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Einheit 6
A u fga b e 1 Dauer 30 Minuten

Lesen Sie die folgende Stellungnahme. Wählen Sie bei den Aufgaben 1–10 die Lösung a, b, c oder d.
Es gibt nur eine richtige Lösung.

Ehegattensplitting: Wann ist Schluss mit solchen Privilegien?


„Es geht Sie einen feuchten Kehricht an, wie Ein verheiratetes Paar profitiert vom Ehegat-
meine Frau und ich unser Leben organisieren.“ tensplitting, egal ob die Eheleute Kinder haben
Solche und ähnliche Zuschriften bekomme ich oder nicht. Das Splitting ist besonders lukrativ,
gelegentlich. Und zwar meistens dann, wenn wenn einer der Partner gut verdient (meistens
ich mich wieder einmal gegen das Ehegatten- der Mann) und seine Frau wenig oder gar nichts.
splitting und andere staatliche Vergünstigungen Angenommen, Dieter B. bekommt im Jahr brutto
wende, von denen Männer mit Zuverdiener-Ehe- 60.000 Euro, dann hat er durch das Ehegatten-
frauen profitieren. Es ist zweifellos richtig, dass splitting jährlich 5.672 Euro (also monatlich statt-
in einem freien Land jeder sein Leben einrichten liche 472,66 Euro) mehr in der Tasche als ein
kann, wie er will. Dass mich das nichts angeht, Single mit dem gleichen Gehalt. In 30 Ehejahren
gilt aber nur, solange all das nicht von der Allge- sind das 170.160 Euro, geschenkt vom Staat nur
meinheit finanziert wird. Aber das ist nicht der dafür, dass seine Frau nicht berufstätig ist. Ein
Fall. Denn für jede Ehe, in der es einen Haupt- Argument, das ich dann oft zu hören bekomme:
verdiener (meistens der Mann) und eine Haus- „Na und, die Frauen ziehen schließlich die Kin-
frau gibt, werden wir als Steuer- und Rentenzah- der groß!“ Aber etwa 40 Prozent der vom Ehe-
ler und auch als gesetzliche Krankenversicherte gattensplitting begünstigten Ehen sind kinderlos.
ordentlich zur Kasse gebeten. Eine nicht berufstätige Ehefrau ist in der ge-
Ich zeige einmal am Beispiel eines typischen setzlichen Krankenversicherung ihres Mannes
Lebenslaufs auf, wie wir das Subventionsmodell mitversichert, ohne dass ihm zusätzliche Kos-
Ehe finanzieren. ten entstehen. Das heißt, nur der Mann zahlt
Inge B. studiert, arbeitet ein paar Jahre, lernt Beiträge für seinen Verdienst, aber seine Frau
dann ihren Mann kennen. Die beiden heiraten. hat den gleichen Anspruch auf ärztliche Versor-
Sie gibt ihren Beruf auf und arbeitet nur noch gung wie er. Für die Berechnung dieses Vorteils
auf Minijob-Basis für 400 Euro im Monat. Ihr habe ich den Extra-Beitrag zugrunde gelegt, den
Mann sitzt vollzeit im Büro. Was kostet das die Menschen an die gesetzliche Krankenversiche-
Allgemeinheit? Ein durchschnittliches Studium rung zahlen, die kein Einkommen haben, aber
schlägt mit ca. 30.000 Euro zu Buche. Der Staat nicht kostenlos familienversichert sind: zur Zeit
finanziert die Ausbildung an Universitäten, weil 126,90 Euro im Monat. Beim Beispiel Inge B.
das Geld - so zumindest die Idee - in einem an- summiert sich das in 30 Jahren auf 45.684 Euro,
schließenden Arbeitsleben durch diverse Abga- die das Ehepaar nicht zahlen muss.
ben zurückkommen soll. Das Modell klappt in
diesem Fall allerdings nicht, weil bei einem Mini-
job ja keine nennenswerten Steuern und Sozial-
beiträge anfallen.

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Einheit 6

Leseverstehen

Beispiel
0. Was kommt in den Zuschriften, die die Autorin als Reaktion auf ihre Publikatio-
nen zum Ehegattensplitting erhält, zum Ausdruck?
a. Manche Leute fühlen sich persönlich angegriffen.
b. Die Ansicht, dass in einem freien Land niemand etwas gegen das Ehegattensplitting
sagen kann.
c. Die Überzeugung, dass Männer mit Zuverdiener-Ehefrauen nicht subventioniert
werden sollten.
d. Der Ärger darüber, dass Hauptverdiener mehr Steuern, Renten- und
Krankenversicherungsbeiträge zahlen.

1. Wie begegnet die Autorin diesen Zuschriften?


a. Sie wendet sich umso vehementer gegen das Ehegattensplitting.
b. Sie findet die Argumente zutreffend.
c. Mit dem Argument, dass jeder leben kann, wie er will, aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit.
d. Sie findet, dass die Ehe subventioniert werden soll.

2. Inwiefern fällt Inge B. aus dem Beispiel dem Staat zur Last?
a. Sie arbeitet nach der Heirat nicht.
b. Sie zahlt ihre Studiengebühren nicht zurück.
c. Bei ihrer Erwerbstätigkeit werden kaum Steuern und Sozialbeiträge fällig.
d. Sie zahlt nur Sozialbeiträge, aber keine Steuern.

3. Wann ist das Ehegattensplitting besonders lohnend?


a. Nur wenn die Frau ein wesentlich höheres Einkommen als der Mann hat.
b. Wenn das Paar keine Kinder hat.
c. Wenn das Gesamteinkommen der Eheleute gering ist.
d. Wenn nur einer der Eheleute ein hohes Einkommen hat.

4. Mit welchem Argument wird die Steuerersparnis beim Ehegattensplitting häufig


gerechtfertigt?
a. Ein Verheirateter sollte nicht weniger als ein Single verdienen.
b. Die monatliche Ersparnis ist nicht sehr groß.
c. In über der Hälfte der Ehen gibt es Kinder.
d. Es ist eine Entschädigung für die Betreuung der Kinder.

5. Wie viel sollte Inge B. nach Ansicht der Autorin eigentlich an Krankenkassen-
beiträgen zahlen?
a. Nichts, weil sie bei ihrem Mann mitversichert ist.
b. Genauso viel wie ein Berufstätiger
c. 126,90 Euro monatlich
d. Den gleichen Betrag wie ihr Mann

