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Vortrag zum literarischen Konflikt

- Wesensmerkmal dramatischer Handlung ist dramatischer Konflikt


- entsteht aus Kollision der Hauptfiguren (Protagonist und Antagonist)

Definition:
Der literarische Konflikt kann durch den Zusammenstoß widersprüchlicher gesellschaftlicher Kräfte,
den Kampf zweier Parteien um die Macht, um die Liebe einer dritten Person (äußerer Konflikt) oder
durch den Widerstreit entgegengesetzter Forderungen und moralischer Ansprüche in den Figuren
selbst (innerer Konflikt) entstehen. Der literarische Konflikt ist Kernstück der meisten
Dramenhandlungen, aber er ist nicht zwingend notwendig.

Konflikttypen im Drama:
1) Parteienkonflikt
- konkurrierende Kräfte sind zwei oder mehrere Parteien, die sich um ein Wertobjekt (z.B. eine Frau,
Besitz, Herrschaft) streiten

2) Urteilskonflikt
- Streitigkeiten, die nicht durch Überlegenheit einer Partei, sondern durch ein richterliches Urteil
entschieden werden
- mit Richter (R) ist nicht nur ein situationsmächtiger Richter gemeint, in dem sich Urteil und Macht
verbinden, sondern auch der Held
=> Parteien- und Urteilskonflikt sind im Drama vielfach miteinander verbunden
=> oft wird Streit zweier Parteien nicht durch Übermacht einer Partei entschieden, sondern durch
Wettbewerb vor neutralem Schiedsrichter

3) Äußerer Konflikt
- Parteienkampf (handgreiflich oder rhetorisch) ist immer äußerer, nach außen in Erscheinung
tretender Konflikt
- Konflikt entsteht aus:
• Zusammenstoß widersprüchlicher gesellschaftlicher Kräfte
• Kampf zweier Parteien um politische Macht
• Rivalität um Gunst bzw. Liebe einer dritten Person

4) Innerer Konflikt
- derartige Konflikte sind Ausdruck augenblicklicher Entscheidungsschwierigkeiten
- steuern Entwicklung des Charakters langfristig
- Entscheidung, auf die der innere Konflikt zusteuert, ist im einfachsten Fall ein Ja oder Nein zu einem
ins Auge gefaßten Handeln, meist aber Wahl zwischen zwei oder mehr qualitativ verschiedenen
Alternativen
- konkurrieren können:
• eigene Wünsche
• fremde, als eher unangenehm angesehene, Forderungen
• überindividuelle Verhaltensnormen und Rollenzwänge
- innerer Konflikt oft durch Gegensatz von Pflicht und Neigung
- Szenen, in denen innere Konflikte zu Tage treten, zählen zu Höhepunkten vieler Dramen
- innerer Konflikt ermöglicht dem Zuschauer sich mit handelnder Person zu identifizieren
- innerer Konflikt tritt als Konfliktmonolog in äußere Erscheinung
- innerer Konflikt entsteht aus dem Widerstreit entgegengesetzter Forderungen und Ansprüche in
Figuren
Konfliktverlauf im Drama:

1. Akt, Exposition: Der Zuschauer wird eingeführt in Zeit, Ort, Atmosphäre der Handlung;
er lernt die für die Handlung wichtigen Personen (direkt oder indirekt) kennen; der Konflikt
zeichnet sich ab.

2. Akt, Steigende Handlung mit erregendem Moment: Die Handlung erhält den
entscheidenden Anschub: Interessen stoßen aufeinander, Intrigen werden gesponnen, der
Ablauf des Geschehens beschleunigt sich in eine bestimmte Richtung; es steigt die Spannung
auf den weiteren Verlauf der Handlung.

3. Akt, Klimax (Höhepunkt) und Peripetie (Wendepunkt): Die Entwicklung des Konflikts
erreicht ihren Höhepunkt: Das Schicksal des Helden, der Heldin entscheidet sich; der
Wendepunkt (Peripetie) zu Sieg oder Niederlage wird herbeigeführt.

4. Akt, Fallende Handlung mit retardierendem Moment: Die Handlung fällt jetzt auf das
Ende zu; die Spannung wird noch einmal gesteigert, indem die Handlung im retardierenden
Moment verzögert wird: der Held, die Heldin scheint doch noch gerettet zu werden.

5. Akt, Katastrophe: Die Lösung des Konflikts mit dem Untergang, dem Tod des Helden,
der Heldin.