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Die Hymnen ,,Sanijüanani'S

„Nairhastyam" und „Prädhvaränäm'^

Von I. Scheftelowitz.

In Äsvaläyana Gr. S. III, 5, 7—9, wo die Schluß verse

aller 10 Mandalas des RV. angeführt werden, wird neben


dem Schlußvers des 10. Mandala samänlva äJcütir iti noch

der Schluß vers tac chamyor ävrmmahe genannt, der nach

Näräyana, dem Komm, zu Äsval , der letzte Vers der Bä§ka-

lasäkhä ist (bäskalänäm tu tac chamyor ity esä bhavati sam-

hitäntyatvät). Es ist klar, daß Äsval. diesen Vers tacchamyor

durchaus nicht als Khila markiert, sondern ihn ebenso wie

den ihm vorangehenden Schlußvers der Öäkalasäkhä durch

ity eka bezeichnet, wodurch er ausdrücklich als gleichberech¬

tigt mit dem Schlußvers der ÖäkalaSäkhä hingestellt ist. In

der Parallelstelle ääükh. Gr. 4, 5 wird nur tae eharnyor als

Schlußvers des 10. Mandala angegeben; ebenso in 2, II : „Nach

beendigtem Vedalernen bis zum Samyu Bärhaspatya^) hin".

Daß mit tacchamyor die Bäskalasäkhä schloß, wird noch be¬

stätigt durch folgende Angaben, die in Bhatta Kumärilasvä-

min, Äsvaläyanagrhyakärikä II, 8 (= Bodleiana Ms. Samsk. e 8

Fol. 29) und im BrähmanachamsiprayogaSrautasam (= Ms.

India Office Nr. 2017) am Schluß enthalten sind: Adhyäy änäm

upäkarma ärävanyarn (srävane, Äsv.) äravanena tu tanmäse

hastayuktäyäm pamcamyäm vä tad isyate, avr?tyau?adhayas

tasmin mäse nu {tu, Äsv.) na hhavamti cet tadä bhädrapade

mäsi (mäse, Äsv.) äravanena karoti tat, §äkalänarn samänlva

ity fcämtyähutir bhavet, bäskalänäm tu tacchamyor ity reärn-

1) Der Vers tacchamyor fiihrt den Namen äamyu Bärhatpatya, vgl.


S. Br. I, 9, 1, 24. 25.
Die Hymnen ,Sainjfianam', „Nairhastyam" u. .Pradhvaränäm*. 51

tyähutir bhavet „die Vorbereitung der Studierenden mit dem

Lernen erfolgt im Vollmondstage des Monats Sravana; in

diesem Monat oder im 5. Tage, der mit dem Mondhaus Hasta

in Verbindung steht, wird diese [Vorbereitung] gefördert. Wenn

nun in diesem Monat die Kräuter des Regens nicht ermangeln, 5

alsdann im Monat der Regenzeit macht er den Anfang mit

dem Lernen. Der letzte Vers der Öäkaläs soll samänlva sein,

der letzte Vers der ßäskaläs aber tacchamyor".

Nach dem Komm, des Carana vyüha ') ist die Schlu߬

hymne der Samhitä der Bäskaläs das Samjnänam, das aus 1»