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Leseverstehen

noch A u fga b e 1

> Fortsetzung von Seite 108

Nehmen wir einmal an, Inge B. ist 63 Jahre alt, Die Frage ist, warum das Ehegattensplitting
als ihr Mann stirbt. Mit seinem - hier beispielhaft nicht längst abgeschafft wurde. Dazu sagt Prof.
unterstellten - Jahreseinkommen von 60.000 Dr. Barbara Riedmüller, Dekanin des Fachbe-
Euro hat er sich eine monatliche Rente von reichs Politik- und Sozialwissenschaften der FU
1.616 Euro aufgebaut. Davon bekommt Inge Berlin: „Weil es in den Reihen der Politiker mehr
B. 60 Prozent Witwenrente (dieser Satz gilt für Männer als Frauen gibt. Und weil es sich dabei
Ehen, die vor 2002 geschlossen wurden, inzwi- überwiegend um eine Generation von Männern
schen liegt er bei 55 Prozent). Das macht 970 handelt, deren Frauen nicht oder nur geringfügig
Euro monatlich und lebenslang. Wenn Inge B. erwerbstätig sind.“
noch 25 Jahre bis zu ihrem Tod bleiben, sum- Täuschen Sie sich nicht. Wie oft sagen mir in
miert sich das immerhin auf 291.000 Euro. Und meinen Beratungen gerade auch jüngere Frau-
das, obwohl sie selbst kaum etwas in die gesetz- en: „Mein Mann will nicht, dass ich berufstätig
liche Rentenversicherung eingezahlt hat. Aus ih- bin, weil sich das nicht rechnet.“ Ja, natürlich
rem Minijob bekommt Inge B. außerdem noch rechnet sich das nicht, bei derart großzügiger
eine eigene Minirente von 96 Euro im Monat. Subventionierung!
Dafür hat sie ebenfalls nichts eingezahlt, son- Der haarsträubende Widerspruch: Das geltende
dern ausschließlich ihr Arbeitgeber hat Beiträge Steuer- und Sozialrecht belohnt den Ausstieg
entrichtet. Übrigens: Eigene Einkünfte der Ehe- aus dem Beruf. Dabei sind Frauen heute so gut
frau werden bei der Witwenrente gegengerech- ausgebildet wie nie zuvor. Die dringend benötig-
net - aber nur dann, wenn der Freibetrag von ten Fachkräfte - sie sitzen vielfach zu Hause! Ich
718 Euro überschritten ist. Und das ist bei Inge halte das für eine Vergeudung wertvoller Res-
B. nicht der Fall. sourcen und für einen volkswirtschaftlichen Un-
Besonders drastisch wird das Beispiel, wenn ich sinn ohnegleichen. Höchste Zeit also, nicht mehr
Inge B. mit einer kaufmännischen Angestellten zeitgemäße Subventionen zu streichen und das
vergleiche, die 45 Jahre lang im Beruf war. Be- Geld dort zu investieren, wo es dringend be-
zieht diese Frau zum Beispiel ein monatliches nötigt wird: in Kinderbetreuungsmöglichkeiten,
Bruttogehalt von 2.018 Euro und geht mit 63 in in Ganztagsschulen und in Bildung ganz allge-
Rente, kommt sie gerade mal auf eine Rente von mein.
839 Euro. Dafür hat sie (mit dem Arbeitgeberan- In anderen Ländern sind Ehegattensplitting,
teil) insgesamt 216.854 Euro in die gesetzliche beitragsfreie Mitversicherung und Witwenren-
Rentenversicherung eingezahlt - ein nicht uner- te längst abgeschafft - wenn es sie überhaupt
heblicher Beitrag zum Auffüllen jener Kasse, aus je gegeben hat. Dort gilt fast durchgängig das
der die Hausfrauen-Ehe subventioniert wird. Prinzip der individuellen Besteuerung und der
Noch mal zum Mitrechnen: In unserem Beispiel gerechten Beitragsbemessung. Solange sich in
werden insgesamt mehr als eine halbe Million Deutschland bei diesem Thema nichts entschei-
Euro von den Sozialversicherungen und vom dend ändert, bleiben alle Anstrengungen zur
Staat, also von uns Beitrags- und Steuerzahlern, Frauenförderung und Geschlechtergleichheit
in das Modell Zuverdiener-Ehe investiert - selbst nichts weiter als ärgerliche Lippenbekenntnisse.
wenn keine Kinder zu versorgen sind. Also in
rund 40 Prozent aller Fälle ... www.brigitte.de

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Leseverstehen

6. Was würde passieren, wenn Inge B. monatlich mehr als 718 Euro an
eigenem Einkommen hätte?
a. Sie bekäme keine Witwenrente.
b. Ihre Witwenrente würde gekürzt.
c. Sie würde ihre Minirente verlieren.
d. Nichts, weil der Freibetrag nicht überschritten ist.

7. Warum ist der Vergleich mit der kaufmännischen Angestellten besonders


krass?
a. Die Angestellte bekommt weniger Rente, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet und
erheblich mehr eingezahlt hat.
b. Die Angestellte bekommt nur etwa halb so viel Rente wie der Ehemann von Inge B.
c. Die Angestellte kann keine Witwenrente bekommen.
d. Die Rente der Angestellten ist im Verhältnis zum Bruttolohn sehr gering.

8. Das Ehegattensplitting ist immer noch nicht abgeschafft, weil


a. die Politiker selbst in ihrem Privatleben davon profitieren.
b. Frauen in der Politik nichts zu sagen haben.
c. es viele Frauen gibt, die nicht arbeiten wollen.
d. auch jüngere Frauen sich gerne subventionieren lassen.

9. Die Autorin fordert,


a. durch eine Änderung des Steuer- und Sozialrechts den Ausstieg aus dem Beruf zu
verhindern.
b. mehr Fachkräfte auszubilden.
c. alle Subventionen abzuschaffen.
d. das eingesparte Geld in Kinderbetreuung und Bildung fließen zu lassen.

10. Welche Folgen hat ein Beibehalten des Ehegattensplittings nach Ansicht
der Autorin?
a. Die Ungerechtigkeiten einer individuellen Besteuerung bleiben bestehen.
b. Man kann den Witwen keine Renten mehr zahlen.
c. Die Frauen werden sich weiterhin über diese Ungerechtigkeit ärgern.
d. Die Gleichberechtigung der Frauen ist unter diesen Umständen nicht zu realisieren.

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Leseverstehen

A u fga b e 2 Dauer 15 Minuten

Sieben der folgenden Aussagen entsprechen dem Inhalt des Artikels „Familie“. Ordnen Sie die Aussagen den jeweili-
gen Textabschnitten (11-16) zu. Eine Aussage ist bereits als Beispiel markiert und zugeordnet. Zwei Aussagen passen
nicht.

Beispiel

0 Es gibt in der Familie immer wieder Gelegenheiten für gemeinsame Unternehmungen,


sei es zu festlichen Anlässen wie Ostern oder auch bei alltäglichen Tätigkeiten.

Aussagen

A Innerhalb von 150 Jahren hat sich die Geburtenrate dramatisch nach unten bewegt.

B Wer sich für Kinder entscheidet, nimmt die Gefahr der Verarmung in Kauf.

C Der Wunsch der meisten Männer nach Freiheit und Individualität ist
heutzutage ein Grund, warum viele Ehen scheitern.

D Laut einer Umfrage haben Familie und Freunde einen sehr hohen Stellenwert für Kinder.

E Die Mutter- und Vaterschaft sowie die damit verbundenen Verpflichtungen stehen
im Konflikt zur Entfaltung der Individualität.

F Viele Firmen stellen keine Väter oder Mütter ein, weil diese zu unflexibel sind und
keine Bereitschaft zu Mobilität zeigen.

G Der Unterschied zwischen Freund und Familie liegt darin, dass man eine
Freundschaft auflösen kann, während die Familie für immer besteht.

H Glückliche Familien sind einander recht ähnlich, wohingegen unglückliche Familien


keine vergleichbaren Merkmale aufweisen.

