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4/8/2019 Balkankriege – Wikipedia

Balkankriege
Die Balkankriege waren zwei Kriege der Staaten der Balkanhalbinsel in
den Jahren 1912 und 1913 im Vorfeld des Ersten Weltkriegs. Als Folge
wurde das Osmanische Reich in Europa bis in die heutigen Grenzen der
Türkei verdrängt und musste große Gebiete an die Nachbarländer
abtreten.

Inhaltsverzeichnis
Erster Balkankrieg
Ausgangssituation und Balkanbund 1912
Kriegsverlauf
Ergebnisse
Zweiter Balkankrieg
Balkanbund 1913
Kriegshandlungen
Zeitgenössische Karikatur von
Ergebnisse
Alfred Schmidt, welche die damalige
Verluste
Lage auf dem Balkan
Folgen und Bewertung veranschaulicht
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Erster Balkankrieg

Ausgangssituation und Balkanbund 1912


Russland begegnete seiner diplomatischen Niederlage nach der Annexion
Bosniens im Jahr 1908 durch Österreich-Ungarn mit der Schaffung des
Balkanbunds zwischen Serbien und Bulgarien unter russischer Patronage.
Das Bündnis der beiden Balkanstaaten weitete sich mit dem Anschluss
Griechenlands und Montenegros aus, wodurch sich die
sicherheitspolitischen Ziele des Bündnisses änderten. Nicht Österreich-
Ungarn war nun das primäre Ziel, sondern das Osmanische Reich. Die Karikatur von Leonard Raven-Hill
(1912)
Bündnispartner Serbien und Bulgarien einigten sich darauf, einen
Schiedsspruch des russischen Zaren bezüglich der Angliederung neu
gewonnener Territorien zu akzeptieren. Griechenland dagegen – mit der politischen Unterstützung Großbritanniens
und Frankreichs – lehnte die russische Oberhoheit ab und wollte die Angliederung möglicher neu gewonnener
Territorien durch eine internationale Konferenz regeln.

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Aus Unsicherheit bezüglich der Unterstützung seiner Verbündeten


Frankreich und Großbritanniens in der Balkanfrage stimmte Russland
einer im Namen aller Großmächte Anfang Oktober gestellten
diplomatischen Note zu, die auf dem territorialen Status quo am Balkan
beharrte. „Jedoch missachteten die Balkanstaaten diese bei Lage der Dinge
wirklichkeitsfremde Deklaration mit einigem Recht.“[1]

Zu Beginn des Krieges waren die bulgarischen Streitkräfte etwa


233.000 Mann stark, die serbischen rund 130.000, die montenegrinischen
31.000 und die griechischen etwa 80.000.[2] Zusammen waren das bei
Kriegsbeginn 474.000 Soldaten. Während der Kriege wurden weitere
Soldaten eingezogen: Serbien hielt letztlich 350.000 bis 400.000 Mann Grenzen 1912 vor dem Ersten
unter Waffen, Bulgarien 600.000 und Griechenland 300.000.[2] Als Balkankrieg
einziger Balkanstaat unterhielt Griechenland auch eine nennenswerte
Kriegsmarine. Die osmanischen Truppen auf der Balkanhalbinsel
umfassten rund 290.000 Mann.[2] Das Osmanische Reich entsandte
Verstärkung aus Asien erst nach Ende der entscheidenden
Kampfhandlungen. Gründe dafür waren, dass die Hohe Pforte eine
russische Invasion über den Kaukasus fürchtete, vor allem aber, dass sich
das Reich noch im Krieg mit Italien befand. Zudem waren die osmanischen
Truppen schlechter ausgerüstet als die Soldaten des Balkanbundes und
hatten eine veraltete (noch aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Bulgarische Truppen während der
stammende) Kommunikationsstruktur. Eine nicht unwesentliche Rolle Belagerung Adrianopels (1913)
spielte auch die Behinderung des Nachschubes durch die griechische und
die bulgarische Marine.[3]

Kriegsverlauf
Montenegro erklärte dem
Osmanischen Reich am
25. Septemberjul./
8. Oktober 1912greg.[4] und am
16. Oktober das Osmanische
Reich Bulgarien den Krieg. Am Der Panzerkreuzer Georgios
Tag darauf erklärten Serbien, Averoff, Flaggschiff der griechischen
Bulgarien und Griechenland Kriegsmarine während der
Verlauf des Ersten Balkankriegs gemeinsam dem Osmanischen Balkankriege (1912–1913)
Reich den Krieg.