15 Verseil besteht. Da aber das eigentliche Samjflänam nur

5 Verse hat, so hat der Komm, des Carana vyüha noch die

beiden dem Samjnänam unmittelbar folgenden Khiläni hinzu¬

gerechnet, nämlich das dreiversige Nairhastyam und das

siebenversige Frädhvaränäm. In den beiden RV.-Mss. Brit. is


Mus. Add 5351 und India Off. 2131 sowie in der Rksamhitä

ed. Räjaräma Sästri und Sivaräma Sästri, Bombay Sake 1812,

Vol. III und bei Peterson, A second report ... in the Bombay

circle, Bombay 1884 p. 98 sind diese 3 Hymnen auch wirklich

zu einem ganzen vereinigt. Daß sie ursprünglich nicht zu- ao

sammengehören , geht schon aus dem verschiedenen Inhalt

dieser drei Hymnen hervor"). Das Samjnänam handelt von

der Eintracht, das Nairhastyam ist eine Verfluchung des

heranrückenden feindlichen Heeres (senädaranam, wie es die

Anukramani bezeichnet), das Frädhvaränäm hingegen ist ge- 25

mäß der Anukr. eine Aksarastuti, d. h. eine Verherrlichung

des unvergänglichen Brahman. Nur deshalb, weil diese drei

1) Zitiert bei Oldenbebg, Hymnen des RV. I, 495 f., vgl. auch
A. Wbbbb, Nachtrag zur 2. Aufl. der Ind. Lit., p. 2.
2) Daß der Komm, zu Caraiiavyüha die wirklichen alten Unterschiede
zwischen den Säkhäs nicht mehr kannte, vgl. ZDMG. 74, 196. Iu noch
jüngerer Zeit hat man, wie uns Ms. Brit. Mus. Add 5351 und Ms. India
Off. 2131 lehren, diese drei Hymuen und die darauf folgenden Mahanämnl-
Verse einheitlich zusammengefaßt und sie sämtlich als Mahänämnyas
bezeichnet (atha mahäniXmnyali). Dieses kommt daher, weil man gleich
nach Beendigung des Vedalernens das Studium der Mahasya-Texte zu
beginnen pflegte (vgl. äaiikh. Gr. 2, 11), die durch die MahanSmuT-Veise
eingeleitet wurden.

52 I. SCHEFTBLOWITZ.

Khiläni am Schluß der Samhitä überliefert werden und der

Tacchamyor-Yers, rait dem die Rksamhitä der Bäskalasäkhä

schließt, sekundär an das Ende des dritten Khila getreten

ist. scheint von späteren Komra. nur der zura 2. Male wieder-

6 kehrende Tacchamyor-Yers als das eigentliche Ende des Ganzen

angesehen worden zu sein. Nicht nur die Anukr. zum 5. Adhyäya

der Khiläni, sondern auch Brhaddevatä (ed. Macdonell) 8,93—97

geben ausdrücklich an, daß Samjnänam, Nairhastyam und

Frädhvaränäm drei selbstä.ndige Hymnen sind, die am Schluß


10 der Rksamhitä überliefert worden sind. Die betreffende Brhad-

devatä-Stelle lautet:

tad ädlnlti yac cüta}), samjflänam jnänasamstavafjt,

caturtharn yat tu nairhastyam tat sapatnanibarhariam

sam sam it prädhvaränäni cety ägneyyäv eva te smrte

IS u§anä varunaS cendras cägniä ca savitä stutäfy

samjnäne prathamasyäm tu dvitiyasyäm athäsvinau

trtiyä cottame ca dve a§i?o 'bhivadanti täh

indrah pü?ä sapatnaghne dvitiyasyäm rci stutau

devänäm itaräh j)roktä ääirvädaparää ca yälf.

20 sam sam samjfiänam ity etc param samvananam viduh.

„Was nun dies [nämlich RV. X, 190] und die folgenden

[4 Hymnen nämlich X, 191, das Sarnjfiänam , Nairhastyam

und Frädhvaränäm] betrifft, so enthält das Samjnänam den

Preis der Einigkeit, das vierte davon, das Nairhastyam, ist


SS Nebenbuhler vernichtend. Diese beiden Lieder Sam sam it

[X, 141] und das Frädhvaränäm sind, wie überliefert ist, an

Agni gerichtet. In der ersten Strophe vora Samjiiänara werden

Usanä, Varuna, Indra, Agni und Savitar gepriesen; in der

2. Strophe die beiden Asvins; die dritte und die beiden darauf

.10 folgenden Strophen [= 4—5] enthalten Segensprüche. In der

2. Strophe des Nebenbuhler vernichtenden Liedes [Nairhastyam]

werden Indra und Püsan gepriesen. Und die anderen [im

Nairhastyam und Frädhvaräriäm] eiwähnten Strophen, die


unmittelbar auf die Segensprüche enthaltenen Strophen folgen,

36 sind allen Göttern gewidmet. Durch Rezitation von Sarn sam

[X, 141] und Sarnjnänam erlangt man die höchste Eintracht".


Die Hymoen ,Sainjnanam*, .Nairtiastyam* u. „Prädlivaranain'. 53

Auch im Rgvidhäna IV, 24, 5—6 wird das SamjMnam un¬

mittelbar hinter dem Hymnus Sam sam it genannt. Von dem

SamjMnam heißt es im Rgvidh:

krte bhede tu samjnänam etat samdhikaram japet

na tatra bhedo bhüya syäd yatraitat satatam japet s

tac chamyor ä vrrßmahe iti svastyayanam japet.

„Wo ZAvietracht herrscht, soll man dieses Samjfiänam, das

Frieden stiftende, leise flüstern, wo man dieses beständig her¬

sagt, da .wird niemals Zwietracht herrschen. Man möge den

Glück bringenden Vers tacchamyor hersagen". Daß auch nach lo

Rgvidh. das Nairhastyam als ein besonderes Lied aufzufassen

ist, geht aus IV, 24, 3 hervor: senädaranam etat syän nair¬

hastyam iti äaunakal), „Heere vernichtend ist das Nairhastya-

Lied, so sagt Saunaka".

