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Mein Auslandssemester an der Universidad de Almería Erfahrungsbericht Erasmus+ Wintersemester 2018/19 Niklas Kunz
Mein Auslandssemester an der
Universidad de Almería
Erfahrungsbericht
Erasmus+ Wintersemester 2018/19
Niklas Kunz
Bachelor Wirtschaftsinformatik und digitale Medien
Hochschule der Medien Stuttgart

7. Semester
nk081@hdm-stuttgart.de
28/02/2019

Einleitung

Mein Name ist Niklas Kunz, ich bin 21 Jahre alt und studiere Wirtschaftsinformatik und digitale Medien an der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM). Mit Unterstützung durch Erasmus+ durfte ich mein sechstes Fachsemester, das Wintersemester 2018/19, an der Universidad de Almería in Andalusien verbringen. Ich hatte mich für Spanien als Zielland meines Auslandssemesters entschieden, um meine vorhandenen Sprachkenntnisse zu vertiefen und mehr über die Kultur und Menschen des Landes zu erfahren.

Vorbereitung

Bewerbung

Meine Vorbereitungen begannen mit der Bewerbung beim Akademischen Auslandsamt der HdM im De- zember des Vorjahres. Bei meiner Bewerbung hatte ich die Möglichkeit, neben meinem Wunschstandort noch zwei Alternativen anzugeben – dies sollte man auch definitiv tun, um am Ende in jedem Fall an eine der Partnerhochschulen gehen zu können. In Bezug auf das erforderliche Motivationsschreiben ist es empfehlenswert, möglichst konkrete Gründe zu nennen, weshalb man sich für den jeweiligen Standort und die jeweilige Hochschule entschieden hat – hierbei reicht es aus, sich auf die am höchsten priorisierte Gasthochschule zu fokussieren.

Nominierung an der Partnerhochschule

Nachdem ich Anfang Februar über meine erfolgreiche Bewerbung informiert wurde, wurde ich vom Aka- demischen Auslandsamt der HdM an der Universidad de Almería (UAL) nominiert. Dabei kam es jedoch zu einem Fehler, weshalb ich bis Anfang Juni keinerlei Rückmeldung der Gasthochschule erhielt. Auf mei- ne Nachfrage hin nahm Frau Karcher vom Auslandsamt Kontakt zum International Office der Partnerhoch- schule auf, woraufhin ich endlich die Registrierungs-Email der UAL erhielt. Diese wird jedoch normaler- weise bereits im April versandt – erhält man also sehr lange Zeit lang keine Rückmeldung von Seiten der UAL, sollte man auf jeden Fall das Akademische Auslandsamt informieren.

Learning Agreement

Etwa zwei Monate vor Beginn meines Auslandssemesters bereitete ich mit Hilfe des Onlineportals „UMove“, für das ich meine Zugangsdaten in der Registrierungs-Email der UAL erhalten hatte, die erste Version meines Learning Agreements vor. Es ist sehr zu empfehlen, sich die auf der Website der UAL ver- fügbaren Kursbeschreibungen (Grado > Plan de Estudios > Asignaturas > Guías docentes) genau durch- zulesen, um zu sehen, welche konkreten Voraussetzungen die jeweiligen Lehrveranstaltungen haben. Of- fizielle Dokumente wie das Learning Agreement werden an der UAL grundsätzlich nur digital unterschrie- ben, was jedoch für die HdM kein Problem darstellt.

Die Stadt Almería

Almería ist eine mittelgroße Hafenstadt in der Region Andalusien im Süden Spaniens. Die Stadt ist zugleich Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und zählt etwa 195.000 Einwohner. Mit fast 3000 Sonnenstun- den pro Jahr ist Almería eine der sonnigsten Städte Europas. Tatsächlich herrschte – mit Ausnahme des für Almería ungewöhnlich regenreichen Novembers – während meines gesamten Auslandssemesters nahezu immer blauer Himmel und Sonnenschein.

nahezu immer blauer Himmel und Sonnenschein. In der Provinz Almería befindet sich Europas einzige

In der Provinz Almería befindet sich Europas einzige Wüste: die Wüste von Tabernas. Diese diente seit den 1950er Jahren bis heute als Drehort zahlreicher Filme (z. B. „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ und „Der Schuh des Manitu“). Ansonsten ist Almería vor allem als „Gemüsegarten Europas“ bekannt – allein Deutschland konsumiert im Jahr etwa 450.000 Tonnen Obst und Gemüse aus der Provinz Almería, deren Meer aus Plastikgewächshäusern sogar aus dem Weltall mit bloßem Auge zu erkennen ist.