11: _______ 12: _______ 13: _______ 14: _______ 15: _______ 16: _______

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Leseverstehen

Familie
Familie ist ein ganz eigenes Universum. Zuerst einmal rund 140 Jahren, eine Frau hierzulande durchschnitt-
ist sie ein sozialer Raum. Ist dieser einigermaßen intakt, lich 4,7 Kindern das Leben schenkte, wird die ganze
kann jeder in ihr, ob Kind oder Erwachsener, sich ange- Dramatik dieser Entwicklung deutlich. Wovon ein gro-
messen entwickeln und wachsen. Kann Geborgenheit, ßer Teil in den vergangenen 40 Jahren stattgefunden
Vertrauen, Nähe und Intimität erfahren. Für Kinder ist hat: Zwischen 1964 und 2006 hat sich die Zahl der Ge-
burten in Deutschland nahezu halbiert. Auch wenn in
dies elementar, um Kompetenzen zu entwickeln und
Berlin, entgegen dem Bundestrend, inzwischen wieder
Handlungspotenzial zu erwerben, welches sie zur Teil-
mehr Kinder geboren werden, gibt es hier doch auch am
nahme am gesellschaftlichen Leben befähigt. Neben meisten Kinderlose.
der auch materiellen Fürsorge der Eltern für ihre Kinder
spielt die Vermittlung von Werten eine wichtige Rolle. 14 Oft wird die geringe Geburtenrate vor allem in
gebildeten Schichten den Frauen angelastet: Ihr Stre-
Beispiel ben nach Selbstverwirklichung im Beruf geschehe
auf Kosten von Mutterschaft. Tatsächlich aber scheint
0 Es gibt in der Familie immer wieder Gelegenheiten es mehr und mehr junge Männer zu geben, die unter
für gemeinsame Unternehmungen, sei es zu festlichen Bindungsängsten leiden und sich scheuen, die lebens-
Anlässen wie Ostern oder auch bei alltäglichen Tätig- lange Verpflichtung, die mit Vaterschaft einhergeht, zu
keiten. akzeptieren. Das alles sind Folgen der Individualisie-
rungstendenzen: Das Streben nach Glück und Freiheit,
Nicht nur zu Ostern pflegen die meisten Familien die in dem die Fürsorge für eine Familie als Beschränkung
üblichen oder ganz eigene Rituale. Und ihr Wert – nicht der eigenen Individualität wahrgenommen wird, kolli-
nur für Kinder – ist keineswegs zu unterschätzen. Das diert mit der lebenslangen Verantwortung, die Familie
gemeinsame Abendessen, das Vorlesen vor dem Zu- mit sich bringt. Wie sehr die Menschen mit diesem Di-
bettgehen, auch der Flohmarktbummel Sonntag nach- lemma zu kämpfen haben, lässt sich auch an den ho-
mittags vermitteln Halt. Diese immer wiederkehrenden hen Scheidungsraten ablesen. Mittlerweile wird jede
Handlungen geben Orientierung und Struktur, was ge- dritte Ehe vor Gericht beendet.
rade in Krisenzeiten stabilisierend wirkt.
15 Aber auch äußere Faktoren wie Existenzsorgen
11 Wer Kinder fragt, was ihnen am wichtigsten ist, und Arbeitslosigkeit können das Gelingen von Familie
wird in den allermeisten Fällen die Antwort bekommen: bedrohen. Kinder sind nachgewiesenermaßen ein Ar-
Familie und Freunde. Sie haben eine größere Bedeu- mutsrisiko. Auch die mittlerweile von vielen Firmen vor-
tung als Geld und Besitz. So sagt es jedenfalls eine von ausgesetzte Bereitschaft zu grenzenloser Mobilität lässt
Unicef und der Zeitschrift „Geolino“ vorgestellte Studie. viele Menschen ratlos zurück. Denn wo Partner und
Für die Sechs- bis 14-Jährigen seien Freundschaft, Ge- Kinder sind, ist es eben nicht so einfach, alle Jahre um-
borgenheit und Ehrlichkeit die wichtigsten Werte. Für zuziehen und Schule und Freunde hinter sich zu lassen.
die älteren stehen Freunde und Familie an erster Stelle.
Dieses Bild kann allerdings nicht darüber hinwegtäu- 16 Blut ist dicker als Wasser. Sagen die einen. Ver-
schen, dass auch durch den demografischen Wandel wandtschaft kann man sich nicht aussuchen, Freunde
immer mehr Menschen in Singlehaushalten leben, also schon, sagen die anderen. Christian Lindner, 31 Jahre
ohne familiären Kompass durch den Alltag navigieren. alt und Generalsekretär der FDP, sagt: „Familie sind für
Sie suchen sich deshalb häufig eine Ersatzfamilie, in mich (...) all die Leute, wo ich ungefragt an den Kühl-
der sie Anerkennung finden. Das kann ein Verein, eine schrank gehen kann.“ Manche sagen auch: „Meine Mut-
politische Gruppierung, eine religiöse oder spirituelle ter ist meine beste Freundin.“ Darin zeigt sich zwar, wie
Gemeinschaft sein. Gerade in Krisen und wirtschaftlich sehr sich heute das Eltern-Kind-Verhältnis zu einer eher
schwierigen Zeiten betonen die Menschen den Wert der partnerschaftlichen, von gegenseitigem Respekt getra-
Familie. genen Beziehung entwickelt hat. Die Generationenkon-
flikte haben sich entschärft, aus großen Rebellionen
12 Leo Tolstois Gesellschaftsroman Anna Karenina sind kleine geworden. Wenn die Eltern selber Popmu-
beginnt mit dem Satz: „Alle glücklichen Familien glei- sik hören oder abends ausgehen, bleibt für die Kinder
chen einander; jede unglückliche Familie jedoch ist auf nur noch wenig, wogegen sie sich auflehnen können.
ihre besondere Weise unglücklich.“ Während für das Gleichwohl: Auch wenn sich die wenigsten Eltern mit
Zustandekommen einer Sache immer mehrere Fakto- Sie anreden lassen – es bleibt ein Abhängigkeitsverhält-
ren stimmig sein müssen, reicht ein einziger Faktor, um nis. Das ist bei Freunden nicht so. Wenn sie Fürsorge,
ihr Misslingen zu besiegeln. Respekt und Liebe vermissen lassen oder Vertrauen
missbrauchen, kann man sich von ihnen trennen. Aber
13 Auf lange Sicht ist die Familie von der sinkenden das Kind seiner Eltern und Eltern seiner Kinder bleibt
Geburtenrate bedroht. Diese liegt derzeit statistisch man ein Leben lang.
gesehen bei 1,4 Kindern je Frau. Vergegenwärtigt man
sich, dass mit Beginn der Industrialisierung, also vor www.tagesspiegel.de

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Leseverstehen
A u fga b e 3 Dauer 25 Minuten

Lesen Sie die folgende Reportage, aus der Textabschnitte entfernt wurden. Setzen Sie die Abschnitte in den Text ein
(17-22). Ein Textabschnitt passt nicht. Ein Abschnitt ist bereits als Beispiel eingefügt.

