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ISSN 1864-1725 4/2010

4/2010 1

BiblioTheke
Zeitschrift für katholische Bücherei- und Medienarbeit

Das Ehrenamt
profiliert, ausgebildet, engagiert

Ganz schön kompetent


Wir sind besser, als wir glauben

Gewinn für die Gesellschaft


Mein Ehrenamt ist mit wichtig, weil …

Literatur-Praxis
zum Weltgebetstag der Frauen 2010
2 Inhalt 4/2010
4/2010 4/2010 Ed i t o r i a l 3

4 Ehrenamtliches Engagement fordert Veränderungen! Hadwig Müller Liebe Leserin, lieber Leser,
9 profiliert, ausgebildet, engagiert – Ehrenamtsprofile Claudia Auffenberg
verschiedentlich wurde im vergan- gelesen habe. Die trauernde Sarah
12 Zum Wandel im Ehrenamt – Drei Thesen und mehr Lothar Ganter genen Sommer in den Feuilletons wird in den ersten Monaten nach
diskutiert, warum die veränderten dem Verlust Ihres Mannes wesent-
17 Kulturarbeit mit Breitenwirkung Thomas Sternberg Familienkonstellationen noch nicht lich auch in einem Frauenkreis auf-
ausführlicher Gegenstand der er- gefangen. Er bietet ihr Nähe und
20 Wir sind besser, als wir glauben – Coaching Sonja Bluhm zählenden deutschen Literatur wichtige, konkrete Hinweise, wie
sind. Und als Gegenbeispiel wurde die nächsten Schritte aussehen
23 Mein Ehrenamt ist mir wichtig, weil ... Statements von KÖB Mitarbeitern „Die Liebe der Väter“ von Thomas können. Und hier erhält Sarah
Hettche hervorgehoben. Leider auch das Angebot, sich ehrenamt-
28 Ganz schön kompetent – Qualifikation durch schaffte es dieser Roman nicht in lich zu engagieren. Mit anderen
die Auswahlliste des Deutschen Frauen in ähnlichen Lebenssituati-
Ehrenamt Leoni Heister, Anne Cebulla Buchpreises. Er hätte es literarisch onen engagiert sie sich mit ihrem
wie inhaltlich allemal verdient: Ein Organisationsgeschick und ihren
32 Sparkommissar Ehrenamt oder Gewinn für die Gesellschaft Ralph Deifel Vater sucht erneut die Nähe zur durch Ausbildung und Erwerbsle- Thomas Hettche:
14-jährigen Tochter, nachdem die ben erworbenen Qualifikationen Die Liebe der Väter.
37 Erlebtes und gelebtes Ehrenamt in Lennestadt Hubert Vitt-Wagener Beziehung der Eltern früh zerbrach zugunsten anderer Menschen. Si- Verlag Kiepenheuer & Witsch
und die Mutter dem Vater den Kon- cher eine von vielen sehr unter- 223 Seiten; 16.95 €
39 How do you do? Borro packt englische takt intensiv verbaute. schiedlichen Freiwilligenkarrieren MedienNr.: 565 886
nach dem Motto „Wer gibt, dem
Literaturpakete Beate Mainka und Ulrike Fink Das Lamento der Rezensenten über wird gegeben“.
fehlende Romane zur Thematik
41 Praxisberichte brachte mich zu der Frage, ob in Mehr Ehrenamt traf ich nicht an
Romanen denn eigentlich ehren- bei meiner Lektüre der vergange-
- Vom Baum zum Buch KÖB St. Ägidius, Wolfert amtliches Engagement, Freiwilli- nen Monate. Und es kann auch ru-
genarbeit, thematisiert wird. Merk- hig bei dieser einfachen Beobach-
- Welttag des Buches KÖB Lesespaß St. Sebastian, Michelstadt würdige Frage, werden Sie viel- tung in der aktuellen Literatur blei-
leicht denken. Aber warum eigent- ben. Diese Ausgabe unserer Biblio-
44 Literatur-Praxis: Der Fall Neruda Gabriele von Siegroth-Nellessen lich nicht. Wenn wir nicht nur in Theke zeigt durch seine konkreten
der Büchereiarbeit behaupten, dass und gerade nicht fiktionalen Bei-
dieser Einsatz von so vielen Men- träge, welche grundlegende Bedeu-
schen unsere Grundbedürfnisse tung ehrenamtliche Arbeit für un-
jenseits von Atmung und Ernäh- sere Gesellschaft hat: Alles andere
rung erfüllt, dann könnte sich dies als Erfindung! Laura Brodie:
doch auch literarisch niederschla- Ich weiß, du bist hier.
gen. Fündig wurde ich dann in Verlag DTV premium
„Ich weiß, du bist hier“ von Laura Mit freundlichen Grüßen 335 Seiten; 14.90 €
Brodie, einem Buch, das ich wegen Ihr MedienNr.: 328 628
seiner intensiven Auseinanderset-
zung über die Bewältigung des
Schmerzes nach dem Tod des Ehe-
partners mit großer Anteilnahme Rolf Pitsch
Bild: ©Fotolia
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Mission eine Suche und ein Finden, die beide eine Beziehung
zu anderen, Begegnung und Gespräch voraussetzen. Dr. Hadwig Müller ist Referentin am Missionswis-
Hierzu können wir eine Entsprechung in den bi- senschaftlichen Institut in Aachen (Informationen

Vertrauen
blischen Ereignissen entdecken, in denen Menschen unter www.mwi-aachen.org). Ihre eigenen Publi-
gerufen werden und, gemäß ihrer Antwort, gesandt kationen sind in der Regel im Schwabenverlag er-
werden. schienen. Darunter der Band „Was wird jetzt aus
Biblisch entspricht dem ehrenamtlichen Engagement uns, Herr Bischof? Ermutigende Erfahrungen der
also ein Beziehungsgeschehen in diesen drei Mo- Gemeindebildung in Poitiers“, in dem sie gemein-
menten von Ruf, Antwort und Sendung. Eine dieses sam mit Reinhard Feiter Erkenntnisse in diesem

Verantwortung
Geschehen reflektierende Theologie des Rufens bringt französischen Bistum festgehalten hat.
den Perspektivwechsel mit sich, den ich mit dem
Stichwort „Rufen“ anspreche.

Mehrsprachigkeit sto deutlicher wird mir, dass hier eine Kirche einen zu-
kunftsweisenden Weg geht, der anderen Kirchen offen-
Wenn wir hier in Deutschland von „Ehrenamt/lich- steht, aber keineswegs einfach ist, weil er Umkehr for-
keit“ sprechen, denken wir wahrscheinlich selten da- dert. Der für das Verständnis von ehrenamtlichem En-
ran, dass dieses Wort – so wie sein modernes Gegen- gagement in kirchlichen Veränderungsprozessen ent-
stück „Hauptamt/lichkeit“ – in anderen Sprachen scheidende Aspekt dieser Umkehr betrifft das erste Ziel
nicht existiert. Im Französischen wie im Englischen kirchlichen Handelns: Dieses gilt nicht der Kirche sel-
oder Portugiesischen spricht man von Freiwilligen: ber, etwa im Sinne eines ökonomischeren Einsatzes ih-

Ehrenamtliches Engagement „volontaires“ oder „bénévole“, „voluntary“, „volun-


tário“ – und auch wir haben, vor allem in den weniger
von den Staat und Kirche kontrollierten Bereichen,
rer geringer werdenden Ressourcen, sondern den Men-
schen am konkreten Ort dieser Kirche. Sie sollen „Le-
ben haben, und es in Fülle haben“.
in kirchlichen Veränderungsprozessen das Wort „Freiwillige“.
Diese Wortwahl ist nicht gleichgültig: Das Wort „Frei-
Diese Sendung zum Dienst am Leben der Menschen,
an ihrem Leben in Fülle, ihrem Glück, ihrem

fordert Veränderungen!
willige“ ist aus der Perspektive der Menschen gespro- Menschwerden, heißt „Mission“; und diese „Mission“
chen, deren außerberufliches und außerfamiliäres En- ist Sache aller Christ/innen – ganz und gar unabhän-
gagement in Selbsthilfegruppen, eigenen Initiativen, gig davon, ob sie ein Dienstamt oder gar ein Weiheamt
Vereinen oder Institutionen ihrer ureigenen Freiheit oder ein Hauptamt innehaben. Als Getaufte haben sie
entstammt. Das Wort „Ehrenamtliche“ drückt die Per- die gleiche Würde dieser Mission empfangen und die
H adwig M ülle r Worten „Mission“, „Vertrauen“ und „Rufen“ angedeu- spektive der Institution aus, die eine unbezahlte Tätig- ganz individuelle Fähigkeit, ihr zu entsprechen. Den
tete Perspektivwechsel vollzogen wird. keit, die nicht „hauptamtlich“ im Rahmen eines gere- ersten Aspekt des Perspektivwechsels von ehrenamt-
Ehrenamtliches Engagement befördert nicht nur kirchliche gelten Arbeitsverhältnisses geschieht, „Ehrenamt“ lichem Engagement in der Kirche drückt also das Wort
Veränderungsprozesse, sondern fordert seinerseits Verän- Theologie nennt. „Mission“ aus.
derungen. Diese betreffen grundlegend die Perspektive, in Der Hinweis auf die Freiheit des ehrenamtlichen Enga-
der wir vom Ehrenamt sprechen. Ich glaube, dass ein drei- “Ehrenamt“ ist kein biblisches Wort und kein theolo- gements die sich in seiner schöpferischen Erfindung Stichwort „Mission“
facher Perspektivwechsel nötig ist, wenn wir ehrenamt- gischer Begriff. Das heißt keineswegs, dass man den oder in seiner Wahl und in dem Risiko ausdrückt, das
liches Engagement fördern wollen. Für die entsprechenden Begriff in Kirche und Gemeinde nicht verwenden dürf- damit verbunden ist, sich auf etwas Neues und Unbe- Ehrenamtliches Engagement in kirchlichen Verände-
Veränderungen sollen drei Worte stehen: „Mission“, „Ver- te. Aber es ist wichtig, ihm nicht eine so exklusive Be- kanntes einzulassen, legt den Perspektivwechsel nahe, rungsprozessen fordert das Bewusstsein, dass der Sinn
trauen“, „Verantwortung“. deutung zu geben, dass er sozusagen unter der Hand für den das Stichwort „Vertrauen“ steht. der Kirche nicht in ihr selber, sondern in ihrem Dienst
zu einem theologischen Begriff wird. Und es kann hilf- an der Lebendigkeit der Menschen liegt.
Dieser dreifache Perspektivwechsel versteht sich auf reich sein, zu fragen, ob es etwas in der Bibel gibt, was „Poitiers“ Die erste Veränderung, die hier gefordert wird, ist der
meinem Hintergrund, der bestimmt ist: durch die dem Ehrenamt entspricht und worin eine solche Ent- Perspektivwechsel von der Kirche hin zur Gesellschaft.
Wertschätzung der Theologie, durch eine gewisse sprechung gefunden werden kann. Seit fünf Jahren bin ich dieser Ortskirche im Südwe- Zuallererst geht es um die anderen, im Sinne derer, die
Mehrsprachigkeit und durch die nähere Kenntnis ei- Verstehen wir „Ehrenamt“ aus der Perspektive der in sten Frankreichs freundschaftlich verbunden. Je mehr die Kirche nicht unbedingt reicher, voller oder attrak-
ner französischen Diözese, in der eben dieser mit den Freiheit sich engagierenden Person, so gehören hierzu ich von ihren Erfahrungen mitzuteilen versuche, de- tiver machen.
6 Ver ä n d e r u nge n 4/2010 4/2010 Ve r änd e ru ng e n 7

Bild
So entscheidend diese Umkehrbewegung ist, so wenig überraschen. Was trauen wir dem anderen zu? Suchen tung haben, gelingt, sich absichtslos ihren Mitmen-

Bild: ©Fotolia
versteht sie sich von selbst. Aufgefallen ist mir das wir ihn, weil seine oder ihre Stärke, ihre Bildung, weil schen zuzuwenden und sich für sie, für ihre Geschich-
beim Studium der Dokumente des Gesprächsvorgangs seine Begabung uns fehlt? Ja, fehlt uns der andere, so te, ihre Erfahrungen, ihre Hoffnungen und Enttäu-
in Frankreich „Den Glauben vorschlagen in der heu- wie uns ein geliebter Mensch fehlt? An diesen Fragen schungen zu interessieren. Entscheidend ist ihr Ver-
tigen Gesellschaft“, der vor 15 Jahren begann. Alle drei wird vielleicht deutlich, dass es bei dem hier gefor- trauen, im Leben der andern Zeichen für die Nähe
Schriften wenden sich zuerst den Lebensbedingungen derten Perspektivwechsel wirklich um eine Kehrtwen- Gottes, Spuren seines Evangeliums finden zu können.
heutiger Menschen zu oder dem, was man kurz „Ge- de geht! Ein Zeugnis aus Poitiers: „Es geht darum, in Entscheidend ist ihr Wunsch Dank zu sagen für den
sellschaft“ nennen kann. Das entspricht einer ge- die Mission zu rufen, die bedeutet, den Menschen nahe- gelebten Glauben, den sie bei den anderen entdecken,
schichtlichen Entwicklung der katholischen Kirche in zukommen, dort wo sie sind. Dafür schenken wir der und Dank zu sagen für die Hoffnung, die sie als ihre
Frankreich, die beim französischen Staat seit 100 Jah- Begabung der Christ/innen Vertrauen und ehren ihre Lebensquelle bezeugen. Entscheidend ist, ob sie Ver-
ren nicht mehr das Privileg einer Sonderstellung unter in der Taufe empfangene Berufung.“ trauen haben in die Erfahrungen und Gaben der ande-
den verschiedenen Religionsgemeinschaften genießt. ren und in ihr Zeugnis – gerade wenn es neu, unvorher-
Durch Schmerzen hindurch hat sie in dieser Zeit eine Stichwort „Vertrauen“ gesehen, ungeplant ist und damit störend sein kann
Nähe zur Gesellschaft gefunden, die ihre moralische für das reibungslose Funktionieren der Institution.
Autorität immer mehr stärkt und zur Folge hat, dass Ehrenamtliches Engagement in kirchlichen Verände- Das Vertrauen in den anderen ist immer auch das Ver-
sie immer freier wird vom Heimweh nach den vergan- rungsprozessen fordert Vertrauen in die Getauften und trauen, von ihm oder von ihr Wichtiges empfangen zu
genen Zeiten institutioneller Macht. in ihre vom Geist empfangenen Gaben: das Wort des können. Wo in diesem Sinn Vertrauen geschenkt wird,
Evangeliums zu hören und anderen zu bezeugen, an- bringt es Früchte: Menschen werden erwachsen und
Auf diesem Hintergrund frappiert mich immer wieder, deren zu dienen, besonders jenen, die das Leben ver- freier. Denn nur wer Vertrauen empfängt, kann wach-
wie selbstverständlich für uns hier in Deutschland, wundet, und gemeinsam mit anderen Bitten und Dank sen. Als Vertrauen in die Gaben, die der Geist den
mit unserer ganz anderen Kirchengeschichte, die Kir- vor Gott zu tragen. Menschen unabhängig von ihrem gesellschaftlichen
che selber im Vordergrund steht. Der Maßstab, den wir Die zweite hier geforderte Veränderung ist der Perspek- Ansehen, ihrer Bildung oder Stellung, ihrem Alter und
zugrunde legen, wenn wir gesellschaftliche Entwick- tivwechsel von der Institution hin zu den sich freiwil- rungen. Gerade diese können ihr dazu verhelfen, mehr ihrer Beweglichkeit verleiht, zeugt es für das Vertrau-
lungen beurteilen – ob das Milieus sind, die von der lig engagierenden Personen. Zuerst geht es um diejeni- sie selber zu werden, sofern es Veränderungen sind, en, das Gott selber in Menschen setzt. „Wir werden
Kirche nicht erreicht werden, oder Menschen, die, laut gen, die mit ihren Erfahrungen und ihrer Suche viel- die ihre Funktionen und ihre Gestalt, also gewisserma- Christ/innen nicht aus uns selbst, sondern aus dem
Urteil von Bischöfen, unter den Bedingungen der Mo- leicht nicht einmal zum Profil der ehrenamtlichen ßen ihre institutionelle Ausstattung betreffen. Vertrauen, das Gott uns schenkt, indem er uns ruft. Es
derne nicht mehr bereit sind, Gemeinde zu bilden –, Frauen und Männer passen, die von der Kirche gesucht kann also für die Kirche in erster Linie um nichts an-
ist die Kirche und die Sorge darum, dass sie leerer, är- werden. Dieses Profil wird von den Lücken diktiert, die Wirkliche Veränderungen – das beinhaltet schon das deres gehen, als dieses Vertrauen weiter zu schenken.“
mer, unbedeutender wird. dadurch entstehen, dass Geld und Personal knapp Wort – haben entscheidend damit zu tun, dass sie von So Albert Rouet, der Erzbischof von Poitiers.
Wir könnten jedoch auch die Dimensionen von Zeit werden. Ähnlich wie Politikern ehrenamtlich tätige anderswoher, und vom anderen herkommen. Verän-
und Raum, Wahrheit und Ethik, religiöser Suche und Frauen und Männer in den Bereichen willkommen derungen können von denen kommen, die der Kirche Stichwort „Rufen“
Identität nehmen, um zu sehen, was sich verändert, sind, in denen sie wenig staatliche Mittel zur Verfü- nahestehen, die aber vielleicht auf dem langen Weg,
und um letztlich zu entdecken, wie Menschen heute gung haben oder einzusetzen bereit sind, suchen auch auf dem sie erwachsen geworden sind, ganz neue Er- Ehrenamtliches Engagement in kirchlichen Verände-
leben, aus welchen Quellen sie Zuversicht schöpfen, Kirchenleitungen in dem Maß Ehrenamtliche für fahrungen und Kompetenzen erworben haben, für die rungsprozessen fordert eine „Kultur des Rufens“, mit
und was sie lähmt und krank macht. Diese Schwer- kirchliche Arbeit, in dem weniger Hauptamtliche – sie in der Kirche, die sie aus ihrer Kindheit kennen, der erwachsene Menschen in ihrer Freiheit des Ant-
punktsetzung würde sich am Evangelium orientieren: Priester und theologisch qualifizierte Frauen und Män- keinen Ort sehen. Veränderungen können auch von wortens und ihrer Verantwortung für die anvertraute
„Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben, und ner – zur Verfügung stehen. Ehrenamtliche dienen solchen Menschen kommen, die in ihrem eigenen Le- Sendung anerkannt werden.
dass sie es in Fülle haben.“ dazu, Funktionen einer überkommenen Gestalt von ben nur mühsam zu Vertrauen und Zuversicht gefun- Die dritte Veränderung schließlich, die ich meine for-
Da könnte sich der Einwand erheben, dass es auch Kirche einigermaßen am Leben zu erhalten. den haben, sodass sie sich selber gar nicht zutrauen, dern zu müssen, ist der Perspektivwechsel von einer
hier um die Kirche geht, die stark sein muss, um den Es ist verständlich, wenn eine Institution Ehrenamt- anderen etwas geben zu können. Veränderungen kön- Pastoral der Aufgabenerfüllung zu einer Pastoral des
Menschen zum Leben zu verhelfen. Dabei gehen wir liche in dieser funktionalen Perspektive sieht. Es eröff- nen auch gerade von Frauen und Männern kommen, Rufens. Das Erste ist das Interesse an einem Menschen
allerdings davon aus, dass die anderen schwach und net ihr aber keinen Weg in die Zukunft. Im besten Fall die sich in ihrer Geschichte bewusst oder ohne es zu in seiner Einzigartigkeit und individuellen Begabung
unwissend und angewiesen auf die Stärkung und Be- verlangsamt es den Prozess, in dem sie an Ressourcen merken von der Kirche entfernt haben und sich nun und damit an seiner Vorstellung von dem freiwilligen
lehrung durch die Kirche sind. Wir haben einen kost- und Bedeutung verliert. Dieser wird aber nicht aufge- Fragen stellen, für die sie, zögernd, vielleicht sogar vol- Engagement in einer Gemeinde.
baren Schatz, an dem wir anderen Anteil geben möch- halten oder gar umgekehrt, solange es der Institution ler Vorurteile, gesprächsbereite Menschen in der Kir- Bei einem deutsch-französischen Praxisseminar vor
ten. Aber die anderen haben Gaben für uns, auf die wir nur um die Wahrung ihres Besitzstandes geht. Die Zu- che erwarten. In jedem Fall ist entscheidend, ob es vier Jahren lernten wir deutschen Pastoralreferent/in-
angewiesen sind, auch und gerade dann, wenn sie uns kunft der Kirche liegt in der Fähigkeit zu Verände- „der Kirche“ bzw. den Personen, die in ihr Verantwor- nen von unseren französischen Kolleg/innen den Un-
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terschied zwischen einer Pastoral der Aufgabenerfül- wird. Charakteristisch für dieses Handeln sind symme-
lung und einer Pastoral des Rufens. Das „Rufen“ bein- trische Beziehungen: Wir lassen andere gewissermaßen
haltet ein anderes Zugehen auf Menschen als die Su- bei uns eintreten, in der Offenheit dafür, dass sie uns
che nach Freiwilligen für die Erfüllung bestimmter vielleicht zu einem Ortswechsel nötigen.
Aufgaben. Eine Kultur des Rufens ist immer auch eine Kultur der
Auch wenn es gilt, Aufgaben und Dienste wahrzuneh- Verlangsamung. Das Rufen selber beginnt mit dem Hö-
men, werden die Menschen doch nicht in erster Linie ren, gerade auch dem Hören auf den unhörbaren Glau-
unter dem Aspekt ihrer möglichen Eignung für eine ben des anderen an die Verheißung, die sein Leben Johannes Sonntag (oben) organisiert die Zukunft
Funktion angesehen und angesprochen. Vielmehr enthält. Wenn wir dann den anderen oder die andere seiner Dorfbücherei.
meint “Kultur des Rufens“, dass ich eine Person zu- ansprechen, um mehr von ihrem Lebenswunsch zu er-
nächst deswegen anspreche, weil ihre Einzigartigkeit fahren, wenn wir ihnen unseren Wunsch anvertrauen Beate Menge (rechts oben) engagiert sich dafür,
in mir den Wunsch weckt, mehr von ihr zu erfahren. und sie in diesem Sinn „rufen“, dann gehen dem Ak- dass Kinder in die KÖB kommen.
Wer „ruft“, wird zunächst auf den anderen hören. Das zeptieren des Rufs meistens viele Fragen und Zweifel
kommt dem Druck, die Arbeit in Gang halten zu müs- voraus. Es ist ein Weg des persönlichen Nachdenkens Trude Kuhn (rechts) vergisst beim Lesen schon mal,
sen, in die Quere. Es ist nicht selbstverständlich, und und der Gespräche, der Zeit braucht. Dann kann er ein warmes Essen für die Familie zu kochen.
nur in der Kraft des Geistes möglich, auf andere in dem dazu führen, dass Menschen ihren Glauben und sich
Vertrauen zuzugehen, dass wir etwas von ihnen emp- selbst neu entdecken und ihr Leben noch einmal neu
fangen können, das auch dann kostbar ist, wenn es ansehen und verstehen möchten. &
nicht dem entspricht, was wir erwarten oder was wir
„brauchen“. Quellenhinweis: Der Text wurde (bei Verzicht auf den ein-
Der Übergang von einer Pastoral der Aufgabenerfül- führenden Absatz) mit freundlicher Genehmigung der
lung zu einer Pastoral des Rufens ist wie ein Übergang Herausgeber übernommen aus der Tagungsdokumentati-
vom Handeln als Knechte zu einem Handeln als Freie. on der Ökumenischen Tagung zum ehrenamtlichen En-

