Sie sind auf Seite 1von 6

Vertragsrecht

Abschluss eines Kaufvertrages (Willenserklärung)

Beim Abschluss eines Kaufvertrages hat jeder Beteiligte, das heißt Käufer
und Verkäufer, eine Willenserklärung abzugeben.
Dabei gibt es auch verschiedene Arten von Willenserklärungen wie
- die mündliche oder schriftliche Erklärung
- ein schlüssiges Handeln, aus dem sich der Wille erklären lässt (wie z.B.
ein Kopfnicken oder das Zeigen auf eine Ware)
- und in seltenen Fällen verläuft eine Willenserklärung auch schweigend ab

Einseitiges – zweiseitiges Rechtsgeschäft

Bei dem Rechtsgeschäft unterscheidet man zwischen dem


einseitigen und dem zweiseitigen Rechtsgeschäft
Ein einseitiges Rechtsgeschäft liegt vor, wenn die Willenserklärung einer
Person genügt, um eine bestimmte Rechtswirksamkeit herbeizuführen
(z.B. beim Errichten eines Testaments)
Beim zweiseitigen Rechtsgeschäft sind immer die Willenserklärungen von
zwei oder mehreren Personen nötig. (wie z.B. beim Mietvertrag zwischen
Vermieter und Mieter oder beim Arbeitsvertrag zwischen Arbeitsgeber und
Arbeitsnehmer)

Geschäftsfähigkeit

Die Geschäftsfähigkeit ist vom Alter der Person abhängig, wobei aber die
Rechtsfähigkeit von der Geschäftsfähigkeit unterschieden wird. Jeder
Mensch ist Träger von Rechten und Pflichten, dies beginnt bereits bei der
Geburt. Bei der Geschäftsfähigkeit unterscheidet man aber zwischen der
vollen Geschäftsfähigkeit, der beschränkten Geschäftsfähigkeit und den
Personen die nicht geschäftsfähig sind.
- Kinder, die das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können keine
rechtlich wirksamen Willenserklärungen abgeben, sie sind nicht
geschäftsfähig.
- Sieben– bis Achtzehnjährige sind im Sinne des Gesetztes minderjährig.
Sie sind noch nicht voll geschäftsfähig, dürfen aber einige Rechtsgeschäfte
tätigen (wie z.B. Sachen von Ihren Taschengeld kaufen) deshalb sind sie
beschränkt geschäftsfähig.
- Voll geschäftsfähig sind Personen, die das achtzehnte Lebensjahr
vollendet haben. Sie können selbstständig und rechtwirksam Verträge aller
Art abschließen.

Verpflichtungsgeschäft

Mit dem Abschluss eines Kaufvertrages verpflichten sich Käufer und


Verkäufer zu bestimmten Leistungen.
Der Verkäufer verpflichtet sich die bestellte Ware zu übergeben und das
Eigentum an der Ware zu übertragen.
Der Käufer verpflichtet sich die bestellte Ware abzunehmen und die Ware
wie vereinbart zu bezahlen
Käufer und Verkäufer müssen ihre Verpflichtungen je nach Vereinbarung
entweder sofort oder später erfüllen.

Vertragsgrundsätze

In Deutschland herrscht Grundsätzlich Vertragsfreiheit. Das heißt, jeder


kann mit jedem einen Vertrag schließen, sobald die beidseitige
Willenserklärung vorliegt. Die Vertragsfreiheit findet jedoch seine Grenzen,
wenn Verträge abgeschlossen werden sollen, welche Straftaten zum Ziel
haben.
Grundsätzlich können Verträge in beliebiger Form abgeschlossen werden,
sie müssen nicht immer schriftlich abgefasst werden. Doch für bestimmte
Rechtsgeschäfte hat der Gesetzesgeber eine besondere Form
vorgeschrieben. Wird sie nicht eingehalten, so ist das Rechtsgeschäft
nichtig, d.h. von Anfang an ungültig.
Gesetzlich vorgeschriebene Formen sind z.B. die Schriftform für
Mietverträge über Wohnungen und Pachtverträge über Grundstücke und
Gebäude mit einer längeren Dauer als einem Jahr und die gerichtliche oder
notarielle Beurkundung bei Kaufverträgen über Grundstücke und Gebäude.