Die Chefinnen haupten und Macht zu übernehmen, dafür fehlt es den meis-
ten Frauen offensichtlich nicht nur an der nötigen Entschlos-
In familiengeführten Unternehmen lässt sich seit einiger Zeit
senheit, sondern auch an Mut. Warum sonst schaffen sie es
ein deutlicher Mentalitätswandel beobachten. Eine Umfrage
trotz ihrer hervorragenden Kenntnisse - wenn überhaupt - nur
der Intes-Akademie für Familienunternehmen unter 253 Fami-
bis in die mittlere Führungsebene und akzeptieren schlech-
lienunternehmen im deutschsprachigen Raum hat gerade erst
tere Konditionen als die Männer? Jedenfalls verwundert es
ergeben, dass Anfang 2010 bereits 25 Prozent der Firmen in
unter diesen Gesichtspunkten wohl niemanden mehr, dass
Familienbesitz von einer Frau geleitet wurden – Tendenz stei-
mit zunehmender Unternehmensgröße und Verantwortung in
gend. Thronfolge ade, willkommen Töchter und Enkelinnen!
der Position auch der Anteil an weiblichen Bewerbungen ab-
nimmt, wie Claudia Wacker, Diplom-Psychologin beim Stutt-
Beispiel: Textabschnitt 0
garter Consultingunternehmen Dr. Heimeier & Partner, seit
Dass das mitunter eine sehr gute Entscheidung sein kann,
Jahren feststellt.
haben Frauen wie die Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn, die
Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller oder die Henkel-
20: Textabschnitt
Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah erfolgreich vorge-
macht. Alle drei stehen heute an der Spitze von Milliarden-
Dass das funktioniert, zeigt das Beispiel des Ludwigshafener
Konzernen, weil ihnen diese Führungsposition einst von einem
Chemieriesen BASF, der als anerkanntes familienfreundliches
männlichen Verwandten oder einem entsprechenden Gremi-
Unternehmen gilt – bestätigt durch ein Zertifikat der Hertie-
um zugetraut wurde. Dass sie ihren Geschlechtsgenossinnen
Stiftung für Beruf und Familie. In den werksnahen Kinderta-
damit gleichzeitig den Einstieg in ihr Unternehmen erleichtert
gesstätten können 70 Kinder im Alter von sechs Monaten bis
haben, zeigt sich an dem mit 29 Prozent überdurchschnittlich
drei Jahren durchgehend von 7 bis 18 Uhr betreut werden.
hohen Frauenanteil auch in niedrigeren Positionen der familiär
Und auch für Kinder bis zum Ende des vierten Grundschuljah-
geführten Unternehmen.
res bietet BASF verschiedene Betreuungsmöglichkeiten an.
Kinderferienprogramme und flexible Arbeitszeitmodelle run-
Es braucht also ganz offensichtlich eine Vorreiterin, ehe man
den die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ab.
anderen Frauen die Chance gibt, ihr Potenzial unter Beweis
zu stellen. Eine Garantie oder einen Verwandtschaftsbonus
21: Textabschnitt
gibt es laut der Intes-Umfrage in den Familienunternehmen
aber nicht. Lediglich 17 Prozent der Befragten würden allen-
Sicherlich auch ein Grund dafür, dass der Anteil der Frauen in
falls Frauen aus der eigenen Familie bevorzugen. Und mit zu-
den oberen Führungspositionen innerhalb der eigenen Kon-
nehmender Firmengröße sinkt auch bei den familiengeführten
zerngruppe in den letzten zehn Jahren von 1,6 auf 7,6 Prozent
Unternehmen der Anteil der Frauen in den Spitzenpositionen
gesteigert werden konnte. Er liegt damit bereits 1,1 Prozent
wieder.
über dem Durchschnittswert des von der FidAR* ermittelten
Women-on-Board-Index. „Es ist schön zu sehen, dass immer
17: Textabschnitt
mehr Frauen den Mut haben, sich auch auf Top-Positionen zu
bewerben. Es bedeutet aber nicht in jedem Fall, dass sie auch
Die Publizistin und Unternehmensberaterin Gertrud Höhler
die nötige Eignung für den angestrebten Job mitbringen“, er-
kennt sowohl den Hochschulbetrieb als auch die Wirtschaft
klärt Personalberaterin Claudia Wacker.
und sieht einen entscheidenden Grund für unsere derzeit ver-
gleichsweise noch schlechte Frauenquote tatsächlich darin,
22: Textabschnitt
dass „die Forderung der Frauen nach mehr Führungspositio-
nen für sie immer noch verbunden ist mit der Erwartung an die
Ganz ohne Quotendruck – weder hausgemacht, noch extern
Männer, ihnen die Tür aufzuhalten.“
– hat es im Gegensatz dazu die SAP AG geschafft. Der Frau-
enanteil im Unternehmen liegt hier derzeit bei 29 Prozent, da-
18: Textabschnitt
von gehören 17,8 Prozent dem oberen Management an. Der
Softwareentwickler zählt damit zu den weltweit führenden
Aber eine Frau, die ständig nur damit beschäftigt sei, ihr Ver-
Unternehmen im IT-Bereich, was die Gleichstellung von Män-
liererimage aufzupolieren, könne auch nicht erwarten, dass
nern und Frauen angeht. Gestützt wird die intensive Frauen-
der Mann auf einmal ankommt und sagt: Bitte, ich habe mei-
förderung durch zahlreiche, zum Teil preisgekrönte Seminare
nen Stuhl für dich geräumt. Männer wollen naturgegeben als
und Initiativen. „Untersuchungen zeigen, dass mehr Frauen in
Sieger vom Platz gehen, während sich Frauen oftmals schon
Führungspositionen und generell in Unternehmen sich positiv
damit zufrieden geben, überhaupt mitspielen zu dürfen – viel-
auf den Unternehmenserfolg auswirken“, begründet Personal-
leicht auch aus der Angst heraus, am Ende nicht wie Andrea
chefin Angelika Dammann die firmeninterne Strategie. Sie ist
Nahles auf einmal als „Königsmörderin“ dazustehen.
übrigens die erste Frau in der Unternehmensgeschichte von
SAP, die in den Vorstand berufen wurde. Von einer festen
19: Textabschnitt
Quote hält die 50-jährige jedoch nichts.
www.rnz.de/rnzMagazin
Sich wirklich durchzubeißen, gegenüber den Männern zu be-
*FidAR: Frauen in die Aufsichtsräte e. V.
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Einheit 6

