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Abschied Page 1 of 635

Abschied
Text by Ludwig Rellstab (1799-1860)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 957 op. posth. (1828), from Schwanengesang, no. 7.

Ade! du muntre, du fröhliche Stadt, ade!


Schon scharret mein Rößlein mit lustigen Fuß;
Jetzt nimm noch den letzten, den scheidenden Gruß.
Du hast mich wohl niemals noch traurig gesehn,
So kann es auch jetzt nicht beim Abschied geschehn.

Ade, ihr Bäume, ihr Gärten so grün, ade!


Nun reit ich am silbernen Strome entlang.
Weit schallend ertönet mein Abschiedsgesang;
Nie habt ihr ein trauriges Lied gehört,
So wird euch auch keines beim Scheiden beschert!

Ade, ihr freundlichen Mägdlein dort, ade!


Was schaut ihr aus blumenumduftetem Haus
Mit schelmischen, lockenden Blicken heraus?
Wie sonst, so grüß ich und schaue mich um,
Doch nimmer wend ich mein Rößlein um.

Ade, liebe Sonne, so gehst du zur Ruh, ade!


Nun schimmert der blinkenden Sterne Gold.
Wie bin ich euch Sternlein am Himmel so hold;
Durchziehn wir die Welt auch weit und breit,
Ihr gebt überall uns das treue Geleit.

Ade! du schimmerndes Fensterlein hell, ade!


Du glänzest so traulich mit dämmerndem Schein
Und ladest so freundlich ins Hüttchen uns ein.
Vorüber, ach, ritt ich so manches Mal,
Und wär es denn heute zum letzten Mal?

Ade, ihr Sterne, verhüllet euch grau! Ade!


Des Fensterlein trübes, verschimmerndes Licht
Ersetzt ihr unzähligen Sterne mir nicht,
Darf ich hier nicht weilen, muß hier vorbei,
Was hilft es, folgt ihr mir noch so treu!

Farewell
Farewell! You brave, you cheerful city, farewell!
Already my horse trots keen of hoof;
Now make the last, the parting greeting.
You have never seen me sad;
Let it not happen now, on parting.

Farewell! Your trees, your gardens so green, farewell!


Now I ride along the silvery stream
My farewell song echoes far & wide
Never have you heard a sad song,
So I won't give you one on parting.

Farewell! You friendly young maids, farewell!


Why are you looking out of your flower-perfumed house,
with impish, beckoning glances?
How can I but greet them and look around,

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But never will I turn my horse round.

Farewell! Dear sun, as you go to bed, farewell!


Now the glittering Star shimmers golden.
How close am I to you, stars in the heavens,
We travel far and wide through this world,
You are always for us a faithful guide.

Farewell! You shimmering window bright, farewell!


You glint so familiar with a dawning light,
And invite us so friendly into the hut,
So many times have I ridden past,
And will today be the last?

Farewell! Stars, envelop yourselves in grey, farewell!


The cloudy, shimmering window light,
Cannot replace, for me, you infinite stars,
I cannot stay here, I must carry on,
What good does it do, you follow me so faithfully.

Translated to English by Arthur Bullard

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Adelaide
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)

Set by

l Ludwig van Beethoven (1770-1827), op. 46 (1795/96).


l Franz Schubert (1797-1828), D. 95 (1814), published 1848.

Einsam wandelt dein Freund im Frühlingsgarten,


Mild vom lieblichen Zauberlicht umflossen,
Das durch wankende Blütenzweige zittert,
Adelaide!

In der spiegelnden Flut, im Schnee der Alpen,


In des sinkenden Tages Goldgewölken,
Im Gefilde der Sterne strahlt dein Bildnis,
Adelaide!

Abendlüfte im zarten Laube flüstern,


Silberglöckchen des Mais im Grase säuseln,
Wellen rauschen und Nachtigallen flöten:
Adelaide!

Einst, o Wunder! entblüht auf meinem Grabe


Eine Blume der Asche meines Herzens;
Deutlich schimmert auf jedem Purpurblättchen:
Adelaide!

Adelaide
Alone does your friend wander in the Spring garden,
mildly encircled by magic light

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
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that quivers through swaying, blossoming boughs,
Adelaide!

In the mirroring stream, in the snow of the Alps,


in the dying day's golden clouds,
in the fields of stars, your image shines,
Adelaide!

Evening breezes whisper in the tender leaves,


silver bells of May chime in the grass,
waves murmur and nightingales pipe:
Adelaide!

One day, o wonder! from my grave will sprout


a flower from the ashes of my heart;
and clearly on every purple leaf will gleam:
Adelaide!

Translated to English by Emily Ezust

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An die Freude
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 189 (1815), published 1829 as op. posth. 111 no. 1.
l Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), published 1803, from Kleine Balladen und Lieder,
Heft VI no. 11.

Freude, schöner Götterfunken,


Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode [streng]1 geteilt;
[Alle Menschen werden Brüder]2,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Seid umschlungen, Millionen!


Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder, überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,


Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja - wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer's nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

Was den großen Ring bewohnet,


Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet.

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Freude trinken alle Wesen


An der Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küße gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod.
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.

Ihr stürzt nieder, Millionen?


Ahnest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternezelt!
Über Sternen muß er wohnen.

[ Freude heißt die starke Feder


In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.

Froh, wie seine Sonnen fliegen


Durch des Himmel prächt'gen Plan,
Wandelt, Brüder, eure Bahn,
Freudig, wie ein Held zu Siegen.

Aus der Wahrheit Feuerspiegel


Lächelt sie den Forscher an.
[Zu der Tugend steilem]3 Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.

Duldet mutig, Millionen!


Duldet für die beßre Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.

Göttern kann man nicht vergelten;


Schön ist's, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn.
Keine Thräne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn

Unser Schuldbuch sei vernichtet!


Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder - überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.

Freude sprudelt in Pokalen,


In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut - -
Brüder, fliegt von euren Sitzen,

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Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel spritzen:
Dieses Glas dem guten Geist!

Den der Sterne Wirbel loben,


Den des Seraphs Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Überm Sternenzelt dort oben!

Festen Mut in schwerem Leiden,


[Hilfe]4, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen, -
Brüder, gält' es Gut und Blut -
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!

Schließt den heil'gen Zirkel dichter,


Schwört bei diesem goldnen Wein,
Dem Gelübde treu zu sein,
Schwört es bei dem Sternenrichter! ]5

1 Zumsteeg: "Schwert"
2
Zumsteeg: "Bettler werden Fürstenbrüder"
3 Zumsteeg: "Zu des Glaubens stillem"
4
Zumsteeg: "Hülfe"
5 often left out of Schubert editions.
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Kriegers Ahnung
Text by Ludwig Rellstab (1799-1860)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 957 op. posth. (1828), from Schwanengesang, no. 2.

In tiefer Ruh liegt um mich her


Der Waffenbrüder Kreis;
Mir ist das Herz so bang und schwer,
Von Sehnsucht mir so heiß.

Wie hab ich oft so süß geträumt


An ihrem Busen warm!
Wie freundlich schien
des Herdes Glut,
Lag sie in meinem Arm!

Hier, wo der Flammen düstrer Schein


Ach! nur auf Waffen spielt,
Hier fühlt die Brust sich ganz allein,
Der Wehmut Träne quillt.

Herz! Daß der Trost dich nicht verläßt!


Es ruft noch manche Schlacht.
Bald ruh ich wohl und schlafe fest,
Herzliebste - gute Nacht!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
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Warrior's Foreboding
In deep sleep my brothers-in-arms
Lie around me in a circle.
My heart is anxious and heavy
So hot from longing.

How often have I sweetly dreamt


On her warm bosom!
How friendly shone
the glowing hearth
When she lay in my arm!

Here where the gloomy glows of flames


Ah, only on weapons play,
Here the breast feels all alone,
And melancholy tears well up.

Heart, don't let your comfort desert you!


There are many battles still to come.
Soon I shall rest well and sleep deeply,
Love of my Heart, Goodnight!

Translated to English by Richard Morris

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Der Alpenjäger
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)

Set by

l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), published 1809?


l Franz Schubert (1797-1828), D. 588 (1817), published 1825 as op. 37 no. 2.

Willst du nicht das Lämmlein hüten?


Lämmlein ist so fromm und sanft,
Nährt sich von des Grases Blüten,
Spielend an des Baches Ranft.
"Mutter, Mutter, laß mich gehen,
Jagen nach des Berges Höhen!"

Willst du nicht die Herde locken


Mit des Hornes munterm Klang?
Lieblich tönt der Schall der Glocken
In des Waldes Lustgesang.
"Mutter, Mutter, laß mich gehen,
Schweifen auf den wilden Höhen!"

Willst du nicht die Blümlein warten,


Die im Beete freundlich stehn?
Draußen ladet dich kein Garten,
Wild ists auf den wilden Höhn!
"Laß die Blümlein, laß sie blühen!
Mutter, Mutter, laß mich ziehen!"

Und der Knabe ging zu jagen,


Und es treibt und reißt ihn fort,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
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Rastlos fort mit blindem Wagen
An des Berges finstern Ort,
Vor ihm her mit Windesschnelle
Flieht die zitternde Gazelle.

Auf der Felsen nackte Rippen


Klettert sie mich leichtem Schwung,
Durch den Riß gespaltener Klippen
Trägt sie der gewagte Sprung,
Aber hinter ihr verwogen
Folgt er mit dem Todesbogen.

Jetzo auf den schroffen Zinken


Hängt sie, auf dem höchsten Grat,
Wo die Felsen jäh versinken
Und verschwunden ist der Pfad.
Unter sich die steile Höhe,
Hinter sich des Feindes Nähe.

Mit der Jammers stummen Blicken


Fleht sie zu dem harten Mann,
Fleht umsonst, denn loszudrücken
Legt er schon den Bogen an.
Plötzlich aus der Felsenspalte
Tritt der Geist, der Bergesalte.

Und mit seinen Götterhänden


Schützt er das gequälte Tier.
"Mußt du Tod und Jammer senden",
Ruft er, "bis herauf zu mir?
Raum für alle hat die Erde,
Was verfolgst du meine Herde?"

Input by Richard Morris

The alpine hunter


Will you not watch the little lamb? -
the little lamb is so innocent and tender,
feeding on the blossoming grasses,
playing by the edge of the brook.
"Mother, mother, let me go,
to hunt in the mountain heights!"

Will you not summon the herd


with the horn's cheerful notes?
Sweetly do the bells toll
in the wood's hearty song.
"Mother, mother, let me go,
to wander on the wild heights!"

Will you not tend the little flowers,


standing with such friendliness in their beds?
Out there welcomes no such garden;
it is wild on the wild heights!
"Leave the little flowers - let them bloom!
Mother, mother, let me leave!"

And the boy left to hunt,


driven and yanked forward,
restless with blind daring,
to the mountain's dark place:
ahead of him with the speed of wind

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
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flees the trembling gazelle.

On the cliff's naked ribs


she climbs with an easy leap,
through the gaps of split rocks
does her daring spring take her,
but behind her, audacious,
he follows with his deadly bow.

Now, to the precipitous teeth


does she cling, on the highest ridge,
where the cliffs drop sheer below
and the path disappears.
Beneath her the steep drop;
behind her the approaching foe.

With a mute expression of despair


she entreats the cruel man,
but she pleads in vain, for he is about to fire:
he is already aiming his bow.
Suddenly from a rocky cleft
steps the Spirit of the Mountain.

And with his divine hands


he protects the tormented creature.
"Must you send death and anguish,"
he calls, "Even up here to me?
The earth has room for all -
why do you persecute my herd?"

Translated to English by Emily Ezust

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Amalia
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)

Set by

l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), published 1809?


l Franz Schubert (1797-1828), D. 195 (1815), published 1867.

Schön wie Engel voll Walhallas Wonne,


Schön vor allen Jünglingen war er,
Himmlisch mild sein Blick, wie Maiensonne,
Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer.

Seine Küsse - Paradiesisch Fühlen!


Wie zwei Flammen sich ergreifen, wie
Harfentöne in einander spielen
Zu der himmelvollen Harmonie -

Stürzen, flogen, schmolzen Geist in Geist zusammen,


Lippen, Wangen brannten, zitterten
Seele rann in Seele - Erd' und Himmel schwammen
Wie zerronnen um die Liebenden!

Er ist hin - vergebens, ach vergebens


Stöhnet ihm der bange Seufzer nach!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
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Er ist hin, und alle Lust des Lebens
Rinnet hin ein verlor'nes Ach!

Input by Richard Morris

Amalia
As fair as an angel full of Valhalla's bliss,
fairer than all the other young lads was he;
divinely gentle was his gaze, like the May sun
reflected in the blue mirror of the sea.

His kisses - what a feeling of Paradise!


Like two flames interwove,
like the sounds of a harp mingling
into a heavenly melody -

so our melting spirits rushed flying together,


lips and cheeks burning, trembling,
one soul merging into the other - and the earth and sky swam
about the lovers as if they were dissolving!

He is gone - in vain, alas, in vain


I sigh anxiously for him!
He is gone, and all the joy of life
flees from me in one forlorn moan!

Translated to English by Emily Ezust

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Willkommen, schöner Jüngling!


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)

Set by

l Conrad Baden (1908-1989), "Fr ühlingslied" (Spring song), op. 2 no. 1 (1930-5).
l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "An den Frühling" (To Spring).
l Ferdinand Ries (1784-1838), "Willkommen, schöner Jüngling" (Welcome, handsome
youth), op. 7 no. 6, published 1810.
l Franz Schubert (1797-1828), "An den Frühling" (To Spring), D. 245 ---- D. 283 (1815),
published 1865 as op. 172 no. 5 ---- D. 338 (1816?) [two tenors, two basses] ---- D. 587
(1817), published 1885.

Willkommen, schöner Jüngling!


Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

Ei, ei! Du bist ja wieder!


Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
Entgegen dir zu gehn.

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Denkst auch noch an mein Mädchen?
Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
Und's Mädchen liebt mich noch!

Für Mädchen manches Blümchen


Erbat ich mir von dir -
Ich komm' und bitte wieder,
Und du? Du gibst es mir.

Input by: Richard Morris

Welcome, handsome youth


Welcome, handsome youth!
You delight of nature!
With your basket of flowers,
you are welcome on this meadow!

Hey, hey! you've come again!


And you are so dear and handsome!
We rejoice heartily
as we greet you.

Do you also still think about my maiden?


Hey, my friend, you should!
For there my sweetheart loved me,
and the maiden loves me still!

For my sweetheart
I asked for many flowers from you -
I've come to ask again;
and you? You grant it.

Translated to English by Emily Ezust

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An Mignon
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Set by

l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), published 1798.


l Franz Schubert (1797-1828), op. 19 no. 2, D. 161b (1815), published 1825.
l Ludwig Spohr (1784-1859), op. 41 no. 3.
l Karl Friedrich Zelter (1758-1832), 1797.
l Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), published 1800, from Kleine Balladen und Lieder,
Heft II no. 10.

Über Tal und Fluß getragen,


Zieht rein der Sonne Wagen.
Ach, sie regt in ihrem Lauf,

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So wie deine, meine Schmerzen,
Tief im Herzen,
Immer morgens wieder auf.

Kaum will mir die Nacht noch frommen,


Denn die Träume selber kommen
Nun in trauriger Gestalt,
Und ich fühle dieser Schmerzen,
Still im Herzen
Heimlich bildende Gewalt.

Schon seit manchen schönen Jahren


Seh ich unten Schiffe fahren,
Jedes kommt an seinen Ort;
Aber ach, die steten Schmerzen,
Fest im Herzen,
Schwimmen nicht im Strome fort.

Schön in Kleidern muß ich kommen,


Aus dem Schrank sind sie genommen,
Weil es heute Festtag ist;
Niemand ahnet, daß von Schmerzen
Herz im Herzen
Grimmig mir zerrissen ist.

Heimlich muß ich immer weinen,


Aber freundlich kann ich scheinen
Und sogar gesund und rot;
Wären tödlich diese Schmerzen
Meinem Herzen,
Ach, schon lange wär ich tot.

Input by Richard Morris

To Mignon
Crossing over vale and river
the sun chariot passes cleanly.
Ah, it stirs in its course
my agonies, much like yours,
deep in the heart,
always fresh each morning.

Hardly does the night help me,


for my dreams themselves come
now in mournful aspect,
and I feel these pains
quietly in my heart,
a secretly-forming power.

Already, for many fair years


have I seen ships sailing below,
each going to its place,
but ah! the constant agonies,
firm in my heart,
do not float away in the river.

I must appear in fine clothing


taken from the wardrobe
because today is a holiday;
no one suspects the agony
that in my heart of hearts
is tearing grimly at me.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
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In secret I must weep,


but I can seem cheerful,
even healthy and flushed;
were these agonies fatal
to my heart,
ah, I would long since have died.

Translated to English by Emily Ezust

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Füllest wieder Busch und Tal


Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), "An den Mond", note: below is the final
version with notes indicating the changes from the first version.

Set by

l Leopold Damrosch (1832-1885), "An den Mond", op. 17 no. 4.


l Zdenko Fibich (1850-1900), "An den Mond", 1869.
l Moritz Hauptmann (1792-1868), "An den Mond", op. 22 no. 5, published 1834.
l Friedrich Heinrich Himmel (1765-1814), "An den Mond", op. 26 no. 1 (1806).
l Johanna Mockel Kinkel (1810-1858), "An den Mond", op. 7 no. 5.
l Hans Erich Pfitzner (1869-1949), "An den Mond", op. 18 (1906).
l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "An den Mond", published 1794.
l Andreas Jakob Romberg (1767-1821), "An den Mond", 1793.
l Franz Schubert (1797-1828), "An den Mond", D. 259 (1815), published 1850 ---- "An den
Mond", D. 296 (1819?), published 1868.
l Karl Sigmund Freiherr von Seckendorf (1744-1785), "F üllest wieder 's liebe Tal", 1778,
note: uses the first version of Goethe's text.
l Václav Jan K`rtitel Tomá`sek (1774-1850), "An den Mond", op. 56 no. 4 (1815?).
l Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "An den Mond", 1812.

Füllest wieder [Busch und]1 Tal


Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz.

Breitest über mein Gefild


Lindernd deinem Blick,
Wie [des Freundes]2 Auge mild
Über mein Geschick.

[ Jeden Nachklang fühlt mein Herz


Froh und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!


Nimmer werd ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß,
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,


Was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
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Nimmer es vergißt.

Rausche, Fluß, das Tal entlang,


Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu,]3

[Wenn du in der Winternacht


Wütend überschwillst,
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt


Ohne Haß verschließt,
Einen [Freund]5 am Busen hält
Und mit dem genießt,

[Was, von Menschen nicht gewußt


Oder nicht bedacht,]6
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

Input by Richard Morris

You fill bush and valley again


You fill bush and valley again
quietly with a splendid mist
and finally set loose
entirely my soul.

You spread over my domain


gently your gaze,
as mildy as a friend's eye
over my fate.

Every echo my heart feels,


of happy and troubled times;
I alternate between joy and pain
in my solitude.

Flow, flow on, dear river!


Never shall I be cheerful,
so faded away have jokes and kisses become -
and faithfulness as well.

I possessed once
something so precious,
that, to my torment,
it can never be forgotten now.

Murmur, river, beside the valley,


without rest and calm;
murmur on, whispering for my song
your melodies,

whenever you, on winter nights,


ragingly flood over,
or, in the splendor of spring,
help swell young buds.]4

Blissful is he who, away from the world,


locks himself without hate,
holding to his heart one friend

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 14 of 638
and enjoying with him

that which is unknown to most men


or never contemplated,
and which, through the labyrinth of the heart,
wanders in the night.

Translated to English by Emily Ezust


1
first version: "'s liebe"
2
first version: "der Liebsten"
3
first version: "Das du so beweglich kennst
Dieses Herz im Brand
Haltet ihr wie ein Gespenst
An den Fluß gebannt."
4
first version: " Wenn du in öder Winternacht
Er vom Tote schwillt
Und bei Frühlingslebens Pracht
An den Knospen quillt."
5 first version: "Mann"
6
first version: "Was dem Menschen unbewußt
Oder wohl veracht"
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Zeit, Verkündigerin der besten Freuden


Text by Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), "An sie", D. 288 (1815), published 1895.


l Richard Strauss (1864-1949), "An Sie", op. 43 no. 1 (1899).
l Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), "An Cidli", published 1800, from Kleine Balladen
und Lieder Heft I no. 10

Zeit, Verkündigerin der besten Freuden,


Nahe selige Zeit, dich in der Ferne
Auszuforschen, vergoß ich
Trübender Tränen zuviel'.

Und doch kommst du! O, dich, ja, Engel senden,


Engel senden dich mir, die Menschen waren,
Gleich mir liebten, nun lieben,
Wie ein Unsterblicher liebt.

[Auf den Flügeln der Ruh, in Morgenlüften,


Hell vom Taue des Tags, der höher lächelt,
Mit dem ewigen Frühling
Kommst du den Himmel herab. ]1

Denn sie fühlet sich ganz und gießt Entzückung


In dem Herzen empor die volle Seele,
Wenn sie, daß sie geliebt wird,
Trunken von Liebe sich's denkt!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 15 of 638

Time, announcer of the best joys


Time, announcer of the best joys,
near, blessed Time: in the distance
I searched for you, shedding
too many troubled tears.

And yet you come! O, you are sent by angels!


Angels have sent you to me - they were once human,
and like me, they loved, and now love
as immortals love.

On the wings of peace, in the morning breezes,


bright from the dew of the day that smiles down from above,
with eternal Spring
you come down from the heavens.

For they feel whole and overflow with delight


in their hearts - these full souls -
when they think themselves beloved,
and are intoxicated with Love!

Translated to English by Emily Ezust


1
Not set by Schubert.
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Ich denke dein


Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)

Set by

l Johann Anton André (1775-1842), "Andenken", c1818.


l Ludwig van Beethoven (1770-1827), "Andenken", WoO. 136.
l Ferdinand Ries (1784-1838), "Ich denke dein", op. 7 no. 2, published 1810.
l Franz Schubert (1797-1828), "Andenken", D. 99 (1814), published 1894.
l Carl Maria (Friedrich Ernst) von Weber (1786-1826), "Ich denke dein!", op. 66 no. 3
(1806).
l Hugo Wolf (1860-1903), "Andenken", 1876.
l Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), "Andenken", published 1801, from Kleine Balladen
und Lieder Heft III no. 18.

Ich denke dein,


Wenn durch den Hain
Der Nachtigallen
Akkorde schallen!
Wann denkst du mein?

Ich denke dein


Im Dämmerschein
Der Abendhelle
Am Schattenquelle!
Wo denkst du mein?

Ich denke dein


Mit süßer Pein

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Abschied Page 16 of 639
Mit bangem Sehnen
Und heißen Tränen!
Wie denkst du mein?

O denke mein,
Bis zum Verein
Auf besserm Sterne!
In jeder Ferne
Denk ich nur dein!

Remembrance
I think of you
when through the grove
the nightingales
sing out their chords!
When do you think of me?

I think of you
at the twilight
of evening
by the shadowy spring!
Where do you think of me?

I think of you
with sweet pain,
with anxious longing
and hot tears!
How do you think of me?

O think of me
until our union
on a better star!
However distant I may be
I think only of you!

Translated to English by Emily Ezust

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Abendstern
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 806 (1824), published 1833.


l Alexander Zemlinsky (1871-1942), from Drei Lieder um 1890, no. 3.

Goto: Italian Translation

Was weilst du einsam an dem Himmel,


O schöner Stern? und bist so mild;
Warum entfernt das funkelnde Gewimmel
Der Brüder sich von deinem Bild?
"Ich bin der Liebe treuer Stern,

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Abschied Page 17 of 639
Sie halten sich von Liebe fern."

So solltest du zu ihnen gehen,


Bist du der Liebe, zaud're nicht!
Wer möchte denn dir widerstehen?
Du süßes eigensinnig Licht.
"Ich säe, schaue keinen Keim,
Und bleibe trauernd still daheim."

Input by Richard Morris

Evening star
Why do you linger alone in the sky,
o beautiful star? and you are so mild;
why does the sparkling crowd
of your brothers shun your sight?
"I am the star of true love,
and they keep far away from Love."

So you should go to them,


if you are love; do not delay!
Who could then withstand you,
you sweet but stubborn light?
"I sow, but see no shoot,
and so I remain here, mournful and still."

Translated to English by Emily Ezust

Stella della sera


Che indugi tu solitaria in cielo,
o bella stella? e sei così mite;
ma perché, allora, lo scintillante brulichio delle consorelle
resta lontana dalla tua figura?
"Io son dell'amore la stella fedele,
esse si tengono distanti dall'amore."

E dunque dovresti andar tu da loro,


se sei dell'amore, non esitare!
chi potrebbe allora resisterti?
tu dolce lume testardo.
"Io semino ma non vedo alcun germoglio,
e me ne sto qui intristita, per conto mio."

Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara

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Der Atlas
Text by Heinrich Heine (1797-1856)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 957, op. posth. (1828), from Schwanengesang, no. 8.

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Abschied Page 18 of 639
l Also set in Russian by Reinhold Gliere (1875-1956), "Ja atlas zlopoluchnyj", op. 58 no. 7.

Ich unglücksel'ger Atlas! Eine Welt,


Die ganze Welt der Schmerzen muß ich tragen,
Ich trage Unerträgliches, und brechen
Will mir das Herz im Leibe.

Du stolzes Herz, du hast es ja gewollt!


Du wolltest glücklich sein, unendlich glücklich,
Oder unendlich elend, stolzes Herz,
Und jetzo bist du elend.

Atlas
I, unblessed Atlas!
I carry a world, the entire world of pain,
I bear the unbearable,
And the heart within me wants to break.

Proud heart, you have wanted it thus!


You wanted to be happy, eternally happy,
Or eternally miserable, you proud heart,
And now you are miserable.

Translated to English by Michael P. Rosewall

Atlas
Infortuné que je suis! Infortuné Atlas!
Un univers, tout l'univers des souffrances,
voilà ce que je dois porter.
Je porte l'insupportable, et mon coeur
voudrait se briser au-dedans de moi.

Coeur orgueilleux, tu l'as bien voulu!


Tu te voulais heureux, heureux infiniment,
où infiniment misérable, coeur trop fier;
et à présent te voilà misérable!

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Auf dem See


Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Set by

l Alphons Diepenbrock (1862-1921)


l Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), op. 80, Heft I, no. 2 (1836). [4v]
l Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), 1841.
l Hans Georg Nägeli (1773-1836), 1799.

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Abschied Page 19 of 640
l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), 1794.
l Franz Schubert (1797-1828), op. 92 no. 2, D. 543b (1817?), published 1828.
l Václav Jan K`rtitel Tomá`sek (1774-1850), 1815.
l Hugo Wolf (1860-1903), op. 3 no. 5 (1875).
l Also set in Russian by Nikolai Karlovich Medtner (1880-1951), "Na ozere", op. 3 no. 3.

Und frische Nahrung, neues Blut


Saug ich aus freier Welt:
Wie ist Natur so hold und gut,
Die mich am Busen hält!

Die Welle wieget unsern Kahn


Im Rudertakt hinauf,
Und Berge, wolkig himmelan,
Begegnen unserm Lauf.

Aug, mein Aug, was sinkst du nieder?


Goldne Träume, kommt ihr wieder?
Weg, du Traum! so gold du bist:
Hier auch Lieb und Leben ist.

Auf der Welle blinken


Tausend schwebende Sterne,
Weiche Nebel trinken
Rings die türmende Ferne;

Morgenwind umflügelt
Die beschattete Bucht,
Und im See bespiegelt
Sich die reifende Frucht.

On the lake
And fresh sustenance, new blood
I soak up from the wide world;
How sweet and good is nature
Which holds me to her bosom!

The waves rock our little boat


In time with the oars,
And mountains, cloud-capped heavenwards,
Meet our circling course.

Eyes, my eyes, why are you cast down?


Golden dreams, do you come again?
Away, you dream, however golden;
Here too is love and life.

On the waves twinkle


A thousand hovering stars,
Soft mists swallow up
The surrounding towering distances;

Morning wind wings around


The shadowed bay,
And the lake mirrors
The ripening fruit.

Translated to English by Lawrence Snyder and Rebecca Plack

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Abschied Page 20 of 640

Sur le lac
Fraîche est ma nourriture, neuf est mon sang
En ce monde de liberté:
Que la nature est douce et bonne,
Qui me serre contre son sein!

L'onde berce notre barque


Au rythme de l'aviron,
Et les montagnes, prises dans les nuages,
Viennent à notre rencontre.

Pourquoi baisserais-je ainsi les eux?


Rêves d'or, êtes-vous de retour?
Va-t'en, chimère, si dorée sois-tu!
Ici règnent la vie et l'amour.

Sur l'eau scintillent


Mille étoiles flottantes.
L'horizon s'enfuit,
Noyé dans la brume.

Un vent matinal parcourt,


L'anse baignée d'ombre,
Et les fruits encore verts
Se mirent dans le lac.

Translation to French copyright © by Virginie Bauzou

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Aufenthalt
Text by Ludwig Rellstab (1799-1860)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 957 op. posth. (1828), from Schwanengesang, no. 5.

Rauschender Strom,
Brausender Wald,
Starrender Fels
Mein Aufenthalt.

Wie sich die Welle


An Welle reiht,
Fließen die Tränen
Mir ewig erneut.

Hoch in den Kronen


Wogend sich's regt,
So unaufhörlich
Mein Herze schlägt.

Und wie des Felsen


Uraltes Erz,
Ewig derselbe
Bleibet mein Schmerz.

Dwelling
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Rushing torrent,
Howling forest,
Awesome crag,
My dwelling.

Just as each wave


follows upon the last,
My tears flow,
Eternally renewed.

High in the surging


treetops' sway
My heart
beats incessantly;

And, like the ore


within the ancient stone,
My pain remains
unchanged forever.

Translated to English by Michael P. Rosewall

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Der Gott und die Bajadere


Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Set by

l Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), subtitle: "Indische Legende", op. 45 no. 2
(1835).
l Othmar Schoeck (1886-1957), op. 34 (1921).
l Franz Schubert (1797-1828), D. 254 (1815), published 1887.
l Karl Friedrich Zelter (1758-1832)

Mahadöh, der Herr der Erde,


Kommt herab zum sechsten Mal,
Daß er unsers Gleichen werde,
Mit zu fühlen Freud und Qual.
Er bequemt sich, hier zu wohnen,
Läßt sich alles selbst geschehn;
Soll er strafen oder schonen,
Muß er Menschen menschlich sehn.
Und hat er die Stadt sich als Wandrer betrachtet,
Die Großen belauert, auf Kleine geachtet,
Verläßt er sie Abends, um weiter zu gehn.

Als er nun hinaus gegangen,


Wo die letzten Häuser sind,
Sieht er, mit gemalten Wangen,
Ein verlornes schönes Kind:
Grüß dich, Jungfrau! - Dank der Ehre!
Wart, ich komme gleich hinaus -
Und wer bist du? - Bajadere,
Und dies ist der Liebe Haus.
Sie rührt sich, die Zimbeln zum Tanze zu schlagen;
Sie weiß sich so lieblich im Kreise zu tragen,

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Abschied Page 22 of 641
Sie neigt sich und biegt sich und reicht ihm den Strauß.

Schmeichelnd zieht sie ihn zur Schwelle,


Lebhaft ihn ins Haus hinein.
Schöner Jüngling, lampenhelle
Soll sogleich die Hütte sein.
Bist du müd', ich will dich laben,
Lindern deiner Füße Schmerz.
Was du willst, das sollst du haben,
Ruhe, Freuden oder Scherz.
Sie lindert geschäftig geheuchelte Leiden.
Der Göttliche lächelt; er siehet mit Freuden
Durch tiefes Verderben ein menschliches Herz.

Und er fordert Sklavendienste;


Immer heitrer wird sie nur,
Und des Mädchens frühe Künste
Werden nach und nach Natur.
Und so stellet auf die Blüte
Bald und bald die Frucht sich ein;
Ist Gehorsam im Gemüte,
Wird nicht fern die Liebe sein.
Aber, sie schärfer und schärfer zu prüfen,
Wählet der Kenner der Höhen und Tiefen
Lust und Entsetzen und grimmige Pein.

Und er küßt die bunten Wangen,


Und sie fühlt der Liebe Qual,
Und das Mädchen steht gefangen,
Und sie weint zum erstenmal;
Sinkt zu seinen Füßen nieder,
Nicht um Wollust noch Gewinnst,
Ach! die gelenken Glieder,
Sie versagen allen Dienst.
Und so zu des Lagers vergnüglicher Feier
Bereiten den dunklen behaglichen Schleier
Die nächtlichen Stunden, das schöne Gespinst.

Spät entschlummert unter Scherzen,


Früh erwacht nach kurzer Rast,
Findet sie an ihrem Herzen
Tot den vielgeliebten Gast.
Schreiend stürzt sie auf ihn nieder,
Aber nicht erweckt sie ihn,
Und man trägt die starren Glieder
Bald zur Flammengrube hin.
Sie höret die Priester, die Totengesänge,
Sie raset und rennet und teilet die Menge.
Wer bist du? was drängt zu der Grube dich hin?

Bei der Bahre stürzt sie nieder,


Ihr Geschrei durchdringt die Luft:
Meinen Gatten will ich wieder!
Und ich such ihn in der Gruft.
Soll zu Asche mir zerfallen
Dieser Glieder Götterpracht?
Mein! er war es, mein vor allen!
Ach, nur eine süße Nacht!
Es singen die Priester: Wir tragen die Alten,
Nach langem Ermatten und spätem Erkalten,
Wir tragen die Jugend, noch eh sie's gedacht.

Höre deiner Priester Lehre:


Dieser war dein Gatte nicht.
Lebst du doch als Bajadere,
Und so hast du keine Pflicht.
Nur dem Körper folgt der Schatten

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Abschied Page 23 of 641
In das stille Totenreich;
Nur die Gattin folgt dem Gatten:
Das ist Pflicht und Ruhm zugleich.
Ertöne, Trommete, zu heiliger Klage!
O nehmet, ihr Götter, die Zierde der Tage,
O nehmet den Jüngling in Flammen zu euch!

So das Chor, das ohn' Erbarmen


Mehret ihres Herzens Not;
Und mit ausgestreckten Armen
Springt sie in den heißen Tod.
Doch der Götter-Jüngling hebet
Aus der Flamme sich empor,
Und in seinen Armen schwebet
Die Geliebte mit hervor.
Es freut sich die Gottheit der reuigen Sünder;
Unsterbliche heben verlorene Kinder
Mit feurigen Armen zum Himmel empor.

Input by Martin-Beatus Meier

The god and the dancing-girl


Mahadeva, Lord of the Earth,
comes down for the sixth time
to live as one of us,
and to feel joy and pain like us.
He decided to live here
and to experience what might happen;
for if he must decide whether to punish or forgive,
he must see humankind as a human.
He has observed the city as a wanderer,
following the great, paying attention to the humble,
and leaving them in the evening to go onward.

Having now departed


to where the last houses stand,
he sees a pretty, forlorn girl
with painted cheeks:
"I greet you, young lady!" - "Thank you for the honour!
Wait, I'm coming out." -
"And who are you?" - "A dancing-girl,
and this is the House of Love."
She begins to dance and strike on her cymbals;
she dances in a circle she knows is so charming,
moving sinuously and reaching out flowers to him.

She draws him caressingly toward the threshhold,


enticing him with animation into the house.
"Fair youth, soon the hut
will be bright with lamplight.
If you are tired, I will refresh you
and soothe the pain in your feet.
Whatever you wish you shall have:
rest, joy or jesting."
She busily soothes his feigned afflictions.
The god smiles; he rejoices to see
a human heart through the depths of her debasement.

And he exacts the servitude of a slave from her,


but she only becomes more cheerful;
so the maiden's arts, learned early,
have become natural after so long.
So are blossoms replaced

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Abschied Page 24 of 641
soon by fruit;
if there is submission in the mind,
love will not be far away.
But to test her more and more stridently,
the Judge opts for the heights and depths of
both pleasure and horror and grim pain.

And he kisses her colorful cheeks,


and she feels the hearteache of love,
and the maiden stands trapped,
and weeps for the first time:
she sinks down at his feet,
after neither pleasure nor gain;
ah! her pliant limbs
refuse to work any longer.
And so, for a pleasant celebration of the bed
they prepare a dark, comfortable veil
for the night hours: a lovely web.

Falling asleep late amid much play,


and awakening early after a brief rest,
she finds lying at her bosom
the well-beloved guest is dead.
She starts with a scream and falls upon him,
but she cannot awaken him;
and his rigid form is carried away
soon to the funeral pyre.
She hears the priests and the dirges,
and she hurtles at the crowd.
"Who are you? Why do you intrude on this funeral?"

She falls by the bier,


her cries cutting through the air:
"I want my husband again!
I seek for him in the crypt;
shall these limbs of such divine splendour
fall into ash before my very eyes?
Mine! He was mine! I came before everyone else!
Ah, only one sweet night!"
The priests chant: "We bear away the aged,
after long fatigue and illness;
we bear away the young before they realize it.

"Hear the lessons of your priests:


this was not your husband.
You live only as a dancing-girl,
so you have no duty toward him.
Only the corpse's shadow follows it
into the Realm of the Dead;
only the wife follows the husband;
it is both her duty and her glory.
Resound, trumpet, in a holy lament!
Gods, receive this ornament of the Day,
o receive this youth in flames!"

Thus the choir, their song intensifying


her heart's anguish with their lack of pity;
and with outstretched arms
she springs into hot death.
But the God-Youth rises
from the flames
and sweeps into his arms
his beloved.
The Divinity rejoices to find a penitent sinner;
lost children are given immortality
and lifted with arms of fire to Heaven.

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Abschied Page 25 of 642
Translated to English by Emily Ezust

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Mit dem grünen Lautenbande


Text by Wilhelm Müller (1794-1827)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 25, D. 795 (1823), from Die schöne Müllerin, no. 13.

Goto: Spanish Translation

»Schad um das schöne grüne Band,


Daß es verbleicht hier an der Wand,
Ich hab das Grün so gern!«
So sprachst du, Liebchen, heut zu mir;
Gleich knüpf ich's ab und send es dir:
Nun hab das Grüne gern!

Ist auch dein ganzer Liebster weiß,


Soll Grün doch haben seinen Preis,
Und ich auch hab es gern.
Weil unsre Lieb ist immergrün,
Weil grün der Hoffnung Fernen blühn,
Drum haben wir es gern.

Nun schlinge in die Locken dein


Das grüne Band gefällig ein,
Du hast ja's Grün so gern.
Dann weiß ich, wo die Hoffnung wohnt,
Dann weiß ich, wo die Liebe thront,
Dann hab ich's Grün erst gern.

With the Green Lute-ribbon


"It's a pity for that pretty green ribbon,
That it fades here on the wall;
I like Green so very much!"
So you said, sweetheart, today to me;
I shall untie it and send it to you:
Now be fond of Green!

Even though your lover is white with flour,


Green shall still have its praise;
And I also like green.
Because our love is evergreen,
Because Hope's far reaches bloom green,
We are both fond of green.

Now pleasantly entwine in your locks


This green ribbon;
You are so fond of green.
Then I will know where Hope dwells,
Then I will know where Love is enthroned,
Then I will be really fond of green.

Translated to English by Emily Ezust

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 26 of 642

Con la cinta verde del laúd


"Lástima la hermosa cinta verde
que pierde su color aquí en la pared,
me gusta tanto el verde..."
Así me dijiste hoy, amada;
enseguida la descolgué y te la mandé:
ahora disfrutarás del verde!

Aunque tu amado es todo blanco,


también el verde tiene su premio
y también a mí me gusta.
¡Porque nuestro amor es siempre verde,
porque verdes florecen las lejanas esperanzas,
por eso nos gusta tanto!

Ahora anuda tus rizos,


con la verde cinta, de forma graciosa;
tanto te gusta el verde.
¡Así sabré dónde vive la esperanza,
así sabré dónde tiene su trono el amor,
así disfrutaré del verde!

Translation to Spanish copyright © 1997 by Pilar Lirio and Uta Weber

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Die Betende
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)

Set by

l Ferdinand Ries (1784-1838), op. 36 no. 4, published 1811.


l Franz Schubert (1797-1828), D. 102 (1814), published 1840.
l Karl Friedrich Zelter (1758-1832)

Laura betet! Engelharfen hallen


Frieden Gottes in ihr krankes Herz,
Und, wie Abels Opferdüfte, wallen
Ihre Seufzer himmelwärts.

Wie sie kniet, in Andacht hingegossen,


Schön, wie Raphael die Unschuld malt;
Vom Verklärungsglanze schon umflossen,
Der um Himmelswohner strahlt.

O sie fühlt, im leisen, linden Wehen,


Froh des Hocherhabnen Gegenwart,
Sieht im Geiste schon die Palmenhöhen,
Wo der Lichtkranz ihrer harrt!

So von Andacht, so von Gottvertrauen


Ihre engelreine Brust geschwellt,
Betend diese Heilige zu schauen,
Ist ein Blick in jene Welt.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 27 of 642
Input by Richard Morris

The praying woman


Laura is praying! Angel's harps echo
the peace of God in her sick heart,
and, like the fragrance of Abel's sacrifices, waft
her sighs toward Heaven.

How she kneels, pouring out her devotion,


as fair as Raphael could paint Innocence;
already bathed in the radiance of transfiguration
that streams from those that dwell in Heaven.

O she feels, in the gentle, quiet breeze,


glad of the presence of the higher beings;
she's already looking at the spirits in the palmy heights,
where her halo awaits!

So with devotion, so by trust in God,


her angel-pure breast swells
and this saintly woman gazes, praying;
it is a glimpse into another world.

Translated to English by Emily Ezust

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Ich stand in dunkeln Träumen


Text by Heinrich Heine (1797-1856)

Set by

l Zden`ek Fibich (1850-1900), "Ihr Bildnis" (Her image), 1867.


l Edvard Grieg (1843-1907), "Ich stand in dunkeln Träumen", op. 2 no. 3 (1861). Wilhelm
Kienzl (1857-1941), "Traumesahnung" (Dreamy presentiment), op. 18, from Geliebt --
Vergessen, no. 6.
l Franz Schubert (1797-1828), "Ihr Bild" (Her image), D. 957, op. posth. (1828), from
Schwanengesang, no. 9.
l Clara Schumann (1819-1896), "Ihr Bildnis" (Her image), op. 13, from Sechs Lieder, no. 1.
l Bernard Wagenaar (1894-1971), published 1926, in German and English [English version
not available], from Three Songs, no. 3.
l Hugo Wolf (1860-1903), "Ich stand in dunkeln Tr äumen" (I stood in darkened daydreams),
1878.
l Also set in Russian by Makarov

Goto: French Translation

Ich stand in [dunkeln]1 Träumen


und [starrte]2 ihr Bildnis an,
und das geliebte Antlitz
Heimlich zu leben begann.

Um ihre Lippen zog sich


Ein Lächeln wunderbar,

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Abschied Page 28 of 643
Und wie von Wehmutstränen
Erglänzte ihr Augenpaar.

Auch meine Tränen flossen


Mir von den Wangen herab -
Und ach, ich kann's nicht glauben,
Daß ich dich verloren hab!

I stood in darkened daydreams


I stood in darkened daydreams
and stared at her portrait long
as that beloved face was
secretly coming to life.

Around her lips there blossomed


a wondrous laughing smile,
and melancholy teardrops -
they glittered in her fair eyes.

Likewise my teardrops welled up


and flowed down mournful cheeks
alas, I can't believe it,
that I am deprived of you!

Son portrait
Plongé dans de sombres rêves,
Je contemplais son portrait
Lorsque vint à s'animer
Son aimable et doux visage.

Le plus merveilleux sourire


Erra sur ses lèvres roses,
De mélancoliques larmes
Scintillèrent dans ses yeux.

Je sentis mes propres pleurs


Couler le long de mes joues -
Hélas! Me faut-il donc croire
Qu'à jamais je t'ai perdue?

Alternate translation

En proie à de sombres rêves,


debout, je fixais son portrait;
et le bien-aimé visage
s'anima d'une vie secrète.

Ses lèvres ébauchèrent


un merveilleux sourire,
et comme des larmes de peine
illuminèrent ses yeux.

Mes larmes ausi jaillirent,


retombant de mes joues.
Hélas! je ne puis croire
que je t'aie vraiment perdue.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 29 of 643
Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre
1sometimes given as "dunklen"
2
Grieg: "starr't"
Translated to English (copyright © 1996) by David Kenneth Smith
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Des Müllers Blumen


Text by Wilhelm Müller (1794-1827)

Set by

l Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), 1823.


l Franz Schubert (1797-1828), op. 25, D. 795 (1823), from Die schöne Müllerin, no. 9.

Goto: Spanish Translation

Am Bach viel kleine Blumen stehn,


Aus hellen blauen Augen sehn;
Der Bach, der ist des Müllers Freund,
Und hellblau Liebchens Auge scheint,
Drum sind es meine Blumen.

Dicht unter ihrem Fensterlein,


Da will ich pflanzen die Blumen ein,
Da ruft ihr zu, wenn alles schweigt,
Wenn sich ihr Haupt zum Schlummer neigt,
Ihr wißt ja, was ich meine.

Und wenn sie tät die Äuglein zu


Und schläft in süßer, süßer Ruh,
Dann lispelt als ein Traumgesicht
Ihr zu: Vergiß, vergiß mein nicht!
Das ist es, was ich meine.

Und schließt sie früh die Laden auf,


Dann schaut mit Liebesblick hinauf:
Der Tau in euren Äugelein,
Das sollen meine Tränen sein,
Die will ich auf euch weinen.

The miller's flowers


By the brook, many small flowers stand;
Out of bright blue eyes they look;
The brook - it is the miller's friend, -
And light blue shine my darling's eyes;
therefor, these are my flowers.

Right under her little window,


There will I plant these flowers,
There will you call to her when everything is quiet,
When her head leans to slumber,
You know what I intend you to say!

And when she closes her little eyes,

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Abschied Page 30 of 643
And sleeps in sweet sweet rest,
Then whisper, like a dreamy vision:
Forget, forget me not!
That is what I mean.

And early in the morning, when she opens the shutters up,
then look up with a loving gaze:
The dew in your little eyes
shall be my tears,
which I will shed upon you.

Translated to English by Emily Ezust

Las flores del molinero


Junto al arroyo muchas florecillas
como claros y azules ojos miran;
el arroyo, él es el amigo del molinero
y claros y azules los ojos de mi amada brillan,
por eso son mis flores favoritas.

Bajo su ventanita
ahí plantaré las flores;
le dirán, cuando todo calle,
cuando su cabeza se incline para dormir,
lo que saben que yo siento.

Y cuando cierre los ojillos


y duerma en dulce, dulce reposo,
entonces susurradle como en un sueño: ¡No me olvides!
Esto es lo que yo siento.

Y cuando abra temprano las ventanas,


entonces miradla con mirada amorosa;
el rocío de vuestros ojillos deben ser mis lágrimas,
las derramaré sobre vosotras.

Translation to Spanish copyright © 1997 by Pilar Lirio and Uta Weber

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Die böse Farbe


Text by Wilhelm Müller (1794-1827)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 25, D. 795 (1823), from Die schöne Müllerin, no. 17.

Goto: Spanish Translation

Ich möchte ziehn in die Welt hinaus,


Hinaus in die weite Welt;
Wenn's nur so grün, so grün nicht wär,
Da draußen in Wald und Feld!

Ich möchte die grünen Blätter all


Pflücken von jedem Zweig,
Ich möchte die grünen Gräser all
Weinen ganz totenbleich.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 31 of 644
Ach Grün, du böse Farbe du,
Was siehst mich immer an
So stolz, so keck, so schadenfroh,
Mich armen weißen Mann?

Ich möchte liegen vor ihrer Tür


In Sturm und Regen und Schnee.
Und singen ganz leise bei Tag und Nacht
Das eine Wörtchen: Ade!

Horch, wenn im Wald ein Jagdhorn schallt,


Da klingt ihr Fensterlein!
Und schaut sie auch nach mir nicht aus,
Darf ich doch schauen hinein.

O binde von der Stirn dir ab


Das grüne, grüne Band;
Ade, ade! Und reiche mir
Zum Abschied deine Hand!

The Hateful Color


I'd like to go out into the world,
Out into the wide world;
If only it weren't so green, so green,
Out there in the forest and field!

I would like to pluck all the green leaves


From every branch,
I would like to weep on all the grass
Until it is deathly pale.

Ah, Green, you hateful color, you,


Why do you always look at me,
So proud, so bold, so gloating,
And me only a poor, flour-covered man?

I would like to lay in front of her door,


In storm and rain and snow.
And sing so sofly by day and by night
One little word: farewell!

Hark, when in the forest a hunter's horn sounds -


Her window clicks!
And she looks out, but not for me;
Yet I can certainly look in.

O do unwind from your brow


That green, green ribbon;
Farewell, farewell! And give me
Your hand in parting!

Translated to English by Emily Ezust

El malvado color maligno


¡Querría recorrer el mundo,
el ancho mundo;
si sólo no hubiera tanto verde,
allí fuera en bosques y campos!

¡Querría todas las hojas verdes

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 32 of 644
arrancar de cada rama,
querría sobre toda la verde hierba
llorar hasta que empalideciera!

¡Ah, verde, color malvado!


¿por qué me miras siempre
tan orgulloso, tan osado, tan malicioso,
a mí, pobre hombre blanco?

Querría yacer ante su puerta


con tempestades, lluvias y nieves,
y cantar muy quedo día y noche
solo una palabrita: ¡adiós!

Escucha, cuando en el bosque resuene un cuerno de caza,


suena su ventanita,
y aunque no mire hacia mí,
yo puedo mirar hacia adentro.

Oh, quítate de la frente


la verde cinta;
¡Adiós, adiós! y ¡tiéndeme
como despedida tu mano!

Translation to Spanish copyright © 1997 by Pilar Lirio and Uta Weber

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Wer nie sein Brot mit Tränen aß


Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from Wilhelm Meister.

Set by

l (Friedrich) August Bungert (1845-1915), "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", op. 1 no. 1.
l (August Joseph) Norbert Burgmüller (1810-1836), "Harfenspieler II", op. 6 no. 1 (1827-
36?)
l Anton Diabelli (1781-1858), "Menschenschicksal".
l Zdenko Fibich (1850-1900), "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", 1871.
l Franz (Ferencz) Liszt (1811-1886), "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", S. 297.
l Heinrich August Marschner (1795-1861), "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", op. 160 no.
4.
l Victor Ernst Nessler (1841-1890), "Wer nie sein Brot mit Tränen aß".
l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), "Klage", published 1795-6.
l Anton Rubinstein (1829-1894), "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", op. 91, from Die
Gedichte und das Requiem fur Mignon aus Goethe's "Wilhelm Meister's Lehrjahre", no. 2.
l Franz Schubert (1797-1828), "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", D. 478 no. 2 (1816),
published 1895 ---- "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", D. 478 no. 2 (1822), published
1822 as op. 12 no. 2 ---- "Gesänge des Harfners III", D. 480 no. 3.
l Robert Alexander Schumann (1810-1856), "Wer nie sein Brot mit Tränen aß", op. 98a no.
4.
l Wilhelm Stade , "Aus Wilhelm Meister", published 1842.
l Hugo Wolf (1860-1903), "Harfenspieler III", from Goethe-Lieder, no. 3.
l Karl Friedrich Zelter (1758-1832), "Klage", 1795 ---- "Klage", 1816.

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,


Wer nie die kummervollen Nächte

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 33 of 644
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

Ihr führt ins Leben uns hinein,


Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein:
Denn [alle]1 Schuld rächt sich auf Erden.

He who never ate his bread with tears


He who never ate his bread with tears,
he who never, through miserable nights,
sat weeping on his bed -
he does not know you, Heavenly Powers.

You lead us into life,


you let the wretched man feel guilt,
and then you leave him to his pain -
for all guilt avenges itself on earth.

Translated to English by Emily Ezust


1
or "jede"
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Bundeslied
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Set by

l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), 1809.


l Franz Schubert (1797-1828), D. 258 (1815), published 1887.

In allen guten Stunden,


Erhöht von Lieb' und Wein,
Soll dieses Lied verbunden
Von uns gesungen sein!
Uns hält der Gott zusammen,
Der uns hierher gebracht.
Erneuert unsre Flammen,
Er hat sie angefacht.

So glühet fröhlich heute,


Seid recht von Herzen eins!
Auf, trinkt erneuter Freude
Dies Glas des echten Weins!
Auf, in der holden Stunde
Stoßt an, und küsset treu,
Bei jedem neuen Bunde,
Die alten wieder neu!

Wer lebt in unserm Kreise,


Und lebt nicht selig drin?
Genießt die freie Weise
Und treuen Brüdersinn!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 34 of 645
So bleibt durch alle Zeiten
Herz Herzen zugekehrt;
Von keinen Kleinigkeiten
Wird unser Bund gestört.

Uns hat ein Gott gesegnet


Mit freiem Lebensblick,
Und alles, was begegnet,
Erneuert unser Glück.
Durch Grillen nicht gedränget,
Verknickt sich keine Lust;
Durch Zieren nicht geenget,
Schlägt freier unsre Brust.

Mit jedem Schritt wird weiter


Die rasche Lebensbahn,
Und heiter, immer heiter
Steigt unser Blick hinan.
Uns wird es nimmer bange,
Wenn alles steigt und fällt,
Und bleiben lange, lange!
Auf ewig so gesellt.

Comrade's Song
In good times,
exalted by love and wine,
this song will unite
us and be sung!
God, who holds us together
and brought us here,
shall renew the flames
he kindled in us.

So, glowing with happiness today,


we are one at heart!
Drink to our renewed joy
this glass of good wine!
In this sweet hour
clink glasses and kiss faithfully;
with these new bonds
we make the old ones new again!

Who lives in our circle


but is not happy?
Relish the free ways
and faithful brotherly love!
So we remain through all time,
heart turned toward heart;
and through no trifle
will our bond ever be broken.

A god has blessed us


with an unfettered view on life,
and everything that happens
renews our happiness.
We are not oppressed by melancholy thoughts,
no desire trips us up,
and we are not constrained by foppish fads:
our hearts beat freely.

With every step along


the swift road of life,
ever more serenly

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 35 of 645
do our gazes climb.
Life is never frightening to us,
rising or falling,
and may we long, long remain
this way, eternally united.

Translated to English by Emily Ezust

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Da voi, cari lumi


Text by Pietro Metastasio (1698-1782)

Set by

l Giacomo Meyerbeer (1791-1864), "Da voi, cari lumi", from Sei canzonette italiane, no. 2.
l Franz Schubert (1797-1828), "L'incanto degli occhi", op. 83 no. 1, D. 902 no. 1 (1827).

Da voi, cari lumi,


Di pende il mio stato;
Voi siete i miei Numi,
Voi siete il mio fato.

A vostro talento
Mi sento cangiar,

Ardir m'inspirate,
Seliete splendate;
Se torbidi siete,
Mi fate tremar.

On you, fair stars


On you, fair stars
Does my life hang;
You are my gods,
You are my Fate.

I feel myself bending


To your will.

You inspire courage


When blessedly you shine
But when you appear unsettled,
It makes me tremble.

Translated to English by Thomas Dawkins

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Cidli, du weinest, und ich schlummre sicher


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 36 of 645
Text by Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)

Set by

l Gottfried Emil Fischer (1791-1841), "An Cidli", 1820.


l Franz Schubert (1797-1828), "Furcht der Geliebten - An Cidli", D. 285b (1815), published
1885.

Cidli, du weinest, und ich schlummre sicher,


Wo im Sande der Weg verzogen fortschleicht;
Auch wenn stille Nacht ihn umschattend decket,
Schlummr' ich ihn sicher.

Wo er sich endet, wo ein Strom das Meer wird,


Gleit ich über den Strom, der sanfter aufschwillt;
Denn der mich begleitet, der Gott gebot's ihm.
Weine nicht, Cidli!

Cidli, you weep, and I slumber safely


Cidli, you weep, and I slumber safely,
Where in the sand the path winds forward;
Even when the silent night in shadow shrouds the path,
I shall slumber safely.

Where it ends, where river becomes sea,


I shall glide over the river, the gentle current;
For my companion, God, commands it thus.
Do not weep, Cidli!

Translated to English by Philip Sternberg

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Der Vatermörder
Text by Gottlieb Konrad Pfeffel (1736-1809)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 10 (1811), published 1894.

Ein Vater starb von des Sohnes Hand.


Kein Wolf, kein Tiger, nein,
Der Mensch allein, der Tiere Fürst,
Erfand den Vatermord allein.

Der Täter floh, um dem Gericht


Sein Opfer zu entziehn,
In einen Wald, doch konnt er nicht
Den innern Richter fliehn.

Verzehrt und hager, stumm und bleich,


Mit Lumpen angetan,
Dem Dämon der Verzweiflung gleich,
Traf ihn ein Häscher an.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 37 of 646

Voll Grimm zerstörte der Barbar


Ein Nest mit einem Stein
Und mordete die kleine Schar
Der armen Vögelein.

Halt ein! rief ihm der Scherge zu,


Verruchter Bösewicht,
Mit welchem Rechte marterst du
Die frommen Tierchen so?

Was fromm, sprach jener, den die Wut


Kaum hörbar stammeln ließ,
Ich tat es, weil die Höllenbrut
Mich Vatermörder hieß.

Der Mann beschaut ihn, seine Tat


Verrät sein irrer Blick.
Er faßt den Mörder, und das Rad
Bestraft das Bubenstück.

Du, heiliges Gewissen, bist


Der Tugend letzter Freund;
Ein schreckliches Triumphlied ist
Dein Donner ihrem Feind.

The parricide
A father died at his son's hand.
No wolf, no tiger, no:
Man alone, the prince of beasts,
he alone invented patricide.

The perpetrator fled to take away


his victim from the Law;
in the wood, however, he could not
flee his inner Judge.

Consumed and gaunt, dumb and pale,


dressed in rags,
like the demon of despair,
and thus the constable found him.

Full of fury, the brute broke


a nest with a stone
and murdered the small brood
of poor little birds.

Stop! cried the constable,


wicked villain,
What right do you have to torture
these poor creatures so?

The other spoke with such rage


he could hardly be heard:
I did it because this brood from hell
called me parricide!

The man gazed at him, his deed


betrayed by his mad face.
He arrested the murderer, and the wheel
punished this piece of villainy.

You, holy conscience, are

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 38 of 646
virtue's ultimate friend;
A terrible song of triumph
your thunder is to its enemy.

Translated to English by Emily Ezust

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Erinnerung
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), subtitle: "Totenopfer", D. 101 (1814), published 1894.

Kein Rosenschimmer leuchtet dem Tag zur Ruh!


Der Abendnebel schwillt am Gestad empor,
Wo durch verdorrte Felsengräber
Sterbender Lüfte Gesäusel wandelt.

Nicht schwermutsvoller bebte des Herbstes Weh'n


Durch's tote Gras am sinkenden Rasenmahl,
Wo meines Jugendlieblings Asche
Unter den trauernden Weiden schlummert.

Ihm Tränen opfern werd' ich beim Blätterfall,


Ihm, wenn das Mailaub wieder den Hain umrauscht,
Bis mir, vom schönern Stern, die Erde
Freundlich im Reigen der Welten schimmert.

Remembrance
No rosy gleam shines the day to rest!
Evening mists surge up upon the shore
where, among dried-up rocky graves,
the whispers of dying breezes waft.

Autumn's wind did not shake with more melancholy


through the dead grass on the sinking turf
where the ashes of my youthful beloved
slumbered under the weeping willows.

To him I will offer tears when the leaves begin to fall -


to him, when May's foliage again rustles in the grove;
until, from a fairer star, the earth
glimmers kindly in the dance of worlds.

Translated to English by Emily Ezust

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Die Befreier Europa's in Paris


Text by Johann Christian Mikan (1769-1844)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 104 (1814).

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 39 of 646

Sie sind in Paris!


Die Helden! Europa's Befreier!
Der Vater von Östreich, der Herrscher der Reußen,
Der Wiedererwecker der tapferen Preußen.
Das Glück Ihrer Völker - es war ihnen teuer.
Sie sind in Paris!
Nun ist uns der Friede gewiß!

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Der Abend
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 108 (1814).

Purpur malt die Tannenhügel


Nach der Sonne Scheideblick,
Lieblich strahlt des Baches Spiegel
Hespers Fackelglanz zurück.

Tönst du einst im Abendhauche,


Grillchen, auf mein frühes Grab
Aus der Freundschaft Rosenstrauche
Deinen Klaggesang herab:

Wird noch stets mein Geist dir lauschen,


Horchend, wie er jetzt dir lauscht,
Durch des Hügels Blumenrauschen,
Wie dies Sommerlüftchen rauscht.

The evening
The pine hill is painted purple
by the sun's departing glance;
and the brook reflects beautifully
Hesperus' glowing torch.

If you trill sometime in the evening breeze,


cricket, upon my early grave
from the rosebushes of friendship,
your lamenting song:

My spirit will still listen to you,


listening just as it now listens to you,
through the hill's rustling flowers,
just as this little summer breeze is rustling.

Translated to English by Emily Ezust

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 40 of 646

Der Taucher
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 77 ---- D. 111 (1813-4), published 1831.

"Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp,


Zu tauchen in diesen Schlund?
Einen goldnen Becher werf' ich hinab.
Verschlungen schon hat ihn der schwarze Mund,
Wer mir den Becher kann wieder zeigen,
Er mag ihn behalten, er ist sein eigen."

Der König spricht es und wirft von der Höh'


Der Klippe, die schroff und steil
Hinaushängt in die unendliche See,
Den Becher in der Charybde Geheul,
"Wer ist der Beherzte, ich frage wieder,
Zu tauchen in diese Tiefe nieder?"

Und die Ritter, die Knappen um ihr her


Vernehmen's und schweigen still,
Sehen hinab in das wilde Meer,
Und keiner den Becher gewinnen will,
Und der König zum drittenmal wieder fraget:
"Ist keiner, der sich hinunter waget?"

Doch alles noch stumm bleibt wie zuvor,


Und ein Edelknecht, sanft und keck,
Tritt aus der Knappen zagendem Chor,
Und den Gürtel wirft er, den Mantel weg,
Und alle die Männer umher und Frauen
Auf den herrlichen Jüngling verwundert schauen.

Und wie er tritt an des Felsen Hang


Und blickt in den Schlund hinab
Die Wasser, die sie hinunterschlang,
Die Charybde jetzt brüllend wiedergab
Und wie mit des fernen Donners Getose
Entstürzen sie schäumend dem finstern Schoße.

Und es wallet und siedet und brauset und zischt,


Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,
Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt
Und Flut auf Flut sich ohn' Ende drängt,
Und will sich nimmer erschöpfen und leeren,
Als wollte das Meer noch ein Meer gebären.

Doch endlich, da legt sich die wilde Gewalt,


Und schwarz aus dem weißen Schaum
Klafft hinunter ein gähnender Spalt,
Grundlos, als ging's in den Höllenraum,
Und reißend sieht man die brandenden Wogen
Hinab in den strudelnden Trichter gezogen.

Jetzt schnell, eh' die Brandung wiederkehrt,


Der Jüngling sich Gott befiehlt,
Und - ein Schrei des Entsetzens wird rings gehört,
Und schon hat ihn der Wirbel hinweggespült,
Und geheimnisvoll über dem kühnen Schwimmer
Schließt sich der Rachen, er zeigt sich nimmer.

Und stille wird's über dem Wasserschlund,


In der Tiefe nur brauset es hohl,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 41 of 646
Und bebend hört man von Mund zu Mund;
"Hochherziger Jüngling, fahre wohl!"
Und hohler und hohler hört man's heulen,
Und es harrt noch mit bangem, mit schrecklichem Weilen.

Und wärfst du die Krone selber hinein


Und sprächst; wer mir bringet die Kron',
Er soll sie tragen und König sein -
Mich gelüstete nicht nach dem teuren Lohn.
Was die heulende Tiefe da unten verhehle,
Das erzählt keine lebende glückliche Seele.

Wohl manches Fahrzeug, vom Strudel gefaßt,


Schoß gäh in die Tiefe hinab,
Doch zerschmettert nur rangen, sich Kiel und Mast
Hervor aus dem alles verschlingenden Grab -
Und heller und heller, wie Sturmes Sausen,
Hört man's näher und immer näher brausen.

Und es wallet und siedet und brauset und zischt,


Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,
Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt,
Und Well' auf Well' sich ohn' Ende drängt,
Und wie mit des fernen Donners Getose
Entstürzt es brüllend dem finstren Schoße.

Und sieh! aus dem finster flutenden Schoß


Da hebet sich's schwanenweiß,
Und ein Arm und ein glänzender Nacken wird bloß,
Und es rudert mit Kraft und mit emsigem Fleiß,
Und er ist's, und hoch in seiner Linken
Schwingt er den Becher mit freudigem Winken.

Und atmete lang' und atmete tief


Und begrüßte das himmlische Licht.
Mit Frohlocken es einer dem andern rief;
"Er lebt! Er ist da! Es behielt ihn nicht!
Aus dem Grab, aus der strudelnden Wasserhöhle
Hat der Brave gerettet die lebende Seele."

Und der kommt, es umringt ihn die jubelnde Schar,


Zu des Königs Füßen er sinkt,
Den Becher reicht er ihm knieend dar,
Und der König der lieblichen Tochter winkt,
Die füllt ihn mit funkelndem Wein bis zum Rande,
Und der Jüngling sich als zum König wandte:

"Lange lebe der König! Es freue sich,


Wer da atmet im rosigen Licht!
Da unten aber ist's fürchterlich,
Und der Mensch versuche die Götter nicht
und begehre nimmer und nimmer zu schauen,
Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.

Es riß mich hinunter blitzesschnell -


Da stürzt' mir aus felsigem Schacht
Entgegen ein reißender Quell:
Mich packte des Doppelstroms wütende Macht,
Und wie einen Kreisel mit schwindelndem Drehen
Trieb mich's um, ich konnte nicht widerstehen.

Da zeigt' mir Gott, zu dem ich rief


In der höchsten schrecklichen Not,
Aus der Tiefe ragend ein Felsenriff,
Das erfaßt' ich behend und entrann dem Tod -
Und da hing auch der Becher an spitzen Korallen,
Sonst wär' er ins Bodenlose gefallen.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 42 of 646

Denn unter mir lag's noch, bergetief,


In purpurner Finsternis da,
Und ob's hier dem Ohre gleich ewig schlief,
Das Auge mit Schaudern hinuntersah,
Wie's von Salamandern und Molchen, Drachen
Sich regte in dem furchtbaren Höllenrachen.

Schwarz wimmelten da, in grausem Gemisch,


Zu scheußlichen Klumpen geballt,
Der stachlichte Roche, der Klippenfisch,
Des Hammers greuliche Ungestalt,
Und dräuend wies mir die grimmigen Zähne
Der entsetzliche Hai, des Meeres Hyäne.

Und da hing ich und war's mir mit Grausen bewußt


Von der menschlichen Hilfe so weit,
Unter Larven die einzige fühlende Brust,
Allein in der gräßlichen Einsamkeit,
Tief unter dem Schall der menschlichen Rede
Bei den Ungeheuern der traurigen Öde.

Und schaudernd dacht' ich's, da kroch's heran,


Regte hundert Gelenke zugleich,
Will schnappen nach mir - in des Schreckens Wahn
Laß' ich los der Koralle umklammerten Zweig:
Gleich faßt mich der Strudel mit rasendem Toben,
Doch es war mir zum Heil, er riß mich nach oben."

Der König darob sich verwundert schier


Und spricht: "Der Becher ist dein,
Und diesen Ring noch bestimm' ich dir,
Geschmückt mit dem köstlichsten Edelgestein,
Versuchst du's noch einmal und bringst mir Kunde,
Was du sahst auf des Meers tiefunterstem Grunde."

Das hörte die Tochter mit weichem Gefühl,


Und mit schmeichelndem Munde sie fleht;
"Laßt, Vater, genug sein das grausame Spiel!
Er hat Euch bestanden, was keiner besteht,
Und könnt ihr des Herzens Gelüsten nicht zähme!
So mögen die Ritter den Knappen beschämen."

Drauf der König greift nach dem Becher schnell,


In den Strudel ihn schleudert hinein;
"Und schaffst du den Becher mir wieder zur Stell',
So sollst du der trefflichste Ritter mir sein
Und sollst sie als Ehgemahl heut' noch umarmen,
Die jetzt für dich bittet mit zarten Erbarmen."

Da ergreift's ihm die Seele mit Himmelsgewalt,


Und es blitzt aus den Augen ihm kühn,
Und es siehet erröten die schöne Gestalt
Und sieht sie erbleichen und sinken hin -
Da treibt's ihn, den köstlichen Preis zu erwerben,
Und stürzt hinunter auf Leben und Sterben.

Wohl hört man die Brandung, wohl kehrt sie zurück,


Sie verkündigt der donnernde Schall -
Da bückt sich's hinunter mit liebendem Blick;
Es kommen, es kommen die Wasser all,
Sie rauschen herauf, sie rauschen nieder,
Doch den Jüngling bringt keines wieder.

Input by Richard Morris


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 43 of 646

The diver
"Who will dare, knight or page,
to dive into this gorge?
A golden chalice I throw down there;
already it has been devoured by that black mouth.
He who can show me the chalice again,
he may keep it: it will be his own."

The king speaks this and, from the heights


of the cliff that precipitously and steeply
juts out over the endless sea,
throws the chalice into the howling of Charybdis.
"Who is a spirited one, I ask again,
to dive into these depths below?"

And the knights and pages around him


hear him but remain silent,
looking down into the wild sea,
and no one wishes to win the cup.
And the king asks again for the third time:
"Is there no one who dares to go down there?"

But all keep silent as before,


and a noble farm-laborer, gentle and bold,
steps forward from the timid crowd of pages,
tosses away his belt and cloak,
and all the men and women around
gaze with wonder on this magnificent youth.

And as he steps to the edge of the cliff,


and looks down into the gorge,
the water, which she gulped down,
Charybdis now regurgitates with a roar,
and with distant rolling thunder
it rolls foaming into dark pockets.

And it bubbles and boils and roars and sizzles,


just as when water mixes with fire,
up to the heavens spurts the steaming spray
and flood upon flood without end presses on,
never exhausting itself and never emptying,
as if this sea would give birth to yet another sea.

But finally, the wild violence slows


and black from the white foam
yawns below a gaping fissure,
bottomless, as if it leads to hell;
and one sees the raging, breaking waves
being pulled down into funneling whirlpools.

Now quickly, before the surf returns,


the youth commends himself to God
and - a cry of horror is heard all around,
and already the whirlpool has washed him away,
and mysteriously over the audacious swimmer
closed its jaws, never to show him again.

And silence falls over the watery abyss;


in the depths there's only a hollow roar,
and murmurs can be heard from one mouth to another:
"Hearty youth, farewell!"
And hollower and hollower one hears the howling,
and yet they wait for an anxious, terrible while.

If you threw the crown itself

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Abschied Page 44 of 646
and said, "He who brings me the crown,
he shall wear it and be king," -
I would not desire that expensive prize.
What the howling depths down there conceal,
is described by not one living, happy soul.

Many a ship seized by whirlpools


shot rapidly down into the depths,
but smashed, only struggled, its keel and mast
rearing up over the all-devouring grave.
And brighter and brighter, like the blasts of a storm,
one can hear it roaring closer and closer.

And it bubbles and boils and roars and sizzles,


just as when water mixes with fire,
up to the heavens spurts the steaming spray
and wave upon wave without end presses on,
and with distant rolling thunder
it rolls foaming into dark pockets.

And look! from the dark flowing depth


there rises, white as a swan,
and an arm and a glistening neck emerge,
and rowing with strength and industrious, hard work -
it is he! and high in his left hand
he displays the cup with a joyful wave.

And he breathed long and breathed deep


and greeted the heavenly light.
With rejoicing they called to one another,
"He lives! He is there! It did not capture him!
From the grave, from the funneling watery hollows
the brave youth has rescued his living soul."

And he comes, surrounded by a jubilant crowd;


at the king's feet he sinks,
reaching the cup forward as he kneels there,
and the king beckons to his lovely daughter
to fill it to the brim with sparkling wine;
and the youth turned his words to the king:

"Long live the king! He rejoices


who can breathe in this rosy light!
For below, in contrast, it is horrible,
and man should not test the gods;
nor should he desire to see
what they mercifully conceal in night and terror.

"It yanked me down with lightning speed -


dashing down on me from a rocky shaft,
a raging force:
The double storm's furious power overtook me
and, like the dizzy whirling of a spinning top,
it dragged me around and I could not withstand it.

It showed me God, to whom I cried


in the highest, terror-stricken need;
from the depths rose a rocky cliff
that I seized deftly and thus outran Death -
and there hung the chalice on the fingers of coral.
Otherwise it would have fallen into the bottomless abyss.

For below me it lay yet, mountainously deep,


in purple darkness,
and even if here it was like eternal sleep to the ear,
the eyes gazed down with shuddering
as there slithered salamanders, newts and dragons

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Abschied Page 45 of 646
in the frightful jaws of hell.

They teemed there black in that horrible mix,


to clench into ghastly clumps:
the stinging roach, the cliff-fish,
the hammer shark's horrifying, disfigured form,
threateningly baring his grim teeth -
that awful shark, the hyena of the sea.

And there I hung and realized with horror


how far I was from human help;
among the larvae, the only feeling heart,
alone in the horrible solitude,
deep beneath the sound of human speech
among the monsters of mournful desolation.

And shuddering, I thought it was crawling closer,


moving a hundred limbs at once,
and that it wanted to snap me up - in the madness of horror
I let go of the coral's sticky branch:
and immediately the whirlpool, with a raging charge,
as if for my benefit, thrust me upward to the surface."

The king is powerfully astonished


and says, "The chalice is yours,
and this ring I will also bestow on you,
adorned with the most precious gem,
if you attempt it once more and bring me a report
of what you see at the sea's deepest point."

Hearing this, his daughter, with tender feeling


and flattering words implores,
"Please, Father, enough of this cruel game!
He has endured what no one could endure,
and if you cannot satisfy your heart's desire
then let the knights shame this page."

Upon this, the king quickly grasps the cup


and hurls it into the whirlpool;
"And if you manage to bring the chalice back to me,
you shall become my most splendid knight
and today you shall embrace as wife
she who now is begging tender pity for you."

The youth's soul is seized with heavenly force


and his eyes flash with boldness,
and he sees the lovely girl blush,
and then turn pale and sink;
It drives him to win that precious prize
and he leaps below for life and death.

Well can one hear the surf returning,


announced by thunderous clamor -
she leans over with a loving gaze,
and the waters keep coming,
roaring up and rushing back,
but the youth will not return again.

Translated to English by Emily Ezust

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Romanze
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Abschied Page 46 of 646
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 114 (1814).

Ein Fräulein klagt' im finstern Turm,


Am Seegestad erbaut.
Es rauscht' und heulte Wog und Sturm
In ihres Jammers Laut.

Rosalie von Montanvert


Hieß manchem Troubadour
Und einem ganzen Ritterheer
Die Krone der Natur.

Doch ehe noch ihr Herz die Macht


Der süßen Minn' empfand,
Erlag der Vater in der Schlacht
Am Sarazenenstrand.

Der Ohm, ein Ritter Manfry, ward


Zum Schirmvogt ihr bestellt;
Dem lacht' ins Herz, wie Felsen hart,
Des Fräuleins Gut und Geld.

Bald überall im Lande ging


Die Trauerkund' umher:
»Des Todes kalte Nacht umfing
Die Rose Montanvert.«

Ein schwarzes Totenfähnlein wallt'


Hoch auf des Fräuleins Burg;
Die dumpfe Leichenglocke schallt
Drei Tag' und Nächt' hindurch.

Auf ewig hin, auf ewig tot,


O Rose Montanvert!
Nun milderst du der Witwe Not,
Der Waise Schmerz nicht mehr!

So klagt einmütig alt und jung,


Den Blick von Träumen schwer,
Vom Frührot bis zur Dämmerung,
Die Rose Montanvert.

Der Ohm in einem Turm sie barg,


Erfüllt mit Moderduft!
Drauf senkte man den leeren Sarg
Wohl in der Väter Gruft.

Das Fräulein horchte still und bang


Der Priester Litanei'n,
Trüb in des Kerkers Gitter drang
Der Fackeln roter Schein.

Sie ahnte schaudernd ihr Geschick;


Ihr ward so dumpf, ihr ward so schwer,
In Todesnacht erstarb ihr Blick;
Sie sank und war nicht mehr.

Des Turms Ruinen an der See


Sind heute noch zu schaun;
Den Wandrer faßt in ihrer Näh'
Ein wundersames Graun.

Auch mancher Hirt verkündet euch,

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Abschied Page 47 of 646
Daß er bei Nacht allda
Oft, einer Silberwolke gleich,
Das Fräulein schweben sah.

Romance
A maiden was lamenting in a dark tower,
built on the edge of a lake.
The waves and storm roared and howled
along with the sound of her mourning.

Rosalie of Montanvert
was named by many troubadors
and an entire host of knights
the crown of nature.

But before her heart could feel the power


of sweet love,
her father died in battle
on a Saracen shore.

Her uncle, a knight named Manfry, was


made her guardian;
it gladdened his heart, as hard as rock,
to think of the maiden's goods and gold.

Soon everywhere in the land went


the sad news:
"The cold night of death has surrounded
the rose of Montanvert."

A black squad of death seethes


high above the maiden's castle:
the dull churchbells announce her death
for three days and nights.

Forever gone, forever dead,


O rose of Montanvert!
Now you will no longer mitigate the sufferings of widows
and the pain of orphans!

So old and young unanimously mourn,


their expressions heavy with tears,
from dawn to dusk,
the rose of Montanvert.

Her uncle hid her in a tower,


filled with moldy air!
Then they lowered the empty coffin
into her father's crypt.

Silent and anxious, the maiden heard


the litany of the priests,
dimly through the dungeon's bars penetrated
the red gleam of torches.

She sensed with horror her fate;


she grew numb and sad,
and her eyes grew dim in the night of death;
she sank and was no more.

The tower's ruins by the lake


are still to be seen today;
When he nears them, the wanderer is gripped

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Abschied Page 48 of 646
by an eerie terror.

Also, many a shepherd will declare


that at night he often sees
a silver cloud high up,
and the maiden drifting there.

Translated to English by Emily Ezust

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An Laura, als sie Klopstocks


Auferstehungslied sang
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 115 (1814), published 1840.

Herzen, die den Himmel sich erheben,


Tränen, die dem Auge still entbeben,
Seufzer, die den Lippen leis' entfliehn,
Wangen, die mit Andachtsglut sich malen,
Trunk'ne Blicke, die Entzückung strahlen,
Danken dir, o Heilverkünderin!

Laura! Laura! Horchend diesen Tönen,


Müssen Engelseelen sich verschönen,
Heilige den Himmel offen sehn,
Schwermutsvolle Zweifler sanfter klagen,
Kalte Frevler an die Brust sich schlagen,
Und wie Seraph Abbadona flehn!

Mit den Tönen des Triumphsgesanges


Trank ich Vorgefühl des Überganges
Von der Grabnacht zum Verklärungsglanz!
Als vernähm' ich Engelmelodien,
Wähnt' ich dir, o Erde, zu entfliehen,
Sah schon unter mir der Sterne Tanz!

Schon umatmete mich des Himmels Milde,


Schon begrüßt' ich jauchzend die Gefilde,
Wo des Lebens Strom durch Palmen fleußt;
Glänzend von der nähern Gottheit Strahle,
Wandelte durch Paradiesestale
Wonneschauernd mein entschwebter Geist!