Die folgenden militärischen Niederlagen des Osmanischen Reiches, das durch den 1912 verlorenen Italienisch-
Türkischen Krieg und verschiedene Aufstände in den Balkanprovinzen schon vorher geschwächt war, belegten, dass es
seine europäische Herrschaft nicht länger aufrechterhalten konnte.[1]

Am 21. Oktober 1912 wurden die osmanischen Streitkräfte beim Sarantaporos-Fluss von der griechischen Armee
geschlagen und am 24. Oktober marschierten die griechischen Streitkräfte in Kozani ein. Am 31. Oktober wurden die
osmanischen Truppen bei Giannitsa erneut besiegt und am nächsten Tag wurde die Stadt von den griechischen
Truppen eingenommen. Die griechische Armee marschierte anschließend Richtung Monastir (heutiges Bitola),
wechselte aber ihre Stoßrichtung und erreichte Saloniki am 7. November, wenige Stunden vor dem Einmarsch der
bulgarischen Streitkräfte. Das türkische Oberkommando in der Stadt mit etwa 26.000 Soldaten kapitulierte gegenüber
der griechischen Armee und durfte unbehelligt abziehen. Erste Auseinandersetzungen zwischen griechischen und in
Saloniki einrückenden bulgarischen Verbänden zeichneten sich bereits zu diesem Zeitpunkt ab. Am 21. Februar 1913
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wurde Ioannina, nach einer mehrtägigen Schlacht bei Bizani, von der
griechischen Armee eingenommen. Etwa 33.000 türkische Soldaten gingen
in Gefangenschaft. Die griechischen Truppen erreichten am 6. März die
Hafenstadt Valona (heutiges Vlora) am Adriatischen Meer. Die griechische
Kriegsmarine zwang die osmanische Flotte, in den Dardanellen Schutz zu
suchen, und schnitt dadurch die logistische Unterstützung des
osmanischen Heeres aus Kleinasien ab.

Die serbischen Streitkräfte besiegten die osmanische Armee am 3. und


4. November 1912 in Kumanovo. Am 6. November rückten sie in Üsküb
(heutiges Skopje) ein. Mitte November nahmen sie die Region Prilep und
am 29. November Monastir ein. Danach unterstützten sie die
Im Ersten Balkankrieg bis zum
montenegrinischen Verbände in der Region um Novi Pazar und am 3. Mai
Waffenstillstand eroberte Gebiete
1913 eroberten sie zusammen nach einer mehrmonatigen Belagerung die
Stadt Shkodra. Etwa 20.000 osmanische Soldaten verließen die
umkämpfte Region und suchten Anschluss an die gegen die griechischen Truppen kämpfenden osmanischen
Verbände in Epirus.

Die bulgarische Armee besiegte die osmanischen Truppen in der Schlacht von Kirk Kilisse (21./22. Oktober 1912) und
erneut Ende Oktober in der Schlacht von Lüleburgaz. Auf beiden Seiten sind in der Schlacht jeweils über 20.000
Soldaten gefallen, verwundet oder gefangen worden. Die Erfolge der Bulgaren veranlassten Russland sogar zu der
Erwägung, ob man nicht dem Osmanischen Reich zu Hilfe kommen sollte. Truppenlandungen am Bosporus sollten
eine bulgarische Kontrolle der Meerengen verhindern.[5] Zwischen dem 4. und 8. November versuchten die Bulgaren
dann ohne Erfolg, Konstantinopel einzunehmen. Bulgarien schloss daraufhin am 20. November 1912 einen separaten
Waffenstillstand mit der osmanischen Regierung (Hohe Pforte). Am 2. Februar 1913 begannen die bulgarischen
Verbände jedoch erneut mit militärischen Operationen nach einem Staatsstreich der Jungtürken unter Ismail Enver in
Konstantinopel. Adrianopel (heutiges Edirne) fiel nach einer Belagerung am 26. März 1913 den bulgarischen
Verbänden in die Hände, nachdem ihnen zwei serbische Divisionen zu Hilfe gekommen waren. Insgesamt gingen etwa
65.000 osmanische Soldaten in bulgarische Kriegsgefangenschaft. Am 1. Mai 1913 erreichten die Osmanen einen
erneuten Waffenstillstand.

Unter dem Eindruck der Ereignisse hatte das Fürstentum Albanien bereits am 28. November 1912 seine
Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erklärt. Die Proklamation wurde in Windeseile abgehalten, da die in das
albanische Siedlungsgebiet einrückenden Montenegriner, Serben und Griechen große Gebiete eroberten hatten. Zur
Zeit der Unabhängigkeitserklärung besaß Albanien nur zwischen den Städten Korça, Tepelena und Vlora eine
nennenswerte Staatsmacht.