Sehenswürdigkeiten

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Almerías zählt das historische Zen- trum mit der Kathedrale sowie die sogenannte Alcazaba – eine maurische Burg aus dem 10. Jahrhundert, die an Andalusiens islamische Geschichte erinnert. Die Alcazaba gilt als eine der größten und am besten erhaltenen maurischen Festungen Spaniens. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die sogenannten „Refugios“, ein unter dem ganzen Stadtzentrum verlaufendes Bunkersystem aus dem spanischen Bürgerkrieg.

Verkehr

Almería verfügt über einen Flughafen, der jedoch hauptsächlich für In- landsflüge eingesetzt wird, so gibt es z. B. keine Direktflüge von Stuttgart. Aus diesem Grund ist es oft einfacher, von Deutschland nach Málaga (oder Alicante) zu fliegen und anschließend mit dem Bus nach Almería zu fahren

– mit dem Unternehmen ALSA kostet das weniger als 20 und dauert etwa 3 Stunden. Die Fernbusse fahren direkt ab Málaga Flughafen und kommen am Busbahnhof von Almería an, der zudem deutlich zentraler gelegen ist als der Flughafen.

der zudem deutlich zentraler gelegen ist als der Flughafen. Die Alcazaba de Almería Die Buslinien innerhalb

Die Alcazaba de Almería

Die Buslinien innerhalb der Stadt werden vom Unternehmen Surbus betrieben, jede Fahrt kostet 1,05 . Je nach Bedürfnis – manche Studierenden kaufen zu Beginn des Semesters ein Fahrrad, um an die Univer- sität zu fahren – ist es sinnvoll, sich ein Monatsticket zu kaufen. Dieses kostet standardmäßig 27,60 pro Monat, wer sich jedoch im Rathaus im Melderegister eintragen lässt, erhält ein sogenanntes „Certificado de Empadronamiento“, mit dem er ein ermäßigtes Ticket für 11,90 pro Monat erwerben kann.

Wohnen

Der mit Abstand größte Anteil der Erasmus-Studierenden lebt im Stadtviertel „El Zapillo“. Ein WG-Zimmer kostet etwa 150 – 200 zzgl. Nebenkosten, ich hatte dank eines zusätzlichen Stipendiums etwas mehr Geld zu Verfügung und habe mich daher für eine eigene Wohnung für 400 entschieden. Nach fünf Monaten in El Zapillo kann ich sehr gut nachvollziehen, warum das Viertel so beliebt bei Erasmus-Studierenden ist: Man ist direkt in Strandnähe, es gibt mehrere Supermärkte, mit dem Bus braucht man nur 15 Minuten bis zur Universität und in etwa 20 Minuten ist man zu Fuß im Stadtzentrum. Bei gesundheitlichen Pro- blemen ist das Centro de Salud Ciudad Jardín in unmit- telbarer Nähe, hier wird man mit der Europäischen Kran- kenversicherungskarte kostenlos behandelt.

Kran- kenversicherungskarte kostenlos behandelt. Die Aussicht meiner Wohnung am 
 Paseo Marítimo im

Die Aussicht meiner Wohnung am Paseo Marítimo im Stadtviertel El Zapillo

Einfacher, als in Deutschland nach einem Zimmer bzw. einer Wohnung zu suchen, ist es, etwa eine Woche vor Beginn der Orientation Week, d. h. Anfang September, anzureisen und sich vor Ort auf die Suche zu machen. Auf diese Weise kann man die Wohnungen mit eigenen Augen ansehen und sich direkt mit möglichen Mitbewohnerinnen bzw. Mitbewohnern austauschen. Bis ich in meine Wohnung einziehen konnte, wohnte ich einige Tage lang in der Jugendherberge „Inturjoven“, die sich ebenfalls in El Zapillo befindet.

Für die Suche nach einem Zimmer oder einer Wohnung bieten sich zum einen die vom ESN verwaltete Facebook- und Whatsapp-Gruppe an (Name der Facebook-Gruppe: „ESN ERASMUS ALMERIA 20…“), zum anderen stehen einem auch die Volunteers des ESN, die ein Büro auf dem Universitätscampus ha- ben, hilfreich zur Seite. Beim ESN-Büro sollte man auf jeden Fall nach seiner Ankunft in Almería vorbei- schauen, da man hier eine Vielzahl hilfreicher Informationen erhält.

