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Der Mythos

Der Mythos ist oft eine kurze Prosaerzählung, aber auch die Versform (Lyrik) ist häufig (Gattung).
Inhaltlich kann der Mythos im Grenzland zwischen Märchen, Sage und Legende gesehen werden.
Inhaltlich (und dadurch lassen sich die Vorgaben des Mythos als Genre beschreiben) wird eine
Geschichte erzählt, die von Göttern oder gottähnlichen Helden handelt. Meist geht es dabei um
grundsätzliche Handlungen und Vorgänge, die der Welt Struktur geben und sie erklären. - Es gibt feste,
handelnde Personen, deren verschiedene Abenteuer in einer Mythensammlung zusammengefasst
werden. Diese Personen (Helden oder Götter) werden mit dem Anspruch dargestellt, dass sie
tatsächlich gelebt haben. Auch Mythen sind im Ursprung Volksstoffe. Die Zeit ihres Entstehens reicht
bis in die Antike zurück. Zu der Zeit war eine Differenzierung von Wahrheit und Mythos für die
Menschen sehr schwierig, sodass historische Ereignisse und Mythen von vielen auf gleicher Ebene
wahrgenommen (und auch so vermittelt) wurden.

Als Beispiele werden sowohl die "Ilias" und die "Odyssee" von Homer als auch die biblische
"Urgeschichte" (1.Buch Mose, 1–11) angesehen. Als neuere Mythen gelten "Don Juan" und "Faust".
Mythenfiguren haben sich zu "grundlegenden Gestalten" der (europäischen) Dichtung entwickelt.

Mythos und Märchen

Mythen und Märchen sind Volksstoffe. Der klare Unterschied besteht vor allem darin, dass Märchen
einen anderen Heldentypus enthalten: Im Märchen spielen körperliche Auseinandersetzungen, Kampf
und Schlachten keine Rolle. Zudem gibt es im Märchen keine Figur, die veschiedene,
zusammenhängende Abenteuer erlebt. Der Mythos ist als Geschichte oft offen (im Sinne von
"fortsetzbar", das Märchen ist abgeschlossen. Zudem hat das Märchen anders als der Mythos keinen
Wahrheitsanspruch und will auch nicht die Welt erklären.

Legende: Legende, eine Textsorte, dem Märchen und der Sage verwandt

Der Begriff leitet sich von dem mittelalterlich-lateinischen Ausdruck legenda ab, was so viel bedeutet
wie „das, was zu lesen ist“, „das Vorzulesende“ bzw. „die zu lesenden Stücke“. Die Herkunft des Begriffs
deutet somit – im Unterschied zur Sage – eine enge Beziehung zur literarischen Tradition an. Bereits in
der Antike entstanden literarische Erzählungen über Personen, die als überragende religiös-sittliche
Persönlichkeiten und „Heilige“ wahrgenommen wurden.

In der Hagiographie werden derartige Heiligenlegenden neben Märtyrerakten und anderen


überlieferten Texten als Vita untersucht. Solche hagiographischen Texte werden auch heute noch von
einigen Gelehrten unter Absehung ihres besonderen Charakters der Geschichtsschreibung
zugerechnet, wobei allerdings zwischen "Heiligenlegende" und „Heiligenbiographie“ zu unterscheiden
wäre. Nicht zuletzt bei den politischen Legenden ist indessen die Vorstellung verbreitet, dass es sich
um „unzutreffende Tatsachenbehauptungen“ handelt. Dennoch können einzelne Legenden einen Kern
von historischer Wahrheit enthalten, indem sie in bildhafter oder szenischer Erzählform den Kern eines
Faktums oder den Sinn eines Geschehens zu vermitteln suchen, auch wenn die jeweils erzählte
Geschichte quellenmäßig unverbürgt ist.
In der Form der Heiligenlegende zielt die Legende aber überhaupt nicht auf die für sie nur
vordergründige historische Wahrheit, sondern auf die Verkündigung einer Glaubenswahrheit. Es geht
in ihr zentral um die Offenbarung des göttlichen Heilswirkens, das in der Person eines Heiligen zur
Erscheinung kommt, zeichenhaft beglaubigt vor allem durch das Signum des Wunders. Bekannteste
Beispiele sind die Christophorus- und Georgslegende, die als eine Art narrativer Theologie gelten
können. Hierbei bleibt der Erzählrahmen der Legende, ebenso wie bei der Sage, dem Mythos und
Märchen, im fiktionalen Bereich.

