewertungsmaßstäbe:
(1) Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die
Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder
für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dazu
gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene
Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens,
soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen
angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale
Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung
einbezogen werden, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Forschungs- und
Vertriebskosten dürfen nicht einbezogen werden.
(1a) Herstellungskosten eines selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstands des
Anlagevermögens sind die bei dessen Entwicklung anfallenden Aufwendungen nach Absatz 2. Entwicklung ist
die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von anderem Wissen für die Neuentwicklung von Gütern
oder Verfahren oder die Weiterentwicklung von Gütern oder Verfahren mittels wesentlicher Änderungen.
Forschung ist die eigenständige und planmäßige Suche nach neuen wissenschaftlichen oder technischen
Erkenntnissen oder Erfahrungen allgemeiner Art, über deren technische Verwertbarkeit und wirtschaftliche
Erfolgsaussichten grundsätzlich keine Aussagen gemacht werden können. Können Forschung und
Entwicklung nicht verlässlich voneinander unterschieden werden, ist eine Aktivierung ausgeschlossen.
(2) Zinsen für Fremdkapital gehören nicht zu den Herstellungskosten. Zinsen für Fremdkapital, das zur
Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstands verwendet wird, dürfen angesetzt werden,
soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen; in diesem Falle gelten sie als Herstellungskosten des
Vermögensgegenstands.
(3) Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Marktpreis. Soweit kein aktiver Markt besteht, anhand dessen
sich der Marktpreis ermitteln lässt, ist der beizulegende Zeitwert mit Hilfe allgemein anerkannter
Bewertungsmethoden zu bestimmen. Lässt sich der beizulegende Zeitwert weder nach Satz 1 noch nach Satz
2 ermitteln, sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemäß § 253 Abs. 4 fortzuführen. Der zuletzt
nach Satz 1 oder 2 ermittelte beizulegende Zeitwert gilt als Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Sinn
des Satzes 3.)
 Übersicht: siehe GP 4.6

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 Die Herstellungskosten sind auf den jeweiligen Anlagekonten zu aktivieren und auf dem Ertragskonto
4820 Andere aktivierte Eigenleistungen gegenzubuchen (4820 -> GuVK).
 Beispiel: Buch S.336f:

 Übung: Buch S.350, Aufgabe 3,4

Buchen der Veräußerung von Sachanlagen


 Ist der Nettoerlös größer als der Restbuchwert eines Anlagegutes zum Verkaufszeitpunkt, entsteht ein
Buchgewinn; ist er kleiner, ein Buchverlust.
 Restbuchwert eines Anlagegutes zum Verkaufszeitpunkt: Wert in der fiktiven Bilanz zu diesem Zeitpunkt.

7.1.4.1 Bruttomethode (und Nettomethode)


 Bei der Bruttomethode (gängige Praxis) werden die Erlöse und Aufwendungen beim Verkauf unsaldiert
erfasst.
 Die Nettoverkaufserlöse werden auf folgenden Konten gebucht:
4849 Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen (Buchgewinn) bzw.
6889 Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen (Buchverlust)

 Die Restbuchwerte (Aufwendungen) werden auf folgenden Konten gebucht:


4855 Anlagenabgänge Sachanlagen (Restbuchwert bei Buchgewinn) bzw.
6895 Anlagenabgänge Sachanlagen (Restbuchwert bei Buchverlust)

 In der GuV-Rechnung werden diese Buchungen saldiert und unter der Position sonstige betriebliche Erträge
bzw. sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen.
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 Reihenfolge bei der Buchung:
 Buchung der zeitanteiligen AfA (Monat des Verkaufs wird nicht mitgerechnet!)
 Buchung des Restbuchwertes
 Buchung des Veräußerungsvorgangs
 Beispiel: Buch S.338:

4849

 Bei Buchverlust: Bsp. Wie oben, nur, dass der Buchwert des PKW (nach AfA) 6.000€ beträgt -> Buchverlust:
4.000-6.000=-2000:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6895 Anlagenabgänge 6.000,00 0520 PKW
2 1800 Bank 4.760,00
4.000,00 6885 Erlöse Sachanlagen
760,00 3806 USt

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 Nettomethode: Der Verkaufserlös wird geteilt in Restbuchwert und Gewinn bzw. Verlust. Der Abgang wird
auf dem Anlagenkonto gebucht und je nach Gewinn- oder Verlustsituation die Differenz auf einem Ertrags-
bzw. Aufwandskonto gebucht (Berücksichtigung der zeitanteiligen AfA). Bsp. Wie oben (Buchgewinn:2.000€):
4900 Erträge Abgang AV bzw. 6900 Verluste Abgang AV

