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Trump würde auch Avocados aussperren about:reader?url=https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/...

tagesanzeiger.ch

Trump würde auch Avocados


aussperren
Hans von der Hagen
7-9 Minuten

Eine Schliessung der Grenze zu Mexiko träfe auch unzählige


Arbeiter, Studenten, Konsumenten und Touristen. Und
Avocados.

Knapp 90 Prozent aller Avocados in den USA kommen aus Mexiko,


beispielsweise aus dieser Sortieranlage in Uruapan im Bundesstaat
Michoacán. Foto: Carlos Jasso/Reuters

21:52

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Trump würde auch Avocados aussperren about:reader?url=https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/...

Fehler.

Rechtschreibung
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Grammatik
Sachlich
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Die Avocado ist eine erstaunliche Frucht. Nicht nur, weil viele sie für
ausserordentlich gesund halten, sie taugt auch für erbitterte
Diskussionen, wenn etwa der hohe Wasserverbrauch des Avocado-
Anbaus und – Stichwort: Avocado-Scham – der Transport der
Früchte in klimatisierten Behältnissen rund um die Welt thematisiert
werden. Wie auch immer solche Diskussionen ausgehen mögen, in
jedem Fall erfreut sich die Avocado grosser Aufmerksamkeit. Darum
ist es nicht verwunderlich, dass nun die Riesenbeere in den
Vordergrund rückt, wenn Amerika die Folgen einer drohenden
Schliessung der Grenze zu Mexiko diskutiert. US-Präsident Donald
Trump hatte kürzlich getwittert, dass die Wahrscheinlichkeit dafür
aufgrund der hohen Zahl illegaler Einwanderer «sehr hoch» sei.
Allerdings ist im Zusammenhang mit der mexikanischen Grenze
alles sehr hoch: Sie gilt als eine der frequentiertesten der Welt,
darum würde eine Schliessung nicht nur illegale Einwanderer
treffen, sondern auch unzählige Arbeiter, Studenten, Konsumenten
und Touristen.

90 Prozent der Avocados kommen aus Mexiko

Und eben Avocados. «Die Vereinigten Staaten werden drei Wochen


nach Schliessung der Grenze keine Avocado mehr haben», titelt der
britische Guardian. Gesagt hatte diesen Satz Steve Barnard, Chef
von Mission Produce, dem nach eigenen Angaben weltweit
führenden Produzenten der Frucht. Ein schlechterer Zeitpunkt für
einen solchen Lieferstopp sei gar nicht denkbar, denn derzeit liefere

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Mexiko praktisch 100 Prozent der Avocados in den Vereinigten


Staaten, erklärte Barnard das drohende Unheil. Die Avocados in
Kalifornien seien noch nicht so weit, zudem falle die Ernte dort nur
gering aus. Statistiken des US-Landwirtschaftsministeriums
bestätigen im Grossen und Ganzen, was Barnard sagt: Knapp 90
Prozent der Avocados in den US-Läden kommen aus Mexiko, der
kleine Rest stammt aus Ländern wie Peru, Chile oder der
Dominikanischen Republik. Die Vereinigten Staaten stehen also vor
einer Avocado-Krise, wie sie das Land bislang nicht gesehen hat.

Jeden Tag, so die Handelskammer, würden Waren im Wert von 1,7


Milliarden Dollar die Grenze zu Mexiko überqueren.

Doch so plakativ die Avocado auch sein mag, die Folgen einer
Grenzschliessung wären weit dramatischer als ein blosser Mangel
an Butterfrucht. Die US-Handelskammer spricht gar davon, dass
eine Grenzschliessung in einem «wirtschaftlichen Debakel» enden
würde. Es sei überhaupt nicht nachvollziehbar, warum das Weisse
Haus, das «zu Recht» auf seine wirtschaftlichen Erfolge verweise
und gerade erst versöhnlichere Töne im Handelsstreit mit China
angeschlagen habe, nun einen solchen Schritt gehen könnte. Jeden
Tag, so die Handelskammer, würden Waren im Wert von 1,7
Milliarden Dollar die Grenze zu Mexiko überqueren.

US-Firmen auf Nachschub aus Mexiko angewiesen

Der Handel mit Mexiko spielt für die Vereinigten Staaten eine weit
grössere Rolle als der Handel mit China. 2018 wurden Waren im
Wert von 265 Milliarden Dollar nach Mexiko exportiert, der
Vergleichswert für China lag bei 121 Milliarden Dollar. 80 Prozent
der Mexiko-Exporte werden auf Strasse und Schiene transportiert
und wären so unmittelbar von einer Grenzschliessung betroffen. Die
Importe aus Mexiko summieren sich gar auf 300 Milliarden Dollar.
Die Industrien beider Länder sind derart eng verwoben, dass die
US-Unternehmen auf den steten Nachschub an Produkten aus
Mexiko angewiesen sind. Insofern könnte eine Schliessung der
Grenze Firmen vor existenzielle Probleme stellen, warnt die

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Handelskammer. Umso mehr, da die Betriebe schon mit den Folgen


von Trumps Strafzöllen kämpften.

Womöglich wird das alles aber weniger heiss diskutiert werden als
das wirklich grosse Problem – der fehlende Nachschub an
Avocados.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 03.04.2019, 19:25 Uhr

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