Freizeit, Essen und Ausgehen

Die Studierenden des ESN organisieren – insbesondere in der zweiwöchigen „Welcome Week“ – eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten. Wer zu Beginn an einigen dieser Aktivitäten teilnimmt, wird direkt viele Freunde kennenlernen. Da die Erasmus-Community in Almería kleiner ist als etwa in Málaga oder Sevilla, ist das Zusammenleben sehr familiär, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Man kennt sich unterein- ander, geht gemeinsam an den Strand oder Tapas essen. Die beliebtesten Tapas-Bars sind „La Cabaña del Tío Tom“ (besonders große Tapas) und „La Consentida“ (sehr schön angerichtete Tapas). Daneben gibt es noch unzählige weitere Tapas-Bars und Restaurants, für deren kulinarische Tradition und Verwendung re- gionaler Produkte Almería den Titel "Gastronomiehauptstadt Spaniens 2019" verliehen bekommen hat.

Gemütlich zusammensitzen kann man tagsüber im „Cafe Paris“ direkt am Strand und abends in der Eras- mus-Bar „Funcorner“. Gefeiert wird donnerstags im Club „Nacional“ und am Wochenende in anderen Clubs im Stadtzentrum. Mit der ESN-Karte, die man zu Beginn des Semesters für 10 Euro erwerben kann, hat man freien Eintritt in viele Clubs und verschiedene Rabatte in der ganzen Stadt. Um sich direkt die ESN-Karte ausstellen lassen zu können, ist es sinnvoll ein Passfoto mit nach Spanien zu nehmen.

Studium

Die Universität

Die Universidad de Almería ist eine mittelgroße staatliche Universität mit ca. 12.000 Studierenden. Auf dem Campusgelände, das sich etwas außerhalb der Stadt direkt am Meer befindet, gibt es neben den Hörsä- len und der großen und gut ausgestatteten Bibliothek auch mehrere Bars und Cafés, einen Laden sowie ein (für Erasmus-Studierende sehr preiswertes) Fitnessstudio mit Schwimmbad.

Lehrveranstaltungen

Im Wintersemester beginnen die Vorlesungen an der UAL in der dritten Septemberwoche, eine Woche zuvor finden im Rahmen einer dreitägi- gen „Welcome Week“ verschiedene Auftakt- bzw. Informationsveran- staltungen statt.

Auftakt- bzw. Informationsveran- staltungen statt. Der Campus der UAL Bereits Anfang Juli erstellte ich in

Der Campus der UAL

Bereits Anfang Juli erstellte ich in Abstimmung mit meinen akademi- schen Koordinatoren an der HdM und an der UAL ein Learning Agree- ment, das ich dann dann in den ersten Wochen des Semesters noch einmal anpassen konnte. Aus verschiedenen Gründen empfiehlt es

sich, mehr Kurse im Learning Agreement anzugeben und in der ersten Vorlesungswoche zu besuchen, als man tatsächlich später belegen möchte: So kann es z. B. vorkommen, dass ein Fach nicht dem entspricht, was man inhaltlich erwartet hatte oder dass das Fach mehr Vorwissen voraussetzt, als vorab aus der Kursbeschreibung hervorging. Zudem kann es – insbesondere für Studie- rende, die Fächer aus unterschiedlichen Semestern oder Studiengängen belegen – zu zeitlichen Über- schneidungen im Stundenplan kommen.

Die Qualität der Lehre erschien mir in Almería recht hoch, zugleich ist allerdings auch der Arbeitsaufwand für die Lehrveranstaltungen definitiv nicht zu unterschätzen. Als Bewertungssystem kommt in Spanien die sogenannte „evaluación continua“ zum Einsatz, was bedeutet, dass man über das gesamte Semester ver- teilt eine Vielzahl von Abgaben, Präsentationen, Teilklausuren etc. hat, die zusammen mit den Prüfungen am Ende des Semesters (etwa Mitte Januar bis Anfang Februar) die Gesamtnote bilden. Für Erasmus- Studierende gelten in aller Regel die exakt gleichen Anforderungen wie für ihre spanischen Kommilito- nen, d. h. es wird keine Rücksicht auf etwaige sprachliche Hindernisse etc. genommen. Wer einigermaßen gute Noten erzielen und dabei trotzdem noch ausreichend Zeit für Erfahrungen außerhalb der Universität haben möchte, ist in meinen Augen mit drei oder maximal vier Kursen à 6 ECTS voll ausgelastet. Ich habe in Spanien die folgenden Fächer belegt:

Sistemas Inteligentes (Unterrichtssprache: Spanisch) Das Fach „Sistemas Inteligentes“ beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der künstlichen Intel- ligenz. Ich habe das Fach als sehr interessant, aber vor allem auch als sehr anspruchsvoll empfunden. All- gemein ist es im Studiengang Informatik an der UAL eher üblich, dass sich die Noten im niedrigeren Be- reich der Punkteskala konzentrieren – weshalb ich mit der 7,1/10 (deutsche Note: 2,7), die ich am Ende in diesem Fach erzielen konnte, mehr als zufrieden bin. Da es oftmals mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden ist, eine gute oder sehr gute Note in einem Informatikfach zu erzielen, rate ich Stu- dierenden der Wirtschaftsinformatik dazu, an der UAL eher Fächer aus dem Wirtschaftsbereich zu bele- gen. Diese werden zudem häufiger auch auf Englisch angeboten.