Ergebnisse
Unter Vermittlung der europäischen Großmächte kam es ab Dezember 1912 in London zu Friedensverhandlungen.
Mit der Unterzeichnung des Londoner Vertrags endete der Krieg am 30. Mai 1913.

Die Osmanen verzichteten auf alle europäischen Gebiete westlich der Linie zwischen Midia am Schwarzen Meer und
Enez an der Ägäisküste, ihre jahrhundertelange Herrschaft auf der Balkanhalbinsel fand damit binnen weniger
Monate ihr Ende. In der Folge kam es zu einer Massenflucht hunderttausender Muslime nach Kleinasien. Die
siegreichen Staaten verboten in denen von ihnen eroberten Gebieten mohammedanische Kleidung, Moscheen wurden
dem Verfall preisgegeben oder in Kirchen umfunktioniert bzw. zurückgewandelt.

Die Unabhängigkeit Albaniens wurde anerkannt. Mit italienischer und deutscher Unterstützung konnte Österreich-
Ungarn erreichen, dass der neu entstandene Staat auch Gebiete zugesprochen bekam, die im Kriegsverlauf von den
Staaten des Balkanbundes besetzt worden waren. Die Festlegung der albanischen Grenze sah schließlich ein

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Territorium vor, das knapp die Hälfte des albanischen Siedlungsraumes


umfasste. Dies war eine Niederlage für Serbien und Griechenland, die sich
zuvor auf eine Aufteilung der albanischen Gebiete geeinigt hatten. Durch
die Schaffung Albaniens erreichte die Wiener Diplomatie ihr Ziel, Serbien
von der Adria fernzuhalten.[6] In der Frage des serbischen Adriazugangs
bei Skutari stießen die russische und die österreichische Balkanpolitik
direkt aufeinander; es kam zu einer schweren internationalen Krise.[7]

Thrakien sollte an Bulgarien fallen, Makedonien zwischen Serbien,


Griechenland und Bulgarien aufgeteilt werden.

Der Kretische Staat vereinigte sich offiziell mit Griechenland.


Durch die serbische Armee
erbeutete osmanische Kanonen, vor
Zweiter Balkankrieg einer Kirche in Kumanovo, 1912

Balkanbund 1913
Nach der vereinbarten Waffenruhe mit den Osmanen kam es wenig später zum Streit über die Verteilung der
Territorien. Die bulgarische Führung war nicht zufrieden mit der den Vorkriegsvereinbarungen widersprechenden
Grenzziehung in Makedonien und verlangte von Serbien die Abtretung von diesem okkupierter Gebiete. Darüber
hinaus überschätzte die bulgarische Regierung die Stärke der eigenen Armee und verkannte auch die strategische Lage
auf dem Balkan, die sich mit dem Verteidigungsbündnis vom 19. Mai 1913 zwischen Belgrad und Athen manifestierte.
Die Serben waren damit unzufrieden, dass Albanien ihren angestrebten Zugang zur Adria versperrte. Rumänien, das
im Ersten Balkankrieg neutral geblieben war, agierte im Zweiten Balkankrieg selbstständig gegen Bulgarien. Das
Osmanische Reich ergriff schließlich ebenfalls die Gelegenheit, während der Kriegshandlungen zwischen den
serbischen, griechischen und bulgarischen Truppen verlorene Territorien zurückzugewinnen.

Kriegshandlungen
In der Nacht vom 29. Juni 1913
griffen bulgarische Truppen
gleichzeitig die griechischen
und serbischen Armeen an,
ohne dass Bulgarien den beiden
Staaten offiziell den Krieg
erklärt hatte. Die Kämpfe
zwischen Serres und Saloniki
Osmanische Truppen (1912)
endeten mit einem Sieg der
Verlauf des Zweiten Balkankriegs vorbereiteten Verteidiger.[8]
Serbien und Griechenland erklärten Bulgarien am 8. Juli 1913 den Krieg.
Am 10. Juli folgte die Kriegserklärung Rumäniens, am 11. Juli die des
Osmanischen Reiches. Damit wurde Bulgarien von allen Seiten angegriffen. Die Masse seiner Streitkräfte war zu dem
Zeitpunkt in heftige Kämpfe mit griechischen Verbänden verwickelt. Ohne nennenswerten Widerstand erreichten
daher die rumänischen Truppen binnen weniger Tage die Vororte von Sofia, während die osmanischen Truppen am
21. Juli in das nicht verteidigte Adrianopel einmarschierten. Das gegen diese Kräftekoalition weit unterlegene
Bulgarien musste sich innerhalb weniger Wochen geschlagen geben. In den letzten Kriegstagen zeichneten sich auch
noch Auseinandersetzungen zwischen verbündeten griechischen und serbischen Verbänden in der Region Kozani ab.