profiliert, ausgebildet, engagiert


Knechte handeln aus Gehorsam, unter Druck, Freie gagement in Kirche und Gesellschaft „Um Go!ttes Willen?
handeln eher nach dem „Lustprinzip“, nämlich in er- Wir engagieren uns“ in Köln am 30.-31.1.2009 (siehe
ster Linie aus dem Vertrauen heraus, das in sie gesetzt auch www.wir-engagieren-uns.de
Ehrenamtsprofile

Clau dia Au ffenberg war die Zeit gekommen, sie hat zugesagt und sich
gleich mit voller Power an die Arbeit gemacht. Menge

!
Jede Büchereimitarbeiterin und jeder -mitarbeiter haben liebt Kinderbücher „und diese Leidenschaft kann ich
für ihr ehrenamtliches Engagement eine eigene Ge- hier voll ausleben“. Was nicht heißt, dass sie ständig
Disketten-Ära geht zu Ende, schichte zu erzählen: Wie man zu dieser Aufgabe kam, vor den Kisten oben in der ersten Etage hockt und da-
warum man sie tut und welche Motive und Visionen tra- rin schmökert. Es heißt vor allem: Beate Menge enga-
Daten fließen weiter. gen. Drei Personen im Erzbistum Paderborn erzählen: giert sich dafür, dass Kinder ans Lesen kommen, dass
sie spüren, ein Buch erzählt nicht nur eine schöne Ge-
Wenn Beate Menge auf dem Fahrrad durch Bever- schichte, die irgendwann zu Ende ist, sondern es steckt
Seit vielen Jahren liefern der Borromäusverein e.V. (bv.) zwei Jahren erfolgreich an. Natürlich werden weiterhin ungen fährt, dann kann es passieren, dass ein Kind darin viel mehr und vor allem in ihnen, den Kindern,
und die borro medien gmbh bibliothekarische Daten Buch- und Zettelkarten zu den Medien angeboten. Die hinter ihr herruft: „Hallo Frau Menge, ich hab noch steckt viel mehr, das so ein Buch zum Vorschein brin-
auch auf Disketten. Diese Ära geht nun zu Ende. Mer- entsprechenden Optionen können auf den verschie- ein Buch von dir!“ In solchen Momenten weiß sie: gen kann.
ken Sie sich den Termin 31.12.2010 vor, dann wird die denen Bestellwegen angegeben werden. Eine Datenlie- Die Mühe lohnt!
Diskettenlieferung eingestellt. ferung ist für alle Katholischen öffentlichen Büchereien Beate Menge arbeitet seit sechseinhalb Jahren in der „Wahnsinn, was die hier alles haben“
Die EDV Technik entwickelt sich weiter, der bv. und die oder für Abonnenten der Zeitschrift „medienprofile“ KÖB in Beverungen an der Weser. Schon in den Jah-
borro medien haben den Download unter www.borro- kostenfrei, jede zweite Lieferart wird pro Katalogisat be- ren davor hatte die Leiterin sie regelmäßig „ange- Als Beate Menge in der KÖB anfing, gab es dort schon
medien.de entwickelt und bieten diesen bereits seit rechnet. graben“, wie sie sagt, aber weil die Kinder noch zu die Lesespaß-Aktionen. Einmal im Monat kamen ein
klein waren, hat sie immer wieder abgelehnt. Dann paar Kinder. Jemand vom Team las mit ihnen ein Buch,
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danach wurde gebastelt oder gemalt. Diese Aktionen Das Dorf hat rund 1000 Einwohner und liegt – das wis- die Autoren sehen können, hören können und hinter- germeister sie in allen einrichten und hatte zu einer In-
gibt es heute immer noch, aber: „Einmal im Monat, sen sie in Ostwestfalen so gerade noch – irgendwo bei her auch noch anfassen können“, erläutert Sonntag foveranstaltung eingeladen. „Ich fand Bibliotheken
das war mir irgendwie zu wenig.“ Beate Menge fing an, Warburg. Neulich war Anselm Grün da zur Lesung, das Konzept. Sprich: 120 Leute im Publikum – mehr schon immer klasse, deswegen bin ich hingegangen“,
die Lesespaß-Aktionen zu einem Markenzeichen der demnächst werden Christian Brückner und Jürgen nicht. Für Anselm Grün haben sie eine Ausnahme ge- erzählt sie. Sie war die Einzige aus Dörenhagen. Irgend-
Bücherei zu machen. Sie ging in Schulen und Kinder- Kehrer kommen. Die Rede ist von Germete. macht und 250 Leute hineingelassen. jemand notierte sich ihre Adresse. Sie war zunächst An-
gärten und infizierte dort Kinder und Eltern mit dem Die Bücherei als Treffpunkt, als eine Art Markplatz im sprechpartnerin, doch eines Morgens ist sie gewisser-
Lesevirus. Vor allem aber investierte und investiert sie Die neue Mitte? Dorf, ein Ort, an dem man sich trifft, an dem Men- maßen als Büchereileiterin aufgewacht. „Ich habe mich
Zeit in die Vorbereitung. Die Lesespaß-Aktion selbst schen sind, mit denen man reden kann, so sieht Jo- schon gefragt: Wo war eigentlich der Punkt, an dem ich
dauert etwa eineinhalb Stunden. „Für die Vor- und Der Namen klingt vertraut, weil es dort einen Mineral- hannes Sonntag die Zukunft der Bücherei. „Das ist hätte nein sagen können?“ Es gab ihn nicht und es darf
Nachbereitung brauche ich ungefähr zehn Stunden“, wasserbrunnen gibt, der so ähnlich heißt. Anselm meine Vision“, sagt er und es klingt, als habe er schon auch bezweifelt werden, ob sie ihn genutzt hätte. „Es
schätzt sie. Aber wenn sie beginnt zu erzählen, wie die- Grün war da, weil es im Dorf eine KÖB gibt. Genauer wieder neue Ideen. macht unheimlich Spaß“, sagt sie. Hier kann sie ihrer
se Vorbereitungen aussehen, dann ahnt man, dass es gesagt, weil deren Leiter Johannes Sonntag ist. Leidenschaft für Literatur so richtig frönen: lesen, mit
wahrscheinlich mehr sind. „Erstmal muss ich ein gutes Seit zwölf Jahren leitet Johannes Sonntag die Einrich- „Darüber bin ich total glücklich“ anderen über Bücher reden, Empfehlungen geben, In-
Buch finden“, sagt sie, „es gibt nämlich auch viel tung, und leiten heißt für ihn kreativ nach vorn den- fos recherchieren und Bücher bestellen.
Ramsch auf dem Markt.“ Dann gilt es eine kreative ken und mit neuen Ideen die Zukunft der Bücherei ab- Wer in Dörenhagen nicht weiß, wo die KÖB ist, hat Wie ihr Kollege Johannes Sonntag stand auch Trude
Idee zu haben: Was kann zu diesem Buch gebastelt sichern. Anders als in Beverungen gibt es in Germete Mühe sie zu finden. Der Jugendliche weiß, wo sie ist, Kuhn zunächst vor der Aufgabe, die Bücherei erst ein-
werden? Und diese Idee probiert sie aus, um sicher zu keine Schule mehr, den Kindergarten so gerade noch, aber dass in den Ferien nur sonntags geöffnet ist, ist mal einzurichten. Denn das was heute eine gemütliche,
sein, dass sie gut ist und wirklich funktioniert. Weil die Zielgruppe für Lesespaß-Akionen ist also über- ihm offenbar entgangen. Die Tür ist zwar offen, aber kleine Dorfbücherei ist, war damals noch ein Schuppen
das alles viel Aufwand ist und Beate Menge inzwischen schaubar. Als die Bücherei eingerichtet worden ist, da- heute ist Trude Kuhn nur da, weil sie ein Interview für hinterm Bürgerhaus. Sie hat mit dem Architekten dis-
von ihrer Arbeit – auch dank eigener Erfahrung - über- mals vor ungefähr zwölf Jahren, war das noch anders. diesen Artikel geben soll. „Macht nichts“, sagt sie, kutiert, mit der Fachstelle für Medien die Einrichtung
zeugt ist, hat sie dem Borromäusverein einige ihrer Damals war sie als Kinder- und Jugendbibliothek ge- „such dir was aus, ich buche es dann gleich. Du kennst gestaltet und natürlich ein Team von Mitarbeiter/innen
Konzepte angeboten. Sieben stehen derzeit auf der In- dacht. Seinerzeit gab es im Dorf „so etwas ähnliches dich ja aus.“ Nach ein paar Minuten steht er mit vollen zusammengesucht. Heute sind 16 bis 18 Ehrenamtliche
ternetseite zum kostenlosen Download bereit. www. wie eine Bücherei“, erzählt Sonntag. Tatsächlich war Händen an der Ausleihe. Trude Kuhn eilt zum Tresen. dabei, seit kurzem auch ein 14-jähriger Junge. „Darüber
borromaeusverein.de ➞ Leseförderung ➞ Lesespaß es die private Buchsammlung einer älteren, engagier- „Das sind ja nur Computerspiele. Was ist das denn?“, bin ich total glücklich!“ sagt sie. Denn er bringt nicht
ten Lehrerin. Dann zog die Dame weg, ließ aber die sagt sie mit gespieltem Tadel. Dann fragt sie den Jun- nur junges Blut in die Kundschaft, indem er seine
Seit einiger Zeit arbeitet Beate Menge wieder als Lehre- Bücher da. Daraus könnte man was machen, dachten gen, ob er schon weiß, wie es nach den Ferien mit ihm Freunde nachzieht, sondern weitet auch den Blick des
rin. Sie hätte eine volle Stelle haben können, aber sie sie im Dorf – aber wer könnte das? Johannes Sonntag weitergeht. Er murmelt was von einer Maßnahme der Teams. Dass so wenig Jungen und Männer mitarbeiten,
hat sich für eine halbe entschieden. Sonst hätte sie in kümmerte sich damals schon um die Öffentlichkeits- Arge, dann schnappt er sich die Spiele und zieht da- hat Auswirkungen auf das Sortiment der KÖB. „Wir be-
der Bücherei zu viel aufgeben müssen. „Und das wollte arbeit der Kirchengemeinde. Dass er organisieren und von. „In den Ferien haben wir nur sonntags geöffnet“, stellen natürlich eher etwas, das uns interessiert“, sagt
ich nicht“, sagt sie, „neben dem, was man sonst noch Dinge anpacken kann, war bekannt. „Irgendwie ist ruft sie ihm noch hinterher. Der Junge wohnt in einer Trude Kuhn. Zwar sind sie alle bemüht, auch Angebote
so hat, Haus, Familie, Hund, möchte ich dafür weiter- man auf mich gekommen“, sagt er und tut verschmitzt betreuten Einrichtung für Jugendliche, in der er auf die für Männer dazuhaben, „aber Männer und Lesen“, sagt
hin Zeit haben.“ so, als habe er nicht den Hauch einer Vorstellung, wie Selbstständigkeit vorbereitet wird. Er und die anderen sie, „das ist ja nicht unbedingt...“ Mit Zeitschriften ver-
das passieren konnte. „Okay“, hat er damals gesagt, jungen Bewohner sind regelmäßige Kunden der KÖB. suchen sie ein wenig Abhilfe zu schaffen.
Weil das aber nun doch nicht so einfach ist, übt sie „ich kann es ja mal versuchen. Aber ich brauche ein Die Kundschaft der KÖB ist dennoch gemischt: Lese-
sich gerade in einer Disziplin, die ihr - wie sie zugibt - Team und eine sichere Finanzierung.“ Das Team hat er Dass Trude Kuhn einmal eine solche Einrichtung lei- hungrige, Familien auf der Suche nach neuen Spielen,
ziemlich schwerfällt: delegieren. Drei neue Mitarbeite- sich im Freundeskreis gesucht, die Finanzierung hat ten wird, hat sie nicht geahnt, als sie vor etwa zehn Jugendliche, die ein Referat schreiben sollen und de-
rinnen im Team sind eingestiegen, die sich auch um die Kirchengemeinde zugesagt. Somit ging es los. Jahren zu einer Veranstaltung für Literaturinteressierte ren Lehrer kundgetan haben, dass sie nicht 15 Mal den
die Lesespaß-Aktionen kümmern. Sie ist sehr beruhigt, Heute sind sie zwölf Mitarbeiter/innen im Team. Seit ging. Dörenhagen ist einer von fünf Ortsteilen der Ge- gleichen Text aus Wikipedia lesen wollen. Und dann
dass die Arbeit für und mit Kindern nun auf mehreren Jahren beobachten sie, dass immer weniger Kinder meinde Borchen bei Paderborn. In zweien gab es da- kommen noch die, die vielleicht auch mal ein Buch in
Schultern ruht. Denn darin sieht sie so etwas wie die und Jugendliche in die Bücherei kommen, dafür aber mals schon Büchereien. Nun wollte der damalige Bür- die Hand nehmen, aber eher nach vertrauten Gesich-
Zukunft der Bücherei. „Wenn die Kinder hierherkom- mehr Erwachsene. „Nur Bücher ausleihen, das reicht tern Ausschau halten: Einmal im Monat lädt die KÖB
men, dann kommen vielleicht auch die Eltern mit“, heute nicht mehr“, da ist sich Johannes Sonntag si- zum Büchereicafé, es gibt Kaffee und selbstgebackenen
sagt sie. Sie selbst, bekennt sie noch, war vor ihrem cher. So sind sie auf die Idee der „Germeter Begeg- Kuchen. Damit bietet das kleine Haus, was es sonst im
Engagement keine Nutzerin der KÖB. „Als ich dann nungen“ gekommen, die sie nun gemeinsam mit einer Claudia Auffenberg (Anhalter Weg 6, 33178 Borchen) Dorf kaum noch gibt: einen Ort der Begegnung.
hier angefangen und alles gesehen habe, da habe ich privaten Initiative im Dorf, dem „Ku(h)lturstall“ ver- ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im
gedacht: Wahnsinn, was die hier alles haben. Hätte ich anstalten. Das sollen nicht einfach Autorenlesungen Kolping-Bildungswerk Paderborn. Mancherorts ist die Vision des Johannes Sonntag also
das gewusst!“ sein, sondern echte Begegnungen. „Die Leute sollen schon Realität. &
Bild: ©Fotolia
12 4/2010 4/2010 T he s e n z u m Wand e l 13

Es lohnt sich, die dort gefundenen Abschlussthesen mündige Christen mit ihrer je eigenen persönlichen
genauer zu analysieren und auf die Situation in den Berufung als Getaufte und Gefirmte. Dass dieser Weg
Büchereiteams und in ihrem Verhältnis zum Träger nicht gerade einfach ist, zeigt sich teilweise auch in
anzulegen und zu betrachten. Ein Fazit, das man nach Büchereiteams im Verhältnis zwischen Leitung und
einem solchen dialogischen Prozess ziehen kann, lässt Team, wenn es um loslassen und delegieren geht. Für
sich auf drei wesentliche Kernpunkte festmachen: den Träger treffen letztlich die pastoral Verantwort-
lichen die Entscheidungen, wenn es zu unterschied-
1. Mitsprache bei der Festsetzung der Rahmen- lichen Auffassungen kommt. Aber das sollte immer
bedingungen zumindest mit einer Anhörung betroffener Ehrenamt-
licher geschehen.
Diese Kernthese ist der wichtigste und zugleich schwie- Wie immer die Entscheidung ausfällt, diese Vorge-
rigste Punkt, da es für beide Seiten ein verändertes Auf- hensweise respektiert die Engagierten, sie erfahren
einanderzugehen bedeutet, das sehr oft personenbe- aber auch frühzeitig von den Grenzen des Wünschens-
dingt im Umgang geprägt ist. Vielfach war früher die werten und Machbaren. Zu diesen Rahmenbedin-
Haltung auf der Trägerseite in etwa so, dass Ehrenamt- gungen gehören ganz wesentlich im Bereich der Bü-
liche froh sein sollten, dass sie in der Kirche ihren Ak- chereiarbeit Fragen wie: Raum, finanzielle Ressourcen,
tivitäten nachkommen dürfen. Das dafür vorgesehene Qualifizierung und Begleitung, Integration und Koo-
Zwischen „Kölner Tagung“ und dem „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011“ Feld wird allein von den verantwortlichen Entschei- peration in den Gemeinden, Öffentlichkeitsarbeit.
dungsträgern vorgegeben.
Die reale Erfahrung im gesellschaftlichen Leben im 2. Gestaltungsfreiheit
Zum Wandel im Ehrenamt in Alltag ist aber geprägt von einer zunehmenden Indivi-
dualisierung und Mitsprachemöglichkeit. Das gilt es, Sind die Rahmenbedingungen transparent geklärt,