Leseverstehen

0 wenige Frauen in den Spitzenpositionen gibt, ist das man-


Dass das mitunter eine sehr gute Entscheidung sein kann, gelhafte Netz an Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Sobald
haben Frauen wie die Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn, es um die Familienplanung geht, steht die Frau wieder vor
die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller oder die der Entscheidung: Kind oder Karriere? Denn eine Voll-
Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah erfolgreich zeitbeschäftigung bedeutet immer noch mindestens acht
vorgemacht. Alle drei stehen heute an der Spitze von Milli- Stunden Abwesenheit von zu Hause, auch wenn es inzwi-
arden-Konzernen, weil ihnen diese Führungsposition einst schen Kitas mit Öffnungszeiten von 7.30 bis 20 Uhr gibt,
von einem männlichen Verwandten oder einem entspre- und Männer, die vorübergehend den Hausmann geben
chenden Gremium zugetraut wurde. Dass sie ihren Ge- und die Kinderbetreuung übernehmen.
schlechtsgenossinnen damit gleichzeitig den Einstieg in
ihr Unternehmen erleichtert haben, zeigt sich an dem mit E
29 Prozent überdurchschnittlich hohen Frauenanteil auch Der Ausstieg aus Erwerbslosigkeit und bessere Ver-
in niedrigeren Positionen der familiär geführten Unterneh- dienstmöglichkeiten sind wichtige persönliche Anreize für
men. Arbeitsmigration, die in der deutschen Debatte über den
Fachkräftemangel im Blickpunkt steht. Schon vor dem 1.
A Mai 2011 wurden den Bürgerinnen und Bürgern der EU-8
Was die Frauen im Unternehmen, insbesondere in den schrittweise Zugangswege zum deutschen Arbeitsmarkt
Top-Positionen, betrifft, vertritt BASF die wohl vernünf- eröffnet. Im Jahr 2010 wohnten und arbeiteten bereits
tigste aller Beschäftigungsphilosophien: Die Qualifikation rund 425 000 Staatsbürger der EU-8-Länder in Deutsch-
eines Mitarbeiters muss auf die zu besetzende Stelle pas- land. Fast drei Viertel davon (315 000) kamen aus Polen.
sen, nicht das Geschlecht. Von Quoten, welcher Art auch Die polnischen Nachbarn stellen damit nach den Italienern
immer, hält man bei BASF nichts. Dafür aber von gleicher (rund 365 000) bereits heute die zweitgrößte Gruppe unter
Bezahlung – eine Ausnahme, denn viele Arbeitgeber zah- den in Deutschland wohnenden Erwerbstätigen mit EU-
len ihren weiblichen Beschäftigten immer noch bis zu 23 Staatsbürgerschaft.
Prozent weniger Lohn als den männlichen, wie das Statis-
tische Bundesamt anlässlich des „Equal Pay Day“ mitteilte. F
Die Generalsekretärin der SPD hatte 2005 mit ihrer ersten
B Kandidatur für dieses Amt den damaligen Parteivorsitzen-
In ihren Augen warten die Frauen viel zu lange darauf, den Franz Müntefering dazu veranlasst, von seiner eige-
dass ihnen endlich ein Platz in der obersten Etage ange- nen Kandidatur zurückzutreten. Ihren angestrebten Vorsitz
boten wird, anstatt selbst die Initiative zu ergreifen und zu in der Bundestagsfraktion ihrer Partei konnte sie danach
sagen: Hey, hier bin ich, und jetzt hole ich mir, was ich will. aber erst einmal vergessen. Eine Sozialdemokratin greift
„Handeln statt behandelt zu werden“ lautet ihre Devise. nun mal keine Männer an, sie konkurriert höchstens mit
Aber auch geschlechtsspezifische Unterschiede spielen ihren Parteigenossinnen um die für sie mit 40 Prozent quo-
ihrer Meinung nach eine Rolle: „Frauen wollen entdeckt tenmäßig vorgesehenen Plätze.
werden, wollen, dass man merkt, wie gut sie sind und sie
dann entsprechend befördert.“ G
Aber wer hindert nun die Frauen auf ihrem Weg nach ganz
C oben? Die Männer, die im Grunde genommen gar keine
Diese Erfahrung hat auch die Deutsche Telekom machen weiblichen Mitspieler dulden und daher maximal ein ver-
müssen – ausgerechnet das Unternehmen, das sich als meintliches Interesse an Frauenförderung im eigenen Un-
erstes unter den DAX-30-Konzernen eine verbindliche ternehmen haben? Oder stehen sich die Frauen am Ende
Frauenquote auf die Fahne geschrieben hatte. 30 Prozent selbst im Weg, wenn es darum geht, im Beruf so richtig
der Führungspositionen wolle man bis 2015 mit Frauen durchzustarten? An einer mangelnden Bildung kann es
besetzen, teilte Telekomchef René Obermann erst im ver- jedenfalls nicht liegen, haben die Frauen doch mit einer
gangenen Jahr mit. Unmittelbar darauf berief man in Bonn Quote von 51,6 Prozent immerhin bei den erfolgreichen
die inzwischen 37-jährige Anastassia Lauterbach zur Pro- Hochschulabschlüssen die Nase vorn. Wie das Bundes-
dukt- und Innovationschefin. Neun Monate später trennte ministerium für Bildung und Forschung Ende Februar be-
sich der Konzern der Öffentlichkeit gegenüber kommentar- kannt gab, werden aktuell 18,2 Prozent aller Professuren
los wieder von seiner ersten Quotenfrau. in Deutschland mit Frauen besetzt. 2005 waren es noch
rund 14 Prozent. Von den 2009 erfolgreich abgeschlosse-
D nen Doktorarbeiten stammten 44 Prozent aus der Feder
Der entscheidende Punkt aber, warum es trotz diverser einer Frau, fünf Jahre zuvor waren es noch knapp 39 Pro-
Selbstverpflichtungen der Unternehmen nach wie vor so zent.

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Leseverstehen
A u fga b e 4 Dauer 10 Minuten

Sie interessieren sich für ein Studium. Verschaffen Sie sich schnell einen Überblick über die vier Angebote. Zu welcher
Anzeige (A, B, C, D) passen die Aussagen (23-30)? Auf eine Anzeige können mehrere Aussagen zutreffen, aber es gibt
nur eine richtige Lösung für jede Aussage.

Beispiel
B
0 ____________ Sie suchen einen einsemestrigen Studienaufenthalt in einem europäischen
Land.

23 ____________ Zu Ihrer Beförderung im Betrieb wird zusätzliches Wissen vorausgesetzt.

24 ____________ Sie studieren Informatik und wünschen sich, zwei Semester an einer ameri-
kanischen Universität zu absolvieren.

25 ____________ Bei den Studiengängen gibt es keine starren Regelstudienzeiten.

26 ____________ Man kann das Studium nebenberuflich mit Hilfe von Unterrichtsbriefen und
ohne Besuch von Vorlesungen absolvieren.

27 ____________ Studienangebote nach dem Abitur werden vorgestellt.

28 ____________ Eine private Fachschule informiert über ihre Angebote und Leistungen.

29 ____________ Studenten werden über die Möglichkeiten informiert, einen Teil ihres Studi-
ums im Ausland zu absolvieren.

30 ____________ Ihr Sohn will sich über seine Möglichkeiten für ein Studium beraten lassen.