Ergebnisse
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Nach dem Waffenstillstand musste Bulgarien im Friedensvertrag von Bukarest vom 10. August 1913 fast alle im Ersten
Balkankrieg erzielten Eroberungen wieder abtreten.

Der größte Teil der Region Makedonien fiel an Griechenland (das sogenannte Ägäis-Makedonien) und Serbien (das
sogenannte Vardar-Mazedonien, heutiges Nordmazedonien), der Süden der Dobrudscha ging an Rumänien und
Ostthrakien mit Adrianopel zurück an das Osmanische Reich. Der Eintritt Rumäniens im Krieg gegen Bulgarien
„vergiftete“ das Verhältnis zwischen den beiden Ländern für Jahre. Noch heute spürt man eine Animosität im
Verhalten beider Länder zueinander. Solche Feindschaften gibt es jedoch zwischen vielen Balkanvölkern, ausgelöst vor
allem durch die vielen Kriegsverbrechen.[9] Bulgarien behielt vorerst nur einen kleinen Teil der östlichen Region
Makedoniens. Mit dem Eingreifen Russlands in die Verhandlungen erhielt Bulgarien letztendlich mit dem Vertrag von
Konstantinopel am 29. September 1913 mit Westthrakien doch noch einen Zugang zur Ägäis.[10] Dies verursachte
einen neuen Konflikt mit Griechenland, das die Region für sich beanspruchte. Die Osmanen hatten am Ende des
Zweiten Balkankriegs mit Hilfe der Freischärler von „Teşkilât-ı Mahsusa“ – einer osmanischen, meist von der Hohen
Pforte unabhängig agierenden, jedoch vom Militär unterstützten Geheimorganisation – Ostthrakien mit Edirne
(Adrianopel) zurückerobert und wie später beim Völkermord an den Armeniern nahezu die gesamte bulgarische
Minderheit dort vertrieben oder ermordet.

In Westthrakien wurde ebenso mit Unterstützung der „Teșkilât-ı Mahsusa“ die Kontrolle wieder übernommen und die
Provisorische Regierung Westthrakien gegründet. Die Hohe Pforte forcierte aufgrund politischer Ängste die
Unabhängigkeitsbewegung in der Region Westthrakiens nicht, denn in West-, Nord-, und Ostthrakien lebten ebenfalls
hunderttausende Muslime und Christlich-Orthodoxe. Der Vertrag von Konstantinopel bildete neben dem Vertrag von
Bukarest den zweiten wichtigen Vertrag am Ende des Zweiten Balkankriegs. Damit wurde Westthrakien mit
Einverständnis des Osmanischen Reichs Bulgarien überlassen (mit dem Lausanner Vertrag von 1923 fiel die Region
an Griechenland). Der Vertrag von Konstantinopel befasste sich jedoch nicht mit der Flüchtlingsproblematik zwischen
Bulgarien und dem Osmanischen Reich; diese wurde erst 1925 im Vertrag von Angora geregelt.

Verluste
Die Kriege forderten an toten und verwundeten Soldaten: Serbien 71.000, Montenegro 11.200, Bulgarien 156.000,
Griechenland 48.000 und Osmanisches Reich rund 100.000. Nicht einberechnet sind dabei Opfer unter den
Zivilisten.[11]

Folgen und Bewertung


Die Balkankriege waren Wegbereiter für den Eintritt der südosteuropäischen Staaten in den Ersten Weltkrieg. Das
Osmanische Reich trat ebenso wie das auf dem Balkan isolierte Bulgarien an der Seite der Mittelmächte in den Krieg
ein. Beide Mächte strebten eine Revision der neu gezogenen Grenzen an.