Technologías Web (Unterrichtssprache: Spanisch, Präsentationen und Abgaben teilweise auf Englisch) Wer dennoch ein Fach aus dem Informatik-Bereich wählen möchte, dem kann ich die Lehrveranstaltung „Technologías Web“ empfehlen. Diese hat einen Projektcha- rakter und besteht darin, in einer Gruppe von ca. fünf Personen eine Website für einen realen Kunden zu entwickeln – in unserem Fall war das der Telekommunikati- onsanbieter „Astein“ aus Huércal de Almería. Zudem galt es, eine Administrations- seite zu programmieren, mit der der Kunde die Inhalte seiner Seite (etwa die Mitar- beiterfotos und die angebotenen Produkte) bearbeiten kann. Durch das Projekt habe ich zum einen neue Kenntnisse im Bereich der Webentwicklung erworben und zum anderen durch die Abstimmung mit dem Kunden, der Zusammenarbeit mit den anderen Gruppenmitgliedern und der Präsentation der (Teil-)Ergebnisse im Unterricht meine fachspezifischen Spanischkenntnisse erheblich erweitert.

Investigación de Mercados (Unterrichtssprache: Spanisch) Die Lehrveranstaltung „Investigación de Mercados“ des Studiengangs Marketing

beschäftigt sich mit den Methoden der Marktforschung und ihrem Nutzen für Un- ternehmen. Die in der Vorlesung behandelten Konzepte wurden jede Woche anschließend in der Übung in Gruppenarbeit praktisch umgesetzt. Auf diese Weise wurden die einzelnen Schritte des Marktfor- schungsprozesses nicht nur theoretisch besprochen, sondern auch am Beispiel „Einstellung der Bevölke- rung zum Thema Recycling“ von den Studierenden durchgeführt – von der qualitativen Untersuchung mit- tels Experteninterviews und Diskussionen bis hin zur quantitativen Untersuchung mittels Onlineumfrage und der statistischen Auswertung der erhobenen Daten mit der Software SPSS. Um die sprachliche Quali- tät des etwa dreißigseitigen Projektberichts sicherzustellen, ist es in diesem Fach besonders wichtig, die Arbeitsgruppe nicht ausschließlich mit anderen Erasmus-Studierenden zu bilden.

Sprache

Vor Antritt meines Auslandsaufenthaltes musste ich online den sogenannten OLS-Test ablegen (Erasmus+ Online Linguistic Support), um meine vorhandenen Spanischkenntnisse einzustufen. Bei diesem Test wur- de mir das Niveau B1 bescheinigt. Was ich Antritt meines Auslandssemesters nicht erwartet hatte, war, wie sehr sich das in Almería gesprochene Spanisch vom Standardspanisch unterscheiden würde. Im Andalusi- schen wird das „s“ nicht ausgesprochen – aus „Erasmus“ wird somit z. B. „Eramu“. Das erschwert anfangs ziemlich das Verständnis, man gewöhnt sich jedoch relativ schnell an den Dialekt.

man gewöhnt sich jedoch relativ schnell an den Dialekt. Beispielansicht der 
 mobilen Website Allgemein fällt

Beispielansicht der mobilen Website

Allgemein fällt es einem in Almería sehr einfach, sein Spanisch zu trainieren: Die Menschen in Almería (auch die Studenten, akademisches Personal und Professoren) sprechen in der Regel so gut wie kein Eng- lisch, sind dafür aber sehr verständnisvoll, wenn man Spanisch spricht und dabei den einen oder anderen Fehler macht. Zudem gibt es in Almería sehr viele Erasmus-Studenten aus Mexiko – was ideal ist, um viel Spanisch zu sprechen. Da einige meiner italienischen Freunde zudem besser Spanisch als Englisch konn- ten, redeten wir erfreulicherweise auch in meinem Freundeskreis hauptsächlich auf Spanisch.