Im Medien-Sprachgebrauch wird der Begriff auch häufig in der allgemeinen Bedeutung „Ruhm“ und
„Berühmtheit“ verwendet.

Saga

Eine Sage (v. ahd. saga, „Gesagtes“; Prägung durch die Brüder Grimm) ist, dem Märchen und der
Legende ähnlich, eine zunächst auf mündlicher Überlieferung basierende, kurze Erzählung von
fantastischen, die Wirklichkeit übersteigenden, Ereignissen. Da diese mit realen Begebenheiten,
Personen- und Ortsangaben verbunden werden, entsteht der Eindruck eines Wahrheitsberichts. Die
ursprünglichen Verfasser sind in der Regel unbekannt, im Gegensatz zu den Sammlern und
Herausgebern, welche die schriftlich fixierten Fassungen oft inhaltlich und sprachlich bearbeitet und
literarisch formatiert haben. Stoffe und Motive werden häufig von anderen Völkern und Kulturen
übernommen (Wandersagen) und mit landschaftlichen und zeitbedingten Eigentümlichkeiten und
Anspielungen vermischt.

Entscheidend wurde der Begriff der Sage durch die Brüder Grimm geprägt. Das Grimmsche
Wörterbuch (Bd. XIV, 1893) spricht von der „Kunde von Ereignissen der Vergangenheit, welche einer
historischen Beglaubigung entbehrt“ und von „naiver Geschichtserzählung und Überlieferung, die bei
ihrer Wanderung von Geschlecht zu Geschlecht durch das dichterische Vermögen des Volksgemüthes
umgestaltet wurde“. Dabei greifen subjektive Wahrnehmung und objektives Geschehen so ineinander,
dass übernatürliche, unglaubhafte Begebenheiten zum Wesenskern der Sage werden. So gehört wie im
Märchen die Vermenschlichung von Pflanzen und Tieren zur Sagenwelt, aber auch übernatürliche
Wesen wie Elfen, Zwerge und Riesen zählen dazu und ebenso kommt es oft zur Benennung eines
Helden. Jedoch anders als beim zeitlosen Märchen („Es war einmal...“) mit den allgemeinen
Ortsangaben (Wald, Brunnen) und dem typisierten Personal (Prinzessin, Stiefmutter) sind tatsächliche
Ereignisse, Lokalitäten und Persönlichkeiten, die im Weiteren fantastisch ausgeschmückt und
umgestaltet werden, Anlass für die Erzählung. Damit steht der Realitätsanspruch der Sage über dem
des Märchens.

FormenStark generalisiert kann man thematisch drei Zentren unterscheiden, die sich in vielfältiger
Weise verzweigen und miteinander vermischen:

Die Göttersagen oder Mythen erzählen die Entstehung der Welt, das System beispielsweise der
griechischen bzw. germanischen Gottheiten, ihre Kämpfe um die Herrschaft, ihre Rollen und
Zuständigkeiten für Naturkräfte und ihre Beziehung zur Menschenwelt, in die sie unterstützend oder
feindlich eingreifen.

Die Heldensage konzentriert sich auf berühmte Herrscherfamilien, ihre Machtpolitik und ihre
kriegerischen Auseinandersetzungen. Germanische Heldensagen z. B. der Völkerwanderungszeit bilden
oft Sagenkreise um einzelne Persönlichkeiten (Dietrich von Bern, Siegfried, Kudrun oder Wieland der
Schmied). Deren Stoffe und Protagonisten sind Kern einer zum Heldenlied ausgestalteten und
erweiterten Handlung, wie das (Hildebrandslied, Atlilied) bzw. Heldenepos (Waltharius,
Nibelungenlied, Gudrunlied).