Input by Richard Morris

To Laura, when she sang Klopstock's song of resurrection


Hearts that are lifted to heaven,
tears that quiver silently out of our eyes,
sighs that flee gently from our lips,
cheeks that flush with the ardor of worship,
intoxicated glances that radiate delight -
for all of these, I thank you, O messenger of glory!

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Abschied Page 49 of 646
Laura! Laura! Listening to these sounds,
the souls of angels must grow lovelier,
seeing the saints of heaven open;
the melancholy doubter softly lament,
the cold criminals beat their breasts,
and plead like the seraph Abbadona!

With the sounds of triumphal song,


I drank the anticipation of transition
from the night burial to the radiance of transfiguration!
As if I could hear angelic melodies,
I had a delusion that you, O Earth, were fleeing,
and I could see the stars dancing beneath me already!

Already, the mildness of Heaven breathed around me;


already I joyfully greeted the fields
where the river of life flows between palms;
rays of light beaming from the aura of divinity,
my spirit wandered through the valley of paradise,
wondrously transported!

Translated to English by Emily Ezust

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Der Geistertanz
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 15 (c1812) ---- D. 15a (c1812) ---- D. 116 (1814),
published 1840 ---- D. 494.

Goto: French Translation

Die bretterne Kammer


Der Toten erbebt,
Wenn zwölfmal den Hammer
Die Mitternacht hebt.

Rasch tanzen um Gräber


Und morsches Gebein
Wir luftigen Schweber
Den sausenden Reih'n.

Was winseln die Hunde


Beim schlafenden Herrn?
Sie wittern die Runde
Der Geister von fern.

Die Raben entflattern


Der wüsten Abtei,
Und flieh'n an den Gattern
Des Kirchhofs vorbei.

Wir gaukeln und scherzen


Hinab und empor
Gleich irrenden Kerzen
Im dunstigen Moor.

O Herz, dessen Zauber


Zur Marter uns ward,

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Abschied Page 50 of 646
Du ruhst nun in tauber
Verdumpfung erstarrt;

Tief bargst du im düstern


Gemach unser Weh;
Wir Glücklichen flüstern
Dir fröhlich: Ade!

The dance of the spirits


The wooden chamber
Of the dead quakes,
When the hammer strikes twelve times
At midnight.

Quickly we dance around graves


And mouldering bones
We the airy hovering creatures;
A sprightly dance.

Why are the dogs whining


Next to their sleeping master?
They sense from afar
The spirits dancing around.

Ravens fly out


Of the deserted abbey,
And escape past the gates
Of the churchyard.

We quiver and joke


Up and down
Like flickering candles
In a foggy swamp.

O heart, whose enchantment


Became our torment,
You rest now in deaf,
Immobile insensitivity.

You hid our pain


In the deep, dark chamber;
We, the happy ones,
Joyously whisper to you: Farewell!

Translated to English by Nassim Bedjis

La danse des spectres


Quand la minuit frappe
ses douze coups de marteau,
alors les cercueils des morts
se mettent à trembler,

et les esprits que nous sommes


s'élancent dans une folle ronde
autour des tombes et des squelettes
qui se réduisent en poussière.

Pourquoi les chiens hurlent-ils


tandis que dort leur maître?

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Abschied Page 51 of 646
De loin, ils flairent
la farandole des spectres.

Un vol de corbeaux,
enfui de l'abbaye déserte,
passe devant la grille
du cimetière,

et l'on rit et l'on danse


deci-delà,
tels des feux-follets
dans les brumes des marais.

Ô coeur, toi dont la magie


fut pour nous un supplice,
voici que tu reposes,
figé dans ton silence,

notre douleur enfouie


dans cette chambre noire.
Heureux, nous te chuchotons
avec joie: adieu!

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Das Mädchen aus der Fremde


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)

Set by

l Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), 1778.


l Franz Schubert (1797-1828), D. 117 (1814), published 1895 ---- D. 252 (1815), published
1887.

In einem Tal bei armen Hirten


Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
Ein Mädchen schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Tal geboren,


Man wußte nicht, woher sie kam,
Doch schnell war ihre Spur verloren,
Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe


Und alle Herzen wurden weit,
Doch eine Würde, eine Höhe
Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte,


Gereift auf einer andern Flur,
In einem andern Sonnenlichte,
In einer glücklichern Natur;

Und teilte jedem eine Gabe,


Dem Früchte, jenem Blumen aus,
Der Jüngling und der Greis am Stabe,

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Abschied Page 52 of 646
Ein jeder ging beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste,


Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
Der Blumen allerschönste dar.

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Ammenlied
Text by Michael Lubi (1757-1807)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 122 (1814).

Am hohen, hohen Turm,


Da weht ein kalter Sturm:
Geduld! die Glöcklein läuten,
Die Sonne blinkt von weiten.

Im tiefen, tiefen Tal,


Da rauscht ein Wasserfall:
Geduld! ein bißchen weiter,
Dann rinnt das Bächlein heiter.

Am kahlen, kahlen Baum,


Deckt sich ein Täubchen kaum,
Geduld! bald blühn die Auen,
Dann wird's sein Nestchen bauen.

Dich friert, mein Töchterlein!


Kein Freud sagt: komm herein!
Laß unser Stündchen schlagen,
Dann werden's Englein sagen.
Das beste Stübchen gibt
Gott jenem, den er liebt.

Nurse's song
At the lofty, lofty tower
a cold storm is blowing:
patience! the bells are tolling,
the sun is glinting from afar.

In the deep, deep vally


there rushes a waterfall:
Patience! A little farther,
there runs a cheerful little brook.

The bald, bald tree


hardly shelters the little dove;
Patience! soon the meadow will bloom
and it will build its little nest.

You are frozen, my little daughter!


No friend invites you: come in!
Let our hour arrive,
for then an angel will say it.

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Abschied Page 53 of 646
The best little chamber
God keeps for those he loves.

Translated to English by Emily Ezust

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Am See
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836); last two verses by Max Kalbeck (1850-1921).
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 124 (1814), published 1885.
Note: the Leopold mentioned in the text was the Duke of Brunswick.

Sitz' ich im Gras am glatten See,


Beschleicht die Seele banges Weh,
[ [Wie Äolsharfen]1 klingt mich an
Ein unnennbarer Zauberwahn. ]2
Das Schilfrohr neiget seufzend sich,
Die Uferblumen grüßen mich,
Der Vogel klagt, die Lüfte wehn,
Vor Schmerzenslust möcht' ich vergehn!

Wie mir das Leben kräftig quillt


Und sich in raschen Strömen spielt.
Wie's bald in trüben Massen gärt
Und bald zum Spiegel sich verklärt.
Bewußtsein meiner [tiefsten]3 Kraft,
Ein Wonnemeer in mir erschafft.
Ich stürze kühn in seine Flut
Und ringe um das höchste Gut.

O Leben, bist so himmlisch schön,


In deinen Tiefen, in deinen Höh'n!
Dein freundlich Licht soll ich nicht sehn,
[Den finstren Pfad des Orkus gehn?
Doch bist du mir das Höchste nicht,
Drum opfr' ich freudig dich der Pflicht;]4
Ein Strahlenbild schwebt mir voran,
Und mutig wag' ich's [Leben]5 dran!

Das Strahlenbild ist oft betränkt,


[Wenn]6 es durch meinen Busen brennt,
Die Tränen weg vom Wangenrot,
Und dann in tausendfachem Tod.
Du warst so menschlich, [warst so hold,
O großer deutscher Leopold]7,
Die Menschheit füllte dich so ganz
Und reichte dir den Opferkranz.

Und hehr geschmückt sprangst du hinab,


[Für Menschen in das Wellengrab.
Vor dir erbleicht, o Fürstensohn,]8
Thermopylae und Marathon.
Das Schilfrohr neiget seufzend sich,
Die Uferblumen grüßen mich,
Der Vogel klagt, die Lüfte wehn,
Vor Schmerzenslust möcht' ich vergehn!

Wohl weiß ich, was das Schilfrohr sagt,


und was das Lied des Vogels klagt,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 54 of 646
ach Luft und Flut und Feld und Hain
sind all erfüllt von gleicher pein!

Zu folgen wähnt ich dir, Natur,


und geh auf eigner Leiden Spur,
es kommt die Nacht mit leisem Schritt
und nimmt uns Alle, Alle mit.

By the lake
If I sit in the grass by the smooth lake,
an anxious woe steals upon my soul,
like an aeolian harp intoning
an ineffable magic illusion.
The bulrush bows with sighs,
the flowers on the shore greet me,
the bird laments, the breezes blow,
and I would die from this joyous suffering!

How strongly life flows in me


and plays in the rushing river;
soon fermenting into gloomy masses
and soon clearing into a mirror.
Awareness of my deepest strength
creates in me a sea of bliss.
I boldly throw myself into the flood
and fight for the highest good.

O Life, you are so heavenly fair,


in your depths, at your heights!
Should I not see your friendly light
if I stray along the dark path of Orcus?
But you are not the highest for me:
I would sacrifice you gladly for Duty;
a radiant image floats before me,
and bravely I would risk my life!

The radiant image is often intoxicating,


when it burns through my breast,
drying the tears from my red cheeks
and then in thousand-fold death.
You were so civilized, so kind,
O great German Leopold,
your humanity filled you
and bestowed on you a wreath of honor.

And majestically adorned, you leapt down


for Man into your watery grave.
Before you pale the prince's son,
Thermopylae and Marathon.
The bulrush bows with sighs,
the flowers on the shore greet me,
the bird laments, the breezes blow,
and I would die from this joyous suffering!

Well I know what the bulrush is saying,


and what song the bird laments:
ah, breeze and stream and field and grove
are all overflowing with equal pain!

I fancy to follow you, Nature,


and go on a separate path of sorrow;
night comes with gentle steps
and takes us and everything with it.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 55 of 646

Translated to English by Emily Ezust


1
Mayrhofer: "Mit Äolsharfen"
2
Peters Edition variant: "mit Geisterarmen rührt mich an / geheimnisvoller Zauberbann."
3
Mayrhofer: "innern".
4
Mayrhofer: "den düstern Gang zum Orkus / Auch du bist mir das Höchste nicht: ich opfr' heiter
dich der Pflicht."
. 5 Mayrhofer: "Alles"
6
Mayrhofer: "wie"
7
Mayrhofer: "und so hold, und gut, o deutscher Leopold."
8
Mayrhofer: "Ein Retter in das Wellengrab / Vor dir erblichen, Fürstensohn."

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Szene aus Faust


Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 126 (1814), published 1832.

Goto: French Translation

Böser Geist:
Wie anders, Gretchen, was dir's,
Als du noch voll Unschuld
Hier zum Altar trat'st,
Aus dem vergriff'nen Büchelchen
Gebete lalltest,
Halb Kinderspiele,
Halb Gott im Herzen!
Gretchen! Wo steht dein Kopf?
In deinem Herzen, welche Missetat?
Bet'st du für deiner Mutter Seele,
die durch dich zur langen,
langen Pein hinüberschlief?
Auf deiner Schwelle wessen Blut?
- Und unter deinem Herzen
Regt sich's nicht quillend schon,
Und ängstigt dich und sich
Mit ahnungsvoller Gegenwart?

Gretchen:
Weh! Weh!
Wär' ich der Gedanken los,
Die mir herüber und hinüber gehen
Wider mich!

Chor:
Dies irae, dies illa,
Solvet saeclum in favilla,

Böser Geist:
Grimm faßt dich!
Die Posaune tönt!
Die Gräber beben!
Und dein Herz, aus Aschenruh
Zu Flammenqualen wieder aufgeschaffen,
Bebt auf!

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Abschied Page 56 of 646

Gretchen:
Wär' ich hier weg!
Mir ist als ob die Orgel mir
Den Atem versetzte,
Gesang mein Herz
Im Tiefsten lös'te.

Chor:
Judex ergo cum sedebit,
Quidquid latet adparebit,
Nilinultum remanebit.

Gretchen:
Mir wird so eng!
Die Mauernpfeiler befangen mich!
Das Gewölbe drängt mich! - Luft!

Böser Geist:
Verbirg dich! Sünd' und Schande
Bleibt nicht verborgen,
Luft? Licht? Wehe dir!

Chor:
Quid sum miser tunc dicturus?
Quem patronum rogaturus?
Cum vix justus sit securus.

Böser Geist:
Ihr Antlitz wenden
Verklärte von dir ab.
Die Hände dir zu reichen,

Schauert's den Reinen.


Weh!

Chor:
Quid sum miser tunc dicturus?
Quem patronum rogaturus?

Input by Richard Morris

Scène de Faust
(Dans la cathédrale. Office religieux, orgue et chants.
Gretchen se tient parmi la foule, un esprit malin derrière elle.)

L'esprit malin:
Quelle autre Gretchen étais-tu jadis!
Toute innocente encore
Tu t'avançais vers cet autel,
Murmurant des prières
Puisées dans ton vieux livre abîmé,
Cela par jeu d'enfant autant que par piété,
Dieu présent dans ton coeur!
Gretchen,
Où as-tu la tête?
Quel forfait
Pèse sur ta conscience?
Pries-tu pour l'âme de ta mère qui, par ta faute,
S'est éteinte en de longues, longues souffrances?
Quel est ce sang, là, à tes pieds?
Et dans tes flancs,
N'est-ce pas un être qui s'agite,

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Abschied Page 57 of 646
Une présence gagnée comme toi-même
D'un noir pressentiment?

Gretchen:

Hélas! Hélas!
Que ne puis-je me libérer
De ces pensées
Qui m'assaillent de toutes parts!

Le choeur:

Dies irae, dies illa


Solvet saeclum in favilla.

(La musique de l'orgue s'élève)

L'esprit malin:

Le courroux céleste s'abat sur toi!


La trompette sonne!
Les sépulcres tremblent!
Quittant la paix des cendres,
Ton coeur
En proie aux flammes
Palpite de nouveau.

Gretchen:

Oh, fuir loin d'ici!


Mais il me semble que l'orgue
M'ôte le souffle,
Les chants m'émeuvent
Jusqu'aux tréfonds de mon coeur.

Le choeur:

Judex ergo cum sedebit,


Quidquid latet adparebit,
Nil inultum remanebit.

Gretchen:

J'étouffe!
Tous ces pilastres
M'emprisonnent!
Et cette voûte qui m'oppresse! De l'air!

L'esprit malin:

Cache-toi! Le péché et la honte


Ne sont pas beaux à voir.
De l'air? De la lumière?
Malheur à toi!

Le choeur:

Quid sum miser tunc dicturus?


Quem patronum rogaturus?

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Abschied Page 58 of 646
Cum vix justus sit securus.

L'esprit malin:

De toi les élus


Détournent leur visage.
Les purs refusent
De te tendre la main.
Malheur!

Le choeur:

Quid sum miser tunc dicturus?


Quem patronem rogaturus?

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Ballade
Text by Joseph Kenner (1794-1868)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. posth. 126, D. 134 (1814/1815), published 1830.

Ein Fräulein schaut vom hohen Turm


Das weite Meer so bang;
Zum trauerschweren Zitherschlag
Hallt düster ihr Gesang;
"Mich halten Schloß und Riegel fest,
Mein Retter weilt so lang."

Sei wohl getrost, du edle Maid!


Schau, hinterm Kreidenstein treibt
In der Buchtung Dunkelheit
Ein Kriegsboot herein:
Der Aarenbusch, der Rosenschild,
Das ist der Retter dein!
Schon ruft des Hunen Horn
Zum Streit hinab zum Muschelrain.

"Willkommen, schmucker Knabe, mir,


Bist du zu Stelle kommen?
Gar bald vom schwarzen Schilde dir
Hau' ich die goldnen Blumen.
Die achtzehn Blumen blutbetaut,
Les' deine königliche Braut
Auf aus dem Sand der Wogen.
Nur flink die Wehr gezogen!"

Zum Turm auf schallt das Schwertgeklirr!


Wie harrt die Braut so bang!
Der Kampf dröhnt laut durchs Waldrevier,
So heftig und so lang.
Und endlich, endlich deucht es ihr,
Erstirbt der Hiebe Klang.

Es kracht das Schloß, die Tür klafft auf,


Die ihren sieht sie wieder;
Sie eilt im atemlosen Lauf

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Abschied Page 59 of 646
Zum Muschelplane nieder.
Da liegt der Peiniger zerschellt,
Doch weh, dicht neben nieder,
Ach! decken's blutbespritzte Feld
Des Retters blasse Glieder.

Still sammelt sie die Rosen auf


In ihren keuschen Schoß
Und bettet ihren Lieben drauf;
Ein Tränchen stiehlt sich los
Und taut die breiten Wunden an
Und sagt: ich habe das getan!

Da fraß es einen Schandgesell


Des Raubes im Gemüt,
Daß die, die seinen Herrn verdarb,
Frei nach der Heimat zieht.
Vom Busch, wo er verkrochen lag
In wilder Todeslust,
Pfeift schnell sein Bolzen durch die Luft,
In ihre keusche Brust.

Da ward ihr wohl im Brautgemach,


Im Kiesgrund, still und klein;
Sie senkte sie dem Lieben nach,
Dort unter einem Stein,
Den ihr von Disteln überweht,
Noch nächst des Turmes Trümmern steht.

Ballad
A maiden looks out anxiously from the lofty tower
at the wide sea.
To the mournful, heavy sound of the zither
her melancholy song echoes:
"I am kept under lock and key;
my rescuer tarries so long."

Take comfort, noble maid!


Look - behind the chalky stone cliffs
in the darkness of the bay
a warship is coming in:
The eagle's plume, the shield with a rose -
it is your rescuer!
Already his horn is calling
for battle down at the scalloped bank.

"Welcome, flamboyant youth!


Have you come to me?
Soon I will hew from your dark shield
all of the golden flowers.
Those eighteen flowers will be spattered with your blood
and your regal bride will find
them on the sand by the waves.
Quick, just draw your sword!"

The clangor of the swordfight reaches the tower;


how anxiously the bride waits!
The struggle resounds loudly through the wood,
violent and long.
It seems endless, endless to her,
until the sound of the blows died away.

The castle cracks and the door splits open:

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she can now look outside once more;
she hurries in a breathless run
down to the scalloped shore.
There lies her slain tormenter,
but alas, next to him
on the blood-spattered field
is the pale body of her rescuer.

Quietly she strews roses about


from her chaste lap
and begs her love to rise;
a tear steals down,
moistening the wide wound,
and she says: "I have done this!"

A companion of the robber,


his mind rankling with the idea
that she, she ruined his master,
draws close.
From the bushes where he lies hidden,
fuming with savage lust for death,
he sends an arrow singing through the air
and into her chaste breast.

They made her a bridal chamber


in the gravelly earth, quiet and small;
they lowered her with her love
and covered them with a stone
now overgrown with thistles;
and they remain there by the ruins of the tower.

Translated to English by Emily Ezust

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Genügsamkeit
Text by Franz von Schober (1796-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 143 (1815), published 1829 as op. posth. 109 no. 2.

Dort raget ein Berg aus den Wolken her,


Ihn erreicht wohl mein eilender Schritt.
Doch ragen neue und immer mehr,
Fort, da mich der Drang noch durchglüht.

Es treibt ihn vom schwebenden Rosenlicht


Aus dem ruhigen, heitern Azur.
Und endlich waren's die Berge nicht,
Es war seine Sehnsucht nur.

Doch nun wird es ringsum öd' und flach,


Und doch kann er nimmer zurück.
O Götter, gebt mir ein Hüttendach
Im Tal und ein friedliches Glück.

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Romanze
Text by Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg-Stolberg (1750-1819)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 144 (1816), published 1897. [fragment completed by


Reinhard van Hoorickx]
l Also set in a different version by Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), Kleine Balladen
und Lieder, Heft VI no. 15.

In der Väter Hallen ruhte


Ritter Rudolf's Heldenarm,
Rudolf's, den die Schlacht erfreute,
Rudolf's, welchen Frankreich scheute
Und der Sarazenen Schwarm.

Er, der Letzte seines Stammes,


Weinte seiner Söhne Fall;
Zwischen Moosbewachs'nen Mauern
Tönte seiner Klage Trauern
In der Zellen Widerhall.

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Loda's Gespenst
Text by Baron Edmund von Harold after James MacPherson ("Ossian") (1736-1796) aus
»Carric-Thura«
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 150 (1816), published 1830.

Der bleiche, kalte Mond erhob sich im Osten.


Der Schlaf stieg auf die Jünglinge nieder,
Ihre blauen Helme schimmern zum Strahl,
Das sterbende Feuer vergeht.
Der Schlaf aber ruhte nicht auf dem König:
Er hob sich mitten in seinen Waffen,
Und stieg langsam den Hügel hinauf,
Die Flamme des Turms von Sarno zu sehn.
Die Flamme war düster und fern;
Der Mond verbarg im Osten sein rotes Gesicht;
Es stieg ein Windstoß vom Hügel herab,
Auf seinen Schwingen war Loda's Gespenst,
Es kam zu seiner Heimat, umringt von seinen Schrecken,
Und schüttelt seinen düstern Speer.
In seinem dunkeln Gesicht glühn seine Augen wie Flammen,
Seine Stimme gleicht entferntem Donner.
Fingal stieß seinen Speer in die Nacht
Und hob seine mächtige Stimme:

Zieh dich zurück, du Nachtsohn,


Ruf deine Winde und fleuch!
Warum erscheinst du vor mir
Mit deinen schattigen Waffen?

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Fürcht' ich deine düstre Bildung,
Du Geist des leidigen Loda?
Schwach ist dein Schild,
Kraftlos dein Luftbild und dein Schwert;
Der Windstoß rollt sie zusammen,
Und du selber bist verloren:
Fleuch von meinen Augen, du Nachtsohn!
Ruf deine Winde und fleuch!

Mit hohler Stimme versetzte der Geist:


Willst du aus meiner Heimat mich treiben?
Vor mir beugt sich das Volk;
Ich dreh' die Schlacht im Felde der Tapfern.
Auf Völker werf ich den Blick,
Und sie verschwinden.
Mein Odem verbreitet den Tod.
Auf dem Rücken der Winde schreit' ich voran,
Vor meinem Gesicht brausen Orkane.
Aber mein Sitz ist über den Wolken,
Angenehm die Gefilde meiner Ruh!

Bewohn' deine angenehmen Gefilde, sagte der König,


Denk nicht an Comhals Erzeugten!
Steigen meine Schritte aus meinen Hügeln
In deine friedliche Ebene hinauf?
Begegn' ich dir mit einem Speer
Auf deiner Wolke, du Geist des leidigen Loda?
Warum runzelst du denn deine Stirn auf mich?
Warum schüttelst du deinen luftigen Speer?
Du runzelst deine Stirn vergebens:
Nie floh ich vor den Mächtigen im Krieg.
Und soll'n die Söhne des Winds
Den König von Morven erschrecken?
Nein, nein, er kennt die Schwäche ihrer Waffen!

Fleuch zu deinem Land, versetzte die Bildung,


Laß die Winde und fleuch!
Ich halt' die Winde in der Höhle meiner Hand,
Ich bestimme den Lauf des Sturms.
Der König von Sora ist mein Sohn,
Er neigt sich vor dem Steine meiner Kraft.
Sein Heer umringt Carric-Thura,
Und er wird siegen!
Fleuch zu deinem Land, Erzeugter von Comhal,
Oder spüre meine Wut, meine flammende Wut!

Er hob seinen schattigen Speer in die Höhe,


Er neigte vorwärts seine schreckbare Länge.
Fingal ging ihm entgegen und zückte sein Schwert.
Der blitzende Pfad des Stahls durchdrang den düstern Geist.
Die Bildung zerfloß gestaltlos in Luft,
Wie eine Säule von Rauch,
Welche der Stab des Jünglings berührt,
Wie er aus der sterbenden Schmiede aufsteigt.
Laut schrie Loda's Gespenst, als es,
In sich selber gerollt, auf dem Winde sich hob.
Inistore bebt bei dem Klang,
Auf dem Abgrund hörten's die Wellen,
Sie standen vor Schrecken in der Mitte ihres Laufs.

Die Freunde von Fingal sprangen plötzlich empor,


Sie griffen ihre gewichtigen Speere,
Sie mißte den König:
Zornig fuhren sie auf,
All ihre Waffen erschollen!
Der Mond rückt im Osten voran.
Fingal kehrt im Klang seiner Waffen zurück.

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Groß war der Jünglinge Freude,
Ihre Seelen ruhig, wie das Meer nach dem Sturm.
Ullin hob den Freudengesang;
Die Hügel Inistores frohlockten.
Hoch stieg die Flamme der Eiche,
Heldengeschichten wurden erzählt.

Loda's ghost
The wan, cold moon rose in the east.
Sleep descended on the youths.
Their blue helmets glitter to the beam;
the fading fire decays.
But sleep did not rest on the king;
he rose in the midst of his arms,
and slowly ascended the hill,
to behold the flame of Sarno's tower.
The flame was dim and distant;
the moon hid her red face in the east.
A blast came from the mountain,
on its wings was the spirit of Loda.
He came to his place in his terrors,
and shook his dusky spear.
His eyes appear like flames in his dark face;
his voice is like distant thunder.
Fingal advanced his spear in night
and raised his voice on high.

Son of night, retire;


call thy winds, and fly!
Why dost thou come to my presence,
with thy shadowy arms?
Do I fear thy gloomy form,
spirit of dismal Loda?
Weak is thy shield of clouds;
feeble is that meteor, thy sword!
The blast rolls them together,
and thou thyself art lost.
Fly from my presence, son of night!
call thy winds and fly!

Dost thou force me from my place?


replied the hollow voice.
The people bend before me.
I turn the battle in the field of the brave.
I look on the nations,
and they vanish:
my nostrils pour the blast of death.
I come abroad on the winds:
the tempests are before my face.
But my dwelling is calm, above the clouds;
the fields of my rest are pleasant.

Dwell in thy pleasant fields, said the king:


Let Comhal's son be forgot.
Do my steps ascend from my hills,
into the peaceful plains?
Do I meet thee, with a spear,
on a cloud, spirit of dismal Loda?
Why then dost thou frown on me?
Why shake thine airy spear?
Thou frownest in vain.
I never fled from the mighty in war.
And shall the sons of the wind

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frighten the king of Morven?
No; he knows the weakness of their arms!

Fly to thy land, replied to the form:


receive the wind, and fly!
The blasts are in the hollow of my hand:
the course of the storm is mine.
The king of Sora is my son,
he bends at the stone of my power.
His battle is around Carric-Thurra;
and he will prevail!
Fly to thy land, son of Comhal,
or feel my flaming wrath!

He lifted high his shadowy spear!


He bent forward his dreadful height.
Fingal, advancing, drew his sword.
The gleaming path of the steel winds through the gloomy ghost.
The form fell shapeless into air,
like a column of smoke,
which the staff of the boy disturbs,
as it rises from the half-extinguished furnace.
The spirit of Loda shrieked,
as rolled into himself, he rose on the wind.
Inistore shook at the sound.
The waves heard it on the deep.
The waves stopped in their course, with fear.

The friends of Fingal started, at once;


and took their heavy spears.
They missed the king:
they rose in rage;
all their arms resound!
The moon came forth in the east.
Fingal returned in the gleam of his arms.
The joy of his youth was great,
their souls settled, as a sea from the storm.
Ullin raised the song of gladness.
The hills of Inistore rejoiced.
The flame of the oak arose;
and the tales of heroes are told.

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Auf einen Kirchhof


Text by Franz Xaver Freiherr von Schlechta (1796-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 151 (1815), published c1850.

Sei gegrüßt, geweihte Stille,


Die mir sanfte Trauer weckt,
Wo Natur die bunte Hülle
Freundlich über Gräber deckt.

Leicht von Wolkenduft getragen,


Senkt die Sonne ihren Lauf,
Aus der finstern Erde schlagen
Glühend rote Flammen auf!

Ach, auch ihr, erstarrte Brüder,

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Habet sinkend ihn vollbracht;
Sankt ihr auch so herrlich nieder
In des Grabes Schauernacht?

Schlummert sanft, ihr kalten Herzen,


In der düstern langen Ruh',
Eure Wunden, eure Schmerzen
Decket mild die Erde zu!

Neu zerstören, neu erschaffen


Treibt das Rad der Weltenuhr,
Kräfte, die im Fels erschlaffen,
Blühen wieder auf der Flur!

Und auch du, geliebte Hülle,


Sinkest zuckend einst hinab,
Und erblühst in schönster Fülle
Neu, ein Blümchen auf dem Grab.

Wankst, ein Flämmchen durch die Grüfte,


Irrest flimmernd durch den Moor,
Schwingst, ein Strahl, dich in die Lüfte,
Klingest hell, ein Ton, empor!

Aber du, das in mir lebet,


Wirst auch du des Wurmes Raub?
Was entzückend mich erhebet,
Bist auch du nur eitel Staub?

Nein, was ich im Innern fühle,


Was entzückend mich erhebt,
Ist der Gottheit reine Hülle,
Ist ihr Hauch, der in mir lebt.

To a churchyard
I greet you, sacred silence
that awakens in me gentle mourning,
where Nature, with colorful spread,
kindly covers the graves.

Lightly carried by fragrant mists,


the sun sinks in its course,
from the dark earth leap up
glowing red flames!

Ah, you too, stiffening brothers,


have run your course;
did you sink so splendidly
into your graves' horrible night?

Slumber gently, you cold hearts,


in gloomy, long peace;
your wounds and your pains
are gently concealed by the Earth!

To destroy the new, to create the new -


this drives the wheel of the world's clock;
power, that sleeps in the rocks,
blooms forth again in the field!

And you too, beloved covering,


will sink trembling down one day,
and bloom again in fine, new abundance,

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a blossom on the grave.

You stagger, a small flame through the vaults,


blundering and shimmering through the moor,
leaping up, a beam of light; into the air,
tolling brightly, a note ascending!

But you, who live in me,


will you too be the food of worms?
What delights and uplifts me,
are you, too, but vain dust?

No, what I feel inside me,


what delights and uplifts me,
is God's pure touch,
is his breath, that lives in me.

Translated to English by Emily Ezust

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Sängers Morgenlied
Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 163 (1815), published 1894 ---- D. 165 (1815), published
1872.

Süßes Licht! Aus goldnen Pforten


Brichst du siegend durch die Nacht.
Schöner Tag! Du bist erwacht.
Mit geheimnisvollen Worten,
In melodischen Akkorden
Grüß' ich deine Rosenpracht!

Ach! der Liebe sanftes Wehen


Schwellt mir das bewegte Herz,
Sanft, wie ein geliebter Schmerz.
Dürft' ich nur auf goldnen Höhen
Mich im Morgenduft ergehen!
Sehnsucht zieht mich himmelwärts.

Und der Seele kühnes Streben


Trägt im stolzen Riesenlauf
Durch die Wolken mich hinauf.
Doch mit sanftem Geisterbeben
Dringt das Lied ins inn're Leben,
Löst den Sturm melodisch auf.

Vor der Augen wird es helle;


Freundlich auf der zarten Spur
Weht der Einklang der Natur,
Und begeistert rauscht die Quelle,
Munter tanzt die flücht'ge Welle
Durch des Morgens stille Flur.

Und von süßer Lust durchdrungen


Webt sich zarte Harmonie
Durch des Lebens Poesie.
Was die Seele tief durchklungen,
Was berauscht der Mund gesungen,
Glüht in hoher Melodie.

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Des Gesanges muntern Söhnen


Weicht im Leben jeder Schmerz,
Und nur Liebe schwellt ihr Herz,
In des Liedes Heil'gen Tönen
Und im Morgenglanz des Schönen
Fliegt die Seele himmelwärts.

Input by Richard Morris

Singer's morning song


Sweet light! From golden gates
you break triumphant through the night.
Beautiful day! You have awakened.
With mysterious words,
in melodious chords,
I greet your rosy splendor!

Ah! to love blowing gently


my heart is moved and swells,
softly, like a beloved pain.
Oh, if only I could wander on golden heights
in the morning fragrance!
Longing draws me heavenward.

And the bold struggles of my soul


carry me up in a proud, giant leap
through the clouds.
Yet with gentle, sacred trembling
the song penetrates my innermost life,
dissolving the melodious storm.

Before my eyes everything grows bright;


Cheerfully on the tender path
wafts the harmony of nature,
and the spring rushes with inspiration,
the fugitive waves dance merrily
through the quiet field of morning.

And filled with sweet joy


tender harmony weaves itself
through the poetry of life.
What resounds deep in the soul,
what the intoxicated mouth sings,
glows in high melody.

The merry sons of song


are yielded to in life by every pain,
and only love swells their hearts
in the song's sacred tones;
and in the morning glow of Beauty
the soul flees heavenwards.

Translated to English by Emily Ezust

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Amphiaraos
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Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 166 (1815), published 1894.

Vor Thebens siebenfach gähnenden Toren


Lag im furchtbaren Brüderstreit
Das Heer der Fürsten zum Schlagen bereit,
Im heiligen Eide zum Morde verschworen.
Und mit des Panzers blendendem Licht
Gerüstet, als gält' es, die Welt zu bekriegen,
Träumen sie jauchzend von Kämpfen und Siegen,
Nur Amphiaraos, der Herrliche, nicht.

Denn er liest in dem ewigen Kreise der Sterne,


Wen die kommenden Stunden feindlich bedrohn.
Des Sonnenlenkers gewaltiger Sohn
Sieht klar in der Zukunft nebelnde Ferne.
Er kennt des Schicksals verderblichen Bund,
Er weiß, wie die Würfel, die eisernen, fallen,
Er sieht die Moira mit blutigen Krallen;
Doch die Helden verschmähen den heiligen Mund.

Er sah des Mordes gewaltsame Taten,


Er wußte, was ihm die Parze spann.
So ging er zum Kampf, ein verlor'ner Mann,
Von dem eig'nen Weibe schmählich verraten.
Er war sich der himmlischen Flamme bewußt,
Die heiß die kräftige Seele durchglühte;
Der Stolze nannte sich Apolloide,
Es schlug ihm ein göttliches Herz in der Brust.

"Wie? - ich, zu dem die Götter geredet,


Den der Wahrheit heilige Düfte umwehn,
Ich soll in gemeiner Schlacht vergehn,
Von Periklymenos' Hand getötet?
Verderben will ich durch eig'ne Macht,
Und staunend vernehm' es die kommende Stunde
Aus künftiger Sänger geheiligtem Munde,
Wie ich kühn mich gestürzt in die ewige Nacht."

Und als der blutige Kampf begonnen,


Und die Eb'ne vom Mordgeschrei widerhallt,
So ruft er verzweifelnd: "Es naht mit Gewalt,
Was mir die untrüglich die untrügliche Parze gesponnen.
Doch wogt in der Brust mir ein göttliches Blut,
Drum will ich auch wert das Erzeugers verderben."
Und wandte die Rosse auf Leben und Sterben,
Und jagt zu des Stromes hochbrausender Flut.

Wild schnauben die Hengste, laut rasselt der Wagen,


Das Stampfen der Hufe zermalmet die Bahn.
Und schneller und schneller noch rast es heran,
Als gält' es, die flüchtige Zeit zu erjagen.
Wie wenn er die Leuchte des Himmels geraubt,
Kommt er in Wirbeln der Windsbraut geflogen;
Erschrocken heben die Götter der Wogen
Aus schäumenden Fluten das schilfichte Haupt.

Doch plötzlich, als wenn der Himmel erglühte,


Stürzt ein Blitz aus der heitern Luft,
Und die Erde zerreißt sich zur furchtbaren Kluft;
Da rief laut jauchzend der Apolloide:
"Dank dir, Gewaltiger! fest steht mir der Bund.
Dein Blitz ist mir der Unsterblichkeit Siegel;
Ich folge dir, Zeus!" - und er faßte die Zügel

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Und jagte die Rosse hinab in den Schlund.

Amphiaros
Before Thebes' sevenfold yawning gates
lay in dreadful fratricidal dispute
the prince's army, ready for battle,
sworn in sacred oaths to murder.
And with the dazzling light of their armor,
girt as if they meant to war with the world,
they dreamt with joy of battles and triumphs -
all but Amphiaros the magnificent.

For he reads in the eternal cycle of the stars,


whom the coming hours threaten with hostility.
The sun-god's powerful son
sees clearly into the future's nebulous distance.
He knows the perilous possibilities of destiny,
he knows how the dice - the iron ones - will fall,
he sees Moira with bloody claws;
but the heroes spurn the sacred mouth.

He saw the violent acts of murder,


he knew what the Fates were spinning for him.
So he went to battle, a lost man,
by his own wife shamefully betrayed.
He was aware of the heavenly flame,
which hottly burned in his strong soul;
the proud man called himself a son of Appolo,
with a divine heart beating in his breast.

"What? I, to whom the gods have spoken,


I, surrounded by the sacred, wafting fragrance of Truth -
am I, in common battle,
to be killed at the hand of Periklymenos?
I would rather die through my own power
and astonihsed, hear it in the coming hours
from the sacred lips of prophetic singers,
how I boldly leapt into the eternal night."

And when the bloody struggle began,


and the planes echoed with murderous cries,
he called desperately: "It approaches with force,
what the infallible Fates have predicted.
But in my breast surges divine blood,
so, worthy of my father, I will die."
And he turned the horses for life or for death,
and plunged toward the river's high, raging flood.

Wildly the horses snort, loudly the chariot rattles,


the stamping of hoofs crush the road.
And faster and faster still it races,
as if it were hunting the fleeing Time.
As if he had stolen the torch of heaven,
he comes flying in a tornado of wind;
terrified, the gods lift their reedy heads
from the waves of the foaming flood.

But suddenly, as if heaven were on fire,


a lightning-bolt plunges down from the sky
and the eath tears apart into terrible gaps;
then the son of Apollo calls loudly, rejoicing:
"Than you, o Powerful One! You stand by me.
Your lightning is the seal of immortality;

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I will follow you, Zeus!" and he seized the reins
and spurred the horse down into the abyss.

Translated to English by Emily Ezust

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Nun laßt uns den Leib begraben


Text by Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)
Set by Franz Schubert (1797-1828), subtitle: "Begräbnislied", D. 168 (1815). [satb,pf]

Begrabt den Leib in seiner Gruft,


bis ihn des Richters Stimme ruft.
Wir säen ihn, einst blüht er auf
und steigt verklärt zu Gott hinauf.
Grabt mein verwesliches Gebein
o ihr noch Sterblichen nur ein,
es bleibt, es bleibt im Grabe nicht,
denn Jesus kommt und hält Gericht.
Ach Gott Geopferter! Dein Tod
Stärk' uns in unsrer letzten Not,
laß unsre ganze Seele dein
und freudig unser Ende sein.

Input by Caroline Diehl

Now let us bury the corpse


Bury the corpse in its grave
until the voice of the Judge calls him.
We sow him, and someday he will bloom
and climb transfigured up to God.
Bury my corruptible bones,
o you who are still mortal;
it will not remain, it will not stay in the grave
for Jesus is coming and will pass judgment.
Ah, sacrificed God! May your death
strengthen us in our final misery;
permit all our souls to come to you
and let our end be joyous.

Translated to English by Emily Ezust

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Quell'innocente figlio
Text by Pietro Metastasio (1698-1782), pen name of P. Antonio Domenico Bonaventura
Trapassi
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 17 no. 1.

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Quell'innocente figlio,
Dono del Ciel sí raro,
Quel figlio a te sí caro
Quello vuol Dio da te.
Vuol che rimanga esangue
Sotto al paterno ciglio,
Vuol che ne sparga il sangue
Chi vita già gli diè.

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Das war ich


Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 174 (1815), published 1845.

Jüngst träumte mir, ich sah auf lichten Höhen


Ein Mädchen sich im jungen Tag ergehen,
So hold, so süß, daß es dir völlig gleich.
Und vor ihr lag ein Jüngling auf den Knien,
Er schien sie sanft an seine Brust zu ziehen,
Und das war ich.

Doch bald verändert hatte sich die Szene,


In tiefen Fluten sah ich jetzt die Schöne,
Wie ihr die letzte, schwache Kraft entwich.
Da kam ein Jüngling hülfreich ihr geflogen,
Er sprange ihr nach und trug sie aus den Wogen,
Und das war ich!

So malte sich der Traum in bunten Zügen,


Und überall sah ich die Liebe siegen,
Und alles, alles drehte sich um dich!
Du flogst voran in ungebund'ner Freie,
Der Jüngling zog dir nach mit stiller Treue,
Und das war ich!

Und als ich endlich aus dem Traum erwachte,


Der neue Tag die neue Sehnsucht brachte,
Da blieb dein liebes, süßes Bild um mich.
Ich sah dich von der Küsse Glut erwarmen,
Ich sah dich selig in des Jünglings Armen,
Und das war ich!

That was I
Recently I dreamed that I saw on the bright heights
a maiden walking in the young day -
she was so sweet and lovely, that she was entirely like you.
And before her knelt a young man,
who seemed to draw her gently to his chest:
and that was I.

Soon the scene had changed,


and in a deep flood I saw now the fair one,
her last bit of strength disappearing.
There came a youth flying to her aid:

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he sprang after her and pulled her from the waves;
and that was I.

So the dream unfolded in colorful lines,


and everywhere I saw love triumph,
and everything revolved around you!
You flew ahead in unbound freedom,
the youth trailing behind you with quiet fidelity:
and that was I!

And when I finally awakened from this dream,


the new day brought new yearning;
your dear, sweet face remained floating in front of me.
I saw you enjoying the ardor of kisses,
I saw you lying blissfully in the arms of the youth:
and that was I!

Translated to English by Emily Ezust

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Liebesrausch
Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 179 (1815), published 1872.

Dir, Mädchen, schlägt mit leisem Beben


Mein Herz voll Treu und Liebe zu.
In dir, in dir versinkt mein Streben,
Mein schönstes Ziel bist du!
Dein Name nur in heil'gen Tönen
Hat meine kühne Brust gefüllt;
Im Glanz des Guten und des Schönen
Strahlt mir dein hohes Bild.

Die Liebe sproßt aus zarten Keimen,


Und ihre Blüten welken nie!
Du, Mädchen, lebst in meinen Träumen,
Mit süßer Harmonie.
Begeist'rung rauscht auf mich hernieder
Kühn greif ich in die Saiten ein,
Und alle meine schönsten Lieder,
Sie nennen dich allein.

Mein Himmel glüht in deinen Blicken,


An deiner Brust mein Paradies
Ach! alle Reize, die dich schmücken,
Sie sind so hold, so süß.
Es wogt die Brust in Freud' und Schmerzen,
Nur eine Sehnsucht lebt im Herzen;
Der ew'ge Drang nach dir.

Input by Richard Morris

Love's exhilaration
Maiden, my heart throbs for you with gentle trembling,

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full of fidelity and love.
In you, in you, I give up my striving;
for you are my fairest goal!
Your name will resound in sacred tones
and fill my bold heart;
in a radiance of goodness and beauty
your image will shine upon me.

Love springs from tender buds,


and its blossoms will never wilt!
You, maiden, live in my dreams,
with sweet harmony.
Rapture rushes through me;
boldly I strum the strings,
and all my fairest songs,
I give your name alone.

My heaven gleams in your gaze,


at your bosom is my paradise;
ah! all the charm that adorns you
is so lovely, so sweet;
my heart swims in joy and pain;
only longing lives in my heart -
an eternal yearning for you.

Translated to English by Emily Ezust

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Trinklied
Text by Alois Zettler
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 183 (1815).

Ihr Freunde und du, gold'ner Wein,


Versüßet mir das Leben;
Ohn' euch, Beglücker, wäre fein
Ich stets in Angst und Beben.
Ohne Freunde, ohne Wein,
Möcht' ich nicht im Leben sein.

Ohn' allen Freund, was ist der Held?


Was sind des Reichs Magnaten?
Was ist ein Herr der ganzen Welt?
Sind alle schlecht beraten!
Ohne Freunde, ohne Wein,
Mag ich selbst nicht Kaiser sein.

Und muß einst an der Zukunft Port


Dem Leib die Seel' entschweben,
So winkt' mir aus der Sel'gen Hort
Ein Freund und Saft der Reben.
Sonst mag ohne Freund und Wein
Ich auch nicht im Himmel sein.

Drinking song

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 74 of 646
My friends and you, golden wine,
you make my life sweeter;
without you, bestowers of happiness, I would
always be trembling with fear.
Without friends, without wine,
I would not wish to live.

Without friends, what is the hero?


What are the magnates of the realm?
What is a lord of the whole world?
They all get bad advice!
Without friends, without wine,
I would not even want to be an emperor.

And if someday in future's harbour


my soul will have to fly from my body,
then wave to me from Paradise,
one of my friends and the juice of grapes!
Otherwise, without friends and wine,
I would not wish to be in Heaven.

Translated to English by Emily Ezust

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Die Sterbende
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 186 (1815), published 1894.

Heil! dies ist die letze Zähre,


Die der Müden Aug' entfällt!
Schon entschattet sich die Sphäre
Ihrer heimatlichen Welt.
Leicht, wie Frühlingsnebel schwinden,
Ist des Lebens Traum entflohn,
Paradiesesblumen winden
Seraphim zum Kranze schon!

Ha! mit deinem Staubgewimmel


Fleugst, o Erde, du dahin!
Näher glänzt der offne Himmel
Der befreiten Dulderin.
Neuer Tag ist aufgegangen!
Herlich1 stralt sein Morgenlicht!
O des Landes, wo der bangen
Trennung Weh kein Herz mehr bricht!

Horch! im heilgen Hain der Palmen


Wo der Strom des Lebens fließt,
Tönt es in der Engel Psalmen:
Schwester-seele, sei gegrüßt!
Die empor mit Adlerschnelle
Zu des Lichtes Urquell stieg;
Tod! wo ist dein Stachel? Hölle!
Stolze Hölle! wo dein Sieg?

Input by Richard Morris

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 75 of 646
1
[sic]
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Stimme der Liebe


Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 187 (1815), published 1894 ---- D. 418 (1816), published
1895.

Abendgewölke schweben hell


Am bepurpurten Himmel.
Hesperus schaut mit Liebesblick
Durch den blühenden Lindenhain,
Und sein prophetisches Trauerlied
Zirpt im Kraute das Heimchen!

Freuden der Liebe harren dein!


Flüstern leise die Winde;
Freuden der Liebe harren dein!
Tönt die Kehle der Nachtigall;
Hoch von dem Sternengewölb' herab
Hallt mir die Stimme der Liebe!

Aus der Platanen Labyrinth


Wandelt Laura, die Holde!
Blumen entsprießen dem Zephyrtritt,
Und wie Sphärengesangeston
Bebt von den Rosen der Lippe mir
Süße Stimme der Liebe!

Input by Richard Morris

Voice of love
Evening clouds float brightly
on the purple sky.
Hesperus gazes with a loving expression
through the blooming linden-grove,
and the cricket sings his prophetic dirge
among the cabbages!

The joy of love is awaiting you!


the winds whisper gently;
the joy of love is awaiting you!
peals the voice of the nightingale;
high above, from the starry vault
echoes the voice of love!

From the labyrinth of plane-trees


Laura emerges, the lovely one!
Flowers bloom at the touch of the zephyr,
and like celestial music
comes trembling from the lips of roses to me
the sweet voice of love!

Translated to English by Emily Ezust

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 76 of 646

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Naturgenuß
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 188 (1815), published 1887 ---- D. 422.

Im Abendschimmer wallt der Quell


Durch Wiesenblumen purpurhell,
Der Pappelweide wechselnd Grün
Weht ruhelispelnd drüber hin.

Im Lenzhauch webt der Geist des Herrn!


Sieh! Auferstehung nah und fern,
Sieh! Jugendfülle, Schönheitsmeer,
Und Wonnetaumel rings umher.

Ich blicke her, ich blicke hin,


Und immer höher schwebt mein Sinn.
Nur Tand sind Pracht und Gold und Ruhm,
Natur, in Deinem Heiligtum!

Des Himmels Ahnung den umweht,


Der deinen Liebeston versteht;
Doch, an dein Mutterherz gedrückt,
Wird er zum Himmel selbst entzückt!

Input by Richard Morris

Nature's enjoyment
In the shimmer of evening the stream bubbles
through the meadow flowers, purple-bright;
the poplar willow's changing greenery
waves above it, whispering tranquilly.

In the breath of Spring wafts the spirit of the Lord!


Look! Resurrection near and far,
look! the fullness of youth, a sea of beauty,
and blissful tumbling all about.

I look here, I look there,


and ever higher float my thoughts.
But all splendour, gold and fame are but cheap trinkets,
Nature, in your shrine!

A notion of heaven wafts


about the person who understands love's music;
yet pressed against a mother's heart,
he will delight in Heaven himself!

Translated to English by Emily Ezust

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 77 of 646

Gott, höre meine Stimme


Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 190 no. 5 (1815), published 1888.

Gott! höre meine Stimme,


Höre gnädig auf mein Flehn!
Sieh, ich liege hier im Staube,
Soll die Hoffnung, soll der Glaube
An dein Vaterherz vergehn?
Er soll es büßen mit seinem Blute,
War er gewagt mit frohem Mute,
War er für mich und die Liebe getan?
Sind all die Wünsche nur eitle Träume,
Zerknickt die Hoffnung die zarten Keime,
Ist Lied und Seligkeit nur ein Wahn?
Nein, nein, das kannst du nicht gebieten,
Das wird dein Vaterherz verhüten,
Gott, du bist meine Zuversicht.

Du wirst zwei Herzen so nicht trennen,


Die nur vereinigt schlagen können,
Nein, nein, nein, das kannst du nicht!

Input by Richard Morris

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An den Mond
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 57 no. 3, D. 193 (1815), published 1826.

Geuß, lieber Mond, geuß deine Silberflimmer


Durch dieses Buchengrün,
Wo Phantasien und Traumgestalten
Immer vor mir vorüberfliehn!

Enthülle dich, daß ich die Stätte finde,


Wo oft mein Mädchen saß,
Und oft, im Wehn des Buchbaums und der Linde,
Der goldnen Stadt vergaß.

Enthülle dich, daß ich des Strauchs mich freue,


Der Kühlung ihr gerauscht,
Und einen Kranz auf jeden Anger streue,
Wo sie den Bach belauscht.

Dann, lieber Mond, dann nimm den Schleier wieder,


Und traur um deinen Freund,
Und weine durch den Wolkenflor hernieder,
Wie ein Verlaßner weint!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 78 of 646

To the moon
Pour, dear moon, pour your silver glitter
down through the greenery of beeches,
where phantasms and dream-shapes
are always floating before me!

Reveal yourself, that I may find the place


where my darling often sat,
and often forgot, in the wind of beech and linden trees,
the golden city.

Reveal yourself, that I may enjoy the bushes


which swept coolness to her,
and that I may lay a wreath upon that pasture
where she listened to the brook.

Then, dear moon, then take up your veil again,


and mourn your friend,
and weep through the clouds
as one abandoned weeps!

Translated to English by Emily Ezust

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An die Apfelbäume, wo ich Julien erblickte


Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 197 (1815), published 1850.

Ein heilig Säuseln,


Und ein Gesangeston
Durchzittre deine Wipfel,
O Schattengang, wo bang und wild
Der ersten Liebe selige Taumel
Mein Herz berauschten.

Die Abendsonne
Bebte wie lichtes Gold
Durch Purpurblüten,
Bebte wie lichtes Gold
Um ihres Busens Silberschleier;
Und ich zerfloß in Entzückungsschauer.

Nach langer Trennung


Küsse mit Engelkuß
Ein treuer Jüngling hier
Das geliebte Weib,
Und schwör in diesem Blütendunkel
Ew'ge Treue der Auserkornen.

Ein Blümchen sproße,


Wann wir gestorben sind,
Aus jedem Rasen,
Welchen ihr Fuß berührt,
Und trag' auf jedem seiner Blätter
Meines verherrlichten Mädchens Namen.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 79 of 646

To the apple trees, where I glimpsed Julia


A holy rustling
and the sound of song
vibrate through the tops of your trees,
O shaded path, where, anxious and wild,
The ecstatic frenzy of first love
intoxicated my heart.

The evening sun


shook like bright gold
through purple flowers,
shook like bright gold
around the silver veil on her bosom;
and I dissolved into a shudder of delight.

After a long separation


come kisses like those of angels:
a faithful youth here
with his beloved wife;
and he swears in the darkness of the blossoms
eternal fidelity to his chosen one.

A flower might bloom


when we are dead,
from every lawn
which her foot disturbed.
And may each blade of grass bear
my glorious maiden's name.

Translated to English by Emily Ezust

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Liebeständelei
Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 206 (1815).

Süßes Liebchen! Komm zu mir!


Tausend Küsse geb' ich dir,
Sieh' mich hier zu deinen Füßen.
Mädchen, deiner Lippen Glut
Gibt mir Kraft und Lebensmut.
Laß dich küssen!

Mädchen, werde doch nicht rot!


Wenn's die Mutter auch verbot,
Sollst du alle Freuden missen?
Nur an des Geliebten Brust
Blüht des Lebens schönste Lust.
Laß dich küssen!

Liebchen, warum zierst du dich?


Höre doch und küsse mich.
Willst du nichts von Liebe wissen?
Wogt dir nicht dein kleines Herz
Bald in Freuden, bald in Schmerz?
Laß dich küssen!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 80 of 646
Sieh', dein Sträuben hilft dir nicht;
Schon hab' ich nach Sängers Pflicht
Dir den ersten Kuß entrissen! -
Und nun sinkst du, liebewarm,
Willig selbst in meinen Arm.
Läßt dich küssen!

Input by Richard Morris

Flirting
Sweet darling! come to me!
I'll give you a thousand kisses
if you'll notice me here at your feet.
Maiden, the fire of your lips
gives me strength and the courage to live.
Let me kiss you!

Maiden, do not turn red!


even if your mother has forbidden it,
should you miss every joy?
Only against the beloved's breast
does life's fairest pleasure bloom.
Let me kiss you!

My darling, why do you make such a fuss?


Listen to me and kiss me.
Do you wish to know nothing about love?
Doesn't your little heart feel waves
of joy and pain?
Let me kiss you!

Look, your resistance does not help you;


After my singer's duty, I have already
torn from you the first kiss! -
And now you sink, warm with love,
willing in my arms.
Let me kiss you!

Translated to English by Emily Ezust

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Der Liebende
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)

Set by

l Johann Anton André (1775-1842), c1818.


l Franz Schubert (1797-1828), D. 207 (1815), published 1894.

Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wenn dein Gesicht

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 81 of 646
Voll Engellicht
Den Gruß des Friedens winket.

Ein süßer Blick,


Ein Wink, ein Nick,
Glänzt mir wie Frühlingssonnen;
Den ganzen Tag
Sinn' ich ihm nach,
Und schweb' in Himmelswonnen.

Dein holdes Bild


Führt mich so mild
An sanfter Blumenkette;
In meinem Arm
Erwacht es warm,
Und geht mit mir zu Bette.

Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wem süßer Blick
Und Wink und Nick
Zum süßern Kusse winket.

Input by Richard Morris

The lover
Fortunate, fortunate is he
who catches sight of you,
and drinks in your Heaven,
when your face,
suffused in angel-light
beckons with a greeting of peace.

A sweet gaze,
A sign, a nod,
shines upon me like the spring sun.
The entire day
I will contemplate it,
and float in heavenly bliss.

Your lovely image


will lead me mildly
by a gentle flower-chain;
In my arms
it awakens warm,
and goes with me to bed.

Fortunate, fortunate is he
who catches sight of you,
and drinks in your Heaven,
whom a sweet gaze
and a sign and a nod
lures to sweeter kisses.

Translated to English by Emily Ezust

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 82 of 646

Die Nonne
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 208 (1815), published 1895 ---- D. 212.

Es liebt' in Welschland irgendwo


Ein schöner junger Ritter
Ein Mädchen, das der Welt entfloh,
Trotz Klostertor und Gitter;
Sprach viel von seiner Liebespein,
Und schwur, auf seinen Knieen,
Sie aus dem Kerker zu befreien,
Und stets für sie zu glühen.

»Bei diesem Muttergottesbild,


Bei diesem Jesuskinde,
Das ihre Mutterarme füllt,
Schwör' ich's dir, o Belinde!
Dir ist mein ganzes Herz geweiht,
So lang ich Odem habe;
Bei meiner Seelen Seligkeit!
Dich lieb' ich bis zum Grabe.«

Was glaubt ein armes Mädchen nicht,


Zumal in einer Zelle?
Ach! sie vergaß der Nonnenpflicht,
Des Himmels und der Hölle,
Die, von den Engeln angeschaut,
Sich ihrem Jesu weihte,
Die reine schöne Gottesbraut,
Ward eines Frevlers Beute.

Drauf wurde, wie die Männer sind,


Sein Herz von Stund' an lauer,
Er überließ das arme Kind
Auf ewig ihrer Trauer.
Vergaß der alten Zärtlichkeit,
Und aller seiner Eide,
Und floh, im bunten Galakleid,
Nach neuer Augenweide.

Begann mit andern Weibern Reihn,


Im kerzenhellen Saale,
Gab andern Weibern Schmeichelein,
Beim lautern Traubenmahle,
Und rühmte sich des Minneglücks
Bei seiner schönen Nonne,
Und jedes Kusses, jedes Blicks,
Und jeder andern Wonne.

Die Nonne, voll von welscher Wut,


Entglöht' in ihrem Mute,
Und sann auf nichts als Dolch und Blut.
Und träumte nur von Blute.
Sie dingte plötzlich eine Schaar
Von wilden Meuchelmördern,
Denn Mann, der treulos worden war,
Ins Totenreich zu fördern.

Die bohren manches Mörderschwert


In seine schwarze Seele.
Sein schwarzer, falscher Geist entfährt,
Wie Schwefeldampf der Höhle.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 83 of 646
Er wimmert durch die Luft, wo sein
Ein Krallenteufel harret.
Drauf ward sein blutendes Gebein
In eine Gruft verscharret.

Die Nonne flog, wie Nacht begann,


Zur kleinen Dorfkapelle,
Und riß den wunden Rittersmann
Aus seiner Ruhestelle.
Riß ihm das Bubenherz heraus,
Und warf's, den Zorn zu büßen,
Daß dumpf erscholl das Gotteshaus,
Und trat es mit dem Füßen.

Ihr Geist soll, wie die Sagen gehn,


In dieser Kirche weilen,
Und, bis im Dorf die Hähne krähn,
Bald wimmern, und bald heulen.
Sobald der Hammer zwölfe schlägt,
Rauscht sie, an Grabsteinwänden,
Aus einer Gruft empor, und trägt
Ein blutend Herz in Händen.

Die tiefen, hohlen Augen sprühn


Ein düsterrotes Feuer,
Und glühn, wie Schwefelflammen glühn,
Durch ihren weißen Schleier.
Sie gafft auf das zerrißne Herz,
Mit wilder Rachgebärde,
Und hebt es dreimal himmelwärts,
Und wirft es auf die Erde;

Und rollt die Augen voller Wut,


Die eine Hölle blicken,
Und schüttelt aus dem Schleier Blut,
Und stampft das Herz in Stücken.
Ein bleicher Totenflimmer macht
Indess die Fenster helle.
Der Wächter, der das Dorf bewacht,
Sah's oft in der Kapelle.

Input by Richard Morris

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Der Liedler
Text by Joseph Kenner (1794-1868)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 38, D. 209 (1815), published 1825.

Gib, Schwester, mir die Harf' herab,


Gib mir Biret und Wanderstab,
Kann hier nicht fürder weilen!
Bin ahnenlos, bin nur ein Knecht
Bin für die edle Maid zu schlecht,
Muß stracks von hinnen eilen.

"Still, Schwester, bist gottlob nun Braut,


Wirst morgen Wilhelm angetraut,
Soll mich nichts weiter halten.
Nun küsse mich, leb, Trude, wohl!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 84 of 646
Dies Herze, schmerz- und liebevoll,
Laß Gott den Herrn bewalten."

Der Liedler zog durch manches Land


Am alten Rhein- und Donaustrand,
Wohl über Berg und Flüsse.
Wie weit er flieht, wohin er zieht,
Er trägt den Wurm im Herzen mit
Und singt nur sie, die Süße.

Und er's nicht länger tragen kann,


Tät sich mit Schwert und Panzer an,
Den Tod sich zu erstreiten.
Im Tod ist Ruh, im Grab ist Ruh,
Das Grab deckt Herz und Wünsche zu;
Ein Grab will er erreiten.

Der Tod ihn floh, und Ruh ihn floh!


Des Herzogs Banner flattert froh
Der Heimat Gruß entgegen,
Entgegen wallt, entgegen schallt
Der Freunde Gruß durch Saat und Wald
Auf allen Weg' und Stegen.

Da ward ihm unterm Panzer weh!


Im Frührot glüht der ferne Schnee
Der heimischen Gebirge;
Ihm war, als zög's mit Hünenkraft
Dahin sein Herz, der Brust entrafft,
Als ob's ihn hier erwürge.

Da konnt er's fürder nicht bestehn:


"Muß meine Heimat wiedersehen,
Muß sie noch einmal schauen!"
Die mit der Minne Rosenhand
Sein Herz an jene Berge band,
Die herrlichen, die blauen!

Da warf er Wehr und Waffe weg,


Sein Rüstzeug weg ins Dorngeheg;
Die liederreichen Saiten,
Die Harfe nur, der Süßen Ruhm,
Sein Klagespsalm, sein Heiligtum,
Soll ihn zurückbegleiten.

Und als der Winter trat ins Land,


Der Frost im Lauf die Ströme band,
Betrat er seine Berge.
Da lag's, ein Leichentuch von Eis,
Lag's vorn und neben totenweiß,
Wie tausend Hünensärge!

Lag's unter ihm, sein Muttertal,


Das gräflich Schloß im Abendstrahl,
Wo Milla drin geborgen.
Glück auf, der Alpe Pilgerruh
Winkt heute Ruh dir Ärmster zu:
Zur Feste, Liedler, morgen!

Ich hab nicht Rast, ich hab nicht Ruh,


Muß heute noch der Feste zu,
Wo Milla drin geborgen.
"Bist starr, bist blaß!" Bin totenkrank,
Heut ist noch mein! Tot, Gott sei Dank,
Tot find't mich wohl der Morgen.

Horch Maulgetrab, horch Schellenklang!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 85 of 646
Vom Schloß herab der Alp' entlang
Zog's unter Fackelhelle.
Ein Ritter führt ihm angetraut,
Führt Milla heim als seine Braut.
Bist Liedler schon zur Stelle!

Der Liedler schaut und sank in sich.


Da bricht und schnaubet wütiglich
Ein Werwolf durchs Gehege,
Die Maule fliehn, kein Saum sie zwingt.
Der Schecke stürzt. Weh! Milla sinkt
Ohnmächtig hin am Wege.

Da riß er sich, ein Blitz, empor,


Zum Hort der Heißgeminnten vor,
Hoch auf des Untiers Nacken
Schwang er sein teures Harfenspiel,
Daß es zersplittert niederfiel,
Und Nick und Rachen knacken.

Und wenn er stark wie Simson wär',


Erschöpft mag er und sonder Wehr
Den Grimmen nicht bestehen.
Vom Busen, vom zerfleischten Arm
Quillt's Herzblut nieder, liebewarm,
Schier denkt er zu vergehen.

Ein Blick auf sie, und alle Kraft


Mit einmal er zusammenrafft,
Die noch verborgen schliefe!
Ringt um den Werwolf Arm und Hand,
Und stürzt sich von der Felsenwand
Mit ihm in schwindle Tiefe.

Fahr, Liedler, fahr auf ewig wohl!


Dein Herze schmerz- und liebevoll
Hat Ruh im Grab gefunden!
Das Grab ist aller Pilger Ruh,
Das Grab deckt Herz und Wünsche zu,
Macht alles Leids gesunden.

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Der Traum
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. posth. 172 no. 1, D. 213 (1815), published 1865.

Mir träumt', ich war ein Vögelein,


Und flog auf ihren Schoß,
Und zupft' ihr, um nicht laß zu sein,
Die Busenschleifen los;
Und flog, mit gaukelhaftem Flug,
Dann auf die weiße Hand,
Dann wieder auf das Busentuch,
Und pickt' am roten Band.

Dann schwebt' ich auf ihr blondes Haar,


Und zwitscherte vor Lust,
Und ruhte, wann ich müde war,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 86 of 646
An ihrer weißen Brust.
Kein Veilchenbett im Paradies
Geht diesem Lager vor.
Wie schlief's sich da so süß, so süß,
An ihres Busens Flor!

Sie spielte, wie ich tiefer sank,


Mit leisem Fingerschlag,
Der mir durch Leib und Leben drang,
Mich frohen Schlummrer wach,
Sah mich so wunderfreundlich an,
Und bot den Mund mir dar,
Daß ich es nicht beschreiben kann,
Wie froh, wie froh ich war.

Da trippelt' ich auf einem Bein


Und hatte so mein Spiel,
Und spielt' ihr mit dem Flügelein
Die rote Wange kühl,
Doch, an, kein Erdenglück besteht,
Tag sei es oder Nacht!
Schnell war mein süßer Traum verweht,
Und ich war aufgewacht.

Input by Richard Morris

The dream
I dreamed that I was a little bird
and that I flew onto her lap
and, so as not to be idle, undid
the bow on her bosom;
and then I flitted clownlike
onto her white hand,
then again onto her bosom kerchief,
where I pecked at the red ribbon.

Then I hovered over her blonde hair,


and twittered with joy,
and rested when I was weary,
against her white breast.
No bed of violets in paradise
would I prefer to those lodgings!
How sweetly I slept, how sweetly,
against the gauze on her bosom!

As I sank deeper, she played


a light rhythm by drumming her fingers,
and it penetrated me body and soul
until it merrilly awakened my slumber;
she gazed at me with such wondrous friendliness
and bade me give her my mouth,
so that I cannot describe
how cheerful, how cheerful I was.

I hopped along on one leg


and had my game thus;
and with my wings
played with her cool cheeks;
but no earthly pleasure
can last day and night!
My sweet dream quickly vanished
and I woke up.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 87 of 646

Translated to English by Emily Ezust

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Kolmas Klage
Text after James Macpherson ('Ossian') (1736-1796), from "The Songs of Selma".

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 217 (1815), published 1830.


l Also set in another translation to German by Karl Friedrich Zelter (1758-1832)

Rund um mich Nacht,


Ich irr' allein,
Verloren am stürmischen Hügel;
Der Sturm braust vorn Gebirg,
Der Strom die Felsen hinab,
Mich schützt kein Dach vor Regen,
Verloren am stürmischen Hügel,
Irr' ich allein.

Erschein', o Mond,
Dring' durch's Gewölk;
Erscheinet, ihr nächtlichen Sterne,
Geleitet freundlich mich,
Wo mein Geliebter ruht.
Mit ihm flieh' ich den Vater,
Mit ihm meinen herrischen Bruder,
Erschein', o Mond.

Ihr Stürme, schweigt,


O schweige, Strom,
Mich höre, mein liebender Wanderer,
Salgar! ich bin's, die ruft.
Hier ist der Baum, hier der Fels,
Warum verweilst du länger?
Wie hör' ich den Ruf seiner Stimme?
Ihr Stürme, schweigt.

Doch, sieh, der Mond erscheint,


Der Hügel Haupt erhellet,
Die Flut im Tale glänzt,
Im Mondlicht wallt die Heide.
Ihn seh' ich nicht im Tale,
Ihn nicht am hellen Hügel,
Kein Laut verkündet ihn,
Ich wand'le einsam hier.

Doch wer sind jene dort,


Gestreckt auf dürrer Heide?
Ist's mein Geliebter, Er!
Und neben ihm mein Bruder!
Ach, beid' in ihrem Blute,
Entblößt die wilden Schwerter!
Warum erschlugst du ihn?
Und du, Salgar, warum?

Geister meiner Toten,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 88 of 646
Sprecht vom Felsenhügel,
Von des Berges Gipfel,
Nimmer schreckt ihr mich!
Wo gingt ihr zur Ruhe,

Ach, in welcher Höhle


Soll ich euch nun finden?
Doch es tönt kein Hauch.

Hier in tiefem Grame


Wein' ich bis am Morgen,
Baut das Grab, ihr Freunde,
Schließt's nicht ohne mich.
Wie sollt' ich hier weilen?
An des Bergstroms Ufer
Mit den lieben Freunden
Will ich ewig ruh'n.

Input by Richard Morris

Colma's lament
It is night,
I am alone,
forlorn on the hill of storms.
The wind is heard on the mountain.
The torrent pours down the rock.
No hut receives me from the rain;
forlorn on the hill of winds!

Rise, moon!
from behind thy clouds.
Stars of the night, arise!
Lead me, some light,
to the place where my love rests from the chase alone! [...]
With thee, I would fly from my father;
with thee, from my brother of pride.

Cease a little while, O wind!


stream, be thou silent awhile!
let my voice be heard around. Let my wanderer hear me!
Salgar! it is Colma who calls.
Here is the tree, and the rock.
Salgar, my love! I am here. Why delayest thou thy coming? [...]

Lo! the calm moon comes forth.


The rocks are gray on the steep,
The flood is bright in the vale.

I see him not on the brow.

His dogs come not before him,


with tidings of his near approach. [...]

Who lie
on the heath beside me?
Are they my love
and my brother? [...]
Their swords

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are red from the fight.
O my brother! my brother! why hast thou slain my Salgar?
why, O Salgar! hast thou slain my brother? [...]

speak, ye ghosts of the dead! speak, I will not be afraid!


Whither are ye gone to rest?
No feeble voice is on the gale:
speak, I will not be afraid!
Whither are ye gone to rest?

In what cave of the hill


shall I find the departed?
no answer half-drowned in the storm!

I sit in my grief;
I wait for morning in my tears!
Rear the tomb, ye friends of the dead.
Close it not till Colma come.
My life flies away like a dream:
by the stream of the sounding rock [...]
my ghost shall stand in the blast, and mourn
the death of my friends.

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Grablied
Text by Joseph Kenner (1794-1868)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 218 (1815).

Er fiel den Tod für's Vaterland,


Den süßen der Befreiungsschlacht,
Wir graben ihn mit treuer Hand,
Tief, tief, den schwarzen Ruheschacht.

Ein Hügel hebt sich über dir,


Den drückt kein Mal von Marmorstein,
Von Rosmarin nur pflanzen wir
Ein Pflänzchen auf dem Hügel ein.

Grave song
He died for his fatherland,
the sweet death of the struggle for freedom,
and we bury him with faithfaul hands
deep, deep in a dark peaceful vault.

A mound rises above you,


with no marble stone pressing upon it;
We plant only
a rosemary bush upon the little hill.

Translated to English by Emily Ezust

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Das Finden
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 219 (1815).

Ich hab ein Mädchen funden,


Sanft, edel, deutsch und gut,
Ihr Blick ist mild und glänzend,
Wie Abendsonneglut,
Ihr Haar wie Sommerweben,
Ihr Auge veilchenblau;
Dem Rosenkelch der Lippen
Entquillt Gesang wie Tau.

Ihr Bau ist hoch und herrlich.


Ihr Wuchs wie tief im Hain
Der Birke schlanke Schönheit,
Ihr Busen schwanenrein.
Im hohen Schwanenbusen
Klopft ihr ein edel Herz,
Das kennt nicht Zwang noch Launen,
Nicht freche Lust noch Schmerz.

In Dustra's grüner Wildniss,


Am klaren Rinval-Fluss,
Wallt einsam und verloren
Des holden Mädchen Fuß.
Sie schwebt dahin. Ein Kränzchen
Schmückt ihr das Haar. Es schmückt
Ein Strauß den hohen Busen,
Den sie im Tau gepflückt.

Das Mädchen hab' ich funden.


Im keuschen Frühgewand
Ging sie im Duft der Frühe
An Rinvals Blumenrand.
Ein leises Lüftchen ringelt'
Ihr wellenströmend Haar,
Und durch die Erlen hallte
Ihr Liedchen süss und klar.

Ich lag in Kleegedüften


Am blaubeblümten Bach;
Ich bebt' empor, und schaute
Dem edlen Mädchen nach.
Verzeuch, verzeuch, du Holde!
Dein Blick ist lieb und gut.
Auch ich bin deutsch und edel,
Ein Jüngling fromm und gut.

Sie wandte sich, sie säumte,


Sie winkte freundlich mir;
Froh ihres Blicks und Winkes,
Flog ich entzückt zu ihr,
Erhaben stand und heilig
Vor mir das hohe Weib.
Ich aber schlang vertraulich
Den Arm um ihren Leib.

Ich hab das edle Mädchen


An meiner Hand geführt,
Ich bin mit ihr am Staden,
Des Bach's hinabspaziert,

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Ich hab sie liebgewonnen,
Ich weiß, sie ist mir gut,
Drum sei mein Lied ihr eigen,
Ihr eigen Gut und Blut.

The find
I have found a maiden,
gentle, precious, German and good;
her glance is mild and bright
like the glow of the evening sun;
her hair is like summer ,
and her eyes are violet-blue.
From lips like rosy chalices
songs flow like dew.

Her build is tall and majestic.


Her stature is like the beauty
of the slender birches deep in the forest,
her bosom as pure white as a swan's.
In that lofty swan-bosom
there throbs a fine heart
that knows nothing of obligation or caprice,
nothing of impudent joy or pain.

In the green wilderness of Dustra


by the clear Rinval river,
alone and forlorn,
the feet of the lovely maiden stray.
She wanders about, a wreath
decorating her hair. Adorning
her lofty bosom is a bunch of flowers
she has picked in the valley.

I have found the maiden.


In a chaste morning gown
she walked with the scent of early morning
by Rinval's flowery banks.
A gentle breeze curled
her wavy, flowing hair,
and through the alders
her little song echoed sweet and clear.

I lay among the sweet-smelling clover


by the blue-flowering brook;
I trembled as I gazed after
the noble maiden.
Tarry, tarry, you lovely one!
Your gaze is dear and good.
I am also German and noble,
a lad pious and good.

She turned, she paused,


and beckoned kindly to me;
here gaze and gesture were happy
and I flew to her with delight,
standing sublime and divine
before me was the noble woman.
But I curled my arm confidently
about her body.

I led the noble maiden


by the hand;
I strolled with her by the embankment

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of the brook.
I have won her love,
and I know she is well mine,
and therefore let this song be hers
her very own life and property.

Translated to English by Emily Ezust

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Der Abend
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. posth. 118 no. 2, D. 221 (1815), published 1829.

Der Abend blüht,


Temora1 glüht
Im Glanz der tiefgesunknen Sonne.
Es küßt die See
Die Sinkende,
Von Ehrfurcht schaudert und von Wonne.

Ein grauer Duft


Durchwebt die Luft,
Umschleiert Daura's güld'ne Auen.
Es rauscht umher
Das düstre Meer,
Und rings herrscht ahnungsreiches Grauen.

O trautes Land!
O heil'ge Strand!
O Flur, die jede Flur verdunkelt;
Flur, deren Schooß
Die Blum' entsproß
Die alle Blumen überfunkelt.

Paart nicht den Schnee


Der Lilie
die Holde mit der Glut der Rosen?
Die Au, ein Kranz
Voll Duft und Glanz
Reicht ihm den Preis der Tadellosen.

Ihr Ambraduft
Durchweht die Luft
Umwürzet rings die Näh' und Ferne
Und stirbt das Licht
Des Liedes nicht
So reicht ihr Nam'
Einst an die Sterne.

O trautes Land!
O hehrer Strand!
Sei stolz auf deiner Blumen Blume.
Das heil'ge Meer
Und rings umher
Die Inseln huld'gen
Deinem Ruhme.

Nacht hüllt den Strand,


Temora schwand,

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Verlodert sind des Spätrots Gluten.
Das Weltmeer grollt,
Und glutrot rollt
Der Vollmond aus den düstern Fluten.

The evening
The evening blooms,
Temora glows
in the blaze of the dipping sun.
As it sinks
it kisses the sea,
which shivers with reverence and bliss.

A gray aroma
floats through the air,
veiling Daura's golden meadows.
It rustles about
the gloomy sea,
and twilight reigns with anticipation.

O dear land!
O sacred seaside!
O meadow, obscured by every other meadow;
meadow in whose lap
the flowers sprout
that outsparkles all other flowers!

Is not the snow


often linked with the lily,
as this fair flower is with the glow of roses?
The meadow awards it a wreath
full of fragrance and splendour -
the prize for being flawless.

Its amber fragrance


wafts through the air,
spicing the air both near and far
and if the light of
this song does not die,
its name will reach
someday to the stars.

O dear land!
O majestic shore!
Be proud of your flower of flowers!
The sacred sea
and the islands
ringing it, pay homage
to its splendour.

Night veils the shore,


Temora disappears,
and the late red glow of dusk fades.
The sea rumbles
and, glowing red,
the full moon rolls out of the dark waters.

Translated to English by Emily Ezust

Verses 4-7 inserted by Sim Lee


1
Temora was the name of the castle of the legendary kings of Ireland in Ossian's "The Death of
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Cuthullin".
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Lieb Minna
Text by Albert Stadler (1794-1888)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 222 (1815), published 1885.

"Schwüler Hauch weht mir herüber,


Welkt die Blum' an meiner Brust,
Ach, wo weilst du, Wilhelm, Lieber?
Meiner Seele süße Lust!
Ewig Weinen,
Nie Erscheinen!
Schläfst wohl schon im kühlen Schooße,
Denkst auch mein noch unterm Moose?"

Minna weinet, es verflogen


Mählig Wang - und Lippenrot.
Wilhelm was hinausgezogen
Mit den Reihn zum Schlachtentod.
Von der Stunde
Keine Kunde!
Schläfst wohl längst im kühlen Schooße,
Denkst dein Minna unterm Moose.

Liebchen sitzt im stillen Harme,


Sieht die gold'nen Sternlein ziehn,
Und der Mond schaut auf die Arme
Mitleidsvollen Blickes hin,
Horch, da wehen
Aus den Höhen
Abendlüftchen ihr herüber;
Dort am Felsen harrt dein Lieber.

Minna eilt im Mondenflimmer


Bleich und ahnend durch die Flur,
Findet ihren Wilhelm nimmer,
Findet seinen Hügel nur.
"Bin bald drüben
Bei dir Lieben,
Sagst mir aus dem kühlen Schooße:
Denk' dein, Minna, unterm Moose."

Und viel tausend Blümchen steigen


Freundlich aus dem Grab herauf.
Minna kennt die Liebeszeugen,
Bettet sich ein Plätzchen drauf.
"Bin gleich drüben
Bei dir Lieben!"
Legt sich auf die Blümchen nieder
Findet ihren Wilhelm wieder.

Input by Richard Morris

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Idens Nachtgesang
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Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 227 (1815), published 1885.

Vernimm es Nacht, was Ida dir vertrauet,


Die satt des Tags in deine Arme flieht,
Ihr Sterne, die ihr hold und liebend auf mich schauet,
Vernehmt süßlauschend Idens Lied.

Den ich geahnt in liebvollen Stunden,


Dem sehnsuchtsvoll mein Herz entgegenschlug,
O Nacht, o Sterne, hört's ich habe ihn gefunden,
Das Bild ich längst im Busen trug.

Freund, ich bin dein, nicht für den Sand der Zeiten,
Der schnellversiegend Chronos Uhr entfleußt,
Dein für den Riesenstrom heilvoller Ewigkeiten,
Der aus des Ew'gen Urne scheußt.

Input by Richard Morris

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Von Ida
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 228 (1815), published 1894.

Der Morgen blüht,


Der Osten glüht;
Es lächelt aus dem dünnen Flor
Die Sonne matt und krank hervor.
Denn, ach, mein Liebling flieht!

