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9.

4 Konstruktive Einspannbewehrung
In Auflagern, welche idealisiert als gelenkig angesehen werden, wirken keine Biegemomente.
Trotzdem ist dort eine konstruktive Bewehrung vorzusehen, um Biegemomente infolge einer nicht
berücksichtigten Einspannung aufzunehmen. Die konstruktive Bewehrung ist als
Biegezugbewehrung im oberen Bauteilbereich einzubauen und richtet sich nach der vorhandenen
Biegezubewehrung bzw. nach den Biegemomenten im Feld. Die konstruktive Biegebewehrung ist
vom Auflager ins Feld zu führen, wobei die Abmessungen der Bewehrung von den Abmessungen
der Platte abhängig sind.
Im Gegensatz zum Eurocode 2 richtet sich die Querschnittsfläche der konstruktiven
Einspannbewehrung zur Aufnahme von Biegemomente infolge einer nicht berücksichtigten
Einspannung in der chinesischen Norm nach der vorhandenen Bewehrung im Feld. Dies
Unterscheidet sich insofern von den Vorgaben des Eurocode 2, da sich die konstruktive Bewehrung
dort direkt nach dem vorhandenen Biegemoment im Feld richtet (das vorhandene Biegemoment
entspricht der erforderlichen Bewehrung).
Desweiteren Unterscheidet sich die Länge der konstruktiven Einspannbewehrung. Im Eurocode 2
sollte sie 20% des Endfelds und in der chinesischen Norm 25% betragen.