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Allgemeine Betriebswirtschaftslehre l

1. Grundlagen der BWL

1.1 Gegenstand und Aufgabe

 Wirtschaften
o Warum?

Ausgangspunkt:

Bedürfnisse der Individuen

unbegrenzt

Möglichkeit der Befriedigung der Bedürfnisse

Begrenzt

(Grund: Ressourcenkanppheit)

Daraus folgt

Güterknappheit
auf dem Markt

Angebot Nachfrage

„Markt“

Preis

 Preis bestimmt Angebot und Nachfrage


 Anbieter von Gütern wollen Gewinne erzielen:

o Gewinn = Verkaufspreis – Aufwendung

Einzahlung - Auszahlung
+ Abschreibung

Exkurs: Abschreibung -> ist eine Aufwendung ABER keine Auszahlung

Warum?

1. Erfassen von Wertminderungen bei Sachanlagen des Anlagevermögens z.B. Auto


2. Gewinn steigern durch Minderung der gewinnabhängigen Steuern

Was wird gemacht?

1.) Investitionsauszahlung (Auszahlungen die geleistet werden um Betriebsmittel zu erwerben)


für Vermögen, was lange genutzt wird
2.) Distribution der Auszahlung auf Nutzungsdauer

Triebfeder von Forschung/ Entwicklung/ Fortschritt?

 Gewinnstreben = Gier

Voraussetzung für eine erfolgreiche wirtschaftliche Betätigung ist die Arbeitsteilung.

Die Arbeitsteilung erfolgt in den einzelnen Betrieben Betrieb = Wirtschaftseinheit

Wirtschaftseinheit:

o Erstellung von Gütern und Dienstleistungen


o Distribution der Güter

Wirtschaftseinheit, die organisiert ist

Eigentümer/ Unternehmer -> will Einkommen erzielen

risikobehaftet
(variables Einkommen)
Menschen, die spezialisiert Aufgaben erfüllen
Angestellte -> Arbeitskraft für Einkommen

sicherer Rechtsanspruch
Fixes Einkommen
Verbraucher der Güter und Dienstleistungen

- private und öffentliche Haushalte

Wie entstehen Güter und Dienstleistungen in Wirtschaftseinheiten?

 Kombination von Produktionsfaktoren


o PF -> traditionell aus der VWL
 Arbeit
 Boden
 Kapital (Anlagen Bsp.: Schreibtisch)
 Nach Gutenberg (1951)
o PF:
 Arbeitskraft
 Betriebsmittel
 Werkstoffe
 dispositive Arbeit
(Organisation von Arbeitsmittel, Beschaffung,…)

Das ökonomische Prinzip (Wirtschaftlichkeitsprinzip)

danach soll das Verhältnis aus Produktionsergebnis und Produktionseinsatz gebildet werden

a) Produktionsergebnis: wertmäßiger- oder mengenmäßiger Output


b) Produktionseinsatz: mengen- oder wertmäßiger Input

Prämissen abhängig möglichst günstig

3 Erscheinungsformen:

Maximumprinzip

 Bei gegebenen Input maximaler Output


(effizient sein)

Minimumprinzip

 Dabei wird der gegebene Output mit minimalen Input erzeugt

Optimumprinzip

 Maximierung der Differenz zwischen wertmäßigen Output und wertmäßigen Input


1.2 Ökonomische Grundlagen

 Figur des Homo Economicus als Ideal der Wirtschaftsindividuen

Der Homo Economicus :

- ist ein Nutzenmaximierer


- verfügt über vollständige Informationen
- reagiert unverzüglich veränderliche Restriktionen (Einschränkungen)
- ist rational => bei Wahlentscheidungen wird immer die objektiv beste Lösung gewählt

Unabhängig von einem konkreten Zielsystem eines Unternehmens dominieren zwei Ziele:

a) Gewinnmaximierung
b) Sicherstellung der finanziellen Stabilität (notwendiges Nebenziel)

Entscheidungszielgrößen

 Produktivität ist das Verhältnis einer Outputgröße zu einer Mengeneinheit ausgedrückten


Inputgröße. Für die Outputgröße kann alternativ der mengenmäßige oder der bewertete
Output (Umsatz) eingesetzt werden. Je nach verwendeter Inputgröße ergibt sich die
Arbeitsproduktivität (Arbeitskräfte, Arbeitsstunden), Betriebsmittelproduktivität
(Maschinenstunden) und die Werkstoffproduktivität (m³)

mengenmäßiger Output Output => man möchte 100 Autos produ-


 Produktivität = ; zieren
mengenmäßiger Input Input => Aufwand für 100 Autos
z.B.: - 1000 Arbeitsstunden
- 10 Tonnen Metall
- 900 Maschinenstunden

problematisch, wenn Input mehrere Inputfaktoren umfasst


(,weil man durch verschiedene Faktoren (Arbeitsstunden, Metallmenge,…) verschiedene
Einheiten erhält und dadurch verliert die Produktivitätszahl ihren Aussagewert)

Lösung: partielle Produktivitätskennziffer

Anzahl gleichartiger Verrichtungen(Ausbringungsmenge)


 Arbeitsproduktivität =
geleistete Stunden

 Produktivitätszahlen sind Produktionsorientierte Kennzahlen, d.h. sie haben keine Aussage


über den Unternehmenserfolg
 man beurteilt nach dem unternehmerischen Handeln => Wie viel Gewinn wurde gemacht
 Wirtschaftlichkeit -> wertmäßige Betrachtung

wertmäßiger Output dann ist


= > 1, das Unternehmen
wertmäßigen Input erfolgreich

(bei dieser Rechnung werden alle Inputfaktorenauf eine


Einheit gebracht, durch die Multiplikation mit dem Fak-
torpreis)

 Wirtschaftlichkeit ist das Verhältnis aus bewertetem Output zu bewertetem Input. Hier sind
alle Inputfaktoren im Nenner erfasst (deshalb auch bewerteter Input, Gesamtproduktivität)

 Unterschied zwischen Wirtschaftlichkeit und Produktivität:


o Die Wirtschaftlichkeit betrachtet alle Inputfaktoren (Gesamtproduktivität), so dass
eine Aussage für das gesamte Unternehmen möglich wird.
Was kann man aus der Wirtschaftlichkeitskennziffer ablesen, was die
Produktivitätskennziffer selbst bei Zusammenfassung verschweigt? => Gewinn! (Ist
im Gewinnfall >1)

 weitere Zielgrößen:

 Gewinn
Erfolgsgrößen
 Rentabilität =
Basisgrößen

Gewinn einer Periode


 Eigenkapitalrentabilität = = positiv => Vermehrung oder
EK zu Beginn der Periode negativ => Verlust

Zinsen einer Periode


 Fremdkapitalrentabilität =
FK zu Beginn der Periode

zusätzlich:

o Zinsen => Gewinnbringung für Investor


o gibt immer Investor und Kreditnehmer
o Beispiel: Bank hat feste Zahlungsansprüche -> gut für Unternehmer -> fixe Kosten

Gewinn* + Zinsen der Periode


 Gesamtkapitalrentabilität = => muss positiv sein
EK + FK zu Beginn der Periode
* Gewinn = Risikogröße
Exkurs: Regeln von Rechten u. Ansprüchen
rechtlicher Mantel sowie Pflichten

Unternehmen

Aktiv Bilanz in Geldeinheiten Passiv

Anlagevermögen
EK ∆Vermögen - FK
Vermögen in GE FK Verbindlichkeiten, die aus dem Vermögen zu
zu zahlen sind

∑ ∑
Umlaufvermögen
(Marktorientiert <- nicht über Herstellungskosten)

zusätzlich:
 Anlagevermögen -> langfristig, bedeutet alles was länger als 1 Jahr im Unternehmen bleibt
 Inventur= Vorgang zur Überprüfung, welche Waren im Lager sind
 FK = Passivum
 Bilanz = Darstellung der Lage des Unternehmens
 Aktivseite zeigt Mittelverwendung
 Passivseite zeigt Mittelherkunft
 Bilanz zeigt Vermögensstatus an gewissen Zeitpunkt

