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KE-FLB

KABELMESSBRÜCKE

BEDIENUNGSANLEITUNG
Bedienungsanleitung KE-FLB

Inhalt
1 EINFÜHRUNG ................................................................................4
1.1 Anwendungsgebiet ..........................................................................4
1.2 Funktionsweise ...............................................................................5

2 BUCHSEN, TASTATUR UND LEDS ..............................................5


2.1 Buchsen ..........................................................................................5
2.2 Tastatur ...........................................................................................6
2.3 LEDs ...............................................................................................7

INBETRIEBNAHME & WICHTIGE HINWEISE .............................................8


2.4 Anschluss der Messleitungen .........................................................9
2.5 Allgemeine Gebrauchshinweise ......................................................9
2.6 Speichern und Anschauen der Messergebnisse ..........................10
2.7 Das HILFE System ........................................................................11

3 HINWEISE ZU DEN EINZELNEN MESSUNGEN ........................11


3.1 Widerstandsmessungen ...............................................................11
3.1.1 2-Ader ........................................................................................12
3.1.2 2-Ader & Erde ............................................................................13
3.1.3 Durchgangsprüfung ...................................................................15
3.1.4 Abgleich der Messleitungen ......................................................15
3.2 Widerstandsdifferenz (WU) ..........................................................16
3.3 Isolationswiderstandsmessung .....................................................17
3.3.1 Kabelmessung 2-Ader & Erde mit EFF 50 ................................17
3.3.2 2-Ader ohne EFF 50 ..................................................................19
3.3.3 Definition der Isolationswiderstände ..........................................19
3.4 Kapazitätsmessung .......................................................................20
3.4.1 Kapazitive Unsymmetrie ............................................................20
3.4.2 2-Ader & Erde ............................................................................21
3.4.3 2-Ader ........................................................................................22
3.5 Fehlerortung ..................................................................................22
3.5.1 MURRAY Methode ....................................................................23
3.5.2 DREIPUNKT Methode ...............................................................25
3.5.3 KÜPFMÜLLER Methode ...........................................................26
3.5.4 KÜPFMÜLLER manuell Methode ..............................................28
3.6 Unterbrechung ..............................................................................29
3.6.1 Aderbruch ohne Erdschluss ......................................................29
3.6.2 Aderbruch mit Erdschluss .........................................................30
2
3.7 Adernvertauschung ....................................................................... 30
3.7.1 Einfache Adernvertauschung .................................................... 31
3.7.2 Doppelte Adernvertauschung.................................................... 31
3.8 Fremdspannungsmessung ........................................................... 32
3.9 Reihenmessung ............................................................................ 34

4 KABELPARAMETER .................................................................... 35
4.1 Standard Cu und Al Kabel ............................................................ 36
4.2 Default Kabel ................................................................................ 38
4.3 Mehrstreckenkabel ....................................................................... 38
4.4 Pupin Kabel................................................................................... 39

5 KABEL ADERÆ, TEMPERATUR UND LÄNGE ........................... 39


5.1 Kabel AderÆ wählen ..................................................................... 39
5.2 Kabeltemperatur wählen ............................................................... 40
5.3 Default Kabeltemperatur wählen .................................................. 40
5.4 Kabeltemperatur messen ............................................................. 41
5.5 Kabellänge wählen........................................................................ 41

6 BATTERIE MANAGEMENT ......................................................... 42


6.1 Übersicht und technologische Hinweise ....................................... 42
6.2 Batterie Management Prozeduren ................................................ 43
6.2.1 Normal-Ladung ......................................................................... 43
6.2.2 Schnell-Ladung ......................................................................... 44
6.2.3 Regenerierung .......................................................................... 44
6.2.4 Initialisierung ............................................................................. 45

7 ANHÄNGE .................................................................................... 45
7.1 Unerwünschte Eingangssignale ................................................... 45
7.1.1 Übermäßige Eingangs-Spannungen oder Ströme .................... 45
7.1.2 Störende Eingangsspannungen ................................................ 46
7.2 Genauigkeitsbeschränkungen ...................................................... 47
7.2.1 Abweichung des Kabelmodells von dem tatsächlichen Kabel .. 47
7.2.2 Messleitung Parameter ............................................................. 48
7.2.3 Störspannungen ........................................................................ 48
7.3 Nachrichten an den Hersteller ...................................................... 48
7.4 Jährliche Kalibrierung ................................................................... 49

8 SPEZIFIKATIONEN ...................................................................... 50
Bedienungsanleitung KE-FLB

1 EINFÜHRUNG
Dieses Bedienungshandbuch erläutert die Anwendungsregeln der
Kabelmessbrücke KE-FLB und hilft somit dem Anwender in der
Handhabung des Gerätes. Zum Durchlesen der Instruktionen ist es
empfehlenswert, das Programm kmb2002d.exe zu benutzen. Während Sie
diese Demo unter WINDOWS laufen lassen, ist die Frontplatte des Gerätes
d.h. Tastatur und Display zu sehen. Wenn sie mit der Maus die Tasten
anklicken, wird die ”virtuelle” KMB genauso wie das wirkliche Gerät
funktionieren. Dadurch wird Ihnen als Anwender geholfen, komplette
Messprozeduren durchzuführen, selbstverständlich nur in ”virtueller” Weise.
1.1 Anwendungsgebiet
Die KE-FLB ist ein kleines tragbares Gerät für Überwachungs- und
Fehlerortungsmessungen sowie für Qualifizierung von Fernmeldekabeln.
Das Gerät eignet sich für die Messung folgender Parameter:
Schleifenwiderstand
Widerstandsunterschied
Isolationswiderstand
Kabelkapazität
Störende AC und DC Spannungen
Kabeltemperatur,
ferner für Ortung von Isolations- und Leitungsfehler wie z.B.
Erd- und Nebenschluss
Aderbruch
Einfache- und doppelte Adernvertauschung.
Die KE-FLB berechnet aus den vorprogrammierten oder
anwenderdefinierten Kabelparametern und der eingestellten oder
gemessenen Kabeltemperatur die Kabellänge und die Entfernung vom
Gerät bis zum Fehlerort.
Die KE-FLB hat ein graphisches Display, ein einfach zu bedienendes
Menüsystem und ein vielseitiges HILFE System. Deshalb ist die
Handhabung des Messgerätes wirklich leicht. Die am Display
erscheinenden Messergebnisse können in einem internen
Messwertspeicher abgespeichert und/oder an einen PC über die RS232C
Schnittstelle übertragen werden.
Das Gerät wird von einer eingebauten aufladbaren Batterie gespeist. Die
Batterie wird über ein angeschlossenes Ladegerät aufgeladen und von dem
Batterie Manager System (BMS, siehe Abschnitt 9) kontrolliert. Die Ladung
und Instandhaltung der Batterie wird vom BMS überwacht.
In der KE-FLB ist ein hochpräziser Referenzwiderstand eingebaut, der zur
Eigenkalibrierung dient.

4
1.2 Funktionsweise
Die KE-FLB ist viel mehr als eine klassische Wheatstone Brücke. Sie ist
eigentlich ein Spezialnetzwerk, geeignet für eine Vielfalt von Messungen,
die mit konventionellen Messbrücken praktisch unmöglich wären. Im Falle
von konventionellen Messbrücken ist ein einziger DC oder AC Generator
zum Steuern des zu messenden Netzwerkes vorgesehen und ein einziges
Voltmeter dient zum Messen der von der Steuerung hervorgerufenen
Antwort des Netzwerkes. Dagegen erlaubt die Struktur der KE-FLB das AC
oder DC Steuersignal an drei Knotenpunkten des zu messenden
Netzwerkes – sogar gleichzeitig – anzuschließen und die Antwort des
Netzwerkes in zwei zweckmäßig gewählten Netzwerkzweigen
quasigleichzeitig zu messen.
Die KE-FLB Fehlerortungsmethoden können an Stelle von zahlreichen
wohlbekannten klassischen Messmethoden angewendet werden. Die
äquivalenten Methoden sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Fehlerortungsmethode einer Äquivalente Fehlerortungsmethode


klassischen Brücke der KEFL 10
Murray-Methode und Varley- Murray-Methode
Methode
Fischers Methode und Grafs Dreipunkt-Methode
Dreipunkt Methode
Küpfmüller-Methode und Küpfmüller-Methode
Hector-Methode Herpy-Methode

2 BUCHSEN, TASTATUR UND LEDS

2.1 Buchsen
4 mm Buchsen, an denen die mitgelieferten
Messleitungen anzuschließen sind. Die Adern
des zu messenden Kabels sind an die
Klemmen der Messleitungen anzuschließen
9-poliger D-Sub Stecker, RS-232 Schnittstelle
für PC Anschluss

.. 2,1/5,5 mm koaxialer Stecker zum Anschließen


LADEGERAT
des externen Netz-Ladegerätes
12–16 V
Siehe Vermerk: „KURZSCHLUSSGEFAHR„
Bedienungsanleitung KE-FLB

2.2 Tastatur

EIN ADER / /m TEMP


AUS 1 2 3

LICHT MENÜ PC
4 5 6

STO
ENTER
7

RCL HILFE ST/SP


8 9 0

Taste
EIN-AUS Schalter der KEFL 10. Aus Energiespargründen wird
EIN
das Gerät entweder wegen einer zu kleinen Batteriespannung
AUS
oder 10 Minuten nach dem letzten Tastendruck auch
automatisch abgeschaltet.
ADER / Nach Drücken dieser Taste kann der aktuelle AderÆ Wert
geändert werden. Zweite Funktion ist die Eingabe der Ziffer ‘1’
1
Nach Drücken dieser Taste kann die bekannte Kabellänge oder
/m
ein W/m Wert eingetragen werden. Zweite Funktion ist die Eingabe
2
der Ziffer ‘2’.
Nach Drücken dieser Taste kann die angezeigte Temperatur
TEMP
geändert werden. Zweite Funktion ist die Eingabe der Ziffer ‘3’.
3
Ein-Aus Schalter der Display Hintergrundbeleuchtung. Wenn die
LICHT
Taste länger als 1 Sekunde betätigt wird, kann der
4 Displaykontrast eingestellt werden. Aus Energiespargründen
wird das Licht 5 Minuten nach dem letzten Tastendruck
abgeschaltet. Dritte Funktion ist die Eingabe der Ziffer ‘4’.
Nach Drücken dieser Taste kommt man in MENÜ1. Zweite
MENÜ
Funktion ist die Eingabe der Ziffer ‘5’.
5
Durch Drücken dieser Taste kann das Ergebnisbild einer
PC
Messung oder der angezeigte Speicherinhalt an einen PC über
6 die RS232C Schnittstelle übertragen werden. Zweite Funktion ist
die Eingabe der Ziffer ‘6’.

6
Durch Drücken dieser Taste kann das Ergebnisbild einer
STO
Messung gespeichert werden. Zweite Funktion ist die Eingabe der
7 Ziffer ‘7’.
Durch Drücken dieser Taste kann man den Messwertspeicher
RCL
erreichen um sich die gespeicherten Messergebnisbilder
8 anzuschauen. Zweite Funktion ist die Eingabe der Ziffer ‘8’.

Vertikale Cursortasten für Funktionen wie Auswahl im Menü,


Veränderung des Vorzeichens bei der Temperaturangabe,
Buchstabenauswahl beim Angabe eines Namens usw.

Nach Drücken dieser Taste wird die letzte Auswahl oder


ENTER Einschreibung bestätigt und die dazugehörige Aktion oder
Veränderung ausgeführt. (wie auch auf dem PC)
Durch Drücken dieser Taste kann die HILFE Funktion erreicht
HILFE
werden. Zweite Funktion ist die Eingabe der Ziffer ‘9’.
9
Startet oder stoppt die aktuelle Messung oder Messprozess.
ST/SP
Zweite Funktion ist die Eingabe der Ziffer ‘0’.
0
Horizontale Cursortasten für verschiedene Zwecke wie z.B.
Auswahl der AderÆ und Temperaturwert, nachdem die AderÆ
oder TEMP Tasten betätigt worden ist usw.
¬ hat auch die Funktion ZURÜCK im Menü und ABBRECHEN.
® hat im Messwertspeicher auch die Funktion LÖSCHEN.

2.3 LEDs

NETZ LADEN

LED-Indikator für externe


Spannungszufuhr (Steckernetzteil, Autosteckdose).
Bedienungsanleitung KE-FLB

LED-Indikator für Batterieladung

Blinken bedeutet eine laufende Schnell-Ladung

Ständiges Leuchten bedeutet normale Ladung

INBETRIEBNAHME & WICHTIGE HINWEISE


KURZSCHLUSSGEFAHR!
Am geräteseitigen Stecker der Batterieanschlussleitung liegt der Pluspol
am Außenleiter. Wenn die Batterieanschlussleitung am KFZ-Bordnetz
angeschlossen ist und der geräteseitige Stecker die Fahrzeugmasse
berührt, entsteht ein Kurzschluss und die Batterieanschlussleitung wird
möglicherweise zerstört.
AKKUSCHUTZFUNKTION
Das Gerät verfügt über verschiedene Akkuschutzfunktionen, die den Akku
vor Beschädigungen schützen. Diese können von Überhitzung, zu geringer
Ladung usw. ausgelöst werden.
Wenn diese Schutzfunktionen aktiviert worden sind, oder eventuell
nach Auslieferung an den Kunden lässt sich das Gerät nicht
einschalten.
Um das Gerät wieder in Betrieb zu setzen, muss eine externe
Stromversorgung (Steckernetzteil/Batterieanschlussleitung) angeschlossen
werden.
Einschalten des Gerätes
Nach Einschalten des Gerätes (mit Taste EIN/AUS) erscheint am Display
der Name des Herstellers und seine E-Mail Adresse. (Sollte der Anwender
irgendwelche Probleme bezüglich des Gerätes haben, wird er gebeten, an
diese Adresse zu schreiben.)
Nach einigen Sekunden verschwindet dieses Bild und es erscheint ein
Infobild über den aktuellen Zustand der Batterie, das meistens den
aktuellen Ladezustand in Prozenten anzeigt, 100% heißt Batterie voll,
<10% heißt Batterie leer. Das Verschwinden dieser Information (und
dadurch der Einschaltprozess) kann durch Drücken einer beliebigen
Taste (außer EIN/AUS) beschleunigt werden.
Nach dem ersten Einschalten des Gerätes ist der Ladezustand
normalerweise unbekannt, da das Gerät mit einer entladenen Batterie
ausgeliefert wird. In diesem Fall fordert das Gerät auf eine sogenannte
Batterieinitialisierung auf. Dies sollte gemäß Abschnitt 9.2.4 durchgeführt
werden. In wenigen Stunden wird dann die Batterie vollgeladen und
gleichzeitig wird auch das Ladezustand-Messsystem kalibriert.
Nach der Ladezustandanzeige / Initialisierung will das Gerät eine EIGEN-
KALIBRIERUNG durchführen. Wenn es schon einmal (d.h. seit der letzten
völligen Batterieentladung) durchgeführt worden ist, dann ist es eine Option
und man kann es durch Drücken der Taste MENÜ überspringen, im
8
anderen Fall aber ein Muss. Die Entscheidung ob man kalibrieren soll oder
nicht hängt von den Genauigkeitsanforderungen ab. Falls das Gerät schon
einmal kalibriert wurde, ist normalerweise keine neue Kalibrierung
erforderlich, solang die Betriebszustände (Temperatur usw.) unverändert
bleiben. Jedoch ist die spezifizierte Genauigkeit nur nach vorheriger
Kalibrierung garantiert!! Der Anwender soll vom Display entnehmen, dass
vor dem Start der Eigenkalibrierung alle Verbindungsleitungen
(Messleitungen, Ladegerät, PC Interface) vom Messgerät zu trennen sind.
Die Eigenkalibrierung wird durch Drücken der Taste ST/SP gestartet und
dauert etwa 60 Sekunden.
Danach erscheint das MENÜ1, und das Gerät ist messbereit.
Bemerkung: Die Eigenkalibrierung kann zu jeder Zeit in MENÜ2/
EIGENKALIBRIERUNG durchgeführt werden.