Auf welcher Flur,


Auf wesser Spur,
So fern von Iden wallst du itzt,
O du, der ganz mein Herz besitzt,
Du Liebling der Natur!

O, kehre um!
Kehr' um, kehr' um!
Zu deiner Einsamtraurenden!
Zu deiner Ahnungschaurenden!
Mein Einziger, kehr' um!

Input by Richard Morris

Of Ida
The morning blooms,
the east glows;
through the sparse foliage
the sun smiles sickly and dully.
For alas, my sweetheart has fled!

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Abschied Page 96 of 646

On which path,
on which lane,
so far from Ida do you wander now,
o you, to whom my heart belongs,
you darling of nature!

O come back!
Come back, come back!
to your solitary mournfulness!
to your terrible misgivings!
my only one, come back!

Translated to English by Emily Ezust

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Klaglied
Text by Johann Friedrich Rochlitz (1796-1842)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 23 (1812), published 1830 as op. posth. 131 no. 3.

Meine Ruh' ist dahin,


Meine Freud' ist entflohn,
In dem Säuseln der Lüfte,
In dem Murmeln des Bachs
Hör' ich bebend nur Klageton.

Seinem schmeichelnden Wort,


Und dem Druck seiner Hand,
Seinem heißen Verlangen,
Seinem glühenden Kuß,
Weh' mir, daß ich nicht widerstand!

Wenn ich seh' ihn von fern,


Will ich ihn zu mir ziehn,
Kaum entdeckt mich sein Auge,
Kaum tritt näher er mir,
Möcht' ich gerne ins Grab entfliehn.

Input by: Thierry Morice

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Die Täuschung
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. posth. 165 no. 4, D. 230 (1815).

Im Erlenbusch, im Tannenhain,
Im Sonn- und Mond- und Sternenschein
Umlächelt mich ein Bildnis.
Vor seinem Lächeln klärt sich schnell
Die Dämmerung im Himmelhell,
In Paradies die Wildnis.

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Abschied Page 97 of 646
Es säuselt in der Abendluft,
Es dämmert in dem Morgenduft,
Es tanzet auf der Aue,
Es flötet in der Wachtel Schlag,
Und spregelt sich im klaren Bach,
Und badet sich im Taue.

Wer bist du, holdes Luftgebild,


Das engelhold und engelmild
Mit Schmerz und Lust mich tränket?
Bist du ein Bote bess'rer öden Feld
In seine Heimat winket?

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Das Sehnen
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818), "Sehnsucht"
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 231 (1815), published 1866.

Wehmut, die mich hüllt,


Welche Gottheit stillt
Mein unendlich Sehnen!
Die ihr meine Wimper näßt,
Namenlosen Gram entpreßt,
Fließet, fließet Tränen!

Mond, der lieb und traut


In mein Fenster schaut,
Sage, was mir fehle!
Sterne, die ihr droben blinkt,
Holden Gruß mir freundlich winkt,
nennt mir, was mich quäle!

In die Ferne strebt,


Wie auf Flügeln schwebt
Mein erhöhtes Wesen.
Fremder Zug, geheime Kraft,
Namenlose Leidenschaft,
Laß, ach laß genesen!

Input by Richard Morris

Yearning
Melancholy covers me;
what divine agent can still
my eternal yearning?
It moistens my lashes,
oppressing me with nameless grief;
flow, flow, my tears!

Moon that shines so dearly and kindly,


gazing into my window,
tell me what I am lacking!
Stars that gaze down on me,

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beckoning with friendly, sweet greetings,
can you name what torments me?

My essence reaches out into the distance


as if hovering on wings,
uplifted.
A weird pull, a secret power,
a nameless passion...
oh let me, let me heal!

Translated to English by Emily Ezust

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Hymne an den Unendlichen


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 232 (1815), published 1829 as op. posth. 112 no. 3.

Zwischen Himmel und Erd' hoch in der Lüfte Meer,


In der Wiege des Sturms trägt mich ein Zackenfels;
Wolken türmen unter mir sich zu Stürmen,
Schwindelnd gaukelt der Blitz umher,
Und ich denke dich, Ewiger!

Deinen schauernden Pomp borge den Endlichen,


Ungeheure Natur! du der Unendlichkeit Riesentochter!
Sei mir Spiegel Jehovahs!
Seinen Gott dem vernünft'gen Wurm
Orgle prächtig, Gewittersturm!

Horch! er orgel; den Fels wie er herunter dröhnt!


Brüllend spricht der Orkan Zebaoth's Namen aus,
Hin geschrieben mit dem Griffel des Blitzes:
Creaturen, erkennt ihr mich?
Schone, Herr! wir erkennen dich!

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Geist der Liebe


Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. posth. 118 no. 1, D. 233 (1815).

Wer bist du, Geist der Liebe,


Der durch das Weltall webt,
Den Schoß der Erde schwängert
Und den Atom belebt?
Der Elemente bindet,
Der Weltenkugeln ballt,
Aus Engelharfen jubelt
Und aus dem Säugling lallt?

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Nur der ist gut und edel,
Dem du den Bogen spannst.
Nur der ist groß und göttlich,
Den du zum Mann ermannst.
Sein Werk ist Pyramide,
Sein Wort ist Machtgebot,
Ein Spott ist ihm die Hölle.
Ein Hohn ist ihm der Tod.

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Abends unter der Linde


Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 235 (1815), published 1894 ---- D. 237 (1815), published
1872.

Woher, o namenloses Sehnen,


Das den beklemmten Busen preßt?
Woher, ihr bittersüßen Tränen,
Die ihr das Auge dämmernd näßt?
O Abendrot, o Mondenblitz,
Flimmt blaßer um den Lindensitz!

Es säuselt in dem Laub der Linde;


Es flüstert im Akazienstrauch.
Mir schmeichelt süß, mir schmeichelt linde
Des grauen Abends lauer Hauch.
Es spricht um mich wie Geistergruß;
Es geht mich an wie Engelkuß.

Es glänzt, es glänzt im Nachtgefilde,


Der Linde grauer Scheitel bebt -
Verklärte himmlische Gebilde,
Seid ihr es, die ihr mich umschwebt?
Ich fühle, eures Atems Kuß,
O Julie, o Emilius!

Bleibt Sel'ge, bleibt in eurem Eden!


Des Lebens Hauch bläst schwer und schwül
Durch stumme leichenvolle Oden.
Elysium ist mild und kühl.
Elysium ist wonnevoll -
Fahrt wohl, ihr Trauten! fahret wohl!

Input by Richard Morris

Evening under the linden tree


Where do you come from, o nameless yearning
that presses on my anxious breast?
Where do you come from, you bittersweet tears
that darken my wet eyes?
O evening glow, o moonlight,
shine more palely about the linden seat!

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The leaves of the linden rustle;
the acacia bush is whispering.
Sweetly, gently I am caressed
by the breath of the grey evening.
Ghostly voices are speaking around me
like the kisses of an angel.

The fields are glowing in the night,


the top of the linden quivers -
transfigured, heavenly forms,
is it you who float about me?
I feel your kiss-like breath,
o Julie, o Emilius!

Remain, blessed ones, remain in your Eden!


The breath of life blows heavy and sweltering
through silent wastelands full of corpses.
Elysium is placid and cool.
Elysium is delightful -
so fare you well, dear ones, fare you well!

Translated to English by Emily Ezust

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Das Abendrot
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 236 (1815), published 1892.

Der Abend blüht,


Der Westen glüht!
Wo bist du, holdes Licht entglommen,
Aus welchem Stern herab gekommen?

Wie seht so hehr


Das düstre Meer,
Die Welle tanzt des Glanzes trunken,
Und sprüht lust taumelnd Feuerfunken.

Viel schöner blüht,


Viel wärmer glüht
Die blasse Rose ihrer Wangen,
Und weckt in brünstiges Verlangen.

Bewunderung
Und Huldigung
Heischt nur das Schön, das ewig lebet,
Weil Huld und Heiligkeit es hebet.

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Die Mondnacht
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 238 (1815), published 1894.

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Abschied Page 101 of 646

Siehe, wie die Mondesstrahlen


Busch und Flur in Silber malen!
Wie das Bächlein rollt und flimmt!
Strahlen regnen, Funken schmettern
Von den sanft geregten Blättern,
Und die Tauflur glänzt und glimmt.
Glänzend erdämmern der Berge Gipfel,
Glänzend der Pappeln wogende Wipfel.

Durch die glanzumrauschten Räume


Flüstern Stimmen, gaukeln Träume,
Sprechen mir vertraulich zu.
Seligkeit, die mich gemahnet,
Höchste Lust, die süß mich schwanet,
Spricht, wo Brust nicht, mächtiges Sehen!
Löschet die Wehmut, labende Tränen!

Wie, ach, wie der Qual genesen?


Wo, ach, wo ein liebend Wesen,
Das die süßen Qualen stillt?
Eins ins andre gar versunken,
Gar verloren, gar verunken,
Bis sich jede Ode füllt...
Solches, ach, wähnt' ich, kühlte das Sehen,
Löschte die Wehmut mit köstlichen Tränen.

Eine weiß ich, ach, nur Eine,


Dich nur weiß ich, dich o Reine,
Die des Herzen Wehmut meint.
Dich umringend, von dir umrungen,
Dich umschlingend, von dir umschlungen,
Gar in Eins mit dir geeint...
Schon', ach schone den Wonneversunk'nen!
Himmel und Erde verschwinden dem Trunk'nen.

Input by Richard Morris

The moonlit night


See, how the moonlight
Paints each bush and flower with silver
How the brook ripples and gleams
Moonbeams rain down, dew sparkles
and softly bathes the leaves,
And the Dewflower gleams and glitters
Moonlight glimmers on the mountain peaks,
Illuminates the gently swaying poplars

Throughout the shining misty spaces


Whispering voices, elusive dreams
Speak to me in intimate communion.
Of happiness, which remind me
Of highest delight whose sweetness overwhelms
Speaks from no breast, with mighty insight
Banishing melancholy with soothing tears

How, oh how is the pain eased?


Where, oh where a loving nature,
That stills the sweet pains?
One in the other quite submerged,
Totally lost, utterly extinguished
Till every desert is destroyed.

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Abschied Page 102 of 646
Such, I doubt, is as it looks
Sorrow is quenched with costly tears

One, I know, ah, only one,


You only do I know,oh pure one
To whom heart's sorrow meant
Yourself surrounded, by you surrounded,
Yourself entwined, by you entwined
At one with you meant.
Dearest, ah dearest to be lost in wonder!
Heaven and Earth dissolve in intoxication.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Hin und wieder fliegen die Pfeile


Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 239 no. 3 (1815), published 1893.

Hin und wieder fliegen die Pfeile;


Amors leichte Pfeile fliegen
Von dem schlanken golden Bogen,
Mädchen, seid ihr nicht getroffen?
Es ist Glück! Es ist nur Glück.

Warum fliegt er so in Eile?


Jene dort will er besiegen;
Schon ist er vorbei geflogen;
Sorglos bleibt der Busen offen;
Gebet acht! Er kommt zurück!

Input by Richard Morris

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Liebe schwärmt auf allen Wegen


Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 239 no. 6 (1815), published 1893.

Liebe schwärmt auf allen Wegen;


Treue wohnt für sich allein.
Liebe kommt euch rasch entgegen;
Aufgesucht will Treue sein.

Input by Richard Morris

Passion throngs all lanes and byways

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Abschied Page 103 of 646
Passion throngs all lanes and byways,
Constancy hides in redoubt;
Passion tracks your footsteps always,
Constancy must be sought out.

Translated to English by T. P. Perrin

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Huldigung
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 240 (1815).

Ganz verloren, ganz versunken


In dein Anschaun, Lieblingin,
Wonnebebend, liebetrunken,
Schwingt zu dir der Geist sich hin.
Nichts vermag ich zu beginnen,
Nichts zu denken, dichten, sinnen.
Nichts ist, was das Herz mir füllt.
Huldin, als dein holdes Bild.

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Die Bürgschaft
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 246 (1815), published 1830.

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich


Damon, den Dolch im Gewande:
Ihn schlugen die Häscher in Bande,
"Was wolltest du mit dem Dolche? sprich!"
Entgegnet ihm finster der Wüterich.
"Die Stadt vom Tyrannen befreien!"
"Das sollst du am Kreuze bereuen."

"Ich bin", spricht jener, "zu sterben bereit


Und bitte nicht um mein Leben:
Doch willst du Gnade mir geben,
Ich flehe dich um drei Tage Zeit,
Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;
Ich lasse den Freund dir als Bürgen,
Ihn magst du, entrinn' ich, erwürgen."

Da lächelt der König mit arger List


Und spricht nach kurzem Bedenken:
"Drei Tage will ich dir schenken;
Doch wisse, wenn sie verstrichen, die Frist,
Eh' du zurück mir gegeben bist,
So muß er statt deiner erblassen,
Doch dir ist die Strafe erlassen."

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Abschied Page 104 of 646

Und er kommt zum Freunde: "Der König gebeut,


Daß ich am Kreuz mit dem Leben
Bezahle das frevelnde Streben.
Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,
Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;
So bleib du dem König zum Pfande,
Bis ich komme zu lösen die Bande."

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund


Und liefert sich aus dem Tyrannen;
Der andere ziehet von dannen.
Und ehe das dritte Morgenrot scheint,
Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,
Eilt heim mit sorgender Seele,
Damit er die Frist nicht verfehle.

Da gießt unendlicher Regen herab,


Von den Bergen stürzen die Quellen,
Und die Bäche, die Ströme schwellen.
Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,
Da reißet die Brücke der Strudel herab,
Und donnernd sprengen die Wogen
Dem Gewölbes krachenden Bogen.

Und trostlos irrt er an Ufers Rand:


Wie weit er auch spähet und blicket
Und die Stimme, die rufende, schicket.
Da stößet kein Nachen vom sichern Strand,
Der ihn setze an das gewünschte Land,
Kein Schiffer lenket die Fähre,
Und der wilde Strom wird zum Meere.

Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,


Die Hände zum Zeus erhoben:
"O hemme des Stromes Toben!
Es eilen die Stunden, im Mittag steht
Die Sonne, und wenn sie niedergeht
Und ich kann die Stadt nicht erreichen,
So muß der Freund mir erbleichen."

Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,


Und Welle auf Welle zerrinet,
Und Stunde an Stunde entrinnet.
Da treibt ihn die Angst, da faßt er sich Mut
Und wirft sich hinein in die brausende Flut
Und teilt mit gewaltigen Armen
Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.

Und gewinnt das Ufer und eilet fort


Und danket dem rettenden Gotte;
Da stürzet die raubende Rotte
Hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,
Den Pfad ihm sperrend, und schnaubert Mord
Und hemmet des Wanderers Eile
Mit drohend geschwungener Keule.

"Was wollt ihr?" ruft er vor Schrecken bleich,


"Ich habe nichts als mein Leben,
Das muß ich dem Könige geben!"
Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:
"Um des Freundes willen erbarmet euch!"
Und drei mit gewaltigen Streichen
Erlegt er, die andern entweichen.

Und die Sonne versendet glühenden Brand,


Und von der unendlichen Mühe

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Ermattet sinken die Knie.
"O hast du mich gnädig aus Räubershand,
Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,
Und soll hier verschmachtend verderben,
Und der Freund mir, der liebende, sterben!"

Und horch! da sprudelt es silberhell,


Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,
Und stille hält er, zu lauschen;
Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,
Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,
Und freudig bückt er sich nieder
Und erfrischet die brennenden Glieder.

Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün


Und malt auf den glänzenden Matten
Der Bäume gigantische Schatten;
Und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,
Will eilenden Laufes vorüber fliehn,
Da hört er die Worte sie sagen:
"Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen."

Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,


Ihn jagen der Sorge Qualen;
Da schimmern in Abendrots Strahlen
Von ferne die Zinnen von Syrakus,
Und entgegen kommt ihm Philostratus,
Des Hauses redlicher Hüter,
Der erkennet entsetzt den Gebieter:

"Zurück! du rettest den Freund nicht mehr,


So rette das eigene Leben!
Den Tod erleidet er eben.
Von Stunde zu Stunde gewartet' er
Mit hoffender Seele der Wiederkehr,
Ihm konnte den mutigen Glauben
Der Hohn des Tyrannen nicht rauben."

"Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht,


Ein Retter, willkommen erscheinen,
So soll mich der Tod ihm vereinen.
Des rühme der blut'ge Tyrann sich nicht,
Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,
Er schlachte der Opfer zweie
Und glaube an Liebe und Treue!"

Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor,


Und sieht das Kreuz schon erhöhet,
Das die Menge gaffend umstehet;
An dem Seile schon zieht man den Freund empor,
Da zertrennt er gewaltig den dichter Chor:
"Mich, Henker", ruft er, "erwürget!
Da bin ich, für den er gebürget!"

Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,


In den Armen liegen sich beide
Und weinen vor Schmerzen und Freude.
Da sieht man kein Augen tränenleer,
Und zum Könige bringt man die Wundermär';
Der fühlt ein menschliches Rühren,
Läßt schnell vor den Thron sie führen,

Und blicket sie lange verwundert an.


Drauf spricht er: "Es ist euch gelungen,
Ihr habt das Herz mir bezwungen;
Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn -
So nehmet auch mich zum Genossen an:

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Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der dritte!"

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Das Geheimnis
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 250 (1815), published 1872 ---- D. 793 (1823), published
1867.

Sie konnte mir kein Wörtchen sagen,


Zu viele Lauscher waren wach;
Den Blick nur durft' ich schüchtern fragen,
Und wohl verstand ich was er sprach.
Leis' komm' ich her in deine Stille,
Du schön belaubtes Buchenzelt,
Verbirg in deiner grünen Hülle
Die Liebenden dem Aug' der Welt!

Von Ferne mit verworr'nem Sausen


Arbeitet der geschäft'ge Tag,
Und durch der Stimmen hohles Brausen
Erkenn' ich schwerer Hammer Schlag.
So sauer ringt die kargen Himmel ab;
Doch leicht erworben, aus dem Schoße
Der Götter fällt das Glück herab.

Input by Richard Morris

The secret
She could not say a word to me,
for there were too many people there who could overhear;
I could only shyly look questionly at her gaze,
and soon I understood what it meant.
Softly I come to her in your stillness,
you lovely canopy of beech;
in your green depths, conceal
these lovers from the eyes of the world!

From afar, with a confused buzz,


the bustling day filters through to us,
and through the hollow murmur of voices
I recognize the beat of heavy hammers.
So laboriously do people work to wring sparse rewards from heaven;
yet happiness is easily achieved
when it simply falls from the lap of the gods.

Translated to English by Emily Ezust

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Die Fröhlichkeit
Text by Martin Joseph Prandstetter (1760-1798)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 262 (1815).

Wess' Adern leichtes Blut durchspringt,


Der ist ein reicher Mann;
Auch keine goldnen Ketten zwingt
Ihm Furcht und Hoffnung an.

Denn Fröhlichkeit geleitet ihn


Bis an ein sanftes Grab
Wohl durch ein langes Leben hin
An ihrem Zauberstab.

Cheerfulness
He through whose veins runs light blood
is a rich man;
also, no golden fetters constrain him
through fear or hope.

For cheerfulness guides him


to a gentle grave
after a long life,
with a magic wand.

Translated to English by Emily Ezust

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Morgenlied
Text by Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg-Stolberg (1750-1819)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 266 (1815), published 1895.

Willkommen, rotes Morgenlicht!


Es grüßet dich mein Geist,
Der durch des Schlafes Hülle bricht,
Und seinen Schöpfer preist.

Willkommen, goldner Morgenstrahl,


Der schon den Berg begrüßt,
Und bald im stillen Quellental
Die kleine Blume küßt.

Morning song
Welcome, red morning light!
My spirit greets you,

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breaking through the cover of sleep
and praising its creator.

Welcome, golden beams of morning,


which are already greeting the mountain.
And soon in the quiet valley of streams
you will kiss the small flowers.

Translated to English by Emily Ezust

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Das Leben ist ein Traum


Text by Johann Christoph Wannovius (1753-??)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 269 (1815).

Das Leben ist ein Traum,


Man merkt, man fühlt ihn kaum;
Denn schnell wie Wolken ziehn,
Ist dieser Traum dahin.

Wohl dem, der gut geträumt,


Wohl dem, dess Saat hier keimt
Zur Ernte für die Zeit
Der Unvergänglichkeit.

Das Leben ist der Blick


Auf einer Zukunft Glück,
Das jeder haben kann,
Der hier es wohlgetan.

Wohl dem, der nach der Nacht


Des Grabes froh erwacht,
Den nicht die Stimme schreckt,
Die aus dem Schlummer weckt.

Wer bei der Arbeit Schluß


Die Rechnung fürchten muß,
Hat wahrlich keinen Blick
Auf einer Zukunft Glück.

Life is a dream
Life is a dream
One hardly notices or feels;
For quickly as clouds passing,
Is this dream behind us.

Happy is he who has dreamt well;


Happy is he whose crops here ripen
to harvest for Time
Eternal.

Life is a glimpse
of future happiness
That everyone can have

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who has here done good.

Happy is he who, after the night


of the grave, awakens joyfully, -
who is not frightened by the voice
that has awakened him from slumber.

He who, at the end of his labor


fears the Reckoning,
will truly have no glimpse
of future happiness.

Translated to English by Emily Ezust

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Der Weiberfreund (The Inconstant)


Text by Josef Franz von Ratschky (1757-1810), after Abraham Cowley (1618-1667)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D271 (1815), published 1895.

Noch fand von Evens Töchterscharen


Ich keine, die mir nicht gefiel;
Von fünfzehn bis zu fünfzig Jahren
Ist jede meiner Wünsche Ziel.

Durch Farb' und Form, durch Witz und Güte,


Durch alles fühl' ich mich entzückt;
Ein Ebenbild der Aphrodite
Ist Jede, die mein Aug' erblickt.

Selbst die vermag mein Herz zu angeln,


Bei der man jeden Reiz vermißt;
Mag immerhin ihr alles mangeln,
Wenn's nur ein weiblich Wesen ist!

Input by Richard Morris

The Inconstant [original English]


I never yet could see that face
Which had no dart for me;
From fifteen years to fifties space,
They all victorious be.
Love thou'rt a Devil; if I may call thee One,
For sure in Me thy name is Legion.

Colour, or Shape, good Limbs, or Face,


Goodness, or witin all I find.
In Motion or in Speech a grace,
If all fail, yet 'tis Woman-kind;
And I'm so weak, the Pistol need not be
Double, or treble charg'd to murder Me.

If Tall, the Name of Proper slays;


If fair, she's pleasant as the light;
If low, her Prettiness does please;
If Black, what Lover loves not Night?

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If Yellow-hair'd, I Love, lest it should be
Th' excuse to others for not loving me.

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An die Sonne
Text by Christoph August Tiedge (1752-1841)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 272 (1815), published 1872.

Königliche Morgensonne,
Sei gegrüßt in deiner Wonne,
Hoch gegrüßt in deiner Pracht!
Golden fließt schon um die Hügel
Dein Gewand, und das Geflügel
Eines jeden Waldes wacht.

Alles fühlet deinen Segen;


Fluren singen dir entgegen,
Alles wird Zusammenklang:
Und du hörest gern die Chöre
Froher Wälder, o so höre,
Hör' auch meinen Lobgesang.

To the sun
Regal morning sun,
I greet you in your bliss,
I greet you heartily in your splendour!
The hills are already flowing with the gold
of your robes, and the birds
in every wood are all awake.

Everything feels your blessing;


the meadows beneath you sing;
everything becomes harmony:
and you listen with pleasure to the choir
of the merry woods; o listen,
listen also to my song of praise.

Translated to English by Emily Ezust

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Totenkranz für ein Kind


Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 275 (1815).

Sanft wehn, im Hauch der Abendluft,

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Die Frühlingshalm' auf deiner Gruft,
Wo Sehnsuchtstränen fallen.
Nie soll, bis uns der Tod befreit,
Die Wolke der Vergessenheit
Dein holdes Bild umwallen.

Wohl dir, obgleich entknospet kaum,


Von Erdenlust und Sinnentraum,
Von Schmerz und Wahn geschieden!
Du schläfst in Ruh'; wir wanken irr
Und unstet bang im Weltgewirr,
Und haben selten Frieden.

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Abendlied
Text by Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg-Stolberg (1750-1819)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 276 (1815), published 1895.

Groß und rotentflammet schwebet


Noch die Sonn' am Himmelsrand,
Und auf blauen Wogen bebet
Noch ihr Abglanz bis zum Strand;
Aus dem Buchenwalde hebet
Sich der Mond, und winket Ruh'
Seiner Schwester Erde zu.

In geschwollnen Wolken ballet


Dunkler sich die rote Glut,
Zarter Farbenwechsel wallet
Auf der Roggenblüte Flut;
Zwischen schwanken Halmen schallet
Reger Wachteln heller Schlag,
Und der Hirte pfeift ihm nach.

Ihre Ringeltauben girren


Noch die Täuber sanft in Ruh',
Düstre Fledermäuse schwirren
Nun dem glatten Teiche zu,
Und der Käfer Scharen irren,
Und der Uhu, nun erwacht,
Ziehet heulend auf die Wacht.

Wenn die Nachtigallen flöten,


Hebe dich, mein Geist, empor!
Bei des jungen Tags Erröten
Neig' o Vater, mir dein Ohr!
Von der Erd' und ihren Nöten
Steig, o Geist! Wie Duft der Au,
Send' uns, Vater, deinen Tau!

Input by Richard Morris

Evening song

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Great and flaming red,
the sun still floats at the edge of the sky,
and on blue waves
its reflection still trembles up to the beach;
from the beech wood rises
the moon, inviting rest
for its sister Earth.

In the swollen clouds


a red, dark glow collects,
and mellow, changing colours
play upon the rye blooming by the waters;
among the swaying stems
the brisk quail call brightly
and the shepherd pipes an answer.

Ring-doves and pigeons


coo softly in their sleep,
and dusky bats whirr about
above the smooth pools;
Troops of beetles wander about
and the owl, now awakening,
hoots as he draws up to his watch.

When the nightingales begin to pipe,


lift yourself up, my spirit!
In the first flush of youthful Day,
lend me your ear, o Father!
From the earth and all its sorrows,
climb, o spirit! Just as you send us the scent of meadow,
send us, Father, your dew!

Translated to English by Emily Ezust

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Punschlied
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 277 (1815), published 1892.

Vier Elemente, innig gesellt,


Bilden das Leben, bauen die Welt.

Preßt der Citrone saftigen Stern!


Herb ist das Lebens innerster Kern.

Jetzt mit des Zuckers lifterndem Saft


Zähmet die herbe, brennende Kraft!

Gießet des Wassers sprudelndem Schwall!


Wasser umfänget ruhig das All.

Tropfen des Geistes gießet hinein!


Leben dem Leben giebt er allein.

Eh' es verdüftet, schöpfet es schnell!


Nur wenn er glühet labet der Quell.

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Punch song
Four elements, intimately linked,
Form life and build the world.

Press the lemon's juicy star!


Bitter is Life's innermost kernel.

Now with sugar's sweetening juice,


Tame its sharp, burning power.

Pour the water's sparkling torrent!


Water quietly envelops All.

Drip in the spilling spirits!


For they alone give life to Life.

Before its flavor fades, quaff it quickly!


The stream refreshes only when it glows.

Translated to English by Emily Ezust

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Lied nach dem Falle Nathos


Text by Baron Edmund von Harold after James Macpherson ('Ossian') (1736-1796) from Dar-
thula
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 278 (1815).

Beugt euch aus euren Wolken nieder,


Ihr Geister meiner Väter, beuget euch!
Legt ab das rote Schrecken eures Laufs!
Empfangt den fallenden Führer,
Er komme aus einem entfernten Land,
Oder er steig' aus dem tobenden Meer!

Sein Kleid von Nebel sei nah',


Sein Speer aus einer Wolke gestaltet,
Sein Schwert ein erlosch'nes Luftbild,
Und ach, sein Gesicht sei lieblich,
Daß seine Freunde frohlocken in seiner Gegenwart.
O beugt euch aus euren Wolken nieder,
Ihr Geister meiner Väter, beuget euch!

Song after the fall of Nathos [original text]


"Bend forward from your clouds",
Ghosts of my fathers! bend.
Lay by the red terror of your course.
Receive the falling chief:
Whether he comes from a distant land,
Or rises from the rolling sea.

Let his robe of mist be near;


His spear that is formed of a cloud,

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Place an half-extinguished meteor by his side,
In the form of the hero's sword.
And oh! let his countenance be lovely,
That his friends may delight in his presence.
Bend from your clouds, ghosts of my fathers! bend!

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Das Mädchen von Inistore


Text by Baron Edmund von Harold after James MacPherson ('Ossian') (1736-1796), from
Fingal.

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 281 (1815).


l Also set in another translation to German by Johannes Brahms (1833-1897), op. 17 no. 4.
[women's chorus, two horns, harp]

Mädchen Inistores,
Wein' auf dem Felsen der stürmischen Winde,
Neig' über Wellen dein zierliches Haupt,
Du, dem an Liebreiz der Geist der Hügel weicht,
Wenn er in einem Sonnenstrahl des Mittags
Über Morvens Schweigen hingleitet.

Er ist gefallen!
Der Jüngling erliegt, bleich unter der Klinge Cuthullins!
Nicht mehr wird der Mut deinen Lieben erheben,
Dem Blut der Gebieter zu gleichen.

O Mädchen Inistores,
Trenar, der zierliche Trenar ist tot.
In seiner Heimat heulen seine Doggen,
Sie seh'n seinen gleitenden Geist.
In seiner Halle liegt sein Bogen ungespannt,
Man hört auf dem Hügel seiner Hirsche keinen Schall,
Man hört auf dem Hügel nun keinen Schall!

The maid of Inistore [original text]


O, maid of Inistore!
Weep on the rocks of roaring winds,
Bend thy fair head over the waves,
Thou lovelier than the ghost of the hills,
When it moves, in a sun-beam at noon,
Over the silence of Morven!

He is fallen!
Thy youth is low! Pale beneath the sword of Cuthullin!
No more shall valour raise thy love
To match the blood of kings.

O maid of Inistore!
Trenar, graceful Trenar died,

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His grey dogs are howling at home!
They see his passing ghost.
His bow is in the hall unstrung.
No sound is in the hill of his hinds!

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Cronnan
Text by Baron Edmund von Harold after James MacPherson ("Ossian") (1736-1796), from the
prose poem "Carric-Thura"
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 282 (1815), published 1830.

Shilrik:
Ich sitz' bei der moosigten Quelle; am Gipfel
des stürmischen Hügels. Über mir braust ein Baum.
Dunkle Wellen rollen über die Heide.
Die See ist stürmisch darunter.
Die Hirsche steigen vom Hügel herab.
Kein Jäger wird in der Ferne geseh'n.
Es ist Mittag, aber Alles ist still.
Traurig sind meine einsamen Gedanken.
Erschienst du aber, o meine Geliebte,
wie ein Wand'rer auf der Heide,
dein Haar fliegend im Winde,
dein Busen hoch aufwallend,
deine Augen voll Tränen, für deine Freunde,
die der Nebel des Hügels verbarg: dich wollt' ich trösten,
o mein Geliebte, dich wollt' ich führen
zum Hause meines Vaters!

Aber ist sie es, die dort wie ein Strahl des Lichts
auf der Heide erscheint? Kommst du, o Mädchen,
über Felsen, über Berge zu mir, schimmernd,
wie im Herbste der Mond, wie die Sonn' in der Glut
des Sommers? Sie spricht: aber wie schwach
ist ihre Stimme! Wie das Lüftchen im Schilfe der See.

Vinvela:
Kehrst du vom Kriege schadlos zurück?
Wo sind deine Freunde, mein Geliebter?
Ich vernahm deinen Tod auf dem Hügel;
ich vernahm ihn und beweinte dich!

Shilrik:
Ja, meine Schönste, ich kehre zurück,
aber allein von meinem Geschlecht.
Jene sollst du nicht mehr erblicken, ich hab' ihre Gräber
auf der Fläche errichtet.
Aber warum bist du am Hügel der Wüste?
Warum allein auf der Heide?

Vinvela:
O Shilrik, ich bin allein, allein in der Winterbehausung.
Ich starb vor Schmerz wegen dir.
Shilrik, ich lieg' erblaßt in dem Grab.

Shilrik:
Sie gleitet, sie durchsegelt die Luft wie Nebel

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vorm Wind. Und willst du nicht bleiben?
bleib' und schau' meine Tränen! zierlich erscheinst du,
im Leben warst du schön.
Ich will sitzen bei der moosigten Quelle,
am Gipfel des stürmischen Hügels.
Wenn Alles im Mittag herum schweigt,
dann sprich mit mir, o Vinvela!
komm auf dem leichtbeflügelten Hauche!
auf dem Lüftchen der Einöde komm!
laß mich, wenn du vorbeigehst,
deine Stimme vernehmen,
wenn Alles im Mittag herum schweigt!

Connan [original text]


Shilric:
I sit by the mossy fountain, on the top
of the hill of the winds. One tree is rustling above me.
Dark waves roll over the heath.
The lake is troubled below.
The deer descend from the hill.
No hunter at a distance is seen.
It is midday, but all is silent.
Sad are my thoughts alone.
Didst thou but appear, o my love,
a wanderer on the heath!
Thy hair floating on the wind behinind thee;
thy bosom heaving on the sight;
thine eyes full of tears for thy friends,
whom the mist of the hill had concealed. Thee I would comfort,
my love, and bring thee
to my father's house!

But is it she that there appears, like a beam of light


on the heath? Bright as the moon in autumn,
as the sun in a summer storm, comest thou, O maid,
over rocks, over mountains to me.
She speaks: but how weak
her voice, like the breeze in the reeds of the lake!

Vinvela:
Returnest thou safe from the war?
Where are thy friends, my love?
I heard of thy death on the hill;
I heard and mourned thee, Shilric.

Shilric:
Yes, my fair, I return;
but I alone of my race.
Thou shalt see them no more; their graves
I raised on the plain.
But why art thou on the desert hill?
Why on the heath alone?

Vinvela:
Alone I am, O Shilric, alone in the winter-house.
With grief for thee I fell,
Shilric; I am pale in the tomb.

Shilric:
She fleets, she sails away, as mist
before the wind. And wilt thou not stay,
Vinvela? Stay and behold my tears! Fair thou appearest,
Vinvela, fair thou wast, when alive!

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By the mossy fountain I will sit,
on the top of the hill of winds.
When midday is silent around,
O talk with me Vinvela!
Come on the light-winged gale,
on the breeze of the desert, come!
Let me hear thy voice,
as thou passest,
when midday is silent around!

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Lied
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 284 (1815), published 1895.

Es ist so angenehm so süß,


Um einem lieben Mann zu spielen,
Entzückend, wie ein Paradies,
Des Mannes Feuerkuß zu fühlen.

Jetzt weiß ich, was mein Taubenpaar


Mit seinem sanften Girren sagte,
Und was der Nachtigallen Schar
So zärtlich sich in Liedern klagte;

Input by Richard Morris

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Selma und Selmar


Text by Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 286b (1815), published 1837.

Selmar:
Weine du nicht, o die ich innig liebe,
Daß ein trauriger Tag von dir mich scheidet!
Wenn nun wieder Hesperus dir dort lächelt,
Komm' ich Glücklicher wieder!

Selma:
Aber in dunkler Nacht ersteigst du Felsen,
Schwebst in täuschender dunkler Nacht auf Wassern!
Teilt' ich nur mit dir die Gefahr zu sterben;
Würd', ich Glückliche, weinen?

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Dem Unendlichen
Text by Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 291b (1815), published 1895.

Goto: French Translation

Wie erhebt sich das Herz, wenn es dich,


Unendlicher, denkt! wie sinkt es,
Wenn's auf sich herunterschaut!
Elend schaut's wehklagend dann und Nacht und Tod!

Allein du rufst mich aus meiner Nacht,


der im Elend, der im Tode hilft!
Dann denk' ich es ganz, daß du ewig mich schufst,
Herrlicher, den kein Preis, unten am Grab, oben am Thron,
Herr Gott, den, dankend entflammt, kein Jubel genug besingt!

Weht, Bäume des Lebens, ins Harfengetön!


Rausche mit ihnen ins Harfengetön, kristallner Strom!
Ihr lispelt und rauscht, und, Harfen, ihr tönt
Nie es ganz! Gott ist es, den ihr preist!

Donnert, Welten,
In feierlichem Gang, in der Posaunen Chor!
Tönt, all' ihr Sonnen auf der Straße voll Glanz,
In der Posaunen Chor!

Ihr Welten, donnert,


Du, der Posaunen Chor, hallest
Nie es ganz: Gott - nie es ganz: Gott,
Gott, Gott ist es, den ihr preist!

To the Infinite One


How does the heart soar, when it thinks of you,
Infinite One! How it sinks
when it looks down on itself!
Wretched, it laments as it sees only night and death!

Alone, you call me from my night,


that helps Misery and Death!
Then I realize that you have made me eternal,
Lord, whom no praise above the grave or by the throne,
Lord God, no grateful glow, no jubilation, can be sufficient!

Blow, trees of life, in the echoing tones of harps!


Rustle with the sound of harps, crystal stream!
You whisper and rustle, and, harps, you resound
but never fully! It is God whom you praise!

Thunder, worlds,
in solemn course, to the chorus of trumpets!
Resound, all you suns, upon the shining streets,
to the chorus of the trumpets!

You worlds, thunder,


and you, chorus of trumpets, echo
but never fully: God - never fully: God,
God it is whom you praise!

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Abschied Page 119 of 646

Translated to English by Emily Ezust

À l'Infini
Comme notre coeur s'élève lorsque vers toi vont ses pensées,
Ô Infini! Comme il sombre
Lorsque vers l'abîme il se penche!
Alors il fait entendre sa plainte, car il ne voit que misère, nuit et mort.

Toi seul m'aides à vaincre misère et mort en m'appelant hors de la nuit!


Je sais que tu m'as créé pour l'éternité,
Glorieux Seigneur, toi que nulle louange ne suffit à louer,
que ce soit ici-bas au pied de la tombe ou de ton trône,
Ô Seigneur Dieu, toi que nul chant d'allégresse ne suffit à chanter!

Arbres de vie, frissonnez au son de la harpe!


Murmure au son de la harpe, torrent de cristal!
L'on murmure, l'on frissonne, l'on joue de la harpe,
Mais jamais ne suffit! Car c'est Dieu que vous louez!

Ô mondes, d'un geste solennel


Tonnez ainsi qu'un choeur de trompettes!
Ô soleils, vous qui tracez votre chemin de lumière,
Sonnez ainsi qu'un choeur de trompettes!

Mondes, vous tonnez,


Et toi, choeur de trompettes, tu retentis,
Mais jamais ne suffit: c'est Dieu - jamais ne suffit -, Dieu,
Dieu, Dieu que vous louez!

Translation to French copyright © by Virginie Bauzou

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Shilrik und Vinvela


Text after Ossian (1736-1796)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 293 (1815), published 1830.

Vinvela:
Mein Geliebter ist ein Sohn, des Hügels;
er verfolgt die fliehenden Hirsche;
die Doggen schnauben um ihn;
die Sehne seines Bogens schwirrt in dem Wind.
Ruhst du bei der Quelle des Felsen
oder beim Rauschen des Bergstroms?
Der Schiff neigt sich im Wind,
der Nebel fliegt über die Heide;
ich will ihm ungesehn nahn;
ich will ihn betrachten vom Felsen herab.
Ich sah dich zuerst liebreich
bei der veralteten Eiche von Branno;
schlank kehrtest du vom Jagen zurück,
unter allen deinen Freunden der schönste.

Shilrik:
Was ist's für eine Stimme, die ich höre?

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Abschied Page 120 of 646
Sie gleicht dem Hauche des Sommers!
Ich Sitz nicht beim neigenden Schilfe;
ich hör nicht die Quelle des Felsen.
Ferne, ferne o Vinvela,
geh ich zu den Kriegen von Fingal;
meine Doggen begleiten mich nicht;
ich trete nicht mehr auf den Hügel.
Ich seh dich nicht mehr von der Höhe,
zierlich schreitend am Strome der Fläche;
schimmernd, wie der Bogen des Himmels;
wie der Mond auf der westlichen Welle.

Vinvela:
So bist du gegangen, o Shilrik!
Ich bin allein auf dem Hügel!
man sieht die Hirsche am Rande des Gipfels,
sie grasen furchtlos hinweg;
sie für achten die Winde nicht mehr;
nicht mehr den brausenden Baum.
Der Jäger ist weit in der Ferne;
er ist im Felde der Gräber.
Ihr Fremden!
Ihr Söhne der Wellen!
O schont meines liebreichen Shilrik!

Shilrik:
Wenn ich im Felde muß fallen,
heb hoch, o Vinvela, mein Grab.
Graue Steine und ein Hügel von Erde;
sollen mich, bei der Nachwelt bezeichnen.
Wenn der Jäger beim Haufen wird sitzen,
wenn er zu Mittag seine Speise geneußt,
wird er sagen: »Ein Krieger ruht hier,«
und mein Ruhm soll leben in seinem Lob.
Erinn're dich meiner, o Vinvela,
wenn ich auf Erden erlieg!

Vinvela:
Ja! ich werd' mich deiner erinnern;
ach! mein Shilrik wird fallen!
Mein Geliebter! Was soll ich tun,
wenn du auf ewig vergingest?
Ich werd' diese Hügel am Mittag durchstreichen;
die schweigende Heide durchziehn.
Dort werd' ich den Platz deiner Ruh,
wenn du von Jagd zurückkehrtest beschaun.
Ach! mein Shilrik wird fallen;
aber ich werd' meines Shilriks gedenken.

Input by Richard Morris

Shilrik and Vinvela


My love is a son of the hill.
He pursues the fleeing deer.
His dogs are panting around him;
his bow-string sounds in the wind.
Dost thou rest by the fountain of the rock,
or by the noise of the mountain stream?
The rushes are nodding to the wind,
the mist flies over the heath.
I will approach my love unseen;
I will behold him from the rock.

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Abschied Page 121 of 646
Lovely I saw thee first
by the aged oak of Branno;
thou wert returning tall from the chase;
the fairest among thy friends.

What voice is that I hear?


that voice like the summer wind!
I sit not by the nodding rushes;
I hear not the sound of the rock.
Afar Vinvela, afar,
I go to the war of Fingal.
My dogs attend me no more.
No more I tread the hill.
No more from on high I see thee,
fair moving by the stream of the plain;
bright as the bow of heaven;
as the moon on the western wave.

Then thou art gone, O Shilric!


I am alone on the hill!
The deer are seen on the brow;
void of fear they graze along.
No more they dread the wind,
no more the rustling tree.
The hunter is far removed;
he is in the field of graves.
Strangers!
Sons of the waves!
Spare my lovely Shilric!

If fall I must in the field,


raise high my grave, Vinvela.
Grey stones and heaped-up earth
shall mark me to future times.
When the hunter shall sit by the mound,
and produce his food at noon,
Some warrior rests here," he will say;
and my fame shall live in his praise.
Remember me, Vinvela,
when low on earth I lie!

Yes! I will remember thee,


alas! my Shilric will fall!
What shall I do, my love!
when thou art for ever gone?
Through these hills I will go at noon;
I will go through the silent heath.
There I will see the place of thine rest,
returning from the chase.
Alas! my Shilric will fall;
but I will remember Shilric.

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Hoffnung
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 295 (1815/6), published 1895.

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Abschied Page 122 of 646

Schaff', das Tagwerk meiner Hände,


Hohes Glück, daß ich's vollende!
Laß, o laß mich nicht ermatten!
Nein, es sind nicht leere Träume:
Jetzt nur Stangen, diese Bäume
Geben einst noch Frucht und Schatten.

Hope
Grant that the day's work of my hands,
lofty Fortune, I may complete!
Grant that they will not exhaust me!
No, these are not empty dreams:
now but mere poles, these trees
will one day give fruit and shade.

Translated to English by Emily Ezust

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Augenlied
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 297 (1817?), published 1895.

Süße Augen, klare Bronnen!


Meine Qual und Seligkeit
Ist fürwahr aus euch gewonnen,
Und mein Dichten euch geweiht.

Wo ich weile,
Wie ich eile,
Liebend strahlet ihr mich an;
Ihr erleuchtet,
Ihr befeuchtet,
Mir mit Tränen meine Bahn.

Treue Sterne, schwindet nimmer,


Leitet mich zum Acheron!
Und mit eurem letzten Schimmer
Sei mein Leben auch entfloh'n.

Input by Richard Morris

Song of eyes
Sweet eyes, transparent springs!
My torment and my bliss
Are verily gained from you,
And my poetry is dedicated to you.

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Abschied Page 123 of 646
Wherever I linger,
However I hurry,
You beam at me lovingly;
You illuminate,
You moisten
With tears my path.

Faithful stars, never disappear,


Lead me to thee, O Acheron!
And with your last glimmer
May my life escape as well.

Translated to English by Nassim Bedjis

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Liane
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 298 (1815), published 1895.

»Hast du Lianen nicht gesehen?«


»Ich sah sie zu dem Teiche gehn.«
Durch Busch und Hecken rennt er fort,
Und kommt an ihren Lieblingsort.

Die Linde spannt ihr grünes Netz,


Aus Rosen tönt des Bachs Geschwätz;
Die Blätter rötet Sonnengold,
Und alles ist der Freude hold.

Liane fährt auf einem Kahn,


Vertraute Schwäne nebenan.
Sie spielt die Laute, singt ein Lied,
Wie Liebe in ihr selig blüht.

Das Schifflein schwanket, wie es will,


Sie senkt das Haupt und denket still
An ihn, der an dem Ufer ist,
Sie bald in seine Arme schließt.

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Der Jüngling an der Quelle


Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 300 (1816?), published 1842.

Leise rieselnder Quell!


Ihr wallenden flispernden Pappeln!
Euer Schlummergeräusch
Wecket die Liebe nur auf.

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Abschied Page 124 of 646
Linderung sucht' ich bei euch
Und sie zu vergessen, die Spröde.
Ach, und Blätter und Bach
Seufzen, [Geliebter]1, Dir nach!

The youth by the spring


Softly, trickling spring!
Ye churning, rustling poplars!
The sounds of slumber you make
Will only awaken my love.
Balm was I seeking from you
And to forget her indifference.
Ah, the brook and each tree
Sigh for my loved one, for thee.

Translation to English copyright © 1995 by Walter Meyer


1
or "Luise"

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Lambertine
Text by Josef Ludwig Stoll (1778-1815)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 301 (1815), published 1842.

O Liebe, die mein Herz erfüllet,


Wie wonnevoll ist deine Seligkeit!
Doch ach! wie grausam peinigend durchwühlet
Mich Hoffnungslosigkeit.

Er liebt mich nicht, er liebt mich nicht, verloren


Ist ohne ihn des Lebens süße Lust.
Ich bin zu bittern Leiden nur geboren,
Nur Schmerz drückt meine Brust.

Doch nein, ich will nicht länger trostlos klagen!


Zu sehen ihn gönnt mir das Schicksal noch;
Darf ich ihm auch nicht meine Liebe sagen,
G'nügt mir sein Anblick doch.

Sein Bild ist Trost in meinem stillen Kummer,


Hier hab' ich's mir zu Wonne aufgestellt;
Dies soll mich laben, bis daß ew'ger Schlummer
Mein mattes Herz befällt.

Input by Richard Morris

Lambertine
Oh beloved, who fills my heart,
How delightful is your happiness!
But ah! what cruel torturing
Hopelessness it causes me.

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Abschied Page 125 of 646
She loves me not, she loves me not, lost
is he without life's sweet joy.
Only was I born to suffer sorrow,
Only grief wracks my breast.

But no,I will no longer wretchedly complain!


To see her still does not begrudge me my fate
Though I dare not declare my love to her,
I shall still see her face.

Her picture is comfort in my silent sorrow


Here I have a delight displayed before me
Which will comfort me,until the everlasting slumber
When my weak heart fails...

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Labetrank der Liebe


Text by Josef Ludwig Stoll (1778-1815)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 302 (1815), published 1895.

Wenn im Spiele leiser Töne


Meine kranke Seele schwebt,
Und der Wehmut süße Träne
Deinem warmen Blick entschwebt:
Sink' ich dir bei sanftem Wallen
Deines Busens sprachlos hin;
Engelmelodien schallen,
Und der Erde Schatten fliehn.

So in Eden hingesunken,
Lieb' mit Liebe umgetauscht,
Küsse lispelnd wonnetrunken,
Wie von Seraphim umrauscht:
Reichst du mir im Engelbilde
Liebewarmen Labetrank,
Wenn im schnöden Staubgefilde
Schmachtend meine Seele sank.

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Wiegenlied
Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 304 (1815).

Schlummre sanft! - Noch an dem Mutterherzen!


Fühlst du nicht des Lebens Qual und Lust;
Deine Träume kennen keinen Schmerzen,
Deine Welt ist deiner Mutter Brust.

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Abschied Page 126 of 646

Ach! wie süß träumt man die frühen Stunden,


Wo man von der Mutterliebe lebt;
Die Erinnerung ist mir verschwunden,
Ahndung bleibt es nur, die mich durchbebt.

Dreimal darf der Mensch so süß erwarmen,


Dreimal ist's dem Glücklichen erlaubt,
Daß er in der Liebe Götterarmen
An des Lebens höh're Deutung glaubt.

Liebe gibt ihm ihren ersten Segen,


Und der Säugling blüht in Freud' und Lust,
Alles lacht dem frischen Blick entgegen;
Liebe hält ihn an der Mutterbrust.

Wenn sich dann der schöne Himmel trübte,


Und es wölkt sich nun des Jünglings Lauf:
Da, zum zweiten Mal, nimmt als Geliebte
Ihn die Lieb' in ihre Arme auf.

Doch im Sturme bricht der Blütenstengel,


Und im Sturme bricht des Menschen Herz:
Da erscheint die Lieb' als Todesengel,
Und sie trägt ihn jubelnd himmelwärts.

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Die Sternenwelten
Text by Johann Georg Fellinger (1781-1816), after Urban Jarnik
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 307 (1815), published 1895.

Oben drehen sich die großen


Unbekannten Welten dort,
Von dem Sonnenlicht umflossen
Kreisen sie die Bahnen fort!
Traulich reihet sich der Sterne
Zahlenloses Heer ringsum,
Sieht sich lächelnd durch die Ferne
Und verbreitet Gottes Ruhm.

Eine lichte Straße gleitet


Durch das weite Blau herauf,
Und die Macht der Gottheit leitet
Schwebend hier den Sternenlauf;
Alles hat sich zugeründet,
Alles wogt in Glanz und Brand,
Und dies große All verkündet
Eine hohe Bildnerhand.

Input by Richard Morris, ap54@dial.pipex.com

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Abschied Page 127 of 646

Die Macht der Liebe


Text by Johann Nepomuk Ritter von Kalchberg (1765-1827)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 308 (1815).

Überall wohin mein Auge blicket,


Herrschet Liebe, find' ich ihre Spur;
Jedem Strauch und Blümchen auf der Flur
Hat sie tief ihr Siegel eingedrücket.

Sie erfüllt, durchglüht, verjüngt und schmücket


Alles Lebende in der Natur;
Erd' und Himmel, jede Kreatur,
Leben nur durch sie, von ihr beglücket.

The power of love


Over everything my eyes can see,
love reigns and I find its mark;
upon every bush and little flower on the field
it has deeply pressed its seal.

It fills, permeates, rejuvenates, and embellishes


every living thing in Nature;
earth and sky, every creature,
lives only through it, and through it is given happiness.

Translated to English by Emily Ezust

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Das gestörte Glück


Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 309 (1815), published 1872.

Ich hab' ein heißes junges Blut,


Wie ihr wohl alle weißt,
Ich bin dem Küssen gar zu gut,
Und hab' noch nie geküßt;
Denn ist mir auch mein Liebchen hold,
's war doch, als wenn's nicht werden sollt:
Trotz aller Muh' und aller List,
Hab ich doch niemals noch geküßt.

Des Nachbars Röschen ist mir gut;


Sie ging zur Wiese früh.
Ich lief ihr nach und faßte Mut,
Und schlang den Arm um sie:
Da stach ich an dem Miederband
Mir eine Nadel in die Hand;
Das Blut lief stark, ich sprang nach Haus,
Und mit dem Küßen war es aus.

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Abschied Page 128 of 646

Jüngst ging ich so zum Zeitvertreib,


Und traf sie dort am Fluß,
Ich schlang den Arm um ihren Leib,
Und bat um einen Kuß;
Sie spitzte schon den Rosenmund,
Da kam der alte Kettenhund,
Un biß mich wütend in das Bein!
Da ließ ich wohl das Küßen sein.

Und allemal geht mir's nun so;


O! daß ich's leiden muß!
Mein Lebtag werd' ich immer froh,
Krieg' ich nicht bald 'nen Kuß.
Das Glück sieht mich so finster an,
Was hab' ich armer Wicht getan?
Drum, wer es hört, erbarme sich,
Und sei so gut und küße mich.

Input by Richard Morris

Frustrated happiness
I have hot young blood
as you all well know,
and I am quite good at kissing,
yet I have never kissed,
for though my beloved is so sweet,
it is as if it never will happen!
In spite of all my labour and cleverness,
I have never yet kissed her.

My neighbour's fair rose is so pleasing to me;


she walks to the meadow early in the morning.
I ran after her once and, embracing my courage,
put my arm about her:
but I pricked myself in the hand
on a pin on her bodice;
the blood ran heavily and I ran home
without a kiss.

Recently I went walking to pass the time,


and met her down at the stream.
I put my arms around her
and asked for a kiss;
she put up her rosy mouth
but an old watchdog
bit me furiously on the leg!
Once again I left without a kiss.

And so it goes every time:


O! that I must suffer!
My life would be so happy
if I didn't have to fight so for a kiss.
My luck seems to bad -
what is a poor wretch to do?
So whoever hears this, take pity
and be so good as to kiss me!

Translated to English by Emily Ezust

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 129 of 646

Hektors Abschied
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 312 (1815), published 1826 as op. 58 no. 1.

Andromache:
Will sich Hektor ewig von mir wenden,
Wo Achill mit den unnahbaren Händen
Dem Patroklus schrecklich Opfer bringt?
Wer wird künftig deinen Kleinen lehren
Speere werfen und die Götter ehren,
Wenn der finstre Orkus dich verschlingt?

Hektor:
Teures Weib, gebiete deinen Tränen!
Nach der Feldschlacht ist mein feurig Sehnen,
Diese Arme schützen Pergamus.
Kämpfend für den heil'gen Herd der Götter
Fall ich, und des Vaterlandes Retter
Steig' ich nieder zu dem styg'schen Fluß.

Andromache:
Nimmer lausch' ich deiner Waffen Schalle
Müßig liegt das Eisen in der Halle,
Priams großer Heldenstamm verdirbt.
Du wirst hingeh'n, wo kein Tag mehr scheinet,
Der Cocytus durch die Wüsten weinet,
Deine Lieb' im Lethe stirbt.

Hektor:
All mein Sehnen will ich, all mein Denken,
In des Lethe stillen Strom versenken,
Aber meine Liebe nicht.
Horch! der Wilde tobt schon an den Mauern
Gürte mir das Schwert um, laß das Trauern!
Hektors Liebe stirbt im Lethe nicht.

Input by Richard Morris

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An Rosa I
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 315 (1815), published 1895.

Warum bist du nicht hier, meine Geliebteste,


Daß mich gürte dein Arm,
Daß mich dein Händedruck labe,
Daß du mich pressest
An dein schlagendes Schwesterherz.

Warum bist du nicht hier, meine Vertrauteste,


Daß dich gürte mein Arm,
Daß ich dir süßen Gruß
Lispl' und feurig dich drücke

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Abschied Page 130 of 646
An mein schlagendes Bruderherz.

Matte labet der Quell, Müde der Abendstern,


Irre Wandrer der Mond, Kranke das Morgenrot;
Mich erlabet, Geliebte,
Dein Umfangen am kräftigsten.

To Rosa
Why aren't you here, my most beloved,
so that you can encircle me in your arms,
soothe me by holding my hand,
and press me
to your throbbing, sisterly heart?

Why aren't you here, my dearest,


so that I can encircle you in my arms,
greet you sweetly,
whisper and press you fervently
to my throbbing, brotherly heart?

The spring refreshes the languid, the evening star the weary,
The moon the lost traveler, the dawn the ill;
but to me, my beloved,
your embrace is the strongest comfort of all.

Translated to English by Emily Ezust

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An Rosa II
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 316b (1815), published 1895.

Rosa, denkst du an mich? Innig gedenk' ich dein!


Durch den grünlichen Wald schimmert das Abendrot,
Und die Wipfel der Tannen
Regt das Säuseln des Ewigen.

Rosa, wärest du hier, säh' ich ins Abendrot


Deine Wangen getaucht, säh' ich vom Abendhauch
Deine Locken geringelt.
Edle Seele, mir wäre wohl!

To Rosa
Rosa, do you think of me? I think of you dearly!
Through the green wood dusk shimmers,
and the tops of the firs
rustle with the movement of eternity.

Rosa, if you were here, I would watch the evening light


flood your cheeks; I would watch the evening breeze

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Abschied Page 131 of 646
tousle your hair.
Precious soul, it would be bliss to me!

Translated to English by Emily Ezust

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Idens Schwanenlied
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 317 (1815), published 1895.

Wie schau'st du aus dem Nebelflor


O Sonne, bleich und müde!
Es schwirrt der Heimchen heis'rer Chor
Zu meinem Schwanenliede.

Ach, klagt um eure Schwester, klagt


Ihr Rosen und ihr Nelken!
Wie bald, und hin ist meine Pracht,
Und meine Blüten welken.

Der Wand'rer, der in meiner Zier,


In meiner Schönheit Schimmer
Mich schau'te, kommt und forscht nach mir,
Und sieht mich nimmer, nimmer.

Es kommt der Traute, den ich mir


Erkoren einzig habe...
Ach fleuch, Geliebter, fleuch von hier!
Dein Mädchen schläft im Grabe.

Triumph! Auf Herbstesdämmerung


Folgt milder Frühlingsschimmer,
Auf Trennung folgt Vereinigung,
Vereinigung auf immer!

Input by Richard Morris

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Schwangesang
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 318 (1815).

Endlich steh'n die Pforten offen,


Endlich winkt das ühle Grab,
Und nach langem Fürchten, Hoffen,
Neigt sich mir die Nacht hinab.
Durchgewacht sind nun die Tage
Meines Lebens, süßes Ruh'
Drückt nach ausgeweinter Klage
Mir die müden Wimpern zu.

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Abschied Page 132 of 646

Ewig wird die Nacht nicht dauern,


Ewig dieser Schlummer nicht.
Hinter jenen Gräberschauern
Dämmert unauslöschlich Licht.
Aber bis das Licht mir funkle,
Bis ein schön'rer Tag mir lacht,
Sink' ich ruhig in die dunkle,
Stille, kühle Schlummernacht.

Swan song
At last the doors are open
At last beckons the empty grave.
And after many fears,hope,
Night leans down upon me.
Spent now are the days
of my life, sweet calm
presses without tearful complaint
to close my tired eyelids.

The night will not last for ever


Neither will this slumber
After each grave shower
Dim is the unextinguished light
But till the light signals to me,
Till a brighter day smiles at me,
I will sink quietly into the dark
still,cool Summer night.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Luisens Antwort
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 319 (1815), published 1895.

Wohl weinen Gottes Engel,


Wenn Liebende sich trennen,
Geliebter, ohne dich!
Gestorben allen Freuden,
Leb' ich fortan den Leiden,
Und nimmer, Wilhelm, nimmer
Vergißt Luisa dich.

Wie könnt' ich dein vergessen!


Vergessen jener Stunden,
Wo ich, von dir umwunden,
Umflechtend innig dich,
An deine Brust mich lehnte,
Ganz dein zu sein mich sehnte!
Geliebter, nimmer, nimmer
Vergißt Luisa dich.

Verachtet und vergessen,


Verloren und verlassen,

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Abschied Page 133 of 646
Könnt' ich dich doch nicht hassen;
Still grämen würd' ich mich,
Bis Tod sich mein erbarmte.
Das Grab mich kühl umarmte...
Doch auch im Grab', im Himmel,
O Wilhelm, liebt' ich dich!

In mildern Engelglanze
Würd' ich dein Bett' umschimmern
Und zärtlich dich um wimmern;
»Ich bin Luisa, ich;
Luisa kann nicht hassen,
Luisa dich nicht lassen,
Luisa kommt zu segnen,
Und liebt auch droben dich.«

Input by Richard Morris

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Klage der Ceres


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 323 (1816), published 1895.

Ist der holde Lenz erschienen?


Hat die Erde sich verjüngt?
Die besonnten Hügel grünen,
Und des Eises Rinde springt.
Aus der Ströme blauem Spiegel
Lacht der unbewölkte Zeus,
Milder wehen Zephyrs Flögel,
Augen treibt das junge Reis.
In dem Haim erwachen Lieder.
Und die Oreade spricht:
Deine Blumen kehren wieder,
Deine Tochter kehret nicht.

Ach, wie lang' ist's, daß ich walle


Suchend durch der Erde Flur!
Titan, deiner Strahlen alle
Sandt' ich nach der teuren Spur;
Keiner hat mir noch verkündet
Von dem lieben Angesicht,
Und der Tag, der alles findet,
Die Verlorne fand er nicht,
Hast du, Zeus, sie mir entrissen?
Hat, von ihrem Reiz gerührt,
Zu des Orkus schwarzen Flüssen
Pluto sie hinabgeführt?

Wer wird nach dem düstern Strande


Meines Grames Bote sein?
Ewig stößt der Kahn vom Lande,
Doch nur Schatten nimmt er ein.
Jedem sel'gen Aug' verschlossen
Bleibt das nächtliche Gefild,
Und so lang der Styx geflossen,
Trug er kein lebendig Bild.
Nieder führen tausend Steige,
Keiner führt zum Tag zurück,

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Abschied Page 134 of 646
Ihre Tränen bringt kein Zeuge
Vor der bangen Mutter Blick.

Mütter, die aus Pyrrhas Stamme


Sterbliche geboren sind,
Dürfen durch des Grabes Flamme
Folgen dem geliebten Kind;
Nur was Jovis Haus bewohnet,
Nahet nicht dem dunkeln Strand,
Nur die Seligen verschonet,
Parzen, eure strenge Hand.
Stürzt mich in die Nacht der Nächte
Aus des Himmels goldnem Saal!
Ehret nicht der Göttin Rechte,
Ach! sie sind der Mutter Qual!

Wo sie mit dem finstern Gatten


Freudlos thronet, stieg' ich hin,
Und träte mir den leisen Schatten
Leise vor die Herrscherin.
Ach, ihr Auge, feucht von Zähren,
Sucht umsonst das goldne Licht,
Irret nach entfernten Sphären,
Auf die Mutter fällt es nicht -
Bis die Freude sie entdecket,
Bis sich Brust mit Brust vereint,
Und, zum Mitgefühl erwecket,
Selbst der rauhe Orkus weint.

Eitler Wunsch! Verlorne Klagen!


Ruhig in dem gleichen Gleis
Rollt des Tages sichrer Wagen,
Ewig steht der Schluß des Zeus.
Weg von jenen Finsternissen
Wandt' er sein beglücktes Haupt;
Einmal in die Nacht gerissen,
Bleibt sie ewig mir geraubt,
Bis des dunkeln Stromes Welle
Von Aurorens Farben glüht,
Iris mitten durch die Hölle
Ihren schönen Bogen zieht.

Ist mir nichts von ihr geblieben?


Nicht ein süß erinnernd Pfand,
Daß die Fernen sich noch lieben,
Keine Spur der teuren Hand?
Knüpfet sich kein Liebesknoten
Zwischen Kind und Mutter an?
Zwischen Lebenden und Toten
Ist kein Bündnis aufgetan?
Nein, nicht ganz ist sie entflohen!
Wir sind nicht ganz getrennt!
Habens uns die ewig Hohen
Eine Sprache doch vergönnt!

Wenn des Frühlings Kinder sterben,


Wenn von Nordes kaltem Hauch
Blatt und Blumen sich entfärben,
Traurig steht der nackte Strauch,
Nehm ich mir das höchste Leben
Aus Vertumnus' reichem Horn,
Opfernd es dem Styx zu geben,
Mir des Samens goldnes Korn,
Trauernd senk' ich's in die Erde'
Leg' es an des Kindes Herz,
Daß es eine Sprache werde
Meine Liebe, meinem Schmerz.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 135 of 646

Führt der gleiche Tanz der Horen


Freudig nun den Lenz zurück,
Wird das Tote neu geboren
Von der Sonne Lebensblick;
Keime, die dem Auge starben
In der Erde kaltem Schoß,
In das heitre Reich der Farben
Ringen sie sich freudig los.
Wenn der Stamm zum Himmel eilet,
Sucht die Wurzel scheu die Nacht,
Gleich in ihre Pflege teilet
Sich des Styx, des Athers Macht.

Halb berühren sie der Toten,


Halb der Lebenden Gebiet -
Ach, sie sind mir teure Boten,
Süße Stimmen vom Cocyt!
Hält er gleich sie selbst verschlossen
In dem schauervollen Schlund,
Aus des Frühlings jungen Sproßen
Redet mir der holde Mund;
Daß auch fern vom goldnen Tage,
Wo die Schatten traurig ziehn,
Liebend noch der Busen schlage,
Zärtlich noch die Herzen glühn.

O, so laßt euch froh begrüßen,


Kinder der verjüngten Au,
Euer Kelch soll überfließen
Von des Nektars reinstem Tau.
Tauchen will ich euch in Strahlen,
Mit der Iris schönstem Licht
Will ich eure Blätter malen
Gleich Aurorens Angesicht.
In des Lenzes heiterm Glanze
Lese jede zarte Brust,
In des Herbstes welkem Kranze
Meinen Schmerz und meine Lust.

Input by Richard Morris

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Aria di Abramo
Text by Pietro Metastasio (1698-1782), text from Isaac, an oratorio.
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 33 (1812), published 1940.

Entra l'uomo allor che nasce


in un mar di tante pene,
che si avvezza dalle fasce
ogni affanno a sostener.

Ma per lui si raro è il bene,


ma la gioia è così rara,
che a soffrir mai non impara
le sorprese del piacer.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 136 of 646

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Das Grab
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 330 (1815), published 1895.


l Also set in a different version by Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), Kleine Balladen
und Lieder, Heft IV no. 24.

Das Grab ist tief und stille,


Und schauderhaft sein Rand,
Es deckt mit schwarzer Hülle
Ein unbekanntes Land.

Das Lied der Nachtigallen


Tönt nicht in seinem Schoß.
Der Freudschaft Rosen fallen
Nur auf des Hügels Moos.

Das arme Herz, hienieden


Von manchem Sturm bewegt,
Erlangt den wahren Frieden
Nur, wo es nicht mehr schlägt.

The grave
The grave is deep and silent,
and dreadful is its edge;
it covers with black shrouds
an unknown land.

The song of the nightingale


resounds not in its depths.
Roses of happiness fall
only upon the moss of the hill.

The poor heart, here on earth,


thrown about by many a storm,
will attain true peace
only when it beats no more.

Translated to English by Emily Ezust

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An mein Klavier
Text by Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 342 (c1816), published 1885.

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Abschied Page 137 of 646

Sanftes Klavier,
Welche Entzückungen schaffest du mir,
Sanftes Klavier!
Wenn sich die Schönen
Tändelnd verwöhnen,
Weih' ich mich dir,
Liebes Klavier!

Bin ich allein,


Hauch' ich dir meine Empfindungen ein,
Himmlisch und rein.
Unschuld im Spiele,
Tugendgefühle,
Sprechen aus dir,
Trautes Klavier!

Sing' ich dazu,


Goldener Flügel, welch' himmlische Ruh'
Lispelst mir du!
Tränen der Freude
Netzen die Saite!
Silberner Klang
Trägt den Gesang.

Sanftes Klavier,
Welche Entzückungen schaffest du mir,
Goldnes Klavier!
Wenn mich im Leben
Sorgen umschweben,
Töne du mir,
Trautes Klavier!

To my piano
Mellow-toned piano,
what delight you create in me,
mellow-toned piano!
When the fair ladies
are regaling themselves and flirting,
I devote myself to you,
my dear piano!

If I am alone,
I breathe my thoughts to you,
celestial and pure.
Innocence
and virtuous feeling
speak from you,
beloved piano!

I sing with you


on golden wings, and what heavenly peace
you whisper to me!
Tears of joy
moisten your strings!
A silvery sound
carries the song.

Mellow-toned piano,
what delight you create in me,
golden piano!
When in life

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Abschied Page 138 of 646
worries surround me,
sing to me,
beloved piano!

Translated to English by Emily Ezust

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Litanei auf das Fest Aller Seelen


Text by Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 343 (1816), published 1831.

Ruh'n in Frieden alle Seelen,


Die vollbracht ein banges Quälen,
Die vollendet süßen Traum,
Lebensatt, geboren kaum,
Aus der Welt hinüberschieden:
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Die sich hier Gespielen suchten,


öfter weinten, nimmer fluchten,
wenn vor ihrer treuen Hand
keiner jeden Druck verstand:
Alle die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Liebevoller Mädchen Seelen,


Deren Tränen nicht zu zählen,
Die ein falscher Freund verließ,
Und die blinde Welt verstieß
Alle die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Und der Jüngling, dem, verborgen,


Seine Braut am frühen Morgen,
Weil ihn Lieb' ins Grab gelegt,
Aus sein Grab die Kerze trägt:
Alle die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Alle Geister, die, voll Klarheit,


Wurden Märtyrer der Wahrheit,
Kämpften für das Heiligtum,
Suchten nicht der Marter Ruhm:
Alle die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Und die nie der Sonne lachten,


Unterm Mond auf Domen wachten,
Gott, in reinen Himmelslicht,
Einst zu sehn von Angesicht:
Alle die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Und die gern im Rosengarten


Bei dem Freudenbecher harrten,
Aber dann, zur bösen Zeit,
Schmeckten seine Bitterkeit:
Alle die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

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Abschied Page 139 of 646

Auch die keinen Frieden kannten,


Aber Mut und Stärke sandten
Über leichenvolles Feld
In die halbentschlaf'ne Welt:
Alle die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Ruh'n in Frieden alle Seelen,


Die vollbracht ein banges Quälen,
Die vollendet süßen Traum,
Lebensatt, geboren kaum,
Aus der Welt hinüberschieden:
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Litany for the Feast of All Souls


Rest in peace, all souls
who have had done with anxious torment,
who have had done with sweet dreams
who, sated with life and hardly born,
have departed from this world:
all souls rest in peace!

Those who only sought for comradeship here,


more often wept but never fled
when no one was there to press
their faithful hand with an understanding look:
all who have parted from here,
all souls rest in peace!

Maiden souls, full of love,


whose tears cannot be counted,
who have abandoned a false friend
and have disowned the blind world;
all who have parted from here,
all souls rest in peace!

And the youth, to whom secretly


in early morning, his bride goes,
(for Love lies in the grave)
to carry away the extinguished taper:
all who have parted from here,
all souls rest in peace!

All the souls, who, full of clarity,


became martyrs to Truth,
struggling for sacred faith
but seeking not the martyr's crown:
all who have parted from here,
all souls rest in peace!

And those who never smiled at the sun,


keeping watch on the thorns beneath the moon,
to see God in the pure heavenly light
and look him just once in the face:
all who have parted from here,
all souls rest in peace!

And those happy ones in the rose garden


tarrying with their joyous cups,
but then, in one horrible moment,
tasting the bitter dregs at last:
all who have parted from here,
all souls rest in peace!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 140 of 646

And those who knew no peace


but still had courage and strength to give
on fields strewn with corpses
in a world half asleep:
all who have parted from here,
all souls rest in peace!

Rest in peace, all souls


who have had done with anxious torment,
who have had done with sweet dreams
who, sated with life and hardly born,
have departed from this world:
all souls rest in peace!

Translated to English by Emily Ezust

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Serbate o Dei custodi


Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 35.

Serbate, o Dei custodi


Della Romana sorte
In Tito il Giusto, il forte,
L'onor di nostra età.
Voi gl'immortali allori
Su la Cesarea chioma
Voi custodite a Roma
La sua felicità.
Fu vostro un sì gran dono,
Sia lungo il dono vostro.
L'invidii al mondo nostro
Il mondo che verrà.

Input by Ted Perry

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Der Entfernten
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 331, D. 350.

Goto: French Translation

Wohl denk' ich allenthalben,


O du Entfernte, dein!
Früh, wenn die Wolken falben,
Und spät im Sternenschein.
Im Grund des Morgengoldes,
Im roten Abendlicht,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 141 of 646
Umschwebst du mich, o holdest,
Geliebtes Traumgesicht!

Wo rauschender und trüber


Der Strom Gebirge trennt,
Weht oft sein Laut herüber,
Den meine Seele kennt;
Wenn ich den Fels erklimme,
Den noch kein Fuß erreicht,
Lausch' ich nach jener Stimme,
Doch Kluft und Echo schweigt.

Es folgt in alle Weite


Dein trautes Bild mir nach,
Es wallt mir stets zur Seite,
Im Träumen oder wach;
Wenn Lüfte sanft bestreichen
Der See beschilften Strand,
Umflüstern mich die Schleifen
Von seinem Busenband.

Wo durch die Nacht der Fichten


Ein Dämmrungsflimmer wallt,
Seh' ich dich zögernd flüchten,
Geliebte Luftgestalt!
Wenn sanft dir nachzulangen,
Der Sehnsucht Arm sich hebt,
Ist dein Fantom zergangen,
Wie Taugedüft verschwebt.

To the distant beloved


Wherever I am, I think
about you, my distant beloved!
In the morning when the clouds grow pale,
and late at night in the starlight,
at the beginning of golden dawn
and in the red light of evening,
you hover before me, o sweetest,
most beloved dream-image!

Where noisier and darker,


the river parts the mountains,
its sound often comes over to me
and my soul knows it;
when I climb the cliff
that no foot has ever reached before,
I listen for that voice
but nothing echoes from the gulf below.

Everywhere I go,
your dear image follows me;
it always floats to my side
when I'm dreaming or awake;
When breezes gently brush
the shore of the reedy ocean,
I hear the whispered rustling
of your bodice.

Where through the night the pines


gleam with a dusky glimmer,
I see you fleeing hesitantly,
beloved, airy figure!
When I reach out gently for you,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 142 of 646
my arms lifted in yearning,
your phantom melts
and is wafted away like dewy mist.

À celle qui est au loin


Où que je sois, je pense
À toi, qui es au loin,
Tôt, lorsque les nuages tombent,
Et tard, dans l'éclat des étoiles.
Dans le berceau de l'or matinal,
Dans le rouge du crépuscule,
Tu planes autour de moi, ô tendre
Et cher visage idéal.

Sur tous les chemins, ton image


Me suit fidèlement,
Toujours elle marche à mes côtés,
Que je rêve, que je veille.
Quand les vents glissent doucement
Sur les roseaux du bord de mer,
J'entends le murmure frissonnant
Des rubans de son corsage.

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

Translated to English by Emily Ezust


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Die Nacht
Text by Johann Peter Uz (1720-1796)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 358 (1816), published 1849.

Du verstörst uns nicht, o Nacht!


Sieh, wir trinken im Gebüsche,
Und ein kühler Wind erwacht,
Daß er unsern Wein erfrische.

Mutter holder Dunkelheit,


Nacht, Vertraute süßer Sorgen,
Die betrog'ner Wachsamkeit
Viele Küsse schon verborgen!

Dir allein sei mitbewußt,


Welch Vergnügen mich berausche,
Wenn ich an geliebter Brust
Unter Tau und Blumen lausche!

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Lied eines Schiffers an die Dioskuren


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 143 of 646
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 65 no. 1, D. 360 (1822?), published 1826.

Goto: Italian Translation

Dioskuren, Zwillingssterne,
Die ihr leuchtet meinem Nachen,
Mich beruhigt auf dem Meere
Eure Milde, euer Wachen.

Wer auch fest in sich begründet,


Unverzagt dem Sturm begegnet
Fühlt sich doch in euren Strahlen
Doppelt mutig und gesegnet.

Dieses Ruder, das ich schwinge,


Meeresfluten zu zerteilen,
Hänge ich, so ich geborgen,
Auf an eures Tempels Säulen,
Dioskuren, Zwillingssterne.

Song of the sailors to the Dioscuri


Dioscuri, twin stars
that shine upon my skiff,
you comfort me on the ocean
with your mildness and your watchfulness.

He who firmly believes in himself


and unswervingly meets the storm
feels himself, in your light,
doubly courageous and blessed.

This oar that I brandish


to part the ocean waves,
I shall hang, once I am safe on land,
up on your temple's pillars,
Dioscuri, twin stars.

Translated to English by Emily Ezust

Canto di un marinaio ai Dioscuri


O Dioscuri, astri gemelli,
voi che mi illuminate la barca.
sul mare mi rinfranca
il vostro benvolere, il vostro vegliare.

Chi, pur in sé confidando


affronta la tempesta impavido,
tuttavia si sente, al vostro raggio,
due volte più animoso e più protetto.

Questo remo che brandisco


per fendere i flutti del mare
lo appenderò, appena in salvo,
alle colonne del vostro tempio:
voi Dioscuri, astri gemelli.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 144 of 646
Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara

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Am Bach im Frühling
Text by Franz von Schober (1796-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 361 (1816), published 1829.

Du brachst sie nun, die kalte Rinde,


Und rieselst froh und frei dahin.
Die Lüfte wehen wieder linde,
Und Moos und Gras wird neu und grün.

Allein, mit traurigem Gemüte


Tret' ich wie sonst zu deiner Flut.
Der Erde allgemeine Blüte
Kommt meinem Herzen nicht zu gut.

Hier treiben immer gleiche Winde,


Kein Hoffen kommt in meinem Sinn,
Als daß ich hier ein Blümchen finde:
Blau, wie sie der Erinn'rung blühn.

Input by Richard Morris

By the brook in springtime


You have now broken your cold crust
and you ripple merrily and freely forth.
The breezes blow gently again,
and moss and grass grow new and green.

Alone and in a mournful mood


I walk by your waters as of old.
The blossoming of the earth
does my soul no good.

Here the same winds are ever driving me,


and no hope enters my mind,
even when I find a little flower here:
blue, like the flowers blooming in my memories.

Translated to English by Emily Ezust

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An Chloen
Text by Johann Peter Uz (1720-1796)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 363 (1816), published 1954. [fragment completed by
Reinhard van Hoorickx]

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 145 of 646
Die Munterkeit ist meinen Wangen,
Den Augen Glut und Sprach entgangen;
Der Mund will kaum ein Lächeln wagen;
Kaum will der welke Leib sich tragen,
Der Blumen am Mittage gleicht,
Wann Flora lechzt und Zephyr weicht.

Ich seh auf sie mit bangem Sehnen,


Und kann den Blick nicht weggewöhnen:
Die Anmut, die im Auge wachet
Und um die jungen Wangen lachet,
Zieht meinen weggewichnen Blick
Mit güldnen Banden stets zurück.

Mein Blut strömt mit geschwindern Güssen;


Ich brenn, ich zittre, sie zu küssen;
Ich suche sie mit wilden Blicken,
Und Ungeduld will mich ersticken,
Indem ich immer sehnsuchtsvoll
Sie sehn und nicht umarmen soll.

To Chloe
The vivacity has left my cheeks,
my eyes and speech have lost their glow,
and my mouth will hardly dare to smile;
I can hardly hold up my wilting frame,
like flowers at noon
when Flora languishes and Zephyr grows faint.