Vermögensstatus wird an bestimmtem Datum ermittelt


(Zeitpunktbezogen)
 zeigt das aktivische (positive) Vermögen in GE
 zeigt das Reinvermögen (Eigenkapital),
was auf die Eigentümer entfällt
(Passivseite)

 Gewinn = EK -
Ende d. Periode
EK
Anfang d. Periode

 Erkenntnisobjekt der Betriebswirtschaftslehre zur Finanzebene

Betrieb
Erkenntnisobjekt
Beschreibung
betrieblicher Abläufe

Zusammenhänge
aufdecken

Zusammenhänge
erklären

Handlungsempfehlungen

optimale Gestaltung

Auswirkung

Vermögensebene Ertragsebene Finanzebene

A Bilanz P - Gewinn / Verlust


- Gewinn= EK - EK
EP AP
V EK Cashflow!
FK - ∆ EK aufsplitten
∑ ∑

Gewinn- Erlöse (Erträge)


verlust- - Aufwendung
rechnung = ∆ EK = Gewinn/
Verlust

operativer Bereich Investitionen/ Finanzierungsebene


Desinvestitionen - Kredite
- Tilgungen
- Einlagen etc.

ist Wertentscheidend

 Bestand der Vermögensebene sind Bestandsgrößen (Zeitpunkt abhängig)


o z.B.: Zahlungsmittelbestand zum Stichtag
o Geldvermögen: ZMB - Forderungen/ Schulden
o Reinvermögen aktivisches Vermögen
o ……..
Kaufmann: => Ausgangsvermögen

Darstellung in einer Vermögensübersicht

Kaufmann macht Inventur


(messen, zählen, wiegen)

Mengengerüst Menge => Geldeinheiten

A Bilanz P

…. GE EK = Aktiva - FK
…. GE
…. GE Fremdkapital
…. GE

∑ ∑

EK = Aktiva – FK

Residualgröße

Aktiva= FK + EK

Aktiva:
 Vermögen, genauer Vermögensgegenstände (HGB)
 Assets (internationaler RW)

Typen von Vermögensgegenständen


a) langfristige Nutzung im Betrieb
b) Veräußerungsabsicht
a) - Grundstücke
1. Gebäude
2. Grund/ Boden

- Menschen und Anlagen


=> Anlagevermögen

b) - Vorräte
1. Rohstoffe
2. Handelswaren
3. Fertige/ Unfertige Erzeugnisse

- Forderungen

Recht auf Zahlung

- Kasse / Bank (ZMB)


=> Umlaufvermögen

Bestandsgrößen:

 Bilanz = Zeitpunktbezogener Vermögensstatus


 Bestandsgrößen sind alle in der Bilanz aufgeführten Post
o z.B.:
 ZMB
 Geldvermögen = ZMB + Forderungen(für einen) - Verbindlichkeiten
 Reinvermögen = Aktiva - Verbindlichkeiten

Stromgrößen (sieht man nicht aus der Bilanz):

 sie verändern Bestandsgrößen


o ZMB + Einzahlung - Auszahlung = ZMB
t0 t1 t1 t1

 Einzahlung = Cash-In-Flow
 Auszahlung = Cash-Out-Flow
 Cash Flow = Cash-In-Flow - Cash-Out-Flow

 Beispiele für Einzahlungen:


 Barverkauf (Bank/Kasse+ ; Vorräte-)
 Forderung wird beglichen (Bank/Kasse+ ; Forderungen-)
 Kreditaufnahme (Bank/Kasse+ ; Verbindlichkeit+)
 Beispiele für Auszahlungen:
 Kredittilgung (Bank- ; Verbindlichkeiten-)
 Bareinkauf (Bank- ; Vorräte+)
 Lohnauszahlung (Bank- ; EK-)

 Einzahlung/ Auszahlung:
o Vorgänge, bei denen sich der Zahlungsmittelbestand verändert
o Abbildung in der Finanz- und Investitionsrechnung (Bilanz l Kapitalflussrechnung)

 Einnahme/ Ausgabe:
o Vorgänge, bei denen sich das Geldvermögen verändert
o Geldvermögen = ZMB + Forderungen - Verbindlichkeiten
o Abbildung in der Finanz- und Investitionsrechnung (Bilanz l KFR)

 Ertrag/ Aufwand:
o Geschäftsvorfälle, die das Netto- bzw. Reinvermögen verändern
o Reinvermögen = Vermögen - Schulden
o Abbildung im externen Rechnungswesen (Bilanz l GuV)

 Kosten:
o bewerteter Verbrauch von Gütern und DL für die betriebliche Leistungserstellung

 Leistung:
o Ergebnis des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses in bewerteten Gütern
und Dienstleistungen
o Abbildung in Kosten- und Leistungsrechnung (z.B. Betriebsabrechnungsbogen)

Übungen zur Bilanzberechnung siehe Hefter !


Rechtsformen
 Rechtskleider und Besonderheiten

Kapitalmarkt

Geschäftspartner Betrieb Eigentümer


(Leistungsmarkt)

Organisationseinheit
von Produktionsfaktoren
 externe Beziehungen des Betriebs mit seiner „Umwelt“ muss geregelt werden
 es ist eine Entscheidung darüber erforderlich, wie

a) die Außenwirkung
b) die Rechtsbeziehungen:
 Gewinnverteilung unter den Gesellschaftern
 Haftung
c) die steuerliche Behandlung ausgestaltet werden soll

 diese Entscheidungen betrifft die Wahl der Rechtsform

Rechtsformen:

Einzelunternehmen:

 selbständige Tätigkeit (kein Anspruch auf fixes Einkommen)


 ggf. Kaufmann im Sinne des HGB
o §1,2 HGB

§ 1:
(1) Kaufmann im Sinne dieses Gesetzbuchs ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt.
(2) Handelsgewerbe ist jeder Gewerbebetrieb, es sei denn, daß das Unternehmen
nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten
Geschäftsbetrieb nicht erfordert.

§ 2:
Ein gewerbliches Unternehmen, dessen Gewerbebetrieb nicht schon nach § 1 Abs. 2
Handelsgewerbe ist, gilt als Handelsgewerbe im Sinne dieses Gesetzbuchs, wenn die
Firma des Unternehmens in das Handelsregister eingetragen ist. Der Unternehmer ist
berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Eintragung nach den für die Eintragung
kaufmännischer Firmen geltenden Vorschriften herbeizuführen. Ist die Eintragung
erfolgt, so findet eine Löschung der Firma auch auf Antrag des Unternehmers statt,
sofern nicht die Voraussetzung des § 1 Abs. 2 eingetreten ist.

o § 17 HGB „eingetragener Kaufmann“ im Handelsrecht

§ 17:
(1) Die Firma eines Kaufmanns ist der Name, unter dem er seine Geschäfte betreibt
und die Unterschrift abgibt.
(2) Ein Kaufmann kann unter seiner Firma klagen und verklagt werden.

o erfordert bestimmte Größen/ Kriterien


 sonst Anwendung BGB
 der Selbständige berechtigt und verpflichtet sich persönlich im Rechtskreis (ggü. Fremden
und Dritte)
 unbeschränkte Haftung mit seinem gesamten Vermögen (betriebliches Vermögen +
Privatvermögen) für Schäden und betriebliche Schulden
o ggf. Versicherungsschutz für Schäden

Personengesellschaftsform:

 mindestens zwei Personen (natürliche) Personen und (oder juristische Personen)


treten gemeinsam am Markt auf

natürliche Personen:
Mensch in seiner Rolle als Rechtssubjekt als Träger von Rechten und Pflichten

juristische Personen:
Personenvereinigung mit von Gesetz anerkannter Selbständigkeit, die Rechten und
Pflichten trägt, ein Vermögen hat und in eigenem Namen klagen und verklagt werden
kann.

1) Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

 auch BGB - Gesellschaft genannt


 Rechtsgrundlage: BGB
keine Handelsgesellschaft und damit auch kein „Kaufmann“ im Sinne des
HGB
 §§ 705 ff. BGB => Regelungen zu Rechten, Pflichten und Außenwirkung
o GbR entsteht, wenn sich zwei oder mehrere Personen zur Erreichung eines
gemeinsamen Zwecks zusammenschließen
o schriftlicher Vertrag nicht erforderlich z.Bsp.: ARGE (Arbeitsgemeinschaft
muss zeitlich begrenzt sein)

z.B.: Vermögensverwaltung oder Absicht der Gründung einer Kapitalgesellschaft

 GbR wird automatisch zu einer Handelsgesellschaft, wenn Sie die Kriterien für
Kaufleute erfüllen
 GbR ist nur teilrechtsfähig
 GbR ist eine „Buchteilsgesellschaft“ Vermögen = Gesamthandelsvermögen
 Haftung (ggü. Dritte):
o gesamtschuldnerische Haftung
o unbeschränkte Haftung

2) Offene Handelsgesellschaft (OHG)


 Grundstruktur wie GbR
 soweit das HGB nichts regelt, gelten §§ 705 BGB
 fällt grundsätzlich unter die strengen Vorschriften des HGB
o ist handelsgesellschaftlich § 6 HGB
§ 6:
(1) Die in betreff der Kaufleute gegebenen Vorschriften finden auch auf die
Handelsgesellschaften Anwendung.
(2) Die Rechte und Pflichten eines Vereins, dem das Gesetz ohne Rücksicht
auf den Gegenstand des Unternehmens die Eigenschaft eines Kaufmanns
beilegt, bleiben unberührt, auch wenn die Voraussetzungen des § 1 Abs. 2
nicht vorliegen.

o muss Bücher führen § 238 HGB

§ 238 Buchführungspflicht:
(1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine e
und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muß so beschaffen sein,
daß sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen
Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens
vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und
Abwicklung verfolgen lassen.
(2) Der Kaufmann ist verpflichtet, eine mit der Urschrift übereinstimmende
Wiedergabe der abgesandten Handelsbriefe (Kopie, Abdruck, Abschrift oder
sonstige Wiedergabe des Wortlauts auf einem Schrift-, Bild- oder anderen
Datenträger) zurückzubehalten.

o ist den Regelungen §§ 105 ff. HGB unterworfen

§ 105:
(1) Eine Gesellschaft, deren Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes
unter gemeinschaftlicher Firma gerichtet ist, ist eine offene
Handelsgesellschaft, wenn bei keinem der Gesellschafter die Haftung
gegenüber den Gesellschaftsgläubigern beschränkt ist.
(2) Eine Gesellschaft, deren Gewerbebetrieb nicht schon nach § 1 Abs. 2
Handelsgewerbe ist oder die nur eigenes Vermögen verwaltet, ist offene
Handelsgesellschaft, wenn die Firma des Unternehmens in das
Handelsregister eingetragen ist. § 2 Satz 2 und 3 gilt entsprechend.
(3) Auf die offene Handelsgesellschaft finden, soweit nicht in diesem
Abschnitt ein anderes vorgeschrieben ist, die Vorschriften des Bürgerlichen
Gesetzbuchs über die Gesellschaft Anwendung.

 OHG ist rechtsfährig => kann unter ihrer Firma (Name der OHG) klagen und verklagt
werden
 kann Rechte und Assets (Anlage/ Gegenstände) erwerben

 alle Gesellschafter beitzen „Organstellung“


- Grundsatz der „Selbstorganschaft“
 alle Gesellschafter sind gemeinsam für Leitung und Vertretung berechtigt und
verpflichtet
 Haftung:
o gesamtschuldnerische Haftung
o persönlich, unmittelbar und unbeschränkt
o Nachhaftung bei Austritt
o Mitthaftung bei Eintritt
 Finanzbuchführung:
o jeder Gesellschafter muss mindestens ein Eigenkapitalkonto führen

 Gesellschaftsvertrag:
o jeder Gesellschafter muss sich zu Leistung einer Einlage verpflichten
 bei ausstehender Pflichteinlage ist zu unterscheiden

eingefordert nicht eingefordert

Forderung keine Angabepflicht


buchen

 Gewinnverteilungsabrede:
o basiert auf dem Jahresergebnis (§ 120 Abs. 1 HGB)
o kann abweichend von der gesetzlichen Gewinnverteilung geregelt werden
 gesetzliche Gewinnverteilung § 121 HGB

es liegt am Jahresende vor

ein Gewinn ein Verlust

vorab Verzinsung Verteilung nach Köpfen


der Einlagen i.H.v. 4 % p.a. (von den Kapitaleinlagen
abgezogen)

Restgewinn verteilt auf


Köpfe

reicht der Gewinn für die Verzinsung nicht aus, wird der Zinssatz entsprechend angepasst
 Basisbetrag für die Einlagenverzinsung:

Stand des Kapitals 01.01. + Einlagen, allerdings nur nach dem Verhältnis die seit
der Leistung abgelaufene Zeit - Entnahmen (nach dem Verhältnis der seit der
Leistung abgelaufene Zeit) = Bestand der Verzinsung

 Beispielrechnung im Heft !

Haftung der OHG:

 jeder Gesellschafter haftet:


o persönlich (mit Privatvermögen)
o unmittelbar
o unbeschränkt

, wenn das Vermögen der OHG nicht ausreicht

 Gläubiger kann auch gleich einen Gesellschafter in Anspruch nehmen


 Gesellschafter müssen sich dann unter einander auseinandersetzen (im Innenverhältnis)
 „Nachhaftungsfrist“ = 5 Jahre

c) Kommanditgesellschaft (KG)

- § 161 ff. HGB


- basiert auf den Regelungen der OHG §§ 105 ff. HGB
- Unterschied zur OHG => Spaltung der Gesellschaftsstruktur

Gesellschafter

Komplementär Kommanditisten
- mindestens ein Komplementär - unterliegen begrenzter Haftung
- natürliche oder juristische Personen - Haftung richtet sich nach der vereinbarten
Hafteinlage

- „Vollhafter“ - Haftung nur dann beschränkt, wenn Eintragung


im HR (Handelsregister) erfolgte

- sind zur Vertretung und Geschäftsführung - Hafteinlage ist spätestens im Insolvenzfall zu


verpflichtet (Selbstorganschaft) leisten
- grundsätzlich keine Vertretungs- und
Geschäftsführungsbefugnis
(man kann aber den Kommanditisten
Geschäftsführerbefugnisse einräumen wenn man
will)
- haben Kontrollrechte (dürfen Bücher einsehen)

Gewinnverwendung:
 Besonderheit bei Verlusten:
o Kommanditisten nehmen nur bis zum Betrag des Kapitalanteils am Verlust teil
 hat ein Kommanditist seine Einlage noch nicht geleistet, erfolgt keine Gewinnauszahlung
 wird dem ausstehenden Kapitalanteil gutgeschrieben
Bsp:

 ABC - KG
 A => Komplementär
 B,C => Kommanditisten

Kapitaleinlage 01.01. t1:

A: 100.000 €
B: 150.000 € bedungene (vereinbarte) Einlage
davon geleistet: 100.000
C: 120.000 € bedungene Einlage
davon geleistet: 110.000

Gewinn der KG in t1: 90.000 €

Gewinnverteilungsabrede:

 A: Vorabgewinn 25.000
 Verzinsung des Anfangskapitals
 ansonsten gilt die gesetzliche Gewinnverwendung

Rest im HEFTER!!