Katholischen öffentliche Büchereien


ernstzunehmen. Die immer wieder vorgetragene Pro- wollen Engagierte Klarheit über ihre Gestaltungsfrei-
blematik, dass sich immer weniger Menschen bereit- heit innerhalb des Auftrages, den sie von der Gemein-
fänden, sich durch ein Ehrenamt zu binden, steht im de übernehmen. Diese Freiheit, die eigene Berufung in
„…und sie bewegt sich doch!“ Widerspruch zur Tatsache, dass sich in Deutschland den Dienst der Kirche einzubringen, ist einer der zen-
über ein Drittel der Bevölkerung ehrenamtlich enga- tralen Motivationsgründe, sich überhaupt zu engagie-
giert. Ein weiteres Drittel wäre bereit sich zu engagie- ren. Ist dieser Freiraum zu eng beschnitten und Ehren-
ren, ist aber unentschlossen, welche Bereiche dafür in amtliche zu Befehls- bzw. Weisungsempfängern redu-
Loth ar Ga n te r ben Letztere Angst, lediglich das ausführen zu dürfen, Frage kommen. Hier ist sicher noch ein reichhaltiges ziert, wird die Bereitschaft zum Engagement sehr
was ‚von oben’ angeordnet wird. Potential, wenn man es attraktiv zu gestalten versteht. schnell zur Last und Bürde. Von Hauptberuflichen
So könnte man mit einigem Optimismus die derzeitige Si- Die Kölner Tagung hat im Januar 2009 (www.wir-en- Das lässt den Schluss zu, dass es nicht an mangelnder wird hier teilweise sehr viel abgefordert, da sie zwar
tuation beschreiben, wenn es um den Umgang der Kirche gagieren-uns.org) genau diese Problematik aufgegrif- Bereitschaft liegen kann, sondern eher an der Attrakti- Verantwortung tragen, aber andererseits auch viel Frei-
mit dem Ehrenamt in Katholischen öffentlichen Büchereien fen und mit den sogenannten „Kölner Thesen“ auf vität des Angebotes für dieses Engagement. raum lassen müssen. Je klarer Handlungsfreiräume
geht. In jeder Publikation seitens Bistumsleitungen zum zentrale Punkte hingewiesen. Es war zu erwarten, dass Ehrenamtliche wollen gestalten und eigenständig Ver- transparent gemacht sind, desto weniger Konflikte
strukturellen Wandel der Kirche wird auf die Bedeutung die dort aufgestellten Thesen auf verschiedenen Ebe- antwortung übernehmen. Sie wollen auf Augenhöhe können daraus entstehen. Die Kompetenz beim Be-
des Ehrenamtes hingewiesen. nen und auch kirchenintern nicht sofort auf einhel- ernstgenommen werden als mündige Bürger und als standsabbau und bei der Entscheidung über Neuerwer-
lige Resonanz stoßen und teilweise auch auf Ableh-
Nüchtern betrachtet geschieht das ähnlich wie im öf- nung. Trotzdem ist das Thema angesichts des demo-
fentlichen Leben auch, ein gutes Stück weit aus der graphischen Wandels auch und gerade für die Kirchen
Erkenntnis, dass die vielfältigen Aufgaben nicht mehr von elementarer Zukunftsbedeutung. Die Tagung in
mit bezahlten Kräften leistbar sind. Überall wird eine Köln war ein mutiger Aufbruch, die zentralen Themen
Stärkung und bessere Einbindung Ehrenamtlicher in im Verhältnis zwischen dem ehrenamtlichen Engage-
die örtliche Pastoral gewünscht, ja oft sogar gefordert. ment in der Kirche und den institutionell verantwort-
Und doch gibt es sehr viel Misstrauen zwischen Haupt- lichen Entscheidungsträgern aufzuzeigen, von Erfah-
beruflichen und Ehrenamtlichen. Fürchten die Erste- rungen zu berichten und mit Experten aus der Wissen-
ren zu viel Einflussnahme in ihr „Kerngeschäft“, ha- schaft im Dialog zu beleuchten.
14 Th es en zu m Wa n de l 4/2010 4/2010 T he s e n z u m Wand e l 15

bung gehört eindeutig in die Verantwortung des Bü- Die hier in drei Punkten fokussierten Thesen der Köl-
chereiteams und letztlich der Büchereileitung, ebenso ner Ehrenamtstagung machen deutlich, wie verzahnt
kreative, die Büchereiarbeit begleitende Veranstal- und eng verknüpft diese drei Elemente miteinander
tungen. Die Konzeption für die Bücherei und ihre Po- sind. Gleichzeitig sind sie – zumindest derzeit – die
sition in der Gemeinde gehört verantwortlich in den Grundlage dafür, für ehrenamtliche Dienste in den
Pfarrgemeinderat. Gemeinden erfolgreich Menschen zu gewinnen.

Je klarer die Kompetenzfelder zwischen Träger und Bü- Auf dem Weg zum „Europäischen Jahr der
chereiteam geklärt und transparent sind, umso weni- Freiwilligen 2011“
ger kommt es zu Missverständnissen oder Konflikten.
Am 3. Juni 2009 hat die Europäische Kommission be-
3. Anerkennung schlossen, das Jahr 2011 zum „Europäischen Jahr der
Freiwilligentätigkeit“ auszurufen:
Auch dieses Thema ist relevant für ein funktionie-
rendes Engagement in der Gemeinde. Viele Ehrenamt- „Für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung Europas
liche leiden im Stillen darunter, wenn ihre Arbeit bietet die Freiwilligentätigkeit viele aber noch in weiten Tei-
kaum oder gar nicht wahrgenommen wird. Dabei geht len ungenutzte Möglichkeiten. Durch das Europäische Jahr
es nicht um eine finanzielle Honorierung der gelei- 2011 erhalten die Mitgliedstaaten, lokalen und regionalen
steten Arbeit, sondern um Wertschätzung. Bleibt diese Behörden sowie die Zivilgesellschaft Unterstützung bei der
vollkommen aus, stellen sich bald Fragen, wofür man Umsetzung folgender Ziele:
diese Arbeit denn macht? Das kann schnell dazu füh-
ren, dass dieses Ehrenamt nur noch als Last empfun- • Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für Freiwilli-
den wird und man sich dann konsequenterweise von gentätigkeiten in der EU,
dieser Last freimachen will. Es wäre zu plump und zu • Stärkung der Freiwilligenorganisationen und Verbesse- denden Bevölkerung künftig Ehrenamtliche gewinnen Anregungen und Impulsen geben. Es werden eine Rei-
einfach, würde man aus dem Wunsch nach Anerken- rung der Qualität von Freiwilligentätigkeiten, will, muss für die Engagierten attraktiv sein. Das gilt he Veranstaltungen dazu stattfinden, zumindest im öf-
nung gleich eine Forderung nach einer Bezahlung der • Honorierung und Anerkennung von Freiwilligentätig- auch und gerade für das Freiwilligenengagement der fentlichen Bereich auf allen Ebenen. Inwieweit die Kir-
geleisteten Stunden ableiten, die man von Trägerseite keiten und Kirche. Auch da spielen die o.g. Kernpunkte die ent- chen daran partizipieren, bleibt abzuwarten. Mögli-
auf jeden Fall abwehren müsse. • Sensibilisierung für den Wert und die Bedeutung von Frei- scheidende Rolle: „Mitgestaltende Teilhabe in Wert- cherweise bleibt die kirchliche Präsenz auf das soziale
In der Tat sehen die meisten der in den Büchereien willigentätigkeiten. schätzung und auf Augenhöhe“. Wer das nicht beher- ehrenamtliche Engagement beschränkt, ohne dass die
engagierten Menschen aus allen Altersgruppen in der zigt, wird sich bald wundern, wenn die in allen Diöze- Bildungs- und Kulturarbeit der Kirchen stärker in den
Bereitstellung von (Mindest-)Ressourcen den wich- Die Kommission erwartet vom Europäischen Jahr der Freiwil- sen von den Bischöfen geforderte Stärkung des Ehren- Blick rückt.
tigsten Ausdruck für die Anerkennung ihres Engage- ligentätigkeit, dass mehr Menschen sich ehrenamtlich enga- amtes ins Leere läuft.
ments. Natürlich sind gelegentliche individuelle Dan- gieren und dass das Bewusstsein für den Mehrwert dieses En- Zuversichtlich stimmen die Anstrengungen in ver-
kesworte an einzelne Teammitglieder oder Leitungs- gagement gesteigert wird. Weiterhin soll die Verbindung von Ansätze, Resonanz, Veranstaltungen schiedenen Bistümern, die sich verstärkt mit dem Eh-
verantwortliche in den Büchereien wichtig und wohl- Freiwilligentätigkeiten auf lokaler Ebene und ihrer Bedeutung renamt befassen und dazu auch schriftliche Verlautba-
tuend motivierend. Dreh- und Angelpunkt ist jedoch, in einem umfassenderen europäischen Kontext hervorgehoben Es gibt vielversprechende Ansätze, wenn z.B. in diese rungen herausgegeben haben. Irritierend ist allerdings,
dass man sich „sinnvoll“ in dem Bereich, den man werden.“ Thematik die Betroffenen selbst einbezogen werden dass es für die katholische Büchereiarbeit nicht ein-
übernommen hat, einbringen kann. Es wird teilweise und Hauptberufliche nicht unter sich über die Ehren- fach ist, das hohe und qualifizierte Engagement von
als zynisch empfunden, wenn über das Engagement Wie vor kurzem gemeldet, liegt die Geburtenrate amtlichen reden und befinden. über 32.000 Menschen stärker im Bewusstsein von
hehre Worte gesagt werden, gleichzeitig aber bei der Deutschlands EU-weit mit Abstand an letzter Stelle. Bei diözesanen Büchereitagen und eine Reihe regio- Entscheidungsträgern vor Ort, auf diözesaner und
Frage nach Ressourcen ausschließlich die Sparzwänge Das beunruhigt in zunehmendem Maße die Wirt- naler Fortbildungen im Erzbistum Freiburg mit dem auch überdiözesaner Ebene zu verankern.
des Trägers ausschlaggebend sind. schaft, die bald nicht mehr ausreichend Fachkräfte fin- Thema „Ehrenamtlich in der Katholischen öffent-
den wird, aber auch die Politik, die sich in vielen Be- lichen Bücherei“ wurde eine überaus positive Reso- KÖB – Treffpunkt und Begegnungsort
reichen verändern muss und zwangsläufig verändern nanz und Akzeptanz festgestellt. Man müsste bei den
Lothar Ganter ist Leiter der Fachstelle Freiburg und wird. Das gilt vor allem für die kommunale Infrastruk- Hauptberuflichen vielleicht mutiger sein und dieses Das „Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011“
Vorsitzender des Sachausschusses III - Büchereiarbeit tur (KiTa, Schulen, Freizeiteinrichtungen, etc.) die bald Thema im direkten Dialog mit den Betroffenen ange- bietet eine Fülle positiver Ansätze dafür. Auch die Fort-
in Kirche und Gesellschaft der bv.-Fachkonferenz. unter drastischen Rückgängen leiden werden. Wer an- hen, statt ihm aus einer gewissen Angsthaltung aus setzung der Kölner Tagung (geplant für Herbst 2011)
gesichts der weniger, bunter und immer älter wer- dem Weg zu gehen. Das Jahr 2011 wird eine Fülle von präsentiert dafür eine gute, ökumenische Plattform.
16 Th es en zu m Wa n de l 4/2010 4/2010 ?????????????? 17

Nutzen wir gemeinsam das Engagement in der Kirch-


lichen Büchereiarbeit vor Ort, bei den Fachstellen, in Links und Literatur:
den Erz-/Bistümern und auch auf der überdiözesanen - www.b-b-e.de Hauptseite des Bundesnetzwerk
Ebene, die persönlichen Berufungen der Menschen in Bürgerschaftliches Engagement
der Büchereiarbeit transparenter und wirksamer zu ma- - http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/
chen, die bürgerschaftlich engagierten Menschen noch aktuelles/2010/02/Infoblatt_EJF_2011_-_Feb10.pdf
stärker zu qualifizieren und ihre persönliche Berufung Offizielle Dokumente der EU zum Jahr 2011 auf den
für diesen Dienst im Sinne der kulturellen Diakonie zu Seiten des BBE.
verfestigen. Wie im soeben publizierten „MDG - Trend- - www.wir-engagieren-uns.org Hauptseite der
monitor Religiöse Kommunikation 2010“ wissen- Ehrenamtstagung in Köln, mit allen Dokumenten
schaftlich untersucht und festgestellt wurde, sind Ka- zum kostenlosen Download.
tholische öffentliche Büchereien als Treffpunkte und - verschiedene Links zum Europäischen Jahr der
Begegnungsorte und mit ihren Bücher die einzigen Freiwilligentätigkeit
Medienbereiche in der katholischen Kirche, die seit http://ec.europa.eu/deutschland/press/
1999 eine steigende Akzeptanz aufzuweisen haben, pr_releases/8521_de.htm
trotz Internet und anderer technischer Medien. http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?
In Sinnfragen, Fragen der religiösen Orientierung und reference=IP/09/862&format=HTML&aged=
Glaubensfragen sind Bücher wesentlich stärker gefragt
als andere Medien und noch mehr gefragt ist das Ge-
0&language=DE&guiLanguage=en
- Fischer, Ralph: Kirche und Zivilgesellschaft. Kulturarbeit mit Breitenwirkung
Probleme und Potentiale. Stuttgart: Kohlhammer,
spräch, die persönliche Begegnung: In diesen Fragen
ziehen die Menschen die personale Kommunikation 2008; ISBN: 978-3-17-020432-4
durch Ehrenamtliches Engagement
der medialen deutlich vor. Katholische öffentliche Bü- - Ztschr.: „DIAKONIA“. Heft 4, Juli 2009, 40. Jahrg.;
chereien bieten beides. Freiburg: Herder, 2009, www.diakonia-online.net
- Kösters, Winfried: Weniger, bunter, älter, Thomas Sternberg Dabei haben neben den Wissenschafts- und Fachbiblio-
Wird unsere Kirche diese Chancen nutzen und die in München: Olzog, 2006, MedienNr.: 555082 theken auch die öffentlichen Büchereien ihren Ort
diesem Bereich ehrenamtlich tätigen Menschen för- - Weitere Dokumente zum Ehrenamt in der Kirche Wenn man über Kulturpolitik spricht, ist man rasch bei nicht nur behauptet, sondern ausgebaut.
dern und stärken? Dann könnte man mit Fug und sind auf den Homepages der Erz/-Bistümer und der Opernhäusern, Theatern, Museen – bei den Einrichtungen,
Recht sagen: „… und sie bewegt sich doch!“. - Das Jahr evangelischen Landeskirchen recherchierbar. die besonders kostenträchtig und sichtbar in der städ- Zugang über das Buch
2011 bietet eine große Chance dafür. & tischen Kulturarbeit sind. Von der kulturellen Breitenarbeit
ist weniger die Rede – sie fällt unter den öffentlichen Aus- In einer medialisierten Welt der neuen Kommunikati-
gaben nicht auf, aber hier ist der ehrenamtliche Anteil be- onsmittel ist Lesen und Schreiben immer wichtiger ge-
sonders hoch. worden – und der Zugang zu beidem erfolgt nach wie
vor am besten über das Buch; angefangen vom Bilder
Ehrenamtliches Personal in deutschen Bibliotheken Man braucht nur an die Laienmusik der Chöre, Bands betrachtenden Kleinkind bis zur Roman- oder Fach-
und Spielmannszüge, auch an Theatergruppen, Poe- buchlektüre. Um die Welt in ihrer Gesamtheit zu verste-
Das Netz der etwa 11.000 Bibliotheken in Deutschland ren historischen Traditionen eines dichten, vornehmlich try-Slamer und Lektürekreise, an Heimat- und Ge- hen, sind schriftliche Zeugnisse der Vergangenheit und
ist eine den wichtigsten Grundlagen unserer Bildungs- staatlich finanzierten Bibliotheksnetzwerkes noch unpro- schichtsvereine, an Tanzinitiativen und Hobbymalerei Gegenwart nach wie vor unentbehrlich. Bibliotheken
und Kulturlandschaft. Ohne ehrenamtliche Hilfe wären portional beteiligt. Insgesamt gaben freilich rund 73% zu denken, um den Umfang dessen zu ermessen, was als Bildungseinrichtungen stärken Lese-, Informations-
die über 4.000 Bibliotheken in kirchlicher Trägerschaft der über 8.500 in der Deutschen Bibliotheksstatistik zwar als Breitenarbeit in einem Bezug zur professio- und Medienkompetenz und unterstützen lebenslanges
weitgehend nicht existent und auch viele kommunale Bi- (DBS) erfassten Öffentlichen Bibliotheken an, mindestens nellen Spitzenkunst steht, aber ein gewichtiger Teil der Lernen. Eine besondere Bedeutung haben sie zudem als
bliotheken ernsthaft in ihrem Fortbestand bedroht. eine ehrenamtliche Person zu beschäftigen. In manchen kulturellen Vielfalt unseres Landes ist. Von besonderer Orte der niedrigschwelligen Ansprache und Informati-
Von den ehrenamtlich Aktiven arbeitet der überwie- Großstadtbibliotheken wie den Hamburger Bücherhal- Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Biblio- on für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die
gende Teil in kleinen und mittleren Einrichtungen im len (331) oder den Stadtbibliotheken in München und theken, die ein „bedeutender Einfluss- und Kulturfak- über Lektüre und Information Integrationsangebote
ländlichen Raum. Daneben ist ein Ost-West-Gefälle be- Frankfurt a. M. (je um 120) bilden die Ehrenamtlichen tor“ sind, wie es die Empfehlungen „Kunst in NRW“ und -chancen in allen Lebensaltern erhalten.
merkbar. Während in den alten Bundesländern ehren- bereits eine stattliche Gruppe. aus dem Jahre 2008 formulieren. In diesem Text, des- Die Enquète-Kommission des Deutschen Bundestages
amtliche Unterstützung heute fast die Regel zu sein Aus BIS. Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen. Nr. 4 sen Aussagen zur Literatur der beste Teil sind, wird „Kultur in Deutschland“, die 2007 einen umfassenden
scheint, sind die neuen Bundesländer mit ihren besonde- Zitat aus "Weit mehr als ein Notbehelf" von Achim Bonte. auch über die Fehleinschätzung bibliothekarischer Bericht zum kulturellen Leben in Deutschland vor-
Aufgaben durch Öffentlichkeit und Politik geklagt. legte, hat eine Reihe von Empfehlungen für die Wei-
18 K ul tu r a r b e i t 4/2010 4/2010 K u l t u r arb e i t 19