2.4 Anschluss der Messleitungen


Die gewünschte Messung wird mit den Tasten - / ¯ ausgewählt und mit
der Taste ENTER bestätigt. Man kann vom Display immer entnehmen wie
das Messgerät an das Kabel angeschlossen werden soll. Man kann auch
vom Bild erfahren, ob das ferne Ende der gemessenen Doppelader
kurzgeschlossen oder leer gelassen werden soll. Falls notwendig, wird
der Anwender darauf aufmerksam gemacht, die fernen Enden der zu
messenden Adern zu erden.
Warnung: Eine Messleitung darf nur dann geerdet werden, wenn eine
Anweisung am Display erscheint! Das Gerät selbst darf während einer
Messung über das Schnittstellenkabel und einem geerdeten PC auf keinem
Fall geerdet werden!
Die KEFL 10 hat 4 Bananenbuchsen, die mit E, A, B und C bezeichnet sind.
Die 4 Messleitungen sollen in die gleichfarbigen Bananenbuchsen gesteckt
werden. (E > schwarz, A > rot, B > grün, C > gelb) Die anderen Enden der
Messleitungen sind mit Bananenstecker und Klemmen (oder anderen
speziellen Kontaktelementen) versehen.
In der Messart MENÜ1/ WIDERSTAND/ ABGLEICH DER
MESSLEITUNGEN können die Widerstände der Messleitungen und der
Eingangsrelaiskontakte abgeglichen werden d.h. die gemessenen
Widerstände werden gespeichert und während der folgenden Messungen in
die Kalkulationen eingenommen. So sind die Messergebnisse auf die
fernen Enden der Messleitungen bezogen. Dies gilt nur für die
Schleifenwiderstand-, WU-, und Fehlerortmessungen (d.h. nur für die
Gleichstrommessungen außer Isolationswiderstandsmessung) und nur bis
zum Ausschalten des Gerätes. Beim Einschalten werden die zugehörigen
Speicherstellen gelöscht.
2.5 Allgemeine Gebrauchshinweise
Während der Arbeit mit dem Gerät soll der Anwender immer die
Anweisungen auf dem Display folgen. In den unteren Displayzeilen sind
Bedienungsanleitung KE-FLB

immer die wichtigsten Knopfdruckmöglichkeiten für die jeweilige Situation


angezeigt.
Die meisten Messarten und die verschiedenen Bearbeitungs- und
Einstellungsverfahren können über das Menüsystem erreicht werden. Die
am häufigsten vorkommenden Funktionen werden durch einen direkten
Tastendruck aktiviert (ST/SP, ADERÆ, W/m, TEMP, STO, RCL, PC und
HILFE).
Alle Messungen können durch Drücken der Taste ST/SP gestartet und
gestoppt werden. Während einer Messung wird die noch abzuwartende
Messzeit (d.h. die Zeit bis zur Vollendung der Messung) vom Gerät
geschätzt und angezeigt:
MESSUNG
LÄUFT
BITTE WARTEN
XXX SEKUNDEN

Die Messung kann mit der Taste ST/SP gestoppt werden. Zur
Wiederholung der Messung soll die Taste ST/SP wieder gedrückt werden.
Man kann die Messung mit den Tasten ¬ oder MENÜ verlassen. Taste ¬
springt um eine Stufe zurück im Menüsystem, Taste MENÜ springt auf
MENÜ1 zurück.
2.6 Speichern und Anschauen der Messergebnisse
Nach Vollendung einer Messung werden die Ergebnisse angezeigt. Das
ganze Ergebnisbild kann durch Drücken der Taste STO in den
Messwertspeicher abgespeichert werden. Das aktuelle Datum und der
eingestellte Anwendername (kurz: AN) werden auch mitgespeichert. Diese
können noch vor der Messung in MENÜ2/EINSTELLUNGEN
DATUM&ZEIT bzw. ANWENDERNAME eingestellt werden.
Durch Drücken der Taste PC wird das Ergebnisbild an einen
angeschlossenen PC übertragen. Dazu muss die dazugehörige Software
auf dem PC laufen. Vorsicht dabei: ein angeschlossener PC kann manche
Messungen stark stören (Erdungsprobleme)!
Die gespeicherten Ergebnisbilder können im Messwertspeicher entweder
aus MENÜ2 oder direkt durch Drücken der Taste RCL nach Vollendung
einer Messung (wenn das Ergebnisbild angezeigt wird) erreicht werden. Mit
dieser Methode können frühere Messergebnisse mit den frisch
gemessenen schnell verglichen werden.
Im Messwertspeicher gibt es Platz für 128 Ergebnisbilder. Die Ergebnisse
sind in 32-er Gruppen genannt Blöcken organisiert. Wenn man den
Messwertspeicher betritt, dann erscheinen die Listennummern der belegten
Speicherstellen. Über denen ist die Titelzeile des vom Cursor markierten
Ergebnisses angezeigt. Auf einmal kann nur ein Block (d.h. höchstens 32
Ergebnisse) dargestellt werden. Der Cursor kann mit den vertikalen

10
Cursortasten auf das gebrauchte Ergebnis bewegt werden. Wenn man das
erste/letzte Ergebnis im Block erreicht, dann wird automatisch auf den
vorigen/nächsten Block geblättert.
Das ausgewählte Ergebnis kann durch Drücken der Taste ENTER
angeschaut werden. Beim Anschauen des Ergebnisbildes sind die
vertikalen Cursortasten auch aktiv, man kann also auch in diesem Zustand
unter den Ergebnissen herumsuchen. Zurück zu den Listennummern
kommt man durch Drücken der Taste ¬. Zurück zum Menü oder zur
Messung (wenn man den Speicher durch Taste RCL betreten hatte) kommt
man durch Drücken der Taste MENÜ.
Das Löschen der Ergebnisse erfolgt durch Drücken der Taste ®. Danach
kommt die Frage, ob man nur das ausgewählte Ergebnis (mit Taste
ENTER), oder den ganzen eben angezeigten Block (mit Taste ®) löschen
will. Mit Taste ¬ kann man den Löschprozess abbrechen. Das eigentliche
Löschen erfolgt erst nach einer Bestätigung: „Löschen? Ja: ENTER, Nein:
¬“.
2.7 Das HILFE System
In den einzelnen Messungen wird immer eine Skizze angezeigt,
die die ganze Messanschaltung darstellt. Aus diesem Bild
kann man entnehmen, wie das Gerät an das Kabel
angeschaltet werden soll, ob es geerdet werden soll oder
nicht, ob das ferne Ende der Doppelader kurzgeschlossen
oder leer gelassen werden soll. Neben der Skizze sind die
gemessenen Parameter aufgelistet. Wenn man die Taste HILFE
drückt, dann werden die zu diesen Parametern gehörenden
Schaltsymbole in die Skizze eingetragen, damit man die
Bedeutung der einzelnen Parameterbezeichnungen versteht.
Als Teil des HILFE Systems sind die wichtigsten Knopfdruckmöglichkeiten
für die jeweilige Situation in den letzten Displayzeilen immer angezeigt.
Wenn das Gerät während der Messung auf Probleme stießt, dann erscheint
immer eine Warnung. Solche Probleme sind z.B. Berechnungsprobleme
wegen inkorrekter Anschaltung, starke Störung während der Messung usw.
In einigen Situationen (wie z.B. im Menü FEHLERORTUNG) kann der
Anwender nach Drücken der Taste HILFE zusätzliche Anweisungen
bekommen. Die unteren Displayzeilen zeigen immer an, wenn diese
zusätzlichen Informationen zur Verfügung stehen.

3 HINWEISE ZU DEN EINZELNEN MESSUNGEN

3.1 Widerstandsmessungen
Die KEFL 10 hat bezüglich Widerstandsmessungen zwei Messbereiche. Im
MENÜ1/ WIDERSTAND findet man die Messungen mit einem messbaren
Höchstwert von ca. 10 kOhm. Dieser Messbereich ist für
Schleifenwiderstandsmessungen an Fernmeldekabeln gut geeignet.
Bedienungsanleitung KE-FLB

Widerstände über 10 kOhm können in der Betriebsart MENÜ1/


ISOLATION/ 2-ADER OHNE EFF 50 gemessen werden.
Für alle Schleifenwiderstandsmessungen ist es gemeinsam, dass man
während der Messung die fernen Enden der gemessenen Adern
miteinander kurzschließen soll.
Für die genaue Berechnung der Kabellänge aus dem gemessenen
Schleifenwiderstand, muss der AderÆ Wert (d.h. Durchmesserwert) und
die Temperatur des gemessenen Kabels genau angegeben werden. Diese
Berechnung kann aber den wirklichen Längenwert nur annähern, weil:
die Temperatur entlang des ganzen Kabels nicht genau gemessen und
angegeben werden kann
der Durchmesser des Kabels nicht überall gleich ist (bei der Kabelfertigung
sind wenige Prozente Durchmesserabweichungen akzeptiert)
der spezifische Widerstandswert der einzelnen Kabel nicht ganz gleich ist,
es hängt vom angewandten Material ab, das Gerät rechnet mit einem
Durchschnittswert
Trotzdem ist die Funktion Längenberechnung aus Widerstandswerten für
grobe Berechnungen gut nutzbar.
3.1.1 2-Ader
Diese Messung findet man in MENÜ1/ WIDERSTAND/ 2-ADER. Die
Längenberechnung gilt für den Fall, wenn die beiden Adern gleiche Länge,
gleiche Temperatur haben und aus dem selben Material gefertigt worden
sind.
Messanschaltung
Die Messanschaltung findet man auf dem Display. Das ferne Ende der
gemessenen Doppelader muss kurzgeschlossen werden.

Die Messung kann durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden.
Das Gerät misst zuerst, ob es zwischen den beiden Adern eine
Störspannung anliegt. Die genaue Bedeutung der angezeigten
Spannungswerte ist aus Kapitel 6.8 Fremdspannungsmessung zu
entnehmen. Das Ergebnis der Spannungsmessung wird immer angezeigt
und kann durch Drücken der Taste STO abgespeichert werden. Der
Anwender kann entscheiden, ob er die Messung weitermacht (nochmal
Taste ST/SP drücken), oder abbricht (Taste ¬ drücken). Bei einer
anliegenden Störspannung größer als 20.0V (DC oder AC) verweigert das
Gerät die weitere Messung, weil das Ergebnis sowieso ungenau wäre.
Die gemessenen Parameter:
Schleifenwiderstand Rs,
12
Kabellänge (LÄNGE) berechnet aus Rs mit Berücksichtigung der
angezeigten ADER und TEMP Werten.
Der m/W Wert des Kabels berechnet aus dem gemessenen Rs und den
angezeigten ADER und TEMP Werten.
Aderwiderstände Ra und Rb: der gemessene Rs Wert ist einfach halbiert
0 Mögliche spezielle Aktionen nach der Messung:
Nach Drücken der Taste ADER kann der für die Längenberechnungen
gebrauchte Adertyp verändert werden. (Adertyp ist mit Material des Aders
(CU: Kupfer, AL: Alu), Durchmesser und m/W Wert definiert. Wie man mit
Adertypen umgehen soll, kann man aus Kapitel 7 „Kabelparameter“
entnehmen.) Mit den ¬/® Cursortasten kann man den Adertyp auswählen,
die Auswahl kann durch Drücken der Taste ENTER bestätigt werden, das
Wiederdrücken der Taste ADER bricht den Verstellvorgang ab. Die Längen
werden gleich nach der Veränderung automatisch neu berechnet.
Bemerkung: bei dieser Messung ist das Mehrstreckenkabel und das
Pupinkabel nicht auswählbar!
Nach Drücken der Taste TEMP kann der für die Längenberechnungen
angewendeter Temperaturwert verändert werden. Mit den ¬/®
Cursortasten kann man von den Temperaturwerten Default (D), zuletzt
gemessen (M), einstellbar (S) gewählt werden. Wenn es S angezeigt ist,
man kann einen Wert zwischen –20.0°C und +60.0°C frei eintasten, wobei
das Vorzeichen mit den -/¯ Cursortasten zu verstellen ist. Die neue
Temperatur kann durch Drücken der Taste ENTER bestätigt werden. Die
Längen werden gleich nach der Veränderung automatisch neu berechnet.
Wenn der Anwender die Kabellänge (eventuell aus einem
Kabelverlegungsplan) genau kennt, dann kann er dies nach Drücken der
Taste W/m eintasten. Die Bestätigung der Eingabe erfolgt durch Drücken
der Taste ENTER. Jetzt berechnet das Gerät umgekehrt: aus dem
gemessenen Widerstandswert und der eingegebenen Länge wird der
genaue m/W Wert berechnet. Nach Wiederdrücken der Taste W/m kehrt
das Gerät zur normalen Berechnungsweise zurück.
Bemerkung
Die Messgenauigkeit dieser Messung kann etwas verbessert werden, wenn
man vor dem Ablauf die Messleitungen abgleicht. Dies hat aber nur bei
kleinen Widerstandswerten eine Bedeutung (s. Kapitel 6.1.4 Abgleich der
Messleitungen).
3.1.2 2-Ader & Erde
Diese Messung findet man in MENÜ1/ WIDERSTAND/ 2-ADER & ERDE.
Messanschaltung
Die Messanschaltung findet man auf dem Display. Das ferne Ende der
gemessenen Doppelader muss kurzgeschlossen und geerdet (zum Schirm
gebunden) sein. An Buchse E (schwarz) soll man den Schirm (Erde) des
Kabels anschließen. RE auf dem Bild symbolisiert den (normalerweise sehr
kleinen) Widerstand des Kabelschirmes.
Bedienungsanleitung KE-FLB