Typen stiller Gesellschafter:

 typisch stille Gesellschafter


o Beteiligung am Gewinn
o Beteiligung ggf. auch am Verlust
o haben Kapitaleinkünfte
 atypisch stille Gesellschafter
o Beteiligung am Gewinn/ Verlust
o Beteiligung an den stillen Reserven
o haben gewerbliche Einkünfte

Haftung:

 Inhaber des Handelsgewerbe:


 wie EK/ OHG/ KG
 stiller Gesellschafter:
 in Höhe der Einlagen
 ggf. gar nicht (ist Insolvenzgläubiger)

d) Kapitalgesellschaft

 juristische Personen
 eigene Rechtspersönlichkeiten (voll rechtsfährig)
 es gilt NICHT der Grundsatz der „Selbstorganschaft“
 ermöglicht die Trennung Gesellschafterstellung
o Vertretung/ Geschäftsführung
 es gilt auch das „Trennungsprinzip“ der Vermögensebene Gesellschafter - Gesellschaft
 Gesellschaft braucht Organe (bei KapG Geschäftsführer = Vorstand)
 im Gegensatz zu Gesellschaftsrechten bei Personengesellschaft liegen hier
Gesellschaftsanteil vor

„Shares“ eigene, fungible, selbständige, übertragbare Rechte

GmbH Anteile Aktien

Rechte aus den Anteilen:


 Recht auf Ausschüttung
 Recht auf Auskehrung eines verbleibenden Liquidationsvermögens
 Kontroll- und Mitbestimmungsrechte sowie Pflichten

Besonderheiten der Gründung:

Entwicklungsstufen

a) Vorgründungsgesellschaft
o GbR
o endet mit Abschluss des notariellen Gesellschaftsvertrags
b) „Vor - Gesellschaft“
o benötigt den Zusatz i.G. (in Gründung bzw. … AG, i.G.)
o ist Handelsgesellschaft => es gilt das HGB
o noch keine Haftungsbeschränkung, wie bei einer vollständigen KapG

c) Entstehung der Kapitalgesellschaft im Zeitpunkt der Eintragung ins Handelsregister


o „Vor - Gesellschaft“ geht mit allen ihren Verpflichtungen in die KapG über

Formen von KapG

GmbH Europäische Gesellschaft (EG) Aktiengesellschaft (AG) KGaA

UG
GmbHG Aktiengesetz
(GmbH Gesetz)
1. GmbH:

 Mindestkapital: 25.000€ (§ 5 Abs. 1 GmbHG)


 Anmeldung zum HR schon möglich, wenn mindestens ¼ auf jeden Geschäftsanteil
eingezahlt wurde
o „Bargründung“ und „Sachgründung“ sowie Mischformen möglich
 Einlagen erst wirksam, wenn der Einlagewert zur freien Verfügung des
Geschäftsführers bereit steht
 Forderungen gegen Gesellschafter sind nicht einlagefähig
 Nachweis der Leistung der Einlage stets aufbewahren
 Organe:
 Geschäftsführung § 35 GmbHG
 Vertretung nach außen
 Wahrnehmung der Geschäftsführung
 verantwortlich zur Wahrnehmung aller Verpflichtungen
 Haftung
 Gesellschafterversammlung
 Aufgaben => § 46 GmbHG
z.B. Feststellung des Jahresabschlusses
 ist direkt weisungsbefugt gegenüber GF (Geschäftsführer)
 Gesellschafter haben nur Anspruch auf den Jahresüberschuss (Ausschüttung)
 GmbH gilt als Handelsgesellschaft => § 6 HGB
 Pflichten nach HGB sind teilweise Größenabhängig (§ 267 HGB)
o Rechnungslegung und Offenlegung
o Jahresabschlussprüfung
 Besonderheiten: § 5a GmbHG => Unternehmergesellschaft
o Stammkapital < 25.000€
o Problem:
 Außenwirkung => „wird nicht ernst genommen“
 Kreditwürdigkeit
 Upgrade von UG => GmbH => Prüfungspflicht (Kosten!!!)
 ¼ des Jahresüberschusses ist in die Rücklagen einzustellen

2. Aktiengesellschaft:

 Mindeststammkapital: 50.000€ (§ 7 AktG)


 Kapital wird in Aktien aufgeteilt
o Nennwertaktien (min. 1 €) oder
o Stückaktien (nennbetragslos)

Stammkapital
 ≥ 1€
Anzahl der Aktien

 Unter-pari- Ausgabe von Aktien verboten (§ 9 Abs. 1 AktG)


 Anmeldung zum HR erst möglich, wenn ¼ des Stammkapitals eingezahlt wurde (wie
GmbH)
 Organe der Gesellschaft:
a) Hauptversammlung (Versammlung der Shareholder-Anteilseigener)
 Aufgaben z.B:
 Feststellung Jahresabschluss
 Entlastung des Vorstandes
 Gewinnverwendung
 Auflösung der Gesellschaft
 Bestellung Aufsichtsrat

b) Aufsichtsrat (AR)
 Aufgaben z.B.:
 Bestellung Vorstand
 Überwachung Vorstand
 besteht aus 3 - 21 Mitgliedern

c) Vorstand (§§ 76 - 94 AktG)


 Vertretung der AG nach außen
 Übernahme der Geschäftsführung
 ist nicht weisungsgebunden
 hat Berichtspflichten gegenüber AR
 muss die Pflichten der Gesellschaft erfüllen und wird dafür haltbar
gemacht

 Gewinnverwendung bei Aktiengesellschaften (§ 58 AktG):


o Aktionäre haben Anspruch auf den Bilanzgewinn
o Bilanzgewinn= Jahresüberschuss - Vorabthesaurierte (in der Gesellschaft
gelassen) Gewinnanteile
 Ermittlung BG:
Jahresergebnis (Überschuss/ Fehlbetrag)

o wenn Fehlbetrag => Ausgleich durch Rücklagen

 Publizitätspflicht von Jahresabschluss (Bilanz + GuV + Anhang) sowie Lagebericht


(www.bundesanzeiger.de)
 Prüfungspflicht:
o mittelgroße und große AG entsprechend § 267 HGB
o stets börsenotiert

3. Europäische Gesellschaft (GE):

 Allianz, BASF, Fresenius, Porsche


 Basis: EU-Verordnung => GE - Ausführungsgetz (GEAG)
 Mindestkapital: 120.000 €

 Vorteile:
o keine selbstständige Tochterunternehmen von Konzernen im europäischen
Ausland (EU)
o alle TU sind Niederlassungen der GE (unter einem rechtlichen Mantel)
o Sitzverlagerung in EU einfach
o erleichter Unternehmenszusammenschlüsse in EU
o Mitbestimmung nach deutschen Recht kann beschränkt werden
o Wahl zwischen Leistungssystem möglich

Kontrollsystem Board - System


(Vorstand + AR nach dt. Recht) (keine direkte Überwachung)

 Nachteile:
o lange Verfahrensdauer der Gründung
o finanziell aufwendiges Gründungsverfahren
Haftung bei Kapitalgesellschaften:
 Gesellschaft:
o haftet mit Ihrem Vermögen
o Haftungsmasse:
 alles was verwertbar ist
o Haftungsmasse wird zu Zeitwerten bewertet
 Gesellschafter:
o in Höhe der zu leistenden Einlage
o Vermögenszuführung musste zur freien Verfügung des Leistungsorgans
gestanden haben => Nachweis erforderlich
o Ausnahme:
 Durchgriffshaftung
 bei Vermögensverschiebung in anderen Gesellschaften bzw. zu
anderen Personen
 insbesondere bei Konzernverbunden

4. Kommanditgesellschaft auf Aktien:

 Komplementär (Vollhafter) kann natürliche oder juristische Person sein


 eignet sich sehr gut als „Publikumsgesellschaft“, wenn Gesellschafter nur
Kontrollrechte haben sollen und Leitung auf wenige Personen beschränkt bleiben
soll, die letztlich auch Eigentümer sind
 Vorteil:
o Basis für Kapitalbeschaffung
o Befugnisse „bleiben in der Familie“ (z.B.: Henkel)
 ansonsten gelten die Rechte und Pflichten wie für Aktiengesellschaft