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 1800 Bank 4.760,00
2.000,00 0520 PKW
2.000,00 4900 Erträge Abgang AV
760,00 3806 USt

Bei Verlust (Restbuchwert: 6.000€) wird im Soll auf 6900 Verluste aus dem Abgang von AV gebucht:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 1800 Bank 4.760,00
6900 Verluste Abgang AV 2.000,00
6.000,00 0520 PKW
760,00 3806 USt
 Übung: Buch S.351, Aufgabe 6-8, ÜA-AV-AK-VK + (Nettomethode: ÜA-AV-AK-VK2)

7.1.4.2 Inzahlungnahme von Sachanlagen


 Beim Kauf eines Kfz wird oft ein gebrauchtes Fahrzeug in Zahlung gegeben.
 Wegen der Übersichtlichkeit Anwendung der Bruttomethode mit Buchung über ein Verbindlichkeitskonto.
 Beispiel: Buch S.339f:

des GJ

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 Übung: Buch S.351, Aufgabe 9 und ÜA-AV-AK-Inz

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)


 Begriff aus dem Steuerrecht
 Das Handelsrecht sieht keine Regelung für GWG vor.
 Meist werden steuerrechtliche Regelungen übernommen
 Voraussetzung für GWG:
 Wirtschaftsgut gehört zum beweglichen abnutzbaren Anlagevermögen
 Wirtschaftsgut muss selbständig nutzbar sein
 Die AK/HK (netto, ohne Vorsteuer) für das einzelne Wirtschaftsgut dürfen 800€ nicht übersteigen
 Je nach Einkunftsart (Gewinn- oder Überschusseinkünfte) werden die GWG steuerrechtlich verschieden
behandelt:
 Das Einkommensteuergesetz benennt sieben verschiedenen Einkunftsarten.
 Zu den Gewinneinkünften zählen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG), Einkünfte aus
Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) und Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG).
Tatbestandsvoraussetzungen für Gewinneinkünfte sind Gewinnerzielungsabsicht, Nachhaltigkeit,
Selbstständigkeit, Beteiligung am allg. wirtschaftlichen Verkehr und keine reine
Vermögensverwaltung.
 Überschusseinkünfte sind Einkünfte, die sich aus dem Überschuss der Einnahmen über die
Werbungskosten ergeben (§ 2 II Nr. 2 EStG). Dazu zählen die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
(§ 19 EStG), aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG), aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)

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 Übersicht: Buch S.344:

250
250 800 800
25 25

250 250
800
25

 AK/HK bis 250€:


 Wahlrecht: Aktivierung und AfA über die betriebsgewöhnliche ND oder in voller Höhe als
Betriebsausgaben auf 6260 Sofortabschreibung GWG (besser: zuerst auf 0670 Geringwertige
Wirtschaftsgüter und zum Jahresende auf 6260); (steuerrechtl.: Aktivierungsverbot)
 Beispiel: Buch S.341f:

oder:

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Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto
1 0670 GwG 140,00
1406 Vorsteuer 26,60
166,60 1600 Kasse
Am Jahresende:

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6260 Sofortabschreibung 140,00 0670 GwG

 AK/HK über 250€ bis 1.000€:


 Steuerliches Wahlrecht bei AK/HK bis 800€: Aktivierung und AfA über die betriebsgewöhnliche ND
oder in voller Höhe als Betriebsausgaben auf 0670 Geringwertige Wirtschaftsgüter und zum
Jahresende auf 6260 Sofortabschreibung GWG.
 Generelle Alternative bei AK/HK über 250€ bis 1.000€: Einstellung in einen Sammelposten (Pool), der
im Jahr seiner Bildung und den vier Folgejahren jeweils linear mit 20% abgeschrieben wird,
unabhängig von der ND der GWG.
0675 Wirtschaftsgüter größer 250 bis 1.000€ (Sammelposten)
6264 Abschreibung auf den Sammelposten Wirtschaftsgüter
 Beispiel: Buch S.342f:

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1.500
300 1.500

300,00

300,00 300,00

 Abgänge von GWG werden nicht als Verminderung des Sammelpostens gebucht:
Beispiel: der Schreibtisch wird im Folgejahr für 810€ zzgl. USt. verkauft.:

 Übung: ÜA-GwG

Anlagenspiegel (SLP)
 Entwicklung der einzelnen Posten des AV im Anhang in Form eines Anlagenspiegels (=Anlagengitter)
dargestellt (Pflicht für mittlere und große Kapitalgesellschaften).
 Angaben nach §268 Abs. 2 HGB:

 Beispiel: Buch S.346:

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Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (SLP)
 Im Bau befindliche Anlagen werden auf 0710 Geschäftsbauten im Bau gebucht.
 Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau werden als AV in der Bilanz ausgewiesen (0710 -> SBK).
 Nach der Fertigstellung wird das Konto 0710 Anlagen im Bau auf die entsprechenden Anlagekonten
umgebucht.
 Beispiel: Buch S.347f:

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 Übung: Buch S.354, Aufgabe 15

8. Buchen im Steuerbereich
8.1 Steuern und steuerliche Nebenleistungen (SLP)
 Definition: Steuern werden vom Staat (Gemeinwesen) erhoben, ohne Gegenleistung und zum Zweck der
Einnahmenerzielung.

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(andere Einteilung auch in Verkehrs-, Ertrags- und Substanzsteuern)

Betriebssteuern
 Betriebssteuern sind Steuern, die unmittelbar durch den Betrieb veranlasst sind.
 Bei der Ermittlung des steuerlichen Gewinns sind Betriebssteuern entweder abzugsfähig oder nicht
abzugsfähig

8.1.1.1 Abzugsfähige Betriebssteuern


 Abzugsfähige Betriebssteuern wirken sich mindernd auf den Gewinn aus (Die Umsatzsteuer gehört nicht
dazu!)
 Sie können als Teil der Anschaffungskosten aktivierungspflichtig sein (z.B. Grunderwerbsteuer, je nach
Bundesland zwischen 3,5% und 6,5%); hier tritt die Gewinnminderung erst beim Verkauf des
Wirtschaftsgutes oder bei der Abschreibung auf. Beispiel: Buch S.359:

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Übung: Buch S.385, Aufgabe 2, 3
 Sofort abzugsfähige Betriebssteuern werden als Aufwand gebucht (z.B. Grundsteuer, Kfz-Steuer, Ökosteuer)
 Bsp.: S.360:

8.1.1.2 Nicht-abzugsfähige Betriebssteuern


 Nicht-abzugsfähige Betriebssteuern wirken sich nicht mindernd auf den steuerlichen Gewinn aus (§12 EStG)
 Handelsrechtlich werden sie allerdings als Aufwand gebucht und über das GuVK abgeschlossen, also
handelsrechtlich gewinnmindernd; sie müssen später zum Zweck der Besteuerung dem handelsrechtlichen
Gewinn wieder zugeschlagen werden.
 Zu ihnen gehören Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag, Kapitalertragssteuer und Gewerbesteuer.
 Exkurs: Der jeweilige Gewerbesteuersatz ist abhängig von zwei Komponenten: der Steuermesszahl
(bundesweit einheitlich 3,5%) und dem Gewerbesteuerhebesatz (örtlich verschieden).
 Exkurs: Die Körperschaftsteuer ist eine Art der Einkommensteuer für juristische Personen (wie
Kapitalgesellschaften) mit einem Steuersatz von 15%.

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Privatsteuern
 Sie sind nicht durch den Betrieb, sondern privat veranlasst und dürfen folglich bei der Ermittlung des
steuerlichen Gewinnes nicht abgezogen werden.
 Zu ihnen gehören: Einkommensteuer, Kirchensteuer, Erbschaftssteuer, private Grund-, Kfz-und
Kapitalertragssteuer.

Steuerliche Nebenleistungen
 Sie sind keine Steuern treten aber mit der Besteuerung auf (z.B. Verspätungszuschläge, Zinsen,
Säumniszuschläge, Zwangsgelder).
 Je nachdem ob die Steuer abzugsfähig ist, werden auch die steuerlichen Nebenleistungen behandelt.
 Abzugsfähig:
6436 Steuerlich abzugsfähige Verspätungszuschläge und Zwangsgelder oder
6430 Sonstige Abgaben
 Nicht-abzugsfähig:
6437 Steuerlich nicht abzugsfähige Verspätungszuschläge und Zwangsgelder oder
2150 Privatsteuern