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Leseverstehen
Text A

Ihr Fernstudium
bei der Hamburger Akademie - ge- sich aus, denn Arbeitgeber wissen Die Zeitreserve der Hamburger
nau richtig für Ihren Erfolg! Ihr Engagement sehr zu schätzen. Akademie
Ein Fernstudium bei der Hamburger Sie schaffen mit Ihrem Fernstudium Nehmen Sie sich Zeit: Nicht für jeden
Akademie bringt Sie weiter! Eine mo- die besten Voraussetzungen für Ihren ist die Regelstudiendauer die richtige,
derne Form der Weiterbildung, ein beruflichen Aufstieg und persönliche denn schließlich sind die Lebensum-
zuverlässiger und erfahrener Partner Anerkennung. stände individuell ganz verschieden.
wie die Hamburger Akademie - beste Während der eine besonders schnell
Voraussetzungen, um etwas für Ihre fertig werden möchte, hat der andere
erfolgreiche Zukunft zu tun. Unabhängig und flexibel bleiben sehr wenig Zeit zum Lernen zur Ver-
Wann ist Studienbeginn? Wo lerne fügung und braucht entsprechend
ich? Nirgends sind Sie so frei in Ihrer länger.
Ideal für berufstätige Erwachsene Entscheidung wie beim Fernstudium. Die Hamburger Akademie kommt
Das gesamte Studienmaterial ist auf Wenn Sie heute Ihre Anmeldung ab- Ihnen bei Ihrer Zeitplanung entge-
die besonderen Voraussetzungen senden, bekommen Sie Ihre Studien- gen. Wenn Sie mehr Zeit brauchen,
erwachsener Lerner zugeschnitten. unterlagen schon in wenigen Tagen bekommen Sie sie: Bei Bedarf ver-
Und: ein Fernstudium ist berufsbe- zugesandt und Ihr Fernstudium be- längern wir gern Ihre Studiendauer
gleitend möglich. Die Lehrgänge der ginnt. Lernen Sie, wo immer Sie wol- um 50 % (mindestens um 6 Monate),
Hamburger Akademie sind so kon- len und wann immer es Ihnen passt. ohne dass Sie zusätzliche Studien-
zipiert, dass Sie das Pensum in Ihrer Zeitlich flexibel, ohne lästige Fahrten gebühren zahlen müssen. Mit dieser
Freizeit schaffen können. und Fahrtkosten – das Fernstudium Zeitreserve kommen Sie entspannt
So bleibt Ihr Einkommen Ihnen wäh- richtet sich nach Ihnen und spart zum Abschluss.
rend Ihrer Weiterbildung erhalten – Ihnen damit Zeit und Geld auf dem
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Text B

Studieren im Ausland
Wie geht es am einfachsten? sen Wunschziel in den Kooperati- Gibt es Finanzierungshilfen?
An den meisten Hochschulen gibt onen nicht vertreten ist oder wer BAföG-Berechtigte beantragen
es das sogenannte Erasmus- über die Grenzen Europas hinaus Auslands-BAföG. Aber auch für
Programm. Dabei handelt es will, der muss seinen Auslands- Studierende, die in Deutschland
sich um ein EU-Progamm, mit aufenthalt in Eigeninitiative orga- leer ausgehen, steigen durch die
dem Teilnehmer relativ einfach nisieren. höheren Kosten im Ausland die
- da durchorganisiert - an einer Wo finde ich Hilfe an den Hoch- Chancen auf eine staatliche Un-
anderen Hochschule in Europa schulen? terstützung. Ein Stipendium für
ein oder zwei Auslandssemester Wer sich für ein Erasmus-Pro- ein Auslandsstudium ist ebenfalls
absolvieren können. Es gibt di- gramm interessiert, bringt am denkbar. Das umfangreichste
verse Vergünstigungen: Neben besten den Erasmus-Koordinator deutsche Stipendienprogramm ist
erleichterten Zulassungsbedin- an seiner Hochschule in Erfah- das des DAAD. Allerdings können
gungen, dem Erlass der Studien- rung. Oft haben auch Professo- sich nur fortgeschrittene Studen-
gebühren und organisatorischen ren gute Kontakte zu ausländi- ten oder, je nach Herkunftsland
Hilfestellungen existiert auch ein schen Hochschulen, die sie gerne und Fachrichtung, nur Graduierte
finanzieller Zuschuss (ca. 50 bis weitergeben. Die Akademischen um ein DAAD-Stipendium bewer-
200 EUR im Monat). Welche Ko- Auslandsämter stehen ebenfalls ben.
operationen angeboten werden für alle Fragen ein Auslandsstu-
und wie viele Studenten “ausge- dium betreffend zur Verfügung. www.studieren.de/checkliste-
tauscht” werden können, ist von Informelle Informationsquellen auslandsstudium.0.html
Hochschule zu Hochschule un- sind Mitstudenten und höhere
terschiedlich. Semester. Außerdem kann es
Wer keinen der begehrten Eras- sich auch lohnen, der Fachschaft
musplätze ergattern konnte, wes- einen Besuch abzustatten.

117
Wegbereiter 3 C2

Leseverstehen
Text C

FH KREMS University of Applied Sciences


Die IMC Fachhochschule Krems hat sich innerhalb Unsere Vision
kürzester Zeit zu einer international renommierten Unsere Vision ist es, als international anerkannte
Hochschule mit über 1.800 Studierenden aus aller Hochschule in unseren Kernbereichen innovative
Welt entwickelt. Wir verbinden Wissenschaft und Lösungen zu entwickeln.
Wirtschaft symbiotisch zu besten nationalen und
internationalen Berufschancen für Absolventinnen Unsere Mission
und Absolventen. Wir sind eine österreichische Fachhochschule mit
IMC bedeutet “Internationales Management Center” internationaler Ausrichtung. Wir bieten bedarfsori-
und war der Firmenname der Trägergesellschaft entierte, berufspraktische Ausbildung, die sich an
der FH Krems von 1994 bis 2002. internationalen hochschulischen Standards orien-
tiert. Dadurch qualifizieren wir unsere Studierenden
Wir bieten Bachelor und Master Studiengänge in für die Übernahme verantwortungsvoller Tätigkeiten
den folgenden Bereichen an: in Wirtschaft und Gesellschaft. Wir binden unsere
• Wirtschaftswissenschaften (School of Business) AbsolventInnen und PartnerInnen kontinuierlich in
• Gesundheitswissenschaften (School of Health) die Weiterentwicklung der Hochschule ein und tra-
• Life Sciences (School of Life Sciences) gen damit gemeinsam zur stetigen Qualitätssteige-
rung in Lehre und Forschung bei.
Unsere berufsfeldorientierte Hochschulausbildung
zeichnet sich aus durch:
Unsere Werte
• Qualitätsorientierte Lehre (ISO 9002, internatio-
Wir sind ein lernendes Team. Wichtig sind uns:
nale Akkreditierungen)
• Fairness
• Internationalität und Praxisorientierung
• Engagement
• Internationale Studienmöglichkeiten (studieren
• Gegenseitiges Vertrauen
an einer Partneruniversität)
• Verantwortungsbewusstsein
• Weltweite Berufspraktika und Forschungsse-
• Offenheit gegenüber Diversität
mester (Partnerunternehmen in über 80 Län-
• Individuelle Förderung
dern)
• Beste Berufseinstiegs- und Karrieremöglich-
www.fh-krems.ac.at
keiten

Text D

Tag der offenen Tür


Die JGU lädt alle Schüler/innen der gymnasialen Oberstufe und weitere Studienin-
teressierte ein, am Tag der offenen Tür ihr Studienangebot kennen zu lernen. Am 3.
Februar präsentieren sich alle Fächer zwischen 9:00 und 16:00 Uhr. Eine Anmeldung
ist für Einzelpersonen nicht erforderlich!