Besteuerung

Angaben

Steuern Gebühren Beiträge

Geldzahlung individuelle Kosten- Gruppenmäßige


ohne deckung Kostendeckung
Gegenleistung

Äquivalenzprinzip
Zwang durch
Gesetz

Opfertheorie

Steuern:

 sind Geldeinheiten => Cash-Out_flow


 Steuerverpflichtung= BMG × Steuersatz
 BMG ≠ Cash Flow
 BMG und Steuersatz müssen gesetzlich definiert werden
 größter Streitpunkt im Steuerrecht => Ermittlung BMG
o Steuererklärung => ggf. Widerspruch beim Finanzamt gegen den
Steuerbescheid
o bei Abweisung des Widerspruchs ggf. Klage bei Finanzgericht
o bei Klageabweisung durch FG ggf. Klage bei Bundesfinanzhof (BFH) einreichen
(Dauer ca. 3 - 10 Jahre)

Unterteilung der Steuern

direkte Steuern indirekte Steuern

Personen- Realsteuern
steuer
- Gewerbesteuer
- Grundsteuer
- ESt.
- KSt.
- Erbschaftsteuer

Verkehrsteuer Verbrauchersteuer
- Umsatzsteuer - Brandweinsteuer
- Grunderwerbsteuer - Mineralölsteuer
- KFZ - Steuer - Tabaksteuer
- Versicherungssteuer
=> derzeit ca. 30 Einzelsteuern in Deutschland

Steuerbegriffe:

 Steuersubjekt: Steuerpflichtige, der eine steuerliche Pflicht erfüllen muss (§ 33 AO -


Abgabenordnung)

 Steuerschuldner: derjenige, der den Tatbestand verwirklicht, an dem das


Steuergesetz die Leistungsfähigkeit knüpft (§§ 37, 38, 43 AO)

 Steuerzahler: derjenige, der eine Steuerzahlung leisten muss (§ 38 Abs. 3, § 41a


EStG.)

 Steuergläubiger: öffentlich - rechtliches Gemeinwesen (Bund, Land, Gemeinden)

 Steuerdestinatar: derjenige, der nach dem Willen des Gesetzgebers eine Steuer
wirtschaftlich tragen soll

 Steuerträger: derjenige, der die Steuer tatsächlich wirtschaftlich tragen soll

BMG

 Wert- oder Mengengröße, die das Steuerobjekt quantifiziert


 Steuerobjekt: Vorgang, Zustand, Gegenstand

Steuerart Steuerobjekt BMG


zu versteuerndes
ESt. Einkünfte Einkommen (z.v.E.)

GewSt. Gewerbebetrieb Gewerbeertrag

USt. Lieferung/ Leistung Entgelt

Größe - Hubraum (CO² -


KFZ - Steuer gehaltenes KFZ Ausstoß)
 BMG definiert:
a) was nicht steuerbar ist
b) was steuerbar ist
c) was steuerbar, aber steuerbefreit ist
 Freibeträge: stets steuerfrei
 Freigrenzen: bei Überschreitung => alles steuerpflichtig

Steuersatz/ Steuertarif

 Steuertarif: vollständig und eindeutige Zuordnung von BMG und Steuerbetrag S


 Zuordnung erfolgt mittels Steuerbetragsfunktion f(BMG)

Steuertarif

konstanter Steuersatz variabler Ø - Steuersatz

proportionaler Tarif
(USt., GewSt., KSt.)

progressiver Tarif degressiver Tarif regressiver Tarif fixer Tarif

direkt indirekt
(ESt.)

Arten von Tarifen - grafische Darstellung

B = Bemessungsgrundlage
S = Steuerbetrag => S => F(B)
s = Durschnittsteuersatz => × 100
s‘ = Grenzsteurersatz =>s‘ = × 100
a) proportionaler Tarif => siehe Hefter

Einkommenssteuertarif:

 progressiver Tarif
 § 32 EStG. => „Stufentarif“ kein stetiger Tarif

1. Stufe: BMG 0 - 8.472 => Steuerfrei (Grundfreibetrag)

2. Stufe: BMG 8.473 - 13.469 progressive


3. Stufe: BMG 13.570 - 52.881 Zone

4. Stufe: BMG 52.882 - 250.730 => Steuersatz 42 % proportionale


5. Stufe: BMG 250.731 - …. => Steuersatz 45 % Zone

Körperschaftsteuer

 proportionaler Tarif
 15 % der BMG ( §23 Abs. 1 KStG.)

Gewerbesteuer

 proportionaler Tarif
 0,035 × Hebesatz
 § 11 Abs. 1, § 16 GewStG.

Tarife von Zuschlagsteuer

 Solidaritätszuschlag BMG => ESt. oder bei


 Kirchensteuer juristischen Personen KSt.

 SolZ => 5,5 %


 KiSt. => 8% bzw. 9%
Überblick über Steuerarten

natürliche Personen juristische Personen


-Wohnsitz/ gewöhnlicher - Sitz in Dt.
Aufenthalt in Dt. ggf. stets

Gewerbetreibende
ESt. - pflichtig KSt. - pflichtig

GewSt. - pflichtig

 der Staat erhebt Steuervorauszahlungen (VZ)

ESt. : - ESt. - VZ (Selbstständige)


- Lohnsteuer (nicht Selbstständige)
- Kapitalertragssteuer (Kapitaleinkünften)

ggf. abgeltende Wirkung

KSt.: KSt. - VZ
GewSt.: GewSt. - VZ
SolZ/ KiSt.: entsprechend VZ ESt./ KSt.

Bemessungsgrundlage BMG

Einkommensteuer

 EStG. definiert abschließend sieben Einkunftsarten


 was darunter subsumiert (eingeordnet) wird, ist steuerbar
 was nichts darunter subsumiert wird, ist nicht steuerbar
 § 3 EStG. definiert Steuerbefreiungen für steuerbare Einkommensbestandteile

 Einkunftsarten:
1. E aus Land- und Forstwirtschaft
2. E aus Gewerbebetrieb Gewinn Einkunftsarten
3. E aus selbstständiger Arbeit
4. E aus nicht selbstständiger Arbeit
5. E aus Kapitalvermögen Überschuss
6. E aus Vermietung und Verpachtung Einkunftsarten
7. E aus sonstige Einkünfte

Summe der Einkünfte

 Frei- oder Entlastungsbeträge


 Gesamtbetrag der Einkünfte
 ggf. Verlustabzug
 Sonderausgaben
 außergewöhnliche Belastungen
 Steuerbegünstigungen (§ 10e - 10i EStG.)

= Einkommen
- Kinderfreibetrag

= BMG => zu versteuerndes Einkommen (z.v.E.)

Körperschaftsteuer

 vereinfachtes Ermittlungsschema:
o handelsrechtliches Ergebnis:

± Korrekturen (§ 60 EStDV)
- nicht betriebliche veranlasste Aufwendungen (Spenden)
- steuerbefreite/ nicht steuerbare Erträge
- Ausschüttungserträge anderer KapG
- verdeckte Einlagen
+ verdeckte Gewinnausschüttung

= gewerbliche Einkünfte
- ggf. Spenden

= Gesamtbetrag der Einkünfte


-Verlustabzug
- ggf. Freibeträge

z.v.E.
Gewerbesteuer

 vereinfachtes Ermittlungsschema

Gewinn aus Gewerbebetrieb


+ Hinzurechnung § 8a GewStG.
- Kürzungen § 9 GewStG.
- Gewerbeverlustvortrag

= Zwischensumme
- Freibeträge für bestimmte Gewerbetreibende

Gewerbeertrag (≙ BMG )

Beispiele Gewinnermittlung

a) gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung bis PersG.