I gaze on her with anxious yearning,


and cannot turn away my gaze:
the charm that stirs in her eyes
and laughs in her young cheeks
draws my gaze
back to her with golden chains.

My blood pours swiftly though my veins;


I burn and tremble to kiss her;
I search for her with wild eyes,
and impatience suffocates me
for, full of yearning, I can always see her,
yet I cannot embrace her.

Translated to English by Emily Ezust

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An Schwager Kronos
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 19 no. 1, D. 369 (1816), published 1825.

Spute dich, Kronos!


Fort den rasselnden Trott!
Bergab gleitet der Weg;
Ekles Schwindeln zögert

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 146 of 646
Mir vor die Stirne dein Zaudern.
Frisch, holpert es gleich,
Über Stock und Steine den Trott
Rasch ins Leben hinein!

Nun schon wieder


Den eratmenden Schritt
Mühsam berghinauf.
Auf denn, nicht träge denn,
Strebend und hoffend hinan!

Weit, hoch, herrlich [rings


Den Blick]1 ins Leben hinein,
Vom Gebirg zum Gebirg
Schwebet der ewige Geist,
Ewigen Lebens ahndevoll.

Seitwärts des Überdachs Schatten


Zieht dich an
Und ein Frischung verheißender Blick
Auf der Schwelle des Mädchens da.
Labe dich! - Mir auch, Mädchen,
Diesen schäumenden Trank,
Diesen frischen Gesundheitsblick!

Ab denn, rascher hinab!


Sieh, die Sonne sinkt!
Eh sie sinkt, eh mich Greisen
Ergreift im Moore Nebelduft,
Entzahnte Kiefer schnattern
Und das schlotternde Gebein,

Trunken vom letzten Strahl


Reiß mich, ein Feuermeer
Mir im schäumenden Aug,
Mich geblendeten Taumelnden
In der Hölle nächtliches Tor.

Töne, Schwager, ins Horn,


Rassle den schallenden Trab,
Daß der Orkus vernehme: wir kommen,
Daß gleich an der Tür
Der Wirt uns freundlich empfange.

To Coachman Chronos
Make haste, Chronos!
Forth, into a rattling trot!
Downhill slides the path;
A repulsive dizziness slowly
seizes my mind at your dallying.
Quick, jolting equally
over sticks and stones - trot
quickly into life!

Now, already again we are


breathless, at a walking pace,
struggling uphill.
Up then, don't be sluggish then,
striving and hoping onwards!

Wide, tall and splendid


is the panoramic view of life,
from mountain-range to mountain-range

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 147 of 646
floats the eternal spirit,
full of promise of eternal life.

To the side, a shady over-roof


draws you;
and a gaze of warm freshness
from a maiden on the threshhold there.
Refresh yourself! For me, too, maiden,
this foaming drink,
this fresh healthy look!

Down then, down faster!


Look, the sun is sinking!
Before it sets, before I, an old man,
am seized by a mist on the moor,
my toothless jaw chattering
and my limbs trembling,

drunk from the last ray -


pull me, a sea of fire
foaming in my eye,
blinded, reeling,
through Hell's nocturnal gate.

Sound your horn, Coachman,


rattle with a noisy trot,
so that Orcus can hear that we're coming,
so that immediately at the door
the innkepper can give us a friendly welcome.

Translated to English by Emily Ezust


1
Goethe: "der Blick / Rings"
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Der Tod Oscars


Text by Baron Edmund von Harold after James Macpherson ('Ossian') (1736-1796)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 375 (1816), published 1830 (Book 5 of the Nachlass).

Warum öffnest du wieder,


Erzeugter von Alpin, die Quelle
meiner Wehmut, da du mich fragst,
wie Oscar erlag? Meine Augen sind
von Tränen erblindet. Aber
Erinnerung strahlt aus meinem
Herzen. Wie kann ich den traurigen
Tod des Führers der Krieger
erzählen!
Führer der Helden, o Oscar,
mein Sohn, soll ich dich nicht
mehr erblicken! er fiel wie der
Mond in einem Sturm, wie die
Sonne in der Mitte ihres Laufs,
wenn Wolken vom Schoose der
Wogen sich heben; wenn das Dunkel
des Sturms Ardanniders Felsen
einhüllt. Wie eine alte Eiche
von Morven, vermodre ich
einsam auf meiner Stelle. Der

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 148 of 646
Windstoß hat mir die Äste
entrissen; mich schrecken die
Flügel des Nordes. Führer der
Helden o Oscar, mein Sohn, soll
ich dich nicht mehr erblicken!
Der Held, o Alpins Erzeugter,
fiel nicht friedlich, wie Gras
auf dem Feld, der Mächtigen Blut
befärbte sein Schwert, er riß
sich, mit Tod, durch die Reihen
ihres Stolzes, aber Oscar,
Erzeugter von Caruth, du bist
unrühmlich gefallen! deine Rechte
erschlug keinen Feind. Deine Speer
befleckte das Blut deines Freunds.
Eins war Dermid und Oscar: sie
mähten die Schlachten zusammen.
Ihre Freundschaft war stark, wie
ihr Eisen, und im Felde wandelte
der Tod zwischen ihnen Sie fuhren
gegen den Feind, wie zwei Felsen
die von Ardvens Stirne sich
stürzen. Ihr Schwert war vom Blute
der Tapfern befärbt: Krieger
erbebten bei ihrem Namen. Wer
glich Oscarn, als Dermid? und wer
Dermid als Oscar?
Sie erlegten den mächtigen Dargo
im Feld, Dargo, der nie aus dem
Kampfe entfloh. Seine Tochter war
schön, wie der Morgen, sanft wie
der Strahl des Abends.
Ihre Augen glichen zwei Sternen im
Regen: ihr Atem dem Hauche des
Frühlings. Ihr Busen, wie
neugefall'ner Schnee, der auf der
wiegenden Heide sich wälzt. Sie
ward von den Helden gesehn, und
geliebt, ihre Seelen wurden ans
Mädchen geheftet. Jeder liebte
sie, gleich seinem Ruhm, sie
wollte jeder besitzen, oder
sterben. Aber ihr Herz wählte
Oscarn; Caruths Erzeugter war der
Jüngling ihrer Liebe. Sie vergaß
das Blut ihres Vaters. Und liebte
die Rechte, die ihn erschlug.
"Caruths Sohn," sprach Dermid,
"ich liebe, o Oscar! ich liebe
dies Mädchen. Aber ihre Seele
hängt an dir; und nichts kann
Dermiden heilen. Hier durchdring
diesen Busen, o Oscar; hilf deinem
Freund mit deinem Schwert."
"Nie soll mein Schwer, Diarans
Sohn! nie soll es mit Dermids
Blute befleckt sein."
"Wer ist dann würdig mich zu
erlegen, O Oscar, Caruths Sohn!
laß nicht mein Leben unrühmlich
vergehen, laß niemand, als Oscar,
mich töten. Schick mich mit Ehre
zum Grab, und Ruhm begleite meinen
Tod."
"Dermid brauch deine Klinge;
Diarans Erzeugter schwing deinen
Stahl. O fiel ich mit dir! Daß

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Abschied Page 149 of 646
mein Tod von Dermids Rechte
herrühre!"
Sie fochten beim Bache des Bergs,
bei Brannos Strom. Blut färbte
die fließenden Fluten,
und ronn um die bemoosten Steine.
Dermid der Stattliche fiel,
er fiel, und lächelte im Tod!
"Und fällst du, Erzeugter Diarans,
fällst du durch die Rechte von
Oscar! Dermid, der nie im Kriege
gewichen, seh ich dich also
erliegen?" - Er ging, und kehrte
zum Mädchen seiner Liebe. Er
kehrte, aber sie vernahm seinen
Jammer.
"Warum dies Dunkel, Sohn von
Caruth! was überschattet deine
mächtige Seele?"
"Einst war ich, o Mädchen, im
Bogen berühmt, aber meinen Ruhm
hab ich jetzo verloren. Am Baum,
beim Bache des Hügels, hängt der
Schild des mutigen Gormurs,
den ich im Kampfe erschlug.
Ich habe den Tag vergebens
verzehrt, und konnte ihn nicht mit
meinem Pfeil durchdringen."
"Laß mich, Erzeugter von Caruth,
die Kunst der Tochter von Dargo
versuchen. Meine Rechte lernte den
Bogen zu spannen, in meiner Kunst
frohlockte mein Vater."
Sie ging, er stand hinter dem
Schild. Es zischte ihr Pfeil, er
durchdrang seine Brust.
"Heil der schneeweißen Rechten;
auch Heil diesem eibenen Bogen;
wer, als Dargos Tochter war wert,
Caruths Erzeugten zu töten?
Leg mich ins Grab, meine Schönste;
leg mich an Dermits Seite."

"Oscar," versetzte das Mädchen,


"Meine Seel' ist die Seele des
mächtigen Dargo. Ich kann dem Tode
mit Freude begegnen. Ich kann
meine Traurigkeit enden." Sie
durchstieß ihren weißen Busen mit
Stahl. Sie fiel bebte, und starb!

Ihre Gräber liegen beim Bache des


Hügels; ihr Grabmal bedeckt der
ungleiche Schatten einer Birke.
Oft grasen die astigen Söhne des
Bergs an ihren grünenden Gräbern.
Wenn der Mittag seine glühenden
Flammen ausstreut, und Schweigen
alle die Hügel beherrscht.

Oscar's Death
Why openest thou afresh the
spring of my grief, o son of Alpin,

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inquiring
how Oscar fell? My eyes are
blind with tears, but
memory beams on my heart.
How can I relate the mournful
death of the head
of the people!
Chief of the warriors, Oscar,
my son, shall I see thee no more!
He fell as the moon
in a storm; as the sun
from the midst of his course,
when clouds rise from the waste of
of the waves, when the blackness
of the storm wraps the rocks of
Ardannider. Like an ancient oak
on Morven, I moulder alone
in my place. The
blast hath lopped my branches
away, and I tremble at the wings
of the north, Chief of the
warriors, Oscar my son! Shall
I see thee no more!
But, son of Alpin, the hero
fell not harmless as the grass
of the field; the blood of the mighty
was on his sword, and he travelled
with death through the ranks
of their pride. But Oscar,
thou son of Caruth, thou hast
fallen low! No enemy
fell by thy hand. Thy spear
was stained with the blood of thy friend.
Dermid and Oscar were one; They
reaped the battle together.
Their friendship was strong as
their steel; and death walked
between them to the field.
They came on the foe like to rocks
falling from the brows of Ardven.
Their swords were stained
with the blood of the valiant:
warriors fainted at their names. Who
was equal to Oscar but Dermid? and who
to Dermid but Oscar!
They killed mighty Dargo
in the field: Dargo who never fled
in war. His daughter was
fair as the morn; mild as
the beams of night.
Her eyes, like two stars in a
shower: her breath, the gale of
spring: her breasts as the
new-fallen snow floating on the
moving heath. The warriors
saw her, and loved;
their souls were fixed on the
maid. Each loved
her as his fame; each
must possess her or
die. But her soul was fixed on
Oscar; the son of Caruth was the
was the youth of her love. She forgot
the blood of her father; and loved
the hand that slew him.
Son of Caruth", said Dermid,
I love; o Oscar, I love

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that maid. But her soul
cleaveth unto thee; and nothing can
heal Dermid. Here, pierce
this bosom, Oscar; relieve me,
my friend, with thy sword."
My sword, son of Diaran, shall
never be stained with the blood
of Dermid."
Who then is worthy to slay me,
o Oscar, son of Caruth?
Let not my life pass away
unknown. Let none but Oscar
slay me. Send me with honour
to the grave, and let my death be
renowned."
Dermid, make use of thy sword,
son of Diaran, wield thy
steel. Would that I fell with thee! That
my death came from the hand of
Dermid!
They fought by the brook of the mountain,
by the streams of Branno. Blood tinged
the running water,
and curled round the mossy stones.
The stately Dermid fell;
he fell, and smiled in death.
And fallest thou, son of Diaran,
fallest thou by Oscar's
hand! Dermid who never yielded in war,
thus do I see thee fall!"
He went, and returned
to the maid of his love; he
returned, but she perceived his
grief.
Why that gloom, son of
Caruth? What shades thy
mighty soul?"
Though once renowned for
the bow, o maid, I have lost
my fame. Fixed on the tree
by the brook of the hill is the
shield of the valiant Gormur,
whom I slew in battle.
I have wasted the day
in vain, nor could my arrow
pierce it."
Let me try, son of Caruth,
the skill of Dargo's daughter.
My hands were taught
the bow: my father delighted
in my skill."
She went. He stood behind the
shield. Her arrow flew, and
pierced his breast.
Blessed be that hand of snow,
and blessed that bow of yew!
Who but the daughter of Dargo
was worthy to slay the son of Caruth?
Lay me in the earth, my fair one;
Lay me by the side of Dermid.

"Oscar!" the maid replied,


I have the soul of the
mighty Dargo. Well pleased I can
meet death. My sorrow I can
end. She pierced her
white bosom with the

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steel. She fell; she trembled, and died.

By the brook of the hill their


graves are laid; a birch's
unequal shade covers their tomb.
Often on their green earthen tombs
the branchy sons of the mountain feed,
When midday is all
in flames, and silence
over all the hills.

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Lorma
Text by Baron Eduard de Harold after James MacPherson ("Ossian") (1736-1796)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 327 (1815), published 1928, completed by Reinhard Van
Hoorickx [fragment]; D. 376 (1816), published 1895.

Lorma saß in der Halle von Aldo.


Sie saß beim Licht einer
flammenden Eiche. Die Nacht stieg
herab, aber er kehrte nicht wieder
zurück. Lormas Seele war trüb!
»Was hält dich, du Jäger
von Cona, zurück? Du hast ja
versprochen wieder zu kehren.
Waren die Hirsche weit in der
Ferne? Brausen an der Heide die
düstern Winde um dich? Ich bin im
Lande der Fremden. Wer ist mein
Freund, als Aldo? Komm' von deinen
erschallenden Hügeln, o mein bester Geliebter!«

Sie wandt' ihre Augen gegen das Tor.


Sie lauscht zum brausenden Wind.
Sie denkt, es selen die Tritte von
Aldo. Freud' steigt in ihrem
Antlitz! aber Wehmut kehrt wieder,
wie am Mond eine dünne Wolke, zurück.

Input by Richard Morris, ap54@dial.pipex.com

Lorma
Lorma sat in Aldo's hall.
She sat at the light
of a flaming oak. The night
came down, but he did not
return. The soul of Lorma is sad!
What detains thee, hunter
of Cona? Thou didst
promise to return.
Has thy deer been distant far?
Do the dark winds sigh
round thee on the heath? I am in

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the land of strangers, who is my
friend, but Aldo? Come from thy
sounding hills, O my best beloved!"

Her eyes are turned toward the gate.


She listens to the rustling blast.
She thinks it is Aldo's tread.
Joy rises in her face!
But sorrow returns again,
like a thin cloud on the moon.

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Das Grab
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 377 (1816), published 1872.


l Also set in a different version by Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), Kleine Balladen
und Lieder Heft IV no. 24.

Das Grab ist tief und stille,


Und schauderhaft sein Rand,
Es deckt mit schwarzer Hülle
Ein unbekanntes Land.

Verlaßne Bräute ringen


Umsonst die Hände wund;
Der Waise Klagen dringen
Nicht in der Tiefe Grund.

Doch sonst an keinem Orte


Wohnt die ersehnte Ruh;
Nur durch die dunkle Pforte
Geht man der Heimat zu.

The grave
The grave is deep and silent,
and dreadful is its edge;
it covers with black shrouds
an unknown land.

Forsaken brides struggle


in vain with bloodied hands;
the lamenting of orphans
cannot penetrate its depths.

Yet in no other place


can one find the sought-for rest;
only through this dark gate
does one finally reach Home.

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Translated to English by Emily Ezust

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Laura am Klavier
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 388b (1816), published 1895.

Wenn dein Finger durch die Saiten meistert,


Laura, jetzt zur Statue entgeistert,
Jetzt entkörpert steh' ich da.
Du gebietest über Tod und Leben,
Mächtig, wie von tausend Nervgeweben
Seelen fordert Philadelphia!

Ehrerbietig leiser rauschen


Dann die Lüfte, dir zu lauschen;
Hingeschmiedet zum Gesang
Stehn im ew'gen Wirbelgang,
Einzuzieh'n die Wonnefülle,
Lauschende Naturenstille.
Zauberin! mit Tönen, wie
Mich mit Blicken, zwingst du sie.

Seelenvolle Harmonien wimmeln,


Ein wollüstig Ungestüm,
Aus ihren Saiten, wie aus ihren Himmeln
Neugebor'ne Seraphim;

Wie, des Chaos Riesenarm entronnen,


Aufgejagt vom Schöpfungssturm, die Sonnen
Funkelnd fuhren aus der Nacht,
Strömt der Töne Zaubermacht.

Lieblich jetzt, wie über glatten Kieseln


Silberhelle Fluten rieseln,
Majestätisch prächtig nun,
Wie des Donners Orgelton,
Stürmend von hinnen jetzt, wie sich von Felsen
Rauschende, schäumende Gießbäche wälzen,
Holdes Gesäusel bald,
Schmeichlerisch linde, wie durch den Espenwald
Buhlende Winde -

Schwerer nun und melancholisch düster,


Wie durch toter Wüsten Schauernachtgeflüster,
Wo verlornes Heulen schweift,
Tränenwellen der Cocytus schleift.

Mädchen, sprich! Ich frage, gib mir Kunde:


Stehst mit höhern Geistern du im Bunde?
Ist's die Sprache, lüg' mir nicht,
Die man in Elysen spricht?

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Die vier Weltalter


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Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 391 (1816?), published 1829 as op. posth. 111 no. 3.

Wohl perlet im Glase der purpurne Wein,


Wohl glänzen die Augen der Gäste,
Es zeigt sich der Sänger, er tritt herein,
Zu dem Guten bringt er das Beste;
Denn ohne die Leier im himmlischen Saal
Ist die Freude gemein auch beim Nektarmahl.

Erst regierte Saturnus schlicht und gerecht,


Da war es heute wie morgen,
Da lebten die Hirten, ein harmlos Geschlecht,
Und brauchten für gar nichts sorgen;
Sie liebten, und taten weiter nichts mehr,
Die Erde gab alles freiwillig her.

Drauf kam die Arbeit, der Kampf begann


Mit Ungeheuern und Drachen,
Die Helden fingen, die Herrscher an,
Und den Mächtigen suchten die Schwachen;
Und der Streit zog in des Skamanders Feld,
Doch die Schönheit war immer der Gott der Welt.

Aus dem Kampf ging endlich der Sieg hervor,


Und der Kraft entblühte die Milde,
Da sangen die Musen im himmlischen Chor,
Da erhuben sich Göttergebilde;
Das Alter der göttlichen Phantasie,
Es ist verschwunden, es kehret nie.

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Pflügerlied
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 392 (1816), published 1895.

Arbeitsam und wacker,


Pflügen wir den Acker,
Singend auf und ab.
Sorgsam trennen wollen
Wir die lockern Schollen,
Unsrer Saaten Grab.

Auf- und abwärts ziehend


Furchen wir, stets fliehend,
Das erreichte Ziel.
Wühl', o Pflugschar, wühle!
Außen drückt die Schwüle,
Tief im Grund ist's kühl.

Neigt den Blick zur Erde,


Lieb und heimlich werde
Uns ihr dunkler Schoß;
Hier ist doch kein Bleiben,
Ausgesät zerstäuben

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Ist auch unser Los.

Säet, froh im Hoffen;


Gräber harren offen;
Fluren sind bebaut;
Deckt mit Egg' und Spaten
Die versenkten Saaten,
Und dankt Gott vertraut!

Gottes Sonne leuchtet,


Lauer Regen feuchtet
Das entkeimte Grün.
Flock', o Schnee und strecke
Deine Silberdecke
Schirmend drüber hin!

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Die Einsiedelei
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 337 (1816?) [chorus of 2 tenors, 2 basses] ---- D. 393
(1816), published 1845 ---- D. 563 (1817).

Es rieselt, klar und wehend,


Ein Quell im Eichenwald;
Da wähl' ich, einsam gehend,
Mir meinen Aufenthalt.
Mir dienet zur Kapelle
Ein Gröttchen, duftig, frisch;
Zu meiner Klausnerzelle
Verschlungenes Gebüsch.

Zwar düster ist und trüber


Die wahre Wüstenei;
Allein nur desto lieber
Der stillen Fantasei.
Da ruh' ich oft im dichten,
Beblümten Heidekraut;
Hoch wehn die schwanken Fichten,
Und stöhnen Seufzerlaut.

Nichts unterbricht das Schweigen


Der Wildnis weit und breit,
Als wenn auf dürren Zweigen
Ein Grünspecht hackt und schreit,
Ein Rab' auf hoher Spitze
Bemooster Tannen krächzt,
Und in der Felsenritze
Ein Ringeltäubchen ächzt.

Wie sich das herz erweitert


Im engen, dichten Wald!
Dem öden Trübsinn heitert
Der traute Schatten bald.
Kein überleg'ner Späher
Erforscht hier meine Spur;
Ich bin hier frei und näher
Der Einfalt und Natur.

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Input by: Richard Morris

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An die Harmonie
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834), "Gesang an die Harmonie".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 394 (1816), published 1895.

Schöpferin beseelter Töne!


Nachklang dem Olymp enthallt!
Holde, körperlose Schöne,
Sanfte geistige Gewalt,
Die das Herz der Erdensöhne
Kühn erhebt und mild umwallt!
Die in inn'rer Stürme Drange
Labt mit stillender Magie,
Komm mit deinem Sühngesange,
Himmelstochter Harmonie!

Seufzer, die das Herz erstickte,


Das, mißkannt, sich endlich schloß -
Tränen, die das Aug' zerdrückte,
Das einst viel umsonst vergoß,
Dankt dir wieder der Entzückte,
Den dein Labequell umfloß.
Der Empfindung zarte Blume,
Die manch' frost'ger Blick versengt,
Blüht, erquickt im Heiligtume
Einer Brust, die du getränkt.

Tön' in leisen Sterbechören


Durch des Todes Nacht uns vor!
Bei des äußern Sinns Zerstören
Weile in des Geistes Ohr!
Die der Erde nicht gehören,
Heb mit Schwanensang empor!
Löse sanft des Lebens Bande,
Mildre Kampf und Agonie,
Und empfang im Seelenlande
Uns, o Seraph, Harmonie!

To harmony
Goddess creator of inspiring music!
Echoes of Olympus!
Lovely, incorporeal beauty,
gentle, spiritual strength
that, for we children of the earth,
uplifts and emboldens our hearts!
Enmeshed in our stormy inner battles,
we are soothed by this quiet magic,
your songs of comfort,
O daughter of heave, Harmony!

Sighs that suffocate our hearts,


that, underestimated, might shut us down forever -
tears that crush our eyes,
that we shed once both copiously and in vain,

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We are again grateful for this delight
that flows about your soothing stream.
Tender flowers of sensation
that many frosty gazes have seared,
bloom again, recreated in the sanctum
of the spirit, nurtured by you.

Guide us with your music in a gentle requiem


through Death's night!
As the expressive senses are destroyed,
you linger in the ears of the spirit!
You who do not belong to earth,
lift up your swan-song!
Gently unfasten the bonds of life,
Soothe strife and the throes of death,
and receive us in the land of souls,
o seraph, Harmony!

Translated to English by Emily Ezust

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Lebensmelodien
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 395

Der Schwan:
Auf den Wassern wohnt mein stilles Leben,
Zieht nur gleiche Kreise, die verschweben,
Und mir schwindet nie im feuchten Spiegel
Der gebogne Hals und die Gestalt.
Ich haus' in den felsigen Klüften,
Ich braus' in den stürmenden Lüften,
Vertrauend dem schlagenden Flügel
Bei Jagd, bei Kampf und Gewalt.

Die Tauben:
In der Myrten Schatten,
Gatte treu dem Gatten,
Flattern wir und tauschen
Manchen langen Kuß.
Suchen und irren,
Finden und girren,
Schmachten und lauschen,
Wunsch und Genuß!

Der Schwan:
Ahndevoll betracht' ich oft die Sterne,
In der Flut die tiefgewölbte Ferne,
Und mich zieht ein innig rührend Sehnen
Aus der Heimat in ein himmlisch Land.
Ich wandte die Flügel mit Wonne
Schon früh zur unsterblichen Sonne,
Kann nie an den Staub mich gewöhnen,
Ich bin mit den Göttern verwandt.

Die Tauben:
Venus Wagen ziehen
Schnäbelnd wir im Fliehen;
Unsre blauen Schwingen
Sämt der Sonne Gold.

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O wie es fächelt
Wenn sie uns lächelt!
Leichtes Gelingen,
Lieblicher Sold!

Wende denn die Stürme,


Schöne Göttin! schirme
Bei bescheidner Freude
Deiner Tauben Paar!
Laß uns beisammen!
Oder in Flammen
Opfre uns beide
Deinem Altar!

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Frühlingslied
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 243 ---- D. 398 (1816), published 1887.

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,


Die kleinen Maienglocken blühn,
Und Schlüsselblumen drunter;
Der Wiesengrund
Ist schon so bunt
Und malt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,


Und schaue froh die schöne Welt
Und Gottes Vatergüte,
Die solche Pracht
Hervorgebracht,
Den Baum und seine Blüte.

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Auf den Tod einer Nachtigall


Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 201 (1815), published 1970 ---- D. 399 (1816), published
1895.

Sie ist dahin, die Maienlieder tönte,


Die Sängerin,
Die durch ihr Lied den ganzen Hain verschönte.
Sie ist dahin!
Sie, deren Ton mir in die Seele hallte,
Wenn ich am Bach,
Der durchs Gebüsch im Abendgolde wallte,
Auf Blumen lag!

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Abschied Page 160 of 646
Sie gurgelte, tief aus der vollen Kehle,
Den Silberschlag:
Der Widerhall in seiner Felsenhöhle
Schlug leis' ihn nach.
Die ländlichen Gesäng' und Feldschlameien
Erklangen drein;
Es tanzeten die Jungfrau'n ihre Reihen
Im Abendschein.

Sie horchten dir, bis dumpf die Abendglocke


Des Dorfes klang.
Und Hesperus, gleich einer goldnen Flocke,
Aus Wolken drang;
Und gingen dann im Wehn der Maienkühle
Der Hütte zu,
Mit einer Brust voll zärtlicher Gefühle,
Voll süßer Ruh.

Input by Richard Morris

On the death of a nightingale


She is gone, she who sounded out May songs,
the songstress
who, through her songs beautified the entire grove.
She is no more!
She, whose notes echoed in my soul
when, by the brook
which meandered through the bushes in the golden evening light,
I lay among the flowers!

She poured forth, from deep in her full throat,


silver notes:
at the heights of the cliffs,
the echo resounded softly after.
Rustic songs and pipers' melodies
mixed in;
the young maidens danced their rows
in the evening glow.

They harkened to you until the evening bell


rang dully in the village.
And Hesperus, like a piece of golden fluff,
emerged from the clouds;
And then I went in the fluttering of the cool May winds
to my little hut,
My breast full of tender feelings,
full of sweet rest.

Translated to English by Emily Ezust

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Die Knabenzeit
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 400 (1816), published 1895.

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Abschied Page 161 of 646
Wie glücklich, wenn das Knabenkleid
Noch um die Schultern fliegt!
Nie lästert er der bösen Zeit,
Stets munter und vergnügt.

Das hölzerne Husarenschwert


Belustiget ihn jetzt,
Der Kreisel und das Steckenpferd,
Auf dem er herrisch sitzt.

O Knabe, spiel und laufe nur,


Den lieben langen Tag,
Durch Garten und durch grüne Flur
Den Schmetterlingen nach.

Bald schwitzest du, nicht immer froh,


Im engen Kämmerlein,
Und lernst vom dicken Cicero
Verschimmeltes Latein!

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Winterlied
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 401 (1816), published 1895.

Keine Blumen blühn;


Nur das Wintergrün
Blickt durch Silberhüllen;
Nur das Fenster füllen
Blumen rot und weiß,
Aufgeblüht aus Eis.

Ach, kein Vogelsang


Tönt mit frohem Klang,
Nur die Winterweise
Jener kleinen Meise,
Die am Fenster schwirrt,
Und um Futter girrt.

Minne flieht den Hain,


Wo die Vögelein
Sonst im grünen Schatten
Ihre Nester hatten;
Minne flieht den Hain,
Kehrt ins Zimmer ein.

Kalter Januar,
Hier werd' ich fürwahr
Unter Minnespielen
Deinen Frost nicht fühlen!
Walte immerdar,
Kalter Januar!

Input by Richard Morris

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Abschied Page 162 of 646

Frisch atmet des Morgens lebendiger Hauch


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), "Morgenfantasie: Der Flüchtling". [all textual
variants noted]

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), "Frisch atmet des Morgens lebendiger Hauch" (The lively
morning breeze wafts freshly), D. 67 (1813) [two tenors and a bass] ---- "Der
Flüchtling" (The fugitive), D. 402 (1816), published 1895.
l Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), "Morgenfantasie" (Morning fantasy), published
1803, from Kleine Balladen und Lieder, Heft V no. 41.

Frisch atmet des Morgens lebendiger Hauch;


Purpurisch [zuckt]1 durch düst're Tannenritzen
Das junge Licht, und äugelt aus dem Strauch
In gold'nen Flammen blitzen
Der Berge Wolkenspitzen.
Mit freudig melodisch gewirbeltem Lied
Begrüßen erwachende Lerchen die Sonne,
Die schon in lachender Wonne
Jugendlich schön in Auroras Umarmungen glüht.

Sei Licht mir gesegnet!


Dein Strahlengruß regnet
Erwärmend hernieder auf Anger und Au.
[ Wie silberfarb flittern
Die Wiesen, wie zittern]2
Tausend Sonnen [in perlendem]3 Tau!
In säuselnder Kühle
Beginnen die Spiele
Der jungen Natur,
Die Zephyre kosen
Und schmeicheln um Rosen,
Und Düfte beströmen die lachende Flur.

Wie hoch aus den Städten die Rauchwolken dampfen!


Laut wiehern und schnauben und knirschen und stampfen
Die Rosse, die Farren;
Die Wagen erknarren
Ins ächzende Tal.
Die Waldungen leben,
Und Adler und Falken und Habichte schweben
Und wiegen die Flügel im blendenden Strahl.

Den Frieden zu finden,


Wohin soll ich wenden
Am elenden Stab?
Die lachende Erde
Mit Jünglingsgebärde,
[Ist]4 für mich nur ein Grab!
Steig empor, o Morgenrot, und röte
Mit purpurnem Kusse Hain und Feld!
Säusle nieder, Abendrot, und flöte
[Sanft in Schlummer]5 die [tote]6 Welt!
Morgen, ach, du rötest
Eine Totenflur;
Ach! und du, o Abendrot! umflötest
Meinen langen Schlummer nur.

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Abschied Page 163 of 646
Input by Richard Morris

The lively morning breeze wafts freshly


The lively morning breeze wafts freshly;
the early light trembles purplish through the dark pines
and blazing through the bushes
in golden flames
the cloud-tipped mountains sparkle.
With merry, twirling, melodious songs
the awakening larks greet the sun,
which already in blissful laughter
is glowing with youthful beauty in Dawn's embrace.

I bless you, light!


Your radiant beams rain down
and warm the fields and meadows.
How silvery do the meadows glitter,
how beautifully do a thousand suns quiver
in the pearly dew!
In the whispering coolness
young Nature begins
to play,
the breezes pet
and caress the roses,
and fragrances waft about the laughing field.

How high above the city do the smoky clouds float!


Loudly, the horses whinny
and the bulls snort and stamp;
the wagons creak and groan
in the valley.
The woods are alive
and eagles, falcons and hawks hover
and flap their wings in the blinding sunbeams.

To find peace,
where shall I turn
with my unhappy walking-stick?
The laughing earth
with youthful looks
is for me only a grave!
Rise, o Dawn, and paint red
every grove and field with your purple kisses!
Descend whispering, Dusk, and sing
the dead world softly to sleep!
Morning, ah, you tinge red
a field of death;
Ah! and you, oh Dusk! you sing
only around my long slumber.

Translated to English by Emily Ezust


1
Zumsteeg: "guckt"
2
Schubert: "Wie flittern die Wiesen, / Wie silberfarb zittern"
3
Schubert: "im perlenden"
4
added by Zumsteeg.
5
Schubert: "In sanften Schlummer"
6
Schiller: "erstorbne"
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Abschied Page 164 of 646

Wehmut
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 404 (1816), published 1885, subtitle: "Die Herbstnacht".

Mit leisen Harfentönen


Sei, Wehmut, mir gegrüßt!
O Nymphe, die der Tränen
Geweihten Quell verschließt!
Mich weht an deiner Schwelle
Ein linder Schauer an,
Und deines Zwielichts Helle
Glimmt auf des Schicksals Bahn.

Rühr' unter Tränenweiden


Noch oft mein Saitenspiel
Verschmilz auch Gram und Leiden
In süßes Nachgefühl
Gieb Stärkung dem Erweichten!
Heb' aus dem Trauerflor
Wenn Gottes Sterne leuchten
Den Andachtsblick empor!

Der Leidenschaften Horden,


Der Sorgen Rabenzug,
Entfliehn vor den Akkorden
Die deine Harfe schlug;
Du zauberst Alpensöhnen,
Verbannt auf Flanderns Moor,
Mit Sennenreigentönen
Der Heimat Bilder vor.

In deinen Schattenhallen
Weihst du die Sänger ein;
Lehrst junge Nachtigallen
Die Trauermelodei'n;
Du neigst, wo Gräber grünen,
Dein Ohr zu Hölty's Ton;
Pflückst Moos von Burgruinen
Mit meinem Matthisson.

Du, so die Freude weinen,


Die Schwermut lächeln heißt,
Kannst Wonn' und Schmerz vereinen,
Daß Harm in Lust verfleußt;
Du hellst bewölkte Lüfte
Mit Abendsonnenschein,
Hängst Lampen in die Grüfte
Und krönst den Leichenstein.

Input by Richard Morris

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Abschied von der Harfe


Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 406 (1816), published 1887.

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Noch einmal tön', o Harfe,


Die nur Gefühle tönt!
Verhalle zart und leise
Noch jene Schwanenweise,
Die auf der Flut des Lebens
Uns mit der Not versöhnt.

Im Morgenschein des Lebens


Erklangst du rein und hell!
Wer kann den Klang verwahren?
Durch Forschen und Erfahren
Verhallet und versieget
Des Liedes reiner Quell.

O schlag' im dunklen Busen


Der ernsten Abendzeit!
Will um das öde Leben
Des Schicksals Nacht sich weben,
Dann schlag' und wecke Sehnsucht
Nach der Unsterblichkeit!

Farewell to the harp


Sing once more, o harp,
sing only what we feel!
Die away tenderly and softly
in this swan-song
that on the tide of life
reconciles us to misery.

In the morning light of life


you resounded pure and bright!
Who can preserve the sound?
By experiencing life
we dry up
the pure source of the song.

O resound in the dark breast


at somber evening time!
When barren life
is enfolded by fate,
then play, and awaken our yearning
for immortality!

Translated to English by Emily Ezust

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Sprache der Liebe


Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 410, op. posth. 115 no. 3 (1816).

Laß mich mit gelinden Schlägen


Rühren, meine zarte Laute!

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Da die Nacht herniedertaute,
Müssen wir Gelispel pflegen.
Wie sich deine Töne regen
Wie sie atmen, klagen, stöhnen,
Wallt das Herz zu meiner Schönen,
Bringt ihr, aus der Seele Tiefen,
Alle Schmerzen, welche schliefen;
Liebe denkt in süßen Tönen.

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Stimme der Liebe


Text by Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg-Stolberg (1750-1819)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 412 (1816), published 1838.

Meine Selinde!
Denn mit Engelsstimme singt die Liebe mir zu:
Sie wird die Deine!
Sie wird die Meine!
Himmel und Erde schwinden!
Meine Selinde!
Tränen der Sehnsucht,
Die auf blassen Wangen bebten,
Fallen herab als Freudentränen!
Denn mir tönt die himmlische Stimme:
Deine wird sie, die Deine!

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Entzückung
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 413 (1816).

Tag voll Himmel! da aus Lauras Blicken


Mir der Liebe heiligstes Entzücken
In die wonnetrunk'ne Seele drang!
Und, von ihrem Zauber hingerissen,
Ich der Holden, unter Feuerküssen,
An den süßbeklomnen Busen sank!

Goldner sah ich Wolken sich besäumen,


Jedes Blättchen auf den Frühlingsbäumen
Schien zu flüstern: Ewig, ewig dein!
Glücklicher, in solcher Taumelfülle,
Werd' ich, nach verstäubter Erdenhülle,
Kaum in Edens Myrtenlauben sein.

Tag voll Himmel! da aus Lauras Blicken


Mir der Liebe heiligstes Entzücken
In die wonnetrunk'ne Seele drang!

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Geist der Liebe


Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 414 ---- D. 747 (1816), published 1895.


l Also set in a different version by Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), "Abendlied", from
Kleine Balladen und Lieder Heft VII no. 28.

Der Abend schleiert Flur und Hain


In traulich holde Dämm'rung ein;
Hell flimmt, wo goldne Wölkchen ziehn,
Der Stern der Liebeskönigin.

Die Wogenflut hallt Schlummerklang,


Die Bäume lispeln Abendsang;
Der Wiese Gras umgaukelt lind
Mit Sylphenkuß der Frühlingswind.

Der Geist der Liebe wirkt und strebt,


Wo nur ein Puls der Schöpfung bebt;
Im Strom, wo Wog' in Woge fließt,
Im Hain, wo Blatt an Blatt sich schließt.

O Geist der Liebe! führe du


Dem Jüngling die Erkor'ne zu!
Ein Minneblick der Trauten hellt
Mit Himmelsglanz die Erdenwelt!

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Klage
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 415 (1816), published 1895.

Die Sonne steigt, die Sonne sinkt,


Des Mondes Wechselscheibe blinkt,
Des Äthers Blau durchwebt mit Glanz
Der Sterne goldner Reihetanz:
Doch es durchströmt der Sonne Licht
Des Mondes lächelndes Gesicht,
Der Sterne Reigen, still und hehr,
Mit Hochgefühl dies Herz nicht mehr!

Die Wiese blüht, der Büsche Grün


Ertönt von Frühlingsmelodien,
Es wallt der Bach im Abendstrahl
Hinab ins hainumkränzte Tal:
Doch es erhebt der Haine Lied,

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Die Au, die tausendfarbig blüht,
Der Erlenbach im Abendlicht
Wie vormals meine Seele nicht!

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Ach, mir ist das Herz so schwer!


Text by Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg-Stolberg (1750-1819)

Set by

l Carl Christian Agthe (1762-1797), "Lied", published 1782.


l Franz Schubert (1797-1828), "Lied in der Abwesenheit", D. 416 (1816), published 1925.
[fragment]

Ach, mir ist das Herz so schwer!


Traurig irr' ich hin und her.
Suche Ruhe, finde keine,
Geh' an's Fenster hin, und weine!

Säßest du auf meinem Schoß,


Würd' ich aller Sorgen los,
Und aus deinen blauen Augen
Würd' ich Lieb' und Wonne saugen!

Könnt' ich doch, du Süßes Kind,


Fliegen hin zu dir geschwind!
Könnt' ich ewig dich umfangen,
Und an deinen Lippen hangen!

Input by Richard Morris

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Julius an Theone
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 419 (1816), published 1895.

Nimmer, nimmer darf ich dir gestehen,


Was beim ersten Drucke deiner Hand,
Süße Zauberin, mein Herz empfand!
Meiner Einsamkeit verborg'nes Flehen,
Mein Seufzer wird der Sturm verwehen,
Meine Tränen werden ungesehen
Deinem Bilde rinnen, bis die Gruft
Mich in ihr verschwieg'nes Dunkel ruft.

Ach! du schautest mir so unbefangen,


So voll Engelunschuld ins Gesicht,
Wähntest den Triumph der Schönheit nicht!

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Abschied Page 169 of 646
O Theone! sahst du nicht den bangen
Blick der Liebe an deinen Blicken hangen?
Schimmerte die Röte meiner Wangen
Dir nicht Ahnung der verlornen Ruh'
Meines hoffnungslosen Herzens zu?

Daß uns Meere doch geschieden hätten


Nach dem ersten leisen Druck der Hand!
Schaudernd wank' ich nun am Rand
Eines Abgrunds, wo auf Dornenbetten,
Tränenlos, mit diamantnen Ketten,
Die Verzweiflung lauscht, mich zu retten!
Holde Feindin meines Friedens,
Beut mir die Schale der Vergessenheit!

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Misero Pargoletto
Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 42 (1813?), published 1895.

Misero pargoletto,
Il tuo destino non sai.
Ah! non gli dite mai
Qual era il genitor.

Come in un punto, oh Dio,


Tutto cangiò d'aspetto!
Voi foste il mio diletto,
Voi foste il mio terror.
Voi foste il mio terror.

Input by Richard Morris

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Sprüche des Konfuzius


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 43 ---- D. 69.

Dreifach ist der Schritt der Zeit:


Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

Keine Ungeduld beflügelt


Ihren Schritt, wenn sie verweilt,
Keine Furcht, kein Zweifel zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt,
Keine Reu, kein Zaubersegen
Kann die stehende bewegen.

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Abschied Page 170 of 646

Möchtest du beglückt und weise


Endigen des Lebens Reise,
Nimm die zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die fliehende zum Freund,
Nicht die bleibende zum Feind.

Input by Martin-Beatus Meier

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Die frühe Liebe


Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 430 (1816), published 1895.

Schon im bunten Knabenkleide


Pflegten hübsche Mägdelein
Meine liebste Augenweide,
Mehr als Pupp' und Ball zu sein.

Ich vergaß der Vogelnester,


Warf mein Steckenpferd ins Gras,
Wenn am Baum bei meiner Schwester
Eine schöne Dirne saß.

Freute mich der muntern Dirne,


Ihres roten Wangenpaars,
Ihres Mundes, ihrer Stirne,
Ihres blonden Lockenhaars.

Blickt auf Busentuch und Mieder,


Hinterwärts gelehnt am Baum;
Streckte dann ins Gras mich nieder,
Dicht an ihres Kleides Saum.

Was ich weiland tat als Knabe,


Werd' ich wahrlich immer tun,
Bis ich werd' im kühlen Grabe
Neben meinen Vätern ruhn.

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Blumenlied
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 431 (1816), published 1887.

Es ist ein halbes Himmelreich,


Wenn, Paradiesesblumen gleich,
Aus Klee die Blumen dringen;
Und wenn die Vögel silberhell

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Abschied Page 171 of 646
Im Garten hier, und dort am Quell,
Auf Blütenbäumen singen.

Doch holder blüht ein edles Weib,


Von Seele gut und schön von Leib,
In frischer Jugendblüte.
Wir lassen alle Blumen stehn,
Das liebe Weibchen anzusehn
Und freun uns ihrer Güte.

Flower song
It is almost half of heaven's kingdom
When, like blossoms of paradise,
the flowers emerge from the clover;
And when the birds sing with silvery voices,
in the garden here and there, by the stream,
in the blossoming trees.

Yet even lovelier blossoms the noble lady,


Goodhearted and fair,
In the fresh bloom of youth.
We let the flowers be
To gaze at this lovely little woman,
And delight in her goodness.

Translated to English by Emily Ezust

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Seligkeit
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 433 (1816), published 1895.

Freuden sonder Zahl


Blühn im Himmelssaal
Engeln und Verklärten,
Wie die Väter lehrten.
O da möcht ich sein
Und mich ewig freun!

Jedem lächelt traut


Eine Himmelsbraut;
Harf und Psalter klinget,
Und man tanzt und singet.
O da möcht ich sein
Und mich ewig freun!

Lieber bleib ich hier,


Lächelt Laura mir
Einen Blick, der saget,
Daß ich ausgeklaget.
Selig dann mit ihr,
Bleib ich ewig hier!

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Abschied Page 172 of 646

Bliss
Joys without number
bloom in heaven's hall
of angels and transfigured beings,
just as our fathers taught us.
O, there I would like to be
and rejoice forever!

Upon everyone dearly smiles


a heavenly bride;
harp and psalter resound,
and everyone dances and sings.
O, there I would like to be
and rejoice forever!

But I'd rather remain here


if Laura would smile at me
with one glance that said
I should end my lamenting.
Blissfully then with her,
I would stay here forever!

Translated to English by Emily Ezust

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Christ ist erstanden!


Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from Faust, part 1.
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 440 (1816). [satb]

Christ ist erstanden!


Freude dem Sterblichen,
den die verderblichen,
schleichenden, erblichen
Mängel umwanden.
Christ ist erstanden!

Input by Virginia Knight

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Gütigster, Bester, Weisester


Text by Franz Schubert (1797-1828)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 407 ---- D. 441 (1816).

Gütigster, Bester,
Weisester, Größter!
Solang ich Tränen habe
Und an der Kunst mich labe,
Sei beides dir geweiht,

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Abschied Page 173 of 646
Der beides mir verleiht.
Gütigster, Bester,
Weisester, Größter!

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Das große Halleluja


Text by Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), 1766.
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 442 (1816).

Ehre sei dem Hocherhabnen, dem Ersten, dem Vater der Schöpfung,
Dem unsre Psalmen stammeln,
Obgleich der wunderbare Er
Unaussprechlich, und undenkbar ist!

Eine Flamme von dem Alter an dem Thron


Ist in unsere Seele geströmt!
Wir freuen uns Himmelsfreuden,
Daß wir sind und über Ihn erstaunen können!

Ehre sei Ihm auch von uns an den Gräbern hier,


Obwohl an Seines Thrones letzten Stufen
Des Erzengels niedergeworfene Krone
Und seines Preisgesanges Wonne tönt!

Ehre sei, und Dank, und Preis dem Hocherhabnen, dem Ersten,
Der nicht begann, und nicht aufhören wird!
Der sogar des Stabs Bewohnern gab,
Nicht aufzuhören!

[ ... ]1

Ehre Dir! Ehre Dir! Ehre Dir!


Hocherhabner! Erster,
Vater der Schöpfung!
Unaussprechlicher, o Undenkbarer!

The great hallelujah


We honour the Sublime One, the First One, the Father of Creation -
He to whom we address our psalms
although the Wonderful One
is inexpressible and unimaginable!

A flame from the altar by the throne


is ignited in our souls.
We rejoice with heavenly joy,
that we exist and can be so amazed by Him.

We honour him at the edge of the graves here,


even though at the last step of his throne
the archangel has thrown down his crown
and sings his song of praise and bliss!

We honor, thank and praise the Sublime One, the First One -
He who has no beginning and no end,

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Abschied Page 174 of 646
He who gave even the inhabitants of dust
immortality!

Glory be to Thee! Glory be to Thee!


Sublime One, First One,
Father of Creation!
Inexpressible, Unimaginable One!!

Translated to English by Emily Ezust


1
Schubert did not set the fifth stanza of the poem.
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Die Gestirne
Text by Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 444 (1816).

Es tönet sein Lob Feld und Wald, Tal und Gebirg,


Das Gestad hallet, es donnert das Meer dumpfbrausend
Des Unendlichen Lob, siehe des Herrlichen,
Unerreichten von dem Danklied der Natur!

The stars
His praises are sung by field and wood, valley and mountain;
the shore echoes, the sea thunders with a muffled roar
of unending praise: look at the Lordly,
the Unreachable, from the thanksgiving song of Nature!

Translated to English by Emily Ezust

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Die Liebesgötter
Text by Johann Peter Uz (1720-1796)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 446 (1816), published 1887.

Cypris, meiner Phyllis gleich,


Saß von Grazien umgeben,
Denn ich sah ihr frohes Reich;
Mich berauschten Cyperns Reben.
Ein geweihter Myrtenwald,
Den geheime Schatten schwärzten,
War der Göttin Aufenthalt,
Wo die Liebesgötter scherzten.

Viele gingen, Paar bei Paar:

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Abschied Page 175 of 646
Andre sangen, die ich kannte,
Deren Auge schalkhaft war,
Und voll schlauer Wollust brannte.
Viele flogen rüstig aus,
Mit dem Bogen in der Rechten.
Viele waren nicht zu Haus,
Weil sie bei Lyäen zechten.

Unter grüner Büsche Nacht,


Unter abgelegnen Sträuchen,
Wo so manche Nymphe lacht,
Sah ich sie am liebsten schleichen.
Viele flohn mit leichtem Fuß
Allen Zwang betränter Ketten,
Flatterten von Kuß zu Kuß
Und von Blonden zu Brünetten.

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An den Schlaf
Text by Johann Peter Uz (1720-1796)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 447 (1816), published 1895.

Komm, und senke die umflorten Schwingen,


Süßer Schlummer, auf den müden Blick!
Segner! Freund! in deinen Armen dringen
Trost und Balsam auf's verlorne Glück.

To sleep
Come and lower your veil,
sweet slumber, upon my weary eyes!
Saviour! Friend! in your arms come
solace and balsam for my lost happiness.

Translated to English by Emily Ezust

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Der gute Hirt


Text by Johann Peter Uz (1720-1796)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 449 (1816), published 1872.

Was sorgest du? Sei stille, meine Seele!


Denn Gott ist ein guter Hirt,
Der mir, auch wenn ich mich nicht quäle,
Nichts mangeln lassen wird.

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Abschied Page 176 of 646
Er weidet mich auf blumenreicher Aue,
Er führt mich frischen Wassern zu,
Und bringet mich im kühlen Taue
Zur sichern Abendruh'.

Er hört nicht auf, mich liebreich zu beschirmen,


Im Schatten vor des Tages Glut,
In seinem Schoße vor den Stürmen
Und schwarzer Bosheit Wut.

Auch wenn er mich durch finstre Täler leiten,


Mich durch die Wüste führen wird,
Will ich nichts fürchten; mir zu Seiten
Geht dieser treue Hirt.

Ich aber will ihn preisen und ihm danken!


Ich halt an meinem Hirten fest;
Und mein Vertrauen soll nicht wanken.

Input by Richard Morris

The good shepherd


Why are you anxious? Be still, my soul!
for God is a good shepherd
to me, even when I am not troubled,
and he will not let me fail.

He lets me graze in flowery meadows,


he leads me to fresh water,
and brings me through the cool dew
to a secure evening rest.

He will not stop sheltering me lovingly


in the shadows from the blaze of day,
in his lap from storms
and from dark raging wickedness.

And when he guides me through dark valleys


and leads me through the wasteland,
I shall fear nothing; for at my side
this faithful shepherd walks.

Instead I will praise him and thank him!


I will cling to my shepherd;
and my faith will not falter.

Translated to English by Emily Ezust

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Fragment aus dem Aischylos


Text by Johann Mayrhofer (1787-1836) after Aeschylus (525?-456 BCE), Chorus of the
Eumenides
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 450b (1816), published 1832.

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Abschied Page 177 of 646
So wird der Mann, der sonder Zwang gerecht ist,
Nicht unglücklich sein, versinken ganz in Elend kann er nimmer;
Indes der frevelnde Verbrecher im Strome der Zeit
Gewaltsam untergeht, wenn am zerschmetterten Maste
Das Wetter die Segel ergreift.
Er ruft, von keinem Ohr vernommen,
Kämpft in des Strudels Mitte, hoffnungslos.
Des Frevlers lacht die Gottheit nun,
Sieht ihn, nun nicht mehr stolz,
In Banden der Not verstrickt.
Umsonst die Felsbank fliehn:
An der Vergeltung Fels scheitert sein Glück,
Und unbeweint versinkt er.

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Grablied auf einen Soldaten


Text by Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 454 (1816).

Zieh hin, du braver Krieger, du!


Wir gleiten dich zur Grabesruh,
Und schreiten mit gesunkner Wehr,
Von Wehmut schwer
Und stumm vor deinem Sarge her.

Du warst ein biedrer, deutscher Mann.


Hast immerhin so brav getan.
Dein Herz, voll edler Tapferkeit,
Hat nie im Streit
Geschoß und Säbelhieb gescheut.

Warst auch ein christlicher Soldat,


Der wenig sprach und vieles tat,
Dem Fürsten und dem Lande treu,
Und fromm dabei
Von Herzen, ohne Heuchelei.

Du standst in grauser Mitternacht,


In Frost und Hitze auf der Wacht,
Ertrugst so standhaft manche Not
Und danktest Gott
Für Wasser und für's liebe Brot.

Wie du gelebt, so starbst auch du,


Schlossest deine Augen freudig zu.
Und dachtest: Aus ist nun der Streit
Und Kampf der Zeit.
Jetzt kommt die ew'ge Seligkeit.

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Freude der Kinderjahre

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Abschied Page 178 of 646
Text by Friedrich von Köpken (1737-1811)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 455 (1816), published 1887.

Freude, die im frühen Lenze


Meinem Haupte Blumen wand,
Sieh, noch duften deine Kränze,
Noch geh' ich an deiner Hand.
Selbst der Kindheit Knospen blühen
Auf in meiner Phantasie;
Und mit frischerm Reize glühen
Noch in meinem Herbste sie.

Früh schon kannt' ich dich! du wehtest


Froh bei jedem Spiel um mich,
Sprangst in meinem balle, drehtest
Leicht in meinem Kreisel dich;
Liefst mit mir durch Gras und Hecken
Flüchtig Schmetterlingen nach,
Rittest mit auf bunten Stecken,
Wirbeltest im Trommelschlag.

Kamen auch zuweilen Sorgen:


Kindersorgen sind nicht groß!
Früh hüpft' ich am andern Morgen,
Schaukelte die Sorgen los;
Kletterte dir nach auf Bäume,
Wälzte müd' im Grase mich;
Und entschlief ich: süße Träume
Zeigten mir im Bilde dich!

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Das Heimweh
Text by Theodor Hell (Karl Gottfried Winkler) (1775-1856) (first three stanzas) and Max
Kalbeck (1850-1921) (last two stanzas)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 456 (1816), published 1887.

Oft in einsam stillen Stunden


Hab ich ein Gefühl empfunden,
Unerklärbar, wunderbar!
Das wie Sehnsucht nach der Ferne
Hoch hinauf in bessre Sterne
Wie ein leises Ahnen war.

[ Jetzt, wo von der Heimat Frieden


Ich so lang' schon abgeschieden,
Und in weiter Fremde bin,
Fühlt ein ängstlich heißes Sehen
Unter sanften Wehmutstränen
Tief bewegt mein innrer Sinn.

Wenn in Stunden sel'ger Weihe


Sich der frühern Wonnen Reihe,
Dunkel wär' mein Geist bewußt;
Wenn sich neue Sinne fänden,
Die das Höhere verständen

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Abschied Page 179 of 646
In der tiefbewegten Brust! ]1

Wohl die alten Bäume wieder


Neigen ihre Wipfel nieder
Auf das Haus am Waldesrand.
Stille, stille! Laß mich lauschen!
Fernher tönt ein leises Rauschen:
Komm zurück in's Heimatland!

Wer soll meiner Liebe lohnen?


Dort wo fremde Menschen wohnen
Geh' ich nicht mehr ein und aus.
Droben in den Sternenräumen
Unter goldnen Himmelsbäumen
Wartet mein das Vaterhaus.

Longing for home


Often, in quiet, solitary moments
I have experienced a certain feeling
that is inexplicable and wonderful! -
like a longing for something distant,
high above, on a better star;
it was like a gentle presentiment.

Now, from the peace of my homeland


so long separated,
and having long lived in foreign lands,
I feel an anxious, warm yearning
under gentle tears of nostalgia,
deeply moving my inward being.

When in these moments of blissful consecration,


rows of early joys would form,
dark would grow my conscious soul;
when they would find new sensations,
a higher understanding would grow,
my heart profoundly stirred!

Deeply again do the old trees


incline their heads
down over the house by the edge of the forest.
Quiet, quiet! Let me listen!
Far away comes a soft rustling:
Come back to your homeland!

Who will be worth my love?


There, where strangers live,
I will no longer go back and forth.
Up there in the starry space,
beneath golden, heavenly trees,
awaits my ancestral home.

Translated to English by Emily Ezust


1
not set by Schubert.

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An die untergehende Sonne


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Abschied Page 180 of 646
Text by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758-1818)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 44, D. 457 (1817), published 1827.

Sonne, du sinkst,
Sink in Frieden, O Sonne!

Still und ruhig ist deines Scheidens Gang,


Rührend und feierlich deines Scheidens Schweigen.
Wehmut lächelt dein freundliches Auge,
Tränen entträufeln den goldenen Wimpern;
Segnungen strömst du der duftenden Erde.
Immer tiefer,
Immer leiser,
Immer ernster, feierlicher
Sinkest du den Äther hinab.

Sonne, du sinkst,
Sink in Frieden, O Sonne!
Es segnen die Völker, es säuseln die Lüfte,
Es räuchern die dampfenden Wiesen dir nach;
Winde durchrieseln dein lockiges Haar;
Wogen kühlen die brennende Wange;
Weit auf tut sich dein Wasserbett.
Ruh' in Frieden,
Ruh' in Wonne!
Die Nachtigall flötet dir Schlummergesang.

Sonne, du sinkst,
Sink in Frieden, O Sonne!

Input by Richard Morris

To the setting sun


Sun, you are sinking;
set in peace, o sun!

Your departure is quiet and placid;


the silence of your farewell is stirring and solemn.
A wistfulness smiles from your friendly eyes,
and tears trickle down your golden lashes;
you radiate benedictions upon the aromatic earth.
Ever deeper,
ever softer,
ever more solemn and serious
do you sink into the ether.

Sun, you are sinking;


set in peace, o sun!
The people bless you, the wind rustles,
the meadows grow misty after you pass,
winds ripple through your curly hair;
the waves cool your burning cheeks;
your watery bed is broad.
Set in peace,
set in bliss!
The nightingale is piping a lullaby.

Sun, you are sinking;


set in peace, o sun!

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Abschied Page 181 of 646
Translated to English by Emily Ezust

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Ilmerine
Text by Franz Xaver von Schlechta (1796-1875), from "Diego Manzares".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 458 (1816).

Wo irrst du durch einsame Schluchten der Nacht,


Wo bist du, mein Leben, mein Glück?
Schon sind die Gestirne der Nacht
Aus tauendem Dunkel erwacht,
Und ach, der Geliebte kehrt noch nicht zurück.

Input by Richard Morris

Ilmerine
Where are you wandering through the lonely ravines of the night?
Where are you, my life, my happiness?
The stars of night have already
awakened from their dewy darkness,
but alas, my beloved has not yet come back.

Translated to English by Emily Ezust

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An Chloen
Text by Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 462 (1816), published 1895.

Bei der Liebe reinsten Flammen


Glänzt das arme Hüttendach:
Liebchen! ewig nun beisammen!
Liebchen! träumend oder wach!

Süßes, zärtliches Umfangen,


Wenn der Tag am Himmel graut;
Heimlich klopfendes Verlangen,
Wenn der Abend niedertaut!

Und wir teilen alle Freuden,


Sonn' und Mond und Sternenglanz;
Allen Segen, alles Leiden,
Arbeit und Gebet und Tanz.

So, bei reiner Liebe Flammen,


Endet sich der schöne Lauf;
Ruhig schweben wir zusammen,

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Abschied Page 182 of 646
Liebchen, Liebchen! himmelauf.

Input by Richard Morris

To Chloe
Love's purest flames
glow upon the poor cottage roof:
Darling! we are together forever!
Darling! whether dreaming or awake!

Sweet, tender embrace


when day breaks;
secret yearning, palpitating
when the dew of evening descends!

And we share every joy,


sun and moon and starlight;
every bliss, every sorrow,
work and prayer and dance.

Thus, in the pure flame of love


these fine things come to an end;
we float together placidly,
darling, darling! toward heaven.

Translated to English by Emily Ezust

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Hochzeitlied
Text by Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 463 (1816), published 1895.

Will singen euch im alten Ton


Ein Lied von Lieb' und Treu';
Es sangen's unsre Väter schon,
Doch bleibt's der Liebe neu.

Im Glücke macht es freudenvoll,


Kann trösten in der Not:
»Daß nichts die Herzen scheiden soll,
Nichts scheiden als der Tod:

Daß immerdar mit frischem Mut


Der Mann die Traute schützt,
Und alles opfert, Gut und Blut,
Wenn's seinem Weibchen nützt;

Daß, wenn die Lerch' im Felde schlägt,


Sein Weib ihm Wonne lacht,
Ihm, wenn der Acker Dornen trägt,
Zum Spiel die Arbeit macht,

Und doppelt süß der Ruhe Lust,


Erquickend jedes Brot,

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Den Kummer leicht an ihrer Brust,
Gelinder seinen Tod.

Dann fühlt er noch die kalte Hand


Von ihrer Hand gedrückt,
Und sich in's neue Vaterland
Aus ihrem Arm entrückt.«

Input by Richard Morris

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In der Mitternacht
Text by Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 464 (1816), published 1895.

Todesstille deckt das Tal


Bei des Mondes falbem Strahl;
Winde flüstern dumpf und bang
In des Wächters Nachtgesang.

Leiser, dumpfer tönt es hier


In der bangen Seele mir,
Nimmt das Strahl der Hoffnung fort,
Wie den Mond die Wolke dort.

Hüllt, ihr Wolken, hüllt den Schein


Immer tiefer, tiefer ein!
Vor ihm bergen will mein Herz
Seinen tiefen, tiefen Schmerz.

Nennen soll ihr nicht mein Mund;


Keine Träne mach' ihn kund;
Senken soll man ihn hinab
Einst mit mir in's kühle Grab.

An des Todes milder Hand


Geht der Weg in's Vaterland;
Dort ist Liebe sonder Pein;
Selig, selig werd' ich sein.

Input by Richard Morris

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Trauer der Liebe


Text by Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 465 (1816), published 1885.

Wo die Taub' in stillen Buchen


Ihren Tauber sich erwählt,

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Abschied Page 184 of 646
Wo sich Nachtigallen suchen,
Und die Rebe sich vermählt;
Wo die Bäche sich vereinen,
Ging ich oft mit leichtem Scherz,
Ging ich oft mit bangem Weinen,
Suchte mir ein liebend Herz.

O, da gab die finstre Laube


Leisen Trost im Abendschein;
O, da kam ein süßer Glaube
Mit dem Morgenglanz im Hain;
Da vernahm ich's in dem Winden,
Ihr Geflüster lehrte mich:
Daß ich suchen sollt und finden,
Finden, holde Liebe, dich!

Aber ach! wo blieb auf Erden,


Holde Liebe, deine Spur?
Lieben, um geliebt zu werden,
Ist das Los der Engel nur.
Statt der Wonne fand ich Schmerzen,
Hing an dem, was mich verließ;
Frieden gibt den treuen Herzen
Nur ein künftig Paradies.

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Die Perle
Text by Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 466 (1816), published 1872.

Es ging ein Mann zur Frühlingszeit


Durch Busch und Felder weit und breit
Um Birke, Buch' und Erle;
Der Bäume, Grün im Maienlicht,
Die Blumen drunter sah er nicht.
Er suchte seine Perle.

Die Perle war seine höchstes Gut,


Er hatt' um sie des Meeres Flut
Durchschifft, und viel gelitten;
Von ihr des Lebens Trost gehofft,
Im Busen sie bewahrt, und oft
Dem Räuber abgestritten.

Der arme Pilger! So wie er,


Geh' ich zur Frühlingszeit umher
Um Birke, Buch' und Erle;
Des Maies Wunder seh' ich nicht;
Was aber, ach! was mir gebricht,
Ist mehr als eine Perle.

Was mir gebricht, was ich verlor,


was ich zum höchsten Gut erkor,
Ist Lieb' in treuem Herzen.
Vergebens wall' ich auf und ab;
Doch find' ich einst ein kühles Grab,
Das endet alle Schmerzen.

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Abschied Page 185 of 646
Input by Richard Morris

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Pflicht und Liebe


Text by Friedrich Wilhelm Gotter (1746-1797)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 467 (1816), published 1885, note: fragment completed by
Friedländer.

Du, der ewig um mich trauert,


Nicht allein, nicht unbedauert,
Jüngling, seufzest du;
Wann vor Schmerz die Seele schauert,
Lüget meine Stirne Ruh.

Deines nassen Blickes Flehen


Will ich, darf ich nicht verstehn;
Aber zürne nicht!
Was ich fühle, zu gestehen,
Untersagt mir meine Pflicht.

Freund, schweif' aus mit deinen Blicken!


Laß dich nie Natur entzücken,
Die dir sonst gelacht!
Ach, sie wird auch mich beglücken,
Wenn sie dich erst glücklich macht.

Trauter Jüngling, lächle wieder!


Sieh, beim Gruße frohen Sangs
Steigt die Sonn' empor!
Trübe sank sie gestern nieder,
Herrlich geht sie heut' hervor.

Input by Richard Morris

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An den Mond
Text by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 468 (1816), published 1895.

Was schauest du so hell und klar


Durch diese Apfelbäume,
Wo einst dein Freund so selig war
Und träumte süße Träume?
Verhülle deinen Silberglanz,
Und schimmre, wie du schimmerst,
Wenn du den frühen Totenkranz
Der jungen Braut beflimmerst!

Du blickst umsonst so hell und klar


In diese Laube nieder;
Nie findest du das frohe Paar

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Abschied Page 186 of 646
In ihrem Schatten wieder!
Ein schwarzes, feindliches Geschick
Entriß mir meine Schöne!
Kein Seufzer zaubert sie zurück
Und keine Sehnsuchsträne!

O wandelt sie hinfort einmal


An meine Ruhestelle,
Dann mache flugs mit trübem Strahl
Des Grabes Blumen helle!
Sie setze weinend sich aufs Grab,
Wo Rosen niederhangen,
Und pflücke sich ein Blümchen ab,
Und drück' es an die Wangen.

To the moon
Why do you look down so bright and clear
through this apple tree,
where your friend was once so happy
and dreamed sweet dreams?
Veil your silver gleam,
and glint as you glinted
when you gleamed down on the funeral wreath
of the young bride!

You gaze in vain so bright and clear


down through this foliage;
you will never find that happy pair
again in their shade!
A dark, hostile destiny
ripped my fair one from me!
No sigh will magically bring her back;
no yearning tears.

O if she were to wander here


to my resting place,
then quickly make your dim rays
brighten the flowers on the grave!
She will sit weeping over my grave
where roses are drooping
and pick a little flower
and press it to her cheek.

Translated to English by Emily Ezust

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Liedesend
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 473b (1816), published 1833.

Goto: French Translation

Auf seinem gold'nen Throne


Der graue König sitzt -

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Abschied Page 187 of 646
Er starret in die Sonne,
Die rot im Westen blitzt.

Der Sänger rührt die Harfe,


Sie rauschet Siegessang;
Der Ernst jedoch, der scharfe,
Er trotzt dem vollen klang.

Nun stimmt er süße Weisen,


An's Herz sich klammernd an;
Ob er ihn nicht mit leisen
Versuchen mildern kann.

Vergeblich ist sein Mühen,


Erschöpft des Liedes Reich,
Und auf der Stirne ziehen
Die Sorgen wettergleich.

Der Barde, tief erbittert,


Schlägt die Harf' entzwei,
Und durch die Lüfte zittert
Der Silbersaiten Schrei.

Doch wie auch alle beben,


Der Herrscher zürnet nicht;
Der Gnade Strahlen schweben
Auf seinem Angesicht.

»Du wolle mich nicht zeihen


Der Unempfindlichkeit;
In lang verblühten Maien
Wie hast du mich erfreut!

Wie jede Lust gesteigert,


Die aus der Urne fiel!
Was mir ein Gott geweigert,
Erstattete dein Spiel.

Vom kalten Herzen gleitet


Nun Liedeszauber ab,
Und immer näher schreitet
Nun Vergänglichkeit und Grab.«

Input by Richard Morris

Le chant prend fin


Siégeant sur son trône d'or,
Le roi aux cheveux gris
Fixe à l'occident
Le rouge éclat du soleil.

Le barde joue à la harpe


Un chant de victoire,
Une musique tout empreinte de sérieux
Et de puissance.

Puis il égrène de douces mélodies


Qui vont droit au coeur.
Timidement, il tente
De toucher l'âme du souverain.

Mais c'est en vain qu'il épuise


Les ressources de son art,

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Et le courroux
Vient assombrir son front.

Profondément amer, le barde


Brise sa harpe
Aux cordes d'argent.
L'air vibre de leur cri.

Tous en tremblent d'effroi,


Le monarque, lui, demeure impassible.
Tout en son visage
Exprime la grâce.

"Ne m'accuse point


D'être insensible!
Jadis, au mois de mai,
Comme tu m'as réjoui!

Quelle joie m'a envahie,


Offerte par la providence!
Ce qu'un Dieu me refusait,
Ta musique me l'offrait!

Mais à présent, mon coeur froid reste étranger


Au charme de la mélodie.
Ephémère que je suis,
Me voici au plus près de la tombe."

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Orpheus
Text by Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Set by Franz Schubert (1797-1828), subtitle: "Lied des Orpheus, als er in die Hölle ging", D. 474
(1816), published 1832.

Wälze dich hinweg, du wildes Feuer!


Diese Saiten hat ein Gott gekrönt;
Er, mit welchem jedes Ungeheuer,
Und vielleicht die Hölle sich versöhnt.

Diese Saiten stimmte seine Rechte:


Fürchterliche Schatten, flieht!
Und ihr winselnden Bewohner dieser Nächte,
Horchet auf mein Lied!

Von der Erde, wo die Sonne leuchtet


Und der stille Mond,
Wo der Tau das junge Moos befeuchtet,
Wo Gesang im grünen Felde wohnt;

Aus der Menschen süßem Vaterlande,


Wo der Himmel euch so frohe Blicke gab,
Ziehen mich die schönsten Bande,
Ziehet mich die Liebe selbst herab.

Meine Klage tönt in eure Klage;


Weit von ihr geflohen ist das Glück;
Aber denkt an jene Tage,

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Abschied Page 189 of 646
Schaut in jene Welt zurück!

Wenn ihr da nur einen Leidenden umarmt,


O, so fühlt die Wollust noch einmal,
Und der Augenblick, in dem ihr euch erbarmt,
Lindre diese lange Qual.

O, ich sehe Tränen fließen!


Durch die Finsternisse bricht
Ein Strahl von Hoffnung; ewig büßen
Lassen euch die guten Götter nicht.

Götter, die für euch die Erde schufen,


Werden aus der tiefen Nacht
Euch in selige Gefilde rufen,
Wo die Tugend unter Rosen lacht.

Orpheus
Back, wild fire!
These strings were crowned by a god;
a god with whom every monster,
and perhaps even Hell is reconciled.

These strings were tuned with his right hand:


terrible shades, flee!
And you, whining dwellers of these nights,
harken to my song!

From the earth, where the sun shines


and the silent moon,
where dew moistens young moss,
where Song dwells in green fields;

from the sweet fatherland of Man,


where Heaven gives you such cheerful glances,
I am drawn here by the fairest of threads -
I am drawn down here by Love itself.

My laments echoe in your own laments;


far from you has happiness fled -
yet think upon those days,
look back to that world!

If you embrace just one suffering person,


o, then you will feel delight one more,
and the moment in which you pity each other
will ease your long torment.

O, I see tears flowing!


Through the darkness breaks
a beam of hope; the gods may not
make you do penance forever.

The gods, who for you created the earth,


will, from the deep night,
summon you to blessed fields,
where virtue laughs among the roses.

Translated to English by Emily Ezust

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Abschied Page 190 of 646

Abschied
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 475 (1816), published 1885.

Über die Berge zieht ihr fort,


Kommt an manchen grünen Ort;
Muß zurücke ganz allein,
Lebet wohl! es muß so sein.

Scheiden, meiden, was man liebt,


Ach wie wird das Herz betrübt!
O Seenspiegel, Wald und Hügel schwinden all;
Hör' verschwimmen eurer Stimmen Widerhall.

Lebt wohl! klingt klagevoll,


Ach wie wird das Herz betrübt,
Scheiden, meiden was man liebt;
Lebt wohl! klingt klagevoll.

Input by Richard Morris

Farewell
Go forth, over the mountains,
and you will come upon many green spots.
I must go back all alone,
so be well! It must be so.

Parting, leaving what one loves,


alas, how it troubles the heart!
O mirrored lakes, woods and hills - you all disappear;
I hear the echo of your voices fading away.

Be well! resounds our lament.


Alas, how it troubles the heart
to part and leave what one loves.
Be well! resounds our lament.

Translated to English by Emily Ezust

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Rückweg
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 476 (1816), published 1872.

Zum Donaustrom, zur Kaiserstadt


Geh' ich in Bangigkeit;
Denn was das Leben Schönes hat,
Entweichet weit und weit.

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Abschied Page 191 of 646

Die Berge schwinden allgemach,


Mit ihnen Tal und Fluß;
Der Kühe Glocken läuten nach,
Und Hütten nicken Gruß.

Was starrt dein Auge tränenfeucht


Hinaus in blaue Fern'?
Ach, dorten weilt ich, unerreicht,
Frei unter freien gern!

Wo Liebe noch und Treue gilt,


Da öffnet sich das Herz;
Die Frucht an ihren Strahlen schwillt,
Und strebet himmelwärts.

Input by Richard Morris

The way back


To the Danube, to the imperial town
I go in dread,
for what beauty life has
is leaving far and wide.

The mountains disappear gradually,


with them, valley and stream;
the cow-bells peal out after me,
and the cottages nod farewell.

Why do your eyes, damp with tears,


gaze out in the blue distance?
Ah, there I spent my time, out of reach,
gladly free among the free!

Where love and fidelity prevail,


the heart opens itself up;
fruit swells beneath their rays,
and strains heavenward.

Translated to English by Emily Ezust

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Alte Liebe rostet nie


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 477 (1816), published 1895.

Alte Liebe rostet nie,


Hört ich oft die Mutter sagen;
Alte Liebe rostet nie,
Muß ich nun erfahrend klagen.

Wie die Luft umgibt sie mich,


Die ich einst die Meine nannt,
Die ich liebte ritterlich,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 192 of 646
Die mich in die Ferne sandte.

Seit die Holde ich verlor,


Hab' ich Meer und Land gesehen, -
Vor der schönsten Frauen Flor
Durft ich unerschöttert stehen:

Denn aus mir ihr Bildnis trat,


Zörnend, wie zum Kampf mit ihnen;
Mit dem Zauber, den sie hat,
Mußte sie das Spiel gewinnen.

Da der Garten, dort das Haus,


Wo wir oft so traulich kosten!
Seh' ich recht? sie schwebt heraus -
Wird die alte Liebe rosten?

Input by Richard Morris

Old love never dies


Old love never dies,
I heard my mother often say;
old love never dies,
must I now - experienced - lament.

As the air surrounds me,


so did she whom I once called mine -
she whom I loved with a knight's chivalry,
she who sent me far away.

Ever since I lost my lovely lady,


I've seen many seas and lands -
and before the fairest group of ladies
I have stood unimpressed:

For from within me stepped her image,


angrily, as if to do battle with them;
with the magic that she has,
she must win the game.

There is the garden, there is the house,


where we so often tasted intimacy!
Do I see right? she is floating out -
will the old love die?

Translated to English by Emily Ezust

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Der Sänger am Felsen


Text by Karoline Pichler (1769-1843)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 482 (1816), published 1895.

Klage, meine Flöte, klage


Die entschwundnen schönen Tage

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Abschied Page 193 of 646
Und des Frühlings schnelle Flucht,
Hier auf den verwelkten Fluren,
Wo mein Geist umsonst die Spuren
Süß gewohnter Freuden sucht.

Klage, meine Flöte, klage!


Einsam rufest du dem Tage,
Der dem Schmerz zu spät erwacht.
Einsam schallen meine Lieder;
Nur das Echo hallt sie wieder
Durch die Schatten stiller Nacht.

Wenn alles mich verläßt.

Klage, meine Flöte, klage!


Kürzt den Faden meiner Tage
Bald der strengen Parze Stahl;
O dann sing' auf Lethe's Matten
Irgend einem guten Schatten
Meine Lieb' und meine Qual!

Input by Richard Morris

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Lied
Text by Karoline Pichler (1769-1843)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 483 (1816), published 1895.

Ferne von der Großen Stadt,


Nimm mich auf in deine Stille,
Tal, das mit des Frühlings Fülle
Die Natur geschmücket hat!
Wo kein Lärmen, kein Getümmel
Meinen Schlummer kürzer macht,
Und ein ewig heitrer Himmel
Über sel'gen Fluren lacht!

Freuden, die die Ruhe beut,


Will ich ungestört hier schmecken,
Hier, wo Bläume mich bedecken,
Und die Linde Duft verstreut,
Diese Quelle sei mein Spiegel,
Mein Parkett der junge Klee,
Und der frischberas'te Hügel
Sei mein grüunes Kanapee.

Deiner mütterlichen Spur,


Dem Gesetz, das ungerochen
Noch kein Sterblicher gebrochen'
Will ich folgen, o Natur!
Aus dem dunkeln Schoß der Erden,
Will ich Freuden mir erzieh'n,
Und aus Baum und Blume werden
Seligkeiten mir erblüh'n.

Input by Richard Morris

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Abschied Page 194 of 646
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Der Hirt
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 490 (1816), published 1895.

Du Turm! zu meinem Leide


Ragst du so hoch empor,
Und mahnest grausam immer
An das, was ich verlor.

Sie hängt an einem Andern,


Und wohnt im Weiler dort.
Mein armes Herz verblutet,
Vom schärfsten Pfeil durchbohrt.

In ihren schönen Augen


War keiner Untreu Spur,
Ich sah der Liebe Himmel,
Der Anmut Spiegel nur.

Wohin ich mich nun wende


Der Turm er folget mir;
O sagt' er, statt der Stunden,
Was mich vernichtet, ihr!

The shepherd
You tower! in my sorrow
you loom so high above,
and ever remind me cruelly
of that which I have lost.

She clings to another,


and lives in that hamlet there.
My poor heart bleeds,
pierced through with the sharpest arrow.

In her fair eyes


there was not a trace of falsity;
I saw only a heaven of love,
only sweetness in that mirror.

Now wherever I go,


that tower follows me;
Oh would that, instead of telling the hour,
it told her what devastates me!

Translated to English by Emily Ezust

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Geheimnis. An Franz Schubert

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Abschied Page 195 of 646
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 491 (1816), published 1887.

Sag an, wer lehrt dich Lieder,


So schmeichelnd und so zart?
Sie rufen einen Himmel
Aus trüber Gegenwart.

Erst lag das Land verschleiert


Im Nebel vor uns da -
Du singst, und Sonnen leuchten,
Und Frühling ist uns nah.

Den schilfbekränzten Alten,


Der seine Urne gießt,
Erblickst du nicht,
Nur Wasser, wie's durch die Wiesen fließt.

So geht es auch dem Sänger,


Er singt, er staunt in sich;
Was still ein Gott bereitet,
Befremdet ihn wie dich.

Secret. To Franz Schubert


Tell us, who teaches you these songs,
so flattering and so tender?
They call to mind a heaven
from the troubled Present.

First the land lay veiled


in mist before us;
you sing, and the sun shines
and Spring is near.

The old man crowned with reeds


who pours out his urn
you do not examine;
only the water that flows through the meadows.

So it goes too with the singer:


he sings, inwardly astounded;
what a God has silently created
perplexes him as well as you.

Translated to English by Emily Ezust

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Zum Punsche
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 492 (1816).

Woget brausend, Harmonien,

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Abschied Page 196 of 646
Kehre wieder, alte Zeit;
Punschgefüllte Becher, wandert
In des Kreises Heiterkeit!

Mich ergreifen schon die Wellen,


Bin der Erde weit entrückt;
Sterne winken, Lüfte säuseln,
Und die Seele ist beglückt!