Nichtigkeit und Anfechtung

Rechtsgeschäfte sind dann nichtig d.h. von Anfang an ungültig, wenn


- die Willenserklärung von geschäftsunfähigen Personen abgegeben wurde
- der Vertrag gegen die guten Sitten verstößt
- der Vertrag gegen ein gesetzliches Verbot verstößt
- der Vertrag nicht in der vom Gesetz vorgeschriebenen Form
abgeschlossen wurde
- die Willenserklärung nur zum Schein oder aus Scherz abgegeben wurde
Anfechtbare Rechtsgeschäfte sind im Gegensatz zu den Nichtigen
zunächst gültig und bleiben so, so lange sie nicht angefochten werden
Ein Rechtsgeschäft kann angefochten werden
- wegen Irrtums
- wegen arglistiger Täuschung
- oder wegen Drohung

Weitere Verträge des Alltags

Weitere Verträge des Alltags sind


- Werkvertrag
- Werklieferungsvertrag
- Arbeitsvertrag
- Darlehensvertrag
- Maklervertrag
- Leihvertrag
- Mietvertrag
- Pachtvertrag

(Werkvertrag/Werklieferungsvertrag)
Ein Werkvertrag liegt dann immer vor, wenn eine Sache geändert,
repariert oder mit dem Material des Bestellers (Auftragsgeber) hergestellt
werden soll. Beim Werklieferungsvertrag wird mit dem Material des
Unternehmers produziert.

(Darlehensvertrag)
Der Darlehensvertrag ist ein Vertrag zur Verbrauchsüberlassung
Ein Gelddarlehen bezeichnet man auch als Kredit.

(Maklervertrag)
Für die Vermittlung von Wohnungen oder Häuser erhält der Makler vom
Käufer eine Provision. Sie liegt zurzeit bei 3 % vom verkauften Wert
zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Den erzielten Verkaufspreis
erhält der Verkäufer gutgeschrieben.

(Leihvertrag)
Das für den Leihvertrag entscheidende Word ist „unentgeltlich“ das heißt
das der Verleih dem Entleiher die Nutzung einer Sache kostenlos gestattet.

(Leasing)
Leasing ist eine besondere Form der Vermietung. Sie wird insbesondere bei
beweglichen Gütern, z.B. Autos verwendet. Man leiht die Ware sozusagen
innerhalb eines bestimmten Zeitraums für einen bestimmten monatlichen
Preis aus.

(Mietvertrag)
- gegen Entgelt z.B. Wohnung. Vermieter und Mieter gehen beim
Mietvertragsvertrag Verpflichtungen ein.
Die Pflichten des Vermieters sind, den Gebrauch der Sache für eine
bestimmte Zeit gegen Entgelt zu gewähren und den Zustand zu erhalten.
Die Pflichten des Mieters sind, die vereinbarte Miete monatlich zu
bezahlen.

(Pachtvertrag)
- gegen Entgelt und Überlassung von Früchten z.B. landwirtschaftliche
Nutzfläche, Hotel, Tankstelle. Überlässt ein Eigentümer einem Anderen
sein Grundstück, z.B. landwirtschaftliche Nutzfläche, so spricht das Gesetz
nicht vom Vermieten sondern vom Verpachten. Anstelle des Mietzinses ist
dementsprechend ein vereinbarter Pachtzins zu entrichten.

Kriterien der Vertragserfüllung (Das Erfüllungsgeschäft )

Der Verkäufer und der Käufer müssen die bei Vertragsabschluss


versprochenen Leistungen erfüllen:
- Der Verkäufer erfüllt seine Verpflichtungen, indem er die Ware dem
Käufer übergibt und ihm das Eigentum an der Sache überträgt
- Der Käufer erfüllt seine Pflicht, indem er den Kaufpreis begleicht und die
gekaufte Sache übernimmt
Hinsichtlich des Zeitpunktes der Erfüllung gilt,
dass wenn kein Liefertermin angegeben ist, sofort geliefert werden muss
und falls kein Zahlungstermin angegeben ist muss man sofort zahlen
Der Zeitpunkt der Erfüllung ist vor allem wichtig beim Zielkauf und beim
Ratenkauf, weil sich daraus rechtliche Folgen ergeben können.