A
 Bsp.: OHG B je Gewinnanteil
C

 Wirtschaftsjahr = Kalenderjahr
 vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung für Veranlagungszeitraum t1

Umsatzerlöse 160.000
Gehälter - 60.000
sonstiger Aufwand - 80.000
Gewerbesteuer - Vorauszahlung - 8.000

Jahresergebnis 12.000

 Ausgangspunkt der steuerlichen Gewinnermittlung ist der Gewinn nach § 5 Abs. 1


EStG.
 Grundlage für den steuerlichen Gewinn ist das handelsrechtliche Jahresergebnis

 Berechnung zweier steuerlicher BMG auf Basis des handelsrechtlichen Jahresergebnis


o Einkommensteuer => Gewinneinkünfte für A,B,C (§ 15 Abs. 1 EStG.)
o Gewerbesteuer => OHG als Objekt der Gewerbebesteuerung

1.) Ermittlung der Gewerbesteuer

 Zusatzausgaben
o Hinzurechnungen (§ 8 GewStG.) 5.000
o Kürzungen (§ 9 GewStG.) 2.000

 Hebesatz der Gemeinde 8%

Ermittlungsschema:

 handelsrechtliches Jahresergebnis 20.000


 Korrektur des EStG.
 Gehälter + 60.000
(§ 15 Abs. 1 EStG.)

 nicht abziehbare Betriebsausgaben -


(§ 4 Abs. 5 EStG.)

 GewSt. - VZ + 8.000

Gewinn aus Gewerbebetrieb 80.000


(§ 15 EStG.)

Grundlage für die Ermittlung des Gewerbeertrags:

Gewinn aus Gewerbebetrieb 80.000


Hinzurechnungen + 5.000
Kürzungen - 2.000

Gewerbeertrag 83.000
Freibetrag - 24.5000

58.500
Grundlagenbescheid der Gemeinde
 nur dieser ist im Widerspruchsverfahren angreifbar
 Gemeinde verlangt die Gewerbesteuer:

58.500 + 0,035 × 3,8 = 7780,50

GE nach FB Steuer- Hebe-


messzahl zahl

Nachzahlung/ Erstattung?

Gewerbesteuer 7.780,50
- VZ - 8.000

-219,50 (Erstattung)

2.) Gesondert und einheitliche Gewinnfeststellung für A,B,C

 Grundlage:
o Gewinn aus Gewerbebetrieb der OHG von 8.000
o Gewinn ist auf die Gesellschafter aufzutreiben

Gehälter Restgewinn ∑ G aus GB (§ 15 EStG.)


A
20.000 6.667 26.667
Einkommen-
B steuererklär
20.000 6.666 26.666
- ung
C
20.000 6.666 26.666

60.000 20.000 80.000

b) steuerliche Veranlagung bei KapG

o haben per Definition § 8 KStG. stets gewerbliche Einkünfte

Körperschaftsteuer
o Ertragsteuer
Gewerbesteuer
 Bsp.:
 A - GmbH
 Sitz in Deutschland
 Geschäftsjahr = Kalenderjahr
 Angaben für die Besteuerung
o Jahresüberschuss 30.000
o als Aufwand berücksichtigt wurden:
 KSt. -VZ 3.700
 GewSt. - VZ 4.200
 nicht abziehbare 6.000
Betriebsausgaben

1. Körperschaftsteuerliche Gewinnermittlung

 Jahresüberschuss 30.000
 Steuer - VZ + 7.900
 n.a.BA + 6.000
(nicht absehbare
Betriebsausgaben)

z.v.E. 43.900

Ermittlung der Körperschaftsteuer:

0,15 × 43.900 = 6.585

Steuer-
satz

2. Gewerbesteuerliche Gewinnermittlung

 körperschaftsteuerliches z.v.E 43.900


 + Hinzurechnungen + 4.000
 - Kürzungen -0

= Gewerbeertrag 47.900
Ermittlung der Gewerbesteuer:

0,035 × 3,9 × 47.900 = 6.538,35

Steuer- Hebe-
mess- satz
zahl

Umsatzsteuer

Steuersystem: All - Phasen - Netto - Umsatzsteuer - System

Verbraucher Steuerdestinator

USt.
Unternehmer 1 FA (Finanzamt)
Vorsteuer
keine Belastung
USt. der Liefer- und
Unternehmer 2 FA Leistungskette
Vorsteuer
mit Umsatzsteuer
USt.
Unternehmer 3 FA
Vorsteuer

 Was ist umsatzsteuerbar?


o Lieferungen und sonstige Leistungen eines Unternehmens im Rahmen seines
Unternehmens gegen Entgelt

 BMG der Umsatzsteuer: das Entgelt


o allen, was aufgewendet wird, abzüglich der USt.

 Steuersatz: Regelsteuersatz 19%


ermäßigter Steuersatz 7%

 Voraussetzung für den Vorsteuerabzug:


o Leistung/ Lieferung muss erbracht werden
o es liegt eine ordnungsmäßige Rechnung gem. § 14, § 14a UStG. vor

Standartentscheidungen

 Gründung
 Produktionsverlagerung
 Abspaltung/ Erweiterungen

Problem:
 langfristige Kapitalbindung
 dauerhafte Entscheidung

Schritte:
1) globale Eingrenzung
o national/ international
o lokal

2) Standartplanung:
o Bewertung von Standortfaktoren
 Beschaffung
 Absatz
 Gesetze/ Verordnungen

Modellansätze

a) „Partial“ Modellansatz
 Johann Heinrich von Thünen (1826)
 „Thünsche-Kreise“
 Lennhardt/ Hotteling => Spieltheorie
 Steiner-Weber-Modell => isolierte Minimierung der Transportkosten

Steiner - Weber - Modell

 Zweck:
Standortsuche für die Errichtung einer Betriebstätte, die von mehreren Zulieferern
versorgt wird und mehrere Abnehmer hat

Zulieferer optimaler Standort?


Abnehmer
 Ziel:
Transportwege bzw. Transportkosten minieren

 Annahme des Modells:


 einheitlicher Frachtkostensatz für alle Transportmengen und -strecken
(gewichts- und streckenproportionale Transportkosten)
 Betrachtung euklidischer Distanzen (Entfernung nach Luftlinie)

 Zielfunktion:

 mit:

 = Summe der Transportkosten

 k = Transportkostensatz

 n = Anzahl der Lieferanten- / Kundenstandorte

 = Transportmenge zum Liefer - oder Absatzort

 => soll dabei minimal sein!

 ( = Standortkoordinaten der Standorte

 (x ; y) = Standort für die Betriebsstätte ( optimalen Koordinaten für

Standorte)

 Lösung des Optimierungsproblems:


Moderne investitionstheoretische Ansätze

Bestimmung des Nettokapitalwertes für einen Standort

Rechnungswesen

a) Externes Rechnungswesen
 regelbasiertes Rechnungswesen
o Gesetze => HGB
o Standards => IFRS/ US - GAAP/ etc.