Im Gegensatz zum Leitbild der „politischen Kriege“, das zu dieser Zeit in Europa herrschte, waren die Balkankriege
von einem hohen Maß an ethnisch begründeter Gewalt geprägt. Alle Seiten ermordeten und vertrieben zahlreiche
Zivilisten der jeweils anderen Völker. Der Frieden von Konstantinopel von 1913 gilt als der erste Friedensvertrag der
Geschichte, der einen geplanten Bevölkerungsaustausch zwischen den Vertragspartnern mit dem Ziel einer ethnischen
Entmischung vorsah. Im Frühsommer 1914 folgte ein ähnliches Abkommen zwischen Griechenland und dem
Osmanischen Reich, das wegen des beginnenden Ersten Weltkrieges jedoch kaum umgesetzt wurde.

Die Balkankriege und der folgende Erste Weltkrieg vergifteten für Jahrzehnte die Beziehungen zwischen den
Balkanvölkern.

Der Krieg vertiefte die Spaltungen innerhalb der Donaumonarchie Österreich-Ungarn. Teile der slowenischen und
kroatischen intellektuellen Eliten und Politiker zeigten offen Sympathien für die Serben. Am 20. Oktober traf sich in
Ljubljana das erste kroatisch-slowenische Parlament, das sich für eine trialistische Lösung einsetzte (gleiches

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Mitspracherecht für alle slawischen Völker in der Donaumonarchie, gegen


den österreichisch-ungarischen Dualismus). So wie die meisten anderen
europäischen Politiker prognostizierte man auf k.u.k-Seite einen Sieg des
Osmanischen Reiches. Österreich-Ungarn wollte unbedingt einen Zugang
der Serben zur Adria verhindern und versuchte entsprechend politischen
Einfluss auf Serbien zu nehmen. Demgegenüber meinten slowenische und
kroatische Politiker, dass der Stabilität der Monarchie am besten gedient
wäre, wenn man auch die Interessen der slawischen Völker, die außerhalb
der Donaumonarchie lebten, berücksichtigen und diese nicht mit faulen
Kompromissen abspeisen würde.[3]

Siehe auch
Die zum Zerfall des Staates Jugoslawien führenden
Jugoslawienkriege (1991–2001)
Grenzverlauf nach 1913 und
territoriale Zugewinne der einzelnen
Literatur Staaten

Die große Politik der europäischen Kabinette 1871–1914. Band 36,2:


Die Liquidierung der Balkankriege 1913–1914. Teil 2 (S. 423–847).
Berlin 1926 (Quellenedition).
Karl Adam: Großbritanniens Balkandilemma. Die britische
Balkanpolitik von der bosnischen Krise bis zu den Balkankriegen
1908–1913. Kovač, Hamburg 2009, ISBN 978-3-8300-4741-4.
Katrin Boeckh: Von den Balkankriegen zum Ersten Weltkrieg.
Kleinstaatenpolitik und ethnische Selbstbestimmung am Balkan.
Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1996, ISBN 3-486-56173-
1.
Edward J. Erickson: Defeat in Detail. The Ottoman Army in the
Balkans, 1912–1913. Greenwood Publishing Group, 2003, ISBN 0- Muhadschir, die vom Balkan
275-97888-5.
vertrieben wurden, beim
Richard C. Hall: Balkan Wars 1912–1913. Prelude to the First World
Überqueren der Galata-Brücke in
War. Routledge, London 2000, ISBN 0-415-22946-4.
Istanbul
Magarditsch A. Hatschikjan: Tradition und Neuorientierung in der
bulgarischen Außenpolitik. Oldenbourg Wissenschaftsverlag,
München 1988, ISBN 3-486-55001-2.
Gunnar Hering: Die politischen Parteien in Griechenland 1821–1936. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München
1992, ISBN 3-486-55871-4.
Wolfgang Höpken: Archaische Gewalt oder Vorboten des „totalen Krieges“? Die Balkankriege 1912/13 in der
europäischen Kriegsgeschichte des 20. Jahrhunderts. In: Ulf Brunnbauer (Hrsg.): Schnittstellen. Gesellschaft,
Nation, Konflikt und Erinnerung in Südosteuropa. Festschrift für Holm Sundhaussen zum 65. Geburtstag.
Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 978-3-486-58346-5, S. 245–260.
Catherine Horel (Hrsg.): Les guerres balkaniques (1912–1913): Conflits, enjeux, mémoires. Peter Lang, Brüssel,
2014, ISBN 978-2-87574-185-1.
Florian Keisinger: Unzivilisierte Kriege im zivilisierten Europa? Die Balkankriege und die öffentliche Meinung in
England, Deutschland und Irland 1876–1913. Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-76689-2.
Ioannis Kyrochristos (Hrsg.): A concise history of the Balkan Wars, 1912–1913. Hellenic Army General Staff,
Army History Directorate, Athen 1998, ISBN 960-7897-07-2.
Dimitris Michalopoulos: The First Balkan War. What went on behind the Scenes. In: Mehmet Ersan, Nuri Karakaş
(Hrsg.): Osmanlı Devleti’nin Dağılma Sürecinde Trablusgarp ve Balkan Savaşları, 16-18 Mayıs 2011/İzmir. Türk
Tarih Kurumu, Ankara 2013, ISBN 978-975-16-2654-7, S. 183–191.
Leo Trotzki: Die Balkankriege 1912–1913. Arbeiterpresse Verlag, Essen 1996, ISBN 3-88634-058-9.