Die Messung kann durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden.
Das Gerät misst zuerst, ob es zwischen den beiden Adern oder/und
zwischen Ader und Erde eine Störspannung anliegt. Die genaue Bedeutung
der angezeigten Spannungswerte ist aus Kapitel 6.8
„Fremdspannungsmessung“ zu entnehmen. Das Ergebnis der
Spannungsmessung wird immer angezeigt und kann durch Drücken der
Taste STO abgespeichert werden. Der Anwender kann entscheiden, ob er
die Messung weitermacht (nochmals Taste ST/SP drücken), oder abbricht
(Taste ¬ drücken). Bei einer anliegenden Störspannung größer als 20.0V
(DC oder AC) zwischen den beiden Adern verweigert das Gerät die weitere
Messung, weil das Ergebnis sowieso ungenau wäre.
Die gemessenen Parameter:
Schleifenwiderstand Rs = Ra+Rb
Aderwiderstände Ra und Rb
Kabellänge (LÄNGE) berechnet aus Rs/2 (Durchschnittwert) mit
Berücksichtigung der angezeigten ADER und TEMP Werten.
Widerstand des Kabelschirmes RE
0 Mögliche spezielle Aktionen nach der Messung:
Nach Drücken der Taste ADER kann der für die Längenberechnungen
angewendete Adertyp verändert werden. (Adertyp ist mit Material des Aders
(CU: Kupfer, AL: Alu), Durchmesser und m/W Wert definiert. Wie man mit
Adertypen umgehen soll, kann man aus Kapitel 7 „Kabelparameter“
entnehmen.) Mit den ¬/® Cursortasten kann man den Adertyp auswählen,
die Auswahl kann durch Drücken der Taste ENTER bestätigt werden, das
Wiederdrücken der Taste ADER bricht den Verstellvorgang ab. Die Längen
werden gleich nach der Veränderung automatisch neu berechnet.
Bemerkung: bei dieser Messung ist das Mehrstreckenkabel und das
Pupinkabel nicht auswählbar!
Nach Drücken der Taste TEMP kann der für die Längenberechnungen
angewendeter Temperaturwert verändert werden. Mit den ¬/®
Cursortasten kann man von den Temperaturwerten Default (D), zuletzt
gemessen (M), einstellbar (S) gewählt werden. Wenn es S angezeigt ist,
man kann einen Wert zwischen –20.0°C und +60.0°C frei eintasten, wobei
das Vorzeichen mit den -/¯ Cursortasten zu verstellen ist. Die neue
Temperatur kann durch Drücken der Taste ENTER bestätigt werden. Die
Längen werden gleich nach der Veränderung automatisch neu berechnet.
Mit der Taste W/m kann die Anzeige der einzelnen Aderparameter zwischen

14
Widerstandswerte Ra, Rb und Längenwerte La, Lb hin und her geschaltet
werden.
Bemerkung
Die Messgenauigkeit dieser Messung kann etwas verbessert werden, wenn
man vor dem Ablauf die Messleitungen abgleicht. Dies hat aber nur bei
kleinen Widerstandswerten eine Bedeutung (s. Kapitel 6.1.4 Abgleich der
Messleitungen).
3.1.3 Durchgangsprüfung
Diese Messung findet man in MENÜ1/ WIDERSTAND/ DURCHGANGS-
PRÜFUNG. Mit diesem Schnelltest können Kurzschlüsse und niederohmige
Nebenschlüsse im Kabel sowie das Beisein des Kurzschlusses am fernen
Kabelende erkannt werden.
Die Messung wird nach Betreten automatisch gestartet, d.h. die Taste
ST/SP braucht man NICHT zu drücken. Zum Beenden der Messung soll
man die Taste ¬ oder MENÜ drücken.
Es wird stetig zwischen Buchse A (rot) und B (grün) Widerstand gemessen.
Wenn der gemessene Widerstand kleiner als ca. 10 kOhm ist, dann hört
der Anwender einen kontinuierlichen Pfeifton, wenn der Widerstand größer
wird, hört das Gerät mit dem Pfeifen auf.
3.1.4 Abgleich der Messleitungen
Nach dem Ablauf des Abgleichs werden die Widerstände der
Messleitungen bei den Messungen
Widerstand 2-Ader
Widerstand 2-Ader&Erde
Widerstandsdifferenz (WU)
Fehlerortung Murray-Methode
Fehlerortung Dreipunkt-Methode
berücksichtigt. D.h. die hier gemessenen Widerstandswerte werden
gespeichert und in den nachfolgenden Messungen sowohl von den
gemessenen Werten abgezogen als auch in den Berechnungen in Acht
genommen. Dies gilt bis zum Ausschalten des Gerätes nämlich beim
Einschalten werden die dazugehörigen Speicherstellen rückgesetzt.
Messanschaltung
Die Messanschaltung findet man auf dem Display. Die Messleitungen soll
man in die Buchsen E, A, B, C einstecken und ihre freien Enden
miteinander kurzschließen:

0
Bedienungsanleitung KE-FLB

1 Der Abgleich kann durch Drücken der Taste ST/SP


gestartet werden.
Die gemessenen Parameter:
Messleitungswiderstände RA RB RC RE (Widerstände der Eingangsrelais im
Gerät inbegriffen)
Bemerkung:
Sobald die Messprozedur beendet ist, erscheint eine Information über das
Abgleichergebnis. Die gemessenen Widerstände sind normalerweise klein.
Bei fehlerfreien Messleitungen sollten die gemessenen Messleitungs-
widerstandwerte unter 150 mOhm sein.
Wird die Summe der Messleitungswiderstände größer als einige kOhm.
dann erscheint die Warnung: MESSLEITUNGEN NICHT GEEIGNET, und
in den nachkommenden Messungen werden keine Messleitungs-
widerstände in Rücksicht genommen. Das passiert meistens, dann wenn
man das Kurzschließen der freien Leitungsenden vergessen hat.
3.2 Widerstandsdifferenz (WU)
Die Differenz zwischen den einzelnen Aderwiderständen in einer
Doppelader ist meistens sehr klein, wobei die Aderwiderstände selbst viel
größer sein können. Es muss also die kleine Differenz von zwei großen
Widerständen gemessen werden. Deswegen es ist empfohlen vor der
Widerstandsdifferenzmessung die Messleitungsabgleich gemäß Punkt
6.1.4 durchzuführen. Die Betriebsart Widerstandsdifferenz findet man in
MENÜ1/ WIDERSTANDSDIFF.
Messanschaltung
Die Messanschaltung findet man auf dem Display. Das ferne Ende der
gemessenen Doppelader muss kurzgeschlossen und geerdet (zum Schirm
gebunden) sein. An Buchse E (schwarz) soll man den Schirm (Erde) des
Kabels anschließen.

Die Messung kann durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden.
Das Gerät misst zuerst, ob es zwischen den beiden Adern oder/und
zwischen Ader und Erde eine Störspannung anliegt. Die genaue Bedeutung
der angezeigten Spannungswerte ist aus Kapitel 6.8
„Fremdspannungsmessung“ zu entnehmen. Das Ergebnis der
Spannungsmessung wird immer angezeigt und kann durch Drücken der
Taste STO abgespeichert werden. Der Anwender kann entscheiden, ob er
die Messung weitermacht (nochmals Taste ST/SP drücken), oder abbricht
(Taste ¬ drücken). Bei einer anliegenden Störspannung größer als 20.0V
16
(DC oder AC) zwischen den beiden Adern verweigert das Gerät die weitere
Messung, weil das Ergebnis sowieso ungenau wäre.
Um genauere Ergebnisse zu kriegen wird es nicht nur einmal gemessen,
sondern 10mal und von den 10 Ergebnissen wird ein spezieller Mittelwert
berechnet, wobei u. a. die vom Durchschnittwert am meisten abweichenden
höchstens 5 Ergebnisse nicht zugerechnet werden. Die 10 Messungen
dauern eine Weile. Wenn man nicht lange warten will, dann kann die
Messung durch Drücken der Taste ENTER beschleunigt werden, wobei die
Messung gleich beendet und als Ergebnis das bis zu dieser Zeit
entstandenes Teilergebnis angezeigt wird.
Wichtige Bemerkung: die spezifizierte Genauigkeit wird nur für vollständig
durchgeführte Messungen ohne Beschleunigung mit ENTER garantiert!

3.3 Isolationswiderstandsmessung
Die KEFL 10 hat bezüglich Widerstandsmessungen zwei Messbereiche. Im
MENÜ1/ ISOLATION findet man die Messungen mit einem messbaren
Minimalwert von 10 kOhm. Dieser Messbereich ist für Isolations-
widerstandsmessungen an Fernmeldekabeln gut geeignet. Widerstände
unter 10 kOhm (Schleifenwiderstände) können in der Betriebsart MENÜ1/
WIDERSTAND gemessen werden.
Während einer Isolationswiderstandsmessung sollen die fernen Enden der
gemessenen Doppelader weder kurzgeschlossen noch geerdet werden.
D.h. am fernen Ende der Doppelader muss ein Leerlauf gemacht werden.
3.3.1 Kabelmessung 2-Ader & Erde mit EFF 50
Diese Messung findet man in MENÜ1/ ISOLATION/ KABELMESSUNG 2-
ADER & ERDE MIT EFF 50.
Die KE-FLB hat diese einzige Betriebsart die geeignet ist die
Isowiderstände eines Doppeladers genau zu messen. (Bemerkung: bei
Reihenmessung benutzt man auch diese Betriebsart zur Isomessung, s.
Reihenmessung). Nämlich die Kapazitäten der Doppelader werden auch
beachtet. Diese müssen vor der Messung vollständig aufgeladen werden
erst danach kann man genaue Messergebnisse bekommen. Die
Empfehlung von ITU-T (früher CCITT) bezüglich
Isolationswiderstandsmessung von Fernmeldekabeln lautet so:
„In a length of cable, the insulation resistance measured between a
conductor and all the other conductors connected together, and to the
earthed sheath, should not be less than 10 000 MOhm/km, the potential
difference used being at least 100 volts and not greater than 500 volts. The
reading shall be made after electrification for one minute, the
temperature being at least 15°C.” (s. Rec. G.611 Punkt 1.5)
Also: die Messspannung müsste 1 Minute lang angelegt werden, bevor man
das Ergebnis vom Display abliest. Die KE-FLB hat eine Messspannung von
100V DC und hält die Messspannung vor dem Ablesen nur eine halbe
Bedienungsanleitung KE-FLB

Minute lang angelegt. Eine halbe Minute Messzeit ist auch nach unseren
Ansichten genügend um es zu entscheiden, ob die Isowiderstände der
Doppelader gesund sind.
Nach der Messung müssen diese Leitungskapazitäten entladen werden.
In dieser Messung werden die sogenannten Betriebswiderstände zwischen
Ader a – Ader b; Ader a - Erde; Ader b - Erde gemessen. Eine genaue
Definition dieser Widerstände ist in Kapitel 6.3.3 „Definition der
Isolationswiderstände“ gegeben. Um diese Widerstände zu messen führt
das Gerät drei voneinander unabhängige Zweipunktmessungen durch:
zwischen Anschlusspunkten A (rot) und B (grün)
zwischen Anschlusspunkten A (rot) und E (schwarz)
zwischen Anschlusspunkten B (grün) und E (schwarz)
Das EFF 50 muss während dieser Messung in das Gerät gesteckt sein.
Ohne dies geht die Messung nicht!
Messanschaltung

Die vereinfachte Messanschaltung findet man auf dem Display. Das ferne
Ende der gemessenen Doppelader muss in Leerlauf und ungeerdet (d.h.
NICHT zum Schirm gebunden) sein. An Buchse E (schwarz) des EFF 50
soll man den Schirm (Erde) des Kabels anschließen.
Die Messanschaltung etwas ausführlicher, wie auf dem Gerätedisplay:

Messprozess:
Der Messprozess kann durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden
und besteht aus den drei Teilmessungen der drei Parametern (s. unten).
Während einer Teilmessung wird es dreimal gemessen, die
(Teil)Ergebnisse werden ohne jede Durchschnittbildung angezeigt. Die
Messspannung ist ganz bis zum Ende der Teilmessung angeschaltet.
Vor und nach den einzelnen Teilmessungen werden die Kabelkapazitäten
immer entladen. Während der Entladungen sind alle Tasten
ausgenommen EIN/AUS und LICHT inaktiv!
Wenn die Warnung „BITTE WARTEN!“ erscheint, sind die Tasten
ausgenommen EIN/AUS und LICHT auch inaktiv! Diese Warnung
erscheint dreimal während der Messung und solange sie angezeigt wird ist
das Gerät mit der Steuerung des EFF 50 beschäftigt.
Wenn der Anwender keine genaue Messwerte braucht, dann kann er die
Teilmessungen durch Drücken der Taste ENTER beschleunigen. Diese
Funktion ist z.B. dann nutzbar, wenn der Anwender ein Kabel schnell
durchmessen will, um zu wissen, welcher Teil des Kabelquerschnittes nass
geworden ist. In diesem Fall will er viele schnelle Messungen machen um
zu sehen, ob die Isolationen der einzelnen Doppeladern im Kabel nieder-
oder hochohmig sind. Haargenaue Ergebnisse werden dabei nicht erwartet.
Nach Drücken von ENTER wird die laufende Teilmessung abgebrochen
und als Ergebnis wird das zuletzt entstandene Teilergebnis genommen.

18
Wenn es bis zu diesem Punkt kein Teilergebnis entstanden ist, dann wird
kein Ergebnis angezeigt. Nach Drücken von ENTER startet das Gerät die
Entladung und dann die nächste Teilmessung.
Wichtige Bemerkung: die spezifizierte Genauigkeit wird nur für vollständig
durchgeführte Messungen ohne Beschleunigung mit ENTER garantiert!
Die gemessenen Parameter:
Isolationswiderstand RIso gemessen zwischen Ader a und b
Isolationswiderstand RaE gemessen zwischen Ader a und Schirm
Isolationswiderstand RbE gemessen zwischen Ader b und Schirm
Eine genaue Definition dieser Widerstände ist in Kapitel 6.3.3 gegeben.

Mögliche spezielle Aktionen nach der Messung:


Wenn die Kabellänge bekannt ist, dann kann es nach Drücken der Taste
W/m eingetastet werden. Daraus werden die Isowiderstandswerte für eine
Kabellänge von 1 Kilometer berechnet (W/km Werte).
Bemerkungen:
Obwohl das EFF 50 gegen störende Längsspannungen genügend Schutz
gibt, kann diese Messung von anwesenden Gleichströmen stark gestört
werden. Wenn die gemessenen Widerstände hochohmig (d.h. im Gigaohm-
Bereich) sind, dann können auch sogar kleine Störströme große Messfehler
verursachen.
Das EFF 50 darf nur in der Betriebsart „KABELMESSUNG 2-ADER &
ERDE MIT EFF 50“ angewendet werden! Wird diese Betriebsart verlassen,
dann muss das EFF 50 unbedingt entfernt werden.
3.3.2 2-Ader ohne EFF 50
Diese Messung findet man in MENÜ1/ ISOLATION/ 2-ADER OHNE
EFF 50 und ist für die Bestimmung hochohmiger ohmscher Widerstände
größer als 10 kOhm konstruiert worden. Während dieser Messung erfolgt
keine Aufladung und Entladung wie bei der Kabelmessung s.Kapitel 6.3.1.
Diese Messung ist daher für Kabelmessungen NICHT geeignet!
Messanschaltung
Der zu messende Widerstand soll in Buchse A (rot) und B (grün) gesteckt
werden, wie es auf dem Gerätedisplay dargestellt ist. Die Messung kann
durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden.
Die gemessenen Parameter:
Widerstand R zwischen Buchse A (rot) und B (grün)
0 Mögliche spezielle Aktionen nach der Messung:
keine
3.3.3 Definition der Isolationswiderstände
Die KEFL 10 modelliert die Isolationswiderstände einer Doppelader im
Kabel auf diese Weise:
Bedienungsanleitung KE-FLB

RIso = W ab || ( W aE + W bE )
RaE = W aE || ( W ab + W bE )
RbE = W bE || ( W ab + W aE )

Im Modell stehen a und b für die zwei Adern der Doppelader, E steht für
den den Kabelschirm (Erde).
W ab, W aE, W bE nennen wir physische Widerstände. W ab kann man z.B. so
messen, dass man die Ader b mit dem Kabelschirm (Erde) und mit allen
anderen Adern im Kabel ausgenommen Ader a kurzschließt und den
Widerstand zwischen Ader a und Ader b misst.
RIso, RaE, RbE nennen wir Isolations-Betriebswiderstände und sind eigentlich
die Widerstände, die ein Techniker nur einfach Isolationswiderstände nennt.
Die werden in der Praxis mit einem zweipoligen Messgerät gemessen um
es zu entscheiden ob das Kabel gesund ist.
Isolations-Betriebswiderstände sind also Gesamtwiderstände zwischen je
zwei Punkten: Ader gegen Ader, oder Ader gegen Erde.
Bemerkung:
Das Kabel besteht nicht nur aus einer Doppelader. Die physischen
Widerstände zu anderen Adern im Kabel sind in der Skizze und den
Formeln der Einfachheit halber nicht eingetragen worden, aber da es
Gesamtwiderstände zwischen je zwei Punkten gemessen werden,
beeinträchtigen auch solche Widerstände die Messwerte.
3.4 Kapazitätsmessung

3.4.1 Kapazitive Unsymmetrie


Die Differenz zwischen den einzelnen Ader-Erde Kapazitäten in einem
Doppelader wird mit der sogenannten Kapazitiven Unsymmetrie
gekennzeichnet, die auf folgende Weise definiert ist:

wobei CaE und CbE die einzelnen Ader-Erde Kapazitäten sind.