 Funktion:

Rechenschaft

Verfügungsrechte
- Prinzipal Agent

Eigeninteresse

- Interessenkonflikt
- verborgene Informationen/
Handlung die Prinzipal nicht
beobachten kann

 Agent muss Rechenschaft ablegen, was er mit Verfügungsrechten gemacht hat


 KapG => - Prinzipal => Eigentümer (Aktionär)
- Agent => Manager (Vorstand)

 abgeleitete Subfunktion
o Dokumentationsfunktion
o Informationsfunktion
o Einkommenbemessungsfunktion
 Ausschüttung
 Tantieme
 Steuern

 Adressaten des externen Rechnungswesen


o Shereholder (Anteilsbeseitzer)
o potentielle Investoren
o Fremdkapitalgeber
o Staat => Statistiken
o Fiskus
o Abnehmer, Lieferanten, Mitarbeiter, Wettbewerb (Stakeholder)
Bestandteile des externen Rechnungswesen

 Bilanz => Vermögen


 Gewinn- und Verlustrechnung Abschluss
 Anhang => Erläuterungen

 zusätzlich: Lagebericht

Inhalt der Bilanz

Aktivseite Passivseite

Vermögens- nicht Vermögensgegenstände - Eigenkapital


gegenstände - Rechnungsabgrenzungsposten - Schulden
- latente Steuern - Rechnungsab-
- aktiver Unterschiedsbetrag grenzungs-
aus Vermögensverrechnung posten

 Was sind Vermögensgegenstände?


o Kriterien:
 VG muss einen wirtschaftlichen Wert über den Bilanzstichtag hinaus
besitzen
 muss künftig zu Einzahlungen führen
o durch Gebrauch
o Veräußerungen
 VG muss selbstständig verwertbar sein (setzt Separierbarkeit
vom Vermögen voraus)
 VG muss selbstständig und verlässlich bewertbar sein

 Was sind Schulden?


o Kriterien:
 Außenverpflichtung gegenüber fremden Dritten
 muss eine wirtschaftliche Belastung darstellen (i.d.R. künftiger Abfluss
von liquiden Mitteln)
 Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme > 50%

 Interpretation der Bilanz

Aktiva Bilanz Passiva

Eigenkapital
Finanz- Finanz-
mittel- Vermögensgegenstände mittel-
verwen- Fremdkapital her-
dung kunft
b) Internes Rechnungswesen

 im Gegensatz zum externen Rechnungswesen nicht regelbasiert


o betriebswirtschaftlich anerkanntes Verfahren

 Funktion:
o Steuerungsfunktion
 => Planungsordnung => Soll-/ Ist- Analyse => Maßnahmen
 Kostenanalyse
 Preisfindung

 Begriffskategorie
o Kosten => betriebsbezogener Ressourceneinsatz
o überwiegend aufwandsgleich
o Ergänzung um Nicht-/ Aufwand
 kalkulatorische Kosten

Anderskosten Zusatzkosten

Aufwand der be- zusätzlich hinzugefügt


tragsmäßig ange-
passt wird

Opportunitätskosten
- entgangenen Nutzen
- Alternativkosten

 Kostenzurechnungsprinzip
I. Verursachungsprinzip (Kausalprinzip)
II. Durchschnittsprinzip

KLR

Fibu
Aufwand
Gesamtkostenblock

kalkulatorische Kosten

Kostenträgerrechnung
Betriebsergebnisrechnung
 Schritte bzw. „Instrumente“ der KLR

I. Kostenartenrechnung
 welche Kosten sind angefallen?
 Erfassung der primären Kostenarten
o Materialkosten
o Personalkosten Fibu
o Abschreibung
o kalkulatorische Kosten

II. Kostenstellenrechnung
 Wo sind die Kosten angefallen?
 Kostenstelle:
o räumliche Abgrenzung
o Sicherstellung funktionaler Zusammengehörigkeit von
Prozessen
o eigene Verantwortungsbereiche
o Bsp.:
a) Heizkraftwerk einer Fabrik
b) Kantine
c) Lager
d) Vertrieb
e) Produktion

=> a) und b) i.d.R. Hilfskostenstellen (Serviceleistungen für andere


Kostenstellen)
c) - e) i.d.R. Hauptkostenstellen (geben keine Leistungen an andere
Kostenstellen ab)

III. Kostenträgerrechnung
 Wofür sind die Kosten angefallen?
 Verteilung der Kosten auf Produkte/ Dienstleistungen
 Kalkulationsverfahren
o Art der anzuwendenden Kalkulationsverfahren
abhängig von der Art der Produktion

Produktionsart

ein Produkt Produktsorten Produktserien Einzelfertigung

Divisions- Äquivalenzziffer- Zuschalgs-


kalkulation kalkulation kalkulation

 seltener: Kuppelproduktion (z.Bsp.: Raffinerie, Kokserei)


Kuppelkalkulationsverfahren
Einteilung der Kosten

Einzelkosten Gemeinkosten
(Kosten, die ich einem (Kosten, die ich einem
Zielobjekt direkt zuordnen Zielobjekt nicht direkt
kann) zuordnen kann)
variable Kosten z.B. Materialkosten z.B. externe
(Bsp.: Material) Qualitätskontrolle für ein
Produktionslos, unechte
Gemeinkosten
fixe Kosten z.B. Mieten, Gehälter einer z.B. Kosten der allgemeinen
(Bsp.: Mitarbeiter - Gehalt) bestimmten Kostenstelle Verwaltung
z.B. Lizensgebühr => größter Kostenblock
> Hilfsversuch
Prozesskostenreduzierung

Selbstkostenermittlung

 ∑ Selbstkosten einer Produktion


Selbstkosten pro Produkt

Materialeinzelkosten
+ Materialgemeinkosten

= Materialkosten
+ variable Fertigungskosten
+ Fertigungsgemeinkosten
+ Sonderkosten der Fertigungen

= Fertigungskosten

∑ Herstellkosten=> kalkulatorische Kosten


+ Vertriebskosten (inkl. Sondereinzelkosten des Vertriebs)
+ Verwaltungsgemeinkosten

= ∑ Selbstkosten
Investition und Finanzierung

1. Finanzierung

 Aufgaben der betrieblichen Funktion „Finanzierung“


a) Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts
b) Kapitalstrukturpolitik

zu a)

 Sicherung der Kurz-, mittel-, langfristigen Liquidität


 zukunftsorientiert => unsicher
CF - Planung
o operative CF - Planung (1 Jahr)
o taktische CF - Planung (1 - 5 Jahre)
o strategische CF - Planung (5 - 15 Jahre)

 Ziel:
o Vermeidung von Unter- und Überliquidität
 „Modell“ der optimalen Kassenhaltung“
o Umsetzung der Vorgaben der Kapitalstrukturpolitik

zu b)

Kapitalstruktur

A Bilanz P

Eigenkapital
Vermögen
Fremdkapital

o Verhältnis von Fremdkapital


zu Eigenkapital
Verschuldungsgrad V
Rendite des Eigenkapitals
 V hat Einfluss auf die Rendite des Eigenkapitals

Rendite des Gesamtkapitals

Beispiele:
 ein Unternehmen plant in für die künftigen Periode wie folgt:
o Gewinn + Zinsen : 200 GE am Ende von
o eingesetzte Gesamtkapital am Anfang von = 3000 GE
o Alternativen:
1.) V = 2
2.) V = 4
3.) V = 14
o Kosten des Fremdkapitals (i):
i = 4% p.a.

 Wie hoch wäre die Eigenkapitalrentabilität für die alternativen


Verschuldungsgrade?

Alternative 1)

Alternative 2)

Alternative 3)

Ergebnis: v => , wenn i


 Leverage - Effekt
Leverage Formel:

=> Probe Alternative 1)

Grenzen der Ausnutzung des Leverage - Effekts:


 v => Risiko der FK - Geber
i
Kreditrationierung
=> ab einem bestimmte V lässt sich der Leverage-Effekt nicht weiter ausdehnen
Aufgabe Unternehmensführung
Bestimmung von V* (optimaler Verschuldungsgrad)

Quellen der betrieblichen Finanzierung

Geld Einlagen
Markt Unternehmen Eigentümer
Güter/ Dienstleistungen Kredite FK - Geber

Innenfinanzierung Außenfinanzierung

a) Cashflow der Innenfinanzierung


 Produktions- und Absatzprozess => Umsatz
(„unternehmerische Tätigkeit“)
 Working Capital Management
 Working Capital = Umlaufvermögen (möglichst hoch sein)
 kurzfristige Schulden
Bestandteile: Kasse /Bank
Forderungen
Vorräte

Forderungen: gutes Marktwesen


Einhaltung der Zahlungsziele

optimale Vorratshaltung:
- Vermeidung hoher Kapitalbindung
- Just - In - Time - Produktion
 Desinvestition
o insbesondere nicht betriebsnotwendiges Vermögen