Was das Leben aufgebürdet,


Liegt am Ufer nebelschwer;
Steure fort, ein rascher Schwimmer,
In das hohe Friedensmeer.

Was des Schwimmers Lust vermehret,


Ist das Plätschern hinterdrein;
Denn es folgen die Genossen,
Keiner will der Letzte sein.

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Der Wanderer
Text by Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766-1849)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 493.

Ich komme vom Gebirge her,


Es dampft das Tal, es braust das Meer.
Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer, wo?

Die Sonne dünkt mich hier so kalt,


Die Blüte welk, das Leben alt,
Und was sie reden, leerer Schall;
Ich bin ein Fremdling überall.

Wo bist du, mein geliebtes Land?


Gesucht, geahnt, und nie gekannt!
Das Land, das Land so hoffnungsgrün,
Das Land, wo meine Rosen blühn.

Wo meine Freunde wandelnd gehn,


Wo meine Toten auferstehn,
Das Land, das meine Sprache spricht,
O Land, wo bist du? . . .

Ich wandle still, bin wenig froh,


Und immer fragt der Seufzer, wo?
Im Geisterhauch tönt's mir zurück:
"Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück."

The wanderer
I come down from the mountains,
The valley dims, the sea roars.
I wander silently and am somewhat unhappy,
And my sighs always ask "Where?"

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 197 of 646

The sun seems so cold to me here,


The flowers faded, the life old,
And what they say has an empty sound;
I am a stranger everywhere.

Where are you, my dear land?


Sought and brought to mind, yet never known,
That land, so hopefully green,
That land, where my roses bloom,

Where my friends wander


Where my dead ones rise from the dead,
That land where they speak my language,
Oh land, where are you?

I wander silently and am somewhat unhappy,


And my sighs always ask "Where?"
In a ghostly breath it calls back to me,
"There, where you are not, there is your happiness."

Translated to English by Paul Hindemith [not the composer]

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Abendlied der Fürstin


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 495 (1816), published 1868.

Der Abend rötet nun das Tal,


Mild schimmert Hesperus.
Die Buchen stehen still zumal,
Und leiser rauscht der Fluß.

Die Wolken segeln goldbesäumt


Am klaren Firmament;
Das Herz, es schwelgt, das Herz, es träumt,
Von Erdenqual getrennt.

Am grünem Hügel hingestreckt,


Schlaft wohl der Jäger ein -
Doch plötzlich ihn der Donner weckt,
Und Blitze zischen drein.

Wo bist du, heilig Abendrot,


Wo, sanfter Hesperus?
So wandelt denn in Schmerz und Not
Sich jeglicher Genuß.

Input by Richard Morris

Evening song of the Princess


The valley is now red with evening;
Hesperus glimmers softly.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 198 of 646
The beeches stand all the more silently
and the river rustles more gently.

The clouds, rimmed with gold, sail


about in the clear sky;
the heart revels, the heart dreams,
separated from earthly torment.

Stretched out on the green hill,


the huntsman falls fast asleep -
then suddenly he wakes to thunder
and the sizzle of lightning.

Where are you, sacred evening glow,


where are you, gentle Hesperus?
Into pain and misery
every pleasure thus wanders.

Translated to English by Emily Ezust

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Hagars Klage
Text by Clemens August Schücking (1759-1790)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 5 (1811).

Hier am Hügel heißen Sandes


Sitz' ich, und mir gegenüber
Liegt mein sterbend Kind,
Lechzt nach einem Tropfen Wasser
Lechzt und ringt schon mit dem Tode,
Weint und blickt mit stieren Augen
Mich bedrängte Mutter an.

Du mußt sterben, du mußt sterben


Armes Würmchen!
Ach nicht eine Träne
Hab' ich in den trocknen Augen,
Wo ich dich mit stillen kann.

Ha! säh' ich eine Löwenmutter,


Ich wollte mit ihr kämpfen,
Um die Eiter kämpfen.
Könnt' ich aus dem dürren Sande
Nur ein Tröpfchen Wasser saugen!
Aber ach! ich muß dich sterben sehn!

Kaum ein schwacher Strahl des Lebens


Dämmert auf der bleichen Wange,
Dämmert in den matten Augen,
Deine Brust erhebt sich kaum.

Hier am Busen, komm und welke!


Kömmt ein Mensch dann durch die Wüste,
So wird er in den Sand uns scharren,
Sagen: das ist Weib und Kind.

Ich will mich von dir wenden,


Daß ich dich nicht sterben seh'
Und im Taumel der Verzweiflung

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 199 of 646
Murre wider Gott!

Ferne von dir will ich gehen


Und ein rührend Klaglied singen,
Daß du noch im Todeskampfe
Tröstung einer Stimme hörst.

Nur zu letztem Klaggebete


Öffn' ich meine dürren Lippen,
Und dann schließ' ich sie auf immer,
Und dann komme bald, o Tod.

Jehova! blick' auf uns herab!


Erbarme dich des Knaben!
Send aus dem Taugewölke
Labung uns herab!

Ist er nicht von Abrams Samen?


Er weinte Freudetränen,
Als ich ihm dies Kind geboren,
Und nun wird er ihm zum Fluch!

Rette deines Lieblings Samen,


Selbst sein Vater bat um Segen,
Und du sprachst: Es komme Segen
Über dieses Kindes Haupt!

Hab' ich wider dich gesündigt:


So treffe mich die Rache, ha!
Aber ach! was tat der Knabe,
Daß er mit mir leiden muß?

Wär ich doch in Sir gestorben,


Als ich in der Wüste irrte,
Und das Kind noch ungeboren
Unter meinem Herzen lag;

Nein da kam ein holder Fremdling,


Hieß mich rück zu Abram gehen
Und des Mannes Haus betreten,
Der uns grausam itzt verstieß.

War der Fremdling nicht ein Engel?


Denn er sprach mit holder Miene:
Ismael wird groß auf Erden,
Sein Samen zahlreich sein.

Nur liegen wir und welken;


Unsre Leichen werden modern
Wie die Leichen der Verfluchten,
Die der Erde Schoß nicht birgt.

Schrei zum Himmel, armer Knabe!


Öffne deine welken Lippen!
Gott, der Herr, verschmäh' das Flehen
Des unschudgen Knaben nicht!

Input by: Thierry Morice

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Die Schatten

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Abschied Page 200 of 646
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 50 (1813), published 1894.

Freunde, deren Grüfte sich schon bemoosten!


Wann der Vollmond über dem Walde dämmert,
Schweben eure Schatten empor
Vom stillen Ufer des Lethe.

Seid mir, Unvergeßliche, froh gesegnet!


Du vor allen, welcher im Buch der Menschheit
Mir der Hieroglyphen so viel gedeutet,
Redlicher Bonnet!

Längst verschlürft im Strudel der Brandung


Wäre wohl mein Fahrzug
Oder am Riff zerschmettert, hättet ihr nicht,
Genien gleich, im Sturme schirmend gewaltet!

Wiederseh'n, Wiederseh'n der Liebenden!


Wo der Heimat goldne Sterne leuchten,
O du der armen Psyche, die gebunden
Im Grabtal schmachtet, himmlische Sehnsucht!

The shadows
Friends whose crypts are overgrown with moss!
When the full moon shines over the wood,
your shadows float up
from the silent banks of Lethe.

Be happily blessed by me, unforgotten ones,


You above all, who, in the book of mankind
explained so many mysterious things to me,
honest Bonnet!

Long ago sucked into a whirlpool of surf


my vessel would have been
or shattered against a reef, had you not,
like genies, provided a shield for me against the storm!

Farewell, farewell to you, beloved ones!


Where the golden stars of home shine,
O you, poor Psyches, are bound
to languish in valley graves, with heavenly yearning!

Translated to English by Emily Ezust

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Herbstlied
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 502 (1816), published 1872.

Bunt sind schon die Wälder,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 201 of 646
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube


Aus dem Rebenlaube
Purpurfarbig strahlt;
Am Geländer reifen
Pfirsiche mit Streifen
Rot und weiß bemalt.

Sieh, wie hier die Dirne


Emsig Pflaum' und Birne
In ihr Körbchen legt;
Dort, mit leichten Schritten
Jene goldne Quitten
In den Landhof trägt!

Flinke Träger springen,


Und die Mädchen singen,
Alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
Zwischen hohen Reben
Auf dem Hut von Stroh.

Geige tönt und Flöte


Bei der Abendrote
Und im Morgenglanz;
Junge Winzerinnen
Winken und beginnen
Deutschen Ringeltanz.

Input by Richard Morris

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Leiden der Trennung


Text by Heinrich Joseph, Edler von Collin (1772-1811), after Pietro Metastasio (1698-1782),
"Artaserse".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 509 (1816), published 1872.

Vom Meere trennt sich die Welle,


Und seufzet durch Blumen im Tal,
Und fühlet, gewiegt in der Quelle,
Gebannt in dem Brunnen, nur Qual!

Es sehnt sich die Welle


In lispelnder Quelle,
Im murmelnden Bache,
Im Brunnengemache,

Zum Meer, zum Meer,


Von dem sie kam,
Von dem sie Leben nahm,
Von dem, des Irrens matt und müde,
Sie süße Ruh' verhofft und Friede.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 202 of 646

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Unendliche Freude
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), from Elysium
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 51 ---- D. 54.
Goto: French Translation

Unendliche Freude
Durchwallet das Herz.
Hier mangelt der Name
dem trauernden Leide,
Sanfter Entzücken nur
heißet hier Schmerz.

Joie infinie
Nos coeurs bouillonnent
d'une joie infinie,
Ici, nul ne connaît
le mot souffrance.
Ce que l'on nomme douleur
n'est qu'un doux transport

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Didone Abbandonata
Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 510 (1816), published 1895.

Vedi quanto adoro ancora ingrato.


Con un tuo squardo solo
Mi togli ogni difesa, e mi disarmi.
Ed hai cor di tradirmi? E puoi lasciarmi?

Ah! non lasciarmi, no, bell' idol mio


Di chi mi fiderò se tu m'inganni?
Di vita mancherei nel dirti addio;
Che viver non potrei fra tanti affanni.

Input by Richard Morris

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La pastorella al prato
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 203 of 646
Text by Carlo Goldoni (1707-1793)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 513 (1817?) ---- D. 528 (1817), published 1872.

La pastorella al prato
Contenta se ne va,
Coll' agnellino a lato
Cantando in libertà.
Se l'innocente amore
Gradisce il suo pastore
La bella pastorella
Contenta ognor sarà.

Input by Richard Morris

The little shepherdess


The litle shepherdess goes
happily through the meadow
With a little lamb at her side
singing in freedom
If innocent love
were what her shepherd liked,
The beautiful shepherdess
Would always be happy.

Translation to English copyright © 2003 by Débora Letícia Batista

A pastorinha pelo prado


Contente se vai
Com o cordeirinho ao lado
Cantando em liberdade.

Se de amor inocente
gosta o seu pastor
A bella pastorinha
feliz para sempre será.

Translation to Portuguese copyright © 2003 by Débora Letícia Batista

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Die abgeblühte Linde


Text by Ludwig Graf von Sávár-Felso-Vidék Széchényi (1781-1855)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 514 (1817?), op. 7 no. 1.

Wirst du halten, was du schwurst,


Wenn mir die Zeit die Locken bleicht?
Wie du über Berge fuhrst,
Eilt das Wiedersehn nicht leicht.

Ändrung ist das Kind der Zeit,


Wo mit Trennung uns bedroht,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 204 of 646
Und was die Zukunft beut,
Ist ein blässer's Lebensrot.

Sieh, die Linde blühet noch,


Als du heute von ihr gehst;
Wirst sie wieder finden, doch
Ihre Blüten stiehlt der West.

Einsam steht sie dann, vorbei


Geht man kalt, bemerkt sie kaum.
Nur der Gärtner bleibt ihr treu,
Denn er liebt in ihr den Baum.

The faded linden


Will you fulfill what you have sworn,
When time has bleached my locks?
As you've gone away over the mountains,
Hurrying to a reunion is not easy.

Change is the child of time,


With which parting threatens us,
And what the future holds
Is only a pale blush of life.

See, the linden blooms yet,


As you go from it;
You will see it again, although
Its blossoms will be stolen by the west wind.

Alone will it stand then; and past it


Will go indifferent people, hardly noticing it.
Only the gardener will remain true,
For he loves the tree for itself.

Translated to English by Emily Ezust

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Der Flug der Zeit


Text by Ludwig Graf von Sávár-Felso-Vidék Széchényi (1781-1855)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 515, op. 7 no. 2 (1817?).

Es floh die Zeit im Wirbelfluge


Und trug des Lebens Plan mit sich.
Wohl stürmisch war es auf dem Zuge,
Beschwerlich oft und widerlich.

So ging es fort durch alle Zonen,


Durch Kinderjahre, durch Jugendglück,
Durch Täler, wo die Freuden wohnen,
Die sinnend sucht der Sehnsucht Blick.

Bis an der Freundschaft lichten Hügel


Die Zeit nun sanfter, stiller flog,
Und endlich da die raschen Flügel

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 205 of 646
In süßer Ruh' zusammenbog.

The Flight of Time


Time flew by in a swirling flight
And took with it the plan of life.
Quite stormy was it during the journey,
Often exhausting and unpleasant.

Thus it went forth through every age,


Through childhood years, through youthful happiness,
And through valleys in which joys live,
Sought by the reflective gaze of Longing...

Until, to the bright hill of friendship


Time came, flying now more gently and tranquilly;
And there at last it bent its swift wings
Together in sweet repose.

Translated to English by Emily Ezust

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Sehnsucht
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 8 no. 2, D. 516 (1817?)

Der Lerche wolkennahe Lieder


Erschmettern zu des Winters Flucht,
Die Erde hüllt in Samt die Glieder
Und Blüten bilden rote Frucht.

Nur du, o sturmbewegte Seele,


Nur du bist blütenlos, in dich gekehrt,
Und wirst in goldner Frühlingshelle
Von tiefer Sehnsucht aufgezehrt.

Nie wird, was du verlangst, entkeimen


Dem Boden, Idealen fremd,
Der trotzig deinen schönsten Träumen
Die rohe Kraft entgegenstemmt.

Du ringst dich matt mit seiner Härte,


Vom Wunsche heftiger entbrannt,
Mit Kranichen ein sterbender Gefährte,
Zu wandern in ein milder Land.

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An den Tod
Text by Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 206 of 646
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 518 (1816/7), published 1824.

Goto: French Translation

Tod, du Schrecken der Natur,


Immer rieselt deine Uhr;
Die geschwung'ne Sense blinkt,
Gras und Halm und Blume sinkt.
Mähe nicht ohn' Unterschied,
Dieses Blümchen, das erst blüht,
Dieses Röschen, erst halbrot;
Sei barmherzig, lieber Tod!

Tod, wann kommst du, meine Lust?


Ziehst den Dolch aus meiner Brust?
Streifst die Fesseln von der Hand?
Ach, wann deckst du mich mit Sand?
Komm, o Tod, wenn's dir gefällt,
Hol' Gefang'ne aus der Welt:
Komm, vollende meine Not;
Sei barmherzig, lieber Tod!

To Death
Death, you fright of Nature,
always in motion is your clock;
the swinging scythe flashes,
grass and blade and flower falls.
Mow not with such lack of prejudice -
this little flower, that has only just blossomed,
this little rose, just half red -
be merciful, dear Death!

Death, when will you come, my joy?


and pull the dagger from my breast?
and strip the chains from my hands?
Ah, when will you cover me over with sand?
Come, o Death, when it pleases you;
fetch this prisoner from the world:
come and end my suffering;
be merciful, dear Death!

Translated to English by Emily Ezust

À la mort
Ô mort, terreur de la nature,
Sans cesse s'écoule ton sablier;
Sous les coups de ta faux luisante
Périssent l'herbe, le foin et la fleur.

Ne fauche point aveuglément


Cette corolle à peine éclose,
Cette rose à peine teintée.
Aie pitié, douce mort!

Ô mort, ô ma joie, quand viendras-tu


Extraire la dague de mon coeur,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 207 of 646
Rompre les liens qui emprisonnent mes mains?
Quand viendras-tu me recouvrir de sable?

Viens, ô mort, si tel est ton plaisir,


Viens délivrer de ce monde les détenus,
Viens mettre fin à ma détresse.
Aie pitié, douce mort!

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Die Blumensprache
Text by Anton Plattner (1787-1855), note: attribution may be incorrect.
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. posth. 173 no. 5, D. 519 (1817/8), published 1868.

Es deuten die Blumen des Herzens Gefühle,


Sie sprechen manch' heimliches Wort,
Sie neigen sich traulich am schwankenden Stiele,
Als zöge die Liebe sie fort.
Sie bergen verschämt sich im deckenden Laube,
Als hätte verraten der Wunsch sie dem Raube.

Sie deuten im leise bezaubernden Bilde


Der Frauen, der Mädchen Sinn;
Sie deuten das Schöne, die Anmut, die Milde,
Sie deuten des Lebens Gewinn:
Es hat mit der Knospe, so heimlich verschlungen,
Der Jüngling die Perle der Hoffnung gefunden.

Sie weben der Sehnsucht, des Harmes Gedanken


Aus Farben ins duftige Kleid,
Nichts frommen der Trennung gehässige Schranken,
Die Blumen verkünden das Leid.
Was laut nicht der Mund, der bewachte, darf sagen,
Das waget die Huld sich in Blumen zu klagen.

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Jagdlied
Text by Zacharias Werner (1768-1823)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 521 (1817), published 1895.

Trarah, trarah! Wir kehren daheim -


Wir bringen die Beute der Jagd! -
Es sinket die Nacht, drum halten wir Wacht;
Das Licht hat über das Dunkel Macht!
Trarah, trarah! Auf, auf, auf!
Das Feuer angefacht!

Trarah, trarah! Wir zechen im Kreis!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 208 of 646
Wir spotten des Dunkels der Nacht!
Des Menschen Macht.
In freudiger Pracht,
Die Qual verhöhnt, des Todes lacht! -
Trarah, trarah! Auf, auf!
Die Glut ist angefacht!

Input by Richard Morris

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Die Liebe
Text by Gottlieb von Leon (1757-1830)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 522 (1817).

Wo weht der Liebe hoher Geist?


Er weht im Blum' und Baum,
Im weiten Erdenraum,
Er weht, wo sich die Knospen spalten
Und wo die Blümlein sich entfalten.

Wo weht der Liebe hoher Geist?


Er weht im Abendglanz,
Er weht im Sternenkranz,
Wo Bien' und Maienkäfer schwirren
Und zart die Turteltauben girren.

Love
Where does the lofty spirit of love waft?
It wafts in the flowers and trees,
in the wide world's space;
it wafts where the buds split open
and where the little flowers unfold their petals.

Where does the lofty spirit of love waft?


It wafts in the glow of evening,
it wafts in the halo of stars,
where bees and ladybirds buzz
and where the turtledoves tenderly coo.

Translated to English by Emily Ezust

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Der Alpenjäger
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 13 no. 3, D. 524b (1817).

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 209 of 646
Auf hohem Bergesrücken,
Wo frischer alles grünt,
Ins Land hinabzublicken,
Das nebelleicht zerrinnt,
Erfreut den Alpenjäger.

Je steiler und je schräger


Die Pfade sich verwinden,
Je eher Gefahr aus Schlünden,
So freier schlägt die Brust.
Er ist der fernen Lieben,
Die ihm daheimgeblieben,
Sich seliger bewußt.

Und ist er nun am Ziele,


So drängt sich in der Stille
Ein süßes Bild ihm vor;
Der Sonne goldne Strahlen,
Sie weben und sie malen,
Die er im Tal erkor.

The alpine hunter


Up on the high mountain ridge,
where everything is fresh and green,
looking down upon the land
through dissipating mists
pleases the alpine hunter.

The more steeply and slanting


the paths wind themselves,
the more dangerously yawns the gorge,
the more freely beats his heart.
Of his distant sweetheart,
who remains behind at home,
he thinks more blissfully.

And once he has reached his goal,


in the stillness presses
a sweet image before him;
the golden rays of the sun
weave and paint before him
she whom he has chosen, back in the valley.

Translated to English by Emily Ezust

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Wie Ulfru fischt


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 21 no. 3, D. 525 (1817), published 1823.

Die Angel zuckt, die Rute bebt,


Doch leicht fährt sie heraus.
Ihr eigensinn'gen Nixen gebt
Dem Fischer keinen Schmaus.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 210 of 646
Was frommet ihm sein kluger Sinn,
Die Fische baumeln spottend hin;
Er steht am Ufer fest gebannt,
Kann nicht ins Wasser, ihn hält das Land.

Die glatte Fläche kräuselt sich,


Vom Schuppenvolk bewegt,
Das seine Glieder wonniglich
In sichern Fluten regt.
Forellen zappeln hin und her,
Doch bleibet des Fischers Angel leer,
Sie fühlen, was die Freiheit ist,
Fruchtlos ist Fischers alte List.

Die Erde ist gewaltig schön,


Doch sicher ist sie nicht.
Es senden Stürme Eiseshöh'n,
Der Hagel und der Frost zerbricht
Mit einem Schlage, einem Druck,
Das gold'ne Korn, der Rosen Schmuck;
Den Fischlein unter'm weichen Dach,
Kein Sturm folgt ihnen vom Lande nach.

Input by Richard Morris

How Ulfru fishes


He shakes the hook, he jerks the lure,
But nothing's on the line;
The water sprites are making sure
The fisherman won't dine.
They love to foil his schemes and scoff
At him as they scoot smartly off;
Bound to the bank, the helpless clown
Cannot pursue them or he'll drown.

The glassy surface ripples where


The scaly tribes below
Perform gymnastic feats from sheer
High spirits, to and fro.
The fisher rues his empty creel
While trout are jumping just to feel,
As they let loose, what freedom is,
Pooh-poohing Ulfru's artifice.

The earth is wildly beautiful


But not as safe as we suppose;
Its evil storms with ice and hail
Can bruise the wheat and crush the rose:
But careless, playful and aloof,
The little fish have a soft, smooth roof
To shield them from the upper air -
No storm from land can reach them there.

Translated to English by T. P. Perrin

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Fahrt zum Hades


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 211 of 646
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 526 (1817), published 1832.

Der Nachen dröhnt, Cypressen flüstern,


Horch, Geister reden schaurig drein;
Bald werd' ich am Gestad', dem düstern,
Weit von der schöne Erde sein.

Da leuchten Sonne nicht, noch Sterne,


Da tönt kein Lied, das ist kein Freund.
Empfang die letzte Träne, o Ferne,
Die dieses müde Auge weint.

Schon schau' ich die blassen Danaiden,


Den fluchbeladnen Tantalus;
Es murmelt todesschwangern Frieden,
Vergessenheit, dein alter Fluß.

Vergessen nenn' ich zwiefach Sterben,


Was ich mit höchster Kraft gewann,
Verlieren, wieder es erwerben -
Wann enden diese Qualen? Wann?

Input by Richard Morris

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Schlaflied
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 24 no. 2, D. 527 (1817).

Es mahnt der Wald, es ruft der Strom:


"Du liebes Bübchen, zu uns komm!"
Der Knabe kommt, und staunt, und weilt,
Und ist von jedem Schmerz geheilt.

Aus Büschen flötet Wachtelschlag,


Mit irren Farben spielt der Tag;
Auf Blümchen rot, auf Blümchen blau
Erglänzt des Himmels feuchter Tau.

Ins frische Gras legt er sich hin,


Läßt über sich die Wolken ziehn,
An seine Mutter angeschmiegt,
Hat ihn der Traumgott eingewiegt.

Lullaby
The woods exhort, the stream calls clear,
Dear youngling, join our pleasures here.
Entranced, the boy comes through the field,
He stands, and all his hurts are healed.

A quail pipes from the hedge. The day

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Abschied Page 212 of 646
Diverts itself with colors gay;
On blossoms red, on blossoms blue,
Heaven shakes its sparkling dew.

He makes the grassy bank his bed,


White clouds are drifting overhead;
In Mother Nature's lap he seems,
Lulled to sleep by the god of dreams.

Translated to English by T. P. Perrin

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Die Nacht
Text by Baron Edmund von Harold after James Macpherson ('Ossian') (1736-1796), from
Domhnull mac Fhionnlaidh, "The Night-Song of the Bards".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 534 (1817), published 1830.

Erster Bard:
Die Nacht ist dumpfig und finster.
An den Hügeln ruhn die Wolken.
Kein Stern mit grünzitterndem Strahl;
kein Mond schaut durch die Luft.
Im Walde hör' ich den Hauch;
aber hör' ihn weit in der Ferne.
Der Strom des Tals erbraust;
aber sein Brausen ist stürmisch und trüb.
Vom Baum beim Grabe der Toten,
hört man lang die krächzende Eul.
An der eb'ne erblick ich eine dämmernde Bildung!
Es ist ein Geist!
Er schwindet, er flieht.
Durch diesen Weg wird eine Leiche getragen;
Ihren Pfad bezeichnet das Luftbild.
Die fernere Dogge heult von der Hütte des Hügels.
Der Hirsch liegt im Moose des Bergs;
neben ihm ruht die Hündin.
In seinem astigten Geweihe hört sie den Wind;
Fährt auf, und legt sich zur Ruhe wieder nieder.

Düster und keuchend, zitternd und traurig,


verlor der Wanderer den Weg.
Er irrt durch Gebüsche, durch Dornen längs
Der sprudelnden Quelle.
Er fürchtet die Klippe und den Sumpf.
Er fürchtet den Geist der Nacht.
Der alte Baum ächzt zu dem Windstoß;
der fallende Ast erschallt.
Die verwelkte zusammen verworrene Klette,
treibt der Wind über das Gras.
Es ist der leichte Tritt eines Geists!
Er bebt in der Mitte der Nacht.

Die Nacht ist düster, dunkel, und heulend; wolkigt,


stürmisch und schwanger mit Geistern!
Die Toten streifen umher!
Empfangt mich von der Nacht, meine Freunde.

Der Gebieter:
Laß Wolken an Hügeln ruhn;

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Geister fliegen und Wandrer beben.
Laß die Winde der Wälder sich heben,
brausende Stürme das Tal durchweh'n.
Ströme brüllen, Fenster klirren,
grünbeflügelte Dämpfe fliegen;
den bleichen Mond sich hinter seinen Hügeln erheben,
oder sein Haupt in Wolken einhüllen;
die Nacht gilt mir gleich;
die Luft sie blau, stürmisch, oder dunkel.
Die Nacht flieht vorm Strahl,
wenn er am Hügel sich gießt.
Der junge Tag kehrt von seinen Wolken,
aber wir kehren nimmer zurück.

Wo sind uns're Führer der Vorwelt;


wo sind uns're weit berühmten Gebieter?
Schweigend sind die Felder ihrer Schlachten.
Kaum sind ihre moosigten
Gräber noch übrig.
Man wird auch unser vergessen.
Dies erhabene Gebäu wird zerfallen.
Unsere Söhne werden die Trümmer
im Grase nicht erblicken.
Sie werden die Greisen befragen,
"Wo standen die Mauern unsrer Väter?"

Ertönet das Lied und schlaget die Harfen;


sendet die fröhlichen Muscheln herum.
Stellt hundert Kerzen in die Höne.
Jünglinge, Mädchen beginnet den Tanz.
Nah sei ein graulockigter Barde,
mir Taten der Vorwelt zu künden;
von Königen berühmt in unserm Land,
von Genietern, die wir nicht mehr sehn.
Laß die Nacht also vergehen, bis
Der Morgen in unsern Hallen erscheine.
Dann seien nicht ferne, der Bogen,
die Doggen, die Jünglinge der Jagd.
Wir werden die Hügel mit dem Morgen besteigen,
und die Hirsche erwecken.

Input by Richard Morris

The night [original text]


Night is dull and dark.
The clouds rest on the hills.
No star with green trembling beam;
no moon looks from the sky.
I hear the blast in the wood;
but I hear it distant far.
The stream of the valley murmurs;
but its murmur is sullen and sad.
From the tree at the grave of the dead
long-howling owl is heard.
I see a dim form on the plain!
It is a ghost!
it fades, it flies.
Some funeral shall pass this way;
the meteor marks the path.
The distant dog is howling from the hut on the hill.
The stag lies on the mountain moss;
the hind is at his side.
She hears the wind in his branchy horns.

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She starts, but lies again.

Dark, panting, trembling, sad,


the traveller has lost his way.
Through shrubs, through thorns,
he goes, along the gurgling rill.
He fears the rock and the fen.
He fears the ghost of night.
The old tree groans to the blast;
the falling branch resounds.
The wind drives the withered burs,
clung together, along the grass.
It is the light tread of a ghost!
He trembles amidst the night.

Dark, dusty, howling is night, cloudy


windy, and full of ghosts!
The dead are abroad!
My friends, receive me from the night.

Let clouds rest on the hills:


spirits fly, and travellers fear.
Let the winds of the woods arise,
the sounding storms blow.
Roar streams and windows flap,
and green-winged meteors fly!
Rise the pale moon from behind her hills,
or enclose her head in clouds!
night is alike to me,
blue, stormy, or gloomy the sky.
Night flies before the beam,
when it is poured on the hill.
The young day returns from his clouds,
but we return no more.

Where are our chiefs of old?


Where are our kings of mighty name?
The fields of their battles are silent.
Scarce their mossy
tombs remain.
We shall also be forgot.
This lofty house shall fall.
Our sons shall not behold
the ruins in grass.
They shall ask of the aged,
Where stood the walls of our fathers?"

Raise the song, and strike the harp;


send round the shells of joy.
Suspend a hundred tapers on high.
Youth and maids begin the dance.
Let some grey bard be near me
to tell the deeds of other times;
of kings renowned in our land,
of chiefs we behold no more.
Thus let the light pass until
morning shall appear in our halls.
Then let the bow be at hand,
the dogs, the youths of the chase.
We shall descend the hill with day,
and awake the deer.

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Der Schiffer
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 536.

Im Winde, im Sturme befahr ich den Fluß,


Die Kleider durchweichet der Regen im Guß;
Ich peitsche die Wellen mit mächtigem Schlag,
Erhoffend, erhoffend mir heiteren Tag.

Die Wellen, sie jagen das ächzende Schiff,


Es drohet der Strudel, es drohet das Riff.
Gesteine entkollern den felsigen Höh'n,
Und Tannen erseufzen wie Geistergestöhn.

So mußte es kommen, ich hab es gewollt,


Ich hasse ein Leben behaglich entrollt;
Und schlängen die Wellen den ächzenden Kahn,
Ich priese doch immer die eigene Bahn.

Drum tose des Wassers ohnmächtiger Zorn,


Dem Herzen entquillet ein seliger Born,
Die Nerven erfrischend - o himmliche Lust,
Dem Sturme zu trotzen mit männlicher Brust.

The boatman
In wind and storm I traverse the river,
My clothes soaked through with the downpour;
I lash the waves with powerful blows,
Hoping, hoping for a fine day.

The waves, they drive the creaking ship,


The whirlpool threatens, as does the reef.
Rocks roll furiously down from the craggy heights,
And firtrees sigh like lamenting ghosts.

So it must be, and so have I willed it:


I hate a life that unrolls comfortably;
Even were the waves to swallow this creaking boat,
I would still ever praise the path I have chosen!

So let the water roar with impotent rage;


From my heart springs forth a blissful fountain,
Refreshing the nerves - o heavenly joy,
I stand against the tempest with a defiant chest.

Translated to English by Emily Ezust

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Am Strome
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 8 no. 2, D. 539 (1817), published 1822.

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Ist mir's doch, als sei mein Leben


An den schönen Strom gebunden;
Hab' ich Frohes nicht an seinem Ufer,
Und Betrübtes hier empfunden?

Ja, du gleichest meiner Seele;


Manchmal grün und glatt gestaltet,
Und zu Zeiten herrschen Stürme
Schäumend, unruhvoll, gefaltet.

Fliessest zu dem fernen Meere,


Darfst allda nicht heimisch werden;
Mich drängt's auch in mildre Lande,
Finde nicht das Glück auf Erden.

Input by Richard Morris

By the stream
It seems as if my life
is somehow bound to this fair stream;
have I not had many joys by its banks,
and experienced many sorrows?

Yes, you are like my soul;


sometimes green and smooth in form,
and sometimes dominated by storms:
foaming, restless and furrowed.

You flow to the distant sea:


you cannot be at home here;
I am also urged onward to gentler lands,
for I find no happiness here.

Translated to English by Emily Ezust

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Philoktet
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 540 (1817), published 1831.

Da sitz ich ohne Bogen und starre in den Sand.


Was tat ich dir Ulysses, daß du sie mir entwandt?
Die Waffe, die den Trojern des Todes Bote war,
Die auf der wüsten Insel mir Unterhalt gebar.

Es rauschen Vogelschwärme mir über'm greisen Haupt;


Ich greife nach dem Bogen, umsonst, er ist geraubt!
Aus dichtem Busche raschelt der braune Hirsch hervor:
Ich strecke leere Arme zur Nemesis empor.

Du schlauer König, scheue der Göttin Rächerblick!


Erbarme dich und stelle den Bogen mir zurück.

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Philoctetes
I sit here without my bow and stare into the sand.
What did I do to you, Ulysses, that you would steal from me?
The weapon that was the harbinger of death to the Trojans -
it gave me, on this desolate island, my only means of sustenance.

Flocks of birds speed over my grey head;


I reach for my bow in vain, for it has been stolen!
From the thick bush rushes the brown stag:
I stretch my empty arms up to Nemesis.

You crafty king, fear the Goddess's vengeful gaze!


Take pity and give me back my bow.

Translated to English by Emily Ezust

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Memnon
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 6 no. 1, D. 541 (1817), published 1821.

Den Tag hindurch nur einmal mag ich sprechen,


Gewohnt zu schweigen immer und zu trauern:
Wenn durch die nachtgebor'nen Nebelmauern
Aurorens Purpurstrahlen liebend brechen.

Für Menschenohren sind es Harmonien.


Weil ich die Klage selbst melodisch künde
Und durch der Dichtung Glut das Raube ründe,
Vermuten sie in mir ein selig Blühen.

In mir, nach dem des Todes Arme langen,


In dessen tiefstem Herzen Schlangen wühlen;
Genährt von meinen schmerzlichen Gefühlen
Fast wütend durch ein ungestillt Verlangen:

Mit dir, des Morgens Göttin, mich zu einen,


Und weit von diesem nichtigen Getriebe,
Aus Sphären edler Freiheit, aus Sphären reiner Liebe,
Ein stiller, bleicher Stern herab zu scheinen.

Memnon
The whole day long I may only speak once,
accustomed to being constantly silent and mourning:
when, through the night-begotten walls of mist
Aurora's purple beams lovingly break.

To human ears this is harmony.


Because I proclaim my lament so melodically

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and through the glow of poetry remold its roughness,
they suppose in me a joyous bloom.

But in me, for whom Death's arms reach,


and in the depths of whose heart burrow serpents,
nourished by my painful thoughts,
I am almost frenzied with unappeased desire

to unite myself with you, O Goddess of the Morning,


and, far from this futile bustle,
from the spheres of noble freedom and pure love,
to shine down as a silent, pale star.

Translated to English by Emily Ezust

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Antigone und Oedip


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 6 no. 2, D. 542 (1817), published 1821.

Antigone:
Ihr hohen Himmlischen erhöret
Der Tochter herzentströmtes Flehen;
Laßt einen kühlen Hauch des Trostes
In des Vaters große Seele wehn.
Genüget, euren Zorn zu sühnen,
Dies' junge Leben - nehmt es hin;
Und euer Rachestrahl vernichte
Die tiefbetrübte Dulderin.
Demütig falte ich die Hände -
Das Firmament bleibt glatt und rein,
Und stille ist's, nur laue Lüfte
Durchschauern noch den alten Hain.
Was seufzt und stöhnt der bleiche Vater?
Ich ahn's - ein furchtbares Gesicht
Verscheucht von ihm den leichten Schlummer;
Er springt vom Rasen auf - er spricht:

Oedip:
Ich träume einen schweren Traum.
Schwang nicht den Zepter diese Rechte?
Doch Hoheit lös'ten starke Mächte
Dir auf, o Greis, in nicht'gen Schaum.
Trank ich in schönen Tagen nicht
In meiner großen Väter Halle,
Beim Heldensang und Hörnerschalle,
O Helios, dein golden Licht,
Das ich nun nimmer schauen kann?
Zerstörung ruft von allen Seiten:
"Zum Tode sollst du dich bereiten;
Dein irdisch Werk ist abgetan."

Input by Richard Morris

Antigone and Oedipus


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Antigone:
O lofty gods, hear
the heartfelt plea of your daughter;
let a cool breath of solace
blow into my father's great soul.
To assuage your anger, be satisfied with
this young life - take it!
and let your vengeance destroy
this deeply troubled sufferer.
I fold my hands humbly -
the firmament remains smooth and pure,
and it is still; only a tepid breeze
still rustles through the ancient grove.
Why does my pale father sigh and groan?
I have an uneasy feeling that a frightful vision
is chasing away his slumber;
he springs up from the grass and speaks:

Oedipus:
I am dreaming a heavy dream.
Did not my right hand wield this scepter?
Yet powerful forces have dissolved you,
old man, into worthless foam.
Did I not drink in fairer days
in the halls of my ancestors,
amid songs of heroes and the flourish of horns?
O Helios, your golden light -
will I now never be able to see it again?
Devastation calls from every side:
"For death must you prepare yourself;
your earthly work is done."

Translated to English by Emily Ezust

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Der Jüngling und der Tod


Text by Joseph von Spaun (1788-1865)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 545 (1817), published 1872.

Der Jüngling:
Die Sonne sinkt, o könnt ich mit ihr scheiden,
Mit ihrem letzten Strahl entfliehn,
Ach diese namenlosen Qualen meiden,
Und weit in schön're Welten ziehn!
O komme Tod, und löse diese Bande!
Ich lächle dir, o Knochenmann,
Entführe mich leicht in geträumte Lande,
O komm und rühre mich doch an.

Der Tod:
Es ruht sich kühl und sanft in meinem Armen,
Du rufst! Ich will mich deiner Qual erbarmen.

The youth and Death

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The Youth:
The sun is sinking; would that I could depart with it,
to flee with its last beams,
to end this nameless torture
and travel far away into a fairer world!
Oh, come, Death, and free me from these bonds!
I smile at you, o Man of Bone.
Lead me well into the land of dreams;
oh come and take me.

Death:
You will rest, cool and gentle, in my arms.
You call! I will end your torment.

Translated to English by Emily Ezust

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Trost im Liede
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 546 (1817), published 1827.

Braust des Unglücks Sturm empor,


Halt' ich meine Harfe vor,
Schützen können Saiten nicht,
Die er leicht und schnell durchbricht;
Aber durch des Sanges Tor
Schlägt er milder an mein Ohr.

Sanfte Laute hör ich klingen,


Die mir in die Seele dringen,
Die mir auf des Wohllauts Schwingen
Wunderbare Tröstung bringen.

Und ob Klagen mir entschweben,


Ob ich still und schmerzlich weine,
Fühl' ich mich doch so ergeben,
Daß ich fest und gläubig meine;
Es gehört zu meinem Leben,
Daß sich Schmerz und Freude eine.

Input by Richard Morris

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An die Musik
Text by Franz von Schober (1796-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 547 (1817), published 1827 as op. 88 no. 4.

Goto: French Translation

Du holde Kunst, in wieviel grauen Stunden,

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Wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt,
Hast du mein Herz zu warmer Lieb entzunden,
Hast mich in eine beßre Welt entrückt!

Oft hat ein Seufzer, deiner Harf' entflossen,


Ein süßer, heiliger Akkord von dir
Den Himmel beßrer Zeiten mir erschlossen,
Du holde Kunst, ich danke dir dafür!

To Music
Oh sacred art, how oft in hours blighted,
While into life's untamed cycle hurled,
Hast thou my heart to warm love reignited
To transport me into a better world!

So often has a sigh from thy harp drifted,


A chord from thee, holy and full of bliss,
A glimpse of better times from heaven lifted.
Thou sacred art, my thanks to thee for this.

À la musique
O toi, art tout de noblesse,
que de fois, en ces tristes heures
où la vie resserrait son étau,
m'as-tu réchauffé le coeur,
m'as-tu transporté dans un monde plus clément!

Souvent, un soupir échappé de ta harpe,


un doux accord céleste
m'a ouvert d'autres cieux.
O toi, art tout de noblesse, sois en remercié!

Translation to French by Auditorium du Louvre

Translation to English copyright © 1995 by Walter Meyer


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Orest auf Tauris


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 548 (1817), published 1831.

Ist dies Tauris, wo der Eumeniden


Wut zu stillen Pythia versprach?
Weh! die Schwestern mit den Schlangenhaaren
Folgen mir vom Land der Griechen nach.

Rauhes Eiland, kündest keinen Segen;


Nirgends sproßt der Ceres milde Frucht;
Keine Reben blüh'n, der Lüfte Sänger,
Wie die Schiffe, meiden diese Bucht.

Steine fügt die Kunst nicht zu Gebäuden,

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Abschied Page 222 of 646
Zelte spannt des Skythen Armut sich;
Unter starren Felsen, rauhen Wäldern
Ist das Leben einsam, schauerlich!

»Und hier soll,« so ist ja doch ergangen


An den Flehenden der heilige Spruch,
»Eine hohe Priesterin Dianens
Lösen meinen und der Väter Fluch.«

Input by Richard Morris

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Selig durch die Liebe


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), "Der Triumph der Liebe".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 55.

Selig durch die Liebe


Götter - durch die Liebe
Menschen Göttern gleich!
Liebe macht den Himmel
Himmlischer - die Erde
Zu dem Himmelreich.

Einstens hinter Pyrrhas Rücken,


Stimmen Dichter ein,
Sprang die Welt aus Felsenstücken,
Menschen aus dem Stein.

Stein und Felsen ihre Herzen,


Ihre Seelen Nacht,
Von des Himmels Flammenkerzen
Nie in Glut gefacht.

Noch mit sanften Rosenketten


Banden junge Amoretten
Ihre Seelen nie -
Noch mit Liedern ihren Busen
Huben nicht die weichen Musen,
Nie mit Saitenharmonie.

Ach! noch wanden keine Kränze


Liebende sich um!
Traurig flüchteten die Lenze
Nach Elysium.

Ungegrüßet stieg Aurora


Aus dem Schoß des Meers,
Ungegrüßet sank die Sonne
In den Schoß des Meers.

Wild umirrten sie die Haine


Unter Lunas Nebelscheine,
Trugen eisern Joch.
Sehnend an der Sternenbühne
Suchte die geheime Träne
Keine Götter noch.

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Und sieh! der blauen Flut entquillt
Die Himmelstochter sanft und mild,
Getragen von Najaden
Zu trunkenen Gestaden.

Ein jugendlicher Maienschwung


Durchschwebt, wie Morgendämmerung,
Auf das allmächtige Werde
Luft, Himmel, Meer und Erde.
Des holden Tages Auge lacht
In düstrer Wälder Mitternacht;
Balsamische Narzissen
Blühn unter ihren Füßen.

Schon flötete die Nachtigall


Den ersten Sang der Liebe,
Schon murmelte der Quellen Fall
In weiche Busen Liebe.

Glückseliger Pygmalion!
Es schmilzt, es glüht dein Marmor schon!
Gott Amor Überwinder!
Umarme deine Kinder!

Selig durch die Liebe


Götter - durch die Liebe
Menschen Göttern gleich!
Liebe macht den Himmel
Himmlischer - die Erde
Zu dem Himmelreich.

Unter goldnem Nektarschaum,


Ein wollüstger Morgentraum,
Ewig Lustgelage,
Fliehn der Götter Tage.

Thronend auf erhabnem Sitz


Schwingt Kronion seinen Blitz;
Der Olympus schwankt erschrocken,
Wallen zürnend seine Locken -

Göttern läß er seine Throne,


Niedert sich zum Erdensohne,
Seufzt arkadisch durch den Hain;
Zahme Donner untern Füßen,
Schläft, gewiegt von Ledas Küssen,
Schläft der Riesentöter ein.

Majestät'sche Sonnenroße
Durch des Lichtes weiten Raum
Leitet Phöbus' goldner Zaum,
Völker stürzt sein rasselndes Geschoße;
Seine weißen Sonnenroße,
Seine rasselnden Geschoße,
Unter Lieb und Harmonie,
Ha! wie gern vergaß er sie!

Vor der Gattin des Kroniden


Beugen sich die Uraniden;
Stolz vor ihrem Wagenthrone
Brüstet sich das Pfauenpaar,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 224 of 646
Mit der goldnen Herrscherkrone
Schmückt sie ihr ambrosisch Haar.

Schöne Fürstin! Ach, die Liebe


Zittert, mit dem süßen Triebe
Deiner Majestät zu nahn.
Und von ihren stolzen Höhen
Muß die Götterkönigin
Um des Reizes Gürtel flehen
Bei der Herzenfresslerin.

Selig durch die Liebe


Götter - durch die Liebe
Menschen Göttern gleich!
Liebe macht den Himmel
Himmlischer - die Erde
Zu dem Himmelreich.

Liebe sonnt das Reich der Nacht,


Amors süßer Zaubermacht
Ist der Orkus untertänig:
Freundlich blickt der schwarze König,
Wenn ihm Ceres' Tochter lacht;
Liebe sonnt das Reich der Nacht.

Himmlisch in die Hölle klangen


Und den wilden Hüter zwangen
Deine Lieder, Thracier -
Minos, Tränen im Gesichte,
Mildete die Qualgerichte,
Zärtlich um Megärens Wangen
Küßten sich die wilden Schlangen,
Keine Geißel klatschte mehr;
Aufgejagt von Orpheus' Leier
Flog von Tityos der Geier;
Leiser hin am Ufer rauschten
Lethe und Cocytus, lauschten
Deinen Liedern, Thracier!
Liebe sangst du, Thracier!

Selig durch die Liebe


Götter - durch die Liebe
Menschen Göttern gleich!
Liebe macht den Himmel
Himmlischer - die Erde
Zu dem Himmelreich.

Durch die ewige Natur


Düftet ihre Blumenspur,
Weht ihr goldner Flügel.
Winkte mir vom Mondenlicht
Aphroditens Auge nicht,
Nicht vom Sonnenhügel,
Lächelte vom Sternenmeer
Nicht die Göttin zu mir her -
Stern und Sonn und Mondenlicht
Regten mir die Seele nicht.
Liebe, Liebe lächelt nur
Aus dem Auge der Natur
Wie aus einem Spiegel!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 225 of 646
Liebe rauscht der Silberbach,
Liebe lehrt ihn sanfter wallen;
Seele haucht sie in das Ach
Klagenreicher Nachtigallen -
Liebe, Liebe lispelt nur
Auf der Laute der Natur.

Weisheit mit dem Sonnenblick,


Große Göttin, tritt zurück,
Weiche vor der Liebe!
Nie Erobrern, Fürsten nie
Beugtest du ein Sklavenknie,
Beug es jetzt der Liebe!

Wer die steile Sternenbahn


Ging dir heldenkühn voran
Zu der Gottheit Sitze?
Wer zerriß das Heiligtum,
Zeigte dir Elysium
Durch des Grabes Ritze?

Lockte sie uns nicht hinein,


Möchten wir unsterblich sein?
Suchten auch die Geister
Ohne sie den Meister?
Liebe, Liebe leitet nur
Zu dem Vater der Natur,
Liebe nur die Geister.

Selig durch die Liebe


Götter - durch die Liebe
Menschen Göttern gleich!
Liebe macht den Himmel
Himmlischer - die Erde
Zu dem Himmelreich.

Input by Martin-Beatus Meier

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Pax Vobiscum
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 551 (1817), published 1831.

"Der Friede sei mit euch!"


Das war dein Abschiedssegen.
Und so vom Kreis der Gläubigen umkniet,
Vom Siegesstrahl der Gottheit angeglüht,
Flogst du dem ew'gen Heimatland entgegen.
Und Friede kam in ihre treuen Herzen,
Und lohnte sie in ihren größten Schmerzen,
Und stärkte sie in ihrem Martertod.
Ich glaube dich, du großer Gott!

"Der Friede sei mit euch!"


So lacht die erste Blume
Des jungen Frühlings uns vertraulich an,
Wenn sie, mit allen Reizen angetan,
Sich bildet in der Schöpfung Heiligtume.
Wen sollte auch nicht Friede da umschweben,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 226 of 646
Wo Erd' und Himmel rings um sich beleben,
Und alles aufsteht aus des Winters Tod?
Ich hoff' auf dich, du starker Gott!

"Der Friede sei mit euch!"


Rufst du im Rosenglühen
Des Himmels uns an jedem Abend zu,
Wenn alle Wesen zur ersehnten Ruh'
Vom harten Gang des schwülen Tages ziehen;
Und Berg und Tal und Strom und Meereswogen,
Vom weichen Hauch des Nebels überflogen,
Noch schöner dich, du guter Gott!

Input by Richard Morris

Pax Vobiscum
"Peace be with you!"
That was your parting blessing.
And so, from the circle of kneeling believers,
From the victory rays of the glowing deity,
You flew to the eternal homeland.
And peace entered their true hearts,
And rewarded them for their greatest pains,
And strengthened them in the face of fatal martyrdom.
I believe in you, oh great God!

"Peace be with you!"


Thus smile the first blossoms
Of young spring, confidently at us,
When they, with all their attractions,
Form shrines in Creation.
Who should not wish peace to hover about him,
Where Earth and Heaven animate him,
And everything rises from Winter's death?
I hope for you, oh mighty God!

"Peace be with you!"


You call to us in the rosy glow
Of the sky, every evening,
When all natures pull themselves toward desired rest
From the hard path of the sultry day;
And mountain and valley and stream and sea-waves,
Are gently flown over by the soft breath of fog;
Yet more fair are you, oh good God!

Translated to English by Emily Ezust

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Hänflings Liebeswerbung
Text by Johann Friedrich Kind (1768-1843)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 20 no. 3, D. 552 (1817).

Goto: French Translation

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Abschied Page 227 of 646
Ahidi, ich liebe!
Mild lächelt die Sonne,
Mild wehen die Weste,
Sanft rieselt die Quelle,
Süß duften die Blumen!
Ich liebe, Ahidi!

Ahidi, ich liebe!


Dich lieb' ich, du Sanfte,
Mit seidnem Gefieder,
Mit strahlenden Äuglein,
Dich Schönste der Schwestern!
Ich liebe, Ahidi!

The linnet's serenade


Ahidi, I'm in love!
Softly smiles the sun,
Mildly blow the western winds,
Gently murmurs the spring,
Sweetly smell the blossoms!
I'm in love, Ahidi!

Ahidi! I'm in love!


You I love, you gentle creature,
With silken wings,
With radiant eyes,
You, fairest of your sisters,
I love, Ahidi!

Translated to English by Emily Ezust

Chant d'amour du passereau


Ahidi! Je suis amoureux!
Qu'il est doux, le sourire du soleil!
Qu'il est doux, le souf?e du vent d'ouest!
Qu'il est doux, le murmure de la source!
Qu'il est doux, le parfum des?eurs!
Je suis amoureux! Ahidi!

Ahidi! Je suis amoureux!


C'est toi que j'aime, ma douce enfant
Au plumage soyeux,
Aux petits yeux rayonnants,
Toi la plus belle des soeurs linottes.
Je suis amoureux! Ahidi!

Ahidi! Je suis amoureux!


Vois comme les?eurs
Se saluent avec amour,
Se font signe avec amour.
Oh! aime-moi toi aussi!
Je suis amoureux! Ahidi!

Ahidi! Je suis amoureux!


Vois comme le lierre
Serre avec amour
Le chêne dans ses bras.
Oh! aime-moi toi aussi!
Je suis amoureux! Ahidi!

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Abschied Page 228 of 646

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Auf der Donau


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 21 no. 1, D. 553 (1817), published 1823.

Auf der Wellen Spiegel schwimmt der Kahn,


Alte Burgen ragen himmelan,
Tannenwälder rauschen geistergleich,
Und das Herz im Busen wird uns weich.

Denn der Menschen Werk sinken all',


Wo ist Turm, wo Pforte, wo der Wall,
Wo sie selbst, die Starken, erzgeschirmt,
Die in Krieg und Jagden hingestürmt?

Trauriges Gestrüppe wuchert fort,


Während frommer Sage Kraft verdorrt:
Und im kleinen Kahne wird uns bang,
Wellen drohn wie Zeiten Untergang.

Input by Richard Morris

On the Danube
Upon the waves' mirror floats our boat;
Old castles tower up toward heaven,
Pine forests rustle ghost-like,
And the hearts in our bosoms melt.

For man's work fails ever:


Where is tower, where gate, where wall,
Where are they, these armoured strongholds,
That were beseiged in war and in hunt?

Sad undergrowth proliferates,


While the strength of pious words fades:
And in the small boat, we become timid:
Waves, like Time, threaten impending death.

Translated to English by Emily Ezust

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Uraniens Flucht
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 554 (1817), published 1895.

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Abschied Page 229 of 646

"Laßt uns, ihr Himmlischen, ein Fest begehen!"


Gebietet Zeus -
Und von der Unterwelt, den Höh'n und Seen,
Steigt Alles zum Olympus unverweilt.

Der Rebengott verläßt, den er bezwungen,


Des Indus blumenreichen Fabelstrand -
Des Helikons erhabne Dämmerungen
Apoll, und Cypria ihr Inselland.

Die Strömerinnen moosbesäumter Quellen,


Dryadengruppen aus dem stillen Hain,
Und der beherrscht des Ozeanes Wellen,
Sie finden willig sich zum Feste ein.

Und wie sie nun in glänzenden Gewanden


Den ew'gen Kreis, an dem kein Wechsel zehrt,
Den blühenden, um unsern Donn'rer wanden,
Da strahlt sein Auge jugendlich verklärt.

Er winkt; und Hebe füllt die goldnen Schalen,


Er winkt; und Ceres reicht Ambrosia,
Er winkt; und süße Freudenhymnen schallen;
Und was er immer ordnet, das geschah.

Schon rötet Lust der Gäste Stirn' und Wange,


Der schlaue Eros lächelt still für sich;
Die Flügel öffnen sich - im sachten Gange
Ein edles Weib in die Versammlung schlich.

Unstreitig ist sie aus der Uraniden


Geschlecht', ihr Haupt umhellt ein Sternenkranz;
Es leuchtet herrlich auf dem lebensmüden
Und bleichgefärbten Antlitz Himmelsglanz.

Doch ihre gelben Haare sind verschnitten,


Ein dürftig Kleid deckt ihren reinen Leib.
Die wunden Hände deuten, daß gelitten
Der Knechtschaft schwere Schmach das Götterweib.

Es spähet Jupiter in ihren Zügen;


"Du bist - du bist es nicht, Urania!"
"Ich bin's." - Die Götter taumeln von den Krügen
Erstaunt, und rufen; wie? Urania!

"Ich kenne dich nicht mehr. In holder Schöne"


Spricht Zeus - "zogst du von mir der Erde zu.
Den Göttlichen befreunden ihre Söhne
In meine Wohnung leiten sollest du.

Womit Pandora einstens sich gebrüstet,


Ist unbedeutend wahrlich und gering,
Erwäge ich, womit ich dich gerüstet,
Den Schmuck, den meine Liebe um dich hing."

"Was du, o Herr, mir damals aufgetragen


Wozu des Herzens eigner Drang mich trieb,
Vollzog ich willig, ja ich darf es sagen;
Doch daß mein Wirken ohne Früchte blieb.

Magst du, o Herrscher, mit dem Schicksal rechten,


Dem alles, was entstand, ist untertan;
Der Mensch verwirrt das Gute mit dem Schlechten,
Ihn hält gefangen Sinnlichkeit und Wahn.

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Abschied Page 230 of 646
Dem Einen mußt' ich seine Äcker pflügen
Dem Andern Schaffnerin im Hause sein,
Dem seine Kindlein in die Ruhe wiegen,
Dem Andern sollt' ich Lobgedichte streu'n.

Der Eine sperrte mich in tiefe Schachten,


Ihm auszubeuten klingendes Metall;
Der Andre jagte mich durch blut'ge Schlachten
Um Ruhm - so wechselte der Armen Qual.

Ja dieses Diadem - die goldnen Sterne -


Das du der Scheidenden hast zugewandt,
Sie hätten es zur Feuerung ganz gerne
Bei winterlichem Froste weggebrannt."

"Verwünschte Brut," herrscht Zeus mit wilder Stimme,


"Dem schnellsten Untergang sei sie geweiht!"
Die Wolkenburg erbebt von seinem Grimme
Und Luft und Meer und Land erzittern weit.

Er reißt den Blitz gewaltsam aus den Fängen


Des Adlers; über'm hohen Haupte schwenkt
Die Lohe er, die Erde zu versengen,
Die seinen Liebling unerhört gekränkt.

Er schreitet vorwärts, um sie zu verderben,


Es dräut der rote Blitz, noch mehr sein Blick.
Die bange Welt bereitet sich zu sterben -
Es sinkt der Rächerarm, er tritt zurück,

Und heißt Uranien hinunter schauen.


Sie sieht in weiter Fern' ein liebend Paar
Auf einer grünen stromumflossnen Aue,
Ihr Bildnis ziert den ländlichen Altar,

Vor dem die Beiden opfernd niederknieen,


Die Himmlische ersehnend, die entflohn;
Und wie ein mächtig Meer von Harmonien
Umwogt die Göttin ihres Flehens Ton.

Ihr dunkles Auge füllet eine Träne,


Der Schmerz der Liebenden hat sie erreicht;
Ihr Unmut wird, wie eines Bogens Sehne
Vom feuchten Morgentaue, nun erweicht.

"Verzeihe," heischt die göttliche Versöhnte;


"Ich war zu rasch im Zorn, mein Dienst, er gilt
Noch auf der Erde; wie man mich auch höhnte,
Manch frommes Herz ist noch von mir erfüllt.

O laß mich zu den armen Menschen steigen,


Sie lehren, was dein hoher Wille ist,
Und ihnen mütterlich in Träumen zeigen
Das Land, wo der Vollendung Blume sprießt."

"Es sei," ruft Zeus, "reich will ich dich bestatten;


Zeuch, Tochter, hin, mit frischem starken Sinn!
Und komme, fühlst du deine Kraft ermatten,
Zu uns herauf, des Himmels Bürgerin.

Oft sehen wir dich kommen, wieder scheiden,


In immer längern Räumen bleibst du aus,
Und endlich gar - es enden deine Leiden
Die weite Erde nennst du einst dein Haus."

"Da, Dulderin! wirst du geachtet wohnen,


Noch mehr, als wir. Vergänglich ist die Macht

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Abschied Page 231 of 646
Die uns erfreut; der Sturm fällt unsre Thronen,
Doch deine Sterne leuchten durch die Nacht."

Input by Richard Morris

Urania's Flight
"A feast we'll hold, immortal sons and daughters,"
Zeus ordains --
And from the depths of earth, the peaks, the waters,
All scale Olympus with alacrity.

The wine-god quits the realm he rules, exotic


And thriving Hindustan, at Zeus' command;
Apollo twilit Helicon's majestic
Groves, Cypris her shore-surrounded land.

From moss-embroidered springs the dancing naiads,


From ocean those who serve the lords of sea,
And from the silent forest-land the dryads --
All gather for the banquet eagerly.

Their raiment shines as in contentment treading


Eternal measures. changeless and serene,
They wind about the Thunderer, his brooding
Demeanor now grown young, clear-eyed and keen.

He signs, and Hebe takes gold cups to fill them;


He signs, and Ceres serves ambrosia;
He signs, and lovely hyms of joy enthrall them;
His will the sole creator of the day.

As pleasure brings a blush upon all faces,


And crafty Cupid smiles behind his wing,
The portals fly apart -- with halting paces
A noble woman joins the gathering.

She must of the Uranides be, surely,


Her hair surmounted by a diadem
Of stars, a heavenly radiance gleaming purely,
Despite the haggard look she turns on them.

Her yellow tresses are shorn short, however;


Her virgin body clad in garments rude;
At sight of her bruised hands they all perceive her
A victim of the shame of servitude.

Zeus studies searchingly her every feature.


"You are -- you cannot be, Urania!"
"I am." The gods turn from the flowing pitcher
To stare at her and cry "Urania?"

"I know your face no longer. From these portals


In bygone days of youth and loveliness
You went to tell the earth of the immortals,
And urge their erring thoughts to turn to us.

The treasure-chest that once Pandora vaunted


Before her fall was not as richly filled
As that you were provided with -- I wanted
To arm you splendidly to meet the world."

"The duty, lord, you in those days assigned me

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Abschied Page 232 of 646
Accorded with the wish of my own heart;
My inclination joined your own to bind me
To brave the journey, but it bore no fruit.

You may dispute with fate for man's survival--


Let you, not fate, be rightful arbiter;
Man cannot tell the good apart from evil;
He's decadence and folly's prisoner.

For one, a planter, I was set to plowing;


Another made my task his house to keep;
Another made me sing his praise, kow-towing;
And still another, rock his child to sleep.

One had me work extracting jangling metal,


Confined within his mine against my will;
Another hunted me through blood of battle
In hope of glory if he made a kill.

The stars of my tiara, even witting


They were your gift, they'd gladly sacrifice
Despite your greatness and my shame, for lighting
Their fires against the winter's snow and ice."

"Accursed herd! At once annihilation


Shall be their lot!" the wild-eyed Zeus decrees.
The castle cloud-walls shake at his vexation;
A tremor splits the air, the land, the seas.

With force he seizes and begins to brandish


The lightning from the eagle's talons; it
Will be his earth-enkindling means to punish
The world's mistreatment of his favorite.

Advancing, all resolved to work their ruin,


His face more menacing than lightning stroke;
The world in terror waits for its undoing --
He drops his arm of vengeance and steps back.

"Look down, Urania. You will discover


A loving couple where that far haze clears
Above the meadow circled by a river --
Whose picture on their homemade altar? Yours."

Before it they are kneeling in devotion,


Beseeching their departed deity,
The music of their prayers a rising ocean
That floods the goddess in its harmony.

Her dark eyes fill with tears of comprehension --


The lovers' need infuses her with rue;
Her long-held fury loses all its tension
As will a bow-string in the morning dew.

"Forgive!" the goddess cries, her wrath abated;


"Those who deride me have their counterparts
Who keep my worship still." She sees, placated,
Her image fill a few devoted hearts.

"Let me descend to these unhappy legions,


Instruct them in your will which few men know,
And show them tenderly in dreams the regions
Where true fulfillment's flowers are found to grow."

"So shall it be!" calls Zeus; "all needs sustaining


Your purpose, Daugher, shall be richly given;
And should you henceforth feel your powers waning,

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Abschied Page 233 of 646
Come back to us, free citizen of heaven.

Each time you come and go a new beginning,


Each time you leave you will be longer gone
Until at length, your sorrows over, winning
A lasting home on earth, its orb your own--

There, patient one, you will be ranked above us,


Enduring long beyond our transient powers;
For when the lurking tempest shall remove us
From our proud thrones, your star still lights men's hours."

Translated to English by T. P. Perrin

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Der Goldschmiedsgesell
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 560 (1817), published 1850.

Es ist doch meine Nachbarin


Ein allerliebstes Mädchen!
Wie früh ich in der Werkstatt bin,
Blick ich nach ihrem Lädchen.

Zu Ring und Kette poch ich dann


Die feinen goldnen Drähtchen.
Ach, denk ich, wann, und wieder, wann
Ist solch ein Ring für Käthchen?

Und tut sie erst die Schaltern auf,


Da kommt das ganze Städtchen
Und feilscht und wirbt im hellen Hauf
Ums Allerlei im Lädchen.

Ich feile; wohl zerfeil ich dann


Auch manches goldne Drähtchen.
Der Meister brümmt, der harte Mann!
Er merkt, es war das Lädchen.

Und flugs, wie nur der Handel still,


Gleich greift sie nach dem Rädchen.
Ich weiß wohl, was sie spinnen will:
Es hofft das liebe Mädchen.

Das kleine Füßchen tritt und tritt;


Da denk' ich mir das Wädchen,
Das Strumpfband denk ich auch wohl mit,
Ich schenkt's dem lieben Mädchen.

Und nach den Lippen führt der Schatz


Das allerfeinste Fädchen.
O wär ich doch an seinem Platz,
Wie küßt ich mir das Mädchen!

The goldsmith's apprentice


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 234 of 646
My neighbour is
a wonderful maiden!
Early in the morning when I am in the workshop,
how I love to gaze up at her window-shutters.

I hammer at my rings and chains


with fine gold links.
Ah, I think, when, and again, when
will such a ring be for my Kathy?

And when she first opens the shutters


the entire city comes
and haggles and shouts in showy crowds
of all kinds of people, just beneath her window-shutter.

I file away until I suddenly file right through


a bunch of golden links!
The master growls, the severe man!
He notices it was because of the window-shutters.

And quickly, when her tasks are done,


she grasps her spinning wheel.
I know well why she wishes to spin:
my dear maiden is thinking about her hopes.

Her little foot pumps and pumps;


I think of her calf,
and of the garter-belt
that I gave to my dear maiden.

And to her lips my treasure lifts


a fine piece of thread.
O if only I were in its place,
how I would kiss my sweetheart!

Translated to English by Emily Ezust

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Nach einem Gewitter


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 561 (1817), published 1872.

Auf den Blumen flimmern Perlen,


Philomelens Klagen fließen,
Mutiger nun dunkle Erlen
In die reinen Lüfte sprießen.

Und dem Tale, so erblichen,


Kehret holde Röte wieder,
In der Blüten Wohlgerüchen
Baden Vögel ihr Gefieder.

Hat die Brust sich ausgewittert,


Seitwärts lehnt der Gott den Bogen,
Und sein golden Antlitz zittert
Reiner auf versöhnten Wogen.

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Abschied Page 235 of 646

After a thunderstorm
On the flowers glisten pearls;
Philomel's plaintive song flows;
Bravely now, the dark alders
Spring up in the purified air.

And the valley, so faded and pale,


Gently turns red again;
In the scent of blossoms,
Birds bathe their wings.

Once he has finished storming,


The god leans his bow sideways,
And his golden countenance trembles
All the purer on the appeased waves.

Translated to English by Emily Ezust

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Das Grab
Text by Johann Gaudenz Freiherr von Salis-Seewis (1762-1834)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 569 (1817).


l Also set in a different version by Johann Rudolf Zumsteeg (1760-1802), Kleine Balladen
und Lieder Heft IV no. 24.

Das Grab ist tief und stille,


Und schauderhaft sein Rand,
Es deckt mit schwarzer Hülle
Ein unbekanntes Land.

Das arme Herz, hienieden


Von manchem Sturm bewegt,
Erlangt den wahren Frieden
Nur, wo es nicht mehr schlägt.

The grave
The grave is deep and silent,
and dreadful is its edge;
it covers with black shrouds
an unknown land.

The poor heart, here on earth,


thrown about by many a storm,
will attain true peace
only when it beats no more.

Translated to English by Emily Ezust

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 236 of 646

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Hier strecket der wallende Pilger


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), "Elysium" [fragment].
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 57.

Hier strecket der wallende Pilger die Matten


Brennenden Glieder in säuselnden Schatten,
Leget die Bürde auf ewig dahin -
Seine Sichel entfällt hier dem Schnitter,
Eingesungen von Harfengezitter
Träumt er, geschnittene Halme zu sehn.

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Iphigenia
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 98 no. 3, D. 573 (1817), published 1829.

Blüht denn hier an Tauris Strande,


[Aus dem teuren Vaterlande keine Blume]1,
Weht kein milder Segenshauch
Aus den seligen Gefilden,
Wo Geschwister mit mir spielten? -
Ach, mein Leben ist ein Rauch!

Trauernd wank' ich in dem Haine -


Keine Hoffnung nähr' ich - keine,
Meine Heimat zu erseh'n,
Und die See mit hohen Wellen,
Die an Klippen sich zerschellen,
Übertäubt mein leises Fleh'n.

Göttin, die du mich gerettet,


An die Wildnis angekettet, -
Rette mich zum zweitenmal;
Gnädig lasse mich den Meinen,
Laß' o Göttin! mich erscheinen
in des großen Königs Saal!

Input by Richard Morris

Iphigenia
Here on the shore of Tauris,
does no flower from my dear homeland bloom?
Does no mild breeze blow
from those blessed fields
where my sisters once played with me?

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Abschied Page 237 of 646
Alas, my life is smoke!

Mournfully I stagger through the grove -


No hope do I nourish - none -
of ever seeing my homeland again;
and the sea, with high waves
that dash themselves against the rocks,
drowns out my soft pleas.

O Goddess who rescued me


and chained me in this wilderness,
Rescue me a second time;
graciously allow me this intention -
grant it, O Goddess! - that I might appear
again in the hall of the great King!

Translated to English by Emily Ezust


1
or "Keine Blum' aus Hellas Lande"
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Abschied
Text by Franz Schubert (1797-1828)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 578 (1817), subtitle: "In das Stammbuch eines
Freundes".

Lebe wohl, du lieber Freund!


Ziehe hin in fernes Land,
Nimm der Freundschaft trautes Band,
Und bewahr's in treuer Hand!
Lebe wohl, du lieber Freund!

Lebe wohl, du lieber Freund!


Wenn dies Lied dein Herz ergreift,
Freundes Schatten näher schweift,
Meiner Seele Saiten streift.
Lebe wohl, du lieber Freund!

Parting
Farewell, dear friend!
Go forth to that distand land,
take my friendship's close bond,
and cherish it in your faithful hand!
Farwell, dear friend!

Farwell, dear friend!


When this song touches your heart,
your friend's shadow will float nearby,
lightly brushing the strings of my soul.
Farwell, dear friend!

Translated to English by Emily Ezust

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Abschied Page 238 of 646
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Der Knabe in der Wiege


Text by Anton Ottenwald (1789-1845)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 579 (1817), published 1872.

Er schläft so süß, der Mutter Blicke hangen


An ihres Lieblings leisem Atemzug,
Den sie mit stillem sehnsuchtsvollem Bangen
So lange unterm Herzen trug.

Sie sieht so froh die vollen Wangen glühen


In gelbe Ringellocken halb versteckt,
Und will das Armchen sanft herunter ziehen,
Das sich im Schlummer ausgestreckt.

Und leis' und leiser schaukelt sie die Wiege


Und singt den kleinen Schläfer leis' in Ruh;
Ein Lächeln spielet um die holden Züge,
Doch bleibt das Auge friedlich zu.

Erwachst du Kleiner, o so lächle wieder,


Und schau ihr hell ins Mutterangesicht;
So lauter Liebe schaut es auf dich nieder,
Noch kennest du die Liebe nicht.

Input by Richard Morris

The baby in the cradle


He sleeps so sweetly; his mother's gaze hangs
on the gentle breathing of her darling,
whom with quiet, anxious yearning
she carried for so long beneath her heart.

She sees so gladly these full, glowing cheeks


half concealed among fair curls;
and wants to pull gently at the little arm
that he has outstretched in slumber.

And gently and more gently she swings the cradle


and sings to the small sleeper in gentle peace;
a smile plays on his charming mouth,
but his eyes remain still.

Awaken, little one, and smile again,


and look brightly into your mother's eyes;
So loudly does Love gaze down at you,
yet you know this love not.

Translated to English by Emily Ezust

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Abschied Page 239 of 646

Vollendung
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 579a (1817?), published 1970, note: formerly catalogued
as Deutsch 989.

Wenn ich einst das Ziel errungen habe,


In den Lichtgefilden jener Welt,
Heil, der Träne dann an meinem Grabe
Die auf hingestreute Rosen fällt!

Sehnsuchtsvoll, mit banger Ahnungswonne,


Ruhig, wie der mondbeglänzte Hain,
Lächelnd, wie beim Niedergang die Sonne,
Harr' ich, göttliche Vollendung, dein!

Eil', o eile mich empor zu Flügeln


Wo sich unter mir die Welten drehn,
Wo im Lebensquell sich Palmen spiegeln,
Wo die Liebenden sich wieder sehn.

Input by Richard Morris

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Die Erde
Text by Friedrich von Matthisson (1761-1831)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 579b (1817?), published 1970. Note: formerly D. 989.

Wenn sanft entzückt mein Auge sieht,


Wie schön im Lenz der Erde Blüht;
Wie jedes Wesen Angeschmiegt
An ihren Segensbrüsten liegt;

Und wie sie jeden Säugling liebt,


Ihm gern die milde Nahrung gibt,
Und so in steter Jugendkraft
Hervor bringt, Nährt und Wachstum schafft;

Dann fühl' ich hohen Busendrang


Zu rühmen den mit Tat und Sang ,
Dess wundervoller Allmachtsruf
Die weite Welt so schön erschuf.

Input by Richard Morris

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Dessen Fahne Donnerstürme wallte


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), "Elysium" [fragment].

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 240 of 646
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 58.

Goto: French Translation

Dessen Fahne Donnerstürme wallte,


Dessen Ohren Mordgebrüll umhallte,
Berge bebten unter dessen Donnergang,
Schläft hier linde bei des Baches Rieseln,
Der wie Silber spielet über Kieseln;
Ihm verhallet wilder Speere Klang.

Celui dont l'étendard flottait dans la tempête


Celui dont l'étendard flottait dans la tempête,
Dont les oreilles étaient emplies de cris meurtriers,
Dont le pas faisait trembler les montagnes,
Dort ici d'un doux sommeil, près du ruisseau argenté
Où roulent les galets,
Loin du cliquetis des armes.

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Elysium
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 584 (1817), published 1830.

Goto: French Translation

Vorüber die stöhnende Klage!


Elysium's Freudengelage
Ersäufen jegliches Ach.
Elysium's Leben
Ewige Wonne, ewiges Schweben
Durch lachende Fluren ein flötender Bach.

Jugendlich milde
Beschwebt die Gefilde
Ewiger Mai;
Die Stunden entfliehen in goldenen Träumen,
Die Seele schwillt aus in unendlichen Räumen.
Wahrheit reißt hier den Schleier entzwei.

Unendliche Freude
Durchwallet das Herz.
Hier mangelt der Name dem trauernden leide,
Sanftes Entzücken nur heißet man Schmerz.

Hier strecket der wallende Pilger die matten


Brennenden Glieder in säuselnden Schatten,
Leget die Bürde auf ewig dahin -
Seine Sichel entfällt hier dem Schnitter,
Eingesungen von Harfengezitter

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 241 of 646
Träumt er, geschnittene Halme zu sehn.

Dessen Fahne Donnerstürme wallte,


Dessen Ohren Mordgebrüll umhallte,
Berge bebten unter dessen Donnergang,
Schläft hier linde bei des Baches Rieseln,
Der wie Silber spielet über Kieseln;
Ihm verhallet wilder Speere Klang.

Hier umarmen sich getreue Gatten,


Küssen sich auf grünen samtnen Matten,
Liebgekost vom Balsamwest;
Ihre Krone findet hier die Liebe,
Sicher vor des Todes strengem Hiebe
Feiert sie ein ewig Hochzeitsfest.

Elysium
Past is the groaning lament!
Elysium's joyous feasts
drown every woe.
Elysium's life:
eternal bliss, eternal floating -
a whistling brook flowing through laughing fields.

Youthful, mild,
animating the fields,
is eternal May;
the hours fly in golden dreams,
the spirit swells in unending space.
Here, truth rips the veil in two.

Unending joy
fills the heart.
Here the name of mournful sorrow is missing;
mere gentle delight is called pain.

Here the wandering pilgrim stretches


his weak, burning limbs in rustling shade,
lays his burden down for eternity -
The Reaper drops his scythe,
sung to sleep by the sound of the harp,
dreaming that he sees cut grass about.

He whose flag withstood thunderous attack,


he whose ears echoed from murderous roars,
mountains trembling under their thunder -
he sleeps here gently by the trickling brook,
which runs like silver, playfully over the pebbles;
only an echo remains of those wild spears clanging.

Here embrace faithful couples,


kissing each other on the smooth green turf,
lovingly caressed by the balsam winds of the west;
Love here finds a crown to wear,
safe from the severe blows of death,
celebrating an eternal wedding feast.

Translated to English by Emily Ezust

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Abschied Page 242 of 646

Loin d'ici, plaintes et gémissements!


Joie des Elysées,
Loin d'ici, plaintes et gémissements!
tu dissipes tout soupir!
Vie des Elysées,
éternel bonheur, éternel délice,
un ruisseau murmure à travers la campagne riante!

...

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Atys
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 585 (1817).

Der Knabe seufzt über's grüne Meer,


Vom fernenden Ufer kam er her,
Er wünscht sich mächtige Schwingen,
Die sollten ihn ins heimische Land,
Woran ihn ewige Sehnsucht mahnt,
Im rauschenden Fluge bringen.

"O Heimweh! unergründlicher Schmerz,


Was folterst du das junge Herz?
Kann Liebe dich nicht verdrängen?
So willst du die Frucht, die herrlich reift,
Die Gold und flüssiger Purpur streift,
Mit tödlichem Feuer versengen?

Ich liebe, ich rase, ich hab' sie gesehn,


Die Lüfte durchschnitt sie im Sturmeswehn,
Auf löowengezogenem Wagen,
Ich mußte flehn; o nimm mich mit!
Mein Leben ist düster und abgeblüht;
Wirst du meine Bitte versagen?

"Sie schaute mit gütigem Lächeln mich an;


Nach Thrazien zog uns das Löwengespann,
Da dien' ich als Priester ihr eigen.
Den Rasenden kräzt ein seliges Glück,
Der Aufgewachte schaudert zurück;
Kein Gott will sich hülfreich erzeigen.

Dort, hinter den Bergen im scheidenden Strahl


Des Abends entschlummert mein väterlich Tal;
O wär' ich jenseits der Wellen!"
Seufzet der Knabe. Doch Cymbelgetön
Verkündet die Göttin; er stürzt von Höh'n
In Gründe und waldige Stellen.

Atys
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 243 of 646
The youth sighs, gazing out across the green sea:
from a far-off shore he came here;
he years for powerful wings
to take him to the homeland
for which he eternally longs,
bringing him there in a rushing flight.

"Oh homesickness! bottomless pain,


why do you torture this young heart?
Can Love not suppress you?
This fruit that ripens so gloriously,
striped with gold and flowing purple,
will you then scorch it with your deadly fire?

"I love, I rage, I have seen her;


She cut through the air in a stormy whirl,
On a chariot drawn by lions;
I had to beg her - oh, take me with you!
My life is gloomy and faded;
Will you ignore my plea?

She gazed at me with a kindly smile;


To Thrace the lions took us,
and there I serve her as a priest.
The madman is crowned with blissful happiness,
but the lucid man recoils:
no God will lend him aid.

"There, beyond the mountain, in the departing ray


of evening, slumbers my native valley.
Oh that I were on the other side of this water!"
sighs the youth. But the clang of cymbals
announces the Goddess; he tumbles from the heights
and into the floor of the forest.*

Translated to English by Emily Ezust

Note: In the poem by Catullus, he is metamorphosed by Cybele into a fir-tree.


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Erlafsee
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 8 no. 3, D. 586 (1817).

Mir ist so wohl, so weh'


Am stillen Erlafsee;
Heilig Schweigen
In Fichtenzweigen,
Regungslos
Der blaue Schoß,
Nur der Wolken Schatten flieh'n
Überm glatten Spiegel hin,
Frische Winde
Kräuseln linde
Das Gewässer
Und der Sonne
Güldne Krone
Flimmert blässer.
Mir ist so wohl, so weh'
Am stillen Erlafsee.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 244 of 646

Lake Erlaf
I am so happy, and so sad,
by the still Lake Erlaf;
the holy silence
in the branches of the spruce,
motionless
blue depths,
with only the shadows of the clouds flying
over the smooth mirror;
fresh winds
gently crease
the water,
and the sun's
golden corona
shimmers more palely.
I am so happy, and so sad,
by the still Lake Erlaf.