terentwicklung des Bibliothekswesens gegeben. Das lichen Engagements“ lautete der Titel des umfänglichen und Bildungseinrichtungen anzuregen, ist Ziel einer
bezieht sich nicht allein auf Bibliotheksgesetze und Prof. DDr. Thomas Sternberg MdL ist Direktor der Textes, der auch die Büchereiarbeit streift. Dort wird auf modernen Kulturpolitik. So werden die Büchereien ge-
-entwicklungspläne, sondern auch ihre konsequente kath. Akademie Franz Hitze Haus in Münster und die Unterscheidung von Spenden für Einrichtungen stärkt in ihrer Funktion als Bildungsträger mit größter
Einstufung als Bildungseinrichtungen. Ein Nachteil Kulturpolitischer Sprecher des ZdK. Kardinal-von- und Aktivitäten in Geld oder Zeit gesprochen. Wäh- Breitenwirkung. Für die KÖBs in Pfarrgemeinden, die
der Ausbildung eines eigenen Politikfeldes „Kultur“ ist Galen-Ring 50, 48149 Münster, sternberg@bistum- rend die eine Seite das Spenden von Geld für Anschaf- von Auflösung oder Zusammenlegung betroffen sind,
ja deren Abtrennung von der Bildung im weitesten muenster.de fungen und in Fördervereinen ist, ist es zum anderen kann die öffentliche Förderung auch bedeuten, dass
Sinne. Die Kommission hat das Augenmerk der kultur- der große Zeiteinsatz der Mitarbeiter ehrenamtlicher sie nicht mehr unmittelbar von der Pfarrgemeinde,
politischen Öffentlichkeit auch auf die Leistungen der Einrichtungen nicht zuletzt zur Lesevermittlung (S. 79 sondern von einem Verein betrieben werden. Der Be-
kirchlichen Arbeit in diesem Feld gelenkt. – 81). Übrigens stellt der Bericht eine deutlich höhere richt der Enquète von 2002 formuliert: „Eine weitere
Vereinbarungen in eigenen Kommunen, in denen eine Neigung zu ehrenamtlichem Einsatz unter kirchlich ge- und häufig neuere Variante sind die Bürgervereine und
Einstufung als Bildungseinrichtung kirchliche Bücherei Aufgaben einer kommunalen (Orts- bundenen Menschen fest (S. 82). Er konstatiert über die Zusammenschlüsse, die in Einrichtungen wie Museen,
teil-)Bibliothek übernimmt. Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in Bibliotheken oder Schwimmbädern durch ihr bürger-
Für Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung auf der Kulturarbeit: „Nachdem in den letzten Jahren zu- schaftliches Engagement den Betrieb aufrechterhal-
Antrag der CDU/FDP-Fraktionen (Drs. 14/6319: "Bibli- Interessanter Vergleich nächst einige Vorbehalte unter den hauptamtlichen ten.“ (S. 27). Bibliotheksgesetze der Länder sollen dazu
otheken als Orte der Bildung stärken – Bibliotheks- Mitarbeitern überwunden werden mussten, öffnen sich beitragen, dass dies möglich gemacht wird durch die
landschaft in Nordrhein-Westfalen analysieren") eine Die 396 Kommunen des Landes haben 286 Biblio- viele kommunale Kultureinrichtungen derzeit zuneh- Förderung für alle Büchereien, unabhängig von Größe
Untersuchung über das öffentliche Bibliothekswesen theken in kommunaler Trägerschaft, nur 199 eine der mend für bürgerschaftliches Engagement.“(S.81) Gera- und Trägerschaft, für haupt- und ehrenamtlich betrie-
durchgeführt, die eine inzwischen veraltete Erhebung ersten Stufe und 18 der zweiten Stufe. Aber 328 Ge- de hierin liegen wichtige Zukunftsaufgaben, die Paral- bene gleichermaßen. So kann man auf der Seite öffent-
aus dem Jahr 1973 ersetzt hat. Zwar hat das Land NW meinden haben mindestens eine kirchliche Bücherei lelen in ähnlichen Prozessen im sozialen Bereich ha- licher Kulturpolitik dazu beitragen, eine wichtige Kul-
schon immer Bibliotheken gefördert, aber in den nur 68 haben keine. Ausschließlich kirchliche Büche- ben: auf der Seite der Hauptamtlichen Anerkennung turarbeit mit großer Breitenwirkung zu erhalten. &
neunziger Jahren das Hauptaugenmerk auf die Erwei- reien haben 102 Gemeinden. Insgesamt summieren und Kooperationsbereitschaft, auf ehrenamtlicher die
terung des Medienbestandes gelegt und schließlich bei sich die kirchlichen Büchereien auf 1.545 in NRW. Ein Bereitschaft zu Qualifikation, Fortbildung und Vernet-
drastischer Senkung der Mittel ganz auf Projektförde- Blick auf die Leistungsdaten: Während eine kommu- zung. Dazu bedarf es finanzieller Mittel, auch öffent-

Bild: ©Fotolia
rung umgestellt. In den Jahren 2006 bis 2010 wurden nale (professionell besetzte) Bücherei im Schnitt licher Zuwendungen, die unabhängig vom Träger an
diese Summen zwar vervierfacht, aber die Frage nach 31.000 Medieneinheiten haben, sind es bei den kirch- die Einrichtungen gezahlt werden sollen, die an be-
der angemessenen Verteilung zur Sicherung der Infra- lichen nur 4.100. Und auf die 71 Millionen Ausleihen stimmte Qualitätsanforderungen im Blick auf Medien-
struktur bleibt offen und soll in einem Bibliotheksge- der kommunalen kommen „nur“ 10,7 Millionen der bestand, Öffnungszeiten oder Fortbildungsbereitschaft
setz beantwortet werden. kirchlichen. Blickt man aber auf das ehrenamtliche gekoppelt werden, aber in NW weit entfernt von den
Die Untersuchung brachte zutage, dass nur 55% der Engagement, sehen die Zahlen ganz anders aus: wäh- Formulierungen der Stufe 1 aus dem 1973 sind.
Kommunen in NW eine Bibliothek nach dem zurzeit rend sich in den kommunalen Einrichtungen 1.800
noch geltenden Mindeststandart der Stufe I haben. Vor Menschen engagieren, sind es in den kirchlichen über Kulturelle Infrastruktur
allem auf dem Land fehlen kommunale Bibliotheken. 14.000. Nur 57 der eineinhalb tausend Büchereien
Besonders bezeichnend ist die Situation im Regierungs- sind hauptamtlich geführt. Die Ehrenamtlichen lei- Es geht dabei um die Sicherung der kulturellen Infra-
bezirk Münster, in dem ich zuhause bin. Dort haben sten über 1,3 Millionen Stunden Dienst für ihre fast struktur nicht nur des Landes Nordrhein-Westfalen,
nur 41% der Kommunen eine Bibliothek, gleichzeitig eine halbe Million Nutzer in Ausleihe, Beratung und das hier als Beispiel dient. Die Frage nach der Infra-
ist aber der Anteil der Büchereiversorgung hier am in über 20 Tausend Veranstaltungen jährlich. struktur lässt unabhängig vom Träger eine Vielfalt zu,
höchsten, denn unter Einbeziehung der katholischen Diese Ehrenamtlichen rekrutieren sich aus allen Al- die auch andere, freie Trägerschaften, auch öffentlich
und evangelischen Büchereien hat jeder Ort seine Bü- tersgruppen und mit langer Dauer der Tätigkeit. Vor zugängliche Schulbüchereien neben den professio-
cherei. Der Betrieb, so stellt der Bericht fest, wird mehr- allem sind die Ehrenamtlichen in diesem Bereich nellen kommunalen spiegelt. Diese untereinander zu
heitlich durch Ehrenamtliche aufrechterhalten. Der Frauen; die KÖB-Teams machen sie mit über 90 % zu vernetzen und Kooperationen mit anderen Kultur-
Vorteil davon sei die hohe Identifikation mit der Auf- einer Domäne weiblichen Engagements.
gabe und die Wohnortnähe der Mitarbeiter; ein Nach-
teil sei die Einschränkung in Öffnungszeiten und An- Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt
gebot. Nur in wenigen, beispielhaften Fällen sind die
Büchereien Teil eines vernetzten Systems von KÖBs un- Im Jahr 2002 legte eine andere Enquète-Kommission
tereinander, bzw. in Zusammenarbeit mit anderen Bü- des Deutschen Bundestages einen Bericht vor, der sich
chereien. Zukunftsweisende Modelle sind vertragliche mit dem Ehrenamt befasst. „Zukunft des bürgerschaft-
Bild: ©Fotolia
20 4/2010 4/2010 Co ac hi ng 21

- Interventionen bei Krisen in der Zusammenarbeit,


- Umgestaltung von Teams und deren Aufgaben- Sonja Bluhm ist Diplom-Bibliothekarin, tfTZI-Grup-
feldern sowie penpädagogin und arbeitet selbstständig als Refe-
- Auffrischung und Wiederbelebung des Teamgeistes. rentin und Trainerin in Würzburg: www.bluhm-bil-
dung.de. Sie ist Gast in der Aus- und Fortbildungs-
Coachs im Büchereibereich konferenz beider Büchereiverbände und Mitglied im
Sachausschuss lV – Bildung der bv.-Fachkonferenz.
Der Begriff Coach ist in Deutschland nicht geschützt.
Die Ausbildungsmöglichkeiten und Dachverbände sind
vielfältig und unübersichtlich. Dies macht die Auswahl
eines passenden Coachs oftmals schwierig. Ein guter 5. Transfer: Aufwand, Einwände und Risiken prüfen,
Coach sollte über vier Grundkompetenzen verfügen: Umsetzung konkretisieren, Realisierung von Lösungs-
1. Selbstkompetenz: Coachs sollen gut mit sich selbst wegen
umgehen können. 6. Abschluss- und Evaluationsphase: Auswertung,
2. Beziehungskompetenz: Coachs müssen professio- Überprüfung der Zielerreichung, Verabschiedung,
nelle Beziehungen herstellen und gestalten können. evtl. Dokumentation (nach Maren Fischer-Erp: Coa-
3. Methodenkompetenz: Coachs brauchen ein solides ching: Miteinander Ziele erreichen, rororo, 2008).
fachliches und methodisches Wissen.
4. Begründungskompetenz: Coachs sollen das, was sie Da der Coaching-Prozess anstrebt, die Komplexität

„Wir sind besser, als wir glauben!“


tun, aus theoretischen Konstrukten ableiten und be- menschlicher und institutioneller Verflechtungen und
gründen können (nach Kurt F. Richter: Coaching als Hintergründe über alle Sinne begreifbar zu machen,
kreativer Prozess, Vandenhoeck & Ruprecht, 2009). müssen die angewandten Methoden flexibel, prozess-
Coaching für Büchereiteams Ein Coach muss daher nicht zwangsläufig Kenntnisse und teilnehmerorientiert sowie kreativitätsfördernd
über das Arbeits- und Themenspektrum des Klienten und aktivierend sein. Dies allein reicht jedoch nicht
besitzen. Für Coachs ist es häufig von Vorteil, wenn aus. Grundvoraussetzung ist eine offene und wert-
Son ja B luh m Im Coaching werden z.B. folgende Aspekte mit Blick ihnen die Welt ihrer Klientel, also z.B. der (katho- schätzende Grundhaltung sowie die Dialogfähigkeit
auf die einzelnen Personen wie auf das gesamte Team lischen) Büchereiarbeit, nicht völlig fremd ist. des Beraters. Je nach Coach und dessen Profil fließen in
Manchmal ist Sand im Getriebe eines Teams. Alle tun ihr behandelt: das Coaching Methoden und Ansätze aus z.B. Supervi-
Bestes, aber gut wird es trotzdem nicht. Projekte werden Phasen und Methoden sion, Gestalttherapie, Themenzentrierter Interaktion
nur mühsam umgesetzt, neue Ideen fehlen und viel Zeit Einsatzmöglichkeiten und Ziele (TZI), systemischer Beratung, Kreativitätskonzepte, Er-
wird mit Ärgern vertan. Woran liegt es? Was lässt sich da- Vom Finden eines Coachs bis zur Zielerreichung durch- lebnispädagogik, NLP, Psychodrama, Hypnotherapie
gegen tun? Wie lässt sich die Zusammenarbeit eines Teams - persönliche Standortbestimmung, läuft jeder Beratungsprozess bestimmte Phasen, die un- mit ein. Wie sehen Coaching Prozesse in der katho-
so verbessern, dass optimale Ergebnisse mit möglichst ge- - Entwicklung von Visionen und Formulierung von terschiedlich ausgeprägt sein können. In der Literatur fin- lischen Büchereiarbeit aus? Anhand von drei Beispie-
ringer Anstrengung erreicht werden? Zielen (z.B. wenn es um die Zukunftsfähigkeit der den sich verschiedene Abstufungen und Begrifflichkeiten. len aus der Büchereipraxis sollen Einsatzmöglichkeiten
KÖB geht), auch für kleine Büchereiteams aufgezeigt werden.
Coaching ist eine bewährte Methode, um die Kräfte - Unterstützung beim Leitbildprozess, 1. Auftragsklärung: Was ist der Auftrag? Was sind die
eines Teams freizusetzen und zu entwickeln. Es um- - Entwicklung geeigneter Problemlösungs- und Um- Ziele? Wer ist beteiligt bzw. wer ist Auftraggeber? Was Beispiel 1 „Zukunftsfähigkeit“
fasst alle Maßnahmen der Hilfe zur Selbsthilfe in be- setzungsstrategien (z.B. Mitarbeitergewinnung), wurde bisher unternommen? Welche Rahmenbedin-
ruflichen aber auch privaten Rollen – und damit auch - Analyse und Weiterentwicklung des eigenen Verhal- gungen liegen vor? „Quo vadis Büchereiarbeit? Die KÖBs im Dekanat Er-
im Ehrenamt. Bekannt wurde der Begriff durch den tens (z.B. Integration neuer Mitarbeiter, Neuorganisa- 2. Kontakt und Orientierung: Entwickeln einer Ar- bach/Odenwald auf dem Weg in die Zukunft“, so hieß
Sport als Bezeichnung für die Beratung, Betreuung und tion des Teams), beitsbeziehung, Diagnose, Feinabstimmung der Ar- das Projekt, mit dem das Bistum Mainz ganz neue
Motivierung von Leistungssportlern. Coaching ist eine - Rollenklärung und Positionsbestimmung in (schwie- beitsschritte Wege beschritt. Der Startschuss fiel am 25.9.2008 beim
Kombination aus individueller, prozessbegleitender rigen) Entscheidungssituationen (z.B. bei der Zusam- 3. Situation und Ziele: Bearbeiten von Schwierig- Dekanatsarbeitskreistreffen, bei dem sich sechs Büche-
Beratung, zielorientierter Anleitung, persönlichem menlegung von Pfarreien), keiten und Blockaden; Reaktivieren von Ressourcen, reiteams bereiterklärten, sich ein Jahr zusammen mit
Feedback und praxisorientiertem Training. Der Prozess - Bewältigung des Arbeitsalltags (z.B. Einführung von EDV), Erarbeitung von Lösungswegen, Priorisieren einem Coach auf den Weg zu machen.
ist ergebnisoffen und kann je nach Büchereiteam und -Teambildungsmaßnahmen (z.B. bei der Neugrün- 4. Lösungen: Ressourcen nutzen, Lösungsideen sam- An drei Samstagen (pro Team) und zwei Abendtermi-
Situation vor Ort völlig unterschiedlich ablaufen. dung einer Bücherei/eines Büchereiteams), meln und -optionen prüfen nen (mit allen sechs Teams) in Begleitung des Coachs
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22 C oa c h i n g 4/2010 BiblioTheke
4/2010 4/2010 23

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Bild: ©Fotolia
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itte!
Unter dieser Überschrift hat die Redaktion Bibliotheke Bü-
chereimitarbeiter um ihre Aussagen gebeten. Denn: Katho-
erstellten sie eine Ist-Stand-Analyse, identifizierten Pro- Abschlusstreffen am 19.11.2009. Für das Dekanat Er- lische Büchereiarbeit ist ohne die ehrenamtlichen Mitarbei-
bleme und Ursachen, definierten Ziele, an deren Um- bach/Odenwald ist eine Follow-Up-Veranstaltung ter/innen nicht vorstellbar. Warum engagieren sich so viele
setzung dann gearbeitet wurde und werteten den Pro- nach ca. einem Jahr geplant; außerdem soll das Projekt Menschen offensichtlich gerne? Ihre zahlreichen Antworten
zess aus. Zwischen diesen begleiteten Zusammenkünf- in eine Regelmaßnahme münden, die grundsätzlich al- sagen es uns. Herzlichen Dank dafür!
ten trafen sich die Teams in Eigenregie. Je nach Team, len KÖBs im Bistum Mainz bei Bedarf zur Verfügung
Zeitkontingent und Bedarf arbeiteten sie unterschied- gestellt wird.
lich häufig selbstständig an ihren Fragestellungen und
Zielen weiter. Der Prozess war völlig ergebnisoffen, das Beispiel 2 „Vernetzung“ ...weil ich andere mit meiner Begeisterung für Bücher ...weil ich sowieso von meiner Freizeit einen Teil verschen-
heißt, die Fachstelle Mainz hatte lediglich das Thema und fürs Lesen anstecken möchte! ken wollte, war ich nicht mehr nur Leserin sondern auch
„Zukunftsfähigkeit“ gesetzt – die Ausgestaltung und „Nur was sich ändert, bleibt. Die KÖBs der Pfarrei St. Anja Wacker, Leitern KÖB Geilenkirchen-Lindern Mitarbeiterin in der KÖB. Die Arbeit in unserem 3Genera-
was das im konkreten Fall bedeutet, lag bei den einzel- Marien auf dem Weg in die Zukunft“, ist ein anderes tionenteam (14 Mitarbeiter/innen von 13 - 57) macht en-
nen Büchereiteams. So kristallisierten sich nach dem Beispiel aus dem Bistum Münster. Durch Pfarreizusam- ...weil ich Kontakt mit Menschen habe, unser Team super ist, orm Spaß. Es hat sich automatisch ergeben, dass Leser/
ersten Tag u. a. folgende Hauptthemen und Ziele he- menlegungen werben unter dem Dach der Pfarrge- und weil es auch einfach mein Selbstbewusstsein hebt. Der innen unterschiedlichen Alters auch unterschiedliche Mit-
raus: Mitarbeiter- und Lesergewinnung, Optimierung meinde St. Marien fünf KÖBs und eine EÖB um die Umgang mit Büchern ist für mich lebensnotwendig. Die arbeiter/innen gezielt ansprechen. In unserem großen
der Leserberatung, Raumerweiterung, finanzielle Plan- Gunst der Leser/innen. Problem? Herausforderung? Fortbildungsmöglichkeiten sind auch nicht zu verachten. Team haben wir auch immer wieder neue Ideen, Leute
barkeit, Team und Kommunikation, Lobbyarbeit. Chance? Damit erst gar keine Probleme entstehen und Claudia Kampers, KÖB St. Dionysius, Kleinenbroich zum Thema LESEN anzusprechen: Aktionen mit der Schu-
Ziel des Coaching war es, die Büchereiteams zu befähi- möglichst viele Chancen aus dieser neuen Situation le, KiGa, Vorleseabende usw. Es macht Spaß!
gen, die Themen selbst in die Hand zu nehmen, den entstehen und genutzt werden, unterstützte das Offizi- ...weil ich um die Bedeutung des Lesens weiß und weil ich Rita Torka, KÖB St. Gertrud, Leimersheim
Lösungsweg zu definieren und diesen Schritt für Schritt alat Vechta diesen Prozess mit finanziellen Mitteln vor allem Kindern den Zugang zu guter Literatur vermit-
umzusetzen. Die Auswertung am Ende des Jahres und engagierte einen Coach. An zwei Tagen widmeten teln möchte.
zeigte, dass dies zum Großteil gelungen ist, denn ca. sich 20 Büchereimitarbeiter/innen den Fragen, wo Indi- Renate Schäfer, seit 30 Jahren in der KÖB Walsdorf
1/3 der Aufgaben wurden zu mehr als 75% umgesetzt, vidualität und Abgrenzung angezeigt ist und wo es da-
ein weiteres Drittel zu 50%; die übrigen Themen sind gegen Zusammenarbeit und Kooperation braucht, um ...weil ich ein Teil der Öffentlichkeit bin und mich die Kin-
in Arbeit bzw. hängen noch von Faktoren ab, die das in Zukunft bestehen zu können. Gemeinsam mit dem der auf der Straße, als Büchereifrau ansprechen.
Büchereiteam alleine nicht beeinflussen kann (z.B. Coach erarbeiteten die Teams ein Profil ihrer Bücherei, Dietlinde Leins, KÖB Christ König, Mannheim-Wallstadt
Raumerweiterung). Konkrete Ergebnisse waren die Ge- benannten Charakteristika und Schwerpunkte, identifi-
winnung von acht neuen Mitarbeiter/innen in einer zierten Lücken und Ausbaufähiges und prüften, was ...weil die Bücherei ein Treffpunkt für
KÖB, Konzepte zur Mitarbeitereinarbeitung, die regel- sich durch Kooperation vereinfachen und bündeln ließ. Alt und Jung in der Gemeinde ist und
mäßige Teilnahme an PGR-Sitzungen, eine Entlastung In Zukunft soll es regelmäßige Treffen und klare Abspra- ich gerne mit Menschen ins Gespräch
der Büchereileiterin durch die Umverteilung der Auf- chen und Aufgabenverteilung geben, damit „das Rad komme.
gaben im Team, Bewerbung neuer Zielgruppen, krea- nicht zweimal erfunden wird“, wie eine Teilnehmerin Gaby Luy, Mitglied des Leitungsteams,
tive PR-Ideen, Teilnahme an BASIS 12- und BVS-Schu- treffend feststellte. KÖB St. Laurentius, Koblenz-Moselweiß
lungen, um nur einige zu nennen. Erfreulich ist, dass
der Transfer ins gesamte Büchereiteam gelang, auch Beispiel 3 „Weiterentwicklung“ ...um Kirche als weltoffen, weltzu- ...weil unsere Bücherei mitten im Fa-
wenn nicht immer alle Teams vollständig zu den Tref- gewandte Institution aufzuzeigen. milienzentrum liegt, so dass wir durch
fen erscheinen konnten. „Neukonzeption und Weiterentwicklung der Patien- ...um mein Rentnerdasein mit verschiedene Aktionen die Kinder an
„Unser Team ist selbstbewusster geworden.“, „Wir sind tenbibliothek Maria Heil der Kranken an den Unikli- einer weiteren sinnvollen Gestal- Bücher und Lesen heranführen und
besser, als wir glauben.“, „Der Teamzusammenhalt niken Münster“ lautete der Auftrag der Katholischen tungsmöglichkeit zu füllen. weil wir in unserer KÖB so "kunden-
wurde gestärkt“, so lauten die Erkenntnisse aus den Klinikseelsorge. Anlass war die Reduzierung der be- Alfons Allkemper, KÖB freundlich" arbeiten können.
Büchereiteams. „Solches Coaching sollte allen Büche- zahlten Arbeitszeit durch die Pensionierung einer lang- St. Bartholomäus, Heitersheim Dagmar Matern, Büchereileitung
reien ermöglicht werden“, so eine Teilnehmerin beim jährigen Mitarbeiterin. Zwar konnten einige Stunden KÖB St. Paulus, Bonn
Lesen Sie weiter auf S. 27
BiblioTheke
24 4/2010 4/2010 4/2010 25

re n amt …
Eh
...weil ich gerne lese und eine Vorliebe für Bücher habe.
tig
Mein ir w ich
...weil ich mich freue, junge Leser beraten zu können.