Diese Messung findet man in MENÜ1/ KAPAZITÄT/ KAPAZITIVE
UNSYMMETRIE.
Messanschaltung
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Die Messanschaltung findet man auf dem Display. Das ferne Ende der
gemessenen Doppelader muss in Leerlauf sein. An Buchse E (schwarz)
soll man den Schirm (Erde) des Kabels anschließen.

Die Messung kann durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden.
Um genauere Ergebnisse zu kriegen wird es nicht nur einmal gemessen,
sondern 10mal und von den 10 Ergebnissen wird ein spezieller Mittelwert
berechnet, wobei u. a. die vom Durchschnittwert am meisten abweichenden
höchstens 5 Ergebnisse nicht zugerechnet werden. Die 10 Messungen
dauern eine Weile. Wenn man nicht lange warten will, dann kann die
Messung durch Drücken der Taste ENTER beschleunigt werden, wobei die
Messung gleich beendet und als Ergebnis das bis zu dieser Zeit
entstandenes Teilergebnis angezeigt wird.
Wichtige Bemerkung: die spezifizierte Genauigkeit wird nur für vollständig
durchgeführte Messungen ohne Beschleunigung mit ENTER garantiert!
Die gemessenen Parameter:
Lx/L (Diese Messung ist als eine Unterbrechungmessung implementiert,
Aderbruch ist ca. am fernen Kabelende. Bedeutung dieses Parameters s. in
Kapitel 6.6.1 „Aderbruch ohne Erdschluss“)
Csym kapazitive Unsymmetrie, auch in Prozenten gegeben
CaE - CbE Verhältnis (d.h. CaE>CbE, CaE<CbE oder CaE=CbE)

3.4.2 2-Ader & Erde


Diese Messung findet man in MENÜ1/ KAPAZITÄT/ 2–ADER & ERDE.
Messanschaltung
Die Messanschaltung findet man auf dem Display. Das ferne Ende der
gemessenen Doppelader muss in Leerlauf sein. An Buchse E (schwarz)
soll man den Schirm (Erde) des Kabels anschließen.

Die Messung kann durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden.
Die gemessenen Parameter:
Cab Kapazität zwischen Ader a – Ader b und Verlustwinkel tan d
CaE Kapazität zwischen Ader a – Erde und Verlustwinkel tan d
CbE Kapazität zwischen Ader b – Erde und Verlustwinkel tan d
Cm Betriebskapazität der Doppelader berechnet aus der Formel:
Bedienungsanleitung KE-FLB

3.4.3 2-Ader
Diese Messung findet man in MENÜ1/ KAPAZITÄT/ 2 – ADER.
Messanschaltung
Die Messanschaltung findet man auf dem Display. Das ferne Ende der
gemessenen Doppelader muss in Leerlauf sein. Der gemessene
Kabelkennwert Cab ist eigentlich die Betriebskapazität.

Die Messung kann durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden.
Die gemessenen Parameter:
Cm Betriebskapazität und Verlustwinkel tan d
0 Mögliche spezielle Aktionen nach der Messung:
Nach Drücken der Taste W/m kann eine bekannte Kabellänge eingetastet
werden. Daraus wird der nF/km Wert berechnet.
3.5 Fehlerortung
Wenn die Isolationswiderstände (Ader-Ader, Ader-Erde) einer oder
mehrerer Doppelader im Kabel zu klein sind, dann spricht man über einen
Kabel(isolations)fehler. Dies kommt meistens nach starken Regenfällen
wegen Durchnässung des Isolationsmaterials vor, wobei das Kabel
typischerweise nicht auf ihrer ganzen Länge nass wird, sondern nur an
diskreten Stellen. Um den Fehler zu beseitigen sind zuerst diese Stellen zu
finden. Dieser Prozess heißt Fehlerortung. Die KEFL 10 nimmt bei den
Berechnungen immer an, dass es nur eine solche Stelle im gemessenen
Kabel gibt. Wenn es nicht der Fall ist, dann muss man das Kabel in
Strecken mit nur einem Fehlerort zerlegen und die Strecken einzeln
nacheinander abmessen.
Wenn das Messpersonal Glück hat sind nicht alle Doppelader im Kabel
nass, das Wasser ist nur in einen Teil des Querschnittes hineingedrungen.
In diesem Fall können die gesunden Adern bei der Fehlerortung gut benutzt
werden.
Es gibt viele Messmethoden für solche Fehlerortungen. In der KEFL 10 sind
folgende implementiert:
Murray-Methode
Dreipunkt-Methode (Graf-Methode)
22
Küpfmüller-Methode
Herpy-Methode
Gemeinsam für alle Fehlerortsmessungen mit der KEFL 10 ist, dass der
Schleifenwiderstand der gemessenen Doppelader kleiner als ca. 10 kOhm
sein muss.
Die Fehlerortsmessungen sind alle in MENÜ1/ FEHLERORTUNG zu
finden. In diesem Untermenü gehört zu jedem Menüpunkt ein kurzer
Hinweis, der nach Drücken der Taste HILFE gelesen werden kann. (Den
Cursor zuerst auf die Messung bewegen!)
3.5.1 MURRAY Methode
Diese Methode ist nur dann nutzbar, wenn nur eine Ader der gemessenen
Doppelader fehlerhaft ist. D.h. der Ader-Erde Isolationswiderstand
(Erdschlusswiderstand) der gesunden Ader muss mindestens 1000-mal
größer sein als die der fehlerhaften Ader, nur in diesem Fall wird die
angegebene Messgenauigkeit garantiert. Der Isolationswiderstand der
gesunden Ader darf aber auch dann nicht kleiner als 10 MOhm sein, wenn
der Erdschlusswiderstand kleiner als 10 kOhm ist.

Man muss für die Messung nicht unbedingt die beiden Adern einer einzigen
Doppelader verwenden. Wenn nicht der ganze Querschnitt des Kabels
nass geworden ist, dann kann man eine Ader aus einer gesunden und die
andere Ader aus einer nassen Doppelader nehmen. Hauptsache dabei ist,
dass die beiden ausgewählten Adern aus dem gleichen Material bestehen
und gleiche Länge, gleichen Durchmesser haben müssen.
Messanschaltung
Die Messanschaltung findet man auf dem Display. Die gesunde Ader muss
man in Buchse B (grün), die fehlerhafte Ader in Buchse A (rot) stecken. Die
fernen Enden der beiden Adern müssen kurzgeschlossen werden. An
Buchse E (schwarz) soll man den Schirm (Erde) des Kabels anschließen.

Die Messung kann durch Drücken der Taste ST/SP gestartet werden.
Das Gerät misst zuerst, ob es zwischen den beiden Adern oder/und
zwischen Ader und Erde eine Störspannung anliegt. Die genaue Bedeutung
der angezeigten Spannungswerte ist aus Kapitel 6.8
Fremdspannungsmessung zu entnehmen. Das Ergebnis der
Spannungsmessung wird immer angezeigt und kann durch Drücken der
Taste STO abgespeichert werden. Der Anwender kann entscheiden, ob er
die Messung weitermacht (noch einmal Taste ST/SP drücken), oder
Bedienungsanleitung KE-FLB

abbricht (Taste ¬ drücken). Bei einer anliegenden Störspannung größer


als 20.0V (DC oder AC) zwischen den beiden Adern verweigert das Gerät
die weitere Messung, weil das Ergebnis sowieso ungenau wäre.
Die gemessenen Parameter:
Rx Aderwiderstand zwischen Gerät und Fehlerort
Rs Schleifenwiderstand
WaE Erdschlusswiderstand der Ader a
Lx/L relative Fehlerortentfernung bezogen auf die ganze Kabellänge vom
Gerät gerechnet (also Lx/L=1.000 heißt Fehlerort am fernen Ende,
Lx/L=0.500 heißt Fehlerort bei halber Länge usw. Lx/L>1.000 heißt Fehler
in Ader b, also falsche Verdrahtung)
Fehlerentfernung (FEHLER) berechnet aus Rs und Lx/L mit
Berücksichtigung der angezeigten ADER und TEMP Werten.
Kabellänge (LÄNGE) berechnet aus Rs mit Berücksichtigung der
angezeigten ADER und TEMP Werten.
0 Mögliche spezielle Aktionen nach der Messung:
Nach Drücken der Taste ADER kann der Adertyp verändert werden.
(Adertyp ist mit Material der Ader (CU: Kupfer / AL: Alu), Durchmesser und
m/W Wert definiert. Wie man mit Adertypen umgehen soll, kann man aus
Kapitel 7 Kabelparameter entnehmen.) Mit den ¬/® Cursortasten kann
man den Adertyp auswählen, die Auswahl kann durch Drücken der Taste
ENTER bestätigt werden, das Wiederdrücken der Taste ADER bricht den
Verstellvorgang ab. Die Längen werden gleich nach der Veränderung
automatisch neu berechnet.
Nach Drücken der Taste TEMP kann der Temperaturwert verändert
werden. Mit den ¬/® Cursortasten kann man von den Temperaturwerten
Default (D), zuletzt gemessen (M), einstellbar (S) gewählt werden. Wenn es
S angezeigt ist, man kann einen Wert zwischen –20.0°C und +60.0°C frei
eintasten, wobei das Vorzeichen mit den -/¯ Cursortasten zu verstellen ist.
Die neue Temperatur kann durch Drücken der Taste ENTER bestätigt
werden. Die Längen werden gleich nach der Veränderung automatisch neu
berechnet.
Wenn der Anwender die Kabellänge (eventuell aus einem
Kabelverlegungsplan) genau kennt, dann kann er dies nach Drücken der
Taste W/m eintasten. Die Bestätigung der Eingabe erfolgt durch Drücken
der Taste ENTER. Jetzt berechnet das Gerät anders: der Fehlerort und die
Kabellänge werden nur aus dem gemessenen Lx/L-Wert und der
eingegebenen Länge ohne Berücksichtigung der gemessenen Widerstände
berechnet. Nach Wiederdrücken der Taste W/m kehrt das Gerät zur
normalen Berechnungsweise zurück.
Bemerkungen:
Die Messgenauigkeit dieser Messung kann etwas verbessert werden, wenn
man vor dem Ablauf die Messleitungen abgleicht. Dies hat aber nur bei

24
kleinen Widerstandswerten eine Bedeutung (s. Kapitel 6.1.4 Abgleich der
Messleitungen).
3.5.2 DREIPUNKT Methode
Die zweite Methode ist die Dreipunkt (Graf) Methode. Diese ist
anwendbar, wenn die Adern des Kabels inhomogen sind. Beispielsweise
die zwei Adern im Paar unterschiedliche AderÆ Werte oder Materialen
haben und nur eine Ader Erdschluss hat. Um die spezifizierte Genauigkeit
zu erreichen, soll das Isolationsverhältnis der guten Ader zur Fehlerader
mindestens 1000 betragen. Der Isolationswiderstand der guten Ader darf
aber auch dann nicht kleiner als 10 MOhm sein, wenn der
Erdschlusswiderstand kleiner als 10 kOhm ist.
Bei der Dreipunkt Methode wird eine dritte Hilfsader zwischen der KE-FLB
und dem fernen Ende des gemessenen Paares benötigt.
Es können auch zwei beliebig lange Hilfsleitungen aus einem anderen
Kabel zur fehlerhaften Ader benutzt werden. Man darf aber nicht vergessen,
falls die gute Ader und die Fehlerader in dem selben Kabel läuft, dann wird
die Längsspannungsstörung durch die Unsymmetriedämpfung unterdrückt.
Läuft aber nur die Fehlerader in dem zu messenden Kabel, dann kann man
mit dieser Unsymmetriedämpfung schon nicht rechnen und deswegen wird
die Längsspannungsstörung viel größer!
Messverfahren
Wählen sie die DREIPUNKT Messart aus dem Fehlerortung Untermenü.
Nach Drücken von ENTER zeigt das erscheinende Display die Anschaltung
der Kabeladern mit den KEFL 10 Anschlüssen.

oder
Bedienungsanleitung KE-FLB

Diese Anschaltung ist durchzuführen. Am fernen Ende werden die zu


messenden drei Adern verbunden. Mit Drücken von ST/SP wird die
Messung begonnen.

Das Gerät misst zuerst, ob es zwischen den beiden Adern oder/und


zwischen Ader und Erde eine Störspannung anliegt. Die genaue Bedeutung
der angezeigten Spannungswerte ist aus Kapitel 6.8
Fremdspannungsmessung zu entnehmen. Das Ergebnis der
Spannungsmessung wird immer angezeigt und kann durch Drücken der
Taste STO abgespeichert werden. Der Anwender kann entscheiden, ob er
die Messung weitermacht (noch einmal Taste ST/SP drücken), oder
abbricht (Taste ¬ drücken). Bei einer anliegenden Störspannung größer
als 20.0V (DC oder AC) zwischen den beiden Adern verweigert das Gerät
die weitere Messung, weil das Ergebnis sowieso ungenau wäre.

Sobald die Messprozedur beendet ist, erscheint das Resultat Display mit
folgenden Messergebnissen:
Widerstände Ra und Rb (Rc) der a und b(c) Adern zwischen der
Verbindung am fernen Ende und den KEFL 10 Anschlüssen,
Schleifenwiderstand Rs,
Erdschlusswiderstand WaE der a Ader,
Relative Entfernung Lx/L bis Fehlerort,
Ader und Temp. (Temperatur) vom Kabel,
Fehler (Fehlerortentfernung) und Länge (Kabellänge).
HINWEIS: Lx/L>1, bedeutet der Fehler ist auf der Ader, die an Buchse B
angeschlossen ist.
3.5.3 KÜPFMÜLLER Methode
Die dritte Methode ist eine verbesserte Version der wohlbekannten
Küpfmüller Methode. Diese Methode ist anwendbar, wenn die beiden
Adern des Paares die gleichen AderÆ Werte, bzw. die gleichen
Widerstände haben und beide Adern Erd- und Nebenschluss haben. Um
genaue Messergebnisse zu bekommen die Messanschaltung muss die
folgenden Bedingungen erfüllen:
26
Das Verhältnis der zwei Erdschlusswiderstände muss größer als
1 zu 1,1 sein, d.h. die Bedingung
WaE
0,9 > –––– > 1,1
WbE
muss erfüllt werden.