Translated to English by Emily Ezust

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Verklärung
Der sterbende Christ an seine Seele (The Dying Christian to
his Soul)
Text by Johann Gottfried von Herder (1744-1803) after Alexander Pope (1688-1744)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 59 (1813), published 1832.

Lebensfunke, vom Himmel entglüht,


Der sich loszuwinden müht!
Zitternd, kühn, vor Sehnen leidend,
Gern und doch mit Schmerzen scheidend!
End', o end' den Kampf, Natur!
Sanft ins Leben
Aufwärts schweben,
Sanft hinschwinden laß mich nur.

Horch!, mir lispeln Geister zu:


"Schwester-Seele, komm zur Ruh!"
Ziehet was mich sanft von hinnen?
Was ist's, was mir meine Sinnen,
Mir den Hauch zu rauben droht?
Seele, sprich, ist das der Tod?

Die Welt entweicht!


Sie ist nicht mehr!
Engel-Einklang um mich her!
Ich schweb' im Morgenrot!
Leiht, o leiht mir eure Schwingen;
Ihr Brüder-Geister, helft mir singen:
"O Grab, wo ist dein Sieg?
Wo ist dein Pfeil, o Tod?"

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 245 of 646

Transfiguration [original text]


Vital spark of heav'nly flame!
Quit, oh quit this mortal frame:
Trembling, hoping, ling'ring, flying,
Trembling, hoping, ling'ring, flying,
Oh the pain, the bliss of dying!
Cease, fond Nature,
Cease thy strife,
And let me languish into life.

Hark; they whisper; Angels say,


Sister Spirit, come away.
What is this absorbs me quite?
Steals my senses, shuts my sight,
Drowns my spirits, draws my breath?
Tell me, my soul can this be Death?

The world recedes;


it disappears!
Heav'n opens on my eyes! my ears
With sounds seraphic ring:
Lend, lend your winds! I mount! I fly!

O Grave! where is thy victory?


O Death! where is thy sting?

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Der Kampf
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 594, op. 110 (1817).

Nein, länger, länger werd' ich diesen Kampf nicht kämpfen,


Den Riesenkampf der Pflicht.
Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen
So fordre, Tugend, dieses Opfer nicht.
Geschworen hab ich's, ja, ich hab's geschworen,
Mich selbst zu bändigen.
Hier ist dein Kranz. Er sei auf ewig mir verloren,
Nimm ihn zurück, und laß mich sündigen.

Zerrissen sei, was wir bedungen haben,


Sie liebt mich - deine Krone sei verscherzt.
Glückselig, wer, in Wonnetrunkenheit begraben,
So leicht wie ich den tiefen Fall verschmerzt.
Sie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen
Und meinen Lenz entfloh'n;
Bewundert still mein heldenmütiges Entsagen,
Und großmutvoll beschließt sie meinen Lohn.

Mißtraue, schöne Seele, dieser Engelgüte!


Dein Mitleid waffnet zum Verbrechen mich,
Gibt's in des Lebens unermeßlichem Gebiete,
Gibt's einen andern schönern Lohn - als dich?

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 246 of 646
Als das Verbrechen, das ich ewig fliehen wollte?
Tyrannisches Geschick!
Der einz'ge Lohn, der meine Tugend krönen sollte,
Ist meiner Tugend letzter Augenblick.

The struggle
No, no longer will I fight this battle,
duty's great struggle.
If you cannot dampen my heart's ardor,
then do not require of me, oh Virtue, this sacrifice.
I have sworn, yes, I have sworn,
to restrain myself.
Here is your wreath. It is lost to me forever;
take it back, and let me sin.

Let us rip up the bond we have forged,


she loves me - but your crown is lost.
Happy is he who, buried in drunken bliss,
can pick himself up as easily as I after such a deep fall.
She sees the worm gnawing on the flower of my youth
and my Spring has fled;
admires quietly my heroic renunciation,
and generously decides my reward.

Distrust, beautiful soul, this angel's goodness!


Your compassion moves me to crime;
is there in life's unmeasured realms,
is there a fairer reward than thee?
than the crime that I forever wished to flee?
Tyrannical fate!
The only reward that should crown my virtue
is my virtue's last moment.

Translated to English by Emily Ezust

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Hier umarmen sich getreue Donnergang


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), aus "Elysium"
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 60

Hier umarmen sich getreue Gatten,


Küssen sich auf grünen samtnen Matten,
Liebgekost vom Balsamwest;
Ihre Krone findet hier die Liebe,
Sicher vor des Todes strengem Hiebe
Feiert sie ein ewig Hochzeitsfest.

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Die Geselligkeit (Lebenslust)


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 247 of 646
Text by Johann Karl Unger (1771-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 609 (1818).

Goto: French Translation

Wer Lebenslust fühlet, der bleibt nicht allein,


allein sein ist öde, wer kann sich da freu'n.
Im traulichen Kreise, beim herzlichen Kuß
beisammen zu leben, ist Seelengenuß!

Das lehrt uns der Tauber, für Liebe und Lust


erhebt sich dem Täubchen die seidene Brust,
es gurret der Tauber, er lehret im Kuß
beisammen zu leben, sei Herzensgenuß!

Input by Virginia Knight

La sociabilité
Qui éprouve la joie de vivre ne reste pas seul.
Etre seul est si triste, qui peut s'en réjouir?
Vivre en compagnie au sein d'un cercle intime,
Sous de tendres baisers, fait tant de bien à l'âme.

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Ein Jugendlicher Maienschwung


Text by Johann Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 61 (1813), published 1897.
Goto: French Translation

Ein Jugendlicher Maienschwung


durchwebt wie Morgendämmerung
auf das allmächt'ge Werde
Luft, Himmel, Meer und Erde.

Input by Richard Morris

L'essor du printemps
L'essor du printemps
baigne l'aurore
la création entière,
l'air, le ciel, la mer, la terre

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 248 of 646
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Auf der Riesenkoppe


Text by (Karl) Theodor Körner (1791-1813)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 611 (1818), published 1850?

Hoch auf dem Gipfel deiner Gebirge


Steh ich und staun ich.
Glühend begeistert, hellige Koppe,
Himmelsstürmerin!

Weit in die Ferne


Schweifen die trunknen, freudigen Blicke;
Überall Leben, üppiges Streben,
Überall Sonnenschein!

Blühende Fluren, schimmernde Städte,


Dreier Könige glückliche Länder
Schau ich begeistert, schau ich mit hoher,
Mit inniger Lust.

Auch meines Vaterlands Grenzen erblick ich,


Wo mich des Leben freundlich begrüßte,
Wo mich der Liebe hellige Sehnsucht
Glühend ergriff.

Sei mir gesegnet hier in der Ferne,


Liebliche Heimat!
Sei mir gesegnet, Land meiner Träume,
Kreis meiner Lieben, sei mir gegrüßt!

On the Riesenkoppe
High on the summit of the mountain
I stand astonished.
Glowing and inspired, Holy Koppe,
conqueror of the heavens!

Into the distance


wanders my drunk, happy gaze;
Everywhere life, sumptuous growth,
everywhere sunshine!

Blooming fields, shimmering cities,


the happy lands of three kings
I see with excitement, I watch with high,
with inward pleasure.

I see also the border of my fatherland,


where life first greeted me with friendliness,
where the holy longing of love
first glowingly seized me.

I bless you here from far away,


o beloved homeland!
Be blessed, land of my dreams,
I send my loved ones my greetings.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 249 of 646
Translated to English by Emily Ezust

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An den Mond in einer Herbstnacht


Text by Aloys Wilhelm Schreiber (1761? 1763? - 1841)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 614 (1818), published 1832.

Freundlich ist dein Antlitz,


Sohn des Himmels!
Leis sind deine Tritte
Durch des Äthers Wüste,
Holder Nachtgefährte!

Dein Schimmer ist sanft und erquickend,


Wie das Wort des Trostes
Von des Freundes Lippe,
Wenn ein schrecklicher Geier
An der Seele nagt.

Manche Träne siehst du,


Siehst so manches Lächeln,
Hörst der Liebe trauliches Geflüster,
Leuchtest ihr auf stillem Pfade;
Hoffnung schwebt auf deinem Strahle,
Herab zum stillen Dulder,
Der verlassen geht
Auf bedorntem Weg.

Du siehst auch meine Freunde,


Zerstreut in fernen Landen:
Du gießest deinem Schimmer
Auch auf die frohen Hügel,
Wo ich oft als Knabe hüpfte,
Wo oft bei deinem Lächeln
Ein unbekanntes Sehnen
Mein junges Herz ergriff.

Du blickst auch auf die Stätte,


Wo meine Lieben ruhn,
Wo der Tau fällt auf ihr Grab,
Und die Gräser drüber wehn
in dem Abendhauche.

Doch dein Schimmer dringt nicht


In die dunkle Kammer,
Wo sie ruhen von des Lebens Müh'n,
Wo auch ich bald ruhen werde!
Du wirst geh'n
Und wiederkehren,
Du wirst seh'n
Noch manches Lächeln;
Dann werd' ich nicht mehr lächeln,
Dann werd' ich nicht mehr weinen,
Mein wird man nicht mehr gedenken
Auf dieser schönen Erde.

To the moon on an autumn night


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 250 of 646
Friendly is your face,
son1 of the sky!
Gentle are your steps
through the wasteland of ether,
lovely night companion!

Your glow is gentle and refreshing,


like words of solace
from the lips of a friend
when some terrible woe
gnaws on the soul.

You see many tears,


and many smiles;
you hear the intimate whispers of lovers,
and light their silent way;
hope floats down on your rays
to the silent suffering one;
the forsaken one continues
on his thorny way.

You see also my friends,


scattered in far lands:
you pour your light
also on those cheerful hills
where as a boy I often played and jumped,
and where, at your smile,
an unknown longing
gripped my young heart.

You gaze down also on those places


where my loved ones rest,
where the dew falls upon their graves
and the grass above them waves
in the evening breeze.

Yet your light does not penetrate


the dark chamber
where they rest from life's misery,
where soon I shall rest as well!
You shall go
and then return;
you shall see
many a smile yet;
but I will smile no more
and weep no more;
no one will think about me again
upon this fair earth.

Translated to English by Emily Ezust


1
Translator's note: In German, "moon" is a masculine noun. Substitute "daughter" if you prefer!
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Thronend auf erhabnem Sitz


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), "Der Triumph der Liebe" [fragment].
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 62
Goto: French Translation

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 251 of 646
Thronend auf erhabnem Sitz
Schwingt Kronion seinen Blitz;
Der Olympus schwankt erschrocken,
Wallen zürnend seine Locken -

Du haut de son trône


Du haut de son trône
Jupiter lance sa foudre
dans un élan de colère.
L'Olympe en tremble de frayeur.

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Einsamkeit
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 620 (1818).

"Gib mir die Fülle der Einsamkeit."


Im Tal, von Blüten überschneit,
Da ragt ein Dom, und nebenbei
In hohem Stile die Abtei:
Wie ihr Begründer, fromm und still,
Der Müden Hafen und Asyl,
Hier kühlt mit heiliger Betauung,
Die nie versiegende Beschauung.
Doch den frischen Jüngling quälen
Selbst in gottgeweihten Zellen
Bilder, feuriger verjüngt;
Und ein wilder Strom entspringt
Aus der Brust, die er umdämmt,
Und in einem Augenblick
Ist der Ruhe zartes Glück
Von dem Wellen weggeschwemmt.

"Gib mir die Fülle der Tätigkeit."


Menschen wimmeln weit und breit,
Wagen kreuzen sich und stäuben,
Käufer sich um Läden treiben,
Rotes Gold und holler Stein
Lockt die Zögernden hinein,
Und Ersatz für Landesgrüne
Bieten Maskenball und Bühne.
Doch in prangenden Palästen,
Bei der Freude lauten Festen,
Sprießt empor der Schwermut Blume,
Senkt ihr Haupt zum Heiligtume
Seiner Jugend Unschuldlust,
Zu dem blauen Hirtenland
Und der lichten Quelle Rand.
Ach, daß er hinweggemußt!

"Gib mir das Glück der Geselligkeit!"


Gefährten, freundlich angereiht
Der Tafel, stimmen Chorus an

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 252 of 646
Und ebenen die Felsenbahn!
So geht's zum schönen Hügelkranz
Und abwärts zu des Stromes Tanz,
Und immer mehr befestiget sich Neigung
Mit treuer, kräftiger Verzweigung.
Doch, wenn ihm die Freunde schieden,
Ist's getan um seinen Frieden.
Ihn bewegt der Sehnsucht Schmerz,
Und er schauet himmelwärts:
Das Gestirn der Liebe strahlt.
Liebe, Liebe ruft die laue Luft,
Liebe, Liebe atmet Blumenduft,
Und sein Inn'res Liebe hallt.

"Gib mir die Fülle der Seligkeit."


Nun wandelt er in Trunkenheit
An ihrer Hand in schweigenden Gesprächen,
Nun wandelt er an ihrer Hand
Im Buchengang, an weißen Bächen,
Und muß er auch durch Wüsteneien,
Ihm leuchtet süßer Augen Schein;
Und in der feindlichsten Verwirrung
Vertrauet er der holden Führung.
Doch die Särge großer Ahnen,
Siegerkronen, Sturmesfahnen
Lassen ihn nicht fürder ruh'n:
Und er muß ein Gleiches tun,
Und wie sie unsterblich sein.
Sieh, er steigt aufs hohe Pferd,
Schwingt und prüft das blanke Schwert,
Reitet in die Schlacht hinein.

"Gib mir die Fülle der Düsterkeit."


Da liegen sie im Blute hingestreut
Die Lippe starr, das Auge wild gebrochen,
Die erst dem Schrecken Trotz gesprochen.
Kein Vater kehrt den Seinen mehr,
Und heimwärts kehrt ein ander Heer,
Und denen Krieg das Teuerste genommen,
Begrüßen nun mit schmerzlichem Willkommen!
So deucht ihm des Vaterlandes Wächter
Ein ergrimmter Bruderschlächter,
Der der Freiheit edel Gut
Düngt mit rotem Menschenblut.
Und er flucht dem tollen Ruhm
Und tauschet lärmendes Gewühl
Mit dem Forste, grün und kühl,
Mit dem Waldesleben um.

"Gib mir die Weihe der Einsamkeit."


Durch dichte Tannendunkelheit
Dringt Sonnenblick nur halb und halb,
Und färbet Nadelschichten falb.
Der Kuckuck ruft aus Zweiggeflecht,
An grauser Rinde pickt der Specht,
Und donnert über Klippenhemmung
Ergeht des Gießbachs kühne Strömung.
Was er wünschte, was er liebte,
Ihn erfreute, ihn betrübte,
Schwebt mit sanfter Schwärmerei
Wie im Abendrot vorbei.
Jünglings Sehnsucht, Einsamkeit,
Wird dem Greisen nun zuteil,
Und ein Leben rauh und steil
Führte doch zur Seligkeit.

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Abschied Page 253 of 646

Solitude
"Give me my fill of solitude."
In the valley, snowed over with blossoms,
there towers a cathedral, and nearby
in the high style, the abbey:
like its founder, pious and still,
a haven and asylum for the weary;
here, cooled by sacred refreshment,
contemplation never ends.
But the fresh young man is tormented,
even in his consecrated cell,
by fiery, rejuvenating images;
and a wild storm springs forth
from his breast; he seeks to suppress it
but in the blink of an eye
his peace and fragile happiness
are swept away by the torrent.

"Give me my fill of action."


People teem far and wide,
coaches cross each other and kick up dust,
customers bustle about the shops,
red gold and pleasing stones
tempt the hesitant inside,
and as a substitute for the green countryside
there are offered masked balls and theatricals.
But in the resplendent palaces,
amid the joy of noisy celebrations,
springs up the flower of melancholy,
and lowers her head toward the sanctuary
of his innocent youth -
to the blue land of shepherds
and the edge of the bright stream.
Alas, that he ever departed!

"Give me the pleasure of company!"


Friendly companions, seated in a row
at the table, sing in a chorus
and help smooth the rocky path of life!
So it goes up to the crown of the beautiful hill
and down to the river's dancing,
our affection grows ever stronger
with true, strong reaching out.
But when his friends have parted
his peace is also gone.
He is preoccupied by the pain of longing,
and he gazes heavenwards:
the star of Love is shining.
Love, love calls in the balmy air;
Love, love breathes flower's fragrances,
and love reverberates in his inner being.

"Give me my fill of bliss."


Now he walks, intoxicated
by her hand in his, a silent conversation;
now he walks, hand-in-hand with her,
among the beeches, beside the white foamy brook,
and if he must walk through wastelands,
the shine of her sweet eyes will light his path;
and in the most hostile confusion
he will trust his gentle guide.
But the tombs of his great ancestors,
the crowns of conquerors, the battle standards,
allow him no further peace:
and he must do exactly as they,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 254 of 646
and be immortal like them.
Look, he is climbing on to his tall horse,
Brandishing and testing his shining sword;
and he rides off into battle.

"Give me my fill of gloom."


There they lie, stretched out in the blood,
their lips stiff, their eyes wild and broken,
they who first defied their fear.
No father returns to his family,
and there returns home a very different army.
Those whom war has robbed of their dearest ones,
greet them now with sad welcome!
So now the guardians of his fatherland
seem like grim fratricides,
who nurture the noble goodness of freedom
with the red blood of mankind.
And he curses frantic fame
and exchanges the noisy, milling crowd
for the forest, green and cool -
for a life in the wood.

"Give me the consecration of solitude."


Through the dense darkness of pines
the sun's gaze penetrates only half and half,
and paints the layers of needles pale yellow.
The cuckoo calls from the thicket;
on the grey bark the woodpecker pecks,
and thundering over the rocky barrier
the streaming brook indulges its bold torrent.
Whatever he desired, whatever he loved,
whatever delighted him, whatever troubled him,
sweeps past with gentle rapture,
as if amid a sunset.
The youth's longing for solitude
becomes the old man's portion,
and a life rough and precarious
has yet led to happiness.

Translated to English by Emily Ezust

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Der Blumenbrief
Text by Aloys Schreiber (1761? 1763? - 1841)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 622 (1818).

Euch Blümlein will ich senden


Zur schönen Jungfrau dort,
Fleht sie mein Leid zu enden
Mit einem guten Wort.

Du Rose kannst ihr sagen,


Wie ich in Lieb' erglühn',
Wie ich um sie muß klagen
Und weinen spät und früh.

Du, Myrte, flüstre leise


Ihr meine Hoffnung zu,
Sag': auf des Lebens Reise

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 255 of 646
Glänzt ihm kein Stern als du.

Du Ringelblume deute
Ihr der Verzweiflung Schmerz;
Sag' ihr: des Grabes Beute
Wird ohne dich sein Herz.

A message of flowers
You flowers will I send
to that lovely young woman there,
to beg her to end my misery
with one kind word.

You roses can tell her


how I burn with love,
how I pine for her
and weep night and day.

You myrtle, whisper gently


to her of my hopes;
say that in his life's journey
no star shines for him but you.

You marigold, describe to


her the pain of my despair;
tell her: the grave will steal
his heart without you.

Translated to English by Emily Ezust

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Das Marienbild
Text by Aloys Schreiber (1761? 1763? - 1841)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 623 (1818).

Sei gegrüßt, du Frau der Huld


Und der reinen, schönen Minne,
Ohne Makel, ohne Schuld
Und von demutsvollem Sinne!

Fromme Einfalt wölbte dir


Diese ärmliche Kapelle,
In den Stamm der Eiche hier,
Ohne Säulen, ohne Schwelle.

Vögelein auf jedem Ast


Singen deinem Kindlein Lieder,
Durch's Gezweig im goldnen Glast
Steigen Engel auf und nieder.

Und dem Herzen wird so leicht,


Wär es auch von Gram umsponnen,
Und dem Pilger wird gereicht
Labung aus dem Gnadenbronnen.

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Abschied Page 256 of 646

Wohl ein Hüttlein baut ich gern


Hier im stillen Waldesgrunde,
Daß mir dieser Meeresstern
Leuchte nun um jede Stunde;

Daß in diesem kleinen Raum


Mir der Himmel angehöre,
Daß kein banger, böser Traum
Meinen letzen Schlummer störe.

Input by Richard Morris

The Image of Madonna


I greet you, Lady of Grace
and of pure, beautiful love -
Lady without tarnish, without guilt,
and with a mind full of humility!

Pious innocence has raised to you


this simple chapel,
in the trunk of this oak-tree here,
without pillars, without a threshhold.

Little birds on every branch


sing songs to your child,
and through the boughs in golden radiance
angels fly up and down.

Hearts grow so light here


that were contorted in grief,
and the pilgrim is refreshed
in the fountain of grace.

I would gladly build a hut


here in this quiet wood,
so that this star of the sea
could illuminate my every hour;

so that in this small space


heaven would listen to me,
so that no anxious, wicken dreams
would disturb my last slumber.

Translated to English by Emily Ezust

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Das Abendrot
Text by Aloys Schreiber (1761? 1763? - 1841)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 627, op. 173 no. 6 (1818).

Du heilig, glühend Abendrot!


Der Himmel will in Glanz zerrinnen;
So scheiden Märtyrer von hinnen,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 257 of 646
Hold lächelnd in dem Liebestod.

Des Aufgange Berge still und grau,


Am Grab des Tags die hellen Gluten;
Der Schwan auf purpuroten Fluten,
Und jeder Halm im Silbertau!

O Sonne, Gottesstrahl, du bist


Nie herrlicher, als im Entfliehn!
Du willst uns gern hinüberziehn,
Wo deines Glanzes Urquell ist.

The glow of sunset


Sacred, glowing sunset!
The sky positively melts into splendour;
thus do martyrs depart,
smiling sweetly as they die for love.

The mountains, still and grey at dawn,


are bright with fire as the day dies;
the swan on purple-red water,
every blade glistening with silver dew!

O sun, God's light, you are


never more magnificent than when you are withdrawing!
You draw us gladly after you
to find the source of your resplendence.

Translated to English by Emily Ezust

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Sonnet I
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845) after Francesco Petrarca (1304-1374)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 628 (1818).

Apollo, lebet noch dein hold Verlangen,


Das an thessal'scher Flut die blonden Haare
In dir entflammt, und ist's im Lauf der Jahre,
Nicht unter in Vergessenheit gegangen:

Vor Frost und Nebeln, welche feindlich hangen,


Solang' sich uns dein Antlitz birgt, das klare,
Jetzt dies geehrte heil'ge Laub bewahre,
Wo du zuerst, und ich dann ward gefangen.

Und durch die Kraft von dem verliebten Hoffen,


Das in der Jugend dich nicht ließ vergehen,
Laß, von dem Druck befreit, die Luft erwarmen.

So werden wir, vom Staunen froh getroffen,


Im Grünen uns're Herrin sitzen seh'n,
Und sich beschatten mit den eignen Armen.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 258 of 646

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Sonnet II
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845) after Francesco Petrarca (1304-1374)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 629 (1818).

Allein, nachdenklich, wie gelähmt vom Krampfe,


Durchmess' ich öde Felder, schleichend träge,
Und wend' umher den Blick, zu fliehn die Stege,
Wo eine Menschenspur den Sand nur stampfe.

Nicht andre Schutzwehr find' ich mir im Kampfe


Vor dem Erspäh'n des Volks in alle Wege,
Weil man im Tun, wo keine Freude rege,
Von außen lieset, wie ich innen dampfe.

So daß ich glaube jetzt, Berg und Gefilde,


Und Fluß und Waldung weiß, aus welchen Stoffen
Mein Leben sei, das sich verhehlt jedweden.

Doch find' ich nicht so rauhe Weg' und wilde,


Daß nicht der Liebesgott mich stets getroffen.
Und führt mit mir, und ich mit ihm dann Reden.

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Wer die steile Sternenbahn


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), "Der Triumph der Liebe" [fragment].
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 63.

Wer die steile Sternenbahn


Ging dir heldenkühn voran
Zu der Gottheit Sitze?
Wer zerriß das Heiligtum,
Zeigte dir Elysium
Durch des Grabes Ritze?

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Sonnet III
Text by Johann Diederich Gries (1775-1842) after Francesco Petrarca (1304-1374), sonnet
164?

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 630 (1818).

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 259 of 646
l Also set in the original Italian by Claudio Monteverdi (1567-1643), 1638. [choral]

Nunmehr, da Himmel, Erde schweigt und Winde,


Gefieder, Wild des Schlummers Bande tragen,
Die Nacht im Kreise führt den Sternenwagen,
Und still das Meer sich senkt in seine Gründe:

Nun wacht' ich, nun sinn' ich, glüh' und wein' und finde
Nur sie, die mich verfolgt mit süßen Plagen.
Krieg ist mein Zustand, Zorn und Mißbehagen:
Nur, denk' ich sie, winkt Friede mir gelinde.

So strömt, was mich ernährt, das Süß' und Herb',


Aus eines einz'gen Quell's lebend'gem Strahle,
Dieselbe Hand gibt Hellung mir und Wunden.

Und daß mein Leiden nie ein Ziel erreiche, sterb'


Und ersteh' ich täglich tausendmale,
So weit entfernt noch bin ich, zu gesunden.

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Blanka
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 631 (1818), published 1885.

Wenn mich einsam Lüfte fächeln,


Muß ich lächeln,
Wie ich kindisch tändelnd kose
Mit der Rose.
Wären nicht die neuen Schmerzen,
Möcht ich scherzen;

Könnt' ich, was ich ahnde, sagen,


Würd' ich klagen,
Und auch bange hoffend fragen:
Was verkündet meine Lose?
Tandl' ich gleich mit Scherz und Rose,
Muß ich lächelnd dennoch klagen.

Input by Richard Morris

Blanka
When I am lonely and breezes fan me,
I must smile
as I did when I loitered childlike
and caressed the roses.
Were it not for new griefs,
I would laugh and joke;

If I could say what I feel,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 260 of 646
I would lament
and ask with anxious hope:
what does the future hold?
For if I tarry with jokes and roses,
I must then lament with a smile.

Translated to English by Emily Ezust

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Vom Mitleiden Mariae


Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 632 (1818).

Als bei dem Kreuz Maria stand,


Weh über Weh ihr Herz empfand
Und Schmerzen über Schmerzen;
Das ganze Leiden Christi stand
Gedruckt in ihrem Herzen.

Sie ihren Sohn muß bleich und tot


Und überall von Wunden rot
Am Kreuze leiden sehen.
Gedenk', wie dieser bitt're Tod
Zu Herzen ihr mußt' gehen.

Mary's compassion
As by the Cross Maria stood
Woe upon woe invaded her heart
and anguish upon anguish;
The whole of Christ's sorrow lay
pressed in her heart.

She must her son ,pale and dead


and covered with bloody wounds,
on the cross, alas, see.
Thanks be, that this bitter death
to their hearts must go.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Der Schmetterling
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 633 (c1819), op. 57 no. 1.

Wie soll ich nicht tanzen,


Es macht keine Mühe,

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Abschied Page 261 of 646
Und reizende Farben
Schimmern hier im Grünen.

Immer schöner glänzen


Meine bunten Flügel,
Immer süßer hauchen
Alle kleinen Blüten.

Ich nasche die Blüten,


Ihr könnt sie nicht hüten.

Wie groß ist die Freude,


Sei's spät oder frühe,
Leichtsinnig zu schweben
Über Tal und Hügel.

Wenn der Abend säuselt,


Seht ihr Wolken glühen;
Wenn die Lüfte golden,
Scheint die Wiese grüner.

Ich nasche die Blüten,


Ihr könnt sie nicht hüten.

The butterfly
Why should I not dance?
It is no trouble to me,
and delightful colors
shimmer here in the green.

Ever fairer gleam


my colorful wings,
ever sweeter breathe
all the small blossoms.

I'm tasting the blossoms;


you cannot protect them!

How great is the joy,


be it late or early,
of floating lightly
over valley and hill.

When evening rustles,


you see the clouds glowing;
when the air turns golden,
the meadow seems greener.

I'm tasting the blossoms;


you cannot protect them.

Translated to English by Emily Ezust

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Die Berge
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 634, op. 57 no. 2 (c1819)

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 262 of 646

Sieht uns der Blick gehoben,


So glaubt das Herz, die Schwere zu besiegen,
Zu den Himmlischen oben
Will es dringen und fliegen;
Der Mensch emporgeschwungen,
Glaubt schon, er sei durch die Wolken gedrungen.

Bald muß er staunend merken,


Wie ewig fest wir auf uns selbst begründet;
Dann strebt in sichern Werken
Sein ganzes Tun, verbündet,
Vom Grunde nie zu wanken,
Und baut wie Felsen den Bau der Gedanken.

Und dann in neuen Freuden


Sieht er die kühnen Klippen spottend hangen;
Vergessend aller Leiden,
Fühlt er einzig Verlangen
An dem Abgrund zu scherzen,
Denn hoher Mut schwillt ihm in hohem Herzen.

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Widerschein
Text by Franz Xaver Freiherr von Schlechta (1796-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 639 (1819-20), published 1820.

Fischer lehnt am Bruckenbogen


Ach so lange Zeit;
Blicket sehnlich in die Wogen,
Denn sie ist noch weit! -

Und sie schleichet um den Hügel,


Und das holde Bild
Leuchtet aus dem Wellenspiegel
Lächelnd und so mild.

Und er sieht's. Und durch Blumenränder


Schwimmt der süß Schein -
Und er hält sich am Geländer,
Sonst zieht's ihn hinein!

Input by Richard Morris

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Majestät'sche Sonnenroße
Text by Friedrich von Schiller (1759-1805), "Der Triumph der Liebe" [fragment].
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 64

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 263 of 646
Majestät'sche Sonnenroße
Durch des Lichtes weiten Raum
Leitet Phöbus' goldner Zaum,
Völker stürzt sein rasselndes Geschoße;
Seine weißen Sonnenroße,
Seine rasselnden Geschoße,
Unter Lieb und Harmonie,
Ha! wie gern vergaß er sie!

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Abend
Text by Johann Ludwig Tieck (1773-1853), published 1902, from Musenalmanach.
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 645 (1819). Note: this was a five-page sketch.

Wie ist es denn, daß trüb und schwer


so alles kommt, vorüber zieht,
und wechselnd, quälend, immer leer,
das arme Herz in sich verglüht?

Kaum gekommen soll ich scheiden,


kaum entglommen löschen wieder
alle Freuden, und der Leiden
dunkle Wolke senkt sich nieder.

Aus den Lichtern in die Nacht,


aus den Augen, die mir tagen,
die mein ganzes Herz durchlacht,
bin ich wieder allen Plagen,

dem dürren Leben


zurückgegeben.
Wie flücht'ge Augenblicke
mein Glücke!

Wie lange, lange Dauer


der Trennung, düstre schwere Trauer!
Zurück zu kehren
und dich entbehren!

O als ich dich noch nicht gesehn,


da durfte Sehnsucht bei mir sein,
ein Hoffnungswind in meinen Wünschen wehn,
die Zukunft war ein heller Schein:

Jetzt muß ich vom Erinnern kaufen,


was ich kaum zerstreut empfand;
wieder durch die wüsten Haufen,
durch ein unbewohntes Land,

soll ich irre, klagend, schweifen,


und des Glückes goldne Streifen
auch die letzten, abgewandt.
Noch fühl' ich deine Hand,

Noch wie im Traume deine Küsse,


noch folgen mir die holden Blicke,
und die Empfindung, daß ich alles misse,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 264 of 646
bleibt bei mir zurücke.

O Hoffen, Schmachten, Liebesleid und Sehnen,


wie dürst' ich nach den süßen Tränen!
O tröste mich doch, eitles Wähnen,
so leer du bist, so tot, so nichtig!
Verlaßt ihr alle mich so flüchtig?

[ O Gegenwart, wie bist du schnell!


Vergangenheit, wie bist du klein!
O Zukunft, wie wirst du unendlich sein?
Unendlich wie am Himmelsbogen
die Sterne in die ew'gen Räume steigen,
so fühl' ich Stunden, Tage, Monden hergezogen,
und durch mein tiefstes Sein das trübe Schweigen,
um mich ein unvergänglich Meer von schwarzen Wogen,
und ach! kein grünes Ufer will sich zeigen! ]1

Evening
Why is it then, that everything is dull and heavy
as it comes and goes,
and that, changeable, tormented and ever empty,
my poor heart is growing cold?

Hardly have I arrived than I must go;


hardly have they been kindled than
all joys must be extinguished and a
dark cloud of sorrow descend.

From those lights in the darkness,


those eyes that suffuse
my heart with laughter and joy,
I am again pulled back into misery,

to my dreary life
pulled back again.
What a fleeting moment
is my happiness!

What a long, long time


this dull, heavy sorrow of parting lasts!
How can I turn back
and be deprived of you?

O when I had never yet seen you,


I could live with longing,
for a wind of hope would fan my desires,
and the future was bright:

Now I must buy from my memories


that which I can hardly feel, so sparse it is now;
once again, through the desolate crowd,
through an unknown land,

I must wander lamenting,


as the golden thread of happiness,
the last one, is lost.
I still feel your hand,

as if in a dream; I still feel your kisses,


and you still follow me with a lovely gaze;
and the feeling that all is lost
remins behind with me.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 265 of 646

O hope, O languor, o pain of love and longing,


how I thirst for sweet tears!
O comfort me, vain delusion,
even though you are so empty and dead!
Must you abandon me so quickly?

O Present, how swift you are!


O Past, how small you are!
O Future, how can you be so unending?
Limitless like the arching heavens,
the stars climbing in eternal space;
so I feel each hour and day, as the moons come forth,
and throughout the dull silence of my existence,
about me lies an imperishable ocean of dark waves
and ah! no green bank will show itself!

Translated to English by Emily Ezust


1added by Schubert.
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Die Gebüsche
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 646 (1819).

Es wehet kühl und leise


Die Luft durch dunkle Auen,
Und nur der Himmel lächelt
Aus tausend hellen Augen.
Es regt nur eine Seele
Sich in des Meeres Brausen,
Und in den leisen Worten,
Die durch die Blätter rauschen.
So tönt in Welle Welle,
Wo Geister heimlich trauern;
So folgen Worte Worten,
Wo Geister Leben hauchen.
Durch alle Töne tönet
Im bunten Erdentraume
Ein leiser Ton gezogen,
Für den, der heimlich lauschet.

The bushes
It blows cool and gentle
the wind across the dark meadows,
and only Heaven smiles
from a thousand bright eyes.
It rained on one soul only
in the spray from the sea,
And in the soft words,
that rustled through the leaves.
So it sounded in the waves,
where spirits mourned secretly;
So word followed word,
where the spirits of life breathe.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 266 of 646
Through all the sounds heard
in the pageant of life's dreams
a gentler sound emerges;
For those, the secret ones listen.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Der Wanderer
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 649.

Wie deutlich des Mondes Licht


Zu mir spricht,
Mich beseelend zu der Reise;
"Folge treu dem alten Gleise,
Wähle keine Heimat nicht.
Ew'ge Plage
Bringen sonst die schweren Tage;
Fort zu andern
Sollst du wechseln, sollst du wandern,
Leicht entfliehend jeder Klage."

Sanfte Ebb und hohe Flut,


Tief im Mut,
Wandr' ich so im Dunkeln weiter,
Steige mutig, singe heiter,
Und die Welt erscheint mir gut.
Alles reine
Seh ich mild im Widerschein,
Nichts verworren
In des Tages Glut verdorren:
Froh umgeben, doch alleine.

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Abendbilder
Text by Johann Peter Silbert (1772?/7?-1844)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 650 (1819).

Still beginnt's im Hain zu tauen,


Ruhig webt der Dämm'rung Grauen
Durch die Glut
Sanfter Flut,
Durch das Grün umbuschter Auen,
So die trunk'nen Blicke schauen.

Sieh', der Raben Nachtgefieder


Rauscht auf ferne Eichen nieder;
Balsamduft

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 267 of 646
Haucht die Luft.
Philomelens Zauberlieder,
Hallet zart die Echo wider.

Horch! des Abendglöckleins Töne


Mahnen ernst der Erde Söhne,
Daß ihr Herz,
Himmelwärts
Sinnend ob der Heimat Schöne,
Sich des Erdentands entwöhne.

Durch der hohen Wolken Riegel


Funkeln tausend Himmelssiegel,
Lunas Bild
Streuet mild
In der Fluten klaren Spiegel
Schimmernd Gold auf Flur und Hügel.

Von des Vollmonds Widerscheine


Blitzet das bemooste, kleine
Kirchendach.
Aber ach!
Ringsum decken Leichensteine
Der Entschlummerten Gebeine.

Ruht, o Traute! von den Wehen,


Bis beim großen Auferstehen
Aus der Nacht
Gottes Macht
Einst uns ruft, in seiner Höhen
Ew'ge Wonnen einzugehen.

Evening images
Quietly the dew begins to form in the grove,
calmly the grey dusk weaves itself
between the glow of sunset
in the smooth waters,
and through the green meadows surrounded by bushes;
so it distorts things as we watch.

Look! the ravens' nocturnal flight


makes the distant oaks rustle as they descend;
the scent of balsam
is wafted about by the air.
Philomel's magic songs
resound tenderly as Echo repeats them.

Hark! the tones of vesper bells


earnestly remind the sons of earth
that their hearts
turned heavenwards
should reflect on the beauty of that dwelling-place
and be weaned of the things of this world.

Through the barrier of the high clouds


sparkle a thousand heavenly stars;
the image of the moon
shines mildly
into the water's clear mirror,
spilling gold on meadow and hill.

By the light of the full moon's reflection


gleams the small, moss-covered

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 268 of 646
church roof.
But ah!
All around it, tombstones cover
the bones of the deceased.

Rest, o beloved ones, from your pains,


until the great resurrection,
when from the night,
God's power
will call us forth to go
to the lofty heights of eternal bliss.

Translated to English by Emily Ezust

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Himmelsfunken
Text by Johann Peter Silbert (1772?/7?-1844)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 651 (1819)

Goto: French Translation

Der Odem Gottes weht,


Still wird die Sehnsucht wach;
Das trunk'ne Herz vergeht
In wundersüßen Ach.

Wie löst sich äthermild


Der Erde schweres Band!
Die heil'ge Träne quillt,
Ach, nach des Himmels Land.

Wie mächtig hebt das Herz


Sich zu den blauen Höh'n!
Was machst vor süßem Schmerz
Es ach! so zart vergehn? -

O süßer Hochgenuß!
Mild, wie des Himmels Tau,
Winkt Gottes Feiergruß
Hoch aus dem stillen Blau!

Und das verwaiste Herz


Vernimmt den stillen Ruf,
Und sehnt sich heimatwärts
Zum Vater, der es schuf!

Heavenly sparks
The breath of God blows gently,
and silently, longing awakens;
the intoxicated heart faints
in wonderfully sweet agony.

How it dissolves in the mild air -


the heavy bonds of earthly life!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 269 of 646
Sacred tears flow,
alas! for that heavenly land.

How powerfully does the heart lift itself


toward those blue heights!
But alas! why, with such sweet pain,
does it so tenderly faint? -

O sweet bliss!
Mildly, like the dew of heaven,
does God's solemn greeting beckon
from high in the still blue!

And the orphaned heart


hears the quiet call,
and longs to return home
to the Father who created it!

Etincelles célestes
Sous la caresse du souffle de Dieu
S'éveille en silence notre langueur.
Grisé, notre coeur s'abandonne
Au plus délicieux tourment.

Avec quelle douceur se dénouent


Les lourdes chaînes de la terre
Cependant que de nos yeux rivés sur le ciel
Jaillissent des larmes sacrées!

Avec quelle puissance s'élève notre coeur


Vers les hauteurs célestes!
Quelle est cette exquise douleur
Qui l'emporte ainsi pour toujours?

Ô douce volupté!
Rompant le silence de l'azur,
Dieu nous lance son solennel appel
Qui a pour nous la fraîcheur de la rosée.

Et notre coeur orphelin,


Entendant cette paisible voix,
Brûle de rejoindre la demeure
De son père créateur.

Translation to French by Virginie Bauzou, copyright © by Auditorium du Louvre

Translated to English by Emily Ezust


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Das Mädchen
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 652 (1819).

Wie so innig, möcht ich sagen,


Sich der Meine mir ergiebt,
Um zu lindern meine Klagen,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 270 of 646
Daß er nicht so innig liebt.

Will ich's sagen, so entschwebt es;


Wären Töne mir verliehen,
Flöß' es hin in Harmonien
Denn in jenen Tönen lebt es.

Nur die Nachtigall kann sagen,


Wie er innig sich ergiebt,
Um zu lindern meine Klagen,
Daß er nicht so innig liebt.

Input by Martin-Beatus Meier

The maiden
I would like to say that he is so ardent
and yields to my wishes
only to soothe my fears
that he doesn't really love me passionately.

But if I try to say it, the feeling disappears;


if I had been granted with the gift of music,
it would flow from me in harmony
for it lives in every note.

Only the nightingale can say


how ardent he is
to soothe my fears
that he doesn't really love me passionately.

Translated to English by Emily Ezust

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Bertas Lied in der Nacht


Text by Franz Grillparzer (1791-1872)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 653 (1819), published c1842.

Nacht umhüllt
Mit wehendem Flügel
Täler und Hügel
Ladend zur Ruh'.

Und dem Schlummer


Dem lieblichen Kinde,
Leise und linde
Flüstert sie zu:

"Weißt du ein Auge,


Wachend im Kummer,
Lieblicher Schlummer,
Drücke mir's zu!"

Fühlst du sein Nahen?


Ahnest du Ruh?

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 271 of 646
Alles deckt der Schlummer,
Schlumm're du, schlumm're auch du.

Input by Richard Morris

Bertha's song in the night


Night envelops,
with fluttering wing,
the valleys and hills,
bidding them to rest.

And to Sleep,
that lovely child,
softly and mildly
she whispers:

"If you know an eye


that is awake from grief,
o lovely Sleep,
close it for me!"

Do you feel its closeness?


Do you sense peace?
Sleep spreads over everything.
Sleep, then sleep too.

Translated to English by Emily Ezust

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An die Freunde
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 654 (1819), published 1842?

Im Wald, im Wald da grabt mich ein,


Ganz stille, ohne Kreuz und Stein;
Denn was ihr türmet, überschneit
Und überwindet Winterszeit.

Und wann die Erde sich verjüngt


Und Blumen meinem Hügel bringt,
Das freut euch, Guten, freuet euch!
Dies alles ist dem Toten gleich.

Doch nein, denn eure Liebe spannt


Die Aste in das Geisterland,
Und die euch führt zu meinem Grab,
Zieht mich gewaltiger herab.

Input by Richard Morris

To my friends
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 272 of 646
In the forest, in the forest, bury me there:
completely silently, without cross and stone;
for whatever you pile up will be snowed over
or blown down by Winter.

And when the earth grows young again


and my grave brings flowers forth,
rejoice, good people, rejoice!
It is all the same to the dead.

Yet no, for your love stretches


its branches into the land of the spirits,
and that which draws you to my grave,
pulls me even more powerfully downward.

Translated to English by Emily Ezust

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Wenn alle untreu werden


Text by Novalis (1772-1801)

Set by

l Johann Karl Gottfried Loewe (1796-1869), "Wenn alle untreu werden", op. 22, Heft I, no.
2 (1822), rev. 1855.
l Franz Schubert (1797-1828), "Hymne III", D. 661 (1819).

Wenn alle untreu werden,


So bleib' ich dir doch treu;
Daß Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb' ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.

Oft muß ich bitter weinen,


daß du gestorben bist,
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergißt.
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan,
Und doch bist du verklungen,
Und keiner denkt daran.

[ Du stehst voll treuer Liebe


Noch immer jedem bei;
Und wenn dir keiner bliebe,
So bleibst du dennoch treu;
Die treuste Liebe sieget,
Am Ende fühlt man sie,
Weint bitterlich und schmieget
Sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden,


O! lasse nicht von mir;
Laß innig mich verbunden
Auf ewig sein mit dir.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 273 of 646
Einst schauen meine Brüder
Auch wieder himmelwärts,
Und sinken liebend nieder,
Und fallen dir ans Herz. ]1

When all become unfaithful


Even if everyone else is unfaithful
I will remain loyal to You,
so that gratitude on earth
will not die out.
For my sake You embraced sorrow;
for my sake You perished in agony;
thus I joyfully give You
this heart forever.

Often I must weep bitterly


because You died,
and many of Your servants
forgot You for their entire lives.
Only because You were suffused with love
did you do so much;
and yet you died
and no one thinks about it.

You stand, full of loyal love,


by every person;
and even if no one stayed for You,
You would remain true even so;
the most constant love triumphs,
for at the end, people feel it,
weep bitterly, and cluster
like children about Your knee.

I have sensed you,


O! do not leave me;
let me be inwardly linked
eternally with you.
One day my brothers will gaze
heavenwards again
and droop lovingly down
to fall upon your heart.

Translated to English by Emily Ezust


1
not set by Schubert.
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Hymne IV
Text by Novalis (1772-1801)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 662 (1819).

Ich sag' es jedem, daß er lebt


Und auferstanden ist,
Daß er in unsrer Mitte schwebt
Und ewig bei uns ist.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 274 of 646

Ich sag' es jedem, jeder sagt


Es seinen Freunden gleich,
Daß bald an allen Orten tagt
Das neue Himmelreich.

Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn


Erst wie ein Vaterland;
Ein neues Leben nimmt man hin
Entzückt aus seiner Hand.

Hinunter in das tiefe Meer


Versank des Todes Graun,
Und jeder kann nun leicht und hehr
In seine Zukunft schaun.

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Kantate zum Geburtstag des Sängers Johann


Michael Vogl
Text by Albert Stadler (1794-1888)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 666 (1819).

Sänger, der von Herzen singet


Und das Wort zum Herzen bringet,
Bei den Tönen deiner Lieder
Fällt's wie sanfter Regen nieder,
Den der Herr vom Himmel schickt,
Und die dürre Flur erquickt!

Diese Berge sah'n dich blühen,


Hier begann dein Herz zu glühen,
Für die Künstlerhöh'n zu schlagen,
Die der Wahrheit Krone tragen;
Der Natur hast du entwandt,
Was die Kunst noch nicht verstand.

Da saht ihr Oresten scheiden,


Jakob mit der Last der Leiden,
Saht des Arztes Hoffnung tagen,
Menschlichkeit am Wasserwagen;
Saht, wie man sich Linen sucht,
Bräute holt aus Bergesschlucht.

In der Weihe deiner Würde


Stehst du, aller Sänger Zierde,
Auf Thaliens Tempelstufen,
Hörst um dich des Beifalls Rufen,
Doch ein Kranz ein Sinngedicht,
Ist der Lohn des Künstlers nicht.

Wenn dich einst in greisen Tagen


Deines Lebens Mühen plagen,
Willst du nicht zur Heimat wandern?
Laß die Helden einem Andern,
Nur von Agamemnons Sohn
Trag die treue Brust davon.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 275 of 646
Gott bewahr' dein teures Leben,
Heiter, spiegelklar und eben,
Wie das Tönen deiner Kehle
Tief herauf aus voller Seele;
Schweigt dann einst des Sängers Wort,
Tönet doch die Seele fort.

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Guarda che bianca luna!


Text by Jacopo Vittorelli (1749-1835)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 668 no. 2 (1820), published 1871.

Guarda che bianca luna!


Guarda che notte azzurra!
Un'aura non susurra,
Nò, non tremola uno stel.

L'usignuoletto solo
Va dalla siepe all'orno,
E sospirando intorno
Chiami la sua fedel.

Ella, ch' el sente oppena,


Vien di fronda in fronda,
E pare che gli dica,
Nò, non piangere: son qui.

Che gemiti son questi!


Che dolci pianti Irene,
Tu mai non me sapesti
Rispodere cosi!

Input by Richard Morris

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Da quel sembiante appresi


Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 668 no. 3 (1820), published 1871.

Da quel sembiante appresi


A sospirand' amore
Sempre per quel sembiante
Sospirerò d'amore.

La face a cui m'accesi


Solo m'alletta e piace,
E fredda ogn'altra face
Per riscaldarmi il cuore.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 276 of 646
Input by Richard Morris

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Mio ben ricordati


Text by Pietro Metastasio (1698-1782)

Set by

l Mikhail Ivanovich Glinka (1804-1857), stanza 1, note: also set in Russian


l Franz Schubert (1797-1828), D. 668 no. 4 (1820), published 1871.

Mio ben ricordati,


Se avvien, ch'io mora:
Quanto quest' anima
Fedel t'amò.

E se pur amano
Le fredde ceneri;
Nell' urna ancora
T'adorerò.

Input by Richard Morris

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Beim Winde
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 669 (1819), published 1829.

Es träumen die Wolken,


die Sterne, der Mond,
Die Bäume, die Vögel,
die Blumen, der Strom,
Sie wiegen und schmiegen
sich tiefer zurück,
Zur ruhigen Stätte,
zum tauigen Bette,
zum heimlischen Glück.

Doch Blättergesäusel
Und Wellengekräusel
Verkünden Erwachen;
Denn ewig geschwinde,
Unruhige Winde,
Sie stöhnen, sie fachen
Erst schmeichelnde Regung,
Dann wilde Bewegung;
Und dehnende Räume
Verschlingen die Träume.
Im Busen, im reinen,
Bewahre die Deinen;
Es ströme dein Blut,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 277 of 646
Vor rasenden Stürmen
Besonnen zu schirmen
Die heilige Glut.

In the wind
They are dreaming - the clouds,
the stars, the moon,
the trees, the birds,
the flowers, the stream;
they shake and nestle
themselves deeper back
to that peaceful little place,
to the dewy bed,
to that secret joy.

But the rustling leaves


and rippling waves
proclaim an awakening;
for eternally swift,
restless winds -
they moan and blow,
first with a flattering movement,
then with wild motion;
and stretching space
now devours the dreams.
In your heat, your pure heart,
guard your own dreams;
your blood flows
against rushing storms,
prudently to shade
their sacret glow.

Translated to English by Emily Ezust

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Die Sternennächte
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 165 no. 2, D. 670 (1819), published 1862.

In monderhellten Nächten
Mit dem Geschick zu rechten,
Hat diese Brust verlernt.
Der Himmel, reich besternt,
Umwoget mich mit Frieden;
Da denk' ich, auch hienieden
Gedeihet manche Blume;
Und frischer schaut der stumme,
Sonst trübe Blick hinauf
Zu ew'ger Sterne Lauf.

Auf ihnen bluten Herzen,


Auf ihnen quälen Schmerzen,
Sie aber strahlen heiter.
So schließ' ich selig weiter:

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 278 of 646
Auch unsre kleine Erde,
Voll Mißton und Gefährde,
Sich als ein heiter Licht
Ins Diadem verflicht;
So werden Sterne
Durch die Ferne!

The starry nights


On moonlit nights,
how to argue with fate
my heart forgets.
The heavens, rich with stars,
fill me with a sense of peace;
and I think: even here
bloom many flowers;
and more freshly do I gaze with my silent,
yet troubled look,
up to the course of the eternal stars.

On them, hearts do bleed;


on them, pains do torture;
yet they continue to shine cheerfully.
So it happily occurs to me
that our small earth too,
full of discord and danger,
is a cheerful light
interlaced into this diadem;
thus appear the stars
from a distance!

Translated to English by Emily Ezust

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Trost
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 671 (1819).

Goto: French Translation

Hörnerklänge rufen klagend


Aus des Forstes grüner Nacht,
In das Land der Liebe tragend,
Waltet ihre Zaubermacht.
Selig, wer ein Herz gefunden,
Das sich liebend ihm ergab,
Mir ist jedes Glück entschwunden,
Denn die Teure deckt das Grab.

Tönen aus des Waldes Gründen


Hörnerklänge an mein Ohr,
Glaub' ich wieder sie zu finden,
Zieht es mich zu ihr empor.
Jenseits wird sie mir erscheinen,
Die sich liebend mir ergab,

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Abschied Page 279 of 646
O welch seliges Vereinen!
Keine Schrecken hat das Grab.

Solace
Dirgelike hunting calls are sounding
From the night's green wooded hill;
They have magic power to bear us
Into love's domain at will.
Lucky he who finds a heart
To give itself to him in love;
All that joy for me is over,
Lying buried in her grave.

From the inmost forest depth


The horncalls' wisdom reassures
Me I shall find my love again,
My soul be drawn aloft by hers.
She who gave me her devotion
Yonder once more I shall see:
Blest reunion! My own dying
Holds no terror now for me.

Translated to English by T. P. Perrin

Réconfort
Dans la verte nuit des forêts
S'élève l'appel plaintif des cors
Dont la magie nous entraîne
Au pays de l'amour.
Heureux celui à qui un coeur aimant
A fait don de soi.
Moi, ce bonheur m'a quitté,
Car ma bien-aimée gît au fond de la tombe.

Quand le son du cor, montant des profondeurs


De la forêt, résonne à mes oreilles,
Il me semble retrouver ma mie,
Hissé vers elle par quelque force.
De l'au-delà elle m'apparaît,
Elle qui d'amour s'est donnée à moi.
Ô bienheureuses retrouvailles!
Le tombeau désormais ne m'inspire nulle crainte.

Translation to French copyright © by Virginie Bauzou

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Nachtstück
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 36 no. 2, D. 672 (1819), published 1825.

Goto: French Translation * Italian Translation

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 280 of 646
Wenn über Berge sich der Nebel breitet,
Und Luna mit Gewölken kämpft,
So nimmt der Alte seine Harfe, und schreitet,
Und singt waldeinwärts und gedämpft:

"Du heilge Nacht:


Bald ist's vollbracht,
Bald schlaf ich ihn, den langen Schlummer,
Der mich erlöst von allem Kummer."

Die grünen Bäume rauschen dann:


"Schlaf süß, du guter, alter Mann;"
Die Gräser lispeln wankend fort:
"Wir decken seinen Ruheort;"

Und mancher liebe Vogel ruft:


"O laßt ihn ruhn in Rasengruft!"
Der Alte horcht, der Alte schweigt,
Der Tod hat sich zu ihm geneigt.

Nocturne
When over the mountains mist is spread,
and Luna battles against the clouds,
then the old man takes his harp and strides,
singing toward the forest, in a subdued voice:

"You holy night:


soon it will be over,
soon I shall sleep the long sleep
that will free me from every torment."

The green trees then murmur:


"Sleep sweetly, you good, old man;"
The grasses whisper as they wave:
"We will cover his place of rest;"

And many lovely bird calls:


"O let him rest in his grassy tomb!"
The old man hears, the old man is silent;
Death has bowed before him.

Translated to English by Emily Ezust

Nocturne
En cette heure où la brume voile les sommets,
Où la lune se bat contre les nuages,
Le vieillard prend sa harpe et gagne les bois
Pour chanter d'une voix sourde:

"Sainte nuit:
Bientôt ce sera chose faite,
Bientôt je dormirai de ce long sommeil
Qui me délivrera de tout souci."

Alors chuchotent les arbres verts:


"Dors en paix, ô bon vieillard",
Alors murmurent les herbes ondoyantes:
"Nous couvrirons le lieu de son repos",

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 281 of 646
Et maint oiseau s'écrie:
"Qu'il repose dans cette fosse de verdure!"
Le vieillard tend l'oreille, le vieillard se tait,
Sur lui s'est penchée la mort.

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

Notturno
Quando sui monti si spande la nebbia
e Luna combatte contro le nuvole,
prende il vecchio la sua arpa e s'incammina,
inoltrandosi nel bosco canta sommesso:

"Tu notte santa:


presto sarà compiuto,
presto mi addormenterò, nel lungo sonno
che mi libera da ogni pena".

Allora mormorano gli alberi verdi:


"dormi pure tranquillo, buon vecchio";
le erbe bisbigliano, sempre inchinandosi:
"noi proteggiamo il luogo del suo riposo";

e gli uccelletti cantano:


"oh, fatelo riposare nella tomba del prato!"
Il vecchio ascolta, il vecchio tace,
la morte gli è accanto.

Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara

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Die Götter Griechenlands


Text by Friedrich von Schiller (1759-1805)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 677 (1819), published 1848.

Schöne Welt, wo bist du? Kehre wieder,


Holdes Blütenalter der Natur!
Ach, nur in dem Feenland der Lieder
Lebt noch deine fabelhafte Spur.
Ausgestorben trauert das Gefilde,
Keine Gottheit zeigt sich meinem Blick.
Ach, von jenem lebenwarmen Bilde
Blieb der Schatten nur zurück.

The gods of Greece


Fair world, where are you? Turn back again,
sweet blossom-age of nature!
Alas, only in the fairyland of song
lives still your fabulous trace.
Deserted mourn the fields,
no god appears before my eyes.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 282 of 646
Alas, of that life-warm image
only its shadow remains.

Translated to English by Emily Ezust

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Über allen Zauber Liebe


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 682 (1820), published 1895, note: fragment.

Sie hüpfte mit mir auf grünem Plan,


Und sah die falbenden Linden an
Mit trauernden Kindesaugen;
Die stillen Lauben sind entlaubt,
Die Blumen hat der Herbst geraubt,
Der Herbst will gar nichts taugen.
Ach, du bist ein schönes Ding,
Frühling!
Über allen Zauber Frühling.

Das zierliche Kind, wie's vor mir schwebt!


Aus Lilien und Rosen zart gewebt,
Mit Augen gleich den Sternen; -
Blüht mir dein holdes Angesicht,
Dann mag, fürwahr ich zage nicht,
Der Mayen sich entfernen.
Färbet nur des Lebens Trübe
Liebe:
Über allen Zauber Liebe.

Input by Ted Perry

Over all the magic of Love


She skipped with me on the green sward,
and looked at the fallen linden
with sad childish eyes;
The still leaves were withered,
Autumn had stolen the flowers.
Autumn will be no good at all.
Ah, you are a lovely thing,
Spring!
Over all the magic of Spring.

The dainty child, who appears before me!


with lilies and roses so prettily arrayed,
her eyes just like stars;
Her lovely face blooms to me,
then,in truth, I may not hesitate,
May is far away.
Only this colours life's clouds
Love:
Over all the magic of Love.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 283 of 646

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Die Sterne
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 684 (1820).

Du staunest, o Mensch, was heilig wir strahlen?


O folgest du nur den himmlischen Winken,
Vernähmest du besser, was freundlich wir blinken,
Wie wären verschwunden die irdischen Qualen!
Dann flöße die Liebe aus ewigen Schalen,
Es atmeten alle die reinen Azuren,
Das lichtblaue Meer umschwebte die Fluren,
Und funkelten Sterne auf den heimischen Talen.

Aus göttlicher Quelle sind alle genommen,


Ist jegliches Wesen nicht eines im Chore?
Nun sind ja geöffnet die himmlischen Tore,
Was soll denn das bange Verzagen noch frommen?
O wäret ihr schon zur Tiefe geklommen,
So sähet das Haupt ihr von Sternen umflogen
Und spielend um's Herz die kindlichen Wogen,
Zu denen die Stürme des Lebens nicht kommen.

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Morgenlied
Text by Zacharias Werner (1768-1823)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 685, op. 4 no. 2 (1820)
Goto: French Translation

Eh' die Sonne früh aufsteht,


Wenn aus dem dampfenden Meer,
Herauf und herunter das Morgenrot weht,
Voranfährt mit dem leuchtenden Speer:
Flattern Vöglein dahin und daher,
Singen fröhlich die Kreuz und die Quer
Ein Lied, ein jubelndes Lied.

»Was freut ihr Vöglein euch allzumal


So herzig im wärmenden Sonnenstrahl?«
»Wir freu'n uns, daß wir leben und sind,
Und daß wir luft'ge Gesellen sind,
Nach löblichem Brauch
Durchflattern wir fröhlich den Strauch,
Umweht vom lieblichen Morgenwind
Ergötzet die Sonne sich auch.«

»Was sitzt ihr Vöglein so stumm und geduckt


Am Dach im moosigen Nest?«
»Wir sitzen, weil uns die Sonn' nicht beguckt,
Schon hat sie die nacht in die Wellen geduckt,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 284 of 646
Der Mond allein, der liebliche Schein,
Der Sonne lieblicher Widerschein
Uns in der Dunkelheit nie verläßt,
Darob wir im Stillen uns freu'n.«

O Jugend, kühlige Morgenzeit,


Wo wir die Herzen geöffnet und weit,
Mit raschem und erwachenden Sinn,
Der Lebensfrische uns erfreut,
Wohl flohst du dahin!
Wir Alten sitzen geduckt im Nest,
Allein der liebliche Widerschein der Jugendzeit,
Wo wir im Frührot uns erfreut,
Uns auch im Alter nie verläßt,
Die stille, sinnige Fröhlichkeit.

Chant du matin
Avant le lever du soleil,
À l'heure où souffle le vent du matin
Venu des brumes de la mer,
Où s'avance l'aurore armée de sa lance de lumière,
Les oiseaux voltigent en tous sens
Et chantent çà et là
Leur allègre mélodie.

"Pourquoi donc cette joie


Sous la chaleur naissante des premiers rayons?"
"C'est notre joie de vivre, d'être,
Et de voler à travers les airs.
Selon le rite coutumier
Nous parcourons les taillis,
tandis que la douce brise matinale
Grise le soleil de sa caresse "

"Pourquoi donc ce silence, cette tristesse


Là-haut sur les toits, dans vos nids tapissés de mousse?"
"Le soleil, englouti sous les vagues nocturnes,
Ne pose plus sur nous son regard.
Seule la lune, douce lueur,
Doux reflet du soleil,
Nous tient compagnie au milieu des ténèbres,
Et nous en éprouvons une joie silencieuse."

Ô jeunesse, fraîcheur du matin!


Le coeur grand ouvert,
L'esprit vif et prompt,
Nous jouissions de la vie,
Et te voilà enfuie!
Vieux que nous sommes, nous ne quittons plus notre nid.
Il ne reste guère que le doux reflet de ces jeunes heures
Où nous badinions à l'aurore
Pour accompagner notre vieillesse
Et nous combler d'une paisible joie.

Translation to French by Virgine Bauzou, copyright © by Auditorium du Louvre

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Abendröte
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 285 of 646
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 690 (1820).

Tiefer sinket schon die Sonne,


Und es atmet alles Ruhe,
Tages Arbeit ist vollendet,
Und die Kinder scherzen munter.
Grüner glänzt die grüne Erde,
Eh' die Sonne ganz versunken.
Milden Balsam hauchen leise
In die Lüfte nun die Blumen,
Der die Seele zart berühret,
Wenn die Sinne selig trunken.
Kleine Vögel, ferne Menschen,
Berge, himmelan geschwungen,
Und der große Silberstrom,
Der im Tale schlank gewunden,
Alles scheint dem Dichter redend,
Denn er hat den Sinn gefunden:
Und das All ein einzig Chor,
Manches Lied aus einem Munde.

Evening glow
The sun is already sinking deeper,
and everything breathes peace.
The day's work is done,
and the children jest merrily.
The green earth shines greener
before the sun has sunk entirely.
Balmy scents waft gently
in the air from the flowers,
tenderly soothing the soul
whenever the senses drink them blissfully.
Small birds, far-off people,
mountains lining the sky,
and the great silver stream
that winds narrowly in the valley -
everything speaks to the poet
for he has discovered their meaning:
and everything is a single choir,
many songs from one mouth.

Translated to English by Emily Ezust

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Die Vögel
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Peter Schubert (1797-1828), D. 691 (1820).

Wie lieblich und fröhlich,


Zu schweben, zu singen,
Von glänzender Höhe

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 286 of 646
Zur Erde zu blicken!

Die Menschen sind töricht,


Sie können nicht fliegen.
Sie jammern in Nöten,
Wir flattern gen Himmel.

Der Jäger will töten,


Dem Früchte wir pickten;
Wir müssen ihn höhnen,
Und Beute gewinnen.

Input by David Gordon

Birds
How delightful and exhilarating
To soar, to sing,
To look down on the earth
From the shining heights!

Men are foolish:


They cannot fly.
They lament in their troubles;
We fly up to the heavens.

The huntsman wants to kill us,


Whose fruit we pecked,
But we should mock him
And snatch our spoils.

Translated to English by David Gordon

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Der Knabe
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 692 (1820).

Wenn ich nur ein Vöglein wäre,


Ach, wie wollt' ich lustig fliegen,
Alle Vögel weit besiegen.

Wenn ich so ein Vogel bin,


Darf ich alles, alles haschen
Und die höchsten Kirschen naschen;
Fliege dann zur Mutter hin.

Ist sie bös in ihrem Sinn,


Kann ich lieb mich an sie schmiegen
Ihren Ernst gar bald besiegen.

Bunte Federn, leichte Flügel,


Dürft' ich in der Sonne schwingen,
Daß die Lüfte laut erklingen,
Weiß ich nichts mehr von Band und Zügel.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 287 of 646

Wär' ich über jene Hügel,


Ach, dann wollt' ich lustig fliegen,
Alle Vögel weit besiegen.

The boy
If only I were a bird,
ah then how merrily I would fly,
well surpassing all the other birds.

If I were such a bird,


then I could snatch anything and everything,
and nibble on the highest cherries;
then I would fly to Mother.

If she were in a bad mood,


than I could nuzzle her lovingly
and soon subdue her severity.

Gay feathers, light wings,


I could flutter them in the sun
so that the air tinkled loudly.
I would know straps and reins no longer.

Were I over that hill,


ah, then I would fly merrily,
well surpassing all the other birds.

Translated to English by Emily Ezust

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Der Fluß
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 693 (1820).

Wie rein Gesang sich windet


Durch wunderbarer Saitenspiele Rauschen,
Er selbst sich wiederfindet,
Wie auch die Weisen tauschen,
Daß neu entzückt die Hörer ewig lauschen,

So fließet mir gediegen


Die Silbermasse, schlangengleich gewunden,
Durch Büsche, die sich wiegen
Vom Zauber süß gebunden,
Weil sie im Spiegel neu sich selbst gefunden;

Wo Hügel sich so gerne


Und helle Wolken leise schwankend seigen,
Wenn fern schon matte Sterne
Aus blauer Tiefe steigen,
Der Sonne trunkne Augen abwärts neigen.

So schimmern alle Wesen

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Abschied Page 288 of 646
Den Umriß nach im kindlichen Gemüte,
Durch das zur Schönheit erlesen
Durch milder Götter Güte
In dem Kristall bewahrt die flücht'ge Blüte.

The river
Like a pure song that winds itself
through the wonderful sound of strings playing,
finding itself again
as the tunes switch back and forth
so that the listeners are always newly delighted;

So the silvery bulk flows with dignity,


winding like a snake
through swaying bushes
sweetly and magically entranced
to find themselves mirrored;

Where hills and bright clouds


like to melt themselves into softly vibrating images
when the distant, faint stars
rise from the blue depths
and the sun lowers its intoxicated eyes.

So shine all creatures,


like silhouettes in the childlike mind,
which is selected for beauty
by the gentle goodness of the Gods,
and in which fleeting blossoms are preserved in crystal.

Translated to English by Emily Ezust

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Der Schiffer
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 694 (1820)

Friedlich lieg' ich hingegossen,


Lenke hin und her das Ruder,
Atme kühl im Licht des Mondes,
Träume süß im stillen Mute;
Gleiten laß ich auch den Kahn,
Schaue in die blanken Fluten,
Wo die Sterne lieblich schimmern,
Spiele wieder mit dem Ruder.

Säße doch das blonde Mägdlein


Vor mir auf dem Bänkchen ruhend,
Sänge schmachtend zarte Lieder.
Himmlisch wär' mir dann zu Mute,
Ließ mich necken von dem Kinde,
Wieder tändelnd mit der Guten.
Friedlich lieg' ich hingegossen,
Träume süß im stillen Mute,
Atme kühl im Licht des Mondes,
Führe hin und her das Ruder.

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Abschied Page 289 of 646

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Namenstagslied
Text by Albert Stadler (1794-1888)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 695 (1819), published 1895.

Vater, schenk' mir diese Stunde,


Hör' ein Lied aus meinem Munde!
Dir verdank' ich das Gelingen
Meine Wünsche heut' zu singen,
Denn du hast mit güt'ger Hand
Mir den Weg dazu gebahnt.

O, laß diese Hand mich küssen!


Sieh' des Dankes Tränen fließen!
Denn sie hat mir mehr gegeben
Als Gesang; ein schönes Leben;
Und mit kindlich frohem Blick
Dank' ich ihr des Lebens Glück.

Himmel, sende deinen Segen


Dem verehrten Mann entgegen!
Strahle ihm, des Glückes Sonne!
Schäum' ihm über, Kelch der Wonne!
Und von Blumen voll der Pracht
Sei ein Kranz ihm dargebracht.

Diesen Kranz in deinen Haaren


Möge Gott uns stets bewahren,
Und ich fleh's mit nassen Blicken;
Noch ein zweiter soll dich schmücken,
Blau und golden, denn dir spricht
Jeder Mund; Vergiß mein nicht!

Input by Richard Morris

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Liebeslauschen
Text by Franz Xaver Freiherr von Schlechta (1796-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 698 (1820), published 1832.

Hier unten steht ein Ritter


Im hellen Mondenstrahl,
Und singt zu seiner Zither
Ein Lied von süßer Qual;

»Lüfte, spannt die blauen Schwingen


Sanft für meine Botschaft aus,
Rufet sie mit leisem Klingen

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 290 of 646
An dies Fensterlein heraus.

Sagt ihr, daß im Blätterdache


Seufz' ein wohlbekannter Laut,
Sagt ihr, daß noch einer wache,
Und die Nacht sei kühl und traut.

Sagt ihr, wie des Mondes Welle


Sich an ihrem Fenster bricht,
Sagt ihr, wie der Wald, die Quelle
Heimlich und von Liebe spricht!

Laß ihn leuchten durch die Bäume,


Deines Bildes süßen Schein,
Das sich hold in meine Träume
Und mein Wachen webet ein.«

Doch drang die zarte Weise


Wohl nicht zu Liebchens Ohr,
Der Sänger schwang sich leise
Zum Fensterlein empor.

Und oben zog der Ritter


Ein Kränzchen aus der Brust;
Das band er fest am Gitter
Und seufzte: »Blüht in Lust!«

»Und fragt sie, wer euch brachte,


Dann, Blumen, tut ihr kund.«
Ein Stimmchen unten lachte:
»Dein Ritter Liebemund.«

Input by Richard Morris

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Der entsühnte Orest


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 699 (1820), published 1831.

Zu meinen Füßen brichst du dich,


O heimatliches Meer,
Und murmelst sanft, Triumph, Triumph!
Ich schwinge Schwert und Speer.

Mykene ehrt als König mich,


Beut meinem Wirken Raum,
Und über meinem Scheitel saust
Des Lebens goldner Baum.

Mit morgendlichen Rosen schmückt


Der Frühling meine Bahn,
Und auf der Liebe Wellen schwebt
Dahin mein leichter Kahn.

Diana naht: o Retterin,


Erhöre du mein Fleh'n!
Laß mich, das Höchste wurde mir,
Zu meinen Vätern geh'n!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 291 of 646

Orestes absolved
At my feet your waves break,
o ocean of my homeland,
and you murmur softly: "Triumph, Triumph!"
I wield my sword and spear.

Mycenea reveres me as their king,


grants me room to act,
and above me rustles
the golden tree of Life.

With morning roses


Spring adorns my path,
and my light boat floats forward
on the waves of love.

Diana comes near: o my rescuer,


grant my prayer!
Permit me my highest desire:
to return to my fathers!

Translated to English by Emily Ezust

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Freiwilliges Versinken
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 700 (1820), published 1831.

Wohin, o Helios? Wohin? In kühlen Fluten


Will ich den Flammenleib versenken,
Gewiß im Innern, neue Gluten
Der Erde Feuerreich zu schenken.

Ich nehme nicht, ich pflege nur zu geben;


Und wie verschwenderisch mein Leben,
Umhüllt mein Scheiden gold'ne Pracht,
Ich scheide herrlich, naht die Nacht.

Wie blaß der Mond, wie matt die Sterne!


Solang ich kräftig mich bewege;
Erst wenn ich auf die Berge meine Krone lege,
Gewinnen sie an Mut und Kraft in weiter Ferne.

Free fall
Which way, O Helios? To sink my fire
Under the waves for coolness I desire,
Sure at the core I thus renew my might
To fuel earth again with warmth and light.

I never take, my skill is but to give;

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 292 of 646
And yet though wholly spendthrift while I live,
I store up splendor to release when going,
Flaunt it just as night brings my undoing.

The stars unseen, the moon a watery gray,


While on the track I make my violent way;
Not till on those far hills I lay my crown
Do they gain strength, find fire that is their own.

Translated to English by T. P. Perrin

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Der Jüngling auf dem Hügel


Text by Heinrich Hüttenbrenner (1799-1830)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 8 no. 1, D. 702 (1820).

Ein Jüngling auf dem Hügel


Mit seinem Kummer saß,
Wohl ward der Augen Spiegel
Ihm trüb' und tränennaß.

Sah frohe Lämmer spielen


Am grünen Felsenhang,
Sah frohe Bächlein quillen
Das bunte Tal entlang;

Die Schmetterlinge sogen


Am roten Blütenmund,
Wie Morgenträume flogen
Die Wolken in dem Rund;

Und Alles war so munter,


Und Alles schwamm in Glück,
Nur in sein Herz hinunter
Sah nicht der Freude Blick.

Ach, dumpfes Grabgeläute


Im Dorfe nun erklang,
Schon tönte aus der Weite
Ein klagender Gesang;

Sah nun die Lichter scheinen,


Den schwarzen Leichenzug,
Fing bitter an zu weinen,
Weil man sein Röschen trug.

Jetzt ließ den Sarg man nieder,


Der Totengräber kam,
Und gab der Erde wieder,
Was Gott aus selber nahm.

Da schwieg des Jünglings Klage,


Und betend ward sein Blick,
Sah schon am schönem Tage
Des Wiedersehens Glück.

Und wie die Sterne kamen,


Der Mond heraufgeschifft,
Da las er in den Sternen

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 293 of 646
Der Hoffnung hohe Schrift.

The youth on the hill


A youth sat on a hill
with his grief;
and soon his eyes grew
dark and moist with tears.

He watched happy lambs playing


on the green cliff-side,
the happy brook streaming
along the colorful valley...

...the butterflies sipping


at the red mouths of flowers,
and, like morning dreams,
clouds flying about.

And all was so cheerful,


and everything floated in happiness;
only in his heart
nothing could be seen of joy.

Alas, the muffled death-knell


now tolled in the village,
and already in the distance
there echoed a lamenting song;

Now he saw lights shining,


and the black cortège.
He began to weep bitterly,
for they were bringing his Rosie.

Now they lowered the coffin;


the grave-digger arrived,
and gave back to the earth
what God had taken from it.

Then the youth silenced his lament,


and his gaze grew reverential;
already he could see that lovely day
of reunion's joy.

And as the stars came out


and the moon sailed up,
he read in the stars
a lofty message of hope.

Translated to English by Emily Ezust

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Der zürnenden Diana


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 36 no. 1, D. 707 (1820), published 1825.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 294 of 646
Ja, spanne nur den Bogen, mich zu töten,
Du himmlisch Weib! im zürnenden Erröten
Noch reizender. Ich werd' es nie bereuen,
Daß ich dich sah am buschigen Gestade
Die Nymphen überragen in dem Bade,
Der Schönheit Funken in die Wildnis streuen.

Den Sterbenden wird doch dein Bild erfreuen.


Er atmet reiner, er atmet freier,
Wem du gestrahlet ohne Schleier.
Dein Pfeil, er traf, doch linde rinnen
Die warmen Wellen aus der Wunde;
Noch zittert vor den matten Sinnen
Des Schauens süße letzte Stunde.

Input by Richard Morris

To the angry Diana


Yes, draw your bow to kill me,
divine lady! in a wrathful blush
you are even more alluring. I will never regret
seeing you on the bushy bank,
towering over the nymphs in their bath,
spreading sparks of beauty in the wilderness.

Your image will gladden this dying man.


He breathes more purely, he breathes more freely -
he upon whom you shone unveiled.
Your arrow - it hits its mark - yet running gently
from the wound are warm waves.
My fading senses still tremble
as they look on you in this last sweet moment.

Translated to English by Emily Ezust

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Waldesnacht (Im Walde)


Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 708.

Windes Rauschen, Gottes Flügel,


Tief in kühler Waldesnacht,
Wie der Held in Rosses Bügel,
Schwingt sich des Gedankens Macht,
Wie die alten Tannen sausen,
Hört man Geisterwogen brausen.

Herrlich ist der Flamme Leuchten


In des Morgenglanzes Tau,
Oder, die das Feld beleuchten,
Blitze, schwanger oft von Tod.
Rasch die Flamme zuckt und lodert,
Wie zu Gott hinauf gefordert.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 295 of 646

Ewig's Rauschen sanfter Quellen


Zaubert Blumen aus dem Schmerz,
Trauer doch in linden Wellen
Schlägt uns lockend an das Herz.
Fernab hin der Geist gezogen,
Die uns locken, durch die Wogen.

Drang des Lebens aus der Hülle,


Kampf der starken Triebe wild
Wird zur schönsten Liebesfülle,
Durch des Geistes Hauch gestillt.
Schöpferischer Lüfte Wehen
Fühlt man durch die Seele gehen.

Windes Rauschen, Gottes Flügel,


Tief in kühler Waldesnacht,
Freigegeben alle Zügel
Schwingt sich des Gedanken Macht,
Hört in Lüften ohne Grausen
Den Gesang der Geister brausen.

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Im gegenwärtigen Vergangenes
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 710 (1821?), published 1849. [4 male voices, piano]

Ros' und Lilie, morgentaulich,


Blüht im Garten meiner Nähe,
Hintenan, bebuscht und traulich
Steigt der Felsen in die Höhe,

Und mit hohem Wald umzogen,


Und mit Ritterschloß gekrönet,
Lenkt sich hin des Gipfels Bogen,
Bis er sich dem Tal versöhnet.

Und da duftet' s wie vor alters,


Da wir noch von Liebe litten,
Und die Saiten meines Psalters
Mit dem Morgenstrahl sich stritten;

Wo das Jagdlied aus den Büschen


Fülle runden Tons enthauchte,
Anzufeuern, zu erfrischen,
Wie's der Busen wollt' und brauchte.

Nun die Wälder ewig sprossen,


So ermutigt euch mit diesen,
Was ihr sonst für euch genossen,
Läßt ihn andern sich genießen.

Niemand wird uns dann beschreien,


Daß wir uns alleine gönnen,
Nun, in allen Lebensreihen
Müsset ihr genießen können.

Und mit diesem Lied und Wendung

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 296 of 646
Sind wir wieder bei Hafisen,
Denn es ziemt, des Tags Vollendung
Mit Genießern zu genießen.

Input by Thierry Morice

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Lob der Tränen


Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 711, op. 13 no. 2 (1817?21?).

Laue Lüfte,
Blumendüfte,
Alle Lenz- und Jugendlust,
Frischer Lippen
Küsse nippen,
Sanft gewiegt an zarter Brust;
Dann der Trauben
Nektar rauben,
Reihentanz und Spiel und Scherz:
Was die Sinnen
Nur gewinnen:
Ach, erfüllt es je das Herz?

Wenn die feuchten


Augen leuchten
Von der Wehmut lindem Tau,
Dann entsiegelt,
Drin gespiegelt,
Sich dem Blick die Himmels-Au.
Wie erquicklich
Augenblicklich
Löscht es jede wilde Glut;
Wie vom Regen
Blumen pflegen,
Hebet sich der matte Mut.