Somit ist die Annahme, daß das Samjnänam aus 15 Versen is

besteht, sehr jung. In dem modernen Rgvedamantra p. 136b

ist der erste tacchamyor-Yers , der ursprünglich den Schluß

des Samjnänam bildet, ausgelassen. Um jedoch die Vers¬

zahl 15 herauszubekommen; ist vor dem zweiten tacchamyor-

Vers ein ganz junger Vers eingeschaltet. 20

Das SamjMnam wird nach Sänkh. Sr. III, 6, 3 auch beim

Vollmondsopfer (paurnamäsyam) angewendet. Schon aus dem

Umstände , daß Sänkh. es nur mit dem Anfangswort zitiert

und es als bekannt voraussetzt, geht hervor, daß das Lied

alt ist. Es gehört der vedischen Periode an; denn V. 2 ist 2,1

auch im AV. VII, 52, 1 (vgl. MS. 2, 2, 6) übernommen, wo sich


die alten Instrumentalformen svebhih, aranebhih finden, wo¬

für die entsprechende Stelle des T. Br. II, 4, 4, 6 die jüngeren

Formen svaifi, arariail), hat. Hingegen überliefert das Sani-

jMnam die Dative svebhyal),, aranebhyah, die dem Versmaße so

nach ursprünglich sind und dera Vedischen entsprechend als

suebhiali (viersilbig), aranebhiaft. (fünfsilbig) gelesen werden.

Vers 3 des SarnjMnam ist in das alte Khila III, 15, 32 auf¬

genommen. Strophe 4 a ist in AV. III, 8, 5 (= M. S. 2, 26,

K. S. 10, 12) enthalten, und V. 5 korarat zahlreich vor, so in ■»

T. S. II, 6, 10,2, Rk.-Prät. § 1057. Weitere Belege bei Bloom-


54 I. SCHEPTBLOWITZ.

FIELD, A Vedic Concordance 388 und meiner Khila-Ausgabe

p. 132. Dieser sogenannte Samyuväka-Vers wird am Schluß

eines Opfers rezitiert, vgl. Sänkh. Sr. 1,14, 21; 111,8,20;

V, 20, 7, Äp. Sr. III, 7, 11; 14, 7; IV, 12, 10; Vait. S. 13, 3.

5 Die Abfassung der Hymne Nairhastyam wird in dieselbe

Zeit fallen, in der die ihm verwandten AV.-Lieder VI, 66

u. 67 entstanden sind. Str. 1 a ist inhaltlich = AV. VI, 66, 2b;

V. 2 = AV. VI, 67, 1 a + 2 b. V. 3 = AV. VI, 67, 3. Das in

2 a durch das Versmaß bedingte esdam (= e?dm) ist alt-


10 vedisch.

Von der 3. Hymne, der Aksarastuti, bilden die ersten

fiinf Verse ein zusammengehöriges Ganze, worin das ursprüng¬

liche Brahman verherrlicht wird. V. 6—7, die inhaltlich nicht

zu dieser Hymne gehören, sind erst später hinzugefügt. V. 6

15 ist entlehnt aus V. S. 3, 62 und V. 7 aus dem Samjnänam.

Diese Entstehung der ersten 5 Verse wird noch in die jüngere

vedische Zeit fallen. Die durch das Versmaß bedingte Sechs-

silbigkeit von vareniakrato (V. 1) ist vedisch. V. 3 a erinnert

an AV. X, 7,24 a und V. 4 a an AV. VIII, 9,18. Außerdem hat

20 T. Är. I, 9, 6 aus dieser Hymne Vers 3—4 entlehnt. Diese

Hymne könnte eben so alt sein wie das 15 Buch des AV.,

das in Inhalt und Sprache einen dem Brähmana sehr ähn¬

lichen Charakter trägt, man vgl. nur AV. XV, 1, 3: „Es ward

das eine, das glanzvolle, große, vortreffliche, es ward zum

25 Brahman ,' zum Tapas und zur Wahrheit" ; oder XV, 3, 7:

„Der Veda ist die Decke, das Brahman das Kissen"; oder

XV, 10, 8—9: „Derjenige erlangt das Brahman und wird ein

ausgezeichneter Kenner des Brahman, welcher weiß, daß die

Erde mit Brhaspati und das Feuer (Agni) mit Brahman iden-
30 tisch ist".

Varianten.