Der Nebenschlusswiderstand zwischen den beiden Adern muss


mindestens das hundertfache des gemessenen Rx Widerstandes sein.
(WaE +WbE => 100 x Rx)

Sind die Erdschlusswiderstände klein und liegt eine DC Fremdspannung an


den Erdschlusswiderständen, dann wird ein DC-Fremdstrom die Messung
stören. Es ist deswegen besonders wichtig vor jede Messung, in der
Betriebsart Fehlerortung / DC-Stromtest die Größe von dem DC-
Störstrom zu kontrollieren (siehe Kapitel 6.5.6). Der DC-Störstrom darf nicht
größer als ca. 80 uA sein.

Die KE-FLB anwendet die Küpfmüller Methode in drei verschiedene


Betriebsarten:
Küpfmüller manuell:
In dieser Betriebsart die KE-FLB macht zwei Teilmessungen (eine
mit offenem Adelpaarende und eine mit kurzgeschlossenem
Adelpaarende) und berechnet den Fehlerort laut den klassischen
Küpfmüller – Gleichungen.
DTAG Methode mit ES 2002:
In dieser Betriebsart wird an dem fernen Ende des Adelpaars der
Schleifenschalter ES 2002 angeschlossen. Nach der Synchronisierung
macht die KEFL 10 insgesamt sechzehn Teilmessungen (acht mit offenen
Adelpaarende und acht mit kurzgeschlossenen Adelpaarende). Zu den
Messungen wird eine DC Messspannung angewendet. Der Mittelwert der
Lx/L Werten wird von den gemessenen Stromverteilungswerten berechnet.
Diese Messmethode kann bei hochohmigen, aber schwankenden
Erdschlusswiderstandswerten günstig sein.
HERPY Methode mit ES 2002
In dieser Betriebsart wird an dem fernen Ende des Adelpaars der
Schleifenschalter ES 2002 angeschlossen. Nach der Synchronisierung
macht die KEFL 10 insgesamt sechzehn Teilmessungen (acht mit offenen
Adelpaarende und acht mit kurzgeschlossenen Adelpaarende). Zu den
Messungen wird eine AC Messspannung angewendet. Der Mittelwert der
Lx/L Werten wird von den gemessenen Stromverteilungswerten berechnet.
Diese Messmethode kann bei niederohmigen, aber schwankenden
Erdschlusswiderstandswerten auch dann günstig sein, wenn die
Messspannung kleine schwankenden elektrolytischen Gegenspannungen
erzeugt.
Bedienungsanleitung KE-FLB

3.5.4 KÜPFMÜLLER manuell Methode

Messverfahren
Das Verfahren verlangt zwei Messungen.
Wählen sie die Küpfmüller / Küpfmüller manuell Messart aus dem
Fehlerortung Untermenü. Nach Drücken von ENTER zeigt das
erscheinende Display die Anschaltung der Kabeladern mit den KE-FLB
Anschlüssen.

Diese Anschaltung ist durchzuführen. Während der ersten Messung sind


die Leitungen am fernen Ende des Paares offen. Mit Drücken von ST/SP
wird die erste Messung mit offenen fernen Enden begonnen.
Das Gerät misst zuerst, ob es zwischen den beiden Adern oder/und
zwischen Ader und Erde eine Störspannung anliegt. Die genaue Bedeutung
der angezeigten Spannungswerte ist aus Kapitel 6.8
Fremdspannungsmessung zu entnehmen. Das Ergebnis der
Spannungsmessung wird immer angezeigt und kann durch Drücken der
Taste STO abgespeichert werden. Der Anwender kann entscheiden, ob er
die Messung weitermacht (noch einmal Taste ST/SP drücken), oder
abbricht (Taste ¬ drücken). Bei einer anliegenden Störspannung größer
als 20.0V (DC oder AC) zwischen den beiden Adern verweigert das Gerät
die weitere Messung, weil das Ergebnis sowieso ungenau wäre.

Sobald die erste Messung beendet ist, erscheint das nächste Display mit
einem Hinweis, am fernen Ende die Leitungen des Paares zu verbinden.
Durch Drücken von ST/SP beginnt die zweite Messung mit dem
kurzgeschlossenen Kabel. Sobald die zweite Messung beendet ist,
erscheint das Resultat Display mit folgenden Messergebnissen:

Widerstand Rx zwischen dem Fehlerort und den KEFL 10 Anschlüssen,


Schleifenwiderstand Rs,
Erdschlusswiderstände WaE und WbE der a und b Adern,
Relative Entfernung Lx/L bis Fehlerort,
Ader und Temp. (Temperatur) vom Kabel,
Fehler (Fehlerortentfernung) und Länge (Kabellänge).

28
3.6 Unterbrechung
Das Verfahren um den Unterbrechungsort in einem Kabel zu finden, ist von
der Zahl der unterbrochenen Adern abhängig.

Falls beide Adern des Paares unterbrochen sind, findet man den
Aderbruchort, in dem man die Kapazitäten des fehlerhaften und eines
fehlerfreien (guten) Paares misst, wie in Abschnitt 6.4.1 geschildert. Nach
der Messung ergibt sich der Fehlerort als

Lx Cfehlerhaft
––– = –––––––
L Cfehlerfrei

Falls nur eine Ader des Paares unterbrochen ist, ist die Prozedur für das
auffinden des Aderbruchort davon abhängig, ob es sich um einen einfachen
Aderbruch, d.h. einen Aderbruch ohne Erdschluss, oder einen Aderbruch
mit Erdschluss handelt.

3.6.1 Aderbruch ohne Erdschluss

Messverfahren
Wählen sie die Messart ADERBRUCH OHNE ERDSCHLUSS aus dem
Untermenü Unterbrechung und drücken sie ENTER. Das erscheinende
Display zeigt die Anschaltung der Adern mit den KE-FLB Anschlüssen.

Diese Anschaltung ist durchzuführen. Am fernen Ende werden die zwei


Adern des zu messenden Paares verbunden. Mit Drücken von ST/SP wird
die Messung begonnen. Sobald die Messprozedur beendet ist, erscheint
das Resultat Display mit dem folgenden Messergebnis:
Relative Entfernung Lx/L zum Aderbruch

Durch die Bemerkung ”zur Kabellängen Eingabe die Taste W/m drücken”
wird der Anwender darauf aufmerksam gemacht, den Wert der Kabellänge
in Meter einzutragen (bekannt z.B. aus den Planunterlagen). Mit der
Betätigung der Taste W/m wird das Feld für L invertiert und die tatsächliche
Länge vom Kabel wird dann mit den numerischen Tasten eingetragen. Der
Bedienungsanleitung KE-FLB

eingetragene Wert von L wird mit ENTER bestätigt, worauf die Invertierung
verschwindet und Lx, die Entfernung des Aderbruches in Meter angezeigt
wird.
3.6.2 Aderbruch mit Erdschluss

Messverfahren
Wählen sie die Messart ADERBRUCH MIT ERDSCHLUSS aus dem
Untermenü Unterbrechung und drücken sie ENTER. Das erscheinende
Display zeigt die Anschaltung der Adern mit den KE-FLB Anschlüssen.

Diese Anschaltung ist durchzuführen. Am fernen Ende werden die zwei


Adern des zu messenden Paares verbunden. Mit Drücken von ST/SP wird
die Messung begonnen. Sobald die Messprozedur beendet ist, erscheint
das Resultat Display mit folgenden Messergebnissen:
Relative Entfernung Lx/L zum Aderbruch,
Isolationswiderstand WaE zwischen der a Ader und der Erde,
Isolationswiderstand WbE zwischen der b Ader und der Erde.
Durch die Bemerkung ”zur Kabellängen Eingabe die Taste W/m drücken”
wird der Anwender darauf hingewiesen, den Wert der Kabellänge in Meter
einzutragen (bekannt z.B. aus den Planunterlagen). Mit der Betätigung der
Taste W/m wird das Feld für L invertiert und die tatsächliche Länge des
Kabels wird dann mit Betätigung der numerischen Tasten eingetragen.

Der eingetragene Wert von L wird mit ENTER bestätigt, worauf die
Invertierung verschwindet und Lx, die Entfernung zum Aderbruch in Meter
angezeigt wird.
3.7 Adernvertauschung
Bei Montagearbeiten an Neuanlagen und Änderungen von Kabelanlagen
werden die Adernverbindungen in einer vorgegebenen Zählweise
verbunden. Während dieser Arbeiten können manchmal zwei Adern zweier
Paare eines Vierers vertauscht werden. Dies hat je nach Teillänge des
vertauschten Abschnitts einen großen Symmetriefehler zur Folge. Diese
falsche Verbindung nennt man Adernvertauschung. Oftmals wird diese
durch eine nochmalige Rückvertauschung der Adern behoben, es handelt
sich dann um eine Doppelte Vertauschung.

30
Die KE-FLB ist geeignet, die einfache Vertauschung an einer Stelle oder die
doppelte Vertauschung an zwei Stellen durch Kapazitätsmessung zu orten.
3.7.1 Einfache Adernvertauschung
Messverfahren
Wählen sie die Messart EINFACHE ADERNVERTAUSCHUNG aus dem
Untermenü Adernvertauschung und drücken sie ENTER. Das
erscheinende Display zeigt die Anschaltung der Adern mit den KEFL 10
Anschlüssen.

Diese Anschaltung ist durchzuführen. Mit Drücken von ST/SP wird die
Messung begonnen. Sobald die Messprozedur beendet ist, erscheint das
Resultat Display mit dem folgenden Messergebnis:
Relative Entfernung Lx/L der Adernvertauschung
Durch die Bemerkung ”zur Kabellängen Eingabe die Taste W/m drücken”
wird der Anwender darauf hingewiesen, den Wert der Kabellänge in Meter
einzutragen (bekannt z.B.den Planunterlagen). Mit der Betätigung der Taste
W/m wird das Feld für L aus invertiert und die tatsächliche Länge vom
Kabel wird dann mit den numerischen Tasten eingetragen. Der
eingetragene Wert von L wird mit ENTER bestätigt, worauf die Invertierung
verschwindet und Lx, die Entfernung der Adernvertauschung in Meter
angezeigt wird.

3.7.2 Doppelte Adernvertauschung


Messverfahren
Dieses Verfahren besteht aus zwei Messungen. Wählen sie die Messart
DOPPELTE ADERNVERTAUSCHUNG aus dem Untermenü Adernver-
tauschung und drücken sie ENTER. Das erscheinende Display zeigt die
Anschaltung der Adern mit den KEFL 10 Anschlüssen.
Bedienungsanleitung KE-FLB

Diese Anschaltung ist durchzuführen. Während der ersten Messung sind


die Enden der zwei Paare offen. Mit Drücken von ST/SP beginnt die erste
Messung mit offenen fernen Enden.
Sobald die erste Messprozedur beendet ist, erscheint der Text ”die Adern
a&b am fernen Enden Verbinden”. Nach dem Verbinden der Adern des a/b
Paares wird durch Drücken von ST/SP die zweite Messung begonnen.

Sobald die Messprozedur beendet ist, erscheint das Resultat Display mit
folgenden Messergebnissen:
· Relative Entfernung L1/L der ersten Adernvertauschung,
· Relative Entfernung zwischen der ersten und der zweiten
Adernvertauschung, L2/L,
· Relative Entfernung zwischen der zweiten Adernvertauschung und
dem Kabelende, L3/L.
Nach Eingabe der Kabellänge (wie bei der einfachen Adernvertauschung)
werden die Entfernungen L1, L2 und L3 in Meter angezeigt.

Bemerkung
Die Messung in Messart Doppelte Adernvertauschung, beruht auf
Kapazitätsmessung und kann ungenau werden, falls ein Kabel mit kleinem
AderÆ und hohem Widerstand gemessen wird. In diesem Fall wird die
Länge L2 nicht vom Kabelwiderstand beeinflusst und kann somit genau
gemessen werden. Anderseits sind die Messergebnisse für L1 und L3 vom
Kabelwiderstand abhängig und können somit ungenau gemessen werden.
In diesem Fall wird der Anwender durch eine erscheinende Warnung auf
die verminderte Genauigkeit hingewiesen.

3.8 Fremdspannungsmessung
Zweck dieser Untersuchung ist die Messung der u.U. am Kabel
vorhandenen DC und AC Fremdspannungen.
Messverfahren

32
Wählen sie die Fremdspannung Messart aus dem Hauptmenü und
drücken sie ENTER. Das erscheinende Display zeigt die Anschaltung der
Adern mit den KEFL 10 Anschlüssen.

Entsprechend dem erscheinenden Display werden die Fremdspannungen


Uab zwischen den Adern a und b, bzw. die Fremdspannungen UaE und
UbE zwischen Ader a und Erde, bzw. b und Erde gleichzeitig gemessen.
Nach Anschließen der zu messenden Adern und Erde beginnt die Messung
mit Drücken von ST/SP. Sobald die Messprozedur beendet ist, erscheint
das Resultat Display mit den gemessenen DC und AC Spannungs-
komponenten:
Uab VDC Fremdspannung zwischen Adern a und b
UaE VDC Fremdspannung zwischen Ader a und Erde
UbE VDC Fremdspannung zwischen Ader b und Erde
Uab VAC Fremdspannung zwischen Adern a und b
UaE VAC Fremdspannung zwischen Ader a und Erde
UbE VAC Fremdspannung zwischen Ader b und Erde
Die erste Messung wird in Intervallen von einigen Sekunden automatisch
wiederholt und das Resultat Display somit periodisch erneuert. Die sich
wiederholende Messung wird abgestellt, sobald die ST/SP Taste gedrückt
wird. Somit können sich langsam ändernde Fremdspannungen überwacht
werden
Wichtige Bemerkung:
Die Spannungen UaE VDC und UbE VDC, bzw, UaE VAC und UbE VAC
werden nicht von einander unabhängig gemessen, sonder werden von den
gemessenen symmetrischen (Uab = Usym) und Gleichtaktspannungs-
komponenten (Uglt) berechnet.
Bedienungsanleitung KE-FLB

3.9 Reihenmessung
Während der Qualitätskontrolle vieladriger Kabel kann es notwendig
werden, die grundlegenden Parameter aller Adernpaare, in der Reihenfolge
ihrer laufenden Nummer zu messen. In der Reihenmessung Messart
werden folgende Parameter von der KE-FLB gemessen:
· Die Isolationswiderstände WaE und WbE zwischen den einzelnen
Adern des Paares und der Erde (Schirmung),
· Der Schleifenwiderstand Rs des Paares und der Wider-
standsunterschied DR zwischen den beiden Adern des Paares.