Das Personal der sprachlich einfachen Volkssage agiert zumeist an Handlungsorten der Alltagswelt und
in einer von, in Relation zur Göttersage, kleinen Naturgeistern wie Feen und Zwergen, aber auch
dämonischen Kräften (Drachen, Zauberer, Baumnymphen usw.) bewohnten und beseelten Natur.

Ein Charakteristikum der Volkssage, teilweise auch der beiden anderen Themenkreise[2], ist die
Überlagerung von Lokalsage, Natursage und ortsgebundener bzw. regionaler Geschichtssage mit dem
Aspekt der Erklärung (Ätiologische Sagen):

Ätiologische Sagen erläutern, wieso, beispielsweise, eine Felsgruppe (Teufelsstein, Wildfrauhaus im


Odenwald) oder eine Landzunge am Havelufer (Schildhorn) ihren Namen erhielt, wie sich eine typische
landschaftliche Formation gebildet hat (z. B. ein Felsenmeer durch sich mit Steinblöcken
bekämpfenden Riesen), wie es dazu kam, dass eine Burg an einem bestimmten Platz (Minneberg am
Neckar) gebaut und nach ihm benannt wurde oder warum der größte Binnensee Chinas Bosten-See
heißt.

Natursagen erzählen, oft in Kombination mit Lokalsagen, von Naturgeistern wie Wassernymphen
(beispielsweise Loreley, als Fuchs auftauchender Wassergeist bei Niedernhausen, Meerweiblein in den
Meerwiesen von Walldürn) bzw. dämonischen Wesen (z. B. tötet Ritter Georg in der Nähe des
Frankensteins den menschenfressenden Lindwurm) oder geheimnisvollen Begebenheiten und
Geistererscheinungen auf einer Burg (wie auf dem Auerbacher Schloss) oder in der nächtlichen
Landschaft (die Geister-Nonnen nahe dem Kloster Steinbach).

Bekannte Beispiele einer Geschichtssage, die ein historisches Ereignis verarbeitet, sind der
Rattenfänger von Hameln und die Blondelsage. Andere Erzählungen u. a. von Rittern und ihren Frauen
(Georg von Frankenstein und Annemariechen, der Kollenberger und der Graf von Wertheim) greifen
oft lediglich historische Namen und eine Burg als Bezugsort auf und gestalten die Handlung frei.

Märchen Saga Legende Fabel

Frei erfunden, Historische Bezüge, Historische Bezüge, Frei erfunden, von


mündlich überliefert „Geschichte zum einem Autor verfasst
Volksmärchen = Vorlesen“ (enge
mündlich überliefert Beziehung zur
Kunstmärchen = von literarischen Tradition)
einem Autor verfasst

Raum- und Genaue Orts- und Genaue Orts- und Keine Orts- und
Zeitlosigkeit Zeitangaben (Hoher Zeitangaben Zeitangaben, da
Realitätsanspruch) irrelevant für die Moral

Aufhebung der Natur- Teilweise Aufhebung Keine Aufhebung der (sprechende) Tiere
und Kausalgesetze von Natur- und Natur- und agieren anstelle von
(Verwandlungen, Kausalgesetzen Kausalgesetze Menschen
sprechende Tiere, (Auftreten von
Auftreten von Fabelwesen), aber
Fabelwesen, usw.) deutliche Trennung
von dies- und
jenseitiger Welt

Handlungsstereotypen Handlung / Inhalt wird Handlung / Inhalt wird Lehre oder Moral als
(Auszug des Helden – bestimmt von bestimmt von der Quintessenz
Bewährung – Lösung historischem Ereignis, Biographie der
des Problems) auf welchem die Sage historischer Person,
beruht/beruhen soll auf welcher die
Legende beruht

Stereotype Reale Schauplätze Reale Schauplätze Stereotype


Schauplätze (Schloss, Eigenschaften der
Wald, usw.) und Figuren (Fuchs =
Requisiten schlau, Esel = dumm,
(Zauberspiegel, -ring, usw.)
usw.)

Typisierte, namenlose Personen werden oft Personen werden Tierbezeichnungen


Personen (der König), namentlich genannt, namentlich genannt statt Namen (ein Fuchs,
Allerweltsnamen manchmal haben sie der Rabe usw.)
(Hans, Gretel), auch nur
sprechende Namen Bezeichnungen (eine
(Schneewittchen) Jungfrau, der
Rattenfänger, usw.)