ist m
...weil ich so ein bisschen zum Guten in der Welt
beitragen kann.
...weil die Tätigkeit in der Bücherei – wenn viele mitma-
chen – sich auf viele Schultern verteilt und ich es neben
Familie und Beruf ausüben kann.
...weil ich den Umgang mit Menschen jeden Alters,
Büchern und anderen Medien liebe.
...weil ich die Arbeit in der Bücherei als Bereicherung ...weil unsere Arbeit eine Bereicherung für die Gemeinde ...weil es mir Spaß macht und mehr „zurückkommt“,
empfinde und sie einfach gerne tue. So manches Talent ist und weil wir Kirche lebendig machen. als ich je „geben“ könnte.
habe ich dabei, auch an mir, entdeckt. Meine Freude an Das Büchereiteam, KÖB Mudersbach ...weil soziales Engagement gern in Bewerbungen
der Literatur kann ich direkt mit anderen Menschen teilen gesehen wird.
und auch weitergeben. ...weil ich dadurch eine Abwechslung zu Haushalt
Sieglinde Clasen, KÖB St. Cornelius, Pulheim und Familie habe.
...weil ich dadurch Anerkennung von anderen Menschen
...weil ich vor allem Familien mit Kindern die Möglichkeit erfahre.
eröffnen möchte, Bücher und andere Medien kennen zu ...weil es Spaß macht, sich in die Gemeinschaft
lernen, zu denen sie ansonsten keinen Zugang fänden. einzubringen.
Richard Luxen, KÖB St. Vinzenz, Kelberg ...weil mir im gehobenen Alter mehr Zeit für soziales
Engagement zur Verfügung steht.
...weil ich es dadurch ermöglichen kann, dass die Einwoh- ...weil auch das Einbinden, Aufräumen und Sortieren
ner unseres Dorfes ohne finanzielle Belastung Bücher der viel Spaß macht.
verschiedensten Arten lesen können. Gleichzeitig bietet ...weil ich gerne mit Menschen Kontakt habe.
die wöchentliche Öffnungszeit gerade älteren Menschen ...weil man Leute kennenlernt, mit denen man sonst
die Möglichkeit, sich regelmäßig zu treffen und soziale keinen Kontakt haben würde (jung trifft auf alt und
Kontakte zu pflegen. umgekehrt).
Luise Krämer, KÖB Kreuzerhöhung, Schmelz Die Büchereiarbeit ist in unserer Pfarrei ein wichtiges In- ...weil man die Gemeinde unterstützt (ohne ehrenamt-
strument, wo sich jung und alt begegnen. Vor allem jun- liche Helfer gäbe es die Bücherei nicht!).
...weil es mich und andere Menschen glücklich macht. ge Familien kommen immer wieder nach dem Gottes- ...weil Bücher Kulturgut sind.
Dies sagen Claudia, Sabine, Elke, Cornelia, Ingrid, dienst am Sonntag und bedienen sich an unserem vielsei- ...weil ich meine Freude an Büchern mit anderen
Christine, Ute und Ursula aus der KÖB St. Peter, Merzig tigen Angebot. Nicht nur daher ist dem Büchereiteam die Leuten teilen kann.
ehrenamtliche Arbeit auch sehr wichtig. Es macht uns im- ...weil Büchereiarbeit Entspannung und Abschalten
mer wieder Freude zu sehen, wie wir die Kinder an das vom Alltag bedeutet.
Lesen heranführen können. Es ist uns wichtig, dass wir ...weil mir die Mitarbeit in der Bücherei zu Beginn
...weil ich in der Bücherei - weg von der stereotypen uns immer wieder in der Bücherei treffen, um Bücher ein- meiner Arbeitslosigkeit das Gefühl gab, dass ich doch
Hausfrauentätigkeit - die Möglichkeit habe, viele inte- zubinden und uns auszutauschen. Bei der Aktion: "Ich bin gebraucht werde.
ressante Menschen aller Alterstufen zu treffen und vor Bibfit" arbeiten wir intensiv mit unserer Kindestagesstätte Das Team der KÖB St. Andreas, Korschenbroich
allem wieder mit Kindern zu arbeiten bei Bibfit, Lese- zusammen. Es freut uns ebenfalls, bereits Kinder im Vor- -
kompass oder beim Bilderbuchkino. Und obwohl ich schulalter an das Lesen heranführen zu können und wir
evangelisch bin, fühle ich mich in unserer KÖB außer- bekommen dadurch auch neue Leser. Die Arbeit mit dem
ordentlich wohl! Büchereiträger empfinden wir als positiv. Jährlich füllen
Barbara Schwend wir unseren Bestand aus der Ergänzungsbücherei Trier
...weil ich in der Bücherei mein Interesse an Literatur und nehmen an verschiedenen Kursen teil. Kompetente
und den Kontakt mit Kindern, jungen Müttern, Vätern Mitarbeiterinnen stehen bei Fragen stets zur Verfügung.
und Senioren in einer für mich erfreulichen Weise pfle- Die Büchereiarbeit macht dem Team der KÖB St. Maria
gen kann. Ganz wichtig ist für mich auch die gute und Magdalena in Horhausen rundum viel Freude!
hilfsbereite Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen. Das Team v.l.n.r. Oben: Sabine Schmidt-Kefferpütz, Yvon-
Ursula Tostes ne Halfar, Maria Menzenbach, Christina Meffert. Unten:
Mitarbeiterinnen aus der KÖB Im Alten Rathaus, Martina Menzenbach, H. Kamp, Gabi v. Schoenebeck, Pa-
Pulheim Brauweiler stor Peter Strauch, Ursula Groß.
BiblioTheke
26 4/2010 4/2010 4/2010 Co ac hi ng 27

e n amt
i n Ehr chtig … umgewandelt und eine Personalstelle aufgestockt wer-
e
M i r wi
den, dennoch fehlten wichtige Stunden – gerade für die Hinweise auf Coachs, die bereits auf Erfahrungen in

ist m Ausleihe auf den Stationen. Hinzu kommen generelle der Büchereiarbeit zurückschauen:
Veränderungen im Krankenhausalltag (Stichwort „ver- Sonja Bluhm, Dipl.-Bibl., tfTZI-Gruppenpädagogin,
...weil es Spaß macht in einem gut funktionierenden Team, wie es
kürzte Liegedauer“), die geplante Umstellung der Bibli- Würzburg, www.bluhm-bildung.de
bei uns der Fall ist, zu arbeiten. Es macht besonders viel Spaß da wir
othek auf EDV-Verwaltung und der anstehende Neu- Barbara Gellermann, Dipl.-Theol., Supervisorin
sowohl Erwachsene als auch viele Kinder bzw. Jugendliche für Bü-
bau eines Klinikkomplexes. Die veränderten Rahmen- (DGSv), Hamm, gellerhotte@gmx.de
cher begeistern können und daher einen großen Leserstamm ha-
bedingungen ergaben genau den richtigen Zeitpunkt, Christine Maurer, Gestalttherapeutin, Supervisorin,
ben. Zurzeit erfahren wir durch den Büchereiträger noch eine gute
um sich Gedanken zur Zukunftsfähigkeit und Neuaus- Heppenheim, www.copenet.de
Unterstützung.
richtung der Bibliothek im Krankenhaus zu machen. Meinhard Motzko, Diplom-Sozialwissenschaftler und
Eleonore Bülles für das Team der KÖB St. Willibord Würselen-Euchen.
Zusammen mit dem ganzen Büchereiteam (2 haupt- Qualitätsmanagement- Auditor (TÜV), Bremen,
amtliche Bibliothekarinnen und 1 hauptamtliche Assi- www.praxisinstitut.de/motzko/index.html
stentin) analysierte der Coach an zwei Tagen die Situa- Ludwig Weitz, Organisationsberater, Trainer, Coach,
tion, erarbeitete mit Hilfe von Visionsarbeit Leitlinien Bonn, www.vision-bonn.de
...weil ich gerne Kontakt mit Menschen jeden Alters habe
für die Bibliothek und entwickelte einen „Fahrplan“
und das Kulturgut Buch erhalten möchte und weil ich
zur selbstständigen Weiterarbeit an den Zielen und Sie suchen für Ihre Entwicklungsarbeit einen Coach?
hauptsächlich jungen Menschen (Kinder/Jugendliche)
Konzepten. Ausgangsfragen dabei waren: Was wollen Fragen Sie Ihre Fachstelle.
vermitteln möchte, dass kein Computer und kein Fernse-
wir leisten? Was können wir (künftig) noch leisten? Er-
her das Buch als Entspannungs- und Informationsquelle
staunt war nach zwei Tagen intensiver Arbeit im Dach-
ersetzen kann.
stübchen des Pfarrhauses nicht nur die Leiterin: „Ich
Judith Wagner
hätte nie gedacht, dass wir so weit kommen werden.“ mische Schulungen für Büchereileiter oder die Arbeit
Auch Team und Coach waren von der Quantität und mit dem ganzen Team sollten daher selbstverständ-
...weil es eine Möglichkeit ist, die Welt ein kleines bisschen
Qualität der Ergebnisse positiv überrascht und sind licher Bestandteil der Aus- und Fortbildungsangebote
besser zu machen.
sehr zuversichtlich, dass sich die selbst gesetzten Ziele der Fachstellen werden. Meine Coaching-Erfahrungen
Anja Höhne
mittel- und langfristig erfolgreich umsetzen lassen. – nicht nur bei diesen drei Beispielen – sowie meine
langjährige Erfahrung in der Fachstellenleitung ma-
…um viele Leute zum Lesen zu verführen.
Fazit chen mir eines immer wieder deutlich: je früher den
Doris Nuß
Bücherei-Teams Angebote für die „Hilfe zur Selbsthil-
Veränderungen sind in unserer schnelllebigen Gesell- fe“ gemacht werden, desto eher lassen sich Konflikte
... weil ich damit der Gemeinde meinen kleinen Beitrag
schaft an der Tagesordnung. Die Medien-, Veranstal- im Team vermeiden und Veränderungen meistern. Es
leisten kann. Erst nach einem deutlichen Einschnitt wird
tungs- und Serviceangebote in den Büchereien sind ein ist völlig klar, dass Fachstellen nicht jedes Bücherei-
bewusst, wie kostbar das Leben doch ist. Dadurch wird
wichtiger Gradmesser für die Bedürfnisse der Men- Team in jeder Situation adäquat unterstützen und be-
man dahingehend wachgerüttelt, seine Kraft doch auch
schen in Deutschland. Das bedeutet, dass Büchereien gleiten können. Aufgabe der Fachstelle muss es aber
für andere einzusetzen.
ihre Angebote immer wieder hinterfragen und neu sein, die Ehrenamtlichen zu befähigen, die jeweiligen
Ralph Staudt
ausrichten müssen. Dies fällt im trubeligen Büchereial- Herausforderungen vor Ort alleine zu bewältigen. Ei-
ltag nicht immer leicht, selbst wenn der Blick über den nige Fachstellen setzen dafür die Absolventinnen des
...weil ich mir für den Ruhestand das Ehrenamt in der KÖB
Tellerrand von vielen kompetenten Mitarbeiter/innen Trainings „Gruppen kompetent leiten“ in ihrem Bis-
als sinnvolle Betätigung gewählt habe. Da ich tagsüber
gewagt wird. Darüber hinaus verändern sich auch die tum ein, um Teams bei Veränderungen zu unterstüt-
Zeit habe, kann ich mich auch bei Kindergarten- und
Büchereiteams selbst. Die „Ein-Frau-Bücherei“ gibt es zen. Andere Fachstellen bieten gezielt Fortbildungen
Schulklassenbesuchen einbringen. Nun bin ich 13 Jahre
vor allem im kirchlichen Büchereiwesen kaum noch; für Büchereileiter/innen an, zu Führungsverhalten,
dabei und wir sind wie eine große Familie.
hingegen sind Teams von 20 und mehr Ehrenamt- Kommunikationskompetenz, Motivationsfähigkeit u.
Gisela Botz
lichen längst keine Seltenheit mehr. Daher werden die ä. Themen. Wieder andere bieten entsprechende
Impressum Themen „Team, Leitung, Kommunikation und Grup- Workshops auf Diözesantagen an.
Das Team KÖB Ludwigshafen-Oggersheim. Zitat der Bücher- © Borromäusverein e.V.
pendynamik“ immer wichtiger. Es hat sich gezeigt, Möglichkeiten und Modelle gibt es viele – es muss
eileiterin Marianne Hack: Unser Team ist tatsächlich gut ge- Oktober 2010
redaktionbit@borromaeusverein.de dass viele Probleme und Themen gelöst werden kön- nicht immer gleich ein professioneller Coach sein, um
mischt mit Männern und Frauen von 17 bis 73 Jahren. www.borromaeusverein.de
nen, wenn neben der Fachberatung auch die „Bezie- die Kernaufgabe der Fachstellen – die Unterstützung
Bilder: privat
hungsberatung“ zum Tragen kommt. Gruppendyna- und Begleitung Ehrenamtlicher – zu erfüllen. &
Anpassungsfähigkeitauftretenausdauer
durchsetzungsvermögeneigenverantwor
28 4/2010 4/2010 K o mp e t e nz b i l anz 29
tungentscheidungsfähigkeitflexibilität
initiativekreativitätleistungsbereitschaft
selbstbehauptungselbststeuerungsorgfalt
verantwortungsbereitschaftausdrucksver
mögeneinfühlungsvermögenmotivation Vor fast 15 Jahren wurde von dem damaligen „Träger-
kommunikationsfähigkeitkonfliktmanage kreis Ehrenamt“ auch in Kooperation mit der Katho-
lische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) unter
http://www.dji.de

mentkritikfähigkeitteamfähigkeittoleranz dem Motto „Macht unsichtbare Arbeit sichtbar“ Erfas-


unter Projekte alphabetisch, Kompetenznachweis
– Lernen im sozialen Umfeld, Projekt-Ergebnisse
verhandlungsfähigkeitzuverlässigkeit sungsbögen für ehrenamtlich geleistete Arbeitsstun-
den entwickelt. Auf einem zweiten Bogen wurde die
(download) steht z.B. die im Text genannte
Kompetenzliste zur Verfügung.
analysefähigkeitbeurteilungsvermögen Art der Arbeit genauer benannt. Fast zeitgleich entwi- http://www.competences.info/ibak/cms/web-

delegierenkontrollierenkundenorientierung ckelte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)


die sog. „Familienbilanz“ – ein Versuch, in Kooperati-
site.php?id=/de/index/news/3051_buch.htm
"Identifizierung, Bewertung und Anerkennung in-
organisationsfähigkeitproblemlösefähigkeit on mit Arbeitgebern, Frauen bewusst zu machen, wel- formell erworbener Kompetenzen", kurz IBAK, heißt

risikobereitschaftstressbewältigung che Kompetenzen sie während der Familienarbeit er-


worben hatten und ihnen den Wiedereinstieg in das
das zweijährige europaweite Projekt, das auf dieser
Website vorstellt wird. Mit diesem Link geht es zum
belastbarkeitverändernzeitmanagement Berufsleben leichter machen sollte. Dies waren die er-
sten Gehversuche auf dem Gebiet
Artikel: Wie man Kompetenzen feststellen kann.
http://www.kab-muenster.de/index.
zukunftsfähigkeitumweltbewusstsein php?myELEMENT=202390
Und wie sieht es heute aus? Ehrenamtliches Engagement gestaltet die Gesell-
schaft und das persönliche Leben vieler Menschen.
Seit damals hat sich viel getan. Es gibt den Profil-Pass Engagement braucht, erhält und fördert Kenntnisse

Ganz schön kompetent


und andere Kompetenzerfassungsmethoden. Zudem und Fähigkeiten, die auch in Familie und Beruf
bieten mittlerweile alle Bundesländer Nachweismög- wichtig sind. Interessante Artikel und weiterführen-
lichkeiten zur Dokumentation der ehrenamtlich gelei- de Links.