Nicht mit süßen


Wasserflüßen
Zwang Prometheus unsern Leim.
Nein, mit Tränen;
Drum im Sehnen
Und im Schmerz sind wir daheim.
Bitter schwellen
Diese Quellen
Für den erdumfangnen Sinn,
Doch sie drängen
Aus den Engen
In das Meer der Liebe hin.

Ew'ges Sehnen
Floß in Tränen,
Und umgab die starre Welt,
Die in Armen
Sein Erbarmen
Immerdar umflutend hält.
Soll dein Wesen
Denn genesen,
Von dem Erdenstaube los,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 297 of 646
Mußt im Weinen
Dich vereinen
Jener Wasser heil'gem Schooß.

In praise of tears
Brisk winds,
Scent of flowers,
All Spring and youthful joy,
Fresh lips
Stolen kisses,
softly pressed on tender breast;
Then the grape's
nectar stolen,
Round dances and games and jokes:
Whatever the senses
can achieve:
Ah,does it ever fulfil the heart?

When the moist


eyes shine
from the dew of melancholy limes,
then unsealed,
therein mirrored,
the sight of Heaven's meadow.
Then suddenly
in the twinkling of an eye
every wild gleam is extinguished;
as from the rain
flowers are nurtured,
dull spirits are raised.

Not with sweet


floods of water
did Prometheus mix our lime.
No, with tears;
Thereby in longing
and in pain have we come home.
A bitter threshold
these springs
for the birth of our earthly senses,
as they pressed
out of the narrows
into the sea of life.

Eternal yearnings
float in tears
and surround the stark world,
In their arms
it's salvation
they evermore uphold.
Shall your nature
then be purged
free from the dross of Earth,
You must in weeping
unite yourself
with yonder water's holy shoots.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 298 of 646

Die gefangenen Sänger


Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 712 (1821)

Hörst du von dem Nachtigallen


Die Gebüsche widerhallen?
Sieh, es kam der holde Mai.
Jedes buhlt um seine Traute,
Schmelzend sagen alle Laute,
Welche Wonn' im Lieben sei.

Andre, die im Käfig leben,


Hinter ihren Gitterstäben,
Hören draußen den Gesang;
Möchten in die Freiheit eilen,
Frühlingslust und Liebe teilen:
Ach, da hemmt sie enger Zwang!

The captive singer


Do you hear the nightingale
echo back from the bushes?
See, sweet May is here.
Each one courts his true love
Every lute speaks in melody
What rapture there is in love.

Others, who live in cages,


behind their grating bars
hear the song outside;
Would like to hurry to freedom,
joy of Spring and share of love;
Ah, the narrow bondage bars the way!

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Der Unglückliche
Text by Karoline Pichler (1769-1843)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 84, D. 713b (1821), published 1827, note: later
renumbered as opus 87 no. 1.

Die Nacht bricht an, mit leisen Lüften sinket


Sie auf die müden Sterblichen herab;
Der sanfte Schlaf, des Todes Bruder, winket,
Und legt sie freundlich in ihr täglich Grab.

Jetzt wachet auf der lichtberaubten Erde


Vielleicht nur noch die Arglist und der Schmerz,
Und jetzt, da ich durch nichts gestöret werde,
Laß deine Wunden bluten, armes Herz.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 299 of 646
Versenke dich in deines Kummers Tiefen,
Und wenn vielleicht in der zerrißnen Brust
Halb verjährte Leiden schliefen,
So wecke sie mit grausam süßer Lust.

Berechne die verlornen Seligkeiten,


Zähl' alle, alle Blumen in dem Paradies,
Woraus in deiner Jugend goldnen Zeiten
Die harte Hand des Schicksals dich verstieß.

Du hast geliebt, du hast das Glück empfunden,


Dem jede Seligkeit der Erde weicht.
Du hast ein Herz, das dich verstand, gefunden,
Der kühnsten Hoffnung schönes Ziel erreicht.

Da stürzte dich ein grausam Machtwort nieder,


Auf deinen Himmeln nieder, und dein stilles Glück,
Dein allzuschönes Traumbild kehrte wieder
Zur besser'n Welt, aus der es kam, zurück.

Zerrissen sind nun alle süßen Bande,


Mir schlägt kein Herz mehr auf der weiten Welt.

Input by Richard Morris

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Versunken
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), from "West-östlicher Divan. Buch der
Liebe"
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 715 (1821).

Goto: Italian Translation

Voll Locken kraus ein Haupt so rund!


Und darf ich dann in solchen reichen Haaren
Mit vollen Händen hin und wider fahren,
Da fühl ich mich von Herzensgrund gesund.

Und küß ich Stirne, Bogen, Augen, Mund,


Dann bin ich frisch und immer wieder wund.
Der fünfgezackte Kamm, wo sollt' er stocken?
Er kehrt schon wieder zu den Locken.
Das Ohr versagt sich nicht dem Spiel,

[Hier ist nicht Fleisch, hier ist nicht Haut,]1


So zart zum Scherz, so liebeviel,
Doch wie man auf dem Köpfchen kraut,
Man wird in solchen reichen Haaren
Für ewig auf und nieder fahren
[Voll Locken kraus ein Haupt so rund.]2

Absorbed
Full, curly locks cover a head so round!
If I could gather this abundant hair
in my hands, and move it to and fro,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 300 of 646
then I would feel good from the depths of my soul.

And if I kiss this forehead, eyebrows, eyes, and mouth,


then I am freshly wounded, forever again.
The five-toothed comb - where shall it stop?
It returns already to your curls.
The ear cannot stop from playing the game,

[Here it is neither flesh nor skin,]


so tenderly it jests, so full of love;
but as one fondles this little head,
he will, with such abundant hair,
move it to and fro forever,
these curly locks covering a head so round!

Translated to English by Emily Ezust

Sprofondato
Una testolina così tonda, crespa di riccioli!
E se posso, in questa ricca chioma,
a piene mani viaggiare avanti e indietro,
allora mi sento bene dal fondo del cuore.
E se bacio fronte, ciglia, occhi e bocca,
allora son sano, e sempre ancora affranto.
E il pettine dai cinque denti, dove dovrà fermarsi?
Ecco che torna ancora sui ricci,
l'orecchio non si sottrae al gioco,
così tenero allo scherzo, così amoroso,
ma massaggiando il tuo piccolo capo
vien da muoversi, in questa ricca chioma,
su e giù per sempre
per la testolina così tonda, crespa di riccioli.

Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara


1
omitted by Schubert.
2Goethe: "So hast du Hafis auch gethan, / Wir fangen es von vornen an."
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Geheimes
Text by Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 719 (1821).

Goto: Italian Translation

Über meines Liebchens Äugeln


Stehn verwundert alle Leute
Ich, der Wissende, dagegen,
Weiß recht gut, was das bedeute.

Denn es heißt: ich liebe diesen


Und nicht etwa den und jenen.
Lasset nur, ihr [guten]1 Leute,
Euer Wundern, euer Sehnen!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 301 of 646
Ja, mit ungeheuren Machten
Blicket sie wohl in die Runde;
Doch sie sucht nur zu verkünden
Ihm die nächste süße Stunde.

Input by David Gordon

Secret
Everyone is astonished
At the eyes my sweetheart makes;
But I, who understand,
Know quite well what they mean.

For they say: I love him,


Not this one or that one.
So, good people cease
Your wondering and your longing!

Indeed, she may well look about her


With a mightily powerful eye,
But she seeks only to give him a foretaste
Of the next sweet hour.

Translated to English by David Gordon

Il segreto
Dinanzi all'occhieggiar della mia amata
ogni persona si meraviglia.
Io, l'esperto, invece
so bene come ciò si spiega.

Perché vuol dire: io amo questo


e non chiunque, non quello o l'altro ancora.
Lasciate perdere, brava gente,
la vostra ammirazione, le vostre brame!

Sì, col suo immenso potere


lei si guarda bensì tutt'attorno;
ma intende solo annunciare,
a lui, la prossima ora più dolce.

Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara


1
Goethe: "lieben"
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Die Nachtigall
Text by Johann Karl Unger (1771-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 724 (1821?), published 1822 as op. 11 no. 2. [male
quartet with piano accompaniment]

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 302 of 646
Bescheiden, verborgen im buschichten Gang
Erhob Philomele den Zaubergesang;
Er schildert der Treue beglückenden Lohn
In hallenden Schlägen, im wirbelnden Ton!

Sanft gleitet die Stimme aus schwellender Brust


Als Hauch der Gefühle, als Zeuge der Lust;
Ach horcht, wie der Seufzer der Sehnsucht verhallt,
Wenn lieblicher Einklang der Seelen erschallt.

So, Freunde, verhallte manch himmlischer Lied,


Wenn Cynthias Feuer [Silber] die Finsternis schied,
Es wehte mit Frieden uns wonnigen Schmerz
Aus Schwingen der Töne ins fühlende Herz!

Input by Thierry Morice

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Der Blumen Schmerz


Text by Johann Graf von Majláth (1786-1855)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 173 no. 4, D. 731 (1821), published 1821.

Wie tönt es mir so schaurig


Des Lenzes erstes Weh'n,
Wie dünkt es mir so traurig,
Daß Blumen auferstehn.

In ihrer Mutter Armen


Da ruhten sie so still
Nun müße, seh, die Armen
Hervor ans Weltgewühl.

Die zarten Kinder heben


Die Häupter scheu empor:
Wer rufet uns ins Leben
Aus stiller Nacht hervor?

Der Lenz mit Zauberworten,


Mit Hauchen süßer Lust,
Lockt aus den dunkeln Pforten
Sie von der Mutter Brust.

In bräutlich heller Feier


Erscheint der Blumen Pracht,
Doch fern ist schon der Freier,
Wild glüht der Sonne Macht.

Nun künden ihre Düfte,


Daß sie voll Sehnsucht sind;
Was labend würzt die Lüfte,
Es ist der Schmerzen Kind.

Die Kelche sinken nieder,


Sie schauen erdenwärts:
O Mutter, nimm uns wieder,
Das Leben gibt nur Schmerz.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 303 of 646

The flower's anguish


How eerie it is to me to hear
the first breath of Spring;
how mournful I feel
that flowers are rising.

In their mothers arms


they rested so quietly;
now, poor things, they must
go out into the bustling world.

The tender children lift up


their heads shyly:
who calls us to life
in this silent night?

Spring, with magic words,


breathing sweet pleasure,
lures them from their dark holes
and away from their mother's bosom.

Bright and festive, like brides,


the flowers glow luxuriantly,
yet already the groom is far away
and the sun pounds down with savage strength.

Now their fragrance betrays


that they are full of longing;
what makes the breeze so tangy and refreshing
comes from anguish.

The flower-chalices wilt


and gaze toward earth:
O Mother, take us back:
life gives us only pain.

Translated to English by Emily Ezust

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Cavatine für eine Bassstimme aus der Oper:


Alfonso und Estrella
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 732 (1821-2), from Alfonso und Estrella, published
posthumously.

Wenn ich dich, Holde, sehe,


so glaub' ich keinen Schmerz,
schon deine blosse Nähe
beseligt dieses Herz.

Die Leiden sind zerronnen,


die sonst die Brust gequält,
es leuchten tausend Sonnen
der Lustentbrannten Welt.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 304 of 646
Und neue Kräfte blitzen
ins trunkne Herz hinein,
ja, ich will dich beschützen,
ich will dein Diener sein.

Cavatina for a bass voice from the opera Alfonso and


Estrella
When I see you, sweet one,
I stop believing in pain;
your very nearness
so delights this heart.

Sorrows melt away


that otherwise would be tormenting me;
a thousand suns illuminate
the world, which blazes with pleasure.

And new powers flash


in my intoxicated heart -
yes, I will protect you;
I will be your servant.

Translated to English by Emily Ezust

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Ihr Grab
Text by Richard Roos (Karl August Engelhardt) (1769-1834)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 736 (1822?).

Dort ist ihr Grab,


Die einst im Schmelz der Jugend glühte,
Dort fiel sie, dort, die schönste Blüte,
Vom Baum des Lebens ab.

Dort ist ihr Grab,


Dort schläfst sie unter jener Linde;
Ach, nimmer ich ihn wiederfinde,
Den Trost, den sie mir gab.

Dort ist ihr Grab;


Vom Himmel kann sie, daß die Erde
Mir Glücklichen zum Himmel werde,
Und dort stieg sie hinab.

Dort ist ihr Grab,


Und dort in jenem stillen Hallen
Bei ihr, laß ich mit Freuden fallen
Auch meinen Pilgerstab.

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Abschied Page 305 of 646

Frühlingsgesang
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 709, D. 740

Schmücket die Locken mit duftigen Kränzen


Und folget der Freude beglückendem Drang!
Begrüßet den Frühling mit heiteren Tänzen,
Den Sieger, der Alles in Liebe bezwang!

Der Winter bedrohnt ihn mit schauriger Kälter,


Der Sommer verfolgt ihn mit flammendem Spper;
Aber er schwebt unter blauem Gezelte
Sorglos und lächelnd auf Düften daher.

Und die treue Erde mit Liebesgeberde


Eilt ihm entgegen, es heben und regen
Sich tausend Kräfte in ihrer Brust,
Und künden der Liebe selige Lust.

Drum schmücke die Locken mit bräutlichem Kränzen,


Wem schaffende Kraft noch den Busen durchdringt,
Und huld'ge dem Sieger in heiteren Tänzen,
Der Alles mit schaffender Lieber bezwingt.

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Sei mir gegrüßt


Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 741 (1822), op. 20 no. 1.

O du Entrißne mir und meinem Kusse,


Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!
Erreichbar nur meinem Sehnsuchtgruße,
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

Du von der Hand der Liebe diesem Herzen


Gegebne, Du von dieser Brust
Genommne mir! Mit diesem Tränengusse
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt.

Zum Trotz der Ferne, die sich feindlich trennend


Hat zwischen mich und dich gestellt;
Dem Neid der Schicksalmächte zum Verdrusse
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

Wie du mir je im schönsten Lenz der Liebe


Mit Gruß und Kuß entgegenkamst,
Mit meiner Seele glühendstem Ergusse,
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

Ein Hauch der Liebe tilget Raum und Zeiten,


Ich bin bei dir, du bist bei mir,
Ich halte dich in dieses Arms Umschlusse,
Sei mir gegrüßt, sei mir geküßt!

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Abschied Page 306 of 646

I greet you
O you, who have been snatched from me and my kiss,
I greet you!
Reached only by my yearning greetings,
you I greet!

You, given by the hand of love to this heart,


you who from my breast
have been taken! With these flooding tears
I greet you.

Defying the distance that fiendishly separates us


and lies between you and me -
to irritate the envious powers of fate,
I greet you!

Just as you always did in the fairest Spring of love,


coming to greet me with a kiss,
so now, with my soul a glowing flood,
I greet you!

A breath of love erases space and time;


I am with you, you are with me,
I hold you in these arms, embracing you;
I greet you!

Translated to English by Emily Ezust

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Der Wachtelschlag
Text by Samuel Friedrich Sauter (1766-1846)

Set by

l Ludwig van Beethoven (1770-1827), WoO 129 (1803).


l Franz Schubert (1797-1828), D. 742 (1822), op. 68.

Ach! mir schallt's dorten so lieblich hervor:


Fürchte Gott, fürchte Gott!
Ruft mir die Wachtel ins Ohr.
Sitzend im Grünen, von Halmen umhüllt,
Mahnt sie dem Horcher am Saatengefild:
Liebe Gott, liebe Gott!
Er ist so gütig, so mild.

Wieder bedeutet ihr hüpfender Schlag:


Lobe Gott, lobe Gott!
Der dich zu loben vermag.
Siehst du die herrlichen Früchte im Feld?
Nimm es zu Herzen, Bewohner der Welt:
Danke Gott, danke Gott!
Der dich ernährt und erhält.

Schreckt dich im Wetter der Herz der Natur:

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 307 of 646
Bitte Gott, bitte Gott!
Ruft sie, er schonet die Flur.
Machen Gefahren der Krieger dir bang:
Traue Gott, traue Gott!
Sieh', er verziehet nicht lang.

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Selige Welt
Text by Johann Senn (1792-1857)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 743 (1822), published 1823 as op. 23 no. 2.

Ich treibe auf des Lebens Meer,


Ich sitze gemut in meinem Kahn,
Nicht Ziel, noch Steuer, hin und her,
Wie die Strömung reißt, wie die Winde gahn.

Eine selige Insel sucht der Wahn,


Doch eine ist es nicht.
Du lande gläubig überall an,
Wo sich Wasser an Erde bricht.

Input by Richard Morris

Happy world
I drift on life's sea,
I sit happily in my boat,
without goal or helm, here and there.
where the current flows, the winds blow.

A blessed island folly seeks,


But there isn't one.
Everywhere you land in trust,
Wherever water breaks on shore

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Schwanengesang
Text by Johann Chrysostomos Senn (1792-1857)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 744 (1822?), published 1823 as op. 23 no. 3.

"Wie klag' ich's aus, das Sterbegefühl,


Das auflösend durch die Glieder rinnt?
Wie sing' ich's aus, das Werdegefühl,
Das erlösend dich, o Geist, anweht?"

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 308 of 646

Er klagt', er sang,
Vernichtungsbang,
Verklärungsfroh,
Bis das Leben floh,
Das bedeutet des Schwanen Gesang!

Input by Richard Morris

Swan song
"How I complain about it, the feeling of death,
the dissolution that runs through the limbs?
How I sing about it, the feeling of becoming,
the salvation, oh spirit, that awaits you?"

He lamented, he sang,
Annihilation's fear,
Transfiguration's joy,
till life's escape.
That is the meaning of swan song!

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Die Rose
Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 745 (1820?), published 1822.

Es lockte schöne Wärme,


Mich an das Licht zu wagen,
Da brannten wilde Gluten;
Das muß ich ewig klagen.
Ich konnte lange blühen
In milden heitern Tagen;
Nun muß ich frühe welken,
Dem Leben schon entsagen.

Es kam die Morgenröte,


Da ließ ich alles Zagen
Und öffnete die Knospe,
Wo alle Reize lagen.
Ich konnte freundlich duften
Und mein Krone tragen,
Da ward zu heiß die Sonne,
Die muß ich drum verklagen.

Was soll der milde Abend?


Muß ich nun traurig fragen.
Er kann mich nicht mehr retten,
Die Schmerzen nicht verjagen.
Die Röte ist verblichen,
Bald wird mich Kälte nagen.
Mein kurzes junges Leben
Wollt' ich noch sterbend sagen.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 309 of 646
Input by Richard Morris

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Trinklied
Text by Friedrich Schäffer (?)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 75.

Freunde, sammelt euch im Kreise,


Freut euch nach der Väter Weise,
Stimmt in lautem Jubel ein.
Freundschaft reicht den Wonnebecher
Zum Genuß dem frohen Zecher,
Perlend blinkt der gold'ne Wein.
Schließt in dieser Feierstunde
Hand in Hand zum trauten Bunde,
Freunde, stimmet fröhlich ein,
Laßt uns alle Brüder sein!
Freunde, seht die Gläser blinken,
Knaben mögen Wasser trinken,
Männer trinken edlen Wein.
Wie der gold'ne Saft der Reben
Sei auch immer unser Leben,
Stark und kräftig, mild und rein.
Unsern Freundesbund/Freundschaftsbund zu ehren
Laßet uns die Gläser leeren!
Stark und kräftig, mild und rein
Sei das Leben, sei der Wein!

Input by Ted Perry

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Die Liebe hat gelogen


Text by August von Platen-Hallermünde (1796-1835)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 23 no. 1, D. 751 (1822).

Die Liebe hat gelogen,


Die Sorge lastet schwer,
Betrogen, ach! betrogen
Hat alles mich umher!

Es fließen heiße Tropfen


Die Wange stets herab,
Laß ab, mein Herz, zu klopfen,
Du armes Herz, laß ab!

Die Liebe hat gelogen,


Die Sorge lastet schwer,
Betrogen, ach! betrogen
Hat alles mich umher!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 310 of 646

Love has lied


Love has lied,
Worries burden me heavily;
I am deceived, alas! deceived
By everything around me!

Hot tears stream


Down my cheeks;
Cease, my heart, your beating -
You poor heart, stop!

Love has lied,


Worries burden me heavily;
I am deceived, alas! deceived
By everything around me!

Translated to English by Emily Ezust

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Nachtviolen
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 752 (1822), published 1872.

Goto: French Translation

Nachtviolen, Nachtviolen!
Dunkle Augen, seelenvolle,
Selig ist es, sich versenken
In dem samtnen Blau.

Grüne Blätter streben freudig


Euch zu helfen, euch zu schmücken;
Doch ihr blicket ernst und schweigend
In die laue Frühlingsluft.

Mit erhabnen Wehmutsstrahlen


Trafet ihr mein treues Herz,
Und nun blüht in stummen Nächten
Fort die heilige Verbindung.

Dame's violet
Dame's violet!
Dark-eyed, soulful,
Blissful it is to sink
Into the velvety blue.

Green leaves strive joyously


To brighten you, to adorn you,
But you gaze at her earnestly and silently
In the spring breeze.

With exaltation of painful, sublime courage,


You have touched my true heart,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 311 of 646
And now blossoms on silent nights
our holy union.

Translated to English by Jeremy Wright

Violettes de la nuit
Violettes de la nuit, violettes de la nuit!
Yeux sombres aux re?ets d'âme!
Quelle félicité de se plonger
Dans votre bleu velouté!

Des feuilles vertes s'efforcent


De vous égayer et de vous parer,
Mais votre regard reste grave et silencieux
Dans l'air tiède du printemps.

Le rayonnement de votre nostalgie


Perce mon coeur'dèle,
Et dans la nuit silencieuse naît,
Entre vous et moi, un lien sacré.

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Aus "Heliopolis" I
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 65 no. 3, D. 753 (1822), published 1826.

Im kalten, rauhen Norden


Ist Kunde mir geworden
Von einer Stadt, der Sonnenstadt.
Wo weilt das Schiff, wo ist der Pfad,
Die mich zu jenen Hallen tragen?
Von Menschen konnt' ich nichts erfragen,
Im Zwiespalt waren sie verworren.
Zur Blume, die sich Helios erkoren,
Die ewig in sein Antlitz blickt,
Wandt' ich mich nun, und ward entzückt.

»Wende, so wie ich, zur Sonne


Deine Augen! Dort ist Wonne,
Dort ist Leben; treu ergeben
Pilgre zu und zweifle nicht;
Ruhe findest du im Licht.
Licht erzeuget alle Gluten,
Hoffnungspflanzen, Tatenfluten!«

Input by Richard Morris

From Heliopolis

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 312 of 646
In the cold, rough north
I received word
of a city - the city of the sun.
Where awaits the ship, where is the path
to bring me to those halls?
From men could I ascertain nothing,
for, in dissention, they were confused.
To the flower, which Helios chose himself,
and which always gazes toward his face,
I now turned, and was enchanted.

"Turn, as I do, toward the sun


your eyes! There is bliss,
there is Life; truly devoted,
forge ahead toward it and do not doubt;
peace will you discover in the light.
Light produces all the fires,
all the fruit of hope, and all the floods of deeds.

Translated to English by Emily Ezust

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Aus "Heliopolis" II
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 754 (1822), published 1842.

Fels auf Felsen hingewälzet,


Fester Grund und treuer Halt;
Wasserfälle, Windesschauer,
Unbegriffene Gewalt.

Einsam auf Gebirges Zinne,


Kloster wie auch Burgruine,
Grab' sie der Erinn'rung ein!
Denn der Dichter lebt vom Sein.

Atme du den heil'gen Äther


Schling die Arme um die Welt,
Nur dem Würdigen, dem Großen
Bleibte mutig zugesellt.

Laß die Leidenschaften sausen


Im metallenen Akkord,
Wenn die starken Stürme brausen,
Findest du das rechte Wort.

Input by Richard Morris

From "Heliopolis"
Rock heaved upon rock,
firm ground and true hold;
Waterfalls, windy shower,
incomprehensible power.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 313 of 646
Alone on the pinnacle of a rocky crag,
there is a monastery and a castle ruin.
Engrave them on your memory!
For the poet lives on Existence.

Breathe the sacred ether,


fling your arms around the world -
only the worthy, the great
remain boldly joined.

Let passion roar


in metallic harmony -
when the strong storms bluster,
you will find the right word.

Translated to English by Emily Ezust

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Du liebst mich nicht


Text by August von Platen-Hallermünde (1796-1835)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 59 no. 1, D. 756b (1822).

Mein Herz ist zerrissen, du liebst mich nicht!


Du ließest mich's wissen, du liebst mich nicht!
Wiewohl ich dir flehend und werbend erschien,
Und liebebeflissen, du liebst mich nicht!
Du hast es gesprochen, mit Worten gesagt,
Mit allzu gewissen, du liebst mich nicht!
So soll ich die Sterne, so soll ich den Mond,
Die Sonne vermissen, du liebst mich nicht!
Was blüht mir die Rose, was blüht der Jasmin,
Was blühn die Narzissen, du liebst mich nicht!

You do not love me


My heart has been torn to pieces: you do not love me!
You let me know that you do not love me!
Although I appeared before you, pleading and entreating,
And overflowing with love, you do not love me!
You have said so, with words,
With so much certainty: you do not love me!
I shall now miss the stars, miss the moon,
And the sun, for you do not love me!
What is it to me that roses bloom, or jasmine;
What is it to me that the narcissus blooms when you do not love me!

Translated to English by Emily Ezust

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Pensa, che questo istante


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 314 of 646
Text by Pietro Metastasio (1698-1782)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 76 (1813).


l Mikhail Ivanovich Glinka (1804-1857), note: also set in Russian

Pensa, che questo istante


Del tuo destin decide,
Ch'oggi rinasce Alcide
Per la futura età.

Pensa che a dulto sei,


Che sei di Giove un figlio,
Che merto e non consiglio
La scelta tua sarà.

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Schatzgräbers Begehr
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 761, op. 23 no. 4 (1822).

In tiefster Erde ruht ein alt Gesetz,


Dem treibt's mich rastlos immer nachzuspüren;
Und grabend kann ich Andres nicht vollführen.
Wohl spannt auch mir die Welt ihr goldnes Netz,
Wohl tönt auch mir der Klugheit seicht Geschwätz:
Du wirst die Müh und Zeit umsonst verlieren!
Das soll mich nicht in meiner Arbeit irren,
Ich grabe glühend fort, so nun, wie stets.
Und soll mich nie des Findens Wonne laben,
Sollt' ich mein Grab mit dieser Hoffnung graben,
Ich steige gern hinab, gestillt ist dann mein Sehnen.
Drum lasset Ruhe mir in meinem Streben,
Ein Grab mag man wohl jedem gerne geben,
Wollt ihr es denn nicht mir, ihr Lieben, gönnen?

Treasure-seeker's desire
In deepest earth rests an old law,
that drives me restlessly to seek,
and I cannot bring myself to dig for anything else.
The world has for me well spread her golden net,
I am discrete and well tuned to idle chatter:
You will in vain lose time and trouble!
That shall not make me err in my work.
I dig very hard, so now, as always.
The thrill of discovery shall never refresh me,
I should dig my grave with this hope,
I climb gladly down, my sinews are relaxed.
There I am at peace in my endeavours,
A grave may one willingly give to everyone,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 315 of 646
Would she then not to me, her beloved, begrudge it?

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Drang in die Ferne


Text by Karl Gottfried von Leitner (1800-1890)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 770 (1823), published 1823 ---- op. 71, published 1827.

Vater, du glaubst es nicht,


Wie's mir zum Herzen spricht,
Wenn ich die Wolken seh',
Oder am Strome steh';

Wolkengold, Wellengrün
Ziehen so leicht dahin,
Weilen im Sonnenlicht,
Aber bei Blumen nicht;

Zögern und rasten nie,


Eilen, als wüßten sie,
Ferne und ungekannt,
Irgend ein schönres Land.

Ach! von Gewölk und Flut


Hat auch mein wildes Blut
Heimlich geerbt den Drang,
Stürmet die Welt entlang!

Vaterlands Felsental
Wird mir zu eng, zu schmal,
Denn meiner Sehnsucht Traum
Findet darin nicht Raum.

Laßt mich! ich muß


Fordern den Scheidekuß.
Vater und Mutter mein,
Müsset nicht böse sein!

Hab euch ja herzlich lieb;


Aber ein wilder Trieb
Jagt mich waldein, waldaus,
Weit von dem Vaterhaus.

Sorgt nicht, durch welches Land


Einsam mein Weg sich wand;
Monden- und Sternenschein
Leuchtet auch dort hinein.

Überall wölbt's Gefild


Sich den azur'nen Schild,
Den um die ganze Welt
Schirmend der Schöpfer hält.

Ach! und wenn nimmermehr


Ich zu euch wiederkehr',
Lieben, so denkt, er fand
Glücklich das schönre Land.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 316 of 646

Wanderlust
Father,you do not believe it,
How it speaks to my heart,
When I see the clouds,
or stand by a river;

Golden clouds, green waves


Move so lightly there,
Tarry in the sunlight,
but not by flowers;

Never dawdle or rest,


but hurry, as they wish,
distant and unknown
to some more beautiful land.

Ah! of clouds and floods


Has too my unruly blood
secretly harboured the desire,
to storm the world!

The homeland's rocky valleys


become too narrow, too small,
where my aspiring dreams
found therein no room.

Allow me, I must


obtain the kiss of parting
from my father and mother,
I must not be too offhand!

They have a heartfelt affection;


But a wild urge
drives me in and out of the forests,
far from my father's house.

I care not through which land


I wend my lonely way;
Moonlight and starlight
will light my path there.

All around slope fields


under an azure shield,
as though the whole world
is under the Creator's care.

Ah! and when nevermore


I return to you,
Dear ones, so think, he found
Happily the beautiful land.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Mitten im Schimmer der spiegelnden Wellen


Text by Friedrich Leopold, Graf zu Stolberg-Stolberg (1750-1819)

Set by

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 317 of 646
l Jan Bed`rich (Johann Friedrich) Kittl (1806-1868), "Lied auf dem Wasser zu singen", op.
4 no. 3 (183-?).
l Franz Schubert (1797-1828), "Auf dem Wasser zu singen" (To be sung upon the water),
D. 774 (1823), published 1823 as op. 72.

Mitten im Schimmer der spiegelnden Wellen


Gleitet, wie Schwäne, der wankende Kahn:
Ach, auf der Freude sanftschimmernden Wellen
Gleitet die Seele dahin wie der Kahn;
Denn von dem Himmel herab auf die Wellen
Tanzet das Abendrot rund um den Kahn.

Über den Wipfeln des westlichen Haines


Winket uns freundlich der rötliche Schein;
Unter den Zweigen des östlichen Haines
Säuselt der Kalmus im rötlichen Schein;
Freude des Himmels und Ruhe des Haines
Atmet die Seel im errötenden Schein.

Ach, es entschwindet mit tauigem Flügel


Mir auf den wiegenden Wellen die Zeit;
Morgen entschwinde mit schimmerndem Flügel
Wieder wie gestern und heute die Zeit,
Bis ich auf höherem strahlendem Flügel
Selber entschwinde der wechselnden Zeit.

In the middle of the shimmer of the reflecting waves


In the middle of the shimmer of the reflecting waves
Glides, as swans do, the wavering boat;
Ah, on joy's soft shimmering waves
Glides the soul along like the boat;
Then from Heaven down onto the waves
Dances the sunset all around the boat.

Over the treetops of the western grove


Waves, in a friendly way, the reddish gleam;
Under the branches of the eastern grove
Murmur the reeds in the reddish light;
Joy of Heaven and the peace of the grove
Is breathed by the soul in the reddening light.

Ah, time vanishes on dewy wing


for me, on the rocking waves;
Tomorrow, time will vanish with shimmering wings
Again, as yesterday and today,
Until I, on higher more radiant wing,
Myself vanish to the changing time.

Translation to English copyright © 1997 by Lynn Thompson

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Lachen und Weinen


Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 777.
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 318 of 646
Goto: French Translation

Lachen und Weinen zu jeglicher Stunde


Ruht bei der Lieb auf so mancherlei Grunde.
Morgens lacht ich vor Lust,
Und warum ich nun weine
Bei des Abends Scheine,
Ist mir selb' nicht bewußt.

Weinen und Lachen zu jeglicher Stunde


Ruht bei der Lieb auf so mancherlei Grunde.
Abends weint ich vor Schmerz;
Und warum du erwachen
Kannst am Morgen mit Lachen,
Muß ich dich fragen, o Herz.

Laughter and tears


Laughter and tears at any hour
rest on Love in so many ways.
In the morning I laugh for joy,
and why I now weep
in the evening glow,
is something unknown to me.

Tears and laughter at any hour


rest on Love in so many ways.
In the evening I weep for sorrow;
and why you can awake
in the morning with laughter,
I must ask you, o my heart!

Rires et pleurs
Lorsque l'amour est là,
il est plus d'une cause
Pour que rires ou pleurs
à toute heure nous prennent.

Je ris tant le matin,


Mais quand tombe le soir
Me voici tout en pleurs
Sans bien savoir pourquoi.

Lorsque l'amour est là,


il est plus d'une cause
Pour que rires ou pleurs
à toute heure nous prennent.

Je pleure tant je souffre.


Mais comment peux-tu donc
T'éveiller le matin
En un rire, mon coeur?

Translation to French copyright by Virginie Bauzou, © by Auditorium du Louvre

Translated to English by Emily Ezust

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 319 of 646
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Der Frost hat mir bereifet des Hauses Dach


Text by Friedrich Rückert (1788-1866)

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), "Greisengesang" (Old man's song), D. 778 (1823), op. 60 no.
1.
l Richard Strauss (1864-1949), "Vom künftigen Alter" (Approaching age), op. 87 no. 1.

Der Frost hat mir bereifet des Hauses Dach;


Doch warm ist mir's geblieben im Wohngemach.
Der Winter hat die Scheitel mir weiß gedeckt;
Doch fließt das Blut, das rote, durchs Herzgemach.

Der Jugendflor der Wangen, die Rosen sind


Gegangen, all gegangen einander nach -
Wo sind sie hingegangen? ins Herz hinab:
Da blühn sie nach Verlangen, wie vor so nach.

Sind alle Freudenströme der Welt versiegt?


Noch fließt mir durch den Busen ein stiller Bach.
Sind alle Nachtigallen der Flur verstummt?
Noch ist bei mir im Stillen hier eine wach.

Sie singet: "Herr des Hauses! verschleuß dein Tor,


Daß nicht die Welt, die kalte, dring ins Gemach.
Schleuß aus den rauher Odem der Wirklichkeit,
Und nur dem Duft der Träume gib Dach und Fach!"

[ Ich habe Wein und Rosen in jedem Lied,


und habe solcher Lieder noch tausendfach.
Vom Abend bis zum Morgen und Nächte durch
will ich dir singen Jugend und Liebesweh.]1

Frost has covered my house's roof


Frost has covered my house's roof;
but I have stayed warm in the living room.
Winter has covered in white the crown of my head;
yet blood flows - red blood - through my heart's chamber.

The youthful blossom of my cheeks - the roses are


gone, all gone, one after another -
where have they gone? into my heart:
there they bloom as they desire, just as they did before.

Have all the joyous streams in the world dried up?


Yet a quiet brook still flows through my breast.
Have all the nightingales in the meadow been silenced?
Yet here with me in the silence, one is awake.

It sings: "Lord of the house! lock your gate,


so that the cold world does not come into your chamber.
Shut out the raw breath of reality,
and give roof and room only to the fragrance of dreams!"

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 320 of 646

I have wine and roses in every song,


and have yet a thousand more such songs.
From evening till morning and all through the night
I will sing to you of youth and love's pain.

Translated to English by Emily Ezust


1
not set by Schubert.

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Die Wallfahrt
Text by Friedrich Rückert (1788-1866)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 778a

Meine Tränen im Bußgewand


Die Wallfahrt haben zur Aula der Schönheit angetreten;
In der Wüste brennendem Sand
Sind sie begraben, nicht hingelangten sie anzubeten.

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Son fra l'onde


Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 78 (1813).

Son fra l'onde in mezzo al mare,


E al furor di doppio vento;
Or resisto, or mi sgomento
Fra la speme, e fra l'orror.

Per la fè, per la tua vita


Or pavento, or sono ardita,
E ritrovo egual martire
Nell' ardire e nell' timor.

I am among the waves


I am among the waves in the middle of the sea,
And against the fury of double wind
Now I resist, now I fear
Between hope and horror.

For faith, for your life


Now I fear, now I am courageous,
And I find equal martyrdom
In daring and in fear.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 321 of 646
Translated to English by Gary D. Cannon

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Viola
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 786 (1823), published 1830 as op. 123.

Goto: Italian Translation

Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein,
In den Auen läutest du,
Läutest in dem stillen Hain,
Läute immer, läute zu, läute immer zu!

Denn du kündest frohe Zeit,


Frühling naht, der Bräutigam,
Kommt mit Sieg vom Winterstreit,
Dem er seine Eiswehr nahm.

Darum schwingt der goldne Stift,


Daß dein Silberhelm erschallt,
Und dein liebliches Gedüft
Leis' wie Schmeichelruf entwallt:

Daß die Blumen in der Erd'


Steigen aus dem düstern Nest,
Und des Bräutigams sich wert
Schmücken zu dem Hochzeitsfest.

Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein,
In den Auen läutest du,
Läutest in dem stillen Hain,
Läut' die Blumen aus der Ruh'!

Du Viola, zartes Kind,


Hörst zuerst den Wonnelaut,
Und sie stehet auf geschwind,
Schmücket sorglich sich als Braut.

Hüllet sich in's grüne Kleid,


Nimmt den Mantel sammetblau,
Nimmt das güldene Geschmeid,
Und den Brillantentau.

Eilt dann fort mit mächt'gem Schritt,


Nur den Freund im treuen Sinn,
Ganz von Liebesglück durchglüht,
Sieht nicht her und sieht nicht hin.

Doch ein ängstliches Gefühl


Ihre kleine Brust durchwallt,
Denn es ist noch rings so still,
Und die Lüfte weh'n so kalt.

Uns sie hemmt den schnellen Lauf,


Schon bestrahlt von Sonnenschein,
Doch mit Schrecken blickt sie auf,
Denn sie stehet ganz allein.

Schwestern nicht, nicht Bräutigam

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 322 of 646
Zugedrungen! und verschmäht!
Da durchschauert sie die Scham,
Fliehet wie vom Sturm geweht.

Fliehet an den fernsten Ort,


Wo sie Gras und Schatten deckt,
Späht und lauschet immerfort,
Ob was rauschet und sich regt.

Und gekränket und getäuscht


Sitzet sie und schluchzt und weint,
Von der tiefsten Angst zerfleischt,
Ob kein Nahender erscheint.

Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein,
In den Auen läutest du,
Läutest in dem stillen Hain,
Läut die Schwertern ihr herzu!

Rose nahet, Lilie schwankt,


Tulp' und Hyazinthe schwellt,
Windling kommt daher gerankt,
Und Narciss' hat sich gesellt.

Da der Frühling nun erscheint,


Und das frohe Fest beginnt,
Sieht er alle, die vereint,
Und vermißt sein liebstes Kind.

Alle schickt er suchend fort,


Um die eine, die ihm wert,
Und sie kommen an den Ort,
Wo sie einsam sich verzehrt.

Doch es sitzt das liebe Kind


Stumm und bleich, das Haupt gebückt,
Ach! der Lieb' und Sehnsucht Schmerz
Hat die Zärtliche erdrückt.

Schneeglöcklein, o Schneeglöcklein,
In den Auen läutest du,
Läutest in dem stillen Hain,
Läut Viola sanfte Ruh'.

Input by Richard Morris

Viola
Snowbells, oh Snowbells,
In the meadows do you sound,
Ringing in the silent grove,
Ring ever,to ring, to ring ever!

There you herald happy times,


Spring approaches, the bridegroom
comes with victory from Winter's duties,
in the military ice service.

There swings the golden tassle


jingling on his silver helmet,
and his charming scent
soft as a flattering call wafting:

Like the flowers in the ground

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Abschied Page 323 of 646
climbing from their earthy nest,
the bridegroom's own went
adorned to the wedding feast.

Snowbells, oh Snowbells,
In the meadows do you sound,
Ringing in the silent grove,
Calling the flowers from the silence!

You Viola, tender child,


Hears at first the voice of rapture,
and rises up like the wind,
adorning herself carefully as a bride.

Covers herself in verdant clothes,


Wears a mantel of sombre blue,
Takes golden trinkets
brilliant necklaces.

She hurries forth with powerful strides,


Only a friend in the truest sense,
can really guide through the fortunes of love,
She sees no one here or there.

So an anxious feeling
Seethes through her tiny breast,
as all around bacomes so still,
and the wind blows so cold.

She checks her faltering steps,


already beamed by the setting sun,
So with fear she looks about her.
As she stands quite alone.

Neither sister, nor bride,


abandoned! and scorned!
There overwhelmed by shame,
she flees as though blown by a storm.

She flees to a far-off place,


covered by grass and shadows,
which always pry and eavesdrop,
whenever it rustles or rains.

And sick and deceived


she sits and sobs and weeps,
overcome by the deepest fear
though no one approaches.

Snowbells, oh Snowbells
In the meadows do you sound.
Ringing in the silent grove
Ring the swords here!

The time of roses nears, lilies sway,


Tulip and hyacinth swell,
Bindweed comes there entwined.
and narcissi have gathered themselves.

There the Spring now arrives,


and the happy feast begins.
The assembled company look round.
and miss their favorite child.

All are sent to search around,


each for the one most dear to him,
And they come to the place,

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Abschied Page 324 of 646
where the lonely one is pining.

There she sits the dear child


silent and pale, her head bowed,
Ah! the love and yearning pain
has she meekly borne.

Snowbells, oh Snowbells,
In the meadows do you sound
Ringing in the silent grove
Ring for Viola's gentle rest.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

Viola
Bucaneve, o campanellina
che tintinni nei campi,
tintinni nel bosco silente,
tintinna sempre, tintinna più alto, tintinna sempre più alto!

Perché tu annunci il tempo felice,


si avvicina Primavera, lo sposo,
viene vincitore dalla lotta con l'Inverno,
al quale ha strappato l'arma di ghiaccio.

E quindi rotea l'aureo scettro


fino a far risuonare il tuo elmo d'argento,
e il tuo profumo delicato
si sprigiona piano, richiamo ricco di lusinghe:

che i fiori della terra


sorgano dal tetro nido,
e si facciano degno ornamento
della festa di nozze dello sposo.

Bucaneve, o campanellina
che tintinni nei campi,
tintinni nel bosco silente,
risveglia i fiori dal loro riposo!

Tu Viola, delicata fanciulla,


per la prima volta ascolti il suono del desiderio:
ed ecco che lei si alza frettolosa,
si adorna da sposa, con cura.

Si avvolge nell'abito verde


prende il mantello blu di velluto,
prende i gioielli d'oro
e i brillanti di rugiada.

Poi si affretta con passo veloce


ma l'amico del sentimento più intenso,
tutto irraggiante gioia d'amore, dov'è?
qui non lo vede, là non lo vede.

Ahimé, un senso d'angoscia


trafigge il suo petto minuto,
perché tutt'attorno è ancora silenzio
e le brezze spirano fredde.

E lei arresta il suo veloce andare,


già illuminata dalla luce del sole,
ma guarda in su atterrita,

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Abschied Page 325 of 646
scoprendosi del tutto sola.

Alle sorelle, allo sposo,


non potrà riunirsi! È ripudiata!
Ecco rabbrividisce di vergogna,
fugge via come involata dal turbine.

Fugge nel luogo più lontano,


dove l'erba e l'ombra le diano riparo,
spia e ascolta tutto il tempo,
se mai qualcosa sussurri e si elevi.

E ormai affranta e delusa


si siede a piangere tra i singhiozzi
dilaniata dalla paura profonda,
che non compaia accanto più alcuno.

Bucaneve, o campanellina
che tintinni nei campi,
tintinni nel bosco silente,
chiama a lei le consorelle!

Si avvicina la rosa, oscilla il giglio,


sbocciano tulipano e giacinto,
il rampicante si accosta avvinghiandosi,
e il narciso viene a tener compagnia.

Ecco che alfine Primavera appare,


ha inizio la lieta festa,
egli le vede tutte riunite,
ma gli manca l'amata fanciulla.

Tutte le manda a cercarla in giro,


lei è l'unica a cui tiene,
ed ecco che giungono là,
dove si struggeva in solitudine.

Ma la cara fanciulla sta seduta


muta e pallida, il capo reclino,
ahimé! il mal d'amore e nostalgia
ha sopraffatto la meschinella.

Bucaneve, o campanellina
che tintinni nei campi,
tintinni nel bosco silente,
risveglia Viola dal dolce riposo!

Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara

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Pilgerweise
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 789 (1823)

Ich bin ein Waller auf der Erde


Und gehe still von Haus zu Haus,
O reicht mit freundlicher Gebärde
Der Liebe Gaben mir heraus!

Mit offnen, teilnahmsvollen Blicken,

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Abschied Page 326 of 646
Mit einem warmen Händedruck
Könnt ihr dies arme Herz erquicken
Und es befrein von langem Druck.

Doch rechnet nicht, daß ich euch's lohnen,


Mit Gegendienst vergelten soll;
Ich streue nur mit Blumenkronen,
Mit blauen, eure Schwellen voll.

Und geb' ein Lied euch noch zur Zither,


Mit Fleiß gesungen und gespielt,
Das euch vielleicht nur leichter Flitter,
Ein leicht entbehrlich Gut euch gilt -

Mir gilt es viel, ich kann's nicht missen,


Und allen Pilgern ist es wert;
Doch freilich ihr, ihr könnt nicht wissen,
Was den beseligt, der entbehrt.

Vom Überfluß seid ihr erfreut,


Und findet tausendfach Ersatz;
Ein Tag dem andern angereihet
Vergrößert eures Liebesschatz.

Doch mir, so wie ich weiter strebe


An meinem harten Wanderstab,
Reißt in des Glückes Lustgewebe
Ein Faden nach dem andern ab.

Drum kann ich nur von Gaben leben,


Von Augenblick zu Augenblick,
O wollet vorwurfslos sie geben,
Zu eurer Lust, zu meinem Glück.

Ich bin ein Waller auf der Erde


Und gehe still von Haus zu Haus,
O reicht mit freundlicher Gebärde
Der Liebe Gaben mir heraus!

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Vergissmeinnicht
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 792 (1823), published 1833.

Als der Frühling sich vom Herzen


Der erblühten Erde riß,
Zog er noch einmal mit Schmerzen
Durch die Welt, die er verließ.

Wiesenschmelz und Saatengrüne


Grüßen ihn mit hellem Blühn,
Und die Schattenbaldachine
Dunklen Walds umsäuseln ihn.

Da im weichen Samt des Mooses


Sieht er, halb vom Grün verdeckt,
Schlummersüß, ein kummerloses
Holdes Wesen hingestreckt.

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Abschied Page 327 of 646

Ob's ein Kind noch, ob's ein Mädchen,


Wagt er nicht sich zu gestehn.
Kurze blonde Seidenfädchen
Um das runde Köpfchen wehn.

Zart noch sind die schlanken Glieder,


Unentfaltet die Gestalt,
Und doch scheint der Busen wieder
Schon von Regungen durchwallt.

Rosig strahlt der Wangen Feuer,


Lächelnd ist der Mund und schlau,
Durch der Wimpern duft'gen Schleier
Äugelt schalkhaft helles Blau.

Und der Frühling, wonnetrunken


Steht er, und doch tief gerührt;
In das holde Bild versunken,
Fühlt er ganz, was er verliert!

Aber dringend mahnt die Stunde,


Daß er schnell von hinnen muß.
Ach! da brennt auf ihrem Munde
Glühend heiß der Scheidekuß.

Und in Duft ist er entschwunden.


Doch das Kind entfährt dem Schlaf,
Tief hat sie der Kuß entzunden,
Wie ein Blitzstrahl, der sie traf.

Alle Keime sind entfaltet,


Die ihr kleiner Busen barg,
Schnell zur Jungfrau umgestaltet,
Steigt sie aus der Kindheit Sarg.

Ihre blauen Augen schlagen


Ernst und lieblich empor,
Nach dem Glück scheint sie zu fragen,
Was sie ungekannt verlor.

Aber niemand gibt ihr Kunde,


Alle sehn sie staunend an,
Und die Schwestern in der Runde,
Wissen nicht wie ihr getan.

Ach sie weiß es selbst nicht! - Tränen


Sprechen ihren Schmerz nur aus,
Und ein unergründlich Sehnen
Treibt sie aus sich selbst heraus;

Treibt sie fort, das Bild zu finden,


Das in ihrem Innern lebt,
Das ihr Ahnungen verkünden,
Das in Träumen sie umschwebt.

Felsen hat sie überklommen,


Berge steigt sie ab und auf;
Bis sie an den Fluß gekommen,
Der ihr hemmt den Strebelauf.

Doch im Ufergras dem feuchten,


Wird ihr heißer Fuß gekühlt,
Und in seinem Spiegel leuchten
Siehet sie ihr eignes Bild.

Sieht des Himmels blaue Ferne,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 328 of 646
Sieht der Wolken Purpurschein,
Sieht den Mond und alle Sterne -
Milder fühlt sie ihren Pein.

Denn es ist ihr aufgegangen;


Daß sie eine Seele fand,
Die ihr innigstes Verlangen,
Ihren tiefsten Schmerz verstand.

Gern mag sie an dieser Stelle


Sich die stille Wohnung bau'n,
Der verklärten sanften Welle
Kann sie rückhaltslos vertrau'n.

Und sie fühlt sich ganz genesen,


Wenn sie zu dem Wasser spricht,
Wie zu dem geahnten Wesen;
O vergiß, vergiß mein nicht!

Input by Richard Morris

Forget me not
When Springtime ripped itself from the heart
of the blossoming earth,
he tread once more with sorow
through the world that he was departing.

Melting fields and green crops


greet him with bright flowers
and the shady canopy
of the dark wood whisper about him.

There in the supple velvety moss


he observes, half-concealed by the foliage,
a lovely, carefree being
sprawled in sweet slumber.

Whether she is still a child or already a maiden,


he does not venture to decide.
Short, blonde filaments of silk
blow about her round little head.

Her slim arms are still delicate,


her figure still immature
and yet her breast seems
already to be surging with emotion again.

Her cheeks glow with rosy fire,


her mouth is smiling and clever,
and through the filmy veil of eyelashes
her bright eyes look out roguishly.

And Spring, intoxicated with bliss,


stands there, deeply moved;
engrossed in this lovely sight
he now feels fully what he is leaving!

But the hour urgently reminds him


that he must depart quickly.
Ah! there suddenly burns on her lips
the glowing heat of his parting kiss.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 329 of 646
And then he vanished.
But the girl is jolted from her sleep:
the kiss had set her afire
as if she had been struck by lightning.

All of the buds now unfolded


that her small bosom had concealed:
she was quickly transformed into a young woman,
and arose from the coffin of her childhood.

Her blue eyes snap open,


serious and full of love;
she seems to inquire after the happiness
that she has unknowingly lost.

But no one tells her anything;


they stare at her with astonishment,
and the girlfriends in her circle
do not know what has happened to her.

Even she herself does not know! - Tears


speak only of their sorrow,
and an inscrutable yearning
impels her outside of herself.

It urges her forth to find the image


that lives within her mind,
that her intuition speaks about
and that floats about her in her dreams.

She climbed over rocky cliffs,


scaled mountains up and down,
until she came to a river
that obstructed her questing way.

But in the damp grass on the shore


her hot feet were cooled,
and in the glittering reflection
she saw her own image.

She saw the sky's blue remoteness,


she saw the crimson gleam of the clouds,
she saw the moon and all the stars -
and she felt her pain more mildly.

For she now understood


that she had found a soul
that understood her most intimate yearnings,
her deepest grief.

In this place she would gladly


build herself a quiet home;
in the mild, transfiguring waves
she could trust entirely.

And she feels herself recovering completely


as she speaks to the waters,
as if she were speaking to that being from her dreams;
Oh, forget me not, forget me not!

Translated to English by Emily Ezust

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 330 of 646

Im Abendrot
Text by Karl Gottlieb Lappe (1773-1843)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 799 (1824?5).

O wie schön ist deine Welt,


Vater, wenn sie golden strahlet!
Wenn dein Glanz herniederfällt
Und den Staub mit Schimmer malet,
Wenn das Rot, das in der Wolke blinkt,
In mein stilles Fenster sinkt!

Könnt ich klagen, könnt ich zagen?


Irre sein an dir und mir?
Nein, ich will im Busen tragen
Deinen Himmel schon allhier.
Und dies Herz, eh' es zusammenbricht,
Trinkt noch Glut und schlürft noch Licht.

At dusk
O how beautiful is your world,
Father, when she shines with golden beams!
When your gaze descends
And paints the dust with a shimmering glowing,
When the red, which flashes in the clouds,
Sinks into my quiet window!

How could I complain, how could I be afraid?


How could anything ever be amiss between you and me?
No, I will carry in my breast
Your Heaven for all times.
And this heart, before it breaks down,
Shall drink in the glow and the light.

Translated to English by Emily Ezust

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Zur Namensfeier meines Vaters


Text by Franz Peter Schubert (1797-1828)
Set by Franz Peter Schubert (1797-1828), D. 80 (1813). [2T,B,2gtr]

Goto: French Translation

Ertöne Leier
Zur Festesfeier!
Apollo steig' hernieder,
Begeistre uns're Lieder.
Lange lebe unser Vater Franz!
Lange währe seiner Tage Chor!

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Abschied Page 331 of 646
Und im ewig schönen Flor
Blühe seines Lebens Kranz.

Wonnelachend umschwebe die Freude


Seines grünenden Glückes Lauf.
Immer getrennt vom trauernden Leide,
Nehm' ihn Elysiums Schatten auf.
Endlos wieder töne, holde Leier,
Bringt des Jahres Raum die Zeit zurück,
Sanft und schön an dieser Festesfeier.
Ewig währe Vater Franzens Glück!

Input by Auditorium du Louvre

Pour la fête de mon père


Lyre, résonne
En ce jour de fête!
Descends, Apollon,
Que nos chants vibrent de ta joie!
Longue vie à notre père Franz!
Que prospère le choeur de ses jours!
Que sa couronne de vie
Fleurisse pour l'éternité!

Qu'une éclatante allégresse


Règne sur son verdoyant bonheur!
Que les Champs-Elysées, loin de l'amère
souffrance, Accueillent son ombre!
Douce lyre, résonne à l'infini
Chante de nouveau chaque année
Que mon père Franz goûte au bonheur éternel!

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Der Einsame
Text by Karl Gottlieb Lappe (1773-1843)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 41, D. 800 (1825?)

Wann meine Grillen schwirren,


Bei Nacht, am spät erwärmten Herd,
Dann sitz ich mit vergnügtem Sinn
Vertraulich zu der Flamme hin,
So leicht, so unbeschwert.

Ein trautes, stilles Stündchen


Bleibt man noch gern am Feuer wach,
Man schürt, wann sich die Lohe senkt,
Die Funken auf und sinnt und denkt:
Nun abermal ein Tag!

Was Liebes oder Leides


Sein Lauf für uns dahergebracht,
Es geht noch einmal durch den Sinn;
Allein das Böse wirft man hin,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 332 of 646
Es störe nicht die Nacht.

Zu einem frohen Traume


Bereitet man gemacht sich zu,
Wann sorgenlos ein holdes Bild
Mit sanfter Lust die Seele füllt,
Ergibt man sich der Ruh.

O wie ich mir gefalle


In meiner stillen Ländlichkeit!
Was in dem Schwarm der lauten Welt
Das irre Herz gefesselt hält,
Gibt nicht Zufriedenheit.

Zirpt immer, liebe Heimchen


In meiner Klause eng und klein.
Ich duld' euch gern: ihr stört mich nicht
Wann euer Lied das Schweigen bricht
Bin ich nicht ganz allein.

The hermit
When my crickets sing
at night by my late-burning hearth,
then I sit with pleasure,
cosily by the fire,
so light-hearted and untroubled.

For one dear, quiet little hour


one enjoys remaining alert by the fire:
one stokes it when it sinks to embers,
making sparks fly; and one feels and thinks:
another day has past!

What love or sorrow


has brought to us in the course of the day -
this passes through our mind;
one discards the bad alone,
so that it will not disturb the night.

For pleasant dreams


one prepares oneself,
and when, carefree, a sweet image
fills one's soul with gentle pleasure,
one submits to sleep.

O how I love
my quiet rusticity!
In the tumult of the loud world
the restless heart would be held captive
and never find contentment.

Chirp on and on, dear cricket,


in my narrow and small hermitage.
I tolerate you gladly: you do not disturb me
when your song breaks the silence,
for then I am no longer so entirely alone.

Translated to English by Emily Ezust

Last two verses input by Sim Lee


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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 333 of 646

Der Sieg
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 805 (1824).

O unbewölktes Leben!
So rein und tief und klar.
Uralte Träume schweben
Auf Blumen wunderbar.

Der Geist zerbrach die Schranken,


Des Körpers träges Blei;
Er waltet groß und frei.

Es laben die Gedanken


An Edens Früchten sich;
Der alte Fluch entwich.

Was ich auch je gelitten,


Die Palme ist erstritten,
Gestillet mein Verlangen.

Die Musen selber sangen


Die Sphinx in Todesschlaf,
Und meine Hand, sie traf.

O unbewölktes Leben!
So rein und tief und klar.
Uralte Träume schweben
Auf Blumen wunderbar.

Victory
O unclouded life!
So pure and profound and clear.
Ancient dreams float
wonderfully out of the flowers.

The spirit broke the chains


of the body's sluggish lead;
it roams, great and free.

The thoughts are refreshed


by the fruits of Eden;
the old curse ends.

Whatever I may have suffered,


contending for the Palm,
stilled is my yearning.

The Muses themselves sang


the sphinx into the sleep of death,
and my hand actually struck the blow.

O unclouded life!
So pure and profound and clear.
Ancient dreams float
wonderfully out of the flowers.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 334 of 646
Translated to English by Emily Ezust

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Auflösung
Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 807 (1824), published 1842.

Goto: Italian Translation

Verbirg dich, Sonne,


Denn die Gluten der Wonne
Versengen mein Gebein;
Verstummet, Töne,
Frühlings Schöne
Flüchte dich und laß mich allein!

Quillen doch aus allen Falten


Meiner Seele liebliche Gewalten,
Die mich umschlingen,
Himmlisch singen.
Geh unter, Welt, und störe
Nimmer die süßen, ätherischen Chöre.

Input by Richard Morris

Dissolution
Hide yourself, o sun,
for the glow of bliss
burns my entire being.
Be silent, sounds;
Spring beauty,
go away and leave me alone!

Welling up from every recess


of my soul are pleasing powers
that envelop me,
with heavenly singing.
End, world, and never disturb
the sweet, ethereal choir again.

Translated to English by Emily Ezust

Dissoluzione
Nasconditi, o sole,
perché il fuoco della passione
brucia le mie membra;
ammutolite voi, melodie,
e tu bellezza della primavera
fuggiti e lasciami solo!

Perché sgorgano da tutte le pieghe

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 335 of 646
della mia anima le potenze d'amore,
che mi avvincono
e cantano celestiali.
Sprofonda, o mondo, e non turbare più
i dolci cori dell'etere.

Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara

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Es tanzen Mond und Sterne


Text by Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)
Set by Franz Schubert (1797-1828), "Gondelfahrer", D. 808 (1824), published 1872 ---- "Der
Gondelfahrer", D. 809.

Goto: Italian Translation

Es tanzen Mond und Sterne


Den flücht'gen Geisterreih'n:
Wer wird von Erdensorgen
Befangen immer sein!

Du kannst in Mondesstrahlen
Nun, meine Barke, wallen;
Und aller Schranken los,
Wiegt dich des Meeres Schoß.

Vom Markusturme tönte


Der Spruch der Mitternacht:
Sie schlummern friedlich alle.
Und nur der Schiffer wacht.

The gondolier
The moon and stars dance
a fleeting, ghostly round:
Who would, to earthly cares,
be forever chained?

You can, in the moonbeams,


now drift, my boat;
and be rid of all barriers,
cradled in the bosom of the sea.

From St. Mark's tower tolls


the proclamation of midnight:
All slumber peacefully
and only the boatman is awake.

Translated to English by Emily Ezust

Gondoliere

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Abschied Page 336 of 646
Danzano luna e stelle
sulle schiere di fantasmi in fuga:
chi mai potrà essere per sempre
prigioniero dei terreni travagli!

Tu puoi nel raggio lunare


ora ondeggiare, barchetta mia;
e sciolta da ogni legame
ti culla il grembo del mare.

Il campanile di San Marco ha battuto


il suono della mezzanotte:
tutti loro si addormentano in pace,
e solo veglia il nocchiero.

Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara

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Wehmut
Text by Heinrich Hüttenbrenner (1799-1830)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 825 no. 1.

Die Abendglocke tönet,


Vom Himmel sinkt die Ruh;
Das Auge grambetränet
Nur schließet sich nicht zu.

Daß meine Jugend fliehet


Allein und ungeliebt,
Daß jeder Kranz verblühet,
Das ist, was mich betrübt.

Und als ich sie gefunden,


War Herz und Welt nur Lust,
Und seit sie mir entschwunden,
Ist Atmen ein Verlust.

Der Strom als Felsen quillend,


Die Berge lieben nicht;
Nur's arme Herz, das fühlend,
So leicht von Kummer bricht.

O töne, sanft Geläute,


In's stille Tal hinaus,
Der Morgen deckt das Heute,
Den Gram das Grabeshaus.

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Der Tanz
Text by Kolumban Schnitzer von Meerau
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 826 (1828).

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Abschied Page 337 of 646
Goto: French Translation

Es redet und träumet die Jugend so viel,


Von Tanzen, Galoppen, Gelagen,
Auf einmal erreicht sie ein trügliches Ziel,
Da hört man sie seufzen und klagen.

Bald schmerzet der Hals, und bald schmerzet die Brust,


Verschwunden ist alle die himmlische Lust,
"Nur diesmal noch kehr' mir Gesundheit zurück!"
So flehet vom Himmel der hoffende Blick!

La danse
La jeunesse parle tant et rêve tant
De danses, de galops et de fêtes,
Soudain elle atteint un terme trompeur,
Et on l'entend soupirer et se plaindre.

Bientôt elle souffre de la gorge et souffre de la poitrine,


Disparus, tous les célestes plaisirs,
"Juste pour cette fois encore, santé, reviens-moi!"
Ainsi le regard plein d'espoirimplore le ciel!

Translation to French copyright © by Philippe Dondey and Angelika Weitzel-Dumoulin

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Abschied von der Erde


Text by Adolf von Pratobevera (1806-?) from "Der Falk"
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 829 (1825/6).

Leb' wohl, du schöne Erde!


Kann dich erst jetzt versteh'n,
Wo Freude und wo Kummer
An uns vorüberweh'n.

Leb' wohl, du Meister Kummer!


Dank dir mit nassem Blick!
Mit mir nehm' ich die Freude,
Dich laß' ich hier zurück.

Sei nur ein milder Lehrer,


Führ' alles hin zu Gott,
Zeig' in den trübsten Nächten
Ein Streiflein Morgenrot!

Lasse sie die Liebe ahnen,


So danken sie dir noch,
Der früher und der später,
Sie danken weinend doch.

Dann glänzt das Leben heiter,


Mild lächelt jeder Schmerz,
Die Freude hält umfangen

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Abschied Page 338 of 646
Das ruhige, klare Herz.

Farewell to the world


Fair you well, you lovely world!
Only now do I understand you,
when joy and when sorrow
are passing away from us.

Fare you well, Master Sorrow!


I thank you with moist eyes!
With me I take joy -
you I leave here behind me.

Just be a gentle teacher,


lead everyone to God,
show them in the gloomy nights
a little streak of dawn!

Let them feel love,


and they will give thanks
sooner or later;
they will give tearful thanks.

Then life will be serene,


and every grief will smile placidly;
joy will enfold
the clear and tranquil heart.

Translated to English by Emily Ezust

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Lied Der Anne Lyle


Text by Sophie May after Andrew MacDonald (1757-1790) from "Love and Loyalty", quoted by
Sir Walter Scott (1771-1832) in "The Legend of Montrose".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 830 (early 1825?), published 1828 as op. 85.

Wärst du bei mir im Lebenstal,


Gern wollt' ich alles mit der teilen;
Mit dir zu flieh'n wär' leichte Wahl,
Bei mildern Wind, bei Sturmes Heulen.
Doch trennt uns harte Schicksalsmacht
Uns ist nicht gleiches Loos geschrieben
Mein Glück ist, wenn dir Freude lacht
Ich wein' und bete für den Lieben.
Es wird mein töricht' Herz vergeh'n
Wenn's alle Hoffnung sieht verschwinden
Doch soll's nie seinen Gram gesteh'n,
Nie mürrisch klagend ihn verkünden.
Und drückt des Lebens Last das Herz,
Soll nie den matten Blick sie trüben,
So lange mein geheimer Schmerz
Ein Kummer wäre für den Lieben.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 339 of 646
Input by Richard Morris

Annot Lyle's Song [original text]


Wert thou, like me, in life's low vale,
With thee how blest, that lot I'd share;
With thee I'd fly wherever gale
Could waft, or bounding galley bear.
But parted by severe decree,
Far different must our fortunes prove;
May thine be joy - enough for me
To weep and pray for him I love.
The pangs this foolish heart must feel,
When hope shall be forever flown,
No sullen murmur shall reveal,
No selfish murmurs ever own.
Nor will I through life's weary years,
Like a pale drooping mourner move,
While I can think my secret tears
May wound the heart of him I love.

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Gesang der Norna (Norna's song)


Text by Samuel Heinrich Spiker after Sir Walter Scott (1771-1832), from The Pirate.
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 831 (1825?), published 1828 as op. 85.

Mich führt mein Weg wohl meilenlang


Durch Gold und Strom und Wassergrab.
Die Welle kennt den Runensang
Und glättet sich zum Spiegel ab.

Die Welle kennt den Runensang,


Der Golf wird glatt, der Strom wird still;
Doch Menschenherz, im wilden Drang,
Es weiß nicht, was es selber will.

Nur eine Stund' ist mir vergönnt,


In Jahresfrist, zum Klageton,
Sie schlägt, wenn diese Lampe brennt -
Ihr Schein verlischt - sie ist entflohn.

Heil, Magnus Töchter, fort und fort!


Die Lampe brennt in tiefer Ruh';
Euch gönn' ich dieser Stunde Wort,
Erwacht, erhebt Euch, hört mir zu!

Input by Richard Morris

Norna's Song [original text]


For leagues along the watery way
Through gulf and stream my course has been;
The hillows know my Runic lay,
And smooth their crests to silent green.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 340 of 646

The hillows know my Runic lay -


The gulf grows smooth, the stream is still;
The human hearts, more wild than they'
Know but the rule of wayward will.

One hour is mine, in all the year,


To tell my woes - and one alone;
When gleams this magic lamp, 'tis here -
When dies the mystic light, 'tis gone.

Daughters on northern Magnus, hail!


The lamp is lit, the flame is clear -
To you I come to tell my tale,
Awake, arise, my tale to hear!

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Des Sängers Habe


Text by Franz Xaver Freiherr von Schlechta (1796-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 832 (1825).

Schlagt mein ganzes Glück in Splitter,


Nehmt mir alle Habe gleich,
Lasset mir nur meine Zither,
Und ich bleibe froh und reich.

Wenn des Grames Wolken ziehen,


Haucht sie Trost in meine Brust,
Und aus ihrem Golde blühen
Alle Blumen meiner Lust.

Will die Liebe nicht gewähren,


Freundschaft brechen ihre Pflicht,
Kann ich beide stolz entbehren,
Aber meine Zither nicht.

Reißet meines Lebens Sehne,


Wird sie mir ein Kissen sein,
lullen mich die süßen Töne
In den letzten Schlummer ein.

In den Grund des Tannenhaines


Senkt mich leise dann hinab;
Und statt eines Leichensteines
Stellt die Zither auf mein Grab,

Daß ich, wenn zum stillen Reigen,


Aus des Todes dunklem Bann,
Mitternachts die Geister steigen,
Ihre Saiten rühren kann.

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Der Blinde Knabe


file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 341 of 646
Text by Jakob Nikolaus, Reichsfreiherr von Craigher de Jachelutta (1797-1855), after Colley
Cibber (1671-1757)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 833b (1825), published as op. 101.

O sagt, ihr Lieben, mir einmal,


Welch Ding ist's, Licht genannt?
Was sind des Sehens Freuden all',
Die niemals ich gekannt?

Die Sonne, die so hell ihr seht,


Mir Armen scheint sie nie;
Ihr sagt, sie auf- und niedergeht,
Ich weiß nicht, wann noch wie.

Ich mach' mir selbst so Tag und Nacht,


Dieweil ich schlaf' und spiel',
Mein inn'res Leben schön mir lacht,
Ich hab' der Freuden viel.

Zwar kenn' ich nicht, was euch erfreut,


Doch drückt mich keine Schuld,
Drum freu' ich mich in meinem Leid
Und trag' es mit Geduld.

Ich bin so glücklich, bin so reich


Mit dem, was Gott mir gab,
Bin wie ein König froh, obgleich
Ein armer, blinder Knab'.

The blind boy [original text]


O say! what is that thing call'd light,
Which I must ne'er enjoy;
What are the blessings of the sight,
O tell your poor blind boy!

You talk of wondrous things you see,


You say the sun shines bright;
I feel him warm, but how can he
Or make it day or night?

My day or night myself I make,


When e'er I sleep or play;
And could I ever keep awake
With me 'twere always day.

With heavy sighs I often hear


You mourn my hapless woe;
But sure with patience I can bear
A loss I ne'er can know.

Then let not what I cannot have


My cheer of mind destroy;
Whilst thus I sing, I am a king,
Although a poor blind boy.

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 342 of 646

Im Walde
Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 834 (1825), published 1828 as op. 93 no. 1.

Ich wand're über Berg und Tal


Und über grüne Heiden,
Und mit mir wandert meine Qual,
Will nimmer von mir scheiden.
Und schifft' ich auch durch's weite Meer,
Sie käm' auch dort wohl hinterher.

Wohl blüh'n viel Blumen auf der Flur,


Die hab' ich nicht gesehen,
Denn eine Blume seh' ich nur
Auf allen Wegen stehen.
Nach ihr hab' ich mich oft gebückt
Und doch sie nimmer abgepflückt.

Die Bienen summen durch das Gras


Und hängen an den Blüten;
Das macht mein Auge trüb' und naß,
Ich kann mir's nicht verbieten,
Ihr süßen Lippen, rot und weich,
Wohl hing ich nimmer so an euch!

Gar lieblich singen nah und fern


Die Vögel auf den Zweigen;
Wohl säng' ich mit den Vögeln gern,
Doch muß ich traurig schweigen.
Denn Liebeslust und Liebespein,
Die bleiben jedes gern allein.

Am Himmel seh' ich flügelschnell


Die Wolken weiterziehen,
Die Welle rieselt leicht und hell,
Muß immer nah'n und fliehen.
Doch haschen, wenn's vom Winde ruht,
Sich Wolk' und Wolke, Flut und Flut.

Ich wand're hin, ich wand're her,


Bei Sturm und heiter'n Tagen,
Und doch erschau' ich's nimmermehr
Und kann es nicht erjagen.
O Liebessehnen, Liebesqual,
Wann ruht der Wanderer einmal?

In the woods
I wander over hill and vale
and over the green heath,
and with me goes my pain,
Will it never leave me?
Even if I sail upon the wide sea
It comes there right behind

More flowers are blooming in the field


than I have ever seen,
But one flower only do I see
standing on every path.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 343 of 646
over which I have often stooped
but have never plucked

The bees buzz through the grass


and hang upon the blumes;
That makes my eyes sad and damp,
I cannot deny myself
their sweet lips,red and soft,
I never hung so well on yours.

So sweetly sing far and near


the birds on the branches;
I would like to sing with the birds,
But sadly I must remain silent.
So love's joy and love's pain,
Each stay gladly alone.

In the sky I see swift as birds


the clouds drifting along,
the waves gently roll light and bright,
always passing by.
Then, when from the winds they rest,
become cloud on cloud, flood on flood.

I wander here, I wander there,


in storms and more cheerful days,
and don't respond to them any more
or seek them out.
O love's longing, love's anguish.
When will the wanderer at last find rest?

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Bootgesang
Text by Adam Storck (Philipp Adam) (1780-1822) after Sir Walter Scott (1771-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 835 (1825).

Triumph, er naht, Heil, Heil dem Helden,


Stets grünende Fichte, gesegnet sei du!
Lang, lang blüh in seinem hellschimmernden Banner,
O Baum, du Schutz und Schmuck unsers Stamms!
Tränk ihn, Himmel, mit deinem Tau,
Spend ihm, Erde, neuen Saft,
Daß freudig er knosp' und weit sich verbreite,
Und jedes Hochlands Tal schale jauchzend zurück:
"Es lebe Sir Roderick, Clan Alpines Held!"

Input by Ted Perry

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Coronach

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 344 of 646

Totengesang der Frauen und Mädchen


Text by Adam Storck (Philipp Adam) (1780-1822) after Sir Walter Scott (1771-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 836 (1825).

Er ist uns geschieden vom Berg und vom Walde


Wie versiegte Quelle, als Not uns bedrängte.
Die Quelle wird fliessen, genährt von dem Regen,
Uns scheint nie mehr Freude, dem Duncan kein Morgen.

Die Hand des Schnitters nimmt reife Ähren,


Unser Trauergesang klagt blühende Jugend.
Der Herbstwind treibt Blätter, die gelben, die welken,
Es blüht' unsre Blume, als Mehltau sie welkte.

Ihr flüchtigen Füsse, du Rat in Bedrängnis,


Du Arm im Streite, wie tief ist dein Schlummer.
Wie Tau auf den Bergen, wie Schaum auf dem Bache,
Wie Blas' auf der Welle bist ewig geschieden.

Input by Ted Perry

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Ellens Gesang I
Text by Adam Storck (Philipp Adam) (1780-1822), after Sir Walter Scott (1771-1832), from "The
Lady of the Lake".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 837 (1825), published 1826 as op. 52 no. 1.

Raste Krieger! Krieg ist aus,


Schlaf den Schlaf, nichts wird dich wecken,
Träume nicht von wildem Strauß
Nicht von Tag und Nacht voll Schrecken.

In der Insel Zauberhallen


Wird ein weicher Schlafgesang
Um das müde Haupt dir wallen
Zu der Zauberharfe Klang.

Feen mit unsichtbaren Händen


Werden auf dein Lager hin
Holde Schlummerblumen senden,
Die im Zauberlande blühn.

Raste Krieger, Krieg ist aus,


Schlaf den Schlaf, nichts wird dich wecken,
Träume nicht von wildem Strauß
Nicht von Tag und Nacht voll Schrecken.

Nicht der Trommel wildes Rasen,


Nicht des Kriegs Gebietend Wort,
Nicht der Todeshörner Blasen
Scheuchen deinen Schlummer fort.

Nicht das Stampfen wilder Pferde,


Nicht der Schreckensruf der Wacht,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 345 of 646
Nicht das Bild von Tagsbeschwerde
Stören deine stille Nacht.

Doch der Lerche Morgensänge


Wecken sanft dein schlummernd Ohr,
Und des Sumpfgefieders Klänge
Steigend aus Geschilf und Rohr.

Raste Krieger! Krieg ist aus,


Schlaf den Schlaf, nichts wird dich wecken,
Träume nicht von wildem Strauß
Nicht von Tag und Nacht voll Schrecken.

Input by Richard Morris

Ellen's Song [original text]


Soldier Rest! thy warfare o'er,
Sleep the sleep that knows not breaking;
Dream of battled fields no more,
Days of danger, nights of waking.

In our isle's enchanted hall,


Hands unseen thy couch are strewing,
Fairy strains of music fall,
Every sense in slumber dewing.

Soldier Rest! thy warfare o'er,


Dream of fighting fields no more;
Sleep the sleep that knows not breaking,
Morn of toil, nor night of waking.

No rude sound shall reach thine ear,


Armour's clang, or war-steed champing,
Trump nor pibroch summon here
Mustering clan, or war-steed champing.

Ruder sounds shall none be near


Guards nor warders challenge here,
Here's no war-steeds neigh and champing,
Shouting clans, or squadrons stamping.

Yet the lark's shrill fife may come


At the day-break from the fallow,
And the bittern sound his drum,
Booming from the sedgy shallow.

Soldier, rest! thy warfare o'er,


Sleep the sleep that knows not breaking:
Dream of battled fields no more,
Days of danger, nights of waking.

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Ellens Gesang II
Text by Adam Storck (Philipp Adam) (1780-1822), after Sir Walter Scott (1771-1832), from "The
Lady of the Lake".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 838 (1825), published 1826 as op. 52 no. 2.
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 346 of 646

Jäger, ruhe von der Jagd!


Weicher Schlummer soll dich decken,
Träume nicht, wenn Sonn' erwacht,
Daß Jagdhörner dich erwecken.

Schlaf! der Hirsch ruht in der Höhle,


Bei dir sind die Hunde wach,
Schlaf, nicht quäl' es deine Seele,
Daß dein edles Roß erlag.

Jäger, ruhe von der Jagd!


Weicher Schlummer soll dich decken,
Wenn der junge Tag erwacht,
wird kein Jägerhorn dich wecken.

Input by Richard Morris

Ellen's Song [original text]


"Huntsman, rest! thy chase is done,
while our slumbrous spells assail ye,
Dream not, with the rising sun,
Bugles here shall sound reveillé".

Sleep! the deer is in his den;


Thy hounds are by thee lying;
Sleep! nor dream in yonder glen,
How thy gallant steed lay dying.

Huntsman, rest! thy chase is done


Think not of the rising sun,
For at dawning to assail ye
Here no bugles sound reveillé.

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Ellens Gesang III


Ave Maria
Text by Adam Storck (Philipp Adam) (1780-1822), after Sir Walter Scott (1771-1832), from "The
Lady of the Lake"
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 839 (1825), published 1826 as op. 52 no. 4.

Ave Maria! Jungfrau mild,


Erhöre einer Jungfrau Flehen,
Aus diesem Felsen starr und wild
Soll mein Gebet zu dir hinwehen.
Wir schlafen sicher bis zum Morgen,
Ob Menschen noch so grausam sind.
O Jungfrau, sieh der Jungfrau Sorgen,
O Mutter, hör ein bittend Kind!
Ave Maria!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 347 of 646

Ave Maria! Unbefleckt!


Wenn wir auf diesen Fels hinsinken
Zum Schlaf, und uns dein Schutz bedeckt
Wird weich der harte Fels uns dünken.
Du lächelst, Rosendüfte wehen
In dieser dumpfen Felsenkluft,
O Mutter, höre Kindes Flehen,
O Jungfrau, eine Jungfrau ruft!
Ave Maria!

Ave Maria! Reine Magd!


Der Erde und der Luft Dämonen,
Von deines Auges Huld verjagt,
Sie können hier nicht bei uns wohnen,
Wir woll'n uns still dem Schicksal beugen,
Da uns dein heil'ger Trost anweht;
Der Jungfrau wolle hold dich neigen,
Dem Kind, das für den Vater fleht.
Ave Maria!

Input by Richard Morris

Ellen's Song [original text]


Ave, Maria! Maiden mild!
Oh listen to a maiden's prayer;
For thou canst hear tho' from the wild,
And Thou canst save amid despair.
Safe may we sleep beneath thy care
Tho' banish'd outcast and reviled,
Oh, Maiden hear a maidens prayer.
Oh Mother, hear a suppliant child!
Ave Maria!