Eigentumsvorbehalt

Eigentumsvorbehalt bedeutet, dass der Verkäufer die Ware zurückholen


kann, wenn der Käufer nicht bezahlt.

Erfüllungs- und Zahlungsort

Der Erfüllungsort legt fest, wo die beiden Schuldner aus einem Kaufvertrag
ihre Leistung erbringen müssen.
Der Erfüllungsort für Warenlieferungen ist in der Regel der Geschäftssitz
des Verkäufers.
Warenschulden sind Holschulden.
Der Käufer muss die gekauften Sachen beim Verkäufer abholen. Wohnen
beide an verschiedenen Orten, so hat der Verkäufer seine Leistung erfüllt,
wenn er die Ware ordnungsgemäß bei der Post abgeschickt oder einen
Spediteur übergeben hat. Die Versandkosten trägt der Käufer.
Geldschulden sind Bringschulden
Der Käufer ist verpflichtet, den Kaufpreis auf seine Rechnung und Gefahr
dem Verkäufer zu senden. Es dürfen also die Gebühren für den Versand
des Geldes nicht von der Kaufsumme abgezogen werden.

Pflichtverletzungen bei Kaufverträgen (Lieferungsverzug)


Hat der Verkäufer zum vereinbarten Zeitpunkt nicht geliefert, so sprechen
wir von Lieferungsverzug.
Damit ein Lieferer in Verzug kommt, müssen folgende Voraussetzungen
gegeben sein:
- Die Lieferung muss fällig sein, d.h., sie muss vom Kunden verlangt
werden können.
- der Käufer muss die Lieferung beim Verkäufer anmahnen, am besten
schriftlich und per Einschreiben.
- Den Lieferer muss ein Verschulden treffen. Höhere Gewalt wie z.B.
Streiks, Unterbrechung der Verkehrswege, Brand in der Fabrik, schließen
demnach ein Verschulden seitens des Lieferers aus.

Die Rechte des Käufers bei Lieferungsverzug sind das er jeder zeit
Schadensersatz wegen verspäteter Lieferung fordert, Schadensersatz statt
der Leistung fordert oder sogar vom Vertrag zurücktritt.

Zahlungsverzug

Hat ein Schuldner seine Schuld zum vereinbarten Termin nicht Bezahlt, so
spricht man von einem Zahlungsverzug.
Die Zahlung muss fällig sein. Sie ist dann fällig, wenn entweder der
Zahlungstag fest vereinbart wurde oder sich aus den Umständen exakt
errechnen lässt.

Sachmängel

Bei den Sachmängeln liegt der Fehler in der gelieferten Sache.


Arten der Sachmängel sind z.B. das eine andere Sache geliefert worden ist
als bestellt.
Das die falsche Menge bestellt worden ist
Die Erwartete Beschaffenheit nicht vorhanden ist.
Oder das die Sachen nicht richtig montiert sind oder die Montageanleitung
fehlt.

Verjährung von Forderungen

Nach einer gewiesen Zeit „verjährt“ eine Forderung des Gläubigers, falls er
seinen Anspruch in dieser Zeitspanne nicht geltend gemacht hat. Der
Schuldner kann die Zahlung dann wegen Verjährung verweigern. Das
bedeutet aber nicht, dass die Forderung erloschen ist, denn wenn der
Schuldner dennoch aus Unkenntnis nach einer eingetretenen Verjährung
zahlt, kann er den betrag nicht wieder zurückfordern.
Bei der Verjährung von Forderungen werden 3 Arten unterschieden:
Die regelmäßige Verjährungsfrist
Die zehnjährige Verjährungsfrist
und Die dreißigjährige Verjährungsfrist

Vollstreckungsverfahren

Im Mahnverfahren wird dem Schuldner durch den Mahnbescheid


mitgeteilt, dass ein bestimmter Betrag gefordert wird. Es dient zum
Geldeintreiben durch die Hilfe des Gerichts.

Das Bayerische Schlichtungsgesetz (Ablauf)

• 1.Antragstellung
• 2.Kosten
• 3.Durchführung der Schlichtung
• 4.Ziel des Schlichtungsverfahren
• 5.Happy End?