Kompetenzbilanz steten Arbeit an. Seit gut acht Jahren wird dabei nicht
nur die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden im Eh-
renamt dokumentiert, sondern auch die für diese Ar-
http://www.kbe-bonn.de/fileadmin/Redaktion/
Bilder/Aktuelles/Stellungnahme_der_Weiterbil-
dung_DQR_final.pdf
Fähigkeiten und Qualifikationen aus dem Ehrenamt beit notwendigen Kompetenzen benannt und zertifi- Stellungnahme der Weiterbildung zum Deutschen
ziert. Beispielhaft ist hier der Landesnachweis NRW Qualifikationsrahmen (DQR) – ein Entwurf.
von 2002. In ihm werden die Arbeitsfelder und Tätig- http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de
Leoni H e iste r un d A nne C e b u l l a elle ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in katholischen keiten beschrieben, die Benennung von Erfahrungen Hauptseite zur vorgenannten Stellungnahme.
öffentlichen Büchereien (KÖB) sein könnte? Und wes- und erworbenen Kompetenzen/Qualifikationen bleibt http://www.spiegel.de/unispiegel/studi-
halb kann ein solches Stellenprofil für eine ehrenamt- freiwillig und ist aus heutiger Sicht ein Stück weit be- um/0,1518,646274,00.html
„Wir sind ein kleines, gut aufgestelltes Unternehmen, das liche Arbeit überhaupt so klar definiert beschrieben liebig. Im Landesministerium regelte eine Zulassungs- Ein Online Artikel zum Bewertungssystem.
im weitesten Sinne mit Bildung zu tun hat und Ihnen ein werden? stelle die Ausgabe der Nachweise unter Mitarbeit auto- http://www.die-bonn.de/projekte/laufend/pro-
neues Bestätigungsfeld bieten kann. Sie möchten Ihre Zeit Für uns, die wir uns ehrenamtlich engagieren, ist es risierter Verbände. jekt.aspx?id=579
sinnvoll nutzen, haben Spaß an Texten aller Stilrichtungen selbstverständlich, dies aus Freude an der Sache unent- Der ProfilPASS ist ein biographisches Instrument zur
haben, wollen Ihre Freude an allen Arten von Medien ger- geltlich zu tun. Meist ist uns nicht bewusst, dass wir in „Der Landesnachweis NRW ist Anerkennung und Feststellung von Kompetenzen, die auf unterschied-
ne mit anderen Menschen teilen? Dann sind Sie bei uns diesem Tätigkeitsfeld lernen, denn dieses Lernen ge- Gewinn für alle Freiwilligen, denn er eröffnet ihnen lichen Wegen erworben wurden.
richtig - wir erwarten von Ihnen Kontaktfreude, Aufge- schieht quasi nebenbei, ein Leben lang und an ganz die Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten und Qualifikati-
schlossenheit, Toleranz, Einfühlungsvermögen, Teamfä- unterschiedlichen Orten, z.B. in der Familie und/oder onen aus dem Ehrenamt für ihr berufliches Fortkom-
higkeit, Organisationstalent, Kreativität, Flexibilität, Mo- im freiwilligen Engagement. „Ehrenamtliche üben men zu nutzen. Der Landesnachweis macht die frei-
tivationstalent, Belastbarkeit, Kommunikationsfähigkeit, eine qualifizierte und qualifizierende Arbeit aus“, wird willige Tätigkeit öffentlich, sodass sie von Unterneh- Wie können diese Fähigkeiten erfasst werden –
Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung sowie die Fähig- heute in Deutschland häufig von Fachleuten des frei- men gewürdigt werden kann.“ (Broschüre „Gewinn was muss dazu beachtet werden?
keit, Familie, Beruf und Ehrenamt zu koordinieren.“ willigen Engagements verkündet. Nur – wie kann man für Alle. Landesnachweis NRW – Engagiert im sozia-
dieses Lernen und dessen Inhalte transparent machen Anpassungsfähigkeitauftretenausdauer
Damit aus Lernerfahrungen Kompetenzen werden, die
len Ehrenamt“ S. 8) Der Landesnachweis hebt die
Wer wird hier gesucht? Manager für die Führungsetage
eines Weltkonzerns, eine Hausfrau oder ein Hausmann
und auf einem möglichst unkomplizierten Weg er-
schließen? In den vergangenen Jahren wurden dazu
durchsetzungsvermögeneigenverantwor
ich in verschiedenen Situationen immer wieder einset-
Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Ehrenamt nicht
zen kann, muss ich mir diese Erfahrungen bewusst
auf, aber macht sie durchlässiger für den Kompetenz-
oder Lehrkräfte in Bildungseinrichtungen? Überrascht Instrumente entwickelt, die die Erfassung dieses Ler- tungentscheidungsfähigkeitflexibilität
machen, sie benennen und mich ihrer vergewissern.
transfer, so Dr. Christine Vollmer am 16.3.2002
es Sie, dass dies die „Stellenbeschreibung“ für potenti- nens möglich machen.
initiativekreativitätleistungsbereitschaft
Mit der Entwicklung der „Kompetenzbilanz aus Frei-
beim FrauenRat NW.“

organisationsfähigkeitproblemlösefähigkeit
selbstbehauptungselbststeuerungsorgfalt
Anpassungsfähigkeitauftretenausdauer
durchsetzungsvermögeneigenverantwor
30 4/2010 4/2010 K o mp e t e nz b i l anz 31
tungentscheidungsfähigkeitflexibilität
initiativekreativitätleistungsbereitschaft
selbstbehauptungselbststeuerungsorgfalt
verantwortungsbereitschaftausdrucksver
mögeneinfühlungsvermögenmotivation
willigen-Engagement“ durch das Deutsche Jugendin- Ehrenamt erworbenen Fähigkeiten, Kenntnisse und jeder Ehrenamtliche seine biographischen Lernorte,
kommunikationsfähigkeitkonfliktmanage
stitut München (DJI) Mitte 2006 wurde die Kompeten-
zerfassung zielgerechter, weil sie eine systematische
Leoni Heister, seit 1994 ehrenamtliche Leiterin der
KÖB Biebesheim, kirchliche Büchereiassistentin,
Kompetenzen. Und ehrenamtliches Tun ist ein eigen-
ständiger Lernort. Ehrenamtliche, die sich aus Freude
besonders die im Verein/Verband, in Initiativen/Pro-
jekten und sonstigem freiwilligen Engagement wahr-
mentkritikfähigkeitteamfähigkeittoleranz
Erfassung vor gibt. Ein Beispiel: freiberufliche Referentin in der Büchereiarbeit, Re- selbstverständlich einbringen, denken daran am aller- nimmt und benennt. Und für alle, die sich weiterge-

verhandlungsfähigkeitzuverlässigkeit
1. Auflistung der Art der Tätigkeit: Leiten.
zensentin für den Borromäusverein und arbeitet im
SA lll - Büchereiarbeit in Kirche und Gesellschaft
wenigsten. Vielleicht ist dies der Grund, warum es
nach wie vor schwer ist, diese neue Perspektive im Eh-
hend informieren möchten – die nachstehenden
Links bieten eine Fülle von Informationen rund um
analysefähigkeitbeurteilungsvermögen
2. Was tue ich dabei: Entscheidungen treffen, Info der bv.-Fachkonferenz mit. renamt zu verankern, unabhängig von der Verwen- das Thema „Kompetenzen aus ehrenamtlichem Enga-

delegierenkontrollierenkundenorientierung
weitergeben, andere motivieren.
3. Gelernt habe ich: neue Wege zu gehen, in Struk- Anne Cebulla freiwillig engagiert im Diözesanrat-
dung der erfassten Dokumentation. Wichtig ist, dass gement“. &

organisationsfähigkeitproblemlösefähigkeit
turen zu denken, andere zu begeistern.
4. Aus meinen Lernerfahrungen habe ich folgende
vorstand des Bistums Essen seit 2002, Sprecherin
eines Sachausschusses, Delegierte im ZdK, seit
risikobereitschaftstressbewältigung
Kompetenzen erworben: für eine Überzeugung 2003 Mitarbeit als Delegierte der kfd Bundesver-
belastbarkeitverändernzeitmanagement
begeistern, Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Kreativität. band in der Arbeitsgruppe 2 "Bildung und Qualifi-
zierung" des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches
zukunftsfähigkeitumweltbewusstsein
Grundlage für deren Erfassung ist eine „Liste der mög- Engagement.
lichen Kompetenzen und was darunter zu verstehen
ist“ vom DJI. Nach einer Selbsteinschätzung kann die-
se anderen vorlegt werden, um eine Objektivierung
durch eine Fremdeinschätzung zu erreichen. Danach
können Kompetenzen, die mir persönlich wichtig
sind, z.B. mit Hilfe der unterschiedlichen Landesnach- Wozu soll das überhaupt gut sein?
weise in Zusammenarbeit mit meinem ehrenamt-
lichen Träger/Verein dokumentiert werden. Wichtig kann diese detaillierte Kenntnis über meine
Kompetenzen sein, wenn ich mich z.B. mit meiner
Und doch ist die Identifizierung der erworbenen Kom- persönlichen Lerngeschichte beschäftigen möchte, se-
petenzen nicht leicht, gibt es noch immer großen For- hen möchte, in welchen Bereichen meine Stärken lie-
schungsbedarf. Das liegt vor allem daran, dass unser gen, damit ich mein zukünftiges ehrenamtliches Tun
Verständnis von „Lernen und Lernorten“ sehr einsei- gezielt planen kann und eventuell mein Ehrenamt
tig auf den „Formalen Lernort“ ausgerichtet ist. „For- auch mit einer „Kompetenzbrille“ sehen möchte.
male Lernorte“ sind Orte, an denen Fertigkeiten und
Kenntnisse durch zielorientiertes, bewusstes Lernen Aber auch wenn ich in einer Umbruchsituation stehe
erworben werden. Dieses formelle Lernen fängt im und mich neu orientieren will, meine Chancen bei ei-
Kindergarten an und führt über die schulischen Bil- ner Bewerbung verbessern möchte und die berufliche
dungsstätten zum beruflichen Lernen. Weiterentwicklung wichtig wird, sind die Kenntnisse
um die im Ehrenamt erworbenen Kompetenzen be-
Im Gegensatz dazu steht das Lernen im ehrenamt- deutsam. Bei Bewerbungen können auf der sogenann-
lichen Bereich, das zumindest am Anfang unbewusst, ten „Dritte Seite“ alle Talente und Fertigkeiten gezielt
quasi nebenbei geschieht und „informell“ genannt dargestellt werden. Unter diesem Aspekt erscheint es
wird. Die hier erworbenen Fähigkeiten/Fertigkeiten sinnvoll, das eigene persönliche Profil in den vier The-
müssen nun in eine Vergleichbarkeit zu den anderen menbereichen „Personalbereich, Sozialkommunikati-
Lernorten wie Schule/Hochschule und sonstige Wei- on, Aktivität und Umsetzung, Fachlich-Methodischer
terbildung und deren formalen Abschlüssen gebracht Bereich“ zu entdecken.
werden. Dies ist wichtig, wenn ich auf dem Arbeits-
markt meine Bewerbungschancen verbessern möchte. Neugierig geworden?
Im Hinblick auf den europäischen Arbeitsmarkt ist es
notwendig, denn dort sind die ersten Schritte zu einer Das wäre prima – denn hier geht es um das Wahrneh-
Vergleichbarkeit schon gemacht. men, das Wertschätzen, das Anerkennen unserer im
? ?
32 4/2010 4/2010 Sparko mmissar? 33

T
M
Eine Vielzahl ausschließlich ehrenamtlich geleiteter

A
N
Bibliotheken übernimmt die Grundversorgung in klei- Diplom-Bibliothekar (FH) Ralph Deifel ist Leiter der

RE
neren Orten, z.T. auch in Stadtteilen oder bereichert Außenstelle Würzburg der Staatlichen Landesfach-

EH
die Bibliothekslandschaft mit Vorortangeboten für we- stelle für das öffentliche Bibliothekswesen in Bayern.
niger mobile Menschen oder mit zielgruppenspezi- Seit Frühjahr 2010 Mitglied im Vorstand des Deut-
fischen Angeboten. schen Bibliotheksverbands (dbv) und Mitglied in
der dbv-AG Ehrenamt.
Verantwortungsvolle Bibliotheksarbeit

Bürgerschaftlich Engagierte übernehmen hier alle in


der Bibliothek anfallenden Aufgaben. Sie tragen die Bi-
bliotheksarbeit in verantwortlicher Weise. Unabding- men werden können, haben in letzter Zeit die Diskus-
bar ist allerdings z.B. für die Leitung einer Gemeinde- sionen über das Ehrenamt verschärft. Hierbei haben
bücherei im ländlichen Raum die Bereitschaft zu einer Bestrebungen finanzschwacher Städte und die Spar-
Basisausbildung zum Erlernen der fachlichen Grund- wut etlicher Kommunen beigetragen, die freiwerdende
kenntnisse, die Bereitschaft zur kontinuierlichen Fort- Stellen von hauptamtlichem Personal durch scheinbar
bildung (mindestens eine Fortbildungsveranstaltung kostenlose Freiwillige ersetzen wollten, die beabsichti-
pro Jahr), die Bereitschaft zur fachlichen Beratung gten, Zweigstellen oder gar ganze Bibliotheken zu

Sparkommissar Ehrenamt? durch eine Fachstelle, das Erfüllen von Mindeststan-


dards in der Bibliothek (Telefonanschluss, Öffnungs-
zeiten, angemessener Erwerbungsetat, fachgerecht zu-
schließen und durch ehrenamtliches Personal betrei-
ben zu lassen. Die Angst vieler hauptamtlich Beschäf-
tigter besteht darin, dass Ehrenamtliche ihnen ihre Ar-
Oder: Ist ehrenamtliches Engagement für Büchereien ein Gewinn? sammengestellter Bestand, Raumgröße usw.). Die Be- beit und letztlich den Arbeitsplatz streitig machen
gleitung und Beratung durch die zuständige staatliche könnten.
oder kirchliche Fachstelle bildet die Voraussetzung für Das Gegenteil ist jedoch der Fall, ein verantwortungs-
eine effektive und qualifizierte Bibliotheksarbeit. bewusster Einsatz ehrenamtlicher Kräfte bedeutet kei-
Ralph D e ifel nitionen immer dort und dann notwendig, wenn pro- In hauptamtlich geleiteten Bibliotheken übernehmen ne Verdrängung des Hauptamtes, denn bürgerschaft-
fessionelle Aufgabenerfüllung und bürgerschaftliches Freiwillige fachspezifische Aufgaben, wie z.B. Medien- liches Engagement benötigt die Begleitung und Unter-
In Deutschland arbeiten Freiwillige aktiv in zahlreichen Engagement im gleichen Tätigkeitsfeld stattfinden. bearbeitung oder Rückstellen von Medien. Sie helfen stützung durch Hauptamtliche, um eine angemessene
Organisationen und Einrichtungen mit. Geschehen Unfäl- Vor allem darf das bürgerschaftliche Engagement dabei Bibliotheken bei Funktionen ihrer unmittel- professionelle Bibliotheksarbeit zu ermöglichen. Es ist
le, brennen Häuser oder werden soziale Dienstleistungen nicht zum „Lückenbüßer“ für den Rückzug der Aufga- baren Aufgabenerfüllung und entlasten das Stamm- aber sowohl aus Nutzerperspektive als auch aus fach-
benötigt, legen die Bürger/innen vertrauensvoll ihr Schick- benwahrnehmung durch die Träger der Einrichtungen personal, das sich anderen Aufgaben widmen kann. licher Sicht nicht akzeptabel, dass der Betrieb von Bi-
sal in die Hände der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen werden. Dadurch unterstützen bürgerschaftlich Engagierte die bliotheken ausschließlich auf dem Einsatz freiwilliger
von Feuerwehr, Rotes Kreuz, Caritas und ähnlichen Ein- Auch in Bibliotheken nehmen der Einsatz bürger- Bibliotheksarbeit. Kräfte beruht, ohne fachliche Standards zu berück-
richtungen. Sie verlassen sich darauf, dass gut ausgebil- schaftlich Engagierter und die Erfahrungen mit Frei- Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen übernehmen zusätz- sichtigen beziehungsweise eine Mindestqualifikation
dete Menschen sich um sie kümmern. willigen zu. In öffentlichen Bibliotheken wird der Um- liche Angebote in der Bibliothek, wie Hausaufgabenbe- an bibliothekarischem Wissen erworben zu haben.
gang mit ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen seit vie- treuung oder die Durchführung von Veranstaltungen. Der Einsatz von Freiwilligen darf nicht zum Verlust
Bürgerschaftliches Engagement gewinnt in unserer len Jahrzehnten intensiv und auch kontrovers disku- Immer mehr Menschen engagieren sich als Vorlesepa- von erreichten fachlich effektiven und betriebswirt-
Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Das Selbstver- tiert. Es besteht ein Spannungsfeld, das sich in Zeiten ten in Bibliotheken und dienen dadurch der Leseförde- schaftlich effizienten Standards führen. Eine isoliert
ständnis bürgerschaftlich Engagierter hat sich im letz- finanzieller Schwierigkeiten noch komplizierter dar- rung. Sie ergänzen die Bibliotheksarbeit. organisierte dauerhafte Übertragung der Arbeiten in
ten Jahrzehnt deutlich gewandelt. Sie sehen sich nicht stellt. Bürgerschaftliches Engagement in der Biblio- Bibliotheken ohne professionelle Unterstützung bzw.
– und noch nie – als billige Helfer für Aufgaben, die thekslandschaft ist vielgestaltig und hat sehr unter- Diskussionen über das Ehrenamt Begleitung ist zum Scheitern verurteilt.
von hauptamtlichem Personal nicht erledigt werden schiedliche Ausprägungen je nach Aufgabenstellung, Etliche Bibliotheksträger vertreten die Ansicht, der
können oder wollen, sondern sie streben an, ihr Ar- Größe und Auftrag der Bibliothek oder auch nach Ver- Ehrenamtliche Tätigkeit ist in (öffentlichen) Biblio- Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen sei für
beitsfeld qualifiziert und verantwortlich (mit-) zu ge- antwortungsgrad der ehrenamtlichen Mitarbeiter/in- theken seit Jahrzehnten weit verbreitet, von Anfang an den Träger kostenlos. Das ist ein Irrtum, bürgerschaft-
stalten, ihre vielfältigen Fähigkeiten einzubringen und nen. Deshalb ist es sinnvoll zu differenzieren, ob Frei- war es umstritten und stößt heute noch auf teilweise liches Engagement ist nicht kostenlos zu haben! Vo-
sinnvolle Aufgaben für die Gemeinschaft zu erfüllen. willigenarbeit den Bibliotheksalltag trägt, unterstützt heftige Ablehnung. Befürchtungen des bibliotheka- raussetzung für eine effektive und qualifizierte Biblio-
Allerdings sind Abstimmungen und klare Rollendefi- oder ergänzt. rischen Fachpersonals, dass Tätigkeiten weggenom- theksarbeit ist die stetige Aus- und Fortbildung der
Klare

Bild: ©Fotolia
34 S p a r kom m is s a r? 4/2010 4/2010 Sp ar k o mmi s s ar ? 35