Die Messart ISOLATION / 2-ADERN & ERDE dient zur Messung der
Isolationswiderstände WaE und WbE, während die Messart WIDER-
STANDSDIFF. zur Messung der Widerstände Rs und DR verwendet wird .
Diese Messarten sind zwar direkt vom MENÜ 1 aufrufbar, dennoch ist es
für Serienmessungen zweckmäßiger, die aus der Betriebsart
Reihenmessung aufrufbaren Messarten ISOLATION und WIDER-
STANSDIFF. zu wählen.
Diese Messarten bieten, im Vergleich zu den aus MENÜ 1 aufrufbaren
Messarten, zwei wichtige zusätzliche Leistungen:
· Beide aus der Betriebsart Reihenmessung aufrufbaren Messarten
fragen vor dem Starten der Messung, nach der der laufenden Nummer PXX
des zu messenden Adernpaares. Die angezeigte laufende Nummer wird mit
ENTER bestätigt, worauf die Messung mit ST/SP gestartet wird. Nach
Beendung der Messprozedur kann das Messergebnis mit STO gespeichert
werden. Nach erneutem Drücken der ST/SP Taste wird die gleiche
Messung nochmals aufgerufen und die Eingabe der Nummer PXX des
nächsten Adernpaares abgefragt. Diese wird wieder mit ENTER bestätigt.
Darauf kann die zweite Messung mit ST/SP gestartet werden. Das folgende
Messergebnis kann wieder mit STO gespeichert werden. Dieser Prozeß
wird soweit fortgesetzt, bis die durchgeführten Messungen beendet sind.
Danach wird die zweite Messart aufgerufen und alle Adernpaare werden in
34
der gleichen Weise durchgemessen und die Messergebnisse
abgespeichert.
Die in der Betriebsart Reihenmessung erhaltenen Messergebnisse
können mit Wählen der Betriebsart REIHENMESSUNG / ÜBER-
TRAGUNG ZUM PC und anschließen dem Drücken der ENTER Taste
zu einen PC übertragen werden.
Die Messergebnisse werden jedoch nicht einzeln zum PC übertragen.
Die mit den laufenden Nummern PXX versehenen Messergebnisse
werden von der KEFL 10 erst gesammelt, in Reihen geordnet und in
tabellarischer Form auf dem PC Monitor dargestellt.
Bemerkungen
· Die Anzahl der messbaren Adernpaare ist durch die Kapazität des
Messwertspeichers begrenzt. Deshalb sollte vor Beginn der Serienmessung
die Anzahl der freien Speicherplätze überprüft werden. Sollte die
Gesamtzahl der Adern die Speicherkapazität übersteigen, so ist die
Reihenmessung in mehreren Schritten durchzuführen.
· Während der Reihenordnung überprüft das Reihenmessung
Programm ob alle zu den einzelnen Adernpaaren gehörenden
Messergebnisse vorhanden sind, bzw. ob zwei oder mehrere
Messergebnisse nicht die gleiche laufende Nummer haben. Sollte das
Programm fehlende Messergebnisse oder mehrfache Resultate finden, so
wird der Anwender durch eine Warnung darauf aufmerksam gemacht. Der
Anwender kann die fehlende Messungen nachholen und die doppelten
Messungen streichen.
Die zum PC übertragene Tabelle kann gespeichert und auch in das EXCEL
Format gewandelt werden.
4 KABELPARAMETER
In der Schleifenwiderstandsmessung und in den Fehlerortungsmessungen
berechnet die KE-FLB die Kabellänge und die Fehlerortentfernung mit Hilfe
der Ader und Temp Parametern. Der angegebene Ader Wert kann
abgeändert werden, in dem man die ADERÆ Taste drückt. Hierauf wird das
Ader Feld invertiert. Der Anwender kann mit mehrmaliger Betätigung der
horizontalen Cursor Tasten, zwischen den in Tabellen gespeicherten
Kabeln durchblättern und den entsprechenden Kabeltyp auswählen. Falls
ein Kabel mit Namen oder Typzeichen bezeichnet ist, zeigt das Ader Feld
diesen Namen oder Typ anstelle dem AderÆ an. Das ausgewählte Kabel
wird mit ENTER bestätigt.

Die gespeicherten Kabeltabellen können durch Wählen des Menüpunkts


KABELPARAMETER aus dem MENÜ 2 aufgerufen werden. Hier sind
folgende Kabeltabellen angegeben:

CU > CU-KABEL
AL > AL-KABEL
AD > ANWENDER-
DEFINIERTES KABEL
Bedienungsanleitung KE-FLB

DF > DEFAULT KABEL


MS > MEHRSTRECKENKABEL
PK > PUPIN KABEL
Die Parameter in diesen Kabeltabellen sind auf die angegebene
Temperatur bezogen. Die Temperatur kann jedoch durch Betätigung der
TEMP Taste abgeändert werden. Dann wird das Temp Feld des Displays
invertiert und der Anwender kann mit Betätigung der horizontalen Cursor
Tasten die Temperatur Werte ändern.
D = default Temperatur,
M = die zuletzt gemessene Temperatur,
S = die frei einstellbare Temperatur zum Eintragen neuer
Temperaturwerte.
Mit wählen von S = Messart kann eine neue Temperatur mit den
numerischen Tasten eingetragen und mit ENTER bestätigt werden. Das
Vorzeichen ± wird mit den vertikalen Cursortasten abgeändert.

4.1 Standard Cu und Al Kabel


Tabelle für Standard Cu Kabel
Wählen sie CU > CU-KABEL Typ aus dem Kabelparameter Untermenü
und drücken sie ENTER. Das erscheinende Display zeigt die Standard Cu
Kabeltypen, geordnet nach Name, bzw. Durchmesser und m/W Werte. Die
angegebenen m/W Werte sind auf die gewählte Kabeltemperatur bezogen
(siehe Abschnitt 8.2). Für die Berechnung wird ein spezifischer Widerstand
von 0.01760 Wmm /m bei 20°C und ein Temperaturkoeffizient von 0.00393
2

1/ C für Cu angenommen. Falls erwünscht, können die m/W Werte durch


o

Betätigung der Taste W/m auf W/m Werte konvertiert werden. Der
Durchmesser Wert ist per Tastendruck ADERÆ aufrufbar.

Tabelle für Standard Al Kabel


Wählen sie AL > AL-KABEL Typ (Aluminium) aus dem Kabelparameter
Untermenü und drücken sie ENTER. Das erscheinende Display zeigt die
Standard Al Kabel Typen, geordnet nach Name, bzw. Durchmesser und
m/W Werte. Die angegebenen m/W Werte sind auf die gewählte
Kabeltemperatur bezogen (siehe Abschnitt 8.2). Für die Berechnung wird
ein spezifischer Widerstand von 0.0282 Wmm /m bei 20°C und ein
2

Temperaturkoeffizient von 0.00401 1/ C für Al vorausgesetzt. Falls


o

erwünscht, können die m/W Werte durch Betätigung der Taste W/m auf W
/m Werte konvertiert werden. Der Durchmesser Wert ist per Tastendruck
ADERÆ aufrufbar.
Anwenderdefiniertes Kabel
Das Kabeltyp Angebot von Kabelherstellern war schon immer ziemlich
groß. Normalerweise sind die Legierungen, die Aderdurchmesser der
36
angebotenen Kabel und die der Standard Kabel unterschiedlich. Der KEFL
10 Anwender kann auch eine eigene Auswahl von Kabeltypen zusammen-
stellen. Durch die Tabelle ANWENDERDEFINIERTES KABEL können bis
zu neun Kabeltypen editier werden.
Ein beliebiges anwenderdefiniertes Kabel (U1, U2, ...U9) kann durch den
Namen, das Material, den AderÆ und den m/W oder W/m Wert des
ausgewählten Kabels editiert werden.
Der Anwender sollte aber bedenken, dass die AderÆ, m/W und W/m Werte
gegenseitig voneinander abhängig sind. Dies bedeutet, dass der Anwender
nur einen von diesen Werten eintragen kann, worauf die KEFL 10 die
andere Werte, nach dem ausgewählten Material (Cu oder Al) und der
Kabeltemperatur, automatisch bestimmen wird. Die m/W Werte sind
normalerweise mit 4 oder 5 Ziffern, die AderÆ Werte aber nur mit 2 oder 3
Ziffern angegeben. Es wird empfohlen, die m/W Werte zu definieren und die
dazu gehörenden AderÆ zu akzeptieren. Experten ziehen es vor, eher die
W/m Werte zu definieren, aber in diesem Fall ist es besser, die m/W Werte
einzugeben, da die m/W Werte genauer berechnet werden können.
Der m/W Wert eines Kabels sollte immer für eine bestimmte Temperatur
angegeben werden. Der Anwender muss sich, bevor die Veränderung des
m/W Wertes erfolgt, versichern, ob die Temperatur am oberen Rand des
Displays gleich der Temperatur ist, auf den sich der einzutragende m/W
Wert bezieht. Sollte dies nicht der Fall sein, ist die Taste TEMP zu drücken
und der Temperaturwert dann gemäß Abschnitt 8.2 abzuändern.
Tabelle für Anwenderdefiniertes Kabel
Wählen sie AD > ANWENDERDEFINIERTES KABEL aus dem Kabel-
parameter Untermenü und drücken sie ENTER. Das erscheinende Display
zeigt die AderÆ Werte oder die Namen der Kabel in einer Liste U1 bis U9.
Wählen sie mit den vertikalen Cursortasten eine der Reihen U1 bis U9. Mit
ENTER werden dann die Parameter des gewählten Kabels aufgerufen.

Prozedur für die Editierung eines anwenderdefiniertes Kabels


· Wählen sie mit den vertikalen Cursortasten eine der Reihen U1 bis
U9 und drücken sie ENTER. Das erscheinende KABELEDITIERUNG
Display zeigt die Referenztemperatur, den Namen und die Parameter des
gewählten anwenderdefinierten Kabels.
· Falls erforderlich, drücken sie TEMP und wählen sie die
Temperatur.
· Wählen sie MATERIAL und drücken sie ENTER. Wählen sie Cu
oder Al mit den vertikalen Cursortasten und drücken sie nochmals ENTER.
· Wählen sie ADER und drücken sie ENTER. Die neuen Durch-
messer Werte sind jetzt mit den numerischen Tasten in das invertierte Feld
einzutragen und danach mit Drücken von ENTER zu bestätigen.
Bedienungsanleitung KE-FLB

· Wählen sie m/W oder W/m und drücken sie ENTER. Mit den
numerischen Tasten sind die neuen m/W oder W/m Werte in das invertierte
Feld einzutragen und danach drücken sie nochmals ENTER.
· Wählen sie NAME und drücken sie ENTER. Somit erscheint ein
invertiertes Feld, das mit dem Namen des Kabels auszufüllen ist. Wählen
sie die Stellen der Buchstaben mit den horizontalen Cursortasten. Darauf
sind die entsprechenden Buchstaben mit den vertikalen Cursortasten
einzufügen und der Name mit ENTER zu bestätigen.
Bemerkung
Der Anwender erhält einige Editierungshinweise mit HILFE.
Es ist zweckmäßig, anstatt W/m die m/W Werte einzugeben, die sich
genauer angeben lassen.
4.2 Default Kabel
Nach dem Einschalten der KEFL 10 erscheint der Default ADER Wert im
folgenden Format:
Cu X.XX oder Al X.XX
Falls erforderlich, kann dieser Default Wert vom Anwender abgeändert
werden. Wählen Sie DF > DEFAULT KABEL aus dem Untermenü
Kabelparameter und drücken sie ENTER. Es erscheint das Display
DEFAULT KABEL AUSWAHL und zeigt den tatsächlichen AderÆ Wert des
Default Kabels. Dieser Wert kann wie folgt abgeändert werden: ADERÆ
Taste drücken, neuen Default AderÆ Wert mit den horizontalen
Cursortasten wählen und mit ENTER bestätigen.

Bemerkung
Weder ein MS Kabel noch ein PK Kabel kann als Default Kabel gewählt
werden.

4.3 Mehrstreckenkabel
Ist das zu prüfende Paar aus mehreren, in Reihe geschalteten Abschnitten
zusammengesetzt kann der Anwender ein sog. Mehrstrecken Kabel
editieren, dass nur zu diesem einzigen Paar verwendbar ist. Nach Wählen
von MS > MEHRSTRECKENKABEL aus dem Untermenü Kabel-
parameter drücken Sie ENTER. Dadurch wird das Display MS KABEL
EDITIERUNG aufgerufen. Sie können 20 Abschnitte (Teilstrecken) mit
verschiedenen Längen und ADERÆ definieren.
Prozedur für Editierung eines Mehrstreckenkabels
· Wählen Sie die erste Strecke S1 mit den vertikalen Cursortasten,
drücken Sie ENTER und tragen Sie die Länge der ersten Strecke mit den
numerischen Tasten in das invertierte LÄNGE Feld ein.
· Drücken Sie ENTER und tragen den ADERÆ mit den numerischen
Tasten in das invertierte m/W Feld ein.
38
· Die Parameter der ersten Strecke werden mit ENTER bestätigt.
· Verwenden Sie die gleiche Prozedur für die Editierung der nächsten
Strecken S2, S3, ... Nach Editierung einer Strecke wird für die nächste
Strecke automatisch der ADERÆ der vorhergehenden Strecke und die
Länge 99999 m angegeben, solange diese Strecke nicht editiert wird.
Bemerkung
Ein Mehrstrecken Kabel kann nur für Fehlerortungsmessungen angewendet
werden.
4.4 Pupin Kabel
Ist das untersuchte Paar bespult, kann der Anwender die Parameter von
diesem Kabel editieren. Nach Wählen von PK > PUPINKABEL aus dem
Untermenü Kabelparameter , drücken Sie ENTER. Dadurch wird das
PUPIN KABEL EDITIERUNG Display aufgerufen. Dieses Display erlaubt
die Eingabe der Anzahl N der Spulen, des Widerstandes RC einer einzigen
Spule und den ADERÆ der Kabelstrecken zwischen den Spulen.
Prozedur für Editierung eines bespulten Kabels
· Wählen sie N, die Anzahl der Spulen mit den vertikalen
Cursortasten und drücken sie ENTER. Darauf ist der Wert von N mit den
numerischen Tasten in die invertierte Fläche einzutragen. Danach drücken
Sie nochmals ENTER.
· Wählen sie RC, den Widerstand einer Spule, mit den vertikalen
Cursortasten und drücken sie ENTER. Darauf ist der Wert von RC mit den
numerischen Tasten in das invertierte Feld einzutragen und nochmals
ENTER zu drücken.
· Wählen sie KABEL mit den vertikalen Cursortasten und drücken
sie ENTER. Darauf ist der ADERÆ mit den numerischen Tasten in das
invertierte Feld einzutragen und mit ENTER zu bestätigen.
Bemerkungen
· Ein Pupin Kabel kann nur für Fehlerortung angewendet werden.
· In der Editierungsberechnung für bespulte Kabel wird Cu als
Material angenommen.

5 KABEL ADERÆ, TEMPERATUR UND LÄNGE

5.1 Kabel AderÆ wählen


In den Messarten SCHLEIFENWIDERSTAND und FEHLERORTUNG wird
die Software Berechnung der KEFL 10 vom AderÆ Wert abgeleitet, der
entweder früher von dem Anwender, oder nach Einschalten automatisch als
default Wert eingetragen wurde. Der angegebene AderÆ kann aber nach
den ersten Messergebnissen abgeändert werden, in dem man die ADERÆ
Taste drückt. Darauf wird das ADER Feld invertiert dargestellt und eine
Änderung wird ermöglicht. Weiter kann der Anwender, mit mehrmaliger
Betätigung der horizontalen Cursortasten, die in internen Tabellen
Bedienungsanleitung KE-FLB

gespeicherten Kabeltypen durchblättern und den entsprechenden Kabeltyp


auswählen. Das ausgewählte Kabel wird mit ENTER bestätigt. Darauf wird
die KEFL 10 die Messergebnisse entsprechend dem eingetragenen neuen
ADER Wert abändern. Von jetzt ab werden alle Berechnungen auf den neu
gewählten AderÆ Wert bezogen, solange die KEFL 10 nicht ausgeschaltet
wird. Nach Aus- und wieder Einschalten des Gerätes wird wieder der
default AderÆ Wert im Feld ADER erscheinen.
Der gespeicherte Satz von Kabeltypen kann aus dem Kabelparameter
Menü und den dazugehörigen Untermenüs Cu und Al, sowie AD
(Anwender Definierte) Kabel aufgerufen werden. Für die Fehlerortung
kann auch ein MS (Mehrstrecken) Kabel oder ein PK Pupin-Kabel gewählt
werden.
Die KABELPARAMETER Betriebsart hat ein Default Kabel Untermenü, von
dem der Anwender einen neuen default AderÆ Wert wählen kann (siehe
Abschnitt 7.3). Dieser AderÆ Wert wird auch nach Aus- und wieder
Einschalten der KEFL 10 gespeichert bleiben.
5.2 Kabeltemperatur wählen
In den Messarten Schleifenwiderstand und Fehlerortung ist die
Softwareberechnung der KEFL 10 von dem Temperatur Wert abgeleitet,
der entweder früher von dem Anwender, oder nach Einschalten
automatisch als default Wert eingetragen wurde. Dieser Wert kann aber
nach den ersten Messergebnissen abgeändert werden, in dem man die
TEMP Taste drückt, worauf das Temp Feld invertiert dargestellt wird.
Weiter kann der Anwenderdurch mehrmalige Betätigung der horizontalen
Cursortasten, die in den internen Tabellen gespeicherten Temperaturen
durchblättern. D = default Temperatur, M = die letzt gemessene
Temperatur und S = die Selektion Messart für die Eintragung eines neuen
Temperaturwertes.