• Programmüberblick • Informations- und Beratungszentrum


• Vorstellung aller Studienfächer mit Infoständen rund ums Studium
• Besondere Informationsveranstaltun- • Sport und Fun - Interaktive Präsentati-
gen der Fachbereiche, z.B. Instituts- on des Instituts für Sportwissenschaft
führungen, Vorträge über aktuelle • Popkonzert mit Studierenden der Hoch-
Forschungsprojekte schule für Musik
• Persönliche Beratung durch Lehrende
• Infoveranstaltungen von Studierenden
• Besuch regulärer Lehrveranstaltungen
• Möglichkeiten des Auslandsstudiums
• Erwerb von Zusatzqualifikationen wie www.uni-mainz.de
Fremdsprachen, EDV-Kenntnisse

118
Einheit 6

Hörverstehen
A u fga b e 1 Dauer ca. 12 Minuten

Sie hören fünf Ausschnitte aus Radiosendungen zu verschiedenen Themen. Zu jedem Ausschnitt gibt es
drei Aufgaben. Entscheiden Sie, ob die Aussagen mit dem Textinhalt übereinstimmen oder nicht.
Kreuzen Sie an. Sie hören die Texte einmal.

Sie hören einen Teil einer Sendung aus dem Lokalradio. Hier geht es um
das Thema Mobilität und öffentliche Verkehrsmittel.

Beispiel Ja Nein
0. Autos sind heutzutage schnell, kostengünstig, bequem und umweltfreundlich.

1. Mit der Wahl des Autos will man sich u.a. Ansehen verschaffen.

2. Im Alltag braucht man Freiheit und Unabhängigkeit.

3. Die Werbung der Essener Verkehrsbetriebe für Umweltfreundlichkeit hat die


Fahrgastzahlen fast verdoppelt.

Sie hören einen Ausschnitt aus einer Radiosendung zum Thema Privatschulen.

4. Die Eltern vermissen in staatlichen Schulen Disziplin und individuelle Förderung.

5. Migrantenkinder besuchen keine Privatschulen.

6. Schüler aus privaten Schulen haben keine sozialen Probleme.

Sie hören einen Radiobericht zum Thema Schule.

7. Die Buben interessieren sich sehr für das Fach Deutsch.

8. Im Gegensatz zu den Buben ist Mathematik bei den Mädchen wenig beliebt.

9. Am wenigsten reizt Mädchen und Jungen das Fach Religion.

119
Wegbereiter 3 C2

Hörverstehen

Sie hören einen Ausschnitt aus einer Radiosendung, die sich mit Fragen
des Verbraucherschutzes beschäftigt.
Ja Nein
10. Die Nichterfüllung der Zusicherungen des Reiseveranstalters stellt einen Grund
zur Reklamation dar.

11. Mängel am Urlaubsort müssen sofort gemeldet werden.

12. Die Verbraucherzentrale steht den Reisenden bei ihren Ansprüchen gegenüber den
Reiseveranstaltern bei.

Sie hören einen Ausschnitt aus einer populärwissenschaftlichen


Sendung im Radio.

13. Das Spielen mit Hunden erweckt in einem das Gefühl der Liebe und Treue.

14. Kunde sind für Kinder die besten Spielkameraden.

15. In Scheidungskrisen können Hunde den Kindern die aufgrund der Umstände vermisste
Liebe und Sicherheit bieten.

120
Einheit 6

Hörverstehen
A u fga b e 2 Dauer ca. 5 Minuten

Mia und Werner, zwei Lehrerkollegen am Gymnasium, unterhalten sich über ihren Beruf und die Probleme an den Gym-
nasien.
Entscheiden Sie, ob die Meinungsäußerung nur von einem Sprecher stammt oder ob beide Sprecher in ihrer Meinung
übereinstimmen.
Es gibt nur eine richtige Lösung. Sie hören das Gespräch einmal.

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Beispiel
0. Es ist erstaunlich, dass jemand seinen Beruf nach so vielen
Jahren noch liebt.

16. Manchmal wird die Belastung zu groß.

17. Die Praktika in der jetzigen Form sind nicht ausreichend.

18. Die Politiker haben bei der Einführung des G8-Abiturs ihre wahre
Zielsetzung verschwiegen.

19. Die Eltern sind dafür verantwortlich, dass auch ungeeignete Schüler
aufs Gymnasium kommen.

20. Früher waren die Schüler fleißiger und hatten mehr Disziplin.

121
Wegbereiter 3 C2

Hörverstehen
A u fga b e 3 Dauer ca. 18 Minuten

Sie hören ein Interview mit der Verbraucherministerin Renate Künast über die Agrarwende, grüne Gentechnik
und irrationale Verbraucher.
Kreuzen Sie bei den Aufgaben 21–30 die richtige Lösung an (a, b oder c).
Es gibt nur eine richtige Lösung. Sie hören das Gespräch zweimal.

Beispiel
0. Die Ministerin hatte eigentlich erwartet, dass

a. die Agrarwende von der Ladentheke aus erfolgen würde.


b. die Verbraucher sich in Zukunft über alles Mögliche aufregen würden.
c. die Verbraucher durch die Rinderwahn-Krise ständig sensibilisiert würden.

21. Die Ministerin will erreichen, dass

a. die Verbraucher ständig in Aufregung leben.


b. der Verbraucherschutz gut verwaltet wird.
c. die Verbraucher genau wissen, was sie kaufen.

22. Im Ministerium ist man dafür, dass

a. Greenpeace die Verbraucher unter ihren Schutz nimmt.


b. eine Verbraucherbewegung ins Leben gerufen wird.
c. Lobbygruppen verboten werden.

23. Was ist paradox beim Kaufverhalten der Menschen?

a. Beim Einkaufen richten sie sich nicht an ihren Überzeugungen aus.


b. Ihre politische Einstellung bestimmt ihr Kaufverhalten.
c. Sie interessieren sich vor allem für Ökoprodukte.

24. Konventionelle Produkte sind in Wirklichkeit nicht viel billiger als


Ökoprodukte, weil

a. sie die Kosten für die Wasserverschmutzung nicht enthalten.


b. keine Steuer dafür bezahlt wird.
c. sie mit den Kosten für die Wasserreinigung belastet werden.

25. Der Verbraucher würde sich für Ökoprodukte entscheiden, wenn

a. die herkömmlichen Landwirtschaftspraktiken nicht mehr erlaubt wären.


b. der Staat den Gemeinschaftssinn mehr fördern würde.
c. er selber davon profitieren würde.

122
Einheit 6

Hörverstehen

26. Pflicht der Politik ist es,

a. über Lebensmittel zu informieren.


b. die Verbraucher zum Kauf von Ökoprodukten zu zwingen.
c. dafür zu sorgen, das die Leute beim Lebensmittelkauf aufpassen.

27. Die Ministerin interessiert sich vor allem dafür, dass

a. die deutsche Landwirtschaft konkurrenzfähig bleibt.


b. alle Lebensmittel mit dem Biosiegel versehen werden.
c. die Gesundheit der Verbraucher durch Lebensmittel nicht gefährdet wird.

28. Strenger Gesundheitsschutz könnte dazu führen, dass

a. Eierproduzenten ins Ausland ziehen.


b. Deutschland Billigprodukte herstellt.
c. nie etwas verändert wird.

29. Wie betrachten Europa und Amerika die Entwicklungs- und


Schwellenländer?

a. Als Agrarprotektorate
b. Als moderne Kolonialmärkte
c. Nur als Absatzmärkte

30. Der Verbraucher hat beim Kauf von Lebensmittelnnur dann


Wahlfreiheit, wenn

a. er über deren Inhaltsstoffe Bescheid weiß.


b. ihn die Genmanipulation nicht interessiert.
c. diese aus der Europäischen Union importiert werden.