R e g e l n :
bürgerschaftlich engagierten Mitarbeitenden. Außer-
1., 2 . , 3 . renamtlichen Arbeit erforderlich. Hierbei müssen u. Fachstellen und zentralen Einrichtungen. Nur dann
dem bindet ein erforderlicher Ansprechpartner für a. folgende Fragen geklärt werden: lebt die Bibliothek vor Ort und bleibt lebendig, denn:
Freiwillige hauptamtliche Arbeitskraft. Dafür und für • Worin besteht die ehrenamtliche Tätigkeit im "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!".
die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen Einzelnen?
sind finanzielle Mittel im Etat des Büchereiträgers vor- • Wie groß ist der zeitliche Umfang der Tätigkeit? Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) hat zur aktu-
zusehen. Gerne vergessen wird, dass auch bürger- • Welche Geldmittel, Räumlichkeiten, Arbeitsmittel ellen Darstellung des bürgerschaftlichen Engagements
schaftlich Engagierte einen Arbeitsplatz mit angemes- usw. stehen zur Verfügung? eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel ins Leben gerufen, bis
sener Ausstattung und Arbeitsmittel benötigen. • Übertragung von Arbeiten in fest umrissenen • Wie groß ist das Team, mit wem wird zusammen- zum Bibliothekartag 2011 ein Arbeitspapier für die bi-
Tätigkeitsfeldern mit genau definierten gearbeitet? bliothekarische Öffentlichkeit und ein Argumentati-
Anforderungen für beide Seiten Aufgabenbeschreibungen • Welche Vorgaben (z.B. Verschwiegenheit in onspapier für das politische Umfeld zu erstellen, das
• Zulassen von Spielräumen zur selbstständigen vertraulichen Angelegenheiten) sind zu beachten? sowohl den Interessen der Bibliothekar/innen als auch
Damit sowohl dem Interesse der Bibliothek als auch Gestaltung • Wie groß ist der Entscheidungsspielraum? den Belangen der ehrenamtlich Tätigen gerecht wird.
dem Interesse der ehrenamtlich Tätigen gedient ist, • Einräumen einer Mitwirkungsmöglichkeit in Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, lohnt sich eh-
muss der Einsatz von Freiwilligen unter Bedingungen inhaltlichen und organisatorischen Fragen Diese Regelungen sollten als Vereinbarung zwischen renamtliche Tätigkeit für alle Beteiligten. Bürgerschaft-
erfolgen, die für beide Partner möglichst klar und ein- • Akzeptanz der Freiwilligen-Arbeit durch die haupt- dem Träger der Bücherei und den ehrenamtlich Täti- liches Engagement ergänzt, unterstützt, trägt den Bi-
deutig formuliert und organisiert sind. Wichtig hierbei amtlichen Mitarbeiter der Bibliothek gen abgeschlossen werden. Sie können befristet (z.B. bliotheksalltag. Eine bewusste Auseinandersetzung mit
ist u. a., dass die Bibliothek ihre ehrenamtlichen Mitar- • Bereitstellung der erforderlichen Arbeitsmittel für zwei Jahre) ausgesprochen werden. Das erleichtert dem Thema und die Schaffung geeigneter Rahmenbe-
beiter selbst und autonom auswählen kann. Natürlich es, eine Aufgabe zu übernehmen bzw. zu übertragen dingungen sind dazu aber unabdingbare Erfordernisse.
ist es erforderlich, dass die Bibliothek ebenfalls Anfor- Die besonderen Eigenschaften von Freiwilligen liegen und sie dann wieder abgeben oder beenden zu kön- Wenn die Umstände stimmen, macht die Mitarbeit in
derungen erfüllt. Dies bedeutet unter Umständen ei- u. a. darin, dass sie vielfältige Fähigkeiten, einen Blick nen. Die Befristung ermutigt dazu, regelmäßig Bilanz Bibliotheken bürgerschaftlich Engagierten Freude und
nen erheblichen Arbeitsaufwand für die hauptamt- von außen, aber selten umfassende bibliotheksspezi- zu ziehen und die Arbeitsbedingungen in der Biblio- wird als positiv empfunden. Das geht auch mit einem
lichen Mitarbeiter. Deshalb ist es notwendig, dass Bibli- fische Fachkenntnisse mitbringen. Bürgerlich Engagier- thek zu überprüfen. Das Ehrenamt hat sich in öffentli- Imagegewinn für die Bibliothek einher.
othek und Bibliotheksträger die erforderlichen Voraus- te stellen ein begrenztes Zeitbudget sowohl an Wochen- chen Bibliotheken im Grundsatz über Jahrzehnte hin-
setzungen für die ehrenamtliche Tätigkeit schaffen: arbeitszeit als auch an Verweildauer zur Verfügung. Die weg bewährt, es muss sich allerdings stetig weiterent- Bürgerschaftliches Engagement in Bibliotheken er-
• geklärte Entscheidungskompetenzen Anforderungen müssen den jeweiligen persönlichen wickeln. Entscheidend für Erfolg und Akzeptanz der möglicht ein größeres Angebot für Bibliotheksbenut-
• partnerschaftlicher Kommunikationsstil Qualifikationen und Vorkenntnissen sowie dem einge- Freiwilligenarbeit sind die stetige Aus- und Fortbil- zer und das ist ein Gewinn für die Gesellschaft.
• gegenseitiger regelmäßiger, rechtzeitiger und brachten Zeitbudget entsprechen. Von Seiten der Frei- dung sowie die Nutzung von Dienstleistungen von Es kommt also darauf an, was man daraus macht! &
ausreichender Informationsfluss willigen sind u. a. folgende Kriterien zu erfüllen:
• Berücksichtigung der Erfahrungen und • Identifikation mit der Betriebsphilosophie der
Einschätzungen der Freiwilligen Bibliothek
• angemessene Einführung und Verabschiedung, • eindeutige Abgrenzung zu der professionellen,
Dank und Anerkennung bezahlten Arbeit und entsprechende Transparenz
• kontinuierliche fachliche Beratung für alle Beteiligten

buchreport
• persönliche Begleitung • artverwandte fachliche Vorbildung
• Schulung und Fortbildung, Aus- und Fortbildung • überdurchschnittliches persönliches Engagement Erstlesebuch im
• Auslagenersatz (z.B. Fahrtkosten) • Bereitschaft zur Kontinuität der freiwilligen Arbeit
• Versicherungsschutz in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht
• Tätigkeitsnachweis der freiwillig geleisteten Arbeit • hohe und ausdauernde Motivation Bettina Kraemer, Leiterin des Das komplette Interview steht online unter www.
(Dauer, Umfang, Qualität), die mittlerweile • Bereitschaft zur fachlichen Qualifizierung und Lektorates des Bonner Bor- borromaeusverein.de → Publikationen → Broschüren →
Anerkennung in Aus- und Weiterbildung, bei zur regelmäßigen Fortbildung romäusverein e.V. und Peter Lesen lernen. Dort steht auch die Broschüre "Lesen
Bewerbungen und in Zeugnissen findet • zeitliche und inhaltliche Zuverlässigkeit bei der Conrady, bis 2009 Professor an lernen. Lesen erleben." zur Verfügung. Interessante
• Nutzung von professionell organisierten Ausführung der übernommenen Aufgaben der Uni Dortmund, diskutieren Kommentare und Links ergänzen die Seite. Eine mo-
Dienstleistungen das Thema des buchreport.spe- natliche Empfehlung für ein Erstlesebuch spricht das
• gesicherte Anschaffungsmittel zur Bestands- Klare Regelungen zial. Erstlesebücher: Einfallslose Massenprodukte oder Lektorat des bv. aus.
aktualisierung der richtige Start in die Erlebniswelt des Lesens?
• Übertragung von Arbeiten an Freiwillige, die Um den Einsatz in der Bibliothek für alle Beteiligten
sie zeitlich und inhaltlich nicht überfordern sinnvoll zu machen, ist eine klare Regelung der eh-
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buechereiarbeit.catshop.net flyerplakAteeinla-
dungenflyerplakateeinladungen flyerplakAteeinladun-
Erlebtes und gelebtes Ehrenamt
genflyerplakateeinladungen flyerplakateeinladungen-
„Literarischer Herbst“ in Lennestadt
flyerplaktaeeinladungen flyerplakateeinladungenfly-
erplakteeinladungen flyerplakteeinladungenflyer- den Dienst der Kirchengemeinde

© Julia Eiden
stellte, wurde ihm Mitte der 70er
Jahre die Verantwortung für die Bü-
cherei St. Nikolaus übertragen.
Schnell gelang es ihm ein Team von
engagierten Mitarbeiterinnen zu
finden, die sich den stetigen Verän-
derungen in der Büchereiarbeit
stellten, vom Umzug in neue Räu-
me bis zur Einführung der EDV.

Gemeinsames verbindet

Die Fähigkeiten für die Mitarbeit in


der Katholischen öffentlichen Bü-
cherei werden neben diözesanen
Wenn Katzen Mäuse fangen … Veranstaltungen durch das Fortbil-
dungsangebot BASIS12 erweitert.
alles Werbung oder was?! Aloys Vogt hinter Lea Fleischmann. Dieses Programm wurde 1989 erst-
mals für die damals 14 Büchereien
in der Lennestadt durchgeführt.
Hu bert Vitt- Wagener übergeben. Schon das ist eine Lei- Der Zusammenarbeit in BASIS12
Sie möchten auf die Schnelle ein Plakat, einen Flyer am heimischen PC-Drucker ausdrucken oder als hochauf- stung, die es zu würdigen gilt. Für führte dazu, dass 1990 die Arbeits-
oder eine Einladung zu einer Veranstaltung erstellen? lösende Druckdatei an eine Druckerei weiterleiten. Aloys Vogt aus Lennestadt-Greven- seine Leistungen in der Büchereiar- gemeinschaft der kirchlichen öf-
Kein Problem! Mit dem neuen Web-Angebot bueche- Die Nutzer benötigen nur ihren Internetzugang, den ko- rück im Sauerland ist ein Mann der beit wurde er im Jahr 2002 mit dem fentlichen Büchereien gegründet
reiarbeit.catshop.net ist dies mit wenig Aufwand stenlosen Adobe Acrobat Reader und einen der gängigen anpacken kann, der kritisch ist, der päpstlichen Ehrenkreuz „PRO EC- wurde, zu der auch eine evange-
und kostenfrei möglich. Internetbrowser (Firefox, Internet Explorer, Safari, Opera Projekte voranbringt, der kreativ Ver- CLESIA ET PONTIFICE“ gewürdigt. lische öffentliche Bücherei gehörte.
jeweils in der aktuellsten Version). Die Bildrechte sind ge- änderungen mit trägt, der beharrlich Wo aber zeigen sich seine besonde- Erster Sprecher wurde Aloys Vogt.
Wer kennt die Situation nicht? Die nächste Veranstaltung klärt und die Nutzung frei. Die erstellten Vorlagen können ist und der versucht, die Sache vor die ren Stärken und Fähigkeiten. Als Durch die Funktion als Sprecher
in der Bücherei ist in der Planung. Die Texte sind fertig und gespeichert und immer wieder für spätere Gelegenheiten Person zu stellen. Mensch, der sich schon immer in sollte deutlich werden, dass es sich
müssen jetzt noch mit ein paar Bilder angereichert in Form aktualisiert und bearbeitet werden. Alle Vorlagen wurden um einen Interessenverbund von
gebracht werden. Aber wie? Und womit? Mit diesem Pro- im gleichen Design entworfen, sodass sie optisch hervorra- Er ist einer der wenigen Männer, Büchereien und nicht um einen
blem hat sich der Sachausschuss „Öffentlichkeitsarbeit und gend zueinander passen und einen hohen Wiedererken- die sich in der Katholischen Büche- Verein handelt. Alle Büchereien
Werbung“ der Fachkonferenz des Borromäusverein e. V. in nungswert erhalten. Aktuell sind ein Briefbogen, zwei un- reiarbeit engagieren. Er ist kein Dipl. Bibl. Hubert Vitt-Wagener sollten gleichberechtigt an den Ak-
den letzten Monaten u. a. beschäftigt. In Zusammenarbeit terschiedliche Flyertypen und Plakate in den Formaten Hobby-EDVler. Aloys Vogt managt leitet die Fachstelle für Bücherei- tivitäten teilhaben.
mit einer Fachfirma im Bereich web-to-print Software (cat- DIN A4 und A3 verfügbar. Weitere Vorlagen sollen später die Öffentlichkeitsarbeitsarbeit des arbeit im Institut für Religionspä-
Shop) entstand das Web-Angebot buechereiarbeit.cat- folgen. Eine Gebrauchsanweisung unterstützt die Nutzer „Literarischer Herbst“ in der Len- dagogik und Medienarbeit des Bei der Suche nach einer ersten ge-
shop.net (ohne www). Hier können Katholische Öffent- beim Kennenlernen und Ausprobieren des Systems. Ziel- nestadt auf allen Ebenen. Er tut Erzbistums Paderborn und ist Mit- meinsamen Aktion wurde der „Li-
liche Büchereien und andere Mitglieder des Netzwerkes gruppe für dieses Web-Angebot sind alle Interessierten, dieses auch noch nach seinem glied im Sachausschuss ll - Büche- terarischer Herbst“ in Lennestadt
Büchereiarbeit aus vorgefertigten Vorlagen und bereitge- die sich nicht mit der Technik eines Layout-Programms Rückzug aus dem „normalen Bü- reiverwaltung und -technik der als Startprojekt geplant. Hierbei
stellten Bildern und Logos individuelle Plakate, Flyer und auskennen und trotzdem ohne viel Aufwand zu einem chereialltag“. Die Leitung hat er bv.-Fachkonferenz. sollten Autorenlesungen in Büche-
Einladungen ohne zusätzliche Software schnell erstellen, professionellen Ergebnis kommen möchten. hier rechtzeitig in jüngere Hände reien und Schulen stattfinden. Die
38 Li ter a r i s c h e r H e rbs t 4/2010 4/2010 Ho w d o y o u d o ? 39

Gründe waren die Aufgaben der


Büchereien für die Leseerziehung
Der Leseevent "Literarischer Herbst" findet How do you do? Borro packt
zum 19. Mal statt vom 7.11. bis 11.11.2010.
und Leseförderung, die Möglich-
keit eine verbesserte Außenwir-
englische Literaturpakete
kung zu erzielen, die Kooperation Test und Ergebnis in öffentlichen Büchereien
mit anderen Einrichtungen zu ver-
bessern und die Aussicht Spon-
soren zu gewinnen. Damals ahnte
niemand, dass sich das gewählte Beate Maink a u nd so viele Mastschweine und -bullen Ein Abwägen der Nutzung
Projekt mit seinen angestrebten Ulrik e Fink leben. Wir befinden uns also mit- knapper Mittel
Zielen bis heute etablieren würde ten auf dem Lande, aber damit –
und aus dem Kulturangebot der Die Überschrift kennen Sie aus der entgegen landläufiger Meinung – In Zeiten schrumpfender Etats über-
Lennestadt nicht mehr wegzuden- letzten Ausgabe? Richtig, denn hier schon lange nicht mehr hinterm legt sich ein Büchereiteam schon
ken ist. kommen neue Informationen dazu. Mond! Für den menschlichen An- sehr genau, ob es ein neues Seg-
In BiblioTheke 3.2010 berichteten wir teil unserer Bevölkerung steht in ment im Bestand einführt, denn
Die Autoren kommen gerne über unser Projekt englische Literatur unserer Bücherei ein Bestand von man bindet ohnehin schon knap-
in Büchereien anzubieten. Viele Bü- ca. 3500 Medieneinheiten zur Ver- pes Kapital, verbunden mit dem Ri-
Die Organisation liegt bis heute cher werden im Original in Englisch fügung, den dieser eifrig nutzt und siko, dass sich das neue Angebot als
hauptsächlich in Händen von Alo- oder anderen Sprachen der Autoren damit diese KÖB zu einer der er- Flop entpuppen könnte. Also ha-
ys Vogt und der Mitarbeit der jewei- geschrieben. In den meisten Regalen folgreichsten im Dekanat Beckum ben wir uns jahrelang geziert, eng-
ligen Büchereileitungen. Vom „1. liegen aber die deutschen Fassungen, macht. Insbesondere Kinder und lischsprachige Literatur anzubieten,
Literarischen Herbst“ 1992 an ge- warum nicht mal im Original? Jugendliche leihen eifrig aus, doch zumal dies ein sehr weites Feld ist.
lang es, viele bekannte Kinder- und auch die erwachsene Leserschar Wo fängt man an, wo hört man
Jugendbuchautoren nach Lenne- Um den Büchereien eine Möglich- wächst kontinuierlich, und aus ge- auf? Bezieht man auch Kinderbü-
stadt zu holen. Als Beispiele sind keit der Erprobung zu geben stellte nau dieser stammt die oben er- cher in das Angebot ein oder be-
Gudrun Pausewang, Achim Bröger, die borro medien gmbh kostenlose wähnte Anfrage. dient nur die Erwachsenen? Umso
Christa Zeuch, Lea Fleischmann, arbeitern von Pressestellen in den rischen Herbst“ 1998 einen Sonder- englische Literaturpakete zur Ver-
Willi Fährmann, Werner J. Egli, Verlagen ein persönliches Verhält- preis im Rahmen des „Wettbewerbs fügung. Einzige Bedingung war, zu
Manfred Mai zu nennen. In diesem nis aufgebaut. Nicht zuletzt wur- Öffentlichkeitsarbeit“ im Erzbistum berichten wie Leser/innen dieses

Bild: ©Fotolia
Jahr ist mit Mirjam Pressler eine der den bei den Autoren die Wahrneh- Paderborn. Eine weitere Auszeich- Angebot annahmen. Wir wählten
renommiertesten deutschen Auto- mung und die Bedeutung der Ka- nung erfuhr die Bücherei Greven- unterschiedliche Büchereien aus;
rinnen in Lennestadt unterwegs. tholischen Büchereien verbessert. brück im Rahmen der Aktion „En- in BiblioTheke 3.10 berichtet die
Das die Autoren nach Lennestadt Was sie hier an Engagement vorfin- gagierte Freiwillige in NRW“. Aloys Stadtbücherei Bad Münstereifel
kommen, ist nicht selbstverständ- den, ist oftmals besser als in groß- Vogt war über sein Engagement in mit rund 16.200 Medien, in dieser
lich, denn kaum einer wusste, wo en Bibliotheken. Lennestadt hinaus einige Jahre im Ausgabe berichtet eine kleine
diese Stadt liegt, die aus vielen klei- Die Kreativität und das Organisati- Friedrich-Bödecker-Kreis NRW eh- "Dorfbücherei" mit rund 3500 Me-
nen Orten besteht und somit ein onstalent von Aloys Vogt sind für renamtlich tätig. Er ist ständig auf dien über ihre Erfolge:
Kunstgebilde der Kommunalen den „Literarischen Herbst“ gefragt. der Suche nach neuen Sponsoren
Neuordnung darstellt. Es gelingt ihm die Eröffnungsver- oder bewirbt sich mit verschie- English Books for Village People
Die Erfolge und die hervorragende anstaltung als „Event“ zu präsentie- denen Projekten um Förder- oder
Betreuung durch „Alo“ wurden un- ren. Ohne ihn geht es (noch) nicht. Preisgelder. Die Art und Weise, wie Ab und an haben sie schon nach
ter den Autoren kommuniziert, Le- Als verantwortungsbewusster Eh- er sich persönlich für die Bücherei- englischsprachiger Literatur ge-
sungen in Lennestadt gelten als renamtlicher arbeitet er seine Nach- arbeit einsetzt, findet breite Aner- fragt, die Nutzer unserer kleinen
„Geheimtipp“. Es war so manch- folgerin schon ein, zumal er sich kennung in der Politik und in der KÖB SS. Cosmas und Damian in
mal leicht Kontakte zu knüpfen im gleichen Alter wie Gudrun Pau- Kirche. Deshalb erfährt er hier auch Wadersloh, Ortsteil Liesborn, in
und Lesungen zu organisieren. sewang befindet. Die Arbeitsge- die im Rahmen der Möglichkeiten dem ca. 4000 zumeist katholische
Über die Jahre wurde auch zu Mit- meinschaft erhielt für die „Litera- notwendige Unterstützung. & Einwohner und mindestens eben-
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Das Interessanteste in vielen Zeitschriften
steckt meist eher in den alltäglichen,