Zusätzlich belegte ich am Sprachenzentrum der UAL einen 40-stündigen Sprachkurs des Niveaus B2. Der Kurs, der mit 5 ECTS-Punkten angerechnet werden kann, kostete 200 – dieses Geld war aber sehr gut

angelegt, da ich so in einer kleinen Gruppe mit einer sehr engagierten Lehrerin meine Kenntnisse insbe- sondere der Grammatik vertiefen konnte. Für den Sprachkurs am Centro de Lenguas kann ich daher eine klare Empfehlung aussprechen.

Anfang Oktober fiel mir zudem am schwarzen Brett der Universität eine Anzeige ins Auge, in der ein UAL- Student eine/n Deutsche/n für ein Sprachtandem Spanisch-Deutsch suchte. Schon bei unserem ersten Treffen war Jose und mir klar, dass wir in Bezug auf unser jeweiliges Sprachniveau und unsere Ziele sehr gut zusammenpassten und so trafen wir uns anschließend etwa einmal pro Woche, um uns über verschie- dene Themen zu unterhalten und uns gegenseitig bei Fragen zu Grammatik, Vokabular, Redewendungen etc. weiterzuhelfen. In meinen Augen ist es auf die Kombination aus dem Alltag in Almería, dem Sprach- kurs und dem Tandem mit Jose zurückzuführen, dass ich mich beim abschließenden OLS-Test im Februar vom Niveau B1 auf C1 verbessert hatte.

Reisen

Durch seine Lage im Süden Spaniens ist Almería ein geeigneter Ausgangspunkt für Reisen innerhalb der iberischen Halbinsel sowie nach Marokko. Glücklicherweise bietet das ESN über das gesamte Semester verteilt eine Vielzahl verschiedener Reisen an. Ich persönlich habe sehr gerne an den Reisen des ESN teil- genommen, da sie einige entscheidende Vorteile bieten: Man muss weder die Anreise, noch die Unter- kunft oder das Programm selbst planen, man ist in einer großen Gruppe netter Menschen unterwegs und man zahlt in Anbetracht der enthaltenen Leistungen einen vergleichsweise niedrigen Preis. Ich habe an den folgenden ESN-Trips teilgenommen:

Trip

Dauer

Preis ¹

Integration Weekend im Nationalpark Cabo de Gata

3

Tage, 2 Übernachtungen

59

Granada

1

Tag

27

Marokko: Chefchaouen, Fès, Taouz (Übernachtung im Zelt in der Sahara), Ouarzazate und Marrakech

6

Tage, 5 Nächte

308

Gibraltar

1

Tag

27

Sevilla und Córdoba

3

Tage, 2 Übernachtungen

89

Portugal (Lissabon und Sintra)

4

Tage, 3 Übernachtungen

145

¹ inklusive An-und Abreise, Unterkunft, Transport vor Ort und einem Teil der Programmpunkte / Eintrittsgebühren

Zwar waren die Reisen nicht immer bis ins letzte Detail perfekt organisiert, dennoch steht fest, dass ich in eigener Regie niemals so viele spannende Orte in so kurzer Zeit gesehen hätte. Besonders die Rundreise durch Marokko war ein unbeschreibliches Erlebnis, das ich jedem ans Herz legen kann (Wichtig: für die Teilnahme ist ein Reisepass erforderlich).

Fazit

Mein Auslandssemester in Almería war eine unvergessliche Zeit, in der ich tolle Erfahrungen gesammelt und junge Leute aus der ganzen Welt kennengelernt habe. Es gibt viele Gründe, weshalb Almería der perfekte Ort für ein Erasmus-Semester ist: das angenehme Klima, der wunderschöne Universitätscampus, die vielen vom ESN angebotenen Reisen sowie die familiäre Erasmus-Community, die es erlaubt, enge Freundschaften zu knüpfen.

Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man es in Almería, bei den ESN-Trips und vor allem auch im Universitätsalltag definitiv einfacher hat, wenn man sich auf Spanisch verständigen kann. Um so viel wie möglich von seinem Aufenthalt in Almería profitieren zu können, sollte man daher im Voraus zumindest das Niveau A2 / B1 erreicht haben.

Jedem, der bereits über Grundkenntnisse in Spanisch verfügt, kann ich nur wärmstens empfehlen, sein Auslandssemester in Almería zu verbringen.

Innenhof der Kathedrale von Almería

Integration Weekend in Cabo de Gata

Granada

Gibraltar

Lissabon

Marokko →
Marokko →
Sevilla →
Sevilla →

Sicht auf Almería von der Alcazaba

Sicht auf Almería 
 von der Alcazaba
Sicht auf Almería 
 von der Alcazaba Playa del Zapillo

Playa del Zapillo

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Córdoba
Córdoba
Cabo da Roca Madrid Málaga
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Madrid
Málaga