Nordische Mythologie

Als nordische Mythologie bezeichnet man die Gesamtheit der Mythen, die in den Quellen der
vorchristlichen Zeit Skandinaviens belegt sind.

Allgemeines

Die nordischen Mythen sind zum Teil den kontinentalgermanischenMythen sehr ähnlich. Man geht
heute allgemein davon aus, dass die Göttergesellschaft ursprünglich dieselbe war. Gleichwohl haben
sich Kulte, Namen und Mythen in den verschiedenen Räumen im Laufe der Zeit auseinanderentwickelt.

Die nordische Mythologie basierte nie auf einer religiösen Gesellschaft oder auf einem
zusammenhängenden religiösen System. Sie war also nie so etwas wie eine Religion im modernen
Sinn. Es gab auch keine Instanz, die den Glaubensinhalt festlegte. Die Mythen waren eher ein
theoretischer Überbau für bestimmte Kultformen und hatten wenig mit Glauben in unserem Sinne zu
tun. Gleichwohl finden sich immer wieder Versuche in der Forschung, zu ermitteln, was der
“ursprünglichste” und „echteste” Glaubensinhalt gewesen ist. Ein solches Qualitätsurteil lässt sich
kaum treffen, zumal eine Religion immer als „echt” von dem erlebt wird, der sie ausübt.

Die Mythen
Man kann anhand der Motivtexte von einem ausgeglichenen und zuversichtlichen Verhältnis zu den
schicksalbestimmenden Mächten bei der bäuerlichen Bevölkerung ausgehen. Ganz anders ist die von
den Skalden überlieferte Mythologie, wie sie in den Edda-Liedern vorgetragen wurde. Hier herrscht ein
tiefer Pessimismus vor.

Die Götterwelt der Germanen begründet sich auf drei Geschlechter, die alle aus dem Urchaos
Ginnungagap und dem Urrind Audhumbla hervorgingen: Das Geschlecht der Riesen und Ungeheuer, zu
denen praktisch alle bösen Wesen gehörten, die auch für Naturkatastrophen verantwortlich gemacht
wurden, kam als erstes auf die Welt. Dieses Geschlecht hat die Macht, die Welt zu vernichten. Damit
dies nicht passiert, wurden Wanen und Asen geschaffen. Sie halten alles im Gleichgewicht, bis sich das
Schicksal der Götter in einem finalen Kampf erfüllt, infolgedessen es zu einem Krieg zwischen Riesen
und dem Asen-Wanen-Bund kommt, dem sich die gefallenen Menschenkrieger anschließen und in
dem die ganze Welt vernichtet wird, um wiedergeboren zu werden.

Die Wanen, das zweitälteste Geschlecht, wurden als äußerst geschickt, erdgebunden und weise
verehrt und lebten ewig, sofern sie nicht erschlagen wurden. Die Asen, das jüngste Geschlecht, galten
als äußerst mutig und stark, aber nicht sehr klug, was man auch in der Edda nachlesen kann. Ihr Ewiges
Leben verdanken sie einem Trunk, der sie gewissermaßen abhängig von den Wanen machte.

Hauptgott der Asen war Odin, ursprünglich vielleicht Tyr. Hauptgott der Wanen war der Meeresgott
Njörd bzw. dessen Zwillingskinder Freyr und Freya. Asen und Wanen fochten einen großen Krieg aus,
bei dem die Asen als Sieger hervorgingen, wobei die Wanen weiterhin eine geachtete Stellung
innehatten. Beide Geschlechter lebten versöhnt und nebeneinander, bis die Christianisierung der
Germanen einsetzte. Daraus ergeben sich auch verschiedene Schöpfungsmythen: so ist sowohl Tyr als
auch Odin Schöpfer der ersten Menschen. Odin war ursprünglich der Hauptgott der Westgermanen,
wobei er sich nordwärts über ganz Europa verbreitete. Für die Nordgermanen spielte ursprünglich
Nerthus eine große Rolle, doch schon früh verschmolz ihr Kriegsgott Wodan mit dem Kriegsgott Odin
und wurde so zum Hauptgott. Auch die Ostgermanen übernahmen Odin schließlich als Hauptgott.
Daher wird in der Nordgermanischen Religion Odin immer als oberster Gott angesehen.