123
Wegbereiter 3 C2

Schriftlicher Ausdruck
A u fga b e 1 Dauer 20 Minuten

Überarbeiten Sie das Kurzreferat. Ersetzen Sie die fett markierten Ausdrücke und verwenden Sie dabei die Wörter aus
der rechten Spalte. Diese Wörter dürfen nicht verändert werden. Schreiben Sie nur die neu formulierten Passagen.

Beispiel
In meinem heutigen Kurzreferat möchte ich mich mit der Anerkennung ausländischer
Studienabschlüsse (0) befassen. (0) Gegenstand
Für den, der Unterhalt und Studiengebühren (1) aufbringen kann, ist ein Erst- oder (1) aufkommen
Aufbaustudium im Ausland verlockend. Doch häufig (2) gibt es Probleme bei der (2) gestaltet
Anerkennung.
Die Vorteile sind (3) offensichtlich: Im Ausland sind viele der hiesigen Numerus- (3) Hand
Clausus-Fächer nicht zulassungsbeschränkt, das Studium ist oft wesentlich kürzer,
man lernt fast nebenbei ein Fremdsprache. Das ist neben der Tatsache des (4) Aus- (4) war
landsaufenthaltes eine oft wichtige zusätzliche Qualifikation auf dem deutschen
Arbeitsmarkt. Von der kulturellen Erfahrung gar nicht zu (5) reden. (5) schweigen
Allerdings stellen die deutschen Gesetze hohe (6) Hürden vor die Anerkennung und (6) erschweren
Einstufung internationaler Abschlüsse. Entspricht der im Ausland erworbene akade-
mische Titel seinen Voraussetzungen nach nicht einem im Inland (7) zu erwerbenden (7) kann
Titel, ist er mit diesem im Zweifel nicht gleichwertig. Das (8) bedeutet, dass etwa (8) folgt
das Vollzeit-Studium für den Bachelor-Abschluss, das im Ausland meistens drei Jah-
re dauert, dem in der Regel vierjährigen deutschen Diplom-Studium rechtlich nicht
gleichwertig sein kann.
Zudem betrachtet man in Deutschland nur staatlich anerkannte Hochschulen als
Hochschulen im Rechtssinne. Im Ausland gibt es jedoch einen wesentlich größeren
privaten Bildungsmarkt. Nicht selten schmücken sich entsprechende Einrichtungen
mit bedeutend (9) klingenden Titeln. Dann ist - wie auch im Inland - (10) Vor- (9) anhören
sicht geboten. Denn im Zweifel gilt der ausländische Titel eines nicht staatlich aner- (10) vorsichtig
kannten Bildungsinstitutes nicht als gleichwertig.

(0) Gegenstand meines heutigen Kurzreferats ist die Anerkennung ...


(1) _____________________________________________________________________________________
(2) _____________________________________________________________________________________
(3) _____________________________________________________________________________________
(4) _____________________________________________________________________________________
(5) _____________________________________________________________________________________
(6) _____________________________________________________________________________________
(7) _____________________________________________________________________________________
(8) _____________________________________________________________________________________
(9) _____________________________________________________________________________________
(10) _____________________________________________________________________________________

124
Einheit 6

Schriftlicher Ausdruck
A u fga b e 2 Dauer 60 Minuten

Sie haben im Fernsehen eine Diskussionsrunde zum Thema „Kinderlosigkeit - ein Problem unserer Zeit“ verfolgt. Sie
schreiben eine ausführliche E-Mail (ca. 300 Wörter) an die Redaktion, in der Sie sich auf die folgenden Aussagen be-
ziehen und Ihre Meinung dazu äußern.

> Immer weniger Frauen bekommen Kinder, meldet das Statistische


Bundesamt. Die Zahl der kinderlosen Männer liegt sogar noch hö-
her: Das wird von der Politik beharrlich ignoriert, weil sie keinen
Mumm hat, die Männerrolle zu verändern.

> Frauen agieren heute in traditionellen Männerrollen


und machen Karriere. Aber umgekehrt ist nichts
passiert.

> Männer und Frauen, die eine glückliche Kind-


heit hatten, entwickeln öfter einen Kinder-
wunsch.

Bei der Bewertung wird u. a. auf Folgendes geachtet:

• Haben Sie alle Leitpunkte der Aufgabenstellung bearbeitet?


• Haben Soe Ihre Argumentation begründet und Beispiele gegeben?
• Ist Ihr Text zusammenhängend und klar gegliedert?
• Sind Wortwahl und Stil dem Thema und der Textsorte angemessen?

125
Wegbereiter 3 C2

Mündlicher Ausdruck
A u fga b e 1 Produktion ca. 10 Minuten

Thema: Freundschaften im Internet

Sie sind Teilnehmer/-in an einem Fortbildungsseminar der Volkshochschule zum Thema „Neue Medien“ und sollen dort
einen fünfminütigen Vortrag zum Thema „Freundschaften im Internet“ halten. Im Anschluss beantworten Sie Fragen
dazu.
Wägen Sie unterschiedliche Standpunkte ab und gehen Sie dabei auf folgende Zitate ein.
Geben Sie auch Beispiele.

„Moderne Kommunikationstechniken haben die Art, wie Beziehungen


aufgebaut und gepflegt werden, von Grund auf verändert.“

„Ein Nutzer kann persönliche Informationen potenzieller Freunde be-


trachten und nach Gemeinsamkeiten, Interessen und Gesinnung su-
chen.“

„Es bleibt fraglich, ob alle virtuellen Freunde auch im realen Leben


Freunde wären.“

Achten Sie darauf, dass Sie

• Ihren Vortrag gut strukturieren,


• anspruchsvolle Sprache (Wörter, Strukturen) einsetzen,
• Ihre persönliche Einstellung zum Thema klar machen.

126
Einheit 6

Mündlicher Ausdruck
A u fga b e 2 Interaktion ca. 5 Minuten

Thema: Ist die Wehrpflicht noch zeitgemäß?

Sie sind zum genannten Thema zu einer Diskussion eingeladen und gehen mit Ihrer Gesprächspartnerin / Ihrem Ge-
sprächspartner der Frage nach, ob die Wehrpflicht heutzutage noch einen Sinn hat.

Entscheiden Sie sich für eines der folgenden Statements und beginnen Sie die Diskussion.

Pro

Nur die Wehrpflicht garantiert die Möglichkeit, bei


Bedarf eine große Anzahl von Soldaten bereitzu-
stellen.

Kontra

Unser Land ist nicht bedroht. Bei den heutigen


weltweiten Einsätzen der Bundeswehr braucht
man keine Wehrpflichtigen, sondern spezialisier-
te Freiwillige.

Zum Ablauf der Diskussion:

• Vertreten Sie Ihre Meinung und geben Sie Beispiele.


• Gehen Sie auf die Argumente Ihrer Gesprächspartnerin /
Ihres Gesprächspartners ein.
• Versuchen Sie, Ihre Gesprächspartnerin / Ihren Gesprächs-
partner von Ihren Argumenten zu überzeugen.

127