Das Samjnänam fand ich in folgenden von M. Wülleb

nicht benutzten RV.-Mss., die ich in meiner Ausgabe nicht


verwertet habe:

S5 1. Bodleian Ms. Wilson 429—32 [= Bi]. 2. Bodl. Ms.

Wils. 445 [= Iis]. 3. Brit. Mus. Ms. 5351 [= Br]. 4. India


Die Hymnen .Samjnänam', .Nairhastyam' u. .Pradhvaränäm'. 55

Office Ms. 2131 [= 10]. Meine Edition des Kasmirischen RV.-Ms.


bezeichne ich als A.

Das Nairhastyam ist in den drei letzten Mss. vorhanden,

das Pradhvaränäm nur in den beiden letztgenannten Mss.

Orthographische Eigentümlichkeiten: In Ui ist auslauten- »

der Konsonant vor einer anlautenden Konsonantengruppe,

deren erster Konsonant mit dem auslautenden übereinstimmt,

geschwunden. In Br wird für d [dh] stets l \lh] geschrieben;

und ein hinter r stehender Kons , dem ein kurzer Vokal folgt,

wird stets verdoppelt (vgl. hierzu WZKM. 21, 112). Für cch lo

steht stets ch In sämtlichen Mss. steht vor t, d statt n ge¬

wöhnlich rn. Vereinzelt wird auslaut. Kons, vor einem gleich¬

lautenden Anlautskonsonanten, dem ein Vokal folgt, nicht

geschrieben. In 10 steht für i gewöhnlich v. Ms. 10 geht

auf Br zurück, es teilt die Varianten und Fehler mit Br, i5


außerdem enthält es noch mehrere Abschreiberfehler. So ist

in 10 Vers 3b: ajljanat verschrieben aus Br ajljanamt.

Letztere Schreibung ist aus ajijanan entstanden, indem t vor

dem anlaut. s eingeschoben ist. Die Lesarten von A erweisen


sich stets als die besten. a«

I. Samjnänam (s. meine Edition, p. 132). 3 a. Jcakslvän

A, Ba, Tcak^iväm Bj, Br, 10 — avet A, ave die übrigen.

3 b. a-v^vanan A., ajijanan B], B,; ajTjanamt Br, ajijanat 10.

4a. ähütim A, äkütir Bj, Bj, Br; äkühütir 10. 4b. tarn (bezw.

tarn) A, Bi, B^; svarn Br, 10. 5a. svastir alle, außer B^:
svafistir. In 10 fehlen die Worte astu nas svastir.

II. Nairhastyam (s. meine Edition, p. 133). la. vartmeva

A, vartmetu B^, Br, 10. Ib. bähün A, Br, 10, bähür B^.

2 a. vartmäny alle, außer B^: vatmäny; e?äm alle, außer 10:

e?am; caJcratufb A, sasrutalj, die übrigen. 2 b. °güdhänäm A, so

°müdhänäm B,, 10, mülhänäm Br. 3 a. aisu alle, außer B^:

e?M; nahya alle, außer 10: nahyä; visädanam A, vr^äjinam

die übrigen. 3b. paräiü alle, außer Bj: parä; ai?atv alle,

außer B^: e§atv.

III. Pradhvaränäm (s. meine Edition, p. 133). 2 a. pra- ss

jäkämota A, prajokäma uta Br, 10. 2b. mahad A, malia


56 I. Scheftelowitz.

Br, 10. 3a. aksaram A, Br, aksara 10. 4a. pyayate A,

pyäyase Br, 10. 4 b. virydvatan A, vlryävatä Br, 10. 4 b. In

Br, 10 am Schluß hinzugesetzt: satyä na}}, pradiäo diäal}.

6 b. no astu A, me astä Br, 10.

fi Übersetzung.

I.

1. Eintracht verkünde Uäanä, Eintracht verkünde Varuna,

Eintracht verkünde Indra und Agni, Eintracht Savitar.

2. Eintracht sei unsern Angehörigen, Eintracht sei den Frem-

10 den, Eintracht möget ihr, die beiden ASvins, hier uns


dauernd verleihen.

3. Weil Kaksivän, der Sohn der AÄgirasas, die Einigkeit

förderte, deshalb suchten sich heute alle Götter der Ge¬

liebten geneigt zu machen.

15 4. Eines Sinnes soll eure Gunst sein, euer Bestreben halten

wir in Ehren. Welcher Mensch hier anderen Sinnes ist,


den treiben wir fort.

5. Deshalb erwünschen wir Heil und Segen, gedeihlichen Fort¬

gang für das Opfer, gedeihlichen Fortgang für den Opfer-

80 herrn. Göttliches Glück soll uns sein. Glück den Menschen.