Mit Wählen von S= Messart kann ein neuer Temperaturwert, vorzugsweise


die Temperatur des zu messenden Kabels, mit den numerischen Tasten
eingetragen werden. Das Vorzeichen ± kann mit den vertikalen
Cursortasten abgeändert werden. (Tippfehler können korrigiert werden, in
dem man nach Ausfüllen des Feldes noch einmal den richtigen Wert
eintippt.) Der abgeänderte Temperaturwert wird mit ENTER bestätigt. Die
KE-FLB wird die Messergebnisse entsprechend der eingetragenen neuen
Temperatur abändern. Von jetzt ab werden alle Berechnungen, auf die
abgeänderte neue Temperatur bezogen, solange die KE-FLB nicht
ausgeschaltet wird. Nach Aus- und wieder Einschalten der KE-FLB wird
wieder der default Temperaturwert in den Temperatur Feldern erscheinen.
5.3 Default Kabeltemperatur wählen
Nach Einschalten der KE-FLB wird automatisch die default Temperatur im

40
folgenden Format abgerufen:
o
D = XX. X C
Falls erforderlich, kann diese default Temperatur wie folgt abgeändert
werden. Wählen sie die DEFAULT KABELTEMPERATUR EINSTELLUNG
Betriebsart aus dem TEMPERATUR Untermenü und drücken sie ENTER.
Somit wird das DEFAULT KABELTEMPERATUR Display mit der vorher
gewählten default Temperatur abgerufen. Diese kann vom Anwender wie
folgt abgeändert werden: TEMP Taste drücken, neuen Default-
Temperaturwert in das invertierte Feld mit den numerischen Tasten
eingeben, Vorzeichen mit den vertikalen Cursortasten einstellen und mit
ENTER bestätigen. Dieser neu gewählte default Temperaturwert wird auch
nach Aus- und wieder Einschalten der KE-FLB gespeichert bleiben.
5.4 Kabeltemperatur messen
Wählen sie die Messart KABELTERMPERATUR MESSUNG aus dem
TEMPERATUR Untermenü und drücken sie ENTER. Das KE-FLB Display
zeigt dann die letzte gemessene Temperatur, mit der Anweisung, den
Temperaturfühler an Klemmen A und B anzuschließen. (Dieser wird als
Option geliefert.) Mit drücken von ST/SP wird die Messprozedur begonnen
und die Temperatur wird wiederholt gemessen und angezeigt. Es ist
empfehlenswert abzuwarten, bis die gemessene Temperatur einen
beständigen Wert erreicht, was durch einen Pfeifton signalisiert wird. Die
gemessene Temperatur kann durch ENTER gespeichert werden.

5.5 Kabellänge wählen


Das Berechnungssystem der KE-FLB kann invertiert werden, wenn die
Gesamtlänge vom Kabel, d.h. der Abstand zwischen dem Messort (nahen
Ende) und der Verbindung am fernen Ende, bekannt ist (z.B. aus den
Planunterlagen). Nach drücken der Taste W/m wird die Kabellänge mit den
numerischen Tasten in das invertierte Feld eingetragen und durch ENTER
bestätigt. (Tippfehler können korrigiert werden, in dem man nach Ausfüllen
des Feldes noch einmal den richtigen Wert eintippt.)
Das Wählen der Kabellänge, wie soeben geschildert, kann in folgenden
Messarten vorgenommen werden.
Fehlerortung Messarten: Statt Eingeben von AderÆ und Temperatur ,
kann die Länge L eingetragen werden. Dann wird die KEFL 10 den Abstand
Lx von dem gemessenen relativen Abstand Lx/L berechnen.
Kapazität / Zweidraht und Kapazität / Zweipaar Messarten: Der
Anwender kann die Kabellänge eintragen, worauf die KE-FLB den nF/km
Wert der Kabelkapazitäten berechnet.
Isolation / Zweidraht und lsolation / 2-Ader & Erde Messarten: Der
Anwender kann die Kabellänge eintragen, worauf die KE-FLB den GW/km
Wert des Isolationswiderstandes berechnet.
Aderbruch und Adernvertauschung Messarten: Eine ähnliche Methode
kann in diesen Messarten angewendet werden. Der Anwender kann die
Bedienungsanleitung KE-FLB

Kabellänge L eintragen, worauf die KE-FLB den Absolutwert von Lx (oder


L1, L2 und L3) des gemessenen relativen Abstandes Lx/L (oder L1/L, L2/L
und L3/L) berechnet.

6 BATTERIE MANAGEMENT

6.1 Übersicht und technologische Hinweise


Die Probleme des Batteriebetriebes und die Wartung der Batterien wurden
mit einem prozessorgesteuerten Batterie Management System (BMS)
gelöst. Dieses System hat folgende Funktionen.

a) Kapazitätsüberwachung
Das BMS hat die Funktion, die Batteriespannung und die Ladungskapazität
zu überwachen. Sobald die sinkende Batteriespannung etwa 1,1 V/Zelle
erreicht, wird das Ladezustand Mess-System auf Null gestellt und am
Display erscheint LADEZUSTAND < 10 %. Wird die Batterie mit dem
Ladegerät voll aufgeladen, stellt sich das Ladezustand Mess-System auf
100% und am Display erscheint LADEZUSTAND > 95 %. Von jetzt an wird
der Ladezustand aus den in und aus der Batterie fließenden Strömen
berechnet.
b) Ladeprozedur Überwachung
Es gibt zweierlei Ladevorgänge.
Normal-Ladung, dauert etwa 14 Stunden, mit etwa 0,1C Ladestrom. (Hier
bedeutet C die A(h) Kapazität der verwendeten Batterie.) Das ist die Default
Ladungsart der KE-FLB.
Schnell-Ladung, dauert etwa 3,5 Stunden mit etwa 0,5C Ladestrom. Die
KE-FLB wird schnell geladen, wenn immer die Initialisierung oder
Regenerierung eingeschaltet wird. Schnell-Ladung findet auch dann statt,
wenn aus dem BATTERIE MANAGER Untermenü Schnell-Ladung gewählt
und gestartet wurde.
c) Batterie Konditionierung
Während die KE-FLB in Betrieb ist, wird die in der Batterie gespeicherte
Ladung stetig verbraucht und sollte mit regelmäßiger Ladung wieder erhöht
werden. Zwei Probleme sollen im Laufe dieser Prozedur erklärt werden.
Problem 1. Dieses stammt von der Gewohnheit der Anwender, die Batterie
von Zeit zu Zeit mit dem Ladegerät aufzuladen, ohne das die volle Kapazität
erreicht wird. Somit wird verhindert, einen Ladezustand < 10% oder > 95 %
zu erreichen. Die Folgen: Der Ladezustand wird nach dem Unterschied der
Ladungen, die in und aus der Batterie fließen berechnet. Der ermittelte
Ladezustand wird mit jedem Lade- und Entladevorgang zunehmend
ungenauer

42
Um dies zu vermeiden sollte die Batterie in regelmässigen Abständen
regeneriert werden (siehe Batterieregenerierung).
Problem 2. Dieses Problem stammt von den abweichenden Kapazitäten
der in Reihe geschalteten Batteriezellen. Falls die Batterie während
längeren Perioden nur teilweise (z.B. nur bis 80% der vollen Kapazität)
geladen wird, wird die Spannung und die Kapazität der Zelle, die den
kleinsten Ladungswirkungsgrad (Speichereffekt) hat, ständig vermindert.
Früher oder später wird diese die Regenerierung vom Anwender fordern,
um die Batterie zu entladen und dann voll aufzuladen. Somit werden in den
einzelnen Zellen wieder identische Ladezustände hervorgerufen.
d) Batterie Regenerierung
Diese wird von dem BMS im Laufe der sog. Batterie Regenerierung
Prozedur realisiert: die Batterie wird erst entladen und dann mit einem
schnellen Ladevorgang aufgeladen. Um den Entladungsvorgang zu
beschleunigen, kann das Gerät während der Entladungsphase manuell
nicht ausgeschaltet werden. Während der Aufladungsphase wird das Gerät
automatisch abgeschaltet, um den Aufladevorgang zu beschleunigen.

Es ist zweckmäßig, diesen Vorgang monatlich durchzuführen. Nach einer


längeren Periode ohne diese Prozedur wird der Anwender durch folgendes
Displaybild darauf hingewiesen: BATTERIE REGENERIERUNG
EMPFOHLEN. Darauf sollte die Regenerierung eingeschaltet werden.
e) Batterie Initialisierung
Die KE-FLB wird normalerweise mit einer entladenen Batterie geliefert, so
dass die Batterie initialisiert werden muss, bevor das Gerät in Betrieb
gesetzt wird. Diese Initialisierung kann als die erste schnelle Ladeprozedur
angesehen werden.
Nach einem Betrieb von einigen Jahren könnte die Erneuerung der Batterie
notwendig werden. Nach einem Batterietausch sollte auch eine
Initialisierung durchgeführt werden.
6.2 Batterie Management Prozeduren

6.2.1 Normal-Ladung
Dies ist der default Ladungsvorgang der KE-FLB. Sobald de
LADEZUSTAND -Anzeige unter 90% fällt und das Ladegerät
angeschlossen ist, wird die Batterie automatisch mit etwa 0,1C geladen. In
dieser Ladungsart berechnet der BMS die Quantität der Ladungen, die für
einen voll geladenen Batteriezustand notwendig ist. Sobald dieser Zustand
erreicht ist, wird die automatische Ladung abgeschaltet und das Batterie
Management System wird auf 100% gestellt (am Display erscheint
LADEZUSTAND > 95 %). Die LED-Anzeige LADEN leuchtet ständig
während dieser Prozedur. (Achtung: Normal-Ladung wird bei Temperaturen
o o
unter 0 C und über +45 C verhindert.)
Bedienungsanleitung KE-FLB

6.2.2 Schnell-Ladung
Die KE-FLB wird mit 0,5C schnell geladen. Dies geschieht während der
Initialisierung, der Regenerierung oder wenn die Schnell-Ladung Betriebsart
aus dem BATTERIE MANAGER Untermenü gewählt wurde. In dieser
Ladungsart wird das Gerät automatisch abgeschaltet. Der Ladevorgang
wird abgeschaltet, sobald die volle Ladung erreicht ist, d.h. wenn die
Batterietemperatur die Umgebungstemperatur um mehr als 10°C
überschreitet oder wenn die in die Batterie fließende Ladungsmenge etwa
1.5C erreicht (hier steht C für die A(h) Kapazität der angewendeten
Batterie.) Die LED-Anzeige LADEN blinkt während dieser Prozedur so
lange, bis die automatische Abschaltung stattgefunden hat. Dann wird das
BMS System auf 100% gestellt (am Display erscheint LADEZUSTAND > 95
%). Bitte beachten, dass auch die Schnell-Ladung bei einer
o o
Umgebungstemperatur von weniger als 0 C oder mehr als +45 C verhindert
wird.
Sollte der Anwender das Gerät während der Schnellladungsphase
einschalten, wird er durch das LADEZUSTAND Display über den
gegenwärtigen Ladezustand in Prozent und die noch verbleibende Ladezeit
informiert. Falls erforderlich, kann die Schnellladeprozedur durch Drücken
von ST/SP unterbrochen werden, worauf automatisch die Normal-Ladungs-
Prozedur initialisiert wird.
6.2.3 Regenerierung
Der Regenerierungsvorgang kann durch Wählen von Batterie
Regenerierung aus dem Batterie Manager Untermenü gestartet werden.
Während dieses Vorgangs wird die Batterie erst völlig entladen (Dauer etwa
1 bis 3 Stunden) und dann mit Schnell-Ladung aufgeladen (Dauer etwa 3,5
Stunden). Während der ersten Phase erscheint folgendes Display:
BATTERIE WIRD ENTLADEN BITTE WARTEN.
Bei Beginn der zweiten Phase erscheint die Meldung BATTERIE
SCHNELL-LADUNG LÄUFT und nach einigen Sekunden wird das Gerät
automatisch abgeschaltet. Während dieser Phase zeigt nur das Blinken des
LADEN Indikators, dass die Schnell-Ladung läuft. Am Ende dieses
Vorgangs erlischt die LED und das Gerät bleibt abgeschaltet.
Sollte der Anwender das Gerät während der Schnell-Ladungsphase
einschalten, wird er durch das LADEZUSTAND Display über den
gegenwärtigen Ladezustand in Prozent und die noch verbleibende Ladezeit
informiert. . Falls erforderlich, kann die Schnellladeprozedur durch Drücken
von ST/SP unterbrochen werden, worauf automatisch die Normal-Ladungs-
Prozedur initialisiert wird.Gleichzeitig wird der Anwender auf die
Unterbrechung durch das Display BATTERIE REGENERIERUNG
UNTERBROCHEN hingewiesen. Es ist dann empfehlenswert, die
Regenerierung so bald wie möglich fortzusetzen.

44
6.2.4 Initialisierung
Wie bereits vorher erwähnt, bedeutet die Initialisierung die erste
Ladeprozedur. Diese sollte gewählt werden, sobald die Meldung BATTERIE
INITIALISIERUNG EMPFOHLEN erscheint. Die Prozedur wird mit
Betätigung der ST/SP Taste gestartet. Dieser Vorgang dauert einige
Stunden und bietet den zusätzlichen Vorteil, dass auch das Ladezustand
Mess-System kalibriert wird.