Odin war ein Gott über alle anderen Götter. Odin war zuvorderst Kriegs- und Todesgott, und erst in
zweiter Linie ein Weiser. Der Name „Odin“ leitet sich vom altnordischen Wort „óðr“ her, das „wild,
rasend“ bedeutet. Daher war er der Gott der Ekstase und des rasenden Kampfes. Er war nicht ein
nordischer, sondern ein gemeingermanischer Gott. Er war auch Hauptgott der Angeln, der Sachsen, die
ihn Wodan nannten, was Inschriften bekräftigen. Die Sage um Odin reicht auch weit zurück, denn
bereits die Römer wussten, dass die Germanen einen Gott verehrten, der ihrem Mercurius ähnelte.
Odin hatte nur ein Auge, das andere hatte er dem Jöten Mimir verpfändet, der über den Brunnen der
Weisheit am Lebensbaum Yggdrasil gebot, wofür er aus dem Brunnen trinken durfte – er opferte also
sein körperliches Auge für ein geistiges, mit dem er Dinge sehen konnte, die anderen verborgen waren.
Auch die Magie der Runen hatte er von Mimir gelernt. Nach der Völuspá hatte Odin einst den ersten
Krieg verursacht: „In die Feinde schleuderte Odin den Speer. Das war der erste Kampf der Völker.“

Als Ekstatiker und Magier war Odin in der Lage, seine Gestalt zu wechseln. Woher dieser
schamanistische Zug in Odin kommt, ist nicht bekannt, möglicherweise aus dem Osten, wo der
Schamanismus verbreitet war.

Die Götter
Loki

Loki ist eine der zwiespältigsten(most conflict) Gestalten der nordischen Mythologie, der Gott des
Feuers, der jedoch von solcher Verschlagenheit war, dass man auch an einen Dämon denken könnte. Er
ist der vielseitigste aller Götter, aber auch der mit den negativsten Eigenschaften.

Er galt als Sohn des Riesen Farbauti, war also kein Ase; andererseits stand er den Asen sehr nahe, weil
er einst mit Odin Blutsbrüderschaft (blood brotherhood) geschlossen hatte. Seine Gattin hiess Sigyn.
Sein Name deutet auf altisländisch logi=Lohe hin oder auf germanisch lukan=schliessen, was eventuell
auf seine Rolle bei der Götterdämmerung hindeutet. Boshaft (wicked), listig (cunning) und streitsüchtig
(quarrelsome), gebärdet er sich mal als Freund, mal als Feind der Götter und ist der Urheber des Bösen
und der Verschlagenheit.

Mit seiner Geliebten Angurboda zeugte er die Ungeheuer Fenriswolf, erste Kind des Gottes Loki und
der Riesin Angrboda, die in der Götterdämmerung eine verhängnisvolle Rolle spielen. Nur einmal wird
er in Vogelgestalt von dem Riesen Geirröd gefangen.

Während der Götterdämmerung kann er sich befreien, führt die bösen Mächte an, fällt aber im Kampf
gegen Heimdall, den er freilich ebenfalls tödlich verletzt.

Mit der Christianisierung wurde Loki vielfach mit Luzifer identifiziert, doch wird diese Gleichsetzung
seiner vom germanischen Mythos geprägten, ungewöhnlich vielschichtigen Gestalt wohl kaum in
vollem Masse gerecht. Lokis Gestalt bleibt weiterhin auch in der Forschung umstritten.

Tyr

Tyr ist ein germanischer Kriegsgott, Sohn des Hymir (nach anderer Version Odins), der zu den
bedeutendsten der Asen gehörte. Er wurde bei manchen germanischen Stämmen auch Tiu, bei
anderen Ziu oder Saxnot genannt. Sein Name leitet sich vom altermanischen Teiwas ab und könnte
wegen der Verbindung zu Zeus, indogermanischer Herkunft sein. Sein Symbol war das Schwert, mit
dem er sich selbst in das Schlachtengetümmel stürzte im Gegensatz zu Odin, der die Schlachten nur
von der Höhe aus lenkte.