 Ausschüttungssperren bei Kapitalgesellschaften


o Abschreibung => mindern den ausschüttbaren Jahresüberschuss und sind
nicht zahlungswirksam
 Finanzierung durch Abschreibungen
 Investition der Abschreibungsgegenstände ins
Analagevermögen
o „Abschreibungsgegenwerte“
= liquide Mittel, die nicht ausgeschüttet werden können
=> Lohmann - Ruchti - Effekt
 Finanzierung aus langfristigen Rückstellung (insbesondere
Pensionsrückstellungen)

b) Cashflow der Außenfinanzierung


 Eigenfinanzierung => die Gesellschafter führen dem Unternehmen Kapital zu
(Einlagen)
 Fremdfinanzierung => Kreditgeber überlassen dem Unternehmen für eine
bestimmte Zeitspanne Kapital
o Ansprüche:
1. Zinszahlung
2. Tilgung

Investition

 finanzwirtschaftlicher Investitionsbegriff
o Entscheidung über Investitionsprojekte
 Investitionsprojekte erfordern eine Auszahlung in
 Investitionsprojekte erwirtschaften Einzahlungen und Auszahlungen in
der Zukunft ( )
 Investitionsprojekte sollten nur dann durchgeführt werden, wenn sie
vorteilhaft sind
 Problem: Vergleichsmaßstab für die Vorteilhaftigkeitsbewertung

 Investitionsrechenverfahren => Entscheidungsunterstützungsverfahren (unter


zugrunde gelegten Prämissen liefern sie einen Vorschlag zur rationalen Entscheidung)
a) „Hilfsverfahren“ => statische Investitionsrechenverfahren
b) dynamische Investitionsrechenverfahren (Barwertverfahren)
Ausgangspunkt:
künftige Zeitpunkte

Entscheidungs-
zeitpunkt

Prognose Einzahlung / Auszahlung

 die Investitionsrechenverfahren unterscheiden sich darin, wie die künftigen Prognosedaten


verarbeitet werden

a) „ Hilfsverfahren“ - Statisches Investitionsrechenverfahren

 Durchschnittsbetrachtung
 lassen den „Zeitwert“ des Geldes außer Betracht
 berücksichtigen kalkulatorische Zinsen auf das durchschnittsgebundene Kapital
o Kapitalbindung und kalkulatorische Zinsen:
o Bsp.:
 Realinvestition mit erforderlichen Auszahlungen von 100.000 GE
 Nutzungsdauer von 5 Jahren
 lineare Abschreibung über Nutzungsdauer
 verzinst wird das gebundene Kapital

Kapitalbindung in GE
100.000

50.000

Nutzungsdauer in Jahren
1 2 3 4 5

 Ermittlung der kalkulatorischen Zinsen


o Zinssatz der Alternativanlagen = Kalkulationszinsen : 10% p.a.
o Resterlös für die Restinvestition am Ende der Projektlaufzeit: 10.000 GE
 Ziel der Amortisation einer Investitionsauszahlung:
o Zurückgewinnung der Anschaffungsauszahlungen

Abschreibungsgegenwerte Resterlöse
 Berechnung der kalkulatorischen Zinsen:
(= entgangene Zinsen der Alternativanlage)

i = kalkulatorische Zinsen
AZ = Anschaffungsauszahlung

 der Resterlös wird über alle Perioden verzinst

kalkulatorische Zinsen
(≙ Zinsentgang bei einer
Alternativanlage von 10 % p.a.)

 Ausgangbeispiel:
o zwei Investitionsalternativen
 Maschine A
 Maschine B
o Aufgabe: Auswahl nur einer der Maschinen

 Parameter:

A B
Anschaffungskosten 400.000 GE 500.000 GE
Produktionsabsatzmenge 10.000 Stück 10.000 Stück
variable Stückkosten 5 GE 4 GE
Nutzungsdauer 4 Jahre 4 Jahre
Resterlös 0 0

 lineare Abschreibung
 i = 10% p.a.
a) Kostenvergleichsrechnung:
 Alternativvergleich anhand der Durchschnittskosten
 Entscheidungsregel: „wähle die Alternative mit den minimalen Durchschnittskosten“

A B
variable Stückkosten 5 GE 4 GE

Abschreibung pro Stück

kalkulatorische Kosten pro


Stück

∑ der Durchschnittskosten 17 17

Ergebnis: Wähle Maschine A!

Problem:
 Absatzmenge beeinflusst Fixkostenanteile pro Stück

Produktionskosten

150.000

120.000

Menge
30.000

 Berechnen Sie die kritische Menge!

Kritik:
 nur sinnvoll, wenn Nutzungsdauer und Anschaffungskosten der Alternativen gleich sind
 problematisch, da keine Erlöse betrachtet werden => Aussage über Verlust nicht möglich
nur im Fall von erforderlichen Ersatzbeschaffungen anwendbar
 Zeitwert des Geldes bleibt außer Betracht
b) Gewinnvergleichsverfahren
 betrachtet werden die durchschnittlichen Gewinnen von Alternativen

durchschnittlicher Erlös - durchschnittliche Kosten = durchschnittlicher Gewinn

 Resterlöse wirken sich nicht auf den durchschnittlichen Gewinn aus


Resterlös - Restbuchwert = 0

 Entscheidungskriterien:
o „Wähle die Alternative mit dem maximalen durchschnittlichen Gewinn“

 Prämissenerwartung:
o A und B produzieren die gleichen Produkte mit unterschiedlicher Qualität
o Erlöse/ Stück:
 A => 17,5 GE
 B => 20 GE

 Alternativvergleich:

A B
durchschnittlicher
17,5 - 17 20 - 19
Stückgewinn
= 0,5 GE = 1 GE

Ergebnis: Wähle Alternative B!

Rentabilitätsvergleichsmethode

 statische Rentabilität =

 Entscheidungskriterium:
o „Wähle die Alternative mit der maximalen Rentabilität“

 Beispiel:
o Produktions- = Absatzmenge 10.000 Stk.
o Gewinn pro Stück: A => 0,5
B => 1

o Alternative A:
o Alternative B:

Ergebnis: Wähle B!

statische Amortisationsdauer

 „Pay-off-Rechnung“ => Welche Zeitspanne ist erforderlich, um die Anschaffungsauszahlung


(Investitionssumme) durch Einzahlungsüberschüsse wieder zu verdienen

 Amortisationsdauer in Jahren:

o durchschnittliche Wiedergewinnung:

durchschnittliche Gewinn + Abschreibung einer Periode

 Entscheidungsregel:
„Wähle die Alternative mit der kürzesten Amortisationsdauer!“

zum Beispiel:

 Alternative A:

 Alternative B:

Ergebnis: Wähle B!

 Kritik an der statischen Amortisation:


o liefert keine Aussage zur wirtschaftlichen Worteilhaftigkeit einer Alternative nach
erfolgter Amortisation
o sollte nur als Ergänzungsrechnung dienen
 Es gilt: je kürzer die Amortisationsdauer im Vergleich zur Nutzungsdauer, um so
weniger Investitionsrisiko steckt in einer Alternative
Kapitalwertmethode als dynamisches Investitionsrechenverfahren

 Ausgangsbeispiel:
o Investor, der 100 GE einlegen möchte
o Modell:
 Anlage in
 Rückzahlung in

115

oder
-100

110
Anschaffungs-
auszahlungen

 besser , da Endwert (115) höher als Endwert (110) ist

 Bestimmung der Rendite von Alternative 1 und Alternative 2:

=> 100 (1 + r) = 115 => r = 0,15 (15 % p.a.)

=> 100 (1 + r) = 110 => r = 0,1 (10 % p.a.)

 Renditevergleich:
o
o

 Wie können beide Alternativen in einer Rechnung miteinander verglichen werden?


 Kapitalwertmethode!
 im Wergleich zu