Weblinks
Commons: Balkankriege (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Balkan_
Wars?uselang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

https://de.wikipedia.org/wiki/Balkankriege 6/7
4/8/2019 Balkankriege – Wikipedia

Themenportal Balkankriege 1912–1913 (https://www.vifaost.de/themenportale/balkankriege/) auf Virtuelle


Fachbibliothek Osteuropa (https://www.vifaost.de/)
A Balkan Tale (http://www.balkantale.com/de/project_about.php)

Einzelnachweise
1. Wolfgang J. Mommsen: Das Zeitalter des Imperialismus (= Fischer-Weltgeschichte. Band 28). Frankfurt am Main
1984, ISBN 3-596-60028-6, S. 256.
2. Katrin Boeckh: Von den Balkankriegen zum Ersten Weltkrieg. Kleinstaatenpolitik und ethnische
Selbstbestimmung auf dem Balkan. Verlag Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-56173-1, S. 35, 72 und 121.
3. Andrej Rahten: Sto let po izbruhu balkanskih vonj-Kraljev sin sproži prvi topovski strel, godba zaigra himno.
(Hundert Jahre nach Ausbruch der Balkankriege-Der Sohn des Königs löst den ersten Kanonenschuss aus, die
Blaskapelle spielt die Hymne.) Samstagsbeilage (Sobotna priloga) der slowenischen Zeitung Delo, Ljubljana,
6. Oktober 2012, S. 16 (Andrej Rahten, damals wissenschaftlicher Mitarbeiter der Slowenischen Akademie der
Wissenschaften und Künste, Botschafter in Wien (https://web.archive.org/web/20160324074947/http://dunaj.velep
oslanistvo.si/index.php?L=2&id=27%27) (Memento des Originals (https://tools.wmflabs.org/giftbot/deref.fcgi?url=h
ttp%3A%2F%2Fdunaj.veleposlanistvo.si%2Findex.php%3FL%3D2%26id%3D27%2527) vom 24. März 2016 im
Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink
gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.).
4. Alle Daten nach dem gregorianischen Kalender. Für die Umrechnung zum julianischen Kalender, der in der
Literatur zu diesem Thema oft verwendet wird, siehe Umrechnung zwischen julianischem Datum und
gregorianischem Kalender.
5. Wolfgang J. Mommsen: Das Zeitalter des Imperialismus (= Fischer-Weltgeschichte. Band 28). Frankfurt am Main
1984, ISBN 3-596-60028-6, S. 257.
6. Dörte Löding: Deutschlands und Österreich-Ungarns Balkanpolitik von 1912 bis 1914 unter besonderer
Berücksichtigung ihrer Wirtschaftsinteressen. Hamburg 1969, S. 38 und 157.
7. Wolfgang J. Mommsen: Das Zeitalter des Imperialismus (= Fischer-Weltgeschichte. Band 28). Frankfurt am Main
1984, ISBN 3-596-60028-6, S. 258.
8. Katrin Boeckh: Von den Balkankriegen zum Ersten Weltkrieg. Kleinstaatenpolitik und ethnische
Selbstbestimmung auf dem Balkan. Verlag Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-56173-1, S. 58.
9. Hilke Gerdes: Rumänien. Mehr als Dracula und Walachei. Bonn, 2007, ISBN 978-3-89331-871-1, S. 36.
10. Katrin Boeckh: Von den Balkankriegen zum Ersten Weltkrieg. Kleinstaatenpolitik und ethnische
Selbstbestimmung auf dem Balkan. Verlag Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-56173-1, S. 78–82.
11. Katrin Boeckh: Von den Balkankriegen zum Ersten Weltkrieg. Kleinstaatenpolitik und ethnische
Selbstbestimmung auf dem Balkan. Verlag Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-56173-1, S. 72.

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Diese Seite wurde zuletzt am 14. März 2019 um 13:53 Uhr bearbeitet.

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