Berühmt ist die Rolle, die Tyr bei der Fesselung des Fenriswolf spielte, bei welcher Gelengenheit er
seine rechte Hand (oder den rechten Arm) verlor, so dass er fortan seine Waffe mit der Linken führen
musste.

In der Endzeit brachte er Garm/ der Hund der den Eingang zur Unterwelt bewacht um, kam dabei aber
selbst zu Tode. Die Germanen ehrten ihn wegen seines ungewöhnlichen Mutes bei ihren Kriegsfesten
mit Schwerttänzen, von denen Tactitus berichtet. Auf Tyr geht der Name Dienstag (lat. dies Martis)
zurück.

http://www.weltdergoetter.de/nordische-goetter.html

Kontinentalgermanische Mythologie

Unter kontinentalgermanischer Mythologie ist die vorchristliche Mythologie der germanischen


Stämme auf dem Gebiet der heutzutage deutschsprachigen Gebiete, Polens, Tschechiens/
Tschechoslowakei, Nordostfrankreichs und der Beneluxländer zu verstehen. Dabei sind folgende
Zeitperioden zu unterscheiden.
Thor

Thor ist die altnordische Bezeichnung für den gemeingermanischen Donar genannten Gott des
Donners. Neben Wodan (=Odin) ist Thor der bedeutendste und angesehenste Gott der Asen (Asen ist
das altnordische Wort fuer die Götter). Er war ein Sohn Wodans und der Jörd, trug bäuerliche Zuege
und galt als ausserordentlich volkstümlich, weshalb man sich ihn auch mit wallendem Rotbart und
einem ungeheueren Appetit vorstellte, der ihn mehrere Ochsen mühelos auf einmal verzehren.

Er bewahrte die Menschen vor den Übeltaten von Dämonen und Riesen und fuhr mit seinem Wagen
über das Land, dessen Räder ein Donnergeräusch verursachten. Als Vegetationsgottheit schützte er die
Ernte und lockerte mit seinem wichtigsten Attribut, dem riesenhaften Hammer Miölnir fürchterlich, die
Erde, um sie fruchtbar zu machen. Warf er diesen Hammer, um einen Feind zu vernichten, so kehrte
Miölnir jeweils von selbst wieder in seine Hand zurück. Der Hammer spielte deshalb bei den Germanen
bei vielen Riten eine grosse Rolle, z.B. bei der Eheschliessung. Die Hauptfeindin Thors war die
Midgardschlange in mythologie, die er mehrfach vergeblich zu vernichten versuchte, bis er sie in der
Götterdämmerung erlegte, wobei er aber selbst durch ihren giftigen Atem zu Tode kam.

Von den römischen Schriftstellern wurde Thor mit Herkules bzw mit Jupiter gleichgesetzt, und nach
ihm erhielt der Donnerstag (lat.: lovis dies) seinen Namen. Auch im aussernordischen Bereich scheint
Thor eine bedeutende Rolle gespielt zu haben, zumal in der Auseinandersetzung zwischen dem
heidnischen Germanentum und dem Christentum. So ist z.B. überliefert, der heilige Bonifatius habe
bei seiner Missionstätigkeit im hessischen Geismar eine dem Donar geweihte Eiche gefällt.

Thor wurde der Hauptgott in Norwegen, wichtigste Figur am Götterhimmel für die Isländer und noch
die Normannen in der Bretagne hielten an ihm als Gott für besondere Feierlichkeiten fest.

Thor war vor allem der Gott der Bauern. Seine wichtigste Eigenschaft war seine gewaltige Kraft.
Darüber hinaus hatte Thor seinen Hammer Mjölnir. Thor beschützte sowohl Götter als auch Menschen
gegen die Jöten, die feindlichen Mächte in der Welt. Thors Kampf mit der Midgardschlange ist der
Mythen liebstes Thema.

