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Checkliste

Big Five

Ich habe beobachtet, dass einige Teilnehmer des Lebensrestaurants ihre Big Five
ungenau definieren. Hierfür habe ich dir eine Checkliste erstellt. Gehe jeden einzelnen Punkt
deiner Big Five durch und verfeinere – wenn nötig – deine Antworten.

1. Gibt es einen Moment, der dir unmissverständlich klar macht, dass du


deine Big 5 erreicht hast? Viele Punkte die ich las, waren so formuliert, dass man
tausend Jahre daran arbeiten kann (z. B. unabhängiger werden; außergewöhnlich
liebevolle Beziehung; ich bin ein guter Vater). Woran erkennst du, dass du unabhängig
bist? Wann weißt du, dass du eine außergewöhnlich liebevolle Beziehung führst oder ein
guter Vater bist? Fazit: Kannst du deine Reue auf ein Blatt Papier zeichnen?

2. Sind Deine Big Five realistisch? Z. B. „Ich bin in jedem Moment positiv“ hört
sich nobel an. Doch ist dies möglich? Wir müssen aufpassen, worauf wir unsere
Aufmerksamkeit lenken. Möchten wir ständig positiv sein, verurteilen wir uns, wenn wir es
nicht „geschafft haben“. Wir verurteilen „negative“ Gefühle, als etwas, das nicht da sein
darf.

3. Ist der Punkt auf der Liste wirklich deiner oder gehört der Wunsch
jemand anders? Ich meine damit, dass wir viele Wünsche haben, um anderen zu
gefallen. Sei es unseren Eltern, Partnern, Nachbarn… Wir leben nur knapp 100 Jahre –
oft weniger. Wenn alles egal wäre, und du dich als kosmische Eintagsfliege betrachtest,
wäre dein Punkt wirklich, wirklich, wirklich eine Reue?

4. Diese Übung dreht sich um deine Reue – es geht nicht um Affirmation. „Ich ziehe
wie ein Magnet mehr Liebe, Geld und Gesundheit an“ ist keine Reue. Du liegst nicht auf
dem Sterbebett und sagst: „Hätte ich doch mehr Liebe, Gesundheit und Geld wie ein
Magnet angezogen“.

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5. Sprich erstmal nicht mit deinen Freunden über deine Liste. Ansonsten schreibst du
Dinge auf, die sozial akzeptiert oder „vernünftig“ sind, aber nicht wirklich dein Herz
berühren.

6. Formulierungshilfen:
6.1. Ich würde bereuen, nicht…
6.2. Ich würde bereuen, keine…
6.3. Ich würde bereuen, dass…
6.4. Ich würde bereuen, wenn…

Diese Übung ist schwierig. Wir wurden nie ausgebildet, in Bedürfnissen zu denken.
Vielmehr wurde uns abtrainiert, Bitten zu formulieren. Wir sagen, dass Bedürfnisse bedürftig
sind. Wir sollten auch so glücklich sein. Wir sollten realistisch bleiben.
Viele Beziehungen gehen zugrunde, weil Partner nicht klar formulieren können, was sie
möchten. Vielmehr beschweren sie sich, aber wissen nicht, welche konkreten Handlungen
ihres Partners zu ihrem Glück beitragen würden.
Noch viel schwerer wird es, wenn wir unsere Lebensbedürfnisse aufschreiben und
konkretisieren. Ich wünsche mir, dass dir diese Checkliste eine Hilfe dabei ist.

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