 Übung: Buch S.386, Aufg.4

8.2 Sonderfälle
Import – Export

8.2.1.1 Innergemeinschaftlicher Erwerb


 Bei Wareneinfuhren aus dem Gemeinschaftsgebiet (EU-Länder) tritt an Stelle der Einfuhrumsatzsteuer (bei
Einfuhr aus Drittländern) der Tatbestand des innergemeinschaftlichen Erwerbs (§ 1 Abs. 1 Nr. 5 UStG, § 1 a
UStG): Die Unternehmer müssen für Importe aus anderen EU-Ländern keine Einfuhrumsatzsteuer an die
Zollbehörde bezahlen, sondern ihre Erwerbe in der Umsatzsteuer-Voranmeldung beim zuständigen
Finanzamt anmelden. Diese Steuer auf den Erwerb kann grundsätzlich sofort wieder in der Umsatzsteuer-
Voranmeldung abgezogen werden (Vorsteuerabzug gemäß § 15 UStG). Dies bedeutet, dass das erwerbende
Unternehmen die Umsatzsteuer des Lieferers tragen muss (Konto 3804), aber diese im gleichen Moment als
Vorsteuer geltend machen kann (Konto 1404).
 Innergemeinschaftlicher Erwerb (innerhalb der EU) ist im Bestimmungsland steuerpflichtig. In diesen Fällen
sind gesonderte Vorsteuer- und Umsatzsteuerkonten für den innergemeinschaftlichen Erwerb zu
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verwenden, damit eine Trennung der Beträge für die Umsatzsteuer-Voranmeldung möglich und den
Aufzeichnungspflichten Genüge getan ist.
Dem Staat geht die Einnahme aus der Umsatzsteuer nicht verloren, da beim Verkauf der Waren an den
Endverbraucher die Umsatzsteuer anfällt und de facto kein Vorsteuerabzug stattfand.

 Übersicht: Buch S.364:


 Verwendete Konten:
5425 Innergemeinschaftlicher Erwerb 19% Vorsteuer und 19% Umsatzsteuer
1404 Abziehbare Vorsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb 19%
3804 Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb 19%

 Beispiel: Buch S.365:

8.2.1.2 Innergemeinschaftliche Lieferung


 Bei Lieferung vom Inland in das übrige Gemeinschaftsgebiet (EU)
 Innergemeinschaftliche Lieferungen sind in der Regel steuerfrei und werden auf folgendes Konto gebucht:
4125 Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen §4 Nr.1b UStG

 Beispiel: Buch S.366f:

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8.2.1.3 Ausfuhrlieferung
 Die Ausfuhrlieferung vom Inland in das Drittlandgebiet ist in der Regel steuerfrei und wird auf folgendes
Konto gebucht:
4120 Steuerfreie Umsätze §4 Nr.1a UStG
 Beispiel: Buch S.368:

 Bei Einfuhr aus Drittländern muss Einfuhrumsatzsteuer beim Zollamt, an der Grenze oder an den Spediteur
bezahlt werden, obwohl die ausländische Rechnung keine Umsatzsteuer enthält. Die bezahlte
Einfuhrumsatzsteuer ist auf das Konto 1433 bezahlte Einfuhr-Umsatzsteuer zu buchen und ist als Vorsteuer
abziehbar.
 Übung: Buch S.387, Aufgabe 5-7

8.2.1.4 (Leistungen nach §13b UStG)


 Übersicht: Buch S.369:
 Bei diesen Umsätzen schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer (Buchung ähnlich
Innergemeinschaftlicher Erwerb).
 Buchung auf:
5925 Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers
1407 Abziehbare Vorsteuer nach §13b UStG 19%
3837 Umsatzsteuer nach §13b UStG 19%
 Beispiel: Buch S.370:

Nicht-abzugsfähige Betriebsausgaben (SLP bis Ende)


 Nicht alle Betriebsausgaben sind bei der Ermittlung des steuerlichen Gewinns abzugsfähig.

8.2.2.1 Art und Umfang der nicht-abzugsfähigen Betriebsausgaben


 Nicht-abzugsfähige Betriebsausgaben (Repräsentationsaufwendungen) nach §4 Abs.5 Nr.1-7:

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8.2.2.2 Buchmäßige und steuerliche Behandlung nicht-abzugsfähiger Betriebsausgaben
 Voraussetzung: Einzelnes und getrenntes Aufzeichnen von Betriebsausgaben.
 Geschenke:
 bis insgesamt 35€ (netto) pro Empfänger im Geschäftsjahr: abzugsfähig
 mehr als 35€: nicht abzugsfähig, kein Vorsteuerabzug (auch nachträglich beim Überschreiten der
Grenze!!)
 Buchung auf: 6610 Geschenke abzugsfähig und 6620 Geschenke nicht abzugsfähig
 Beispiel: Buch S.374:

 Bei Entnahme aus dem Warensortiment wird der Aufwand von Konto 5200 auf 6610 umgebucht

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6610 Geschenke, abzugsfähig 25,00 5200 Wareneingang

 Bei nichtabzugsfähigen Geschenken:

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 Bei Entnahme aus dem Warensortiment wird der Aufwand von Konto 5200 auf 6620 umgebucht

Tz. Kontonr. Sollkonto Betrag (€) Kontonr. Habenkonto


1 6620 Geschenke, nicht abzugsf. 59,50
50,00 5200 Wareneingang
9,50 1406 Vorsteuer
Übung: Buch S.387f, Aufgaben 9-12
 Bewirtungsaufwendungen:

 Aufwendungen für den Verzehr von Speisen, Getränken und sonstigen Genussmitteln
 Übersicht: Buch S.376:

 Buchung auf: 6640 (abzugsfähige) Bewirtungskosten und


6644 Nicht abzugsfähige Bewirtungskosten

 Beispiel: Buch S.376f:

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 MERKE: Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben werden handelsrechtlich als Aufwand verbucht und mindern
somit den handelsrechtlichen Gewinn. Bei der steuerrechtlichen Gewinnermittlung werden sie dem
handelsrechtlichen Gewinn wieder zugerechnet

 Übung: Buch S.388, Aufgaben 13-14

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Reisekosten
 Zu den Reisekosten zählen Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Übernachtungskosten und
Reisenebenkosten.
 Reisekosten entstehen für den Unternehmer im Rahmen einer Geschäftsreise und für den Arbeitnehmer
durch eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit.
 Reisekosten können als tatsächliche Aufwendungen oder Pauschbeträge (kein Vorsteuerabzug!) geltend
gemacht werden.

 Übersicht: Buch S.380:

 Buchung: 6650 Reisekosten Arbeitnehmer


6670 Reisekosten Unternehmer und
6652 Reisekosten Arbeitnehmer (nicht abziehbarer Anteil)
6672 Reisekosten Unternehmer (nicht abziehbarer Anteil)

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 Buchung mit Einzelbelegen: Beispiel: Buch S.381:

 Buchung mit Pauschalbeträgen: Erstattung für AN lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (bzgl.


Kilometersätzen: nur bei Nutzung des Kfz des AN): Beispiel: Buch S.382f

 (Gleichzeitig sieht der Gesetzgeber eine tageweise Kürzung des Werbungskostenabzugs für
Verpflegungsmehraufwand vor, wenn dem Arbeitnehmer anlässlich oder während einer Auswärtstätigkeit
vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt wird.
Die Kürzung erfolgt i. H. v. 20 % der Tagespauschale für ein Frühstück bzw. 40 % der Tagespauschale für ein
Mittag- oder Abendessen. Für die Kürzung ist auf die volle Verpflegungspauschale abzustellen, die für den
jeweiligen Ort bei einer 24-stündigen Abwesenheit gilt. Bei einer Arbeitgeberbewirtung im Inland beträgt
demnach der Kürzungsbetrag 4,80 EUR bzw. 9,60 EUR, je nach nachdem ob es sich um ein Frühstück oder ein
Mittag- bzw. Abendessen handelt. Die Kürzung ist zwingend, vermeidet aber im Wege der gesetzlichen
Saldierung die Besteuerung eines geldwerten Vorteils. Sie ist immer von der jeweiligen
Verpflegungspauschale des Tages vorzunehmen, an dem die Gestellung der Mahlzeit durch den
Arbeitgeber.)

 (Beispiel: Kürzung der Verpflegungspauschale: Ein Arbeitnehmer erhält bei einer 3-tägigen Auswärtstätigkeit
im Zusammenhang mit einer Hotelübernachtung auf Kosten des Arbeitgebers Frühstück und Abendessen in
Höhe von jeweils 20 (Frühstück) bzw. 30 EUR (Abendessen). Der Werbungskostenansatz für
Verpflegungsmehraufw. ermittelt sich nach der Neuregelung wie folgt: An- und Abreisetag jeweils 12 EUR,
Zwischentag, Gesamtbetrag, Kürzung (2 x 4,80 EUR+ 2 x 9,60 EUR) verbleibende Werbungskosten 24 EUR +
24 EUR= 48 EUR - 28,80 EUR =19,20 EUR. Ein geldwerter Vorteil für die Mahlzeiten wird nicht versteuert, da
es sich jeweils um übliche Mahlzeiten und keine Belohnungsessen handelt.)

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 Übung: Buch S.388f, Aufgaben 15-17

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