Angelsächsische Mythologie

Odin

Odin, bei den Westgermanen auch Wodan genannt ist Sohn von Bör und Bestala und der ungleich
bedeutendere Bruder von Vill und Ve. Mit seiner Gemahlin Freyja zeugte er Balder/ein Gott, eine der
lichtvollsten Gestalten des germanischen Götterhimmels.

Odin, der höchste Gott der Asen, der daher auch den Beinamen Allvater trug, weist eine solch
ungewöhnliche Fülle von Eigenschaften und Charakterzuegen auf, dass er sich als Gesamtgestalt nur
schwer erfassen lässt. Er ist der oberste Lenker der Schlachten, also ein Kriegsgott, nimmt aber, im
Gegensatz zu Thor, nicht selbst am Kampf teil. Andererseits gilt Odin als Gott der Weisheit und der
Dichtkunst, der auch die Runen/Runen bezeichnet man die alten Schriftzeichen der Germanen erfand.

Odin, mal von grimmiger, mal von gütiger Wesensart, ist ein Meister der Verwandlung, wobei er Tiere
wie Schlangen oder Raben bevorzugte. Häufig schweift er mit Schlapphut und mit Sternen besätem
Mantel durch die Welt, um diese zu ordnen und bei den Menschen Einkehr zu halten, um sie auf ihre
Gastfreundschaft zu überprüfen.

Oft sitzt er auch auf dem ihm in der Götterhalle zustehenden Thron, zu seinen Füssen die Wölfe Freki
und Geri/ sind zwei Wölfe der nordischen Mythologie, auf seinen Schultern die Raben Munin und
Hunin, die ihm alles berichten, was in der Welt geschieht.

Die Klute der nordischen Mythologie

Der öffentliche Kult

Kult: Götterverehrung

Kultplatz: Man kann zwischen öffentlichem und privatem Kult unterscheiden. Der öffentliche Kult war
für einen Herrschaftsbezirk gemeinsam und wurde auf einem sakralen Kultplatz durchgeführt, der
häufig mit einem Thingplatz/Feierstätte, verbunden war. Der Thingplatz galt als heiliger Bezirk. Dort
Blut zu vergießen, galt als schweres Verbrechen. Das Recht war eine göttliche Sphäre in der Welt. Die
religiösen Feiern dienten gleichermaßen der Stärkung des sozialen Zusammenhalts. Thingplatz gilt
auch als die der heiligen Stätten und Opferplätze

Typen von Kulten


Die Rolle der Frauen im Kult ist aus den Quellen nur mittelbar zu erschließen und scheint regional und
zeitlich sehr unterschiedlich gewesen zu sein. Hintergrund ist zunächst, dass man davon ausgeht, dass
der Vanenkult spezifisch altskandinavisch ist, während die Asen gemeingermanisch erst später nach
Skandinavien vordrangen. Im Vanenkult/Vannengottheit- waren Männer und Frauen gleichberechtigt
während im Asenkult dominierten die Männer. Man hält den Krieg zwischen Asen und Vanen für einen
Überrest dieser Auseinandersetzung.

Kult Personen
In den isländischen Sagas werden die Frauen genannt, die den Opferzeremonien vorstanden und
“gyðja” (Gydja) /Göttin genannt wurden. Sie entsprachen kultisch den männlichen Goden. Die meisten
in Island erwähnten Gyðja kamen aus dem norwegischen Trøndelag/ ist eine Region in norwegische
Provinz oder aus der Umgebung. Hier war ein Zentrum der Freyr-Verehrung/ Gott der Fruchtbarkeit,
des Reichtums und Friedens.
Eine weitere weibliche Kult-Person war die Völva. Ihre Rolle in der gesamten Kultlandschaft ist nicht
endgültig geklärt. Man glaubt, dass sie einem Heimdall-Kult/ Gott des Lichts, der Dämmerung und als
Wächter der Götter dargestellt wird, der sich außerhalb der üblichen Kultpraxis entwickelt hat und auf
Magie und Wahrsagung baute. Möglicherweise reicht der Kult weit zurück zu einem Kult für Riesinnen,
weibliche Jötunnen/ ist eine Bezeichnung für Riesen in der altnordischen Mythologie, einem
Geschlecht, das Thor permanent bekämpft.