Ave, Maria! Undefiled!


The flinty couch we now must share,
Shall seem with down of eider piled
If Thy, if Thy protection hover there.
The murky cavern's heavy air
Shall breath of Balm if thou hast smiled;
Then, Maiden hear a maiden's prayer.
Oh Mother, hear a suppliant child!
Ave Maria!

Ave, Maria! Stainless-styled!


Foul demons of the earth and air,
From this their wonted haunt exiled,
Shall flee, shall flee before thy presence fair.
We bow us to our lot of care
Beneath Thy guidance reconciled,
Hear for a maid a maiden's prayer;
And for a father bear a child!
Ave Maria!

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Lied des gefangenen Jägers (Song of the


Imprisoned Huntsman)
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 348 of 646
Text by Adam Storck (Philipp Adam) (1780-1822), after Sir Walter Scott
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 843 (1825), op. 52 no. 7.
Goto: German * English

Mein Roß so müd' in dem Stalle sich steht,


Mein Falk' ist der Kapp und der Stange so leid,
Mein müßiges Windspiel sein Futter verschmäht,
Und mich kränkt des Turmes Einsamkeit.

Ach, wär ich nur, wo ich zuvor bin gewesen.


Die Hirschjagd wäre so recht mein Wesen!
Den Bluthund los, gespannt den Bogen:
Ja, solchem Leben bin ich gewogen!

Ich hasse der Turmuhr schläfrigen Klang,


Ich mag nicht seh'n, wie die Zeit verstreicht,
Wenn Zoll um Zoll die Mauer entlang
Der Sonnenstahl so langsam schleicht.

Sonst pflegte die Lerche den Morgen zu bringen,


Die dunkle Dohle zur Ruh' mich zu singen;
In dieses Schlosses Königshallen,
Da kann kein Ort mir je gefallen.

Früh, wenn der Lerche Lied erschallt,


Sonn' ich mich nicht in Ellen's Blick,
Nicht folg' ich dem flüchtigen Hirsch durch den Wald,
Und kehre, wenn Abend taut, zurück.

Nicht schallt mir ihr frohes Willkommen entgegen,


Nicht kann ich das Wild ihr zu Füßen mehr legen,
Nicht mehr wird der Abend uns selig entschweben:
Dahin, dahin ist Lieben und Leben.

Song of the Imprisoned Huntsman

Sir Walter Scott


(from The Lady of the Lake, The Guard Room, XXIV)

My hawk is tired of perch and hood,


My idle greyhound loathes his food,
My horse is weary of his stall
And I am sick of captive thrall.

I wish I were, as I have been,


Hunting the hart in forest green,
With bended bow and bloodhound free,
For that's the life is meet for me.

I hate to learn the ebb of time


From yon dull steeple's drowsy chime,
Or mark it as the sunbeams crawl,
Inch after inch, along the wall.

The lark was wont my matins ring.


The sable rook my vespers sing;
These towers, although a king's they be,
Have not a hall of joy for me.

No more at dawning morn I rise,


And sun myself in Ellen's eyes,
Drive the fleet deer the forest through,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 349 of 646
And homeward wend with evening dew.

A blithsome welcome blithely meet,


And lay my trophies at her feet,
While fled the eve on wings of glee:
That life is lost to love and me!

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Normans Gesang (Norman's Song)


Text by Adam Storck (Philipp Adam) (1780-1822), after Sir Walter Scott (1771-1832)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 846 (1825), published 1826 as op. 52 no. 5.

Die Nacht bricht bald herein, dann leg' ich mich zur Ruh'.
Die Heide ist mein Lager, das Farnkraut deckt mich zu.
Mich lullt der Wache Tritt wohl in den Schlaf hinein:
Ach, muß so weit, so weit von dir, Maria, Holde, sein!
Und wird es morgen Abend, und kommt die trübe Zeit,
Dann ist vielleicht mein Lager der blutig rote Plaid,
Mein Abendlied verstummet, du schleichst dann trüb' und bang.
Maria, mich wecken kann nicht dein Totensang.

So mußt' ich von dir scheiden, du holde, süße Braut?


Wie magst du nach mir rufen, wie magst du weinen laut!
Ach, denken darf ich nicht an deinen herben Schmerz,
Ach, denken darf ich nicht an dein getreues Herz.
Nein, zärtlich treues Sehnen darf hegen Normann nicht,
Wenn in den Feind Clan-Alpine wie Sturm und Hagel bricht;
Wie ein gespannter Bogen sein mutig Herz dann sei,
Sein Fuß, Maria, wie der Pfeil so rasch und frei.

Wohl wird die Stunde kommen, wo nicht die Sonne scheint,


Du wankst zu deinem Normann, dein holdes Auge weint.
Doch fall' ich in der Schlacht, hüllt Todesschauer mich,
O glaub' mein letzter Seufzer, Maria, ist für dich,
Doch kehr ich siegreich wieder aus kühner Männerschlacht,
Dann grüßen wir so freudig das Nahn der stillen Nacht,
Das Lager ist bereitet, uns winkt die süße Ruh'.
Der Hänfling singt das Brautlied, Maria, hold zu uns!

Norman's Song [original text]


The heath this night must be my bed,
The bracken curtain for my head,
My lullaby the warder's tread,
Far, far from love and thee, Mary;
To-morrow eve, more stilly laid,
My couch may be my bloody plaid,
My vesper song, they wail, sweet maid!
It will not waken me, Mary!

It will not waken me, Mary!


I may not, dare not, fancy now
The grief that clouds thy lovely brow.
I dare not thin upon thy vow;
And all it promised me, Mary.
No fond regrets must Norman know;

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Abschied Page 350 of 646
When bursts Clan-Alpine on the foe,
His heart must be like bended bow,
His foot like arrow free, Mary.

A time will come with feeling fraught,


For, if I fall in battle fought,
They hapless lover's dying thought,
Shall be a thought on thee, Mary.
And if return'd from conquer'd foes,
How blithely will the evening close,
How sweet the linnet sing repose,
To my young bride and me, Mary!

La Chanson de Norman
Voici venir la nuit, le temps du repos.
Etendu sur un lit de bruyère, je me couvre de fougères.
Le pas de la sentinelle me berce, et je m'endors
Bien loin de toi, Marie, ma belle.

Demain peut-être sonnera l'heure tardive


Où, gisant sur un plaid ensanglanté,
Je n'entendrai le chant funèbre de ta voix,
Marie, et n'aurai point de réveil.

Il me faut te quitter, ma douce aimée.


Point de cris, point de larmes!
Ni ton âpre douleur, ni ta fidélité
Ne sauraient me retenir.

Non, Norman ne doit point céder à sa tendresse.


Qu'il s'abatte, tel la grêle, sur le clan ennemi!
Que son courage ait la force d'un arc bandé!
Que son pied, Marie, soit prompt et libre comme la flèche!

Le temps viendra où l'éclat du soleil aura disparu.


Te voici chancelante, toute en pleurs.
Si je meurs au combat, si l'ultime frisson m'emporte,
Crois-le, Marie, pour toi sera mon dernier soupir.

Mais si de cette lutte hardie je reviens victorieux,


Avec quelle joie nous bénirons l'approche de la nuit!
Notre couche sera prête, nous goûterons une douce paix
Et la linotte chantera pour nous, Marie, ma fiancée.

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Das Heimweh
Text by Johann Ladislaus Pyrker (1772-1847)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 79 no. 1, D. 851 (1825), published 1827.

Ach, der Gebirgssohn hängt


Mit kindlicher Lieb' an der Heimat.
Wie den Alpen geraubt hinwelket die Blume,
So welkt er ihr entrissen dahin.

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Abschied Page 351 of 646

Stets zieht er die trauliche Hütte,


Die ihn gebar, im hellen Grün umduftender Matten;
Sieht das dunkele Föhrengehölz,
Die ragende Felswand über ihm,
Und noch Berg auf Berg in erschütternder Hoheit aufgetürmt,
Und glühend im Rosenschimmer des Abends.
Immer schwebt es ihm vor; ach! die trauliche Hütte,
Im Rosenschimmer des Abends, immer schwebt es ihm vor,
Verdunkelt ist alles um ihn her.

Ängstlich horcht er; ihm deucht,


Er höre das Muhen der Kühe vom nahen Gehölz
Und hoch von den Alpen herunter Glöcklein klingen;
Ihm deucht, er höre das Rufen der Hirten,
Oder ein Lied der Sennerin, die mit umschlagender Stimme
Freudig zum Widerhall aufjauchzt Melodien des Alplands;
Immer tönt es ihm nach.

Ihn fesselt der lachenden Eb'nen Anmut nicht,


Er fliehet der Städte einengenden Mauern einsam
Und schaut aufweinend vom Hügel die heimischen Berge;
Ach, es zieht ihn dahin mit unwiderstehlicher Sehnsucht.

Homesickness
Ah, the son of the mountains clings
with childlike love to his homeland.
Just as an alpine flower withers when stolen from its mountain,
so does he wilt when torn away from his home.

Always before him is the cosy hut


in which he was born, in the bright, fragrant, green meadows;
he sees the dark pinewoods,
the towering rock walls above him,
and peak upon peak looming above with frightening height
and glowing with a rosy gleam in the evening.
The images float ever before him; ah! the cosy hut,
the rosy evening glow - the images are always there,
obscuring everything else around him.

He listens fearfully; it seems to him


that he can hear cattle mooing in the nearby groves
and the tinkling of bells from high up in the alps;
it seems to him that he can hear the shouts of shepherds
or the songs of dairymaids, who with powerful voices
yodel alpine melodies that echo joyously;
these sounds ever ring in his ear.

The grace of the laughing plains cannot attract him;


alone, he flees the city's constrictive walls
and gazes tearfully from the foothills at his native mountains;
ah, they fill him with such irresistible yearning!

Translated to English by Emily Ezust

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Die Allmacht
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Abschied Page 352 of 646
Text by Johann Ladislaus Pyrker (1772-1847)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 79 no. 2, D. 852 (1825), published 1827.

Groß ist Jehova, der Herr! Denn Himmel


Und Erde verkünden seine Macht.
Du hörst sie im brausenden Sturm,
In des Waldstroms laut aufrauschendem Ruf;
Du hörst sie im grünenden Waldes Gesäusel;
Siehst sie in wogender Saaten Gold,
In lieblicher Blumen glühendem Schmelz,
Im Glanz des sternebesäten Himmels!
Furchtbar tönt sie im Donnergeroll
Und flammt in des Blitzes schnell hinzuckendem Flug.
Doch kündet das pochende Herz dir fühlbarer noch
Jehovas Macht, des ewigen Gottes,
Blickst du flehend empor und hoffst auf Huld und Erbarmen.

Input by Richard Morris

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Auf der Bruck


Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 853 (1825), published 1828. Note: now op. 93 no. 2.

Frisch trabe sonder Ruh und Rast,


Mein gutes Roß, durch Nacht und Regen!
Was scheust du dich vor Busch und Ast
Und strauchelst auf den wilden Wegen?
Dehnt auch der Wald sich tief und dicht,
Doch muß er endlich sich erschliessen;
Und freundlich wird ein fernes Licht
Uns aus dem dunkeln Tale grüßen.

Wohl könnt ich über Berg und Feld


Auf deinem schlanken Rücken fliegen
Und mich am bunten Spiel der Welt,
An holden Bildern mich vergnügen;
Manch Auge lacht mir traulich zu
Und beut mit Frieden, Lieb und Freude,
Und dennoch eil ich ohne Ruh,
Zurück zu meinem Leide.

Denn schon drei Tage war ich fern


Von ihr, die ewig mich gebunden;
Drei Tage waren Sonn und Stern
Und Erd und Himmel mir verschwunden.
Von Lust und Leiden, die mein Herz
Bei ihr bald heilten, bald zerrissen
Fühlt ich drei Tage nur den Schmerz,
Und ach! die Freude mußt ich missen!

Weit sehn wir über Land und See


Zur wärmer Flur den Vogel fliegen;
Wie sollte denn die Liebe je
In ihrem Pfade sich betrügen?

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Abschied Page 353 of 646
Drum trabe mutig durch die Nacht!
Und schwinden auch die dunkeln Bahnen,
Der Sehnsucht helles Auge wacht,
Und sicher führt mich süßes Ahnen.

At the Bruck
Trot briskly without rest,
my good horse, through night and through rain!
Why do you shy at bush and branch
and stumble on the wild paths?
Though the forest stretches deep and dense,
it must finally open up;
and a distant light will greet us kindly
out of the dark valley.

I can fly over mountain and field


on your slender back
and enjoy the world's
colourful vistas.
Many an eye laughs intimately at me,
with peace, love and joy;
and yet I hurry without rest,
back to my grief.

For three days now I have been far away


from her to whom I am eternally bound;
For three days sun and star
and earth and heavens were missing for me.
Of the delight and grief,
that when I was with her, now healed, now tore my heart,
for three days I have only felt the pain,
and oh!, the joy I had to miss!

We see the bird fly far over land and sea


to warm pastures;
How then should love ever
deceive itself in its path?
So trot bravely through the night!
Although the dark tracks may fade,
the bright eye of yearning still watches,
and sweet foreboding guides me safely.

Translated to English by Richard Morris


Note: "Bruck" is a wooded hilltop resort near Göttingen.

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Fülle der Liebe


Text by Friedrich von Schlegel (1772-1829)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 854 (1825)

Ein sehnend Streben


Teilt mir das Herz,
Bis alles Leben
Sich löst in Schmerz.

In Leid erwachte
Der junge Sinn,

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Abschied Page 354 of 646
Und Liebe brachte
Zum Ziel mich hin.

Ihr, edle Flammen,


Wecktet mich auf,
Es ging mitsammen
Zu Gott der Lauf.

Ein Feuer war es,


Das alles treibt,
Ein starkes, klares,
Das ewig bleibt.

Was wir anstrebten,


War treu gemeint;
Was wir durchlebten,
Bleibt tief vereint.

Da trat ein Scheiden


Mir in die Brust;
Das tiefe Leiden
Der Liebeslust.

Im Seelengrunde
Wohnt mir ein Bild,
Die Todeswunde
Ward nie gestillt.

Viel tausend Tränen


Flossen hinab,
Ein ewig Sehnen
Zu ihr ins Grab.

In Liebewogen
Wallet der Geist,
Bis fortgezogen,
Die Brust zerreißt.

Ein Stern erschien


Mir vom Paradies;
Und dahin flieh'n
Wir vereint gewiß.

Hier noch befeuchtet


Der Blick sich lind,
Wenn mich umleuchtet
Dies Himmelskind.

Ein Zauber waltet


Jetzt über mich,
Und der gestaltet
Dies all' nach sich,

Als ob uns vermähle


Geistegewalt,
Wo Seel' in Seele
Hinüber wallt.

Ob auch zerspalten
Mir ist das Herz,
Selig doch halten
Will ich den Schmerz.

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Abschied Page 355 of 646

Wiedersehn
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 855 (1825)

Der Frühlingssonne holdes Lächeln


Ist meiner Hoffnung Morgenrot;
Mir flüstert in des Westens Fächeln
Der Freude leises Aufgebot.
Ich komm', und über Tal und Hügel,
O süße Wonnegeberin,
Schwebt, auf des Liedes raschem Flügel,
Der Gruß der Liebe zu dir hin.
Der Gruß der Liebe von dem Treuen,
Der ohne Gegenliebe schwur,
Dir ewig Huldigung zu weihen
Wie der allwaltenden Natur;
Der stets, wie nach dem Angelsterne
Der Schiffer, einsam blickt und lauscht,
Ob nicht zu ihm in Nacht und Ferne
Des Sternes Klang herniederrauscht.

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Abendlied für die Entfernte


Text by August Wilhelm Schlegel (1772-1829).
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 856 (1825), published 1827 as op. 88 no. 1.

Hinaus mein Blick! hinaus ins Tal!


Da wohnt noch Lebensfülle;
Da labe dich im Mondenstrahl
Uns an der heil'gen Stille.
Da horch nun ungestört, mein Herz,
Da horch den leisen Klängen,
Die, wie von fern, zu Wonn' und Schmerz
Sich dir entgegen drängen.

Sie drängen sich so wunderbar,


Sie regen all mein Sehnen.
O sag mir Ahnung, bist du wahr?
Bist du ein eitles Wähnen?
Wird einst mein Aug' in heller Lust,
Wie jetzt in Tränen, lächeln?
Wird einst die oft empörte Brust
Mir sel'ge Ruh umfächeln?

Wenn Ahnung und Erinnerung


Vor unserm Blick sich gatten,
Dann mildert sich zur Dämmerung
Der Seele tiefster Schatten.
Ach, dürften wir mit Träumen nicht
Die Wirklichkeit verweben,
Wie arm an Farbe, Glanz und Licht
Wärst du, o Menschenleben!

So hoffet treulich und beharrt

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Das Herz bis hin zum Grabe;
Mit Lieb' umfaßt's die Gegenwart,
Und dünkt sich reich an Habe,
Die Habe, die es selbst sich schafft,
Mag ihm kein Schicksal rauben;
Es lebt und webt in Wärm' und Kraft,
Durch Zuversicht und Glauben.

Und wär in Nacht und Nebeldampf


Auch Alles rings erstorben,
Dies Herz hat längst für jeden Kampf
Sich einen Schild erworben.
Mit hohem Trotz im Ungemach
Trägt es, was ihm beschieden.
So schlummr' ich ein, so werd' ich wach,
In Lust nicht, doch in Frieden.

Input by Richard Morris

Evening song for the distant beloved


My gaze, look out toward the valley!
There one can still live life to its fullest;
refresh oneself in the moonlight
of blessed quiet.
Listen now undisturbed, my heart,
listen to these gentle sounds
that, as if from afar,
press upon you delight and sorrow.

They throng about so wonderfully,


stirring all my longings.
Oh tell me, presentiment, are you true?
or are you an idle delusion?
Will my eyes someday in bright pleasure
smile, as they do now in tears?
Will my heart, so often outraged,
one day be suffused with blissful peace?

When presentiment and memory


join in front of our eyes,
then at dusk
the shadows on the soul grow lighter.
Ah, if we did not have to interweave
reality with dreams,
how poor in colour, radiance and light
would you be, o human Life!

So the heart hopes faithfully and persistently


unto the grave;
enfolding the present with love,
and counting itself rich in possessions -
possessions that it has created itself,
and which therefore no fate can steal away;
it lives and weaves in warmth and strength,
through confidence and faith.

And even if, in the night and fog


everything around lies dead,
this heart has long since acquired
a shield for every battle.
With high defiance of adversity,
it bears what it has been allotted.

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Abschied Page 357 of 646
So I slumber, and so I awaken,
if not in pleasure, then in peace.

Translated to English by Emily Ezust

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Lachrimas
Text by Christian Wilhelm von Schütz (1776-1847)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 857 no. 1 (1825), published 1829.

(Szene I: Florio)

Nun, da Schatten niedergleiten,


Und die Lüfte zärtlich wehen,
Dringet Seufzen aus der Seele
Und umgirrt die treuen Saiten.

Klaget, daß ihr mit mir sterbet


Bitter'n Tod, wenn die nicht heilet,
Die den Becher mir gereichet,
Voller Gift, daß ich und ihr verderbet.

Erst mit Tönen sanft wie Flöten,


Goß sie Schmerz in meine Adern;
Sehen wollte sie der Kranke,
Und nun wird ihr Reiz ihn töten.

Nacht, komm her, mich zu umwinden


Mit dem farbenlosen Dunkel!
Ruhe will ich bei dir suchen,
Die mir Noth tut bald zu finden.

(Szene II: Delphine)

Ach was soll ich beginnen


Vor Liebe?
Ach, wie sie innig durchdringet
Mein Inn'res!
Siehe, Jüngling, das Kleinste
Vom Scheitel
Bis zur Sohl' ist dir einzig
Geweihet.
O Blumen! Blumen! verwelket,
Euch pfleget
Nur, bis sie Lieb' erkennet,
Die Seele
Nichts will ich tun, wissen und haben,
Gedanken
Der Liebe, die mächtig mich fassen,
Nur tragen,
Immer sinn' ich, was ich aus Inbrunst
Wohl könne tun,
Doch zu sehr hält mich Liebe im Druck,
Nichts läßt sie zu.
Jetzt, da ich liebe, möcht' ich erst leben,
Und sterbe,
Jetzt, da ich liebe, möcht' ich hell brennen,
Und welke.
Wozu auch Blumen reihen und wässern?

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 358 of 646
Entblättert!
So sieht, wie Liebe mich entkräftet,
Sein Spähen.
Der Rose Wange will bleichen,
Auch meine,
Ihr Schmuck zerfällt, wie verscheinen
Die Kleider.
Ach Jüngling, da du mich erfreuest
Mit Treue,
Wie kann mich mit Schmerz so bestreuen
Die Freude?

Lachrimas

Now that shadows glide down


And the breezes gently blow,
Sighs drawn from the soul
Caress the faithful strings.

Bewail, that you die with me


A bitter death, if she won't heal me,
She who passes me the beaker
Full of poison, that you and I should perish.

First with tones, soft as flutes,


She poured pain into my veins;
The sick man wanted to see her,
And now her charm will kill him.

Night, come here, to wrap around me


With colorless darkness!
I want to seek rest in you,
Which I desperately need soon to find.

Oh, how shall I begin


For love?
Oh, how deeply it permeates
My inner being!
See, youth, the smallest part
From crown
To sole is to you alone
Dedicated.
Oh flowers! Flowers! wither,
The soul
Tends you only until it learns
Of love.
I want to do nothing, to know and have nothing,
Only thoughts
Of love, which strongly grasp me,
Do I carry.
I'm always thinking what I in my ardor
Might do,
But too strongly does love hold me,
Letting me do nothing.
Now that I love, might I first live
Then die.
Now that I love, might I burn brightly
Then fade.
For what should I arrange and water flowers?
Leafless!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 359 of 646
So he sees, how love overpowers me,
With his gazing.
The rose's cheek will pale,
Mine also.
Her charms ruined, like worn out
Clothes.
Ah, youth, since you delight me
With faithfulness,
How can so strewn with pain
Be joy?

Translated to English by Rebecca Plack and Lawrence Snyder


Delphine input by Richard Morris
Florio input by Lawrence Snyder

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An mein Herz
Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 860 (1825), published 1832.

O Herz! sei endlich stille!


Was schlägst du so unruhvoll?
Es ist ja des Himmels Wille,
Daß ich sie lassen soll.

Und gab auch dein junges Leben


Dir nichts als Wahn und Pein:
Hat's ihr nur Freude gegeben,
So mag's verloren sein!

Und wenn sie auch nie dein Lieben


Und nie dein Leiden verstand,
So bist du doch treu geblieben,
Und Gott hat's droben erkannt.

Wir wollen es mutig ertragen,


So lang nur die Träne noch rinnt,
Und träumen von schöneren Tagen,
Die lange vorüber sind.

Und siehst du die Blüten erscheinen


Und singen die Vögel umher,
So magst du wohl heimlich weinen,
Doch klagen sollst du nicht mehr.

Geh'n doch die ewiges Sterne


Dort oben mit goldenes Licht
Und lächeln so freundlich von ferne
Und denken doch unser nicht.

To my heart
O my heart! be still already!
Why are you pounding so savagely?
It is the will of heaven

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 360 of 646
that I should leave her.

And if your young life gave you


nothing but delusion and pain,
it still gave her joy,
so let it be lost!

And even if she never understood your love


or your sorrow,
you still remained faithful
and God has recognized this.

We mean to endure it courageously,


so long as our tears can still flow;
and we dream of better days
that have long since passed.

And if you see the flowers appearing


and hear the birds singing about you,
you may weep quietly,
but there must be no more lamenting.

For the eternal stars still move


up there with golden light
and smile so kindly from afar;
and yet they do not think about us at all.

Translated to English by Emily Ezust

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Der liebliche Stern


Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Peter Schubert (1797-1828), D. 861 (1825), published 1832.

Ihr Sternlein, still in der Höhe,


Ihr Sternlein, spielend im Meer,
Wenn ich von ferne daher
So freundlich euch leuchten sehe,
So wird mir von Wohl und Wehe
Der Busen so bang und so schwer.

Es zittert von Frühlingswinden


Der Himmel im flüssigen Grüne
Manch' Sternlein sah ich entblüh'n,
Manch Sternlein sah ich entschwinden;
Doch kann ich das schönste nicht finden
Das früher dem Liebenden schien.

Nicht kann ich zum Himmel mich schwingen,


Zu suchen den freundlichen Stern;
Stets halt ihn die Wolke mir fern.
Tief unten, da möcht' es gelingen,
Das friedliche Ziel zu erringen,
Tief unten, da ruht' ich so gern!

Was wiegt ihr im laulichen Spiele,


Ihr Lüftchen, den schwankenden Kahn?
O treibt ihn auf rauherer Bahn
Hernieder ins Wogengewühle!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 361 of 646
Laßt tief in der wallenden Kühle
Dem lieblichen Sterne mich nah'n!

Input by David Gordon

The lovely star


Tiny stars, so silent in the heavens,
Tiny stars, playing upon the sea,
When I from afar
See you sparkling so delightfully
Then, for better or worse,
My heart grows troubled and heavy.

The sky trembles in the spring air


Above the watered meadows;
I saw many a star blossom,
I saw many a star vanish.
But I cannot find the fairest,
That once shone for this lover.

I cannot soar to the heavens


To seek that friendly star.
Clouds always hide it from me.
Deep below, there might I succeed
In reaching the peaceful refuges;
Deep below I gladly would find rest.

Why, in gentle play


Do you lull the boat, breezes?
Propel it along a rougher course
Down into the whirlpool!
Deep in the cool, turbulent water
Let me approach that lovely star.

Translated to English by David Gordon

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Um Mitternacht
Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 862 (1825-6), published 1827 as op. 88 no. 3.

Keine Stimme hör' ich schallen,


Keine Schritt auf dunkler Bahn,
Selbst der Himmel hat die schönen,
Hellen Äuglein zugetan.

Ich nur wache, süßes Leben,


Schaue sehnend in die Nacht,
Bis dein Stern in öder Ferne
Lieblich leuchtend mir erwacht.

Ach, nur einmal, nur verstohlen


Dein geliebtes Bild zu seh'n,
Wollt' ich gern in Sturm und Wetter

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 362 of 646
Bis zum späten Morgen steh'n!

Seh' ich's nicht von ferne leuchten!


Naht es nicht schon nach und nach?
Ach, und freundlich hör' ich's flüstern:
Sieh, der Freund ist auch noch wach.

Süßes Wort, geliebte Stimme,


Der mein Herz entgegenschlägt!
Tausend sel'ge Liebesbilder
Hat dein Hauch mir aufgeregt.

Alle Sterne seh' ich glänzen


Auf der dunkeln blauen Bahn,
Und im Herzen hat und droben
Sich der Himmel aufgetan.

Holder Nachhall, wiege freundlich


Jetzt mein Haupt in milde Ruh,
Und noch oft, ihr Träume, lispelt
Ihr geliebtes Wort mir zu!

At midnight
No voices do I hear
No steps on the dark road
Heaven itself has its lovely
bright eyes closed in sleep.

Only watch, sweet life,


to peer longingly into the night
in case your star in the turgid distance
graciously 'lightens my wakefulness.

Ah,only once,only stolen


Your beloved picture to see.
I would gladly in storm and tempest
stand until late morning.

Do I not see it lighten from afar!


Does not an improvement gradually approach?
Ah, and I hear a kindly whisper:
See, my friend is also now close.

Sweetest word, beloved voice,


that my heart beats against!
A thousand happy pictures
has your breath excited in me.

I see all the stars gleam


in the dark blue sphere
and in the heart and above
have found myself awakened in Heaven.

Gracious response, kindly cradle


my head now in gentle rest.
and as oft,in your dreams, lisp
your words of love to me.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 363 of 646

Widerspruch
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 865.

Wenn ich durch Busch und Zweig


Brech auf beschränktem Steig,
Wird mir so weit, so frei,
Will mir das Herz entzwei.

Rings dann im Waldeshaus


Rücken die Wänd' hinaus,
Wölbt sich das Laubgemach
Hoch mir zum Schwindeldach,

Webt sich der Blätter schier


Jedes zur Schwinge mir,
Daß sich mein Herz so weit
Sehnt nach Unendlichkeit.

Doch wann im weiten Raum


Hoch am Gebirgessaum,
Über dem Tal ich steh,
Nieder zum Tale seh,

Ach, wie beschränkt, wie eng,


Wird mir's im Luftgedräng;
Rings auf mein Haupt so schwer
Nicken die Wolken her,

Nieder zu stürzen droht


Rings mir das Abendrot,
Und in ein Kämmerlein
Sehnt sich mein Herz hinein.

Contradiction
When through bush and branch
I strike out for the narrow climb,
it becomes so wide for me - so free -
that my heart nearly bursts in two.

Around this forest house then


the walls recede
and a leafy chamber arches
high above me, a roof of dizzying height.

Nearly every leaf is interwoven


into a wing for me,
so that my heart
yearns deeply for infinity.

Yet when in wide spaces


high on the mountain edge,
over the valley I stand
and gaze toward it.

Oh, how restricted, how narrow,


it becomes for me in the oppressive air;

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 364 of 646
Around my head so heavy
the clouds nod down;

Threatening to crash down,


the sunset surrounds me;
and in a little chamber
does my heart long to be.

Translated to English by Emily Ezust

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Die Unterscheidung
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 866 no. 1 (1828?), published 1828 as op. 95 no. 1.

Die Mutter hat mich jüngst gescholten


Und vor der Liebe streng gewarnt,
"Noch jede," sprach sie, "hat's entgolten;
Verloren ist, wen sie umgarnt."
D'rum ist es besser, wie ich meine,
Wenn keins von uns davon mehr spricht;
Ich bin zwar immer noch die Deine -
Doch lieben, Hans! - kann ich dich nicht!

Bei jedem Feste, das wir haben


Soll's meine größte Wonne sein,
Flicht deine Hand des Frühlings Gaben
Zum Schmucke mir in's Mieder ein.
Beginnt der Tanz, dann ist, wie billig,
Ein Tanz mit Gretchen deine Pflicht;
Selbst eifersüchtig werden will ich
Doch lieben, Hans! - kann ich dich nicht!

Und sinkt der Abend kühl hernieder


Und ruh'n wir dann recht mild bewegt,
Halt' immer mir die Hand an's Mieder
Und fühle, wie mein Herzchen schlägt!
Und willst du mich durch Küsse lehren,
Was stumm dein Auge zu mir spricht,
Selbst das will ich dir nicht verwehren
Doch lieben, Hans! - kann ich dich nicht!

Input by Richard Morris

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Bei dir allein


Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 866 no. 2 (1826?), op. 95.

Bei dir allein empfind' ich, daß ich lebe,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 365 of 646
Daß Jugendmut mich schwellt
Daß eine heit're Welt
Der Liebe mich durchhebe;
Mich freut mein Sein
Bei dir allein!

Bei dir allein weht mir die Luft so labend,


Dünkt mich die Flur so grün,
So mild des Lenzes Blüh'n,
So balsamreich der Abend,
So kühl der Hain,
Bei dir allein!

Bei dir allein verliert der Schmerz sein Herbes,


Gewinnt die Freud an Lust!
Du sicherst meine Brust
Des angestammten Erbes;
Ich fühl' mich mein
Bei dir allein!

With you alone


With you alone I feel that I am alive,
that a spirit of youth swells within me,
that a jovial world
of love surges through me;
I rejoice in my existence
with you alone!

With you alone does the breeze feel so refreshing,


the meadow so green,
the blooming Spring so balmy,
the evening so richly fragrant,
the grove so cool;
with you alone!

With you alone, pain loses its bitterness


and joy yields such pleasure!
You safeguard the
ancient heritage of my heart;
I feel I am myself
with you alone!

Translated to English by Emily Ezust

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Die Männer sind méchant


Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Peter Schubert (1797-1828), D. 866 no. 3 (1828?), published 1828 as op. 95 no. 3.

Du sagtest mir es, Mutter:


Er ist ein Springinsfeld!
Ich würd' es dir nicht glauben,
Bis ich mich krank gequält!
Ja, ja, nun ist er's wirklich;

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 366 of 646
Ich hatt' ihn nur verkannt!
Du sagtest mir's, o Mutter:
,,Die Männer sind méchant!``

Vor'm Dorf im Busch, als gestern


Die stille Dämm'rung sank,
Da rauscht' es: "Guten Abend!"
Da rauscht' es: "Schönen Dank!"
Ich schlich hinzu, ich horchte;
Ich stand wie festgebannt:
Er war's mit einer Andern -
,,Die Männer sind méchant!``

O Mutter, welche Qualen!


Es muß heraus, es muß! -
Es blieb nicht bloß beim Rauschen,
Es blieb nicht bloß beim Gruß!
Vom Gruße kam's zum Küsse,
Vom Kuß zum Druck der Hand,
Vom Druck, ach liebe Mutter! -
,,Die Männer sind méchant!``

Input by David Gordon

Men are faithless


Men are faithless, you told me, mother:
He's a young rascal!
I wouldn't believe you
Until I had tormented myself sick.
Yes, now I know he really is,
I'd simply misjudged him.
You told me, mother:
'Men are faithless!'

Yesterday, as dusk fell silently,


In the grove outside the village
I heard a whispered 'Good evening!'
And a whispered 'Many thanks!'
I crept up and listened,
Stood there as if transfixed:
It was he, with another -
'Men are faithless!'

O mother, what torture!


It must be said, it must!
It didn't just stop at whispering,
It didn't just stop at greetings!
From greetings it went to kisses,
From kisses to holding hands,
From holding hands . . . ah, dear mother,
'Men are faithless!'

Translated to English by David Gordon

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Irdisches Glück
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
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Abschied Page 367 of 646
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 866 no. 4, op. 95 (1826?).

So mancher sieht mit finst'rer Miene


Die weite Welt sich grollend an,
Des Lebens wunderbare Bühne
Liegt ihm vergebens aufgetan.
Da weiß ich besser mich zu nehmen,
Und fern, der Freude mich zu schämen,
Genieß' ich froh den Augenblick:
Das ist denn doch gewiß ein Glück.

Um manches Herz hab ich geworben,


Doch währte mein Triumph nicht lang.
Denn Blödheit hat mir oft verdorben,
Was kaum mein Frohsinn mir errang.
D'rum bin ich auch dem Netz entgangen;
Denn, weil kein Wahn mich hielt umfangen,
Kam ich von keinem auch zurück:
Und das ist doch gewiß ein Glück!

Kein Lorbeer grünte meinem Scheitel,


Mein Haupt umstrahlt' kein Ehrenkranz;
Doch ist darum mein Tun nicht eitel;
Ein stiller Dank ist auch ein Kranz!
Wem, weit entfernt von kecken Flügen,
Des Tales stille Freuden g'nügen,
Dem bangt auch nie für sein Genick:
Und das ist doch gewiß ein Glück!

Und ruft der Bot' aus jenen Reichen


Mir einst, wie allen, ernst und hohl,
Dann sag ich willig, im Entweichen,
Der schönen Erde »Lebe wohl!«
Sei's denn, so drücken doch am Ende
Die Hand mir treue Freundeshände,
So segnet doch mich Freundesblick:
Und das ist, Brüder, doch wohl Glück!

Earthly happiness
I see so many with gloomy looks
The whole world seems to be grumbling
Life's wonderful stage
lies asleep to no purpose.
So I think it is better to take myself off.
And afar, to be ashamed of my joy,
and happily enjoy the moment:
That is after all surely good luck.

I have won many hearts that way,


Though my triumph didn't last long.
So stupidity was often my ruin,
which hardly brought me much happiness.
though I was able to escape the net.
So, though no harm ensued from my folly,
I learned not to do it again:
And that, too, is surely good luck!

No laurels crowned my parting,


My head displayed no wreath of honour:
But I am not vain about my deeds;

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 368 of 646
A silent thanks is also a wreath!
To those, far removed from bold flights,
the valleys' silent pleasures suffice,
who worry about nothing but their necks:
And that, too, is surely good luck.

And the messenger calls from each kingdom


to me once,as to all, earnestly and cavernous,
Then say I willingly,as I run away,
To the lovely earth "Farewell"
So be it then, to press to the end
my hand in the hands of true friends,
blest by friendship's glance;
and that, brother, really is good luck!

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Wiegenlied
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 867, op. 105 no. 3 (1826?)

Wie sich der Äuglein kindlicher Himmel,


Schlummerbelastet, lässig verschließt!
Schließ sie einst so, lockt dich die Erde:
Drinnen ist Himmel, außen ist Lust!

Wie dir so schlafrot glühet die Wange!


Rosen aus Eden hauchten sie an:
Rosen die Wangen, Himmel die Augen,
Heiterer Morgen, himmlischer Tag!

Wie des Gelockes goldiges Wallung


Kühlet der Schläfe glühenden Saum.
Schön ist das Goldhaar, schöner der Kranz drauf:
Träum du vom Lorbeer, bis er dir blüht.

Liebliches Mündchen, Engel umweh'n dich,


Drinnen die Unschuld, drinnen die Lieb!
Wahre sie, Kindchen, wahre sie treulich!
Lippen sind Rosen, Lippen sind Glut.

Wie dir ein Engel faltet die Händchen,


Falte sie einst so, gehst du zur Ruh'!
Schön sind die Träume, wenn man gebetet:
Und das Erwachen lohnt mit dem Traum.

Lullaby
How carelessly eyes' childlike heaven
Close, full of sleep!
Close them thus, when the earth calls you:
Heaven is in you, outside is joy.

How your cheeks grow red with sleep!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 369 of 646
Roses from Eden have breathed on them:
Your cheeks are roses, your eyes are heaven,
Bright morning, heavenly day.

How the golden waves of your locks


cool the glowing fringe of your temples.
Lovely is the golden hair, lovelier the garland on it:
dream of the laurel until it blooms for you.

Sweet little mouth, the angels are around you,


Inside is innocence, inside is love!
Guard them, my child, guard them faithfully!
Lips are roses, lips are warmth.

An angel folds your little hands,


Fold them thus one day when you go to rest!
Dreams are beautiful when you pray:
And your awakening rewards you with a dream.

Translated to English by Joseph Palarca and Jennifer Huizinga (third couplet)

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Totengräberweise
Text by Franz Xaver Freiherr von Schlechta (1796-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 869 (1826)

Nicht so düster und so bleich,


Schläfer in der Truhe,
Unter Schollen leicht und weich
Leg' ich dich zur Ruhe.

Wird der Leib des Wurmes Raub


Und ein Spiel den Winden,
Muß das Herz selbst noch als Staub
Leben und empfinden.

Denn der Herr sitzt zu Gericht;


Gleichend deinem Leben
Werden, dunkel oder licht,
Träume dich umschweben.

Jeder Laut, der dich verklagt


Als den Quell der Schmerzen,
Wird ein scharfer Dolch und nagt
Sich zu deinem Herzen.

Doch der Liebe Tränentau,


Der dein Grab besprühet,
Färbt sich an des Himmels Blau,
Knospet auf und blühet.

Im Gesange lebt der Held,


Und zu seinem Ruhme
Schimmert hoch im Sternenfeld
Eine Feuerblume.

Schlafe, bis der Engel ruft,


Bis Posaunen klingen,
Und die Leiber sich der Gruft
Jugendlich entschwingen.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 370 of 646

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Der Wanderer an den Mond


Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 870 (1826?), published 1827 as op. 80 no. 1.

Ich auf der Erd', am Himmel du,


Wir wandern beide rüstig zu:
Ich ernst und trüb, du mild und rein,
Was mag der Unterschied wohl sein?

Ich wandre fremd von Land zu Land,


So heimatlos, so unbekannt;
Berg auf, Berg ab, Wald ein, Wald aus,
Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus.

Du aber wanderst auf und ab


Aus Ostens Wieg' in Westens Grab,
Wallst Länder ein und Länder aus,
Und bist doch, wo du bist, zu Haus.

Der Himmel, endlos ausgespannt,


Ist dein geliebtes Heimatland;
O glücklich, wer, wohin er geht,
Doch auf der Heimat Boden steht!

The wanderer speaks to the moon


I on the earth, you in the sky -
we both wander briskly on:
I stern and troubled, you mild and pure;
what might be the difference between us?

A stranger, I wander from land to land,


so rootless and unknown;
up mountains and down, into forests and out,
but nowhere am I - alas! - at home.

But you wander up and down,


from the eastern cradle to the western grave,
on your pilgrimage from land to land;
and wherever you are, you are at home.

The sky, endlessly spreading,


is your beloved homeland;
o happy is he who, wherever he goes,
still stands on native ground!

Translated to English by Emily Ezust

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file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 371 of 646

Das Zügenglöcklein
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 871 (1826), published 1827.

Kling' die Nacht durch, klinge,


Süßen Frieden bringe
Dem, für wen du tönst!
Kling' in weite Ferne,
So du Pilger gerne
Mit der Welt versöhnst!

Aber wer will wandern


Zu den lieben Andern,
Die voraus gewallt?
Zog er gern die Schelle?
Bebt er an der Schwelle,
Wann Herein erschallt?

Gilt's dem bösen Sohne,


Der noch flucht dem Tone,
Weil er heilig ist?
Nein, es klingt so lauter,
Wie ein Gottvertrauter
Seine Laufbahn schließt.

Aber ist's ein Müder,


Den verwaist die Brüder,
Dem ein treues Tier
Einzig ließ den Glauben
An die Welt nicht rauben,
Ruf ihn, Gott, zu dir!

Ist's der Frohen einer,


Der die Freuden reiner
Lieb und Freundschaft teilt,
Gönn ihm noch die Wonnen
Unter diesen Sonnen,
Wo er gerne weilt!

The passing bell


Ring the night through, ring;
bring sweet peace
to him for whom you toll!
Ring out to far places,
so you reconcile the pilgrim
with the world!

But who would travel after


those dear others
who have gone before?
Does he gladly ring the bell?
For he trembles on the threshhold
when they cry "Enter!"

Is it directed at the wicked son,


who is even still cursing the tone
because it is holy?

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 372 of 646
No, it rings louder
as a god-fearing man
nears the end of his life's run.

But if it is for one who is weary,


who was bereft of his brothers,
whom some loyal beast
once helped, preventing his faith
from being robbed by the world -
it calls him, God, to you!

If it is one of those joyful ones,


who share pure happiness,
love and friendship,
grant him still some bliss
under this sun,
where he tarries gladly!

Translated to English by Emily Ezust


Note: a "zügenglöcklein" is a bell rung in Austrian churches as a call to prayer when a
parishioner is dying.

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Die Blume und der Quell


Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 874 (1826?), published 1959.

Die Blume:
O Quell, was strömst du rasch und wild
Und wühlst in deinem Silbersande
Und drängst, von weichem Schaum verhüllt,
Dich schwellend auf am grünen Rande?
O riesle, Quell,
Doch glatt und hell,
Daß ich, verklärt von zartem Taue,
Mein zitternd Bild in dir erschaue!

Input by Richard Morris

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Mondenschein
Text by Franz von Schober (1798-1882)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 875.

Des Mondes Zauberblume lacht,


Und ruft mit seelenvollem Blick,
In uns're düstre Erdennacht
Der Liebe Paradies zurück.

Vom mächt'gen Arm des Schlafs besiegt,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 373 of 646
Erstarben Sorgen, Schuld und Pein,
Das Zarte nur und Schöne fliegt
Entfesselt in den Geisterreih'n.

Doch seht, die Fluren sind vertauscht,


Das ist die alte Erde nicht,
O seht, ein Silbergarten duftumrauscht
Voll Nebelschmelz und Zauberlicht;

Den Geist vom ird'schen Drucke frei


Umwallt der Sehnsucht Ätherkleid,
Er trinkt in stiller Schwärmerei
Des Himmels volle Seligkeit.

Doch mahnt das Lied der Nachtigall


An seine Welt das weiche Herz,
In aller Wonne weckt ihr Schall
Den tiefsten Schmerz, der Liebe Schmerz.

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Tiefes Leid
Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 876 (1826), published 1838.

Ich bin von aller Ruh' geschieden


Und treib' umher auf wilder Flut;
An einem Ort nur find' ich Frieden,
Das ist der Ort, wo alles ruht.

Und wenn die Wind' auch schaurig sausen,


Und kalt der Regen niederfällt,
Doch will ich dort viel lieber hausen,
Als in der unbeständ'gen Welt.

Denn wie die Träume spurlos schweben,


Und einer schnell den ander'n treibt,
Spielt mit sich selbst das irre Leben,
Und jeder naht und keines bleibt.

Nie will die falsche Hoffnung weichen,


Nie mit der Hoffnung Furcht und Müh'!
Die Ewigstummen, Ewigbleichen
Verheißen und versagen nie.

[Nicht weck' ich sie mit meinen Schritten


In ihrer dunklen Einsamkeit.
Sie wessen nicht, was ich gelitten,
Und keinen stört mein tiefes Leid.
Dort kann die Seele freier klagen
Bei Jener, dich ich treu geliebt;
Nicht wird der kalte Stein mir sagen
Ach, daß auch sie mein Schmerz betrübt!]

Deep grief
I am from all rest divorced

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 374 of 646
and drive around on a wild flood;
At only one place do I find peace,
That is the place where everything rests.

And when the wind howls horribly,


and the rain falls down,
Will I there right gladly go indoors,
as in the unsettled world.

Then as the fleeting dreams float,


and one quicker than the other drifts,
my crazy life plays with itself,
and each nears and nothing stays.

Neither will the false hope weaken.


nor with hope fearful and arduous!
The eternal silence, eternal fading
never promise, never deny.

I do not wake her with my writing


in her dark loneliness.
She does not know what I suffer
and nothing disturbs my deep grief.

There can the soul more freely lament


By that one who I truly loved;
The cold stone will not say to me
Ah, that also she grieved for my pain.

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Am Fenster
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 878 (1826), published 1828 as op. 105 no. 3.

Ihr lieben Mauern hold und traut,


Die ihr mich kühl umschließt,
Und silberglänzend niederschaut,
Wenn droben Vollmond ist!

Ihr saht mich einst so traurig da,


Mein Haupt auf schlaffer Hand,
Als ich in mir allein mich sah,
Und Keiner mich verstand.

Jetzt brach ein ander Licht heran,


Die Trauerzeit ist um,
Und Manche zieh'n mit mir die Bahn
Durch's Lebensheiligtum.

Sie raubt der Zufall ewig nie


Aus meinem treuen Sinn,
In tiefster Seele trag' ich sie,
Da reicht kein Zufall hin.

Du Mauer wähnst mich trüb wie einst,


Das ist die stille Freud;
Wenn du vom Mondlicht widerscheinst,

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 375 of 646
Wird mir die Brust so weit.

An jedem Fenster wähnt ich, dann


Ein Freundeshaupt, gesenkt,
Das auch so schaut zum Himmel an,
Das auch so meiner denkt.

At the window
You dear walls, lovely and cosy,
that coolly surround me
and gaze down on me with a silver gleam
when above the moon is full!

You once saw me here so sad,


my head in my weary hands,
when I saw only into myself alone
and no one understood me.

Now a new dawn has broken:


the time of sadness is past.
And many follow with me this path
through sacred Life.

Fate will never steal them


from my faithful regard,
for I carry them deep in my soul
where Fate does not have power.

You walls suppose me as gloomy as before,


because this is a quiet joy.
When you shine from moonlight
my heart swells.

At every window, I imagine


a friendly head, lowered,
that soon gazes upward toward the sky
and thinks about me as well.

Translated to English by Emily Ezust

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Sehnsucht
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 879 (1826), published 1828 as op. 105 no. 4.

Die Scheibe friert, der Wind ist rauh,


Der nächt'ge Himmel rein und blau.
Ich sitz' in meinem Kämmerlein
Und schau' ins reine Blau hinein.

Mir fehlt etwas, das fühl' ich gut,


Mir fehlt mein Lieb, das treue Blut;
Und will ich in die Sterne seh'n,
Muß stets das Aug' mir übergeh'n.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 376 of 646

Mein Lieb, wo weilst du nur so fern,


Mein schöner Stern, mein Augenstern?
Du weißt, dich lieb' und brauch' ich ja,
Die Träne tritt mir wieder nah.

Da quält' ich mich so manchen Tag,


Weil mir kein Lied gelingen mag,
Weil's nimmer sich erzwingen läßt
Und frei hinsäuselt wie der West.

Wie mild mich's wieder g'rad' durchglüht!


Sieh' nur, das ist ja schon ein Lied!
Wenn mich mein Los vom Liebchen warf,
Dann fühl' ich, daß ich singen darf.

Longing
The window-pane freezes, the wind is rough,
the night sky is clear and blue.
I sit in my little room
and gaze into clear blue.

Something is lacking, I feel all too well;


I miss my love, my true life's blood,
and if I gaze at the stars
my eyes must overflow with tears.

My love, where do you tarry so far away,


my beautiful star, delight of my eyes?
You know that I love and need you;
again tears threaten.

I have suffered for so many days


and for me no song will come,
because one cannot force a song
to murmur forth freely like the west wind.

How softly does this glow suffuse me now!


Look - it is a song already!
Even though my lot was to be cast far from my love,
I feel now that I can still sing.

Translated to English by Emily Ezust

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Im Freien
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Peter Schubert (1797-1828), D. 880 (1826), published 1827 as op. 80 no. 3.

Draußen in der weiten Nacht


Steh ich wieder nun,
Ihre helle Sternenpracht
Laßt mein Herz nicht ruhn!

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 377 of 646
Tausend Arme winken mir
Süß begehrend zu,
Tausend Stimmen rufen hier,
»Gruß dich, Trauter, du!«

O ich weiß auch, was mich zieht,


Weiß auch, was mich ruft,
Was wie Freundes Gruß und Lied
Locket durch die Luft.

Siehst du dort das Hüttchen stehn,


Drauf der Mondschein ruht?
Durch die blanken Scheiben sehn
Augen, die mir gut!

Siehst du dort das Haus am Bach,


Das der Mond bescheint?
Unter seinem trauten Dach
Schläft mein liebster Freund.

Siehst du jenen Baum der voll


Silberflocken flimmt?
O wie oft mein Busen schwoll
Froher dort gestimmt!

Jedes Plätzchen, das mir winkt


Ist ein lieber Platz,
Und wohin ein Strahl nur sinkt,
Lockt ein teurer Schatz.

Drum auch winkt mir's überall


So begehrend hier,
Drum auch ruft es, wie der Schall
Trauter Liebe mir.

Input by David Gordon

Courtship
Outside in the vast night
Now once more I stand;
Its bright, starry splendour
Grants my heart no peace.

A thousand arms beckon to me


With sweet longing
A thousand voices call to me:
'Greetings, thou dear friend!'

Oh, I know what draws me,


What calls to me,
Like a friend's greeting, a song
Floating enticingly through the air.

Do you see there the cottage


On which the moonlight is lingering?
From its sparkling windows gaze out
Fond eyes.

Do you see the house there by the brook,


Lit by the moon?
Beneath its homey roof
My dearest friend sleeps.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 378 of 646

Do you see that tree,


Glittering with flakes of silver?
Oh, how often did my heart
Swell there with joy!

Every little place that beckons


Is precious to me
And wherever a moonbeam falls,
Cherished treasure entices.

So everything here
Beckons to me with longing
And calls to me
With the sounds of true love.

Translated to English by David Gordon

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Fischerweise
Text by Franz Xaver Freiherr von Schlechta (1796-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 881 (1826), published 1828.

Den Fischer fechten Sorgen


Und Gram und Leid nicht an;
Er löst am frühen Morgen
Mit leichtem Sinn den Kahn.

Da lagert rings noch Friede


Auf allen Flur und Bach,
Er ruft mit seinem Liede
Die gold'ne Sonne wach.

Er singt zu seinem Werke


Aus voller frischer Brust,
Die Arbeit gibt ihm Stärke,
Die Stärke Lebenslust.

Bald wird ein bunt Gewimmel


In allen Tiefen laut
Und plätschert durch den Himmel,
Der sich im Wasser baut.

Doch wer ein Netz will stellen,


Braucht Augen klar und gut,
Muß heiter gleich den Wellen
Und frei sein wie die Flut.

Dort angelt auf der Brücke


Die Hirtin. Schlauer Wicht,
Gib auf nur deine Tücke,
Den Fisch betrügst du nicht.

Fisherman's song

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 379 of 646
The fisherman's not worried
By sorrow and by care;
He sets sail in the morning,
His heart as light as air.

Peace is all around him,


In meadows and in streams
With his songs he wakens
The golden sunshine's beams.

He sings while he is fishing


From full land cheery breast,
His works fills him with vigour,
His vigour gives him zest.

Then in the depths below him


A tumult starts to break,
And splashes through the heavens
Reflected in the lake.

But he who will a fish catch


Needs eyes that clearly see,
A heart as light as ether,
And as waves so free.

And on the bridge sits angling


The shepherdess so sweet.
Pray cease your tricks and cunning,
The fish you cannot cheat.

Translation to English copyright © 2002 by Maureen Oberli

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Im Frühling
Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 882 (1826), published 1828.

Still sitz' ich an des Hügels Hang,


Der Himmel ist so klar,
Das Lüftchen spielt im grünen Tal.
Wo ich beim ersten Frühlingsstrahl
Einst, ach so glücklich war.

Wo ich an ihrer Seite ging


So traulich und so nah,
Und tief im dunklen Felsenquell
Den schönen Himmel blau und hell
Und sie im Himmel sah.

Sieh, wie der bunte Frühling schon


Aus Knosp' und Blüte blickt!
Nicht alle Blüten sind mir gleich,
Am liebsten pflückt ich von dem Zweig,
Von welchem sie gepflückt!

Denn alles ist wie damals noch,


Die Blumen, das Gefild;
Die Sonne scheint nicht minder hell,
Nicht minder freundlich schwimmt im Quell

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 380 of 646
Das blaue Himmelsbild.

Es wandeln nur sich Will und Wahn,


Es wechseln Lust und Streit,
Vorüber flieht der Liebe Glück,
Und nur die Liebe bleibt zurück,
Die Lieb und ach, das Leid.

O wär ich doch ein Vöglein nur


Dort an dem Wiesenhang
Dann blieb ich auf den Zweigen hier,
Und säng ein süßes Lied von ihr,
Den ganzen Sommer lang.

In Spring
Quietly I sit on the hill's slope.
The sky is so clear;
a breeze plays in the green valley.
Where I was at Spring's first sunbeam
once - alas, I was so happy!

When I was walking at her side,


So intimate and so close,
and deep in the dark rocky spring
was the beautiful sky, blue and bright;
and she gazing into the sky.

Look how colorful Spring already


looks out from bud and blossom!
Not every blossom is the same for me:
I like best to pick from the branch
from which she picked hers!

For all is as it was:


the flowers, the field;
the sun does not shine less brightly,
nor does the spring reflect any less charmingly
the blue image of the sky.

The only things that change are will and delusion:


Joys and quarrels alternate,
the happiness of love flies past,
and only the love remains -
The love and, alas, the sorrow.

Oh, if only I were a little bird,


there, on the meadow's slope,
then I would remain here on these branches,
and sing a sweet song about her
the whole summer long.

Translated to English by Emily Ezust

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Lebensmut
Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 883 (1826), published 1832 ---- D. 937.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 381 of 646

O, wie dringt das junge Leben


Kräftig mir durch Sinn und Herz!
Alles fühl ich glüh'n und streben,
Fühle doppelt Lust und Schmerz.

Fruchtlos such ich euch zu halten,


Geister meiner regen Brust!
Nach Gefallen mögt ihr walten,
Sei's zum Leide, sei's zur Lust.

Lod're nur, gewalt'ge Liebe,


Höher lodre nur empor!
Brecht, ihr vollen Blütentriebe,
Mächtig schwellend nur hervor!

Mag das Herz sich blutig färben.


Mag's vergehn in rascher Pein;
Lieber will ich ganz verderben,
Als nur halb lebendig sein.

Dieses Zagen, dieses Sehnen,


Das die Brust vergeblich schwellt,
Diese Seufzer, diese Tränen,
Die der Stolz gefangen hält,

Dieses schmerzlich eitle Ringen,


Dieses Kämpfen ohne Kraft,
Ohne Hoffnung und Vollbringen,
Hat mein bestes Mark erschlaft.

Lieber wecke, rasch und mutig.


Schlachtruf, den entschlaf'nen Sinn!
Lange träumt' ich, lange ruht' ich,
Gab der Kette lang mich hin.

Hier ist Hölle nicht, noch Himmel,


Weder Frost ist hier, noch Glut;
Auf, ins feindliche Getümmel,
Rüstig weiter durch die Flut!

Daß noch einmal Wunsch und Wagen,


Zorn und Liebe, Wohl und Weh
Ihre Wellen um mich schlagen
Auf des Lebens wilder See,

Und ich kühn im tapfern Streite


Mit dem Strom, der mich entrafft,
Selber meinen Nachen leite,
Freudig in geprüfter Kraft.

Input by Richard Morris

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Über Wildemann
Text by Ernst Schulze (1789-1817)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 884 (1826), published 1829 as op. 108 no. 1.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 382 of 646
Die Winde sausen am Tannenhang,
Die Quellen brausen das Tal entlang;
Ich wandre in Eile durch Wald und Schnee,
Wohl manche Meile von Höh' zu Höh'.

Und will das Leben im freien Tal


Sich auch schon heben zum Sonnenstrahl,
Ich muß vorüber mit wildem Sinn
Und blicke lieber zum Winter hin.

Auf grünen Heiden, auf bunten Au'n,


Müßt ich mein Leiden nur immer schaun,
Daß selbst am Steine das Leben sprießt,
Und ach, nur eine ihr Herz verschließt.

O Liebe, Liebe, o Maienhauch,


Du drängst die Triebe aus Baum und Strauch,
Die Vögel singen auf grünen Höh'n,
Die Quellen springen bei deinem Wehn.

Mich läßt du schweifen im dunklen Wahn


Durch Windespfeifen auf rauher Bahn.
O Frühlingsschimmer, o Blütenschein,
Soll ich denn nimmer mich dein erfreun?

Over Wildemann
The wind blows on Tannen hill,
The stream roars down the valley;
I wander alone through wood and snow,
many miles from peak to peak.

And though life in the open valley


would be better in the sun's rays,
I must go over wilder scenes
to better look upon Winter.

On green heath, on flowered meadows,


must I hardly ever show my sorrow,
I,whose life springs from stones,
And ah, only one who locks away her heart.

Oh love, love, oh breezes of May,


You press the shoots from tree and bush,
The birds sing from the green heights
The brooks gush from their sources.

I let myself wander in dark despair


through whistling winds on a rough road.
Oh shimmering Spring, oh blossom time,
shall I never again find your delight?

Translation to English copyright © 2003 by Douglas Watt-Carter

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Trinklied
Text by Ferdinand Mayerhofer von Grünbühel after William Shakespeare (1564-1616). From
"Antony and Cleopatra", II, VII, 120
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 888 (1826)
file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 383 of 646

Bacchus, feister Fürst des Weins,


Komm mit Augen hellen Scheins,
Uns're Sorg' ersäuf' dein Faß,
Und dein Laub uns krönen laß.
Füll' uns, bis die Welt sich dreht!

Drinking song
Come thou monarch of the vine,
Plumpy Bacchus, with pink eyne!
In thy fats our cares be drown'd,
With thy grapes out hairs be crown'd:
Cup us till the world go round!

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Ständchen
Text by August Wilhelm Schlegel (1767-1845), after William Shakespeare (1564-1616), from
Cymbeline, Act II, scene 3.

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), "Ständchen" (Serenade), D. 889.


l Also set in another German translation by Wilhelm Petersen (1890-1957),
"Ständchen" (Serenade), op. 46, from Lieder aus Shakespeare-Dramen, no. 5.
l Also set in the original English by Harvey Worthington Loomis (1865-1930)

Horch, horch, die Lerch' im Ätherblau!


Und Phöbus, neu erweckt,
Tränkt seine Rosse mit dem Tau,
Der Blumenkelche deckt.

Der Ringelblume Knospe schleußt


Die goldnen Äuglein auf;
Mit allem, was da reizend ist,
Da süße Maid, steh auf!

Wenn schon die liebe ganze Nacht


Der Sterne lichtes Heer
Hoch über dir im Wechsel wacht,
So hoffen sie noch mehr,
Daß auch dein Augenstern sie grüßt.
Erwach! Sie warten drauf,
Weil du doch gar so reizend bist;
Du süße Maid, steh auf!

Und wenn dich alles das nicht weckt,


So werde durch den Ton
Der Minne zärtlich aufgeneckt!
O dann erwachst du schon!
Wie oft sie durch ans Fenster trieb,
Das weiß sie, drum steh auf,

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Abschied Page 384 of 646
Und habe deinen Sänger lieb,
Da süße Maid, steh auf!

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An Silvia
Text by Eduard von Bauernfeld (1802-1890), after William Shakespeare (1564-1616), from Two
Gentlemen of Verona, Act IV scene 2.

Set by

l Franz Schubert (1797-1828), D. 891, op. 106 no. 4 (1826).


l Also set in the original English by other composers.

Was ist Silvia, saget an,


Daß sie die weite Flur preist?
Schön und zart seh ich sie nahn,
Auf Himmelsgunst und Spur weist,
Daß ihr alles untertan.

Ist sie schön und gut dazu?


Reiz labt wie milde Kindheit;
Ihrem Aug' eilt Amor zu,
Dort heilt er seine Blindheit
Und verweilt in süßer Ruh.

Darum Silvia, tön, o Sang,


Der holden Silvia Ehren;
Jeden Reiz besiegt sie lang,
Den Erde kann gewähren:
Kränze ihr und Saitenklang!

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Nachthelle
Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 892 (1826), published 1839 as op. posth. 134. [solo tenor
and male quartet]

Goto: French Translation

Die Nacht ist heiter und ist rein,


Im allerhellsten Glanz,
Die Häuser schau'n verwundert drein,
Steh'n übersilbert ganz.

In mir ist's hell so wunderbar,


So voll und übervoll,
Und waltet drinnen frei und klar,

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Abschied Page 385 of 646
Ganz ohne Leid und Groll.

Ich fass' in meinem Herzenshaus


Nicht all' das reiche Licht,
Es will hinaus, es muß hinaus,
Die letzte Schranke bricht.

Input by: Thierry Morice

Bright night
The night is calm and pure,
in brightest radiance;
the houses look out with astonishment,
standing shimmering with silver.

Within me it is also wonderfully bright,


so full and overflowing,
and it prevails there free and clear,
entirely without sorrow or complaint.

I cannot contain within my heart


all of this rich light;
it wants to burst out, and it must burst out;
the last barrier breaks.

Clarté de la nuit
La nuit est radieuse,
pure, limpide.
Les maisons aux reflets d'argent
en sont tout étonnées.
Il règne en moi une surprenante clarté,
un excès de plénitude,
un sentiment de liberté
loin de la peine et du tourment.
Cette éclatante lumière
s'échappe malgré moi
de la demeure de mon coeur.
L'ultime barrière se brise.
La nuit est radieuse, pure, limpide.
Les maisons aux reflets d'argent
en sont tout étonnées.

Translation to French copyright © by Virginie Bauzou


Translated to English by Emily Ezust

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Grab und Mond


Text by Johann Gabriel Seidl (1804-1875)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 893 (1826), published 1827. [male quartet a cappella]

Goto: French Translation

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Abschied Page 386 of 646

Silbergrauer Mondenschein
Fällt herab;
Senkt so manchen Strahl hinein
In das Grab.

Freund des Schlummers, lieber Mond,


Schweige nicht,
Ob im Grabe Dunkel wohnt
Oder Licht.

Alles stumm? Nun, stilles Grab,


Rede du,
Zogst so manchen Strahl hinab
In die Ruh';

Birgst gar manchen Mondenblick,


Silberblau,
Gib nur einen Strahl zurück:
Komm und schau!

Input by: Thierry Morice

Tombeau et lune
Un clair de lune bleu argent
Descend du ciel;
Il verse même quelques rayons
Dans une tombe.
Lune, chère amie du sommeil,
Parle, dis-nous
Si dans la tombe règne l'ombre
Ou la lumière.

Tout reste muet?

Eh bien, tombeau silencieux,


Parle donc,
Toi qui attires les rayons
Dans ta paix;
Toi qui retiens le clair de lune
Bleu argent,
Rends-nous un rayon seulement:
"Viens et contemple."

Translation to French copyright © by Auditorium du Louvre

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Fröhliches Scheiden
Text by Karl Gottfried von Leitner (1800-1890)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 896 (1827/8), note: unfinished.

Gar fröhlich kann ich scheiden,


ich hätt' es nicht gemeint;
die Trennung bringt sonst Leiden,

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Abschied Page 387 of 646
doch fröhlich kann ich scheiden;
sie hat um mich geweint.
Wie trag' ich dies Entzücken
in stummer Brust vereint?
Es will mich fast erdrücken,
wie trag' ich dies Entzücken?
Sie hat um mich geweint!

Ihr Alpen, Seen und Auen,


du Mond, der sie bescheint,
euch will ich mich vertrauen:
ihr Alpen, Seen und Auen!
Sie hat um mich geweint.
Und sterb' ich in der Fremde,
mir dünkt nicht fürchterlich
der Schlaf im Leichenhemde;
denn, sterb' ich in der Fremde,
so weint sie wohl um mich.

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Sie in jedem Liede


Text by Karl Gottfried von Leitner (1800-1890)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 896a (1827), note: fragment.

Nehm' ich die Harfe, folgend dem Drange


Süßer Gefühle denk' ich auch Dein.
Mädchen! und glaub', es künnen ja lange
Ohne der Harfe Sänger nicht sein.

Wahn' ich im Liede Siedler und Klause,


Burg und Turniere wieder zu schau'n;
Prangst mit Barette und starrender Krause
Du am Balkone zwischen den Frau'n.

Preis' ich der Alpen friedliche Lüfte,


Hoch ob des Tales wildem Gebraus;
Füllst du als Senninn trillernd die Klüfte
Lachst aus dem kleinen, hölzernen Haus.

Sing' ich von schönen Wasser-Jungfrauen


Einsam in Mondschein schwimmend im See;
Schwebst di bei ihnen unten im Blauen,
Streckst mir entgegen Arme von Schnee.

Überall nahe weilest, du Liebe mir


In der Dichtung rosigem Land',
Ach, nur im Leben, strenge und trübe,
Trennt uns des Schicksal's feindliche Hand!

Input by Ted Perry

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Wolke und Quelle


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Abschied Page 388 of 646
Text by Karl Gottfried von Leitner (1800-1890)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 896b (1827?)

Auf meinen heimischen Bergen


da sind die Wolken zu Haus',
bin mitten innen gestanden,
und sah in's Tal hinaus.

Sie aber flogen von dannen,


wie Schwäne so licht und leicht;
Wär' gerne mit ihnen gezogen,
so weit der Himmel reicht.

Es drängt mich for in die Fremde


zur Ferne ein wilder Trieb;
doch jetzt erscheinen mir Heimat
und Nähe gar heilig und lieb.

Nun sehn' ich mich nimmer in's Weite,


hinaus in's nebelnde Blau;
nun späh' ich mit stillem Verlangen
hinab in die schmale Au.

Was nickt dort unten am Fenster?


Und blühet wie Morenlicht?
Ist's ihre Ros' am Gesimse?
Oder ihr holdes Gesicht?

Viel Glück ihr Wolke Reise!


Ich ziehe nimmer mit euch;
Was aber locket und lispelt
Da drüben im Lenzgesträuch?

Bist du es o Quelle, die flistert?


Ja, ja! ich eile mit dir;
Du kennst ja die kürzesten Wege,
Hinunter, hinunter zu ihr!

Input by Ted Perry

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Il traditor deluso
Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 83 no. 2, D. 902 no. 2 (1827).

Recitative:
Aimè, io tremo!
Io sente tutto in ondarmi
Il seno di gelido sudor!
Fuga si, ah quale?
Qual' è la via?
Chi me l'addita?
Oh Dio! che ascoltai?
Che m'avvenne?
Oh Dio! che ascoltai?
Ove son io?

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 389 of 646

Aria:
Ah l'aria d'intorno lampeggia, afavilla;
Ondeggia, vacilla l'infido terren!
Qual notte profonda
D'orror mi eiroonda!
Che larve funeste,
Che smanie son queste!
Che fiero spavento
Mi sento nel sen!

The deluded traitor

Woe is me, I tremble!


All over, I feel waves
Of freezing sweat in my breast!
Flee from here! But where?
What is the way?
Where do I turn?
O God! What do I hear?
What comes here?
O God! What do I hear?
Where am I?

Ah, around me the air flames and sparks;


The faithless earth trembles and undulates!
What dark night
Of horror surrounds me!
What mournful ghosts,
What frenzy this is!
What fierce fright
I feel inside!

Translated to English by Thomas Dawkins

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Il modo di prender moglie


Text by Pietro Metastasio (1698-1782)
Set by Franz Schubert (1797-1828), op. 83 no. 3, D. 902 no. 3 (1827).

Or sù! non ei pensiamo,


Corraggio e concludiamo,
Al fin s'io prendo moglie,
Sò ben perché lo fò.
Lo fò per pagas i debiti,
La prende per contanti,
Di dirlo, e di repeterlo,
Difficoltà non ho.
Fra tanti modi e tanti
Di prender moglie al mondo,
Un modo più giocondo
Del mio trovar non sò.
Si prende per affetto,

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Abschied Page 390 of 646
Si prende per rispetto,
Si prende per consiglio,
Si prende per puntiglio,
Si prende per capriccio,
È vero, si o nò?
Ed io per medicina
Di tutti i mali miei
Un poco di sposina
Prendere non potrò?
Ho detto e'l ridico,
Lo fò per li contanti,
Lo fanno tanti e tanti
Anch' io lo farò.

The way of taking a wife


Away, without further thinking,
More courage to me, I have concluded
At last I shall take a wife,
I know well why I do it.
I do it to pay my debts!
I'll take a wife for cash,
I say it and then repeat it
I shall have no difficulty.
There are many, many ways
To take a wife,
And a more joyful way
I will not find.
One marries for love,
One marries for respect,
One marries on advice
One marries out of stubbornness,
One marries on a whim,
'Tis true, yes or no?
And I, for medicine
For all that ails me,
A little bit of wife
Shall I not take?
I have said it and I repeat it,
I am doing this for the money,
They make much of it,
And I will make it too!

Translated to English by Thomas Dawkins

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Zur guten Nacht


Text by Johann Friedrich Rochlitz (1769-1842)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 903 (1827), published 1827 as op. 81 no. 3.

Der Vorsitzende:
Horcht auf! Es schlägt die Stunde,
Die unsrer Tafelrunde
Verkündigt; Geh ein jeder heim,
Hat er sein Glas geleeret,

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Abschied Page 391 of 646
Den Wirt mit Dank geehret,
Und ausgesungen diesen Reim!

Alle:
Erst sie dies Glas geleeret,
Der Wirt mit Dank geehret,
Und ausgesungen diesen Reim!

Der Vorsitzende:
Wir dürfen fröhlich gehen;
Was wir gehört, gesehen,
Getan das darf kein Mann bereun;
Und das, was wir empfunden,
Was enger uns gebunden
An Freund und Kunst, darf ihn erfreun.

Alle:
Ja, ja, was wir empfunden,
Was enger uns gebunden
An Freund und Kunst, darf ihn erfreun.

Der Vorsitzende:
Schlaft wohl; und träumt, wie Bräute!
Kommt nächstens gern, wie heute!
Seid auf manch neues Lied bedacht!
Und geht einst Einer abe
Zu seiner Ruh im Grabe,
Singt ihm mit Liebe; gute Nacht!

Alle:
Ja, geht einst Einer abe,
Zu seiner Ruh im Grabe,
Singt ihm mit Liebe; gute Nacht!

Input by Richard Morris

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Alinde
Text by Johann Friedrich Rochlitz (1796-1842)
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 904 (1827), published 1827 as op. 88 no. 1.

Goto: Italian Translation

Die Sonne sinkt ins tiefe Meer,


Da wollte sie kommen.
Geruhig trabt der Schnitter einher,
Mir ist's beklommen.

,,Hast, Schnitter, mein Liebchen nicht gesehn?


Alinde, Alinde!``
,,Zu Weib und Kindern muß ich gehn,
Kann nicht nach andern Dirnen sehn;
Sie warten mein unter der Linde.``

Der Mond betritt die Himmelsbahn


Noch will sie nicht kommen.
Dort legt ein Fischer das Fahrzeug an,
Mir ist's beklommen.

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Abschied Page 392 of 646

,,Hast, Fischer, mein Liebchen nicht gesehn?


Alinde, Alinde!``
,,Muß suchen, wie mir die Reusen stehn,
Hab nimmer Zeit nach Jungfern zu gehn.
Schau, welch einen Fang ich finde.``

Die lichten Sterne ziehn herauf,


Noch will sie nicht kommen.
Dort eilt der Jäger in rüstigem Lauf.
Mir ist's beklommen.

,,Hast, Jäger, mein Liebchen nicht gesehn?


Alinde, Alinde!``
,,Muß nach dem braunlichen Rehbock gehn.
Hab nimmer Lust nach Mädeln zu sehn;
Dort schleicht er im Abendwinde.``

In schwarzer Nacht steht hier der Hain,


Noch will sie nicht kommen.
Von allen Lebend'gen irr ich allein,
Bang und beklommen.

,,Echo, darf ich mein Leid gestehn:


Alinde, Alinde!``
,,Alinde`` ließ Echo leise herüberwehn.
Da sah ich sie mir zur Seite stehn:
,,Du suchtest so treu, nun finde!``

Input by David Gordon

Alinde
The sun sinks into the deep sea;
She was due to be here.
Calmly the harvester walks by.
My heart is heavy.

Reaper, have you not seen my beloved?


Alinde! Alinde!"
I must go to my wife and children,
I can't look for other girls.
They're waiting for me 'neath the linden tree."

The moon began its heav'nly course,


And still she does not come.
There a fisherman lands his boat.
My heart is heavy.

Fisher, have you not seen my love?


Alinde! Alinde!"
I must see to my oyster baskets.
I've never time to chase after girls;
Look what a catch I have!"

The bright stars appear.


Still she does not come.
The rustic huntsman rides hastily along.
My heart is heavy.

Huntsman, have you not seen my Love?


Alinde! Alinde!"
I must go after the brown deer;

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Abschied Page 393 of 646
I've no desire to look for girls.
There he goes in the evening breeze!"

The grove lies here in darkest night,


Still she does not come
I wander alone, away from all living things,
Anxious and heavy-hearted.

To you, Echo, might I confess my sorrow:


Alinde, Alinde!"
Alinde," came the echo softly back.
Then I saw her standing at my side.
You searched so faithfully. Now you find me."

Alinda
Il sole cala nel mare profondo,
è qui che lei ha voluto venire.
Si avvicina lesto il mietitore contento,
ma io sono in ansia.

"Non hai visto, mietitore, la mia amata?


Alinda, Alinda!"
"Dalla mia donna e dai figli devo andare,
non posso guardare altre belle:
loro mi aspettano sotto il tiglio."

La luna scorre il suo tragitto in cielo,


ma lei non vuole ancora arrivare.
Là attracca la sua barca un pescatore,
ma io sono in ansia.

"Non hai visto, pescatore, la mia amata?


Alinda, Alinda!"
"Devo star dietro alle mie nasse,
non ho più tempo per andare a verginelle:
guarda qua, cosa son le mie pescate."

Stanno sorgendo le stelle lucenti,


ma lei non vuole ancora arrivare.
Là si affretta il cacciatore, con gagliarda falcata.
Ma io sono in ansia.

"Non hai visto, cacciatore, la mia amata?


Alinda, Alinda!"
"Devo inseguire il bruno capriolo,
non ho più voglia di guardare le ragazze;
eccolo là, furtivo nel vento della sera."

Nella notte scura c'è qui il boschetto,


ma lei non vuole ancora arrivare.
Tra tutti gli uomini io solo vado errando,
inquieto e in ansia.

"Eco, a te posso confessare il mio dolore:


Alinda, Alinda!"
"Alinda" soffiò piano l'eco, di rimando.
Fu allora che la vidi al mio fianco:
"Mi hai cercata con tenacia, ora trova!"

Translated to Italian by Paolo Pupillo and Claretta Manara


Translated to English by David Gordon

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Abschied Page 394 of 646
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Romanze des Richard Löwenherz (Romanza


of Richard Lionheart)
Text by Karl Ludwig Müller after Sir Walter Scott (1771-1832), "The Crusader's Return".
Set by Franz Schubert (1797-1828), D. 907 (1827), published as op. 86.

Großer Taten tat der Ritter


Fern im heil'gen Lande viel;
Und das Kreuz auf seiner Schulter
Bleicht' im rauhen Schlachtgewühl,
Manche Narb' auf seinem Schilde
Trug er aus dem Kampfgefilde,
An der Dame Fenster dich,
Sang er so im Mondenlicht:

Heil der Schönen! aus der Ferne


Ist der Ritter heimgekehrt,
Doch nichts durft' er mit sich nehmen,
Als sein treues Roß und Schwert.
Seine Lanze, seine Sporen
Sind allein ihm unverloren,
Dies ist all sein irdisch Glück,
Dies und Theklas Liebesblick.

Heil der Schönen! was der Ritter tat,


Verdankt' er ihrer Gunst,
Darum soll ihr Lob verkünden
Stets des Sängers süße Kunst.
»Seht, da ist sie«, wird es heißen,
Wenn sie ihre Schöne preisen,
»Deren Augen Himmelsglanz
Gab bei Ascalon den Kranz.«

Schaut ihr Lächeln, eh'rne Männer


Streckt es leblos in den Staub,
Und Iconium, ob sein Sultan
Mutig stritt, ward ihm zum Raub.
Diese Locken, wie sie golden
Schwimmen um die Brust der Holden,
Legten manchem Muselmann
Fesseln unzerreißbar an.

Heil der Schönen, dir gehöret,


Holde, was dein Ritter tat,
Darum öffne ihm die Pforte,
Nachtwind streift, die Stunde naht;
Dort in Syriens heißen Zonen,
Mußt' er leicht des Nords entwohnen,
Lieb' ersticke nun die Scham,
Weil von ihm der Ruhm dir kam.

Romanza of Richard Lionheart [original English]


High deeds achieved of knightly fame,
From Palestine the champion came;
The cross upon his shoulders borne,
Battle and blast had dimm'd and torn.

file://C:\My%20Intranet\all.html 3/10/2003
Abschied Page 395 of 646
Each dint upon his batter'd shield
Was token of a foughten field;
And thus, beneath his lady's bower,
He sung, as fell the twilight hour: -

"Joy to the fair! - thy knight behold,


Return'd from yonder land of gold;
No wealth he brings, nor wealth can need,
Save his good arms and battle-steed;
His spurs, to dash against a foe,
His lance and sword to lay him low;
Such all the trophies of his toil,
Such - and the hope of Tekla's smile!

"Joy to the fair! whose constant knight


Her favour fired to feats of might;
Unnoted shall she not remain,
Where meet the bright and noble train,
Minstrel shall sing and herald tell -
,,Mark yonder maid of beauty well,
'Tis she for whose bright eyes was won
The listed field of Askalon!

",,Note well her smile! - it edged the blade


Which fifty wives to widows made,
When, vain his strength and Mahound's spell,
Iconium's turban'd Soldan fell.
Seest thou her locks, whose sunny glow
Half shows, half shades, her neck of snow?
Twines not of them one golden thread,
But for its sake a Paynim bled.``

"Joy to t