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Fallbeobachtung

Im diesem Wintersemester wurde uns der Auftrag erteilt, uns unsere Umgebung unter die Lupe
zu nehmen. Insbesondere die Art und Weise, auf der unsere Mitmenschen und wir mit einander
kommunizieren.
Der erste Fokus des Auftrags: Nichtverbale Kommunikation. Was ist die nichtverbale
Kommunikation? Diese Art von Kommunikation schließt die Übertragung von Daten durch
nicht-linguistische Kanäle ein. Dazu gehören visuelle Signale, Distanz, Berührung, unser
Erscheinungsbild, Blickkontakt, und, was vielleicht überraschend vorkommt, da hier über nicht
verbale Kommunikation die Rede ist, halt, die Stimme.
Die Stimme macht 38% der Kommunikation aus. Nicht das Was, sondern das Wie.
Geschwindigkeit, Höhe der Stimme, Lautstärke, Rhythmus, Intonation, Stress. Die vorher
erwähnten körperlichen Faktoren machen 55% aus. Das sind insgesamt 93% die zu beobachten
sind.
So habe ich zum ersten Mal im Stadtverkehr die Kommunikation bewusst beobachtet. Die
Körpersprache spielt hier die entscheidende Rolle. Oftmals weiß man was der andere will, ohne
ein Wort auszutauschen. Das ist nicht ganz irrelevant zur Analyse. Auch die Umgebung, der
Kontext, spielt eine Rolle in der Kommunikation. Keine Interaktion geschieht isoliert. So sitze
ich im Bus. Gegenüber mir, eine ältere Frau, Sitzposition mit dem Rücken der Fahrrichtung
gewendet. Sie redet mit, wahrscheinlich, ihrer erwachsenen Tochter nebenan. Sie unterhalten
sich darüber, wo sie aussteigen müssen. Die Gesichtsausdrücke der Beiden sind neutral. Da es
sich um Familienmitglieder handelt, ist körperliche Nähe vollkommen akzeptabel. Die Beiden
neigen ihre Köpfe dem jeweiligen Partner wenn es im Bus, wie es öfter üblich ist, im Bus zu laut
für ein Gespräch ist. Ich misch mich in das Gespräch ein, da ich weiß wann genau die Haltestelle
kommt und selber auch dort aussteige. Im Gespräch mit mir lächelt die ältere Frau. Im
kulturellen Zusammenhang soll dies´ nicht heißen, dass die sich jetzt mehr freut mit mir zu reden
als mit ihrer Tochter. Sie ist lediglich höflich. Die soziale Norm in den meisten europäischen
Staaten gibt dieses vor. Die Stimme im diesem Gespräch ist auch in der höheren Stimmlage. Dies
´ verbindet man mit der Höflichkeit.
Der zweite Beispiel von nichtverbaler Kommunikation ist ein polares Gegenteil von einem
netten Gesprächchen mit einer Oma im Bus. Ich geh alleine durch den Stadtpark, ungefähr drei
Uhr nachmittags. Eine gruppe von jungen Männern sitz und steht um einer der Banken im Park.
Da macht sich einer von denen schlau und runzelt mit den Augen, im Sinne „Was guckts du?“.
Mit dem Körper zu mir gerichtet, Hände teilweise ausanander. Ich bleibe eher ungerührt.
Während ich mich nähere bleibt er in der Pose und fragt mich auch, was ich will. Ich starr ihn
jetzt auch an Klatsch mit der Auseinseite einer Hand an die Andere und Frag ihm, auf Serbisch,
was er will. Die Sprache ist hier unwichtig zur Verständigung. Der Clue bei der Sache ist, sein
Blick veränderte sich und er blieb auch in die Richtung gewendet, rotierte sich nicht nach mir. Im
diesen Beispiel sieht man wie in 10 Sekunden wir uns mit Hilfe von Körpersprache
verständigten, dass die Situation sich so auflöst und nichts weiter davon wird.
Zuletzt eine neutrale Geschichte. Ich versuchte mich davon zu überzeugen, dass Verkäufer
wirklich, wie in dem Kurs erwähnt, ihren Kopf neigen wenn sie einen herannahen, um
zugänglicher zu wirken. Ich gehe nicht oft genug in schicke Kleiderläden um dieses Phänomen
verfolgen zu können, da man im günstigeren Geschäften fast nie angesprochen wird; doch habe
ich andere Verhaltensweisen verfolgen können. Die Verkäufer kommen einen nie direkt frontal
näher. Die Näherung ist immer ein bisschen seitlich. Zudem ist die Stimme immer freundlich und
Sanft.
Abschließend kann ich zur Schlussfolgerung kommen, dass die nicht-verbale Kommunikation
ein unersetzlicher Teil der menschlichen Verständigung ist. Sie begleitet uns auf jedem Schritt
und ist eng damit verbunden, was es überhaupt bedeutet ein Mensch zu sein.