Kräftig soll das Heilmittel kommen, Heil sei unserm Vier¬

füßler, Heil unserm Zweifüßler.

II.

1. Mit dieser Libation, die das Heer gleichsam auf dem Pfade

S5 vernichtet und die Hände lähmt, mit dieser richten wir

die zahh-eichen Feinde zugrunde.

2. Indra und Pü$an haben die Pfade jener [Feinde] umzingelt;

von euch hier, die ihr vom Feuer versengt und in Feuer

eingehüllt seid, schlage Indra alle besten tot.

30 3. Unter ihnen Bestürzung anrichtend, möge er die Feinde

wie den Gedanken einer Gazelle rückwärts treiben; her¬

wärts komme das Vieh [des Feindes].

m.

1. Dir, 0 Herr der Opferhandlungen, o vortrefflicher Hotar,

86 ausgezeichneter, dir wird eine Gäyatri gesungen.


Die Hymnen „Saiajüanam", „Nairhastyam* u. „Pradhvarängm*. 57

2. Kasyapa, der sich Rinder, Speise und Nachkommen wünscht,

preist dieses große, einzige, unvergängliche Brahman, wel¬

ches ist und sein wird, das unermeßliche Brahman, das

einzige und unvergängliche.

3. Weil alle Wesen schaffenden Götter dieses Unvergängliche s

verehren, so machtet ihr den Jamadagni, den großen Rsi


zu dessen Hüter.

4. Jamadagni wächst an Macht durch die um vier Silben

zunehmenden Metren, durch den Genuß des Königs Soma

und durch das Brahman der Machtvollen; heilsam seien lo

uus die Himmelsgegenden und die Richtungen.

5. Welcher Glanz und welches helle Licht der Ungeborene

unverhüllt gezeigt hat, dieses preist der Rsi Kasyapa, näm¬

lich das wahre Brahman, das in fortwährender Bewegung

sich befindende, dauernde Brahman, das in fortwährender 15

Bewegung sich befindende.

6. Welches die dreifache Lebensdauer des Jamadagni, die

dreifache Lebensdauer des Kasyapa oder die dreifache

Lebensdauer des Agastya oder die dreifache Lebensdauer

der Götter ist, diese dreifache Lebensdauer soll uns sein, »o


7. = I Vers 5.
Die Mahänämnyas,

eine dem Rgveda-Zeitalter zugehörige Hymne.

Von I. Scheftelowitz.

Im Sämaveda der Naigeyasäkhä findet sich am Schluß

des 7. Prapäthaka eine Hymne, die unter dem Namen „Ma¬

hänämnyas"' bekannt ist (vgl. Monatsb. Berl. Ak. Wiss. 1868,

244 f.). In allen indischen Ausgaben des SV. ist jenes

7. Prapäthaka mitaufgenommen u. zw. als trtiyordhah des

6. Prapäthaka. Die Mahänämnyas werden hier am Schluß durch

die Überschrift: atha mahänämnyärcilcafi als ein besonderer

Abschnitt gekennzeichnet'). Auch das Ärseyabrähmana (Aran-

yagana 26, ed. Bttenell, Mangalore 1876) bestätigt, daß die

Mahänämnyas zu dem Sämaveda gehört. Während in deu

genannten Werken diese Hymne nur aus 10 Versen besteht,

vön denen der letzte vier Stellen besitzt, enthält sie im Ait.

Är. 4, 1,1 und in den RV.-Mss. elf Verse, wobei der 10. Vers

5 Padäni hat. Abgesehen von dem Kasmirischen RV.-Ms.'')

habe ich diese Hymne am Schlüsse folgender drei RV.-Hand-

schriften gefunden : 1. Brit. Mus. Ms. 5356 d Fol. 106 b ; 2. Brit.

Mus. Ms. Add 5351; 3. India Office Ms. 2131.

1. Verwendung der Mahänämnyas im Ritual.

In diese Mahänämni-Verse , die auch Sakvaris heißen,

weiht der Lehrer den Schüler unmittelbar nach Beendigung

1) Vgl. die ind. Sämaveda-Ausg. Ajamerlya Samv. 1967, p. 48, ferner


die Ausg. in der Bibl. Ind., Vol. II, p. 373. Das von Fortunatov heraus¬
gegebene Sämaveda-Äranya-Samhitä , Moskau 1875, worin sich ebenfalls
die Mahänämnyas finden , ist nichts anderes als der 7. Prapath. der
Naigeyasäkhä.
2) Vgl. meine Khila-Ausgabe, p. 134 f