Praxisberichte
lebens- und berufspraktischen Beiträgen
als in den bedeutsamen Grundsatz-
artikeln. So ist es wohl auch in dieser
Zeitschrift BiblioTheke. Leider mangelt
es der Redaktion immer wieder an
gerufener kam das Angebot des Buchreihe auf dem Regalbrett sprechen oder den "alten" Lesern et-
interessanten oder nachahmenswerten
Borromäusvereins Anfang letzten schrumpfte, plötzlich standen dort was Neues anzubieten. Denken Sie
Berichten. Schreiben Sie uns:
Jahres, eine kleine, aber feine Aus- weniger „Engländer“. Man nahm hier nur an die Potterfans die den
redaktionbit@borromaeusverein.de
wahl englischsprachiger Literatur sie endlich, endlich wahr und da- neuesten Potter immer gleich in
kostenlos zur Verfügung zu stellen, mit auch mit nach Hause. Die Som- Englisch verschlungen haben.
um die Resonanz bei uns zu testen. merferien werden einige von ihnen Da die englische Sprache immer
Auszuleihen sind etwa Bestseller wohl im Urlaub verbracht haben. mehr Einzug in unseren Sprachraum
von Ken Follett oder Marcus Zusak hält, sollte auch eine Bücherei dieses
sowie gut eingeführte Krimiau- Steter Tropfen höhlt den Leser Angebot aufgreifen. In den Grund-
toren, auch einige wenige Kinder- schulen ist durch die Einführung des
und Jugendbücher sind vertreten.
Also räumten wir frohgemut ein
Es tut sich also doch etwas in puncto
englischsprachiger Literatur bei uns
Fremdsprachenunterrichtes diese
Entwicklung ja bereits vor einigen
Vom Baum zum Buch
Eckchen für die Exoten frei und auf dem Lande, die Globalisierung Jahren aufgegriffen worden. So sind Erzähl-Lese-Wald-Safari
harrten gespannt der Dinge, die hat uns erreicht. Jetzt werden wir Grundschulen für eine entspre-
sich tun sollten. Zunächst einmal langsam und vorsichtig den Bestand chende Bestandspolitik auch ein
jedoch tat sich – nichts! An man- ausbauen. Denn eines haben wir guter Werbeort. Dort erreicht die Nur ein leises Rascheln ist am Wald- ken auf und nehmen das Ende der ne Salms und Pastoralreferent Tho-
gelnder Öffentlichkeitsarbeit konn- von unseren Lesern inzwischen ge- Werbung auch Muttersprachler un- rand zu hören, als Naturführerin Schnur in die Hand, die dem jewei- mas Hoogen vom Generalvikariat
te es nicht liegen, die Presse und lernt: Mit ein bisschen Geduld und ter den Eltern oder die ganz Neugie- Aggi Majewesky beginnt von klei- ligen Vordermann um den Bauch initiiert und im Rahmen der Bis-
das Publikandum informierten. Ge- Hartnäckigkeit kann man auch rigen, die gar nicht erwarten kön- nen Feldmäusen zu erzählen, wel- gebunden ist. Dann geht es vorsich- tumskampagne „Eine Umwelt -
zielte Ansprache unserer Leser rief durchaus exotische Bestands-Teile nen, dass der neue Roman erscheint che mit geschlossenen Augen zur tig, rutschend und tastend über Um Eine Welt" finanziert wurde.
wohlwollendes Interesse hervor, an den Leser bringen. Geht doch! und ihn gleich in Englisch lesen wol- Welt kommen und in den ersten Ta- Steine und Wurzeln, in den Wald. Nach der Waldführung erklären
doch immer noch hielten sich die len, wie schon genannte Potterfans. gen mucksmäuschenstill im hohen Als die Masken abgenommen wer- die 4- bis 6-Jährigen eifrig, was sie
Ausleihzahlen in äußerst über- Dies alles trägt auch zum guten Gras auf die Rückkehr der Mutter den, finden sich die Kinder im Däm- gelernt haben, nämlich dass man
Dipl.-Bibl. Beate Mainka,
schaubaren Grenzen. Hatten wir Image der Bücherei bei, lässt sich gut warten. Wenn aber der Bussard merlicht junger Buchen und hoher für jeden gefällten Baum wieder ei-
Wadersloh-Liesborn, freiberufliche
unsere Leser missverstanden, wa- in Werbung und mit Mundpropa- kreist, muss es schnell gehen und Fichten wieder. Die Aktion „Vom nen neuen pflanzen soll. Denn nur
Rezensentin und ehrenamtliche
ren wir in unseren Vermittlungsbe- ganda verbreiten. Nutzen Sie die Me- die Mäusekinder beißen beherzt in Baum zum Buch“ hat begonnen. wenn genügend Bäume nachwach-
Leiterin der örtlichen KÖB.
mühungen gescheitert? Unverzagt dienlisten des Borromäusverein e.V. den Schwanz ihrer herbeieilenden sen, können die Tiere im Wald
verpassten wir dem kleinen Regal- und der borro medien gmbh um Mutter, um sich in den Schutz der Über 100 Kinder aus sieben Kinder- überleben und der Mensch kann
brett einen Umzug, an den Anfang Warum nicht? – Why not? eine Auswahl mit fundierten Rezen- Bäume zu retten. Die Kindergarten- gärten haben im Eifelort Wolfert an weiterhin Holz zu Möbeln oder Pa-
des Romanbestandes. Und siehe sionen anbieten zu können. Viel- kinder verstehen, dass es Mut der zweistündigen Erzähl- und Le- pier verarbeiten. Da macht es den
da, nach fast einem ganzen Jahr Gerne wiederholen wir die guten leicht schreiben auch Sie uns dann braucht, sich auf solche Weise in severanstaltung mit Wald-Safari Kindern auch keine Schwierig-
und leichten Frustgefühlen unse- Gründe für eine Bestandserweite- bald begeistert über gestiegene Aus- den Wald führen zu lassen und doch teilgenommen, die durch die Aa- keiten auf dem Materialtisch zwi-
rerseits, tat sich plötzlich etwas. Die rung: eine neue Zielgruppe anzu- leihzahlen und neue Leser/innen. & setzen alle ohne zu zögern die Mas- chener Fachstellenleiterin Christi- schen Baumscheiben und Sägespä-

Medienliste: Englische Belletristik


Spannende Krimis von Donna Leon, Elizabeth George oder John
Grisham, All-Age-Titel von Markus Zusak und Stephenie Meyers,
literarische Glanzstücke von John Burnside oder Alan Bennet, Histo-
risches von Ken Follett… Die Medienliste bietet Ihnen eine vielfäl-
tige und interessante Auswahl an englischsprachiger Lektüre, die
dazu verführt, die bekannten Bestseller einmal im Original zu lesen
und gleichzeitig Ihre Sprachkenntnisse auf kurzweilige Art aufzufri-
schen. www.medienprofile.de
42 P r a x i s b e r i chte 4/2010 4/2010 P r ax i s b e ri c ht e 43

nen Dinge herauszusuchen, die


aus Holz gemacht werden, wie bei-
vor allem „Die kleine Fledermaus-
buchhändlerin“. Schon die ersten
Von uns genutzte Literatur:
- Eiche, Farn & Specht: Spannende
Welttag des
spielsweise Zeitungs- und Toilet- Seiten der Bilderbuchgeschichte Hörspielgeschichten und KNUDlige Buches 2010
tenpapier, Geldscheine, Papierta- von Jakob Michael Perschy wid- Lieder, MedienNr.: 564710
schentücher und natürlich Bücher. met sich ganz dem Zauber, der von - Garanin, Melanie: So wächst das KÖB Lesespaß
Klopapier: Wie Dinge aus Papier
Neu ist für viele, dass auch Tiere
Papier machen können. Zum
Büchern ausgeht: Da wird Doktor
Dachs zum edlen Ritter mit entstehen, MedienNr.: 270536
feiert das Lesen
Glück hilft ein 'schlaues' Kinder- Schwert statt Regenschirm und - Gillespie, Lisa J.: Bäume,
sachbuch weiter und schnell wird Frau Eichhorn verlässt den Laden MedienNr.: 328287 Es wird gefeiert: Unter dem Motto
auch das Wespennest auf dem in einer venezianischen Gondel. - Die kleine Fledermaus-Buchhänd- „Welttag des Buches – Hier und über-
Tisch als Papierprodukt identifi- „Denn eines steht fest: Immer lerin, MedienNr.: 308124 all“ fand am 23. April 2010 das
ziert und wandert zur gründlichen wenn jemand seine Nase tief ge- - Mit Kindern in den Wald: Wald- deutschlandweite Lesefest zum UN-
Begutachtung von Hand zu Hand. nug in ein Buch steckt, passieren Erlebnis-Handbuch; / Katrin Saudhof; ESCO-Welttag des Buches statt.
die wundersamsten Dinge!“ Brigitta Stumpf, MedienNr.: 118941
Bis zur Herstellung eines kom- - Die Papier-Werkstatt: Spannende Unter dem Motto „Brücken bauen -
pletten Buches aus den ersten lo- Den letzten Schritt zur Entstehung Experimente mit Papier und Pappe, Familien- und Kindergarten über-
sen Seiten ist es natürlich noch ein eines Buches vollziehen die Kinder MedienNr.: 308074 greifend“ veranstalteten die Kinder-
weiter Weg. Das erschließt sich gemeinsam mit Buchbinder Mar- - Waldfühlungen: Das ganze Jahr gärten der Stadt Michelstadt und die
den Kindern anhand ausgewählter tin Dümmer, der unter aufmerk- den Wald erleben/Antje Neumann, Katholische öffentliche Bücherei
Bilder aus der Powerpoint-Präsen- samer Beobachtung in Handarbeit Burkhard Neumann, MedienNr.: (KÖB) „Lesespaß“ den Kindertag
tation „Wie entsteht ein Buch?“ über 100 Hefte bindet. Die Ergeb- 519879. 2010 auf dem Marktplatz vor dem
des Loewe Verlags, die zum Bei- nisse können sich sehen lassen, Rathaus in Michelstadt. Die Bücher-
spiel Illustratoren und Lektoren denn die Kinder haben auf den eileiterin, Petra Bethke setzte sich
bei der Arbeit zeigen. Das Büche- Deckblättern mit viel Phantasie ei- mit der Leiterin der Städtischen Kin-
rei-Team hat auch einige Druck- nen ganzen Wald mit gemalten dergärten, Anni Resch zusammen Bilderbuch zweisprachig vorgele- gibt. Diese Vielfalt wurde am welt-
fahnen besorgt, die die Kinder aus- Bäumen und sorgfältig aufge- und plante den Nachmittag des Kin- sen. Frau Bethke hat das Bilderbuch weiten „Tag des Buches“ in Michel-
rollen und dabei feststellen, dass klebten Holzscheibchen und Spä- derfestes. Vormittags wurde auf dem in Deutsch vorgelesen und Hülya stadt am Rathaus erlebbar. Es war
manche Bögen größer sind als sie nen entstehen lassen. Da ist es Kontakt, Text und Bilder: Marktplatz und in der Löwenhofrei- Akbayir, eine Erzieherin des Städ- ein gut gelungenes Kinderfest in
selbst. selbstverständlich, dass am Ende Karmen Heup, KÖB St. Ägidius, te, einem angrenzenden Gebäude, tischen Kindergartens, in Türkisch. Verbindung mit dem Tag des
des Tages alle ihr ganz persön- Ägidiusweg 31, 53940 Wolfert, alles aufgebaut. Frau Bethke hatte Bei der großen Sprachenvielfalt Buches 2010. Auch der Bürgermei-
Dann ist Zeit zum Vorlesen, denn liches Baum-Buch als Erinnerung E-Mail: buechereiwolfert@arcor.de zwei Stelltafeln mit Hinweisen auf kam es auch vor, dass die Kinder ster der Stadt Michelstadt Stephan
über druckfrische Bücher freut sich mit nach Hause nehmen. die Aktion „Tag des Buches 2010“ türkisch angesprochen wurden und Kelbert konnte begrüßt werden, er
vorbereitet. Auch wurde in Form deutsch geantwortet haben oder war erfreut über die Veranstaltung
von mehreren Werbeplakaten und umgekehrt. Neben der bunt ge- und gratulierte zum Gelingen des
Informationsbroschüren auf die mischten Kinderschar, es waren Nachmittages.
KÖB „Lesespaß“ hingewiesen. verschiedene Altersgruppen am
Frau Bethke suchte sich auf der Kinderkino beteiligt, kamen auch
Homepage der Katholischen Fach- viele Eltern und haben sich die Ge-
stelle für Büchereiarbeit in Mainz schichte angesehen und angehört.
verschiedene Bilderbuchkinos zum Da mit dem Lesen nicht früh genug
Thema Integration aus, sie fand un- angefangen werden kann, wurden
ter anderem das Bilderbuchkino in einer Buchausstellung teilweise Kontakt, Text und Bilder:
„Selim und Susanne“, das in zweisprachige Bilderbücher aus der KÖB Lesespaß St. Sebastian, Petra
Deutsch und Türkisch vorgelesen KÖB „Lesespaß“ präsentiert. Für Bethke, d`Orvillestr. 22, 64720 Mi-
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Der Fall Neruda Der Kriminalfall


Welchen Auftrag hat der Neruda des Romans für Caye-
tano? Letztlich geht es dem Dichter um die Frage, ob
bin dazu verdammt, mit der Erinnerung an all den
Kummer zu sterben, den ich auf der Suche nach mei-
ner eigenen Glückseligkeit verursacht habe. Niemand
Roberto Ampuero: ein Kind von ihm existiere: "Ich hatte alles im Leben, ist so rücksichtslos wie derjenige, der einzig sein eige-
Der Fall Neruda. Cayetano: Freunde, Geliebte, Ruhm, Geld, Prestige, so- nes Glück verfolgt." (315) Die fünf Abteilungen des Ro-
Berlin Verlag 2010 gar den Nobelpreis hat man mir verliehen. Nur ein mans sind nach den wichtigsten Frauen in Nerudas Le-
378 Seiten; Preis 22,00 € Kind habe ich nicht … Ich würde meine sämtlichen ben benannt, in kursiv gedruckten Passagen erzählt der
MedienNr.: 326930 Gedichte für diese Tochter geben … Kinder machen Dichter jeweils selbst. In "La Sebastiana" findet - im Ro-
dich unsterblich, Cayetano, nicht die Bücher. Das Blut, man - auch die letzte Begegnung mit dem Freund Sal-
nicht die Tinte …". (139f.) Cayetano Brulé folgt den vador Allende statt. Während des Putsches liegt Neru-
Spuren von Beatriz, einer der früheren Geliebten Neru- da todkrank im Krankenhaus in Santiago de Chile. Sei-
Gabriele von Siegroth-Nellessen 11. September 1973. "Für mich es sehr wichtig, inner- das, die sich unter verschiedenen Namen in Mexiko, ne Beerdigung erlebt Cayetano als ersten großen öf-
halb genau definierter historischer Gegebenheiten zu auf Kuba, in der DDR und in Bolivien aufgehalten hat, fentlichen Protest gegen die Militärjunta: "'Genosse
"… wenn die Poesie dich in den Himmel hebt, dann zeigt schreiben". Roberto Ampuero, geb. 1953 in Valparaí- und deren Tochter möglicherweise die Schauspielerin Pablo Nerudaaa!', schrie irgendwo jemand mit be-
dir der Kriminalroman, wie das wirkliche Leben ist, er so, hat diese Zeit selbst erlebt. Er musste nach dem Tina Feuerbach vom Berliner Ensemble ist. Ist sie die bender Stimme. 'Hier! Jetzt und ewig!', antwortete die
macht deine Hände schmutzig und schwärzt dir das Ge- Putsch das Land verlassen, studierte im Exil in der ersehnte Tochter Nerudas? Manchmal glaubt Brulé, Menge einstimmig. Auf den Gesichtern der Leute zeigte
sicht … Ich rate dir davon ab, Poe zu lesen, den Erfinder DDR, lebte zeitweise in Kuba und arbeitete in den einem Phantom nachzujagen. Immer wieder fragt er sich tiefe Ergriffenheit ... viele weinten …" (368f.).
der Detektivgeschichte und großen Dichter, und Conan 80er Jahren als Journalist in Bonn. 1993 kehrte er zu- sich, was Maigret wohl in dieser Situation getan hätte,
Doyle, den Schöpfer von Sherlock Holmes, solltest du bes- rück nach Chile, zz. lehrt er an der Universität von muss aber feststellen, dass ihm das nicht viel hilft, weil Zur Arbeit mit dem Buch
ser auch nicht lesen. Weißt du, warum nicht? Weil ihre Iowa Literaturwissenschaft und Creative Writing. Er "die Realität viel härter zu den Menschen war als ir- - Im Mittelpunkt dieses ruhig erzählten Romans steht
Detektive viel zu verschroben und vergeistigt sind. Hier, in ist einer der erfolgreichsten Autoren Chiles. gendein fiktives Werk zu seinen Protagonisten … Es das eindringliche Bild Chiles in der entscheidenden
unserem chaotischen Lateinamerika, könnten sie nicht war einfacher, ein hervorragender Detektiv in einem Umbruchsituation von euphorischem Aufbruch und
einmal den einfachsten Fall lösen." (33) Der Rahmen Kriminalroman als ein mittelmäßiger Detektiv in der der Brutalität einer Militärdiktatur, erzählt aus der sub-
Das erste und das letzte Kapitel spielen in der Gegen- unbarmherzigen Wirklichkeit zu sein." (198) Er war jektiven Sicht des jungen Cayetano. Durch den Weg des
Roman und Autor wart des Jahres 2006 und bieten ein Bild der pulsie- eben "keine fiktive Gestalt" (231) und das, "was er … in Helden werden zugleich Parallelen und Unterschiede im
Diese Worte spricht 1973 in der chilenischen Stadt renden Stadt Valparaíso. Der gut fünfzigjährige Privat- diesem Moment vor sich hatte, war die grausame, un- politischen und gesellschaftlichen Leben der DDR und
Valparaíso der berühmte chilenische Dichter und No- ermittler Cayetano Brulé erinnert sich im Café del Po- erbittliche und chaotische Realität Lateinamerikas …" Kubas, also anderer sozialistischer Staaten deutlich.
belpreisträger Pablo Neruda zu einem jungen Exilku- eta an seine Ankunft hier im Jahre 1971 und die da- (359). Am Ende trifft Brulé schließlich auf Beatriz, sie Welches Bild Chiles entwirft der Roman? Welche Fra-
baner, Cayetano Brulé, den er als Detektiv für die Lö- malige Zeit, "Tage eines zügellosen Aufbegehrens, das gibt ihm eine Botschaft für Neruda mit – doch die er- gen davon sind unverändert aktuell?
sung einer ihn bedrängenden Frage gewinnen will. jedoch nicht in das mündete, was das Volk sich er- reicht den Dichter nicht mehr. - Das zweite zentrale Thema ist der Dichter Pablo Ne-
Als Einführung gibt er ihm ein paar Kriminalromane träumt hatte, sondern in die Diktatur des Generals ruda, dessen Lebensweg wiederum in all seinen Wider-
des belgischen Schriftstellers George Simenon. Von Augusto Pinochet" (14). Inzwischen liebt Brulé das Pablo Neruda sprüchlichkeiten gezeichnet wird.
dessen Kommissar Maigret soll Brulé das Handwerk Land "an diesem äußersten Rand der Welt", das sich Im Zentrum des Romans steht der Dichter Pablo Neru- Im Gespräch könnte die fiktive Persönlichkeit Nerudas
lernen. Dieser Roman Ampueros ist nicht der erste um "von der trockensten und unwirtlichsten Wüste des da. Nerudas Leben war mit den großen Ereignissen des nachgezeichnet werden. Ergänzend empfiehlt sich die
Cayetano Brulé, aber er schildert dessen Anfänge als Planeten bis zum Südpol erstreckte" und "zwischen 20. Jh. stark verbunden, er kannte Politiker, Intellektu- Lektüre seiner Gedichte und Memoiren.
Detektiv. "Ich wollte einen literarischen Helden er- der wilden Brandung des Pazifischen Ozeans und dem elle und Künstler - und er war privat wie politisch eine - Spannend wäre sicher auch ein Vergleich mit den Bü-
schaffen, der total unabhängig war … jemanden, der ewigen Schnee der Anden sein Gleichgewicht suchte" nicht unumstrittene Gestalt. "Für mich besteht seine chern anderer chilenischer Autoren, etwa mit Das Gei-
weder mit Verbrechen noch mit der Diktatur zu tun (15). Ein Foto Pablo Nerudas lässt Brulé zurückfallen Größe aber gerade in seinem widersprüchlichen Leben, sterhaus von Isabel Allende oder Mit brennender Geduld
hatte. Er musste … allen politischen Richtungen mit ins Jahr 1973. Das letzte Kapitel dann bringt ihn zu- in seinen Zweifeln, die er nicht immer zugab …" (Am- von Antonio Skármeta. In beiden Büchern spielt Neru-
Skepsis begegnen … er sollte ein absoluter Gegner von rück in die Gegenwart - "nichts und doch so viel hatte puero). In der Gegenwart des Romans im Jahr 1973 ist da ebenfalls eine wichtige Rolle. &
Diktaturen sein", so der Autor in einem Interview über sich seit damals in der Stadt verändert … Aus Nerudas der Dichter 69 Jahre alt und schwer krank, lebt mit sei-
seinen Helden (www.europolar.eu). Die Ermittlungs- Haus war ein schönes Museum geworden … die Ein- ner letzten Ehefrau Matilde in seinem großen schönen
arbeit Brulés bietet Ampuero die Möglichkeit, die po- wohner der Hafenstadt schienen von neuer Hoffnung Haus "La Sebastiana" in Valparaíso. Dorthin beordert er
litische Situation und Atmosphäre des Jahres 1973 in erfüllt zu sein, und die Stadt erwachte zu neuem Le- mehrfach den jungen Cayetano und spricht mit ihm Dr. Gabriele von Siegroth-Nellessen ist Literatur-
Chile einzufangen, die Hoffnung auf sozialen Wandel ben und erfand sich neu auf den Trümmern, die die über seinen Auftrag, aber auch über sein Leben und sei- wissenschaftlerin und Referentin in der Erwachsenen-
unter der sozialistischen Regierung Salvador Allendes großen gescheiterten Projekte der Vergangenheit und ne Schwächen, seine Skrupellosigkeit, mit der er Ge- bildung.
und ihr Ende durch den Militärputsch Pinochets am korrupte Politiker hinterlassen hatten." (372) liebte und Ehefrauen benutzt und verlassen hat: "Ich
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