Orte
Flüsse, Seen und Moore waren besonders geheiligte und damit für Opfer besonders geeignete Orte.
Hier wurden offenbar Kollektivopfer vorgenommen und in größeren Abständen wiederholt. In
Individualopferstätten für einmalige Opfer finden sich häufig Goldbrakteaten/Münzen oder Medaillen
ohne dass sich deren Bedeutung ermitteln ließe. Sie sind nur in einer relativ kurzen Zeitspanne
geopfert worden.
Opfer

Man stärkte den Gott mit seinem Opfer, damit dieser in der Lage war, für die Fruchtbarkeit und das
Wohlergehen/Reichtum zu sorgen. "Senda" ist das Senden des Opfers an die Götter, insbesondere das
Senden eines zu Tötenden an Odi. Aber das Wort beinhaltet auch das Abgeben und Verteilen von
Speisen, im Zusammenhang mit dem Opfer also Verteilen des Opferfleisches an die Opfergemeinde.
Menschenopfer werden in den Sagas des Öfteren erwähnt: In der Ynglinga saga ist es König Aun, der
nacheinander seine Söhne Odin opfert, um sein eigenes Leben zu verlängern, was ihm Odin auch
gewährt. Beim Menschenopfer wird dem Gott das edelste Mitglied der Gemeinschaft dargebracht.

Der private Kult


Der Privatkult betraf nur den eigenen Hof mit den Hintersassen(waren Landleute, welche ohne
geschlossene Güter, nur mit einem Haus, Garten oder einzelnen Feldern „angesessen“). Er wurde an
Grabhügeln oder heiligen Steinen vollzogen. In der Gutasaga aus dem 14. Jahrhundert, ist davon die
Rede, dass man in heidnischer Zeit die Söhne und Töchter und Vieh und Bier geopfert habe. Dabei zeigt
sich, dass die heiligen Plätze je nach Region einmal zum privaten Kult. Im westlichen Norwegen wurde
der private Kult von Frauen geleitet. Sie warden als Hofgoden geschildert.

Als häufigste kultische Verrichtung wird das gemeinsame Trinken überliefert. In den Schilderungen
geht es allerdings nicht um den Rausch und eine damit erzeugte Verbindung zur göttlichen Sphäre,
sondern nur um das gemeinsame Tun in Erinnerung an Verstorbene oder zur Stärkung der
Wachstumskräfte.

Feste
Als wichtiges Zeugnis der damaligen Festpraxis gilt die Festhalle von Helgö in Ostschweden. Dort
wurden zahlreiche Scherben von Glasgefäßen, 26 kleine Goldbleche mit Darstellungen von
Liebespaaren und eine Buddha-Figur ausgegraben.
Die Feste hießen „blót“. „Blót“ heißt „stärken“. Gestärkt sollten die Götter werden. Die Feste basieren
sich nach der Jahreszeit:

Herbstblót: Es wurde um die Mitte des Oktobers gefeiert. Hauptperson war Frøya.

Winterblót: Das wurde irgendwann im Winter gefeiert und hatte die besondere Bezeichnung jól. Auch
hier war Frøya die Hauptperson. Es dürfte sich um ein privates Fruchtbarkeitsfest gehandelt haben.

Im Januar (vierten Wintermonats) wurde þorri, das þorra-blót gefeiert. Es hat als einziges der
damaligen Feste bis in die Gegenwart überlebt, unterbrochen nur von den schweren Hungersnotzeiten
Ende des 18. Jahrhunderts.

Im Frühjahr wurde das Gói-blót gefeiert, das mit Fruchtbarkeitsriten in Verbindung steht.

Sommerblót wurde um die Mitte des April gefeiert. Dieses Fest war Odin gewidmet. Mit diesem Fest
begann die Saison für die Ausfahrt und den Kriegszug.

Álfablót (Elfenfest): wurde von Frauen geleitet und Fremde hatten keinen Zutritt. Da es den Elfen als
allgegenwärtigen Mächten gewidmet war und es von Frauen geleitet wurde, vermutet man, dass es
um Ahnen und Fruchtbarkeit ging.