7 ANHÄNGE

7.1 Unerwünschte Eingangssignale


Die KE-FLB dient zur Parametermessung von symmetrischen Paaren und
Vierern, die sich in ober- und unterirdischen, langen Kabeln befinden. In
diesen langen komplexen Kabeln können induktive oder kapazitive
Kopplungen störende oder sogar übermäßige Spannungen und Ströme
hervorrufen, die die Messgenauigkeit vermindern oder die Eingangsstufe
der KEFL 10 beschädigen können.
7.1.1 Übermäßige Eingangs-Spannungen oder Ströme

Um zu verhindern, dass übermäßige Spannungen und Ströme die


Eingangsstufe der KE-FLB beschädigen, wurde ein mehrstufiges
Schutzsystem mit folgenden Funktionen entwickelt.
a) Schutz durch Entkopplung
Normalerweise ist die Eingangsstufe der KE-FLB von den Anschlüssen C,
B, A und E entkoppelt und nur während der Messung an diese
angeschlossen.
b) Schutz durch Verhinderung der Messung
Die KE-FLB hat ein Voltmeter für die gleichzeitige Überwachung der DC
und AC Spannungen, die an den zu messenden Adern vorhanden sind. Vor
allen Messfolgen werden die Spannungen zwischen Anschlüssen A und B
automatisch gemessen. Die gewählte Messung wird nur dann ermöglicht,
wenn keine schädliche Spannung (höher als etwa 4V) zwischen diesen
Anschlüssen festgestellt wird. Die Messung wird verhindert, falls die
gemessene Spannung diese spezifizierte Grenze überschreitet. Dann
erscheint folgende Warnung: ACHTUNG! GEFÄHLICHE SPANNUNGEN
ODER STRÖME
Auch die Ströme, die in die Anschlüsse A und B fließen, werden
automatisch gemessen und die Eingangsstufe wird von diesen
Anschlüssen abgetrennt, sobald ein Strom die spezifizierte Grenze von
etwa 4 mA überschreitet. Auch dann wird die Warnung ACHTUNG!
GEFÄHLICHE SPANNUNGEN ODER STRÖME gezeigt.
c) Schutz durch Verwenden eines schwebenden Instruments
Der Schutz gegen störende Eingangsspannungen wurde durch die
Maßnahme verbessert, dass das Gerät selbst nicht geerdet ist, d.h. das
Gerät ist normalerweise schwebend gegen das angeschlossene Kabel.
Bedienungsanleitung KE-FLB

Bei einigen Messaufgaben kann es aber vorkommen, dass der Anwender


ausdrücklich aufgefordert wird, den Anschluss E zu erden. Doch sogar in
diesen Fällen wird das Gerät gut geschützt, weil die Erde über genügend
große Widerstände angeschlossen ist.
Bitte beachten Sie, dass der schwebende Zustand der KE-FLB weiterhin
vorhanden bleibt, auch wenn die KE-FLB an einen ungeerdeten PC /
Notebook angeschlossen wird oder während es durch das mitgelieferte
Ladegerät geladen wird und diese Geräte ungeerdet sind. Anderseits,
könnten die gespeicherten Resultate an einen direkt mit dem Netz
verbundenen PC übertragen werden, wodurch die KE-FLB durch das
Verbindungskabel geerdet wird. Es wird daher nicht empfohlen,
Kabelmessungen durchzuführen, während ein geerdeter PC an das
Gerät angeschlossen ist.
Als allgemeine Regel kann also festgestellt werden, dass Messfehler
durch Erden der KE-FLB verursacht werden können, außer wenn der
Anwender ausdrücklich dazu angewiesen wird.
Dank diesen Schutzmaßnamen am Eingang, kann die KE-FLB
Spannungen kleiner als 150 VRMS 50 Hz AC, oder 250 VDC, oder DC Ströme
kleiner als 100 mA Spitze für weniger als 30 Sekunden tolerieren. Das
Gerät ist auch gegen äußere Störungen geschützt ist, wenn sie länger als
etwa 30 Sekunden andauern, da die Messzeit immer viel kürzer ist und die
Eingangsstufe nach jeder Messung automatisch von den Anschlüssen der
KE-FLB entkoppelt wird.
7.1.2 Störende Eingangsspannungen
Durch induktive oder kapazitive Kopplungen können 50 oder 60 Hz
Störspannungen an den Adern vom gerade gemessenem Kabel entstehen
und möglicherweise bedeutende Messfehler hervorrufen. Um dies zu
verhindern hat die KE-FLB ein durch Software realisiertes Schutzsystem.
Der Pegel der störenden Eingangsspannungen wird permanent durch
dieses System überwacht. Sobald dieser einen Schwellwert erreicht der die
Genauigkeit beeinträchtigt, wird die folgende Meldung erscheinen:
ACHTUNG! STÖRENDE WECHSELSPANNUNG AN DER LEITUNG. Es
ist nach Erscheinen dieses Displays empfehlenswert, die Messung nach
einigen Minuten zu wiederholen um somit Störwirkungen von kurzer Dauer
auszuschließen.
In den meisten Messkonfigurationen kann der KE-FLB Eingang als ein
Dreipol betrachtet werden. Abbildung (a) zeigt als Beispiel die die
Messkonfiguration einer Fehlerortung mit der einfachen MURRAY Methode.
Die störenden UAE und UBE Spannungen in Abb. (b) können immer in eine
gemeinsame Gleichtaktkomponente Uglt und eine differentiale
(symmetrische) Komponente Usym zerlegt werden.
Die symmetrische Komponente kann einen bedeutenden Fehler
verursachen, der von den Gleichtaktkomponenten verursachte Fehler kann
46
normalerweise vernachlässigt werden.

7.2 Genauigkeitsbeschränkungen

Die in den Spezifikationen angegebenen Genauigkeiten sind mit einigen


Beschränkungen gültig. Diese können in die folgenden vier Gruppen
eingeteilt werden.
7.2.1 Abweichung des Kabelmodells von dem tatsächlichen Kabel

In den Fehlerortungsmessarten werden die Kabellänge und die Fehlerstelle


von der Temperatur und von den gemessenen Rs und Rx Werten, bezogen
auf den spezifischen Widerstandnennwert von reinem Kupfer oder
Aluminium, mit den gewählten AderÆ, berechnet. Praktisch sind die
verwendeten Kabel aus zahlreichen Legierungen hergestellt und der
tatsächliche AderÆ Wert unterscheidet sich vielmals von dem Nennwert. All
diese Faktoren tragen zur Verminderung der Genauigkeit bei. Sollte aber
das Kabel genügend homogen sein, werden die prozentualen Messfehler
von Rs und Rx identisch sein und ergeben wiederum einen sehr genauen
Lx/L Wert.
Wenn die gesamte Kabellänge, d.h. die Entfernung zwischen dem Messort
(nahen Ende) und dem fernen Ende bekannt ist (z.B. aus den
Bedienungsanleitung KE-FLB

Planunterlagen), dann sollte dieser Wert nach Betätigen der Taste W/m
eingegeben werden. In diesem Fall wird die Entfernung der Fehlerstelle aus
der eingegebenen Kabellänge und dem sehr genauen Lx/L Wert
berechnet.
Einige Messungen, die auf Kapazitätsmessung zurückführbar sind, können
ungenau werden, wenn es sich um einem Kabel mit kleinem AderÆ und
relativ großem ohmschen Widerstand handelt.
Dieses Problem kann während den Messungen der doppelten
Adervertauschung vorkommen. In dieser Messart ist die Länge L2 nicht von
dem Kabelwiderstand beeinflusst, und kann auf diese Weise genau
gemessen werden. Die gemessenen L1 und L3 Werte sind jedoch vom
Kabelwiderstand abhängig und somit u.U. ungenau. In diesen Fällen wird
eine Warnung am Display erscheinen, um den Anwender auf die
verminderte Genauigkeit aufmerksam zu machen.
Die Messung der Kapazitäten Cp, Cn und C0 in der 2–PAAR (Vierer)
Messart, kann ebenfalls eine verminderte Genauigkeit aufweisen.
Bedingungen für die spezifizierte Genauigkeit:
a) die Messung muss an zwei Aderpaaren eines Vierers durchgeführt
werden (d.h. nicht an zwei beliebigen Aderpaaren),
b) alle Adern, die durch die Messung nicht betroffen sind, sollten
geerdet sein.
Ignorieren der Bedingung a) ergibt eine grundsätzlich ungenaue Messung.
Ignorieren der Bedingung b) verursacht nur einen kleinen Fehler.
7.2.2 Messleitung Parameter

Wenn DC Messungen an kurzen Kabeln durchgeführt werden (Schleifen-


widerstand, Widerstandsdifferenz, Fehlerortung), können die
Widerstände der Messleitungen und der Relaiskontakte zusätzliche
Messfehler verursachen. Dieser Fehler kann mit der Prozedur ABGLEICH
DER MESSLEITUNGEN behoben werden.
7.2.3 Störspannungen
Störspannungen können ungenaue Messungen verursachen.
Um dies zu verhindern, wird eine Warnung erscheinen, sobald
eine Spannung wahrgenommen wird, die die Genauigkeit
reduzieren würde.

7.3 Nachrichten an den Hersteller


Sollten Sie Kommentare oder Fragen an den Hersteller haben, bitten wir

48
eine E-Mail an folgende Adresse zu senden: sales@kurthelectronic.de. In
Ihrer Meldung sollten sie ihr Gerät mit mehreren Angaben identifizieren.
Diese Angaben sind im Menü 2 unter STATUS & VERSION aufgeführt.
Bitte achten Sie darauf, dass diese Angaben in allen Nachrichten
erscheinen, unabhängig von ihren Fragen.
SERIENNUMMER: 132543/4343587
6-stellige Information des Herstellers/Laufende Nummer von ihrem Gerät
HW: 1982/C 1981/G
Versionsnummern der Baugruppen in ihrem Gerät
SW: FaultLoc XXXX
Datum

Bezeichnung, Versionsnummer und Datum der Software, ferner Information


über die Copyright Rechte.
BOOT:K /UNLOCKED
Information über die Version der Bootsoftware
PIC: 0001060934
10-stellige Nummer der BMS (Batterie Management System) Software
KALIBRIERUNGSDATUM:
„Datum“
Datum der letzten Kalibrierung der KE-FLB, die vom Hersteller mit
externen Geräten durchgeführt wurde.
Falls gewünscht, können diese Informationen über STATUS & VERSION
an einen PC übertragen und vom PC ausgedruckt werden.
Anmerkung: Alle oben angegebene Nummern und Bezeichnungen dienen
nur für Illustrationszwecke!!
7.4 Jährliche Kalibrierung

Jedem ausgelieferten KE-FLB Gerät wird ein Kalibrierschein beigelegt der


bescheinigt, dass die von dem Hersteller angegebenen Messgenauigkeiten
in den spezifizierten Grenzen liegen. Besonderen Wünschen
entgegenkommend wird Elektronika den Kunden ein Kalibrierprotokoll zur
Verfügung stellen, dass die im Laufe der Herstellung durchgeführten
wichtigsten Messergebnisse enthält.

Die Kalibrierung wurde innerhalb eines zertifizierten QS-Systems nach ISO


9001 durchgeführt.
Die extrem hohe Genauigkeit der KE-FLB ist den Qualitätskontrollen zu
verdanken, die während der Herstellung und auch mit dem eingebauten
Eigenkalibrierungssystem durchgeführt werden. Es kann aber auch
vorkommen, dass Kunden eine periodische Überprüfung und ggf eine
Nachstellung der Kalibrierung in allen verwendeten Geräten verlangen. Bei
Organisationen, die nach den ISO 9001 Anforderungen arbeiten, wird
normalerweise eine jährliche Kalibrierung, abhängig vom
Anwendungsgebiet und den Umweltverhältnissen verlangt.
Bedienungsanleitung KE-FLB

Diese periodische Überprüfung und ggf Nachstellung, wird durch ein


englischsprachiges Spezialprogramm unterstützt. Dieses Programm ist in
der KE-FLB enthalten und nur für autorisiertes Personal zugänglich.
Kontaktieren Sie hierzu Kurth Electronic.

8 SPEZIFIKATIONEN
Schleifenwiderstandsmessung
Messbereich 0 W bis 10 kW
Genauigkeit
100 W bis 10 kW ±0,2% MW ±0,1 W ±1 digit
Widerstandsdifferenz (DR)
Messbereich für Rs 0 W bis 5 kW
Messbereich für DR 0 W bis 100 W
Genauigkeit DR
0 W bis 10 W ±0,2% EW
10 W bis 100 W ±0,2% EW
Isolationswiderstand
Messbereich 10 kW bis 20 GW
Genauigkeit
100 kW bis 10 MW ±1% MW ±1 digit
10 MW bis 100 MW ±2% MW
100 MW bis 3 GW ±10% MW
3 GW bis 20 GW ±20% MW
Kapazität
Messbereich 0 nF bis 10 (25) mF
tan d 0,0001 bis 0,1
Genauigkeit (in 2-ADER Messart)
10 nF bis 10 mF ± 0,5% MW ±1 digit
Messfrequenz 11 Hz
DC Fehlerortung
Messmethoden
Murray-Methode
Dreipunkt-Methode
Küpfmüller-Methode

50
DTAG und Herpy-Methode*
Schleifenwiderstand 1 W bis 10 kW
Genauigkeit Lx/L (Rs=2 kW, Lx/L=0,1 bis 1)
Fehler <1 MW ±0,1% MW ±1 digit
Fehler 1 bis 5 MW ±0,2% MW ±1 digit

* Schleifenwiderstand 2 W bis 2 kW, Genauigkeit von Messumständen


abhängig

Fehler 5 bis 25 MW ±1% MW ±1 digit


Fehler 25 bis 100 MW ±5% MW ±1 digit
Messspannung max. 100 V
Messstrom max. 400 mA
Gespeicherte Kabelparameter
Standard Cu- und Al-Kabel
Anwenderspezifische Kabeltypen
Anwenderspezifische Mehrstrecken-Kabel
Anwenderspezifische Kabel mit Pupinspulen
AC Fehlerortung
Aderbruch mit und ohne Isolationsfehler
Messbereich
abhängig vom Kabeltyp bis 20 km
Genauigkeit von Lx/L
20nF bis 10µF ±(0,2 bis 1)% MW
Adernvertauschungsortung
Messbereich
abhängig vom Kabeltyp bis 20 km
Genauigkeit von Lx/L und L2/L
10nF bis 10mF ±(0,2 bis 1)% MW
Fremdspannungsmessung
Gleichspannung 0 bis 200 V
Wechselspannung 0 bis 200 Veff
Genauigkeit (DC und AC bei 50/60 Hz) ±1% MW ±1 V
Frequenzbereich 15 bis 300 Hz
Temperatur
(mit Pt 1000 Temperaturfühler)
Temperaturbereich -20 bis +60°C
Genauigkeit ±0,4°C
Speichern und übertragen
von Messergebnissen
Speicher für 128 Messergebnisse
Messergebnisse sind vom Display oder
vom Speicher über die RS232C Schnittstelle
Bedienungsanleitung KE-FLB

zum PC übertragbar
Anschlüsse
Buchsen für Messleitungen 4 mm
(Sicherheits-Bananenbuchsen)
Schnittstelle für RS232C D Sub9
Ladegerät 2,1 / 5,5 mm

Allgemeine Spezifikationen
Stromversorgung intern aufladbarer Akkupack
Betriebszeit zirka 8 Stunden
Externes Ladegerät Steckernetzteil**
Ladedauer bei Schnellladung zirka 3,5 Stunden
Fremdspannungsfestigkeit
Ader gegen Erde und
Ader gegen Ader 250 V DC
Automatische Abschaltung, wenn 10 Minuten
lang keine Taste gedrückt wird
Anzeige: 128 x 128 Punkte grafisches LCD mit
LED-Hintergrundbeleuchtung
Umgebungsbedingungen
Referenzbereich +23 ± 5°C,
Rel. Luftfeuchte 45% bis 75% *
Betriebsbereich 0°C bis 40°C,
3
Rel. Luftfeuchte 30% bis 75% *(< 25g/m )
Grenzbetriebsbereich -5°C bis 45°C,
3
Rel. Luftfeuchte 5% bis 95% *(< 29 g/m )
Transport/Lagerung -40°C bis 70°C,
3
Rel. Luftfeuchte 95% bei 45°C *(< 35g/m )
Abmessungen 200 x 100 x 40 mm
Gewicht 0,8 kg

* keine Betauung
”MW ” = Messwert,
”EW ” = Endwert

RECHTE AUF ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN !

** Es darf nur das mitgelieferte Steckernetzteil angewendet werden !

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